Kreuzfahrt_Mittelmeer_03-2018

gerhard.hochl

© Bilder und Layout gerhard.hochl@gmx.at

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02.03.2018 Lufthansa -Flug von Graz über München nach Rom.

Abflug: 06:10 Ankunft in Rom: 10:15

Der Transfer zum Schiff nach Porto Civitavecchia begann um 14:00 und dauerte ungefähr eine Stunde.

Schiffsdaten

Indienststellung

1.November 2014

Länge

Breite

Tiefgang

306,0 m

37,2 m

8,3 m

Geschwindigkeit

25,5 Knoten / 47 km/h

Besatzung 1.253

Passagiere 4947

Decks 19

davon für Passagiere 15

Kabinen 1862

davon Suiten 75

Baukosten

550 Millionen

Savona Samstag 3.03.2018

Leider war der Ausflug nach Genua nur mehr in englischer Sprache

buchbar. Unsere italienische Reiseführerin gab sich trotz

des regnerischen und kalten Wetters große Mühe uns die Altstadt

von Genua näher zu bringen.

Der Piazza de Ferrari im Zentrum war der Ausgangspunkt unseres Rundganges.

Der große Springbrunnen in der Mitte wurde 1936 zu Ehren Christoph Kolumbus errichtet. Der Platz ist auf einer

leichten Anhöhe gelegen. Sternförmig gehen einige bekannte und belebte Straßen vom Platzzentrum weg, die

Einkaufsstraße Via Roma und die Via XXV Aprile welche die Verbindung zum Carlo Felice Opernhaus darstellt.

Das Geburtshaus von Christoph Kolumbus, der 1451 hier geboren wurde, liegt in unmittelbarer Nähe zum alten

Stadttor Porta Soprana aus dem 12. Jahrhundert.

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Kreuzgang St.-Andreas-Kloster

Die Altstadt von Genua beherbergt

ein großes Spektrum

von Kulturdenkmälern aus den

verschiedenen Epochen.

Leider sind die Häuser zum

Teil vom Verfall bedroht und

die spärlichen Sanierungsmaßnahmen

reichen bei weitem

nicht aus.

Die manchmal nur 1m breiten

engen Gassen (Caruggi genannt)

wirken daher oft sehr

düster.

Bei unserem Bummel durch die Gassen waren wir in

einer Focacceria und konnten die typisch genuesische

Küche probieren.

Anschließend besichtigten wir den Dom San Lorenzo.

Die Fundamente der Kirche stammen aus römischer

Zeit. Die Fassade fand ihre Vollendung im Jahr 1312.

Die in Stein gemeißelten plastisch wirkenden Reliefs

über dem Hauptportal sind beeindruckend.

Die natürliche figurale Darstellung der romanischen

Skulpturen findet man beidseitig der Kircheneingänge.

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Finanziert

wurde

der Bau der romanischen

Kathedrale um

1100 durch die erfolgreichen

Unternehmungen

der genuesischen

Flotte in den

Kreuzzügen.

Der Palazzo Ducale war ab 1291 der Sitz des Dogen von Genua. Die

Dogen waren die gewählten Staatsoberhäupter der unabhängigen

Stadtrepublik Genua. Das Dogenamt wurde 1805 abgeschafft.

San Agostino Kloster

Marseille Sonntag 4.03.2018

Das Wetter in Marseille war wenig einladend und nachdem wir schon viermal die Stadt besucht hatten, beschlossen

wir an Bord zu bleiben um das Samsara-Wellness-Angebot der Costa Diadema kennen zu lernen.

Die Enttäuschung war

groß, als wir die 7 Relaxliegen

und das kleine

Wirlpool sahen. Da hielt

sich unser Aufenthalt

zeitlich in Grenzen.

Hier einige Bilder von unserem letzten

Aufenthalt in Marseille.

Eine der schönsten Sehenswürdigkeiten

ist die Basilika Notre-Dame-de-la-Garde.

Die romanische Kirche und

das Kloster San Giovanni

di Prè wurde 1180 gegründet.

Der Komplex wurde

seinerzeit gebaut, um Pilgern

und Kreuzrittern Unterschlupf

zu bieten.

An zahlreichen Hausecken

wurden von reichen Bürgern

Bildstöcke mit religiösen

Hintergrund errichtet.

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Barcelona Montag 5.03.2018

Von dem 150m hohen Kalkfelsen auf dem die Basilika steht, hat man einen sensationellen Rundblick über die

Stadt, den Hafen und die vorgelagerten Inseln. Die kleine Insel in der Mitte ist die berühmte Gefängnisinsel

Chateau d‘if. Das ehemalige Gefängnis des Grafen von Monte Christo ist heute ein Museum.

Der Vieux Port (Alter Hafen) wird von unzähligen Yachten, Fischerbooten und Fähren bevölkert. An Marktständen

wird frischer Fisch angeboten. Ein Riesenrad überragt die schönen Gebäude entlang der Hafenpromenade.

Als Ramblas wird eine rund 1,2 Kilometer lange Promenade

im Zentrum von Barcelona bezeichnet, die den

Placa de Catalunya mit dem Hafen verbindet.

Die Mitte der Flaniermeile ist den Fußgängern

vorbehalten und wird zu beiden

Seiten von Fahrbahnen für den

Individualverkehr, sowie von teils prächtigen

und eindrucksvollen historischen

Bauten flankiert.

Rambla bedeutet eigentlich

ausgetrocknetes

Flussbett. So war auch

hier bis zum Mittelalter

ein Fluss namens Malla,

der damals nach Norden

umgeleitet wurde.

Ungefähr in der Mitte der

Strecke befinden sich die

Markthallen des Mercat

de la Boqueria.

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Die Markthallen des Mercat de la Boqueria

haben eine Fläche von 2.583 m²,

der Bau stammt zum Teil noch aus dem

Jahr 1914 und ist aus Glas und Stahl

errichtet.

Der Ursprung geht auf einen Straßenmarkt

zurück, der auf der Seite der

Ramblas abgehalten wurde. Ab 1470

wurde dann der Schweinemarkt dort

etabliert. Damals war das noch außerhalb

der Stadtmauern. 1840 begann

der Bau von befestigten Marktständen

für Fleisch, Fisch und Gemüse

An den schönen alten Bauten vorbei ging es wieder

Richtung Hafen zurück. Dort thront auf einem Monument

die Statue von Christoph Kolumbus. Die 60m hohe

Skulptur wurde für die erste Internationale Ausstellung

im Jahr 1888 gebaut. Innerhalb der Säule führt ein Aufzug

zur Spitze, von der man einen tollen Rundblick über

den Hafen und über die Ramblas hat.

Heute ist die Nahversorgung der Einwohner etwas in

den Hintergrund getreten, da die unzählige Touristen

eben lieber Souvenirs und Ramsch kaufen wollen. Trotzdem fasziniert die Farbenpracht, die Geruchskulisse und

das hektische Treiben und der Marktbesuch ist bei jedem Barcelona Besuch ein Pflichtprogramm.

Das Museu Marítim de Barcelona ist das Schifffahrtsmuseum

in der ehemaligen Werft der Stadt. Das Museum

wurde 1936 durch ein Dekret der Generalität de Catalunya

ins Leben gerufen. Den Grundstock des Museums

bildet die Modell- und Instrumentensammlung der 1769

gegründeten Nautikschule Barcelonas.

Museu Maritim

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Die Hafenseilbahn von Barcelona (Teleférico del puerto) ist

eine Gondelseilbahn, die von der am Berghang gelegenen

Station Miramar zum Torre Sant Sebastià fährt und dabei

den alten Hafen Barcelonas überquert.

Die horizontale Streckenlänge beträgt 1,3km und sollte eine

Attraktion der Weltausstellung 1929 werden. Allerdings wurde

die Größe des Projektes unterschätzt, so dass die Seilbahn

erst im Jahr 1931 eröffnet werden konnte.

Die Real, hier eine Rekonstruktion, war das Flaggschiff der vereinten

christlichen Mittelmeermächte, der sogenannten heiligen Liga.

Die Galeere wurde in der Werft von Barcelona gebaut und war in

der Seeschlacht von Lepanto im Jahr 1571 entscheidend im Einsatz,

bei der die osmanische Flotte vernichtend geschlagen wurde.

Das Schiff war 60m lang und 6,2m breit. Es wurde von 290 Ruderern

bewegt und hatte in der Schlacht von Lepanto 400 Seeleute

und Soldaten an Bord.

Gegen 19:00 Uhr legte die Costa Diadema ab und wir fuhren

der Abenddämmerung entgegen, Kurs Palma de Mallorca.

Die Ictineu I hatte eine Außenlänge von 7 Metern und wurde 1859

gebaut. Die Tauchtiefe betrug 20m und die Tauchzeit 2 Stunden.

Die Innenhülle hatte ein Volumen von 7 m³ und war kugelförmig.

Der Vortrieb wurde durch einen Hand-Kurbel Propeller erzeugt,

die von den vier Besatzungsmitglieder betrieben wurde.

Zwischen der Außen- und Innenhülle befanden sich Tauchtanks

und ein Sauerstofftank für die Atemluft.

Palma de Malorca Dienstag 6.03.2018

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Der Lotse kam an Bord und um 09:00 Uhr legte Kapitän

Antonio Tommaso Tateo an der Kreuzfahrt-Mole von Palma

de Mallorca an.

Palma liegt im Westen der Insel. Hier leben etwa 500.000

Menschen, das ist mehr als die Hälfte der Einwohner Mallorcas.

Das Zentrum der Stadt bildet die historische Altstadt.

Früher befand sich dieser Stadtbereich innerhalb der

im Jahr 1902 geschliffenen Stadtmauern.

Die Kathedrale Le Seu ist

das Wahrzeichen von Palma.

Der Bau wurde 1306

begonnen und diente viele

Jahre als Mausoleum der

hier herrschenden Könige.

Der Bau des Kirchenschiffes

wurde 1587 beendet und

die Arbeiten an der Hauptfassade

wurden erst Anfang

1900 abgeschlossen.

Die Kathedrale ist fast 110m

lang und 33m breit. Die 14

Pfeiler, auf denen das Gewölbe

ruht, sind 30m hoch.

Die ebenfalls in gotischer

Stilrichtung geplanten Türme

wurden nie gebaut.

Mit dem öffentlichen Bus

fuhren wir um € 3,- vom

Hafen in das Stadtzentrum.

Für die Rückfahrt bezahlten

wir € 1,50.

Der von Costa angebotene

Shuttlebus hätte € 12,- gekostet.

Die große Orgel ist das Werk des einheimischen Instrumentbauers Gabriel

Tomás aus dem 18. Jahrhundert. Das Instrument wurde zuletzt 1993

restauriert und hat einen wunderschönen Klang.

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Das verglaste Rundfenster hat einen Durchmesser von

12,5 m und wird aufgrund der Fensterfläche von 97m²

häufig als größtes gotisches Rundfenster bezeichnet.

In der Kathedrale von Palma befinden sich fünf weitere

Fenster-Rosetten sowie 60 künstlerisch gestaltete Glasfenster,

die bei geeigneter Sonneneinstrahlung wunderschöne

Farbeffekte erzeugen..

In zwei Seitensälen ist seit 1932 das Museum der Kathedrale

untergebracht. Der Zugang in die Kirche ist nur

durch das Museum möglich und mit dieser Begründung

ist eine Eintrittsgebühr in der Höhe von € 7,- zu bezahlen.

Das Museum beherbergt eine Sammlung von kirchlichen

Kunstgegenständen und einen schönen Klostergarten

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Entlang der ehemaligen Befestigungsmauern kamen wir zum

Museum Es Baluard, welches in die alte Wehranlage eingebunden

wurde. Gezeigt wird moderne, zeitgenössische Kunst. Für

Kenner dieser Kunstrichtung sicher interessant. Leider gibt es

wenig Dokumentation und auch keinen Audioguide in Deutsch.

Mallorca ist nachweislich seit 5000 v.Chr. bevölkert.

Von den Römern wurde die Insel im

Jahr 123 v.Chr. erobert. Der Einfluss dauerte bis

zum Niedergang des Weströmischen-Reichs

um 400 n.Chr. Bis 1230 herrschten hier die

Araber. Nachdem eine spanische Flotte die

Mauren besiegte, wurden die Balearen Teil der

Krone von Aragonien, dem heutige Katalonien.

Das Rathaus stammt aus dem 17.Jahrhundert und war seinerzeit

der Sitz der Gerichtsbarkeit.

Am Plaça de Cort beim Rathaus ist ein über 600

Jahre alter, besonders geschützter Olivenbaum

zu finden. Hier beginnt auch die Altstadt mit den

interessanten und verwinkelten Gassen.

Die Stadtentwicklung mit spanischen und arabischen

Einflüssen ist noch immer erkennbar. Die

engen Gasse sind großteils frei von Autos.

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Unzählige Kirchen und Klöster deuten auf die christliche

Vergangenheit der Stadt.

Ein besonderes Kleinod ist die Iglesia de Sant Nicolau

aus dem 14. Jahrhundert. Die Kirche ist dem heiligen

St. Nikolaus geweiht.

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Erholung auf See stand auf dem Programm.

Erholung ist es aber nur dann,

wenn das dichtgedrängte Animationsprogramm

ausgelassen wird und der Muse

bzw. dem Zuschauen Platz macht.

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Palermo Donnerstag 8.03.2018

Das Animationsteam ist fast rund um die

Uhr damit beschäftigt, mit Spielen und Gags

gute Laune zu verbreiten.

In der Kinder-Gruppe im „Squok Club“ werden

die Kids von 09:00 bis 24:00 Uhr bestens

betreut.

Im Buffet-Restaurant herrscht von 07:00-

11:30, von 12:00-16:00 und von 19:00-21:45

dichtgedrängtes Treiben.

Unweit des Kreuzfahrt-Piers wartete der Hop On - Hop Off Bus auf uns. Wir

hatten 6 Stunden Zeit Palermo, wenigstens oberflächlich kennen zu lernen.

Die Tour begann beim Teatro Massimo. 1897 wurde das Theater eröffnet

und bietet 1300 Zuschauern Platz. Im Jahr 1974 musste die Behörde wegen

grober Baumängel

schließen.

Durch korrupte

Mafia-Politik

dauerte es über

20 Jahre bis das

Gebäude wieder

öffnete.

Ruhige Plätze finden sich auch. Sei

es in der Kapelle oder bei unserem

Lieblingsplatz in der Piano-Bar.

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Unsere erste Ausstiegsstelle war der Pretoria Brunnen, der hier 1573

errichtet wurde. Das Kunstwerk war eigentlich vom Vizekönig von Neapel

bestellt worden, aber er starb vor der Fertigstellung. Sein Sohn verkaufte

den Brunnen nach Palermo, wo er

vor dem Rathaus aufgestellt

wurde. Die Figuren und Statuen

sind überwiegend nackt,

deshalb lehnte die Bevölkerung

das Bauwerk lange Zeit

ab und immer wieder wurden

pikante Teile von den Marmorstatuen

abgeschlagen.

Markante Plätze, wie hier der

„Quattro Canti“ sind von Polizei

und Militär streng bewacht.

Gegenüber besuchten wir die

katholische Kirche San Guiseppe

dei Teatini. Sie wurde

1645 errichtet und wird vom

Theatinerorden betreut.

Die Theatiner sind ein Männerorden aus dem

250 Bischöfe, 6 Kardinäle und der Papst

Paul IV. (1555 - 1559) hervorgingen.

Im Jahr 1780 bekam die Kirche die mit

farbiger Keramik geschmückte Kuppel.

Der barocke Stil wird durch die Gliederung

der drei Kirchenschiffe mit Marmorsäulen

betont.

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Die Blütezeit von Palermo liegt

lange zurück und leider wird in

die Erhaltung der oft wunderschönen

Paläste und Bauten

wenig bis gar nicht investiert.

Auch kirchliche Einrichtungen,

wie hier das Apostolicum Diuangeli

sind hier keine Ausnahme.

Zum Unterschied zur

hießigen Bausubstanzerhaltung

wird

hier großer Wert auf

die Restaurierung

der wertvollen Stücke

gelegt. Führungen

gibt es nicht,

aber einige Räume

sind frei zugänglich.

Die Biblioteca Comunale di Palermo ist eine wissenschaftliche Allgemeinbibliothek,

die im Jahre 1760 als öffentliche Bibliothek für

die Stadt Palermo gegründet wurde. Die Bibliothek besitzt über

30.000 Bücher aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Mit den 5.000

Manuskripten, 60.000 Briefen von Sizilianern, einer umfangreichen

arabischen Münzsammlung und Büchern der jüngeren Vergangenheit

ergibt das einen Bestand von 370.000 Exponaten.

Romantische Innenhöfe

sind stumme Zeugen der

Vergangenheit.

700 v.Chr. gründeten die

Phönizier hier einen Handelsstützpunkt

um ihre

nordafrikanische Flotte zu

versorgen. Im Zuge der

Eroberung Karthagos 146

v.Chr. fiel auch Palermo in

die Hände der Römer. Die

Stadt verlor an Bedeutung

bis die Araber ab 831 die

Gegend zu einem blühenden

Wirtschaftszentrum und

Argrarland ausbauten.

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Das Museo Diocesano di Palermo (Diözesanmuseum) im Erzbischöflichen

Palais ist von der Kathedrale durch eine Straße getrennt aber mit Torbögen verbunden. Gegründet

wurde das Museum 1927 vom damaligen Erzbischof. Auf den zwei Stockwerken, die der Öffentlichkeit zugänglich

sind, werden Gemälde, Stadtansichten von Palermo und sakrale Kunstgenstände gezeigt.

Die Kathedrale Maria Santissima Assunta (heiligste in den

Himmel aufgenommene Maria) wurde 1184/1185 im normannisch-arabischen

Stil errichtet und erfuhr im Lauf der Jahrhunderte

mehrere Umbauten. Aus diesem Grund ist der Bau eine

Mischung aus Gotik, normannisch, klassizistisch und arabisch.

An den Pfeilern vor den Bögen stehen Figuren, die Heiligen und

Kirchengrößen nachempfunden sind.

In einem Seitenschiff befindet sich die Kapelle

der heiligen Rosalia. In einem wertvollen

Silberaltar eingebettet sind hier die Reliquien

der Stadtpatronin von Palermo aufbewahrt.

Der Normannenpalast

(Palazzo Reale) war einst

der Sommersitz des Emirs

von Palermo. Nach der

Eroberung Siziliens durch

die Normannen (Nachkommen

der Wikinger)

wurde der Palast als Regierungssitz

ausgebaut.

Derzeit ist hier der Sitz des

Parlaments von Sizilien.

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Unsere Tour führte uns auch in die moderne Wohngegend.

Nach der Runde, die uns auf die Via della Libertá brachte,

auch als Champs-Élysées von Sizilien bezeichnet, ging es

am Englischen Garten vorbei wieder ins Zentrum zurück.

Wir stiegen beim Capo-Markt aus. Der Markt ist für die Nahversorgung

der Bevölkerung ein wichtiger Faktor. Das Ambiente,

die Animation der Verkäufer und das bunte Treiben

spiegeln den Charakter von Palermo wieder.

Das Denkmal von Carlo Cottone, Prinz von Castelnuovo. Er war

ein Politiker der federführend im Jahr 1812 die sizilianische Verfassung

erarbeitete.

Einige Schritte weiter steht der Musikpavillon (palchetto della

musica) gestaltet vom Bildhauer Salvatore Valenti.

Um 16:00 Uhr legte die Costa Diadema

ab und nahm Kurs auf Civitavecchia,

unseren Zielhafen für den

Aufenthalt in Rom.

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Anschließend an die Kreuzfahrt verbrachten wir noch drei Tage in der ewigen Stadt. In einer Trafik besorgten

wir uns ein 72 Stunden Ticket um € 18,00. Wir nutzten Metro, Bus und Straßenbahn mit dieser

Karte. Die Orientierung in der Stadt fällt mit einer Netzübersicht einigermaßen leicht.

Als Domizil hatten wir uns das Hotel Massimo D‘Azeglio in der Nähe

zum Hauptbahnhof ausgesucht.

Die Peterskirche wurde über dem

Grab des Apostels Petrus errichtet.

Die Basilika bietet 20.000 Gläubigen

Platz, die Kuppel hat einen Durchmesser

von 42m, eine Höhe von 43m und

ist eine der größten und bedeutendsten

katholischen Kirchen weltweit.

Der erste Besuch

führte uns, wie könnte

es anders sein, in den Vatikan.

Offensichtlich hatten diese Idee ungefähr 70% der Rom-Touristen.

Rund um den Petersplatz wand sich eine endlose Menschenschlange

für den kostenlosen Eintritt in die Peterskirche. 3 Stunden Wartezeit!

Der Petersplatz wurde zwischen 1656 und 1667 errichtet. Der trapezförmige Platz direkt vor dem Petersdom ist

abschüssig angelegt und öffnet sich in einen Kreis, der durch halbrunde Säulengänge begrenzt wird. Die größte

Breite ist 240m und die Länge 340m. Die Fläche beträgt über 35.000 m².

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Durch die Via della Conciliazione (Straße der Versöhnung)

fließt der Touristenstrom Richtung Tiber und der

Engelsburg. Die Prachtstraße wurde nach dem Abriss

zahlreicher Gebäude im Jahr 1950 fertiggestellt. Der

Straßenname soll an die Lateranverträge von 1929

erinnern. Diese Verträge regeln das Verhältnis zwischen

dem Staat Vatikan und dem Staat Italien.

Wir ersparten uns die drei Stunden Wartezeit für den

Petersdom und besuchten die Engelsburg.

In der nächsten Etage findet man die

päpstlichen Gemächer. Hier wird das

Schlafzimmer und der päpstliche Trohn

ausgestellt und durch eine Folge von

Räumen die mit malerischen Fresken

und Stuckornamenten ausgestattet sind,

kommt man an der Schatzkammer vorbei

in die 5. und oberste Etage.

Unser Entschluss wurde mit nur wenigen Minuten Wartezeit beim Eintritt belohnt. Die Engelsburg (Castel Sant’Angelo)

wurde ursprünglich als Mausoleum für den römischen Kaiser Hadrian (117–138 n. Chr.) und seine Nachfolger

errichtet und später von verschiedenen Päpsten zur Burg umgebaut. Seit 1906 ist die Engelsburg ein Museum.

An einer Station kann sich

der Besucher ein App auf das

Handy laden und hat dann

einen Audio-Tourguide in der

gewünschten Sprache.

Das Bauwerk lässt sich in

fünf Etagen einteilen. Vom

Eingang führt eine 122m lange

Rampe spiralförmig nach

oben. In der zweiten Ebene

gibt es das Gefängnis und Lagerräume.

Die dritte Etage ist

für die Verteidigung der Fluchtburg der Päpste eingerichtet. Im Museum werden

alte Rüstungen, Uniformen und Waffen gezeigt.

Innerhalb der kreisförmigen Verteidigungsmauer ist ein nettes Café, wo an kleinen

Tischen und bei einem herrlichen Cappuccino durch die ehemaligen Schießscharten

die Aussicht auf den Petersdom genossen werden kann.

Den Namen erhielt des Bauwerk im Jahr 590, als in Rom die Pest

wütete. Papst Gregor I. soll über der Burg die Erscheinung des Erzengels

Michael gesehen haben, der ihm das Ende der Pest verkündete.

Da die Pest wirklich zu Ende ging, erinnert heute noch die

Statue des Engels auf der Spitze des Gebäudes an diese Episode.

Früher gab es einen, in die Stadtmauer

integrierten etwas 800m langen Verbindungsgang

vom Vatikan zur Engelsburg.

Einige Päpste verschanzten sich bei Gefahr

hier in der Burg und wurden durch

die päpstliche Garde beschützt.

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An der Größe der Truhen in der Schatzkammer

kann ermessen werden, wie

groß die hier in der sicheren Fluchtburg

der katholischen Kirche gehorteten und

verwahrten Schätze waren.

Die Ausstattung der päpstlichen Räume

ist prachtvoll und wurde von namhaften

Künstler der jeweiligen Epoche verwirklicht.

Der Umfang ist mit insgesamt 58

Sälen schon sehr bemerkenswert.

Der Ausblick auf Rom von der Dachterrasse im obersten Stockwerk ist atemberaubend.

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Über die Engelsbrücke kommt man in den

Altstadtkern von Rom. Zehn Barock-Engel

schmücken die Pfeiler der fünf Bögen

über den Tieber. Einige Minuten Fußweg

über den Navona Platz und man erreicht

das Panteon

Ab 1500 wurde das Panteon die Grabstätte bedeutender Künstler. Der

Maler und Architekt Raffael ließ sich 1520 in einem antiken römischen

Sarkophag begraben und liegt jetzt direkt unter der Marienstatue.

Das Panteon wurde, wie die Engelsburg

unter Kaiser Hadrian im Jahr 128

n.Chr. fertiggestellt. Es war allen Göttern

Rom geweiht und mit Statuen von

Mars und Venus, sowie weiteren Göttern

geschmückt.

Im Jahr 609 wurde das Pantheon in eine

christliche Kirche umgewandelt und der

heiligen Maria sowie allen christlichen

Märtyrern geweiht.

Die Kuppel soll den Himmel darstellen

und durch die Öffnung zeigt der Lichtpunkt

den Lauf des Tages. Der Durchmesser

der Kuppel beträgt 43,5m.

Rom beherbergt 3000 Jahre Kulturgeschichte.

Jede Epoche hat epochale Merkmale der Architektur

und Kunst von Weltrang hinterlassen. Antike

Ruinen wie das Forum Romanum und das Kolosseum

zeugen von der einstigen Macht des Römischen

Reiches.

Der Vatikan ist das Machtzentrum der römisch-katholischen

Kirche. Neben dem Petersdom gibt es

unzählige große und kleine Kirchen. Die Zahl

liegt je nach Quelle zwischen

800 und 1000.

Einige haben wir besucht.

Die Jesuitenkirche

S. Ignazio unweit

des Panteons.

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Die Chiesa di Sant Ignazio di Loyola ist eine der schönsten

und prunkvollsten Jesuitenkirchen und gehört zu

den vielbesuchten Sehenswürdigkeiten in der italienischen

Hauptstadt. Sie zählt zu den Meisterwerken des

italienischen Hochbarocks.

Die Basilika wurde im Jahre 1722 dem Gründer des

Jesuitenordens, dem Heiligen Ignatius von Loyola geweiht.

Die Kirche hat eine Länge von 81,5 Metern und

eine Breite von 43 Metern und ist damit eine der größten

Kirchen in Rom. Ihr Grundriss basiert auf einem

lateinischen Kreuz. Neben dem Hauptschiff und dem

Querschiff umfasst die Basilika außerdem acht Seitenkapellen.

Die riesigen Deckenmalereien stellen Szenen aus dem

Leben des Heiligen Ignatius dar.

An der Außenfassade des Palazzo-Trevi

befindet sich die 20m breite und 26m hohe

berühmte Brunnenanlage.

Der italienische Graf Poli ließ 1640 die Felsenlandschaft

mit den Fabelwesen und der

Skulptur des Meeresgottes Oceanus auf

einem Muschelwagen errichten.

Besonders gegen Abend umringen hunderte

Menschen den Brunnen und warten bis

in der Dämmerung die Beleuchtung eine

romantische Stimmung erzeugt. Berühmt

wurde der Trevi-Brunnen durch den Fellini

Film La Dolce Vita aus dem Jahr 1960.

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Nach einem guten Abendessen in der Osteria Allegro Pachino zwängten wir

uns durch die Menschenmassen bis zu einer Busstation.

In einer netten Bar ließen wir den Abend gemütlich ausklingen.

Die spanische Treppe ist ein beliebter Treffpunkt vor

allem für junge Touristen und Einheimische. Die terrassenförmige

Treppe, deren drei Abschnitte durch breite

Absätze verbunden sind, stellt eine Verbindung zwischen

der Minoritenkirche Santa Trinità dei Monti auf

der Anhöhe und dem Piazza die Spagna dar.

Die Treppe wurde in den Jahren 1723 bis 1726 auf Anordnung

des damaligen Papstes errichtet.

Bei unserem Besuch präsentierte sich ein Chor junger

Menschen mit einer netten Gesangsdarbietung.

Auch am kommenden Tag

hieß es ca. 2 Stunden beim

Kassenschalter für das Forum

Romanum anstellen. Wir zogen

es vor, das ganze von außen

und oben anzuschauen.

Das Forum Romanum war der politische und kulturelle Mittelpunkt

im antiken Rom. Auf dem 22.500 Quadratmeter großen

Platz spielte sich das religiöse und wirtschaftliche Leben im

alten Rom ab. Bereits um das Jahr 490 vor Christus wurden in

der Talsenke verschiedene Tempel errichtet. Dadurch erlangte

dieser Ort schon zur Zeit der römischen Republik (500 - 27

v.Chr.) eine zentrale religiöse Bedeutung.

145 v.Chr. wurde dann das Sitzungsgebäude des römischen

Senats und eine öffentliche Rednertribüne hier erbaut.

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Nach dem

Untergang

des römischen

Reiches

verfiel

das Forum Romanum. Die Steine wurden als Baumaterial

für viele Bauvorhaben wie etwa den Petersdom

im Vatikan genutzt.

Zahlreiche römische Tempel wurden in christliche

Kirchen umgewandelt.

Errichtet wurde das

Monument für König

Vittorio Emanuele II

im Jahr 1911.

Es beherbergt auch

das Museum für die

italienischen Unabhängigkeitskriege.

Riesige Gebäude zeugen

von imperialer

Herrschaft und faschistischer

Vergangenheit.

Vom Dach des Monumento

Vittorio Emanuele

II hat der Besucher

einen atemberaubenden

Blick über Rom.

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Der Piazza Venezia vor dem Viktor-Emanuelsdenkmal

ist ein imposanter

Platz mit der 40m hohen Trajansäule als überragenden Blickpunkt.

Die Säule wurde zu Ehren der Siege des Kaisers Trajan in den Kämpfen gegen

die Daker im Jahre 113 n. Chr. errichtet. Flankiert wird der Platz heute von zwei

Marienkirchen, die Kirche Nome di Maria und die Kirche Santa Maria di Loreto

In unmittelbarer Nähe zum Coloseum

und eingekeilt zwischen den Zäunen

zum Forum Romanum fanden wir die

Basilika Santa Maria Nova.

Hier entstand ein karitativ tätiger

Frauenorden und die heilig gesprochene

Ordensgründerin Franziska

von Rom ist hier beigesetzt.

Der Circus Maximus war die größte Arena

im antiken Rom. Er hatte eine Gesamtlänge

von 600m und eine Breite von

140m. Das Fassungsvermögen soll bis

zu 250.000 Plätze betragen haben. Das

Oval wurde für Wagenrennen genutzt.

Eine berühmte cineastische Darstellung

gab es im Film Ben Hur aus dem Jahr

1959 mit Charlton Heston.

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Unweit vom Circus Maximus liegt die Basilica di Santa Maria in Cosmedin. Die Kirche

wurde um 580 geweiht und wird von der Griechisch Katholischen Kirche betreut.

Auf dem Rückweg zum Hotel besuchten wir..... richtig eine Kirche. Die Basilica Papale di Santa Maria Maggiore

ist eine der vier Papstbasiliken Roms. Sie befindet

sich auf einem Grundstück das exterritorial zum

Vatikanstaat gehört.

Der touristische Anziehungspunkt

ist nicht die Kirche selbst, sondern

der „Mund der Wahrheit“ der in der

Säulenvorhalle angebracht ist. Die

Scheibe hat einen Durchmesser

von ca. 175cm und die Mitte ziehrt

ein Antlitz. Einer mittelalterlichen

Legende nach verliert jeder seine

Hand, wenn er sie in den Mund

haltet und dabei nicht die Wahrheit

sagt. Bekannt wurde die Bocca della

Verità vor allem auch durch den

Film „Ein Herz und eine Krone“ mit

Gregory Peck und Audrey Hepburn

aus dem Jahr 1953.

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Der Mercato di Porta Portese findet jeden Sonntag

Vormittag südwestlich des Zentrums statt. Er gilt

als größter Flohmarkt Europas mit etwa 4500 Ständen.

Auf dem Markt findet man von Kleidung über

Antiquitäten bis zu Lebensmitteln wirklich alles.

Während des Transfers zum Flughafen Fiumicino fiel mir der Spruch meines Geschichtsprofessors

ein: „sieben - fünf - drei, Rom kroch aus dem Ei.“ Er wollte

uns damit das Gründungsjahr Roms 753 v.Chr. mit auf unserem Lebensweg

geben. Er erwähnte auch, dass Romulus und Remus die Gründer waren und

dass der Sage nach, die Zwillinge Produkt einer nicht standesgemäßen Liaison

des Gottes Mars mit einer Priesterin waren. Deshalb wurden sie auf

dem Tiber ausgesetzt, aber von einer Wölfin gesäugt und am Leben erhalten.

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