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E_1939_Zeitung_Nr.055

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6 AUTOMOBIL-REVUE

6 AUTOMOBIL-REVUE FREITAG, 7.' JULI 1939 — N° 55 nietung der Rahmen als unumgänglich erwies. Wie ungünstig der genietete Anschhiss eines Rahmenquerträgers an den Längsträger im Vergleich zu einer ähnlichen geschweissten Verbindung hinsichtlich ihrer Widerstandsfähigkeit gegen dynamische Beanspruchung abschneidet, geht aus der nachfolgenden Gegenüberstellung hervor : Da im praktischen Fahrbetrieb für die Lockerung oder den Bruch der Querträgerverbindunigen nicht die — hauptsächlich von den Längsträgern aufgenommene ,— Biegungsbelastung, sondern vielmehr die dort auftretende V e r w i n - dungs b e an s p r uch u n g massgebend ist, wurde für die Versuche eine Schwingungsvorrichtung verwendet, bei der die Bewegung eines schweren Wippbalkens unmittelbar die Verdrehung des Querträgers gegen den fest eingespannten Längsträger bewirkte. Dabei zeigte sich nun, dass an der geschweissten Verbindung ein — die Schweissnähte selbst aber nicht berührender — Bruch erst nach zirka 6500 Schwingungen eintrat, wogegen sich bei der genieteten Verbindung bereits nach 120 Schwingungen eine so deutliche Lockerung der Nieten einstellte, dass sich die beiden Träger gegeneinander um 0,5 mm verschoben. Nach weiteren 1300 Schwingungen war bereits ein unzulässiges Spiel der Teile gegeneinander festzustellen und nach insgesamt 2300 Schwingungen »war die Verbindung an der in Abb. 10b ersichtlichen Stelle restlos zu Bruch gegangen. Bei der Schweissung kommt selbstverständlich eine dem Bruch vorausgehende Lockerung überhaupt nicht in Frage. Des Interesses halber sei erwähnt, dass ihre Herstellung 20 Minuten Zeit beanspruchte gegenüber 42 Minuten für die genietete Verbindung. (Schluss folgt.) ragen! „Schiebfenster" im Kühlergitter Das hier gezeigte Gitter mit dem kleinen senkrecht verschiebbaren Mittelteilstellt nicht etwa den kugelsicheren Schalter einer Chicagoer Bank dar, sondern es bezieht sich, vielmehr auf eine interessante Einzelheit am Kühlergitter gewisser Wolsley^Modelle. Der « Schalter > dient zur Einführung der Andrehkurbel beim Anwerfen des Motors von Hand. Verwindungssteifer Wagenaufbau Wenn man einen Maßstab oder auch ein Flacheisenstück an seinen Enden kräftig anpackt, so lässt es sich ohne weiteres sichtbar etwas verwinden. Würden wir dies jedoch bei einem Rohr gleichen Gewichts aus Blech probieren, so hätten wir keinen Erfolg, weil es gegen Verwindung viel steifer ist. Ganz allgemein besitzen Hohlprofile ein Mehrfaches der Verwindungssteifigkeit gleich schwerer offener Profilstäbe wie Winkel ocler.U-Eisen und dergleichen mehr. Dieses Prinzip macht man sich heute im Automobilbau weitgehend zunutze, indem man die Bauteile von Karosserie und Unterbau nach Möglichkeit zu Hohlkörpern verschweisst. Sehr oft gehen dabei Wagenaufbrau und Ghassis in einer untrennbaren Einheit auf. Die- Karosserie lässt sich alsdann nicht mehr vom Fahrgestell trennen. Auf diese Weise ist es möglich, das dauernde « Arbeiten » der Karosserie, wie es bei älteren Wagen mit ihren ^weniger verwindungssteifen Rahmen eintrat und das bald zur Lockerung von Verbindungen sowie zum Klappern des Aufbaus führte, weitgehend zu beseitigen. Beim neuen Austin 8, der am letzten Genfer Automobilsalon erstmals der Oeffentlicheit vorgestellt wurde, ist die Karosserie anstatt durch Schweissung mittels Schrauben mit dem Unterbau verbunden. Auch so lassen sich — wie Figura zeigt — der unterste Teil der Seitenwand und die Bodenschwelle zu einem torsionssteifen (verwindungsteifen) Hohlkörper vereinen. Tech Abb. 7. Momentschweiseung des Wagenkörpers aus drei Teilen. Frage 13.762. Magere Vergasereinstellung. Wo kann der Fehler liegen, dass mein Motor bei Verwendung von Öuperbrennstoff nicht ganz so gut zieht wie mit gewöhnlichem Benzin? Die Zündung ist regulierbar. Trotz sehr viel Vorzündung will DIE NEUE MARKE BÜRGT FÜR QUALITÄT ABSOLUTE REINHEIT GUTE ZÜNDEIGENSCHAFTEN NIEDRIGE VISKOSITÄT TIEFER STOCKPUNKT ESSO DIESEL dt"*

NO 55 _ FREITAG, 7. JULI 1939 l*f«BI« J^B»W«Pgfe^ Die Wanderwege-Bewegung fasst auch im Baselbiet Fuss. Immer weitere Gebiete unseres Landes erschliessen sich dem zeitgemässen und idealen Gedanken der Schaffung von Wanderwegen. Nachdem eben erst der Kt. Schwyz einem Programm für die Durchführung der Markierung solcher Wege auf seinem Gebiet zugestimmt, ist am letzten Sonntag anlässlich einer Delegiertenversammlung der SAW- Sektionen Basel, Bern, Solothurn und Aargau auch der Grund für eine gleiche Aktion im Baselbiet gelegt worden, wobei man sich dahin einigte, dieses in vier Kreis« aufzuteilen, deren jeder einem Obmann untersteht. Zur Frage der Finanzierung wurde mitgeteilt, dass die Regierungen von Baselstadt und Baselland bereits gewisse Zusagen hinsichtlich der Unterstützung der Gemeinschaft erteilt hätten; im übrigen hofft man die erforderlichen Mittel durch die Zusammenarbeit der Verkehrsverbände, Gemeinden usw. aufbringen zu können. Das praktische Vorgehen ist so gedacht, dass die Markierung schrittweise erfolgt; bereits Vorhandenes soll dabei in die neue Organisation etagegliedert und sukzessive vereinheitlicht'* werden. An die Versammlung schloss sich ein Ausflug ins Blauengebiet, der den Delegierten Gelegenheit 'bot, sich von der dort schon geleisteten grossen Arbeit zu überzeugen. N«fttfiz