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E_1930_Zeitung_Nr.106

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10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE 1930 - N°10ft hundert Meter weit fährt oder indem man bei abgenommenen Rädern die Beläge unmittelbar mit der Lötlampe oder dem Schweissbrenner erhitzt. Eine genaue Kenntnis der zulässigen Temperatur Ist dabei allerdings wieder unumgänglich, weil eine zu starke Erhitzung der Belag-Imprägnierung gefährlich wird. Stark verölte oder gar öldurchtränkte Beläge sind von vornherein zu ersetzen. Neue Beläge werden in den Automobilfabriken meist eingebrannt. Unter dem «Einbrennen» versteht man eine künstliche Erhitzung der Beläge durch einige Minuten langes Laufenlassen der Räder bei schwach angezogenen Bremsen. Die Erhitzung macht den Belag vorübergehend plastisch, so dass er sich glatt und gleichmässig an die Trommel anlegt. Aber auch hier darf mit Rücksicht auf die Imprägnierung nicht zu weit gegangen werden. Das so lästige Quietschen der Bremsen ist meist als eine Vibrationserscheinung der Trommeln zu betrachten. Als Abhilfsmassnahmen werden vorgeschlagen: die Versteifung der Trommeln durch aufgezogene Ringe oder Bänder, die sorgfältige Reinigung des Bremsbelages von Schmutz und eingebetteten Steinkörnchen, die Beseitigung hervorstehender Nieten oder die Verkürzung der Bremsbeläge. Manchmal führt auch schon ein Ersatz der Beläge durch solche von härterer oder weicherer Sorte ans Ziel. Bei einer Verkürzung bestehender Beläge ist Sorge zu tragen, dass das Band nachher nicht ausriejsst, die Nieten sind also mit genügendem Abstand vom Bandende einzusetzen. Das Neubelegen der Bremsbacken ist überhaupt eine Kunst, die noch recht wenig verstanden wird. Die Nieten sollen wenn Irgendmöglich aus Kupfer bestehen. Aluminiumnieten, die ebenfalls noch viel angewandt werden, neigen viel mehr zum « Schmieren », Eisennieten rosten meist schon nach kurzer Zeit, schädigen dadurch den Belag und können, auch die Bremstrommel angreifen. Die Nietlöcher im Bremsbelag dürfen nur gebohrt, keinesfalls aber einfach durchgeschlagen werden. Beim Bohren sind äusserst scharfe Werkzeuge zu benützen, und zwar ohne Anwendung eines Schmiermittels. Der Nietkopf Ist möglichst tief im Belag zn versenken, wobei aber die Mindestdicke des Belages unter der Versenkung IX—2 mm nicht überschreiten darf. Damit die Festigkeit des Belages nicht dadurch vermindert wird, dass mehrere Nieten im gleichen Fadenlauf liegen, sind diese gegeneinander entsprechend zu versetzen. Schliesslich werden die Enden der Beläge mit einer nicht zu rauhen Feile sorgfältig abgeschrägt. Eine der Elementarbedingungen für eine lange Lebensdauer der Beläge und gutes, gleichmässiges Wirken der Bremsen besteht in der vollkommenen Glätte und Zentrizität der Bremstrommeln. Geriefte, rauhe oder exzentrische Trommeln sind in jedem Fall auszuschleifen, wenn möglich ohne dass man sie dabei vom Rad abnimmt, weil nur bei Verwendung der Achsnabe als Zentrum die genaue Zentrizität gewährleistet ist. Unrunde Bremstrommeln stellen viel häufiger als man gemeinhin annimmt, die Ursache brüsk und -unberechenbar wirkender Bremsen dar, d. h. mit andern Worten solcher Bremsen, die dauernd Schleudergefahren heraufbeschwören, obschon ihre Verzögerungswirkung sonst durchaus nicht mehr als mittelmässig ist. m. T«€h SP Zuschrif- Antwort 7134. «Touring-Zerstäuber.» ten woitergeleitet. Red. Antwort 7750. Imprägnieren eines Leinwandverdeckes. Zuschrift woitergeleitet. Red. Antwort 7137. Wer liefert KrafzbSndcr? Zuschrift weitergeleitet. Red. Frage 7761. Knacken des Motors. Woher rührt das Knackgeräusch, das man bei manchen Motoren hören kann, wenn man längere Zeit rasch gefahren ist und nun den Motor abgestellt hat? Das «Knacken» hat gewisse Aehnlichkeit mit dem Geräusch, das «arbeitendes» Holz, z. B. Möbelstücke, von sich geben. Hat es mit dem Zustand oder der Qualität des Motors etwas zu tun? D. R. inA. Antwort: In den meisten Fällen hängt dieses Knacken damit zusammen, dass sich das Auspuffrohr beim Erkalten zusammenzieht und nun sprungweise auf seinen Befestigungsflanschen rutscht. Sie Befestigung des starken Temperaturunterschieden unterworfenen Auspuffstutzens ist ja meist nicht starr genug, um die starken, durch diese Temperaturunterschiede zustande kommenden Spannungen aufzunehmen. Der Auspuffstutzen hat deshalb das Bestreben, sich gegenüber dem Zylinderblock zu verschieben, weil dessen Temperatur viel gleichmässiger ist, die Längenveränderungen hier also auch viel geringer sind. 'i AUTO Ausser dem Auspuffstutzen können aber auch •andere Teile, die starken Temperaturschwankungen unterworfen sind, derartige Knäckgeräusche verursachen. Irgend ein Schaden kann aber dadurch kaum geschehen, und die Qualität des Motors braucht dadurch keineswegs geringer zu sein. Frage 7762. Leistung beim Vier- und Sechszylinder. Welcher Motor hat im allgemeinen mehr PS, der Vierzylinder oder der Sechszylinder, wenn man annimmt, dass beide gleich viel Zylinderinhalt aufweisen? Welcher der beiden Motoren arbeitet wirtschaftlicher? H. A. in G. Antwort: Die Leistung eines Motors ist in erster Linie eine Funktion seiner Tourenzahl. Die Berücksichtigung des Zylinderinhaltes allein genügt habe, mit den viel billigeren Rohölen betrieben werden können? F. S. in K. Antwort: Die Wirkungsweise des Dieselmotors ist im Gegensatz zu der des üblichen Automobilmotors die, dass die Zündung des Brennstoffes nicht durch einen elektrischen Funken, sondern durch die Temperatur stark komprimierter Lnft eingeleitet wird. Der Brennstoff wird den Zylindern nicht in gasförmigem Zustand zugeführt sondern am Ende des Hubes, bei welchem der Kolben elno reine Luftladung komprimiert hat, in die Zylinder eingespritzt. Die ausgezeichnete Wirkungsweise und die Verwendung minderwertiger Rohöle wer« den beim Dieselmotor hauptsächlich durch die hohe Kompression ermöglicht Gerade die hohe Kompression und die sehr hohen Verbrennungsdrucke sind es aber, welche die Verwendung reiner Dieselmotoren zum Antrieb von Personenautomobilen fast unmöglich machen, denn sie verlangen eine ausserordentlich kräftige Dimensionierung gewisser Teile, wodurch das Gesamtgewicht der Anlage für diesen Verwendungszweck zu gross und die Maximaltourenzahl zu stark herabgesetzt wird. Ausserdem ist es sehr schwierig, bei einem hochtourigen Motor den Brennstoff in der erforderlichen, iusserst kurzen Zeit fein verteilt einzuspritzen, at Frage 7764. Kann ein Bein-Invalider autofthrsn? Infolge einer Lähmung ist mir seit einigen Jahren der Gebrauch meines rechten Beines nicht mehr möglich. Bekannte wollen mich nun überreden, ein Auto anzuschaffen und behaupten, davon gehört zu haben, dass das Autofahren auch für Invalide wie mich möglich sei. Trifft das wirklich zu? Wenn also nicht Nimmt man aber an, dass die beiden in Betracht stehenden Motoren auch bei der gleichen Tourenzahl miteinander verglichen werden solsen, so wird hinsichtlich der Leistung der Vierzylinder dem Sechszylinder überlegen sein. Der Motor mit der kleineren Zylinderzahl hat nämlich auch weniger grosse reibende Flächen (Lager, Zylinderflächen usw.) und dementsprechend weniger innere Verluste. Aus dem gleichen Grund ist der Motor mit der kleineren Zylinderzahl auch wirtschaftlicher. Gibt man aber die Tourenzahl frei, so lässt sich aus einem Sechszylindermotor mehr Leistung herausholen als aus einem Vierzylinder, weil bei stärker unterteiltem Zylindervolumen die Füllung und Entleerung der Zylinder besser wird und weil sich der mehrzylindrige Motor wegen des besseren Massenausgleiches an und für sich schon besser zum ja, würde ich die Anschaffung vielleicht in Erwägung ziehen. Könnte ich aber überhaupt eine Schnellauf eignet at Führerbewilligung erhalten? A. B. in C Frage 7783. Dieselmotor. Welches ist der Antwort: Um mit dem wichtigsten fraglichen Hauptunterschied in der Wirkungsweise eines Automobilmotors und eines Dieselmotors? Warum dass Ihnen eine Fahrbewilligung erteilt würde, wie Punkt zn beginnen: Es ist nicht ausgeschlossen, werden Dieselmotoren noch nicht in Personenautomobilen verwendet, da sie doch, wie ich gehört Immerhin erkundigen Sie sich über diesen das in ähnlichen Fällen auch schon geschehen ist Punkt Die prinzipiellen Unterschiede in der Wirkungsweise eines Vergaser- und eines Dieselmotors. Obere Reihe: Vergasermotor. Untere Reihe: Kompressorloser Dieselmotor. ZÜRICH 8 TEL43.067 SEEFELDSTR. 17Ö< VERKSTXTTE FOR DIE AUTOMOBIL-I N O USTRIE Günstig abzugeben: DELAGE, D.R., 14 HP, 6 Zyl., Cond. mte>., 6-7pl. DELAGE, D. J., 11 HP, 4 Zyl., Cond. inter., 6-7pl. DELAGE, D. J., 11 HP, 4 Zyl., Torpedo, 6-7pl. Die Wagen sind gründlich revidiert und werden mit 6monatiger Garantie abgegeben. — Vertretung and Spezialserrice für DELAGE: H. LANZ, ROHRBACH. MISE EN GARDE! 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N» 10« - 1930 ÄUTOMOBIL-REVUE 11 am besten noch bei dem für ihren Kanton anständigen Verkehrsamt, da die Entscheidung von dieser Stelle getroffen wird. Technisch ist das Problem «weifellos zu lösen und wurde, besonders im Ausland, auch schon auf viele Arten gelöst Wir nehmen an, dass sich auf diese Frage hin Leser mit eigenen Erfahrungen melden werden und möchten deshalb hier vorläufig nur auf den Bericht eines deutschen Kriegsinvaliden hinweisen, der kürzlich in der cAllgemeinen Automobil-Zeitung> auf eine ganz ähnliche Anfrage hin erschien. Der betreffende Invalide beschreibt, wie er sogar auf jedem gewöhnlichen Wagen fahren kann, was wir allerdings als eine Ausnahme bezeichnen möchten. «Ich kann jeden beliebigen Wagen ohne Sondervorrichtung fahren, sofern er nur folgende drei Bedingungen erfüllt: 1; Handgas. 2. Seitlich der drei Pedale, wie oben erwähnt, hinreichend Platz für das untätige künstliche Bein, so dass der gesunde Fuss die drei Pedale je nach Bedarf unabhängig bedienen kann. 3. Eine brauchbare Handbremse. > € Ich habe schon fast ein Dutzend Wagen verschiedener Typen ohne weiteres und in jeder Situation gefahren und auch meinen Führerschein ohne irgendein Bedenken seitens der dabei verantwortlichen Stellen gemacht. Ich fahre sogar dauernd einen 8-ZyIinder-Bugatti (älterer Typ, 2 Liter, ohne Kompressor), also einen Wagen, der eine gewisse Geschicklichkeit im Schalten erfordert, hier in der Stadt und im Gebirge andauernd geschaltet werden muss und als typisch schneller Wagen oft Situationen bringt, in denen ich in meinen Bedienungsfähigkeiten als Beinamputierter um nichts hinter einem körperlich unbehinderten Fahrer zurückstehen darf.» «Es ist eine praktische Tatsache, dass man, wenn der Wagen die obigen Voraussetzungen 1—3 erfüllt, niemals zwei Fusshebel gleichzeitig bedienen mnss, so dass also effektiv nur ein Fuss für alle drei nötig ist Ich erläutere dies nachstehend an allen überhaupt vorkommenden Möglichkeiten: 1. Anfahren: Fuss kuppelt aus, Gang hinein, Handgas, Fuss rückt Kupplung ein. 2. Aufwärts schalten: Handgas weg, Fuss kuppelt aus, nächster' Gang hinein, Fuss kuppelt ein and geht dann aufs Fussgas (wobei zum Uebergang, wenn man ee ganz fein machen will, «wischen die letzteren beiden Funktionen des Fusses auch noch einmal Gas von Hand dazwischengelegt werden kann). 3. Die nächsten Gänge und alles weitere fahren: VCM immer nnr entweder auf dem Gas oder auf dar Kupplung, entsprechend Ziffer 2. 4. Abstoppen, aber weiterfahren: Fuss vom Gas wag und auf Fussbremse, dann wieder Fuss aufs Gaa. 6. Endgültige» Halten: Entweder a) für langnunea Zum-Stehen-Bringen: Fuss kuppelt aus. Bremsen mit der Hand; oder b) schnell erforderliehe« endgültige! Anhalten des Wagens unter Anwendung aller Bremsmöglichkeiten: Fuss geht vom Gas auf Fussbremse, Hand übernimmt hierbei gleichzeitig das weitere Bremsen mit der Handbremse, und bevor die Handbremse den Wagen dann endgültig zum Stehen bringt, geht der Fuss von der Fussbremse weg und betätigt das Auskuppeln, 6. Unerwartet ganz plötzliches Haltenmüssen aus Geschwindigkeit: Fuss vom Gas weg, Fussbremse treten und Handbremse ziehen. Vor endgültigem Stillstand des Wagens wird der ja dann infolge weggenommenen Fussgases unbelastete Gang auf die Leerlaufstellung hinausgestossen. Der Motor läuft also auch trotz dieses ganz brüsken Anhaltens des Wagens im Leerlauf vorschriftsmässig weiter. _ 7. Hinunterschalten von grösseren auf kleinere Gänge: Handgas schnell so stellen, dass es der Drosselstellung des im Augenblick vorhandenen Fussgases entspricht; der Fuss gibt das somit durch das Handgas abgelöste Gaspedal im selben Moment auf und geht auf Kupplungspedal; es folgt: Auskuppeln, Handgas dabei stehenlassen und im richtigen Moment der sich infolgedessen steigenden Tourenzahl den nächstkleineren Gang geräuschlos hineintun, einkuppeln und mit Hand- ödere Fussgas weiterfahren. » G. 0. in M. Si» Anfrage 959. Verzug aus Werkvertrag. Wir haben vor drei Wochen einer Karosseriefabrik den Auftrag erteilt, uns eine Karosserie anzufertigen. Laut Werkvertrag soll der Wagen innert 6 Wochen, vom Erhalt des Chassis an gerechnet, lieferbar sein, das wäre somit der 20. Dezember. Als wir vor einigen Tagen in der Fabrik einen Besuch machten, mussten wir konstatieren, dass noch nicht einmal die Zeichnung fertig war, so dass an den vereinbarten Liefertermin niemals mehr zu denken ist. Wir wollten im Werkvertrag eine Konventionalstrafe festsetzen für verspätete Lieferung, was jedoch nicht akzeptiert wurde mit der Bemerkung, wir könnten der Sache sicher sein, dass wir den Wagen rechtzeitig erhalten werden. Wir haben das Werk bereits schon einmal ersucht, uns wissen zu lassen, ob denn der Wagen auf den 20. dies zur Ablieferung gelangen könne, sind aber bis heute ohne irgendwelche Nachricht geblieben. Wir möchten Sie nun bitten, uns gefL mitteilen zu wollen, wie wir uns zu verhalten haben, wenn der Wagen nicht rechtzeitig zur Ablieferung gelangen wird, wobei wir speziell betonen möchten, dass wir für den betreffenden Wagen per Ende ds. Mts. auf Grund des Werkvertrages bereits einige Aufträge für Fahrten entgegengenommen haben, und für diese Fahrten könnte also nur der neue Wagen in Betracht kommen. B. B. Antwort: Lieferungstermin ist in Ihrem Fall der 20. Dezember 1930, sofern der Karossier spätestens am 9. November 1930 das Chassis zu Ihrem neuen Wagen erhalten hat. Teilen Sie nun der Werkstätte durch eingeschriebenen Brief dieses Datum mit, mit der Bemerkung, dass Sie auf diesen Tag Lieferung des Wagens erwarten und die Lieferantin für den Fall verspäteter Lieferung für allen entstehend 3n Schaden verantwortlich machen. Die Lagt ist dann folgende: Erfolgt die Lieferung des Wagens erst nach dem festgesetzten Termin, so hat Ihnen der Lieferant jeden Schaden zu ersetzen, der sich für Sie in der Zwischenzeit zwischen Termin und Lieferung infolge der Verspätung ergeben hat. Hier" werden Sie in erster Linie den eventuellen Ausfall von Fahrten, die Sie in Hinblick auf den neuen Wagen vereinbart haben und nur mit diesem durchführen können, geltend machen Der Karossier könnte sich von seiner Haftung nur befreien durch den Nachweis, dass ihn kein Verschulden für die Verspätung treffe. Dieser Nachweis dürfte ihm schwer gelingen, besonders nachdem er durch den Vertrag mit Ihnen die Möglichkeit der Fertigstellung der Arbeit innert 6 Wochen bestätigt hat Eine andere Lösung wäre folgende: Sie drohen dem Lieferanten unter Fristansetzung den Rücktritt vom Werkvertrag an. Dann könnten Sie nach Ablauf der Frist — wenn die Lieferung nicht erfolgt ist — vom Vertrag zurücktreten, d. h. diesen als aufgehoben erklären. Damit dürfte Danen jedoch gar nicht gedient sein. * Anfrage 960. Titel eines Autoexperten. Muss für das Tragen des Titels Autoexperte ein Examen abgelegt werden, wie z. B. für den Titel Bücherexperte? Und wo? W. in Z. Antwort: Gegenwärtig muss unseres Wissens zum Tragen des Titels eines Autoexperten noch kein Examen abgelegt werden; allerdings sind die Kantone frei, auf diesem Gebiete zu legiferieren, so dass es ratsam ist, sich im Kanton, wo man als Fachmann auftreten will, vorerst zu erkundigen. Ferner müssen wir Sie darauf aufmerksam machen, dass Sie Ihren Titel so wählen müssen, dass keine Verwechslung mit den kant Autoexperten, in einzelnen Kantonen kurzweg Autoexperten genannt, vorkommen kann. Wir fragen uns deshalb, ob Sie nicht besser statt des Titels Autoexperte die Beifügung Ingenieur für Motorfahrzeuge und Flugzeugbau wählten, wodurch jede Verwechslung mit den kant. Experten und allfällige Anstände mit den zuständigen Behörden vermieden würden. • Zur Fragt des Oelwechtels. Et herrscht vielfach die Meinung vor, dats bei Eintreten der kalten Witterung unbedingt ein dünnere» Oel verwendet werden müsse. Es trifft dies nur für gewisse Motoren-Fabrikate zu. Die Konstrukteure sind bemüht, Motoren herzustellen, welche Sommer und Wintej das gleiche Oel fahren können, aber diese Bemühungen sind nur zum Teil gelungen. Bei Konsultation eines Schmierbüchleina oder einer Schmiertabelle der verschiedenen Oelverkanfsfirmen (z. B. den «Standard Motor Oil»-Ratgeber) ergeben sich diejenigen Wagen, welche das gleichflüssige Oel verwenden können und welche nicht. Aber eines ist bestimmt eine absolute Notwendigkeit, und das ist der Oelwechsel bei Uebergangszeiten, das heisst vor Eintritt des Winters und Sommers, auch wenn der Wagen da« gleichflü»- sige Oel fortlaufend fährt. Der Grund ist darin/ zu suchen, dass das gebrauchte Oel gegen Temperaturwechsel sehr empfindlich ist Dadurch, dass das Oel nur durch Zufüllen auf dem Niveau gehalten wird, findet eine natürliche Verdünnung statt, so dass das Oel gegen äussere Einflüsse an Widerstandsfähigkeit stark einbüsst Unter diesen Umständen sind Störungen sehr leicht möglich, welche weit teurer zu stehen kommen können als die kleine Auslage für eine totale Neuauffüllung mit Oel. Gerade deshalb sind einige Oelfirmen dazu übergegangen, die Automobilisten ganz besonders bei Uebergangszeiten auf die Erneuerune des Oeles aufmerksam zu machen. Man kann ruhig sagen, dass im allgemeinen, und zum Schaden des Automobilisten selbst dieser Oelwechselfrage viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Es ist von grösster Wichtigkeit, stets ein gutes und erprobtes Markenöl zu verwenden, aber es ist nicht minder wichtig, auch das Oel selbst von Zeit zu Zeit ganz abzulassen und das Gehäuse neu aufzufüllen. Jedes auch noch BO gute Oel wird durch die hohe Beanspruchung verdünnt resp. in seinem Schmierwert herabgesetzt, und durch das Zufüllen allein kann der ursprüngliche Schmierwert nicht wieder erreicht werden. Wenn man bedenkt, dass die Auslagen für Oel nur ca. 1,6% der Gesamtkosten ausmachen, aber eine auch noch so kleine Vernachlässigung zu unliebsam hohen Kosten führen muss,, so hat min das Gefühl, dass jede Vorsichtsmassregel in dieser Richtung getroffen werden sollte, und dazu gehört in allererster Linie der regelmässige Oelwechsel (Neuauffüllung), insbesondere bei Uebergangszeiten. Es ist schwierig, für jeden Wagen eine genaue Kilometerzahl anzugeben, nach welcher der Oelwechsel stattzufinden hat (in der Regel beträgt diese 500 bis 1500 km, je nach Art und Alter des Autos, sowie Beanspruchung), denn es spielen sehr viela Faktoren mit. Im allgemeinen wird das Oel viel zu wenig oft erneuert. Ganz bestimmt liegt hier die Sparsamkeit am falschen Ort Darüber wird jeder Garagist oder Fachmann dem Automobilisten gerne Auskunft geben. Die Licht- und Anlasseranlagen, von Ing. Luth Westerkamp, Autotechnische Bibliothek, Band 81, 1930. Verlag Richard Carl Schmidt & Co., Berlin W. 62. Das vorliegende, 232 Seiten starke und durcti zahlreiche Illustrationen bereicherte Taschenbuch stellt die zweite Auflage eines Lehrbuches dar, das sich schon bisher grosser Wertschätzung erfreute. In beträchtlich erweiterter und vollständig umgearbeiteter Form wird der Inhalt nun auch dem modernsten Stand der einschlägigen Technik gerecht und dürfte damit dem Mechaniker, dem Spezialisten auf Reparaturen am elektrischen Fahrzeugteil, aber nicht zuletzt auch dem Laien zum unentbehrlichen Ratgeber werden. th. KELLY Wenn Sie eine fiärage bauend dsm W der Atjgenbflcfc an> gort* sögsten, um gleich eine Brevo* Tankanlage zu erstellen. 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