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E_1935_Zeitung_Nr.052

E_1935_Zeitung_Nr.052

währung 0,18 0,19 0,19

währung 0,18 0,19 0,19 0,20 0,20..... 0,21 0,21 0,25 0,27 0,35 0,31 0,34 Ein schwerer Rechenfehler. Im eidg. Finanz- und Volkswirtschaftsdepartement sind Rechenkünstler am Werk, denen das einfache Steuer-Einmaleins nicht geläufig erscheint, wonach in Steuersachen, wenn einmal das fiskalische Optimum überschritten ist, 2 mal 2 nicht 4, sondern viel weniger, manchmal sogar null ergibt. Während selbst in reinen Agrarstaaten, wie Jugoslawien, oder in gemischtwirtschaftlichen Ländern, wie Oesterreich oder Danzig, die Finanzminister eingesehen haben, dass die fiskalische Belastung der Motortreibstoffe von einer bestimmten Grenze an'Minimalerträge abwerfen, vertritt man bei uns im Bundeshaus immer noch die gegenteilige Auffassung. Die soeben erlassenen Massnahmen zur Wiederherstellung des Gleichgewichts im Finanzhaushalt des Bundes sehen neben einer Erhöhung des Zuckerzolles eine solche um 8 Fr. für Benzin und Benzol zu motorischen Zwecken vor, so dass der neue Säulenpreis von 36 auf 42—43 Rp. pro Liter hinaufschnellen wird. Daneben erfährt die Zollbelastung für Petroleum und Petroleumsurrogate und nicht anderweitig genannter Mineral- und Teeröle zum Antrieb von Fahrzeugmotoren ebenfalls eine Erhöhung von 3 auf 16 Fr. pro 100 kg. Alle Eingaben der Verkehrsverbände und der schweizerischen Lastwagenindustrie, die warnend vor einer derartigen Massnahmc die Stimme erhoben, sind unter den Tisch gewischt worden, in der Meinung, durch die neuen Zollbelastungen, d. h. durch restlose Abwälzung auf die Konsumenten, jährlich viele Millionen Franken an Mehreinnahmen aus der Privatwirtschaft herauspressen zu können. Das Beispiel vieler Auslandsstaaten zeigt uns klipp und klar, dass eine derart naive Finanzpolitik zum vorneherein •nicht die erwarteten Früchte abwerfen wird. Wenn schon der geltende Zollansatz von 20 Fr. pro 100 kg oder 17 Rappen pro Liter, was beinahe 200% des Warenwertes franko Schweizergrenze ausmacht, diesen Betriebsstoff bereits an die Spitze der fiskalischen Belastungen stellte, so bedeutet der neue Raubzug auf die Taschen der Motorfahrzeughalter eine noch schwerwiegendere Ungerechtigkeit. Bereits die bisherigen Benzinzolleinnahmen von 43,7 Mill. Fr. im Jahre 1933 und von 47,9 Mill. Fr. im letzten Jahre wurden im Widerspruch zu Art. 29c der Bundesverfassung erhoben, wonach nur die Luxusgegenstände den höchsten Zolltaxet* unterworfen sein dürfen, um so stärker stellt sich unsere oberste Landesbehörde mit ihrem jüngsten Erlass in schroffen Gegensatz zu den Rechtsgrundsätzen der Bundesverfassung, die doch in erster Linie vom Bundesrat befolgt werden sollte. Eine weitere Ungeschicklichkeit enthält die neue Finanzmassnahme in der Vorschrift, dass für Treibmittel, die durch die Postverwaltung, die Bundesbahnen und die vom Bund konzessionierten öffentlichen Transportanstalten für die Ausführung fahrplanmässiger Kurse verwendet werden, Erleichterungen zugestanden würden. Gegen diese versteckten Angriffe auf unsere Privatwirtschaft heisst es mit allen Mitteln anzukämpfen, wird doch dadurch das pri- Vate Autogewerbe immer mehr an die Wand gedrückt, namentlich wenn man ihm hoch mit der ordentlichen Steuerschraube die letzten Reserven wegnimmt. Im ganzen Land wird vom Schutz des Kleingewerbes gesprochen; wenn aber einmal von schönen Reden zur Praxis ein Schritt unternommen werden sollte, so geschieht dies in umgekehrter Richtung. Das Benzin ist sicherlich kein Luxusartikel, namentlich nicht für die vielen Kleingewerbetreibenden, Reisenden, Landwirte, Traktoren- und Lastwagenbesitzer, die das Motorfahrzeug zu junger Anfänger und die ersten Male, wenn Sie erkannt haben: steht faul — und nicht mehr viel zu wollen — da waren Sie's vielleicht. Nein — das vergeht. Und dabei handelt es sich doch auch immer wieder um krank oder gesund, und oft um alles, nicht? Sehen Sie mal, der junge Herr — der Assistent vom Revier —, der erst hier gewesen ist, der war noch aufgeregt — mein Gott: zum ersten Male, dass er in solch einen Fall hineinschneit — den habe ich gleich wieder gehen lassen —.» Er Hess den Sanitätsrat, aus dessen schwermütigen Altersaugen das Flimmern der Erregung trotz dieser überlegenen Belehrung nicht hatte weichen wollen, und wandte sich seinem Kollegen zu: «Bleiben Sie, Schwieger, ich möchte nur den Herren draussen sagen, dass sie inzwischen ihre Aufnahmen und die gerichtsärztliche Untersuchung machen können, und dass wir dann in einer Viertelstunde zur Verfügung stehen.» Den Schlüssel zu dem Zimmer drüben Hess er sich noch von dem Kollegen geben, blickte im Gehen und schon in der Türe noch einmal um: «Herr Utenhoven, wenn Sie da zugegen sein wollen? — es liegt von uns kein Einwand vor —» ihrem täglichen Beruf so dringend benötigen, wie die Herren im Bundeshaus die Tinte zum Erlass derartiger Verordnungen. Wenn vielleicht mit dieser neuen Zollpolitik gar noch eine verkappte Sanierung der Bundesbahnen eingeleitet werden soll, so widerspricht ein derartiger Schritt allzu deutlich dem klaren Volksentscheid vom 5. Mai dieses Jahres über das Verkehrsteigungsgesetz. Sollte die Sanierung der Bundesbahnen wirklich auf dem Rücken der Motorfahrzeugbesitzer einzuleiten versucht werden, so werden nur die schärfsten Abwehrmassnahmen gut genug sein, um den verantwortlichen Stellen eine etwas vernünftigere und weitsichtigere Verkehrspolitik beizubringen, und zwar wäre es Zeit, dass die 300000 am Strassenverkehr interessierten Schweizerbürger über ihre Verbände die Frage des Boykotts gegen die neuen Massnahmen in dem Sinne ventilieren, dass versucht wird, den Motorfahrzeugverkehr auf ein Minimum zu beschränken, was sowieso eine Folge der neuen Benzinzollpolitik des Volkswirtschaftsund Finanzdepartements sein wird. Die Schlechterstellung des Schweizerbürgers. Wie wir bereits in den letzten Nummern der «A. R.» erwähnten, sind die für die Belebung des Fremdenverkehrs vorgesehenen Benzinpreisreduktionen ein Schlag ins Wasser. Der grösste Teil der unser Land aufsuchenden ausländischen Automobilisten rekrutiert sich aus den umliegenden Staaten, sind doch 1934 am Gesamteintritt ausländischer Motorfahrzeuge Frankreich mit 52 %, Deutschland mit 19,9%, Italien mit 17,7%, Grossbritannien mit 2,1 % und Oesterreich mit 1,7 % beteiligt, während mit Ausnahme von Belgien (1,7 %) und den Niederlanden (2,08 %) alle andern Länder nur unter einem Prozent liegende Quoten aufzuweisen hatten. Vergleicht man die in den europäischen Staaten geltenden Benzinpreise mit dem obigen ländermäsiiigen Eintrittsanteil ausländischer Automobilisten, so lag der schweizerische Preis von 36 Rp. bereits unter den Ansätzen derjenigen Länder, die das grösste Kontingent ausländischer Automobilisten in der Schweiz stellen. Land Währung Finnland 2,90 Norwegen 0,26 Ungarn 0,34 Schweden 0,27 Grossbritannien 3,74 Dänemark 0,32 Rumänien 8,0 " Holland '" " Ö.12H Portugal 2,10 Oesterreich 0,60 Spanien 0,76 Tschechoslowakei 2,70 Schweiz Polen 0,75 Deutschland 0,38 Frankreich 2,50 in Landes- in Schwelzer- - o;36- — 0,42 0,46 0,50 0.49 Italien 1.98 Nachdem die Bundesbahnen letztes Jahr schon die ausländischen Reisenden stark bevorzugten, während der Inländer zu den hohen Bahntaxeri noch die Schulden übernehmen darf, will man nun'unter den Automobilisten ebenfalls eine' Zweiteilung konstruieren, die nicht nur böses Blut schaffen wird, sondern dem inländischen motorisierten Strassenverkehr und den tausenden damit zusammenhängenden Gewerben und Existenzen eine neue Last aufbürdet, die viele dem Ruin entgegenführen wird, wobei auch politisch betrachtet der neue Erlass von einer recht kurzsichtigen staatsmännischen Auffassung zeugt. Ein schlechtes Geschäft. Die Rechnung, die unsere Landesväter am grünen Tisch aufgestellt haben, wird in der Praxis nicht zum stimmen kommen. Einmal wird der Konsum an Benzin von jedermann so weit wie nur irgend möglich eingeschränkt werden und damit die Einfuhr zurückgehen. Nur Kopfschütteln und starres Schweigen — Der Kommissar stand da noch einen Augenblick — hob dann die Schultern an und ging hinaus. Herr Schwieger aber drehte seinen Stuhl herum, sah, während er mit geruhsam malmenden Kiefern weiterkaute, wohlwollend wie ein guter Wachhund auf Fred Rave. Der kümmerte sich nicht um seine Wächter. In sich versunken hockte er in seinem Sessel, schien sich mit den Gedanken in irgend, eine Ferne einzubohren, zuckte nur manchmal mit den Schultern, mit den Armen, schüttelte wirr den Kopf, als wollte er da etwas Unerträgliches, das ihn umspann, zerreisseri. Das Fräulein Lissy Erler fingerte unschlüssig'an ihrer blauen Kette. Sie wäre jetzt ums Leben gern zu Utenhoven hingetreten. Gezerrt, verfallen, wie sie es noch, nie gesehen hatte, war sein Gesicht; auf dem geschrieben stand, was er durchlitt —. Und aller Wille durchzuhalten und sich vor diesen Männern hier nicht schwach zu zeigen, deckte das nicht zu. Randvoll war ihr das Herz von Mitleid mit dem armen Chef — von Dräng, ihm nah zu., sein — denn wenn man so ,an alles dachte — wo es doch wirklich diese AUTOMOBIL-REVUE 1935 - No 52 ! Dann ist mit grösster Bestimmtheit damit zu rechnen, dass Hunderte von Fahrzeugbesitzern kleinere Wagen mit geringerem Benzinverbrauch und bescheidenerer Motorsteuer anschaffen oder ihren Waffen entweder ganz aus dem Betrieb nehmen werden oder doch die Dauer der Verwendung pro Jahr auf ein bis höchstens zwei Quartale einschränken. Dies wird den Minderkonsum und damit die Mindereinnahme des Bundes nicht nur verschärfen, sondern auch die kantonalen Haushaltungen schädigen, indem der Ertrag der Automobilsteuer entsprechend geringer ausfällt. Man wird sich im weiteren dann auch nicht darüber wundern müssen, wenn der Schweizer in vermehrtem Masse Auslandsfahrten unternimmt und in Ländern wie Italien von dem gleichen Preisvorteil zu profitieren sucht, den die Schweiz nun, unter gleichzeitiger wesentlicher Schlechterstellung ihrer eigenen Landsleute, den Ausländern gewähren will! Dass bei gesteigertem Auslandsbesuch unserer Volkswirtschaft und dem Staat mehr verloren gehen wird als die Millionen, welche man zusätzlich aus den Automobilisten herauspressen will, das kann man sich recht gut vorstellen. Kurzum, hier hat der Bundesrat die Rechnung wirklich ohne den Wirt, nämlich seine langmütigen Untertanen gemacht, und schon die Abrechnung des ersten Jahres wird erbringen, dass weder die erhofften 30 Millionen aus der Zollerhöhung für Benzin und Zucker gezogen werden können, noch unserer nationalen Wirtschaft daraus letzten Endes ein Vorteil erblühte. • Gegen den Bundesratsbeschluss an und für sich ist kein Kraut gewachsen, denn mit der ihm angehängten Dringlichkeit ist er jeder Rekursmöglichkeit entzogen. Die Automobilisten müssen sich rein formell damit abfinden. Materiell werden sie es aber gewiss nicht tun. Abgesehen von den bereits erwähnten Massnahmen des Selbstschutzes wird man nun um so energischer an der Alpenstrasseninitiatlve festhalten. Sie allein bringt eine teilweise Korrektur dieser Neubelastung, indem sie dem Bunde nur einen Teilertrag des Benzinzolles zur freien Verfügung überlässt und ihn wenigstens zwingt, die Restsumme und damit die grössere Hälfte für den Ausbau unserer Alpenstrassen und ihrer Zufahrtsstrassen zur Verfügung zu stellen. Dieser Ausweg "verhindert den Bund weiter daran, die schweizerische Automobilwirtschaft in unerträglicher Weise zu belasten, nur um der bald uferlos gewordenen Aüsgabenwirtschaft andauernd j£öhnen,_zu können...Wenn., nämlich ein Teil des Benzinzoll-Ertrages zweckgebunden ist, dann stehen eben diese Millionen nicht mehr zu beliebiger Verwendung zur freien Verfügung eines so unverständlich generösen Parlamentes,' das, wie dies erst in der abgelaufenen Session der .Fall war, Millionen-Nachtragskredite in einer Weise verteilte, als lebten wir in Schlaraffia. Es gilt nun endlich einmal die öffentliche Hand zu einer ausgesprochenen Sparwirtschaft anzuhalten. Das System, die Ausgaben als Grundlage anzunehmen und dann mit aller Teufels Gewalt entsprechende Einnahmen zur Deckung herbeischaffen zu wollen, muss einmal aufhören. Es treibt nicht nur in Bezug auf die Automobilwirtschaft ihr Unwesen, sondern wirkt sich überhaupt immer bedenklicher aus. Der Staat soll sich, wie der Private, nach der Decke strecken und seine Ausgaben den ihm zukommenden Einnahmen anpassen. Das bedauerliche bei der neuen Zollerhöhung für Benzin ist nicht nur der Umstand, dass unser Verkehrswesen damit um viele Jahre der Entwicklung zurückgeschleudert wird, sondern dass bei aller Schädigung der Staat doch nicht auf seine Rechnung kommen wird, Die Zeit liegt nicht allzufern, wo wir grosse Liebe gewesen war —. Das Bild im schmalen Lederrahmen, das immer vor ihm auf dem Schreibtisch in der Bellevuestrasse stand, sah sie vor sich; wie oft sie das, wenn er nicht da war, heimlich aufgenommen und jeden Zug in dem Gesicht studiert hatte —. Und eigentlich hatte sie seine Frau ja auch beneidet —. Und jetzt —! Sie dachte, und ihr Blick ging wiederum zu ihm: schliesslich gehörte es sich doch sicher auch, dass sie ihm jetzt ein paar Worte zu dem furchtbaren Verlust sagte, als seine Sekretärin, und wo doch der fremde alte Sanitätsrat ihm schon gesagt hatte: Sie sind ein Mann — Sie müssen es mit Fassung tragen —. Sie strich sich glättend über ihr Pagenhaar, sie feuchtete die Lippen, legte sich das schon zurecht, wie sie eis ausdrücken wollte, denn es sollte doch auch schön und empfunden sein. Aber wie sie es dann.endlich hatte und eben einen Schritt zu ihm machen wollte, traf sie sein Blick, winkte er ihr mit einem Kopfschütteln ab. Das hiess: jetzt nicht — und sie sollte mit ihm nicht sprechen, ehe nicht hier alles abgeklärt und bereinigt war. (Fortsetzung folgt.) unsere Rechenkünstler im Bundeshaus an den hier aufgezeigten Rechenfehler auf Grund der Zollerträgnisse erinnern können! Als Nachtrag lassen wir noch die Zusammenstellung über die zahlenmässige Auswirkung der Bundesratsbcschlüsse über Aenderung des Zolltarif es folgen: die Zölle auf Motorentreibstoffen: 20.— 1065b Benzin und Benzol zu motori-- sehen Zwecken 28.—- S.— 1126a Petroleum zum Antrieb von Fahrzeugmotoren 16.— 3.— 1127a Petroleumsurrogate zum Antrieb •von Fahrzeugmotoren 16.—' 3.— 1128a nicht anderweit genannte Mineral- u. Teeröle aller Art, zum Antrieb von Fahrzeugmotoren 16.— (Folgen einzelne Bestimmungen über die Zuschlagszölle auf im Inland hergestelltem Benzin.) rm Gerechte Strafe für Autowildlinge. Am 5. März dieses Jahres ereignete sich bekanntlich an der mittleren Bahnhofstrasse in Zürich ein bedauernswertes Automobilunglück, das wegen den zugrunde liegenden Umständen nicht nur in Automobilkreisen, sondern in der ganzen Oeffentlichkeit grössten Unwillen erweckte. Ein 19jähriger Reisender, ausgerüstet mit einem 8 Tage alten Führerschein mit dem Vermerk: «Praktisch und theoretisch mittelmässig > aber mit einem neuen, starken Wagen wollte ein Renommierstücklein zum Besten geben. Zu diesem Zweck wurde die stark frequentierte Bahnhofstrasse auserlesen, damit ja viele Leute und besonders die im Fonds sitzende Bekannte den Volantakrobaten bewundern können. Unbekümmert um den übrigen Verkehr wird mit übersetzter Geschwindigkeit vorgefahren, bis der Wagen auf dem Trottoir landete und zwei junge, gänzlich unbeteiligte Menschenleben mitriss. Neben den verständlichen, überall zum Ausdruck gebrachten Entrüstung über das Verhalten des jungen Fahrers, wurde auch dem zürcherischen Gemeinderat eine Eingabe eingereicht, die für die Bahnhofstrasse und den Limmatquai ein Vorfahrverbot "verlangte. Vor kurzem erschien nun der junge Verkehrssünder vor den Schranken des Gerichts, angeklagt wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung. Die Geschworenen sprachen nach kurzer Beratung den Angeklagten als schuldig und der Staatsanwalt forderte mit Recht vom Gerichtshof die Ausfällung einer exemplarischen Strafe, wobei er seine Auffassung darauf stützte, dass sowohl zur allgemeinen Abschreckung* wie auch aus erzieherischen Gründen gegen derartige Motorfahrzeugführer empfindliche Strafen ausgesprochen werden müssen. Der Angeklagte habe sich einer grobfahrlässigen Handlungsweise, eines Draufgängertums, wie man es sich in schlimmerer Form ga nicht denken könne, schuldig gemacht. Nach etwas mehr als halbstündiger Beratung wurde vom Vorsitzenden das Urteil verkündet. Gestützt auf die Anträge des Staatsanwalts erhielt der Angeklagte wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung eine sechsmonatige Arbeitshausstrafe auferlegt, von der 19 Tage durch die erlittene Untersuchungshaft abgerechnet werden. Entgegen den Anträgen des Verteidigers, wurde eine bedingte Verurteilung versagt. Ist es mit der Bestrafung nun getan ? Täglich kann man beobachten, wie viele Motorfahrzeuglenker keine Ahnung haben von der Macht der ihrem Wagen innewohnenden Kräften, wie aber auch viele andere Strassenbenützer ebenso unerfahren dem motorisierten Strassenverkehr gegenüberstehen. Wir sind die Letzten, die nicht nach exemplarischer Bestrafung für Verkehrswildlinge rufen, verlangen aber auch, dass unkorrektes Vergehen der übrigen Benutzer der Strasse, die den Automobilisten gefährden* in ebenso energischer Weise bekämpft werden. Ein typisches Beispiel grenzenloser Unachtsamkeit und groben Verstosses gegen die Verkehrsvorschriften leistete z.B. jener Landwirt, der vor einigen Tagen in Bilten seinen Heuwagen unbeleuchtet auf der Strasse stehen Hess, was den Tod eines Touring-Strassenagenten zur Folge hatte. Wir wissen, dass es sehr schwierig ist, den Schweizerbürger so weit zu erziehen; dass er dem heutigen Verkehr die notwendige Aufmerksamkeit schenkt, sei er nun Automobilist, Motorrad- oder Velofahrer oder Fussgänger. Sogut die Bahntrassees keine Tummelplätze für alle möglichen Kunststücke, für politisierende oder zeitungslesende Eidgenossen, für Kinderspiele oder Plauderstunden darstellen, ebensowenig kann der heutige Strassenverkehr auf solche Mätzchen Rücksicht nehmen. Mehr Verständnis für die gegenseitigen Belange der verschiedenen Strassenbenützer und eine strengere Kontrolle durch Verbände und Obrigkeit kann allein in Verbindung mit Erziehungswochen unser Volk so weit an den neuzeitlichen Strassenverkehr gewöhnen, wie dies auch im Ausland möglich ist. Wy.

52 AUTOMOBIL-REVUE Sportnachrichten Rückschau auf den Großen Preis von Frankreich. Der Grosse Preis von Frankreich gehört zu den ältesten und berühmtesten Rennen Europas. Es war im Jahre 1906, als er auf der Sarthe-Rundstrecke über eine Distanz von 1228 km zum erstenmal ausgetragen wurde. Dreizehn Maschinen erschienen damals am Start mit Hubvolumen von 12 bis 13 Liter; nach einem harten Kampf ging Renault unter der Führung von Szisz als Sieger hervor (Mittel 101 km/St.). Nun folgten sich die Rennen Jahr auf Jahr, jedesmal aut einer andern Piste, jedesmal über eine andere Distanz. Durch den Weltkrieg entstand ein sechsjähriger Unterbruch, aber im Jahre 1921 wurde der Grosse Preis von Frankreich wieder ins Sportprogramm aufgenommen und das erste und zugleich einzige Mal von einer amerikanischen Maschine (Duesenberg) gewonnen. Nicht weniger wie neun Marken von Weltruf können sich rühmen, ein oder mehrere Male dieses klassische Rennen für sich entschieden zu haben, nämlich: Bugatti (5), Fiat (2), Mercedes-Benz (3), Duesenberg (1), Alfa Romeo (3), Peugeot (2), Sunbeam (l), Delage (2). Der Grand Prix vom letzten Sonntag war der 21. und bildete das Gegenstück zu demjenigen vom Jahre 1934, wo Alfa Romeo einen ähnlichen, überwältigenden Erfolg landen konnte wie diesmal Mercedes-Benz. Allerdings hatten es die Fahrer der Untertürkheimer Marke, nachdem Nuvolari, Varzi, Chiron und Stuck ausgeschieden waren, leicht und konnten den Rest des Rennens eher gemütlich nehmen. So stand das Mittel von Nuvolari als Spitzenfahrer im Augenblick, als er ausschied, auf 134 km/St. Als dann Caracciola die Führung übernommen hatte, sank die Durchschnittsgeschwindigkeit sukzessive. Nach 300 km war sie noch 129, nach 350 km 127, nach 450 km 125 und am Schluss des Rennens 124,5 km/St. Vom taktischen Standpunkt aus gesehen war diese Fahrweise Caracoiolas durchaus richtig, wenn auch dabei die Zuschauer nicht ganz auf ihre Rechnung kamen und ihrer Unzufriedenheit durch massenhafte Abwanderung schon nach der Hälfte des Rennens Luft .machten. Alfa Romeo. Die alten Monoposti mit den neuen 3,8-Liter- Motoren machten zu Beginn des Rennens einen ganz ausgezeichneten Eindruck und schon zog man einen italienischen Sieg in den Bereich der Möglichkeit. Die neuen Motoren, die einfach durch Vergrösserung der Bohrung aus den alten 3,2-Liter-Maschinen entstanden sind, zogen glänzend durch und kamen auf hohe Spitzengeschwindigkeiten. Doch bald trat das ein, was die Alfa Romeo-Leute selbst schon vorher befürchtet hatten. Das alte Chassis war der höhern Leistung des Motors, die rund 50 PS ausmachte, nicht gewachsen und nach 70, hzw. 150 km Fahrt zeigten sich Defekte in den Antriebsorganen. Letztere werden nun verstärkt und man hofft, in mehreren Wochen so weit zu sein, um diese 3.8-Liter-Maschine mit grösserer Chance in neue Kämpfe zu entsenden. Vorher wird aber noch das neue 12-Zylinder- Modell, das weit leistungsfähiger sein soll, auf der Bildfläche erscheinen und wahrscheinlich im Laufe dee nächsten Monats debütieren. Auto-Union. Die neuen Maschinen von Auto-Union, die über 5,6 Liter Hubvolumen verfügen, sind offenbar noch nicht rennreif. Auch die neuen Bremsen und die neue Hinterradaufhängung lassen in der Praxis noch einiges zu wünschen übrig. Schon im Training erwies es sich, dass die Kerzen in dem neuen Motor nur kurzlebig waren und nach einigen Runden wegen starker Verölung ihren Dienst versagten. Im Rennen selbst zeigten sich dann noch etwelche Schwierigkeiten mit der neuen Torsionsabfederung der Hinterräder und zu guter letzt funktionierten beispielsweise bei Stucks Wagen auch die Bremsen nicht mehr. All diese Mängel werden wohl früher oder später behoben werden können, und dann wird die Auto-TJnion-Maechine nicht mehr mit sich spassen lassen, denn sie verfügt nun über mehr wie 500 PS. Wie es Ing. Porsche gelungen ist, in einem Grand-Prix-Wagen einen 5,6-Liter-Motor unterzubringen, ohne dass er die 750-kg^Grenze überschreitet, ist fast unerklärlich. Wenn das so weiter geht, werden wir im Jahre 1937, wo erstmals die neue Rennformel zur Anwendung kommt, doch Wagen haben, die auf ähnliche Geschwindigkeiten kommen wie die heutigen. Mercedes-Benz hat sich mit dem Erfolg vom vergangenen Sonntag bereits den dritten Sieg im Grand Prix des A. C. F. gesichert. Das erste Mal war es im Jahre 1908 auf der Rundstrecke von Dieppe und das zweite Mal 1914 auf einer Piste bei Lyon, wo Lautenschlager nach heissem Gefecht beidemal das Rennen für eich entscheiden konnte. 1914 errang Mercedes-Benz sogar die drei ersten Plätze, und beinahe hätte diese Marke heuei einen ähnlich grandiosen Erfolg wiederholt. Fagioli, der dritte, kam aber in den letzten Runden wegen Defekts an der Brennstoffpumpe nicht mehr mit Der Italiener nahm nach längerem Halt an den Boxen die Fahrt wieder auf, verlor aber viel Brennstoff und fiel so weit zurück, dass ihn Zehender passieren konnte. Caracciola hat sich erneut als ganz gerissener Routinier gezeigt. Er bändelte zu Beginn des Treffens mit seinem Rivalen Nuvolari an, um zu sehen, ob er des Italieners Tempo zu halten vermöchte, und als Caracciola zu seiner Beruhigung festgestellt hatte, dass ihm der Mantuaner nicht durchbrennen konnte, Hess er ihn wieder an sich vorbei und folgte ihm auf den Fersen. Was übrigens auch für das grosse Können des Deutschen spricht, ist die Tatsache, dass er das ganze Rennen ohne jeglichen Reifenwechsel erledigte. S.E.F.A.C. Man spricht schon lange von dieser franzosischen Neukonstruktion von Ing. Petit. Von Rennen zu Rennen wird sie erwartet, und bis jetzt hat sie nichts als zwei Trainingsrunden durchgehalten. Von der Strassenhaltung und der Abfederung scheint man allerdings sehr befriedigt zu sein, doch mit dem Motor klappt es noch nicht ganz. Die Konstrukteure sprechen von Schwierigkeiten in der Brennstoff Versorgung; wahrscheinlich liegt der Fehler aber anderswo. Hat man vielleicht die Feststellung gemacht, dass heute mit einer 2,8-Liter- Maschine nicht mehr gegen die Konkurrenz aufzukommen ist? Wenn nicht, dann wird die Zeit bestimmt noch kommen. Maserati hat, im Grunde genommen, sehr ehrenvoll abgeschnitten. Die beiden alten Maschinen von Sommer und Zehender haben wenigstens ihre Zuverlässigkeit erneut bewiesen, wenn sie auch lange nicht schnell genug sind, um irgendwie mit Aussichten auf Siegerehren in ein Rennen zu gehen. Ihre Zeit ist vorbei, und so ist es gut, dass bald die neuen 5-Liter-Maschinen eingesetzt werden. Bugatti. Auch die Maschine von Benoist war mehr oder weniger eine Neukonstruktion, und trotzdem sie gleich von Anfang an weit zurückfiel, äusserte sich Jean Bugatti sehr befriedigend über ihr Debüt. Der Wagen verfügt über 3,3 Liter Zylinderinhalt, gerade zu wenig, um den heutigen Anforderungen in einem Rennen zu genügen. Jean Bugatti ist jedoch voll guter Hoffnungen und glaubt, in den kommenden Rennen mit seinem Erzeugnis ein gewichtiges Wort mitsprechen zu können. Das Kennen der « Urahnen ». Bevor die Rennboliden gestartet •wurden, Team noch ein «Rennen» für Automobile, die vor dem Jahre 1905 konstruiert worden sind, zur Durchführung. Gegen die 25 erschienen am Start, und viele von ihnen hatten über 40 Jahre auf dem Buckel. Punkt 11.30 schwang der Starter seine Flagge Die «Veteranen» hüpften zuerst etwas in die Höhe und dann zischten und pufften sie davon. Es entwickelten sich bald heissumstrittene Kämpfe im .. 30 km/St. Tempo. Aber es ging auch so, und die Hauptsache war schliesslich, dass alle gestarteten Fahrzeuge das Ziel erreichten, was man von den modernen Rennwagen nicht gerade behaupten könnte. * Durch den riesigen Erfolg, den sich Deutschland am letzten Sonntag auf der Montlhery-Bahn geholt hat, ist man in Frankreich doppelt betrübt darüber, dass man keine eigenen Rennmaschinen besitzt, die den ausländischen Fabrikaten ebenbürtig sind. Die öffentliche Sammlung und der Verkauf von Abzeichen hat ja ganz hübsche Sümmchen eingebracht, aber um wirklich entscheidend in die internationalen Rennen eingreifen zu können, genügt es eben nicht. Schon ein einziger Rennwagen kostet ein GENEVE 3, rue Louis-Duchosal " ZURICK Walchestrasse 32 ganz ansehnliches Vermögen, und dabei müssen doch mindestens zwei bis drei Stück m ein Treffen eingesetzt werden können. Was tun? Man ruft nun in Frankreich die Regierung an, sie muss helfen. Der A. C. F. droht sogar damit, in Zukunft den Grand Prix gar nicht mehr ausfahren zu lassen, denn er sieht es begreiflicherweise nicht gern, wenn jedesmal die ersten Preise von ausländischen Wagen* •weggeschnappt werden. Nun, vielleicht wird die Schlappe, die sich Frankreich geholt hat, noch gute Auswirkungen zeitigen. Er werden nun zweifach soviel Anstrengungen gemacht -werden, um endlich wieder einmal einen konkurrenzfähigen Wagen auf die Beine zu stellen. Caracciola über seinen Sieg. Caracciola machte kein Geheimnis daraus, dass es schon lange sein Wunsch gewesen war, einmal den Grand Prix des A. C. F. zu gewinnen; denn nach seiner Ansicht ist diese Veranstaltung das wichtigste Rennen der Welt. Allerdings wäre es ihm lieber gewesen, wenn er bis zum Schluss des Laufes einige gefährliche Widersacher gehabt hätte. Sein relativ leicht errungener Sieg störte sichtlich die Freude des sympathischen Fahrers über seinen Erfolg. Ueber die Aufstellung der Schikanen befragt, drückte Caracciola sich sehr befriedigt aus. In französischen Sportkreisen geht man allerdings mit ihm nicht einig, denn dort war man der Ansicht, dass diese «Hindernisse» reichlich überflüssig waren. Der Grosse Preis von Penya Rhin. Der spanische Grosse Preis von Penya Rhin war ursprünglich auf den 2. Juni 1935 vorgesehen. Anfänglich zeigten sich aber erhebliche finanzielle Schwierigkeiten. Den Organisatoren standen zuerst nicht genügend Geldmittel zur Verfügung und schon glaubte man, das Rennen für dieses Jahr ganz streichen zu müssen. Nach einigem hin und her verschob man dann die Veranstaltung auf den 30. Juni und innert kürzester Frist gingen einige ganz erstklassige Meldungen ein. Das Rennen kommt, wie wir schon früher meldeten, in einem Park in Barcelona zur Austragung und führt über eine Piste von 3,79 km Länge, die 70mal (265 km) befahren werden muss. Zugelassen werden nur Maschinen, die der bestehenden Grand-Prix- Forme] entsprechen. Die schnellsten Fahrer brauchen für eine Runde etwas mehr wie 2 Minuten, so dass die beteiligten Maschinen ständig am Zuschauer vorbeirasen : einerseits sind solch AMBASSADOR... Pneu de Luxe qui rehausse l'elegance de la voiture par sa Präsentation impeccable. Son profil derive des fameux pneus de course ENGLEBERT, en fait le pneu parfait pour voitures lourdes et rapides. kurze Pisten sehr übersichtlich, denn jede Verschiebung im Fahrerfeld kann genau verfolgt werden, anderseits verliert der Zuschauer leicht die Orientierung, sobald die im Hintertreffen liegenden Piloten überrundet worden sind. Für den Zuschauer, der auf sich allein angewiesen ist, wird es dann äusserst schwierig, noch die richtige Reihenfolge der Wagen festzustellen. Dafür wird er aber durch einen spannenden und abwechslungsreichen Verlauf des Kampfes entschädigt. Die Sensation des diesjährigen Grossen Preises von Penya Rhin wird das Erscheinen von Etancelin mit seinem neuen 5-Liter- Maserati sein. Schon seit geraumer Zeit hatte man mit Ungeduld auf diese Neukonstruktion gewartet. Nun soll sie marschbereit sein. Oder steht ihr vielleicht das nämliche Schicksal bevor, wie den Sefacwagen? Zuerst ein Dutzend Anmeldungen für alle grössern Rennen, um dann nach dem ersten unternommenen Training wieder von der Bildfläche zu verschwinden. Wohl kaum, denn Maserati weiss, wie man Rennmaschinen baut und er weiss auch, wann man sie der Oeffentlichkeit übergeben darf. Dass Etancelin gleich einen überlegenen Sieg landen wird, ist natürlich nicht zu erwarten; auch der neue Maserati wird seine Mängel zeigen, die erst im Verlaufe von Wochen oder gar Monaten ausgemerzt werden können. Neben Etancelin startet auch Zehender für die Scuderia Subalpina. Da diesem aber noch kein neues Modell zur Verfügung steht, bleibt für ihn wenig Aussicht auf Erfolg. Die Scuderia Ferrari lässt sich durch Nuvolari und Dreyfus vertreten, die möglicherweise wieder auf den 4-Liter-Modellen antreten werden, welche in Montlhery gefahren sind. Die neuesten Typen von Alfa Romeo sind noch nicht rennreif und werden frühestens im Juli ihre ersten Rennen bestreiten. Die beiden deutschen Ställe werden ebenfalls mit von der Partie sein. Mercedes-Benz delegiert Caracciola und Fagioli, während die Auto-Union Varzi -und Rosemeyer nach Barcelona entsendet. Als Einzelfahrer haben Howe, Wimille (Bugatti), Pintacuda, der Sieger der diesjährigen Mille Miglia (Alfa Romeo), Soffietti (Maserati), Villapadierna (Maserati) und Mlle Helle-Nice (Alfa Romeo) gemeldet. Und wie steht es mit den Siegesaussichten? Nochmals Mercedes-Benz ? Ein sechstes Mal? Die Chancen stehen bestimmt recht gut. Freilich scheint es, als ob es endlich auch der Auto-Union wieder einmal gelingen sollte, ihre Wagen zu Erfolg zu bringen. Das Chassis von Alfa Romeo hat sich im Grossen Preis von Frankreich für die neuen 4-Liter-Motoren als zu schwach erwiesen und ein Umbau desselben wird innert einer Woche kaum auszuführen sein. Aus diesem Grunde ist es nicht ausgeschlossen, dass Nuvolari und Dreyfus es vorziehen, nochmals mit den 3,2-Liter-Maschinen zu starten, mit welchen sie allerdings gegen die deutschen Wagen nicht aufkommen können. Aber trotzdem stehen wir vor einem Rennen von Klasse und man darf auf dessen Ausgang wirklich gespannt sein. Die Nennungen. Caracciola (Merc.-Benz) Varzi (Auto-Union) Nuvolari (Alfa Romeo) Etancelin (Maserati) Wimille (Bugatti) Pintacuda (Alfa R.) Soffietti (Maserati) Fagioli (Mercedes-Benz) Rosemeyer (Auto-Union) Dreyfus (Alfa Romeo) Zehender (Maserati) Villapadierna (Maserati) Lord Howe (X) Mlle Helle-Nice (AlfaR.) Ein zwei Liter E.R,A.-Wagen. Die Gesellschaft der E.R.A. (English Racing Automobiles Ltd, London) wurde im Jahre 1933 von H. Cook gegründet, mit dem Zweck leistungsfähige englische Rennwagen zu bauen und sich zugleich an den verschiedenen Rennen zu beteiligen. Zunächst begann man mit der Konstruktion von 1,5-Liter-Maschinen, die kürzlich auf dem Nürburgring mit grossem Erfolg abschnitten. Diese verfügen über einen 6-Zylinder-Riley-Motor und besitzen ein Armstrong-Siddeley-Vorwählgetriebe. Der Kompressor ist von der E.R.A. selbst gebaut (Lizenz Jamson). Das Fahrzeug wiegt vollständig ausgerüstet 800 kg und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von rund 240 km/St. E.R.A. beabsichtigt nun auch noch einen 2-Liter-Wagen zu bauen, mit dem sie sich an den Grand-Prix-Veranstaltungen beteiligen wollen. Man hofft, mit dieser neuen Maschine bereits am 18. Juli im Grossen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring starten zu können. Ob aber ein 2-Literwagen den Kampf mit doppelt so starken Gegnern mit Erfolgsaussichten aufnehmen kann, ist eine andere Frage. Die ersten Nennungen für den Grossen Preis von Belgien, der am 14. Juli auf der Rundstrecke von Spa zur Durchführung gelangt, sind bereits eingegangen. Es handelt sich um diejenigen von Fagioli und Caracciola für Mercedes-Benz, von Varzi, Stuck und Rosemeyer für Auto-Union. Man erwartet ferner auch noch die Teilnahme der beiden italienischen Ställe, die voraussichtlich beide mit ihren, neuen Maschinen antreten werden.