Rundum Gesund #2

Visioness

Patientenmagazin #2 der Krankenhäser Landkreis Freudenstadt

GRATIS

zum Mitnehmen!

He 2 Sommer/Herbst 2018

Rundum gesund

Paentenzeitschri der Krankenhäuser des Landkreises Freudenstadt

Carosstenose birgt

Schlaganfallrisiko Seite 4

Grüne Damen und Herren

suchen Verstärkung

Seite 10

Konnuität in der

Versorgung bewahren

Seite 12

Künstliche Gelenke

halten nicht ewig

Seite 24


Editorial

Editorial

Liebe Paennnen und Paenten,

liebe Leserinnen und Leser,

die Lebenserwartung in Baden-Würemberg steigt weiter an: Ein neugeborener

Junge darf sich demnach auf durchschnilich 79,5 Lebensjahre freuen, ein Mädchen

auf 84 – es würde bis zum Jahr 2102 leben. Eine höhere Lebenserwartung ist

auf viele Faktoren zurückzuführen; einer davon ist eine wohnortnahe medizinische

Versorgung wie die in unserem Landkreis Freudenstadt. In unseren Fachkliniken

arbeiten hochspezialisierte Mediziner, die sich bestmöglich um das Wohl ihrer

Paenten kümmern. Die medizinische Versorgung älterer Menschen sowie eine

umfassende Behandlung von Volkskrankheiten wie beispielsweise Herzkreislauferkrankungen

stehen täglich im Mielpunkt unseres Handelns.

Eine tückische Erkrankung des Herzkreislaufsystems ist die Carosstenose. Sie

macht sich meist nicht durch Beschwerden bemerkbar, sondern wird häufig erst

bei einer Rouneuntersuchung beim Hausarzt festgestellt. „Unbehandelt kann die

Verengung oder der Verschluss der Halsschlagader zu einem Schlaganfall führen“,

erklärt Dr. Thorsten Maxeiner, Chefarzt der Allgemein-, Viszeral und Gefäßklinik in

Freudenstadt. In der zweiten Ausgabe von Rundum gesund erfahren Sie, welche

Behandlungsmöglichkeiten es bei dieser Erkrankung gibt.

Je älter der Mensch wird, desto wahrscheinlicher ist die Verengung der Halsschlagader:

Bei gut 7,5 Prozent der Männer über 80 Jahren und ca. 5 Prozent der Frauen

über 80 Jahren ist die innere Schlagader aufgrund von Ablagerungen verengt. Für

Dr. Michael Klotz, neuer Chefarzt der Geriatrischen Rehabilitaon in Horb, stehen

jedoch andere Erkrankungen des Alters im Vordergrund. Auf welche außergewöhnlichen

Therapiemöglichkeiten der neue Chefarzt dabei zurückgrei, lesen Sie auf

den Seiten 12-14.

Außergewöhnlich wichg ist das Engagement der Grünen Damen und Herren, die

ehrenamtlich im Krankenhaus Freudenstadt und in der Geriatrischen Rehabilitaon

in Horb täg sind. Sie möchten den Paentenbegleitdienst weiter ausbauen und

suchen deshalb Verstärkung. Verena Kreidler und Irmtraut Bohnhoff berichten auf

den Seiten 10-11 über ihre Erfahrungen.

Im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Krankenhäuser Landkreis

Freudenstadt gGmbH wünsche ich Ihnen und Ihrer Familie alles Gute und viel

Gesundheit.

Ihr

Ralf Heimbach

Geschäsführer Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt gGmbH

2 Rundum gesund


Inhalt

Inhalt

4

10 24

Carosstenose birgt Schlaganfallrisiko ............ 4

Herausforderung an der Hauptschlagader .................................... 8

Grüne Damen und Herren suchen Verstärkung ......................... 10

Konnuität in der Versorgung bewahren ................................... 12

Neubau des Krankenhauses Freudenstadt

geht in die weitere Planungsphase ............................................ 15

Nackenschmerzen nach Auffahrunfall ....................................... 16

Aus Hilflosigkeit wurde Zuversicht ............................................. 18

Aus Scham Inkonnent .............................................................. 21

Freudentränen beim Kängaroo-Care ......................................... 22

Künstliche Gelenke halten nicht ewig ........................................ 24

Medizinische „Wohngemeinscha“ in Horb .............................. 28

News .......................................................................................... 30

Klinikführer Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt gGmbH .... 31

Impressum

Herausgeber:

Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt gGmbH

Postanschri:

Krankenhaus Freudenstadt, Öffentlichkeitsarbeit,

Karl-von-Hahn-Straße 120, 72250 Freudenstadt

E-Mail: cornelia.schreib@klf-net.de

Tel: 07441 54-6143

Fax: 07441 54-2271

Internet: www.klf-web.de

Redakonsleitung:

Cornelia Schreib

Inhaltliches und grafisches Konzept,

Redakon und Realisierung:

Visioness GmbH, Heidelberg

Druck:

Drescher Full-Service Versand GmbH, Leonberg

Bildquellen:

Alle Fotos stammen aus den Einrichtungen der

Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt gGmbH,

wenn nicht anders angegeben.

Alle in diesem Magazin enthaltenen Empfehlungen

ersetzen nicht den ärztlichen Rat. Bie suchen Sie

bei gesundheitlichen Beschwerden Ihren Hausarzt

oder niedergelassenen Facharzt auf.

Rundum gesund 3


Titelthema

Carosstenose birgt

Schlaganfallrisiko

Eine Verengung der Halsschlagader kann unbemerkt aureten und sich

im Laufe der Jahre schleichend verschlimmern, ohne dass die typischen

Symptome aureten. So erging es auch Manfred Schütz*: Bei ihm wurde

die sogenannte Carosstenose zufällig bei einer Rouneuntersuchung

bei seinem Hausarzt festgestellt. Der 56-Jährige lässt sich darauin in der

Gefäßambulanz der Klinik Freudenstadt untersuchen. „Unbehandelt kann

die Verengung oder der Verschluss zu einem Schlaganfall führen“, erklärt

Dr. Thorsten Maxeiner, Chefarzt der Allgemein-, Viszeral und Gefäßklinik

in Freudenstadt. Von ca. 265.000 Schlaganfällen in Deutschland werden

rund 30.000 durch eine Verengung oder einen Verschluss der inneren

Halsschlagader ausgelöst. Dr. Maxeiner erläutert, wie es zu einer Carosstenose

kommt und wie diese am besten behandelt werden kann.

4 Rundum gesund

*Name von der Redakon geändert


Titelthema

Plötzlich hat der Betroffene kein

Gefühl mehr in der Hand. Das Glas,

das er eben noch festgehalten hat,

fällt ihm aus der Hand. Auf einem

Auge kann er nichts mehr sehen.

Quelle: Krankenhäuser

Landkreis Freudenstadt gGmbH

Cholesterin, Kalzium und Bindegewebe können sich mit der

Zeit in die Gefäßwand der Halsschlagader einlagern. Diese

kann dadurch eingeengt oder gar verschlossen werden. Die

kalk- und fehalgen Gefäßwandeinlagerungen werden als

Plaques bezeichnet. Im Laufe der Jahre nimmt diese Gefäßverkalkung

zu. „Besonders gefährdet sind Menschen, die

über Jahre Nikon zu sich genommen haben, unter einer

arteriellen Hypertonie oder einer Blutzuckererkrankung leiden“,

erläutert Dr. Maxeiner.

Kurzweilige Symptome

Die Plaques engen die Halsschlagader im Bereich ihrer Gabelung

ein. Dadurch kann die Caros nicht mehr so viel Blut

befördern, wie normalerweise. So können Blutgerinnsel

entstehen, von den Teile abreißen und in den Hirnkreislauf

geschwemmt werden. Die Folge sind unterschiedlich ausgeprägte

neurologische Symptome. „Plötzlich hat der Betroffene

kein Gefühl mehr in der Hand. Das Glas, das er eben

noch festgehalten hat, fällt ihm aus der Hand. Auf einem

Auge kann er nichts mehr sehen“, beschreibt Dr. Maxeiner

eine typische Situaon. Häufig treten die Beschwerden nur

kurzfrisg auf und bilden sich dann zurück. Die Verengung

der Halsschlagader kann auch ohne Beschwerden verlaufen,

wie bei Manfred Schütz. Es wird dann von einer asymptomaschen

Carosstenose gesprochen.

Aulärung durch Ultraschall

Festgestellt wird die Verengung der Halsschlagader unter

anderem durch eine spezielle Form des Ultraschalls, wie

der Duplexsonografie oder durch eine Kernspin - Unter-

Rundum gesund 5


Titelthema

Quelle: Krankenhäuser

Landkreis Freudenstadt gGmbH

Quelle: Krankenhäuser

Landkreis Freudenstadt gGmbH

Bei Manfred Schütz wurde die sogenannte Carosstenose zufällig bei

einer Rouneuntersuchung bei seinem Hausarzt festgestellt.

„Schwerkranken Paenten ist eine Operaon nicht zuzumuten.

Die intervenonelle Therapie ist für sie die bessere

Wahl“, erläutert Dr. Maxeiner und ergänzt: „Das Gefäß wird

mit Hilfe eines sogenannten Stents geweitet. Dieses Verfahren

ist schonender. Aus langfrisger Sicht ist eine Operaon

aber ratsamer.“ Das Risiko ist dabei bei beiden Eingriffen

gleich gering. Die konservave Therapie sieht eine Umstellung

der Ernährung mit mehr Bewegung vor. Ergänzt wird

sie durch Cholesterin senkende Medikamente. Die konservave

Behandlung ist vor allem dann anzuraten, wenn die

Verengung durch fehalge Ablagerungen zustande kam.

suchung der Halsgefäße. Mit diesem Verfahren können

Blutströme in den Gefäßen sowie auch Gefäße selbst dargestellt

werden. „So stellen wir fest, wie hoch der Grad der

Einengung ist. Da gibt es klare Regeln, die entscheiden, ob

operiert werden muss“, erklärt Dr. Maxeiner. Jeder Paent

wird zunächst in einer sogenannten Gefäßkonferenz besprochen.

„Mediziner verschiedener Fachrichtungen entscheiden

dabei gemeinsam und für jeden Paenten eigens,

was die beste Therapie ist“, so Dr. Maxeiner. Die Mediziner

müssen sich zwischen einer operaven, intervenonellen

und konservaven Therapie entscheiden. Diese Entscheidung

hängt stark vom Schlaganfallrisiko des einzelnen Pa-

enten ab.

Vor- und Nachsorge

Auch Manfred Schütz wurde operiert und ist froh, dass

Schlimmeres verhindert werden konnte. Nach der Operaon

folgte eine abschließende neurologische Untersuchung

und Ultraschallkontrolle. „Alle sechs Monate sollte der

Paent zur Kontrolluntersuchung kommen.“, rät Dr. Maxeiner.

Als kleine Prophylaxe empfiehlt er, Nikon sowie eine

fereiche Ernährung zu vermeiden und den Bluthochdruck

sicher einstellen zu lassen. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchunge

seien sehr wichg.

6 Rundum gesund

Drei Therapieverfahren

Bei der operaven Therapie wird die verengte Stelle über

einen schrägen Halsschni freigelegt und von den Ablagerungen

befreit. „Das Gefäß wird mit einem Kunststoffpatch

wieder zugenäht. Es ist hinterher weiter. So kann mehr Blut

fließen und eine geringere Ablagegefahr besteht“, so Dr.

Maxeiner. Je nach vorgefundener Lage können die Spezialisten

im Krankenhaus Freudenstadt zahlreiche Operaonsvariaonen

umsetzen.

Ihre Fachklinik vor Ort

Krankenhaus Freudenstadt

Allgemein-, Viszeral- &

Gefäßchirurgie

Chefarzt Dr. Thorsten Maxeiner

Karl-von-Hahn-Straße 120

72250 Freudenstadt

Tel: 07441 54-2385

E-Mail: chirurgie@klf-net.de

Dr. Thorsten Maxeiner


Titelthema

Setzen eines Stents:

Aorta caros interna

1. Verengung durch Arteriosklerose

2. Einführen der Werkzeuge

3. Aufdehnen der Engstelle mit Ballon

4. Setzen des Stents und Enernen

der Werkzeuge

Aorta caros externa

Aorta caros communis

Arteria subclavia

1. 2. 3. 4.

DAS SAGT DIE FACHGESELLSCHAFT:

Eine Verengung der Halsschlagader (Stenose) kann unbehandelt

zu einem Schlaganfall führen. Prof. Dr. Markus

Steinbauer von der Deutschen Gesellscha für Gefäßchirurgie

und Gefäßmedizin erklärt im Interview, wann eine Stenose

operiert werden muss – und warum ein Gläschen Wein

durchaus hilfreich sein kann, einer Verengung vorzubeugen.

Ab welchem Verschlussgrad sprechen Mediziner von einer

Stenose?

Prof. Markus Steinbauer: Die Verengung der Halsschlagader

kann asymptomasch, das heißt ohne Beschwerden

sein. Ist die Schlagader in diesen Fällen

mehr als 50 % verengt, sprechen

wir Mediziner von einer mielgradigen,

ab 70 % von einer hochgradigen

Carotisstenose. Hat ein Paent bereits

einen leichten Schlaganfall erlien oder klagt über Symptome

wie Sprachstörungen, Lähmungen, Sensibilitätsstörungen

im Gesicht, an Armen und Beinen, Sehstörungen sowie

Schwindel, dann ist die Stenose symptomasch – das heißt,

die Stenose hat sich durch klinische Beschwerden bemerkbar

gemacht. In diesen Fällen sprechen wir von einer symptomaschen

Stenose.

Welches sind die häufigsten Ursachen, die zu dieser Erkrankung

führen?

Prof. Markus Steinbauer: Schuld an der Verengung ist

häufig die Verkalkung der Arterien; denn diese Blutgefäße

transporeren sauerstoffreiches Blut vom Herzen zu

den Organen, Muskeln und Geweben. Durch mangelnde

Bewegung, ungesunde Ernährung, Nikonkonsum und zusätzlichen

Erkrankungen wie Bluthochdruck und Zuckererkrankung

lagern sich Bluee, Blutgerinnsel, Bindegewebe

oder Kalk in den Gefäßwänden ab, die mit der Zeit die Gefäße

verstopfen. Diese Ablagerungen werden als Plaques

bezeichnet. Durch die verengten Gefäße kann das Blut

nicht mehr ungehindert fließen. Zudem können sich an den

Plaques ein Pfropf aus Blutplächen bilden, die mit dem

Blutstrom mitgerissen werden und nachgeschaltete Hirngefäße

verstopfen können.

In welchen Fällen ist eine Operaon notwendig?

Prof. Markus Steinbauer: Jede symptomasche Stenose ab

50 % Verengungsgrad sollte operiert werden, um das Risiko

eines weiteren Schlaganfalls zu senken. Bei einer asymptomaschen

Stenose wird eine Operaon ab 70 % Verengungsgrad

in Erwägung gezogen. Die Schlagader wird bei

der Operaon über einen kleinen Schni am Hals freigelegt

und die Engstelle enernt. Der Chirurg säubert das Gefäß

und vernäht die Halsschlagader so, dass das Blut wieder

ungehindert in das Gehirn fließen kann. Alternav kann

die Verengung durch eine Aufdehnung der Schlagader mit

einem Stent behandelt werden.

Dieses feine Giergerüst wird in

die Arterie mit Hilfe eines Katheters

über die Leistenschlagader

eingeführt und vorsichg aufgedehnt.

So lässt sich das Gefäß wieder öffnen. Diese Methode

kommt bei Paenten zum Einsatz, für die ein erhöhtes

OP-Risiko besteht.

Was sind aus Ihrer Sicht die wichgsten prävenven Maßnahmen?

Prof. Markus Steinbauer: Mehr bewegen, gesünder ernähren

und vor allem nicht Rauchen. Eine mediterrane Kost ist

hier empfehlenswert, denn in den mediterranen Ländern

ist die Arterienverkalkung ein nicht so massives gesundheitliches

Problem wie bei uns. Auch ein kleines Gläschen

Wein kann sich durchaus posiv auf die Gefäßgesundheit

auswirken – denn es sorgt für einen Anseg des für die Gefäßgesundheit

günsgen HDL-Cholesterins, das dabei hil,

die Blutgefäße zu „säubern“.

Kontakt

Deutsche Gesellscha für Gefäßchirurgie

und Gefäßmedizin

Sekretär Prof. Dr. Markus Steinbauer

Robert-Koch-Platz 9

10115 Berlin

Tel: 030 2809 9099-0

E-Mail: sekretariat@gefaesschirurgie.de

Prof. Dr.

Markus Steinbauer

Bildquelle:

Rundum Deutsche gesund Gesellscha für 7

Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin


Kardiologie

Quelle: Krankenhäuser

Landkreis Freudenstadt gGmbH

Herausforderung

an der Hauptschlagader

Vermutlich starkes Rauchen führte bei einer 39-jährigen Paenn zu

einem Gefäßverschluss in der Hauptschlagader – genau an der Stelle,

an der sich die Lebensader in die beiden großen Beckenachsen aueilt.

Professor Dr. Florian Bea, Chefarzt der Medizinischen Klinik II am Krankenhaus

Freudenstadt, berichtet über die besondere Herausforderung

bei dieser Operaon und erklärt, warum er für diesen speziellen Eingriff

einen befreunden Kollegen um Unterstützung bat.

Prof. Dr. Florian

Bea führte den

Eingriff mit Prof.

Dr. Erwin Blessing

durch.

„Ein Gefäßverschluss in der Hauptschlagader

aufgrund einer Gefäßverkalkung

ist bei einer 39-jährigen Frau

ungewöhnlich und höchstwahrscheinlich

auf den hohen Nikonkonsum

zurückzuführen“, sagt Professor Bea.

Zwei Schachteln Zigareen am Tag

führten zu massiven Beschwerden und

Einschränkungen beim Gehen. Die Pa-

enn ließ sich deshalb zunächst von

einem Facharzt untersuchen; dieser

erkannte den Verschluss und überwies

sie zur weiteren Behandlung in das

Krankenhaus Freudenstadt. „Unsere

Aufgabe bestand darin, das verschlossene

Gefäß zu öffnen und vor allem zu

stabilisieren“, erklärt Prof. Bea.

Herausforderung an heikler Stelle

Verstope Gefäße können heutzutage

mithilfe eines Katheters und Gefäßstützen

(Stents) wieder geöffnet

und stabilisiert werden. Bei der Aorta

(Hauptschlagader) ist jedoch besondere

Vorsicht geboten: Sie ist die größte

Arterie des Körpers und hat ihren

Ursprung direkt oberhalb der Herzklappe

der linken Hauptkammer. Die

Ader führt das Blut vom Herzen und

transporert es über weitere Aueilungen

zum Gehirn und die einzelnen

Körperorgane. „Operaonen an der

Hauptschlagader müssen mit größter

Sorgfalt durchgeführt werden. Kom-

8 Rundum gesund


Kardiologie

Aorta

Bauchaorta

Gerinnsel

Verkalkung

Beckenarterien

Der Eingriff war sehr

schonend und dauerte

ca. eineinhalb Stunden.

plikaonen an diesem Gefäß würden

zu schweren Bauchblutungen führen“,

betont Prof. Bea. Für den Eingriff bei

der 39-jährigen Paenn hat sich der

erfahrene Kardiologe daher die Unterstützung

eines befreundeten Mediziners

geholt: „Bei einem so schwierigen

Eingriff braucht man vier Hände und

zwei Köpfe. Unterstützt hat mich Prof.

Dr. Erwin Blessing, den ich schon sehr

lange kenne. Wir waren beide an der

Universitätsklinik in Heidelberg täg,

haben dort solche Eingriffe viele Jahre

durchgeführt und verstehen uns

blind.“

Gefäßstützen sorgen für Entlastung

Die konvenonelle Methode, um eine

verengte Hauptschlagader zu öffnen,

ist die sogenannte Bypass-Methode;

bei dieser wird das erkrankte Gefäß

durch eine Ypsilon-Prothese ersetzt.

„Diese Operaonsmethode rückt jedoch

immer mehr in den Hintergrund,

denn wir müssen dazu den kompleen

Bauchraum öffnen. Die Operaon dauert

mehrere Stunden. Die Belastung

für den Paenten ist entsprechend

hoch. Das machen wir nur noch, wenn

das Gefäß sehr stark verkalkt ist“, so

Prof. Bea. Seine Paenn hat sich deshalb

für die Behandlungsmethode mit

Katheter und Gefäßstützen entschieden.

Um das verschlossene Gefäß zu

öffnen, tasteten sich die beiden Mediziner

mit einem Ballonkatheter vor.

Dieser Katheter wurde von der Leiste

und über eine Armarterie aus über

einen Führungsdraht und Führungskatheter

in der Engstelle platziert, mit

Druck aufgeblasen und die Engstelle

dadurch beseigt. Stabilisiert wurde

das wieder geöffnete Gefäß mit insgesamt

vier Gefäßstützen. „Der Eingriff

war sehr schonend und dauerte ca.

eineinhalb Stunden. Mit dem Ergebnis

sind wir sehr zufrieden“, sagt Prof.

Bea. Die Paenn konnte bereits am

Tag nach der OP aufstehen. Die abschließende

Ultraschallkontrolle ergab

einen sehr guten Befund, so dass die

39-Jährige nach vier Tagen aus dem

Krankenhaus entlassen wurde. „Unserer

Paenn geht es sehr gut. Sie hat

keine Beschwerden mehr und kann

ihr Leben wieder genießen“, freut sich

Prof. Bea, der eindringlich empfiehlt,

das Rauchen sein zu lassen, denn „viele

Krankheiten sind deutlich auf den

Nikonkonsum zurückzuführen.“

Ihre Fachklinik vor Ort

Krankenhaus Freudenstadt

Medizinische Klinik II - Kardiologie,

Angiologie, Intensivmedizin

Chefarzt Prof. Dr. Florian Bea

Karl-von-Hahn-Straße 120

72250 Freudenstadt

Tel: 07441 54-6345

E-Mail: cathrin.heusch@klf-net.de

Prof. Dr. Florian Bea

Prof. Dr. Florian Bea

Rundum gesund 9


Paentenbegleitdienst

Verstärkung

für Grüne Damen

und Herren

gesucht

Wir nehmen uns Zeit

10 Rundum gesund

Irmtraut Bohnhoff ist seit März 2009

als Grüne Dame am Krankenhaus in

Freudenstadt täg. Seit März 2014

leitet sie den Dienst der Grünen Damen.

Alle 14 Tage hat sie für die Paenten

der Klinik ein offenes Ohr und

kümmert sich um deren Anliegen. Sie

war viele Jahre als Arzthelferin täg

und hat an verschiedenen Weiterbildungen

teilgenommen. Nach einem

neuen Lebensabschni hae sie Zeit,

sich ehrenamtlich als Grüne Dame zu

engagieren – welch´ wunderbare Aufgabe

das für sie ist, erzählte sie im Interview.

Frau Bohnhoff, warum engagieren Sie

sich ehrenamtlich als Grüne Dame?

Irmtraut Bohnhoff: Menschen, die im

Krankenhaus liegen, haben viel Zeit,

über sich, ihren Zustand und Angehörige

nachzudenken. Häufig ist aber dann

niemand da oder sie sind sowieso ganz

allein – wem sollen sie dann Ihre Gedanken

mieilen? Ich nehme mir die

Zeit und höre diesen Menschen gerne

zu. Ich finde es wichg, Menschen in

dieser schwierigen Phase zur Seite zu

stehen.

Welche Aufgabe übernehmen die Grünen

Damen und Herren im Krankenhaus?

Irmtraut Bohnhoff: Unsere wichgste

Aufgabe ist es, uns mit Empathie ganz

auf die Menschen einzulassen. Wir

unterstützen die Krankenschwestern,

indem wir den Paenten unsere Zeit

schenken. In den letzten Jahren ist viel

Arbeit an Dokumentaonen auf die

Krankenschwestern übertragen worden;

Zeit, die am Krankenbe fehlt.

Auch erledigen wir gerne kleine Besorgungen

im Krankenhaus.

Wie kommen Sie mit den Paenten ins

Gespräch?

Irmtraut Bohnhoff: Wenn wir unseren

Dienst antreten, alle acht Tage, gehen

wir zuerst ins Schwesternzimmer auf

der jeweiligen Staon. Die Staonsschwester

teilt uns mit, welcher Paent

auf der Staon sich über unseren

Besuch freuen würde. Im Krankenzimmer

stelle ich mich vor und versuche, je

nach Situaon, in ein Gespräch zu kommen.

Sorgen und Nöte sind o groß,

der Redebedarf dann entsprechend.

Was in diesem Zusammenhang sehr

wichg ist: Wir unterliegen selbstverständlich

der Schweigepflicht.

Welche Erfahrungen haben Sie gesammelt?

Irmtraut Bohnhoff: Wenn ich abends

nach Hause fahre, gehen mir die Begegnungen

und Gespräche noch einmal

durch den Kopf, viel Neues und

Schweres habe ich erfahren. Doch dieses

Ehrenamt ist eine Aufgabe, die von

Herzen kommt, die sowohl Paenten,

als auch mir und den anderen Ehrenamtlichen

Freude bereitet.

Welche Voraussetzung sollten Menschen

mitbringen, die sich als Grüne

Dame oder Herr engagieren möchten?

Irmtraut Bohnhoff: Wer Zeit hat, zuhören

kann, verschwiegen ist und sich

sozial engagieren möchte, ist herzlich

willkommen. Wir sind immer auf der

Suche nach neuen Kolleginnen und

Kollegen. Wir würden uns sehr freuen,

wenn sich viele angesprochen fühlen

und sich ehrenamtlich engagieren. Wir

sind derzeit fünf Damen und ein Herr –

es wäre sehr schön, wenn sich weitere

Menschen engagieren würden.

Weitere Informaonen zum Ehrenamt

der Grünen Damen und

Herren erhalten Interessierte in

der Personalabteilung des Krankenhauses

Freudenstadt unter Tel:

07441 54-2366.


Paentenbegleitdienst

Eine wunderbare Erfahrung

Verena Kreidler ist als Grüne Dame

an der Klinik für Geriatrische Rehabilitaon

in Horb täg. Alle 14 Tage hat

sie für die Paenten der Klinik immer

am Miwochvormiag lang ein offenes

Ohr und kümmert sich um deren

Anliegen. Nachdem sie in der Zeitung

gelesen hae, dass die Klinik in Horb

Freiwillige für die Tägkeit als Grüne

Damen sucht, entschied sie sich bereits

1994 für dieses Ehrenamt – im

Interview erzählt sie, warum dies bis

heute eine sehr gute Entscheidung war.

Frau Kreidler, warum engagieren Sie

sich ehrenamtlich als Grüne Dame?

Verena Kreidler: Ich möchte das Pflegepersonal

an der Klinik unterstützen.

Jeder kennt die öffentliche Diskussion,

wie wenig Zeit das Pflegepersonal in

seinem Alltag hat – für ein längeres

Gespräch mit den Paenten reicht diese

einfach nicht aus. Ich habe Zeit und

schenke diese gerne Menschen, die Zuwendung

benögen. Es gibt in der Klinik

in Horb Paenten, deren Angehörige

etwas weiter weit weg wohnen und

somit nicht so o zu Besuch kommen

können. Für diese, aber natürlich auch

für alle anderen, gibt es diesen Paentenbegleitdienst.

Was erwartet Sie hinter der Tür des Pa-

entenzimmers?

Verena Kreidler: Da wir in Kontakt mit

dem Pflegepersonal stehen, bekommen

wir auch Informaonen zu Paenten,

denen wir helfen und die wir

unterstützen können. Wenn ich den

Raum betrete, stelle ich mich zunächst

einmal vor, erkläre wer ich bin und

welche Tägkeit ich im Hause ausführe.

Darüber sind unsere Paenten o

erstaunt und meinen dann “Und Sie

haben jetzt wirklich Zeit für mich?“.

Und genau das ist meine Aufgabe: Mit

den Menschen reden, ihnen vorlesen,

mit ihnen singen, Beschäigungsspiele

durchführen, ihnen zuhören, Mut machen

– einfach da sein. So entstehen

besondere Begegnungen und es ergeben

sich o Gespräche, wo ein kleiner

Teil Lebensgeschichte an mich weitergegeben

wird. Wie heilsam diese Gespräche

für die Paenten sind, kann in

Worten kaum ausgedrückt werden. Ich

sehe und spüre es.

Welche Erfahrungen und Eindrücke haben

Sie gesammelt?

Verena Kreidler: Dieses Ehrenamt ist

eine wunderbare Erfahrung, die von

vielen Paenten sehr dankbar angenommen

wird. Füreinander da sein und

Menschen Zeit zu schenken, empfinde

ich als großen Reichtum. Natürlich

kommt es vor, dass wir Grüne Damen

schon mal mit gemischten Gefühlen

wieder nach Hause gehen, wenn uns

ein Schicksal besonders berührt hat.

Doch insgesamt betrachtet, sind die

Stunden, die ich in der Klinik verbringe,

mit enorm viel Herz, Menschlichkeit

und Zuneigung erfüllt.

Warum sollten sich Ihrer Meinung nach

auch andere Menschen für Paenten

im Krankenhaus engagieren?

Verena Kreidler: Wer sich ehrenamtlich

als Grüne Dame oder Herr engagiert,

bekommt sehr viel zurück. Ich

erlebe unglaublich viel Dankbarkeit

und Herzlichkeit und kann jedem, der

Zeit zu verschenken hat, nur raten, es

einfach auszuprobieren. Wir sind derzeit

acht Grüne Damen in Horb und suchen

neue Mitstreiter mit den gleichen

Idealen, die entweder vormiags, aber

auch gerne am Miag oder Nachmiag

für andere Menschen da sein möchten.

Es braucht keine besondere Qualifika-

on; wer zuhören und Empathie für

Menschen in der Ausnahmesituaon

Klinik auringen kann und möchte, ist

herzlich willkommen.

Quelle: fotolia

Rundum gesund 11


Geriatrische Rehabilitaon

Konnuität in der

Versorgung bewahren

Quelle: Krankenhäuser

Landkreis Freudenstadt gGmbH

Dr. Markus Klotz ist seit Dezember 2017 neuer

Chefarzt der Klinik für Geriatrische Rehabilita-

on in Horb. Im Interview beschreibt er seine

Aufgabe als Chefarzt, berichtet über neue erfolgsversprechende

Therapiemöglichkeiten und

erklärt, warum Bier durchaus zum Ernährungsplan

älterer Paenten gehören darf.

Was sind Ihre wesentlichen Aufgaben

als Chefarzt der Klinik für Geriatrie

in Horb?

Dr. Markus Klotz: Die Mediziner

und Therapeuten im Hause leisten

eine sehr gute Arbeit. Ich bin

dafür verantwortlich, dass diese

hohe Behandlungsqualität fortgeführt

wird. Darüber hinaus haben

wir uns Qualitätsziele in der

medizinischen Versorgung älterer

Menschen gesetzt – meine Aufgabe

als Chefarzt ist es, dafür zu sorgen,

dass wir gemeinsam diese Ziele erreichen.

12 Rundum gesund


Geriatrische Rehabilitaon

Sie haben die Qualitätsziele angesprochen

– welche sind das?

Dr. Markus Klotz: Ich möchte das

bestehende Therapieangebot weiter

ausbauen und versuchen, neue

Akzente zu setzen. Unterstützt

werde ich dabei von meiner Kollegin

Frau Siriporn Bösche, mit der

ich schon im St. Trudpert Klinikum

in Pforzheim zusammengearbeitet

habe.

Sie hat eine Zusatzqualifikaon

in der tradi-

onellen Chinesischen

Medizin und mit Methoden

wie der Akupunktur

viele Paenten

erfolgreich behandelt.

Als Chefarzt mache ich

mir auch Gedanken darüber,

ob jeder geriatrische

Paent unbedingt staonär

aufgenommen werden muss. Bei

manchen ist eine ambulante Versorgung

ausreichend. Wenn das

ambulante Angebot in Horb angenommen

wird und sich finanziell

rechnet, werden wir sicher über

einen Ausbau nachdenken.

Sie sind Facharzt für Endokrinologie

– was ist darunter zu verstehen?

Dr. Markus Klotz: Als Endokrinologe

beschäige ich mich mit den Erkrankungen

von hormonproduzierenden

Drüsen wie beispielsweise

der Schilddrüse. Osteoporose oder

Diabetes sind hier zu nennen. Weil

ältere Paenten häufiger von diesen

Erkrankungen betroffen sind,

kann ich mit meinen Fachkenntnissen

in der Geriatrischen Rehabilitaon

in Horb einiges zum Wohle

der Paenten erreichen. Beispielsweise

bei der Ernährung: Ältere

Paenten leiden recht häufig unter

Mangelernährung – bei uns gibt es

deshalb zwischen den Mahlzeiten

immer eine Suppe zur weiteren

Stärkung. Wir schrecken auch nicht

davor zurück, Bier auszuschenken,

denn es ist ja bekannt für seine hohen

Anteil an Kalorien und B-Vitaminen,

was unseren Paenten sehr

gut tut.

Welchen Stellenwert hat die Geriatrische

Rehabilitaon in Horb?

Dr. Markus Klotz: Wenn man sich

die Landkarte genauer anschaut,

dann wird deutlich, dass die Klinik

für Geriatrische Rehabilitaon in

Horb in ihrem Landkreis und darüber

hinaus die einzige Einrichtung

ihrer Art ist. Das heißt, wir haben

einen enorm wichgen Versorgungsaurag

für ältere Paenten,

dem wir uns jeden Tag bewusst

sind. Unsere Einrichtung hat einen

hohen Stellenwert, weil wir in der

Lage sind, ältere Paenten nach

einer akuten oder chronischen Erkrankung

wieder in ihr gewohntes

Lebensumfeld zurückzubringen.

Das gelingt uns nicht immer; auch

in Horb begleiten wir manchmal

Paenten bis in den

Tod. Doch wir versuchen

alles, um unseren

Paenten ein gutes

Leben nach ihrem

Krankenhausaufenthalt

zu ermöglichen.

In der Regel werden

Menschen um die 70

Jahre aus den Krankenhäusern

in der

Umgebung an uns

überwiesen. Das können beispielsweise

Paenten mit Knochenbrüchen

sein, die zunächst in einer Klinik

akut behandelt und stabilisiert

werden und dann bei uns in die

Rehabilitaon gehen. Unser Behandlungsziel

für jeden Paenten

lautet: Die Pflegebedürigkeit vermeiden

und die Menschen wieder

in ihr gewohntes Leben entlassen.

Ihre Fachklinik vor Ort

Klinik für Geriatrische

Rehabilitaon Horb am Neckar Dr. Markus Klotz

Chefarzt Dr. Markus Klotz

Burgstall 9

72160 Horb

Tel: 07451 94-0

E-Mail: info.geriatrische.reha@klf-net.de

Rundum gesund 13


Das sagt die Fachgesellscha:

Ein größtmögliches Maß

an Selbstständigkeit

Quelle: Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt gGmbH

Die Deutsche Gesellscha für Geriatrie

(DGG) ist die wissenschaliche Fachgesellscha

der Ärzte, die sich auf

die Medizin der späten Lebensphase

spezialisiert haben. Dr. Rudolf Siegert ist

Leiter der DGG-Arbeitsgruppe Mobile

geriatrische Rehabilitaon. Im Interview

erläutert er, warum die Geriatrische

Rehabilitaon aufgrund der immer älter

werdenden Gesellscha so bedeutend

ist.

Aus Sicht der Fachgesellscha: Welchen Stellenwert hat die

Geriatrische Rehabilitaon in der heugen Zeit?

Dr. Rudolf Siegert: Aufgrund der demografischen Entwicklung

einen zunehmenden Stellenwert. Durch opmierte

Behandlungsmöglichkeiten der modernen Medizin überleben

auch ältere Menschen zunehmend schwere Verletzungen

oder erreichen trotz chronischer Krankheiten ein hohes

Lebensalter. Dies zieht dann häufig Rehabilitaonsbedarf

nach sich.

Wie lange dauert eine Geriatrische Rehabilitaonsmaßnahme

in der Regel?

Dr. Rudolf Siegert: Drei Wochen, gegebenenfalls mit Verlängerung.

Die Frührehabilitaon folgt keinem festen Zeitfenster;

sie findet sta, solange die Paenten der Krankenhausbehandlung

bedürfen.

Wie kann die Geriatrische Rehabilitaon älteren Menschen

wieder zurück in ihr gewohntes Leben helfen?

Dr. Rudolf Siegert: Durch ganzheitliche Behandlung vorliegender

Erkrankungen unter besonderer Berücksichgung

altersspezifischer Besonderheiten. Dies muss beispielsweise

bei der Gabe und Dosierung von Medikamenten bedacht

werden. Außerdem findet ein intensives mulprofessionelles

Behandlungsseng sta. Typische Berufsgruppen sind

hier die Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Psychologie.

Was ist das vorrangige Ziel der Geriatrischen

Rehabilitaon?

Dr. Rudolf Siegert: Alle Professionen arbeiten gemeinsam

mit den Paenten daran, für diese ein größtmögliches Maß

an Selbständigkeit und Selbstbesmmtheit zu erreichen.

Kontakt

14 Rundum gesund

Deutsche Gesellscha für

Geriatrie e. V.

Leiter Mobile geriatrische

Rehabilitaon

Dr. Rudolf Siegert

Seumestr. 8

10245 Berlin

Tel: 030 5213 7275

E-Mail: info@dggeriatrie.de

Dr. Rudolf Siegert

Bildquelle: Deutsche

Gesellscha für Geriatrie


Neubau

Neubau des Krankenhauses Freudenstadt

geht in die weitere Planungsphase

In der ersten Ausgabe unserer Pa-

entenzeitschri Rundum gesund

haben wir bereits über den geplanten

Krankenhausneubau am

Standort Freudenstadt berichtet

– in dieser Ausgabe möchten wir

nun unsere Leser über den aktuellen

Planungsstand informieren.

In den vergangenen Monaten wurde

die Planung des Krankenhausneubaus

intensiv vorangebracht. Die Entwürfe

vom Ingenieurbüro Prof. Dr.-Ing. Vogt

Planungsgesellscha mbH wurden ausführlich

mit allen Beteiligten diskuert.

Wichg war allen, dass der Grundriss

opmal an die Kernprozesse der einzelnen

Abteilungen angepasst wird.

„Wir legen großen Wert auf Funkonalität.

Das Gebäude muss unseren

Ansprüchen auf eine schnelle und

reibungslose Paentenversorgung gerecht

werden“, betont Ralf Heimbach,

Geschäsführer der Krankenhäuser

Landkreis Freudenstadt.

Abteilungen opmal aufeinander abgesmmt

Mit dem aktuellen Entwurf sind alle

sehr zufrieden. Neben dem Haupteingang,

dem öffentlichen Bereich mit

Cafeteria und dem Raum der Slle werden

sich zentrale Untersuchungs- und

Behandlungsräume im Erdgeschoss des

insgesamt dreistöckigen Neubaus befinden.

Paenten, die für einen geplanten

Aufenthalt in die Klinik kommen,

werden hier genauso aufgenommen

wie Noälle. Diese können über einen

separaten Zugang für Liegendkranke direkt

in die interdisziplinäre Notaufnahme

(INA) gebracht werden. Je nach Art

der Verletzung stehen die Radiologie

sowie die beiden Herzkathetermessplätze

zur Verfügung. Außerdem bietet

ein Expressaufzug die Möglichkeit,

einen Noallpaenten direkt aus der

INA in den OP-Trakt in Ebene 1 zu verlegen.

Schnelle Versorgung von Paenten

Neben dem OP-Bereich werden die Intensivmedizin

auf der einen Seite und

die Entbindungsstaon auf der anderen

Seite angeordnet. „Das ermöglicht

uns Verlegungen der Paenten nach

den OP-Eingriffen und zum anderen

die schnelle Versorgung von Problemgeburten“,

so Ralf Heimbach. Direkt

an die Entbindungsstaon werden sich

die Wöchnerinnenstaon sowie die

Kinderstaon inklusive Kinderambulanz

angliedern. Auf dieser Ebene wird

außerdem der Übergang zum aktuellen

Gebäude des Medizinischen Versorgungszentrums

(MVZ) hergestellt,

das zukünig auch die Verwaltung

beherbergen soll. Die Ebenen 2 und 3

werden ausschließlich als Normalstaon

genutzt. Auf Ebene 3 entsteht außerdem

eine Wahlleistungsstaon, die

unabhängig vom Versicherungsstatus

nutzbar sein wird. Insgesamt wird es

sechs Staonen geben, von denen sich

jeweils zwei Staonen einen Pflegestützpunkt

teilen.

Nächste Schrie

Ralf Heimbach sieht dem Umzug 2021

opmissch entgegen: „Die Struktur

und die Aueilung der einzelnen Bereiche

und Abteilungen stehen fest.“

Quelle: Ingenieurbüro Prof. Dr.-Ing. Vogt Planungsgesellscha mbH

Nach der Genehmigung durch Aufsichtsrat

und Kreistag ist der nächste

Schri die Einreichung eines Förderantrages,

verbunden mit einer inhaltlichen

und fachlichen Prüfung des Sozialministeriums.

Die Stadt Freudenstadt

wurde frühzeig in den Planungsprozess

eingebunden.

Quelle: Ingenieurbüro Prof. Dr.-Ing. Vogt

Planungsgesellscha mbH

Rundum gesund 15


Neurochirurgie

Nackensch

nach

Nur einen Moment ist Richard Weber* unaufmerksam: Mit einem

lauten Knall fuhr er seinem Vordermann aufs Heck. Noch Tage danach

spürt der 50-jährige Berufsschullehrer starke, ausstrahlende Schmerzen

im Nackenbereich und sucht einen Arzt auf. Die Diagnose: Ein Bandscheibenvorfall

der Halswirbelsäule. Besserung soll eine Operaon bringen.

Quelle: Krankenhäuser

Landkreis Freudenstadt gGmbH

Die Ursachen für einen Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule

sind unterschiedlich: Meist sind ältere Menschen

von dieser schmerzhaen Verletzung betroffen, denn die

Bandscheiben verlieren im Alter ihre Flexibilität und Elas-

zität. Eine weitere Ursache ist die zunehmende Lockerung

der Wirbelgelenke, wodurch die Bandscheiben stärker zermürben.

Aber auch jüngere Menschen können von dieser

Verletzung betroffen sein: Eine abrupte Drehbewegung

des Kopfes kann zu einer Verletzung an der Halswirbelsäule

führen. Dauerhae Fehlhaltungen, etwa durch falsches oder

langes Sitzen am Schreibsch oder Überbeanspruchungen

können ebenfalls in einem Bandscheibenvorfall enden. Nicht

zuletzt können Ereignisse wie der Verkehrsunfall von Richard

Weber einen Bandscheibenvorfall auslösen.

Krankengymnask brachte keine Besserung

Dank entzündungshemmender Medikamente, Schmerzmiel

und Miel zur Muskelentspannung ging es Richard

Weber zunächst besser. Mit leichter Krankengymnask und

Heißlubehandlung wurde außerdem versucht, die Beschwerden

zu lindern. „Die Physiotherapeuten haben gute

Arbeit geleistet, aber leider wurde es nur teilweise besser.

Die Schmerzen kamen immer wieder zurück“, so Richard

Weber. Zur weiteren Abklärung wurde er deshalb in das

Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) in Freudenstadt

überwiesen.

16 Rundum gesund

*Name von der Redakon geändert.


merzen

Auffahrunfall

Neurochirurgie

Faserring

Gallertkern

Wirbelkörper

Rückenmark

Bandscheibe

Vorfall


Spinalnerv

MRT brachte Gewissheit

Die MRT Untersuchung im MVZ Freudenstadt macht die

Ursachen seiner Schmerzen sichtbar: Richard Weber hae

einen Bandscheibenvorfall auf der linken Seite der Halswirbelsäule

erlien. Eine Bandscheibe besteht aus einem

inneren, gallertargen Kern und einer äußeren Hülle. Reißt

diese Hülle, quillt der weiche Kern heraus. Dieser drückt auf

die Nerven, was die starken Schmerzen verursacht. Auch

bei Richard Weber wurde durch den Vorfall eine Nervenwurzel

in Mitleidenscha gezogen. „Weil Krankengymnas-

k und Schmerztherapie keinen Erfolg brachten, haben wir

gemeinsam mit dem Paenten entschieden, zu operieren“,

sagt Dr. J. David Eum, Neurochirurg am Medizinischen Versorgungszentrum

in Freudenstadt.

Kapue Bandscheibe wird enernt

Die kapue Bandscheibe wurde operav enernt und

durch einen Platzhalter ersetzt. „Die Operaon verlief ohne

Probleme. Die Röntgenkontrolle der Halswirbelsäule zeigte

einen korrekten Sitz des Implantats“, berichtet Dr. Eum.

Auch wenn eine Operaon an der Halswirbelsäule kompliziert

erscheint – für einen erfahrenen Operateur wie Dr. Eum

ist dieser Eingriff kein Problem. „Paenten sind nach Opera-

onen an der Halswirbelsäule schnell mobil und beschwerdefrei“,

so der Neurochirurg. Richard Weber konnte bereits

nach zwei Wochen wieder arbeiten gehen. Die Schmerzen

in der Schulter und im Arm links sowie die Nackenbeschwerden

haben sich deutlich gebessert. „Ich bin wieder bei der

Krankengymnask und lerne dort, meine Nacken- und Schultermuskulatur

zu stärken“, so der 50-Jährige.

Auf diese Symptome sollten Sie achten.

Charakterissche Symptome für einen

Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule sind:

• Schulterschmerzen

• Nackenschmerzen

• Rückenschmerzen

• Kopfschmerzen

• Empfindungsstörungen

• Schwindel

• Sehstörungen

• Ohrgeräusche

• Taubheitsgefühle

Ihre Fachklinik vor Ort

Medizinisches Versorgungszentrum Freudenstadt

Leitender Arzt für Neurochirurgie Dr. J. David Eum

Karl-von-Hahn-Straße 120

72250 Freudenstadt

Tel: 07441 54-2740

E-Mail: neurochirurgie@klf-net.de

Dr. J. David Eum

Rundum gesund 17


Psychiatrie

Obwohl es mir bei meiner

Einlieferung körperlich und psychisch

miserabel ging, fühlte ich

mich vom ersten Moment an verstanden,

geborgen und ernst

genommen.

Verrückte, Zwangsjacken und Ärzte,

die ihre hilflosen Paenten mit Medikamenten

ruhigstellen: Das Image

von psychiatrischen Einrichtungen ist

als Laster aus der Vergangenheit noch

immer mit erheblichen Vorurteilen

behaet. Ein Mann, der drei Wochen

Paent auf der gesicherten Staon in

Freudenstadt war, räumt mit den Sgmasierungen

auf.

Er war hilflos, verwirrt und li unter

Halluzinaonen. Nach einer Überdosis

an Schmerzmieln wird Ralf Wenzel*

von seinem Hausarzt in die Psychiatrie

der Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt

überwiesen. „Ich leide seit Jahren

unter starken Rückenschmerzen“,

berichtet der Leiter einer Hotellerie einige

Wochen nach seinem Psychiatrie-

Aufenthalt. Nach dem Moo „viel hil

viel“ habe er eigenständig die Dosis

der verschriebenen Morphine erhöht

– und das hinterher bier bereut.

Ängste und Unbehagen

„Nun befand ich mich also in der berüchgten

„Geschlossenen“, schreibt

Wenzel in einem Leserbrief an die

Klinik. Die in der Umgangssprache de-

18 Rundum gesund

*Name von der Redakon geändert.


Psychiatrie

Aus

Hilflosigkeit wurde

Zuversicht

Psychiatrie-Paent räumt

mit Vorurteilen gegenüber

der gesicherten Staon auf

Quelle: Krankenhäuser Landkreis

Freudenstadt gGmbH

spekerlich „Klapse“ genannte Einrichtung

zur Behandlung seelischer Leiden

erzeuge Ängste und Unbehagen. Unmielbare

Assoziaon für den 62-Jährigen

war das Gefühl, eingesperrt zu

sein. Dass es in der Realität so ganz

anders war, als er angenommen hae,

irrierte den Mann selbst.

Psychische Erkrankungen sind keine

Seltenheit. Für das Jahr 2016 verzeichnet

die Krankenkasse DAK bei 100 Versicherten

im Schni rund 246 Fehltage

aufgrund seelischer Leiden. 2006 waren

es knapp 122. Auch die Zahl der

staonären Aufenthalte ist gesegen.

Verzeichnete das Portal Stasta im

Jahr 2006 noch rund 1.057.000 staonäre

Behandlungen in der Psychiatrie,

waren es zehn Jahre später bereits

rund 1.222.000.

Sgmasierungen an der Tagesordnung

Dennoch sind Vorurteile an der Tagesordnung.

Nachdem sowohl in NS- als

auch in DDR-Zeiten Menschen in der

Psychiatrie ermordet, mit Medikamenten

ruhiggestellt oder unbegründet

und gegen ihren Willen dort eingeliefert

wurden, drücken viele Menschen

diesen Einrichtungen die Stempel „Irrenanstalt“

oder „Klapsmühle“ auf.

Besonders an der Akutstaon haen

immer noch die Vorurteile „gefährliche

Menschen“, „weggesperrt“, „mit

Medikamenten ruhiggestellt“, sagt

Alexander Menges, Leitender Oberarzt

Psychiatrie, Psychotherapie und

Psychosomak im Krankenhaus Freudenstadt,

und bedauert: “Die Sgma-

sierung psychisch Kranker ist nicht

überwunden“.

Rundum gesund 19


Wir versuchen eine Beziehung

zum Paenten herzustellen,

begegnen ihm dort, wo er gerade

ist und suchen den Dialog sowie

eine gemeinsame Basis.

Chefarzt Prof. Dr. med. Florian Bea (Mie)

mit seinem Team der Medizinischen Klinik II.

Der Container, in dem sich das Herzkatheter-Labor

vorübergehend befindet, wurde mit einem Kran

ins Klinikgebäude abgelassen.

„Mit dem neuen Herzkathetermessplatz

können wir mehr Paenten behandeln.“

Quelle: Krankenhäuser

Landkreis Freudenstadt gGmbH

„Jeder Paent wird ernst genommen“

Dabei würden die Vorurteile heute nicht mehr zutreffen.

Natürlich müssen in einem gesicherten Rahmen auch Krisen

überstanden werden. Das passiert aber überwiegend

im Gespräch und über persönliche Zuwendung. Jeder Paent

wird ernst genommen. „Wir versuchen eine Beziehung

zum Paenten herzustellen“, so Menges, „begegnen ihm

dort, wo er gerade ist und suchen den Dialog sowie eine

gemeinsame Basis.“

Paenten würden deutlich mehr in die Behandlung einbezogen.

Das Verhältnis zwischen Experte auf der einen und

Laie auf der anderen Seite habe sich verändert, meint der

Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Geriatrie. Paenten

parzipieren, ihre (Therapie-)Wünsche werden berücksichgt,

informierte Selbstbesmmung ist Richtschnur für

eine Behandlung. Nur bei schwer gefährdeten Paenten,

die ihren Willen nicht frei besmmen können, sei es möglich,

auch gegen ihren natürlichen Willen zu entscheiden.

„Mit dieser Antwort hae ich nicht gerechnet. Ich war sogar

erschrocken, dass mir dieser Alleingang zugetraut wurde.“

Nach einem anschließenden Aufenthalt in der Mulmodalen

Schmerztherapie der Klinik, weniger Schmerzmieln

und einer neuen Einstellung geht es dem Freudenstädter

deutlich besser. Die Zeit in der „gesicherten Staon“ behält

er als angenehm in Erinnerung. „Obwohl es mir bei meiner

Einlieferung körperlich und psychisch miserabel ging, fühlte

ich mich vom ersten Moment an verstanden, geborgen

und ernst genommen“, bedankt sich Wenzel bei Unterstützern.

Dieses Verstehen, dieses ernstgenommen und sich

wahrgenommen fühlen habe bei ihm wieder zu posiverem

Denken geführt. „Aus gefühlter Hilflosigkeit wurde langsam

wieder Zuversicht“, so der von Rückenschmerz geplagte.

„Diese Staon, von der Reinigungskra bis hin zum Chefarzt,

ist einfach klasse“, findet Wenzel und ergänzt: „Die

beste Staon der Welt.“

Gesunde Einstellung und weniger Schmerzmiel

Für Ralf Wenzel hat der Aufenthalt in der Psychiatrie nicht

nur eine Besserung seines Befindens, seiner Rückenschmerzen

und einen anderen Umgang damit bewirkt, sondern

auch Ängste und Vorurteile genommen. „Nach 3 bis 4 Tagen

fragte ich den für mich zuständigen Betreuer, ob ich in Begleitung

die Staon verlassen dürfe“, schreibt der Gastronom.

Die Rückmeldung, er dürfe die Staon nach Absprache

mit einem Arzt auch allein verlassen, überraschte ihn:

Ihre Fachklinik vor Ort

Krankenhaus Freudenstadt

Psychiatrie, Psychotherapie

und Psychosomak

Chefarzt Dr. Wilhelm Dengler

Karl-von-Hahn-Straße 120

72250 Freudenstadt

Tel: 07441 54-2399

E-Mail: psychiatrie@klf-net.de

Dr. Wilhelm

Dengler

20 Rundum gesund


Quelle: Krankenhäuser

LandkreisFreudenstadt gGmbH

Lachen, Husten oder Nießen:

Menschen mit Inkonnenz kann

das alles in eine unangenehme

Situaon bringen. Wegen einer

nachlassenden Schließmuskelfunkon

scheiden Betroffene

unter anderem in Belastungssituaonen

ungewollt Stuhl oder

Urin aus. „Inkonnenz muss nicht

sein“, beruhigt Andreas Kuznik,

Leitender Oberarzt der Frauenheilkunde

und Geburtshilfe im

Krankenhaus Freudenstadt, und

zeigt effekve Therapiemöglichkeiten

auf.

Aus Scham

inkonnent

Ein erster wichger Schri ist es, einen

Arzt aufzusuchen. Daran hindert viele

jedoch ein ausgeprägtes Schamgefühl.

„So viele leiden an Inkonnenz“, sagt

Kuznik, bedauert aber, dass ein Großteil

von ihnen nicht den Weg zum Gynäkologen

oder Urologen findet. Dabei

könnte den meisten schon mit einfachen

Übungen geholfen werden.

Therapiemöglichkeiten bei Beckenbodenund

Blasenschwäche sind effekv und

vielversprechend – viele nutzen sie aber nicht

Inkonnenz ist eine Volkskrankheit

9 Millionen Menschen in Deutschland

leiden laut Angaben der Deutschen

Konnenz Gesellscha an einer

schwachen Blase. Unterschieden wird

zwischen einer Belastungsinkonnenz

zum einen und einer Dranginkonnenz

zum anderen sowie Mischformen. Bei

ersterer verlieren Betroffene beispielsweise

beim Husten, Nießen, Lachen

oder auch schwer Heben Urin oder

Stuhl. Bei der Dranginkonnenz wird

der Harndrang plötzlich so stark, dass

manche es nicht mehr rechtzeig zur

Toilee schaffen. Ursachen können

Geburten, vor allem mit schweren

Kindern, hormonelle Veränderungen

in den Wechseljahren oder auch eine

Reizblase durch Übergewicht oder Diabetes

sein.

Beratungsstelle im Krankenhaus Freudenstadt.

Beckenbodentraining hil ebenso wie

eine Operaon

Die aus seiner Sicht beste Möglichkeit,

Inkonnenz zu therapieren, ist Physiotherapie

mit ausgeprägter Beckenbodengymnask.

„Damit erzielen wir bei

besmmten Paentengruppen sehr

gute Dauereffekte“, so der leitende

Oberarzt. Das Ergebnis sei genauso gut

wie nach einer Operaon, aber deutlich

schonender.

Bringt die physiotherapeusche Behandlung

nicht den gewünschten

Erfolg, bleibt nur noch das operave

Verfahren. Dabei stellen Ärzte nach

einer Senkung des Beckenbodens,

der Harnblase, der hinteren Scheidenwand

oder der Gebärmuer die

ursprüngliche Anatomie wieder her.

In seltenen Fällen können auch Tableen

verschrieben werden. Dieses

Verfahren garanert allein aber keine

Verbesserung und kann erhebliche

Nebenwirkungen nach sich ziehen.

Deshalb ist es, wenn überhaupt, nur

übergangsweise sinnvoll, um Zeit zu

gewinnen. „Allein oder als Dauerlö-

Haben Paenten die erste Hürde genommen

und den vermeintlich unangenehmen

Weg zum Arzt hinter sich

gebracht, sind die Therapiemöglichkeiten

laut Kuznik „sehr effekv und

vielversprechend“. Der Mediziner beschäigt

sich seit 30 Jahren mit dem

Thema Inkonnenz und leitet seit

2006 die von der Deutschen Konnenz

Gesellscha zerfizierte Konnenzsung

eignet sich diese Methode nicht“,

betont Kuznik.

Mehr Lebensqualität dank erfolgreicher

Therapie

Viele seiner Paenten sind nach einer

Therapie mit Beckenbodentraining

oder einer Operaon spürbar erleichtert

und sprechen von einer deutlich

gesteigerten Lebensqualität. „Wäre ich

nur eher zu Ihnen gekommen“, hört

der Mediziner einsichge Paenten

hinterher o sagen. Sie müssen sich

nicht mehr vor peinlichen Situaonen

durch unbeabsichgt eingenässte Hosen

fürchten, sparen sich Hilfsmiel

wie Binden und viele würden dadurch

auch ihre zwischenzeitlich vorhandene

sexuelle Unzufriedenheit verlieren.

Ihre Fachklinik vor Ort

Krankenhaus Freudenstadt

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Chefarzt Dr. Jürgen Schulze-Tollert

Karl-von-Hahn-Straße 120

72250 Freudenstadt

Tel: 07441 54-2381

E-Mail: frauenklinik@klf-net.de

Dr. Jürgen

Schulze-Tollert

Rundum gesund 21


Kinder- und Jugendmedizin

Freudentränen

beim

Geburtshilfe in Freudenstadt versorgt etwa 100 Frühgeborene im Jahr

Mit winzigen Armen und Beinen, knochigem Körper und angeschlossenen Schläuchen liegt Julius*

im wärmenden Brutkasten der Geburtshilfe in Freudenstadt. Der Junge ist in der 33. Schwangerschaswoche

geboren und wiegt nicht mehr als ein großer Laib Brot. Frühgeborene in diesem Alter

haben häufig Probleme beim Atmen, können nicht allein trinken und kühlen deutlich schneller aus

als andere Babys. Dennoch sind die Überlebenschancen und die Bedingungen für eine ganz normale,

gesunde Entwicklung dank der modernen Medizin hervorragend.

Quelle: fotolia

Wir nehmen Frauen ab der

vollendeten 32. Schwangerschaswoche

sowie Frühgeborene mit

einem geschätzten Geburtsgewicht

ab 1500 Gramm auf.

22 Rundum gesund


Kinder- und Jugendmedizin

Kangaroo-Care

„In unserem interdisziplinären Muer-Kind-Zentrum

nehmen wir Frauen ab der vollendeten 32. Schwangerschaswoche

sowie Frühgeborene mit einem geschätzten

Geburtsgewicht ab 1500 Gramm auf“, sagt Dr. Gerald

Hellstern, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin

im Krankenhaus Freudenstadt und fügt erklärend hinzu:

„Das betri 90 Prozent aller Frühgeborenen, den Großteil

dürfen wir also versorgen.“

Bundesweit kommt jedes zehnte Neugeborene als Frühgeborenes

zur Welt. Zehn Prozent davon wiegen weniger

als 1500 Gramm und müssen wegen der hohen Komplika-

onsrate in dafür spezialisierten Kliniken behandelt werden.

Schwangere mit Frühgeborenen, deren geschätztes

Geburtsgewicht über 1500 Gramm beträgt, dürfen auch in

der Geburtshilfe in Freudenstadt aufgenommen werden.

Im Jahr verzeichnet die Klinik etwa 100 Frühgeborene, darunter

Kinder aus den angrenzenden Landkreisen. Die Zahl

entspricht laut Dr. Hellstern in etwa der insgesamt im Landkreis

geborenen Frühchen.

Während die Risiken für schwerwiegende Komplikaonen

bei den ganz Kleinen noch recht hoch sind, treten ab der

32. Schwangerschaswoche verhältnismäßig selten ernste

Probleme auf. „Ab diesem Zeitpunkt sehen wir so gut wie

nie schwere Infekonen“, beruhigt Dr. Hellstern werdende

Eltern.

Zwei Neonatologen, die sich in ihren Dienstzeiten abwechseln,

versorgen die Säuglinge. Bei Bedarf ist also immer

mindestens ein Experte auf diesem Gebiet ansprechbar. Zudem

ist bei jeder Frühgeburt von Anfang an mindestens ein

Kinderarzt dabei. Damit die Kinder nicht auskühlen, werden

sie nach der Geburt bereits in einem Brutkasten auf Rädern

in einen speziellen Raum gebracht. Viele haben zunächst

Atemprobleme, deshalb erhalten sie künstliche Atemhilfe,

Sauerstoff oder werden in seltenen Fällen künstlich beatmet.

Weil viele anfangs auch nicht eigenständig trinken

können, werden sie über Infusionen und eine Magensonde

versorgt, bis sie selbst zur Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme

in der Lage sind.

Im Muer-Kind-Zentrum werden Müer und Neugeborene

interdisziplinär versorgt, in räumlicher und organisatorischer

Nähe zueinander. Geburtshilfe, Kinderärzte und spezialisierte

Neonatologen arbeiten eng zusammen. Darüber

hinaus behandelt die Klinik Frühgeborene auch unter 1500

Gramm, die zuvor in einem spezialisierten Krankenhaus

erstversorgt wurden. „Das ist beispielsweise dann sinnvoll,

wenn das Kind stabil genug für eine Verlegung ist und die

Eltern in der Nähe ihres Babys sein möchten, sta täglich

weite Fahrten auf sich nehmen zu müssen“, so der leitende

Arzt.

Auch für Frühgeborene bietet die Klinik bereits ab der

ersten Woche an das sogenannte Kangaroo-Care an, ein

Bonding für Eltern und Kind. Die Kleinen liegen trotz medizinischer

Technik auf dem Bauch einer Bezugsperson und

können ihr über Stunden ganz nah sein. Besonders Müer

reagieren darauf sehr emoonal, berichtet Kinderkrankenschwester

Rebecca Bähr: „Sie brechen in Tränen aus, strahlen

über beide Wangen und sind einfach nur glücklich.“ O

würden die Frauen dabei mit einnicken und häen hinterher

einen Großteil ihrer Anspannungen und Ängste im Umgang

mit ihrem zarten Baby verloren.

Ihre Fachklinik vor Ort

Krankenhaus Freudenstadt

Kinder- und Jugendmedizin

Chefarzt Dr. Gerald Hellstern

Karl-von-Hahn-Straße 120

72250 Freudenstadt

Tel: 07441 54-2337

E-Mail: kinderklinik@klf-net.de

Dr. Gerald

Hellstern

*Name von der Redakon geändert.

Rundum gesund 23


Orthopädie, Unfallchirurgie

Künstliche Gelenke

halten nicht ewig

Moderne künstliche Gelenke befreien Betroffene von Bewegungsschmerzen und führen

zurück in ein akves Leben. Im Laufe der Zeit kann es jedoch durch Fehlbeanspruchung

und Verschleiß oder unzureichende Mikronährstoffversorgung des umgebenden Knochens

zur Lockerung der Prothesen kommen. Dr. Benjamin König, Chefarzt der Klinik für Unfallund

orthopädische Chirurgie am Krankenhaus Freudenstadt, berichtet, in welchen Fällen

eine künstliche Hüe oder ein künstliches Knie ausgetauscht werden muss.

Die gute Nachricht: Künstliche Hü- und Kniegelenke sind

fast immer austauschbar. Das neue Kniegelenk oder die

neue ausgetauschte Hüprothese funkonieren überwiegend

wie das erste Implantat. Der wesentliche Nachteil

beim Austausch ist, dass die Wechseloperaon immer eine

aufwändigere Operaon für den Paenten und den operierenden

Chirurgen bedeutet. „Bei der Wechseloperaon

müssen wir Knochenstruktur, Bänder und Sehnen genau

beachten, da durch die Enernung des vorhergehenden

Implantates zumeist Defektzonen im Knochen resuleren

oder Ansätze von Bändern und Sehnen geschädigt sein

können“, so Dr. König.

Auf Belastung achten

Prothesen lockern sich o durch falsche Belastung oder

Einschränkungen der knöchernen Regeneraon. Ein Mechanismus

ist unter anderem, dass künstliche Kniegelenke

bei Vorliegen einer ausgeprägten Arthrose der Hüe mit

24 Rundum gesund


Orthopädie, Unfallchirurgie

Quelle: Krankenhäuser Landkreis

Freudenstadt gGmbH

Einschränkungen der Drehfähigkeit

permanenten Hebelbelastungen ausgesetzt

werden, da die Hüe nicht

mehr als Kugelgelenk diese Hebel

vermeiden lässt. In solchen Fällen ist

ggf. auch die Implantaon einer Hütotalendoprothese

zu empfehlen, um

nicht eine Lockerung der Knietotalendoprothese

zu provozieren. Paenten

mit einem künstlichen Gelenk sollten

darauf achten, die Prothese keinen

großen Hebelkräen auszusetzen.

Auch „Stop and Go“-Sportarten wie

Tennis oder Fußball sollten nach Möglichkeit

vermieden werden. Jedoch ist

es grundlegend besser, akv zu bleiben,

als auf Sport zu verzichten. „Alles

in Maßen. Grundsätzlich sind Paenten

mit einer Prothese in ihrer Bewegungsfreiheit

nicht eingeschränkt.

Aber sie sollten etwas genauer darauf

achten, unkontrollierte Bewegungen

und Stürze möglichst zu vermeiden“,

betont Dr. König. Nach Aussage des

Fachmediziners ist es nicht immer notwendig,

die Prothese gleich komple

auszutauschen: „Es kommt vor, dass

nicht die Prothese selbst das Problem

ist, sondern die Weichteile drum herum.

Hier kann z.B. eine Behandlung

der Muskulatur mit ganzheitlichem

Ansatz eine deutliche Verbesserung

der Beschwerden oder Beschwerdefreiheit

ermöglichen. Manchmal

ist es auch nur ein Teil der Prothese,

beispielsweise der Hükopf und die

Gleiläche der Pfanne, die erneuert

werden müssen.“

Wenn das künstliche Hügelenk

schmerzt

Ein Grund für eine Wechseloperaon

kann auch sein: Die Hüe kugelt aus

(Luxaon). Ist bei der Erstoperaon

eine korrekte Posionierung der Hüprothese

erfolgt, so ist das Auskugeln

in den meisten Fällen durch einen

erneuten Unfall mit Einriss der die

Hüprothese stabilisierenden Hügelenkskapsel

als Ursache zu sehen. Bei

erstmaliger Luxaon nach längerem

Einliegen einer Hütotalendoprothese

wird überwiegend ein konserva-

ver Therapieversuch durchgeführt.

Dabei werden durch Vermeiden besmmter

Bewegungen die Weichteilstrukturen

der Gelenkkapsel zur

straffen Ausheilung gebracht. Sollten

im weiteren Verlauf erneute Luxaonsereignisse

stainden, wird über

operave Maßnahmen nachgedacht.

Dabei kommen auch kleinere Eingriffe

wie der Austausch des in der Hüpfanne

befindlichen Gleit-Inlays oder

das Einsetzen eines speziellen Kopfes

in anderer Angulaon in Frage, bevor

die Hüpfanne oder der Scha im

Knochen gewechselt werden müssen.

„Ein Austausch des künstlichen Gelenkes

kommt nur dann infrage, wenn es

eindeug gelockert, geschädigt oder

infiziert ist. Wir überprüfen durch verschiedene

Untersuchungen, ob die

Ursache der Lockerung ein mechanisches

Problem ist oder ob eine Infekon

als Grund- bzw. als Begleinfekon

vorliegt“, berichtet Dr. König.

Wechseloperaon im Kniegelenk

Auch eine Knieprothese kann locker

werden – beispielsweise durch

Überbelastung oder einen Unfall. Ein

gelockertes künstliches Kniegelenk

verursacht Schmerzen sowohl bei Belastung

als auch in der Ruhe. Das Knie

fühlt sich dann instabil an und schwillt

häufig an. Die Bewegung wird deutlich

eingeschränkt. „Paenten mit solchen

Beschwerden sollten ihre Knieprothese

untersuchen lassen. Wir stellen

mit einer Röntgenuntersuchung fest,

ob die Prothese noch richg sitzt. Außerdem

testen wir Gelenkfunkon,

Bandstabilität und Muskelfunkon“,

so Dr. König. Eine bakterielle Entzündung

des künstlichen Gelenks wird

mit einer Punkon festgestellt: Gelenkflüssigkeit

wird entnommen und

auf Bakterien untersucht. Sicherer in

der Aussage ist eine Probeentnahme

mit einer Arthroskopie, wenn diese

indiziert ist. Beim Knie gilt das Gleiche

wie bei der Hüe: Ist das künstliche

Gelenk eindeug gelockert, muss es

ausgetauscht werden. Der häufigste

Grund für eine Wechseloperaon im

Knie sind aber nicht die gelockerten

Gelenke. „Paenten klagen mehr über

Kniescheibenprobleme. Mit Weichteileingriffen

lässt sich bei Bedarf der

Lauf der Kniescheibe korrigieren“, so

Dr. König. Ggf. kann auch die Rückfläche

der Kniescheibe durch eine

künstliche Gleiläche ersetzt werden.

Hierdurch kommt es jedoch zu einer

Rundum gesund 25


Orthopädie, Unfallchirurgie

geringeren mechanischen Stabilität

der Kniescheibe, welche bei Stürzen

zu einem Bruch führen kann. Diese

Brüche bei einliegender Rückflächen-Prothese

an der Kniescheibe sind

schwieriger zu behandeln, als wenn

die knöcherne Form der Kniescheibe

erhalten geblieben ist. Der Chirurg

ist deshalb eher zurückhaltend, einen

Rückflächenersatz an der Kniescheibe

durchzuführen.

Reha nach Operaon

Paenten bleiben nach der Wechseloperaon

noch etwa ein bis zwei Wochen

im Krankenhaus. Im Anschluss

folgt eine drei- bis vierwöchige meist

staonäre Reha-Maßnahme. „Mit

Sport können Paenten nach einer solchen

Operaon ungefähr drei bis sechs

Monate später wieder beginnen. Wandern,

Nordic Walking und Schwimmen

sind ideal, weil das gelenkschonende

Sportarten sind“, so Dr. König.

Ihre Fachklinik vor Ort

Krankenhaus Freudenstadt

Unfallchirurgie,

Orthopädische Chirurgie

Chefarzt Dr. Benjamin König

Karl-von-Hahn-Straße 120

72250 Freudenstadt

Tel: 07441 54-2385

E-Mail: chirurgie@klf-net.de

Dr. Benjamin König

Das sagt die Fachgesellscha:

Entscheidend ist,

dass das Gelenk gut funkoniert

Prof. Dr. Werner Siebert, Präsident der Deutschen Gesellscha für Orthopädie und Unfallchirurgie,

erklärt, worauf Paenten mit einem künstlichen Gelenk bei der Klinik-Wahl achten sollten.

Wie viele künstliche Gelenke werden im Jahr in Deutschland

eingesetzt, wie viele davon sind Wechseloperaonen?

Prof. Dr. Werner Siebert: Wir zählen rund 250 000 primäre

Hüprothesen und 180 000 primäre Knieprothesen.

Mit anderen Prothesen wie Schultergelenken kommen wir

insgesamt auf 440 000 Gelenke, die pro Jahr in Deutschland

eingesetzt werden. Etwa 45 000, also gut jede zehnte

Prothese, muss im Verlauf gewechselt werden.

Was sind die Gründe dafür?

Prof. Dr. Werner Siebert: Übliche Gründe für Wechseloperaonen

sind Materiallockerungen durch Abnutzung

und Verschleiß, die nach 12 bis 15 Jahren aureten können.

Wir haben aber auch eine erhebliche Zahl an Paenten,

die im ersten Jahr nach dem Einsatz bereits eine neue

Prothese brauchen. Das hat andere Ursachen. Bei älteren

Menschen führt o ein Sturz zu einer sogenannten periprotheschen

Fraktur, meist an der Hüe. Dieser Bruch

des Knochens, in dem die Prothese verankert ist, macht

einen Wechsel erforderlich. Häufiger sind es aber Infek-

onen oder Qualitätsdefizite. Infekonen können aureten.

Zu Qualitätsdefiziten kommt es aber vermehrt dann,

wenn die Operaon von jemandem durchgeführt wurde,

der das nicht o macht. Ein Eisenteil kaufen und einsetzen

darf heute noch jeder Arzt. Entscheidend ist, dass das Gelenk

gut funkoniert.

Warum kann das nicht jeder Orthopäde?

Prof. Dr. Werner Siebert: Für den Einsatz von Prothesen

allgemein und erst recht für Wechsel-Operaonen sind

Erfahrung, Qualität und regelmäßige Schulungen wichg.

Dafür braucht man die richge Umgebung, ein umfassendes

Materiallager mit Ersatzteilen und eine Klinik, an die

für die postoperave Zeit auch eine Intensivstaon angeschlossen

ist. Vor allem muss das fachliche Können des

Operateurs und des OP-Teams gut sein, damit der Paent

innerhalb von sechs bis acht Wochen nach der Operaon

eine Situaon hat, mit der er gut leben kann. Voraussetzung

für hohe Qualität ist, dass der Paent die Klinik nach

einem Eingriff zufrieden verlässt. Sie gehen schließlich

auch nicht in eine Bäckerei, um ihr Auto reparieren zu lassen.

Kontakt

Deutsche Gesellscha

Prof. Dr. Werner Siebert

für Orthopädie und

Unfallchirurgie

Präsident Prof. Dr. Werner Siebert

Straße des 17. Juni 106-108

10623 Berlin

Tel: 030 34060-3600

E-Mail: office@dgou.de

Bildquelle: DGOU

26 Rundum gesund


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Vertrauen

ist einfach.

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ist einfach.

Kommen Sie zu uns.

Wir sind für Sie da.

www.ksk-fds.de

Wenn’s um Geld geht

s Kreissparkasse

Freudenstadt

Rundum gesund 27


MVZ Horb

Quelle: Krankenhäuser

Landkreis Freudenstadt gGmbH

Medizinische

„Wohnge

Im Medizinischen Versorgungszentrum in Horb sind zwei verschiedene

Arztpraxen ansässig: Die Praxis für Allgemeinmedizin unter der Leitung von Dr.

Maria-Regine Kaufmann sowie die Praxis für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

unter der Leitung von Fachärzn Mussarrat Ammad. Beiden Medizinerinnen ist

es ein großes Anliegen, die Gesundheit ihrer Paenten zu bewahren – sie bieten

deshalb eine Reihe von Vorsorgeuntersuchungen an.

Männern und Frauen ab 35

Jahren lege ich den kostenlosen

Gesundheitscheck sehr ans Herz.

Bei diesem Check-up werden

Herz und Kreislauf unter die Lupe

genommen.

Die Hausarztpraxis von Dr. Maria-Regine

Kaufmann im MVZ Horb möchte

als Anlaufstelle für sämtliche Erkrankungen

zur Verfügung stehen. „Wir

nehmen auch am Hausarztprogramm

der gesetzlichen Krankenkassen teil“,

sagt Dr. Kaufmann. Das Programm soll

gewährleisten, dass sich Paenten mit

Beschwerden zuerst an ihren Hausarzt

wenden. Mit ihm wird der Behandlungsverlauf

abgesmmt. Bei Bedarf

werden dann Fachärzte hinzugezogen.

Das ermöglicht ein besseres Zusammenarbeiten

aller an der Behandlung

beteiligter Ärzte. Eine weiteres wich-

ges Leistungsspektrum sind die betriebsmedizinischen

Untersuchungen,

die Dr. Kaufmann ebenfalls durchführt.

Neupaenten, die einen Hausarzt suchen,

sind herzlich willkommen.

Früherkennung dank Vorsorge

Wichg sind ihr vor allem Vorsorgeuntersuchungen:

„Männern und Frauen

ab 35 Jahren lege ich den kostenlosen

Gesundheitscheck sehr ans Herz. Bei

diesem Check-up werden Herz und

Kreislauf unter die Lupe genommen.

Außerdem werden die Cholesterinwerte

und der Blutzucker überprü“,

erklärt Dr. Kaufmann. Neben dem

Check-up bietet die Praxis folgende

Vorsorgeuntersuchungen an:

• Disease-Management-Programm

(DMP) Koronare Herzkrankheiten

• Disease-Management-Programm

(DMP) COPD (chronisch obstruk-

ve Lungenerkrankung)

• Disease-Management-Programm

(DMP) bei Diabetes mellitus

• Betriebsmedizinische

Untersuchungen

• Führerscheinuntersuchungen

28 Rundum gesund


MVZ Horb

meinscha“

in Horb

Quelle: Krankenhäuser

Landkreis Freudenstadt gGmbH

Eine Überweisung ist nicht zwingend

notwendig; für eine Terminvereinbarung

können die Bürgerinnen und

Bürger in und um Horb anrufen oder

in dringenden Fällen direkt in das MVZ

kommen.

Leistungsspektrum MVZ Gynäkologie

Im Medizinischen Versorgungszentrum

Horb findet sich außerdem

eine Facharztpraxis für Gynäkologie.

Paennnen, die aufgrund einer Erkrankung

einen Frauenarzt oder Unterstützung

im Rahmen der Geburtshilfe

benögen, erhalten hier eine

umfassende medizinische Beratung

und Behandlung. Mussarrat Ammad

ist Fachärzn für Frauenheilkunde

und Geburtshilfe. Ihre Paennnen

betreut sie im Rahmen der Geburtshilfe

sowie bei nahezu allen gynäkologischen

Krankheitsbildern. Daneben

werden noch weitere Leistungen der

Frauenheilkunde angeboten:

• Betreuung der gesamten

Schwangerscha einschließlich

Ultraschalldiagnosk

• Geburtsnachsorge

• Gynäkologie

• Beratung zur Verhütung

• Krebsvorsorgeuntersuchung

• Ultraschalluntersuchung von

Gebärmuer und Eierstöcken

• Ultraschalluntersuchung

der Brust

• Brustkrebs-Nachsorge-

Behandlung

• Sterilitätsdiagnosk bei

unerfülltem Kinderwunsch in

Zusammenarbeit mit spezialisierten

Kinderwunschpraxen

• Operave Eingriffe

Ihre Fachklinik vor Ort

Medizinisches

Versorgungszentrum Horb

Ärztliche Leiterin MVZ Horb

Dr. Maria-Regine Kaufmann

Burgstall 9

72160 Horb

Tel: 07451 94-0

E-Mail: mvz-info@klf-net.de

Medizinisches

Versorgungszentrum Horb

Fachärzn für Gynäkologie

Mussarrat Ammad

Tel: 07451 94-1850

E-Mail: mvz-info@klf-net.de

Dr. Maria-Regine

Kaufmann

Mussarat Ammad

Rundum gesund 29


News

Paentenmagazin „Rundum gesund“

kostenlos im Abonnement

Möchten Sie Ihr persönliches Exemplar unseres Paentenmagazins „Rundum gesund“ kostenlos

und unabhängig von einem Klinikbesuch nach Hause gesendet bekommen? Dann

schicken Sie eine E-Mail (Betreff: „Rundum gesund“) mit Ihrem Namen und Ihrer vollständigen

Adresse an cornelia.schreib@klf-net.de. Weitere Informaonen erhalten Sie telefonisch

unter 0744 54-6143.

MAMMA-Café

Seit 2017 gibt es im Krankenhaus Freudenstadt ein MAMMA-Café für von Brustkrebs

betroffene Frauen. Auch 2018 sollen diese ungezwungenen Treffen fortgesetzt

werden. Die Frauen können sich untereinander oder mit Ärznnen/Ärzten der

Frauenklinik, die ebenfalls anwesend sind, austauschen. „Wir freuen uns sehr, dass

unsere Treffen bisher so gut angenommen wurden und viele Frauen die Möglichkeit

des zwanglosen Gesprächs genutzt haben“, blickt Oberärzn Dr. Yvonne Fauster,

Fachärzn für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Krankenhaus Freudenstadt,

zurück. Die nächsten Treffen sind am 27. Juni, am 26. September und am 28. November

jeweils von 14.00 bis 15.30 im Konferenzraum Ebene 1 im Krankenhaus

Freudenstadt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Sicher und geborgen in der

Geburtshilfe: Infoabende für

werdende Eltern

Ein Kind zu bekommen, ist für werdende Eltern ein emo-

onales Erlebnis und mit vielen Fragen verbunden. Das

Team der Frauenheilkunde & Geburtshilfe im Krankenhaus

Freudenstadt lädt deshalb ein zum Infoabend, in dem werdende

Eltern unter anderem Wissenswertes über den Geburtsverlauf

sowie über die verschiedenen Gebärmethoden

erfahren. Die nächsten Infoabende finden am 19. Juli, am

20. September sowie am 15. November jeweils um 19 Uhr

sta. Treffpunkt ist die Eingangshalle im Krankenhaus Freudenstadt.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Quelle: Fotolia

Selbsthilfegruppe Morbus Crohn,

Colis Ulcerosa in Freudenstadt

stellt sich vor

Kra und Hoffnung sammeln, um mit dieser Krankheit besser zu leben

– das können Betroffene in der Selbsthilfegruppe Morbus Crohn, Colis

Ulcerosa in Freudenstadt. Die Gruppe wird geleitet von Manuela

Zachmann-Schneider und Anja Koch. Die Gruppe tri sich jeden ersten

Dienstag im Monat jeweils um 19 Uhr im Marn-Haug-S, Karlvon-Hahn-Str.

9 in 72250 Freudenstadt (in der Nähe vom Bahnhof).

Nähere Informaonen zur Gruppe erhalten Interessierte unter www.

crohn-colis-freudenstadt.de.

30 Rundum gesund


Klinikführer

Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt gGmbH

Krankenhaus Freudenstadt

Karl-von-Hahn-Straße 120

72250 Freudenstadt

Tel.: 07441 54-0

Fax: 07441 54-2271

E-Mail: info@klf-net.de

www.klf-net.de

Fachkliniken/Leitende Ärzte

Gunter Kaißling

Anästhesie und Intensivmedizin

Dr. Thorsten Maxeiner

Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie

Dr. Benjamin König

Unfall-/ Orthopädische Chirurgie

Dr. Jürgen Schulze-Tollert

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Dr. Gerald Hellstern

Kinder- und Jugendmedizin

Prof. Dr. Klaus Fellermann

Medizinische Klinik I – Innere Medizin

Prof. Dr. Florian Bea

Medizinische Klinik II – Kardiologie,

Angiologie, Intensivmedizin

Dr. Wilhelm Dengler

Psychiatrie, Psychotherapie

und Psychosomak

Dr. Marn Hillitzer, Dr. Stephan Stolpe

Radiologie und Nuklearmedizin

Dr. Gerald Hellstern

Sozialpädiatrisches Zentrum

Prof. Dr. Florian Bea, Dr. Thorsten Maxeiner,

Dr. Stephan Stolpe

Gefäßzentrum

Dr. Hermann Schwarz

Gunter Kaißling

Mulmodale Schmerztherapie

Medizinisches Versorgungszentrum

Freudenstadt

Karl-von-Hahn-Straße 120

72250 Freudenstadt

Tel.: 07441 54-6030

Fax: 07441 54-2740

E-Mail: mvz-info@klf-net.de

Dr. Said-Mahsood Amin

Leiter MVZ Freudenstadt

Medizinisches Versorgungszentrum

Horb am Neckar

Burgstall 9

72160 Horb am Neckar

Tel.: 07451 94-0

Fax: 07451 94-1251

E-Mail: mvz-info@klf-net.de

Dr. Maria-Regine Kaufmann

Leiterin MVZ Horb

Klinik für Geriatrische Rehabilitaon

Horb am Neckar

Burgstall 9

72160 Horb am Neckar

Tel.: 07451 94-0

Fax: 07451 94-1251

E-Mail: info.geriatrische.reha@klf-net.de

Fachkliniken/Leitende Ärzte

Dr. Markus Klotz

Innere Medizin/Geriatrie

Klinik für Geriatrische Rehabilitaon

und MVZ in Horb a. N.

Belegabteilungen

Belegarzt Dr. Jürgen Stolper

Belegarzt Michael Ehrmann

Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde

Dr. Carsten Schulte

Zahn-, Mund-, Kieferchirurgie

Kooperaonsärzte

Dr. Ulrich Schneider

Dermatologie

Dr. Ralf Ramsperger

Orthopädie und Unfallchirurgie

Quelle: Krankenhäuser

Landkreis Freudenstadt gGmbH

Rundum gesund 31


Ihr Weg zu uns

Krankenhäuser

Landkreis Freudenstadt

gGmbH

B 462

Krankenhaus

Freudenstadt

Karl-von-Hahn-Straße 120

72250 Freudenstadt

Tel: 07441 54-0

Fax: 07441 54-2271

E-Mail: info@klf-net.de

Murgtalstraße

Wildbader Straße

Marktplatz

B 28

B 28

Wildbader Straße

B 294

Klinik für Geriatrische

Rehabilitaon

Horb am Neckar

Burgstall 9

72160 Horb am Neckar

Tel: 07451 94-0

Fax: 07451 94-1251

Altheimer Straße

Klinik für

Geriatrische Rehabilitaon

Horb am Neckar

B 32

Isenburger Straße

B 14

Neckar

Mühlener Straße

Noall

In medizinischen Noällen wenden Sie sich bie

an die Integrierte Leitstelle des Reungsdienstes,

die Sie telefonisch über 112 erreichen.

In weniger dringenden Fällen sowie bei Arbeits-,

Sport- und Schulunfällen steht Ihnen rund um die Uhr

die Noall-Ambulanz in Freudenstadt zur Verfügung.

Diese ist über unsere Standort-Zentrale unter

Tel: 07441 54-0 zu erreichen.

Bei der Meldung eines Noalls sollten Sie

unbedingt folgende fünf W-Fragen beachten:

Wo ist der Noall passiert?

Was ist passiert?

Wie viele Paenten oder Verletzte?

Welche Probleme oder Verletzungen?

Warten auf Rückfragen

www.klf-web.de

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