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E_1948_Zeitung_Nr.004

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AUTOMOBIL-REVUE

AUTOMOBIL-REVUE MITTWOCH, 28. JANUAR 1948 - Nr. 4 Genf ein ausreichendes Ersatzouuciua that the exclusive distributorship of all products of CREEK, Mich., U. S. A., has been conferred to UNITRA of Liechtenstein. TRACTOLIFTS » SWITZERLAND CLARK EQUIPMENT COMPANY, Tmctractor Division, BATTLE S. A., GENEVE, for the territories of Switeerland and the Duchy Battle Creek, Mich., U. S. A, November Ist 1947. Jeder Reisende, der seit Beendigung des Krieges Gelegenheit hatte, mit den internationalen Fluglinien andere Länder und Kontinente zu besuchen, war bei Ankunft in den großen Flughäfen immer wieder aufs neue überrascht, wie kleine, unvorstellbar wendige und rasche Hebe- Traktoren dem stationierten Flugzeuge entgegeneilten und es fertigbrachten, das sich hoch über dem Erdboden befindliche Gepäckabteil der Riesenmaschinen innert weniger Minuten zu entladen. Diese blauen „Tractolifts" tragen auf der ganzen Welt den Namen „CLARK". Seit Jahrzehnten baut die CLARK Equipment Company in Battle Creek, Michigan, Spezialmaschinen für zweckmäßige und rasche Behandlung aller Materialien, und insbesondere für die richtige Lagerung derselben. Bereits seit rund 15 Jahren wurde die Fabrikation der früher üblichen Hebekarren zugunsten der unendlich zweckmäßigeren „Tractolifts" zurückgestellt. Die Erfahrungen des letzten Weltkrieges ermöglichten es der Clark Equipment Company, sich weiter zu vervollkommnen, so daß sie nunmehr auf diesem Gebiete in überragender Weise eine führende Stellnng eingenommen hat. Wir betrachten es als eine Ehre, diese Qualitätsprodukte in der Schweiz einführen zu dürfen. UNITRA AG., GENF CLARK EQUIPMENT in folgenden Ländern: Aegypten Algerlen Argentinien Australien Congo Beige Belgien Brasilien British Guyana Chile Columoien Dänemark Equador Finnland Frankreich Großbritannien Irland Holland Italien Mexico Marokko Niederl. Indien Niederl. Guyana Neuseeland Norwegen Palästina Peru Portugal Puerto Rico Panama Schweden Tunis Türkei Südafrikanische Union Uruguay Venezuela Durch Verwendung der geeigneten CLARK-Modelle ist es heute möglich, die Lagerräume bis zu 100 % ihrer Kapazität auszunützen, während dies in der überwiegenden Mehrzahl bis jetzt unmöglich war. Die Amortisation der Anschaffungskosten ist infolge Einsparung an Zeit und Arbeitskräften in kürzester Frist erreichbar. Nachstehend nur einige wenige Beispiele: * Transport und Lagerung von Ziegelsteinen oder ähnlichen Produkten. Der abgebildete CLARK Tractolift ist mit der patentierten „Schmidgall"-Spezial-Vorrichtung zum Heben von Ziegelsteinen usw. ausgerüstet. Diese nur für CLÄRE gebaute Vorrichtung ermöglicht den Transport solcher Güter ohne irgendwelche Befestigung oder Unterlage. Die Zeit für Transport und Lagerung wird daher von Tagen auf wenige Stunden reduziert. * Die Standard-Ausrüstung der CLARK Tractolifts ist eine zweiarmige Gabel, die universellen Zwecken dient. Mit ihr werden Papier in Rollen und Kisten, Zementröhren, Steinplatten; gleichmäßig oder unregelmäßig : verpackte Waren, Ballen usw. mit Leichtigkeit transportiert und gelagert. * Die CLARK Schaufel-Vorrichtung wird für alle geschütteten Güter wie Kohlen, Kies usw. verwendet. * Spezial-CLARK-Vorrichtungen für Manipulation von Fässern in jeder Ausführung. Holzfässer werden durch spezielle Apparaturen liegend oder stehend erfaßt, während des Aufzugs gewendet und in der gewünschten Stellung gestapelt. * Hebekranen in jeglicher Ausführung zum Transport von Maschinen usw. * Die meisten Spezial-Ausrüstungen können ohne große Schwierigkeit nach Wunsch abmontiert und ausgewechselt werden. Die CLARK Tractolifts werden mit Benzinmotor- oder elektrischem Antrieb geliefert. Für jeden Betrieb baut CLARK die zweckmäßige Type. Wir sind jederzeit gerne bereit, Sie unverbindlich durch unsere ingenieure beraten zu lassen. Lieferbar: ab Lager Genf oder in 2 bis 3 Monaten. Fach- Pur jede gelieferte Maschine wird in teil-Lager geführt. UKIITPA *A nFWFVF TÄI A AI AO J, rue de l'Universite PAPIER KOHLEN etc. FASSER etc OREIRAD-MOTORKIPPER

II. Blatt BERN, 28. Januar 1948 AUTOMOBIL-REVUE II. Blatt BERN, 28. Januar 1948 maschinelle Teile, nicht aber Sitzplätze aufnehmen kana. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass die Kühlluft in seitlich gegen Ende des Wagens angeordneten Oeffnungen fast verlustlos einströmen kann; bei hohen Geschwindigkeiten verzehrt das Eindringen der Kühlluft durch den Kühler in den Einen gewissen Nachteil des Heckmotors erblicken wir in der viel stärkeren Belastung der Hinterräder, die, wenigstens rein konstruktiv gesehen, bei einem schnellen Fahrzeug unerwünscht ist. Sie konnte beim Tatra infolge des geringen Gewichtes der Kraftanlage in bescheidenem Rahmen gehal- DIE LIMOUSINE VON DER SEITE. In der Silhouette zeigt sieh, doss der Tatra 87 heute noch als moderner Wagsn wirkt, obwohl er schon im Jahr 1933 auf den Markt gekommen ist. Die echte Stromlinie, das Fehlen der Kotflügel und die geringe Wagenhöhe sind noch heute nicht bei allen Wagen vereint. Langstreckenprüfungen der «A.-R.> Mit Stromlinie und Heckmotor Der Tatra «87» und seine ungewöhnlichen Fahreigenschaften - Die Rechtfertigung einer technischen Avantgarde-Konstruktion als Gebrauchswagen Sowohl in Konstruktion wie im Aussehen gilt der tschechische Tatra-Stromlinienwagen als ein Außenseiter, ein Vertreter der sogenannten Avantgarde im Autobau. Das Prestige dieser Marke ist im allgemeinen sehr hoch, da ihre Erzeugnisse seit mehreren Jahrzehnten stets zu den fortschrittlichsten Konstruktionen gehörten. Während man andernorts in der Verwirklichung der vor etwa zwanzig Jahren erstmals erkannten. Neuorientierung im Autobau 6ehr langsam vorwärtsging, schritten die Tatra-Konstrukteure schon im Jahr 1932 mit der Einführung ihres damaligen Modells 77 zur Tat und brachten im Jahr 1938 im Typ 87 ein Fahrzeug auf den Markt, das heute unverändert immer noch vielen als Richtschnur für die weitere Entwicklunng dient. Die Vereinigung vieler ungewöhnlicher Elemente an einem Wagen hat das Interesse an diesem Wagen bis zum heutigen Tag wachgehalten; da dieser Typ nunmehr ßeine Bewährungsprobe im Gebrauch bestanden hat, anderseits aber über die angeblich sehr hohen Fahrleistungen des Typs 87 wenig genaue Daten zur Verfügung standen, begrÜ6ste es die « A.-R. », dass sie sich an Hand von ausgedehnten Prüfungen an zwei Wagen dieses Modells mit dem Tatra vertraut machen konnte. Die Angaben der Zahlentafel auf dieser Seite sind ein deutlicher Beweis für die schlechterdings hervorragenden Prüfungsergebnisse: während der DAS HECK EINES DE» BEIDEN VERSUCHSWAGEN. Die beiden abstehenden «Ohren» sind die Lufteintrittsöffnungen. Links das Antriebsrad des registrierenden' Versuchsgerätes für Beschleunigung und Fahrgeschwindigkeit. Fachmann in ihnen nur eine erneute Bestätigung von vertrauten Erkenntnissen erblickt, beweisen sie auch dem Amateur, dass hinter den Begriffen Stromlinie etc., deren Glanz durch die Herabwürdigung zum Schlagwort vielleicht etwas verdunkelt war. technischer Fortschritt steht. Der technische Aufbau des Tatra Auch dieser Wagen vereinigt nun nicht alle wünschenswerten Eigenschaften eines Automobils, ein Ziel, das in jeder technischen Wissenschaft unerreichbar bleibt, sondern besitzt Merkmale, deren Vor» und Nachteile mit grossem Verantwortungsbewusstsein zu einem besonders guten Kompromiss vereinigt 6ind. Die Stromlinie: In der Reduktion des Luftwiderstandes stehen die Tatra-Konstruktionen heute unter den Wagen mit geräumigem Inneren an der Spitze. Für gleiche Geschwindigkeitsziffern sind bei Wagen mit gleich grossem Innenraum Motoren von bis zur doppelten Bremsleistung verwendet worden; auch in der Beschleunigung fällt der 87 aus dem Rahmen seinet Kategorie. Nachteile der Stromlinie sind in der Ausführung von Tatra überhaupt keine zu registrieren. Mit Ausnahme der noch nicht ganz vollendeten Vorderfront entspricht die Formgebung den Anforderungen des Aerodynamikers, obwohl die Karosserie einen für das Wagengewicht überdurchschnittlichen Innenraum besitzt. Die glatte Aussenhaut tet übrigens auch 6ehr unfallverhütend (Zusammenstösse mit Fussgängern, Radfahrern). Der Motor im Heck: Die Anordnung des gesamten Antriebblockes im Heck drängt sich beim Stromlinienwagen einmal deshalb auf, weil dadurch die Sitze gegen vorn verschoben werden können. Dies ist notwendig, weil das Heck der Stromform nach hinten ausläuft und deshalb wohl DER LUFTGEKÜHLTE HECK- MOTOR. Die beiden Vierzylinderreihen stehen im rechten Winkel zueinander. Dieses Bild zeigt die Riemenantriebe der beiden KQhlluftgebläse, den rechteckigen Luftschacht um die Ansaugleitung und den Vergaser, am linken Stirnraddeckel den zugänglich angeordneten Oeleinfüllstutzen sowie die Kipphebelverkleidungen. Verteiler und Lichtmaschine sind rechts und links am oberen Ende des Blockes angeordnet. Die dem Betrachter zugewandte Seite ist im Wagen hinten. strömungstechnisch ungünstigen vorderen Motorraum und ihr Ausstossen eine grössere Zahl von PS. Ferner zeigt sich, dass die Verteilung der Massen beim Heckmotorwagen die Sitze so anordnen lässt, dass der Einfluss von Belastungsschwankungen fast verschwindet, eine Tatsache, die den Fahrkomfort des Wagens (siehe unten) erhöht. Hauptkennzahlen: 15 Steuer-PS, 75 ßrems-PS, 5 Sitze, Verbrauch 13'"ois. 15 Liter auf 100 km, Höchstgeschwindigkeit 152 km/h, Gewicht fahrbereit ca. 1480 kg^WSftjffgsgewictit leer 19,7 kg/PS, Preis der viertürigen, fünfsitzigen Limousine Fr.24000.— ohne Wust, Zuschlag.für Lederpolsterung fr. 1Q0Q.—. MOTOR: im Heck, 15.12 Steuer-PS, 8 Zylinder in V und 90", 75x84 mm Hubvolumen 2968 cm', Bremsleistung 75 PS bei 3600 Touren/min, Verdichtung 5,6:1, 2 obenliegende Nockenwellen mit Kettenantrieb, hängende Ventile, einzeln stehende Zylinder, Leichtmetallzylinderkopf. 1 Vergaser Solex oder Zenith-Stromberg Doppelfallstrom, mech. Benzinpumpe, Nassluftfilter mit Metallwolle. Luftkühlung durch zwei Radialqebläse mit Leitflächen. Druckumlaufschmierung, Oelkühler absperrbar im Bug. Batteriezündung 12 Volt (2 Batterien ä 6 V und 75 Ah) Zündkerzen 14 mm, Wärmewert Bosch 175, Zündfolge 1-2-7-8-6-3-4-5, Dynamo Scintilla oder Bosch. ANTRIEB: Motor-Getriebe-Differentialblock gummielagert in Heckgabel, Einplatten-Trocksnkupplung, Bbetriebe vor Hinterachse, Motor hinler Hinterachse, 4 Vorwärlsgänge, 2., 3., 4. geräuscharm, 3. und 4. synchronisiert. Übersetzungsverhältnisse 14,8:1, 9,29:1, 4,91:1, 3,28:1, rückwärts 18.7:1. Uebertragung auf Achswellen ohne Gelenke (siehe Text). FAHRGESTELL: Geschlossener Mittelträger mit rechteckigem Querschnitt, ausgebohrt, hinten gegabelt, Karosserie selbsttragende. Ganzstahlkonstruktion in Stromlinienform. Vollschwingachser, vorn zwei übereinanderliegende Querfedern, hinten Pendelachse mit Abstützung auf die Rahmengabel durch Ausleger- FAHRZEUGE: Fahrzeug 1: ca. 20 000 km, 1946, Solexvergaser, Fahreigenschaften und Verbrauchsmessung; Fahrzeug 2: ca. 25 000 km, 1946, Zenith-Strombergvergaser; Fahreigenschaften und Fahrleistungen. Beide Fahrzeuge für Prüfung nicht vorbereitet. November-Dezember 1947, Gesamtfahrstrecken ca. 1500 km. 20— 50 km/h 50— 80 km/h 8CH-110 km/h Tatra „87" Heckmotor-Stromlinienwagen 0— 50 km/h 0— 80 km/h 0—100 km/h 0—120 km/h GEWICHTSVERTEILUNG BESCHLEUNIGUNG: In den Gängen 2. Gang 3. Gang 4. Gang 4,5 sec 9,5 sec 134 sec — 9,5 sec 16 see — 12 see 21 sec 7£ see 13,5 sec 19 sec 28 sec. INHALT DER TANKS: Benzin 55 Liter, davon 10 Reserve, Oel 9 Liter Getriebe und Hinterachse 5 Liter, Spezialöl. Eindruck-Zentralchassisschmierung mit Motoröl, 9 Schmierstellen für Konsistenzfett. VERGASER: Solex 30 FFJK mit Beschleunigerpumpe, Lufttriehter 23. Hauptdüse 2x0,115, Leerlaufdüse g 40, Korrekturluftdüse 190. Zenith-Stromberg Doppelfallstrom EE1 mit Beschleunigerpumpe, Lufttrichter 24,6/ Hauptdüse 45—46, Leerlautdüse 65. MOTOR: Ventilspiel warm Einlass und Auspuff Die erste Frage im Zusammenhang mit dem Tatra 87 gilt immer dem Einfluss des grossen Gefedern, vorn und hinten hydraulische Stossdämpfer, hydr. Loekheed-Bremse/Handbremse mech. auf Hinter-, räder, Zahnstangefilenküng, Eindruck-Zentralchassisschmierung. Reifengrösse 6.50—16. ABMESSUNGEN: Radstand 285 cm. Spurweite vorn und hinten 125 cm, Länge 474 cm, Breite. 167 cm. Höhe unbelastet 150 cm, Bodenfreiheit ca. 23 cm, Wendekreis links 14 m, rechts 16 m. FAHRLEISTUNGS-KENNZIFFERN: Leistungsgewicht trocken (Gewichte siehe Messungen) 18,4 kg/PS, fahrbereit 197 kg/PS, mit 2 Personen 22 kg/PS Spez. Hubvolumen trocken 2,16 Liter pro Tonne. 1000 9 3500 31 Norma 4800 kurzfr. 43 Maximum 14 50 27 »5 Motordrehzahl bei 100 km/h: 4.' Gang 2480 T/min, 3. Gang 3720 T/min. Bergsteigefähigkeit nach Werkangaben: 1. Gang 40%, 2. Gang 23%, 3. Gang 10%, 4. Gang 7,5%. Messergebnisse Messungen durch geeichte, teilweise registrierende Präzisionsinstrumente. Total kg Achsbelastung vorn/hinten in% Trocken, 1 Reserverad 1380 32/68 Fahrbereit, gefüllter Tank, 2 Reserveräder 1480 33/67 Wie oben, Zulast 2 Personen, Kleingepäck 1650 34/66 Wie oben, Zulasl 4 Personen, Kleingepäck 1790 32/68 EICHEN DES KILOMETERZAHLERS Zähler km/h 30 50 80 100 120 140 Wirklichkeit km/h 30 51 80 99 120 140 Beim Durchschalten: 1. und 2. Gang): 1., 2. und 3. Gang): I., 2. und 3. Gang): 1. 2. und 3. Gang): Technische Daten Angaben für Unterhalt GESCHWINDIGKEITS-DREHZAHLVERHALTNIS (theoretisch) Kolben- Drehzahl 1. Gang 2. Gang 3. Gang 4. Gang geschwint/min ca. km/hce. km/hca. km/hca.km/h äigkeit ca. m/sec 40 2,8 140 9,8 68 130 siehe unten 13,4 Höchst-Beschleunigung in kg/t nach Tapley: 1. Gangs 23 kg/t zwischen 30 und 35 km/h 2. Gang: 17 kg/t zwischen 50 und 60 km/h 3. Gang: 10 kg/t zwischen 60 und 80 km/h 4. Gang: 6 kg/t zwischen 65 und 100 km/h Die Höchstbeschleunigung gibt den Bereich mit der besten Steigfähigkeit in jedem Gang. Langer Bereich mit gleicher Zugkraft deutet auf flache Drehmomentkurve und kleinen Luftwiderstand. BREMSVERZOGERUNG: (100% = Erdbeschleunigung von 9,81 m'/see) Bei 50 km/h auf trockener Betonstrasse: Voller Fussdruck, alle Räder blockiert = 93%, mittlerer Fussdruck 75%, leichter Fussdruck 45%. Bremsfläche 1115 em ! , pro Tonne leer (1380 kg) 805 cm', beladen (1650 kg) 675 Cm'. HÖCHSTGESCHWINDIGKEIT: Mittel: 151,5 km/h, beste Messung: 154 km/h. Mittel aus mehreren Messungen in beiden Fahrrichtungen auf guter, ebener Betonstrasse, annähernd Windstille, 420 m ü. M., bewölkt, ca. 6* C, Motor- und Getriebetemperatur im Beharrungszustand, Einstellung nach Werkvorschrift, Tankstellentreibstoff (Reinbenzin mit Bleitetraaethyl). Pneudruck gepenüber Normalvorschrift erhöht auf vorn 2,1, hinten 2,8 atü. Reifengrösse vorn 6.00—16, hinten 6.50—16 HD. VERBRAUCH: Fahrzeug 1: Bei 64/4 km/h, Durchschnitt: 13,3 Liter pro 100 km. Fahrzeug 2: Bei 557 km/h, Durchschnitt: 137 Liter pro 100 km. Versuchsfahrten mit 2 Personen und flüssiger, scho; nender Fahrweise auf guten Mittellandstrassen. Bei Stadtfahrten und am Berg besonder; bei voller Ausnutzung der Motorleistung (Beschleunigerpumpe I) rasches Ansteigen der Verbrauchskurve, dagegen Ueberland auch bei hoher gleichmässiger Geschwindigkeit Verbrauch wenig steigend. 0,15 mm. Einlass öffnet. 15° v. o. T., Auslass öffnet 50 v. u. T., Zündgrundeinstellung 5° v. o. T. Frühzündung. RÄDER: Pneudruck normal vorn 1,4, hinten 18 bis 2,0 atü. Vorderräder: Vorspur 4 mm an der Felge, Radsturz 1° 30-, Nachlauf 4». ELEKTRISCHE ANLAGE: Zündkerzen 14 mm Wärmewert 175, Elektrodenabstand 0,5 bis 0,6 mm, Unterbrecher-Kontaktabstand 0,4 mm. Birnen: Hauptlicht Bilux 12 V 35/35 Watt, Parklicht 12 V 5 Walt Schlusslicht 12 V 5 Watt, Bremslicht 12 V 5 Watt. Sicherungen am Armaturenbrett, linker Kasten. ten werden; die Gestaltung der Aufhängung hat diesen Nachteil ebenfalls weitgehend reduziert. Dass der Gepäckraum bei einem Heckmotorwagen weniger gut zugänglich wird, wenn man ihn zwischen Sitzen und Motor anbringt (zwischen den Vorderrädern ist dafür meist zu wenig Platz vorhanden), damit muss man sich abfinden. Die Luftkühlung: Wenn man die Luftkühlung beim Tatra kennen gelernt hat, so wird schwer verständlich, weshalb sich diese Bauweise nicht stärker verbreitet hat. Allerdings sei zugestanden, dass der luftgekühlte Motor heute noch nicht so weit entwickelt werden kann wie die wassergekühlte Maschine; 6owohl in bezug auf die zulässige Wärmebeanspruchung IVerdicbtungsrad, und damit die abgegebene Leistung, Form des Verbrennungsraumes) wie auch auf die Laufruhe ist er dem wassergekühlten Motor gleicher Grosse unterlegen. Da aber der Leistung6bedarf eines Stromlinienwagens in der Art des Tatra geringer ist als derjenige der üblichen Wagen und zudem die Stromförm wie auch der Heckmotor beide die Wahrnehmung von Motorgeräuschen im Wageninnern stark reduzieren, kommen diese Punkte nicht zur Auswirkung. Eine Entlastung des Fahrer« bedeutet dagegen die Anspruchslosigkeit des luftgekühlten Motore. Einmal vereinfacht sich die Besorgung des Wagens durch den Wegfall jeder Vorsichtsmassnahmen gegen das Einfrieren des Kühlwassers bei Frost, dann aber fällt auch das Sieden des Wassers bei Bergfahrten im Sommer weg. Die wirksame Luftkühlung des Tatra ist durch die seltenere Kühlung des Schmieröls unterstützt; der Oelkühler im Bug ist mit einem Anzeigegerät im Wageninnern verbunden, das eine Kontrolle des Motorzustandes erlaubt. Selbsttragende Karosserie und Mittelträger; Die Eigenschaften der selbsttragenden Karosserie sind an dieser Stelle wiederholt behandelt worden, so dass auf sie nicht näher eingegangen sei. Die kräftige Ganzstahlbauweise führt auch hier zu einem nicht hohen Gesamtgewicht des Wagens. Der rechteckige Mittelträger bildet eine Versteifung der gesamten Konstruktion, doch führt er zu einem kleinen Tunnel in den beiden Sitzabteilen und macht so einen Vorteil der kardanwellenlosen Heckmotorbauweise, die durchwegs ebenen Bodenflächen, unmöglich. Der Tunnel stört allerdings nicht stark; der Mittelträger nimmt übrigens die Verbindung der Bedienungsorgane mit dem Treibblock auf. Einzelradaufhängung vorn und hinten: Der Tatra 87 ist ein «Vollschwuigach- 6er», wie ihn die deutsche und zentral europäische Schule entwickelt hat. Der Vorteil des guten Aufrichtemomentes der hinteren Pendelachsen macht sich in Verbindung mit der niedrigen Schwerpunktlage besonders bemerkbar; die Spurveränderung ist nicht gross, da die Halbachsen besondere lang sind. Dies ist auf die eigenartige, gelenklose Ausführung des Tatra-Hinterachsantriebes mit sich aufeinander abwälzenden Kegelrädern zurückzuführen. Die Vorderradaufhängung besitzt zwei Querfedern und vermittelt somit Parallelführung der Vorderräder. Damit sind die « Höhepunkte » der Tatra-Konstruktion behandelt. Zusammen mit dea technischen Angaben der Tafel geben sie einen Begriff über den Aufbau dieses Stromlinienwagens, den man in mancher Beziehung als beispielhaft bezeichnen darf. Die Fahreigenschaften