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E_1949_Zeitung_Nr.004

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12 AUTOMOBIL REVUE

12 AUTOMOBIL REVUE MITTWOCH, 26. JANUAR 1949 - Nr. 4 grossen Typen aus den USA einem Aktionsradius von mindestens 400 km entsprechen sollten, was eine Minimalkapazität von etwa 80 Liter voraussetzt. Zum Kapitel Benzinverbrauch ist verschiedenes zu bemerken. Bei Wagen, die ständig überwacht werden und bei denen Vergaser, Zündung etc. kontrolliert sind, findet man kleinere Verbrauchszahlen als bei den entsprechenden Vorkriegstypen. Sobald dieses «Tuning » aufhört, steigt der Verbrauch. Ferner ist er gerade bei den Amerikanern ausserordentlich stark von Fahrweise und Durchschnittsgeschwindigkeit abhängig; manche Fahrer scheinen die Arbeitsweise der Beschleunigerpumpe nicht zu kennen und durch häufiges rasches Niedertreten des Gaspedals den Benzinkonsum unnötig zu erhöhen. In Sachen Fertigung und Innenausstattung •werden besonders bei den ersten zwei Jahrgängen Beanstandungen laut. Die Qualität der Sitzpolster, die Montage der Karosserien, die Güte der Zubehörteile etc. findet oft Kritik, und ganz besonders zwei Punkte, nämlich mangelnde Qualität der Lackierung sowie schlechte Staub- und Wasserabdichtung kehren bei allen möglichen Marken, wieder. Erwähnt wird in manchen Fällen, dass schweizerische Importeure sich mit Erfolg diesen Mängeln annahmen. Sehr gut kommt im allgemeinen die Station-Wagon-Karosserie weg. Den Bestandteilen und Zubehörgegenständen sagt man oft zu geringe Lebensdauer nach: Batterien, Zündspulen, Reifen, Stossdämpfer etc. mussten in mehreren Fällen nach kurzer Benützungsdauer ersetzt werden. Nur vereinzelt wird zu kurze Fahrzeit bis zum Kolbenersatz erwähnt; eine negative Kritik in « nationalem » Rahmen erfahren dagegen die pneumatischen Scheibenreiniger, die man durch elektrische Wischer ersetzt wünscht. Die Führersicht genügt manchen Fahrern auch bei den neuesten Wagen nicht, da die breite und hohe Motorhaube Visierpunkte vermissen lässt. Beifälligen Anklang finden die grossen Fensterflächen; über die Breite der Sitze und die grossen Kofferräume herrscht geradezu Begeisterung. Engländer. In der Beurteilung der englischen Wagen bis 1947/48 und der neuern Typen sind ausserordentlich grosse Unterschiede festzustellen. Allerdings wäre es nicht ganz gerechtfertigt, an den in grosser Zahl unmittelbar nach dem Krieg eingetroffenen englischen Klein- und Mittelklasswagen allzu herbe Kritik zu üben, denn die bewundernswert rasche Wiederaufnahme der Produktion durch die britischen Firmen kam ja den schweizerischen Wünschen nach kürzeren Lieferfristen entgegen. Immerhin muss darauf hingewiesen werden, dass die Lebensdauer vieler englischer Wagen der ersten Nachkriegs jähre diejenige der entsprechenden Vorkriegstypen nicht zu erreichen scheint. Bei einer nicht zu vernachlässigenden Zahl von Wagen mussten innerhalb der ersten 20 000 bis 30 000 km lebenswichtige Teile wie Federn, Wasserpumpen, Kegelräder, Kardangelenke, Lenkstöcke etc, ausgewechselt werden. Auch im elektrischen Teil traten Mängel auf, die allerdings, wie

Nr. 4 - MITTWOCH« 26. JANTJA* 1949 AUTOMOBIL REVUE 13 mmmmmmmmm Eine wirkliche Neuheit stellt der In Eisenach gebaute BMW-Typ 340 dar. Dieses Modell verbindet das bekannte Vorkriegsfahrgestell 326 mit dem 55-PS-Motor des Typs 327, erhielt aber eine modernisierte, viertürige und sechsfenstrige Limousinenkarosserie. Die Lieferung dieses Modells ist allerdings erst spät im Laufe dieses Jahres vorgesehen. Als weitere Neuerung kann der Armstrong-Siddeley-Motor nunmehr wahlweise mit 2- oder 2,3-Liter-Hubvolumen geliefert werden. Ferner werden einige bemerkenswerte belgische Spezialkarosserien gezeigt (Ein ausführlicher Bericht unseres Korrespondenten folgt nächste Woche. Red.) ämäMmmmw*i*^Z.:*