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E_1931_Zeitung_Nr.021

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Die Preisfrage auf

Die Preisfrage auf internationalen Brennstoffmärkten (Fortsetzung von Seite 1) unter dem Höchststand von 1929. Wenn im Jahre 1930 die Oelflut von der Produktionsseite her einigermassen eingedämmt werden konnte, so haben sich dennoch, trotz des teilweise gestiegenen Bedarfes, gewaltige Lagerbestände angesammelt, die alle Oelrestriktionsmassnahmen über den Haufen werfen. Ende 1926 betrugen die Vorräte an Rohöl und Fertigprodukten ca. 520 Mill. Fass. Sie stiegen bis Ende 1927 auf 585 Mill. Fass, erreichten Ende 1928 den Betrag von 615 Millionen. Ende 1929 war ein Rekordstand von 680 Mill. Fass zu verzeichnen, der im abgelaufenen Jahr 1930 keine wesentliche Veränderung erfahren hat, denn ultimo September waren an Rohöl und Destillaten,, trotz aller Produktionsdrosselungen, noch 678 Mill. Fass vorhanden. Welche Einbussen sich daraus für die amerikanische Petroleumindustrie ergeben, ersieht man am besten daraus, dass die Rohölausbeute von 1926 bis Ende 1929 (Maximum) um 34 MilL t gestiegen ist. Der trtrag dagegen hat in der gleichen Periode eine rückläufige Bewegung um 167 Mill. Dollar zu verzeichnen. Wie die Verhältnisse liegen, dürfte, trotz Produktionsmassnahmen um 10 Mill. t im abgelaufenen Jahre, sich dieses ungünstige Ergebnis kaum verbessert, eher noch verschlimmert haben. Bei oberflächlicher Betrachtung der Petroleumfrage könnte man zu der Auffassung kommen, dass die Produktionsdrosselung überhaupt zwecklos sei. Einer derartigen Auffassung ist jedoch entgegenzuhalten, dass die Kalamität noch entschieden grösser und krasser wäre, wenn man eine derartige Massregel nicht ergriffen hätte. Eine besondere Bedeutung erhält die Restriktion des amerikanischen Petroleums noch dadurch, dass auch eine Anzahl anderer Produktionsländer, wie Venezuela, Persien, Mexiko, Niederländisch-Indien und Columbien eine ähnliche Politik eingeschlagen haben. Selbst in Rumänien hat neuerdings die Erkenntnis Platz gegriffen, dass die zügellose Förderung von Rohöl dem Land nur Schaden und keine Vorteile bringen kann. Die Reise Deterdings (Royal Dutch) nach Rumänien steht sehr wahrscheinlich mit Restriktionsmassnahmen im Zusammenhang und es dürfte auch nicht von ungefähr kommen, dass die rumänischen Anleiheverhandlungen etwas frischer vor sich gehen. Das unlösbare Rätsel ist und bleibt immer noch die Petroleumtaktik der Sowjetunion. Der Preiskampf. Im Gegensatz zu den internationalen Restriktionsmassnahmen hat der Preiskampf am Oelmarkt zusehends eine Verschärfung erfahren, und zwar infolge des Zusammen-' Sturzes der American Oil Export Association, die bisher die Exportpreise festgesetzt hatte und nunmehr zu Schleuderpreisen Oelprodukte ans Amerika exportiert. Der hitzige Preiskampf am Oelmarkt unterscheidet sich von den früheren namentlich dadurch, dass sich der Streit nicht zwischen den beiden grossen Oelkonzernen der Royal" Dutch— rührt, ganz fern, an den seitlich gelegenen Ständen, geht bereits alles in einem vagen Dunkel unter, das keine Unterscheidung mehr gewährt. Die Autos bleiben die Hauptsache I Man empfindet immer wieder das gleiche Gefühl, wenn man sie sich besieht, wie sie still auf ihrem Podium ruhen. Die Konstrukteure haben es verstanden, dem Bau der Wägen eine sinnberaubende, betörende Linie zn verleihen, die dem Begriff der Geschwindigkeit auf unnachahmliche Weise entgegenkommt und ihn verbildlicht. Man kann es deshalb nicht mehr real fassen, dass diese Wagen, vor denen staunend Menschen stehen, im nächsten; Momente nicht losspringen und endlich, endlich der Schmach entrinnen, die sie hier gefangen hält und sie ihrer wesentlichen Eigenschaft, der Fortbewegungsfähigkeit, entzieht. Wenn man so sehr Laie ist, dass man einen Wagen nur auf seine äusserliche Schönheit kauft, dann will dies wohl heissen: Man vergisst, dass diese Wagen «gemacht» sind. Kunststück! Sie sind von einer derartig klassischen Geschlossenheit dessen, was man als Laie von einem Automobil verlangen kann, dass sie schlechtwegs nicht mit dem hier fast entehrenden Begriff Arbeit in Verbindung gebracht werden dürfen. Die Materie ist besiegt worden, überwunden, aus Holz und Eisen schuf sieh der Mensch diese wundervollen Gebilde, die ein einziger Traum von Schnelligkeit, von fliehenden Bäumen an der weissen Landstrasse, von blauen Himmeln mit weissen Wolken sind. Man denkt sich eine liebe Frau mit schlanken Händen am Steuer und gleitet mit ihr in die Kitschigkeit dieser Träume, für die man Shell-Gruppe und der Standard Oü-Gruppe abspielt, sondern vielmehr zwischen den Grossproduzenten, die gleichzeitig über Raffinerien und Vertriebsorganisationen verfügen einerseits und der weiterverarbeitenden Industrie anderseits. Infolge des niedrigen Preisniveaus der Rohölprodukte ist es manchmal vorteilhafter, das Rohprodukt am Markte zur Weiterverarbeitung zu kaufen als es selbst zu gewinnen, so dass sich die Raffinerien momentan in einer preispolitisch günstigeren Lage befinden als die Grossproduzenten. Während die Rohölproduktion eine relativ starke Abnahme erfahren hat, ist die Benzinproduktion in einem viel geringeren Ausmasse zurückgegangen, so dass die Benzinvorräte fortwährend zugenommen haben, was selbstverständlich einen starken Druck auf die Benzinpreise ausüben musste. Eine Anpassung der Produktion an den Verbrauch wird dadurch erschwert, dass der Konsum durch die Einschränkung der industriellen Tätigkeit beeinträchtigt wird. (Schluss siehe Seite 6) sdhe Verzögerung des Baues der Gandriastrasse. Italien hat seinerzeit nach längerem Hin und Her eine generelle Zusage für die baldige Weiterführung der schweizerischen Gandriastrasse von der Grenze bis nach Porlezza erteilt. Ueber die genaue Durchführung dieses Baues Hessen aber die italienischen Behörden nichts verlauten. In einer Zeitung in der Provinz Como wurde gemeldet, dass sich das italienische Tetlstück der Gandriastrasse nicht auf dem Bauprogramm der italienischen Regierung befindet, das nächsten Juni zur Genehmigung vorgelegt werde. Wir hoffen, es handle sich bei dieser Nachricht um einen Irrtum, denn wenn Italien nicht mit der Abnahme der Strasse im nächsten Jahr beginnen würde, so hätte auch der Bundesrat Grund mit der definitiven Krediterteilung zum Bau des schweizerischen Strassenstückes zuzuwarten. Im Kanton Tessin besteht die Auffassung, italienische Hoteliers am Comersee, die den Bau dieser Durchgangs-Strasse als Zurücksetzung ihres Gebietes betrachten,- hätten einen Druck auf die italienischen Re^ gierungsinstanzen ausgeübt, damit der Bau der Strasse, wenn nicht hintertrieben, so doch auf einige Jahre hinausgeschoben würde. Es wäre an der Zeit, diesen Meldungen nachzugehen und die erforderlichen dininmafisrhfiti SefirtftA iti P«m vorzunehmen. Der «Autler-Felerabend» erscheint erst mit Nr. 22. Die 24. Fortsetzung des Feuilletons «ßaruosi» ist im Interesse einer umfassenden Salon-Berichterstattung auf Nr. 22 verschoben worden. die Schönheit dieser Wagen verantwortlich machen kann. Ein Irrtum muss endlich korrigiert werden. Autosalons werden immer gerne mit schönen Frauen in Verbindung gebracht, wie dies in unverzeihlicher Weise aucn oben geschah. Autosalons haben nichts mit Frauen zu tun, wie sie sich die Zeitungsschreiber vorzustellen belieben. Diese Ausstellungen sind eine Angelegenheit des höchst nüchternen Verstandesmenschen, der rechnet, vergleicht und Geschäfte abschliesst. Geschäft — dieses Wort zieht sich wie ein rotes Band durch den Salon. Die hoffnungsloseste Erscheinung ist der Feuilletonist, wie er hier in Erscheinung tritt, der nach Romantik spürt, wo keine wachsen kann. Frauen? Ich sah schlanke, rotgeschminkte, mit Pelzmänteln, meine Illusion bekam ein tiefes Loch, als ich zuhörte, mit welcher kühlen Sachkenntnis sie nach den technischen Einzelheiten des Wagens forschten... Viele Besucher sind um des lieben Sehens willen hier. Sie übergeben sich einfach dem Genuss der Betrachtung dieser schönen Autos, ohne jede Verbindlichkeit. Ihr Erstannen und ihre Eitelkeit wachsen masslos, wenn sie ein Verkäufer, der sie beim Studium eines Wagens ertappt, als Interessenten ernst nimmt, die für einen Kauf in Betracht kommen. Dann nicken sie feierlich aus einem grossen Abhängigkeitsgefühl heraus; dabei überlegen sie krampfhaft, wie sie sich aus der peinlichen Situation herauswinden könnten. Doch es gibt auch Käufer. Es gibt solche, die in Verzückung vor einem grossen, herrlichen Wagen verharren und verzweifelt überlegen, wie sie diesen Ankauf in dem Budget rechtfertigen könnten. Der AUTOMOBIL-REVUE 1031 - Technische Bilanz gungsdämpfer gehören beim Achtzylinder schon zur Norm, während sie beim Sechszylinder in den meisten Fällen anzutreffen sind. Der Vielzahl der geschaffenen Lösungen nach zu urteilen, dürfte jedoch hier die endgültige und allen Ansprüchen genügende Konstruktion noch nicht gefunden sein. Der Gasführung zwischen Vergaser und Zylinder wird immer grössore Aufmerksamkeit gewidmet. Besonders zahlreich und häufig von grösserer Bedeutung sind die Neuerungen, die in den letzten Jahren an den Nebenapparaten und den scheinbar nebensächlicheren Bestandteilen des Motors geschaffen wurden. Man kann wohl sagen, dass hier fast mehr verändert als gleich belassen wurde. Als Zündsystem ist die Batteriezündung im besten Begriffe, die Magnetzündung aus dem Felde zu schlagen. Der Hauptvorteil der Batteriezündung besteht darin, dass schon von der niedrigsten Tourenzahl an ein kräftiger Funken zustande kommt, wodurch das Anlassen der Motoren wesentlich erleichtert und der Langsamlauf verbessert wird. Es ist bereits abzusehen, dass die Magnetzündung in Moderner Sportmotor mit Kompressor und vorgeschaltetem Doppelvergaaer. - Fallstromvergaser viel von sich reden. Dadurch, dass bei diesem Vergaser die angesaugte Luft von oben nach unten strömt und das unter Mithilfe der Schwerkraft eintretende Bjen^ zin schon bei geringer Saugwirkung mit; sich zieht, wird das Anlassen ebenfalls erleichtert und der Lehrlauf verbessert., Bei den im Prinzip unverändert gebliebenen; übrigen Vergasern ist seit dem. letzten Jahre vielfach, die Beschleuniger^ Pumpe in Aufnahme gekommen, die beim, raschen Durchtreten des Gaspedals eine Zusatzmenge Brennstoff in die Ansaugleitung eintreten lässt und so verhindert, dass sich der Motor «verschluckt». Grosse Schema einer modernen Oelkühlung. A — Aus-Bedeutunpuffstutzen; B = Vorwärmebehälter für das und leichten Demontierbarkeit des Ver- wird ausserdem der raschen, Schmieröl; D = direkte Hilfsschmierleitunj; K = gasers beigemessen, besonders seitens der Oelkühler; N = normale Scbmierleitung; L = europäischen Konstrukteure. Verteilungsleitungen zu den Lagern; V = UeberdruckventiL (Schluss folgt]) Wagen wird so genau geprüft, dass er schliesslich in Gedanken bereits gekauft ist, auch wenn tatsächlich das Portemonnaie endgültig versagen sollte. Lieber sind sie zu einem endgültigen Verzicht bereit, als zu einem Kornpromiss, der den Schmerz um den «verlorenen» Wagen anstatt zu mindern noch fördert. Dieser Kategorie seltsamer Käufer entspricht im übrigen auch noch jene seltsame Klasse von Nichtkäufern, die irgendeinen unerschwinglichen Wagen so lieben, wie man nur mit der ganzen Verzweiflung eines Herzens lieben kann, wenn einem etwas schon von vorneherein versagt bleibt. Ihre Blicke streicheln das schlanke, schweigende Tier, das in sich selbst versunken ruht, und wenn ein Fremder kommt, dann müssen sie wohl zurückweichen, aber sie tun es mit einer Bewegung, die in ihnen den reehtmässigen Besitzer vermuten Hesse. Und eines Tages wird es dem Armen passieren, dass auf der Strasse ein Wildfremder in diesem Wagen an ihm vorbeigleitet, dann — ach — ist es mit der schönen Unberührtheit hin, und der Wagen gehört eben — einem andern. Viele, die kommen, sind ein Opfer der vielen schönen Wagen. Sie haben einen gewissen Betrag im Budget für den Kauf eines neuen Wagens vorgesehen, aber nachdem sie eine Viertelstunde nach Betreten des Salons einen Wagen gefunden zu haben glauben, sind sie in der nächsten Stunde bereits um zwei Wagen anderer Herkunft weitergekommen* und noch immer ist die Wahl gross, und die Qual wird grösser. Man sieht sie manchmal mit dem Bleistift auf dem Notizblock einen kurzen Ueberschlag machen, vielleicht geht es gerade noch, und der Verkäufer schmunzelt zufrieden znr Konkurrenz hinüber. (Fortsetzung von Seit* 1) einigen Jahren nur noch als Ergänzung des Batteriezündsystemes Anwendung fin^ den wird, wie es heute bereits bei einigen hoch qualitativen Wagen geschieht Die Anlage der Batterie ist heute vielfach schon so, dass Lichtmaschine und Verteiler kombiniert werden, woraus nicht nur eine Verbilligung der Konstruktion; sondern auch eine Vermehrung der Zuver> lässigkeit resultieren. ' Auf dem Gebiete der Versorgung des Motors mit Brennstoff sind als grösste Fortsehritte wohl die Einführung zwangsläufiger Brennstoff pumpen und die Schaffung neuer Vergasersystejne zu bezeichnen. Die mechanische, von einer Welle des Motors angetriebene Brennstoffpumpe schliesst die Zufuhrstörungen, die sonst gerade in unserem gebirgigen Gelände nicht zu den Seltenheiten gehörten, praktisch vollkommen aus. Dasselbe gilt natürlich von den ebenfalls mehr oder weniger zwangsläufig wirkenden elektrischen Förderpumpen. Unter den neuen macht besonders der N°21 , •> Verßaser'systemen Oft aber können sie ihre Unontschlossenheit nicht überwinden, und sie verlassen verdrossen und unmutig den Salon, der zn viele passende Wagen zeigte, als dass einer gepasst hätte. Ein besonderes Kapitel im Salon muss den Kindern gewidmet werden. Sie haben mit den Erwachsenen, die von vorneherein — ohne eine Beleidigung aussprechen f zu wollen — nie in ihrem Leben zu einen) Personenautomobil kommen werden, eines gemein: Sie sind die weitaus grössten Abnehmer der unzähligen Prospekte: Alte' Frauen, die sich nicht recht zu helfen wis 2 sen, und Kinder gehen mit dicken Büri» dein von Prospekten umher, und wohl keiner der Verkäufer, der bereitwillig seihe Prospekte an die aussichtsreichen Besucher verteilen möchte^ wird von den gierig streckenden Kinderhänden verschont; die bereits bei der Konkurrenz sämtliches Papiermaterial eingeheimst zu haben scheinen ... So ist dies dann wenigstens ein Trost! Gegen die Mittagsstunden nimmt das Leben im Salon immer mehr zu. Dichter werden die Scharen, die sich um besonders interessante Stände drängen, die Taverne erhält eifrigen Besuch, lauter schwillt das Stimmengewirr. Still und uninteressiert allein verharren die Automobile, denen 1 keine noch so indiskrete Beunruhigung etwas anzuhaben vermag; sie wissen, dass der Salon nur ihretwillen da ist, und' sie sind über diesen Gedanken so beruhigt, dass sie sich auch weiterhin nicht stören lassen. Dichtgedrängte Menschenmassen schieben sich mühsam vorwärts, säugen alles auf, überschwemmen jeden Stand,, und die Verkäufer sind eifriger als je bemüht, alle bestrickende Liebenswürdigkeit aufzubieten, um Erfolg zu haben, bo.

N« 21 - J931 Nöttzeh vom Salon. Bundespräsident Häberlin beim Besuch des Salons. Der Ehrenpräsident des Salons, Herr Bundespräsident Häberlin, besuchte atn Freitag nach dem. offiziellen Bankett im Hotel des Bergues mit den Komitee-Mitgliedern die verschiedenen Stände des Salons. Sein erster Schritt galt dem schweizerischen Stand Martini, bei dem sich eine Büste des Präsidenten, ausgeführt von Pftdro Meylan, ausgestellt befindet. Nachdem der Bundespräsident dem schweizerischen Stand seine Anerkennung ausgesprochen hatte, Hess er sich beim- Hispano-Suiza-Stand dem berühmten Genfer Ingenieur Birkigt vorstellen, der bekanntlich den Ftuffzeügmotor entworfen hat, der Costes und Bellonte zur glücklichen Träversierung des Ozeans verhalf. Der oberste schweizerische Magistrat beglückwünschte den. iiiustren Ingenieur zu seinen Erfolgen herzlich. Ein weiterer Halt wurde beim Miirervastand gemacht, der ein altes Modell aus dem Jahre 1901 ausstellt. Beim A.C.S.- Stand wurde der Bundespräsident, vom Zentralpräsidenten Dr. Mende, Geschäftsführer Primault, Dr. Steinmann vom Zentralkomitee, und Billy, Vizepräsident der Sektion Genf des A.C.S M empfangen. Beim T.C.S.-Stand machte Herr Quinclet die Honneurs. Der Präsident widmete seine Aufmerksamkeit dem vom T.C.S. patronisierten reichen Führer- und Kartenmaterial, vor allem dem CHund Europa-TO'uring. Herr Ouinclet orientierte den Bundespräsidenten und die übrigen Teilnehmer des Rundganges über die bemerkenswerten Publikationen, die grosses Interesse fanden. Besondere Aufmerksamkeit widmete Herr Bundespräsident Häberlin noch der «Ecole des Arts et Metiers» und dem Karosserie- Stand Gangloff. Der Bundespräsident drückte seine Befriedigung über die vorzügliche Schau aus, und bedauerte nur. dass die Schweiz nur eine einzige schweizerische Marke besitzt. Er verwies indessen auf das Spezialgebiet unserer Industrie, die hervorragende Arbeiten bei den Schwergewichten ausstellt. Der Besuch atn Salon. Trotzdem am Freitag der Salon nur kurz am Nachmittag geöffnet war, wurden 227 Billette gegen 219 im Vorjahre für. die Rückfahrt gültig gemacht. Beim Salonschi uss verzeichnete man bereits 5075 gelöste Eintrittskarten. Am Samstag stieg die Zahl der Besucher auf 11,000 an. 1354 Billette wurden abgestempelt. Freitag und Samstag zusammen verzeichnete man so: 16,000 Eintritte, genau so-viel Besucher wie in der gleichen Zeit des Vorjahres. Am Sonntag gab man 19.925 Eintrittskarten aus, Billette wurden 3850 gestempelt. "*• Die nationale Sportkommission tagt In Genf. Alter Tradition gemäss trat auch dieses Jahr die N.S.K. für ihre Vorfrühlings-Sitzung in Genf zusammen, um den Mitgliedern damit gleichzeitig Gelegenheit zu geben, dem Salon einen Besuch abzustatten. Unter dem Präsidium von J. Decrauzat vereinigte sich die Kommission Montag morgen im Ausstellungssekretäriat zu einer Sitzung, an der neben Herr Ing. Brieger, der als Sekretär amtiert, die Herren Pierrehumbert, Zwahlen, Thommen, Lumpert und Geisshüsler teilnahmen. Nach Genehmigung des Protokolls der Sitzung vom 12. Dezember 1930 fand ein Meinungsaustausch über die sich bei den Nennungen internationaler Fahrer herausgebildete Praxis statt. Es ist heute offenes Geheimnis, dass Fahrer von Ruf, welche nicht durch eine Fabrik' verpflichtet sind und auf eigene Rechnung die Rennen bestreiten, vielfach nur unter bedeutenden finanziellen Opfern von seiten der Rennorganisationen gewonnen werden können. So begreiflich es ist, dass die Konkurrenten auf irgendeine Weise ihre zum Teil sehr hohen Kosten bestreiten müssen, so hat doch einzelnenorts eine Praxis eingerissen und sind Forderungen von Fahrern ergangen, denen es rechtzeitig entgegenzutreten gilt. Die Schweiz war glücklicherweise von solchen unerfreulichen Nebenerscheinungen bisher verschont, wenn es auch für die Organisatoren von internationalen Rennen wie Klausen und Bernina keine leichte Aufgabe war, die Startliste jeweilen so zu füllen, wie dies in den letzten Jahren der Fall, gewesen ist Natürlich haben Auseinandersetzungen im Ausland auch ihre Rückwirkung auf die Schweiz, indem doch a«e bekanntesten Rennfahrer Tur Bestreitung von grossen Anlässen auch die Schweiz besuchen. Gerade jetzt wird vielerorts die Angelegenheit Stuck dis-, kutiert. welcher vor kurzem die deutschen Sportbehörden beschäftigte, und es ist sehr wohl denkbar, dass sich unsere oberste Sportinstanz ebenfalls vor internationalem Forum zur Sache äussern rriuss. Der Meinungsaustausch hat wesentlich zur Abklärung der Meinungen beigetragen, ohne dass Beschlüsse irgendwelcher Art gefasst worden wären. S Es lag ein vom Bureau ausgearbeiteter Entwurf für ein neues Reglement zur Erwerbung des, Titels als offizieller Chronometreur vor; derselbe wurde in seinen wesentlichen Punkten besprochen und den Mitgliedern zum näheren Studium und Vernehmlassung ausgehändigt. Ueber die von der Chevrolet-Organisation unter der Kontrolle der N. S. K. durchgeführte Sechstage-Nonstopfahrt referierte Hr. Decrauzat, der bekanntlich den Versuchen als Kommissär beigewohnt hat. Die erreich-, ten Ergebnisse wurden verifiziert und genehmigt. Die Ausschreibung der diesjährigen Meister' schaft hat ein sehr erfreuliches Resultat gezeitigt. Die definitive Liste der Einschreibungen wird erst noch erstellt werden. Auf alle Fälle ist die Beteiligung dieses Jahr eine bedeutend grössere, sie wird sich um so vielgestaltiger auswirken, als sich auch Damen für die Meisterschaft eingeschrieben haben. Der Vorschlag der Sektion Luzern des A. C. S., das Bergrennen Kriens-Eigenthal dieses Jahr durchzuführen, über den wir bereits kurz berichtet haben, fand allgemeine Zustimmung. Das Rennen wird als nationale Veranstaltung organisiert und gilt als Er- Fiat-Ersafzfeüe prompt und billig ab komplettem Laser Telephon Bollwerk 70.11 AUTOMOBIL-REVUE Momentaufnahmen vom Salon Der Clou des Salons. Die lanze Linie dominiert... Garage tuns 1 Original Ganz was Sie brauchen, Madame! Das schönste Chassis am Salon... satz für die schweizerische Meisterschatt, sofern eines der anderen als obligatorisch erklärten Rennen ausfallen sollte. Der Zeitpunkt ist noch nicht genau festgelegt, doch wird als Monat der September genehmigt. Das Kilometerrennen von Giubiasco erfährt eine Verschiebung. Wie erinnerlich war es für den Monat Juni festgesetzt worden. Nun -wird' 1 aber aller Wahrscheinlichkeit nach die Delegierten-Versammlung auf den 14. Juni einberufen werden und, um Kollisionen zu vermeiden, wurde Verschiebung des Rennens auf den September gutgeheissen. Das Datum wird die Sektion Tessin noch festlegen. Möglicherweise findet es bereits Ende Au-'- gust statt. Ueber das Reglement der Alpenfahrt referiert Herr Decrauzat, der als eigentlicher Verfasser dieser Bestimmungen bezeichnet' werden darf. Es gereicht ihm zur Ehre ; und dem A. C. S. zur grossen Genugtuung, dass 1 der Entwurf von den beteiligten Ländern in seinen Hauptbestimmungen genehmigt worden ist. Die Länder werden sich nur mich über Detailfragen äussern, deren Berücksichtigung im Reglement als wünschenswert erscheint. Im übrigen schreiten die Arbeiten für die diesjährige Alpenfahrt rüstig weiter, die Ausschreibungen werden rechtzeitig erfolgen können. Ein Aperitif versammelte die Herren noch; zu einem ungezwungenen Hock, der um so angenehmer ausfiel, als Herr Marchand, der Salon-Organisator, und Chiron daran teilnahmen. Chiron hat seinen Wintersportaufenthalt beendet und sieht glänzend aus. Er hat seine wohlverdienten Ferien gründlich mit Winterfreuden ausgefüllt und die Gelegenheit wahrgenommen, sich auch unseren Salon anzusehen. Neugestärkt und mit den besten Aussichten wird er nun seine Vorbereitungen für die diesjährige Saison treffen, um sein Rennprogramm mit dem Grossen Preis von Monte-Carlo zu beginnen, der am 19. April über 318 km auf einer Rundstrecke durch Monte-Carlo zum Austrag gelangt. Eine vorgesehene Besichtigung der Rennstrecke von Meyrin durch eine Anzahl Rennfahrer und Herren der N. S. K. musste leider wegen des dichten Schneegestöbers, das die neue Woche eröffnete, auf eine spätere Gelegenheit verschoben werden. Schwelzerische Automobiltneisterscliait. Die Nationale Sportkommission erhielt für die Teilnahme an der schweizerischen Antonio-' bilmeisterschaft 1931 folgende Meldungen: Schölten (Lancia), Mme Dold-Uster (Bugatti), Alois Muff (Chrysler), Hans Kessler (Amilcar), L. Wittwer (Bugatti), Hans Stuber, doppelt eingeschrieben (Bugatti und Peugeot), Dr. G. Avondet (Bugatti), O. Zwimpfer (Chrysler), Gustave Willy (Rally), Ernest Schneider (Derby). Die Meldungen sind noch nicht definitiv festgelegt. .Ostpreussenfahrt. Der A.D.A.C. bringt als das grösste automobilsportüche Ereignis des deutschen Ostens am 1. und 2. Mai die Ostpreussenfahrt zum Austrag. Das ostpreussische Gelände ist nicht besonders geeignet. Zerreissproben an, das Material zu stellen, deshalb wendet sich die Ostpreussenfahrt in erster Linie an den Fahrer selbst, der hier beweisen soll, dass das Fahrzeug in seiner Hand auch über lange Strecken ohne Führerwechsel — in zwei Tagen müssen 1400 km zurückgelegt werden — ein absolut, pünktliches und zuverlässiges Verkehrsmittel ist. , x. Affäre Hans Stuck beigelegt. Die Affäre Hans Stuck ist ebenso rasch, wie sie autgetaucht ist, auch wieder erledigt worden. Dem' europäischen Bergmeister wurde die Startbewilligung wieder erteilt. Die oberste nationale Sportkommission erliess darüber folgende offizielle Mitteilung : «Die O.N.S; hatte am 23. Febr. beschlossen, Herrn Stuckv Villiez gemäss § 77 des Nationalen Res e- ments bis zur Klärung der gegen ihn erhobenen Vorwürfe die Lizenz zu entziehen. Nachdem Herr Stuck die bestehenden Differenzen geregelt und der O.N.S. eine befriedigende Erklärung abgegeben hat, besch'oss die O;N.S. am 5. März, Herr Stuck die Lizenz zurückzugeben. Herr Stuck erhält jedoch wegen Verstoss gegen § 96b des Nationalen Reglements eine Verwarnung (§ 97a Nation. Red.). Mit diesem Entscheid ist allerdings die Regelung der Amateurfrage nicht entschieden, bo. Effingerstratte Genfer Salon 1931. wi • I Damit wir während der Dauer des Salons In Genf prompte und ausführliche Berichte veröffentlichen können, werden noch folgende Ausgaben erscheinen: Donnerstag, !2. März, Freitag, 13. März.