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E_1931_Zeitung_Nr.080

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14 AUTOMOBIL-REVUE

14 AUTOMOBIL-REVUE 1931 - NO 80 keilt hocken sie da, mit finsteren, spitzigen, drohenden, verwaschenen Gesichtern, und blicken weder rechts noch links, machen keine Bewegung, nach oben nicht und nicht nach unten. Starr, geradeaus stieren die Augen, als gälte es, sich im Nacken des trottenden Vordermannes festzubeissen. Die Leibwäsche, die Kleider — ein widerlich ausdünstender, unangenehm lauer, klebriger Brei. Wie Würmer, kriechend, fühlt es sich an, die Glieder hinauf- und hinunter krabbelnd. Pfui! Man dehnte, blähte und plusterte, wie Hühnervolk, hin und wieder den Leib, bloss um Lebendiges zu spüren. Aber rasch stürzte die Ohnmacht darüber hin: alles wieder wie zuvor. Die Gegend, die Landschaft! Oh, oh! Nur Wasser, Wasser überall. Der Marsch ging auf guten Wegen und Weglein, Strassen und Strässchen hinauf und hinunter, an tropfenden Bäumen und Gärten vorbei, quer durch einen Zipfel des Vaterlandes. Und manchmal auch mitten durch Wiesen, Ackerland und Wälder, Berge und Hügel empor und wieder steil in kleine, langweilige Tälchen hinab. Aber die Aufmerksamkeit, sonst immer sprunghaft wach, die Aufmerksamkeit für die Umgebung, für alle Nähe und Ferne, die der Durchmarsch berührte, war gänzlich von ihnen geglitten. Fröhlichkeit und Frohmut waren aus allen gewichen. Das Blut dick, schwer und mürrisch. Wer mochte noch herzlich lachen? Wer? Tücke, Neid, Hass und Wut kriechen in ihre Herzen und durchwühlen sie. Durch alle Poren der Haut schlüpfen diese Bestien, ein verpestetes Gewimmel. Vom Unglück geradezu verfolgt kommen sie sich vor, von aller Welt verflucht und gemieden, als Spielzeug einfach dem Teufel ausgeliefert. Gesang, Witze haben jeden Wert und Klang verloren: Unsinn all das, Maulheldentum, Spiegelfechterei und Lüge. Wann hatte denn der Nebenmann zuletzt hell und freudig aufgelacht? Und die Musik? Wo steckte das Spiel? Wo die Töne und befeuernden Takte und Melodien? Eingeregnet im Schlund der Trompeten, die mit matten, glasigen Augen durch den trüben Tag wanken, ganz wie die Menschen! Und ewig diese aufreizende Fratze vor Augen, bei jedem Schritt, immer gleich nah : der Himmel! Grau, stumpf, bösartig tief auf die nassen Baumkronen sich lehnend, mit Regen und Regengewölk dicht gefüllt. Die Brunnen in den Dörfern! Das war doch zum Wütend-, zum Toll werden! So Nie konnte man genug kriegen. Immer war man hungrig. Suppe, Tee, Kaffee verein Unsinn. Ein Hohn! Ein offenkundiger Skandal. Künstliche Brunnen, indes das ganze Land ersoff! Brunnenwasser! Wie läppisch neben jenem Wasser, das von Bergen und aus allen Himmeln unaufhörlich fiel. Zum Donner! Und dann diese Menschen in den Dörfern, träge lungernd um Scheune, Haus und Stall, mit bösen Augen in den Regen und auf die durchziehenden Soldaten starrend. • * • Aber manchmal bekommen sie es plötzlich mit der Empörung zu tun: Ein rechtschaffen trotziges Aufbegehren, nicht mehr feig versteckt. Einer beginnt, irgendwo, einmal an der Spitze des Zuges, ein andermal in der Mitte oder aus den zum Blühen. hintersten Reihen. Einer beginnt zu singen. Ruckartig, aufflackernd, wie ein kühn federnder Sprung, so beginnt es. Augenblicklich fallen andere Stimmen ein, helfen der ersten, tastenden Stimme völlig frei heraus aus Kehle und Herz, und dann, mit einem Male, schmettert der ganze Zug, jede Zunge. Ein Atem, eine Seele, ein Lied alles. Immer heftiger wirbelt der Gesang. Immer wilder, dröhnender, ungestümer schwillt er empor und wirbelt in alle Lüfte. Donnerwetter, es galt doch, dem Himmel die Zähne zu weisen. Jawohl! Man war doch Soldat und also aus einem besseren Holze geschnitzt. Man war etwas. Man war zu etwas nütze und voll Verdienst. Pflicht, lebendige Leistung in Tun und Denken und jeder Zoll Verantwortung, das war man. Und es galt, diesen gaffenden Dorfnarren den ehrlich grbräunten Nacken zu zeigen, ihren Buben und Frauen und Mädchen zu imponieren. Man hatte also reichlich Grund zu spassen, zu lachen, zu triumphieren. War man denn so ein lachhafter Kerl wie jener schlaffe, gesottene, blöde Bäckergeselle, der — man staune! — sich am hellichten Tag mit aufgespanntem, possierlich gehandhabtem Regenschirm neugierig glotzend am Strassenrand aufgepflanzt hatte. War so etwas menschenmöglich unter diesem Himmelsstrich? Der Gesang ballt sich fester, dichter über den singenden Reihen: Wanderlieder, Soldatenlieder jubilieren empor. Frühling und Sonnenschein, Trockenheit und immerblauer Himmel fallen aus den Zauberfalten der Lieder» hüllen und wölben den Zug ein. Verlockende Bilder umgauikeln die glänzenden Augen der Sänger, 'per Regen, die Regenlandschaft, der trostlose Himmel: zerbrochen alles, aufgelöst, zersungen. Die grauen Farben verflogen. Sie schreiten singend, in fröhlichem Wandertakt, in ein himmlisch gebreitetes Frühlingsland hinein. Der Sommer duftet ihnen von allen Seiten entgegen. Goldene Fülle neigt sich ihrem Fuss und säumt den Weg. Und ein milder, sanfter, goldener Eegen streicht ihnen zärtlich aus Gesicht und Stirne Not, Nässe und Armut früherer harter Stunden und Tage und Jahre. Wie hat nun alles ein anderes Gesicht! Ein glückhaft lächelndes, gütig zuneigendes, voll Liebe, Traum, Seligkeit und wunderbar strömender Wärme. Die Wälder und Berge und Täler. An allen Wegen die Bäume, die Menschen, die Häuser. Die Kameraden und das Pferd, das lustig tänzelnde, des Hauptmanns! Alle Lande und Wege weit ruft ihr Gesang Und sinken dann ihre Stimmen ermüdet wieder langsam in das frühere Schweigen und Brüten zurück, dann schlagen von neuem, wie zuvor, Eegen und grauer Himmel klatschend über den gesenkten Köpfen zusammen. Und es regnet wieder immerzu, wie zuvor. Alles ist wieder grau, schimmelig, schmutzig umsponnen. Von allen Seiten klatscht der Regen. Von vorn peitscht ihn schlingen sie gierig schmatzend, schweigend. Wie dampft ihnen die Wärme wohlig in Gesicht und Nase und Stirn! Und zu Abend fallen sie im Quartier dumpf und schwer wie Tiere in das locker geschichtete Stroh der Tennen. Und schlafen sofort ein; traumlos, ächzend, unruhig, gequält. Sendet das feuchte, nicht trocken raschelnde Stroh, in das sie ihre frierenden, nassen Glieder gewühlt, noch Dunst von Nässe und Feuchte und Eegen feindlich hinüber in ihren kargen Schlummer! E.W. Einsilbige Leute. Die Telephonverwaltung meldet jeden Monat mit Stolz, wieviel die Zahl ihrer Abonnenten wieder zugenommen hat. Es wird allem Anschein nach sehr viel telephoniert in unserm Lande. Doch was wird telephoniert ? Wir wissen es nicht, das ist strenges Geheimnis der Amtsstellen, die es nicht ausplaudern dürfen. Trotzdem hat man in Amerika einen interessanten Versuch gemacht. Man hat in New-York eine Zeitlang wöchentlich 500 Telephongespräche aus der grossen und garstig; alles ist durchtränkt: die Wäsche, das Brot, der Käse. Und der Zucker beginnt breiig zu zerlaufen. Und die armen, unschuldigen Zigarrenstumpen. Aber zum Teufel auch, wer möchte noch rauchen — ? Essen, essen und trinken, ja das ging. Bunte Chronik der Wind, von links und rechts und hinten ein Teufel oder Gott. Wer will es wisbei sprachen also jedesmal 1000 Personen. Menge herausgegriffen und sie verfolgt. Daseni Und selbst die Erde speit wieder Regen zurück, glucksend: das Wasser spritzt Wörter hören, und nun ist es interessant, zu Sie Hessen durchschnittlich im ganzen 80,000 unter der marschierenden Kolonne über vernehmen, wie dieses Heer von Wörtern die Strassenränder hinaus, weit in die zusammengesetzt ist. Wenn man telephoniert, so will man meistens jemand etwas Wiesen hinüber. Die Felder sind glitschig, der Ackergrund klebrig, ganz durchwühlt sagen, und zwar ebenso meistens etwas — und gelockert; der Waldboden faulig riechend, mit Pilzen üppig durchsät. 80,000 Wörtern « Ich > und « Du « volle 7500 von sich selbst. Also kamen unter diesen Und wie sie nun am Leibe durchnässt Mal vor! Ordnet man nun die gebrauchten sind! Der Regen fällt auf Schulter und Wörter nach der Häufigkeit ihres Vorkommens, so entdeckt man, dass diese Leute Nasenspitze, kriecht den Nacken und Hals hinunter, über Schulter und Arme und überhaupt nur 2240 verschiedene Wörter Hände, die Beine hinunter, die Füsse in brauchten. Davon kamen aber 819 nur ein den Schuhen eckelhaft auslaugend! Jeder einziges Mal vor, so dass zur Bestreitung der Faden tropfend nass. Der Tornister ist so Gespräche nur 1421 übrig blieben. Fangen schwer und still, wie eingeschlafen. Warum klappert er jetzt nicht mehr lustig ganze 121 Wörter ausreichten, um mehr als wir nun aber hinten an, so sehen wir, dass sein trockenes, fröhlich befeuerndes Lachen? Der gute Wandertakt, wo ist er? Erhöhen wir die Zahl noch auf 155, so haben die Hälfte- aller Konversationen zu führen. Und durch die Tornister gar sickert der wir alle Wörter, aus denen vier Fünftel dieser Telephongespräche zusammengesetzt Regen und macht das Innere feucht, nass waren. Das ist wahrhaftig bedenklich wenig. Nehmen wir an, diese Zählungen wären bei uns gemacht worden. Sie wären wohl kaum wesentlich anders ausgefallen. Wie gerin? ist dann aber, das zeigen sie, die Zahl der Wörter, mit denen man im Alltag auskommt! PO M A NT I, das natürliche, konzentr., alkoholfreie Familien -Getränk Liter Kostet Fr. 2.5O and Kann 7mat verdünnt werden. Versand In Kannen von S Litern an. Machen Sie einen Versuch, Sie werden angenehm überrascht «ein. Pomanti-Reltril, Rirditerg (Kt. Bern) VERTRAUEN Wer verdient Vertrauen? Ganz sicher die ,,Marke", als Wahrzeichen des Produktes 1 Warum ? Well sich eine Marke auf die Dauer nicht halten kann, wenn Sie nicht hält, was sie verspricht I PKZ besteht und wächst seit 60 J a h r e n . . . . . . . . . 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N° 80 - 1931 AUTOMOBIL-REVUE 15 Fülle jugendlicher Höchstleistungen. Aristoteles hat als 18jähriger sein selbständiges Geniale Jagendwerke Bei der Verteilung eines literarischen Preises in Paris wurde dieser Tage hervor- seinen Aufstieg eigenen Denkens mit 20 Jah- philosophisches System begründet, Spinoza gehoben, dass der Preisträger, der erst 23j ährige belgische Autor Steemann, schon im den Grundstein zu seinem Werke gelegt. Von ren begonnen; sogar Kant hat als 23jähriger Alter von 15 Jahren einen Band Erzählungen den grossen Erfindern sei nur erwähnt Frie- Krupp, der mit 23 Jahren seine herausgegeben hatte. Man ist heute so ge-drich Ver- wöhnt, wenn von Höchstleistungen der Ju-suchgend die Rede ist, immer nur an ihre Betäti- begann, Paul Ehrlich, der als 20jähriger die zur Herstellung von Tiegelgussstahl gung auf sportlichem Gebiete zu denken, die Anwendung der Anilinfarben bei mikroskopischen Präparaten einführte, Johannes Müller, naturgemäss in die Jugendjahre fällt, dass es ganz interessant ist, einmal auch die geistigen dessen biologische Arbeiten in seinem 23. Lebensjahre beginnen, und schliesslich Marconi, und damit die wertvolleren Höchstleistungen der Jugend hervorzuheben, die in der Kulturgeschichte verzeichnet worden sind. begründete. der als 2ljähriger die drahtlose Telegraphie Man hat erkannt, dass die Jugend die wichtigste Periode für die Ausbildung der schöpfe- nach dem Tode ? Ein dokumentarischer Beweis für das Leben rischen Tätigkeit ist; gerade die Zeit vom 15. Sind die Geisterbotschaften, die den spiritistischen Zusammenkünften besondere Würze bis zum 25. Jahre stellt die eigentliche schöpferische Periode im Menschenleben dar, während-das reife Alter als der ausführende Teil sleits oder gilt für sie das Lied aus dem verleihen, wirklich, Stimmen aus dem Jen- des Daseins erscheint. Man hat, um diese Auffassung zu begründen, ein ausserordentlich alles dieses Schwindel nur» ? Wie nun die «Bettelstudent» ; « Ich setz' den Fall, dass reichhaltiges Material von Jugendleistungen Londoner Zeitungen melden, will der überzeugte Spiritist Sir Oliver Lodge den doku- der Dichter und Künstler zusammengetragen. Euripides verfasste im Alter von 18 Jahren seine ersten Tragödien, Aristophanes mit 23 Jahren sein erstes Lustspiel. Der Plan zur «Göttlichen Komödie» wurde von dem 20jährigen Dante gefasst, und Petrarca schrieb seine ersten Gedichte gar lSjährig. Mit 20 Jahren meisselte Donatello seinen berühmten «Heiligen Georg», als 21jähriger Michelangelo die Statue der Pietä im Petersdom. Raffael erreichte mit 21 Jahren den ersten Höhepunkt seines Schaffens in dem Bild der Vermählung Maria. Geradezu rätselhaft erscheint die Reife der Kunst Holbeins des Jüngeren in dem Bildnis des Bürgermeisters Meyer und seiner Frau. Ebenso ist Rembrandt schon mit 25 Jahren auf einem Gipfel seiner Darstellungskraft angelangt, während Velasquez als 20jähriger mit Volksstücken Aufsehen erregte. Unter den Dramatikern veröffentlicht der Spanier Lope sein erstes Schauspiel als 13- jähriger, der französische Klassiker Racine als 21jähriger, Shakespeare mit 22 Jahren, Lessing mit 17, und Schillers erste dramatische Entwürfe stammen aus seinem 13. Lebensjahr. Goethe schuf seine dichterischen Erstlinge, als er 14 Jahre alt war, mit 22 Jahren den «Götz», mit 23 den Werther und den Urfaust. Hein'e schrieb mit 22 Jahren seine schönsten Gedichte. Als eine geradezu dämonische Jugendleistung ist der erst aus dem Nachlass veröffentlichte Roman «November» von Flaubert anzusehen, in dem sich schon ,,alle Züge seiner Kunst finden; dabei hat man besonders diesen schwer schaffenden Dichter immer als den typischen Künstler des reifen Alters beurteilt. Noch auffallender sind die Jugendleistungen der grossen Tondichter. Dass Mozart schon als Kind klassische Werke komponierte, ist allbekannt. Bach war mit 18 Jahren Hofmusikus in Weimar, in demselben Alter verfasste Haydn sein erstes Quartett, während Weber mit 14 Jahren die Oper «Das Waldmädchen» komponierte und den Plan zum «Freischütz» bereits in seinem 24. Jahre entwarf. Schubert hat allbekannte Lieder als 18jähriger komponiert. mentarischen Nachweis führen, dass es mit dem Menschen keineswegs aus; und vorbei ist, wenn sein Leichnam in die Erde gebettet oder seine Asche in die Urne bestattet wird. Ee gedenkt, mit sich selbst ein Experiment vorzunehmen, durch das er unwider- Iegüch beweisen will, dass die Toten leben und mit den Menschen im Diesseits zuweilen in Verbindung treten. « Ich werde mich nach meinem Tode melden», teilte er kürzlich in Oxford einigen Freunden mit, « und damit niemand bezweifeln kann, dass ich selbst es bin, werde ich nach meinem Tode den Inhalt einer versiegelten Urkunde erzählen, die ich der English society for psychical research übergeben habe. In diesem Dokument schildere ich eine, vollkommen harmlose Gewohnheit, die mir seit meiner Kindheit eigen ist — eine Gewohnheit, von der niemand etwas; weiss. Wenn also nach meinem Tode eine Geisterstimme den Inhalt dieser Urkunde erzählen wird, so ist, wie ich glaube, dadurch der unwiderlegliche Beweis dafür erbracht, dass es meine Stimme, die Stimme eines Verstorbenen sein wird. Dieser Identitätsnachweis wird hoffentlich dazu beitragen, dem Spiritismus den Charakter einer exakten Wissenschaft zu verleihen. Die Existenz nach dem Tode widerspricht ja in keiner Weise den Naturgesetzen und einer unbefangenen Forschung wird es gewiss gelingen, das Geheimnis eines immateriellen Lebens zu lüften. Mir scheint es am" einleuchtendsten, dass die Toten keineswegs körperlos ihre Existenz fortsetzen, dass aber ihre Körper nicht aus materieller Substanz — volkstüm- Die soziale Entrechtung der Frau, die völlige Unterordnung ihres Willens unter den des Mannes, ja sogar deren Gleichwertung mit einer käuflichen Ware (wie heute noch in China), waren hinlängliche Gründe zum Aufruhr und gaben der Frauenbewegung genügend Nahrung. Heute gibt es in Amerika und Europa eine Menge Frauen, welche die innere Berufung einem äusseren Beruf aufopfern, will sagen, die unbedingte Gebundenheit an Haus, Herd und Kinder in Frage stellen, um ihre Interessen zu wahren. lich gesprochen : aus Fleisch und Blut — bestehen. Wenn ich nur erst einmal den Nachweis erbracht habe, dass ich selbst es bin, eine andere Lebensbetätigung. Aus eben dem geartet, sie besässe eine andere Lebensart, der nach dem Tode Botschaften aus demGrund ist es falsch, wenn man glaubt, die Jenseits sendet, hoffe ich, noch genauere Mitteilungen über die Form meiner Fortexistenz Werte bis jetzt gezeitigt. Die rechtliche Frauenbewegung hätte positive frauliche machen zu können. » Bei der Beliebtheit, deren sich Sir Oliver Lodge erfreut, ist der Wunsch allgemein, dass er zu solchen Botschaften noch lange keine Gelegenheit haben möge, obwohl man gespannt auf seine Schliesslich findet man auch bei den«Stimme aus dem Jenseits'» ist. Wissenschaftlern und Erfindern eine grosse EDEEDQ HDB0E bar, dass die Frau ihre Natur, diese elementar wirkende Kraft, zugunsten des Geistes vernichten kann. Die Frau ist ein unabkömmliches Naturwesen und es ist zunächst gleichgültig, ob sie als das böse oder schicksalsnahe Wesen befehdet, oder als das schwächere, schutzbedürftige Geschlecht verhätschelt wird. Sie ist aber dem staatenbildenden und normenfindenden Träger des geistigen Prinzips entgegengesetzt. Es war ja der grosse Irrtum der Romantik, dass sie das sinnlich-weibliche Element nur als Beruf nahm, dessen die menschliche Gesellschaft im gleichen Mass bedarf, wie sie Schuster, Die Bedeutung der Frauenemanzipation. Seit dem Krieg spielen die Frauen in der Schneider und Köche haben muss. Demzufolge mühte man sich, die Frau ihrer ele- Volkswirtschaft, im Bureau usw. eine bedeutsame Rolle. Ueberall ist die Frau, auf der mentaren Natur zu entheben, sie in geistige ganzen Skala, die von der Arbeitnehmerin bis Sphären zu rücken, und dies alles nur auf zur Unternehmerin führt, zahlreich vertreten. Kosten des sinnlichen Werts. Und wenn man im Zeitalter der Romantik die Männer wechselte, so geschah es aus einer geistigen Theorie heraus. Viele Frauen leisten sich heute sogar den sportlichen Luxus, aus Mode, Neugier, Langeweile zu arbeiten, obschon sie pekuniär sorglos ohne Arbeit leben könnten. Sie probieren einfach ihr Talent aus zum «make monney». So respekteinflössend dieser Arbeitselan ist, so beängstigend ist er für jene Frauen, die, der Not gehorchend, nicht aus Luxustrieb zu einem Gewerbe greifen müssen. Indessen hat die Frauenbewegung unverkennbar einen Höhepunkt erreicht und Kräfte freigelegt, mit denen es den Frauen gelingt, mit den Leistungen der Männer zu wetteifern, ja teils sogar diese durch den ungewöhnlichen Fleiss und die grosse Ausdauer zu überbieten. Trotz allen diesen grossen Erfolgen können wir indessen nicht von einer weiblichen Kultur sprechen. Denn bei allen diesen weiblichen Errungenschaften handelt es sich um männliche Werte: Männer haben die Kunst, Industrie, Wissenschaft und den Handel, den Staat geschaffen. Nicht zufällig setzt man in verschiedenen Sprachen für Mensch und Mann das selbe Wort. Zudem sind wir geneigt, geniale weibliche Leistungen als männliche Qualitäten zu werten. Die Emanzipation der Frau hat im allgemeinen nur Fähigkeiten offenbart, mit denen der Mann sozusagen a priori auch ausgestattet ist; Sinn und Wesen der Frauenbewegung ist aber, Kräfte in 'der Frau zu gestalten, herauszusprengen, die i^rar .weiblich...sj^nd. und. den Männern fehlen. IJnd i unleugbar', "gibt es hundertprozentige weibliche Talente. Nur so können wir von einer weiblichen Kultur reden. Diese Frauenbewegung wäre aber dann völlig anders S BE B TT DE DQ/0S\(DJ Ziele der Frauenbewegung Der Wert der Frauenbewegung. Es gibt eine grosse Anzahl Berufe, die nicht nur 'Fleiss und Objektivität beanspruchen, worin die Männer von vornherein die Führung übernehmen. Viele Berufe wollen ein subjektives Wissen, ein unmittelbares, instinktives Einfühlen, und hier steht die Frau im Vorrang. Die Frau mit ihrer alogischen, intuitiven Lebensschau entwaffnet das in der Kühlkammer der Vernunft erstarrte männliche Gefühl. In diesem Sinn gibt es Frauen als Aerztinnen, die bei weiblichen Patienten oft mehr Erfolg haben als die Aerzte, weil sie sich nicht mit der objektiven, klinischen Untersuchung begnügen, sondern von Mensch zu Mensch einen Wechselstrom wachhalten. Auch deckt sich das weibliche Wesen mit dem Wesen der Schauspielkunst. Nicht etwa deshalb, weil man oft bei den Frauen das Talent der Verstellung und des mimikryhaften Verwandeins bemerkt, sondern weil es kaum eine zweite Kunst gibt, die die seelischen Valeurs in dem Grad im sinnlich bewegten Körpermaterial zum Ausdruck bringt. Die Seele ist bei der Frau dem Körper stärker als beim Mann verhaftet. Wenn es zum Talent des Mannes gehört, einen Konflikt rein im Geiste aus^^tragen, ohne dass der Körper davon benachrichtigt wird, so ist der Körper bei der Frau immer eine Art Seismograph, der auf die seelischen Stimmungen reagiert. Hier liegt dann auch die Ursache der Hysterie, die immer eine körperliche Resonanz seelischer Kräftespiele ist. Körper und Seele bilden beim Mann in einem hohen Grad ein Nebeneinander: die körperliche Liebe, der Pansexualismus des Mannes zu vielen Frauen ist hierin begründet. So ist es auch zu verstehen, dass der Mann in seinen Kräften oft Im Auto durch! die Osischweiz Die Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich In O. R. Wagners CH Touring, Führer für Automobilfahrer, offizielle Ausgabe des T. C. S. DACHSEN am Rheinfall HOTEL BAHNHOF. Parkanlagen. Grosse Safe. Erstklassige Küche und Keller. Ausflugspunkt für Automobilisten. Bes. Ad.Scheibler. 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