Neuseeland_Kreuzfahrt_2010

gerhard.hochl

Neuseeland

Kreuzfahrt

2010

© Bilder und Layout

gerhard.hochl@gmx.at

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Nach unserer Rundreise durch Australien

checkten wir auf der Rhapsody

of the Seas ein. Majestätisch

lag das Kreuzfahrtschiff im Hafen

von Sydney direkt vor der Harbour

Bridge. Die Silhouette der Hochhäuser

bildeten einen schönen Kontrast

zum Schiff. Gegen Abend liefen wir

mit dem Ziel Neuseeland aus.

Baujahr 1996

Länge

279m

Breite

32m

Tiefgang

8m

Besatzung 765

Passagiere 2000

Geschwindigkeit 22kn

40 km/h

Jeden Abend gab es ein

„Handtuch-Tier“ in der Kabine.

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1000 Seemeilen trennen Australien

von Neuseeland. Wir erreichten

die Nordinsel nach ungefähr

48 Stunden Überfahrt bei ruhigem

Wetter. Unser Kreuzfahrtschiff ankerte

in der Mitte der Bay of Island.

Der erste Europäer, der die Bay of

Islands besuchte, war der britische

Seefahrer und Entdecker, Kapitän

James Cook im Jahre 1769, der

der Bucht ihren heutigen Namen

verlieh. An den Küsten der Bucht

ließen sich die ersten europäischen

Siedler nieder.

Während Walfänger erst seit dem

Ende des 18. Jahrhunderts in den

Siedlungen der Bucht lebten, zogen

bereits 1814 die ersten Missionare

in das Gebiet und versuchten

die einheimischen Maori zu

„bekehren“. Im Jahr 1815 wurde in

der Oihi Bay mit Thomas King das

erste neuseeländische Kind europäischer

Herkunft geboren.

Nach einigen blutrünstigen kriegerischen

Auseinandersetzungen

zwischen den Siedlern und

den Maori wurde im Jahr 1840 in

der Bay of Island der Vertrag von

Waitangi zwischen der britischen

Krone und den Chiefs der Maori unterzeichnet.

Es ist dies die älteste

Verfassungsurkunde Neuseelands.

Die originale Straßenführung und

Namensgebung haben sich seit

dem Jahr 1843 nicht verändert, und

auch viele der historischen Gebäude

können heute noch besichtigt

werden.

Christ Church, die Kirche von 1836

ist das älteste erhaltene Gotteshaus

in Neuseeland. Auf seinem Kirchhof

kann man die Bevölkerungsstruktur

des 19.Jahrhunderts ablesen: Walfänger,

Seeleute, Maori und Siedler

sind hier bestattet.

Die Grabstätte des österreichischen

Künstlers Friedensreich Hundertwasser

befindet sich auf dessen

Anwesen in Kaurinui in der Bay of

Islands. Auf seinem Grab wurde ein

Tulpenbaum gepflanzt.

Auckland

die größte Stadt

Neuseelands

Mit der Fähre setzten wir in die Ortschaft

über. Russell ist ein wichtiger Ort in der

Geschichte Neuseelands, da sich hier

nicht nur die erste europäische Niederlassung

und der erste Seehafen des

Landes befanden, sondern auch Neuseelands

erste Hauptstadt im nahe gelegenen

4 Okiato etabliert wurde.

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Auckland ist eine Großstadt und

zugleich Hauptstadt der Nordinsel

von Neuseeland. Mit etwas mehr als

1,4 Millionen Einwohnern ist sie die

größte Stadt Neuseelands, etwa ein

Drittel der neuseeländischen Bevölkerung

lebt hier. Die Māori-Bezeichnung

Tāmaki Makaurau bedeutet

„Eine junge Schönheit mit 100 Liebhabern“.

Das landschaftliche Bild des multikulturellen

Auckland wird von 53 inaktiven

Vulkanen geprägt, zwischen

denen sich die Großstadt erstreckt.

Ihnen verdankt die Stadt weitläufige

Parkanlagen, die bis ins Zentrum

hineinreichen.

Die Lage an geschützten Meeresbuchten

trägt ebenfalls wesentlich

zum Bild Aucklands bei, nicht zuletzt

durch die zahlreichen Segelboote,

die der Stadt den Beinamen

City of Sails einbrachte. Die Auckländer

verdienen diesen Titel, da sie

in den Jahren 1995 und 2000 den

America‘s Cup gewannen.

Segeln ist hier eine Lebensphilosophie

für jung und alt.

St Mary‘s Church

St Mary‘s Cathedral Church ist die ehemalige Kathedrale der anglikanischen Diözese

von Auckland. Die neugotische Holzkirche wurde vom berühmten Christchurch-Architekten

Benjamin Mountfort entworfen und 1897 fertiggestellt. Das Gebäude

diente als Domkirche und anglikanische Hauptkirche von Auckland bis 1973.

Wir besuchten das Auckland Maori Kulturzentrum

und erfuhren viel über die Lebensweise

dieser freundlichen und aufgeschlossenen

Menschen.

Als Maori werden die Angehörigen der

indigenen Bevölkerung Neuseelands bezeichnet.

Ihre aus der pazifischen Inselwelt

stammenden Vorfahren haben vermutlich

im 13. Jahrhundert und damit etwa 300

Jahre vor den europäischen Seefahrern

in mehreren Wellen von Polynesien aus

das, zuvor unbewohnte Neuseeland, als

erste Einwanderer besiedelt. Ihre Sprache

wird Te Reo Māori genannt. Der Anteil der

Maori an der neuseeländischen Bevölkerung

beträgt etwa 10%.

Nachdem wir die beiden Staaten in unmittelbarer

Aufeinanderfolge besuchten, hatten

wir das Gefühl, dass es die Neuseeländer

besser als die Australier geschafft

haben, ein konfliktfreies Zusammenleben

zwischen den Volksgruppen zu organisieren.

Es mag auch damit zusammenhängen,

dass die Aborigines schon ca. 50.000

Jahre in Australien lebten und die Maori

erst vor 800 Jahren die Insel besiedelten.

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Das Auckland War Memorial Museum ist das größte

kulturhistorische und naturkundliche Museum in

Neuseeland. Es wird von dem New Zealand Historic

Places Trust als Kulturdenkmal der höchsten

Klasse eingestuft. Das Museum verwaltet bedeutende

Sammlungen, insbesondere zur Geschichte

Neuseelands, der Kultur der Māori und den Kulturen

des pazifischen Raumes. Zu den Sammlungen

gehören unter anderem das Kriegskanu Te Toki a

Tapiri aus dem Jahr 1830.

Das Museum ist zugleich die zentrale Kriegsgedenkstätte

für die Provinz von Auckland. Es zeigt

dazu eine umfangreiche Ausstellung zu den Neuseelandkriegen,

internen Kolonialkriegen im 19.

Jahrhundert als auch zu den internationalen militärischen

Auseinandersetzungen, an denen Neuseeland

teilgenommen hat.

An Bord gab es eine „kleine“ Nachmittagsjause in

Form eines Buffets mit liebevoll geschnitzten Melonen

und Eisskulpturen.

Das Speisenangebot war von bester Qualität. Die

Rhapsody of the Seas gehört zur Reederei Royal Ca-

8 9


ibbean Cruise Line und obwohl

das Headquarter in Miami in den

USA sitzt, haben die Schiffe das

norwegische Flair nicht ganz abgelegt.

Ein wenig ist zwar das Lachsangebot

vom Burger verdrängt

worden, aber das erleben wir ja

leider auch bei anderen Großreedereien.

Verständlich, dass nicht alle

Gäste und gerade jene, die es

notwendig hätten, widerstehen

konnten.

Kapitän Stein Bjorheim aus Norwegen

war ein souveräner Chef für die,

aus nahezu 60 Nationen bestehende

765-köpfige Besatzung.

Er dirigiert das Ablege Manöver. Wir

nahmen Abschied von Auckland. Der

Kurs wurde Richtung Napier an der

Ostseite der Nordinsel abgesteckt.

Die Zeit bis zum Abendessen nutzten

wir für Bewegung und genossen

den sanften Wechsel der Tageszeit

in der milden Abendluft.

Der leichte Fahrtwind kühlte angenehm

und die tagsüber ausgebuchten

Liegen strahlten die Ruhe der anbrechenden

Nacht bereits jetzt aus.

In unserer Kabine erwartete uns wieder

ein „Handtuchtier“ und die Vorfreude

auf neue Eindrücke im nächsten

Hafen und das sanfte Wiegen

des massigen Schiffskörpers ließen

uns jede Nacht sehr gut schlafen.

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Napier die Stadt des Bebens

und der blubbernden Tümpel

men der Südhalbkugel und auch andere

rohstoffgewinnende Zweige sind hier vertreten,

wie wir an den riesigen Holzstößen

im Hafen erkennen konnten.

Die Gegend war bis 1850 von unterschiedlichen

Maori-Stämmen bewohnt.

Regierungskommissare wurden von der

britischen Krone beauftragt, Land von den

Maoris zu kaufen. So entstanden Siedlungsgebiete,

am Anfang in Küstennähe,

später auch im Landesinneren.

Die Entwicklung der Stadt wurde im Jahr

Der Lotse kam an Bord und unterstützte

durch seine genaue

Ortskenntnisse die Brücke bei der

Einfahrt in den Hafen und beim Anlegemanöver.

Schlepper stehen nur für einen Notfall

der Crew zur Seite. Üblicherweise

können Kreuzfahrtschiffe selbstständig

an und ablegen. Durch

die enorme Kraft von Bug- und

Heckstrahlruder können sie auch

quer durch das Wasser driften.

Wenn die Festmacher am Land einmal

über dem Poller liegen, werden

sie mit starken Winden (Winchen

genannt) angezogen und das Schiff

an der Mole festgemacht.

Das Anlegemanöver war für einige,

wenn auch wenige Passagiere

durchaus entspannend und keineswegs

aufregend oder sehenswert.

1931 durch ein Erdbeben mit einer

Stärke von 7,8 jäh unterbrochen.

Napier wurde durch das Beben und

das anschließende Großfeuer völlig

zerstört, die Nachbarstadt Hastings

schwer getroffen. Durch das Erdbeben

wurde der Erdboden teilweise

um bis zu 2,7 Meter angehoben, so

dass aus der Lagune und sumpfigen

Schwemmland 40 km² Neuland

entstanden.

Viele Gebäude wurden danach im

Stil des Art déco wieder neu errichtet

und unterstreichen jetzt die reizvolle

Uferpromenade mit gepflegten

Gartenanlagen, Kinderspielplätzen

und Sportzentren.

Napier ist eine Hafenstadt an der

Ostküste ungefähr in der Mitte der

Nordinsel. Sie bildet zusammen mit

der einige Kilometer südlich gelegenen

Stadt Hastings einen städtischen

Ballungsraum und der Hafen ist von

großer wirtschaftlicher Bedeutung.

Im Rotorua Museum wurde uns die

Maori-Kultur, die Vulkanlandschaft

und die lange dramatische Geschichte

der Region näher gebracht.

genwärtigen Geruch von Schwefel

und den geothermischen und vulkanischen

Aktivitäten, wie Geysire,

Heißwasserquellen und brodelnde

Schlammtümpel und Teiche.

nen eine touristische Attraktion darstellte

und zum anderen darauf hinwies,

dass der Ort auf einem Vulkan

gebaut wurde.

Unweit des Museums fanden wir

Die Maori nutzten die Thermalquellen

für Bäder oder auch zum Heizen

ein von Maori verwaltetes Gebiet, An vielen Stellen trat heißer Dampf

In der Gegend gibt es das größte das bekannt ist für seine „blubbernden

Tümpel“ und dem allge-

und Erdspalten hervor, was zum ei-

mit Schwefelgeruch aus Tümpeln in der kühlen Jahreszeit.

Schafwolle verarbeitende Unterneh-

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Rotorua Museum

Der Prince of Wales Feathers-Geysir

14 15


Whakarewarewa heißt das Geothermalfeld

und ist gleichzeitig eine

Maorigemeinde. Das Gelände wird

vom Stamm der Tuhourangi\Ngati

Wahiao als eine der bekanntesten

touristischen Sehenswürdigkeiten

im Raum Rotorua betrieben und

kann gegen Eintritt besichtigt werden.

Whakarewarewa liegt am Ufer

des Puarenga Stream und ist das

größte Geysirfeld Neuseelands.

Das Gebiet besteht aus etwa 500

Austrittsöffnungen, die meisten

davon Thermalquellen mit alkalischem,

chloridhaltigem Wasser

oder Schlammtöpfe und mindestens

65 Geysiren.

Auf dem Gelände befindet sich auf einer Anhöhe ein

nicht öffentlich zugänglicher Friedhof der Maori. Da

der Boden wegen seiner Temperatur nicht für Bestattungen

geeignet ist, werden die Toten oberirdisch in

gemauerten Grabmalen beigesetzt.

Auf dem Rückweg besuchten wir

noch eine Kiwi Farm. Der Parkplatz

war voll, aber wir hatten Glück und

kamen mit der nächsten Gruppe mit.

Mit dem Kiwi-Obst-Kart wurden wir

durch die Obst-Plantage geführt.

Es ist erstaunlich, dass ungefähr

80% der Kiwi-Früchte Neuseelands

in dieser Region geerntet werden.

Hauptsächlich werden hier die grünen

Kiwis und die goldenen Kiwis

angebaut.

Entlang der Route sahen wir auch

andere Pflanzen wachsen, darunter

Nussbäume, Mandeln, Pistazien,

Orangen, Avocados und Zitronen.

In der Mitte der Plantage war das

Nationalsymbol Neuseelands zu sehen.

Ein großer Kiwi als Blickfang.

Der Kiwi ist nicht nur ein Wappentier

Neuseelands, sondern auch gleichzeitig

der Namensgeber für die Kiwi-Frucht

und für Neuseeländer.

Einige Kilometer entfernt führt

eine Gondelbahn auf über

1.000m Seehöhe. Skyline Rotorua

Gondola Ride heißt die

Anlage und ist ein Naherholungsgebiet

für die Neuseeländer.

Ein wilder Ritt im wahrsten

Sinn des Wortes ist die Fahrt

den Hügel bergab auf der

Kart-Rodelbahn. Drei Strecken

mit unterschiedlichen

Schwierigkeitsgraden standen

zur Verfügung.

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Wellington die Hauptstadt

von Neuseeland

Wellington, die Hauptstadt Neuseelands,

liegt am südlichsten Ende der

Nordinsel an der Cookstraße. Diese

Meerenge trennt die Nord- von der

Südinsel. Als kompakte Stadt mit

rund 190.000 Einwohnern umfasst

sie eine Uferpromenade, Sandstrände,

einen aktiven Hafen und

bunte Holzhäuser auf den umliegenden

Hügeln. Vom Lambton Quay

aus fährt eine rote Standseilbahn

zu den Wellington Botanic Gardens

und zum Observatorium.

Das Dominion Observatory ist ein

historisches Observatorium im Botanischen

Garten. Im Jahr 1907 erbaut,

war seine Hauptaufgabe die

neuseeländische Zeit für den Zeitdienst

auf der Grundlage astronomischer

Beobachtungen aufrechtzuerhalten.

Den starken Winden in der Cookstraße

verdankt die Stadt ihren

Beinamen „Windiges Wellington“.

Oberleitungsbusse verbinden die

Außenbezirke und Badestrände mit

der Innenstadt.

Old Saint Paul’s ist die ehemalige

Kathedrale der Anglican Church

in Wellington. Ihr Bau wurde 1866

vollendet. Sie ist ein Beispiel der

Neugotik, die an die in der Kolonie

herrschenden Bedingungen und die

verfügbaren Materialien angepasst

wurde. Sie wurde vollständig aus

heimischen Hölzern erbaut und besitzt

Glasmalereien die von einheimischen

Künstlern angefertigt wurden.

Die neuseeländischen Verteidigungskräfte

haben hier eine Gedenkstätte.

An einigen Wänden und Säulen

sind Gedenktafeln angebracht,

von denen viele den Kriegstoten des

Ersten Weltkrieges gewidmet sind.

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Christchurch die

englische Stadt Neuseelands

Mit einer Höhe von 920m markiert

der Arthur’s Pass die Grenze zwischen

der Westseite und der Ostseite,

wo Christchurch sich in einer

Entfernung von rund 140 km befindet.

Seit 1923 verläuft die Midland

Line der neuseeländischen Eisenbahn

beim Arthur’s Pass mittels

dem 8,5 km langen Otira Tunnel unter

dem Pass durch den Berg.

Die Strecke ist die einzige Bahnstrecke,

die über die Neuseeländischen

Alpen führt und auf der Südinsel

die West- und die Ostküste

verbindet.

Mit dem Bus ging es wieder zurück.

Unterwegs besuchten wir ein Farm.

Die neuseeländische Landschaft

wird in weiten Teilen von der Landwirtschaft

bestimmt. Am meisten

verbreitet ist die Schafzucht. Der

Besuch auf der Schaffarm gab uns

einen guten Einblick in das tägliche

Leben der Farmer. Hier konnten wir

feststellen, dass Neuseeland ein relativ

junges Land ist und so haben

Christchurch, Hauptstadt der Südinsel

gilt als die „englischste“ Stadt

Neuseelands, was man heute noch

an der Architektur der Häuser sehen

kann. 340.000 Einwohner, davon

rund 20.000 Maori-Stämmig sind

zum Großteil in der Landwirtschaft

tätig.

Erst in letzter Zeit siedelten sich einige

Industriebetriebe hier an, die

neben den bestehenden Brauereien

und einer renommierten Schokoladenfabrik

neue Arbeitsplätze bieten.

Die Höhepunkte des Aufenthaltes

hier, waren für uns die Zugfahrt auf

den Arthur‘s Pass, der Besuch einer

Schaffarm und ein Stadtbummel.

die meisten Bauernhäuser nichts

mit dem gemein, wie man sie häufig

in Österreich vorfindet. Die Häuser

unterscheiden sich nicht von den

üblichen Einfamilienhäusern, hinzu

kommt noch, dass die Schafe das

ganze Jahr auf der Weide gehalten

werden und somit Ställe entfallen.

mit den Schafen werden spezielle

Hunde eingesetzt. Es war beeindruckend

zu sehen, wie die Hunde mit

wenigen Kommandos in der Lage

waren die Schafe in die gewünschte

Richtung zu führen.

Bei einer Vorführung wurde auch

die Arbeit der Schafscherer gezeigt.

Schafe scheren wird pro Schaf bezahlt

und entsprechend schnell

werden den Schafen geschoren.

Wir erfuhren interessante Dinge

über die Schafzucht, die sich grundsätzlich

von der Tierhaltung in Europa

20 unterscheidet. Für die Arbeit

21


Das Kriegerdenkmal wurde im Juni 1937 in der

Nähe der Christchurch Cathedral enthüllt und gedenkt

der Gefallenen aus dem 1. und 2. Weltkrieg.

Die anglikanische Christchurch Cathedral wurde

1881 fertiggestellt. Als Wahrzeichen von Christchurch

ist die Kirche auch eine touristische Attraktion

und gehörte bei unserer Stadtführung zum Programm

und war einer der Höhepunkte.

Am Cathedral Square im Zentrum gaben Künstler, Musiker und Zauberer

Kostproben ihres Könnens.

Die Geschichte der Straßenbahn in Christchurch reicht bis in das Jahr

1880 zurück. Die heutige Rundstreckenlänge beträgt ca. 3 Kilometer.

Auf der von uns besichtigten Farm wurden auch noch hoch interessante

Einrichtungsgegenstände, Geräte und Maschinen aus der

Vergangenheit gezeigt, ähnlich unseren Volkskundemuseen.

22 23


Eine Tradition bei Brauereien

ist die kostenlose

Abgabe von Trinkwasser

an die Bevölkerung. Der

freundliche Neuseeländer

meinte, dass es ihm viel

lieber wäre, wenn Bier aus

dem Hahn fließen würde.

Wir fanden dann nach der

interessanten Führung

aber schon einen Hahn,

aus dem Bier floss.

Die Schokoladenfabrik Cadbury hat

350 Angestellte, und gehört zu den

vier größten Arbeitgebern der Stadt.

Die öffentliche Führung für Besucher

durch die mehr als 80 Jahre

alte Schokoladenfabrik hat uns sehr

gut gefallen, obwohl die verkostete

Schokolade nicht so ganz an unsere

gewohnte Qualität herankam.

Am späten Nachmittag stand noch

eine Brauereiführung auf unserem

Programm. Auf dem Weg dorthin

überquerten wir das Flohmarktgelände

von Christchurch. Neben dem

bunten Allerlei wie Musik und Trödel,

fiel uns der fahrbare originelle

Coffee to Go „Stand“ auf.

Speight‘s ist eine Brauerei die seine

Werbung auf Tradition gesetzt hat.

Das beruht darauf, dass es sich um

einen „echten Südstaatler“ und um

„den Stolz des Südens“ handelt.

Speight‘s eröffnete auch eine Reihe

von Speight‘s Ale Houses Restaurants

in ganz Neuseeland.

Den Ausschank übernahm

übrigens, sehr zur Freude

der Teilnehmer, eine steirische

Wirtin!

Der erste Braubetrieb wurde von

James Speight im Jahr 1876 in

Dunedin gegründet. In den Jahren

danach entstanden in allen

größeren Städten Neuseelands

Speight‘s Brauereien, die aber in

der jüngeren Vergangenheit wieder

zentralisiert wurden.

Die Anzahl der Brauereien wurde

zwar reduziert, aber die Marke ist

in ganz Neuseeland fest verankert.

24 25


Wieder zurück an Bord gab es das

obligate hervorragende Abendessen,

Musik und Theaterdarbietungen

und in der Kabine das obligate

„Handtuchtier“.

Die Route führte uns rund um die

Südspitze von Neuseeland. Durch

die Meerenge der Foveaux Straße

die im Süden von den Stewart Islands

begrenzt wird, erreichten wir

eine Region, die eher an Norwegen

erinnert als an

Neuseeland.

Eine Besonderheit der neuseeländischen

Küste liegt auf der Südinsel

im Südwesten des Landes im Fjordland.

Fjordland ist eine geografische

Regionen, die von hohen zerklüfteten

Bergen, zahlreichen Seen und

tief eingeschnittenen Meeresarmen

mit steil abfallenden Felsen geprägt

ist. Das gesamte Fjordland ist ein

Nationalpark.

Die Fjorde ziehen sich weitverzweigt

zum Teil bis über 40 km ins

Landesinnere hinein und dominieren

damit das Küstenlandschaftsbild.

Die bekanntesten Fjorde sind

hier der Milford Sound, der Doubtful

Sound und der Dusky Sound.

Nach der Durchfahrt durch den Vor uns lagen etwas mehr als 1000

Dusky Sound wurde es dunkel und Seemeilen durch die Tasmanische

26

Zeit für den Abschluss-Galaabend. See bis Sydney.

27


Die zwei Tage auf See nutzten wir,

die wunderbare Reise rund um Neuseeland

Revue passieren zu lassen.

Wir hatten immer ruhiges und schönes

Wetter. Von der Crew erfuhren

wir, dass 14 Tage vorher starke Winde

bei den beiden Überfahrten den

Essenskonsum radikal reduzierten.

Solche Starkwinde kommen in dieser

Region des Öfteren vor, aber wir

hatten wie erwähnt großes Glück.

Die Freundlichkeit der Einwohner

sei hier besonders hervorgehoben

und die positiven Eindrücke die das

Land bei uns hervorrief, werden wir

nicht vergessen. Von Sydney flogen

wir wieder nach Hause.

28

Die Doppelinsel Neuseeland, das

»England der Südsee«, ist 2000

km südöstlich von Australien gelegen.

Weit unter dem südlichen

Wendekreis hat es nahezu die gleiche

Breitenlage wie Italien auf der

Nordhalbkugel. Die Nord- und Südinsel

entsprechen in ihrer Flächenausdehnung

von rund 265 000 km²

fast der Größe der Britischen Inseln,

haben aber nur rund 3,2 Millionen

Einwohner. Umso erstaunlicher ist

die wirtschaftliche Entwicklung des

sehr dünn besiedelten und weltabgeschiedenen

Inselstaates.

Über 90% der Einwohner sind europäischer

Abstammung und fast ausschließlich

britischer Herkunft. Die

Zahl der lange vor den Europäern

eingewanderten Maori (Polynesier)

ist im 20. Jahrhundert wieder stark

angewachsen und erreicht heute

fast 300.000. Bei der hohen Geburtenrate

dieser Volksgruppe dürfte

sie in den kommenden Jahren einen

Zehn-Prozent-Anteil an der Gesamtbevölkerung

überschreiten. Die

Gleichstellung dieser Volksgruppe

hat im 20. Jahrhundert beachtliche

Fortschritte gemacht. Heute gibt es

unter ihnen zahlreiche Kaufleute,

Lehrer, Anwälte, Ärzte, Politiker. Die

meisten Maori leben auf der Nordinsel

in den Bezirken um Auckland.

Die Maori, deren reichhaltige Mythologie

die Gelehrten beschäftigt

hat, hatten schon lange bevor Kapitän

Cooks berühmte Karte von

Neuseeland erschien, klare Vorstellungen

von den Umrissen der Nordinsel

gehabt.

Auf der Nordinsel ist das zentrale

Taupoplateau ein Gebiet aktiver vulkanischer

Tätigkeit. Ein berühmtes

Touristenziel ist hier der Bezirk Rotorua

mit seinen Geysiren, Fumarolen,

brodelnden Schlammtümpeln

und kochenden Quellen. Das heiße

Wasser wird aus bis zu 1200m Tiefe

gewonnen und für Zentralheizungen

und Gewächshäuser genutzt.

Bei Wairakei wurde bereits 1958 die

erste Ausbaustufe eines geothermischen

Kraftwerkes fertiggestellt; es

hat heute eine Kapazität von über

200 MW.

Entlang des Waikato River ist mit

insgesamt 8 Staustufen eine hydroelektrische

Kapazität von über

1000 MW geschaffen worden. Der

Lake Taupo, in einem vulkanischen

Einbruchsbecken am Oberlauf des

Waikato gelegen, bildet mit seinen

626 km² (z.B.: Bodensee 539 km²)

das natürliche Reservoir für die

Kraftwerke am Fluss.

Auszüge aus der Bertelsmann Lexikonthek

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