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E_1934_Zeitung_Nr.052

E_1934_Zeitung_Nr.052

mein könnten. Und schon

mein könnten. Und schon gibt es serienmässige Totirenfahrzeuge mit einem stromlinienförmigen Limousinenaufbau, die Geschwindigkeiten von 160—180 km/St, ohne Schwierigkeit erreichen lassen. In Zukunft wird also zwischen Gebrauchswagen und Rennwagen nicht mehr jener grosse Geschwindigkeitsabstand bestehen wie in früheren Zeiten. Der Gebrauchswagen wird daher mehr denn je auf die im Rennwagenbau gesammelten Erfahrungen angewiesen sein. Sehr wahrscheinlich ist es übrigens, dass sich im Zusammenhang mit den neuen Autobahnen auch ein ganz besonderer Fahrzeug- Typ entwickelt, da ja die Anlage der Autobahnen bewusst auf die Zulassung allergrößter Geschwindigkeiten eingestellt ist. Vielleicht wird sich daneben für den normalen Strassenverkehr das Motorfahrzeug ungefähr in der jetzigen Art erhalten. Trotzdem werden diese beiden Fahrzeugarten wechselseitig benützt werden können, also das Normalfahrzeug auch auf der Autobahn und der Autobahnwagen auch auf Normalstrassen, denn sonst wäre ein Haus-Haus-Verkehr ebensowenig möglich wie bei der Eisenbahn. Je nachdem, ob das Zukunftsfahrzeug hauptsächlich auf den Autobahnen oder hauptsächlich auf Normalstrassen benützt werden soll, wird es konstruktive Unterschiede aufweisen, die für die hauptsächliche Benützungsart die grösstmögliche Wirtschaftlichkeit gewährleisten. Fortsetzung folgt. Unser Motorfahrzeug-Aussentiandel im April 1934 Kleiner wertmässiger Importrückgang. Unbedeutende Exportzunahme. Im Monat April 1934 stellen sich unsere Autoimporte auf total 1385 gegenüber 1098 Einheiten in der vorjährigen Parallelperiode. Zusammen mit den Zubehör- und Ersatzteilen stellt sich das Einfuhrgewicht auf 1,64 (1,28) Millionen kg im Werte von 4,62 (4,82) Mill. Fr. Im Verhältnis der diesjährigen gegenüber der letztjährigen April - Einfuhr ergibt sich somit ein Mehr von 287 Wagen und 365,501 kg, denen jedoch ein Minderwert von 200,257 Fr. gegenübersteht. Untersucht man die Einfuhrbewegungen der einzelnen Zollkategorien *, so ist sie als interessante Entwicklung festzustellen, dass einzig Motorräder ohne Lederüberzug, Automobile und Chassis im Stückgewicht zwischen 800 und 1200 kg und Elektrokarren nicht nur mengen-, sondern auch wertmässig eine un^ unterbrochene Steigerung zu verzeichnen haben, während Automobile und 'Chassis im Stückgewicht von über 1600 kg gewichtsund zahlenmässig, Automobile und Chassis im Stückgewicht zwischen 1200 und 1600 kg zahlenmässig, Motorräder mit Lederüberzug * Liste der Zollkategorien: a) Motor-Zwei- und Dreiräder, ohne Lederüber* zag (Position 918 a); b) Motor-Zwei- und Dreiräder, mit Lederüberzug (Poa. 913 b); c) Automobile und Chassis im Stückgewicbt US' ter 800 kg (Poa. 914 a); d) Automobile und Chassis im Stückgewicht zwischen 800 und 1200 kg (Pos. 914 b) : e) Automobile und Chassis im Stiickjewicht zwischen 1200 und 1600 kg (Pos. 914 c); f) Automobile und Chassis im Stückgewicht über 1600 kg (Pos. 914 d); t) Karosserien aller Art für Automobile (Position 914 e); h) Elektrokarren (Pos. B14f); i) Traktoren ohne Karosserie (Pos. 914 g)j k) Elektrische Apparate zum Anlassen, zur Zündung, mir Beleuchtung und Fahrsicherung für Motorfahrzeuge und Fahrräder; Scheibenwischer und andere Apparate, sowie Teile von solchen (Pos. 924 c); 1) Kilometerzähler für Motorfahrzeuge (Position 924 d). neswegs, — eher das Gegenteil, denn die schmalen Lippen trugen einen harten Ausdruck und die weit vorspringende Nase war viel zu gross. Was Fee von Prastelny ari diesem Gesicht am meisten angezogen, waren die grossen grauen Augen, obwohl diese nur eine Sekunde lang, während des stummen Grusses, durch die Gläser der Brille auf sie geblickt hatten. Das junge Mädchen nahm eine Schweizer Zeitung vor, lugte aber immer wieder über den Rand des Blattes nach dem Fremden und stellte Vermutungen über seine Person an: Nationalität? Nach der Beherrschung der Landessprache zu urteilen, zweifellos Italiener! Beruf? Gelehrter oder Bankmensch! Woher des Weges? Mit einem Dampfer der Compania Transatlantica aus Habana angekommen! Das verriet der Schiffskabinenzettel auf dem grossen Handkoffer; und dieser Umstand machte den Reisenden für Fee noch interessanter. Endlich legte der Fremde das Buch beiseite. Nun musste sich Gelegenheit zu einem Gespräch ergeben. Doch zu Fees Enttäuschung nahm er sogleich einen anderen dickleibigen Band zur Hand. Eine Stunde lang hob er keinen Blick von dieser Lektüre. Und *ils er schliesslich auch dieses „Buch . wee- Errichtung der ersten Automobilfabrik in Australien. Um Australien von der ausländischen Automobileinfuhr unabhängig zu machen, ist jetzt mit dem Bau der ersten Automobilfabrik begonnen worden. Es soll zunächst ein rahmenloses Fahrzeug serienweise gebaut werden. Man rechnet mit einer Jahreserzeugung von 2500 Wagen. Das schwedische Strassennetz. Nach jüngsten Meldungen gehören 15,000 Kilometer oder 18,2% des gesamten schwedischen Strassennetzes zur Kategorie der staubfreien Landstrassen.Während 1929 kaum 1% aller Strossen des Landes als staubfrei betrachtet werden konnten, so darf der Fortschritt während der letzten fünf Jahre auf dem Gebiete des schwedischen Strassenbaus als sehr bemerkenswert bezeichnet werden. Ende 1933 stellte sich die Gesamtlänge der Automobilstrassen in Schweden auf 80,258 Kilometer. Geschäftsabschhiss der Autostrada Torino- Milano S.A. Diese oberitalienische AutostrasSengesettschaft (AK. 30 Mill. L), die Bau- und Betriebsgesellschaft der Turin mit Mailand verbindenden grossen Autostrasse, legt für das abgelaufene Geschäftsjahr wie im Vorjahr eine ausgeglichene Bilanz vor, nachdem 1,1 MM. L. zu Abschreibungen verwendet worden sind. Der Rohgewinn betrug 2,8 MM. L. In der Bilanz wird die Autostrasse mit 107,3 L. bewertet. Unter den Passiven erscheinen die Regierungssubvention mit 28,9 Mill. L., Banken mit 10,6 Mill. L., Korrespondenten mit 13,2 Mill. L., Annuitäten öffentlicher Verbände mit 18,7 Mill. L. Die nördlichste Autostrasse der Welt. Zu dieser kürzlich erschienenen Notiz wird bekannt, dass es noch eine nördlichere Strasse von Bussesund (auf dem Festlande dicht bei der norwegischen Stadt Vardö) nach Vadsö und weiter nach Tana gibt, die auch einen planmässigen Winterautobusverkehr besitzt. Die allernördlichste Autostrasse führt von Hammerfest nach Karosjok, ist aber im Winter während einigen Monaten unpassierbar. Mai- und Juniproduktion in Amerika. Die Produktionsziffer derjenigen Firmen, die der Nationalen Automobilkammer angeschlossen sind, stellte sich im Monat Mai auf 229,015 Personen- und Lastwagen, was gegenüber dem Vormonat einer Abnahme um 15%, gegenüber Mai 1933 hingegen einer Zunahme um 33% entspricht. Die Produktion der Ford-Werke wird für den Monat Mai auf 107,650 Einheiten geschätzt, so dass die ame- und Elektrokarren, sowie Zubehörapparate nur gewichtsmässig sich in aufsteigender Linie entwickelt haben. Was die Herkunftsländer der 1301 eingeführten Automobile und Chassis anbetrifft, so stammen 619 (460) Einheiten aus den Vereinigten Staaten von Amerika, 261 (261) aus Deutschland, 149 (169) aus Frankreich, 131 (82) aus Italien, 115 (52) aus Grossbritannien, 14 (2) aus Belgien und 12 (8) aus Oesterreich. Mit Ausnahme von Frankreich verzeichnen alle Lieferstaaten erhöhte schweizerische Exportkontigente. Eine Ausnahme macht Deutschland, das mit gleichbleibenden Iegte, verliess er das Abteil, um erst nach geraumer Zeit aus dem Speisewagen auf seinen Platz zurückzukehren. Während seiner Abwesenheit hatte Fee vergeblich versucht, ihren Vater für ihre Vermutungen über den Mitreisenden zu interessieren. Seine Nationalität schien ihr jetzt wieder zweifelhaft. Nun aber, da der Herr von neuem Miene machte, nach seinem Buch zu greifen, riss Fee die Geduld: Während sie ihrem Schildpatt-Etui eine Zigarette entnahm, fragte sie ihn in barbarischem Italienisch, ob es ihn störe, wenn sie in diesem Nichtraucherabteil rauche. «Mich stört es durchaus nicht,» gab der Herr auf Deutsch zurück. «Aber die italienische Eisenbahnordnung ist sehr streng. Sie werden eine Geldstrafe zu riskieren haben.» «Oh, vielen Dank für die Warnung!» Fee legte die Zigarette ins Etui zurück. Zugleich empfand sie es als ärgerlich, sofort nach ihrer Muttersprache erkannt zu sein. Viel lieber wäre es ihr gewesen, wenn man sich auch über ihre Nationalität den Kopf hätte zerbrechen müssen. Dann aber fiel ihr die Zeitung ein: «Ach so, Sie haben gesehen, dass ich die «Neue Zürcher Zeitung» las?». AUTOMOBIL-REVUE 1934 - N» 52 eher rikanische Gesamterzeugung rund 336,650 Wagen erreicht haben dürfte. Im April dieses Jahres stellte sich die Produktion auf 378J83 Einheiten und auf 227,699 Wagen im Mai des Vorjahres. Für den Monat Juni densee-Schwarzwaldpost» Lindau-Freiburg i. Br. ihre Fortsetzung findet. Der « Alpenwanderer», der mit einer Streckenlänge von 507 km die längste deutsche Autopostlinie darstellt, fährt täglich. Sie dürfen ihr Auto nicht mehr waschen. Eine amtliche Mitteilung hat mit Beginn letzter Woche die Bewohner von London davon in Kenntnis gesetzt, dass es mit Rücksicht auf den katastrophalen Wassermangel bei hoher Geldstrafe verboten ist, die Autos mittels Leitungswasser zu reinigen. Da im Bereich der Stadt andere Möglichkeiten, sich Wasser zu beschaffen, praktisch nicht existieren, bedeutet dies ein effektives Verbot des Autowaschens. Bambuskarosserlen. ' '"'"'"'"' Eine englische Automobilfabrik, dje 'eine Zweigniederlassung in Bombay besitzt, hat seit einigen Monaten systematische Versuche unternommen, das übliche Karosseriematerial durch Bambus zu ersetzen. Diese Versuche sind so befriedigend ausgefallen, dass schon in nächster Zeit mit der serienmässigen Herstellung von Karosserien begonnen werden soll, die zum grössten Teil aus Bambus bestehen. Dieses Material bietet in den Tropen nicht nur infolge seiner Billigkeit sondern auch wegen seiner Luftdurchlässigkeit besondere Vorteile. Ziffern an unserem Import beteiligt ist. Im weitern ist noch auf den Wiederimport von Wagen hinzuweisen, die im Berichtsmonat nach fertiggestellter Reparatur in ausländischen Fabriken wieder in unser Land eingeführt wurden, und zwar betrifft dies 12 deutsche Marken und 2 französische. Den vermehrten stückmässigen' Importen steht ebenfalls eine Zunahme der Exporte von 10 auf 20 Stück gegenüber im Gewichte von 266,909 (181,847) kg und- im Werte von 1,196,725 (1,119,411) Fr. Es ergibt sich somit eine Zunahme um 10 Einheiten im Werte von 77,314 Fr. (Fortsetzung Seite 7.) «So, — die «Neue Zürcher Zeitung?» Nein, das war mir entgangen.» «Aber wie konnten Sie denn wissen, dass ich Deutsche bin? Ich habe doch kein Wort Deutsch gesprochen.» «Nein, — aber Italienisch,» sagte der Fremde. Dann lächelte er liebenswürdig, wohl um die kleine Bosheit, die ihm unwillkürlich herausgefahren, wieder gutzumachen. «Ja, ich kann freilich nicht so fliessend Italienisch sprechen wie Sie Deutsch.» «Deutsch ist auch meine Muttersprache.» «Nun, dann muss ich Ihr fabelhaftes Italienisch bewundern. Und Englisch und Spanisch beherrschen Sie auch? — Ja, ich gestehe offen, ich war indiskret. Ich habe — von meinem Platz aus natürlich — die Titel der beiden Bücher gesehen, die Sie lasen.» «O bitte, gedruckte Bücher sind doch keine Geheimnisse.» Die Unterhaltung geriet in Gefahr, ein Ende zu nehmen. Doch Fee wollte sie um jeden Preis weiterführen: «Gott, muss das himmlisch sein, alle diese Sprachen zu beherrschen! Sie sind sicher viel in der Welt umhergekommen? Der Kabinenzettel aus Habana .. • Sie sehen, ich bin doch indiskret! Sie kommen geradewegs aus Kuba?» .«Nein, jetzt geradewegs,,aus...Nördlingen- s*> «h« Vor dem Grossen Preis von Frankreich. Die Fahrer. Der Grosse Preis von Frankreich, das überragende rennsportliche Ereignis dieses Jahres, steht bereits unmittelbar bevor. Das Rennen wird bekanntlich am 1. Juli auf der 12,5 km langen Strassenrundstrecke der Monthleryibahn über 500 km ausgefahren. Wie man weiss, ist dieser Anlass nur für Konstrukteure reserviert, die bloss mit einer Ausnahme mit je drei Maschinen anwesend wird die Produktion auf 280,000 bis 300,000sind. Vor wenigen Tagen ist die Startreihenfolge bekannt geworden, und nun ist man Wagen, gegenüber 260,000 Einheiten im Vorjahre geschätzt. auch über die Fahrer-Zusammensetzung Autobetrieb mit Azetylen. orientiert. Die Auto-Union tritt mit Hans An einem Kongress von 'Azetylen-Fach' Stuck, A. Momberger und einem dritten, männern in Rom sprach kürzlich ein Dr. Aurelio Possenti über neue Versuche mit Aze- noch nicht genannten Piloten zum Starte an. Mercedes-Benz anvertraut seine Maschinen tylengas zum Automobilbetrieb. Auf einer Rudolf Caracciola, Manfred v. Brauchitsch Versuchsfahrt von Rom nach Pesaro und zurück soll der Azetylenbetrieb bei einem alten und Luigi Fagioli. Für Bugatti starten Tazio Nuvolari, Robert Benoist und Rene Dreyfus. Auf Alfa Romeo sind Louis Chiron, Achille Wagen eine Ersparnis von 48% ergeben haben, ohne dass die Leistung des Motors gerati wird,von Zehender geführt, ein weiterer Varzi und Graf Trossi zu sehen. Ein Maseringer war. Man darf dabei, jedoch nicht von dem vorläufig noch unbekannten Goffredi, und der dritte Wagen von Etancelin. übersehen, dass das Benzin in Italien bedeutend teurer ist als bei uns. Die ersten Trainingsfahrten. Die längste deutsche Postautoverbindung. Die überragende Bedeutung des Grossen Vom Königssee, im äussersten Ostwinkel Preises von Frankreich 1934 geht schon aus Bayerns, bis zum Fuss des Feldbergs im der Tatsache hervor, dass die Firmen lange Schwarzwald, wird man in diesem Sommer Zeit vor dem Rennen in Montlhery ihre ersten Versuchsfahrten unternahmen. Weitaus mit dem Postauto fahren können. Vom 16. Juni bis zum 16. September wird wieder der das grösste Interesse an der Veranstaltung «Alpenwanderer», die Postautölinie Berchtesgaden-GarmischlPartenkirchen-Lindaa (Bo- Hoffnungen auf diesen einzigen Vertre- hat Bugatti. Ganz Frankreich setzt alle seine densee) betrieben, die ab 1. Juli in der «Boter der nationalen Farben. Ein Sieg von Bugatti bei dem grössten Rennen Frankreichs würde die Verwirklichung eines langgehegten schönen Wunschtraumes bedeuten. Bugatti hat im Hinblick auf Montlhery schon vor vielen Wochen alle seine Maschinen aus den Rennen zurückgezogen und einer sorgfältigen Ueiberholung unterworfen. Wie man erfährt, ist der Zylinderinhalt der Wagen der Molsheimer Firma von 2800 auf 3300 ccm erhöht worden. Nähere Angaben über die technischen Details der Modifikationen sind noch nicht bekannt geworden» Bugatti ist heute die grossen Unbekannte in diesem gegenseitigen Messen der Kräfte. Man möchte es, offen gestanden, dem Molsheimer Konstrukteur von Herzen gönnen, seine gewaltigen Anstrengungen, die ihn vor allem auch finanziell immer stark belasten« wieder einmal mit einem Sieg belohnt zu sehen. Bugatti unternahm mit seinen Wagen auf der Montlherybahn seit längerer Zeit täglichen Versuchsfahrten; Rene Dreyfus und Brivio, zwei der offiziellen Equipenmitglieder, waren immer auf der Bahn anzutreffen. Die Molsheimer Firma hat nun den andern Konkurrenten gegenüber einen gewissen Vorsprung voraus, da diese Maschinen in hervorragendem Masse den Eigenheiten der Montlheryibahn angepasst werden konnten. Die offizielle Bugatti-Equipe verfügt über hervorragend tüchtige Piloten, die ihr Letztes hergeben werden. Zum erstenmal wird man in diesem Jahre den frühem Meisterfahrer Robert Benoist wieder am Volant sehen. In einem Interview äusserte sich Benoist durchaus optimistisch über den Ausgang des Rennens, auch wenn er die gewaltigen Kräfte der ausländischen Gegner nicht unterschätzt. Er rechnet im schlimmsten Falle damit, dass Bugatti gute Ehrenplätze erreicht, auch wenn sein Ehrgeiz natürlich bedeutend weiter geht. Nach seiner Aussage sollen sich die Bugattiwagen gegenwärtig in glänzendem Zustande befinden. Ausserordentlich ernst nimmt auch Mer- 1 cedes-Benz dieses französische Rennen. Als Schon vor fünf Tagen bin ich aus Kuba in Europa eingetroffen.» Der Major fand Fees Benehmen wieder einmal ganz unmöglich: Mit einem wildfremden Menschen eine solche Konversation zu beginnen! Man musste wenigstens die äussere Form retten! Er schnellte mit einem Ruck empor, trat dicht vor den Fremden hin und schnarrte, während er den Kopf vorstiess: «Major von Prastelny!» Und mit einer Bewegung nach Feodora: «Meine Tochter.» Nun erhob sich auch der Fremde: «Sehr angenehm! Mein Name ist Willibald Buchsbaum.» .Buchsbaum? Klingt sehr verdächtig!' dachte der Major missbilligend. ,Aber er sieht eigentlich, trotz der Nase, nicht jüdisch aus!' Fee nahm die Plauderei von neuem auf: «Wir sind nämlich das erstemal in Italien.» «Ah!» «Wir kommen von Venedig und wollen jetzt nach Mailand und von da aus nach Florenz und Rom.» «Dann stehen Ihnen noch grosse Genüsse bevor.» «Sie kennen natürlich alle diese Städte?» «Ja, ich bin viel in Italien gereist.» \ (Fortsetzung im eAutler-Feierabend»J

erste ausländische Equipe traf die Untertürkheimer Mannschaft mit ihren neuen Rennwagen bereits anfangs der letzten Woche auf der Pariser Bahn ein. Manfred v. Brauchitsch, Fagioli und der Motorradweltrekordfahrer Henne waren schon am Dienstag zusammen mit Ing. Neubauer in Montlhery zu sehen. Caracciola kam am Donnerstag nach. Die ersten Fahrten wurden mit zwei besonders mitgeführten Trainingswagen durchgeführt. Sie galten der Ueberprüfung des Brennstoffverbrauchs und der Entscheidung der Wahl der Reifen für die Wagen. Zuerst wurde nur die kleine 9 km lange Bahnrunde befahren. Die Direktion des Autodroms Hess am letzten Donnerstag dann die grosse 12,5 km lange Rundstrecke des Grossen Preises von Frankreich öffnen. Die Mercedes-Benz- Wagen wurden sogleich ersten Versuchsfahrten unterzogen, um die Streckenverhältnisse festzustellen. Dabei ergab gleich der erste Start hervorragende Stundendurchschnitte, die eine Ahnung von dem gigantischen Kampf am nächsten Sonntag vermitteln. Die Fahrten wurden in Anwesenheit einer grossen Menschenmenge durchgeführt und zeitigten ganz erstaunliche Ergebnisse. Als Erster setzte sich Luigi Fagioli an das Volant. Der Italiener fuhr Runden mit der Zeit von 5 Min. und 12 Sek., was einem Durchschnitt von 144,2 km/St, entspricht. Manfred' v. Brauchitsch erreichte 5 Min. und 16 Sek. (Mittel 142,4 km/St.) und der kurz vorher eingetroffene Caracciola 5 Min. und 20 Sek. Henne fuhr die schnellste Runde in 5 Min. und 27 Sek. Den Rundenrekord der Montlherybahn hielt Nuvolari auf Alfa Romeo mit 5 Min. und 29 Sek., was einen Durchschnitt von 141 km/St, ergibt. Das Rennen vom Sonntag wird demnach sehr hohe Geschwindigkeiten erbringen. Die Auto-Union reiste Ende letzter Woche ebenfalls nach Montlhery ab. Prinz zu Leiningen und Momberger trafen bereits am Samstag in Paris ein, während Hans Stuck gestern Montag nachfolgte. Auch die Scüderia Ferrari ist am Montag in Mont- 'Ihery angelangt. Wann Maserati mit dem Training beginnt, ist bis zum Augenblick noch nicht bekannt. Die ganze Woche wird mit Trainingsfahrten ausgefüllt sein. In Montlhery herrscht schon jetzt eine aufs höchste gesteigerte Stimmung der Erwartung, und man darf wohl ruhig behaupten, dass seit vielen Jahren keinem Rennen mehr mit grösserer Spannung entgegengesehen wurde, als dem französischen Grand Prix, der zu einem gigantischen Kampf der Nationen zu werden verspricht Leider wird man voraussichtlich den neuen Sefac-Rennwagen noch nicht am Starte sehen. Bekanntlich wurde diese Maschine von dem französischen Konstrukteur Emile Petit entworfen. Sie sollte als nationale Waffe gegen die übermächtige Konkurrenz der deutschen und italienischen Maschinen dienen. Der Motor ist tatsächlich bereits fertig erstellt. Da sich seit einiger Zeit jedoch finanzielle Schwierigkeiten bemerkbar machen, verzögerte sich die Fertigstellung der Maschine, die besonders im Hinblick auf das Rennen vom nächsten Sonntag gebaut worden war. Das Chassis wird voraussichtlich nicht mehr fertigerstellt werden können, so dass man den Sefac-Wagen schwerlich am Starte sehen wird. Ein «Fall Moll». Die Autosportwelt interessiert sich seit mehr als Jahresfrist ganz besonders stark für die Scüderia Ferrari, die bekanntlich in verhältnismässig kurzer Frist zum führenden Rennstall Europas avancierte. Ihre Fahrer gewinnen seit langer Zeit Rennen um Rennen, und dieses Jahr verfügt der italienische Stall über eine hervorragende Zahl von Maschinen und Konkurrenten. Chiron, Varzi, Graf Trossi, Lehoux und Moll kämpfen fast jeden Sonntag für die Farben des Modeneser Hauses. Ganz besonderes Aufsehen erweckte das hervorragende Abschneiden des jungen Nordafrikaners Moll bei verschiedenen bedeutenden Rennen. So gewann bekanntlich dieser Fahrer den Grossen Preis von Monaco und das Avusrennen. Auch in Tripolis wurde er mit ganz knappem Abstand hinter Varzi Zweiter. Dieser junge Fahrer hat nun in der internationalen Oeffentlichkeit Anlass zu verschiedenen Diskussionen und Kritiken gegeben. In weiten Kreisen wurde nämlich behauptet, Ferrari bestimme vor jedem Rennen genau die Ankunft der Ersten, so wie er sie wünsche, und Moll hätte der Leitung in Tripolis einen schlechten Streich gespielt, weil er sich aus jugendlichem Ungestüm nicht um diese Abmachungen kümmerte. Ferrari hat nun in Frankreich, dem Ausgangspunkt dieser Kritiken, einen offenen Brief veröffentlichen lassen, in dem er zu den Behauptungen Stellung nimmt. Vorgängig einer allgemeinen Betrachtung und Kommentierung dieses Falles, der prinzipielle Fragen der Renn-Taktik aufwirft, sei der Inhalt des Schreibens kurz zusammengefasst. Ferrari wendet sich des bestimmtesten gegen alle Behauptungen, die von vorherigen Abmachungen der Rennstalleitung mit den Fahrern über die Rangverteilung wissen wollen. Die Fahrer der «Scüderia Ferrari» sind nach den Ausführungen ihres Direktors vollständig frei und können ungehindert ihre Chancen verteidigen. Diese Freiheit soll in den Verträgen garantiert worden sein. Man hätte Ferrari vorgeworfen, sein Plan für Tripolis habe gelautet: 1. Varzi, 2. Chiron. (Bekanntlich wurde dann Moll Zweiter). Dies alles soll nicht richtig sein. Als besten Beweis dafür nennt Ferrari die Tatsache, dass die beiden stärksten Wagen Moll und Graf Trossi anvertraut wurden. Varzi und Chiron hätten im Verlauf dieses Rennens aus Vorsichtsgründen die Weisung erhalten, ihre Fahrt zu verlangsamen, während man Moll alle Freiheit Hess, seine beim Tanken verloren gegangene Zeit wieder einzuholen. Niemand hätte Moll daran verhindert, noch in der letzten Runde gegen Varzi einen Angriff zu unternehmen. Ferrari verlangt lediglich, dass jeder Fahrer die Interessen der Scüderia Ferrari im Auge behält und nicht die ganze Equipe durch unkluge Vorstösse in Schwierigkeiten bringt. Dann weist er ferner darauf hin, dass man ausgerechnet Moll für das Avusrennen weitaus die schnellste Maschine übergab und dass dies von vorneherein alle Gerüchte unterbinden sollte, die auf den Verdacht hinauslaufen, Ferrari versuche Moll zurückzuhalten. Der italienische Rennstalleiter betont weiter, der jetzt 24jährige Nordafrikaner habe seine Lorbeeren auf italienischem Wagen und in Zusammenarbeit mit einer italienischen Organisation gewonnen und so bestände kein Recht, der Stau-Leitung jedes Verdienst an den Erfolgen abzusprechen. Der Brief schliesst mit dem Bedauern über diese leichtfertigen Behauptungen und Kritiken, die den Tatsachen in jeder Weise widersprechen. Umbau der Rennbahn von Monza. Die Monzabahn, die wegen verschiedenen schweren Unfällen sehr berüchtigt geworden ist, schien als Automobilrennstrecke ausgedient zu haben. Längere Zeit herrschte die Ansicht vor, der RA.C.I. werde sich hüten, Monza nochmals zum Schauplatz eines grossen Rennens zu machen. Jedenfalls rechnete man auf keinen Fall mit einer erneuten Inanspruchnahme der Bahn noch in diesem Jahre. Die Nachricht muss deshalb einigermassen überraschen, dass am 9. September 1934 mit ÄUTOMOBTL-REVBB grösster Wahrscheinlichkeit in Monza der Grosse Preis von Italien über 500 km. ausgetragen wird. Vor wenigen Tagen weilte eine Delegation von Fachleuten auf der berühmten Mailänder Bahn, um die Streckenverhältnisse einer sorgfältigen Prüfung zu unterziehen. Der italienische sportliche Regierungskommissär Parisio war von dem Konstrukteur von Alfa Romeo Jano, von E. Ferrari, von Castagneto und von den Fahrern Varzi, Chiron, Moll, Trossi und Comotti begleitet. Man entschloss sich dabei, eine bis jetzt nie benützte Kombination der eigentlichen Bahn- und der Strassenrundstrecke auszuwählen und für das Rennen zu verwenden. Dieser Circuit wird eine Länge von 4 km aufweisen und jedenfalls für ein Rennen über 500 km ausserordentlich kurz sein. Die neue Bahn soll alle Garantien für ein sicheres Rennen bieten und auch vom Standpunkt des Zuschauers aus sehr interessant sein. Da sich zahlreiche Kurven auf dieser Rundstrecke befinden, werden die Maschinen einer harten Prüfung unterzogen, und gleichzeitig wird dadurch die Schnelligkeit in wünschenswerter Weise vermindert. In der Strecke sind auch die beiden bekannten Geraden vor den Tribünen eingeschlossen sowie die grosse Bahnsüdkurve und die kleine Südkurve des Strassenstückes. Für das Publikum wird eine in Sichtweite der Tribünen gelegene künstlich aufgestellte Kurve von 180° von besonderem Interesse sein, da auf diese Weise die Kurventechnik der Konkurrenten aufs beste verfolgt werden kann. Das Rennen wird sich im Gegensatz zu der heute gewohnten Sitte, in der entgegengesetzten Richtung des Uhrenzeigers abwickeln. Der definitive Entscheid ist noch nicht gefallen, doch darf mit hoher Wahrscheinlichkeit gerechnet werden, dass in den nächsten Tagen offiziell Monza als Austragungsort für den Grossen Preis von Italien bekanntgegeben wird. Da dieser neue Circuit verschiedene Aenderungen notwendig macht, werden sofort nach dem Entscheid alle Arbeiten für den Umbau in Angriff genommen. Rennen um die britische Königstrophäe. Das Rennen um die englische Königstrophäe wurde am letzten Samstag auf der Brooklandsbahn von der Elite der englischen Fahrer bestritten. Die Veranstaltung wurde wieder nach einem Handicap-System ausgetragen, das an die Fahrer sehr starke Anforderungen stellte. Die Konkurrenten hätten toi ganzen 300 Meilen zurückzulegen. Der berühmte Weltrekordfahrer G. E. T. Eyston vermochte mit seinem M. G. Magnette das Rennen zu gewinnen. Whitney Straight belegte den zweiten Platz. Leider ereignete sich am Samstag in Brooklands auch ein Todessturz. Der mit einem 2-M3ugatti fahrende Houldsworth kam in der berüchtigten Schlangenkurve ins Schleudern, so dass sich sein Wagen überschlug. Der schwer verletzte Fahrer wurde sofort ins Spital geführt, wo er nach wenigen Stunden in den Armen seiner Frau starb. Auch Earl Howe hatte m einer Kurve ein schweres Missgeschick, und es ist einem Wunder zuzuschreiben, dass der Fahrer mit dem Leben davonkam. Sein Wagen kam ins Schleudern und wurde mit ungeheurer Wucht über die Bahn hinausgetragen. Lord Howe wurde überhaupt nicht verletzt, während sein Maserati ziemlich schwere Beschädigungen davontrug. Die Rtsultate: 1. O. E. T. Erston (M. G. Magnette), 3 Std. 56 Min. 38 Sek. (Stundenmittel 130,3 km/St.). 2. Whitney Straijht (Maserati), 3 Std. 58 Min. 10 Sek. (Stundenmittel 132 km/St.). 3. Eccles (Bugatti), 4 Std. 0 Min. 58 Sek. 4. John Cobb (Alfa Romeo), 4 Std. 1 Min. 40 Sek. Der bekannte Engländer Eyston unternahm kürzlich in Brooklands neue Versuche mit dem AjE.C-Dieselwagen. Eyston erreichte über den Kilometer einen Durchschnitt von 193,6 km/St, und stellte damit einen neuen Rekord für Dieselwagen auf. Ueber 5 Kilometer erzielte er ein Mittel von 192,2, und' über 5 Meilen einen Durchschnitt von 191,5 km/St. Riesengebirgsrennen. Das am letzten Sonntag bei Oberschreiberhau stattgefundene Riesengebirgs - Rennen wurde von Pietsch auf Alfa Romeo mit dem Mittel von 85,4 km/St gewonnen. Bester Sportwagenfahrer war der Budapester Hartmann (Bugatti). Nach dem Sturz des Amerikaners de Paolo. Der Amerikaner de Paolo, der sich kürzlich vom Rennstall Braillard für dieses Jahr anwerben Hess, ist bekanntlich beim Training zum Grossen Preis von Barcelona schwer gestürzt. Der Pilot lag zwei Tage im Spital, ohne das Bewusstsein wieder erlangt zu haben. Letzte Woche zeigte sich dann eine Besserung, so dass man es dennoch wagen konnte, den Verletzten am Samstag nach Paris zu überführen. Selbstverständlich wird es noch einige Zeit dauern, bis er wieder ganz hergestellt ist, und die europäischen Pläne dürften durch diesen unvorhergesehenen Unfall eine starke Abänderung erfahren. Aendernngen Im Sportkalender. Der internationale Sportkalender ist immer noch Aenderungen unterworfen, was im Interesse einer ordnungsgemäßen Abwicklung der Rennen "sehr bedauert werden muss. Besonders unangenehm ist immer die lange Ungewissheit, die über die Austragung der meisten Rennen herrscht, da sich Dementis und Bestätigungen in bunter Reihe folgen. Der Grosse Preis von Tunis ist dieses Jahr wohl bald ein halbes Dutzend Mal abgesagt und nachher wieder bestätigt worden. Letzte Woche las man, dieses Rennen werde doch noch durchgeführt und nun kommt eine neue Meldung, die die endgültige Absage bringt. Aehnlich verhält es sich mit dem Grossen Preis von Algerien, der ursprünglich angemeldet war, nachher wieder abgesagt wurde und nun erneut eingeschrieben wird. Das nordafrikanische Rennen soll am 21. oder 28. Oktober 1934 stattfinden. Für die Veranstaltung wurde die sehr schwierige Rundstrecke von Bonzareah bei Algier ausgewählt, die 8 km lang ist und über 240 km befahren werden muss. Auch der Grosse Konigsprels von Rom war das Opfer mehrerer Verschiebungen. Nachdem dieses Rennen zuerst im Mai stattfinden sollte, wird es nun definitiv am 14. Oktober auf der Rennbahn des berühmten Littorio-Flughafens bei Rom ausgetragen. Die Fiste soll im Hinblick auf das Rennen hin noch ausgebaut werden, Grosser Preis der Marne. Wir haben vor kurzer Zeit von den Sorgen der Organisatoren des Grossen Maraepreises berichtet, die für ihr sehr kostspieliges Rennen bis knapp vor Meldeschluss überhaupt keine Meldungen erhalten hatten. Ein. Appell in der französischen Presse hat jetzt genügt, um die Fahrer aufzuwecken, so dass dieses Rennen nun bereits ülber eine ganze Anzahl von hervorragenden Meldungen verfügt, die seine Durchführung definitiv garantieren. Nuvolari wird auf Maserati starten, die Scüderia Ferrari ordnet Chiron, Varzi und Moll ab, Etancelm konkurriert bei Reims ebenfalls, auch Whitney Straight und Hamilton sind mit ihren Maserati zu sehen, ferner Sommer auf Maserati, Zanelli auf National Pescara, Lord Howe auf Maserati usw. Für das Rennen ist bekanntlich die ausserordentliche Summe von 240,000 franz. Fr. an Preisen ausgeschrieben. Die Veranstaltung findet am 8. Juli, also nur eine Woche nach dem Grossen Preis von Frankreich statt