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E_1933_Zeitung_Nr.099

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10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE 1933 - N°99 Abfüllkessel für das Kühlwasser, der mit seinen wärmeisolierend gebauten Wänden das Kühlwasser über Nacht warm hält. Am Morgen wird das warme Wasser in den Kühler zurückgeschüttet, was zugleich den Motor erwärmt. Pumpenflügel beim nächsten Andrehen des Motors abgerissen wird. Frostschutzmittel in der Form von Zusätzen zum Kühlwasser müssen mehreren Anforderungen genügen. So sollen sie den Gefrierpunkt des Wassers möglichst herabsetzen, dabei aber eine möglichst hohe eigene Verdampfungstemperatur aufweisen. Sie dürfen die mit ihnen in Berührung kommenden Baustoffe, vor allem die dünnen Blechlamellen des Kühlers, nicht angreifen, sollen mit dem Wasser in jedem Verhältnis mischbar sein, auch bei niedrigen Temperaturen dünnflüssig bleiben, sich nicht zersetzen, nicht zuviel kosten. Verlangt wird von ihnen ferner gute Wärmeleitfähigkeit und Unschädlichkeit der sich eventuell bildenden Dämpfe. Von den zahlreichen in der Technik sonst angewandten Gefrierschutzmitteln kommen deshalb für den Automobilbetrieb schliesslich nur noch wenige in Frage. Vor dem Experimentieren mit eigenen Rezepten ist abzuraten. Wer aus irgendeinem Grunde nicht eines der handelsmässigen fertigen Präparate verwenden kann, halte sich in erster Linie an die harmlosen Alkohol-Wasser- und Glyzerin-Wasser-Mischungen. Die Wirkutig der verschiedenen Mischungen geht aus der nebenstehenden Tabelle hervor. Den Glyzerin- Wasser-Mischungen ist dabei der Vorzug zu geben, da sie sich während des'Betriebesso- Eusagen nicht verändern. Der im Wasser laufgelöste Alkohol dagegen verdunstet bei Temperaturen von noch nicht einmal 80° Celsius, so das man nie weiss, wieviel davon sich noch im Kühlwässer befindet und wie frostsicher deshalb das Gemisch noch ist. Das angewandte Glyzerin muss chemisch rein sein, wenn es das Kühlsystem nicht korrodieren soll. Hingegen besteht keine Notwendigkeit, das teure lOOprozentige Glyzerin anzuschaffen, es genügen auch 85prozentige Darstellungsarten. Wasser 9O°/o 8O%> 7O»/o 60°/» 5O°/o 4O'/o Zusatz 10%> 2O°/o 30% 4O°/o 50°/o 60% Methyl-Alkoh. —5° —12° —19° —29° —40° —55° Aethyl-Alkohol —3° —7° —12° —19° —28° —39° Isapropyl-Alk. —3° —8° —14° —22° —30° —42° Glyzerin —2° —6° —11° —17° —24° Im Frühling können Gemische mit Glyzerin oder anderen Gefrierschutzstoffen, die einen hohen Siedepunkt aufweisen, abgelassen und nach Filtrierung für die Verwendung im nächsten Winter zurückgestellt werden. Die gleichmässige Temperaturhöhe des Kühlwassers während der Fahrt kann unabhängig von den Temperaturschwankungen am genauesten dadurch gesichert werden, dass ein selbsttätiger Wärmeregler in das Kühlwasserumlaufsystem eingebaut wird. Dieser Regler schliesst den Wasserdurchfluss am Kühler solange ab, bis er eine gewisse Temperatur erreicht. Bei anderen Systemen bewirkt der meist als Thermostat bezeichnete Regler eine entsprechende Einstellung von Kühlerjalousien. Sowohl Thermostate zur automatischen Steuerung von Kühlerjalousien, wie auch Thermostate zur Beeinflussung des Wasserlaufes können bei den meisten Wagen nachträglich noch eingebaut werden und sind im Handel in den verschiedensten Ausführungen erhältlich. Da die Betriebswirtschaftlichkeit stark davon abhängt, dass der Motor mit seiner normalen Temperatur von 70 bis 85 Grad arbeitet, kann die Anwendung von Kontrollthertnometern in der Form der bekannten Kühlerthermometer oder von Bordinstrumenten nur empfohlen werden. Unbedingt ratsam ist jedenfalls die Anwendung eines Kühlwasser-Thermometers immer dann, wenn die Regelung der Kühlwassertemperatur von Hand vorgenommen werden muss, sei es durch Verstellen der Jalousien oder mehr oder weniger starkes Abdecken des Kühlers. Bei nicht automatischer Temperaturregelung stellt das Thermometer die einzige Möglichkeit dar, um gefahrlos bis an die bestmögliche Betriebstemperatur heranzugehen. Damit der Motor sich auch bei längerem Stillstand des Wagens nicht zu rasch ab? kühlt, ist neben allen andern Massnahmen auch die Anwendung von Kühlermuffen zu empfehlen. Jalousien allein dichten gegen Wärmeverlust nicht genügend ab. Um den Austritt der Wärme an den seitlichen Ventilationsschlitzen der Motorhaube zu verhindern, werden diese Schlitze am besten für den ganzen Winterbetrieb mit Karton oder dergl. verschlossen, es sei denn, dass der Kühler • muff auch die Motorhaube bedeckt. Schliesslich kommt als Mittel zur Verminderung einer übermässigen Wärmeabfuhr während der Fahrt noch die Ausserbetriebsetzung des Ventilators in Betracht. Im übrigen sei jedoch ganz speziell auf die Notwendigkeit der Verwendung von Frostschutzmitteln und Kühlermuffen bei Motoren mit thermostatisch geregeltem Kühlwasserumlauf hingewiesen. Ohne die eine Schnitt durch einen katalytischen Heizofen. A = Asbestteppich, D = Docht, E = Einfüllöffnung für Leichtbenzin, S = W = Watte. isomm Sieb, oder die andere dieser Vorsichtsmassnahmen liegt hier die Gefahr des Einfrierens des Kühlers sehr nahe, da ja eine Strömung durch den Kühler erst dann zustandekommt, wenn der Motor eine bestimmte Temperatur erreicht hat. Frieren der Kühler oder der Motor trotz aller Vorsicht einmal ein, so nehme man sich, um weitere Schäden zu vermeiden, möglichst viel Zeit. Die eingefrorenen Teile müssen möglichst gleichmässig mit heissem Wasser übergössen oder mit in heissem Wasser getränkten Lappen belegt werden, während von Zeit zu Zeit das Tauwasser am Motor oder Kühler abzulassen und durch Einfüllen von heissem Wasser zu ersetzen ist. Um den Anlasser und damit die Batterie zu schonen sollte vermieden werden, dass sich der Motor auch nach mehrtätigem Stillstehen allzusehr abkühlt; Will oder kann man dazu nicht die ganze Garage beheizen, so besteht immer noch die Möglichkeit der .Anwendung von zahlreichen im Handel befindlichen Lokal wirkenden Heizkörpern, wie z. B. den katalytisch arbeitenden Benzin- Ein Thermostat, der die Kühlerjalousie öffnet und schliesst. ölen zum Unterstellen unter die Motorhaube, elektrischen Widerstandsöfen usw., wie sie auch in unseren Abbildungen in mehreren Ausführungen dargestellt sind. Weiter wird die Inbetriebsetzung stark erleichtert, indem man den kalten Motor mit heissem Wasser auffüllt. Das Anlassen des Motors stellt für manchen Automobilisten im Winter ein Kapitel von grösster Tragweite dar; es sei hier deshalb besonders behandelt. Von ausschlaggebender Bedeutung für das Verhalten des Motors bei der Inbetriebsetzung im Winter ist das Verständnis, das der Fahrer den Vorgängen entgegenbringt. Jeder Motor will verstanden sein. Schematisches Vorgehen, das bei dem einen Motor vielleicht zum Ziele führt, kann bei einem ganz gleichen zweiten Motor absolut versagen. Anderseits wird meist auch der widerspenstigste Motor sofort willig, wenn ihn ein Kenner in Behandlung nimmt. Damit ein Motor anlaufen kann, ist erforderlich, dass erstens ein Luft-Brennstoffgemisch von zündfähiger Zusammensetzung fn Gleichrichter bestbewährtes Schweizerfabrikat zum Laden von Auto-Batterien mit höchstem Wirkungsgrad fabrizieren zu den vorteilhaftesten Preisen Ferrier, Güdel & Co., Luzern A B T E I L U N G G L E I C H R I C H T E R B A U r: A ««4ki: •— Ä för die Einwohner schneereicher! vorrv schaffen Schneepflug-Raupentraktoren (System Peter) genügender Menge in die Zylinder gelangt, und dass zweitens die Intensität der Zündung ausreicht. Alles andere ergibt sich von selbst. Die winterliche Kälte erschwert die Erfüllung dieser Bedingungen auf mancherlei Art: Sie verdickt das Oel, hemmt die Beweglichkeit der Kolben und der Wellen und erschwert damit dem Anlasser das Durchdrehen des Motors. Die Leistungsfähigkeit des Anlassers ist gleichzeitig ohnehin schon da- Wechselstrom- Sie haben sieh bei Stressen- Schneeräumungs- „,.,;• ' • , , • ••£• m\ Arbeiten in Stadt, Jiä- Land und Gebirge • ffl bestens bewahrt, sind / IWSwL billig im Betrieb, . "**,*'; leicht wendig und * .,», bedienbar. Verkehr ganz abgeschlossener Ortschaften Sie lassen «ich leicht In Strassentraktoren umändern. Ihre Verwendungsmöglichkeit Ist also vielseitig. Verlangen Sie Prospekte und Preise auch über Schneepflüge für Motorlastwagen von Konrad Peter & Co.. 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N°99 - 1933 AUTOMOBIL-REVUE II Um den Anlasser vom Ladezustand der Batterie unabhängig zu machen, kann man ihn ia der Garage mit Strom aus dem Lichtnetz betreiben, vorausgesetzt, dass ein geeigneter Transformator (A) zwischengeschaltet wird. durch beeinträchtigt, dass die kalte Batterie weniger Strom abgibt. Ist die Anlasstourenzahl des Motors gering, so ist auch die Gemischbildung erschwert. Der Brennstoff wird weniger gut zerstäubt und schlägt sich zum Teil wieder als Flüssigkeit an den Wänden des Saugrohrs nieder. Die Zylinder erhalten verhältnismässig kleinere und schlechtere Gasladungen. Die kalten Zündkerzen erschweren der Zündspannung den Uebergang in Funkenform. Feuchtigkeitsniederschläge am Zündkerzenisolator können die Funkenbildung gänzlich verhindern. Hinzukommen können unter Umständen noch zahlreiche andere hemmende Einflüsse der Kälte, auf die jedoch hier nicht weiter eingegangen sei. Wie kann man eine genügend hohe Anlasstourenzahl sicherstellen ? Einmal dadurch, dass man durch Anwendung der richtigen Oelsorte die inneren Widerstände des Motors möglichst herabsetzt; dann indem man dafür sorgt, dass sich die Batterie immer im bestmöglichen Ladezustand befindet, wozu ein zeitweises Aufladenlassen der Batterie in manchen Fällen nicht zu umgehen ist. Weiter, indem man den Motor vor der Betätigung des Anlassers einige Male von Hand durchdreht und schliesslich, indem man gleichzeitig mit der Benützung des Anlassers die Handandrehkurbel betätigt. Untef Umständen besteht noch die weitere Möglichkeit, den Motor durch Anschleppen des Wagens oder durch Befahren eines Gefälles- mit eingerücktem zweiten Gang auf genügend hohe Tön* renzahl zu bringen. Aber selbst bei genügender Andrehtourenzahl besteht noch keine sichere Gewähr für das erkennen, wie weit mit der Gemischanreicherung gegangen werden darf. Als allgemeine Regel nehme man sich jedoch vor. möglichst mit einem Minimum an Gemischanreicherung auszukommen. Tut man des Guten zu viel, so lässt sich der Motor oft nur nach langem Durchdrehen bei ganz geöffneter Luft- und Gasdrossel wieder zur Vernunft bringen, wenn nicht sogar die Kerzen herausgeschraubt und getrocknet werden müssen. Bedeutend verhängnisvoller ist jedoch noch, dass bei zu starker Gemischanreicherung das an den Zylinderwänden sich niederschlagende Benzin die Kolbenschmierung vereitelt und dadurch Anlass zu rascher Kolben- und Zylinderabnützung gibt. Das aus dem übermässig angereicherten Gemisch ausfallende Benzin tritt ausserdem bis ins Kurbelgehäuse hinunter, verdünnt und verschlechtert dort das Oel und schädigt damit nochmals die Motorschmierung. Leichter ist die Diagnose auf ein zu 1 brennstoffreiches oder zu brennstoffarmes Gemisch zu stellen, wenn der Motor auch nur einige Takte lang läuft. Das zu brennstoff- Ein elektrischer Heizkörper, der, auf einem Verbindungsrohr des Zylinderblockes und des Kühlers aufgeschraubt, das Kühlwasser beständig schwach erwärmt und im Umlauf erhält. reiche Gemisch manifestiert sich dann durch einen russigen, stechend riechenden, schwarzrauchenden Auspuff, während bei zu brennstoffarmem Gemisch Verpuffungen und Rückschläge in den Saugleitungen auftreten. Die primitive Art der Beeinflussung der Gemischzusammensetzung mittels einer von Hand einstellbaren Luftklappe ist bei fast allen modernen Vergasern vermieden und durch Besseres ersetzt. So wird beispielsweise--zum Anlassen des ganz kalten Motors 4jei-gewissen VergaserärterF nicht mehr