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E_1933_Zeitung_Nr.037

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AUTOMOBIL-REVUE

AUTOMOBIL-REVUE 1933 - No 37 Vom Grossen Preis von Monaco. Die beiden Fahrer, welche sich in die Ehrenplätze teilten, in voller Fahrt: links Borzacchini (Alfa" Romeo), welcher mit 3 Std. 29' 49,2" den zweiten Rang belegte, rechts Dreyfus (Bugatti), der mit 3 Std. 30' 10" an dritter Stelle rangierte. Während ein aus 5300 Einzelteilen bestehendes Fordmodell heute in den grossen Werkanlagen von Detroit hergestellt wird, soll Ford beabsichtigen, die Produktion in Zukunft in viele hundert Betriebe aufzuteilen. Unter der Firma National Bank • of Detroit ist mit einem Kapital von 25 Millionen Dollar eine neue Bank gegründet worden. Das Kapital wird zur Hälfte von der Rekonstruktion Finance Corp. in Form der Uebernahme von Vorzugsaktien des neuen Institutes gezeichnet werden, während der andere Teil in Form von Stammaktien von der General Motors übernommen werden wird. Das neue Finanzinstitut wird die liquiden Vermögenswerte der Guardian National Bank und der First National Bank übernehmen und deren Gegenwert den Depositenkunden der beiden geschlossenen Banken in vollem Umfange zur Verfügung stellen. Das fusionierte Institut steht bekanntlich unter dem Einfluss des General Motors Konzerne und der Chrysler Corp. Nach Abgabe der Stammaktien der Nationalbank of Detroit zum Erwerbspreise an das Publikum wird sich die General Motors zurückziehen. Das Schatzamt hat diesen Plan bereits genehmigt. Im Gegensatz zu früheren Gerüchten wird sich Edsel Ford an der Finanzierung der neuen National Bank of Detroit nicht beteiligen, weil sich Henry Ford mit General Motors, Chrysler und andern Kapitalisten über die Transaktion nicht einigen konnte. Wy. Verkehrswirtschaft und internationale Handelskammer. Der Ausschuss für Ueberlandverkehr der internationalen Handelskammer hat Ende März unter dem Vorsitz von E. Agnelli, Turin, dem Präsidenten der Fiat- Werke getagt. Es wurden vorab die hauptsächlichsten Wirkungen des motorisierten Strassenverkehrs auf die Struktur der nationalen und internationalen Wirtschaft erörtert. Ein weiterer Diskussionspunkt betraf die Frage der Selbstkostenberechnung im Motorfahrzeugverkehr, worüber Dr. Scholz, Direktor des Reichsverbandes der deutschen Automobilindustrie referierte. Auf Grund seiner Untersuchungen kam der Ausschuss zur Ueberzeugung, dass die Selbstkostenberechnung keine geeignete Grundlage für die Festsetzung der Motorfahrzeugsteuern bildet Stvassen Das Projekt der 'Autostrasse durch den Bernhardin begegnet bereits gewissen Schwierigkeiten, kaum dass es richtig bekannt geworden ist. Die Gemeinden -der nächstinter-. essierten Talschaften Hinterrhein und Mistix. sollten dem Initiativkomitee einen Kredit als Anteil an die Propagandakosten zusprechen. Im Prinzip begrüssen auch diese Gemeinden eine Autostrasse, doch möchten sie deren Verkehr auf die Personenwagen beschränken und das Lastauto nicht zulassen. Man befürchtet, dass sonst der einheimische Handel und das dortige Transportgewerbe sehr nachteilig durch ausserkantonale und italienische Unternehmen konkurrenziert würde. Der Propagandabeitrag wurde deshalb nur bewilligt unter der Voraussetzung, dass sich das Bernhardin-Strassenkomitee auf" den Bau einer Strasse für den Personenverkehr beschränke. Es scheint das Schicksal aller grosszügigen schweizerischen Strassenprojekte zu sein, dass sie an kleinlichen und lokalen Interessenvertretungen scheitern sollen oder doch deren Verwirklichung auf diese Weise ungebührlich verzögert wird. Die Misoxer und Hinterrheintaler streiten sich allerdings hier um des Kaisers Bart, denn wenn auch das Bernhardinprojekt die grösste Beachtung verdient, so wird es doch bis zu seiner Verwirklichung noch gute Weile haben. Die Hauptsache wäre wohl, dass die Strasse überhaupt einmal gebaut wird. Bis dahin werden sich dann die Auffassungen über deren Zweckbestimmung vielleicht wieder erheblich geändert haben. ß Eine neue Alpenstrasse — die Prageist rasse — für 850,000 Fr. Das Projekt für eine von Stalden-Muotathal (Schwyz) nach Richisau (Glarus) führende Strasse liegt nunmehr ausgearbetet vor. Projektverfas.ser ist Herr Ing. K. Zündt in Schwyz. Die Strasse Ist durchgehend' auf eine Breite von 3 m 60 projektiert und reichlich, d.h. mit durchschnittlich ca. 6—8 Ausrweich- . stellen pro km versehen. Die Steigungsverhältnisse sind auf der ganzen Strecke normal gehalten. Die stärkern Steigungen liegen auf der Muotathalerseite. Sie überschreiten hier auf kurze Längen 10 %. Ca. 2 km hinter Stalden-Muotathal wird auf eine kurze Strecke eine Maximalsteigung von 16,5 % erreicht. Das Trace führt in den höhern Regionen sonnseits, so dass nicht daran zu zweifeln ist, dass die Strasse jeweils im friU hen Frühling geöffnet werden könnte. Di ganze Anlage ist derart projektiert, dass sie jederzeit bzw. sukzessive zur « grossen Pragelstrasse» ausgebaut werden könnte. Die totale Länge beträgt 14 km 290. Hievon entfallen 5,7 km auf den Ausbau des bereits bestehenden Stalden-Bergensträsschens, in einem Kostemvoranschlage von 245,000 Fr. Die Neuanlage der Strecke Bergen-Pragelpasshöhe (3 km 461) ist mit 200,000 Fr., diejenige von Pragelpasshöhe bis Schwellaul (2 km 5. Grand Prix von Monaco GAfTI in Rekordzeit 1OO Runden = 318 km Qualität siegt! Tausend Meilen Brescia Spider Sport, Serien- Wagen v Erster in der Klasse der Gebrauchswagen Stunden - Mittel km 86 720 1. A. VARZI auf BUGATTI in 3:27'49,4 Stundenmittel 91.801 km (REKORD) 3. DREYFUS auf BUGATTI in 3:30'10 90% der Bugatti-Produktion sind Tourenwagen, deren überlegene Konstruktion auf den jahrelangen ' Erfahrungen unzähliger Rennsiege beruht Vorführung und Probefahrten durch A.B.C. GARAGE A.-G. ZÜRICH, Mühlebach/Holbeinstr. Tel. 44.650 I LUZERN, Neustadtstr. 3, Telephon 23.941 BASEL. Oetlingerstrasse 47, Telephon 20.220 ST. GALLEN, Oberer Graben 22, Tel. 68.70 Vertreter: LA CHAUX-DE-FONDS, Maurice Guyot, AUto- I Aigle (Vaud), Franz Lanz, Route d'Ollon, Telephon 76 mobiles, Telephon 23.188 I QENF, dean Sechaud, ruedu Grand Bureau, Tel. 44.890 Paris-Nizza ERSTER in der allgemeinen Klassifizierung ERSTER inderGeschwindigkeits-Prüfung ERSTER in der Brerris- Prülung ERSTER in der Besch'euniouni$ Prü ung seiner Kategorie.

N» 37 - 1933 AUTOMOBIL-REVUE 644) mit 242,000 Fr., und jene von SchweHaui nach Richisau (2 km 485) mit 163,000 Fr. veranschlagt. Die so projektierte Pragelfctrasse würde demnach total 850.000 Fr. Kosten. Mit dieser Summe könnte nicht nur dem Automobiltourismus eine neue herrliche Alpenwelt erschlossen werden, sondern es würde damit auch der Landesverteidigung in nicht zu unterschätzender Weise gedient. Trotzdem man glauben möchte, diese Summe von 850,000 Fr. sei bei allseits gutem Willen aufbringbar, scheint nun aber doch die Ausführung des Projektes an der Finanzierung zu scheitern. Im Kanton Schwyz sind die öffentlichen Körperschaften heule finanziell! derart schlecht gestellt, dass es erklärlich ist, wenn sie an die Erstellung der Prageistrasse keine grösseren Zuwendungen machen wollen und können, um so mehr als ihnen nachher noch der Unterhalt des grössten Teils der Sfrasse auferlegt ist. Infolgedessen hängt die Erstellung dieser Strasse einzig und allein vom Mass der Mithilfe des Bundes ab. Diese Mithilfe müsste u. E. in einer Subventionierung der Erstellungskosten in Höhe von mindestens 80 % bestehen, wobei wir daran denken, dass neben einer die interkantonalen Verhältnisse der Strasse und die Entvölkerung der Alpentäler berücksichtigenden Subvention auch eine Unterstützung für Notstandsarbeit und Sine Vergütung aus dem Benzinzollanteil fliessen könnte. Die Automobilisten und deren Verbände, Wie auch weiteste Kreise des Verkehrs und des Volkes, haben ein eminentes Interesse daran, dass neue Alpenstrassen gebaut und somit auch das vorliegende Projekt verwirklicht werde. Sie sind der Oberallmeindverwaltung Schwyz zu Dank verpflichtet, dass sie etwas zur Ausführung vorlegt, das sich innert den Grenzen des Leistungsfähigen und Möglichen bewegt und können nur hoffen, dass mit eindringilichen Vorstellungen bei den Bundesbehörden das erreicht werde, was zur Ausführung des Projektes nötig ist. T)