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E_1934_Zeitung_Nr.063

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16 AUTOMOBIL-REVUE

16 AUTOMOBIL-REVUE 1934 - N° 63 im Auto durch die Ostschweiz Die Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich in O. R. Wagners CH Touring, Führer für Automobilfahrer, offizielle Ausgabe des T. C. S. ARBON Bahnhof-Hotel „STEIERT" In schfinster Lage direkt am See. Schöne, schattige Gartenwirtschaft. Grosse und kleine Lokalitäten. - Selbstgef. Butterküche. Schöne Fremdenzimmer m. fliess. Wasser. Zentralheizung. Garage. Tel. 26. E. Daetwyler-Herzlg, Bes. Gute Küche, reelle Weine. Autogarage - Telephon 39 Frau Wwe. Fäh. Schone Zimmer, Butterküche. Stets lebende Forellen. Güggeli. Bescheidene Preise. Schattiger Garten mit Aussicht aul Säntis. Auto-Garage. Tel. 41.48. Farn. Strebel-Seiler. T. C. S. Retotfftaxe Fi\ 10.*— Familienbillet Fr. 8.— Sonntaosbillet Fr. 7.50 sind gute Kunden. Gewinnen Sie dieselben durch den Autler- Feierabend Gutgeführtes, bürgerliches Haus im Zentrum der Ortschalt. Selbstgelührte Butterküche. Lebende Forellen. Bescheidene Preise. Zimmer von Fr. 3.- an. 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Sonst könnten wir das nicht so schnell schaffen.» «Sie auch?» Schokolade herbei. Dann öffnete er das Fenster und blickte hinaus. Ein Lastauto näherte sich ratternd und wurde dann vor den Wagen gespannt. «Geben Sie acht, gnädiges Fräulein! Wenn der Chauffeur hupt, geht die Sache los; das gibt einen ziemlichen Ruck!» — Nun war man in Fahrt. Anfangs rumpelte es so, dass der Aufenthalt recht ungemütlich war. Aber dann kam der Wagen auf eine gutgepflasterte Strasse. «Das ist wirklich ganz phantastisch!» Fee blickte in dem gemütlichen fahrenden Heim «Nein, ich nicht; das habe ich mir kon-utraktlich ausbedungen, weil ich mich schon ren könnte!» sich. «Ach, wenn ich doch weiter mitfah- genug um meine eigene grosse Familie zu «Nach Rom? Von da kommen Sie doch gerade», sagte Bux mit gekünsteltem Gleich- kümmern habe.» «Sind die Pferde schon alle weg?» mut; aber die innere Erregung stand ihm «Der grösste Teil ja. Die 250 Pferde machen am wenigsten Arbeit. Mit den Elefanten lich, dass es jetzt zu der Aussprache kommen auf dem Gesicht geschrieben. Er fühlte plötz- ist die Sache am gefährlichsten. Wenn einer musste, die er'seit Wochen absichtlich vermieden hatte. mal erschrickt und durchgeht, werden sie meistens alle wild, und dann: gnade Gott! Fee fuhr empor: «Stellen Sie sich doch Sie rennen alles um, was ihnen in den Weg nicht so, als ob Sie mich nicht verstünden ! kommt. Mauern durchstossen sie wie Papier, Weshalb sind Sie nicht ehrlich und sagen keine Hauswand ist dann sicher vor ihnen.» mir, dass ich mich zum Teufel scheren soll? «Aber wer kann so einem Elefanten denn — dass Sie mich kein bisschen leiden mögen, — dass ich Ihnen auf die Nerven falle, was anhaben? Vor was soll denn so ein Riesentier erschrecken?» — dass ich mich unmöglich aufgeführt habe, «Vor einer Ratte oder einer Katze vom ersten Augenblick an, als wir uns im Beispiel.» zum Zug nach Mailand kennenlernten!» «Jetzt verulken Sie mich wieder mal?» Bux war sehr blass geworden. Er legte «Nein, keineswegs! Nur vor kleinen Tieren hat der Elefant Angst. — Weshalb? Das gehört zu den vielen Rätseln der Elefantenseele. Aber wenn Sie bedenken, dass viele Menschen auch vor einer harmlosen Kröte mehr erschrecken als vor dem grössten Hund oder vor einem Pferd, dann ist die Sache schon begreiflicher. — Aber kommen Sie, ich will Ihnen noch zeigen, wie das Chapiteau zusammengepackt wird!» Während Fee an Buchsbaums Seite über den Platz ging, fragte sie: «Morgen abend ist sicher schon alles weggeräumt?» «Morgen abend? — In zwei bis drei Stunden sehen Sie hier auf dem Platz keinen Nagel mehr vom Zirkus Kreno. Der Abbau beginnt schon während der Vorstellung. Die Tiere, die mit ihrer Nummer fertig sind, werden sofort abtransportiert.» «Das ist doch unmöglich, diese ganze Zirkusstadt in drei bis vier Stunden vom Erdboden verschwinden zu lassen!» «Wenn Sie so lange Geduld haben, werden Sie's mit eigenen Augen sehen.» «Ist der Direktor auch immer dabei?» «Manchmal ja. Meist fährt er aber schon früher ab. Er kann Friedenthal alles ruhig überlassen. Der ist ein Genie auf diesem Gebiet.» Sie waren unterdessen zum Chapiteau gekommen. Die mächtigen Leinwandstücke wurden gerade von den Arbeitern der siebzig Mann starken Zeltkolonne zusammengelegt und mit einem fahrbaren Kran auf die Wagen geladen. Andere Arbeiter zogen mit einer besonders konstruierten Maschine die langen Eisenanker aus dem Boden. «Was sprechen die Leute denn für eine Sprache?» fragte Fee neugierig, als sie das Kauderwelsch hörte. «Tschechisch. Fast alle Zeltleute sind Pfälzer oder Tschechen. Zum Zeltbau gehört nämlich ein besonderes, durch Generationen vererbtes Talent. Die Zeltleute in allen Zirkussen Europas stammen aus bestimmten Dörfern in Böhmen und in der Pfalz. Der grosse Dicke da ist ihr Kommandeur, der Zeltmeister; auch ein Tscheche. Im Hauptberuf ist er aber unser Erster Kapellmeister! — Ja, vielseitig muss der Zirkusmensch sein, sonst ist er nicht zu brauchen.» seine Hand auf die ihre und sagte mit mühsam erzwungener Ruhe: «Weil ich lügen würde, wenn ich so etwas sagte. Ich habe Sie sehr, sehr gern, — mehr, als für uns beide gut ist.» Sie sah ihm mit einem Blick in die Augen, in dem sich Glück und Zweifel mischten; und plötzlich liefen ihr Tränen über die Wangen. Bux hielt jetzt ihre beiden Hände in den seinen. «Fee, wir wollen einmal ganz ruhig und vernünftig und ehrlich miteinander sprechen, — ja?» Sie nickte und dachte dabei: ,Wie seltsam ist das Leben! Ich fahre m einem Zirkuswagen durch Florenz und spreche mit einem Clown von unserer Liebe...!' «Sag' mir mal ganz offen, Fee: was würde dein Vater antworten, wenn ich jetzt mit dir zum Hotel führe und ihm sagte, dass ich dich zur Frau möchte? — Weshalb sprichst du nicht?» «Er würde natürlich nicht einwilligen,» sagte sie endlich leise. «Siehst du, du weisst es selbst. Und das .natürlich' aus deinem eigenen Munde spricht uns bereits das Urteil.» «Weshalb entführst du mich dann nicht?» Bux musste nun doch lächeln: Da wollte man ihm mal wieder diese Zirkus-Romantik aufdrängen, die es nur in den Gehirnen der Bürger, aber nicht für einen Artisten gab. «Weil dann in ein paar Tagen in der Zeitung stehen würde: ,In Florenz entführte ein Zirkus-Clown die minderjährige Tochter eines deutschen Offiziers. Das Pärchen wurde bei Ankunft in Rom von der Polizei in Empfang genommen, der Clown verhaftet, die Junge Dame ihrem Vater wieder zugeführt.' —Mit dem .minderjährig' irre ich nicht?» «Nein, es stimmt: ich bin erst neunzehn und ein halb. — Aber man braucht sich ja nicht in Rom verhaften zu lassen; man könnte wo anders hin fahren.» «Und mein Engagement, meine Eltern in Deutschland, meine Leute, meine Tiere, für die ich zu sorgen habe?» «Du liebst deine Tiere also mehr als mich?» «Nicht mehr, aber ich liebe sie. Es gibt ausserdem auch so etwas wie Pflicht auf der Welt, Fee! Ich habe für meine Menschen und für meine Tiere Verpflichtungen übernommen.» Fee entzog ihm ihre Hände und bedeckte Eine Stunde hatte Bux, zeigend und er-damiläuternd, Fee auf dem Platz umhergeführt. und berührte mit den Lippen ihren braunen ihr Gesicht. Bux beugte sich über sie So sehr sie das alles interessierte, hatte sie Scheitel. Sie begann leise zu weinen. Der doch das ärgerliche Gefühl, dass er dadurch Wagen fing wieder an zu rumpeln, stand einer persönlicheren Unterhaltung aus dem plötzlich schräg: man war am Güterbahnhof Wege gehen wolle. angelangt und fuhr die Rampe hinauf vor das Geleise. Soeben kam Friedenthal wieder vorbei « Fee!» sagte Bux weich. « In anderthalb Jahren kannst du tun und lassen, was du willst. So lange wollen wir gute, sehr gute Freunde bleiben. Du musst verstehen, dass ich, als Artist, ganz besonderen Grund habe, korrekt und anständig zu handeln. Auf niemanden wirft die bürgerliche Gesellschaft so schnell einen Stein, — keinem Stande traut sie so gern alles Schlechte zu wie uns Artisten. — Schreib mir, so oft und solange du willst. Ich werde dir immer antworten. Aber zwing' dich nicht, wenn du nicht mehr magst Du sollst keine Verpflichtung fühlen.» und rief Bux zu: «(Dein Wohnwagen wird leich abjeschleppt, — ich meine bloss, falls du nich zum Güterbahnhof tippeln willst...» «Ach, lassen Sie mich doch mitfahren zum Bahnhof!» bat Fee Herrn Buchsbaum. «Gern; aber es rumpelt ein bisschen, bis wir auf glatter Strasse sind.» «Das macht nichts! Nehmen Sie mich doch mit! Ich fahre dann in einem Auto zum Hotel urück.» «Ich bringe Sie dann natürlich nach Hause.» Sie waren vor dem Wagen angelangt. Die Veranda und die kleine Treppe waren längst weggenommen und im Requisitenwagen verpackt. Bux schloss auf, sprang mit einem Satz in den Wagen und zog dann Fee hinauf. Ali erhob sich schlaftrunken. Bux chelte ihm das Gefieder. «Passen Sie auf, dass Sie nicht über Alis Nest stolpern! Ich mache gleich Licht!» — Nun brannte die Hängelampe über dem Esstisch. Bux brachte Zigaretten, Likör und Zürich Strei- ca. S60 m vom H'bahnhof Fortsetzung folgt. Einheitspreis^50

N» «3 - 1934 AUTOMOBIL-REVUE Die Grotten von Milandre Unbekannte Schönheiten der Heimat. Unweit des Grenadorfes Boncourt steht •weithin sichtbar auf dem Plateau von Bure, um dessen Fuss die Allaine sich schlängelt, der alte Römertunn Milandre, letzter Ucberrest einer einst stattlichen Burg. Unter ihm, im TaJe, im Schatten des bewaldeten Abhanges, liegt die Mühle und in deren Nähe befindet sich die vielbesuchte Höhle, bekannt durch ihre hübschen Formen und besonders ihr«s Tourismus Wasserbeckens, in welchem der Sage nach die Fee des Landes, Aria, sich zu baden pflegte. Fast unbekannt war den Menschen diese unterirdische Badekammer der weissen Dame von Milandre, welche überdies nie ihre jungfräuliche Reize dem durchsichtigen Element überliess. sondern sich jedesmal in eine häusliche Schlange verwandelte, nicht etwa nur, um die hinterlistige Neugier zu täuschen, sondern auch zur Sicherung ihres höchsten Kleinodes, eines wunderbar funkelnden Edelsteines, den sie auf den Rand des Beckens niederlegte; denn ein solch' gcheussliches, die 'unheimliche Flut der Grotte aufwühlendes Gewürm war wohl am besten geeignet, den kecken Fuss und die freche Hand eines Beutelustigen zu bannen ... Nun gab es aber schon damals unter den alten Rauraziern eigentümliche Gesellen, die Jagd und Krieg flohen und lieber den Klagen des Windes lauschten, an Pflanzen und alJem Getier Freude hatten, Stein und Wasser ausforschten, Höhen und Tiefen begingen und denen vor keinem Schatten und keinem Dunkel graute; kurz, es gab schon damals Lieblingskinder der Natur. Von einem solchen •war die Fee Aria beim Eintreten in die Höhle erblickt worden, ehe eie Schönheit und Kleinod abgelegt hatte — ihr Geheimnis ward ihr bald abgelauscht, aber die Ruhe des helläugigen Barden war nun dahin. Die Sage erklärt nicht, ob solch klare, liebesuchende Jünglingsaugen überhaupt gute Schlangenbändiger sind, oder ob es der Fee sogleich klar wurde, dass man es hier nicht auf ihren Edelstein abgesehen habe, aber sie sagt, dass die Badende eines Tages, noch ehe sie ihre Wohlgestalt wieder annehmen konnte, von den kräftigen Armen des Lauschers umfasst und an seine pochende Brust gedrückt worden sei. Sie habe eich nach Art der irdenen Schönen von einem solchen Beweis der Liebe rühren und den — Jüngling nicht allein von dannen ziehen lassen. Dieser Höhle, dieser Grotte von Milandre, gilt eines schönen Tages unser Besuch. Wir fahren das "herrliche Birstal hinauf, zuerst durch reiche Gelände (schon im Mittelalter gewürdigt, denn sonst sähen wir hier nicht so manche Burgruine — wo sind die Ritter und Edelfrauen?). Die Erde aber erneut eich ewig, nur schmückt sie sich jetzt für neue Herren. An Laufen vorbei, wie einladend das Städtchen auch herüberwinkt, fahren wir über Delsberg und Pruntrut bis nach Buix, dem zweitletzten Ort vor der französischen Grenze. Das schmucke Dörfchen Buix liegt inmitten von prächtigen Buchswaldungen (Buix heiest auf Deutsch Buchs, deshalb der Name). Neben der erhöhten antiken Kirche, im 12. Jahrhundert zur Abtei Baume-les-Messieurs gehörend, rechts Vorbei, bringt uns ein idyllischer, laubbedecktei Waldpfad mit annehmbarer Höhensteigung durch die mannigfaltige Flora dieser Gegend, begleitet vom lieblichen Gesang unserer befiederten Sänger, nach einer Geh zeit von schwach einer halben Stunde in den stattlichen, gutgepflegten Bauernhof des J. B., des Eigentümers der Grotte von Milandre. Der Weg führt weiter über die ganz nahe gelegene Ruine Milandre, einst ein mächtiger Stützpunkt, schon im 13. Jahrhundert erwähnt und im Jahre 1675 geschleift durch den Kriegsherrn Turenne. Nur der aus zwei Meter dicken Mauern bestehende Turm wurde zurückgelassen, er ist heute ein Horst für Sperber, Eulen und Käuze, umrankt von verwildertem Gestrüpp, Dornen und Nesseln. Eine wunderbare Fernsicht eröffnet sich hier dem Besucher über das industriereiche Boncourt, über das französische Grenzstädtchen Delle und andere reizende Ortschaften bis zu den Gipfeln der Südvogesen, dem 1100 Meter hohen Ballon d'Alsaoe, dem König der Südvogesen. Der Grotteneingang wird auf einem kleinen gutbekiesten Pfad erreicht. Der Abstieg erfolgt in bequemer Art auf eingehauener Steintreppe. Die ganze Grotte ist reichlich mit elektrischen Lichtern versehen. GrossaTtige* und Wunderbares hat hier Mutter Natur geschaffen. Diese Grotte auch nur einigermassen zu beschreiben, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Keine Beschreibung, eo zart sie auch sein möge, kann uns einen Begriff der Erhabenheiten vermitteln, die die Erde hier eifersüchtig verborgen hält. Die Grotte von Milandre hält getrost eine Parallele aus mit den berühmten Grotten dieser Art in Frankreich und Italien. Auch sie hat ihre Geschichten und Legenden aller Art. Die Archive erwähnen sie schon im Jahre 1715. Diese unterirdischen geräumigen Höhlen hatten bis zu dieser Epoche keinen anderen Ausgang als den «Bame» genannten. Anno 1715, nach einer langen Regenperiode, durch welche dieses natürliche Reservoir gefüllt wurde und das Wasser keinen Abfluss mehr finden konnte, haben die Naturgewalten auf der halben Höhe des Hügelabhanges einen Ausfluss erzwungen. Die Folge davon war eine grosse Ueberechwemmung. Gewaltige Wassermengen bahnten eich einen Hohlweg, überschwemmten die benachbarten Aecker und Wiesen und bedeckten sie mit Schlamm, Kies und Steingeröll. Seit dieser Zeit war die Grotte wenigstens während der Trockenheit auch zugänglich. Es ist aber bis heute nicht gelungen, ihre tiefsten Tiefen zu ergründen. Gegen 1815 wollte der damalige Eigentümer von Milandre die aus dieser Grotte periodisch ausfliessenden Wassermengen zu Bewässerungen und anderen Zwecken verwenden, weshalb er 6ich entschloss, dadurch das Wasser bis auf die Höhe von Milandre tu bringen, um dann von diesem Plateau aus die Bewässerungen vornehmen zu können. Hiefür waren grosse und lange Arbeiten notwendig. Alle mutmasslichen Ausgänge und Abflüsse mussten sorgfältigst verstopft werden. Von oben nach unten wurde ein Schacht durch die Felsmauern in das Innere gebohrt, um dem. Wasser den Ausgang zu ermöglichen. Heute noch ist dieser Schacht in einer Länge von 30 Metern und einem Durchmesser von 2 Metern sichtbar. Leider erreichte der Wasserstand nie diejenige Höhe, um abfliessen zu können. Ein unauffindbarer Abfluss müss die Ursache sein. Zwar erreichte der Wasserstand des öftern die Mündung bis auf einige Zentimeter, aber zum Abfluss reichte es nie. Demnach eine kostspielige, aber zwecklose Arbeit. Eine gtosse Ueberschwemmung erfolgte dann wieder im Jahre 1852, wodurch abermals alle Wiesen und Aecker unterhalb von Milandre und auch die Ebene von Boncourt grossen Schaden erlitten. 'Seit Mitte des vorigen Jahrhunderts wurden diese Höhlen und Grotten vielfach von Mineralogen und Geologen erforscht. Der Gefährlichkeit wegen wurde aber der Eingang zum bereits erwähnten Schacht verschlossen, wodurch die Grotte immer mehr in Vergessenheit geriet, bis dieselbe im Jahre 1889 durch den damaligen Besitzer unter grossem Aufwand an Kosten und Arbeit wieder zugänglich gemacht wurde und zur Besichtigung offen stand. Jeder Schritt eröffnet andere Sehenswürdigkeiten, Erscheinungen von unvergleichlicher Grosse und Schönheit. Die Mannigfaltigkeit der Stoinformationen, der Reichtum der Einzelheiten, die eindrucksvolle Stille wirken bezaubernd auf den Beschauer. Die Sage erzählt, dass sich in der ersten Wölbung der Grotte, in einer eisernen Truhe verschlossen, ein wertvoller Schatz verborgen hält, dessen Gold sie h einmal alle Jahrhunderte im hellen Mondenschein« zeigt. Diesen Schatz zu erfassen, braucht man Woss Tag und Stunde zu wissen. Uebrigens ist der Schlüssel zu dieser Truhe nicht verloren, er befindet sich zwischen den Zähnen eines riesigen Drachen, der diese Höhle bewohnt und Feuer und Flammen speit. Bis heute konnte der Reichtum der Obhut dieses Ungeheuers nicht entrissen werden ... Unterirdische Gänge führen nach oben und unten, nach links und rechts in die Grotte, geziert allüberall von wunderbar geformten elfenbein- und meerschaumfarbenen Stalagmiten und Stalagtiten verschiedener Grosse. Je mehr man in das Grotteninnere gelangt, desto schönere und zahlreichere Treppensäulen kommen in Sicht. Ringsum sind die Wände von glitzernden Draperien und Vorhängen bedeckt, an mehreren Stellen wechseln damit Säulen und Nischen von wunderbarer Symmelhrie ab und einzelne Vorsprang« und Absätze Bind mit unbeschreiblich zart kandiertem Moos wie angehaucht. Da und dort starrt es von oben herab von lauter schneeweissen Stacheln. Es ist wie in einem Zauberschloss. Die menschliche Phantasie erblickt Nixen und Nymphen, sie sieht die Fee der Ajoie und des Eisgaus, die Wohltäterin der Armen und Verlassenen, in ihrem prunkenden Bade, mit dem kristallenen Wasser. Etwas entfernter gelegen, durch einen Säulengang verbunden, das reizende Boudoir mit dorn unschätzbaren Kleinod. Hier wähnt unsere Phantasie das «Teufelsloch> zu sehen, dort eine Galerie überhängender Schafepelze, dann wieder Kirchtürme gothischen oder romanischen Stils. Und immer vermeint unser Geist neue Bilder zu entdecken Des Staunene und Bewunderns 1 wird kein Ende. Ueberirdisohe Gefühle erfassen den Besucher. Der Aufenthalt in der Grotte, mag er noch so lange dauern, ist etwas Himmlisches, etwas Erhabenes, etwas höchst Dankbares. Befriedigt, in Sinnen verloren, verlässt man diese wunderbare Grotte am gleichen Orte, wo man sie betreten hat, noch ganz gebannt, heilige Augenblicke in Gesellschaft höherer, überirdischer Wesen verbracht zu haben. Fast sinnenverstört verlässt man dies Wunderwerk der Natur. Die Gedanken bleiben indessen noch lange dort zurück. Touren-Vorschläge fürs Berner Oberland Interlaken hat als internationaler Fremdenkurört seit vielen Jahrzehnten eine solche Weltberühmtheit erlangt, dass es eigentlich keiner speziellen Empfehlung mehr bedarf. Das «Mekka der Alpen» mit seinen komfortablen Hotelpalästen, seinem bewegten Leben und Treiben, liegt zwischen Brienzer- 'und Thunersee, auf dem auf zwei Seiten von etolzen Bergen umschlossenen grünen Eiland das im Volksmund «Bödeli» genannt wird. Als Ausgangspunkt für genussreiche Autotouren ins Berner Oberland eignet sich Interlaken vortrefflich. Eine vielbefahrene Route führt über M e i - ring e n und Innertkirchen zum Grimselh o s p i z und von da über die Grimselpasshöhe nach Gletsch, von wo aus man rechts abzweigend B r i g und das Wallis erreicht und links abzweigend den Furka-, St. Gotthard- und Oberalppass. Von Brienz aus, d. h. 2 km östlich des Dorfes zweigt rechts eine Strasse zu den grandiosen Giessbachfällen ab. Der Giessbach entspringt au« dem Blaugletscher und stürzt in seinem Unterlauf in einef Reihe vnn 14 Fällen 400 Meter tief zum Brienzersee. Bei den Fällen befindet sich ein grosses Hotel. Eine prachtvolle Tour von Interlaken aus läss sich ine Tal der weissen und schwarzen Lütschine unternehmen. Zunächst nach Zweilütschinen und von hier links abzweigend nach Grindelwald und rechts abzweigend nach Lauterbrunnen. Das Lauterbrunnental ist in seiner prägnanten Form das klassische Trogtal mit vielen Wasserfällen (Staubbach). An den Trümmelbachfällen vorbei (der Besuch der Fälle geschieht mit Aufzug) führ die Strasse bis nach Stechelberg-, der Automobil- Endstation des weissen Lütschinentales. Eine Fahrt von S p i e z über Wimmis und B o 1 -. tigen zum Jaunpass bietet ebenfalls herrliche Eindrücke; von hier empfiehlt sich die Weiterfahrt ins Greyerzerländchen, am Lac de Montsalvans vorbei nach Gruyeres und Bulle. Eine Variante führt von Belügen über das stattliche Zweifijmmen nach Saanenmöser und G s t a a d. Herrlich ist Saanenmöser inmitten wei ter Matten und Tannenwälder, mit seiner präch tigen Aussicht auf die Könige der Berge. Und im Winter verwandeln sich die Alpweiden in vorzügliche Skifelder, die Hänge werden zu Rodel bahnen und auf dem ebenen Feld ist ein gepflegter Eisplatz. Zu jeder Zeit aber strahlt die Sonne ihr ganzes Füllhorn von Zauber über diesen herr liehen Fleck Erde aus, der der ungestörten Ruhe und dem stärkenden Sport von Sommer und Win ter gehört. Von Gstaad, das als Sommerfrische wi als Wintersoortnlatz o-«rn bfiencht wrrfl lä«ct «i«l Empfehlenswerte Walliser-Hotels: BELALP '2472 Oel. Wallis (2180 m) Ober dem grossen Aletschgletscher. Hochalp. Kurort und Exkursionszentrum mit überwältigender Aussicht und Lage. Wald, See, Tennis. Autopost bis Blättert' Garage. Nur 2 Std. Fussweg mehr. Weekend- Abk. Ennässigto Preise. Prospekte. A. Klingele & C!e. Cd. St »Beritard m Ober Meer, gegenüber dem Hospiz Benzin — Telephon 29.3 Restaurant und Tea Boom — Garag«, Lonfat A Qontlnetta, Besitzer. Die Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich in O. R. 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