Stahlreport 2019.01

markushuneke

74. Jahrgang | Januar 2019

STAHLREPORT

Das BDS-Magazin für die Stahldistribution

1/2|19

Konjunktur-Barometer 2019 – Gegenwind prognostiziert


Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

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Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Dipl.-Ing. Jochen Adams

Dr. rer. nat. Peter Drodten

Dipl.-Ing. Jochen Adams

Dr. rer. nat. Peter Drodten

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27. Auflage

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

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BDS AG – Bundesverband Deutscher Stahlhandel – www.stahlhandel.com


50 Jahre BDS –

Eine reife Leistung

EDITORIAL

Liebe Kolleginnen und Kollegen

der Stahldistribution!

In meiner Position als Vorsitzender des BDS-Vorstandsrats

lade ich Sie herzlich zum diesjährigen

Stahlhandelstag ein, der am 19. und 20. September

in Neuss stattfinden wird. Der BDS richtet diese

Großveranstaltung, welche mit mehr als 350 Teilnehmern

aus dem deutschsprachigen In- und

Eberhard Frick

Ausland zu den Höhepunkten auf dem Veranstaltungskalender

zählt, bereits zum 27. Mal aus.

Die Besonderheit des Ereignisses erschließt sich uns, wenn wir

den Tagungsort, nämlich Neuss im Rheinland, genauer betrachten:

Die Stadt wurde als römisches Militärlager (lateinisch „Novaesium“)

an der linken Rheinseite gegründet. Daher gehört Neuss zu den

ältesten Städten Deutschlands. Immerhin feierte man im Jahr 1984

sein 2.000-jähriges Bestehen.

Aus BDS-Sicht ist es jedoch ein Ereignis aus der Neuzeit, welches

den Stahlhandelstag und das historische Neuss miteinander verbindet.

Denn in Neuss wurde 1969 der Bundesverband Deutscher

Stahlhandel, hervorgegangen aus der Fusion seiner regionalen Vorgängerverbände,

in der dortigen Stadthalle gegründet. Der BDS

wird deswegen an seinen Geburtsort zurückkehren: Wir werden

dieses Ereignis in genau dieser Stadthalle anlässlich des kommenden

Stahlhandelstages würdigen. Darüber hinaus werden wir über alle

aktuellen Themen „rund um den Stahl“ diskutieren. Freuen Sie

sich mit mir gemeinsam, insbesondere aufgrund des derzeit spannenden

Marktumfelds, auf den Austausch mit hochkarätigen Vortragsrednern

aus den Bereichen Produktion, Handel und Verarbeitung.

Eine weitere Veranstaltung des BDS prägt den Jahresstart 2019:

Der gemeinsam mit der Edelstahlhandelsvereinigung ausgerichtete

„DigiDay“ am 7. Februar in Düsseldorf. Auf dem Fachtag zur Digitalisierung,

der im Vorfeld bereits auf viel positives Interesse

gestoßen ist, referieren namhafte Experten und Marktteilnehmer

zu aktuellen Ansätzen der Vernetzung im Stahlhandel. Auch in

dieser Ausgabe des Stahlreports finden Sie Beiträge zur Digitalisierung

(siehe z.B. Seite 6 bis 13).

Wir sehen uns wieder – spätestens am 19. und 20. September

2019 in Neuss.

Mit freundlichen Grüßen

Eberhard Frick, Vorsitzender des BDS-Vorstandsrats

INHALT

PERSÖNLICHES

4 Kurznachrichten

STAHLHANDEL

6 Voß Edelstahlhandel: Zwei Kooperationen, ein Ziel

12 XOM Materials – Der Stahlhandel-Digitalisierer

14 Mechel positioniert sich

18 Fraunhofer-Studie: Stahlhandel mit Nachholbedarf

bei der Digitalisierung

STAHLVERARBEITUNG

20 4.700 Eisenbahnbrückenlager für Bangkok

22 Edler Stahlbau für Porsche

23 Auffangwannen aus Edelstahl

STAHLPRODUKTION

24 DEW – Ersatz für kritische Legierungselemente

ANARBEITUNG & LOGISTIK

26 Feuerverzinken verlängert Feuerwiderstandsdauer

MESSEN UND MÄRKTE

28 Konjunktur mit Gegenwind

29 Bauwirtschaft – Weiter auf Wachstumskurs

30 Maschinenbau – Robust in schwierigem Umfeld

32 Verarbeitendes Gewerbe – Auftragseingang

34 BGA – Großhandelsklima am Scheideweg

36 EU-Safeguards – Stahleinfuhren reglementiert

38 Messe Bau 2019 – Material und mehr

39 Messen Intec und Z – Sonderschau verbindet

40 Rückblick auf die EuroBLECH 2018

BDS

44 Research: Keine Herbststürme zum Jahresende

46 Berufsbildung – Der Zauberwürfel

48 BDS-Umfrage: überbetriebliche Ausbildungsbegleitung

49 BDS-Fernstudium – neuer Jahrgang startet

WISSENSWERTES

50 Werkstoff-Forschung – den Kaltrissen auf der Spur

52 Digitalverband Bitkom – Digital-affiner Handel

54 Digitalisierung – Veränderungen gestalten

VERBÄNDE & POLITIK

56 Brücken aus Stahl –

Fachseminar & Verbandsaktivitäten

58 Automobiler Leichtbau – Dritte Projektphase

60 Verbundgruppe EDE – Evolutionärer Prozess

LIFESTEEL

62 Skulpturen aus Edelstahl – Material & Möglichkeiten

64 Metallgewebe für Universitätsgebäude

66 Ancofer – Visitenkarte aus Stahl

Stahlreport 1/2|19

3


Persönliches

Kurznachrichten

Fotos: privat

Petra Jung

und

Susanne

Wagner

verbindet, dass sie im

Bundesverband Deutscher

Stahlhandel

(BDS) Office-Managerin

ist bzw. war. Zeitlich

passend zum Umzug des BDS zum Jahreswechsel

innerhalb von Düsseldorf (von der

Max Planck-Straße in die Wiesenstraße) hatte

Susanne Wagner nach gut zehn Verbandsjahren

entschieden, sich künftig neuen beruflichen

Herausforderungen

zu stellen. Und

Petra Jung nahm

diese Gelegenheit

wahr, ihre jahrzehntelange

Stahlerfahrung

im verbandlichen

Umfeld künftig für die

BDS AG nutzbar zu

machen.

Andreas Schwenter und

Stephan Karle

sind in der Mitgliederversammlung der Bundesvereinigung

Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen

e.V. (BDSV) als Präsident

bzw. als stellvertretender Präsident

einstimmig wiedergewählt worden. Neue

Schatzmeisterin ist die Stuttgarter Unternehmerin

Stefanie Gottschick-Rieger. Sie folgt im

Amt ihrem Vater Günter Gottschick, der nach

15 Jahren nicht mehr angetreten war. Die Mitgliederversammlung

fand im Rahmen der

BDSV-Jahrestagung Ende November in Stuttgart

statt. Leitthema der Veranstaltung war die

Digitalisierung der Stahlrecyclingbranche.

Heinz Jörg Fuhrmann

ist von der Mitgliederversammlung des Bundesverbands

der Deutschen Industrie e.V. (BDI) zu

einem der Vizepräsidenten in dessen Präsidium

gewählt worden. Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann

ist Vorsitzender des Vorstands der Salzgitter

AG. Der BDI ist die Spitzenorganisation

der deutschen Industrie und deren Dienstleister.

Er spricht für etwa 40 Branchenverbände und

mehr als 100.000 Unternehmen mit rund 8 Mio.

Beschäftigten. Prof. Fuhrmann repräsentiert im

Führungsgremium des BDI die deutsche Stahlindustrie

mit ihrem Verband, der Wirtschaftsvereinigung

Stahl. Seine zweite zweijährige Amtszeit

als BDI-Präsident hat unterdessen Dieter Kempf

angetreten.

Hannes Zapf

ist seit dem vergangenen Jahr Vorsitzender der

Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und

Wohnungsbau e.V.

(DGfM), die bei ihrem

Unternehmertag 2018

in Berlin die Weichen

für die Zukunft der

deutschen Mauerwerksindustrie

zu stellen

versucht hat: Mit

der neuen „Strategie

2030“ sollen auf Basis

wissenschaftlicher

Studien erstmals für die Branche relevante

Trends und Entwicklungen, konkrete Handlungsfelder

und Forderungen an die Politik definiert

werden. Zudem geben unabhängige Experten

für dieses Konzept Denkanstöße, wie sich

die deutsche Baulandschaft in den nächsten

Jahrzehnten verändern wird, und beurteilen das

Potenzial von Mauerwerk bei der Gestaltung

künftiger baulicher Konzepte. Bereits seit einigen

Wochen finden Interessierte auf www.mauerwerk.online

eine Microsite, die das gesamte,

von Dr. Hannes Zapf maßgeblich vertretende

Strategiepapier und alle darin zitierten Studien

in vollem Umfang zum Download bereitstellt.

Inga Stein-Barthelmes

leitet seit September beim Hauptverband der

Deutschen Bauindustrie den neu gegründeten

Bereich Politik und Kommunikation. Für diese

Funktion wurden zwei bisher eigenständige

Zweige des Verbands zusammengelegt.

Foto: DGfM

Bernd Leukert

hat als Vorstand der SAP SE den Vorsitz des

Lenkungskreises der Plattform Industrie 4.0

zum Jahreswechsel turnusmäßig an Dr. Frank

Melzer, Vorstand der Festo AG & Co. KG, übergeben.

In seiner Amtszeit möchte der den

Fokus auf die Technologieentwicklung legen,

insbesondere auf „die Weiterentwicklung

dezentraler, autonomer Systeme und künstlicher

Intelligenz, die uns hervorragende Werkzeuge

liefern, um künftig industrielle Produktionsprozesse

zu optimieren.“ Ein weiterer

Schwerpunkt werde die Qualifizierung und Weiterbildung

von Fachkräften sein, die im Beruf

stehen. Die Plattform Industrie 4.0 ist das zentrale

Netzwerk in Deutschland, um die digitale

Transformation in der Produktion voranzubringen.

Im Schulterschluss zwischen Politik, Wirtschaft,

Wissenschaft, Gewerkschaften und Verbänden

wirken über 350 Akteure aus mehr als

150 Organisationen aktiv in der Plattform mit.

Klaus Keysberg

ist seit dem Jahreswechsel Vorstandsvorsitzender

von Thyssenkrupp Materials Services – als

Nachfolger von Joachim Limberg, der pensionsbedingt

aus dem Unternehmen ausgeschieden

ist. Der neue CEO (Chief Executive Officer) war

in der Gesellschaft zuvor Finanzvorstand.

Außerdem ist Ilse Henne als Chief Operating

Officer (COO) in den Vorstand der Business

Area aufgerückt. „Mit diesen beiden Entscheidungen

ist der neue Vorstand des Geschäftsbereichs

Materials Services hervorragend aufgestellt“,

kommentierte Guido Kerkhoff,

Vorstandsvorsitztender der Thyssenkrupp AG,

diese Personalentscheidungen.

Michael Henke

ist als Mitglied in die Deutsche Akademie der

Technikwissenschaften (acatech) aufgenommen

worden. Nach Prof. Michael ten Hompel

(2011) und Prof. Axel Kuhn (2012) ist Prof.

Michael Henke damit der dritte Vertreter des

Fraunhofer IML, dem diese Ehre zuteil geworden

ist. Henke ist Inhaber des Lehrstuhls für

Unternehmenslogistik

an der Technischen

Universität Dortmund

und Institutsleiter am

Fraunhofer-Institut für

Materialfluss und

Logistik IML. Die Aufnahme

neuer Mitglieder

in die Akademie

erfolgt durch Zuwahl.

Vorausgesetzt werden

eine hohe wissenschaftliche Reputation sowie

die Bereitschaft, in den acatech-Themennetzwerken

und -Projekten mitzuarbeiten. Die acatech

vertritt die deutschen Technikwissenschaften

im In- und Ausland in selbstbestimmter,

unabhängiger und gemeinwohlorientierter

Weise. Die Akademie berät sowohl Politik als

auch Gesellschaft in technikwissenschaftlichen

und technologiepolitischen Belangen.

C. L. Theodor Wuppermann

ist zum Jahreswechsel als Sprecher des Vorstands

der Wuppermann

AG in den lange

geplanten Ruhestand

getreten. Für 17 Jahre

hatte er das Familienunternehmen

in der

fünften Generation

geführt. Anfang 2002

war Dr. Wuppermann

in den Vorstand der

Foto: IML

Foto: Wuppermann

4 Stahlreport 1/2|19


Foto: IML

Unternehmensholding eingetreten und hatte als

CFO die Bereiche Finanz- und Rechnungswesen,

Personal und IT übernommen. Nach dem

Tod von Gerd Edgar Wuppermann 2010 verantwortete

Theodor Wuppermann zusätzlich die

Bereiche Öffentlichkeitsarbeit und Recht sowie

die Sprecherfunktion im Vorstand. Seit Anfang

2019 setzt sich die Führung des Familienunternehmens

erstmals in der 146-jährigen

Geschichte ausschließlich aus familienexternen

Mitgliedern zusammen. Die Wuppermann-

Gruppe ist ein in der Stahlverarbeitung tätiges

mittelständisches Familienunternehmen mit

Sitz in Leverkusen.

Michael ten Hompel

ist einer von zwei Bürgern des Ruhrgebiets

2018. Die Jury unter Vorsitz von NRW-Wirtschaftsminister

Prof. Dr. Andreas Pinkwart

begründet die Auszeichnung

des

geschäftsführenden

Institutsleiter des

Fraunhofer IM, damit,

dass Prof. Dr. Dr h.c.

Michael ten Hompels

digitale Innovationen

Lösungen für eine

zukunftsweisende

Logistik bieten, die

rund um den Globus in zur Anwendung kommen.

Er setze Maßstäbe für den Innovationsstandort

Ruhr, die für die Verwirklichung einer

Industrie 4.0 essentiell sind. Darüber hinaus

habe er die Digitalisierung des Logistikstandorts

Ruhr und damit die Zukunftsfähigkeit der

Region wegbereitend vorangetrieben. Geehrt

und gefeiert werden die neuen Bürger des

Ruhrgebiets am 25.2.19 in Dortmund.

Reinhard Winkelgrund

ist im vergangenen Jahr aus Altersgründen aus

den Diensten der Wirtschaftsvereinigung (WV)

Stahl ausgeschieden, in der Öffentlichkeit fast

unbemerkt. Verbunden bleibt sein Name aber

trotzdem mit der Etablierung eines innovativen

Werkstoffmarketings für Stahl – vor allem in den

1990-ger Jahren, als erfolgreich der Grundstein

für das nachhaltige Image dieses Materials

gelegt wurde. Dr. rer. pol. Reinhard Winkelgrund

hatte im Juli 2018 sein 65. Lebensjahr vollendet

und danach sein Berufsleben beendet, in dessen

Verlauf er zum Leiter Marketing und Kommunikation

der WV Stahl aufgestiegen war und

das Stahl-Informationszentrum geprägt hatte.

Geblieben ist aus dieser Zeit z.B. die regelmäßige

Auslobung des Stahl-Innovationspreises.

Foto: Nordwest

Martin Bertinchamp und

Jörg Simon

haben die traditionelle Spende der Nordwest

Handel AG zum Jahresende überreicht. An verschiedene

soziale Organisationen ging eine

Spende von insgesamt 15.000 €. Interims-Vorstandsvorsitzender

Martin Bertinchamp (r.) und

Finanzvorstand Jörg Simon (l.) übergaben entsprechende

Schecks dem Frauenhaus der Stadt

Dortmund, dem Verein Löwenherz und Passgenau,

einer Initiative der Dortmunder Diakonie.

Annehmende waren Klaus Bullmann und Rolf-

Jürgen Neumann (2.v.l. und 2.v.r.), Förderverein

Löwenherz, Susanne Thoma (3.v.l.), Passgenau,

und Anita Legde-Pähler (3.v.r.), Frauenhaus

Dortmund.

Fernando Espada

ist neuer Präsident von EUROMETAL, der europäischen

Vereinigung von lagerhaltenden Stahlhändlern

sowie Stahl

Service-Centern und

Steel-Tradern. Die

Generalversammlung

wählte den CEO von

Tata Steel Distrubution

Spain Anfang

Dezember in dieses

Foto: Eurometal

Amt – als Nachfolger

von Jens Lauber, der

bei Tata Steel Europe

neue Aufgaben übernommen hat.

Armin Laschet

ist nicht nur nordrhein-westfälischer Ministerpräsident,

sondern seit dem 1.1.19 zudem

deutsch-französischer Kulturbevollmächtigter

und als solcher u.a. auch zuständig für Fragen

der beruflichen Bildung. Diese Regelung geht

auf den deutsch-französischen Freundschaftsvertrag

von 1963 zurück: Mit dem Kulturbevollmächtigten,

der im Rang eines Bundesministers

die Interessen der Bundesrepublik und der 16

Bundesländer gegenüber dem Nachbarland vertritt,

hat Frankreich einen direkten Ansprechpartner

für Bildungs- und Kulturangelegenheiten,

die in Deutschland Ländersache sind.

Foto: Tschorn Foto: FLG

Entsprechend hat die Bundesregierung auf Vorschlag

der Ministerpräsidentenkonferenz Armin

Laschet für vier Jahre für diese Aufgabe bestellt

– als Nachfolger des Hamburger Regierungschefs

Peter Tschentscher.

Friedhelm Loh

setzt auch weiterhin auf den Nachwuchs: Im

November zeichnete der namensgebende Motor

der Friedhelm Loh Group (FLG) die Preisträger

des diesjährigen Wettbewerbs des zweiten Ausbildungsjahres

aus. 55 junge Menschen hatten

sich in diesem Zusammenhang kreativ mit der

Digitalisierung beschäftigt. Die weltweit tätige

Unternehmensgruppe steht u.a. für die Verarbeitung

von Stahl und Aluminium. Das in Bad Camberg

auch von Prof. Dr. Friedhelm Loh gefeierte

Siegerteam gewann eine Reise nach Leipzig.

Jochen Haußmann

hatte auf der Messe AMB im September in

Stuttgart als FDP-Landtagsabgeordneter aus

dem Wahlkreis Schorndorf den Messestand der

Tschorn GmbH besucht und erhielt für Ende

November eine Einladung einem Firmenbesuch

bei dem Urbacher Familienunternehmen. Den

Grundstein für das Geschäft hatte Franz

Tschorn gelegt, der Vater des aktuellen

Geschäftsführers Ralf Tschorn (l.). Der ließ es

sich nicht nehmen, seinen Gast selber zu führen

– nach dem Motto „Politik trifft Produktion“.

Seit 1986 ist die Tschorn GmbH in Urbach auf

die Herstellung von hochwertigen Mess- und

Spannmitteln für die zerspanende Industrie spezialisiert.

Hergestellt werden Produkte zur Nullpunktermittlung,

Werkstückspannung, Werkzeugspannung

und zur Werkzeugmessung.

Stahlreport 1/2|19

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Stahlhandel

Bericht

Voß Edelstahlhandel: über 8.000 Artikel, zehn Lagerstandorte in ganz Europa und 10.000 t Stahlprodukte auf Lager

Voß Edelstahl kooperiert mit Mapudo und steel.shop

Vernetzte Sortimente –

zwei Kooperationen, ein Ziel

Für Voß Edelstahlhandel sind Digitalisierung und Vernetzung keine Fremdworte. Mit „Voss Online“,

einem nur für registrierte Kunden geöffneten Onlineshop, hat das norddeutsche Handelsunternehmen

für Edelstahl- und NE-Metalle schon früh Standards gesetzt. Nun kooperiert Voß Edelstahlhandel

darüber hinaus parallel mit dem Online-Marktplatz Mapudo (Mapudo GmbH) sowie der Webshop-

Lösung steel.shop (Montanstahl GmbH).

Markus Fischer,

Geschäftsführer der

Voß Edelstahlhandel

GmbH & Co. KG (2. v.l.),

Niklas Friederichsen

(3.v.l.) und Christian

Sprinkmeyer (r.), beide

Geschäftsführer der

Mapudo GmbH), im

Gespräch mit Markus

Huneke, Redaktion

Stahlreport.

Foto: BDS

6 Stahlreport 1/2|19


Kooperation eins:

Voß & Mapudo

Was steckt da hin ter? Über

die Hintergründe der Kooperation

zwischen Voß und Mapudo, welche

Zie le die Beteiligten damit verfolgen

und welche Vorteile sich dadurch

für Kunden ergeben, hat der Stahlreport

mit Markus Fischer, Ge -

schäftsführer der Voß Edelstahlhandel

GmbH & Co. KG sowie den

beiden Mapudo-Geschäftsführern

Niklas Friederichsen und Christian

Sprinkmeyer gesprochen.

Stahlreport: Herr Fischer, Sie haben

mit „Voss Online“ einen eigenen

Webshop entwickelt. Warum nun

die Kooperation mit gleich zwei

anderen Anbietern digitaler Lösungen

für den Stahlhandel – Mapudo

und steel.shop?

Markus Fischer: Um es von

Anfang an ganz klar zu machen: Wir

bieten unsere Produkte und Dienstleistungen

selbst weder über

Mapudo noch über steel.shop an.

Wir sind als Voß Edelstahlhandel

dort nicht sichtbar. Das würde auch

Foto/Grafik: Voß Edelstahl

nicht zu unserem Grundsatz entsprechen,

strikt nur Händler als Kunden

zu bedienen. Wir gehen nicht

an seine Endkunden. Bei beiden

Kooperationen mit Mapudo und mit

steel.shop geht es vielmehr darum,

unsere Kunden auf dem Weg Richtung

online zu unterstützen. Wenn

einer unserer Kunden sich auf

Mapudo oder mit steel.shop präsentieren

möchte, können wir ihm unser

Portfolio digital bereitstellen. Oder

richtiger gesagt: Unser Kunde – und

nur unser Kunde – kann das Voß-

Sortiment für seine Präsentation nutzen

und digital auf einen Schlag darstellen.

Der Endkunde sieht nicht,

dass dieses oder jenes Produkt von

Voß kommt. Der Endkunde sieht

das, was er sehen soll, nämlich die

Kompetenz seines Händlers. Das ist

ja offline auch heute schon so.

„Um es ganz klar zu

machen: Wir bieten

unsere Produkte und

Dienstleistungen selbst

weder über Mapudo

noch über steel.shop an.

Es geht darum, unsere

Kunden auf dem Weg

Richtung online zu

unterstützen.“

Markus Fischer,

Geschäftsführer Voß Edelstahlhandel

Stahlreport: Sie erweitern also das

Spektrum, mit dem Ihr Kunde Ihr

Sortiment und Ihre Dienstleistungen

nutzen kann.

Markus Fischer: Richtig, die

beiden Kooperation mit Mapudo und

steel.shop sind eine Erweiterung der

Möglichkeiten. Unser Händlerkunde

kann auf Mapudo sein oder

steel.shop nutzen und seine Aufträge

an uns trotzdem noch telefonisch

durchgeben, faxen oder persönlich

vorbeikommen, wenn er das möchte.

Wir geben nicht vor, wie er seine

Artikel anbietet, sondern offerieren

ihm nur Möglichkeiten. Wir gehen

den Weg der Digitalisierung mit ihm

mit. Wenn unsere Kunden über

Mapudo oder steel.shop digital anbieten

wollen, haben wir dafür bereits

die Voraussetzungen geschaffen.

Stahlreport: Welche Voraussetzungen

sind das?

Markus Fischer: Wir haben

unsere Daten, also Artikelstammdaten,

Verfügbarkeiten, Preisinformationen

sowohl Mapudo als auch

steel.shop bereitgestellt und standardisiert.

Kunden von Voß Edelstahl

können also, wenn sie ihr Sortiment

mit Mapudo oder steel.shop

vernetzen, damit zugleich auch auf

unser Sortiment zugreifen. Denn

die 8.000 Artikel von Voß Edelstahlhandel

kennen beide schon.

Niklas Friederichsen: Um

einen Händler auf Mapudo sichtbar

zu schalten, binden wir in der Regel

nur Artikel ein, die lagerseitig verfügbar

sind. Dadurch, dass wir die

Artikel von Voß Edelstahl nun bereits

kennen und eingebunden haben,

können Anbieter auf Mapudo ihr

eigenes Sortiment virtuell mit wenig

Aufwand um das Sortiment von Voß

erweitern. Wir gleichen ab, welche

Artikel ergänzt werden können.

Stahlreport: Einmalig müssen Händler,

die auf Mapudo anbieten, also

zu Beginn ihre Daten abgleichen.

Wie hoch ist der Aufwand danach?

Niklas Friederichsen: Richtig,

der Prozess läuft so ab, dass wir die

Daten vom Anbieter aufnehmen,

aufbereiten und in unsere Logik der

Produktdatenbeschreibung und

Kategorisierung überführen. Im

Aufbereiten der Produktdaten aus

verschiedenen Formaten sind wir

mittlerweile aber sehr gut geworden.

Für Kunden geht es oft mehr

darum, die Bepreisung ihrer Produkte

festzulegen. Das ist für viele

der eigentliche Aufwand – und das

ist kein technischer Aufwand. Da

geht es um betriebswirtschaftliche

Entscheidungen, die der Kunde für

sich treffen muss. Wenn die Daten

aber einmal im System sind, müssen

im Laufe der Zeit nur relativ

einfache Anpassungen vorgenommen

werden, sodass sich der fortlaufende

Aufwand sehr in Grenzen

hält.

Stahlreport: Unterstützt Mapudo

seine Anbieter bei der Preisfindung? q

Stahlreport 1/2|19

7


Stahlhandel

Bericht

q Niklas Friederichsen: Wir sind in

diesem Punkt sehr weit gegangen,

denn das ist für die Anbieter natürlich

ein wichtiges Thema. Offline, am

Telefon kann ich als Lieferant im

Verkaufsgespräch den Preis flexibel

ermitteln. Online geht das nicht. Aber

auch online muss ein aus der Branche

kommender Kunde, wenn er das

Angebot sieht, sagen: das passt. Um

das zu erreichen, können Händler

ihre Preise auf Mapudo sehr individuell

gestalten. Zum Beispiel können

Preis-Mengen-Staffelungen, Lieferkosten

und diverse Anarbeitungskosten

abgebildet werden. Die Preissetzung

selbst ist aber immer Sache

des Anbieters. Da nimmt Mapudo

ihm die Entscheidung nicht ab.

Markus Fischer: Wobei das

Pricing für die über 8.000 Voß-

Kooperation zwei: Voß & steelshop

Webshop integriert Voß-Sortiment

für Händlerkunden

steel.shop ist ein klassischer

Webshop, der jedoch anders als viele

Standard-Shopsysteme speziell für

den Stahlhandel entwickelt wurde.

Hinter der Lösung steht kein branchenfremdes

Software- oder IT-Haus,

sondern die Montanstahl GmbH in

Oelde, eine Vertriebsgesellschaft der

Schweizer Montanstahl AG – einem

weltweit agierenden Hersteller von

Profilen und Stangen aus Stahl und

Edelstahl.

Mit dem Ziel, den digitalen Markt

voranzubringen und die Transaktionskosten

in der Branche zu senken,

beschäftigt sich das Unternehmen

schon seit Jahren mit dem Thema

Digitalisierung und ist mit seiner

Shoplösung erfolgreich im Markt

unterwegs.

Auch für Filippo Stumm, Co-

Founder von steel.shop, ist eine

grundsätzliche Problematik des

Online-Stahlhandels, dass einkaufenden

Kunden häufig nicht dasselbe

Sortiment geboten wird wie offline.

Grund dafür ist, dass üblicherweise

nur die Preise der lagergeführten

Produkte im ERP-System hinterlegt

sind und somit nur diese online angeboten

werden können. Die Preise der

Zukaufartikel sind im Allgemeinen

ohne Rücksprache mit den Lieferanten

nicht bekannt. Durch dieses reduzierte

Angebot entsteht für den Shopnutzer

ein Nachteil. „Wir haben daher

gemeinsam mit Voß Edelstahl die

Potenziale ausgelotet, wie wir den

digitalen Handel hier voranbringen

können und sogar Vorteile gegenüber

dem offline Vertrieb schaffen können“,

erläutert Filippo Stumm.

Die Lösung: steel.shop und Voß

Edelstahlhandel haben ihre Systeme

miteinander vernetzt. Kunden von

Voß, die für ihre Marktpräsenz auf

steel.shop setzen, können somit

außer ihrem eigenen Sortiment

zusätzlich das Sortiment von Voß

Edelstahlhandel online anbieten –

und zwar unter eigener Flagge. Voß

Edelstahlhandel tritt selbst nicht in

Erscheinung. Die nötigen Produktdaten

werden dabei normaktuell von

steel.shop bereit gestellt.

„Für viele Händler ist das attraktiv“,

bewertet Filippo Stumm diesen

Vorteil für steel.shop-Betreiber.

„Einerseits können sie ihr Sortiment

ohne zusätzliche Lagerkosten erweitern

und das auch digital abbilden.

Dazu kommt, dass den Käufern

potentiell ein breiteres Produkt-Portfolio

zur Verfügung steht – Stichwort:

one-stop-shopping“, so Filippo

Stumm weiter.

Filippo Stumm (l.), Co-Founder von

steel.shop, hat Oliver Ellermann,

Vorstand des Bundesverbands Deutscher

Stahlhandel, die Kooperation von

steel.shop und Voß Edelstahlhandel

erläutert.

Fotos, 3: BDS

8 Stahlreport 1/2|19


Artikel, also die Preise, die wir

mit dem jeweiligen Händler vereinbart

haben, schon hinterlegt

sind und er sich nur noch darüber

Gedanken machen muss, wie er

selbst das an seine Kunden weitergibt.

Christian Sprinkmeyer: Die

Herausforderung liegt darin, denjenigen

Käufern auf Mapudo, die

zum ersten Mal kaufen und für die

daher auch bei keinem der Anbieter

individuelle Preise bei Mapudo hinterlegt

sind, einen so interessanten

Preis anzuzeigen, dass sie sich für

den Kauf entscheiden. Wobei der

Preis bei weitem nicht allein entscheidend

ist, sondern auch andere

Entscheidungskriterien wichtig sind

– Service und Liefergeschwindigkeit,

um nur zwei zu nennen. q

Voß-Kunden, die sich für steel.shop

entscheiden, können im eigenen

Shop definieren, welche Artikel sie

von Voß zukaufen und welche sie

im eigenen Lager führen möchten.

Alle Zukaufartikel können dank der

verfügbaren Schnittstelle zu Voß

direkt digital bepreist und angeboten

werden“, erklärt Filippo Stumm.

Pricing-Tool ermöglicht

schnelle Anpassungen

Eine wichtige Fragestellung für

Händler, die mit steel.shop starten,

ist die Konfiguration von Lagerbeständen

und Preisen. Dabei ist laut

Filippo Stumm auch das Tempo entscheidend,

das der Händler bei der

Umsetzung anstrebt: „Der Shopbetreiber

kann im ersten Schritt der

Umsetzung auch ohne Preise live

gehen und Anfragen generieren. Im

zweiten Schritt hat er die Möglichkeit,

die Preise für Lager- und

Zukaufartikel zu bestimmen und

somit Bestellungen über den Shop

zu generieren“, sagt Filippo Stumm.

Sind alle Daten aber erst einmal im

System, müssen Unternehmen diese

nun nur noch kontinuierlich anpassen.

„Dazu haben wir ein Pricing-

Tool integriert, mit dem entsprechende

Änderungen sehr schnell

durchgeführt werden können“, so

Stumm.

„Die meisten Kunden entscheiden

sich für steel.shop, weil sie es

als zusätzliches Kundenbindungstool

sehen. Sie bieten ihren Kunden

damit einfach eine weitere Möglichkeit

einzukaufen, neben Fax, Telefon

und E-Mail“, erklärt der Co-Founder.

Voß Edelstahl setzt dabei übrigens

nicht nur auf steel.shop. Auch mit

Mapudo, einem Marktplatz für Stahlund

NE-Metalle, kooperiert das Edelstahl-

und NE-Metall-Handelsunternehmen

mit Hauptsitz in Neu

Wulmstorf bei Hamburg.

Als einer der ersten Anbieter

einer spezialisierten Shoplösung für

den Stahlhandel blickt steel.shop mitt-

lerweile auf eine lange Entwicklungsund

Erfahrungshistorie zurück. Aus

den Kinderschuhen ist die Shop-Software

der Montanstahl GmbH längst

herausgewachsen. Kunden, die

steel.shop als individuelle Lösung

einsetzen, können leistungsstarke

Instrumente nutzen – unter anderem

eine große Produktdatenbank mit

über 400.000 normaktuellen Artikeln,

inklusive Geometriedaten, Maßbezeichnungen

und weiterer Daten. Das

System lässt sich darüber hinaus an

das eigene ERP-System anbinden. Als

klassischer Webshop lässt sich

steel.shop voll in das eigene Firmendesign

integrieren. 2

Umfassende internationale Logistikkette: Voß ist Partner für alle Langprodukt-Anforderungen in Edelstahl,

Aluminium, Buntmetall und Stahlrohre.

Foto: Voß Edelstahl

Stahlreport 1/2|19

9


Stahlhandel

Bericht

Haupsitz von Voß Edelstahlhandel in Neu Wulmstorf bei Hamburg.

Foto: Voß Edelstahl

q Markus Fischer: Wir reden bei

Online-Bestellungen ja ohnehin von

Aufträgen im kleinlosigen Bereich,

die mehr oder weniger austauschbar

sind und oft vor allem schnell geliefert

werden sollen. Kein Großverbraucher

deckt seinen Jahresbedarf

online. Da müssen Menschen miteinander

reden, es geht um Besonderheiten,

man muss sich abstimmen.

Wovon wir hier reden, ist das

klassische schnelle Zukauf- bzw.

Spotgeschäft – und dafür muss

online alles passen.

Der Vorteil von Online-Bestellungen

liegt darin, Arbeit zu sparen.

Wenn man davon ausgeht, dass ein

großer Teil der Angebote, die an

Kunden rausgehen, letztlich nicht

zu einer Bestellung führen, ist das

ein Thema. Wenn wir da in der

Abwicklung von Klein- und Kleinstaufträgen

effizienter werden können,

ist das zu begrüßen.

Stahlreport: Welche Auswirkungen

hat das auf Ihren Vertrieb?

Markus Fischer: Ganz klar: Es

geht nicht darum, den Vertrieb zu

ersetzen. Im Gegenteil. Unsere Ver-

„Am Telefon kann ich als

Lieferant im Verkaufs -

gespräch den Preis

flexibel ermitteln. Online

geht das nicht. Aber

auch online muss ein

echter, aus der Branche

kommender Kunde,

sagen: das passt.“

Niklas Friederichsen,

Geschäftsführer Mapudo GmbH

triebler haben dank der digitalen

Instrumente qualifiziertere Gespräche

mit Kunden. Es ist richtig, viele

sehen diesen Wandel mit Sorge. Wir

denken aber, dass er eine Chance

dazu ist, mit Kunden intensiver ins

Gespräch zu kommen und für solche

Gespräche braucht es Vertriebsmitarbeiter

aus Fleisch und Blut.

Stahlreport: Was ist der Vorteil für

Händler und Kunden, Mapudo zu nutzen?

Niklas Friederichsen: Online zu

sein, bietet an sich ja keinen Mehrwert.

Jeder Anbieter muss sich überlegen,

welche Kunden er online

erreichen möchte und für diese Kunden

das passende Paket aus Sortiment,

Preisen und Anarbeitungsumfang

zusammenstellen. Online

einzukaufen darf für den Kunden

aber auch nicht zum Nachteil werden.

Wir stoßen immer wieder auf

das Thema, dass ein Kunde, der

offline alle gewünschten Produkte

be kommt, denselben Bedarf online

nicht aus einer Hand bekommt, da

auf Mapudo bisher nur die lagerseitig

verfügbaren Produkte zu sehen

sind. Dieser Kunde hat online also

einen Nachteil. Daher ist es für uns

sehr wichtig, ihm auf Mapudo das

zu bieten, was er auch offline

gewohnt ist – nämlich alles bei einer

Bestellung zu bekommen. Das ist

der Mehrwert und daher ist die

Kooperation mit Voß Edelstahl für

uns sehr spannend.

Stahlreport: Meine Herren, vielen

Dank für das Gespräch.

Kontakt

Voß Edelstahlhandel GmbH & Co. KG

21629 Neu Wulmstorf

www.voss-edelstahl.com

Tel. 49 40 700165-0

Mapudo GmbH

40233 Düsseldorf

www.mapudo.com

Tel. +49 211 17607160

Montanstahl GmbH/steel.shop

59302 Oelde

www.steel.shop

Tel. +49 2522 9370222

10 Stahlreport 1/2|19


Es ist soweit: der DigiDay 2019 startet

Digitalisierung im Stahlhandel

Bereits im Vorfeld ist der ausgebuchte DigiDay 2019, der erstmals die Digitalisierung im Stahlhandel

als eigenständiges Thema in den Fokus, rückt, auf großes Interesse gestoßen. Nun startet die

gemeinsam vom BDS und der Edelstahlhandelsvereingung ausgerichtete Fachveranstaltung am

7.2. Schwerpunktmäßig geht es dabei in einer ganzen Reihe von Expertenvorträgen um Konzepte

und Produkte rund um die Digitalsisierung – mit einem speziellen Fokus auf den Stahlhandel.

AGENDA

Aktuelle Ideen zur Digitalisierung

9:00 – 9:40 Uhr Der Nutzen beim Kunden diktiert die

Gesetze der Digitalisierung

Ralf Niemeier, VisiTrans

9:40 – 10:00 Uhr Maschinen-Verfügbarkeit steigern,

Prozesskosten senken

Valentin Kaltenbach, stahlbau24.online

Intelligente Warenwirtschaft mit maßgeschneiderten

ERP-Systemen

10:00 – 10:20 Uhr „Wer sind Sie? Andy Analog oder

Dietmar Digital?“

Hürden des Stahlhandels meistern –

digitale Zukunft im Fokus!

Andreas Wanstrath, GWS

10:20 – 10:40 Uhr KI/STEEL in der Praxis –

Erfahrungsbericht der Seidel Stahlrohr

GmbH

Patrick Debus, Seidel Stahlrohr & Jan

Kamps, KI Systemgefährten

10:40 – 11:00 Uhr Herausforderungen im Stahlhandel –

ERP und Industrie 4.0

Peter Uhl, SHComputersysteme

11:00 – 11:30 Uhr Pause

Digitalisierung aus Sicht der Stahlhändler

11:30 – 12:00 Uhr Everything is possible. YOUNITED.

Kundenorientierte Digitalisierung des

Salzgitter Mannesmann Stahlhandels

Thomas Schöler, SalzgitterMannesmann

Handel

12:00 – 12:30 Uhr Digitalisierung im Stahlhandel

Markus Fischer, Thorsten Studemund,

Voss Edelstahlhandel

12:30 – 13:30 Uhr Mittagspause

[ Veranstaltungsort ]

Van der Valk Airporthotel Düsseldorf

Am Hülserhof 57 · 40472 Düsseldorf · Tel +49 211 200630

Stahldistribution: Zu Tradition kommt Moderne

13:30 – 13:50 Uhr Digitale Vertriebskanäle richtig nutzen

Niklas Friederichsen, Mapudo

13:50 – 14:10 Uhr „Stahldistribution 4.0“, Marktplätze

als Schlüssel zur Digitalisierung und

Innovation

Tim Milde, XOM-Materials

14:10 – 14:30 Uhr DIGITALE TRANSFORMATION –

Die Zukunft des Stahlverkaufs

Filippo Stumm, steel.shop

14:30 – 15:00 Uhr Pause

Intelligente Warenwirtschaft mit maßgeschneiderten

ERP-Systemen II

15:00 – 15:20 Uhr ERP-Warenwirtschaftssystem

UNITRADE – 100% Modulintegration

für digitale Prozessabwicklung

Maximilian Kleibrink, SE PADERSOFT

15:20 – 15:40 Uhr Digitale Landkarte für den Stahlhandel

Bernd Rech, Nissen & Velten Software

15:40 – 16:00 Uhr Von der Online-Bestellung bis zum

Kunden – Digitalisierung zum Anfassen

Simon Pfennings, OttComputer

Partner und Sponsoren des DigiDay 2019

z GWS Gesellschaft für Warenwirtschafts-Systeme mbH,

Münster

z KI GmbH, Bielefeld

z Mapudo GmbH, Düsseldorf

z MONTANSTAHL GmbH – steel.shop, Oelde

z Nissen & Velten Software GmbH, Stockach

z OttComputer GmbH, Langenfeld

z SalzgitterMannesmann Handel, Düsseldorf

z SE Padersoft GmbH & Co. KG, Paderborn

z SHComputersysteme GmbH, Speyer

z STAHLBAU24 GmbH, Berlin

z VisiTrans GmbH, Obermoschel

z Voß Edelstahlhandel GmbH & Co. KG, Neu Wulmstorf

z XOM-Materials GmbH, Berlin

Stahlreport 1/2|19

11


Stahlhandel

Bericht/Nachricht

XOM Materials auf dem BDS-DigiDay 2019

Der Stahlhandel-Digitalisierer

Die Digitalisierung im Stahlhandel steht auf dem DigiDay 2019 des Bundesverbands Deutscher

Stahlhandel (BDS) und der Edelstahlhandelsvereinigung (EHV) am 7. Februar in Düsseldorf im

Fokus. Als eines der treibenden Unternehmen für die Vernetzung der Branche wird das Berliner

Startup XOM Materials dabei sein. Einer der drei jungen Gründer, Tim Milde, ist als COO von

XOM Materials verantwortlich für Marketing und Vertrieb und bringt bereits mehr als zehn

Jahre Erfahrung im Stahlhandel mit (siehe Stahlreport 5.2018).

Die XOM Materials GmbH hat

sich die Vision einer komplett digitalisierten

und effizienteren Handelsstruktur

nicht nur für die Stahlindustrie,

sondern auch für den

Aluminium-, Kupfer- und Kunststoffmarkt

auf die Fahnen geschrieben.

Kostenvorteile und Umsatzsteigerungen

bieten Chancen sowohl für

Hersteller wie auch Händler, Zulieferer

und zwischengeschaltete Dienstleister

sowie Endkunden. XOM Materials

ist ein ambitioniertes, noch recht

junges Unternehmen: Die Plattform

ging im März 2018 live. Seither hat

sie deutlich an Fahrt aufgenommen:

Mehrere namhafte Unternehmen nutzen

XOM Materials bereits für den

digitalen Handel und vertreiben ihre

Metall- und Kunststoffprodukte über

die unabhängige Plattform. Wie XOM

Materials die Entwicklung selbst

beurteilt, welche Erfahrungen das

Unternehmen im ersten Jahr gesammelt

hat und in welche Richtung die

Ambitionen sich nun entwickeln,

darüber haben wir von Stahlreport

mit COO Tim Milde gesprochen:

Stahlreport: Herr Milde, Sie haben

mit XOM Materials nun das erste

Jahr hinter sich. Wie beurteilen Sie

den Start Ihres Unternehmens?

Tim Milde: Wir hatten uns von

Anfang an viel vorgenommen und

auch viel schon erreicht, worauf wir

ruhig einmal stolz zurückblicken

dürfen. Unser erstes Jahr war naturgemäß

sehr stark davon geprägt, uns

dem Markt vorzustellen. Wir haben

eine komplett neue Plattform aus

dem Boden gestampft, deren Ziel,

als unabhängiges Portal die Industrie

„Wir helfen dabei, den Handel

in der Werkstoffindustrie

weiter zu digitalisieren

und effizienter zu gestalten.“

Tim Milde,

COO von XOM Materials

12 Stahlreport 1/2|19


zu digitalisieren, auch mit vielen

Vertrauensvorbehalten empfangen

wurde. Diese Hürde vor allem auf

Händlerseite mussten wir erst einmal

nehmen, doch in der Zwischenzeit

haben sich wichtige Early Adopters

bereits selbst ein Bild von den

Funktionalitäten von XOM Materials

gemacht. Und dass sie nicht einfach

nur dabeigeblieben sind, sondern

gemeinsam mit den Kunden für signifikante

Umsätze über die Plattform

allein in diesem ersten Jahr gesorgt

haben, zeigt, dass wir auf dem richtigen

Weg sind. Wir sind inzwischen

an den Standorten Berlin und Duisburg

in Deutschland sowie in

Atlanta, USA, vor Ort und haben strategische

Partner und Kunden überall

auf der Welt gewonnen.

Was waren denn Ihre Highlights im

ersten Jahr und was Ihre bedeutendsten

Lektionen?

Wir sind mit einigen Vorannahmen

in den Stahl- und Werkstoffmarkt

gestartet. Mit einigen davon lagen wir

richtig, mit anderen nicht. Wir haben

uns jedoch immer umgehend den

Erfahrungen angepasst und legen nun

noch mehr Wert auf den Auf- und Ausbau

einer vertrauensvollen und engen

Kundenbindung. Auf diese Weise

konnten wir auch die Features unserer

Plattform besser an den tatsächlichen

Bedürfnissen der Kunden entlang entwickeln

und feintunen. Mit diesem

Wissen und dem Feedback unserer

Kunden entsteht in diesem Prozess

ein passgenaues Produkt. Bei allem

was wir tun, ist die enge Kundenorientierung

die für uns wichtigste Aufgabe

und Maxime.

Wie reagiert denn die Industrie auf

den Launch von XOM Materials?

Viele Unternehmen, die wir anfänglich

angesprochen hatten, waren der

neuen Idee gegenüber etwas zurückhaltend

und reagierten mit einer großen

Portion Skepsis. Nichtsdestotrotz

haben wir wie erwähnt die

ersten Anwender überzeugen können,

darunter wichtige Marktteilnehmer

auf der Hersteller- und

Händlerseite, so dass sich nun langsam

die öffentliche Wahrnehmung

spürbar zu drehen beginnt. Durch

die konstante Verbesserung und

Erweiterung unserer Plattform erhalten

wir mehr und mehr positives

Feedback und das Interesse wird

auch künftig noch weiter zunehmen.

Was dürfen wir in der näheren Zukunft

von XOM Materials erwarten?

Wir haben viele Pläne für die Zukunft,

was sowohl die Erweiterung der Features

von XOM Materials als auch der

Märkte und Marktteilnehmer angeht.

Als nächstes planen wir die Implementierung

von ergänzenden Offline-

Prozessen entlang unserer Online-

Lösungen, vor allem in Bezug auf die

Konfigurierung der Produkte und die

tatsächliche Transaktion des Bestellvorgangs

inklusive logistischer

Aspekte. Und damit sind wir mit unseren

Ideen noch lange nicht am Ende.

Durch den engen Austausch mit unseren

Kunden, also Herstellern, Händlern,

Lieferanten, Käufern und Drittdienstleistern,

passen wir uns immer

weiter den bislang ungenügend erfüllten

Bedürfnissen des Marktes an und

helfen somit, den Handel in der Werkstoffindustrie

weiter zu digitalisieren

und effizienter zu gestalten.

Wir danken für das Gespräch,

Herr Milde!

Lingemann Stahlgroßhandel und Stahlkontor werden Teil der EHG-Gruppe

Ostwestfälische Stahlhändler übernommen

Die EHG Stahlzentrum GmbH & Co

OG mit Sitz in Dornbirn (Österreich) hat die

Lingemann Stahlgroßhandel GmbH und die

Stahlkontor GmbH übernommen und die

Unternehmen in die europaweit tätige EHG-

Gruppe eingegliedert. Im Rahmen einer langfristig

angelegten Unternehmernachfolge hat

der bisherige Alleingesellschafter Lorenz Lingemann

alle Anteile seiner in vierter Familiengeneration

geführten Unternehmen an die

EHG Stahlzentrum GmbH & Co OG übertragen.

EHG ist ein europäischer Anbieter für stahlund

metallverarbeitende Unternehmen aus

Gewerbe, Industrie, Handwerk und Handel

und beschäftigt an neun Standorten in

Deutschland, Österreich, der Schweiz und

Rumänien heute rund 300 Mitarbeitende.

Im Geschäftsjahr 2017 erzielte die EHG

einen konsolidierten Gruppenumsatz von

165 Mio. €.

„Mit dem Verkauf an die EHG hat Herr Lingemann

die langfristige Zukunft der Lingemann

Stahlgroßhandel GmbH und der Stahlkontor

GmbH gesichert“, sagte Detlef

Schwer, Geschäftsführer am Standort Bad

Oeynhausen. „Wir können nun zudem ein

noch breiteres Materialangebot und noch

umfangreichere Dienstleistungen in Logistik

und Anarbeitung anbieten – ganz getreu

unserem Motto: Alles aus einer Hand.“

„Die beiden Unternehmen passen mit ihrem

Leistungsangebot hervorragend zu uns«,

begründen Dr. Markus Lutz und Stefan

Girardi, Geschäftsführer der EHG Stahlzentrum

GmbH & Co OG, ihre Entscheidung.

„Mit ihrer Kompetenz im Rohrlaserschneiden

gewinnen wir auch eine neue Anarbeitungstechnologie

für unsere Gruppe, weiten unser

Marktgebiet in Zentraleuropa aus und sind

damit noch näher bei unseren Kunden. Wir

freuen uns sehr, die erfahrenen Kolleginnen

und Kollegen bei uns begrüßen zu dürfen.“

Die Lingemann Stahlgroßhandel GmbH vermarktet

Rohre, Walzstahl und Flachprodukte

in diversen Handelsgüten und deren Bearbeitung.

Am Standort Bad Oeynhausen beschäftigt

das Unternehmen 38 Mitarbeitende. Die

Stahlkontor GmbH ist spezialisiert auf den

Handel von Qualitätsstahl, Blankstahl und

Edelstahl. Am Standort Bad Oeynhausen sind

30 Mitarbeitende beschäftigt.

Beide Unternehmen erwirtschafteten im

Geschäftsjahr 2018 einen konsolidierten

Umsatz von 30 Mio. €.

Stahlreport 1/2|19

13


Stahlhandel

Bericht/Nachricht

Bild: Mechel

Über sein Lager in Antwerpen bietet der russische Produzent Mechel ein Stahlprofil-Sortiment mit 15 Produkten für den europäischen Markt an.

Walzprofile aus Antwerpener Lager

Mechel positioniert sich

Einmal mehr ist Antwerpen Dreh- und Angelpunkt für Stahllieferungen in die europäischen

Länder: Über sein Lager in der belgischen Hafenstadt bietet der russische Stahlproduzent

Mechel OAO sein Sortiment an Stahlprofilen auf dem europäischen Markt an. Die Profile

entsprechen der europäischen Norm DIN EN 10025-2 und sind vom TÜV Rheinland gemäß der

EU-Bauproduktenverordnung und der EU-Druckgeräterichtlinie zertifiziert. Sie tragen das

CE-Siegel und dürfen auf dem europäischen Markt vertrieben werden.

[ Kontakt ]

Mechel Service

Belgium BVBA

Generaal

Lemanstraat 27

2018 Antwerpen

Belgien

www.mechel.com

info.msbelgium@

mechel.com

Das Mechel-Sortiment für die

europäische Baubranche umfasst 15

verschiedene Stahlprofile mit einer

Länge von 12 m aus den Stahlsorten

S235JR und S355JR. Die hohe Qualität

der Profile habe bereits mehr

als 90 Kunden in Belgien, Deutschland,

Österreich, Tschechien, Serbien,

Litauen sowie Lettland überzeugt,

so das Unternehmen.

Die Walzprofile werden von der

Chelyabinsk Metallurgical Plant produziert,

einem der größten russischen

Werke mit vollem metallurgischem

Zyklus zur Herstellung von

Qualitätsstahl und Edelstahl. 2013

wurde in dem Werk ein neues Schie-

nen- und Trägerwalzwerk in Betrieb

genommen. Das neue Walzwerk ist

dem Unternehmen nach die erste

komplexe und universelle Fertigungsanlage

für qualitativ hochwertige

Walzprofile mit einer Länge von

12,5 bis 100 m. Die Kapazität der

Anlage beträgt bis zu 1,1 Mio. t pro

Jahr. Das Werk produziert mehr als

50 verschiedene Walzprofilarten

nach russischen Standards, 15 Profile

nach EU-Standards und vier

Schienenarten. An der Erweiterung

des Sortiments werde ständig gearbeitet,

im Laufe des Jahres 2019

könne man ein noch größeres Spektrum

an Stahlprofilen auf dem westeuropäischen

Markt anbieten. Im

vergangenen Jahr hat Mechel auf

der Messe InnoTrans in Berlin gehärtete

und ungehärtete Schienen von

100 m Länge vorgestellt.

Über zehn Jahre in

Westeuropa aktiv

Mechel Service Belgium BVBA mit

Hauptsitz in der belgischen Stadt

Antwerpen vertreibt Produkte der

Mechel-Holding (unter anderem der

Werke Izhstal, Urals Stamping Plant,

Chelyabinsk Metallurgical Plant)

bereits seit mehr als zehn Jahren

auf dem westeuropäischen Markt.

Die Vertriebseinheit hat sich auf den

14 Stahlreport 1/2|19


Mechel Service Belgium hat sich auf den Verkauf von Profilstahl aus Kohlenstoffstahl

und Spezialstahl sowie von geschmiedeten Stahlprofilen und Walzprofilen spezialisiert.

Verkauf von Profilstahl aus Kohlenstoffstahl

und Spezialstahl sowie von

geschmiedeten Stahlprofilen und

Walzprofilen spezialisiert. Die Produkte

werden in 24 Ländern der EU

sowie im Nahen Osten, den USA und

Japan vertrieben.

Mechel OAO, gegründet im Jahr

2003, ist einer der Weltmarktführer

der Bergbau- und Metallurgiebranche.

Zu dem Unternehmen gehören

Produktionsbetriebe in elf Gebieten

Russlands. Darunter befinden sich

Kohle-, Erz-, Stahl-, Walzgut-, Ferrolegierungs-,

Wärme- und Stromproduzenten.

All diese Betriebe

gehören zu einer Produktionskette:

von der Rohstoffgewinnung bis hin

zu Erzeugnissen mit hoher Wertschöpfung.

Zur Holding zählen

ebenfalls drei Handelshäfen, eigene

Mechel-Lieferspektrum

„Walzprofile“

HEA180/200/220/240/300

HEB180/200/220/240/300

IPE 160/180/220/240/300

Logistikunternehmen sowie Vertriebs-

und Servicenetze. Mechel-

Produkte werden sowohl auf dem

russischen Markt als auch international

vertrieben. Die Metallholding

Mechel verfügt über mehr als 80

Unterabteilungen sowie 18 Servicecenter.

Ebenfalls zu Mechel gehört

das russische Unternehmen Mechel

Service OOO, ein Tochterunternehmen

der Holding, das in den GUS-

Staaten sowie West- und Osteuropa

mit Untereinheiten aktiv ist. 2

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Stahlhandel

Bericht

thyssenkrupp Materials Processing Europe –

Werkstoff-Kompetenz für die Automobilindustrie

Stahlservice – technische

Kundenberatung wird wichtiger

Die zunehmende Variantenvielfalt ist eines der kennzeichnendsten Merkmale gegenwärtiger

Industrieproduktion. Die Fertigungsprozesse werden mit wachsender Vielfalt

komplexer, erfordern mehr Planung und Kontrolle und einen höheren Bedarf an

spezifischem Know-how. Ein prädestinierter Partner für die Verarbeitung von Stahl

sind die Stahl-Service-Center, hat die thyssenkrupp Materials Processing Europe

GmbH erkannt. Dazu hat das Unternehmen schon länger eine technische eine

technische Kundenberatung installiert – und diese in den letzten Jahren verstärkt

ausgebaut. Das kommt Kunden in der Automobilindustrie entgegen.

Bild: thyssenkrupp

Marcus Wöhl, CEO thyssenkrupp

Materials Processing Europe

Insbesondere im Automobilbau

mit seinen hohen Qualitätsanforderungen

ist die Beherrschung auch sehr

komplexer Prozesse entscheidend.

Unregelmäßigkeiten in der Produktion

sind gerade in dieser Branche sehr

teuer. Dabei sind die Herausforderungen

für die Automobilhersteller derzeit

anspruchsvoll.

Die Branche ist im Wandel: Nicht

nur die steigende Variantenvielfalt verändert

die Produktion. Auch das CO 2

-

Thema treibt die Produzenten um. Um

die vorgeschriebenen Grenzwerte bei

den Emissionen zu erreichen, sollen

die Fahrzeuge leichter werden. Dazu

sind entsprechende Werkstoffe notwendig

– wie die hochfesten Stähle,

auf deren Entwicklung viele Stahlhersteller

sich konzentriert haben. Gleichzeitig

sollen die Fahrzeuge komfortabler

und sicherer werden – was sie tendenziell

aber wieder schwerer macht. Ein

weiterer Punkt mit noch nicht absehbaren

Auswirkungen für die Branche

ist die Elektromobilität.

Werkstoff-Kompetenz gefragt

Eine Folge dieser Entwicklungen ist,

dass OEMs wie Zulieferer vermehrt auf

ihre Werkstoff-Lieferanten zugehen

und Unterstützung bei technischen

Detailfragen suchen. Dem ist thyssenkrupp

Materials Processing Europe entgegengekommen

und hat einen technischen

Vertrieb installiert. Der Ansatz

ist einfach: „Je mehr Fehler wir bei

einem Projekt in Zusammenarbeit mit

einem Kunden von Anfang an vermeiden,

desto weniger Kosten enstehen in

den nachgeschalteten Prozessen“,

erklärt Marcus Wöhl, CEO bei thyssenkrupp

Materials Processing Europe.

Technische Kundenberatung und

Vertrieb der werksunabhängigen Unternehmensgruppe

arbeiten bei Kundenprojekten

eng verzahnt, um sowohl

technisch wie kaufmännisch bestmögliche

Ergebnisse zu erreichen. Ein Beispiel:

Mit dem Know-how seiner Werkstoffspezialisten

kann thyssenkrupp

Materials Processing Europe die Standzeiten

der Pressen in den Werken oft

verbessern. Da Standzeiten gerade in

der Automobilproduktion sehr teuer

sind, besteht daran großes Interesse.

„Wir können den eingesetzten

Werkstoff anhand von Gefüge und

Dickentoleranz modifizieren und optimieren“,

erläutert Hans-Ernst Steczka,

Technischer Kundenberater bei thyssenkrupp

Materials Processing Europe.

„Wir ändern möglichweise die Haspeltemperatur

oder beeinflussen vielleicht

„Wir stellen ja nicht

nur Material in den

Wareneingang unserer

Kunden. Wir sind ein

Entwicklungspartner.“

Gökhan Gula,

Technischer Kunden berater,

Projektingenieur thyssenkrupp Materials

Processing Europe GmbH

nochmal den Rekristallisationsprozess

und haben viele weitere Parameter im

Blick“, sagt sein Kollege Gökhan Gula,

Technischer Kundenberater und Projektingenier

bei thyssenkrupp Materials

Processing Europe.

Normativ wird dabei an den Prozessen

nichts geändert, alle Justierungen

bleiben innerhalb der einmal festgelegten

Parameter, die Stahlgüte wird

nicht gewechselt. Das ginge bei den

auf sehr hohe Ansprüche ausgelegten

und daher äußerst restriktiven Qualitätssicherungssystemen

der Automobilproduzenten

auch gar nicht.

Auch Verarbeitungsschritte

im Blick

Dabei wird nicht nur auf die Projektphase

selbst geschaut. Auch die folgenden

Verarbeitungsschritte haben die

Werkstoffexperten des Stahlspezialisten

im Blick, um gegebenenfalls korrigierend

einzugreifen. „Diese Feinjustierung

macht unsere Kompetenz aus

und da glauben wir, dass wir ein Alleinstellungsmerkmal

haben“, betont Hans-

Ernst Steczka.

Je mehr Fehler am Anfang vermieden

werden, desto weniger Kosten entstehen

im Laufe der Fertigung – das

leuchtet ein. Und wie nehmen Kunden

die technische Kundenberatung an?

„Wenn Sie über die Jahre immer wieder

zu Gesprächen eingeladen werden,

haben Sie vermutlich nicht alles ganz

falsch gemacht“, schmunzelt der technische

Kundenberater. 2

16 Stahlreport 1/2|19


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Stahlhandel

Bericht

Fraunhofer Studie zu Indstrie 4.0 im Stahl- und Metallhandel

Nachholbedarf bei der Digitalisierung

Den aktuellen Stand und künftige Bedarfe von Digitalisierungslösungen im Stahl- und Metallhandel

hat eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA)

untersucht. Dazu haben die Stuttgarter Forscher über 60 Unternehmen aus dem Metallhandelsumfeld

sowie weitere Experten befragt. Demnach wird die Digitalisierung klar als Werkzeug zur Bewältigung

aktueller und künftiger Herausforderungen gesehen, konkrete Lösungen fehlten aber noch

weitgehend oder würden nicht genutzt.

Industrie 4.0-Konzepte und

Lösungen sind in den verschiedenen

Industrie-Branchen unterschiedlich

stark verbreitet. Besonders der

Metall- und Stahlhandel hinkt dem

Fortschritt hinterher, so die Studie

des Fraunhofer IPA. So

gaben fast 80 % der Studienteilnehmer

an, keine

Erfahrung mit Industrie

4.0-Anwendungen zu

haben. Dies zeige sich

deutlich im Umgang mit

Steuer- und Prozessdaten:

Sowohl die Erfassung

als auch die Speicherung

erfolgt demnach

zum größten Teil nicht digital, sondern

in Papierform oder lokal in der

Maschinensteuerung – ohne Möglichkeiten

eines Datenzugriffs von

außerhalb.

Fokus auf internen Projekten

Die bereits umgesetzten Industrie

4.0-Anwendungen befassen sich der

Befragung zufolge schwerpunktmä-

„Nicht alles bei ,Industrie 4.0‘ ist ein

Allheilmittel, aber es gibt für jedes

Unternehmen Optimierungspotenziale,

die mit der Digitalisierung

abgeschöpft werden können.“

ßig mit der Datenerfassung und der

Vernetzung im Unternehmen selbst,

wobei der größte Zuwachs zukünftig

bei Applikationen für die Prozessüberwachung

gesehen werde.

Bereits in anderen Branchen verfügbare

Industrie 4.0-Anwendungen

decken sich zwar zum größten Teil

mit den Anforderungen des Stahlund

Metallhandels, werden bisher

aber – wenn überhaupt – nur in

geringer Ausprägung genutzt.

Die Studie zur Digitalisierung

im Metallhandel des Fraunhofer IPA

zeigt, dass Industrie 4.0-Ansätze von

der Branche zwar als adäquates Mit-

tel gesehen wird, um bestehende

wie künftige Herausforderungen zu

bewältigen, gleichzeitig aber im

Gesamten noch wenig Erfahrung mit

der eigenen Digitalisierung gemacht

wurde. Aber es sei ein deutlicher

Wandel erkennbar, resümmiert

die Studie. So geht die

Branche selbst davon aus,

zukünftig verstärkt Teil

einer digitalisierten Fertigungskette

zu werden.

Einige Fragen zur Studie

hat dem Stahlreport M.Sc.

Ing. Florian Schumpp, Fachthemenleiter

Anarbeitung

am Fraunhofer IPA, beantwortet.

Stahlreport: Was soll die Studie aus

Ihrer Sicht leisten?

Florian Schumpp: Die erarbeitete

Studie soll einen Überblick zum

aktuellen Stand und der Entwicklungstendenz

der Branche zu Industrie

4.0, Digitalisierung und der Nutzung

von Prozessdaten geben und

18 Stahlreport 1/2|19


Florian Schumpp,

Fachthemenleiter

Anarbeitung im

Fraunhofer IPA

„Wenn Unternehmen anhand gelungener

Referenzanwendungen ein konkreter

Nutzen dargestellt werden kann, steigen

die Akzeptanz und damit auch der Anteil

an Digitalisierungsbefürwortern.“

Bildquelle: Fraunhofer IPA

damit die Möglichkeit schaffen, dass

sich Unternehmen selbst ein Bild

machen können, ob und wenn ja wie

die Digitalisierung für sie künftig

zum Thema wird oder weitere

Schritte der Digitalisierung aussehen

können. Die Studie dient sozusagen

als Motivator, sich mit dem Thema

auseinanderzusetzen.

Ein Ergebnis ist, dass der Stahl- und

Metallhandel bei der Digitalisierung

hinten an ist. Was können Stahlhandelsunternehmen

aus Ihrer Sicht

tun, um aufzuholen?

Wichtig ist, dass die Unternehmen

keine Berührungsängste zeigen, und

sich – auch wenn sie bisher ausschließlich

„analog“ arbeiten – offen

und ohne Ressentiments mit der

Digitalisierung auseinandersetzen.

Nicht alles bei „Industrie 4.0“ ist ein

Allheilmittel, aber es gibt für jedes

Unternehmen Optimierungspotenziale,

die mit der Digitalisierung

abgeschöpft werden können.

Bei der Umsetzung von Digitalisierungsprojekten

ist gerade bei

wenig Erfahrung darauf zu achten,

die Schrittweite überschaubar zu

halten – z.B. über kleine Pilotprojekte

mit unmittelbar erkennbarem Nutzen

und niedrigem Budget. Denkbar

ist für Stahl- und Metallhandelsunternehmen

etwa die Implementierung

einer Prozessüberwachung

einer Maschine als Einstieg. Der zeitliche

und personelle Aufwand sind

gering, man kann damit Erfahrungen

sammeln und diese für weitere Digitalisierung

im Unternehmen nutzen.

Ziehen Sie als Forschungsinstitut,

das sich mit seinen Projekten zum

Teil an diese Branche wendet, eigene

Schlüsse aus der Studie – etwa bei

der Ausrichtung künftiger Projekte?

Am Fraunhofer IPA besteht seit dem

letzten Jahr eine neue Organisationsstruktur,

welche die Kompetenzen

des Instituts in Themenbereiche

rund um die Produktionstechnik und

Automatisierung bündelt. Zudem

werden in einem neuen Zentrum für

Cyberphysische Systeme Grundlagen

im Bereich der Digitalisierung und

entsprechende Umsetzungen erarbeitet.

Damit werden bereits viele

der aktuellen und künftigen Themen,

welche auch die Stahl- und Metallhandelsbrache

betreffen, adressiert

und in bedarfsgerechte und praxistaugliche

Lösungen für Kleine und

Mittlere Unternehmen überführt.

Ein aktuelles Projekt, gefördert

durch das Bundesministerium für

Bildung und Forschung, befasst sich

mit der Entwicklung einer digitalen

Kollaborationsplattform für die an

der Anarbeitung beteiligten Unternehmen

im Stahl- und Metallhandel.

Das Projekt versteht sich als Schrittmacherprojekt

und nimmt bereits

einige Aspekte der Studie wie Assistenzsysteme,

Prozessüberwachung

von Maschinen und digitale Verknüpfung

zwischen Produktionspartnern

mit auf.

Ein weiteres Ergebnis der Studie ist,

dass nur etwa 60 % aller befragten

Unternehmen überhaupt Industrie 4.0-

Anwendungen umsetzen möchten.

Was steckt aus Ihrer Sicht hinter diesem

Wert?

Die Teilnehmer der Studie, wie unserer

Kenntnis nach übrigens auch die

gesamte Branche des Stahl- und Metallhandels,

setzen sich zu über 80 % aus

kleinst-, klein- und mittelständischen

Unternehmen zusammen, die häufig

sehr konservativ geprägt sind. Es wird

auf Bewährtes gesetzt und es herrscht

ein sehr großer Sicherheitsgedanke,

der im Sinne der Unternehmensverantwortung

natürlich berechtigt ist.

Skepsis gegenüber der Digitalisierung

von Unternehmens- und

Produktionsprozessen herrscht vermutlich

auf Grund nur weniger Referenzen

für gelungene Einführungen

– speziell für KMU. Dadurch sind

den Unternehmen offensichtlich die

monetären Mehrwerte und organisatorischen

Potenziale, die in Digitalisierungslösungen

schlummern,

nicht deutlich genug. Wenn diesen

Unternehmen ein konkreter eigener

Nutzen dargestellt werden kann, beispielsweise

durch gelungene Digitalisierungslösungen

anhand Referenzanwendungen,

steigen die Akzeptanz

und damit auch der Anteil an Digitalisierungsbefürwortern.

2

Stahlreport 1/2|19

19


Stahlverarbeitung

Bericht

Die „Red Line“ in Bangkok wird in Hochlage

auf 22 m hohen Viadukten geführt. Jede

Fahrtrichtung hat ein eigenes Viadukt mit je

zwei Fahrspuren.

Maurer liefert langlebige und wartungsfreie Lager in tropisches Klima

4.700 Eisenbahnbrückenlager für Bangkok

Bangkok baut sein Nahverkehrsnetz aus: Die komplett neue „Red Line“ wird als Hochbahn

verlaufen. Das Münchener Stahlbauunternehmen MAURER SE lieferte dafür exakt 4.712 Kalottenlager.

In Thailand werden damit erstmals langlebige und wartungsfreie Lager aus den Gleitmaterialien

MSM® und MSA® eingesetzt.

Die neue „Red Line“ – der Name leitet sich aus

dem Farbcode des dortigen Nahverkehrssystems ab –

ist Teil eines Masterplans der Regierung, die ÖPNV-

Kapazitäten in der Metropolregion zu erhöhen. Sie verläuft

vom ebenfalls im Bau befindlichen neuen Hauptbahnhof

„Bang Sue Grand Station“ in den Norden und

in den Westen der Millionenmetropole.

Der nördliche Streckenabschnitt hat neun Stationen,

ist knapp 22 km lang und verläuft durchgehend als

Hochbahn. In jede Fahrtrichtung verlaufen getrennte

Gleise, getragen von 22 m hohen Viadukten. Insgesamt

reihen sich so pro Richtung 589 Einfeldträger mit durchschnittlich

36 m Spannweite aneinander.

Neue Technologie für die neue Bahn

In Thailand werden für Eisenbahnbrücken traditionell

Elastomer- oder Topflager eingesetzt. Doch Elastomerlager

haben den Nachteil der Einfederung durch Verkehrslasten,

Topflager dagegen nur eine geringe

Lebensdauer, zudem erlauben sie nur eingeschränkte

Funktionskontrollen. „Wir konnten den Bauherrn SRT

(State Railway of Thailand) davon überzeugen, dass

Kalottenlager mit MSM- und MSA-Technologie die

zeitgemäße Lösung für die neue Bahnlinie sind“,

erklärte Georg M. Wolff, CEO der Civil Engineering

Solutions (Thailand). „Die Lager ermöglichen eine

wartungs- und verschleißarme Lastabtragung und

Bewegung.“

Große Menge Lager in hoher Qualität

Hintergrund sind die Materialeigenschaften der eingesetzten

Werkstoffe: Der Gleitwerkstoff MSM (Maurer

Sliding Material) nimmt hohe Lasten auf und trägt sie

ab, auch in Kombination mit hohen akkumulierten Gleitwegen

und Temperaturen. Die Kalotten bestehen aus

MSA (Maurer Sliding Alloy), einer Metall-Gleitlegierung,

die auch bei tropischem Klima oder mariner Umgebung

nicht korrodiert. Miteinander garantierten MSM und

MSA eine einzigartig lange Lebensdauer der Brückenlager,

so das Unternehmen.

20 Stahlreport 1/2|19


Stahl ∙ Edelstahl ∙ Anschlagrohre ∙ Bauelemente

100 % Leistung

bis zum Anschlag!

Die Einfeldträger liegen auf je vier Lagern.

Im Bild ein längsbewegliches Führungslager für eine Auflast von bis zu 6 MN.

Fotos: Maurer

Jeder Einfeldträger liegt auf vier

Lagern: einem allseitig beweglichen

Lager, einem querbeweglichen und

einem längsbeweglichen Führungslager

sowie einem Festlager. Sie tragen

Auflasten zwischen 3.579 und

8.715 kN und haben einen Durchmesser

von bis zu 700 mm. Sie leiten

das Gewicht der Tragwerke und die

Verkehrslasten zwängungsfrei in die

Pfeiler und erlauben die klimabedingten

Längenänderungen der Viadukte.

Die Herausforderung sei gewesen,

die große Menge von 4.712

Das Stahlbauunternehmen Maurer SE

Kalottenlagern in hoher Qualität

günstig und termingerecht zu liefern.

Hier habe Maurer seine Erfahrung

als weltweiter Lieferant für Großprojekte

ausspielen können. Gefertigt

wurden die Lager 2015/16 in

Bhopal bei Maurer India. Die MSA-

Kalotten und MSM-Gleitplatten wurden

aus München geliefert.

Der Einbau erfolgt durch den

Kunden Italian-Thai Development

PCL, dem größten Bauunternehmen

Thailands. Die Eröffnung der Red

Line ist für Januar 2021 geplant. 2

Maurer SE ist ein Spezialist im Maschinen- und Stahlbau mit weltweit

über 1.000 Mitarbeitern. Das Unternehmen konzentriert sich auf Bauwerkschutzsysteme

(Brückenlager, Fahrbahnübergänge, Erdbebenvorrichtungen,

Schwingungsdämpfer und Monitoringsysteme). Es entwickelt

und fertigt darüber hinaus Schwingungsisolierung von Gebäuden und

Maschinen, Achterbahnen, Riesenrädern sowie Sonderkonstruktionen im

Stahlbau.

Maurer ist an vielen spektakulären Großprojekten beteiligt, z.B. den weltgrößten

Brückenlagern in Wasirabad, erdbebensicheren Dehnfugen an

den Bosporus-Brücken, semiaktiven Schwingungsdämpfern im Donau

City Tower oder Druck-Zug-Lagern für das Zenitstadion St. Petersburg. Im

Stahlbau zählen die BMW Welt und das Flughafenterminal II in München

zu den Vorzeigeobjekten.

Stahlreport 1/2|19

21

Standard, Systeme, Anschlagrohre

aus Edelstahl und das

volle Zubehörprogramm.

Bundesweit und immer zu

mindestens 90 % auf Lager.

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Stahlbau

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Stahlverarbeitung

XXXXX BerichteA XXXXX

Fotos: Atlas Ward

Der Look des neuen Porsche-Zentrums Wiesbaden ist mit seiner abgerundeten

Schauraum-Fassade ein Blickfang.

Atlas Ward liefert anspruchsvolle Stahlkonstruktion

für Porsche-Zentrum Wiesbaden

Edler Stahlbau für Porsche

Bei der Inszenierung einer automobilen Premium-Marke spielt

auch die Architektur der Verkaufshäuser eine nicht unbedeutende

Rolle. So trägt der Look des neuen Porsche Zentrums Wiesbaden

eine klare Handschrift: zurückhaltend, hochwertig, weg vom

Massentrend allseits transparenter Glaspaläste. Die Stuttgarter

Sportwagenschmiede zielt damit auf Originalität, Tradition und

Moderne zugleich.

Im Inneren wurde

das Stahlhallengerüst

an einen massiven

Betonkern angeschlossen.

Dabei

gründen die Innenstützen

auf verschiedenen

Niveaus, etwa

auf hochgelagerten

Galerieebenen.

Damit der hohe Anspruch in

jedem Detail sichtbar wird, mussten

die beteiligten Bauunternehmen –

der internationale Stahlhallenhersteller

Atlas Ward und ein rheinland-pfälzischer

Industrie- und

Gewerbebauer – ihr Können auspacken.

Eine Standardkonstruktion für

den Komplex aus Verkaufs- und Ausstellungsräumen,

Büros, Lager sowie

Kfz-Werkstatt samt Waschanlage

kam somit nicht in Frage.

In aufwändiger Abstimmungsarbeit

wurde das Stahlhallengerüst

mittels gebogener Träger an die

geschwungene äußere Form des

optisch dominanten Schauraums

angepasst und im Inneren an einen

massiven Betonkern angeschlossen.

Dabei gründen die Innenstützen auf

verschiedenen Niveaus, etwa auf

hochgelagerten Galerieebenen. Zum

Stahlpaket gehörten außerdem eine

kleine Überdachung für Gebrauchtwagen

und ein separates Lagergebäude.

Blick in die „Schmuckschatulle“

Blickfang des Baukomplexes auf insgesamt

rund 3.000 m 2 bebauter Fläche

ist die abgerundete Schauraum-Fassade.

Die moderne, silbermetallische

Fassade aus Aluminium-Verbundplatten

ziehen sich im typischen Erscheinungsbild

der Porsche-Zentren von

der Attika-Oberkante nach unten. Sie

gewähren nur durch den verglasten,

ebenfalls gerundeten Sichtschlitz

darunter Einblick ins Innere – quasi

der „Blick in die Schmuckschatulle“

auf ausgewählte Porsche-Fahrzeuge.

Der dezent und edel gehaltene Innenbereich

beschränkt sich in der Farbgebung

auf die Farbtöne Weiß, Grau

und Schwarz. An den gerundeten

Schauraum schließen sich das Lager

und der rechteckige Werkstattkörper

an, der eine wärmegedämmte Kassettenwand

und Stahltrapezprofile

erhielt.

Für die Bauherren, die das neue

Wiesbadener Zentrum im Oktober

2017 offiziell eröffneten, war das

rund 8,5 Mio. € teure Vorhaben eine

Investition in die Zukunft: „Wir sind

sehr zufrieden mit der baulichen

Konstruktion und Umsetzung, die

uns eine hochmoderne und verbesserte

Standort- und Geschäftsbasis

für die steigende Nachfrage verschafft“,

sagt Christian Scherer,

Geschäftsführender Gesellschafter

der Scherer Unternehmensgruppe,

die zusammen mit der Firmengruppe

Rossel das Porsche-Zentrum Wiesbaden

sowie weitere Autohäuser in

der hessischen Landeshauptstadt

betreibt, aber auch überregional

aktiv ist. 2

22 Stahlreport 1/2|19


Sichere Lagerung aggressiver und brennbarer Gefahrstoffe

Auffangwannen aus Edelstahl

Für jeden Gefahrstoff eine passende Lagerlösung – damit wirbt das Rendsburger Unternehmen

Protectoplus. Eines der hochwertigsten Materialien, die der Gefahrgut-Experte dafür verwendet,

ist Edelstahl: Denn mit Auffangwannen aus nichtrostendem Stahl können wassergefährdende,

aggressive und brennbare Gefahrstoffe beständig und sicher gelagert werden.

Allrounder: Edelstahl-Auffangwanne SWE2 mit Gitterrost.

IBC-Auffangwanne aus Edelstahl GSE 1 mit Gitterrost.

Aggressive Chemikalien wie

Säuren oder Laugen fressen sich

durch viele der Materialien, aus

denen herkömmliche Lagerbehälten

hergestellt sind. Schwefel-, Salzsäure

& Co. bedürfen daher einer besonders

sorgfältigen und sicheren Lagerung.

Für den betrieblichen Umweltschutz

sind speziell für diesen Zweck

geeignetet Auffangwannen unverzichtbar.

Mit ihrer Hilfe lassen sich

Gefahrstoffe sicher abstellen und

lagern – egal ob in sogenannten Intermediat

Bulk Containern (IBC), in Fässern

oder in Kanistern.

Sind die zu lagernden Flüssigkeiten

nicht nur chemisch aggressiv,

sondern auch noch brennbar – wie

beispielsweise Essigsäure –, können

diese nicht mit einer Kunststoffwanne

aufgefangen werden. Hierfür

ist Edelstahl erforderlich. Dieser

Werkstoff kommt in der Regel dann

zum Einsatz, wenn große mechanische

Stabilität mit hoher chemischer

Widerstandsfähigkeit einhergehen

muss.

Aggressiv und brennbar –

ein Fall für Edelstahl

Eine Spezialistin für solche Lagerlösungen

ist die Protectoplus Lagerund

Umwelttechnik GmbH. Die Auffangwannen

des Unternehmens aus

den Werkstoffen 1.4301 sowie

1.4571 entsprechen den Anforderungen

der DIN 6601 (die den

Umgang mit wassergefährdenden

Stoffen regelt) und bieten eine hohe

Beständigkeit besonders gegenüber

aggressiven Medien. Die Spezial-

Über PROTECTO

Der mittelständische Fachbetrieb Protectoplus Lager- und Umwelttechnik

GmbH zählt sich zu den führenden Entwicklern und Herstellern von hochwertigen

Qualitätsprodukten rund um den betrieblichen Umweltschutz.

Unter dem Markennamen PROTECTO plant, konstruiert, fertigt, vertreibt

und installiert das Unternehmen, das sich auf die sichere Lagerung von

wassergefährdenden, entzündbaren, toxischen, brandfördernden oder

gesundheitsgefährdenden Stoffen spezialisiert hat, seit 25 Jahren ausgereifte

Standardprodukte ebenso wie individuelle Lösungen.

www.protecto.de

wannen sind zugelassen zur Lagerung

von wassergefährdenden und

brennbaren Flüssigkeiten.

Alle Edelstahl-Auffangwannen

des Herstellers bestehen aus hochwertigem,

widerstandsfähigem Edelstahl

und verfügen über eine besonders

stabile, sichere Konstruktion,

einen Gitterrost sowie über praktische

Gabeltaschen. Auf Wunsch sind die

Behälter auch in anderen Werkstoffvarianten

sowie in individuellen Größen

und Ausführungen lieferbar. 2

Stahlreport 1/2|19

23


Stahlproduktion

Bericht/Nachrichten

Bild: Deutsche Edelstahlwerke (DEW)

Deutsche Edelstahlwerke (DEW) entwickeln Thermodur 2727 IP

Ersatz für kritische

Legierungselemente im Stahl

Erst die Legierungselemente machen Stahl zu dem vielseitigen

Werkstoff, der er ist – und verleihen ihm Eigenschaften wie Festigkeit

und Verschleißbeständigkeit. Allerdings sind manche dieser Elemente

nicht immer verlässlich verfügbar. Die Deutschen Edelstahlwerke

(DEW), ein Unternehmen der SCHMOLZ + BICKENBACH

Gruppe, haben daher einen Werkzeugstahl aus leicht verfügbaren

Rohstoffen entwickelt: Thermodur 2727 IP. Dieser Werkstoff basiert

auf den Legierungselementen Nickel und Aluminium. Anwender

seien damit unabhängiger von teuren und ressourcenkritischen

Elementen wie Wolfram und Chrom.

Bei Thermodur 2727 IP kommt

die intermetallische Phase – daher der

Namenszusatz IP – Nickelaluminid

(NiAl) zum Einsatz. Die DEW entwickelten

den IP-Stahl im Rahmen eines

öffentlich geförderten Projektes zusammen

mit der RWTH Aachen und der FH

Südwestfalen. Als Anwendungsfall

stand dabei der Aluminiumdruckguss

im Fokus. Messen muss sich der Thermodur

2727 IP daher mit dem dafür

häufig eingesetzten Werkstoff 1.2367.

Dieser weist unter anderem eine exzellente

Warmfestigkeit und eine hervorragende

Temperaturwechselbeständigkeit

auf.

Schon ein ähnliches Eigenschaftsprofil

mit Blick auf die Temperaturwechselbeständigkeit

wäre für das neue

Legierungskonzept als Erfolg zu werten

gewesen. Doch der IP-Stahl hat die

Erwartungen offenbar sogar übertroffen:

Seine Temperaturwechselbeständigkeit

sei besser als die des Vergleichswerkstoffs,

sowohl seine maximale Härte als

Ein Druckgussteil aus

Aluminium: Der Aluminiumdruckguss

stand bei

der Entwicklung von

Thermodur 2727 IP im

Fokus.

auch die Daueranlassbeständigkeit

lägen höher, so die DEW.

Gleichzeitig habe man die die ressourcenkritischen

Elemente um mehr

als 60 % reduzieren können, so die

DEW weiter. Um für die neue Stahlsorte

eine Härte bis 55 HRC zu erreichen,

konnte allerdings auf Kohlenstoff mit

einem Massenanteil von 0,3 bis 0,4 %

nicht verzichtet werden. Die Wahl fiel

für Thermodur 2727 IP auf Nickelaluminid,

weil die Verbindung keine

Legierungsbestandteile mit hoher Affinität

zum Kohlenstoff aufweist.

Im Ergebnis erhielten Anwender

einen besseren Stahl bei gleichzeitig

höherer Versorgungssicherheit und

Berechenbarkeit. Die Stahlsorte ist

bislang nur im nicht umgeschmolzenen

Zustand erhältlich. Gemeinsam

mit Anwendern entwickeln und testen

die DEW den Werkstoff derzeit weiter.

Er berge auch Potenzial als möglicher

Werkstoff für das Gasverdüsen und

die additive Fertigung. 2

Verlässliche Infrastruktur angemahnt

Stahlindustrie sieht Handlungsbedarf

bei Verkehrswegen

Die derzeitige Verkehrssituation

stellt die Stahlunternehmen in Deutschland

vor Herausforderungen. Das

mahnte die Düsseldorfer Wirtschaftsvereinigung

Stahl in einer Mitteilung an. Das

starke Niedrigwasser im Sommer und

Herbst 2018 auf zentralen Wasserstraßen,

insbesondere auf dem Rhein, habe

dazu geführt, dass Binnenschiffe nur zu

einem Teil oder gar nicht mehr beladen

werden konnten.

Da die Stahlindustrie in Deutschland

einen wesentlichen Teil ihrer Einsatzstoffe

per Binnenschiff erhält – pro Jahr

rund 35 Mio. t Rohstoffe – , Ausweichkapazitäten

auf der Schiene nur begrenzt

zur Verfügung stehen und der Straßengüterverkehr

für solche Volumina ohnehin

nicht geeignet sei, sei die Versorgung

der Stahlunternehmen gefährdet. „Die

Stahlindustrie in Deutschland ist auf verlässliche

Verkehrsinfrastrukturen angewiesen“,

erklärte Hans Jürgen Kerkhoff,

Präsident der Wirtschaftsvereinigung

Stahl. Die Politik müsse alle Möglichkeiten

ergreifen, damit die nachhaltigen

Verkehrsträger Binnenschiff und Bahn

besser genutzt werden können.

Kerkhoff sprach sich für eine zügige

Umsetzung der geplanten Optimierungen

der Fahrrinnentiefe zwischen Duisburg

und Dormagen sowie am Mittelrhein aus.

Auch im Schienengüterverkehr bestehe

Handlungsbedarf: Während die sogenannte

Betuwe-Linie als Bestandteil des

europäischen Güterverkehrskorridors

Rotterdam-Genua bereits 2007 auf niederländischer

Seite fertiggestellt worden

sei, habe man deren Fortführung bis

Oberhausen in Form eines dritten Gleises

bis heute nicht einmal planfestgestellt.

„Ohne umfassende Ausbaumaßnahmen

kann der Schienengüterverkehr

der künftigen Nachfrage nicht gerecht

werden“, so Kerkhoff weiter. Wichtig

seien vor allem der rasche Ausbau des

Netzes für 740 m lange Züge, der Ausbau

von Eisenbahnknoten und die Netz-

Digitalisierung.

24 Stahlreport 1/2|19


Schoeller Werk investiert in Qualitätssicherung

Komplexe Rohrgeometrien präzise vermessen

Das Schoeller Werk hat seine Qualitätsabteilung um eine leistungsstarke

und hochgenaue Messmaschine erweitert. Der Experte

für längsnahtgeschweißte Edelstahlrohre setzt zur systematischen

Erfassung von Prüf- und Messergebnissen künftig ein STRATO-Apex

9106 von Mitutoyo ein. Die Koordinatenmessmaschine (KMM)

kommt unter anderem im Vorfeld der Serienfertigung von Rohren

zur Anwendung – beispielsweise bei der Erstbemusterung nach

Automobilstandard.

Mit der neuen Messmaschine ist das Schoeller Werk in der Lage,

selbst komplexere Geometrien von Rohren einfacher zu vermessen

und Prüfmittel vor ihrem Einsatz eigenständig zu kalibrieren. Denn

vor allem in der Automobilindustrie müssen Zulieferer anspruchsvolle

Anforderungen erfüllen, bevor Bauteile in Serie gefertigt werden

dürfen.

„Die neue KMM liefert uns präzise und reproduzierbare Ergebnisse

ohne Bedienereinflüsse“, berichten Martin Klein, zuständig für die

Prüfmittelüberwachung beim Schoeller Werk, und Walter Hammermüller,

Qualitätsmanagement. Mit der STRATO-Apex 9106 lassen

sich nicht nur umfangreiche Vermessungen von Rohrgeometrien

durchführen, sondern die Ergebnisse auch systematisch erfassen.

Bild: Schoeller Werk

Ein weiteres Einsatzgebiet für die neue KMM ist die Kalibrierung von

Prüfmitteln. Darüber hinaus sind SPC-Messungen (SPC = statistic

process control, statistische Prozesssteuerung) möglich, um Toleranzen

festzulegen und die Leistungsfähigkeit von Maschinen in der

Rohrherstellung zu bestimmen. Damit die Messmaschine dauerhaft

exakte Ergebnisse liefert, wurde eigens ein Kalibrierraum im Technikum

errichtet, der gleichbleibende Umgebungsparameter sicherstellt.

Bildzeile: Das Schoeller Werk hat seine Qualitätsabteilung um eine

leistungsstarke und hochgenaue Koordinatenmessmaschine erweitert.

Damit ist das Unternehmen künftig in der Lage, selbst komplexere

Geometrien von Rohren einfacher zu vermessen und Prüfmittel

vor ihrem Einsatz eigenständig zu kalibrieren.

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Anarbeitung

und Logistik

Bericht/Nachrichten

Ein umfangreiches

Forschungsprojekt

der TU München hat

die Verbesserung des

Feuerwiderstands

durch Feuerverzinken

intensiv untersucht,

u. a. durch Brandversuche.

Fotos: TU München

Feuerverzinken verlängert die Feuerwiderstandsdauer von Stahl

Mehr als nur Korrosionsschutz

Der Korrosionsschutz durch Feuerverzinken verbessert die Feuerwiderstandsdauer von

Stahl. Dies ergab ein aktuelles Forschungsprojekt der Technischen Universität München.

Hierdurch sei zukünftig bei einer Fülle von Stahlbauten eine deutlich wirtschaftlichere

Lösung durch eine Feuerverzinkung möglich.

Der Feuerwiderstand eines

Bauteils steht für die Dauer, während

der es im Brandfall seine Funktion

behält. Dabei muss das Bauteil die

Tragfähigkeit sicherstellen. Nicht

selten verfehlen Stahlkonstruktionen

dem Institut Feuerverzinken zufolge

ohne zusätzliche Brandschutzmaßnahmen

eine geforderte Feuerwiderstandsklasse

von R30 (früher

F30), die im Brandfall für mindestens

30 min eine funktionierende Tragfähigkeit

fordert. Die Folge ist, dass

passive Brandschutzmaßnahmen für

Stahlbauteile wie Verkleidungen,

Spritzputze oder Brandschutzbeschichtungen

eingesetzt werden

müssen.

Passive Brandschutzmaßnahmen

sind kostspielig und bewegen sich

in Höhe von 10 bis 15 % der Rohbaukosten

(ab Oberkante UG). Zudem

müssen sie auf der Baustelle aufgebracht

werden. Dies führe als Folge

häufig zu einer Bevorzugung der

Betonbauweise. Durch eine im Werk

aufgebrachte Feuerverzinkung können

derartige Stahlkonstruktionen

nun die geforderte Feuerwiderstandsklasse

von R30 häufig erreichen.

Zusätzliche passive Brandschutzmaßnahmen

seien nicht mehr erforderlich.

Der Einsatz feuerverzinkter

Profile trage damit wesentlich zur

Verbesserung der Wirtschaftlichkeit

und Wettbewerbsfähigkeit von Stahlund

Stahlverbundkonstruktionen im

Vergleich zur marktbeherrschenden

Betonbauweise bei.

Ein Rechenmodell

ermöglicht die

Ermittlung des Feuerwiderstands

von

feuerverzinkten

Stahlkonstruktionen

und damit den

unmittelbaren Praxistransfer.

26 Stahlreport 1/2|19


Feuerverzinkte Stähle

verringern Bauteil-Erwärmung

Die Verbesserung des Feuerwiderstands

basiert auf einer verringerten

Emissivität von feuerverzinkten

Stählen. Emissivität ist ein Maß

dafür, wie stark ein Material Wärmestrahlung

mit seiner Umgebung

austauscht. Gerade in der Anfangsphase

eines Brandes führen verringerte

Werte der Emissivität zu

einer deutlich verzögerten Erwärmung

der Bauteile und können insbesondere

bei Bauteilen mit einer

ausreichenden Massivität wesentlich

dazu beitragen, einen geforderten

Feuerwiderstand von R30

zu erreichen.

Ein umfangreiches Forschungsprojekt

am Lehrstuhl für Metallbau

der TU München hat die Veränderung

des Feuerwiderstands durch

Feuerverzinken intensiv untersucht.

Empirische Studien durch Brandversuche

gehörten ebenso dazu wie

komplexe Simulationen. Darauf aufbauend

wurde ein Rechenmodell

entwickelt, das die Quantifizierung

und Berechnung dieser Verbesserung

möglich macht.

„Durch die Konzipierung eines

Rechenmodells, das es erlaubt, den

Feuerwiderstand von feuerverzinkten

Stahlkonstruktionen zu berechnen,

ist ein unmittelbarer Praxistransfer

unserer Forschungsarbeiten

gegeben. Fachleute, die Brandschutz

für Stahl planen, haben mit der Feuerverzinkung

jetzt eine neue Option.

Für die Feuerverzinkung ergeben

sich hierdurch völlig neue Anwendungsmöglichkeiten

jenseits des

Korrosionsschutzes und für den

Stahlbau werden verbesserte Wettbewerbschancen

geschaffen“, sagt

Prof. Dr. Martin Mensinger, Inhaber

des Lehrstuhls für Metallbau.

In Kürze werde das Berechnungsmodell

publiziert und für die

Praxis verfügbar sein, so der Industrieverband

Feuerverzinken. Das

Forschungsprojekt der TU München

wurde fachlich begleitet durch die

Forschungsvereinigungen Gemeinschaftsausschuss

Verzinken (GAV),

Forschungsvereinigung Stahlanwendung

(FOSTA) und den Deutschen

Ausschuss für Stahlbau

(DASt). 2

Bildquelle: Initiative Zink

Stahlbolzen-Beschichtung

Neue Waffe im Kampf gegen Korrosion

Im Zuge der Weiterentwicklung des

Stahlbolzens m2 hat die Schweizer Mungo

Befestigungstechnik AG neue Wege in der

Beschichtung von Stahlbolzen beschritten.

Dank neuster Technologie aus der Automobil-

und Elektroindustrie hat das Unternehmen

die neue, ultradünne und 100% chromfreie

Beschichtung GreenTec ® entwickelt.

Die hohe Korrosionsbeständigkeit (Salzsprühtest

gemäß DIN EN ISO 9227 NSS,

dem Unternehmen zufolge durch unabhängiges

Prüfinstitut erfolgreich getestet) sowie

außerordentliche Verschleissbeständigkeit

(Versetzvorgang mit Hammerschlägen)

garantierten eine bis zu zehnmal höhere

Lebensdauer als herkömmliche Stahl- oder

Feuerverzinkungen. Aus diesem Grund

könne der Bolzen auch im unbewitterten

Außenbereich vielfältig eingesetzt werden.

Dank neuester Clipgeometrie würden

höchste Lasten und Biegemomente bei sehr

geringen Rand- und Achsabständen

erreicht, was den Dübel zum perfekten Allrounder

für unterschiedlichste Anwendungen

im Innen- und Aussenbereich mache.

Dank der Europäisch technischen Bewertung

(ETB) für Einzelbefestigungen im ungerissenen

Beton ist der Bolzen auch für statisch

relevante Befestigungen zugelassen.

Der geringe Einschlagwiderstand, das

schnelle Aufbringen des benötigten Drehmoments

sowie die hilfreiche Setztiefenmarkierung

ermöglichten ein kraft- und kostensparendes

Arbeiten auf der Baustelle.

Die gewählten Vorsitzenden der Initiative Zink mit dem Geschäftsleiter(v. l.): Frank Neumann, seit Juli

Leiter der Geschäftsstelle der Initiative Zink, Bodo Schauries, Metallwerk Dinslaken GmbH & Co. KG,

Alexander Hofmann, Wiegel Gruppe, Ulrich Grillo, Grillo-Werke AG (1. Vorsitzender)

Ulrich Grillo neuer Vorsitzender der Strategiegruppe

Neuwahlen bei der Initiative Zink

Auf der Herbstsitzung des Lenkungsgremiums

der Initiative ZINK fand am 19.

November 2018 in Düsseldorf die Wahl der

neuen Vorsitzenden der Strategiegruppe

Zink statt. Turnusgemäß erfolgte die Besetzung

dieser Ämter für drei Jahre. Die Strategiegruppe

steuert die Ausrichtung der

Öffentlichkeitsarbeit der Initiative Zink rund

um den Werkstoff.

Neuer Vorsitzender des Lenkungsgremiums

ist Ulrich Grillo, Vorstandsvorsitzender der

Grillo-Werke AG, Duisburg. Als Stellvertreter

ist Alexander Hofmann, Wiegel-Gruppe,

gewählt worden. Bodo Schauries, Metallwerk

Dinslaken, wurde im Amt bestätigt.

Weiteres Thema der Tagung war die wegen

der wachsenden Mitgliederzahl der Initiative

Zink erforderliche angepasste Strategie.

Eine zukunftsweisende Positionierung

des Metalls Zink in all seinen Anwendungsbereichen

werde dabei nun berücksichtigt.

[ Info ]

Weitere Informationen zur Initiative Zink unter

www.initiative-zink.de.

Stahlreport 1/2|19

27


Messen

und Märkte

Spezial: Konjunktur

Eurozone und Deutschland 2019 – Prognosen der Wirtschaftsinstitute

Konjunktur mit Gegenwind

„Der Aufschwung stößt an seine Grenzen“, titelte das Kieler Institut für Weltwirtschaft in seinem

aktuellen Konjunkturausblickt – und senkte seine BIP-Prognose für Deutschland für die kommenden

beiden Jahre von 2,0 auf 1,8 %. Nach einer Konjunktur-Delle im dritten Quartal 2018 dürfte es Anfang

2019 in Deutschland zunächst zu einer Erholung kommen, insgesamt habe die deutsche Wirtschaft

aber die Spätphase des seit über fünf Jahren anhaltenden Aufschwungs erreicht. Mit leicht

unterschiedlichen Gewichtungen urteilen andere Wirtschaftsinstitute ähnlich. Ein Überblick.

Nach Schwankungen im Jahresverlauf

2018, dürfte sich

„das konjunkturelle Grundmuster“

wieder durchsetzen, bei dem der

obere Wendepunkt in Sichtweite

gerate: „Der Aufschwung trägt noch

in das nächste Jahr, im Jahresverlauf

2019 dürfte aber allmählich der

Abschwung einsetzen“, sagte Stefan

Kooths, Leiter des Prognosezentrums

am IfW Kiel im Dezember.

Zahlreiche Risiken

verstärken Unsicherheit

Der Ausblick für die kommenden

beiden Jahre ist allerdings durch

zahlreiche Unsicherheiten geprägt:

Angesichts der hohen Auslastung

der Produktionskapazitäten kann

die deutsche Industrie nicht mehr

so dynamisch expandieren und

werde anfälliger für Störungen, so

die Kieler Forscher.

Hinzu kommen außenwirtschaftliche

Risikofaktoren: der schwelende

Handelskonflikt zwischen den USA

und China, die unsichere Lage in

Italien, der Brexit, auch die politische

Lage in Frankreich.

Sorgen übertrieben?

Die Sorgen vor einer Rezession seien

übertrieben, mahnt das Deutsche

Institut für Wirtschaftsforschung in

Berlin. Das schwächer als erwartet

ausfallende Wachstum der deutschen

Wirtschaft im vergangenen

Jahr (+1,5 % nach DIW-Angaben),

wertet dessen Konjunkturchef Claus

Michelsen „als eine Normalisierung

nach Jahren des überdurchschnittlichen

Wachstums“. Für 2019 ist

nach Einschätzung des DIW mit

1,6 % ein Wachstum in ähnlicher

Größenordnung zu erwarten.

Auch das DIW weist auf die negativen

Auswirkungen des vorübergehenden

Produktionsstopps in der

Automobilindustrie im Sommer hin.

Nach und nach dürften die Kfz-

Hersteller aber einen Großteil der

ausgebliebenen Verkäufe – und

schließlich auch der Produktion –

nachholen.

Neben Problemen in der Automobilindustrie

werden auch die ausländischen

Absatzmärkte, die erheblichen

konjunkturellen Risiken

ausgesetzt seien, an Schwung verlieren,

meint das Leibniz-Institut für

Wirtschaftsforschung an der Universiät

München – und hat die Konjunkturprognose

vom Herbst 2018

Prognosen Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2019

IfW Institut für Weltwirtschaft, Kiel 1,8 %

RWI Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung e.V., Essen 1,7 %

DIW Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V., Berlin 1,6 %

KfW Kreditanstalt für Wiederaufbau, Frankfurt a.M. 1,6 %

Ifo Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V 1,1 %

Quelle: BDS, nach Zahlen der Wirtschaftsinstitute

28 Stahlreport 1/2|19


Bauwirtschaft in guter Verfassung

Weiter auf Wachstumskurs

„Die europäische

Wirtschaft befindet

sich nach wie vor in der

Expansion. Die Zeichen

stehen zwar auf Abkühlung

der Konjunktur. Ich bleibe

dennoch optimistisch, dass

wir bei deutlich positiven

Wachstumsraten bleiben.“

Dr. Jörg Zeuner,

Chefvolkswirt der KfW

deutlich nach unten revidiert. Für

2018 rechnet es mit einer Zunahme

des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts

von 1,5 % für 2019 nur

noch mit 1,1 %.

Aufgrund der größeren Anzahl

an Arbeitstagen beschleunige sich

die Zunahme des Bruttoinlandsprodukts

im Jahr 2020 auf dann wieder

auf 1,6 %. Kalenderbereinigt liegt

die Rate allerdings nur bei 1,3 %.

Insgesamt, so das Institut, dürfte die

Überauslastung der deutschen Wirtschaft

abnehmen und sich der

Beschäftigungsaufbau verlangsamen.

Die hohe Kapazitätsauslastung

der Unternehmen zeige, dass es

anhaltenden Bedarf für Investitionen

gebe. Trotz der langsamen

Rückführung der geldpolitischen

Unterstützung dürften die Finanzierungskonditionen

für die Unternehmen

günstig bleiben, meint die

Kreditanstalt für Wiederaufbau

(KfW). 2

Das deutsche Bauhauptgewerbe verzeichnete 2018 das sechste aufeinanderfolgende

Jahr mit einer realen Umsatzsteigerung, nominal

blieb das Wachstum mit 6 % auf dem hohen Niveau des Jahres 2017,

sagte Peter Hübner, Präsident des Hauptverbandes der Deutschen

Bauindustrie, in einem Beitrag für die Allgemeine Bauzeitschrift

Anfang Januar. Vor diesem Hintergrund sei man für 2019 entsprechend

zuversichtlich.

Hübner erwartete, dass sich

das Wachstum der Bautätigkeit in

2019 auf hohem Niveau fortsetzen

wird. „Für 2019 gehen wir von

einem nominalen Umsatzplus von

6 % aus“, sagte der Verbandspräsident.

Der Wohnungsbau werde ein

nominales Umsatzplus von 5,5 %

erzielen. „Davon sind wir überzeugt,

wenn wir die ersten drei Quartale

2018 auswerten. Mit rd. 320 000 fertiggestellten

Wohnungen werden wir

allerdings auch im neuen Jahr die

politische Zielvorgabe deutlich verfehlen“,

so Hübner weiter. Die deutsche

Bauindustrie setze daher

zukünftig verstärkt auf die serielle

Bauproduktion von Typengebäuden.

Durch stationäre Vorfertigung bis

hin zur Produktion von Modulen baue

man nicht nur schneller, sondern

auch kostengünstiger. Der Wirtschaftsbau

werde nach Einschätzung des

Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie

im neuen Jahr den schwieriger

gewordenen gesamtkonjunkturellen

Rahmenbedingungen trotzen. Betroffen

wäre die deutsche Bauwirtschaft erst

dann, wenn deutsche Industrieunternehmen

aufgrund verschlechterter

Absatzerwartungen im Ausland ihre

Investitionen – darunter auch in Bauten

– im Inland zurückfahren würden.

Dafür gebe es aber bislang noch keine

Anzeichen. Nach langen Jahren der

Investitionszurückhaltung zeige sich

auch bei der öffentlichen Hand ein

deutliches Wachstum. „Wir halten also

fest: Die deutsche Bauwirtschaft ist

insgesamt in einer sehr guten Verfassung

und auf dem Weg, ihre Kapazitäten

weiter an die steigende Nachfrage

anzupassen“, unterstrich Hübner. 2

Auftragseingang im Bauhauptgewerbe in Deutschland

Nominal, Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten, Januar–Oktober 2018 in %

Bauhauptgewerbe insgesamt 9,7 %

Hochbau 7,8 %

Tiefbau 11,7 %

Wohnungsbau 9,9 %

Wirtschaftsbau 13,6 %

Wirtschaftshochbau 7,4 %

Wirtschaftstiefbau 23,4 %

Öffentlicher Bau 5,4 %

Öffentlicher Hochbau 2,6 %

Straßenbau 9,5 %

Sonstiger Tiefbau 1,1 %

Quelle: Hauptverband der Deutschen Bauindustrie, Statistisches Bundesamt

Stahlreport 1/2|19

29


Messen

und Märkte

Spezial: Konjunktur

Maschinenbau

Robust in schwierigem Umfeld

Für den Maschinenbau in Deutschland war 2018 ein erfolgreiches Jahr – trotz vieler Verunsicherungen.

Bis einschließlich Oktober wies die Branche ein Produktionsplus von 3,7 % auf, sagte VDMA-Präsident

Carl Martin Welcker Ende des vergangenen Jahres. Die Auftragseingänge im Maschinenbau erreichten

im gleichen Zeitraum ein Plus von 7 % im Vergleich zum Vorjahr. Für das kommende Jahr rechnen die

VDMA-Volkswirte allerdings nur noch mit einem Produktionswachstum von real 2 % im Maschinenbau.

Positiv sei, dass die Aufträge

in den Büchern derzeit im Durchschnitt

noch eine Reichweite von

8,6 Monaten haben, sagte Welcker.

Doch zugleich bestünden viele Risiken:

der anhaltende Handelsdisput

der USA mit China, die Gefahr eines

harten Brexits, die Sanktionen

gegen Russland sowie die Verschuldungskrise

Italiens seien nur die

offensichtlichsten Hürden für das

weitere Wachstum.

Vom Inlandsmarkt erhofft sich

der Maschinenbau dagegen einen

weiter anhaltenden Schwung: Die

Investitionen haben hierzulande

zwar bereits angezogen, sind aber

immer noch unterdurchschnittlich.

„Zudem werden Automatisierungslösungen,

die der Maschinenbau

anbietet, gerade in Zeiten knapper

Fachkräfte für viele Unternehmen

unverzichtbar“, sagte der VDMA-

Präsident.

Die Exporte der Maschinenbauer

aus Deutschland legten in

„Wir müssen damit

rechnen, dass all diese

Einschränkungen des

freien Handels sich auch

im Maschinenbau stärker

bemerkbar machen.“

Carl Martin Welcker, VDMA-Präsident

Bild: VDMA

den ersten neun Monaten 2018 um

nominal 5,2 % auf 131,9 Mrd. € zu.

Wichtigste Zielländer waren China

(+11,4 % auf 14,23 Mrd. €) und USA

(+6,9 % auf 14,16 Mrd. €). Exporte

nach China werden aber künftig

voraussichtlich von einer schächeren

chinesischen Binnenkonjunktur,

die auch unter den US-Strafzöllen

leidet, sowie steigenden Arbeitsund

Produktionskosten in dem Land

gebremst. Die Konjunktur in den

Vereinigten Staaten profitiert derzeit

noch von abgesenkten Unternehmenssteuern,

allerdings würden

auch dort die Inlandsinvestitionen

schon wieder schwächer, so Welcker.

2

Entwicklung der deutschen Maschinenproduktion

Reale Veränderung gegenüber dem Vorjahr in Prozent

14

12,7

12

10

9,3

8

6

4

3,9

5

2

1,2

1,1 0,8

2

0

-2

-0,3

Prognose

-1,2

2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019

Quelle: VDMA

30 Stahlreport 1/2|19


PcW-Befragung zum

Maschinenbau

Wachstumserwartungen im

Maschinenbau brechen ein

Vierteljährlich führt die Unternehmensberatung

Pricewaterhouse-Coopers

(PwC) eine Befragung unter den Führungskräften

des deutschen Maschinen-

und Anlagenbaus durch. Die aktuelle

Befragung im vierten Quartal 2018

zeige, dass die sich eintrübende wirtschaftliche

Stimmung auch vor dem

deutschen Maschinenbau nicht Halt

mache: Nur jeder fünfte Befragte (22

%) blickte zum Jahreswechsel optimistisch

auf die Weltwirtschaft in 2019.

An eine positive Konjunkturentwicklung

in Deutschland glauben aktuell

nur noch 56 %. Beide Werte haben sich

damit negativ zum Vorwert entwickelt.

Foto: KfW

Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW

Die negativen Erwartungen spiegeln

sich auch in den rückläufigen Umsatzprognosen

der Maschinenbauer wider:

Für ihre Branche gehen die befragten

Entscheider für 2019 nur noch von

einem durchschnittlichen Wachstum

von 1,4 % aus – ein Rückgang um mehr

als zwei Drittel verglichen mit dem

Vorquartal (4,9 %).

„Der Maschinenbau muss sich auf

turbulentere Zeiten einstellen”, analysierte

Dr. Klaus-Peter Gushurst, Leiter

des Bereichs Industries & Innovation

und Experte für den Maschinenbau

bei PwC. „Neben der allgemeinen

Konjunkturabkühlung verheißen vor

allem die angekündigten Sparprogramme

der Automobilindustrie sowie

die Unwägbarkeiten im Außenhandel,

Stichwort Brexit, Prognosen für China

und US-Zölle, keinen einfachen Start

ins neue Jahr.“

Positiv sei indes die weiterhin stabile

Auslastung: Sie liegt bei knapp 94 % –

sieben von zehn Unternehmen arbeiten

laut PwC weiterhin am Kapazitätslimit.

[ Info ]

Mehr zum PwC-Maschinenbau-Barometer

unter: www.pwc.de/maschinenbaubarometer

KfW-Kreditmarktausblick

Kreditvergabe an Unternehmen vorerst sehr kräftig

Das von KfW-Research für

Deutschland geschätzte Kreditneugeschäft

der Banken mit Unternehmen

und Selbstständigen ist im dritten

Quartal 2018 erneut außerordentlich

stark um 9,6 % im Vorjahresvergleich

gewachsen. Die Kreditvergabe an

Unternehmen legte der Bank zufolge

damit das neunte Quartal in Folge zu.

Im zweiten Quartal 2018 war es

genau die Verlangsamung des Wirtschaftswachstums,

die wesentlich zu

steigender Dynamik des Kreditneugeschäfts

beigetragen haben dürfte, so

die Kreditanstalt. Die konjunkturelle

Abkühlung kam offensichtlich für viele

Unternehmen überraschend, sodass

diese Lager aufbauen mussten, die in

der Regel über kürzer laufende Kredite

refinanziert werden. Tatsächlich

sei auch im Frühjahr 2018 bei den

neu vergebenen Krediten in den kurzund

mittelfristigen Laufzeiten ein

besonders hoher Zuwachs beobachtbar

gewesen.

Im dritten Quartal 2018 sei keine weitere

Zunahme mehr bei den Wachstumsraten

der Kredite mit kürzerer

Laufzeit zu verzeichnen gewesen. Das

Motiv für die Kreditaufnahme scheint

sich im Sommer wieder weg vom

Zweck der Lagerhaltung und hin zur

Absicht der Investitionsfinanzierung

bewegt zu haben, wie auch der jüngste

Bank Lending Survey signalisiert.

Die zuvor sehr kräftige deutsche Konjunktur

mit dem Jahr 2017 als Höhepunkt

werde sich 2018 und 2019 „auf

das Niveau des Wachstumspotenzials

leicht abkühlen“, sagte Dr. Jörg Zeuner,

Chefvolkswirt der KfW. „Für das

Kreditneugeschäft der Banken mit

Unternehmen bedeutet das zweierlei:

Erstens dürfte der Bedarf an eher kurzfristigen

Krediten zur Lagerfinanzierung

weiter zurückgehen und zweitens

sollte auch das Wachstum der Kredite

für Investitionszwecke, also das der

längerfristigen Darlehen, etwas nachgeben“,

sagte Zeuner weiter.

Stahlreport 1/2|19

31


Messen

und Märkte

Spezial: Konjunktur

Verarbeitendes Gewerbe: Prognose des IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index

Rückläufiger Auftragseingang

dämpft Industriewachstum

Auch im Dezember 2018 hat sich das Wachstum der deutschen Industrie weiter abgeschwächt.

Das signalisiert der saisonbereinigte IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI), der im letzten

Monat des vergangenen Jahres leicht auf 51,5 Punkte von vormals 51,8 gesunken ist. Dieser Wert ist der

niedrigste seit März 2016; gleichzeitig gab der deutsche Industrie-Einkäufer-Index nun schon den fünften

Monat in Folge nach. Die Mehrheit der befragten Manager blickt eher pessimistisch in die Zukunft.

Foto: Dirk Uebele/BME e.V

Die fallende Zahl der Neuaufträge

mache dem Verarbeitenden

Gewerbe in Deutschland weiter zu

schaffen, so der englische Finanzdienstleister

IHS Markit. Zahlreiche

Umfrageteilnehmer berichteten in

diesem Zusammenhang von der

wachsenden Zurückhaltung bei vielen

Unternehmen und Kunden sowie

von der nach wie vor nur verhaltenen

Nachfrage in der Automobilindustrie.

„Die deutsche Industrie

muss sich 2019 auf

deutlich stärkeren

Gegenwind einstellen.“

Dr. Silvius Grobosch,

Hauptgeschäftsführer des

Bundesverbandes Materialwirtschaft,

Einkauf und Logistik e.V. (BME)

„Die deutsche Industrie muss sich

2019 auf deutlich stärkeren Gegenwind

einstellen“, betonte Dr. Silvius

Grobosch, Hauptgeschäftsführer des

Bundesverbandes Materialwirtschaft,

Einkauf und Logistik e.V. (BME),

Anfang Januar. Der Kostendruck

bleibe seiner Einschätzung nach

„auch in den kommenden Wochen

weiter hoch“. Allerdings könnten die

Einkäufer von den relativ niedrigen

Rohstoffpreisen profitieren.

Positive Trendwende

zur Jahresmitte?

„Die vor rund einem Jahr begonnene

konjunkturelle Abkühlung setzt sich

laut EMI derzeit noch fort. Die Chancen

stehen aber gut, dass es im Laufe

dieses Jahres zu einer Trendwende

kommt“, kommentierte Dr. Gertrud

R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba

Landesbank Hessen-Thüringen,

32 Stahlreport 1/2|19


ebenfalls Anfang Januar auf BME-

Anfrage die aktuellen EMI-Daten.

Wachstumsfördernd seien insbesondere

zwei Faktoren: zum einen

eine expansivere Fiskalpolitik in

Deutschland, Europa, aber auch

voraussichtlich in China, und zum

anderen der stark gefallene Ölpreis.

„Somit erwarten wir, dass das deutsche

Bruttoinlandsprodukt 2019 mit

rund 1,5 % weiterhin oberhalb der

Beschäftigungsschwelle wachsen

wird“, teilte die Helaba-Bankdirektorin

mit.

„Die Anspannung in der Industrie

nimmt zu“, bewertete DIHK-Konjunkturexpertin

Sophia Krietenbrink die

aktuellen EMI-Daten. Die handelspolitischen

Verwerfungen und die

Herausforderungen in der Automobilindustrie

seien 2018 deutlich zu spüren

gewesen. Im neuen Jahr schaffe

der Brexit zusätzliche Unsicherheit.

Die Sorgen um die schwächere Nachfrage

im In- und Ausland würden laut

DIHK-Konjunkturumfrage insgesamt

spürbar zunehmen. Angesichts dieser

Unwägbarkeiten gingen auch die

Investitionsabsichten der Industrieunternehmen

merklich zurück.

„Die globale Nachrichtenlage

beschert uns Stimmungsschwankungen

zwischen Erleichterung und

Sorgen“, sagte Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt

der DekaBank. Als Risikofaktoren,

die auch 2019 auf der

Tagesordnung blieben, nannte er

den Handelskonflikt zwischen USA

und China, die Situation in Italien,

den Brexit sowie auch die Proteste

in Frankreich.

„Die Anspannung in der

Industrie nimmt zu.“

Sophia Krietenbrink,

Konjunkturexpertin Deutsche Industrieund

Handelskammer

Niedriger Rohölpreis macht

Fracking unrentabel

Mit Blick auf die jüngste Entwicklung

des EMI-Teilindex „Einkaufspreise“

sagte Dr. Heinz-Jürgen Büchner,

Managing Director der IKB

Deutsche Industriebank AG: „Der

stärker als erwartet gesunkene Rohölpreis

hat schon auf große Teile

der Wertschöpfungskette in der

Kunststoffproduktion durchgeschlagen.

Hier sehen wir noch weiteres

Potenzial für Preissenkungen. Der

aktuelle Rohölpreis macht zudem

erste Frackingprojekte unrentabel.

Die beschlossenen Kürzungen der

OPEC-Fördermenge könnten allerdings

bald für eine Trendumkehr

sorgen.“

Die Entwicklung einiger

EMI-Teilindizes im Überblick

Industrieproduktion: Das Produktionsniveau

wuchs im Dezember

2018 so kräftig wie seit drei Monaten

nicht mehr. Nichtsdestotrotz war es

eine der schwächsten Zuwachsraten

seit Beginn der Wachstumsphase

vor mehr als fünfeinhalb Jahren. Das

Plus ging dabei fast ausschließlich

auf Zuwächse im Konsumgüterbereich

zurück, wo mehr Neuaufträge

die Produktion ankurbelten.

Auftragseingang insgesamt/

Export: Zum Jahresende 2018 fiel

das Minus beim Auftragseingang

erneut größer aus. Der dritte Rückgang

hintereinander beförderte den

Teilindex auf den tiefsten Stand seit

November 2014. Einige Umfrageteilnehmer

verwiesen auf die niedrigere

Nachfrage in der Automobilindustrie,

Über den EMI

Foto: DIHK Jens Schicke

während andere meinten, die generelle

Unsicherheit vieler Kunden

wirke sich negativ auf die Verkaufszahlen

aus. Die Hersteller von Vorleistungsgütern

registrierten die

deutlichsten Einbußen. Im Bereich

Investitionsgüter fiel das Minus ebenfalls

markant aus. Der saisonbereinigte

Teilindex Exportorder rutschte

weiter ab und notierte auf dem tiefsten

Stand seit Dezember 2012.

Jahresausblick: Der Teilindex blieb

auch im Dezember unter der

Schwelle von 50,0 Punkten, womit

er zum dritten Mal hintereinander

signalisierte, dass die Mehrheit der

befragten Manager eher pessimistisch

in die Zukunft blicke. Wie

schon in den Vormonaten sorgten

allen voran die strauchelnde Automobilindustrie,

die Ungewissheiten

in Verbindung mit dem Brexit sowie

die Handelskonflikte für Sorgenfalten

in den Chefetagen des Verarbeitenden

Gewerbes. 2

Der IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) gibt einen allgemeinen

Überblick über die konjunkturelle Lage in der deutschen Industrie.

Der Index erscheint seit 1996 unter Schirmherrschaft des Bundesverbandes

Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME). Er wird vom

Anbieter von Unternehmens-, Finanz- und Wirtschaftsinformationen IHS

Markit mit Hauptsitz in London erstellt und beruht auf der Befragung von

500 Einkaufsleitern/Geschäftsführern der verarbeitenden Industrie in

Deutschland (nach Branche, Größe, Region repräsentativ für die deutsche

Wirtschaft ausgewählt). Der EMI orientiert sich am Vorbild des US-Purchasing

Manager’s Index (Markit U.S.-PMI).

Stahlreport 1/2|19

33


Messen

und Märkte

Spezial: Konjunktur

BGA rechnet 2019 mit minimalem Umsatzwachstum

Großhandelsklima:

Indikator am Scheideweg

Der BGA-Großhandelsindikator ist zum Jahreswechsel 2018/19 trotz solider Lage spürbar um sieben

Punkte gesunken – auf knapp über 124 Punkte. Schätzen die Unternehmer die Lage mit 132 Punkten in

etwa auf Vorjahresniveau ein, sind die Erwartungen deutlich zurückgegangen. Dieser Teilindikator fiel

um rund 16 Punkte auf nur noch 117 Punkte.

Ursächlich hierfür sind dem

Bundesverband Großhandel, Außenhandel,

Dienstleistungen e.V. (BGA)

zufolge ausreichende Kapazitäten

bei rückläufigen Auftragseingängen.

Sowohl das wirtschaftliche als auch

das wirtschaftspolitische Umfeld

überzeugten die Unternehmen nicht,

zusätzliche Investitionen zu tätigen,

so der Verband. Unternehmen

monierten vor allem Geschäfts- und

Investitionshürden sowie das Fehlen

von Fachkräften und Auszubildenden

in Deutschland.

Der BGA rechnet vor diesem Hintergrund

im Großhandel für das Jahr

2018 mit einem realen Wachstum

von 0,6 % und einem nominalen

Wachstum von gut 3 %. Dies ergibt

einen neuen Umsatzrekord von fast

1.300 Mrd. € – wobei eben ein nicht

unerheblicher Teil des Zuwachses

auf steigenden Preisen infolge knapper

Ressourcen und erhöhter Energiekosten

basiert.

Die Preisentwicklung werde

nach BGA-Einschätzung auch 2019

anhalten, die Umsätze aber auf

Grund des verhaltenen Ausblicks

nur um 2,5 % steigen und der reale

Zuwachs sogar lediglich 0,1 % betragen.

Nominal ergibt dies ein Umsatzvolumen

in Höhe von 1.327 Mrd. €

im Jahr 2019.

Die nachlassende Dynamik schlage

sich auch auf die Gesamtwirtschaftsleistung

nieder. Hier erwartet der

BGA für 2019 einen Anstieg von real

1,3 % nach einem BIP-Wachstum von

1,6 % im Jahr 2018.

Politisches und staatliches

Handeln beschleunigen

„Es gilt politisches und staatliches

Handeln zu beschleunigen, um bei

dem Veränderungstempo des digitalen

Wandels mitzukommen und

nicht abgehängt zu werden“, so der

BGA-Präsident Dr. Holger Bingmann.

Hier müsse die Politik ansetzen:

Staat und Unternehmen besser aufstellen

und sie agiler machen,

„anstatt die Steuergelder mit der

Gießkanne großzügig zu verteilen“,

mahnte der BGA-Präsident weiter.

Auf der Prioritätenliste der Unter-

Dr. Holger Bingmann, BGA-Präsident

nehmen steht der Ausbau der digitalen

Infrastruktur ganz weit oben.

Mehr als jedes zweite Unternehmen

sehe hier den dringendsten politischen

Handlungsbedarf. Es folgt die

Modernisierung des Steuerrechts mit

dem klaren Wunsch nach Entlastungen

und vor allem Erleichterung für

alle. Zwei von drei Unternehmen

sähen nach der US-Steuerreform

bestehenden Handlungsbedarf auch

in Deutschland.

„Wir alle spüren: Derzeit werden

die Karten neu gemischt, politisch

wie technologisch. Und da haben

wir als viertgrößte Volkswirtschaft

der Welt mit unseren Fähigkeiten

und Möglichkeiten einen klaren

Wettbewerbsvorteil und eine sehr

gute Ausgangsbasis – eine viel bessere

als die meisten anderen“, so

Bingmann abschließend. 2

Foto: BGA

34 Stahlreport 1/2|19


Nachholbedarf bei Inlandsinvestitionen

Umformtechnik hält Rekordniveau

Die Umformtechnik hat sich im vergangenen

Jahr „wieder als Zugpferd positioniert“,

so Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer

des Branchenverbands VDW (Verein

Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) im

November in Frankfurt am Main. Während

die Zerspanung rückläufig ist, holt die

Umformung aufgrund von Großaufträgen im

Pressenbau auf, so der Verbandschef weiter.

Vor allem im Inland sei der Nachholbedarf

bei den Investitionen in Umformtechnik

noch nicht abgeschlossen. Die ausländischen

Bestellungen entwickeln sich innerhalb

der Eurozone und in den Nicht-Euro-

Ländern im Gleichschritt.

Die Kapazitäten waren bei den Herstellern

von Umformtechnik laut VDW im Oktober

dieses Jahres zu 93,1 % ausgelastet. Im Vergleich

zum Juli ist das ein Anstieg von rund

5 %. Eine ähnlich hohe Auslastung wurde

zuletzt im Juli 2012 gemessen. „Kapazitätsengpässe

sind die meist genannte Herausforderung

für die Unternehmen neben der

Schwierigkeit, geeignetes Personal zu finden“,

sagte Schäfer.

Die Umformtechnik steuert etwa rund 30 %

zur Gesamtproduktion der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie

bei. Im vergangenen

Jahr waren das rund 3 Mrd. €.

Im dritten Quartal 2018 war der Umsatz in

der Umformtechnik mit einem Zuwachs von

14 % ähnlich gut gelaufen wie in der Zerspanung.

Der VDW erwartet einen Produktionszuwachs

für 2018 um 8 % auf ein Volumen

von über 17 Mrd. €. Allerdings wies Schäfer

ausdrücklich darauf hin, dass Branchenkonjunktur

und Firmenentwicklungen wieder

stärker auseinanderlaufen.

Deutsche Hersteller von Umformtechnik

Q3 2018 Auftragseingang: +14 %

Bestellungen aus dem Inland: +12 %

Bestellungen aus dem Ausland +16 %

Q1-Q3 2018 gesamt: +12 %

Bestellungen aus dem Inland: +20 %

Bestellungen aus dem Ausland: +8 %

Bildquelle: VDW, Renishaw

3D-gedruckter Werkzeugeinsatz für den

Kunststoff-Spritzguss

Messen und Kongresse

Ankündigungen und Berichte

Messen und die sie oft begleitenden

Kongresse zeigen aktuelle Entwicklungen zu

Produkten und Dienstleistungen auf, sind

Spiegel der Märkte und Orte der beruflichen

Bildung. Das sind nur drei von vielen Gründen,

warum die Redaktion dieser Fachzeitschrift

solche Veranstaltungen als branchenrelevant

identifiziert, sie ankündigt und

über sie berichtet.

Für das erste Halbjahr 2019 betrifft das die

nachfolgend aufgeführten Events, wobei die

BAU (14.-19.1.19 in München) – zeitlich

nahe am Redaktionsschluss für dieses Heft

– den Auftakt darstellt. Deshalb gibt es

nebenstehend lediglich eine erste Bilanz,

der im Heft 3/19 eine ausführliche Berichterstattung

folgt:

z LEARNTEC 2019; Internationale Fachmesse

und Kongress (für digitale Bildung

in Schule, Hochschule und Beruf); 29.-

31.1.19; Karlsruhe

z Intec; Internationale Fachmesse für Werkzeugmaschinen,

Fertigungs- und Automatisierungstechnik;

5.-8.2.19; Leipzig

z Z; Internationale Zuliefermesse für Teile,

Komponenten, Module und Technologien;

5.-8.2.19; Leipzig

z LogiMAT 2019; Internationale Fachmesse

und Kongress für Intralogistik-Lösungen

und Prozessmanagement; 19.-21.2.19;

Stuttgart

z didacta; Bildungsmesse; 19.-23.2.19, Köln

z Internationale Handwerksmesse IHM

2019; 13.-17.3.19, München

z HANNOVER MESSE; Weltleitmesse der

Industrie; 1.-5.4.19; Hannover

z bauma 2019; Weltleitmesse für Baumaschinen;

8.-14.4.19; München

z Stainless 2019; International Stainless

Steel Fair; 15.-16.5.19; Brünn/Tschechische

Republik

z Moulding Expo 2019; Internationale Fachmesse

des Werkzeug-, Modell- und Formenbaus:

21.-24.7.19, Stuttgart

z The Bright Worl d of Metals (GIFA, METEC,

THERMPROCESS, NEWCAST); Technologiemessen;

25.-29.6.19, Düsseldorf

Stahlreport 1/2|19

35


Messen

und Märkte

Spezial: Safeguard-Maßnahmen

EU- Safeguards – Endgültige Schutzmaßnahmen in Sicht

Stahleinfuhren bleiben reglementiert

Die von der EU-Kommission im Juli des letzten Jahres beschlossene 200-tägige Periode vorläufiger

Schutzmaßnahmen für die Einfuhren von Stahlprodukten neigt sich dem Ende entgegen.

Zum 3. Februar 2019 läuft diese Regelung aus. Jörg Feger, Bereichsleiter BDS-Research, schaut

für den Stahlreport kurz zurück und richtet dann den Blick nach vorne.

Im Rahmen der vorläufigen

Maßnahmen fällt auf, dass für die Einfuhr

der meisten Flacherzeugnisse

noch bis zum letzten Tag ausreichende

Kontingente vorhanden waren, bei

Walzdraht, Betonstabstahl und Hohlprofilen

zum Beispiel aber schon zur

Weihnachtszeit keine oder kaum mehr

zollfreie Einfuhren möglich waren.

Hier haben sich also die von der EU-

Kommission gewährten Quoten für

den Bedarf des Marktes als zu gering

erwiesen.

Ende Dezember 2018 informierte

die EU-Kommission per Amtsblatt

darüber, dass im Falle eines Beschlusses

von endgültigen Maßnahmen im

Anschluss an die vorläufigen Maßnahmen

spätestens am 1. Februar 2019

eine entsprechende Durchführungsverordnung

veröffentlicht würde.

Anfang Januar veröffentlichte die Welthandelsorganisation

(WTO) eine Notifikation

der Europäischen Union, in

der diese die WTO über die mögliche

Ausgestaltung endgültiger Maßnahmen

informierte. Dieser Vorschlag

wurde am 16. Januar von den Mitgliedsstaaten

der EU angenommen.

Es gilt daher als höchstwahrscheinlich,

dass folgende Regelungen ab dem 4.

Februar 2019 in Kraft treten werden:

z Es wird Importkontingente bis Juli

2021 geben.

z Dieser Zeitraum könnte in drei

Betrachtungsperioden aufgeteilt werden

(Februar 2019 bis Juli 2019, Juli

2019 bis Juli 2020 und Juli 2020 bis

Juli 2021).

z Die betroffenen Produktgruppen orientieren

sich größtenteils an den Produktgruppen,

die den vorläufigen

Maßnahmen unterlagen. Es sind

jedoch folgende vier Produktgruppen

neu hinzugekommen: „Quartobleche

rostfrei“, Oberbau, „Andere nahtlose

Rohre“ und „Unlegierte Stabstähle

blank“. Die Produktgruppe Tragrohre

wurde gestrichen. Die Produktgruppen

„Nicht kornorientierte Elektrobleche“

und „Bleche mit metallischem

Überzug“ wurden weiter

aufgeteilt.

z Wie bei den vorläufigen Maßnahmen

würden die Kontingente pro Produktgruppe

gebildet werden. Diese Kontingente

könnten sich nach den

durchschnittlichen Importen im Zeitraum

2015 bis 2017 bemessen,

zuzüglich eines Aufschlags von 5 %.

Pro Betrachtungszeitraum würden

jeweils weitere 5 % zugeschlagen, so

dass die Quoten im Laufe der Zeit

zunehmen würden.

z Für „bedeutende“ Lieferländer werden

individuelle länderspezifische

Kontingente in Erwägung gezogen,

so dass die Gesamtmenge des jeweiligen

Kontingents für eine Produktgruppe

in länderspezifische Teilmengen

für „bedeutende Lieferländer“

und eine Restmenge für alle übrigen

Länder aufgeteilt würde. Eine Ausnahme

soll jedoch bei Warmbreitband

gemacht werden. Hier könnte

es keine länderspezifische Betrachtung

geben, so dass die Kontingente

für diese Kategorie für Einfuhren aus

allen Ländern gelten würden.

z Die länderspezifischen Kontingente

für „bedeutende“ Lieferländer würden

für die oben genannten Betrachtungsperioden

gelten. Die restlichen

Kontingente für die übrigen Länder

sollen dagegen quartalsweise eingeteilt

werden, wobei nicht genutzte

Mengen auch im darauffolgenden

Quartal in Anspruch genommen werden

könnten. Schließlich sollten

nicht ausgeschöpfte restliche Kontingente

auch für Einfuhren aus

„bedeutenden“ Lieferländern zur

Verfügung stehen, jedoch nur im

letzten Quartal.

z Nach Erreichen der Quote würde

25 % Schutzzoll erhoben.

Mit der Veröffentlichung der endgültigen

Entscheidung durch die EU-Kommission

im Amtsblatt ist in der letzten

Januarwoche bzw. spätestens am 1.

Februar zu rechnen. 2

36 Stahlreport 1/2|19


FVK und IBU: Stellungname zu den Safeguard-Maßnahmen

Stahlverarbeiter

beklagen Preiserhöhungen

Keine pauschalen Schutzmaßnahmen gegen Stahlimporte ohne

Berücksichtigung der Warenkategorien. Keine Länderquoten und

marktgerechter Zugang zu Stahlprodukten. Und keine Spekulationen

über Handelsströme als Kriterium für die Einführung von Importquoten:

Mit diesen Forderungen setzen der Industrieverband Blechumformung

e. V. (IBU) und die Fachvereinigung Kaltwalzwerke e. V.

(FVK) ihren Kampf gegen die von der EU-Kommission im Juli vorläufig

verhängten Safeguard-Maßnahmen fort. Sie sollen eine vermutete

Umlenkung von Stahlprodukten nach Europa – ausgelöst durch

US-Einfuhrzölle – verhindern.

Kurz vor Ablauf der im Sommer

gesetzten 200-Tage-Frist unterstrichen

der Industrieverband Blechumformung

und die Fachvereinigung

Kaltwalzwerke in einem Schreiben

an das Bundesministerium für Wirtschaft

und Energie: „Verlierer der

Importquoteneinführung wären die

stahlverarbeitenden Branchen und

ihre rund 4,2 Mio. Mitarbeiter. Gewinner

wäre die Stahlindustrie. Sie hat

schon jetzt in den für viele IBU-Mitglieder

relevanten Warenkategorien

gute Absätze. Das zeigen sowohl die

Wirtschaftsindikatoren der Welthandelsorganisation

(WTO) als auch die

Unternehmensergebnisse wichtiger

Flachstahlproduzenten.“

Wettbewerbsfähige Versorgung

überlebenswichtig

Den „Schutzbedürftigen“, denen die

Safeguards helfen sollen, geht es

also gut, meinen die Fachvereinigung

Kaltwalzwerke und der Industrieverband

Blechumformung. Die

Stahlverarbeiter, darunter viele Autozulieferer,

litten, so die Verbände:

„Unsere Mitgliedsunternehmen aus

der meist mittelständischen Zuliefererindustrie

haben einen Materialkostenanteil

von fast 60 %. Die ausreichende

Versorgung mit Stahl zu

international wettbewerbsfähigen

Preisen ist für sie überlebenswichtig.

Stahlimporte sichern die Produktion

in Deutschland“, betonte IBU-

Geschäftsführer Bernhard Jacobs.

Die Verbände machten klar,

nicht generell gegen Schutzmaßnahmen

zu sein. Sie halten diese aber

für die relevanten Warenkategorien

für überzogen: Es fehle die Differenzierung.

„Wir sehen hier keine aktuelle,

durch externe Ereignisse ausgelöste

‚Schocksituation’ für die

stahlproduzierende Industrie. Stahl

ist nicht gleich Stahl. Kein EU-Verwender

wird Warmbreitband statt

Großrohren einführen, um Kosten

zu sparen. Damit kann er gar nicht

arbeiten.“

Entwicklung der Handelsströme

offen

Als externe Auslöser für die Safeguards

gelten die 2017 eingeleiteten

und im März 2018 verhängten

US-Zölle auf Stahlimporte. Die EU-

Kommission beleuchte bei der

Schutzmaßnahmen-Entscheidung

allerdings schwerpunktmäßig den

Zeitraum von 2013 bis 2016. „Wenn

es um eine durch die US-Zölle ausgelöste

unvorhersehbare Entwicklung

geht, dann sollte die Kommission

auch das entsprechende

Zeitfenster berücksichtigen“, kritisiert

der IBU. In dieser Phase seien

die Importe nämlich weder signifikant

gestiegen noch gesunken – das

belegten Zahlen von Eurostat bis

September 2018.

Auch die von der EU offenbar

erwogenen länderspezifischen

Importkontingente lehnt der IBU ab.

Für den Verband wäre das eine drastische

Einschränkung der Versorgung

der Stahlverarbeiter und eine „weitgehende

Eliminierung des Importwettbewerbs,

der zu erheblichen

Preisanstiegen führen würde.“ 2

Statement zu

Safeguard-Maßnahmen

Stahlhersteller:

Kommissionsvorschlag

geht nicht weit genug

Am 22. Dezember 2018 hat

die Europäische Kommission ihre

Vorschläge für endgültige Safeguard-Maßnahmen

an die EU-Mitgliedsstaaten

übermittelt. Am 16.

Januar 2019 haben die Mitgliedsstaaten

über den Kommissionsvorschlag

entscheiden. Die Umwandlung

der vorläufigen

Safeguard-Maßnahmen in endgültige

Maßnahmen sei ein notwendiger

Schritt, sagte Hans Jürgen Kerkhoff,

Präsident der Wirtschaftsvereinigung

Stahl, im Januar.

Allerdings seien die Vorschläge der

Europäischen Kommission für eine

konkrete Ausgestaltung der Maßnahmen

ungeeignet, die Stahlindustrie

vor den massiven Handelsumlenkungen

effektiv zu schützen, so

der Verbandspräsident weiter. Kerkhoff

zufolge seien die Stahlimporte

in die EU bereits in 2018 als Folge

der US-Zölle um 10 % gestiegen. Er

kritisierte, dass die die Maßnahmen

nun sogar weiter verwässert würden,

indem unter anderem die Zollkontingente,

also die Menge an

Importen, die weiter zollfrei in die

EU importiert werden kann, schrittweise

erhöht werde.

Die Lockerung der Kontingente sei

„umso unverständlicher, da die

Umlenkungseffekte künftig auch

nach Ansicht der Kommission eher

noch zunehmen werden“. Der Kommissionsvorschlag,

so Kerkhoff,

müsse dringend nachgebessert werden.

„Andernfalls droht die Hauptlast

des US-Protektionismus auf die

Stahlindustrie in Europa abgewälzt

zu werden“, beklagte Hans Jürgen

Kerkhoff.

Stahlreport 1/2|19

37


Messen

und Märkte

Berichte/Nachricht

Der Gemeinschaftsstand

des Bauforums

Stahl auf der

Bau in München –

am zweiten Messetag

Foto: StudioLoske

Messe Bau in München

Material und mehr

Die Münchner Baumesse erschloss sich dem Besucher auch in diesem Jahr (14.-19.1.) anhand ihrer konsequenten

Gliederung nach Materialien (Stahl in Halle B2), durch die Integration einzelne Angebote

systematisierender Verbandsaktivitäten (z.B. des Bauforums Stahl beispielsweise) und – erstmals in

dieser Intensität – mit Hilfe einer Konkretisierung des allumfassenden Digitalisierungsthemas unter

dem Kürzel BIM. Produkte und Dienstleistungen ausstellender Firmen und Organisationen werden

schwerpunktmäßig im nächsten Heft vorgestellt, der Rahmen dafür wird nachfolgend beschrieben.

Dieser Rahmen setzt sich aus

wirtschaftlichen und technischen

Elementen zusammen:

z Die Baukonjunktur boomt nach wie

vor und immer wieder tauchen

zusätzliche Bauaufgaben auf. Das

führt inzwischen dazu, dass diese

Herausforderungen nicht mehr

allein durch Neubau erledigt werden

können, sondern zunehmend

im Bestand erledigt werden müssen.

z Um dies qualitativ hochwertig

gestalten zu können, setzt die Baubranche

zunehmend auf BIM. Diese

Methode der optimalen Planung,

Ausführung und Bewirtschaftung

von Bauwerken (Building Information

Modeling) ist durch den gegenwärtigen

Megatrend der Digitalisierung

erst realisierbar geworden.

Die wirtschaftlichen Entwicklungen

der Branche beobachtet u.a. der Bundesverband

Deutscher Baustoff-Fachhandel

e.V. (BDB) besonders intensiv.

Sein Hauptgeschäftsführer

berichtete in München davon, dass

der Umsatz von 15,3 Mrd. € in 2018

gegenüber dem Vorjahr ein Plus von

5 % ausgemacht habe. Die Bedeutung

der rund 900 Mitgliedsunternehmen

leite sich aber auch aus deren etwa

2.400 Niederlassungen ab, die auch

für Botschaften an die Märkte stehen.

Verband und Wissenschaft

Davon produziert der BDB regelmäßig

viele in Verbindung mit der Wissenschaft.

In diesem Zusammenhang

präsentierte das Pestel-Institut aus

Hannover in der bayerischen Landeshauptstadt

die Studien „Wohnen

65plus“ zu altersbezogenen Defiziten

auf dem Immobilienmarkt sowie die

„Wohn-Prognose 2025“ zu dem sich

abzeichnenden Bedarf.

Lösungen zu dessen Deckung

präsentierte in München ebenfalls

auf einer Pressekonferenz das Bauforum

Stahl. Für die verbandliche

Vertretung des Stahlbaus in Deutschland

kündigte der neue Geschäftsführer

im zweiköpfigen Führungsteam

des bauforumstahl e.V., Dr.

Rolf Heddrich, in Absprache mit seinem

Kollegen Gregor Machura an,

den Marktanteil des Stahlbaus bis

2025 gegenüber heute um 20 % steigern

zu wollen. Noch in diesem Jahr

will das Team die Mitgliederzahl von

350 auf 400 erhöhen.

Technische Werkzeuge auf diesem

Weg wurden auf dem Gemeinschaftstand

des Forums angesprochen.

Das Spektrum reichte von der

Umweltdeklaration für Baustähle,

dem Ingenieurpreis des Deutschen

Stahlbaus 2019 und einem umfassendes

Vortragsprogramm bis hin

zu der Ankündigung, die Nachwuchsförderung

zu intensivieren –

u.a. durch eine erste Berufsfachmesse

für den Stahlbau am 9.11.19

an einem noch festzulegenden Standort

in Nordrhein-Westfalen. 2

[ Info ]

Die BAU fand vom 11. bis 16.1.2021 wieder

in München statt, die digital Bau findet

vom 11.-13.2.20 in Köln statt.

38 Stahlreport 1/2|19


Das Logo der Learntec …

… und das Logo der Didacta.

Messen Intec und Z

Sonderschau verbindet

Das traditionelle Leipziger Messeduo zur Metallbearbeitung

(Intec) und für die Zulieferindustrie (Z) bietet in diesem Jahr

(5.-8.2.) nicht nur diese Verbindung, sondern zeigt beispielsweise

über die Sonderschau „Additiv + Hybrid“, wie sich die Welten

der Fertigungstechnologien derzeit einander annähern. Dies ist

nur eine von zahlreichen Thematiken, die auf der Messe in der

sächsischen Metropole die Präsentationen über Produkte und

Dienstleistungen von rund 1.300 Ausstellern ergänzen.

Zwei Events und ein Thema

Die Bildungsrealität auf

Learntec und Didacta

Bestimmt die Lerntechnik die

Didaktik, oder beeinflussen didaktische

Überlegungen die zu verwendende Technik?

Vor diese vermeintliche Alternative –

in Wirklichkeit geht es immer um die

Frage der optimalen Lernrealität – sieht

sich mancher Zeitgenosse angesichts der

beiden bevorstehenden Bildungsevents

gestellt: Vom 29.-31.1.19 findet in Karlsruhe

die Learntec statt, zwischen dem

19. und 23.2.19 bietet Köln die Didacta.

Auf der Intec erwartet die

Besucher ein umfangreiches Angebot

an Fertigungstechnik für die

Metallbearbeitung, Automatisierungstechnik

für vor- und nachgelagerte

Prozesse in der Produktion,

aber auch Technik und Ausrüstungen

für Werkstatt und Betrieb. Technologieführer

aus dem Werkzeugmaschinenbau,

renommierte

Anbieter von Präzisionswerkzeugen

und Spezialisten für Automatisierungslösungen

aus dem In- und Ausland

präsentieren ihr Leistungsspektrum.

In diesem Zusammenhang

zeigen die großen deutschen Maschinenbauzentren

Baden-Württemberg,

Sachsen, Nordrhein-Westfalen sowie

Bayern eine starke Präsenz.

Partnerveranstaltung

Als Partner zur Intec geht zeitgleich

die Zuliefermesse Z an den Start. Sie

bietet speziell Zulieferern der mittleren

Produktionsstufen eine Plattform

für ihre Positionierung am

Markt. Mit innovativen Ideen und

anspruchsvollen Produkten wollen

die Zulieferer eine auf die Bedürfnisse

der Industrie zugeschnittene

Ausstellung präsentieren. Es geht

um Teile und Komponenten aus

Metallen, Kunststoffen sowie neuartigen

Materialien.

Das Fachprogramm des Messeverbunds

will mit Foren, Workshops

und Sonderschauen vielfältige Informationen

zu den Zukunftstehemen

der beteiligten Branchen bieten.

So präsentiert die für Intec und Z

2019 neu konzipierte Sonderschau

mit integriertem Fachforum „Additiv

+ Hybrid – Neue Fertigungstechnologien

im Einsatz“ beispielsweise

Anwendungen sowie Trends für intelligente

Verfahrenskombinationen und

verdeutlicht, wie sich in der Kombination

klassischer Fertigungsverfahren

mit neuartigen Technologien die

Grenzen herkömmlicher Prozesse

überwinden lassen. Auf einer Sonderfläche

werden Exponate und

Anwendungsbeispiele vorgestellt. Das

Fachforum gibt an allen Messetagen

Einblick in den aktuellen Stand der

Technik und bietet Beispiele für

bereits in der Praxis eingesetzte

Lösungen, u.a. Möglichkeiten der

Funktionsintegration und Vorteile

durch Multimaterial-Fertigung. 2

Über 300 Aussteller aus 14 Nationen präsentieren

auf der LEARNTEC die neuesten

Anwendungen, Programme und Lösungen

für die digitale Bildung in Schule sowie für

die akademische und berufliche Bildung.

Mehr als 10.000 Entscheider werden in

Baden erwartet, wo für sie außer der

Messe auch wieder ein Kongress vorbereitet

worden ist.

Etwa 800 Unternehmen aus rund 40 Ländern

sind auf der didacta vertreten, die

sich eher traditionell nach vier Zielgruppen

gliedert: frühe Bildung, Schule/Hochschule

und berufliche sowie digitale Bildung.

Aktuelle und eher politische Fragen

aus diesen Bereichen werden auf dem

begleitenden Kongress aufgegriffen.

Im Mittelpunkt steht in beiden Fällen die

Lernrealität – entweder als klassische

Präsenzveranstaltung, in Form von Augumented

Reality, bei der es um eine computergestützt

erweiterte Bildung geht, als

Virtual Reality oder von vornherein in den

zahlreichen Mischformen einer Mixed

Reality. Ein solches Blended Learning

optimiert in vielen Fällen die Entscheidung

über die angesprochene Alternative

und verbindet die beiden Bildungsgipfel

am Rhein.

Stahlreport 1/2|19

39


Messen

und Märkte

Berichte

Eurotech liefert Hebegerät zum Handling von langen Stahlplatten

Ein Vakuum-Riese zum

Schwenken von Platten

Die Eurotech Vertriebs GmbH hat ein 14 m langes Hebegerät an einen Kunden in Frankreich geliefert.

Das große eT-Hover Hebegerät des Vakuumspezialisten ist in der Lage, Platten mit einer Gesamtlänge

von 16 bis 18 m zu heben und um 90° zu schwenken.

Genau 14 m misst das eT-

Hover, das an den französischen

Anlagenspezialisten Ziemex geliefert

wurde. Ziemex konstruiert, fertigt

und installiert hochwertige Behälter

und Anlagen aus Stahl, Edelstahl

und Aluminium für verschiedenste

Industriebereiche. Bei der Produktion

müssen unter anderem sehr

große Metallplatten gehandhabt werden.

Hier vertraute das Unternehmen

dem Erfahrungsschatz der euro-

TECH Vertriebs GmbH.

Um Platten mit einer maximalen

Länge von 18 m zu heben, beträgt

die Gesamtlänge des Gerätes 14 m.

Damit das eT-Hover auch für weniger

lange Platten einsetzbar ist, lassen

sich die teleskopierbaren Traversen

auf eine Gesamtlänge von 10 m verkürzen.

Mit Hilfe seiner 52 Saugplatten

trägt das Gerät bis zu 2 t

Last. Der hydraulische Schwenkantrieb

schwenkt die zu hebenden Platten

um 90°. Somit können die Platten

sowohl vertikal als auch horizontal

transportiert werden. Ebenso

lassen sich Platten aus Glas, Kunststoff

oder Holz mit dem Gerät handhaben.

Auch für Baustellen-Einsatz

geeignet

Die Bedienung des eT-Hover Hebegeräts

erfolgt durch eine Kabelfernbedienung

mit 10 m Kabellänge. In

dieser sind alle wichtigen Funktionen

wie Saugen, Belüften und Schwenken

integriert. Zum schnellen Lösen der

Last ist eine Abblaseinrichtung eingebaut.

Das eT-Hover verfügt über

zwei getrennte und überwachte Saugkreise

und kann somit auch auf Baustellen

zum Einsatz kommen.

Die Sauger lassen sich auf der Quertraverse

verschieben und sind einzeln

über einen Kugelhahn absperrbar. Die

Quertraversen sind ebenfalls verstellbar.

An den Quertraversen sind die

Sauger mit Kreuzklemmstücken montiert

und gefedert aufgehängt. Das

Hebegerät verfügt wie alle Hebegeräte

von Eurotech über mehrere Sicherheits-

und Warneinrichtungen nach

DIN EN 13155 zur Verhinderung von

Fehlbedienung und Gefahren.

Eurotech bietet Handling- und

Transportlösungen im Bereich der

Vakuumtechnik. Das Unternehmen

entwickelt kundenspezifische Vakuumsysteme

und -komponenten für

automatisierte Handhabungsaufgaben.

Mit dem Eurotech-Baukastensystem

ist eine flexible Anpassung

der Komponenten an die jeweiligen

Kundenwünsche sowie ein schnelles

kostengünstiges Austauschen von

Ersatzteilen möglich, wirbt der Hersteller.

2

Elegant schwenkt der eT-Hover von Eurotech eine große Platte um 45°

Bildquelle: Eurotech

40 Stahlreport 1/2|19


Bildquelle: STM Stein-Moser

Ökologisch attraktiv: beim Wasserstrahlschneiden entstehen während des

Betriebs weder Gase noch Staube.

Wie Produktionsdaten in einem Netzwerk ausgetauscht und

genutzt werden können, steht bei STM im Fokus.

STM – Einstieg in eine vollautomatisierte Produktion

Industrie 4.0-integriertes

Wasserstrahl-Schneiden

Der österreichische Wasserstrahl-Spezialist Stein-Moser GmbH (STM) hat im vergangenen Jahr auf der

EuroBLECH eine Kombination aus Machine-to-Machine (M2M)-fähigen Hochleistungssystemen und

ganzheitlicher Applikationsberatung präsentiert. Damit will das Unternehmen kleinen und mittleren

Betrieben den Einstieg in „IIoT“-basierte Prozesse vereinfachen (IIot = Industrial Internet of Things).

STM-Anlagen ermöglichten

den Datenaustausch über alle aktuell

möglichen Schnittstellen – von

der Arbeitsvorbereitung, CRM- und

Prozessleitsystemen bis hin zu

genormten Schnittstellen wie ProfiNET,

ProfiBUS, UDP-Protokoll oder

OPC-Server (siehe Infokasten).

Mit STM-Wasserstrahl-Schneidanlagen

seien Materialien aller Art

ohne Umrüstaufwand vollautomatisch

und energieeffizient zu schneiden

– ob als Sonderanfertigung oder

in Serie. Zusätzlich haben die Ingenieure

von STM profundes Knowhow

entwickelt, wie Produktionsdaten

in einem mehr oder wenigen

offenen Netzwerk ausgetauscht und

genutzt werden können, so das

Unternehmen.

Vorteile des

Wasserstrahl-Schneidens

Vorteile der Wasserstrahl-Schneidtechnologie

seien eine hohe Präzision,

geringe Schnittbreiten und

hohe Schnittkantenqualität. In einem

Arbeitsgang seien beliebig komplexe

und filigrane Schnittfolgen möglich

– und zwar ohne Aufhärtungen,

Materialspannungen und thermische

Veränderungen. Zudem wiesen

die Schneidanlagen eine hohe Verschleißfestigkeit

auf.

In punkto Wirtschaftlichkeit

überzeuge die Wasserstrahltechnologie

vor allem durch den hohen

Automatisierungsgrad, minimale

Werkzeugkosten sowie geringen

Materialverlust. Die sonst übliche

Nachbearbeitung durch thermische

Verformung oder Grate falle vollständig

weg, betont STM. Der Wartungsbedarf

sei ebenfalls gering,

Info

ProfiBUS

ProfiNET

UDP-Protokoll

OPC-Server

Probleme könnten meist per Fernwartung

schnell und kostengünstig

gelöst werden.

STM ist ein etablierter Anbieter

von Wasserstrahl-Schneidsystemen

mit Sitz in Eben, Österreich, und

Schweinfurt, Deutschland. Seit

über 20 Jahren entwickelt das

Unternehmen Produktionslösungen

vor allem für die Stahl-, Aluminium-,

Metall-, Kunststoff-, Steinund

Glasindustrie, die sich vor

allem durch Effizienz, Bedienungskomfort

und Verschleißfestigkeit

auszeichneten. 2

Process Field Bus, ein Kommunikationsstandard in der

Automatisierungstechnik

Process Field Network, ein offener Industriestandard

für die Kommunikation in der Automatisierung

User Datagram Protocol, ein Netzwerkprotokoll zum

Austausch von Daten in Rechnernetzwerken

Open Platform Communications Server, Software-

Schnittstelle für den Datenaustausch aus verschiedenen

Quellen in der Automatisierungstechnik

Stahlreport 1/2|19

41


Messen

und Märkte

Nachrichten

Bildquelle: H.P. Kaysser

Verschiedene Muster von individuellen Blechteilen

Laserteile4you – vom Prototyp bis zur Serie online bestellen

Individuelle Laserteile übers Internet

Das Online-Portal Laserteile4you hat auf der internationalen

Technologiemesse EuroBLECH im vergangenen Jahr seine Neuheiten

und technischen Weiterentwicklungen präsentiert: die Stanz- und

Stanz-Lasertechnologie sowie den 2D-Grafik-Editor.

Der 2D-Grafik-Editor erlaubt die Überarbeitung von DXF- und STEP-

Daten während der Online-Anfrage. So können hochgeladene Zeichnungen

von Laserteilen geprüft und bei Bedarf geändert werden,

zugleich können auch geplante Bearbeitungen und Umformungen

zugeordnet, ergänzt oder korrigiert werden.

Hinter Laserteile4you, einer Dienstleistung der Stuttgarter H.P. Kaysser

GmbH + Co. KG Systemlösungen in Metall, steckt ein Technologie-Konzept,

das seit 2010 Software, Hardware und Dienstleistungen

intelligent miteinander verknüpft. Individuelle Aufträge über Laserzuschnitte,

Blechbiegeteile und Stanz-Laserbearbeitungen können auf

dem Portal jederzeit durch den Kunden vollautomatisch kalkuliert

und direkt online beauftragt werden, wirbt das Unternehmen. Bestellungen

sind im Fein- oder Dickblechbereich sowie auch vom Prototyp

bis zur Serie möglich – einfaches Handling und anwenderfreundliche

Benutzerführung inklusive. Der gesamte Bestellvorgang werde von

der Angebotserstellung über die Auftragsannahme und Fertigung bis

zur Auslieferung prozesssicher und zuverlässig abgewickelt, so das

Unternehmen weiter.

Kunden profitierten von mehr als 35 Jahren Erfahrung in der Laserbearbeitung

und einer großen Auswahl bei den Materialien Stahlblech,

Edelstahl, Aluminium und Buntmetall. Das Portal werde kontinuierlich

erweitert und mit vielseitigen Fertigungsoptionen ausgebaut. Als

familiengeführter Mittelständler produziert das Dienstleistungsunternehmen

mit über 400 engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

in Nellmersbach bei Stuttgart.

Informationen aus erster Hand

Intralogistik zu Gast in Stuttgart

Unter dem Motto „Intralogistik aus

erster Hand: Intelligent – Effizient – Innovativ“

präsentiert sich die LogiMAT 2019 (19.-

21.2.19) mit über 1.600 internationalen

Ausstellern in zehn Hallen des Stuttgarter

Messegeländes auf 120.000 m 2 Ausstellungsfläche.

Sie gilt als führende Fachmesse

für Intralogistik-Lösungen sowie Prozessmanagement

und will über bewährte Konzepte,

richtungsweisende Trends sowie Innovationen

informieren – wie drei von vielen Beispielen

zeigen.

Auf das Fachpublikum, so verspricht es der

Veranstalter, wartet in einem spannenden

Mix aus mittelständischen Unternehmen

und Global Playern mit zahlreichen Weltpremieren

ein kompletter Überblick über die

aktuellen Produkte und Innovationen der

Intralogistik-Branche. Im Mittelpunkt stehen

die wesentlichen Treiber und Herausforderungen

der Intralogistik: Industrie 4.0,

Künstliche Intelligenz und die durchgängige

Digitalisierung der Prozesse entlang der

Supply Chain. Darüber hinaus geht es um

die Vernetzung von Intralogistik, Produktion

und Handel.

Unter der Ansage „Messe mit Mehrwert“

sollen die Besucher außer von den Präsentationen

auch von einem umfangreichen

Rahmenprogramm profitieren. Ein Beispiel:

An den 31 Vortragsreihen beteiligen sich

auf den Foren direkt in den Hallen mehr als

100 Referenten aus Wirtschaft und Wissenschaft.

Bereits zum sechsten Mal findet im Rahmen

der Stuttgarter Intralogistikmesse die Trade-

World statt. Der Kongress will innovative

Lösungen zur Entwicklung und operativen

Umsetzung digitaler Handelsprozesse aufzeigen.

In Sachen Produkt- und Servicepräsentationen

haben zahlreiche Aussteller im Vorfeld

des Events ihre Präsentationspläne veröffentlicht

und dem erwarteten Publikum so

einen Ausblick auf den Besuchsnutzen

gegeben:

z Die AIT Goehner GmbH präsentiert ein in

Zusammenarbeit mit der Wanzl Metallwarenfabrik

GmbH entwickeltes automatisiertes

Kassensystem ohne Personaleinsatz für den

Betrieb eines 24 h-Shops.

z Linde Material Handling empfiehlt sich als

Intralogistiker mit umfassendem Projektgeschäft,

dessen Leistungsspektrum von der

Planung bis zur Realisierung von Komplettlösungen

mit Lager- und Transportsystemen

reicht, diese mit einer Lagerverwaltungs-

Software verknüpft und dabei alle Abstufungen

der Automatisierung umfasst.

z Den aktuellen Status von Warenlieferungen

soll eine erstmals präsentierte App der SPE-

DION GmbH transparent machen. Die digitalisierte

Übertragung von Echtzeit-Statusmeldungen

via Telematik soll die Effizienz

der logistischen Abläufe erhöhen.

42 Stahlreport 1/2|19


Reed Exhibitions übernimmt Mack Brooks Exhibitions

Messe EuroBLECH in neuen Händen

Messeveranstalter Reed Exhibitions,

Teil der RELX Group, hat im Januar den

Abschluss eines Vertrages zum Kauf von

Mack Brooks Exhibitions bekannt gegeben.

Damit erweitert das britsche Unternehmen

sein globales Portfolio um „herausragende,

branchenführende Marken“.

Mack Brooks Exhibitions (St. Albans, Großbritannien)

wurde 1965 gegründet und organisiert

mehr als 30 B2B-Veranstaltungen für

neun Branchen in 14 Ländern, darunter in

Deutschland und Großbritannien. Zu den

wichtigsten Veranstaltungen gehören die

EuroBLECH (Blechbearbeitung), inter airport

(Flughafenausrüstung und -technologie),

Fastener Fair (Verbindungs- und Befestigungstechnik),

Chemspec (Fein- und Spezialchemie),

RAILTEX (Schienenverkehrsausrüstung),

ICE Europe (Papier-, Folien- und

Folienverarbeitung), CCE (Herstellung und

Verarbeitung von Wellpappe und Faltschachteln),

PSE Europe (Polyurethanverarbeitung)

und InPrint (Drucktechnologie in der industriellen

Fertigung). Auch außerhalb Deutschlands

und Großbritanniens hat der Messeveranstalter

viele dieser Marken erfolgreich

positioniert.

„Ich freue mich für unsere Kunden und Mitarbeiter

und sehe eine äußerst positive

Zukunft für Mack Brooks als Teil von Reed

Exhibitions. Unsere Veranstaltungen und

Kunden werden enorm von der globalen

Reichweite von Reed Exhibitions und von

Investitionen in neue Technologien profitieren,

um neue Geschäftsmöglichkeiten zu

generieren. Ich bin stolz auf das Unternehmen,

das wir aufgebaut haben, und freue

mich, es in so erfahrenen Händen für das

nächste Kapitel seiner Entwicklung zu

sehen“, sagte Stephen Brooks, Vorsitzender

von Mack Brooks.

„Mack Brooks passt hervorragend zum

bestehenden Portfolio von Reed Exhibitions.

Die Kombination beider Unternehmen wird

für alle Beteiligten, einschließlich Kunden

und Mitarbeiter, einen großen Mehrwert

schaffen“, so Chet Burchett, CEO von Reed

Foto: Reed Exhibitions

Die EuroBLECH steht nun unter der Regie von

Reed Exhibitions. Kunden sollen unter anderem

von neuen digitalen Tools vom der Transaktion

profitieren.

Exhibitions. Reed Exhibitions ist einer der

weltweit führenden Veranstalter von Messen

mit über 500 Veranstaltungen in 30 Ländern.

Das Unternehmen ist eine Tochter des

britischen Medienkonzerns RELX Group,

einer globalen Anbieterin von Informationen

und Analysen für Fach- und Geschäftskunden

aus allen Branchen. Sie beschäftigt rund

30.000 Mitarbeiter, von denen rund die

Hälfte in Nordamerika tätig ist.

Stuttgarter Sägetagung 2018

Sägen ist Teil einer hochautomatisierten Wertschöpfungskette

Die Stuttgarter Säge-Tagung 2018

hat im vergangenen Dezember die Potenziale

der Sägetechnologie sowie neue technische

Lösungen und Forschungsan sätze

für Anwender, Werkzeug- und Maschinenhersteller

vorgestellt und diskutiert. Auf

dem Fachtag des Fraunhofer-Instituts für

Produktionstechnik und Automatisierung

(IPA) sowie des Instituts für Werkzeugmaschinen

(IfW) der Universität Stuttgart ging

es dabei konkret unter anderem um das

„automatische Richten von Sägewerkzeugen“

(SM Motion Control GmbH), den

„idealen Materialfluss für eine optimale

Maschinenauslastung“ (Remmert GmbH)

und „Lösungen für den Aluminiumschnitt“

(Schelling Anlagenbau GmbH, Österreich).

Mit der Veranstaltung nehmen das Fraunhofer

IPA und das IfW der Universität Stuttgart

den Trend der Anwender auf, die

Werkstückhandhabung vermehrt in den

Fokus zu rücken. Ziel ist es, den Aufwand

dabei zu verringern und nachfolgende Fertigungsschritte

zu reduzieren. Ein Ansatz

Den Aufwand bei der Werkstückhandhabung verringern und nachfolgende Fertigungsschritte

reduzieren – dazu gab die Stuttgarter Sägetagung 2018 Einblick in eine große Bandbreite

verschiedener Ansätze und Lösungen.

dazu ist, den Sägeprozess quali tativ hochwertiger

zu gestalten und Folgeprozesse zu

integrieren, bei gleichzeitiger hoher Stückleistung

und geringen Werkzeugkosten.

Damit gewinne der Sägeprozess als Teil

einer hochautomatisierten Wertschöpfungskette

an Bedeutung. Welche konkreten

Projekte und Lösungen es dazu auf

dem Markt derzeit gibt und welche wissenschaftlichen

Ansätze verfolgt werden, hat

die Sägetagung in einer großen Bandbreite

an Beiträgen gezeigt. Vorgestellt wurden

dabei auch die Ergebnisse der Studie „Digitalisierung

im Branchenfokus Stahl- und

Metallhandel“ des Fraunhofer IPA (siehe

dazu S. 18/19).

Bild: Fraunhofer IPA

Stahlreport 1/2|19

43


BDS

Research

Neueste Zahlen aus dem Bereich Research

Keine Herbststürme zum Jahresende

Nachdem im September erstmals im vergangenen Jahr die Nachfrage der Verbraucher spürbar nachgelassen

hatte, konnte der Oktober diese kurze Schwächephase wieder kompensieren. Auch der November

2018 lief ordentlich, wenn auch recht unspektakulär. Die weltweiten Konjunkturerwartungen haben

sich in den vergangenen Wochen etwas eingetrübt. Handelskriege und der bevorstehende Brexit führen

zu zunehmenden Unsicherheiten. Die meisten stahlverarbeitenden Branchen in Europa sind jedoch

weiterhin gut oder sehr gut beschäftigt und erwarten auch für 2019 weiteres Wachstum.

Foto: privat

Jörg Feger, Bereichsleiter

Research im

Bundesverband

Deutscher Stahlhandel

(BDS), berichtet

zusammenfassend

angesichts der ihm

bis einschließlich

November 2018

vorliegenden Zahlen.

[ Info ]

Fragen zu den

genannten statistischen

Größen beantwortet

im Bundesverband

Deutscher

Stahlhandel (BDS)

Jörg Feger, Bereichsleiter

Research:

Feger-BDS@stahlhandel.com

Lagerabsatz

Das Jahr 2018 war gut gestartet. Im

Januar konnten knapp 997.000 t Walzstahlfertigerzeugnisse

abgesetzt werden.

Dies ist der beste Januarwert seit

sechs Jahren. Im Februar wurde ein

Lagerabsatz von 931.000 t verzeichnet.

Die Tonnage im März war mit

986.000 t im Vergleich zum starken

Vorjahresmonat rückläufig. Hier spielten

aber auch die wenigen Arbeitstage

und die Osterferien eine nicht zu verachtende

Rolle. Der entsprechende

Ausgleicheffekt konnte im April mit

einem Lagerabsatz von 954.000 t festgestellt

werden. Der Mai war zwar mit

einem Absatz von 948.000 t im Vergleich

zum Vorjahresmonat rückläufig,

auf die wenigen Arbeitstage heruntergerechnet,

ist die erzielte Tonnage

aber sehr ordentlich.

Außerordentlich gut liefen dann die

Geschäfte in den Monaten Juni und Juli.

In beiden Monaten wurden knapp über

1 Mio. t Walzstahlfertigerzeugnisse

abgesetzt. Der August lag dann zwar

leicht unter Vorjahresniveau, wies aber

mit etwas über 950.000 t Lagerabsatz

ebenfalls einen ordentlichen Wert aus.

Im September war der Lagerabsatz recht

verhalten. Es wurden an 20 Werktagen

nur knapp 902.000 t Walzstahlfertigerzeugnisse

ausgeliefert.

Der Oktober zeigte dann eine spürbare

Gegenbewegung. Mit einem

Lagerabsatz von 1,01 Mio. t konnte

der bisherige Bestwert des Jahres aus

dem Juni noch einmal leicht gesteigert

werden. Im November wies der Lagerabsatz

958.000 t aus. Insgesamt wurde

in den ersten elf Monaten des Jahres

2018 bei Walzstahlfertigerzeugnissen

2,1 % mehr Tonnage im Vergleich zum

Vorjahreszeitraum abgesetzt. Bei Rohren

wurden sogar deutlichere

Zuwächse verzeichnet.

Lagerbestand

Ende 2017 wurden von der deutschen

Stahldistribution 2,12 Mio. t Walzstahlfertigerzeugnisse

bevorratet.

Dies ist der niedrigste Bestand seit

Dezember 2015. Zum Jahresstart

2018 setzte der übliche Lageraufbau

ein. Dieser gestaltete sich bis März

recht dynamisch. Im April setzte ein

Bestandsabbau ein. Im Mai und Juni

wurde das Niveau nahezu fortgeschrieben.

Im Juli wurde dann sehr

deutlich um fast 130.000 t aufgestockt.

Ende Juli wurden 2,56 Mio. t

Bestand gemeldet.

Im August wurden die Bestände

auf 2,51 Mio. t reduziert. Im September

legte der Bestand, vor allem getrieben

durch oberflächenveredelte Flacherzeugnisse,

leicht auf 2,53 Mio. t zu.

Der Oktober war von einem leichten

Bestandsrückgang bei fast allen Produkten

auf 2,51 Mio. t geprägt. Das

Jahresende im Blick wurden im

November die Bestände deutlich auf

2,31 Mio. t heruntergefahren. Dabei

lag der branchenweite Lagerbestand

im Vergleich zum Vorjahresmonat

um knapp 7 % höher.

Lagerreichweite

Bei ordentlichen Absätzen und nun

auch wieder recht schlanken Beständen

lag die durchschnittliche Lagerreichweite

im November bei 2,4 Monaten

bzw. 72 Tagen (vgl. Abbildung 1).

Lagerverkaufspreise

Den Angaben des BDS-Marktinformationsverfahrens

für durchschnittliche

Verkaufspreise im kleinlosigen

Bereich zufolge setzte sich der teilweise

recht starke Preisanstieg, der

im Jahr 2016 angefangen hatte, im

Jahr 2017 fort. Auch in den ersten beiden

Monaten des Jahres 2018 konnten

bei fast allen Produkten Preissteigerungen

festgestellt werden.

Zwischen März und Mai gestaltete

sich das Bild differenzierter. Große Veränderungen

wurden dabei jedoch nicht

festgestellt. In den Monaten Juni bis

September waren die Preise bei fast

allen Produkten wieder im Aufwärtstrend.

Der Oktober und der November

zeigten sich uneinheitlich. Mitunter

wurden auch sinkende Preise beobachtet.

Das Niveau lag dabei Ende November

2018 bei fast allen Produkten ein

gutes Stück über dem des Vorjahresmonats

(vgl. Abbildungen 2 und 3). 2

44 Stahlreport 1/2|19


Quelle Bild 2 u. 3: BDS Quelle: Statistisches Bundesamt/BDS

lagerAbsatz und Lagerreichweite der Stahldistribution Abb. 1

140

120

100

80

60

40

20

0

Preisentwicklung bei Langprodukten Abb. 2

160

150

140

130

120

110

100

90

Index (Januar 2010 = 100)

Formstahl Breitflanschträger Stabstahl Betonstahl in Stäben Betonstahlmatten

Preisentwicklung bei Flachprodukten und Rohren Abb. 3

Index (Januar 2010 = 100)

150

140

130

120

110

100

90

80

n Absatzindex (2007 = 100)

n Lagerreichweite in Tagen

200

180

160

100 100

92

97 97

90 93

99

101

96 95 100

101

96

96

140

89

90

120

100

80

62

60

84 78 78 75 75 66 102 72 78 78 75 75 72 78 78 84 75 72

40

20

0

Ø

2014

Ø

2015

Ø

2016

Ø

2017

Ø

2018

Nov.

2017

Dez.

2017

Jan.

2018

Feb.

2018

Mär.

2018

Apr.

2018

Mai

2018

Juni

2018

Juli

2018

Aug.

2018

Sep.

2018

Okt.

2018

Nov.

2018

1. Q. 2010

2. Q. 2010

3. Q. 2010

4. Q. 2010

1. Q. 2011

2. Q. 2011

3. Q. 2011

4. Q. 2011

1. Q. 2012

2. Q. 2012

3. Q. 2012

4. Q. 2012

1. Q. 2013

2. Q. 2013

3. Q. 2013

4. Q. 2013

1. Q. 2014

2. Q. 2014

3. Q. 2014

4. Q. 2014

1. Q. 2015

2. Q. 2015

3. Q. 2015

4. Q. 2015

1. Q. 2016

2. Q. 2016

3. Q. 2016

4. Q. 2016

1. Q. 2017

2. Q. 2017

3. Q. 2017

4. Q. 2017

1. Q. 2018

2. Q. 2018

3. Q. 2018

4. Q. 2018

1. Q. 2010

2. Q. 2010

3. Q. 2010

4. Q. 2010

1. Q. 2011

2. Q. 2011

3. Q. 2011

4. Q. 2011

1. Q. 2012

2. Q. 2012

3. Q. 2012

4. Q. 2012

1. Q. 2013

2. Q. 2013

3. Q. 2013

4. Q. 2013

1. Q. 2014

2. Q. 2014

3. Q. 2014

4. Q. 2014

1. Q. 2015

2. Q. 2015

3. Q. 2015

4. Q. 2015

1. Q. 2016

2. Q. 2016

3. Q. 2016

4. Q. 2016

1. Q. 2017

2. Q. 2017

3. Q. 2017

4. Q. 2017

1. Q. 2018

2. Q. 2018

3. Q. 2018

4. Q. 2018

Quartoblech Bandblech Kaltgewalztes Blech OV Blech Quad. & RE-Rohr Nahtloses Rohr

Absatz und Lagerreichweite

der

Stahldistribution

Preisentwicklung

bei Langprodukten

Preisentwicklung bei

Flachprodukten und

Rohren

Stahlreport 1/2|19

45


BDS

Berufsbildung

Ein passendes Muster für die

Dimensionen der Berufsbildung

des Stahlhandels: Der Zauberwürfel

ist fast so alt wie der BDS.

Quelle: BDS

Wie Berufsbildung im Stahlhandel funktioniert

Der Zauberwürfel

Als vor 50 Jahren der BDS gegründet wurde, kam kurz darauf ein Geschicklichkeitsspiel in Mode, das

bis heute ein Bild dafür liefert, wie Berufsbildung im Stahlhandel funktioniert: Die einzelnen Elemente

des sogenannten Zauberwürfels muss man in drei Dimensionen so gegeneinander verschieben, dass

die gewünschte Farbe ganzflächig zu sehen bzw. – im übertragenen Sinn – das passende Lernangebot

erkennbar ist.

Die Dimensionen der Berufsbildung im Bundesverband

Deutscher Stahlhandel (BDS) haben sich im

Laufe der fünf Jahrzehnte kontinuierlich weiterentwickelt:

Das gilt für die

z Formen, nämlich Veranstaltungen und Veröffentlichungen,

ebenso wie für die

z einzuführenden Inhalte in den Bereichen der Technik,

Wirtschaft und der Methoden sowie für die

z Zielgruppen, denen jeweils unterschiedliche Lernniveaus

zugeordnet werden.

Für alle drei angesprochene Dimensionen lassen sich

zudem branchenspezifisch jeweils dominierende Trends

definieren:

z Gemischte Formen aus Veröffentlichungen und Veranstaltungen,

die sich als Blended Learning vor allem

im Fernunterricht konkretisiert haben.

z Der lange geführte Streit über die Dominanz von Tech-

nik oder Wirtschaft in den Berufsbildern der Stahldistribution

ist durch die sukzessive Ergänzung methodischer

Inhalte entschärft worden.

z Und die Zielgruppen bestimmen sich seit mehr als

zehn Jahren anhand der handlungsorientierten Festlegungen

des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR).

Auch in diesem Heft des Stahlreport wird nebenstehend

über aktuelle Entwicklungen und zukunftsorientierte

Angebote in der BDS-Berufsbildung berichtet; beispielsweise

von den Seminaren zur Stahlkunde bis zum Fernstudium,

von offenen Lernmaterialien bis zur überbetrieblichen

Ausbildungsbegleitung.

Sie alle lassen sich – wie von Zauberhand – in das

beschriebene Konzept einordnen, dessen historische

Entwicklung in fünf Jahrzehnten BDS an dieser Stelle

in den nächsten Monaten wiederholt aufgegriffen werden

wird. 2

46 Stahlreport 1/2|19


Mitglieder des FDL-Arbeitskreises Pädagogik

bei dem Treffen in Saarbrücken

Foto: FDL

Open Educational Resources

Treffen des FDL-Arbeitskreises Pädagogik

Der BDS hat sein Fernstudium für die

beiden laufenden Jahrgänge zum 1.1.19 auf

die Bildungsplattform OpenOLAT umgestellt.

Dass dies eigentlich mehr als nur

eine technische Änderung ist, wurde am

17.1.19 in Saarbrücken deutlich. Dort

beschäftigte sich der Arbeitskreis Pädagogik

im FDL unter Beteiligung des verbandlichen

Stahlhandels mit Open Educational

Resources – also auch mit dem Prinzip der

Offenheit in der Bildung.

Mit der Jahrtausendwende ist weltweit eine

Bewegung mit dem Ziel entstanden, im

Internet Bildungsmaterialien offen zugänglich

zu machen. Das gilt für Bilder und Grafiken

ebenso wie für Videos, Musik und für

textliche Inhalte. Solche Quellen könnten

künftig sowohl Studenten als auch Autoren,

Referenten und Prüfer im BDS-Fernstudium

nutzen, sofern sie die Linzenzregeln beachten

und das Prinzip beherzigen, dass Nehmende

auch geben können müssen.

Über diese Zusammenhänge und deren

Bedeutung für die künftige Entwicklung von

Lernmaterialien und Prüfungsleistungen referierte

in Saarbrücken Dr. Markus Lermen (TU

Kaiserslautern), Präsidiumsmitglied im Forum

DistancE Learning (FDL). Dem Fernlernverband

gehört als Mitglied auch der Bundesverband

Deutscher Stahlhandel (BDS). Sein

Bereichsleiter Berufsbildung, Dr. Ludger Wolfgart,

ist Sprecher der Fachgruppe der Anbieter

von Fernunterricht im FDL.

So ist die Entscheidung des BDS für eine

technisch komfortablere Lösung mit

OpenOLAT, die übrigens auch bessere virtuelle

Seminare ermöglicht, mit der Chance

verbunden, über Open Educational Resources

(OER) zusätzliche inhaltliche und didaktische

Potenziale zu erschließen. Deshalb

werden die Ausführungen von Dr. Markus

Lermen und weitere Aussagen zum Thema

ggf. Eingang in ein entsprechendes Studienmodul

finden sowie auch zum Gegenstand

interner Weiterbildungen werden müssen.

Drei Angebote

Flyer zu Stahlkunde-Seminaren

Die Technik der Stahlherstellung und damit das Einstellen der Eigenschaften, die mit dem Material

verkauft werden, war und ist für Werkstoffhändler entscheidendes Thema. Deshalb hat der BDS sein

entsprechendes Seminarangebot zur Stahlkunde für 2019 erstmals in einem Flyer zusammengefasst.

Das Faltblatt, das diesem Heft

beiliegt, umfasst drei inhaltsgleiche

Veranstaltungen, die vom

z 6.-8.3.19 in Dortmund,

z 20.-22.8.29 in Gröditz und vom

z 3.-5.12.19 in Gengenbach

stattfinden.

Referent ist in allen drei Fällen Prof.

Dr.-Ing. Joachim Lueg, der seit über

20 Jahren an der Fachhochschule

Dortmund in der Fakultät Maschinenbau

die Fächer Werkstoffkunde

und Spanlose Umformung lehrt. Fast

ebenso lange hat er auch Erfahrungen

mit Unterricht im nicht-akademischen

Bereich. In beiden Fällen

setzt er auf didaktische Reduktion,

die den Lehrstoff auf das Wesentliche

konzentriert. Dabei unterstützt ihn,

dass zu den Stahlkunde-Seminaren

immer auch Betriebsbesichtigungen

gehören, welche die Stahlerzeugung

anschaulich machen. Didaktisch hilfreich

ist zudem die Behandlung von

Reklamationsfällen. Weitere Themen

der Seminare sind u.a.

z das Stahlgefüge,

z die Stahlkennwerte,

z Verfahren der Werkstoffprüfung,

z die Einteilung und Normung der

Stähle,

z wichtige Stahlsorten,

z Wärmebehandlung sowie

z Korrosion und Korrosionsschutz.

Die Seminare zur Stahlkunde richten

sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

des Stahlhandels, die für ihre

Tätigkeit grundlegendes materialkundliches

Wissen zum Werkstoff

Stahl erwerben möchten. Auf dieser

Basis wollen sie Kunden qualifiziert

beraten, in Reklamationsfällen fachgerecht

argumentieren und sachgerecht

entscheiden können.

Die Veranstaltungen orientieren

sich an der Stufe 6 des Deutschen

Qualifikationsrahmens und sind deshalb

für Auszubildende (DQR-Stufen

4 und 5) nur bedingt geeignet. 2

[ Info ]

Anmeldungen sind online unter

www.stahlhandel.com/seminare möglich.

Weitere Informationen gibt es bei

Bedarf unter 0211/86497-0 oder via

E-Mail: Wynands-BDS@stahlhandel.com

Quelle: BDS

Mit diesem Flyer bewirbt

der BDS die drei inhaltsgleichen

Stahlkunde-

Seminare, die in diesem

Jahr stattfinden.

Stahlreport 1/2|19

47


BDS

Berufsbildung

Blended Learning zur Technik

Umfrage zur

überbetrieblichen Ausbildungsbegleitung

In einer nicht repräsentativen Ausbildungsumfrage hat der BDS bei in diesen Bereichen

Verantwortlichen deren Vorstellungen für verbandliche Hilfe zu überbetrieblichen

Herausforderungen dieser Art ermittelt: Die Befragten wünschen vor allem Unterstützung

in Form von Blended Learning zu technischen Themen.

Die Teilnehmer der Untersuchung

sind inzwischen über die

Ergebnisse und auch darüber informiert,

dass der Bundesverband Deutscher

Stahlhandel (BDS) nun zeitnah

prüfen wird, wie die gewünschte

Unterstützung geleistet werden kann

– auch etwa durch die Nutzung von

Förderprogrammen.

Trotz der geringen Fallzahlen sind

die Ergebnisse der Ausbildungsumfrage

vom Ende des vergangenen Jahres

nachfolgend prozentual wiedergegeben,

um Abstufungen bei den

Antworten auch quantitativ möglich

zu machen:

Formen und Themen

Die abgefragte überbetriebliche Ausbildungsbegleitung

sollte nach einhelliger

Meinung (100 %) in der Form

von Blended Learning – also als Kombination

von Fernunterricht und Präsenzveranstaltungen

– angeboten

werden. Die gemeinsamen Treffen

sollten vor allem für begleitete Besichtigungen

in der Stahlerzeugung und

-verarbeitung genutzt werden, meinten

96 % der Befragten.

z Bei den gewünschten Lerninhalten

dominieren in der Technik Themen

der Produktkunde (100 %), gefolgt

von der Werkstoffkunde (86 %) und

der Anarbeitung (71 %). An zusätzlichen

Teilthemen wurden je einmal

„Arbeitsabläufe“ und die „Herstellung

der Vorprodukte“ genannt.

z Insgesamt etwas weniger favorisiert

wurden die vorgegebenen Themen

der Wirtschaft. Bei den erfolgten

Nennungen dominierte der um

„-stechniken“ verstärkte „Verkauf“

(71 %) – gefolgt von „Logistik“ (57 %),

„Marketing“ (43 %) und „Recht“

(29 %). Substitutionsmöglichkeiten

für Stahl wurden ebenso einmal thematisiert

wie „Industrie 4.0“.

z „Lernmanagement“ (71 %), „Präsentation“

(57 %), „Rhetorik“ (43 %).

So lautet die ermittelte Reihenfolge

für die Themen der Methodik. Zu

ihnen gab es nur eine ergänzende

Nennung: „Sozialverhalten im

betrieblichen Kontext“.

Ertrag und Aufwand

Ziel des Lernens ist nach Ansicht

der Befragten auch das Bestehen von

Prüfungen. Dabei geht es aber weniger

um Vorbereitungen für das Fachgespräch

(59 %), das angehende Kaufleute

absolvieren müssen, stärker

befürwortet werden eigene „Lernerfolgskontrollen

für Teilnehmer/

innen“ (69 %).

Die Antworten auf die Fragen

nach dem zeitlichen und finanziellen

Aufwand, den die Unternehmen im

Zusammenhang mit einer überbetrieblichen

Ausbildungsbegleitung

zu tragen bereit sind, erbrachten die

meisten Meldungen für einen

Tag/Halbjahr (43 %), kombiniert mit

einem logistischen Aufwand von

zwei Stunden/ Schulung (42 %) und

einem finanziellen Investment von

durchschnittlich 186 € pro Teilnehmer/Halbjahr.

Beteiligte und Berufe

An der Umfrage beteiligt haben sich

eher in der Nachwuchsförderung

bereits engagierte Unternehmen. Die

Ausbildungsquote (Auszubildende

in Relation zu allen Mitarbeitern)

liegt bei den Beteiligten im Durchschnitt

bei 7 % (zwischen 2,9 % und

9,2 %). Insgesamt sind durch die Teilnehmenden

4.026 Mitarbeiter der

Branche vertreten und 283 Auszubildende.

Sie lernen in unterschiedlichen

Ausbildungsberufen. Zwar sind bei

den Antwortenden immer auch Kaufleute

im Groß- und Außenhandel

sowie Fachkräfte für Lagerlogistik

genannt. Das Spektrum der vertretenen

Ausbildungsberufe umfasst – in

dieser Reihenfolge – aber auch Kaufleute

für Büromanagement sowie –

je gleichauf – Berufskraftfahrer und

Kaufleute für E-Commerce bzw. Industrie-

und Informatikkaufleute. 2

48 Stahlreport 1/2|19


Betriebswirte Stahlhandel

Neuer Jahrgang im

BDS-Fernstudium startet

Zum 23. Mal startet zum Juli 2019 ein neuer Jahrgang im BDS-Fernstudium,

das mindestens 15 Interessierten die Möglichkeit bietet, sich innerhalb von

drei Jahren berufsbegleitend technisch, wirtschaftlich und methodisch

zum/zur „Betriebswirt/in Stahlhandel (BDS)“ weiterzubilden. Ein solcher

Abschluss, der im berufsbildenden Bereich auf DQR-Stufe 7 mit dem akademischen

Master vergleichbar und staatlich zugelassen, qualitätsgesichert

sowie markenrechtlich geschützt ist, hat sich inzwischen für rund 500 Absolventen

der Branche und darüber hinaus bewährt. Seit 2017 wird das Fernstudium

digitalisiert angeboten, inzwischen auf einer Openolat-Plattform.

Das Fernstudium beim BDS

bietet im Wechsel Phasen des Selbstlernens

anhand von rund 60 Studienmodulen,

fast ebenso viele virtuelle

Seminare über OpenOLAT/vitero und

zudem ein halbes Dutzend Präsenzveranstaltungen

an, die vor allem zur

Einführung sowie für Leistungsnachweise

und zur studentischen Gruppenbildung

dienen. Studiert wird in

den Fachbereichen Technik (insbesondere

Werkstoff- und Produktkunde

sowie Anarbeitung), Wirtschaft

(vor allem kaufmännisches Knowhow

und Führungsfähigkeit) sowie

Methoden (speziell in den Bereichen

Selbst- und Sozialkompetenz).

Die Lernziele dieses Angebots

sind auf unterschiedlichen Abstraktionsstufen

anhand des Deutschen

Qualifikationsrahmens (DQR) formuliert,

der sämtliche schulischen,

akademischen und beruflichen

Abschlüsse in ein insgesamt achtstufiges

System einordnet und damit

nicht gleich, aber vergleichbar macht

– z.B. den beruflichen Betriebswirt

und den universitären Master. Ziele

dieses Fernstudiums sind demnach

– allgemein formuliert – die Befähigung

von Branchenmitarbeiterinnen

und -mitarbeitern

z zur Lösung von neuen und komplexen

Aufgaben,

z zur eigenverantwortlichen Steuerung

von Prozessen sowie

z zum Umgang mit häufigen und

unvorhersehbaren Veränderungen

in einem strategieorientierten

beruflichen Tätigkeitsfeld.

Die entsprechenden Fähigkeiten gliedern

sich in Fachkompetenz, bestehend

aus Wissen und Fertigkeiten,

sowie personaler Kompetenz zur

selbständigen Arbeit und in Teams.

Kontrolliert wird der Lernerfolg

über Einsendeaufgaben zu den Studienmodulen,

in drei jeweils schriftlichen

und mündlichen Prüfungen

sowie über eine zu erstellende Studienarbeit.

Außerdem müssen die

Absolventen über die Ausbildereignung

verfügen. Voraussetzungen zur

Zulassung sind mindestens eine

abgeschlossene Berufsausbildung,

zum Zeitpunkt der Abschlussprüfung

wenigstens fünf Jahre Berufspraxis,

eine studienbegleitende Berufstätigkeit

in der Branche sowie ein internetfähiger

Arbeits-/Lernplatz.

Der angebotene betriebswirtschaftliche

Abschluss ist nach DIN

EN ISO 9001:2015 zertifiziert, bei

der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht

(ZFU) unter der Nummer

689217 zugelassen, sowie durch das

Deutsche Patent- und Markenamt

geschützt.

Der BDS hat angekündigt, im

Februar 2019 die ersten Termine für

den neuen Jahrgang bekantzugeben

und die entsprechenden Studiendokumente

zu veröffentlichen.

Einzelheiten zum Fernstudium

ergeben sich auch aus dem diesem

Stahlreport beiliegenden Flyer. 2

[ Info ]

Weitere Informationsunterlagen

(Studien- und Prüfungsordnung, Zahlungsplan,

Anmeldeformular) können

beim BDS angefordert werden: BDS AG,

Wiesenstraße 21; 0211/86497-0;

Wynands-BDS@stahlhandel.com.

Quelle: BDS

Sie bringen

Motivation mit?

Wir liefern das

Know-how!

Machen Sie berufliche Karriere durch ein

berufsbegleitendes Fernstudium

fern-studium

Betriebswirt Stahlhandel (BDS)

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Mit diesem Flyer wirbt

der BDS für die 23. Auflage

seines Fernstudiums

(Jahrgang 2019)

vom Juli 2019 bis zum

Juni 2022.

Stahlreport 1/2|19

49


Wissenswertes

Bericht/Nachrichten

Foto: Fraunhofer IWM

Werkstoffforschung

Den Kaltrissen auf der Spur

Hochfeste Stähle spielen im modernen Fahrzeug- und Maschinenbau

eine wesentliche Rolle. Werden diese Stähle bei der Herstellung

von Bauteilen geschweißt, können bewegliche Wasserstoffatome

im Material Probleme verursachen: Die Atome sammeln sich

langsam an Bauteilbereichen mit hohen Eigenspannungen an und

machen dort den Stahl spröde. Die Folge sind sogenannte Kaltrisse,

die für Bauteilausschuss sorgen können. Dr. Frank Schweizer

vom Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM hat eine

Simulations-Methodik entwickelt, mit der Bauteilhersteller diese

Kaltrissneigung bewerten und ihre Produktion entsprechend

anpassen können.

Lichtmikroskopische

Aufnahme eine

Schweißnahtgefüges

einer Schweißverbindung.

Die Hersteller von Fahrzeugund

Maschinenbauteilen nutzen häufig

hochfeste Stähle: zur Materialeinsparung

für den Leichtbau und für

crashrelevante Strukturbauteile, die

besonders hohe Festigkeiten benötigen.

Beim Schweißen dieser Bauteile

tragen vielfältige Faktoren dazu bei,

dass sich ungewollt feine Risse bilden

können, sich ausbreiten und sogar

möglicherweise zum Bauteilausschuss

führen.Diese Faktoren sind nur sehr

schwer oder gar nicht durch Experimente

zu erfassen. Eine weitere

Schwierigkeit: Die Zeitspanne, in der

die Risse entstehen, ist vergleichsweise

lang – sie können während des Schweißens

innerhalb weniger Sekunden

oder auch noch nach mehreren Tagen

auftreten.

Damit Bauteilhersteller die Ausschussrate

bei hochfesten Stählen verringern

können, hat Dr. Frank Schweizer

vom Fraunhofer IWM im Rahmen

seiner Dissertation bereits industriell

eingesetzte Methoden der numerischen

Schweißsimulation entsprechend

weiterentwickelt. Damit kann

er nun im Computer die Geschehnisse

an ganz begrenzten Bauteilorten nachstellen.

Das funktioniert sogar für sehr

schnelle Temperaturwechsel zwischen

Raum- und Schmelztemperatur, wie

sie beim Schweißen auftreten.

„Die Besonderheit an der neuen

Methode ist, dass sie auch die Wirkung

sogenannter Wasserstofffallen berücksichtigt“,

so Schweizer. Er fand für

unterschiedliche Laserschweißverbindungen

heraus, dass bei geringen Wasserstoffkonzentrationen

die Wasserstofffallen

einen großen Einfluss auf

den „beweglichen“ Wasserstoffanteil

haben. Bei höherem Wasserstoffgehalt

wird das thermomechanische Materialverhalten

zunehmend ausschlaggebend

für die Rissbildung. Die Simulationsergebnisse

dienen als Grundlage,

Laserschweißprozesse zu optimieren

und Bauteilausschuss nachhaltig zu

verhindern: „Die Laser-Prozessparameter

lassen sich nun so anpassen,

dass die Wechselwirkungen der Kaltriss-Risikofaktoren

so gering wie möglich

bleiben“, sagt Schweizer. Zudem

können genauere Vor- und Nachwärmtemperaturen

sowie die passgenaue

Glühdauer aus der Simulation ermittelt

werden. „Auch bei der Planung von

Bauteilen nutzt die Simulation: Anhand

der Daten lassen sich günstigere Bauteilformen

ableiten, um den Eigenspannungszustand

lokal zu verbessern

und Risse zu vermeiden“, erläutert

Schweizer.

Als Datengrundlage für die von

Schweizer erweiterten numerischen

Schweißsimulationen dienten charakteristische

Werkstoffkennwerte dreier

unterschiedlicher hochfester Stähle:

eines Wälzlager-, eines Martensitphasen-

und eines Feinkornbaustahls. 2

Berufsbildpositionen

Neue Standards für die Ausbildung setzen

Die zuständigen Bundesministerien BMBF sowie BMWi und das

BIBB planen eine Modernisierung der Standardberufsbildpositionen.

Dabei geht es um Lerninhalte, die in allen Ausbildungsordnungen verbindlich

enthalten sind und deshalb von allen ausbildenden Unternehmen

während der Ausbildung vermittelt werden müssen.

Konkret sieht ein Vorschlag vor:

z Die bisherigen Standardberufsbildpositionen „Berufsausbildung,

Arbeits- und Tarifrecht“ und „Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes“

könnten zu der neuen Standardberufsbildposition

„Organisation des Ausbildungsbetriebes, Berufsbildung sowie der für

den Arbeitsplatz wesentlichen Rechtsvorschriften, insbesondere des

Arbeits- und Tarifrechts“ zusammengeführt werden.

z Zudem gibt es Überlegungen, die aktuelle Standardberufsbildposition

„Umweltschutz“ zu einer Standardberufsbildposition „Nachhaltigkeit“

weiterzuentwickeln.

z Darüber hinaus soll eine ganz neue Standardberufsbildposition geschaffen

werden – unter der Überschrift „Datenschutz und Datensicherheit;

Digitalisierung“.

z Die Standardberufsbildposition „Sicherheit und Gesundheitsschutz“

ist im Wesentlichen unverändert.

Die entsprechenden Arbeiten laufen im Bundesinstitut für Berufsbildung

(BIBB) in Abstimmung mit dem Bundesbildungsministerium

(BMBF) und dem Bundeswirtschaftsministerium (BMWi). Die Sozialpartner

sind im vergangenen Herbst aufgefordert worden, zu diesen

Überlegungen Stellung zu beziehen.

50 Stahlreport 1/2|19


Forschungsprojekt

Bombenentschärfung per Laser

Zukunft Stahl

Handelsblatt Jahrestagung

Die nächste Handelsblatt-Jahrestagung

„Zukunft Stahl“ findet am 20. und

21.3.19 in Düsseldorf statt. Trotz der sich

zuletzt wieder erholenden Nachfrage stehe

die Stahlbranche vor großen Herausforderungen,

meinen die Veranstalter:

Während europäische Hersteller mit deutlich

steigenden Ausgaben für CO 2

-Zertifikate

belastet würden, bedrohe der Zollstreit

zwischen den USA und China das weltweite

Wirtschaftswachstum. Wie darauf reagieren?

Auch darüber soll auf Jahrestagung

diskutiert werden.

Eine Antwort auf die wachsenden Bedrohungen

liege in der Technologie und biete so ein

weiteres Thema: Immer mehr Hersteller forschen

an klimaneutralen Prozessen in der

Stahlproduktion, ersetzen Kokskohle mit

Wasserstoff oder verarbeiten die Emissionen

zu anderen Produkten weiter. Zumeist handelt

es sich zwar um Versuchsprojekte –

doch der Weg zur CO 2

-freien Stahlproduktion

scheine bereits vorgezeichnet.

Folgende Detailthemen stehen dieses Jahr

außerdem im Mittelpunkt:

z Globale Entwicklungen und regionale Perspektiven

z Digitale Transformation im Stahlhandel

z Innovationen für den Mittelstand

z Stahl in der Elektromobilität

z Energieeffizienz in der Stahlindustrie

Vorgesehen sind u.a. die folgenden Referenten:

z Hans Jürgen Kerkhoff (Präsident der Wirtschaftsvereinigung

Stahl)

z Frank Koch (Vorsitzender der Geschäftsführung,

Georgsmarienhütte Holding GmbH)

z Sigmar Gabriel (Bundesminister a.D.)

z Prof. Dr.-Ing. Katja Windt (Mitglied der

Geschäftsführung, SMS group GmbH)

z Dr. Gunar Ernis (Data Scientist, Frauenhofer-

Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme

IAIS)

[ Info ]

Das detaillierte Programm der Handelsblatt

Jahrestagung „Zukunft Stahl“ ist abrufbar unter:

bit.ly/Stahl2019Programm.

Metallographie-Tagung

Die Deutsche Gesellschaft für Materialkunde e.V. veranstaltet vom 18. bis 20.9.19 im Rahmen

der Dresdner WerkstoffWoche die 53. Metallographie-Tagung. Dresden ist ein traditioneller

Standort für Ausbildung und Forschung auf dem Gebiet der Materialographie.

Geplant ist ein wissenschaftlicher Kongress, der ein breites Themenspektrum aus allen

Bereichen der Materialographie abdeckt und wie immer von einer industriellen Ausstellung

ergänzt wird. Die Besonderheit in diesem Jahr besteht in dem umfangreichen Begleitprogramm,

das die Werkstoffwoche 2019 auch den Besuchern der Metallographie-Tagung bietet.

Weitere Informationen gibt es unter metallographie@dgm.de.

MBI Stahl Tag

Der nächste MBI Stahl Tag findet am 24./25.9.19 in Frankfurt/M. statt. Das hat Martin

Brückner Infosource jetzt angekündigt und mitgeteilt, es werde um wichtige Entscheidungsgrundlagen

gezielt für den Einkauf von Stahl gehen. Ein Programm wurde noch nicht

veröffentlicht, bis Ende Januar 2019 lediglich ein Frühbucher-Angebot mit finanziellen Vorteilen

formuliert. Weitere Einzelheiten gibt es im Netz unter www.mbi-metalsource.de

Düsseldorfer Edelstahltage

Mit begleitender Fachausstellung finden am 20. und 21.3.19 in Düsseldorf die diesjährigen

Edelstahltage statt – als zentrales Diskussions- und Informationsforum der Branche, wie es

in der Einladung heißt. Realisiert wird ein überarbeitetes Konzept an einem neuen Veranstaltungsort

in der Altstadt. Das Treffen wird in Kooperation von der Informationsstelle

Edelstahl Rostfrei, der Edelstahlhandelsvereinigung und FocusRostfrei organisiert. Informations-

und Anmeldemöglichkeiten gibt es unter s.avvisati@focus-rostfrei.com.

Blindgänger sind in vielen Teilen

der Welt eine ernsthafte Bedrohung der

zivilen Sicherheit. Um diese Bomben

zukünftig sicherer entschärfen zu können,

arbeitet das LZH gemeinsam mit

Partnern in einem Forschungsprojekt an

einer laserbasierten Lösung.

Die Herausforderungen und Gefahren bei

herkömmlichen Entschärfungsmethoden

sind enorm und noch immer hochaktuell:

Die Menge der in Deutschland noch unter

der Erde verborgenen Kampfmittel lässt

sich zwar nur schwer vorhersagen, Schätzungen

des Kampfmittelräumdienstes

Hamburg (KRD) zufolge liegen aber noch

etwa 60.000 t davon im Boden. Beim Entschärfungsvorgang

besteht insbesondere

bei komplexen Zündsystemen ein extrem

hohes Risiko der ungewollten Detonation.

Häufig bleibt als letzte Möglichkeit dann

nur die Sprengung des Kampfmittels.

Im Projekt DEFLAG erarbeiten die Projektpartner

Laser Zentrum Hannover e.V.

(LZH) und die LASER on Demand GmbH

ein Verfahren, mit dem die Bomben durch

eine gezielte Deflagration entschärft werden

sollen. Im Gegensatz zu einer Detonation

entsteht bei der Deflagration eine

geringere Druckwelle, und der Sprengstoff

wird nur zu einem geringen Teil umgesetzt.

Um das zu erreichen, kerben die Projektpartner

die Bombenhülle mit Laserstrahlung

ein und lösen in einem zweiten

Schritt die Deflagration aus. Wesentlich

für das Projekt ist es, eine kritische Temperaturgrenze

auf der Materialunterseite

nicht zu überschreiten, Material aus der

Abtragnut auszutreiben, sowie die Prozessmobilität

zu gewährleisten. Den Wissenschaftlern

am LZH ist es mit einem

kombinierten Schmelz- und Brennabtragprozess

bisher gelungen, bis zu 25 mm

dicke Stahlbleche entsprechend einzukerben.

Dabei erreichen sie mit einer

externen Gaszufuhr eine Abtragstiefe von

bis zu 16 mm.

In Zusammenarbeit mit dem KRD soll

eine feldtaugliche und automatisierte

Bearbeitungsplattform entstehen, um

selbst gefährliche Blindgänger sicher zu

entschärfen.

Stahlreport 1/2|19

51


Wissenswertes

Bericht/Nachrichten

Umfrageergebnisse

Digital-affiner Handel

Die allermeisten Unternehmen stehen der Digitalisierung offen

gegenüber, besonders gilt das aber für Großunternehmen

und für den Handel. Das zeigt der Digital Office Index 2018 des

Digitalverbands Bitkom – eine repräsentative Befragung von 1.106

Unternehmen ab 20 Mitarbeitern.

Deckblatt des DGB-

Ausbildungsreports.

studie

Themensch werpunkt

d

r

kt:

Arbeitszeitin

e

Ausbildung

A usbil dungsrep ort 201

8

w

ww.jugend.

dgb.de /aus

bildung

Demnach ist jedes zehnte Unternehmen

(10 %) sehr aufgeschlossen

und 64 % sind eher aufgeschlossen,

wenn es um das Thema Digitalisierung

geht. Jedes fünfte Unternehmen (21 %)

ist noch unentschieden, lediglich 4 %

lehnen die Digitalisierung ab.

Besonders aufgeschlossen zeigen

sich Großunternehmen ab 500 Mitarbeitern

– und die Handelsbranche:

z So sind bei den Großunternehmen

82 % sehr bzw. eher aufgeschlossen

(Durchschnitt: 74 %). Bei den kleinen

Unternehmen mit 20 bis 99 Mitarbeitern

sind es 73 %.

z Besonders digital-affin zeigt sich der

Handel: 82 % der Händler geben an,

sehr bzw. eher aufgeschlossen zu sein.

Es folgen Banken und Finanzdienstleister

mit 78 % sowie der Maschinenund

Anlagenbau mit 77 %. Auf den

hinteren Plätzen liegen die Bereiche

Chemie und Pharma (72 % aufgeschlossen)

sowie sonstige Dienstleistungen

(68 % aufgeschlossen).

„Wir haben diese Daten im Digital

Office Index jetzt zum zweiten Mal

erhoben – mit wieder vergleichbar

hohen Werten“, sagte Achim Berg,

Präsident im Bundesverband Informationswirtschaft,

Telekommunikation

und neue Medien e.V. (BIT-

KOM). „Beim Blick auf die Branchen

ist interessant, dass vor allem der

Handel der Digitalisierung offen

gegenübersteht, obwohl gerade dort

in Folge der Digitalisierung viele

neue Wettbewerber auf den Markt

drängen. Andererseits bietet die

Digitalisierung auch besonders interessante

Möglichkeiten für diese

Unternehmen und eröffnet selbst

kleinen Einzelhändlern globale Verkaufschancen.“

Fragt man die Unternehmen

übrigens, ob sie die Digitalisierung

eher als Chance oder Risiko begreifen,

überwiegen mit großer Mehrheit

die positiven Aussichten. So

sagen neun von zehn Unternehmen

(88 %), dass die Digitalisierung für

sie eher eine Chance ist. Jedes

zehnte Unternehmen (11 %) sieht

eher das Risiko. 1 % mochte sich

dazu nicht äußern. 2

Ausbildungsreport

Kritik zu Kaufleuten

In Zeiten aufwändiger Suche

nach den immer weniger zur Verfügung

stehenden Bewerber*innen um Ausbildungsplätze,

finden Untersuchungen zu

entsprechenden Sachverhalten erhöhte

Aufmerksamkeit. So ging es im Herbst

des vergangenen Jahres dem DGB-Ausbildungsreport

2018, in dem die Situation

der Kaufleute im Groß- und Außenhandel

besonders kritisiert wurde.

Zwar landet in der Analyse des Deutschen

Gewerkschaftsbundes (DGB) der

Beruf des Kaufmanns/der Kauffrau im

Groß- und Außenhandel in der Gesamtbewertung

im Mittelfeld, der Bundesverband

Großhandel Außenhandel Dienstleistungen

e.V. (BGA) kommentierte es

jedoch als besonders bedenklich, dass

bei der Bewertung die fachliche Qualität

der Ausbildung im Betrieb als besonders

schlecht abgeschnitten hat. In dieses

Kriterium fließen u.a. ein: die Einhaltung

des Ausbildungsplans, die Verrichtung

von ausbildungsfremden Tätigkeiten,

das Vorhandensein und die Verfügbarkeit

von Ausbildern am Arbeitsplatz

sowie die Zufriedenheit mit der Erklärung

von Arbeitsvorgängen.

Quelle: bitkom

Eher eine Chance: Die große Mehrheit ist der Digitalisierung gegenüber aufgeschlossen.

Die Befragung der Auszubildenden für

die vorliegende Erhebung fand überwiegend

im Rahmen der sogenannten

Berufsschultouren der DGB-Gewerkschaftsjugend

statt. Dabei handelt es

sich um Bildungsangebote für Oberstufenzentren

bzw. Berufsschulen. Insgesamt

wurden die Angaben von 14.959

Auszubildenden aller Branchen aus den

25 meistfrequentierten Ausbildungsberufen

in die Auswertung aufgenommen.

52 Stahlreport 1/2|19


Ausbildungsvergütungen

Wieder stärker angestiegen

Die tariflichen Ausbildungsvergütungen

sind 2018 im bundesweiten Durchschnitt

um 3,7 % gestiegen. Diese Zunahme

fiel stärker aus als 2017 (2,6 %). Bundesweit

lagen die tariflichen Ausbildungsvergütungen

2018 bei durchschnittlich 908 €

brutto im Monat; In Westdeutschland wurde

ein durchschnittlicher Betrag von 913 €

erreicht, in Ostdeutschland waren es 859 €.

Dies hat das BIBB mitgeteilt.

Prozentual wurden die tariflichen Ausbildungsvergütungen

2018 im Osten (3,9 %)

etwas stärker erhöht als im Westen (3,6 %).

Der Abstand im Tarifniveau blieb aber

unverändert: Im Osten wurden wie im Vorjahr

94 % der westdeutschen Vergütungshöhe

erreicht.

Ermittelt wurden die durchschnittlichen

Vergütungen für 181 Berufe in West- und

153 Berufe in Ostdeutschland. Auf die einbezogenen

Berufe entfielen 89 % aller Ausbildungsverhältnisse.

Das Bundesinstitut für

Berufsbildung (BIBB) wertet die tariflichen

Ausbildungsvergütungen seit 1976 jährlich

zum 1. Oktober aus.

Besonders hoch lagen die tariflichen Ausbildungsvergütungen

im Handwerksberuf Maurer/-in

mit monatlich 1.159 € im gesamtdeutschen

Durchschnitt (Westdeutschland:

1.175 €, Ostdeutschland: 975 €). Hohe tarifliche

Vergütungen wurden beispielsweise

auch in den Berufen Mechatroniker/-in

(gesamt: 1.088 €, West: 1.091 €, Ost: 1.070

€), Industriekaufmann/-frau (gesamt: 1.047

€, West: 1.051 €, Ost: 981 €) und Kaufmann/-frau

für Versicherungen und Finanzen

(einheitlich: 1.035 €) gezahlt.

Vergleichsweise niedrig waren die tariflichen

Vergütungsdurchschnitte 2018 zum

Beispiel in den Berufen Maler/-in und

Lackierer/-in (einheitlich: 718 €), Bäcker/-in

(einheitlich: 678 €), Florist/-in (gesamt:

617 €, West: 622 €, Ost: 587 €), Friseur/-in

(gesamt: 584 €, West: 606 €, Ost: 387 €)

sowie Schornsteinfeger/-in (einheitlich:

518 €).

E-Commerce vs

Groß- und Außenhandel

Neu abgeschlossene

Ausbildungsverträge

Das BIBB hat aktuelle Zahlen zu

den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen

zum 30.9.18 veröffentlicht.

Darunter sind erstmals auch offizielle

Zahlen zum erfolgreich gestarteten E-

Commerce-Kaufmann und Details zum

Rückgang bei den Kaufleuten im Großund

Außenhandel.

Gesamtwirtschaftlich ist die Zahl der neu

abgeschlossenen Ausbildungsverträge

nach den Angaben aus dem Bundesinstitut

für Berufsbildung (BIBB) um 1,6 %

gestiegen. Dies ist allein auf einen

Zuwachs bei männlichen Azubis (+3,0 %)

zurückzuführen. Bei weiblichen Azubis

gab es dagegen erneut einen Rückgang

(-0,9 %).

Festzustellen ist vor allem ein Zuwachs

z.B. bei den Fachkräften für Lagerlogistik

(+4,6 %), bei Fachlageristen (+2,6 %)

sowie bei Berufskraftfahrern (+9,4 %).

Auffällig ist der Rückgang in handelsaffinen

kaufmännischen Berufen, wie Kaufmann

für Büromanagement (-2,6 %), Kaufmann

für Dialogmarketing (-5,0 %),

Kaufmann für Marketingkommunikation

(-7,0 %) sowie Kaufmann im Einzelhandel

(-3,0 % bzw. -732 Verträge).

Besonders deutlich ist auch der Rückgang

beim Kaufmann im Groß- und

Außenhandel mit -6,3 % (-906 Verträge)

ausgefallen. Profitiert hat davon offensichtlich

der neue Beruf Kaufmann im E-

Commerce, der mit 1.284 Neuabschlüssen

bis zum 30.9.18 gestartet ist. Er

steht damit auf Rang 78 der Ausbildungsberufe.

Wie viele E-Commerce-Kaufleute

im Groß- und Außenhandel gelandet sind,

das ist allerdings noch nicht bekannt.

Quelle: BIBB

Kontinuierliche Entwicklung nach oben: die tariflichen Ausbildungsvergütungen.

Für den/die Kaufmann/Kauffrau im

Groß- und Außenhandel bedeutet diese

Entwicklung einen Rückfall in der Liste

der häufigsten Ausbildungsberufe von

Platz sieben auf Platz zehn. Zwischen Jungen

und Mädchen getrennt betrachtet,

liegt der Beruf aber unverändert jeweils

auf Rang neun.

Stahlreport 1/2|19

53


Wissenswertes

Bericht/Nachrichten

Foto: IPK Fraunhofer

Industriearbeitsplatz 4.0

Standpunktpapier zur Digitalisierung

Veränderungen menschengerecht gestalten

Die WGP Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktionstechnik hat in ihrem Standpunktpapier

„Industriearbeitsplatz 2025“ im vergangenen Jahr gesellschaftliche Folgen von Digitalisierung und

Vernetzung der deutschen Industrie analysiert. Ziel der entsprechenden Forschungsarbeiten auf der

Basis eines Stufenmodells ist es, die Veränderungen möglichst menschengerecht zu gestalten; eines

der Ergebnisse: Das Bildungssystem ist der Engpass.

Foto: IFW Hannover

„Jede industrielle Revolution,

und als solche wird ja Industrie 4.0

bezeichnet, geht mit immensen gesellschaftlichen

Umwälzungen einher. Wir

wollen als Zusammenschluss deutscher

Professoren der Produktionstechnik

unser Know-how einbringen, um diese

Umwälzungen möglichst menschengerecht

zu gestalten“, sagt Prof. Berend

Denkena, Präsident der WGP und Leiter

des Instituts für Fertigungstechnik und

Werkzeugmaschinen IFW der Universität

Hannover. Hierfür haben die Autoren

ein neues Modell entwickelt, das

den Automatisierungsgrad in der

Industrie analysiert und zeigt, in welche

Richtung Handlungsbedarf besteht.

„Jede industrielle

Revolution… geht

mit immensen

gesellschaftlichen

Umwälzungen

einher.“

Prof. Berend Denkena,

Präsident der WGP

Stufenmodell als Basis

Die WGP-Professoren haben sich am

Stufenmodell für autonomes Fahren

orientiert. Unterschiedliche Automatisierungsstufen

beschreiben dabei

den Weg hin zur Vollautomatisierung.

Diese Stufen werden auf drei unterschiedliche

Dimensionen angewendet:

die Material- und Informationsflüsse

(Vernetzung), den Anlagenzustand

(Betriebszustand) und den jeweiligen

Produktionsprozess.

„Unternehmen können dieses

Modell nutzen, um den Automatisierungsgrad

ihrer unterschiedlichen

Produktionsprozesse zu bestimmen

und daraus abzuleiten, wo Handlungsbedarfe

bestehen“, berichtet Prof. Peter

Groche, Initiator des WGP-Standpunktpapiers

und Leiter des Instituts für

Produktionstechnik und Umformmaschinen

(PtU) der TU Darmstadt. Dabei

geht es nicht nur darum zu eruieren,

ob weiter automatisiert oder auf weitere

Automatisierung verzichtet werden

sollte, sondern auch um die Gestaltung

des künftigen Arbeitsplatzes.

So werden zum Beispiel Weiterbildungsbedarfe

der Mitarbeiter frühzeitig

erkennbar. „Wir benötigen auch

für die Produktion eine Roadmap der

Automatisierung, im Rahmen derer

wir Arbeitsplätze zukunftsorientiert

ausrichten können“, ergänzt Prof. Jörg

Krüger, Leiter des Fachgebiets Industrielle

Automatisierungstechnik im

Institut für Werkzeugmaschinen und

Fabrikbetrieb (IWF) der TU Berlin

sowie Leiter des Geschäftsfeldes Automatisierungstechnik

des Fraunhofer

Instituts für Produktionsanlagen und

Konstruktionstechnik IPK in Berlin:

„Ältere Modelle werden dem nicht

gerecht. Gerade die zukünftige Verbindung

des Menschen mit maschinell

lernenden Systemen in der Fabrik

müssen wir genauer betrachten.“

„Anhand unseres Modells haben

wir auch den derzeitigen und den

künftigen technologischen Stand im

deutschen produzierenden Gewerbe

analysiert“, so Groche. „Denn nur mit

wissenschaftlich fundiertem Wissen

kann man Antworten auf gesellschaftlich

relevante Fragen finden – bezogen

auf Hoffnungen, genauso wie auf

Ängste etwa vor massivem Verlust an

Arbeitsplätzen.“ Es habe sich gezeigt,

54 Stahlreport 1/2|19


dass es bis zur Vollautomatisierung

der deutschen Industrie noch ein weiter

Weg ist. Dennoch müsse man

davon ausgehen, dass künftig die Optimierung

von Produktionsanlagen und

-prozessen nicht mehr nur von Menschen,

sondern zunehmend von den

Maschinen selbst übernommen wird.

In der WGP ist man davon überzeugt,

dass Menschen auch in vollautomatisierten

Fabriken längerfristig

nicht überflüssig werden. „Auch

selbstlernende Produktionssysteme

müssen von Facharbeiterinnen und

Facharbeitern zum Lernen angeleitet

werden“, ist sich Prof. Bernd-Arno

Behrens, Leiter des Instituts für

Umformtechnik und Umformmaschinen

(IFUM) der Leibniz Universität

Hannover, sicher. „Und autonome Teilsysteme

einer Produktionsanlage müssen

überwacht und instand gehalten

werden. Zudem eröffnen beispielsweise

datenbasierte Dienstleistungen

und maschinelles Lernen ganz neue

Geschäftsmodelle, für die Mitarbeiter

mit neuen Qualifikationsprofilen benötigt

werden.“

Nicht zuletzt, so die Annahme der

Autoren, könnte Industrie 4.0 dafür

sorgen, dass einfache Tätigkeiten im

eigenen Land wieder lukrativer werden,

so dass das ein oder andere Unternehmen

ins Ausland verlegte Produktionsschritte

nach Deutschland

zurückholen könnte. Damit wäre die

Produktionsverantwortung wieder

unter einem Dach vereint. „Es kann

einen nicht zu unterschätzenden

unternehmerischen Vorteil bedeuten,

die gesamte Prozesskette an einem

Standort überblicken zu können“, so

Behrens.

Eine zentrale Rolle spielen Mitarbeiter

aber auch unter einem ganz

anderen Gesichtspunkt. So sei der

Wettbewerbsvorsprung deutscher

Fabriken unter anderem in der hohen

Qualifikation ihrer Mitarbeiter begründet.

„Mit Blick auf den Standort

Deutschland im internationalen Wettbewerb

sind hochqualifizierte Mitarbeiter,

die sich durch ein hohes

Prozessverständnis auszeichnen, ebenfalls

ein Pfund, mit dem wir wuchern

können“, so Behrens. „Nur wenn wir

diesen Qualifikationsvorsprung aufrecht

erhalten, kann auch der Wettbewerbsvorteil

des Hochlohnlandes

Deutschland in näherer Zukunft gehalten

werden, weil die Mitarbeiter selbst

bei zunehmender Automatisierung in

der Lage sind, den Prozess nachzuvollziehen

und – wenn nötig – entsprechend

einzugreifen.“

Foto: PtU Darmstadt

Bildungssystem als Engpass

Solle dieser Wettbewerbsvorsprung

gehalten werden, müsse das Bildungssystem

jedoch zeitnah angepasst werden,

mahnen die WGP-Professoren.

Schon jetzt würden Fachkräfte mit

Kenntnissen beispielsweise in IT und

Mechatronik händeringend gesucht.

„Unser Aus- und Weiterbildungssystem

ist viel zu starr“, moniert Prof.

Jens Wulfsberg, Leiter des Laboratoriums

Fertigungstechnik (LaFT) der

Helmut-Schmidt-Universität Hamburg.

„Wir müssen Berufsschullehrer,

Professoren und alle Mediatoren in

Sachen Digitalisierung auf den neuesten

Stand der Dinge bringen“, fordert

Wulfsberg. „Das könnten wir

durch Updateschulungen in unseren

Forschungseinrichtungen erreichen.

Deswegen sollten sich Unternehmen

und Forschungseinrichtungen weiter

verzahnen und beispielsweise Trainer

austauschen.“

So ließe sich ein Wissenstransfer

in beide Richtungen stark beschleunigen.

2

„Unternehmen können

dieses Modell nutzen,

um den Automatisierungsgrad

ihrer

Produktionsprozesse

zu bestimmen…“

Prof. Peter Groche, Leiter des

Instituts für Produktionstechnik und

Umformmaschinen, TU Darmstadt

Hauptstadtinitiative

Industrie und Start-ups

Industrie und Start-ups zusammenbringen

will eine Vereinsinitiative, die zu einer entsprechenden

Auftaktveranstaltung für den

20.2.19 nach Berlin in das Haus der Deutschen

Wirtschaft eingeladen hat. Sie trägt den Namen

4OPMC (OpenProduction & Maintenance Community).

In der Hauptstadt sollen sich Anlagenbetreiber,

Technologie- und Serviceanbieter, Forschungsinstitute

sowie Verbände treffen,

um unter dem Titel „4OPMC Ecosystems“

gemeinsam die digitale Zukunft der deutschen

Industrie zu gestalten. Im Fokus sollen

die Veränderungen der Industrie im

Zuge der Digitalisierung und die Auswirkungen

der digitalen Transformation auf industrielle

Arbeitsplätze stehen.

„Wir freuen uns sehr, die Staatsministerin

und Beauftragte der Bundesregierung für

Digitalisierung, Dorothee Bär, und den BDI-

Präsidenten Prof. Dieter Kempf zu diesem

Anlass an unserer Seite zu wissen“, verkündete

der 4OPMC-Vorstandsvorsitzende Dr.

Andreas Weber.

[ Info ]

Anmeldungen für die „4OPMC Ecosystems“

werden über den folgenden Link entgegengenommen:

www.4opmc.com/ecosystems.

Symposium über

Verbunde

Das 22. Symposium „Verbundwerkstoffe

und Werkstoffverbunde“ der Deutschen

Gesellschaft für Materialkunde (DGM)

vom 26.-28.6.19 in Kaiserslautern verspricht,

alle Fragestellungen aus Forschung

und Wissenschaft zu Verbundwerkstoffen

mit polymerer, metallischer

oder keramischer Matrix zu behandeln.

Dabei wird der Bogen von mikrostrukturellen

Grundlagen bis hin zu Anwendungsbeispielen

gespannt. In dem Symposium

wird erstmals ein Schwerpunkt auf Poster-Pitches

gesetzt. Über diesen Ansatz

sollen kompakte Drei-Minuten-Vorträge

einen möglichst umfassenden Überblick

über die Tagungsthemen geben.

[ Info ]

Weitere Informationen gibt es unter

https://verbund2019.dgm.de.

Stahlreport 1/2|19

55


Verbände

und Politik

Berichte/Nachricht

ArcelorMittal thematisierte bei einem Seminar

in Berlin den Zusammenhang zwischen

betriebs- und volkswirtschaftlichen Kosten

im Brückenbau und empfahl auf diesem

Weg Stahl als dafür vorteilhaften Baustoff.

Stahl baut Brücken

Fachseminar von ArcelorMittal

und Verbandsaktivitäten

Brücken aus Stahl sind bekannt. Dass dieser Werkstoff aber auch andere Verbindungen ermöglicht,

hat ein Seminar gezeigt, zu dem ArcelorMittal Mitte November nach Berlin eingeladen hatte.

Die Veranstaltung machte nämlich auch deutlich, wie intensiv die betriebswirtschaftlichen

Aufwendungen für den Brückenbau mit volkswirtschaftlichen Kosten in Verbindung gebracht werden

müssen. Einen ähnlichen Ansatz verfolgte zeitlich parallel dazu in Frankfurt/M. eine Verbändeinitiative.

Das Impulsreferat „Baukosten

vs. volkswirtschaftliche Kosten von

Brücken“ hielt in der deutschen

Hauptstadt Dipl.-Ing. Manfred Hermann

vom Karlsruher Institut für

Technologie. Er informierte darin

nicht nur über den zunehmend

schlechten Zustand von Bücken (vor

allem) im Süden Deutschlands sowie

in Berlin, er präsentierte zudem auch

Untersuchungsergebnisse seines

Hauses über die volkswirtschaftlichen

Folgekosten der in diesem

Zusammenhang einzurichtenden

Baustellen – durch Unfälle und Staus,

die zeitlichen Aufwand und zunehmende

Emissionen bedeuten. Pro

Staustunde sei im Geschäftsverkehr

mit 20 € zu rechnen, im privaten

Bereich mit 9 €/h.

Fast zeitgleich erhielt diese Argumentation

Unterstützung durch sieben

Wirtschaftsverbände, unter ihnen

der Bundesverband der Deutschen

Industrie und die Deutsche Bauindustrie,

die in Frankfurt/M. den

schlechten Zustand von Brücken in

Deutschland beklagten, weil auch

deshalb die Genehmigungsverfahren

für Großraum- und Schwertransporte

in vielen Bundesländern noch immer

viel zu umständlich und langsam

seien. Einstimmig hatten die Verbände

auf dem diesjährigen Verkehrsforum

in der Mainmetropole dazu

Verbesserungen angemahnt: Sie fordern

deutlich mehr Investitionen in

die Infrastruktur, insbesondere in

die Ertüchtigung maroder Brücken,

eine Aufstockung der Planungsmittel

für Ingenieure in den zuständigen

Behörden und eine bessere Zusammenarbeit

unter den Bundesländern,

die durch Datenaustausch Transparenz

über Verkehrsbehinderungen

und Baustellen schaffen sollen.

Vorteilhafte Lösungen

Dass und warum Stahl in diesen

Zusammenhängen vorteilhafte technische

Lösungen und durch eine Verkürzung

der Bauzeit insbesondere

zeitliche Verbesserungen erbringen

kann, machten in dem Seminar der

ArcelorMittal Germany die weiteren

Referenten deutlich, deren Ausführungen

auf Bauherren,- planer und

-ausführende abzielten und – vor

allem im Vergleich mit alternativen

Konstruktionsmaterialien – zu einer

Gesamtkostenbetrachtung aus Herstellung

und Unterhalt aufforderten:

z „Entwicklungen in der Verbundbauweise“

stellte Dr.-Ing. Günter

Seidl, SSF Ingenieure AG, dar.

z „Effiziente Lösungen mit Walzprofilen

für dauerhafte Brücken“

brachte Dennis Rademacher (Head

of Development and Technical Advisory

– Bridges ArcelorMittal Europe

– Long Products) nahe.

z Über die „Ausführung von Trogstrecken

und Brückenwiderlagern“

referierte Hans-Uwe Kalle (Leiter

der technischen Abteilung Arcelor-

Mittal Commercial Long Deutschland).

z Und Dr.-Ing. Oliver Hechler (Head

of Technical Marketing and Promotion,

ArcelorMittal Europe – Long

Products) steuerte „Anwendungsbereiche

und Bedeutung von Stahl

im Verkehrswege-/Infrastrukturbau“

bei. 2

56 Stahlreport 1/2|19


Vereinfachung der Bildungsförderung

Tagung der Ebert-Stiftung

zur Finanzierung der

Aus- und Weiterbildung

Die „Finanzierung der Aus- und Weiterbildung“ gehört zu den

wichtigsten Faktoren beim „Lernen für Morgen“. Mit dieser

Erkenntnis hatte die Friedrich Ebert-Stiftung Mitte November zu

einer gleichnamigen Tagung nach Berlin eingeladen. Die dafür

erstellte Übersicht zu den vorhandenen rund 100 Finanzierungsinstrumenten

machte die eigentliche Herausforderung deutlich: Verbesserung

des Fördersystems durch Vereinfachung. Dabei könnte

aus sozialdemokratischer Sicht der Deutsche Qualifikationsrahmen

eine entscheidende Rolle spielen.

In der ersten Diskussionsrunde

der Tagung hatte es der

bildungspolitische Sprecher der SPD-

Bundestagsfraktion, Oliver Kaczmarek,

vor über 100 Teilnehmern auf

den Punkt gebracht: Seine Partei

befinde sich zur Bildungspolitik derzeit

in einem offenen Diskussionsprozess,

der z.B. auch die Rolle der

Hochschulen in einer veränderten

Arbeitswelt umfasse und damit ganzheitlich

ausgerichtet sei. Auf diese

Weise machte er deutlich, wie wichtig

z.B. solche Konferenzen gerade jetzt

zur politischen Willensbildung sind,

für die im Koalitionsvertrag die wichtigen

Themen genannt worden seien.

Fördermittel

Dazu gehören auch die von der Friedrich

Ebert-Stiftung (FES) für die

Tagung nach den Zielgruppen Schüler,

Studierende, Erwerbslose und

Erwerbstätige systematisierten Förderprogramme.

In letztgenanntem

Zusammenhang reicht das Spektrum

der Maßnahmen u.a. vom Aufstiegs-

BAföG über Weiterbildungsstipendien

und Bildungsgutscheine bis hin

zu Spar- und Prämienmodellen. Eine

Übersicht dazu bietet die Website

https://weiterbildungsguide.test.de/t

ools/foerdermittel/main_page. Angesichts

dieser Vielfalt war es auf der

FES-Tagung Konsens, dass die Menge

der Förderprogramme gestrafft und

nach veränderten Kriterien neu systematisiert

werden muss.

Als Kriterium für diese Neuordnung

brachte bei der Tagung in

einer zweiten Diskussionsrunde Dr.

Ernst Dieter Rossmann MdB den

Deutschen Qualifikationsrahmen

(DQR) und dessen europäisches

Pendant ins Gespräch. Der Sozialdemokrat

ist Vorsitzender des Ausschusses

für Bildung, Forschung

und Technikfolgenabschätzung im

Deutschen Bundestag. Eine solche

DQR-Orientierung biete z.B. die

Möglichkeit, für akademische und

berufliche Bildungsabschlüsse individuell

erworbene Kompetenzen

mit denen, die im gesellschaftlichen

Interesse liegen, abzugleichen und

die Fördervolumina auf dieser Basis

auf den unterschiedlichen Niveaustufen

mit volkswirtschaftlichen

Notwendigkeiten in Einklang zu

bringen.

An weiterführenden Ideen wurden

auf der Tagung in Berlin außerdem

das Modell einer Arbeitsversicherung

(statt Versicherung gegen

Arbeitslosigkeit) sowie die Möglichkeiten

diskutiert, die ein persönliches

Chancenkonto bietet, mit dem

frei zu wählende Maßnahmen in

einer definierten Größenordnung

finanziert werden können. 2

EHV-Mitgliederversammlung 2018

Logistik und

Automobilindustrie

Zur Mitgliederversammlung

2018 hatte die EHV Ende November

des vergangenen Jahres eingeladen.

Neben dem verbandsinternen Teil für

Mitgliedsunternehmen hatte die EHV

in Düsseldorf dabei auch wieder einen

öffentlichen Veranstaltungspart mit

Vorträgen zu aktuellen Themen ausgerichtet.

Anmoderiert von Ralf Winterfeld,

Geschäftsführer der Edelstahlhandelsvereinigung

(EHV), berichtete Jürgen

Gotthart, Prokurist der Duisburger

Bartl Spedition GmbH, über die

„Herausforderung des Edelstahlhandels

aus der Sicht der Logistik“. Im

Mittelpunkt standen dabei der akute

Fahrermangel in seiner Branche sowie

die schwierige Verkehrssituation mit

zu vollen Straßen und langen Wartezeiten.

Kunden der Speditionen könnten

Schwierigkeiten aber oft abmildern

oder umgehen, indem sie frühzeitig auf

ihre Dienstleister zugingen, empfahl

der Logistiker. Auch Instrumente wie

Zeitfenstermanagement-Systeme

könnten helfen, Ressourcen besser

auszunutzen.

Weiteren Input gab Dr. Manuel Kallweit,

Leiter der Abteilung Märkte, Analysen,

Rohstoffe, Statistik, vom Verband

der Automobilindustrie e.V.

(VDA). Er sprach über „Herausforderungen

für die Automobilindustrie“.

Dabei ging er auch auf die Diesel- und

Abgas-Problematik ein und machte auf

die Verzerrung aufmerksam, die in der

öffentlichen Wahrnehmung der Problematik

herrsche. So seien die Stickoxidemissionen

im Straßenverkehr seit

1990 um 70 % gesunken – trotz einer

von 1990 bis heute um etwa die Hälfte

gesteigerten Verkehrsleistung. „Die

Luft in Deutschland ist also immer sauberer

geworden. Wir haben kein Flächenproblem,

sondern Überschreitungen

der Jahresgrenzwerte an einigen

Hotspots“, sagte Kallweit.

Stahlreport 1/2|19

57


Verbände

und Politik

Berichte/Nachrichten

Die durch die Initiative

seit 2013 in

Phase I (Pkw, 42 kg),

Phase II (Leichtes

Nutzfahrzeug, 99 kg)

und Phase III (Hybrid

Pkw, 93 kg) gehobenen

Leichtbaupotenziale

mit Massivformteilen

aus Stahl.

Fotos, 2: Initiative Massiver Leichtbau

Leichtere Automobile mit Stahl

Dritte Projektphase

erfolgreich abgeschlossen

Das Gewicht von Fahrzeugen weiter zu reduzieren ist eine der entscheidenden Herausforderungen

für die Automobilindustrie in naher Zukunft. Stahl behält dabei dank seiner Leichtbauqualitäten

eine zentrale Rolle. Die Initiative Massiver Leichtbau, eine Kooperation von Unternehmen aus der

Stahlbranche und der Massivumformung, zeigt seit 2013 diese Potenziale auf. Jetzt wurde die dritte

Projektphase erfolgreich abgeschlossen.

Das nun beendete Teilprojekt

startete im Juli 2017 mit 39 Kooperationspartnern

aus Westeuropa,

USA und Japan – mit der Demontage

und Dokumentation eines Hybrid-

Pkw durch die fka Forschungsgesellschaft

Kraftfahrwesen mbH,

Aachen. In gleicher Weise wurden

Getriebe, Kardanwelle und Hinterachse

eines schweren Nutzfahrzeugs

demontiert.

In einem Workshop im Januar

2018 beim fka in Aachen konnten

80 Vertreter der projektbeteiligten

Unternehmen die über 4.000 ausliegenden

Bauteile selbst beurteilen

und im Hinblick auf mögliche Leichtbaumaßnahmen

inspizieren.

z Bei dem Hybrid-Pkw mit einer Referenzmasse

von 816 kg summieren

sich diese Leichtbauansätze im

Ergebnis auf eine Gewichtsreduzierung

von insgesamt 93 kg.

z Für den Lkw-Antriebsstrang mit

einer Referenzmasse von 909 kg

können die Experten eine

Gewichtsreduzierung um insgesamt

124 kg in Aussicht stellen.

Dr.-Ing. Hans-Willi Raedt, Sprecher der

Leichtbauinitiative und Vice President

Advanced Engineering der Hirschvogel

Automotive Group.

In dem im vergangenen Oktober im

Stahl-Zentrum in Düsseldorf durchgeführten

Abschlusskolloquium mit

den Kooperationspartnern der Initiative

wurden die wesentlichen

Ergebnisse präsentiert. Die Sprecher

der Initiative, Dr. Hans-Willi Raedt

von der Hirschvogel Automotive

Group für die Massivumformer sowie

Dr. Thomas Wurm von der Georgsmarienhütte

GmbH für die Stahlbranche,

führten durch das Vortragsprogramm.

Die Teilnehmer,

Fachleute für Stahlwerkstoffe und

Massivumformverfahren, hatten viel

Gelegenheit für fachlichen Austausch.

Nun stehen die beteiligten Zulieferer

vor der Aufgabe, ihre Lösungsvorschläge

den bestehenden und

potenziellen Kunden zu vermitteln

sowie Überzeugungsarbeit bei Entwicklern,

Konstrukteuren und Einkäufern

zu leisten, denn: Weniger

Gewicht bedeutet geringere CO 2

-

Emissionen durch Reduzierung des

Kraftstoffverbrauchs, bessere Material-

und Ressourceneffizienz, höhere

Zuladungsmöglichkeiten, eine Erhöhung

des Fahrerlebnisses und der

Fahrsicherheit sowie last but not

least einen unverzichtbaren Beitrag

für die Umwelt. 2

58 Stahlreport 1/2|19


Verbände mahnen die politischen Entscheider

Digitalisierung weckt Wünsche

Zahlreiche Verbände haben das politische Geschehen der vergangenen Monate rund um die

Digitalisierung dazu genutzt, insbesondere gegenüber der Politik die Notwendigkeit von Fortschritten

anzumahnen und dafür Inhalte zu formulieren. Es ging dabei Bitkom um den Digitalgipfel der

Bundesregierung und VDMA sowie VDE um das Kooperationsverbot in Bildungsfragen.

Der Bundesverband Informationswirtschaft,

Telekommunikation

und neue Medien e.V. (Bitkom) hatte

Anfang Dezember an Politik und

Wirtschaft appelliert, die Chancen

neuer Technologien wie Künstliche

Intelligenz (KI) noch stärker zu nutzen.

Zum Digitalgipfel der Bundesregierung,

der KI in den Mittelpunkt

gestellt hatte, sagte Bitkom-Präsident

Achim Berg auf einer gemeinsamen

Pressekonferenz mit Bundeswirtschaftsminister

Peter Altmaier:

„Deutschland will KI – und Deutschland

kann KI.“ Die deutsche Wirtschaft

hängt auch nach Ansicht einer

großen Mehrheit der Bundesbürger

vom Einsatz Künstlicher Intelligenz

ab: Zwei Drittel (64 %) sind der Meinung,

dass der Wohlstand hierzulande

in Gefahr gerät, wenn Deutschland

bei der KI nicht zu den

führenden Nationen gehört. Das ist

eines der Ergebnisse einer repräsentativen

Umfrage im Auftrag des Digitalverbands

Bitkom.

Im Streit des Bundesrates über

eine Verfassungsänderung zur

Lockerung des Kooperationsverbotes

von Bund und Ländern mahnte Dr.

Jörg Friedrich, Leiter der Bildungsabteilung

im Verband Deutscher

Maschinen- und Anlagenbau

(VDMA): „Die Schule wird durch die

Digitalisierung mehr und mehr von

der gesellschaftlichen Entwicklung

abgehängt.“ Es bestehe deshalb hoher

Investitionsbedarf. „Wenn die Länder

aber weiterhin in Kleinstaatenmanier

gegen die Aufhebung des Kooperationsverbots

schießen, ist Deutschlands

starke Stellung als führende

Industrienation ernsthaft in Gefahr.

Denn unsere Wettbewerbsfähigkeit

hängt zuallererst von gut ausgebildeten

Fachkräften ab.“ Deshalb sollten

die vom Bund angebotenen Investitionsmittel

für die Ausstattung von

Schulen genutzt werden dürfen.

Die 5 Mrd. €, welche die Bundesregierung

in die digitale Bildungsoffensive

stecken möchte, griff – ebenfalls

zum Jahresende – der Verband

der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik

e.V. (VDE) auf. „Die

derzeit bekannten Pläne zur Umsetzung

einer digitalen Bildung greifen

nicht nur zu kurz, sie greifen auch

fehl.“ Die digitale Bildung scheitere

nicht am Geld und dafür anzuschaffender

Ausstattung, sondern vor

allem an den realitätsfernen Lehrplänen

in Bezug auf Technik und

Informatik. Das beklagte Ansgar

Hinz, VDE-Vorstandsvorsitzender

und Chief Executive Officer. 2

Forum DistancE-Learning

Die Hauptstadt Berlin nutzen

Das FDL, der Fachverband für Fernlernen

und Lernmedien, unterhält seit 2003

eine Geschäftsstelle mit hauptamtlichen

Mitarbeitern. Diese hat nun nach 15 Jahren

Hamburg verlassen und neue Räumlichkeiten

in Berlin bezogen. „Der Umzug ist eine

Investition in die Zukunft“, so Verbandspräsident

Mirco Fretter. „Wir gehen diesen

Schritt, um auch örtlich die Nähe zum politischen

Geschehen zu signalisieren.“

Rund 1.500 Vereine und Verbände haben

laut Angaben der DGVM (Deutsche Gesellschaft

für Verbandsmanagement e.V.) und

des Deutschen Verbände Forums ihren Sitz

in Berlin. Nun reiht sich auch das Forum

DistancE-Learning (FDL) in diese Liste ein.

„Dabei ist die Regierungsnähe nicht der einzige

ausschlaggebende Standortfaktor für

unseren Umzug nach Berlin“, ergänzte

Michael Lammersdorf, Geschäftsführer des

Verbandes. Denn die rund 120 Mitglieder

des Verbandes, unter ihnen die führenden

Fernunterrichtsanbieter und Fernhochschulen

Deutschlands, verteilen sich mit ihren

Standorten auf das gesamte Bundesgebiet.

„Mit unserer Geschäftsstelle in Berlin bieten

wir nun allen Mitgliedern eine zentrale

und gut erreichbare Anlaufstelle für ihre

Belange rund ums Thema Fernunterricht

und Fernstudium.“

Das FDL ist im November 2003 aus dem

seit 1969 bestehenden Deutschen Fernschulverband

e. V. (DFV) hervorgegangen.

Seine zurzeit über 120 Mitglieder – unter

ihnen auch der Bundesverband Deutscher

Stahlhandel (BDS) – sind Experten des

mediengestützten und tutoriell betreuten

Lernens – seien es Unternehmen, Institutionen

oder Privatpersonen. Damit bietet der

Verband eine gemeinsame Gesprächs- und

Aktionsplattform für die DistancE-Learning-

Branche.

FDL:

Fernstudientag nutzen

Der FDL hat dazu aufgerufen, den 14.

bundesweiten Fernstudientag am

22.2.19 zu nutzen, um entsprechende

Angebote publik zu machen. Fernlernen

als nachhaltige Form der Bildung setzt

sich wegen seiner ökonomischen, ökologischen

und sozialen Vorteile beim

Erwerb von Wissen und Fähigkeiten

immer mehr durch. Das Forum DistancE

Learning (FDL), seit diesem Jahr mit Sitz

in Berlin, hält Informationen zu den Möglichkeiten

der Nutzung des diesjährigen

Fernstudientages bereit. (www.forum-distance-learning.de).

[ Kontakt ]

Forum DistancE-Learning

Der Fachverband für Fernlernen und

Lernmedien e.V.

Schwedenstr. 14, 13357 Berlin

Tel. 030 767 586970

geschaeftsstelle@forum-distance-learning.de

Stahlreport 1/2|19

59


Verbände

und Politik

Bericht/Nachrichten

In der Geschäftsführung

personell verstärkt

und mit veränderten

Aufgaben

ist das EDE in das

neue Jahr gestartet.

Quelle: EDE

Personell verstärkt und anders organisiert

Evolutionärer Prozess beim EDE

Die Wuppertaler Verbundgruppe EDE hat sich zum Jahreswechsel mit Peter Jüngst und Thomas

Henkel an ihrer Spitze personell verstärkt und damit Möglichkeiten geschaffen, die Aufgaben der

Geschäftsführung differenzierter wahrzunehmen – auch in Sachen Stahl. Diese Veränderungen

werden von dem Unternehmen als Teil des seit 2016 laufenden Strategie- sowie Organisationsentwicklungsprozesses

und damit evolutionär eingeordnet.

z Dr. Christoph Grote, seit 1995 im

E/D/E, davon acht Jahre in der

Geschäftsführung, verantwortet

seit dem 1.1.19 die Warenbereiche

Werkzeuge, Betriebseinrichtungen,

Schweißtechnik sowie Arbeitsschutz/Technischer

Handel. In den

nächsten Monaten sollen unter seiner

Leitung ein strategisches Einkaufs-Management

sowie ein übergreifendes

Mitglieder-Management

aufgebaut werden.

z Joachim Hiemeyer, seit 2014

Geschäftsführer im EDE, wird sich

künftig verstärkt dem Schwerpunkt

Daten & Services widmen, mit

bedarfsgerechter Entwicklung und

Bereitstellung von digitalen Lösungen

wie E-Commerce, E-Business,

Produktdaten, Informations- und

Datenaustausch im Verbund für

die Partner des EDE. Außerdem ist

er nach weiterhin für das Marketing

und die Akademie zuständig.

z Dr. Ferdinand von Alvensleben ist

seit 2013 Geschäftsführer in der

Wuppertaler Gruppe und wird sich

zukünftig schwerpunktmäßig mit

den Themen des modernen Personalmanagements

beschäftigen, die

auf Grund des demographischen

Wandels und des Fachkräftemangels

insbesondere den Mittelstand

verstärkt herausfordern.

z Peter Jüngst (58), in der Verbundgruppenlandschaft

der Branche

langjährig als Manager tätig, übernimmt

in der Geschäftsführung

den Bereich Bau mit Bau- und

Möbelbeschlägen, Befestigungstechnik,

Bauelementen und Baugeräten

sowie Haustechnik und

Stahl. Darüber hinaus verantwortet

der Neue in der Geschäftsführung

die Logistik, deren Ausbau in

Zukunft eine zentrale Rolle einnehmen

soll.

z Mit Thomas Henkel (52) konnte

nach Angaben des EDE ein profilierter

Fachmann für die IT gewonnen

werden. Mit dieser Erweiterung

soll der wachsenden Bedeutung dieses

Themas für die Leistungsfähigkeit

der Gruppe Rechnung getragen

und die Landschaft so gestaltet werden,

dass die anstehenden strategiegetriebenen

Change- und Digitalisierungsprozesse

zum Erfolg

geführt werden.

Dr. Andreas Trautwein, Vorsitzender

der Geschäftsführung: „Ich freue

mich, dass wir im Rahmen von EVO-

LUTION zu einem Prozess gefunden

haben, welcher uns in die Lage versetzt,

unsere Organisation auf Basis

dieser neuen Aufstellung kontinuierlich

und aus der Strategie abgeleitet

weiterzuentwickeln.“

Die Einkaufsbüro Deutscher

Eisenhändler GmbH (EDE) ist

Europas größter Einkaufs- und Marketingverbund

mit über 960 angeschlossenen

mittelständischen Handelsunternehmen

im Bereich des

Produktionsverbindungshandels

und rund 250 weiteren Einzelhändlern.

2

60 Stahlreport 1/2|19


Wie sich der Produktionsverbindungshandel

auf die Zukunft vorbereitet

Customer Journey

Feuerverzinkte Preisflut

Funktional und gestaltend

Das zentrale Branchenevent 2019

des Produktionsverbindungshandels wirft

seine Schatten voraus: Zum einen wird

zum PVH-Kongress am 8. und 9.3. in Köln

eingeladen, zum anderen gibt es Faktensammlungen

dazu – beispielsweise etwa

die Wahl zum Partner des Jahres. Im Mittelpunkt

steht die Customer Journey.

Die Dynamik der Kunden und die Werkzeuge

des Handels, diese Reise zu begleiten,

stehen im Mittelpunkt der inzwischen

fünften Branchenkonferenz unter

dem Motto „Online + mobile und trotzdem

stationär + regional?“ Im Mittelpunkt

der Tagung stehen die aktuellen Ergebnisse

der neuen PVH-Marktuntersuchung,

die dem Publikum in der Rheinmetropole

exklusiv vorgestellt werden. Aufbauend

auf den vorausgegangenen Analysen sollen

weitergehende Erkenntnisse zu digitalen

Services sowie zu Vertriebswegen

und Informationsquellen, also zu den

wesentlichen Punkten der Customer Journey,

dargestellt werden.

Der Industrieverband Feuerverzinken

hat 2018 zum achten Mal seinen Innovationspreis

vergeben und für 2019 den bereits

16. Verzinkerpreis ausgelobt. Funktional

bzw. gestaltend waren bzw. sind die entscheidenden

Kriterien geprägt.

Das Forschungsprojekt „Feuerwiderstand

feuerverzinkter Konstruktionen“ der TU

München wurde erstplatziert, gefolgt vom

Produkt „Feuerverzinkte Tragekonsole mit

patentierter thermischer Entkopplung“ der

innofixx equipment GmbH. Eine Anerkennung

erhielt die BFtec GmbH für das betonlose

Fundament „Steel-Root“, das von der

Natur abgeleitet ist, den Wurzeln eines Baumes

ähnelt und einen nachhaltigen Charakter

hat.

Architekten, Ingenieure, Stahl- und Metallbauer

sind aufgerufen, sich am Wettbewerb

für 2019 um den Award des Industrieverbands

zu beteiligen. Der mit 15.000 €

dotierte Preis prämiert innovative Bauwerke,

Objekte und Produkte, die in

Das betonlose Fundament „Steel-Root“ erhielt

im Rahmen des Innovationspreises 2018 eine

Anerkennung.

wesentlichem Umfang feuerverzinkt sind

oder interessante Details mit diesem

Charakter enthalten. Einsendeschluss ist

der 1.4.19, Einzelheiten gibt es unter

www.verzinkerpreis.de.

Der Industrieverband Feuerverzinken e.V.

und seine Serviceorganisation, das Institut

Feuerverzinken GmbH, vertreten die heimische

Stückverzinkungsindustrie. 2017

wurde in Deutschland mehr als 1,9 Mio. t

Stahl stückverzinkt.

Foto: Industrieverband Feuerverzinken

Um solche Fakten geht es auch bei der

Aufforderung des Arbeitskreises Werkzeuge

im Zentralverband Hartwarenhandel

e.V. (ZHH), bis zum 15.2.19, wieder

die wichtigsten Lieferanten aus den

Bereichen Handwerkzeuge, Präzisionswerkzeuge,

Betriebseinrichtung, Befestigungstechnik,

Arbeitsschutz, Schleif-/

Trennmittel und Messwerkzeuge zu

bewerten. Erstmals kommt diesmal der

Bereich chemischer Produkte hinzu. Auch

die Beurteilungskriterien sind den veränderten

Anforderungen angepasst und um

Aspekte der Daten- bzw. Digitalisierungsqualität

erweitert worden.

Der Kölner Kongress wird vom ZHH organisiert

– mit Unterstützung des Fachverbandes

des Deutschen Maschinen- und

Werkzeug-Großhandels e.V., des Fachverbandes

Werkzeugindustrie sowie der

Elektrowerkzeuge-Fachgruppe des Zentralverbandes

Elektrotechnik und Elektronikindustrie

e.V.

[ Info ]

Der Wahlbogen steht auf der Internetseite

des ZHH unter www.zhh.de zur Verfügung,

Informationen zum Kongress gibt es unter

www.pvh-kongress.de.

China macht dicht

BDSV erwartet Veränderung der Schrottmärkte

China hat die Absicht, Importbeschränkungen

für feste Abfälle ab 1.7.19 auf Sekundärrohstoffe

wie Eisen-, Kupfer- und Aluminiumschrotte

auszudehnen. Ergänzend hat der

BDSV darauf hingewiesen, dass es dadurch

zu Verwerfungen auf den internationalen Märkten

kommen wird.

Nach Angaben der Bundesvereinigung

Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen

e.V. (BDSV) werden derzeit

15 % der deutschen Stahlschrottexporte

(Gesamtvolumen ca. 8,5 Mio.t p.a.) direkt in

Länder außerhalb der EU-28 geliefert, wobei

der Anteil der deutschen Stahlschrottexporte

nach China mit 33.000 t im Jahr 2017

lediglich ca. 0,4 % beträgt. Dennoch geht

die BDSV davon aus, dass es zu Verwerfungen

auf den internationalen Märkten kommen

wird, die auch in Deutschland zu spüren

sein werden. Für die Mengen an

Stahlschrott, die China bisher weltweit

importiert (2017: ca. 2,3 Mio. t) müssten

nämlich neue Absatzmärkte erschlossen

werden. Dies erzeuge zwangsläufig Preisdruck.

BGA: Kostenlose Ausbildungswerbung

Der BGA hat darauf hingewiesen, dass Mitgliedunternehmen ihre Ausbildungsstellen auf

der verbandlichen Internetseite www.gross-handeln.de kostenlos inserieren können. Unter

dieser Kampagnenadresse werden zudem Informationen über die Branche, die wichtigsten

Ausbildungsberufe sowie über Karrierewege des Groß- und Außenhandels dargestellt.

Diese Stellenbörse ist bei den digitalen Nutzern der BGA-Angebote eine der beliebtesten

Seiten, teilte der Bundesverband Großhandel Außenhandel Dienstleistungen (BGA) in diesem

Zusammenhang mit.

Stahlreport 1/2|19

61


Foto: WZV / NORD/LB

Lifesteel

Bericht

Hannover: Jeff Koons

Tulips erhalten durch

viele Arbeitsstunden

Schleifen, Polieren und

Lackieren des farbigen

Edelstahls ihre unverwechselbare

Optik.

Städte schmücken sich mit Skulpturen aus Edelstahl

Material schafft viele Möglichkeiten

Im Wettbewerb um Attraktivität setzen immer mehr Städte auf Leitbilder, um die Lebens- und Wohnqualität zu steigern.

Kunst und Kultur gelten dabei als unverzichtbare weiche Standortfaktoren. In diesem Zusammenhang übernehmen

Skulpturen aus Edelstahl Rostfrei Schlüsselfunktionen. Eine entscheidende Rolle bei der Materialwahl spielt das

Eigenschaftsspektrum dieses Werkstoffs, der die Möglichkeit zur freien Formgebung und unbegrenzter Ausdruckskraft

mit dauerhafter Korrosionsbeständigkeit paart.

In den 1950er-Jahren wurde

der Werkstoff für skulpturale Gestaltung

entdeckt und gewann ab 1960

rasch an Bedeutung – insbesondere

für Plastiken im öffentlichen Raum.

Dazu gibt es weltweit viele Beispiele,

vier davon werden nachfolgend im

Auftrag des Warenzeichenverbands

Edelstahl Rostfrei vorgestellt:

z Bildhauer Jeff Koons hat sich diese

Materialeigenschaften in seinen farbenfrohen

Plastiken wie kaum ein

anderer Künstler zu eigen gemacht.

Seine überdimensionalen Skulpturen

aus Edelstahl Rostfrei, wie z.B. die

Tulips in Hannover, begeistern die

Welt und erzielen astronomische

Verkaufspreise. Gefertigt werden die

schwerelos wirkenden, aber bis zu

30 t wiegenden Kunstwerke in deutschen

Gießereien. Nach dem Guss

erhalten sie dort auch handgeformte

Verzierungen und das charakteristische

Finish.

z Auf ähnliche Effekte setzt auch der

deutsche Künstler Horst Gläsker bei

seiner Skulpturengruppe für den

neuen Justizpalast in Luxemburg.

Vier 1,80 m hohe Vasen in den Farben

Rot, Türkis, Gold und Blau symbolisieren

die Elemente Feuer,

Wasser, Erde und Luft. Ihre spiegelpolierte

Oberfläche reflektiert Licht

und Umgebung, sodass ein permanenter

Dialog entsteht.

z Eine optisch nahtlose Spiegeloberfläche

kennzeichnet auch eine der

bekanntesten und zugleich größten

Edelstahlskulpturen der Welt: Anish

Kapoors Cloud Gate in Chicago, vom

Volksmund The Bean genannt. Inspiriert

von flüssigem Quecksilber ließ

er die über zehn Meter hohe, 13 m

breite und 20 m lange Plastik aus

168 großen Edelstahlplatten schweißen.

Sie formen einen voluminösen

Bogen, der sich an zwei Seiten wie

ein Tor auf 3,60 Meter Höhe hebt

und zum Betreten des Innenraums

der Skulptur einlädt.

z Durch den fortwährenden Austausch

spiegelpolierter Edelstahlflächen mit

der Umgebung wirken Kunstwerke

aus nichtrostendem Stahl mit diesem

Finish ungewöhnlich lebendig. Beispielhaft

hierfür steht auch die Plastik

I’m Alive von Tony Cragg am

Opernhaus in Wuppertal. Wie ein

schlangenähnliches Fabelwesen, das

gerade untertauchen möchte, windet

sich ihr mächtiger Körper, der sich

vom Kopf bis zur Schwanzspitze kontinuierlich

verjüngt. Ihre geradezu

lebendige Wirkung bezieht sie aus

der fließenden Formgebung, der die

Spiegelungen der vorbeifahrenden

62 Stahlreport 1/2|19


Foto: WZV/Edelstahlwerke Schmees GmbH

Foto: WZV/Thomas Emden-Weinert

Luxemburg: Die vier bunten Vasen vor

dem dortigen Justizpalast reflektieren

durch ihre polierte Edelstahloberfläche

Licht und Umgebung.

Autos zusätzliche Dynamik verleihen.

Entscheidende Eigenschaften

Ob dünnwandige, zugleich höchst stabile

Konstruktionen oder massive, aus

dem Vollen gefräste oder geschnittene

Arbeiten: Neben der außergewöhnlichen

Ästhetik prädestinieren die

mechanischen Eigenschaften Edelstahl

Rostfrei als Werkstoff für künstlerische

Gestaltung. Er lässt sich hervorragend

umformen, trennen oder

fügen. Dank der spezifischen Festigkeit

und Bruchdehnung im Zusammenspiel

mit der hohen Kaltverfestigungsneigung

können sehr komplexe

und nahtlose dreidimensionale Formen

gefertigt werden. Dennoch bleiben

die für öffentliche Objekte unverzichtbare

mechanische Belastbarkeit

und dauerhafte Korrosionsbeständigkeit

erhalten.

Unabhängig von der Wahl der

Oberflächengestaltung – geschliffen,

gebürstet, hochglanzpoliert oder matt

gestrahlt – behalten die Kunstwerke

ihre Widerstandsfähigkeit gegen Witterungseinflüsse

jeder Art. In Küstenregionen

mit aggressiver Meeresatmosphäre

bewahren zudem entsprechend

höher legierter Werkstoff und metallisch

blanke, vollständig passivierte

Oberflächen die Schönheit der Skulpturen

für Jahrzehnte. Die werkstoffbedingte

Robustheit gegen Abnutzung

und Graffiti sowie ein minimaler Pflegeund

Instandhaltungsaufwand tragen

zudem wirtschaftlichen Überlegungen

der Städte Rechnung.

Erste Adresse für einen sachgemäßen

Werkstoffeinsatz und fachgerechte

Verarbeitung dieses Materials

sind Fachbetriebe, die das Qualitätssiegel

Edelstahl Rostfrei tragen. Sie

gewährleisten so, dass die Kunstwerke

mit ihrer edlen Gestalt die Menschen

auf Jahrzehnte berühren. 2

Chicago: Bei dem Entwurf

seines Cloud Gate

wurde Anish Kapoors

von flüssigem Queck -

silber inspiriert und ließ

sie aus 168 großen

Edelstahlplatten fertigen.

Wuppertal: Die Edelstahlplastik I’m Alive bezieht ihre lebendige Wirkung

aus der fließenden Formgebung und spiegelpolierten Oberfläche.

Foto: WZV

Stahlreport 1/2|19

63


Lifesteel

Berichte

SOP Architekten gestalteten

einen Kubus, der

durch seine vollverglasten

Kopffassanden wie

ein gigantisches Tor

zum Campus wirkt. An

der Seite ist die Edelstahlhülle

zu erkennen.

Foto: GKD

Metallgewebe für Aachener Universitätsgebäude

Tor zur Zukunft

Weithin sichtbares Erkennungszeichen des Clusters Biomedizintechnik der RWTH Aachen ist das neue

Lehr- und Weiterbildungsgebäude der Medizinischen Fakultät. SOP Architekten aus Düsseldorf

konzipierten den Bau als lichtdurchfluteten Solitär, der durch seine Form und exponierte Lage zum Tor

zur Zukunft wird. Zwei der Fassaden sind mit Metallgewebe der GKD – Gebr. Kufferath ausgestattet.

Neben der besonderen Ästhetik

der Metallmembran vom Typ OMEGA

1520 der GKD – Gebr. Kufferath AG

waren für ihren Einsatz vor allem

funktionale Eigenschaften ausschlaggebend.

So dient die Edelstahlhülle

als effizienter Sonnenschutz, der die

Oberflächentemperatur der Fassade

reduziert und den Sonneneintrag in

die dahinterliegenden Labor-, Büround

Seminarräume vermindert. Dennoch

gewährleistet die offene Gewebestruktur

ungehinderten Tageslichteinfall

und freie Aussicht. So trägt sie

nicht nur zur Verbesserung der Energiebilanz

des Gebäudes bei, sondern

steigert auch den Aufenthaltskomfort

und damit die Leistungsfähigkeit der

Mitarbeiter. Da Edelstahl am Ende der

Nutzung vollständig recycelt werden

kann, unterstützt die Membran auch

das anspruchsvolle Nachhaltigkeitskonzept

des Neubaus.

Die bereits von außen sichtbare

Offenheit und Interaktion wird durch

das ausgeschnittene, lichtdurchflutete

Atrium im Inneren des Gebäudes konsequent

fortgeführt. Zahlreiche Brü-

cken und breite Galerien erlauben

vielfältige Blickbeziehungen mit allen

Geschossen. Das Leitmotiv der Kommunikation

und interdisziplinären

Zusammenarbeit wird so im ganzen

Gebäude erlebbar. Weitere Highlights

sind ein 400 Personen fassender Multifunktionssaal

sowie ein mit modernster

Technologie ausgestatteter

Demonstrations-Operationssaal. Bei

Bedarf können beide Funktionsräume

mit dem Foyer im Untergeschoss zu

einem durchgängigen Veranstaltungsbereich

verbunden und beispielsweise

für Symposien genutzt werden. Bei

voller Betriebsauslastung fasst das

Gebäude bis zu 1.200 Personen. Sein

schimmerndes Kleid aus Edelstahlgewebe

weist schon von weitem den

Weg zum Tor in die Zukunft.

Vorzeigeobjekt

Die Rheinisch-Westfälische Technische

Hochschule (RWTH) Aachen ist

als Eliteuniversität eine der Vorzeigehochschulen

des Landes. Rund

44.500 Studierende, 550 Professoren

und fast zehnmal so viele wissen-

schaftliche Mitarbeiter festigen den

Ruf der RWTH als eine der – vor allem

in technischen und medizinischen

Studiengängen – international renommierten

akademischen Bildungseinrichtungen.

In einem europaweiten Investorenauswahlverfahren

hatten sich die

A. Frauenrath BauConcept GmbH und

SOP mit ihrem markanten Entwurf

durchgesetzt. Sie gestalteten auf dem

leicht abschüssigen Gelände einen

Kubus, der durch seine vollverglasten

Kopffassaden wie ein umgedrehtes U

aussieht und damit wie ein gigantisches

Tor zum dahinterliegenden

Campus wirkt. Unterstrichen wird

dieser Eindruck durch den auskragenden

Sichtbeton der Seitenwände,

der die Stirnfassade umrahmt. Die

von Fensterbändern durchzogenen

seitlichen Fassaden werden von einer

schimmernden Haut aus Metallgewebe

überspannt, die eine optisch

nahtlose Flächigkeit erzeugt. Gleichzeitig

bleiben durch die Gewebetransparenz

die dahinterliegenden Räume

erkennbar. 2

64 Stahlreport 1/2|19


Fotos, 3: Janosch Gruschczyk

Zeppelin mit Zukunft

Stahlkunst in Würzburg

Die Ära der Luftschiffe war nur von kurzer Dauer, und auch die Landesgartenschau 2018 in

Würzburg ist Geschichte. Der dort im vergangenen Jahr zum zweiten Mal gelandete

Zeppelin hat in der unterfränkischen Metropole jedoch nachvollziehbar Zukunft – auch,

weil The Coating Company für dauerhaften Korrosionsschutz gesorgt hat.

Im April war die letztjährige

Landesgartenschau (LGS) in Würzburg

gestartet. Im Rahmen eines Wettbewerbs

hatte Michael Ehlers die

Kunst- und Medieninstallation „Das

letzte Luftschiff“ konzipiert. Der Hintergrund:

Am 6. August 1939 war die

LZ 130 Graf Zeppelin II am Hubland

in Würzburg angekommen– das letzte

Luftschiff seiner Art. Ehlers erkannte

den geschichtlich-künstlerischen

Mehrwert und gewann mit seinem

Konzept den Künstlerwettbewerb der

LGS 2018. Mit Metz Stahl- und Metallbau

wurde der Entwurf Wirklichkeit.

Die geometrische Konstruktion

ist 20 m lang und 7 m hoch. Zusätzlich

wurde es am Bug auf etwa 7,58 m in

die Höhe gezogen – so entstand eine

dynamische Gesamtwirkung. Die prozessorientierte

Installation soll so auf

die Halbwertszeit technischer Utopien

verweisen, die trotz ihrer Gewaltigkeit

wieder zerfallen und von der Natur

zurückerobert werden.

Um eine lange Lebensdauer des

Werks sicherzustellen, übernahm

Coatinc Würzburg (CWÜ) den Korrosionsschutz

des Bauwerks. „Mit Fachwissen

und viel Liebe zum Detail

wurde jedes einzelne Tragwerksele-

ment mittels der Feuerverzinkung

von uns perfekt vor Korrosion

geschützt“, erläutert Susanne Kolb,

Geschäftsbereichsleiterin der CWÜ.

Sie veredelte insgesamt 5,5 t Stahl für

Michael Ehlers Kunstprojekt. Diese

Leistung schuf die Basis für den letzten

Kunstgriff: Das fertige Objekt aus Stahl

wurde mit schnell wachsenden Kletterpflanzen

wie etwa Hopfen und

Kapuzinerkresse bepflanzt. Industrie,

Natur und Kunst werden damit in

einem einzigen Projekt vereint.

Für stets aktuelle Informationen

zum „Letzten Luftschiff” wurde eine

entsprechende Internet-Seite online

Gut geschützt: CWÜ-Geschäftsbereichsleiterin

Susanne Kolb …

geschaltet. Hier kann die gesamte Entstehung

– vom Gerüst bis zum bewachsenen

Kunstwerk – per installierter

Webcam unter www.dasletzteluftschiff.de

beobachtet werden. Die Installation

konnte im Rahmen der Landesgartenschau

2018 vom 12. April bis

zum 7. Oktober besucht werden,

Sie bleibt noch für Jahrzehnte dauerhaft

als Kunst im öffentlichen Raum

im Park des neuen Stadtteils Würzburg-Hubland

ausgestellt und kann –

auch und gerade im Wechsel der Jahreszeiten

– per installierter Webcam

unter www.dasletzteluftschiff.de beobachtet

werden. 2

… und die Installation „Das letzte Luftschiff“ in Würzburg-Hubland.

Stahlreport 1/2|19

65


Lifesteel

XXXXX Bericht A XXXXX

Impressum

STAHLREPORT

Das BDS-Magazin für die Stahldistribution

Stahlhandel | Stahlproduktion |

Stahlverarbeitung

Offizielles Organ des BDS-Fernstudiums

Fotos, 2: Ancofer

„IN ALLER RUHE GENIESSEN“ beim Brennvorgang im Hause Ancofer in Mülheim …

… und als hinterleuchtete Botschaft an der Wand des Hotels Klosterpforte in Harsewinkel.

Das Hotel Klosterpforte in Harsewinkel „in aller Ruhe genießen“

Ancofer in Mülheim schuf Visitenkarte aus Stahl

Eine besondere Visitenkarte aus Stahl hat Ancofer in Mülheim für das Hotel

Klosterpforte in Harsewinkel gebrannt – mit hoher Kunst und bei 30.000 °C. Die

inzwischen an einer Wand des Hotels Klosterpforte angebrachte Stahlplatte rät

den Gästen in der nordrhein-westfälischen Kleinstadt „in aller Ruhe“ zu genießen

und vermittelt zugleich etwas von der Geschichte dieses Ortes

Der Mönch und der Putto weisen auf den Ursprung des Hotels Klosterpforte

hin, der Fußball steht für zahlreiche dort beherbergte Mannschaften. So wohnte

in dem Hotel während der Weltmeisterschaft 2006 das portugiesische Nationalteam

und nutzte Trainingsplätze mit Rasen, der internationalen Ansprüchen

genügt.

Den Ansprüchen des Gütersloher Künstlers Radomir, 1951 in Belgrad geboren,

entsprach das Equipment, das die Ancofer Stahllhandel GmbH in Mülheim an

der Ruhr zum Brennen der Platte aufbieten konnte. „So wie die Maschine

brennt, das ist Kunst“, formulierte er anerkennend während des Brennvorgangs.

Der war u.a. deshalb kompliziert, weil der Brenner wegen der starken

Hitzentwicklung immer wieder die Position wechseln musste. So konnte der

Schriftzug „IN ALLER RUHE GENIESSEN“ nicht in einem kontinuierlichen Prozess

gebrannt werden.

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zuzüglich Versandspesen und Mehrwertsteuer.

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ende möglich. Für die Mitglieder des BDS und die

Teilnehmer im BDS-Fernstudium ist der Bezug

eines Exemplars der Fachzeitschrift „Stahlreport

im Mitgliedsbeitrag bzw. in der Studien gebühr

enthalten. Ein Nachdruck ist nur mit ausdrücklicher

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Beilagenhinweis:

Dieser Ausgabe liegen zwei Beilagen der BDS AG

Bundesverband Deutscher Stahlhandel bei.

66 Stahlreport 1/2|19


Bereit für größere Aufgaben?

Fernstudium – in drei Jahren berufsbegleitend zum „Betriebswirt Stahlhandel (BDS)“

Argumente

z Staatlich zugelassener Studiengang

z Markenrechtlich geschützter Abschluss

z Orientiert am Europäischen und

Deutschen Qualifikationsrahmen

z Zertifizierter Anbieter

Inhalte

z Technik (Werkstoffe, Produkte,

Anarbeitung)

z Wirtschaft (Kaufmännische Kompetenz,

Führungskompetenz)

z Methoden (Selbst- und Sozialkompetenz)

Formen

z 60 Module

z 6 Präsenzphasen

z 3 Prüfungen

z 1 Studienarbeit

Für Auskünfte und Anmeldungen:

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BDS-Berufsbildung

Seminare und sonstige (BDS-)Veranstaltungen

2019

Seminarthema Termin Tagungsort

Stahlkunde (Seminar) 06.-08.03. Dortmund

Rohre und Rohrzubehör (Seminar) 11.-13.03. Paderborn

Blankstahl (Seminar) 28.-29.03. Ludwigsburg

Stahleinkauf ( Seminar/Kooperation) 07.-08.05. Duisburg

Flacherzeugnisse (Seminar) 14.-15.05. Duisburg

Qualitäts- und Edelstahl (Seminar) 04.-05.06. Baunatal

Stahlkunde (Seminar) 20.-22.08. Gröditz

Stahleinkauf (Seminar/Kooperation) 10.-11.09. Duisburg

Nichtrostende Stähle und ihre Produktformen (Seminar) 28.-30.10.

Lüdenscheid

Stahlkunde (Seminar) 03.-05.12. Gengenbach

Stahleinkauf (Seminar/Kooperation) 10.-11.12. Duisburg

Diese Übersicht gibt den Stand der Planungen für Lernteam- und Seminarveranstaltungen

und zum Fernstudium sowie zu entsprechenden Kooperationen wieder.

Änderungen jeder Art sind vorbehalten, vor allem Ergänzungen. Über weitere Details sowie zu

den Anmeldemöglichkeiten informieren Sie sich bitte im Internet (www.stahlhandel.com) oder

wenden sich telefonisch bzw. elektronisch an den

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