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E_1938_Zeitung_Nr.051

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8 ÄÜTÖMÖBLTJ-REVUE

8 ÄÜTÖMÖBLTJ-REVUE FREITAG, 24. JUNI «38 N»51 Kein Autokauf mit verbundenen Augen mehr! Jeder Autokauf trägt ein Risiko in sich: das Risiko der Betriebskosten. Wenn Sie Jedoch einen DKW-Wagen anschaffen, dann wissen Sie über die Höhe der Betriebskosten genau Bescheid — dank unserem Pauschal-Service. Pauschal-Service? Was ist das? Wie geht das zu? Gegen eine feste PauschalvergUtung von Fr. 45.— im Monat plus 5 bis 53/4 Rappen pro gefahrenen Kilometer, je nach Modell, bezahlen wir für Sie Steuer und Versicherung, Benzin und Oel, Waschen und Schmieren, Reparaturen und Ersatzteile. Und zwar nicht nur am Anfang — nein, solange Sie den Wagen besitzen, können Sie dank unserm Pauschal-Service mit genauen Betriebskosten rechnen. Besichtigen Sie die neuen DKW-Modelle. Machen Sie eine ProbefahrtI Sie werden erstaunt sein über die elegante, geräumige Stahl-Karosserie (Schweizer Arbeit) über den ruhigen, rassigen Gang des Wagens. 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BERN, Freitag, 24. Juni 1938 Automobil-Rivue II. Blatt, Nr. 51 Johannes Vincent Venner: m 6er Dämmerung Htit 6ätncr fäge Die Dämmerung breitet jetzt zuweilen leichte Nebelschleier über die Aare, die in grossem Bogen die alte Zähringerstadt umfliesst. Langsam steigen sie empor und legen in Gassen und Lauben einen dünnen Flor um die Lichter... Immer wieder muss ich in dieser von Zauber und Märchen erfüllten Dämmerung über die Brücken schlendern, um das geliebte Bild — das alte und ewig junge Bild — mit berauschtem Auge ein andermal zu umfangen. Ein edles Wahrzeichen weist der Münsterturm ins Ewige empor. Glocken klingen und mahnen an das Davoneilen der Stunden. Mögen sie fliehen: was sie in der Kindheit mir ins Herz gelegt haben, wird nicht mit ihnen verwehen. Wie eine köstliche Melodie singt es in mir fort... Was gibt es für einen Heimatsucher Schöneres als die Brücken, die alten Lauben und Gassen, die feierlichen Plätze seiner Stadt! Oder die Münsterplattform, wo man so gut in die Aare hinunterträumen kann! Innig ist der rauschende, blaue Fluss, der zu Zeiten so ungeberdig werden kann, mit unsern Knabenjahren im Altenberg verbunden. Wie in meine frühesten Erinnerungen ragen in Nebel und Dämmerung des einsamen Träumergangs Brunnen, auf denen die gewichtigen Männer in wehrhafter Rüstung und stählernen Harnischen stehen. Sie thronen wie zur Kinderzeit noch immer auf ihren Postamenten gleich Wächtern über Stadt und Arkaden, über Kirchen und Brücken. Aus den blanken Messingröhren springt das kristallklare Wasser nach den vier Himmelsrichtungen und ergiesst sich in die weiten, tiefen Tröge. Ich betrachte andächtig wie vor vierzig Jahren die Wappentiere und sagenhaften Gestalten, die Elfen und Nymphen, die Griechengötter und christlichen Heiligen, die Könige und Krieger, die Dudelsackpfeifer und Rattenfänger und der Totentanz des Nikiaus Manuel. Auf Sockeln und Trögen ersteht wieder die Zauberwelt meiner Kindheit, die mich so oft in Schlaf und Traum begleitete. Als ich klein war, versuchte ich meine Hände in das betörende Rauschen dieser wunderbaren Fontänen — so sagte meine Grossmutter — zu tauchen: aber so hoch ich mich reckte, ich erreichte das Wasser nicht. Vom Kindlifresser auf seinem hohen Brunnenstock erzählte sie mir allerlei Geschichten; aber ich schaute dreist zu dem hungrigen Schreck empor, der die zappelnden Kleinen in sein unersättliches Maul schob. * Grossmutter wohnte in einem alten Haus in der Linde draussen, nahe dem Bremgartenwald. Wenn sie in die Stadt musste, trappelte sie gebeugt und vorsichtig durch die Villette dem Christoffeltor zu. Den Namen Bubenbergplatz hörte ich nie von ihr: für sie war hier immer noch die Ross-Schwemme, der Burgerspital und der Christoffelturm. Sie konnte sich nicht an die neue Zeit gewöhnen, die alles Altgewohnte zusammenriss und eine fremde Stadt erstehen Hess. Mit ihren Augen sehe ich noch heute die Stadt und vermisse manche versunkene Schönheit... Aber auf meinem Gang in der Dämmerung fühle ich mich vom Hauch der Jahrhunderte umfangen. Die Märchenstadt ersteht %ieder, Wiedersehen mit Bern in der die grosse Vergangenheit lebendig geblieben ist, wo die berühmten Ritter und Feldherren in eisernen Rüstungen und die würdigen Gelehrten und Ratsherren mit Zopf oder Allongeperücken zum mitternächtlichen Geisterspuk von den Brunnen und Postamenten steigen und die Altstadt mit ihren niederen Arkaden und engen Gässchen, den langen, steilen, gedeckten Treppen, den weiten Höfen und Hallen unsicher machen. Wie liebe ich diese Stadt...! Die ausdrucksvollen Fassaden der Häuser und Paläste, die hohen, mit stolzen Wappen, frommen Fresken und streng gegliederten Reliefs geschmückten Toreingänge, die versonnenen Lauben, die jeder Gasse ihr besonderes Antlitz verleihen, die weiten Plätze, über die einst feierliche Prozessionen und rüstige Kriegsleute schritten, halten eindringliche Zwiesprache mit mir. Uralter Kulturboden ist es, auf dem ich wandle... Wenn ich über den imposanten Platz schreite, auf dem, wie ein erhabener Schöpfungstraum in Stein, sich das Münster mit seinem glorreichen Turm erhebt, muss ich weit in die Erinnerung zurückkehren, um ein ebenso überwältigendes Städtebild zu finden. Ich denke an die mittelalterlichen Dome Italiens, an die gotischen Kathedralen Belgiens und Frankreichs. Aber Vergleiche sind arm und unzulänglich, wenn das Herz urteilt. Ich gehe in der Dämmerung träumend durch meine Stadt. An hohen Giebelhäusern und schmucken Barockbauten vorüber und bleibe da und dort vor einer Marmorgedenktafel andachtsvoll stehen und lasse die Jahrhunderte über mich hinziehen ... Einst zogen die hochbepackten Wagenzüge der Handelsherren der alten Zähringerstadt, begleitet von einem bewaffneten Tross, hinaus auf die grossen Handelsstrassen: nach Norden und Süden, nach Osten und Westen. Ich gebe mich auf meinen Träumerwegen in der Dämmerung dem romantischen Zauber dieser Gassen und Plätze erlebnisfreudigen und willigen Herzens hin, und wäre nicht erstaunt gewesen, in der Stille der Junkerngasse den Edlen der Vergangenheit, den Staatsmännern, Kriegern, Gelehrten und Künstlern zu begegnen... Sturm und Drang brandete an die grauen Mauern meiner Stadt. Die Jahrhunderte haben ihr den Stempel aufgedrückt: jedes einzeln, wie es kam und ging, und der Geist und die Ahnung vergangener Dinge werden hier nie sterben. Der Rhythmus der vorwärtsdrängenden Zeit klingt hier gedämpfter, weniger aufdringlich als in andern Städten: es ist immer noch die Stadt der Dichter und Träumer... Mein Gang in der Dämmerung führte mich schlieslich in den kleinen Weinkeller an der Gerechtigkeitsgasse, wo ich wieder einmal langsam und geniesserisch milden alten Veltliner trank, der in mir Duft und Erinnerung und Sehnsucht schenkte. Die vertrauten Gestalten aus der Jugendzeit erfüllten den Raum wie selige Geister, und schöne Stunden erwachten zum tausend und einen Male zu neuem, glutvollem Leben Den köstlichen Wein Hess ich Tropfen um Tropfen auf der Zunge verduften, und die ergriffene Zeit der Jugend und der Liebe floss leise und ausgekostet in meine Seele, wie süsser Honig aus schweren Waben... Es isch eso a blybt drby: Mir Bärner säge Dihr, nid Sy! Da chönne lang si b'richte, «Dihr» sygi grob, «Sy» sygi rächt. He na so deh — warum deh acht Wird ds «Dihr» gäng bruueht bim Dichte? « Vous » seit dr Wältsch ganz comme il faut, « You » säge d'Aengeländer oh, Mir Bärner wei's oh b'halte 's isch ds elter Guetdütsch weder « Sy »; Drum wei mer hinderhääggig sy U nid vertuusche ds Alte. « Sy Bäbi», seit jitz d'Frau deh gly, « Sy b'schütten Sy den Chabis chly, Dann gäben Sy den Söuen! » U zu de Chnächte rüeft dr Fritz: « Sy, wei Sy ächter ufstah jitz, Sy müessen gagen heuen!» Das isch e Sprach, dass 's Gott erbarm! Es lüpft m'r allimal dr Arm, Dam « Syner » Eis ga z'recke. O, redet üüses Bärndütsch doch! Das Chrousimousi tuet i ds Loch U fest mit Mutte decke! Tagtäglich wallfahrtet gross und klein nach dem Bärengraben bernische Attraktion» Gottfried Strasser. denn das Mutzender ist eine (Photo S*no)