Erfolg Magazin Ausgabe 3-2019

erfolgmagazin

GRENZENLOS: Wie wir es schaffen, über uns hinauszuwachsen
DAVID GARRETT: im Interview über Musik und Ausdauer
ROLAND KAISER. im Interview
OLIVER KAHN: Motivation
ROGER FEDERER. Erfolgsgeschichte
JIM CARREY: Gipfel und Täler
JENNY ELVERS: im Interview über den Weg aus der Krise
MARCEL REMUS: Interview
KARL LAGERFELD: Das Vermächtnis
FRANZISKA MÜLLER: Rock Your Dreams
KRIS BURSUC: E-Commerce Gigant

DIE ERFOLGSGESCHICHTE VON TENNIS-LEGENDE ROGER FEDERER

D A S L E S E N E R F O L G R E I C H E

magazin

3 / 2019

DAVID

GARRETT

IM INTERVIEW ÜBER

MUSIK UND AUSDAUER

ROLAND

KAISER

IM INTERVIEW

OLIVER

KAHN

MOTIVATION

Verleger Julien

Backhaus über

Grenzen

JIM CARREY

GIPFEL UND TÄLER

JENNY ELVERS

AUS DER KRISE

MARCEL REMUS

INTERVIEW

KARL LAGERFELD

DAS VERMÄCHTNIS

Kris

Bursuc

E-Commerce

Gigant

GRENZENLOS

Wie wir es schaffen, über

uns hinauszuwachsen

Franziska

Müller

Rock Your

Dreams

BACKHAUS VERLAG 5 EUR

ÖSTERREICH 5,60 € | SCHWEIZ 8,00 CHF

BILDER: CHRISTOPH KÖSTLIN, ISMAIL GÖK, PRIVAT (2)


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Editorial

Bild: Ronny Barthel

Julien Backhaus

Verleger und

Herausgeber

Noch mehr

Erfolg für Sie!

Ab 2019 erscheint

Erfolg Magazin

alle 2 Monate.

Das nächste Heft

erscheint am

27. Juni 2019

Lebe deine Leidenschaft

Wie sehr leben wir doch alle unter unseren Möglichkeiten. Wir

haben uns unsere eigene Grenzen geschaffen, einen Raum, in dem

wir uns trauen zu operieren. Aber unser Potenzial ist viel Größer.

Die Angst hält uns im Zaum, wir haben Furcht vor der Ungewissheit

und übertreten die Grenzen nicht. Hier können wir von einem

David Garrett lernen, mehr aus uns herauszuholen. In allen von

uns schlummert eine große Leidenschaft und ebenso Talente. Es

ist schlichtweg eine Gewohnheit, unsere Grenzen einen klitzekleinen

Schritt zu übertreten und uns so zu erlauben, zu wachsen.

Der überwiegende Teil der Menschen, die ich treffe, leben nicht

ihre Leidenschaft. Sie sind irgendwann in einen Bereich hineingerutscht

und sind dabei geblieben. Besser wäre es jedoch, regelmäßig

das eigene Leben zu hinterfragen. Star-Makler Marcel Remus

hat hier ein gutes Rezept, von dem wir lernen können. Er fragt

sich regelmäßig, wie glücklich er in seiner aktuellen Lage ist. Kann

er sofort positiv antworten, ist alles gut. Kommt er ins Stocken,

schlägt er einen neuen Weg ein. Das ist schlau, denn er orientiert

sich da neu, wo andere unbewusst beginnen, sich ein eigenes Gefängnis

zu bauen.

Wir alle können mehr. Und vor allem können wir besonders das gut,

was in uns brennt. Die Angst vor dem Ungewissen ist menschlich,

aber nicht hilfreich. Aus meinen Gesprächen mit den Super-Erfolgreichen

weiß ich, dass sie alle sich zur Gewohnheit gemacht haben,

die bisherigen Grenzen regelmäßig ein wenig zu überschreiten.

Über die Jahre sind Sie so in den Olymp aufgestiegen.

Wir alle haben diese Chancen. Wir nehmen sie allerdings nur

dann wahr, wenn wir die Entscheidung treffen, mehr zuzulassen.

Sind wir hingegen zufrieden, blendet unser Bewusstsein die vielen

täglichen Chancen einfach aus. Lassen Sie das nicht zu und holen

Sie alles aus sich und Ihrem Leben raus.

Viel Erfolg

Ihr Julien Backhaus

Impressum

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Erfolg Magazin ISSN 25057342

Redaktion/Verlag Backhaus Verlag GmbH

E-Mail: info@backhausverlag.de

Chefredakteur (V.i.S.d.P.) Julien D. Backhaus

Redakteurin und Satz Martina Schäfer

Redakteur Dominik Flinkert

E-Mail: info@backhausverlag.de

Herausgeber, Verleger Julien D. Backhaus

Anschrift:

Zum Flugplatz 44, 27356 Rotenburg

Telefon (0 42 68) 9 53 04 91

E-Mail info@backhausverlag.de

Internet: www.backhausverlag.de

Druck

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Die Autoren der Artikel und Kommentare im Erfolg

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Onlineredation

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ERFOLG magazin . Ausgabe 03/2019 . www.erfolg-magazin.de

3


INHALT 3/2019

Erfolg

Jenny Elvers: Das Wollen muss

von einem ganz allein kommen...................10

Roland Kaiser: Ich will unterhalten ...............20

David Garrett:

Hol alles aus dir raus - für dich....................24

Story

Matthias Aumann:

Was er anfasst, wächst...............................53

Kris Bursuc: In zwei Jahren

zum E-Commerce-Giganten........................58

Alexander Popp & Alexander Felde:

Wunsch-Denken, Wunsch-Netzwerk ..........64

Franziska Müller: Rock your dreams............66

Einstellung

Boris Thomas: Das Beste an der Krise..........30

Marcel Remus:

Alles Anders Als Alle Anderen.....................36

Jürgen Höller: Überflieger Michael Jordan...40

Axel Kahn:

Erwartungen anderer erfüllen? Nein!..........48

Jügen Höller:

Was ich von Oliver Kahn lernen konnte.......60

Wissen

Stefan Verra:

Körpersprache der Mächtigen.....................42

Dr. Dr. Rainer Zitelmann: Henry Ford...........46

Samer Mohamad: Like - In 4 Schritten

zu mehr Aufmerksamkeit und Umsatz .......50

Tobias Beck: Keine Panik vor

Public Speaking...........................................54

Chris Bailay: Hyperfocus..............................56

Brad Stulberg & Steve Magness:

Warum Kreative spazieren gehen................62

Roland Kaiser

Ich will

unterhalten

20

Bilder: Ronny Barthel, Oliver Reetz, Depositphotos/zhukovsky/PopularImages/arp

24

David Garrett

Hol das Beste aus

dir raus - für dich

4 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2019 . ERFOLG magazin


Leben

Gwyneth Paltrow: Bleib locker..................... 6

Roger Federer: Hart aber fair........................ 8

Jim Carrey: Bis zum Anschlag lustig ............14

Victoria Beckham:

What I really, really want ............................18

Karl Lagerfeld: Das Vermächtnis..................32

Sonstiges

Victoria

Beckham

Mode-

Designkarriere

18

Die Erfolg Magazin-Top-Experten................67

Erfolg Magazin-Dossier: Daniel Fabbris........67

Best of Web:

Schauen Sie doch mal online rein................68

Die Erfolg Magazin-Termine........................70

Jenny Elvers

Der Wille muss

von einem ganz

allein kommen

10

Karl

Lagerfeld

Vermächtnis

32

8

Roger Federer

Hart aber fair

ERFOLG magazin . Ausgabe 03/2019 . www.erfolg-magazin.de

5


Leben

6 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2019 . ERFOLG magazin


Leben

GWYNETH

PALTROW

»Bleib locker« - Das Erfolgsrezept

der berühmten US-Schauspielerin

Gwyneth Paltrow gehört das

Unternehmen Goop, das einen

Wert von 250 Millionen

Dollar hat. Die Marketingphilosophie

von Goop wird

in Unternehmerkreisen hoch angesehen.

Während der Technikmesse „South by

Southwest“ in Austin verriet die Unternehmerin

und Schauspielerin

ihr Erfolgsrezept. So

berichtete die Zeitschrift

„Wirtschaftswoche“ auf

ihrem Online-Auftritt,

Paltrow habe gesagt, dass sie mal an einer

Besprechung teilnahm und nicht wusste,

was ein Software-As-A-Service-Business

ist. Mithilfe von Google habe sie den Begriff

gesucht. Darum sagte Paltrow im

März während der Technikmesse: „Wir

brauchen mehr verletzliche Anführer.“

Wenn jemand etwas frage, sei das kein

Ausdruck mangelnder Intelligenz. Wichtig

sei es, die Wissenslücke zur Tugend zu

machen.

Darüber hinaus riet die Firmenchefin vor

allem Existenzgründern, Humor zu verbreiten

und locker zu bleiben. So zitierte

die Online-Ausgabe der „Wirtschaftswoche“

Paltrow wie folgt: „Ich schere mich

nicht mehr so sehr darum, was die Leute

über mich sagen.“ Als eine Moderatorin

des Festivals Paltrow fragte, ob sie die Meinung

von Sheryl Sandberg, bei Facebook

fürs Tagesgeschäft verantwortlich, teile,

dass die Partnerwahl die bedeutendste

berufliche Entscheidung ist, antwortete

Paltrow so: Selbst wenn man irgendwann

feststelle, dass man den falschen Partner

geheiratet hat, sei das trotzdem eine wunderbare

Zeit gewesen. Dem Onlinepor-

»Wir brauchen mehr

verletzliche Anführer.«

tal zufolge erzählte die 46-Jährige weiter:

„Und wenn man auseinander geht, hat

man dadurch zumindest gelernt, wohin

man will.“ Das meinte die Chefin des Goop-Magazins

wahrscheinlich nicht nur in

Bezug auf eine Beziehung, sondern auch

auf die berufliche Entwicklung.

Beim Festival gab sich Paltrow als fortschrittliche

Unternehmerin,

die sich verletzlich

zeigt und es anderen nicht

übel nimmt, wenn sie sich

verletzlich zeigen. „Menschen

sind nun einmal Menschen. Wir

alle bringen unsere Bürden und unsere

Traumata mit ins Büro“, betonte die Amerikanerin.

Eine Aussage ihres Mentoren

gab sie nach Angaben des Online-Portals

so wieder: „Deine Kultur ist dein Businessplan.“

Paltrow kündigte an, dass sie im

August ihr Unternehmen zwei Wochen

schließt. Jeder solle die

Chance bekommen, seinen

Rechner herunterzufahren,

weil es nun mal kein echter

Urlaub sei, wenn permanent

Slack-Nachrichten

auf dem Smartphone auftauchen.

Darüber hinaus

könne jeder Mitarbeiter so

viele freie Tage Urlaub nehmen

wie er will. „Bislang hat das nur eine

einzige Person jemals missbraucht“, bilanzierte

Paltrow.

Die Oscarpreisträgerin plauderte auch

über ein Interview, das die englischsprachige

Tageszeitung „Wall Street Journal“

mit ihr führte. Darin sagte sie, dass sie

manchmal interessante Menschen anschreibt,

um etwas von ihnen zu lernen.

»Menschen sind nun

einmal Menschen.

Wir alle bringen

unsere Bürden und

unsere Traumata mit

ins Büro.«

Auf die Frage, ob jemand nicht auf ihre

Nachricht geantwortet habe, antwortete

Paltrow: Jeff Bezos habe mal nicht reagiert.

Danach las der Chef von Amazon das Interview

und meldete sich bei Paltrow. Sie

wollte nun von ihm wissen, warum Bezos

mit Amazon ständig in neuen Geschäftsbereichen

mitmischt.

In ihrem Goop-Magazin vermarktete sich

Paltrow im vergangenen Jahr selbst. Auf

dem Cover der zweiten Ausgabe sei sie mit

ihrem Verlobten Brad Falchuk abgebildet

gewesen, berichtet das Internetportal

stern.de. In einem passenden Artikel dazu

habe die Amerikanerin ihren Schritt so erläutert:

„Wir fühlen uns unglaublich glücklich,

dass wir an diesem Punkt unseres

Lebens zusammengekommen sind.“ Weiterhin

habe sie gesagt: „Unsere gemeinsamen

Erfolge und Misserfolge fungieren

als Grundsteine für eine glückliche und gesunde

Beziehung.“ Paltrow

und Falchuk verliebten

sich am Set der US-Serie

„Glee“. In ihrem Magazin,

in dem auch Kosmetikund

Esoterik-Tipps stehen,

erzählte sie zudem, warum

sie noch mal heiraten will.

Auf stern.de wird sie dazu

so zitiert: „Ich persönlich

habe die Komplexität romantischer Liebe

in der Mitte meines Lebens akzeptiert.“

Sie habe sich entschieden, es noch mal zu

probieren. Nicht nur, weil sie glaube, dass

sie den Menschen gefunden hat, mit dem

sie zusammen sein soll, sondern weil sie

akzeptiert hat, welche seelenerweiternden,

musterbrechenden Möglichkeiten Intimität

möglich macht.

Bild: Depositphotos/PopularImages

ERFOLG magazin . Ausgabe 03/2019 . www.erfolg-magazin.de

7


Leben

Roger Federer

Hart aber fair

Mit Bescheidenheit, guter Planung

und psychologischer Hilfe an die Weltspitze

Auf 77,2 Millionen US-Dollar

– umgerechnet etwa

68,6 Millionen Euro – hat

das US-Wirtschaftsmagazin

Forbes das Vermögen von

Roger Federer zum Stichtag 16. Juli 2018

geschätzt. Und das hat sich der Tennisprofi

hart erarbeitet. Seinen 100. Turniersieg feierte

er am 2. März in Dubai. Dort besiegte

er im 152. Finale seiner Laufbahn den

Griechen Stefano Tsitsipas. Federer sei erst

der zweite Spieler nach Jimmy Connors

gewesen, der die magische Marke von 100

Turniersiegen geknackt hat, berichtete das

Onlineportal zeit.de. Connors gewann 109

Einzeltitel.

Federer hatte am

4. Februar 2001 in

Mailand seinen ersten

Turniersieg geschafft.

6600 Tage

seien bis zum Jubiläum

am Persischen

Golf vergangen, informierte

das Onlineportal

und beruft sich auf Angaben der

Schweizer Zeitung „Blick“. Federers Vater

Robert habe nach dem ersten Sieg seines

»Wer mich kennt, weiß, dass ich

im Sport sehr hart kämpfe und

irgendwo auch gnadenlos bin.

Aber ich verliere dabei nie aus

den Augen, dass Respekt und

Fairplay extrem wichtig sind.«

Sohnes die Scheibe seines Autos einschlagen

müssen, weil er den Autoschlüssel vor

dem Endspiel eingeschlossen hatte. Federer,

der in Basel wohnt, erinnerte sich

am 2. März noch genau daran, dass er in

Mailand unbedingt gewinnen wollte. „Ich

war so erleichtert, dass ich nicht der Typ

bin, der endlos viel Talent hat, aber keinen

Titel“, zitiert zeit.de den Schweizer. Er habe

auch gestanden, dass er nach seiner ersten

Final-Niederlage vor 19 Jahren gegen Marc

Rosset in Marseille Zweifel hatte, ob er irgendwann

mal einen Titel gewinnen kann.

So habe Federer gesagt: „Ich habe mir die

Augen ausgeheult. Marc sagte mir: 'Mach

dir keine Sorgen, du

wirst einige gewinnen.'

Ich dachte mir:

'Du hast gut reden.'“

Und Rosset behielt

recht. 2003 triumphierte

Federer in

Wimbledon zum ersten

Mal bei einem

Grand-Slam-Turnier.

20 Siege bei den vier bedeutendsten

Tennisturnieren stehen nun auf seinem

Konto. Das gelang keinem anderen Profi.

45 Titel errang der 37-Jährige auf Hartplätzen

unter freiem Himmel, zudem

siegte er beim Davis-Cup 2008 und wurde

Olympiasieger in der Doppeldisziplin. 310

Wochen stand er auf Platz eins der Weltrangliste.

Der Schweizer ist Rekordsieger

in Wimbledon und bei den ATP-World-

Tour-Finals. Er stand die längste Zeit in

Folge auf Platz eins der ATP-Rangliste.

Und er ist der älteste Spieler, der es auf

Platz eins der Weltrangliste schaffte. Mehrfach

ist er zum Weltsportler des Jahres gewählt

worden.

Auch im Alter von 37 Jahren kann Federer

noch locker mit seinen Gegnern mithalten.

Das liegt an seiner guten Planung. Er legt

gezielte Pausen ein, um Kräfte zu sammeln

und Verletzungen vorzubeugen. „Es ist

wichtig, dass man dem Körper und Geist

eine Pause gibt“, zitiert das Schweizer Nachrichtenportal

nau.ch Federer. Vor allem

Turniere, die auf Sand ausgetragen werden,

lässt er aus, weil er meistens auf den schnelleren

Belägen besser spielt. Darüber hinaus

betont er in Interviews immer wieder, wie

sehr er seinen Sport liebt und dass er noch

so lange spielen möchte, wie es sein Körper

zulässt und er Spaß hat.

8 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2019 . ERFOLG magazin


Leben

Bild: Jürgen Höller Akademie

Da der Aufschlag beim Tennis als wichtigster

Schlag gilt und Federer mehr Varianten

beherrscht als die meisten anderen

Profis, kommt ihm das in den Spielen

stark zugute. In seiner Karriere hat Federer

mehr als 10.000 Asse geschlagen. Das

heißt: Jeder zehnte Aufschlag von Federer

ist im Durchschnitt ein Ass. Das

haben nur zwei weitere Spieler in der

Geschichte des Tennissports geschafft.

Zu Federers Erfolgen hat auch seine Beharrlichkeit

beigetragen. Er hat noch keine

Partie aufgegeben; nur drei Mal konnte er

nicht antreten. Im Alter von zehn Jahren

prägte Federer sein Trainer Peter Carter,

der eine fröhliche und humorvolle Art

hatte. Er trug dazu bei, dass Federer so

viel Spaß am Tennis hat. Nach Auskunft

des Onlineauftritts srf.ch vom Schweizer

Radio und Fernsehen war Federer zudem

einer der ersten Tennisstars, die sich von

einem Physiotherapeuten zu den Turnieren

begleiten ließen.

Als Jugendlicher soll Federer auf dem Tennisplatz

häufig wütend geworden sein und

seinen Tennisschläger weggeworfen haben.

Auf Initiative seiner Familie ging der

Tennisspieler zu einem Psychologen. Das

half: Schon lange agiert Federer besonnen;

auch in nervenzehrenden Spielen bleibt er

ruhig. Federers Erfolge kamen nicht über

Nacht, sondern weil er immer weiter Stück

für Stück an seiner Form arbeitete. Das tat

Früher warf er den Schläger über den Platz,

heute gilt Roger Federer als besonnenster

und beliebtester Tennisprofi

er auch nach seiner schwersten Verletzung

im Jahr 2016, als er sich beim Baden mit

seinen Kindern schwer am Knie verletzte,

und einer sechs Monate langen Zwangspause.

Mit intensivem Training und einem

neuen Schläger kam er wieder in Form.

Er setzte nicht mehr auf einen kleinen,

schweren Schläger, sondern auf ein größeres

Modell. 2017 gelang Federer das

Comeback, mit dem viele Experten nicht

gerechnet hätten: Im Finale der Australien

Open besiegte er seinen Dauerrivalen

Rafael Nadel. Diesen Moment hat Federer

als einen der besten Momente in seinem

Leben beschrieben.

Zu Federers Erfolgsrezept gehört auch, dass

er trotz seiner großen Erfolge bescheiden

und bodenständig geblieben ist. Zu seinen

Schwächen steht er offen, nimmt Kritik an.

Deshalb ist er bei den Fans der beliebteste

Spieler: 16 Mal in Folge stand Federer bis

zum Jahr 2018 auf Platz eins einer Liste der

am besten angesehensten Spieler, die die

Association of Tennis Professionals

(ATP) veröffentlicht und auf einem

Fan-Voting basiert. Auch bei seinen

Gegnern kommt Federer mit

seiner respektvollen Art gut an.

Sie wählen Federer bei Umfragen der ATP

häufig zum fairsten Spieler, sodass der

Schweizer oft den Sportmanship-Award

in den Händen hält. In einem Interview

mit der Zeitung „Bild am Sonntag“ sagte

Federer im Jahr 2010: „Am Anfang wurde

häufig gesagt, dass man es als netter Sportler

nicht nach ganz oben schaffen kann.

Ich habe klar bewiesen, dass man es doch

kann! Wer mich kennt, weiß, dass ich im

Sport sehr hart kämpfe und irgendwo auch

gnadenlos bin. Aber ich verliere dabei nie

aus den Augen, dass Respekt und Fairplay

extrem wichtig sind.“ Sein privates Umfeld

scheint zudem intakt zu sein. Mit seiner

Frau Mirka und seinen vier Kindern ist er

glücklich. Freunden misst er eine hohe Bedeutung

in seinem Leben zu.

ERFOLG magazin . Ausgabe 03/2019 . www.erfolg-magazin.de

9


Erfolg

Das Wollen muss von einem

ganz allein kommen

Jenny Elvers über die Höhen und Tiefen

ihres Lebens

Direkt nach der Schule haben

Sie mit dem Schauspiel

begonnen. War das tatsächlich

ein Traumberuf?

Das war tatsächlich ein

Traum von mir, weil ich es total faszinierend

fand, in Rollen zu schlüpfen. Es hat

auch etwas Kindliches. Man braucht ein

bisschen eine kindliche Spielfreude bei der

Arbeit. Das war ein Wunsch, der damals in

weiter Ferne lag, weil ich mir nicht vorstellen

konnte, wie das wirklich funktioniert.

Haben Sie in der Schule nie Theater in

einer AG gespielt?

Doch, Theater habe ich gerne in der

Schule gespielt. Aber das hat sich erst

manifestiert, als ich aus Japan zurückkam.

Ich war fast ein Jahr in Japan.

Als Austauschschülerin?

Nein, ich habe da als Model gearbeitet.

Ich wurde Heidekönigin und bin dann als

Heide königin nach Japan gegangen.

Weil das so ein exotischer Export ist?

Ja. Gerade wo ich war, gab es den Geschäftsmann

Herr Nishie, der kommt auch

in meinem Buch (Autobiografie „Wackeljahre“,

Anm. d. Red.) vor. Er war zuvor in

der Lüneburger Heide und hat sich das

alles angeschaut und fand das alles ganz

toll – von der deutschen Bratwurst bis zur

deutschen Heidekönigin. Da gab es dann

diese Einladung und das wurde ein Erfolg.

Es wurde nicht nur in der Lokalzeitung,

sondern auch in Tokio publiziert. Dann

kam eine Modelagentur und ich habe sehr

viele Werbespots gedreht.

Waren Sie da auch auf dem Laufsteg?

Laufsteg weniger. Eher Fotos, Werbesports

und so weiter.

Sind Sie ein Typ, der vieles eher locker

und leicht nimmt? Oder sind Sie sehr

tiefgründig und grüblerisch?

Es kommt darauf an, um welches Thema

es geht. Und alles hat seine Zeit im Leben.

Dieses Lockere, Flockige aus der Hüfte

und 'Ach das wird schon' hat man natürlich

in jungen Jahren. Ich habe sehr viel

dazugelernt, als ich in der Öffentlichkeit

erwachsen geworden bin. Dann weiß man

auch, an welchen Ecken und Enden man

anders reagieren sollte.

Du brauchst ein Ziel,

um gesund zu bleiben

Sie haben am Berliner Theater auch die

Prinzessin Diana gespielt. Haben Sie sich

da ähnlich gefühlt? So wie im goldenen

Käfig?

Der damalige Intendant und Regisseur

des Stücks Christoph Schlingensief kannte

viele große Schlagzeilen von mir. Es gab

eine Zeit – vor allen in den neunziger Jahren

–, wo extrem viel geschrieben worden

ist. Ich war in den Zeitungen mindestens

zehn Mal schwanger und mit dem und mit

dem zusammen. Da gab es immer wahnsinnige

Geschichten. Und es ist so, wie ich

es beschrieben habe: Du bist anscheinend

für viele Menschen und Journalisten eine

Projektionsfläche. Du hast dich nicht gewehrt,

viel mitgemacht. Es waren auch Geschichten

dabei, wo ich hätte sagen sollen:

„Bis hierhin und nicht weiter.“ Er hat die

Rolle mit mir besetzt, weil er viele Parallelen

gesehen hat.

Die Deutschen trinken gerne und viel

Alkohol. Sie hatten eine fast tödliche

Beziehung zum Alkohol. Wie schwer ist

es als öffentliche Person mit dem Thema

umzugehen?

Ich hatte eigentlich gar keine andere Wahl,

weil es medial stark begleitet worden ist. Es

gibt eigentlich nur zwei Varianten: einen

kompletten Rückzug und nie wieder auf

der Bildfläche, der Mattscheibe und der

Kinoleinwand aufzutauchen, oder – den

Weg hab' ich ja gewählt – offensiv damit

umzugehen. Irgendwas anderes hätte für

meine Begriffe nicht gepasst. Es gab Phasen,

wo ich das wahnsinnig anstrengend

fand. Nach einem Jahr dachte

ich: Jetzt ist es auch mal gut,

jetzt kann ich es nicht mehr

hören. In Interviews und auf

dem roten Teppich hab' ich

das ein bisschen zur Seite geschoben.

Mit der Zeit habe ich natürlich

gemerkt: Das Thema wirst du nicht los, es

gehört zu dir. Je mehr Zeit ins Land gegangen

ist, je mehr ich mich berappelt habe

und je mehr ich mein Leben komplett umstrukturiert

habe – nicht nur im Sinne von

nicht trinken, sondern es hat sich alles geändert

bei mir, angefangen vom Wohnsitz

und Partner –, desto mehr habe ich mich

mit dem Thema „Sucht“ auseinandergesetzt.

Ich habe mich auch eingelesen und

gemerkt, wie wichtig das Thema ist. Es

muss jetzt nicht dauernd darüber gesprochen

werden, aber wenn ich merke, dass

da ehrliches Interesse ist und nicht nur Effektheischerei,

sondern mir jemand zuhört

und das Gegenüber wirklich etwas darüber

wissen möchte, dann rede ich da gern drüber.

Ich habe hunderte Mails und Briefe bekommen,

gerade nach der Buchveröffentlichung.

Es kennt jeder jemanden, der ein

Alkohol- oder Suchtproblem hat.

Wird das Thema Alkohol in Deutschland

bagatellisiert?

Bilder: Oliver Reetz

10 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2019 . ERFOLG magazin


Erfolg

Die jungen Bengel

erzählen Hero-Geschichten,

wer wie viel verträgt.

Das ist geradezu absurd.

ERFOLG magazin . Ausgabe 03/2019 . www.erfolg-magazin.de

11


Erfolg

Wollen muss von einem ganz allein

kommen. Es kann einem keiner sagen:

„Mensch, ist doch besser, wenn du

jetzt einen Entzug machst oder dich

mit der Krankheit beschäftigst.“

Ja, weil Alkohol eine Alltagsdroge ist. Das

fängt schon in der Jugend an. Die jungen

Bengel erzählen Hero-Geschichten, wer

wie viel verträgt. Das ist geradezu absurd.

In dem Moment, wo jemand im Sinne einer

Abhängigkeit zu viel trinkt, ist es eine

ganz andere Geschichte. Da wird es verheimlicht

und belächelt. Das ganz Normale,

dass es dazu gehört auszugehen und

zu trinken, das hinterfragt keiner – erst in

dem Moment, wenn es kippt. An manchen

Stellen müsste da mal ein Umdenken stattfinden.

Ich missioniere da keinen und will

auch niemandem sein Feierabend-Bier,

sein Gläschen oder die Flasche Wein negativ

auslegen. Aber Mensch! Warum haben

wir nicht eine Null-Promille-Grenze beim

Autofahren? Da kann doch jeder selbst bestimmen:

Entweder trinke ich oder fahre

Auto. Da würde mal 'ne Grenze aufgezeigt:

Alkohol ist nicht so normal. Ich würde mir

auch mehr Kontrollen bei der Altersgrenze

wünschen. Im Dorf kannst du schon mit

zwölf dein Bier kaufen. Die Gesellschaft

sollte da mehr hinsehen.

Wer öffentlich abstürzt,

der muss damit rechnen,

darauf angesprochen

zu werden.

Ihnen gebührt Applaus dafür, dass Sie bereit

sind, öffentlich darüber zu sprechen,

weil es ein verschwiegenes Thema ist.

Es sind natürlich auch Dinge,

die man nicht gern erzählt. Es ist

ein Preis, den man dafür bezahlt.

Aber wer öffentlich abstürzt, der

muss damit rechnen, darauf angesprochen

zu werden. Es gibt

einige Prominente, wie Katrin

Sass, die am Anfang noch darüber

gesprochen haben. Die haben

auch irgendwann gesagt: „Ey, Kinder.

Ich hab' echt keine Lust mehr,

diese Fragen zu beantworten.“ Für

mich hatte das Buch jetzt etwas Befreiendes.

Das ist eine Reflexion mit Abstand

betrachtet. Ich hab' mir damit Zeit gelassen.

Damals, als die Alkohol-Beichte bei

RTL lief, war das noch viel zu früh, weil

ich noch keinen Abstand zu der Krankheit

gewonnen hatte.

Was waren die wichtigsten Punkte, um

da wieder rauszukommen?

Man braucht den

eigenen festen

Willen dazu. Man

kann anfangen,

für jemand anderen

– in diesem

Fall für meinen

Sohn - gesund zu

werden. Aber das

Das mit den Kindern sagen viele. Bedeutet

das im Umkehrschluss, dass

man sich selbst gar nicht mehr wert

genug ist?

Nein, das ist ein anderer Ansporn.

Klar, man muss erst mal gesund werden.

Aber, du brauchst ein Ziel, um gesund

zu bleiben. Es gibt den Moment,

wenn du im Entzug bist, bei dem du

dich aufgegeben hast. Deswegen halte

ich nichts von der Theorie, dass ein

Mensch erst mal ganz unten angekommen

sein muss, damit er bereit ist,

einen Entzug zu machen. Wofür denn

dann noch? Wenn ich aber gesagt bekomme

„Pass mal auf, du hast ein Problem,

du kannst deine Arbeit so nicht

erfüllen. Aber wenn du trocken bist

und dich dem stellst, dann darfst du in

deine Arbeit zurückkehren“, dann hat man

ein Ziel vor Augen. Es hat nicht jeder Kinder,

aber man kann es trotzdem

schaffen, wenn man weiß, wofür es

sich lohnt.

Sie haben eine ganz große Karriere

im Filmgeschäft gemacht.

Was sind grundlegende Tipps,

die Sie jungen Talenten mit auf

den Weg geben würden oder sogar

schon geben?

Es ist ganz wichtig für die eigene

Charakterbildung, sich nicht verbiegen zu

lassen und wirklich auf sein Bauchgefühl

zu hören. Fehler gehören für jeden dazu –

im Beruf und im Privatleben -, aber man

sollte sich bewusst machen: Man ist so gut

wie man ist. Wenn eine Rolle nicht klappt,

dann ist man eben passend für die andere.

Es stürzt nicht der Himmel ein, wenn man

zum Casting gegangen ist und jemand anderes

die Rolle kriegt. Da sind mal schnell

30 Leute und nur einer bekommt die Rolle.

Wenn du was kannst, dann wirst du dich

durchsetzen. Dann muss man mal andere

Wege nutzen, zum Beispiel ohne Geld zu

verdienen einen Hochschul-Film machen.

Denn auch diese Regisseure gehen weiter

ihren Weg. Wenn man gut ist, dann wird

man immer wieder engagiert und arbeitet

oft mit den gleichen Regisseuren zusammen.

Man muss eh Selbstbewusstsein

Bilder: Oliver Reetz, Cover: MVG

12 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2019 . ERFOLG magazin


Erfolg

Warum haben wir nicht

eine Null-Promille-Grenze

beim Autofahren?

haben und auf dieses Selbstbewusstsein

innerlich hören.

Als externer Beobachter kann man sagen,

dass echte Charaktertypen, die sich

nicht verstellen, oft die berühmtesten

Schauspieler sind.

Das ist sehr oft so. Das ist wieder ein anderes

Gleis in der Branche, wo ganz klassisch

unterschieden wird. Wenn jemand

ein Charaktergesicht hat, hat er auch eher

die Charakterrollen. Und bei Frauen ist es

ganz oft so, dass sie die jungen, sexy Rollen

haben, wenn sie optisch nicht der totale

Griff in den Eimer sind. Da muss man halt

durch, ich hab' das damals auch gern gemacht.

Das ist alles ein organisches Wachsen.

Zum Beispiel darf man dann erstmal

die Krankenschwester mit kurzem Kittel

spielen.

Sie gehen ganz langsam auf die 50 zu:

Wie soll denn die zweite Lebenshälfte

von Jenny Elvers werden? Gibt es da

Ideen und Träume?

Ich bin sehr viel entspannter als früher und

gehe mit mehr Gelassenheit durchs Leben,

was schön ist. Ich habe sehr viele Optionen

auf einmal: beruflich, privat bin ich Single,

was sich ganz spannend anfühlt. Total

selbstbestimmt im Privaten zu sein, ist

etwas Neues für mich. Ich war lange verheiratet,

elf Jahre lang. Und davor war ich

schon eine Zeit lang mit meinem Mann

zusammen, wir waren 13 Jahre ein Paar.

Das ist schon sehr lange. Ich bin von nichts

abhängig, noch nicht mal mehr alkoholabhängig.

Ich

kann tun und

lassen, was ich

will, und mein

Sohn ist fast erwachsen.

Und

ich kann auch

mal sagen, dass ich nächstes Jahr ins Ausland

gehe. Es ist schön und macht gerade

Spaß. Ich bin auch sehr unternehmungslustig

und wir reisen viel. Und im Bett kann

ich auch mal liegen bleiben, wenn ich will.

Ich kann kommen und gehen, wann ich

möchte. Ich mag das so.

nicht einfach über Nacht. Ich spiele zwischendurch

auch mal Theater, zum Beispiel

die Mrs. Robinson in dem Stück „Die

Reifeprüfung“. Das sind 200 Seiten Text.

Zu diesem Beruf gehört viel Disziplin, weil

wir manchmal 16 Stunden lange Drehtage

haben. Ich habe jetzt in München wieder

sehr lange gedreht. Das gehört dazu.

Und wenn man seinen Beruf nicht liebt,

dann kann man ihn mit dieser Disziplin

und Leidenschaft nicht ausführen. Als Erfolgsrezept

würde ich immer die Klassiker

nennen: Fleiß, Pünktlichkeit und eine gute

Vorbereitung.

Wie schwer ist es als junger Schauspieler

geduldig zu sein und vielleicht mal eine

Rolle auszulassen?

Es kommt darauf an, wie stark man für

seinen Beruf brennt, wie sehr man sich

von außen beeinflussen lässt und wie sehr

man finanziell davon abhängig ist, vielleicht

doch mal eine Serie zu machen. Eine

klassische Weekly, also eine wöchentliche

Serie, ist eine wahnsinnig gute Schule, da

lernt man ganz viel. Ich habe mit der Serie

„Nikola“ auf RTL angefangen. Da habe ich

das Schauspiel mal praktisch gelernt.

Julien Backhhaus unterhielt sich mit Jenny Elvers über

Schauspiel, Sucht, Disziplin und Liebe zum Beruf.

Welches Erfolgsprinzip bleibt für Sie immer

eine Grundlage?

Fleißig zu sein.

Aber mit diesem Abstand zum Funktionieren?

Funktionieren ist etwas anderes. Der Beruf

an sich erfordert ordentlich Disziplin.

Texte muss man lernen und die lernen sich

Aber Stars kommen doch immer zu spät...

Eigentlich nicht. Ich finde das wahnsinnig

unhöflich, zu spät zu kommen. Das hat

vielleicht ein bisschen mit meiner Vergangenheit

zu tun, weil eine Unzuverlässigkeit

entsteht, wenn man ein schlechtes

Gewissen hat. Neben Disziplin, Fleiß und

Pünktlichkeit darf man aber den Spaß

auch nicht vergessen.

ERFOLG magazin . Ausgabe 03/2019 . www.erfolg-magazin.de

13


Leben

»My focus is

to forget the

pain of life.

Forget the pain,

mock the pain,

reduce it.

And laugh.«

14 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2019 . ERFOLG magazin


Leben

Bis zum Anschlag

lustig

Jim Carrey und sein turbulenter Weg zwischen

Verzweifeln und Erfolgsgipfeln

Bild: Depositphotos/PopularImages

Wer erinnert sich nicht

an den gelben Anzug

und das grüne Gesicht

mit dem strahlend

weißen Lächeln?

Wenn Sie jetzt an Jim Carreys Verkörperung

der grünen Maske im gleichnamigen

Film denken, liegen Sie absolut richtig.

Dies war gleichzeitig eine der Paraderollen

des herausragenden Schauspielers

aus Toronto, Kanada. Der Klamauk passt

perfekt zu ihm, wie er dies in folgenden

Filmen eindrucksvoll zur Schau stellte:

"Ace Ventura", "Dumm und Dümmer",

"Der Dummschwätzer", "Ich, beide und

sie" oder "Bruce Allmächtig". Dennoch

gelang es ihm, wie erst wenigen zuvor,

auch ernste Rollen glaubhaft zu spielen.

Filme wie „Die Truman Show“ oder „Der

Mondmann“ sicherten ihm einen Platz im

Hollywood-Olymp. In den letzten Jahren

wurde es aber zusehend ruhiger um Carrey,

was das Filmbusiness betrifft.

In den 90er-Jahren zählte Carrey zum

exklusiven 20-Millionen-Dollar-Kreis, in

welchem Schauspieler für jeden Film genau

diese Summe aufrufen konnten. Mehr

ging damals nicht. Dies brachte ihm fünf

Nominierungen für den Golden Globe

Award ein und zwei Gewinne dieses Titels.

Sieben Mal konnte er den MTV Movie

Award einstreichen. Auf der anderen Seite

des Erfolgsspektrums stehen zwei Nominierungen

für die Goldene Himbeere

zu Buche. Gerade diese beiden Extreme

machen Jim Carrey so interessant, wie wir

noch sehen werden.

Holpriger Start

James Eugene Carrey ist ein perfektes

Beispiel dafür, dass die Umstände nicht

entscheidend sind für den persönlichen

Erfolg. Er selbst ist in sehr armen Verhältnissen

aufgewachsen. Er musste sogar seine

Schulausbildung aus finanziellen Gründen

abbrechen. Dies hinderte ihn jedoch

keinesfalls daran, seiner Leidenschaft –

dem Humor – zu folgen. Bereits als 15-Jähriger

agierte er als Stand-Up-Comedian in

verschiedenen Clubs in

Toronto.

Obwohl der Klassenclown

nicht immer

etwas zu lachen hatte,

begann spätestens in

den neunziger Jahren

sein endgültiger

Durchbruch auf der

Kinoleinwand. Doch

trotz des kometenhaften

Aufstieges begleitete

ihn stets ein

dunkler Schatten, egal

wie sehr er auch im

Rampenlicht stand. Seit

seiner Jugend kämpft

er mit schweren Depressionen,

die er so

beschreibt: "Manchmal komme ich von

der Straße ab, nehme die Abfahrt in eine

schlechte Gegend und bleibe dort für eine

gewisse Zeit – normalerweise aber nicht

für lange."

Die traurigen Seiten

Er zog sich in den letzten Jahren vermehrt

zurück, um sein Leben zu reflektieren

oder seine Beziehungen auszukosten. In

verschiedenen Youtube-Videos, die millionenfach

geklickt werden, philosophiert

er über den Sinn des Lebens und über verschiedene

Erfolgsfaktoren. Auch das Thema

„Liebe“ kommt bei ihm nicht zu kurz.

Seine letzte On- und Off-Beziehung mit

»Ich denke, jeder

sollte reich und

berühmt werden

und alles tun,

von dem er je

geträumt hat;

dann können sie

sehen, dass das

nicht die Antwort

ist.«

Cathriona White endete in einem Suizid.

Damit nicht genug, verklagte ihn die

Mutter der toten White, da sie Carrey

eine Mitschuld am Tod ihrer Tochter zuschrieb.

Erst kürzlich wurde die Klage

abgewiesen. Mit diesem Hintergrundwissen,

erlangt folgendes Zitat von ihm noch

mehr Tiefe: „I think

everybody should get

rich and famous and

do everything they ever

dreamed of so they can

see that it´s not the answer.“

Auch die Beziehungen

davor schienen

wegen seinen Depressionen

in die Brüche

gegangen zu sein. Doch

vielleicht ist es genau

diese Polarität, dieses

Paradoxon zwischen

Klamauk und Trauer,

welche Carrey zum

größten Comedian des

Erdballs machte.

Humor ist sexy

Schon im Duden findet man folgende

Definition von Humor: „Humor ist die

Begabung eines Menschen, der Unzulänglichkeit

der Welt und der Menschen, den

alltäglichen Schwierigkeiten und Missgeschicken

mit heiterer Gelassenheit zu

begegnen.“ Es scheint uns ein Gefühl von

Freiheit zu vermitteln, wenn wir über die

Realität lachen können. Humor scheint

außerdem beide Geschlechter füreinander

attraktiver zu machen. Etliche Studien

bestätigen dies: Wer das Gegenüber zum

Lachen bringt, hat gute Karten, nie alleine

zu sein. Frauen bevorzugen humorvolle

Männer, so der Psychologe Geoffrey Mil-

ERFOLG magazin . Ausgabe 03/2019 . www.erfolg-magazin.de

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Leben

»It is better to

risk starving

to death than

surrender.

If you give up

on your dreams,

what’s left?«

16 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2019 . ERFOLG magazin


Leben

»Verzweiflung ist eine

notwendige Zutat um

etwas zu lernen oder

zu erschaffen, Punkt.

Wenn du nicht an

irgendeinem Punkt

verzweifelt bist, bist

du nicht interessant.«

Bilder: Depositphotos/PopularImages, Jagersbacher

ler, evolutionsbiologische Gründe könnten

verantwortlich sein: Humor lässt auf ein

gesundes und aktives Gehirn sowie gute

Gene schließen. Gut, das war nun nicht

romantisch, aber trägt bestimmt einen

Kern Wahrheit in sich. Was uns jedoch sicherlich

klar sein dürfte: Lachen verbindet,

egal, ob wir auf Partnerschaftssuche sind

oder ein Business starten möchten.

Welche Art von Humor?

Natürlich gibt es unterschiedliche Arten

von Humor: schwarzen Humor, trockener

Humor, Galgenhumor, derben Humor,

Hohn, Ironie, Komik, Parodie, Sarkasmus,

Selbstironie, Spott, Zynismus, komplexer/

intelligenter Humor oder platter Witz.

Die Möglichkeiten sind beinahe unendlich

und natürlich höchst individuell.

Zusätzlich macht auch die Dosis das Gift.

Wenn wir nur Scherze auf Kosten anderer

machen, wird das Gesprächsklima nicht

auf ewig gut bleiben. Wer dauernd Scherze

auf eigene Kosten macht, gilt ab einem

gewissen Zeitpunkt als Looser, der sowieso

nichts auf die Reihe bringt. Sowohl die

eine als auch die andere Sache trennt die

Gesprächspartner, statt sie zu verbinden.

Selbstironie – ja – aber nur in Maßen. Sich

lustig machen über andere? Ja, aber nur

in absolut vereinzelten Situationen, ansonsten

kommt der Verdacht hoch, dass

man andere künstlich verkleinert, um sich

selbst größer und besser darzustellen, was

wiederum auf ein niedriges Selbstvertrauen

schließen lässt.

Michael Jagersbacher

ist Kommunikationstrainer, Unternehmer

und Buchautor. Auf seinem Blog unter

www.michael-jagersbacher.at gibt er Tipps,

wie man sympathischer wird und mehr

Profil erhält.

Nur lustig ist zu wenig

Humor ist in beinahe jeder Situation mit

anderen Menschen wichtig. Ausnahmen,

wie Beerdigung oder Todesfall, bestätigen

die Regel. Dennoch reicht es natürlich

nicht aus, lustig zu sein. Humor kann das

Gesprächsklima positiv beeinflussen, doch

es muss zusätzlich etwas transportiert

werden. Jim Carrey ist zwar ein begnadeter

Comedian, aber seine persönlichen

Traumata geben ihm die Tiefe, die ihn interessant

werden lässt. Wer immer und über

alles lacht, erscheint uns übermenschlich

und einschüchternd, so wie Superman bei

oberflächlicher Betrachtung.

Wer Krisen durchlebt hat und diese kommuniziert,

erscheint realitätsnaher und

dadurch glaubwürdiger. Carrey ist kein

aalglatter Superstar, sondern spricht auch

die unangenehmen Wahrheiten aus: „Desperation

is a necessary ingredient to learning

anything, or creating anything. Period.

If you ain’t desperate at some point,

you ain’t interesting.“ Zweifel und Verunsicherung

gehören zum Leben wie das Atmen.

Und genau deshalb wird Jim Carrey

nicht als großartiger Comedian in die Annalen

Hollywoods eingehen, sondern vor

allem als großartiger Schauspieler.

ERFOLG magazin . Ausgabe 03/2019 . www.erfolg-magazin.de

17


Leben

VICTORIA BECKHAM

What I really,

really want

2009 schafft Victoria Beckham den Durchbruch als Designerin.

Im Jahr 2015 soll die Britin doppelt so viel verdient haben wie ihr Mann David

Früher war sie Sängerin bei den

Spice Girls, heute ist sie erfolgreiche

Unternehmerin: Bei der

Fashion Week in London hat

Victoria Beckham im Februar

ihre neueste Kollektion vorgestellt. Sie

hat die Kleidung nicht nur designt, sondern

auch als Model auf dem Laufsteg

präsentiert. Ihre Herbst/Winter-Kollektion

besteht aus Klassikern wie Blazern im

Karomuster, Tweed-Stücken und Bleistiftröcken

mit eingesteckter Seidenbluse in

gedeckten Grundtönen mit knalligen Akzenten.

Damit bewies die 44-Jährige einmal

mehr, dass sie ihre Kundschaft und

deren Modebedürfnisse genau kennt

und passend bedienen kann.

Im Jahr 2004 gestaltete Victoria Beckham

ihre erste Jeanskollektion „VB

Rocks“ für Rock & Republik. Die Hosen

kosteten 400 Dollar und mehr, sodass

schon allein durch den Preis eine

gewisse Exklusivität geschaffen wurde.

Auch Taschen und Sonnenbrillen verkaufte

Beckham über Rock & Republik,

später über ihre eigene Marke, unter

dem Logo einer Krone, die die Initialen

„dVb“ aufweist und für „David Victoria

Beckham“ steht. 2006 gab Victoria Beckham

die Zusammenarbeit mit Rock &

Republic auf und brachte ihr eigenes Label

„dVb Style“ heraus. Sein erstes Parfüm

stellte das Paar im Jahr 2007 vor. Der

Unisex-Duft heißt „Intimately Beckham“.

Mit einem neuen Erscheinungsbild

machte Victoria Beckham 2008 auf sich

aufmerksam: Gerüchte um Magersucht

machten die Runde. Mit kurzen Haaren

und sehr viel schlanker, präsentierte sie

Ich bin dankbar,

dass die Leute ihre

Vorurteile so langsam

über Bord werfen.

sich in feinen Roben. Das Label trug den

Namen „dVb Style by Victoria Beckham“,

2009 hieß es nur noch „Victoria Beckham“.

Unter dieser neuen Marke präsentierte

die Geschäftsfrau 15 Kleidungsstücke bei

der New Yorker Fashion Week. Sie hatten

unkonventionelle und strenge Formen

und klare Farben. Die Kleidungsstücke

wurden in Handarbeit hergestellt und kosteten

zwischen 650 und 1900 Pfund. Diese

Kollektion verhalf ihr zum endgültigen

Durchbruch in der Modewelt. Seitdem

wird sie als renommierte Designerin angesehen.

Sogar von Modezar Karl Lagerfeld,

oft harscher Kritiker neuer Mode, waren

anerkennende Worte zu vernehmen:

„Victoria hat Stil – wie ihre Mode.“ Suzy

Menkes, eine bekannte Mode-Journalistin,

adelte sie mit der Headline „Ein Hoch

auf Königin Victoria!“ im „International

Herald Tribune“. Wie hart Victoria Beckham

für diesen Durchbruch gekämpft hat,

lässt sich an ihren Dankesworten ablesen:

„Ich bin dankbar, dass die Leute ihre Vorurteile

so langsam über Bord werfen. Die

Modeindustrie hat mich voll akzeptiert,

und meine Kleider dürfen für sich sprechen.“

Von da an ging es rasant bergauf. Ihre

erste Taschenkollektion veröffentlichte

die Unternehmerin 2010. Die Kollektion

war in Windeseile ausverkauft. Ein Jahr

später wurde das ehemalige Spice Girl mit

dem British Fashion Award für die beste

Designermarke geehrt. Eine billigere Kollektion

als zuvor nannte Beckham 2011

„Victoria by Victoria Beckham“. Markenzeichen

dieser Kollektion sind abgerundete

Ecken und ein Katzenprint-Kleid.

Sie kam jünger daher als die Vorgänger-Kollektion

und fiel mit losen Sixties-Silhouetten

auf. Eine Erklärung der

Designerin zur neuen Kollektion: „Ich

öffne mich mit dieser Linie Frauen

und Mädchen mit verschiedenen Größen

und Formen. Victoria by Victoria

Beckham ist für alle, die etwas weniger

Enges, weniger Strukturiertes wollen.“

Also ein geschickter Versuch, die Zielgruppe

in den Markt der Otto-Normal-Verdiener

hinein zu erweitern

und damit die Verkaufszahlen nach

oben zu schrauben – erfolgreich.

Inzwischen soll Victoria Beckham

mehr verdienen als ihr Mann David.

Der ehemalige Fußballprofi ist Anteilseigner

des englischen Fußball-Fünftligisten

Salford City und gehört zu einer

Investorengruppe, die das MLS-Franchise

Inter Miami gründete. Schon während

ihrer Musikkarriere mit den Spice Girls

soll Victoria in den 90er-Jahren etwa 114

Millionen Euro verdient haben. Währenddessen

hat sich David ein geschätztes

Vermögen von 385 Millionen Euro aufgebaut.

2015 hat ihn seine Frau eingeholt

und etwa das doppelte Einkommen ihres

Mannes erwirtschaftet.

18 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2019 . ERFOLG magazin

Bilder: Depositphotos/PopularImages


Leben

Victoria hat Stil –

wie ihre Mode.

Karl Lagerfeld

ERFOLG magazin . Ausgabe 03/2019 . www.erfolg-magazin.de

19


Erfolg

Mein Beruf ist, die Menschen,

die zu meinen Konzerten

kommen, mit einem

guten Gefühl nach Hause

zu schicken.

20 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2019 . ERFOLG magazin


Erfolg

Roland Kaiser

Ich will unterhalten

Das Urgestein deutscher Schlagermusik

spricht über Erfolg, Ziele und Einstellung

INTERVIEW

Sie haben vor 45 Jahren Ihre

Karriere begonnen. Damals

war es noch üblich, dass man

einen Künstlernamen annimmt.

Würden Sie das heute

auch noch so machen?

Mein bürgerlicher Name ist jetzt nicht

unbedingt ein schöner Name, wenn man

so heißt wie ein männliches Wildschwein.

Ich finde, dass die Ähnlichkeit von Ronald

Keiler zu Roland Kaiser verträglich ist und

man sich daran gewöhnen kann.

Was gehörte bei Ihnen beim Glück dazu?

Brauchten Sie Menschen, Inspirationen

oder ein Umfeld?

Man brauchte damals das richtige Lied,

den richtigen Text und die richtige Sendung

zur richtigen Zeit. Und wenn man

das alles hatte, dann hatte man zumindest

einen Hit, einen kleinen. Den auszubauen,

war dann doch schwieriger als man dachte.

Man kriegte viele Angebote und musste

die richtigen auswählen. Es ist immer eine

Mischung aus Glück und Fleiß.

Weiß ich jetzt nicht. Es kann sein, dass ich

zu dem Zeitpunkt jeweils eine Produktion

hatte, die ausreichte, um genommen zu

werden.

Waren Sie damals schon ein bekennender

Sozialdemokrat?

Das bin ich von früher Jugend an, seit ich 15

Jahre alt war. Ich bin von der sozialdemokratischen

Idee überzeugt. Eine Demokratie

kann sozial geprägt gut funktionieren.

Sie hatten am Anfang viel und schnell

Erfolg. Fällt Ihnen vieles zu?

Ich hatte die ersten zwei Jahre keinen und

dann kam 1976 der erste Erfolg.

Das heißt, zwei Jahre haben Sie erstmal

gearbeitet?

Ja, ich habe nebenbei gearbeitet und Schallplatten

gemacht, weil ich einen Vertrag

hatte. Plötzlich kam ein Hit dabei heraus.

Dann stand ich vor der Entscheidung: Mache

ich das jetzt weiter oder nehme ich das

Angebot eines großen Automobilkonzerns

an und gehe ins gehobene Management?

Damals war ich jung genug, um zu sagen:

„Probiere es mal, vielleicht wird's ganz

gut.“ Ich hab' das dann gemacht und bis

heute nicht bereut.

Haben Sie in den ersten zwei Jahren ganz

viel produziert?

Nein, da haben wir drei oder vier Singles

gemacht, die haben alle nicht funktioniert.

Das heißt, man kann nicht erwarten –

egal in welchem Bereich des Lebens -,

dass man beim ersten Mal Erfolg hat?

Es gibt Künstler, die haben das, aber eben

nicht jeder. Am Anfang brauchen sie eine

große Portion Glück und um das zu halten,

brauchen sie eine große Portion Fleiß.

Mussten Sie am Anfang die

Songs selbst schreiben?

Nein, da kriegte man Angebote.

Ich bin immer Texter gewesen

und bin ab 1978 als Texter und

Mit-Texter verantwortlich gewesen.

Bis dahin wurde mir das

geschrieben.

Sie kommen aus dem Marketing.

Man könnte auch annehmen,

das hat sich wie ein roter

Faden durchgezogen, weil Sie

67 Mal in der Hitparade gewesen

sind. Gehört das massive

Trommeln zum Erfolg?

Jeder, der seine Marke oder

sich ins Bewusstsein der Menschen

transportieren will, muss

Werbung betreiben. Aber damals

wurden die Mitwirkenden der

Hitparade von der unabhängigen

Redaktion ausgewählt. Da konnte man

nicht trommeln. Man konnte einen Titel

anbieten und wurde ausgewählt oder eben

nicht. Dass sich das bei mir 67 Mal zusammengefügt

hat, ist ein Glücksumstand.

Aber das ist auch Ihrer Beliebtheit geschuldet.

Unbeliebte Leute laden die sicher

nicht über 60 Mal ein.

Julien Backhhaus (links) unterhielt

sich mit Sänger und Songwriter

Roland Kaiser über sein Leben.

Dadurch hatten Sie sicherlich ein gewisses

Umfeld. Fanden die Leute das gut,

dass Sie auf die große Bühne gehen und

Geld verdienen oder standen manche Ihnen

geistig im Weg?

Nein, ich bin kein Parteisoldat, der die

große Zeit seines Lebens im Ortsverein

verbracht hat. Ich bin bekennender Sozialdemokrat

und seit vielen Jahren Mitglied

Bilder: Oliver Reetz

ERFOLG magazin . Ausgabe 03/2019 . www.erfolg-magazin.de

21


Erfolg

der Partei. Aber ich betrachte meine politische

Tätigkeit so, dass ich einige Kanzlerkandidaten

auf ihren Wahlkämpfen

begleitet habe und im täglichen Leben im

sozialen Bereich einen Beitrag leiste, sodass

unser Sozialstaat gerechter wird. Aber

mich hat niemand schräg angeguckt, weil

ich auf die Bühne gegangen bin.

Sie haben 2010 Ihre öffentlichen Auftritte

weggelassen. Jetzt sind Sie wieder

voll dabei. Haben Sie die Nähe zur

Öffentlichkeit ein Stück weit vermisst?

Diese Pause musste ich mir verordnen,

weil ich eine große Operation hatte und

nicht arbeiten konnte. Aber danach habe

ich das wieder sehr genossen.

Sie sind sozial sehr engagiert, machen

das über Gebühr, haben nicht nur zwei

Projekte, sondern machen extrem viel.

Was gibt Ihnen das?

Ein Stück Zufriedenheit. Ich finde, es ist zu

wenig zu leben, nur um Geld zu verdienen.

Ich will schon ein Stück zurückgeben, was

mir die Gesellschaft an Lebensqualität gegeben

hat. Das kann ich gut machen, denn

ich habe eine Stimme, die gehört wird. In

vielen Organisationen, in denen ich mich

engagiere, kann das eine Initialzündung

für andere sein, es ebenfalls zu tun. Darum

geht's mir. Ich treffe gerne Menschen, denen

wir helfen konnten - ob das Kinder aus dem

Albert-Schweitzer-Werk sind oder Jugendliche,

denen wir über den Solidarfonds NRW

bei der Ausbildungsstelle und der Schule

geholfen haben. Konkrete Hilfe und das Ergebnis

zu sehen, ist eine schöne Sache.

Setzen Sie sich heute noch Ziele?

Ja, ich bin ein planungsbewusster Mensch.

Ich weiß, was ich nächstes Jahr mache.

Mein Tourneeplan für nächstes Jahr steht

schon und die Planung für übernächstes

Jahr auch. Ich versuche, Ziele anzupeilen

und diese zu erreichen.

Sie arbeiten mit anderen Künstlern zusammen.

Sind Sie ein guter Teamplayer?

Das bin ich. Das geht auch nicht anders.

Im Livebereich brauche ich eine funktionierende

gute Band. Das kann ich nicht

diktatorisch führen. Ich muss auf Augenhöhe

mit den Leuten arbeiten. Das sind

alles großartige Musiker. Ich muss versuchen,

einen gemeinsamen Weg zu finden.

Wenn ich mit Kolleginnen wie Maite Kelly

oder mit Barbara Schöneberger jetzt an

meinem neuen Album arbeite, dann geht

das auch nur auf Augenhöhe und in Kooperation

und nicht in einer Form, dass der

eine dem anderen sagt, was er zu tun hat.

Ich bin Unterhaltungskünstler

und kein Staatsmann oder

großer Wissenschaftler.

22 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2019 . ERFOLG magazin


Erfolg

Wobei Sie in vielen Konstellationen der

viel Erfahrenere sind. Hören die dann

auf Sie, wenn Sie sagen, dass Sie eine andere

Idee haben?

Nein, eigentlich nicht. Da spielt Erfahrung

keine Rolle. Sie haben alle ihre Qualitäten.

Barbara Schöneberger hat eine irre

Spontanität, sie ist eine großartige

Frau. Ich finde sie unglaublich uneitel

und mag sie sehr gerne. Genau

wie Maite ein irrer Wirbelwind auf

der Bühne ist. Sie kann einen inspirieren,

auch mal aus sich herauszugehen.

Was ist Ihr großer Zweck? Bei wem

möchten Sie in Erinnerung bleiben?

Bei meinen Kindern, das reicht mir.

Sind Sie ein Unterhalter, der mit seinem

Namen weiterleben möchte?

Mein Beruf ist, die Menschen, die zu meinen

Konzerten kommen, mit einem guten

Gefühl nach Hause zu schicken. Ich erwarte

nicht, dass mir ein Denkmal gebaut

wird.

Ich erwarte nicht,

dass mir ein Denkmal

gebaut wird.

Aber trotzdem schätzen Sie eine Diskussionskultur,

dass man auch mal verschiedene

Meinungen vertritt.

Das ist wichtig. Das ist etwas, was gerade

in unserer parlamentarischen Demokratie

von hoher Wichtigkeit ist, auf einem vernünftigen

Niveau miteinander zu streiten.

Man kann streiten, ohne ehrverletzend zu

werden. Darum geht es ja.

Ihr neues Album heißt „Alles oder Dich“

und ich habe mir auch die anderen Titel

Ihrer CDs angeguckt. Aber ich muss zugeben:

Die verstehe ich alle auf den ersten

Blick nicht. Ist das Absicht?

ist die große Bedeutung

eines anderen

Menschen.

Versuchen Sie

viel mit Ihrer

Musik inhaltlich

rüberzubringen?

Es gibt auch Leute,

die wollen einfach nur gute

Klänge machen, die oft gespielt werden.

Ich versuche, das Publikum zu unterhalten.

Das ist meine Aufgabe. Ich bin auf der

Bühne kein Heilsbringer oder Prediger,

sondern ich möchte die Menschen mit

einem guten Gefühl nach Hause entlassen.

Ich will sie nicht belehren.

Also leben und leben lassen ist Ihr Ding?

Das ist es. Wenn Sie in ein Konzert von

Beyoncé oder Pink gehen, dann wollen Sie

ja auch nicht belehrt, sondern unterhalten

werden.

Da sind Sie sehr bescheiden.

Ich bin Unterhaltungskünstler und kein

Staatsmann oder großer Wissenschaftler.

Aber immerhin wurde ein großes Festival

nach Ihnen benannt. Das ist etwas,

was wahrscheinlich bestehen bleibt.

Naja, bleiben wir bescheiden.

Gibt es Ansichten aus Ihrer Jugend, die

Sie heute nicht mehr vertreten würden?

Ist da ein geistiger Wandel passiert oder

sind Sie ein stabiler Typ?

Als jüngerer Mensch ist man in vielen

Dingen impulsiver, ich war früher nachtragender.

Das bin ich heute nicht mehr.

Aber meine demokratischen Grundwerte

hatte ich immer und tolerant war ich auch

immer. Es hat sich nicht viel verändert,

nur in meinem persönlichen Wesen. Ich

bin heute berechenbarer und friedlicher

als früher.

Also waren Sie früher streitbarer?

Nein, eher bereit, Konfrontationen einzugehen.

Bilder: Oliver Reetz, Cover RCA

Das hört man von vielen erfolgreichen

Leuten.

Ja, ich finde, der Erfolg ist ein Geschenk.

Das kann man lieber versuchen, durch

gute Arbeit zu erhalten. Das ist alles Glück,

was man versuchen muss festzuhalten. Mit

Konfrontation und Streit wird das kaum

festzuhalten sein.

Dieser Titel klingt so ein bisschen wie ein

James-Bond-Titelsong. Er ist eine starke

Anlehnung daran. Es ist der Film „Die

Welt ist nicht genug“ gemeint. Daher

kommt die Adaption „Ich tausche alles

gegen Dich“. Also, die Welt ist nicht genug

für mich. Hätt´ ich alles, nur nicht dich. Es

Ja, da haben Sie recht. Was ist Ihre

Erfolgsphilosophie, die Sie nie infrage

stellen wollen und der Sie immer treu

bleiben möchten?

Bei sich bleiben und trotzdem mit der Zeit

zu gehen. Das ist glaube ich das, was mich

ausmacht.

ERFOLG magazin . Ausgabe 03/2019 . www.erfolg-magazin.de

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Erfolg

24 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2019 . ERFOLG magazin


Erfolg

David

Garret

Hol das Beste

aus dir raus –

für DICH

Bilder: Ronny Barthel

ERFOLG magazin . Ausgabe 03/2019 . www.erfolg-magazin.de

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Erfolg

Du hast sicherlich sehr früh

mit Musik begonnen.

Kannst du dich an deine

erste Geigen-Begegnung

erinnern?

Überhaupt nicht. Es gibt Videos, die meine

Eltern damals noch ohne Ton gemacht

haben, in denen ich die Geige in der Hand

halte und schon irgendetwas spiele. Die ersten

Momente, die ich in Erinnerung habe,

sind die, als ich schon das erste Mal auf der

Bühne stand.

Wie alt warst du ungefähr?

Ich habe im Alter von dreieinhalb oder

vier Jahren angefangen. Ich kann mich –

und das ist etwas Positives – nicht an die

erste Zeit erinnern, als ich noch schlecht

gespielt habe. Entweder habe ich diesen

Teil verdrängt oder ich kann mich einfach

nicht daran erinnern. Meine erste Erinnerung

ist die Beethoven-Romanze in F-Dur.

Das war schon mit „Jugend musiziert“

(das renommierteste Musikförderprojekt

Deutschlands, Anm. d. Red.).

Aber hast du sofort mit Geige angefangen?

Ja.

Ist Musik etwas, was du für dich machst

und andere daran teilhaben lässt oder

machst du es für andere, um sie zu

unterhalten?

In erster Instanz für mich. Ich glaube, bei

jedem Beruf, den man mit Leidenschaft

und Erfolg macht, ist die Intention, selbst

das Beste aus sich herauszuholen und daran

Spaß zu haben. Dass sich ein Publikum

in diesem Ausmaß entwickelt, war unerwartet

– auch für mich.

Wenn du sagst, das ist etwas, was du für

dich machst und dir etwas gibt: War es

dann schwer, jetzt so lange zu pausieren

und die Finger stillzuhalten?

Das waren schon sieben lange Monate.

Aber das überlebt man auch als Musiker.

Man kann sich mit anderen Sachen musikalisch

beschäftigen. Man kann zum

Beispiel Texte schreiben. Es gibt genug Beschäftigungen,

die mir Spaß machen und

mit Musik zu tun haben, mit denen ich die

Zeit überbrückt habe. Ich habe versucht,

mit Zielstrebigkeit daran zu arbeiten, dass

ich gesund werde und es wieder mit dem

Instrument funktioniert.

Wenn du so viel Spaß an der Arbeit hast:

Kannst du dir vorstellen, Dinge zu machen,

die dir keinen Spaß machen?

Es wäre übertrieben zu sagen, dass ich immer

Spaß an der Arbeit habe. Das ist nicht

der Fall. Das Touren hat auch gewisse Sei-

26 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2019 . ERFOLG magazin


Erfolg

ten, die überhaupt nichts mit der Musik zu

tun haben, wie zum Beispiel das Reisen,

und anstrengend sind. Trotzdem muss ich

mit Konzentration und Kreativität dabei

sein und viel Input geben. Es geht nicht

nur ums Musikmachen, sondern auch um

das Produkt: was wir bei der Tour machen

und wie wir es umsetzen, bis ins kleinste

Detail. Es gibt Momente, in denen ich

noch um zehn Uhr abends an den Plänen

arbeite. Manchmal macht es mehr Spaß,

manchmal weniger.

Rückschläge gehören im

Leben dazu, sonst kann

man nichts verbessern.

Wie langweilig wäre

das denn, wenn alles

perfekt läuft?

Bilder: Ronny Barthel

War es von Anfang an dein Ziel ganz

nach oben zu kommen?

Ich weiß nicht, was ganz nach oben ist. Ich

wollte das schon beruflich machen, aber

wie sich das in den letzten Jahren entwickelt

hat, das konnte niemand ahnen. So

einen großen Erfolg zu haben und so große

Hallen zu bespielen, ist auch ein Stück weit

für das Instrument unüblich. Das ist schon

einzigartig.

Hast du schon mal überlegt, was dafür

wahrscheinlich der ausschlaggebende

Punkt war?

Ich habe nicht versucht, das zu sezieren

oder zu analysieren. Ich glaube, dass ich

das, was ich tue, unglaublich liebe. Ich

glaube, dass das Publikum merkt, wenn

man mit seinem ganzen Herzen dabei ist.

Genau. Aber Du bist trotzdem anders als

ein André Rieu.

Er macht das auch auf seine Art großartig

und der Erfolg gibt ihm recht. Erfolg ist etwas,

was man sich erarbeiten muss – in jedem

Beruf und mit jedem Instrument. Ich

habe immer versucht – auch wenn ich aus

der Klassik komme –, es nie abgehoben zu

präsentieren. Ich glaube, dass sich junge

Menschen in der Philharmonie nicht so

wohlfühlen. Man sieht sie dort eher selten.

Als ich sehr jung war, gab es im WDR

sonntags um 10 Uhr morgens Konzerte

von den Wiener-, Berliner- und Münchner

Philharmonikern. Da war zumindest

eine gewisse Präsenz junger Leute. Mittlerweile

ist das wirklich nicht mehr der

Fall. Es ist fast schon ein Novum, sich als

junger Mensch dort reinzusetzen. Ich kann

diese Hemmschwelle sogar ein Stück weit

verstehen. Deswegen versuche ich, Klassik

in einem lockeren Rahmen zu präsentieren

und damit gerade auch die jüngeren

Menschen dafür zu interessieren.

Apropos Umfeld – auch mit den Menschen:

Wie verändert sich das Umfeld,

wenn man berühmter wird?

Bei der Arbeit bin ich zu 95 Prozent mit

Menschen zusammen, mit denen ich gemeinsam

an meinen Projekten arbeite und

die mich dabei unterstützen. Klar fällt dir

irgendwann auf, besonders wenn du zum

Beispiel essen gehst, dass sich etwas verändert

hat. Am Anfang waren es eher Autogramme,

dann kamen die Handys. Mittlerweile

will keiner mehr ein Autogramm

haben, sondern ein Selfie. Das Foto ist

mittlerweile eine Art Beweismittel, dass

man jemanden kennt oder gesehen hat.

Wenn du ein gutes Herz hast, macht

Geld keinen Unterschied. Und wenn

du negative Eigen schaften hast,

werden sie dadurch potenziert.

Für mich gehört das natürlich dazu, besonders

wenn mich jemand nett anspricht.

Gibt es im Showgeschäft viele Menschen,

über die man denkt: Oh Gott, mit denen

muss ich arbeiten?

Nein. Ich suche mir die Leute aus, mit denen

ich arbeite. Das ist ein großer Luxus.

Ich glaube, um produktiv zu sein, muss

man ein harmonisches Team um sich herum

haben. Bei mir ist das zumindest so.

Es kann sicherlich unterschiedliche Meinungen

geben, aber der gemeinsame Konsens

und das ergebnisorientierte Arbeiten

sind mir sehr wichtig.

Ist man in deiner Position perfektionistisch?

Muss man das sein?

Ich war immer perfektionistisch – an der

Geige und darüber hinaus natürlich auch

bei meinen Projekten und Tourneen. Mit

dem Erfolg werden natürlich die Produktionen

größer. Ich versuche mich bei jedem

Projekt aufs Neue von Anfang an

einzuarbeiten und meine Ideen umzusetzen.

Diese Disziplin, die ich bei der

Musik habe, versuche ich auch in die

anderen Bereiche einzubauen. Perfektionistisch?

Ich glaube, dass im Leben

nichts perfekt sein kann. Aber man sollte

sich zumindest die Mühe geben, es so gut

wie möglich zu machen.

Du hast also einen sehr hohen Standard?

Ich habe meinen Standard. Andere würde

es vielleicht anders machen. Aber ich muss

am Ende zufrieden sein mit dem Produkt,

in diesem Fall mit den Konzerten, und vor

allen Dingen soll es meinen Fans gefallen.

Darauf achte ich immer besonders, das ist

mir sehr wichtig.

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27


Erfolg

Gibt es Rückschläge, über die du dich

ärgerst?

Ja, es gibt schon Sachen, die im Konzert

nicht so gut laufen, wie ich es mir wünsche.

Ich sehe das aber nicht negativ, sondern

eher als Ansporn, es beim nächsten

Mal besser zu machen. Das Erste, was ich

nach einem Konzert mache, ist, mit dem

Team durchzugehen, was

gut lief und wo wir etwas

verbessern können. Rückschläge

gehören im Leben

dazu, sonst kann man

nichts verbessern. Wie

langweilig wäre das denn,

wenn alles perfekt läuft?

Wenn du beim Konzert auf der Bühne

stehst: Hast du eine bestimmte Methode,

um dich in Spitzenform zu bringen?

Wir üben vorher monatelang. Die Vorbereitung

der Stücke nimmt viel Zeit in Anspruch,

darüber hinaus die Entwicklung

der Produktion. Ich schreibe mir meistens

auch Texte zu den Stücken auf, etwas Persönliches,

was ich mit der Musik verbinde.

Bei so unterschiedlichen Musikstilen und

-richtungen, wie ich sie spiele, muss trotzdem

ein roter Faden erkennbar sein. Mit

den vielen kleinen, oft sehr individuellen

Erfolg ist etwas, was

man sich erarbeiten

muss – in jedem

Beruf und mit jedem

Instrument.

Im Endeffekt weiß ich genau, dass jeder

der Musiker angespannt ist, was aber auch

wichtig ist. Wir sind immer sehr gut vorbereitet

und wir wissen, was zu tun ist.

Und genau diese Vorbereitung gibt uns das

entsprechende Selbstvertrauen.

Bist du ein sehr geduldiger Mensch?

Ja. Das habe ich allerdings

erst gelernt. Von Natur aus

bin ich es eher nicht. Es

ist aber nicht so, dass ich

nur mit anderen ungeduldig

war und nicht mit mir

selbst. Ich dachte früher, es

muss alles in fünf Minuten

gehen. Da habe ich mich mittlerweile verändert

und das ist auch gut für mich.Diesen

Zeitdruck mache ich mir heute nicht

mehr. Aber das Resultat muss immer noch

das gleiche sein.

Die meisten sagen, du bist im Olymp angekommen.

Gibt es danach noch etwas?

Arbeitest du nach wie vor daran immer

noch besser zu werden?

Das Gefühl, dass man nicht besser werden

kann, das kenne ich nicht. Vielleicht liegt

das ein Stück weit an dem Instrument. Ich

wache jeden Morgen auf und die Hände

Das hört sich so an, als ob du keine Zufriedenheit

magst.

Nein, ich mag Zufriedenheit. Jeder Mensch

mag Zufriedenheit. Das Problem ist, dass

zu viel Zufriedenheit auch gefährlich ist.

Mit Zufriedenheit kommt eine gewisse Sättigung.

Das ist auch im Sport so. Wenn du

alles erreicht hast, dann fehlt dir vielleicht

ein bisschen der Drive immer 100 Prozent

abzuliefern. Ich will nicht sagen, dass man

immer an die Grenze gehen muss. Das ist

vom Körper und Kopf schwierig. Aber ich

finde schon, dass man sich immer in den

richtigen Momenten motivieren muss.

Bist du ein bisschen ein Rebell?

Nicht, dass ich es merke.

Dein Äußeres lässt das aber vermuten.

Klar, ich kann das ein Stück weit verstehen,

aber nur aus dem Kontext, dass ich aus der

klassischen Musik komme und sie spiele.

Das ist nachvollziehbar, aber es ist auch ein

furchtbares Vorurteil gegenüber meinen

Kollegen aus dem Klassik-Bereich. Auch

sie haben ein privates Ich und laufen mit

Sicherheit privat nicht viel anders herum

als ich. Klar, man sieht einen klassischen

Musiker oft mit Anzug oder Frack. Aber

das ist mittlerweile schon fast die Ausnahme

– es sei denn, wir reden von großen

Orchestern.

Details dauert die Vorbereitung für eine

Tour, wie wir sie jetzt machen, ein gutes

Jahr.

Das glaube ich. Wenn du hinter der Bühne

stehst und es gleich losgeht: Bist du

eher konzentriert oder eher aufgepumpt?

Das ist eine Mischung, 50 zu 50. Ich brauche

die Konzentration, weil ich meine

Leistung abrufen muss. Aber wenn ich

verkrampft bin, ist das viel schwieriger.

sind ein bisschen kalt, die Bewegungsabläufe

funktionieren nicht. Ich muss, wie

beim Sport, Dehnübungen machen, und

Etüden, Arpeggios und Tonleitern spielen,

damit alles geschmeidig wird. Da ist jeden

Tag eine gewisse Struktur an Arbeit, die

ich machen muss, bevor es an die Musik

geht. Ich glaube, dass mich das erdet. Und

ich weiß: Ohne diese Arbeit kommt es

nicht zur Musik.

Aber du versuchst auch Crossover zu machen

und willst andere Menschen abholen.

Ja, aber es ist nichts Neues, dass man ein

Instrument nimmt und zeitgemäße Arrangements

macht. Ich glaube, es gab viele

Kollegen vor mir, die auch zeitgemäße

Musik – egal aus welchem Genre – gemacht

haben. Auch die Lehrer, mit denen

ich gearbeitet habe, haben das gemacht:

Yehudi Menuhin hat viele Crossover-Projekte

umgesetzt, Itzhak Perlman hat viel

Film- und Klezmermusik gemacht. Ich

glaube, die Neugier als Musiker ist etwas

Wunderschönes. Wenn man die Qualität

mitbringt, dass auf seinem Standard

hinzubekommen, öffnet das viele Türen.

Einem selbst macht das Spaß. Und wenn

andere Leute einen Gefallen daran finden

und mal sagen „Ich probiere mal ein Violinkonzert

oder eine Sonate“, dann ist das

eine Win-Win-Situation für alle.

Brauchst du manchmal noch Mut für

Dinge, die du dich vielleicht noch nicht

getraut hast?

Musikalisch eher weniger, aber im sozialen

Leben schon. Jeder Mensch braucht

ein bisschen Mut im sozialen Leben. Viel

Kommunikation passiert eher auf einer

unpersönlichen Basis. Du schreibst und

28 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2019 . ERFOLG magazin


Story

Ich war immer perfektionistisch –

an der Geige und darüber

hinaus natürlich auch bei meinen

Projekten und Tourneen.

Bilder: Ronny Barthel

whatsappst Leuten. Wenn es wirklich ins

Gespräch geht, ist es manchmal eine Umgewöhnung,

den eigentlichen sozialen

Kontakt, den ich - Gott sei Dank - als Kind

mitbekommen habe, auszuleben. Musikalisch

brauche ich keinen Mut, aber Respekt

vor den Sachen, die ich mache. Ich habe

keine Berührungsängste,

aber ich bereite mich gut

vor.

Um produktiv zu

sein, muss man

ein harmonisches

Team um sich

herumhaben.

Mit großem Erfolg – gerade

in deiner Branche

– kann man viel Geld

bekommen. Wie gehst

du damit um? Ist dir das

wichtig oder eine Nebensächlichkeit?

Geld ist eine Nebensächlichkeit. Allerdings

gibt es mir schon die Möglichkeit

Sachen zu machen, die andere nicht machen

können. Das muss ich auch fairerweise

sagen. Es verändert den Menschen.

Wenn du ein gutes Herz hast, macht Geld

keinen Unterschied. Und wenn du negative

Eigenschaften hast, werden sie dadurch

potenziert.

Mit dir bringt man Disziplin stark in

Verbindung. Ist das beim Üben etwas

Positives oder Einschränkendes?

Man kann es auch übertreiben. Ich habe

selbst die Erfahrung gemacht,

als ich im letzten

Jahr ein Stück weit zu viel

gearbeitet habe – was das

private Pensum angeht.

Also, ich meine nicht das

Touren, sondern was ich

privat an Energie und Zeitfür

die Musik aufgebracht

habe. Ich erinnere mich an

einen wahren Satz von Itzhak Perlman:

„Schimmer als nicht zu üben, ist falsch zu

üben.“ Ich habe das vielleicht manchmal

übertrieben und sechs bis sieben Stunden

geübt, bis es perfekt war. Diese Einstellung

musste ich ein Stück weit revidieren und

übe jetzt lieber, wenn ich die Motivation

und Konzentration dazu habe. Ich glaube,

dass das von mehr Erfolg gekrönt ist – und

zumindest nicht von gesundheitlichen

Problemen.

Welche Gedanken machst du dir zu deiner

„Unlimited“-Tour?

Es ist ein Stück weit ein Blick auf die vergangenen

zehn Jahre: zehn Jahre Crossover

und zehn Jahre Klassik. Allerdings

ist die musikalische Produktion auch ein

Blick in die Zukunft. Wir haben viele neue

Techniken, Elemente und ein neues, wunderbares

Team, das die Produktion zum

ersten Mal mit mir macht. Es ist mit unglaublicher

Kreativität rangegangen, hat

tolle Vorschläge gemacht und mir sofort

gefallen. Die Vorschläge passten sehr gut

zur Musik. Die Symbiose aus Musik und

Produktion ist bei solchen Konzepten das

A und O. Es darf nicht überladen sein und

sollte immer die Musik unterstützen. Ich

bin sehr zufrieden und freue mich auf die

Tour. Ich kann es kaum erwarten, das Programm

in Deutschland, Österreich und

der Schweiz auf die Bühne zu bringen.

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29


Einstellung

Das Beste

an der Krise

Mit diesen Schritten sicher durch jede Krise ‐

das Mindset der Macher!

Neulich sagte mir bei einem

Vortrag ein Teilnehmer:

„Wäre es nicht schön, wir

könnten die Krisen einfach

abschaffen. Eine Welt ohne

Krisen – das wäre doch großartig!“

Meine Antwort darauf war recht klar und

knapp: „Eine Welt ohne Krisen wäre eine

Hölle aus Stillstand, in der wir niemals

auch nur annähernd unser wahres Potenzial

erreichen könnten!“

Denn mal ehrlich: wer von uns würde

seine eigenen, selbst gesteckten Grenzen

freiwillig und ohne größere Not überschreiten?

Wer von uns wäre bereit seine

eigene Komfortzone zu verlassen, ohne

dass ihnen das Leben hin und wieder ein

wenig schubst?

Und wer sich mit Biografien von erfolgreichen

Menschen einmal auseinandergesetzt

hat, kann immer wieder beobachten,

dass diese Menschen ohne eine anständige

Krise, und manchmal auch mehrere Krisen,

nie da hingekommen wären wo sie am

Ende erfolgreich waren.

Boris Thomas

hat als Wirtschaftsingenieur

die Firma Lattoflex zum

Branchenriesen aufgebaut.

Er ist Buchautor und ist

mit Vorträgen rund um

das Thema "Umgang mit

Krisen" erfolgreich.

Nehmen wir allein jemanden wie den legendären

Steve Jobs. Er wurde 1985 von

dem Vorstand seines von ihm gegründeten

Nichts treibt uns

mehr voran als

eine richtig

herausfordernde

Krise.

Unternehmens, Apple, vor die Tür gesetzt.

Eine bittere und absolut schmerzhafte Erfahrung

in seinem Leben. Und auch wenn

man aus heutiger Sicht ehrlicherweise

sagen muss, dass dieser Rauswurf wirtschaftlich

absolut gerechtfertigt war, so

dürfte es Steve Jobs jedoch wahrlich mehr

als geschmerzt haben. Für ihn bedeutete

es damals die Chance auf eine komplette

Neuorientierung seiner beruflichen Ausrichtung.

All das was dann passierte

ist Legende. Allein seine

Übernahme von Pixar und der

fulminante Erfolg der ersten computeranimierten

Filme wäre ohne

diesen Rauswurf bei Apple nie

möglich gewesen.

Und meine These ist, dass sein

furioses Comeback in den neunziger

Jahren bei Apple und der

Aufstieg zum wertvollsten Unternehmen

der Erde nur möglich

war, durch die Erfahrung der Krise

Anfang der achtziger Jahre. Damals ist

Steve Jobs kolossal gescheitert und durfte

für sein späteres Wirken wahrlich eine

Menge lernen.

Was wir lernen können

Selbstbewusstsein entsteht, wenn wir uns

selbst oft genug an den eigenen Haaren aus

dem Sumpf gezogen haben. Und das ist

wahrscheinlich die größte Lernerfahrung

der Krise: Wir haben sie überlebt. Dies

hilft uns Selbstbewusstsein zu tanken. Wir

wissen was wir schon alles geschafft haben.

Weitere Punkte sind:

• Wir haben unsere Grenzen überschritten

und neues Terrain erobert

• Wir mussten uns mit neuem Wissen

auseinandersetzen und neues lernen

• Eine Krise bringt immer neue Menschen

in unser Leben und wir erweitern so

unser Netzwerk

Krisen sind, richtig betrachtet, der ultimative

Lernbooster. Nichts treibt uns mehr

voran in unserem Leben als eine richtig

herausfordernde Krise.

Was tun, wenn die Erde bebt?

Trotz allem was wir planen – irgendwann

erwischt es uns und die Erde bebt. Da ist

sie dann, die Krise.

Was ist dann zu tun? Hier die wichtigsten

Punkte:

• Ruhe bewahren und erstmal tief Luft

holen. Auf keinen Fall in hektisches Handeln

verfallen.

• Sich erstmal kurz zurückziehen und

sich die Lage von außen anschauen. Also je

Bild: Sabrina Nagel, Imago/ZumaPress, Cover: Campus

30 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2019 . ERFOLG magazin


Einstellung

Krisen und Fehlschläge

passieren - egal wie

gut wir planen.

nach Größe des Problems eine Runde um

den Block oder ein Wochenende ans Meer.

• Wenn wir uns selbst wieder im Griff haben

und neu auf das Problem blicken und

entscheiden was der nächste Schritt ist.

• Dann stellen wir uns die Frage, wer dieses

Problem bereits gelöst hat in der Vergangenheit

– und schauen uns an wie diese

Person das Thema angegangen ist.

• Ganz entscheidend ist, dass wir in einem

Unternehmen uns gerade in der Krise daran

erinnern, warum wir einmal angetreten

sind. Was sind unsere zentralen Werte?

Was wollten wir erreichen? Und machen

diese Ziele uns und dem Team wieder neu

bewusst.

Entscheidend ist, dass wir nicht anfangen

uns selbst klein zu machen und in Selbstzweifeln

versinken. Dazu gibt es keinen

Grund und hindert die Krisenbewältigung.

Krisen und Fehlschläge passieren – egal

wie gut wir planen. Das müssen wir uns

bewusst machen. Wir haben eben

nicht alles unter Kontrolle.

Der Beigeschmack des

Untergangs

Ich glaube, wenn es uns gelingt,

der Krise den Beigeschmack des

Untergangs zu nehmen, ist die

Niederlage ein absolut produktiver

Zustand.

Nie können wir so schnell und

einfach Änderungen in unserem Unternehmen

und bei uns selbst vornehmen wie in

Zeiten der Krise.

Ich weiß, dass es kein Patentrezept gibt

sicher durch eine Krise hindurch zu kommen.

Aber ich weiß auch, dass wir uns

mit dem richtigen Mindset systematisch

mit einem Fehlschlag auseinandersetzen

können und das meiste daraus

lernen können.

Dies ist auch die Rückmeldung

der ersten Leser meines Buches.

Es ist eben kein klassischer Erfolgsratgeber.

Sondern eher ein

tiefes Nachdenken darüber, warum

wir Menschen so viel Angst

vor der Krise haben und welche

Möglichkeiten uns offenstehen

diese Angst zu überwinden - für

das Leben unserer Träume und

damit es uns gelingen möge unseren Weg

mutig zu beschreiten. Auch wenn wir zwischendurch

auf der Nase landen.

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Leben

Es ist gegen

meine Natur,

schwach zu

werden.

Karl Lagerfeld

Talkshow Johannes B. Kerner,

ZDF, 9. Juni 2009

32 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2019 . ERFOLG magazin


Leben

Karl Lagerfeld

Das Vermächtnis

Der Grandseigneur der Haute Couture prägte mit seiner

künstlerischen Arbeit die Modewelt wie kein Zweiter

Bilder: Depositphotos/arp

Seine Markenzeichen waren ein

weißer Zopf, hoher Hemdkragen

und eine dunkle Sonnenbrille -

so kannten viele den im Februar

gestorbenen Karl Lagerfeld. Das

genaue Vermögen von einem der reichsten

Deutschen kannten aber wohl nur

wenige. Der Modezar besaß nach Angaben

des Onlineportals focus.de 300.000

Bücher, eine Katze, die modelt, sowie

Villen in Hamburg, Paris und

Monaco. Darüber hinaus habe er

ein Jahresgehalt in Höhe von 44

Millionen Euro verdient. Doch die

Schätzungen über sein Gesamtvermögen

unterscheiden sich stark.

Das Manager Magazin bezifferte

seinen Besitz auf etwa 400 Millionen

Euro, das US-amerikanische

Wirtschaftsmagazin Forbes dagegen

auf rund 180 Millionen Euro.

Sein Jahresgehalt setzte sich aus

Einkünften als Kreativdirektor

bei Chanel und Fendi, seinem

Luxus-Modeshop 7L und weiteren Nebentätigkeiten

zusammen. Doch mit den

44 Millionen Euro schaffte es Lagerfeld

dem Onlineportal zufolge nicht unter die

25 reichsten Unternehmer aus der Fashion-Szene.

Focus.de beruft sich auf eine

Auswertung der US-amerikanischen Zeitschrift

Business Insider aus dem Jahr 2017.

Ein Luxus-Leben konnte sich Lagerfeld

aber trotzdem gönnen. In den 1980er-Jahren

schenkte ihm Fürst Rainier die Villa

„La Vigie“ in der Nähe von Monaco – als

Dank für seinen Erfolg bei Chanel. So

musste Lagerfeld die Villa lediglich renovieren.

Zudem konnte Lagerfeld in zwei

weiteren Villen entspannt seine Zeit verbringen.

Zum Vermögen des Modedesigners

gehört auch seine Katze Choupette.

Sie spielte in Werbefilmen für Opel und

eine japanische Kosmetikfirma mit und

erwirtschaftete so 3,4 Millionen Euro.

Focus.de kündigte an, dass das Tier noch

reicher werden könnte, weil sie in seinem

Testament genannt sein soll.

Das Geld muss

aus dem Fenster,

damit es durch die Tür

wieder rein kommt.

Karl Lagerfeld Talkshow Markus Lanz, ZDF, 19. April 2012

„Die Fashion-Ikone Karl Lagerfeld war

weltweit für seinen inspirierenden, wegweisenden

und modernen Stil berühmt. Er war

eine wahre Naturkraft, bei der eine enigmatische

Persönlichkeit auf eine einzigartige

Interpretation von Mode und Popkultur

traf “, betont die Yoox Net-A-Porter Group,

die den Onlineshop karl.com betreibt, über

den Lagerfelds Mode gekauft werden kann.

Lagerfeld arbeitete nicht nur als Modedesigner,

sondern auch als Illustrator, Fotograf,

Stylist und Herausgeber. „Etwas zu entwerfen

ist für mich wie zu atmen, ich tue es

nicht bewusst, es passiert einfach“, wird Lagerfeld

auf der Seite karl.com zitiert. Unter

dem Dach der Marke „Karl Lagerfeld“ begegnen

sich der elegante Pariser Chic und

eine unangestrengte, rockige Coolness. Zu

den stark nachgefragten Lifestyle-Kollektionen

zählen unter anderem Ready-To-Wear-Linien

für Damen und Herren sowie

Accessoires.

Darüber hinaus ist die Marke „Karl Lagerfeld“

nach Angaben der Yoox Net-A-Porter

Group „auch eine Einladung,

in die Welt von Karl einzutauchen

und die enigmatische Persönlichkeit

mit den messerscharfen

Sprüchen, der extravaganten Vision

und dem innovativen Geist,

die hinter dem Label steckt, besser

kennenzulernen“. Hier zeige sich,

dass Karl Lagerfeld mehr war als

ein Mann, nämlich eine Legende

voller Inspiration und Naturkraft,

die ihrer Zeit immer einen Schritt

voraus war. All das transportiere

die einzigartige Sichtweise des Designers,

der einmal gesagt habe:

„Mode ist nicht nur Kleidung, sondern

vielmehr eine Einstellung.“ Die Mode von

Lagerfeld können Kunden in mehr als 100

Monobrand-Shops weltweit kaufen. Die

bekanntesten Geschäfte gibt es in Paris,

New York, London, Dubai, Shanghai und

Seoul. Zudem arbeitet die Marke mit vielen

Franchise-Partnern und Großhändlern

in Europa, dem Nahen Osten und Asien

zusammen. Mit dem Flagship-Store auf

karl.com spricht die Marke Kunden aus 96

Ländern an.

Lagerfeld wurde 1938 in Hamburg geboren.

Beim Wettbewerb des Secrétariat

International de la Laine siegte Lagerfeld

ERFOLG magazin . Ausgabe 03/2019 . www.erfolg-magazin.de

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Leben

I'm very much down to earth.

Just not this earth.

Bild: Depositphotos/fashionstock

1954, weil er die Jury mit dem Entwurf

eines Mantels überzeugte. Den Mantel

ließ Pierre Balmain herstellen und beschäftigte

den 17-jährigen Lagerfeld als

Assistenten. 1957 wurde Lagerfeld künstlerischer

Direktor bei Jean Patou. Lagerfeld

arbeitete ab 1962 in Frankreich,

Italien, England und Deutschland – als

einer der ersten freiberuflichen Designer

der modernen Modebranche. Mit Chloé

arbeitete er ab 1964 zusammen. Ein Jahr

später gestaltete er die ersten Kollektionen

für Fendi. Diese Zusammenarbeit

hielt bis zu seinem Tod an. 1975 verschaffte

er sich Aufmerksamkeit, weil er

Wer eine Jogginghose trägt,

hat die Kontrolle

über sein Leben verloren.

Karl Lagerfeld Talkshow Markus Lanz, ZDF, 19. April 2012

als erster Modedesigner mit „Chloe“ ein

Parfum auf den Markt brachte, aber kein

eigenes Label hatte. Zum künstlerischen

Direktor des Modehauses Chanel stieg

Lagerfeld 1983 auf, ein Jahr später gründete

er sein Modelabel „Karl Lagerfeld“.

Seine eigenen Kampagnen fotografierte

der Modeschöpfer ab 1987. Einige Fotos

wurden in Fotobüchern veröffentlicht, die

der Steidl-Verlag herausgab. 1992 stellte

Lagerfeld 60 Farbillustrationen für das

klassische Märchen „Des Kaisers neue

Kleider“ von Hans Christian Anderson

her. Den Buchladen 7L eröffnete er 1999

in Paris. Nur ein Jahr danach entstand Lagerfelds

Verlag Edition 7L, in dem Kunstund

Fotobände erschienen.

Mit einem neuen Look fiel der Modepapst

im gleichen Jahr auf, da er sich ein

Diätprogramm zusammenstellte und 42

Kilogramm abnahm. Er veröffentlichte

das Buch „Die 3D-Diät“, in dem er seine

Erfahrungen beschreibt. Das Buch wurde

nach Auskunft der Yoox Net-A-Porter

Group weltweit tausendfach verkauft. Als

erster Modeschöpfer weltweit, der vom

Modekonzern H&M nach einer Designer-Zusammenarbeit

gefragt wurde,

rückte Lagerfeld 2004 in den Blickpunkt.

Für H&M entwarf er eine Capsule-Kollektion

mit 30 Kleidungsstücken. In das

berühmteste und am häufigsten verkaufte

Wörterbuch Frankreichs, Le Petit Larousse

Illustré, wurde Lagerfeld 2008 aufgenommen.

Mit dem „Couture Council

Fashion Visionary Award“ wurde er vom

Fashion Institute of

Technology in New

York ausgezeichnet.

Ab dem Jahr 2012

arbeitete der Hobbykünstler

als Karikaturist

und Zeichner

für das Frankfurter

Allgemeine Magazin,

das der Frankfurter

Allgemeinen Zeitung

beiliegt.

Der Choreograf und

Ballettdirektor Benjamin Millepied überzeugte

Lagerfeld 2016 davon, die Kostüme

für die Ballettproduktion „Brahms-Schöneberg

Quartett“ zu entwerfen. Das Ballettstück

wurde in der Operá Bastille

in Paris gespielt. Zwei beeindruckende

Suiten im berühmten Hotel de Crillon

in Paris konzipierte der Designer 2017.

Zudem wurde er bei den British Fashion

Awards mit dem Outstanding-Achievement-Award

und bei den WWD Honors

Awards mit dem John-B.- Fairchild-Award

ausgezeichnet.

Das letzte Mal vor seinem Tod zog er das

öffentliche Interesse auf sich, als er im vergangenen

Jahr die Zusammenarbeit mit

dem international bekannten Model Kaia

Gerber begann und die Kollektion „Karl

Lagerfeld X Kaia“ herausbrachte. Zudem

gestaltete er in dem Jahr ein Sechs-Sterne-

Hotel mit 290 Zimmern in Macau.

34 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2019 . ERFOLG magazin


Leben

Ich hasse das Wort billig.

Menschen sind billig,

Bekleidung ist dagegen

teuer oder preiswert.

ERFOLG magazin . Ausgabe 03/2019 . www.erfolg-magazin.de

35


Einstellung

36 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2019 . ERFOLG magazin


Einstellung

Alles

Anders

Als Alle

Anderen

Marcel Remus

über Bauchgefühl

und Arbeiten

Ich habe diesen Weg eingeschlagen

und wurde

von vielen sehr belächelt.

Inzwischen halten die aber

ihr Maul.

Dein neues Buch heißt „Alles Anders Als

Alle Anderen“. Was hast du in deinem

Leben bisher anders gemacht, das sich

ausgezahlt hat?

Schon auf dem Gymnasium war ich eher

der Außenseiter. Ich war immer etwas anders

angezogen als die coolen Typen und

nicht unbedingt der Klassenliebling. Wie

du weißt, war ich ein schlechter Schüler

und das hat sich komplett durchgezogen.

Als ich dann als einer der 1500 Makler

auf Mallorca angefangen habe, habe ich

mich gefragt: „Was musst du anders machen,

dass überhaupt irgendein Kunde auf

die Idee kommt, zu dir zu kommen und

Häuser zu kaufen?“ Daraus entstand die

Philosophie der 5 As: „Alles Anders Als

Alle Anderen“ – diesen Weg kennst du ja

selber gut. Mein Bürodesign ist anders, die

Art und Weise der Positionierung, Selbstvermarktung,

das Personal Branding. Außerdem

führe ich eine Art Nischendasein,

dadurch, dass ich mich nur auf Luxusimmobilien

ab 1,5 Millionen Euro aufwärts

spezialisiere und mache nicht das, was

alle anderen auch machen. Das hat sich

wie ein roter Faden durchgezogen. Und

damals, mit 19, zu sagen, ich kneife jetzt

die Arschbacken zusammen und gehe

den Weg nach Mallorca ins Ausland, obwohl

ich überhaupt keine Ahnung habe,

was da auf mich zukommt und was ich zu

erwarten habe, und wie ich mich auf dieser

Insel überhaupt über Wasser halte. Es

gibt ja nicht viele Möglichkeiten, hier Geld

zu verdienen. Das ist schon wirklich alles

anders als alle anderen. Es war natürlich

ein großes Risiko, das sich aber am Ende

ausgezahlt hat. Ich habe diesen Weg eingeschlagen

und wurde von vielen sehr belächelt.

Inzwischen halten die aber ihr Maul,

weil sie sehen: Okay, der hat jetzt wirklich

seit zehn Jahren Erfolg und verkauft nachweislich

die fetten Häuser auf Mallorca

und hat wirklich geile Kunden. Deswegen

ist das alles richtig gelaufen.

Was empfiehlst du jungen Leuten, die

sich selbständig machen wollen? Worauf

müssen die unbedingt achten?

Den jungen Leuten von heute empfehle

ich, sich von den ganzen sozialen Medien

Bild: Nadine Dilly

ERFOLG magazin . Ausgabe 03/2019 . www.erfolg-magazin.de

37


Einstellung

Elton John (links) und sein Mann

David Furnish (rechts) nehmen

Marcel Remus in die Mitte.

nicht blenden zu lassen, den ganzen Beiträgen

und Fotos und dem Instagram-Thema.

Sie sollten den ganzen Hokuspokus

nicht überbewerten, nach dem Motto „Ich

poste ein Bild und werde nächste Woche

berühmt“. Ich empfehle ihnen, dass sie für

ihren Traum hart arbeiten sollen, dass sie

sich so schnell es geht, gerade in jungen

Jahren, klar werden sollen, was sie erreichen

möchten und wann und was sie für

ein Ziel haben. In welchem Beruf es ihnen

Spaß macht, jeden Tag. Sie müssen für sich

selbst analysieren und reflektieren, ob dieser

Job, dem sie nachgehen, wirklich ihre

Berufung und Passion ist. Wo sehen sie

sich mit diesem Job in den nächsten 20 bis

30 Jahren? Ob sie dort Erfolge feiern können,

ob das eine Berufssparte ist, in der sie

auch aufsteigen und sich entfalten, erfolgreicher

werden können.

Wodurch hast du herausgefunden, was

du im Leben willst?

Als Kind und Teenager habe ich erlebt, wie

mein Vater die eine oder andere Firma an

die Wand gefahren hat. Dadurch, dass Subunternehmer

nicht bezahlt haben, konnte

Wenn man auf sich selbst

und seine innere Stimme

hört, die innere Balance hat

und mit sich selbst im Reinen

ist, kommt man ganz gut

durchs Leben.

er seine Rechnungen nicht bezahlen. Da

sind viele blöde Situationen aufeinander

gekommen, weswegen die Firma wieder

geschlossen werden musste. Entsprechend

habe ich zeitweise ein Leben in Saus und

Braus miterlebt, aber genauso Situationen,

in denen für Monate und Jahre der Kühlschrank

nicht komplett gefüllt war. Da gab

es dann kein dickes Auto vor der Haustür,

sondern einen Fiat Panda. Dann gab es

keine Villa, sondern eine kleine Scheißwohnung

von 60 Quadratmetern an der

Hauptstraße, in der wir gelebt haben. Da

konnte ich sehr schnell gut rausfiltern,

was ich gut und was ich schlecht finde

und habe ein sehr, sehr gutes Bauchgefühl

entwickelt. Wie du weißt, habe ich auch

keinen Mentor, sondern lasse mich immer

komplett von meinem Bauchgefühl, meiner

inneren Stimme, leiten. Ich bin eben

recht gut im Selbstreflektieren und überlege

den ganzen Tag: Was läuft gut, was läuft

schlecht, was hätte man besser machen

können, was war meine Schuld, was ist

der nächste Schritt und wo geht das Ganze

hin? Wenn man auf sich selbst und seine

innere Stimme hört, die innere Balance hat

und mit sich selbst im Reinen ist, kommt

man ganz gut durchs Leben.

Seit Jahren bewegst du dich in der Welt

der Superstars. Ob Elton John oder Paris

Hilton, mit allen warst du schon unterwegs.

Was färbt da ab? Hast du etwas von

diesen Leuten gelernt?

Ich glaube schon, dass einiges davon abfärbt.

Dass ich jeden Tag mit Luxuskunden

und Multimillionären unterwegs

bin, spornt natürlich extrem an. Meine

bekannten und berühmten Bekanntschaften

- ob es Robin Schulz ist oder Elton

John, Leute, die ich jetzt wirklich schon

Bilder: Privat, Rouven Kirchhoff, Cover: FBV

38 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2019 . ERFOLG magazin


Einstellung

seit Jahren kenne und regelmäßig treffe

und engeren Kontakt habe – das motiviert

mich total. Ich sehe, das sind Leute, die

arbeiten wirklich hart für ihr Geld. Das

ist nicht so ein Schickimicki-Leben, wie

man das sich so vorstellt. Das ist bei mir ja

auch so. Nach außen hin, wenn man meinen

Instagram-Account

ansieht,

sieht das alles nach

Friede-Freude-Eierkuchen

aus, alles

mega geil, alles

total toll. Aber die

Leute sehen das Leben dahinter nicht: wie

viele Stunden du am Tag arbeitest, welche

Rennerei und welchen Druck du manchmal

hast, damit alles läuft und funktioniert.

Diese Leute motivieren mich extrem.

Und – auch wenn es jetzt vielleicht

komisch klingt - man kann sich mit diesen

Leuten natürlich auch ganz anders austauschen

als mit Leuten, die einen ganz normalen

Nine-to-Five-Job ausüben.

Ich weiss auch für jeden

Tag, was ich wann, wo, wie

erreichen will.

Du lässt oft verlauten, dass dir dein

Lifestyle sehr wichtig ist. Wie organisierst

du deine Arbeit und dein Leben,

damit du diesen Lebensstil haben

kannst?

Ich schätze mich im Vergleich zu anderen

sehr effizient ein. Auf Instagram fragen

mich lustigerweise

die Leute

„Sag mal, hat dein

Tag irgendwie 48

Stunden statt 24?“,

weil ich so viele

Sachen abarbeite,

mache, tue, renne und auch geschafft

kriege. Diese Koordination und Organisation

und dass ich genau weiß, was ich

will. Ich weiß auch für jeden Tag, was ich

wann, wo, wie erreichen will. Ich habe

kleine Etappenziele, die ich mir selbst

stecke. Ich versuche, immer wieder an

mir zu arbeiten, besser zu werden, noch

schneller zu sein – noch schneller und

besser als die anderen. Das funktioniert

ganz gut und dementsprechend kann

man sich dann auch mal eine Auszeit

gönnen, wie jetzt zum

Beispiel drei Wochen in

Moskau, um Russisch

zu lernen. Oder mal drei

Wochen in Amerika auf

der Oscar-Verleihung

zu sein, um zu rennen

und solche Sachen und

sich selbst inspirieren

zu lassen. Gerade Amerika

ist für mich immer

eine mega Motivation

und große Inspiration, weil ich das Land

und die Leute extrem gut finde und die

uns Europäern in allem, gerade im Bereich

Marketing, weit voraus sind. Es ist

nicht so, dass ich dann drei Wochen nicht

erreichbar wäre. Ich gehe also trotz Jetlag

um fünf Uhr morgens ans Telefon, wenn

Kunden anrufen und beantworte alle

E-Mails über den Tag verteilt. Ich arbeite

ja trotzdem.

Marcel Remus ging mit 19

Jahren nach Mallorca und wurde

Makler für Luxus immobilien.

Diverse Fernsehshows interessierten

sich für seinen Millionenerfolg

auf der Insel. Er brachte

außerdem diverse Livestyle-

Produkte auf den Markt und

schrieb nun das Buch "Alles

Anders Als Alle Anderen".

ERFOLG magazin . Ausgabe 03/2019 . www.erfolg-magazin.de

39


Einstellung

Der Überflieger

Michael Jordan

Wie Wissen, Tun und Wiederholen zu Können und Erfolg führen

Im Jahr 1984 kam ein vollkommen

unbekannter junger Mann in Chicago

an. Er war von der Basketball-Mannschaft

»Chicago Bulls«

als neuer Spieler engagiert worden.

Damals sahen pro Spiel nur 600 Zuschauer

zu. Dieser junge Mann hatte es als kleiner

Junge nicht einmal geschafft, die Qualifikation

für die High-School-Mannschaft

zu bewältigen. Seine Reaktion: Auf einem

Hinterhof übte er immer wieder das Körbewerfen,

stundenlang.

Seine Karriere begann im ersten College-Jahr:

Eine Sekunde vor Schluss des

Spiels lag sein Team einen Punkt zurück.

Er bekam den Ball und warf ihn von der

Mittellinie aus mit dem Mut der Verzweiflung

in Richtung Korb – und er traf! Seine

Mannschaft gewann schließlich mit dem

Schlusspfiff und seitdem hat er diesen tiefen,

unerschütterlichen Glauben, dass er

alles kann. Dieser junge Mann hieß Michael

Jordan. Heute verdient er geschätzte 120

Millionen US-Dollar pro Jahr.

Michael Jordan bekommt eine Million

Dollar pro Auftritt – zum Beispiel, wenn er

ein neues Casino in Las Vegas eröffnet und

sich dort eine Stunde sehen lässt. Nach

jedem Spiel warten 150 Reporter auf ihn,

um ihn zu fotografieren und zu interviewen.

Dank des »Königs der Lüfte« stiegen

die Chicago Bulls in den letzten Jahren zur

erfolgreichsten US-Basketball-Mannschaft

und zu einer der erfolgreichsten Sportmannschaften

der Welt auf. Die letzten

Jürgen Höller

wurde 1999 als erster

Mentaltrainer der Bundesliga

unter Trainer Christoph

Daum bekannt. Über

eine Million Menschen

besuchten bisher die

Seminare des mehr fachen

Bestsellerautors.

knapp 300 Heimspiele waren mit jeweils

23.000 Zuschauern ausverkauft. Sieben

Mal in neun Jahren waren die Chicago

Bulls Meister im Basketball. Der Umsatz

pro Jahr beträgt circa 500 Millionen

US-Dollar.

Als Michael »Air« Jordan vor einiger Zeit

zurücktrat und eineinhalb Jahre Pause

einlegte, herrschte ein Katzenjammer in

der NBA. Als er nach diesen eineinhalb

Jahren zurückkehrte, legte der Börsenkurs

der Firmen, für die er Werbung betrieb

(McDonald’s, Nike etc.), innerhalb von 24

Stunden in ungeahnter Weise zu.

Es werden mehr Menschen

durch Übung tüchtig als

durch Naturanlage!

Demokrit

Warum hat es Michael Jordan zu dieser

Größe gebracht? Weil er an sich glaubte,

weil er nie aufgab und weil er beständig,

ausdauernd und beharrlich an seinen Fertigkeiten

arbeitete.

Auch Michael Jordan musste Rückschläge

erleiden. Man denke nur daran, dass

er nicht mal in das High-School-Team

aufgenommen wurde. Aber er hat an sich

geglaubt und er hat immer wieder geübt.

Das Leben, das Schicksal, Gott (Suche

Dir aus, woran Du glaubst)

schenkt uns die Begabung –

harte und ausdauernde Arbeit

macht daraus das Genie.

Nikolaus B. Enkelmann sagte

einmal: »Glück kommt von

Gelingen.« Und das Wort

»Gelingen« hängt mit Tun

und Handeln zusammen.

Bedenke immer: Wer selbst

nicht handelt, der wird behandelt.

Wer Mentaltraining betreibt,

muss eine Ursache setzen. Nur dann erfüllt

sich das Gesetz von Ursache und Wirkung.

Doch die Ursache besteht aus zwei Teilen:

Wer etwas ernten will, der muss es auch

aussäen.

1. Saatgut = Der Gedanke

2. Aussäen = Das Handeln

Vielleicht fällt uns das Handeln deshalb so

schwer, weil wir Dinge tun, die uns keinen

Spaß machen. Wenn wir Kinder beobachten,

stellen wir fest, dass sie eine unvorstellbare

Ausdauer für Dinge haben, die

ihnen Freude bereiten. Sie sind aber absolut

nicht dazu zu bewegen, Dinge zu tun,

die ihnen keinen Spaß machen.

Liegt es also daran, dass wir an den Dingen,

die wir tun, keine Freude haben? Laut

einer Untersuchung gehen 56 % aller Menschen

einer Tätigkeit nach, die ihnen keine

Freude bereitet. Aber wenn wir eine Tätigkeit

haben, die uns Freude macht, warum

haben wir dann noch Schwierigkeiten zu

handeln? Das Leben schenkt uns nun mal

kein Freibier, wir müssen hart dafür arbeiten.

Aktivität ist das Schlüsselwort – nicht

nur im Verkauf, sondern bei jeder Tätigkeit.

Wir müssen handeln, wir müssen ins

Tun kommen!

Du musst also beginnen und dann beharrlich

dabei bleiben. Aber warum ist dieses

beharrliche Dabeibleiben so wichtig?

Durch die Konzentration auf eine Sache

wirst Du sie im Laufe der Zeit immer wieder

tun. Das heißt, Du wiederholst die

gleiche Tätigkeit. Nehmen wir als Beispiel

einen Verkäufer. Wenn ein Verkäufer beharrlich

dabei bleibt, immer wieder Bücher

liest, Audio-Kassetten hört, Video-Seminare

ansieht und regelmäßig Seminare

besucht, wird sein Wissen immer größer.

Wenn er das Wissen dann in der Praxis anwendet

und im Laufe der Zeit einen Punkt

nach dem anderen integriert, wird er als

Verkäufer immer besser. Er wird selbstsicherer,

er wird mehr Abschlüsse tätigen,

sein Selbstbewusstsein steigt ständig und

so weiter.

40 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2019 . ERFOLG magazin


Einstellung

Durch permanentes Wiederholen verdichten

sich also Überlegungen. Und Können

ist König! Wissen kann man viel, aber das

reicht nicht aus. Wenn man weiß, wie man

einen Nagel in die Wand schlägt, kann

man es noch lange nicht tun. Wissen ist

wenig – erst das Können macht den König.

Wer einmal etwas Kluges gehört hat,

ist deshalb noch lange nicht klug. Der Weg

ist dabei immer der gleiche:

Wissen g Tun g Wiederholen g

Können g Erfolg

Schon Aristoteles erkannte: »Wir sind das,

was wir wiederholt tun. Vorzüglichkeit

ist daher keine Handlung, sondern eine

Gewohnheit!« Wissenschaftlich gesehen

ist es so, dass jedes Verhalten am Anfang,

bildlich gesehen, einem Trampelpfad entspricht

– zunächst nur eine dünne und

schwache Vernetzung unserer Nervenzellen.

Mit jeder Wiederholung wird diese

Vernetzung aber fester und fester. Im Laufe

der Zeit wird aus diesem Trampelpfad

ein komfortabler Weg, schließlich eine feste,

stabile Straße und am Ende sogar eine

Autobahn. Dies gilt übrigens sowohl für

negative als auch für positive Handlungsweisen.

Jetzt verstehst Du vielleicht auch, warum

sich zwischen Wissen und Tun eine riesige

Lücke erstreckt. Die Lücke zwischen

Wissen und Tun ist das schwächste Glied

in der Lebenskette der meisten Menschen.

Das Problem besteht in der Regel nicht

darin, dass wir nicht wissen, was wir tun

sollen, sondern dass wir es nicht schaffen,

etwas in die Tat umzusetzen.

Wir sind das, was wir

wiederholt tun!

Aristoteles

festes, geistiges Eigentum wird, damit dieses

Wissen sich unbewusst frei entfalten

kann und Dich sicher zum Erfolg, zum

Spitzenerfolg führt, muss es sich im Unterbewusstsein

verdichten. Das bedeutet, dass

Du Dich regelmäßig mit diesen Dingen

beschäftigen, dass Du regelmäßige Übungen

absolvieren musst, um es schließlich

zu einem Teil Deiner Persönlichkeit werden

zu lassen: Beginne gleich jetzt damit.

Michael "Air" Jordan -

eine Legende des

amerikanischen

Basketballs.

Bilder: Depositphotos/ProShooter, Jürgen Höller Academy

Ich kenne das von meinen Seminaren.

Viele Teilnehmer sind nach dem Seminarbesuch

begeistert und meinen, dies

wäre nun der große Durchbruch. Sie fahren

nach Hause – und ein paar wenige

sind enttäuscht. Warum? Weil nichts passiert.

Genau das sind die Teilnehmer, die

es nicht verstanden haben. Es reicht nicht

aus, einmal ein Seminar über Erfolgs- und

Motivations-Strategien zu besuchen oder

ein Buch oder eine Audio-CD zu diesem

Thema zu lesen oder zu hören. Das neu

erworbene Wissen ist ja noch kein Teil

ihres Charakters geworden. Damit es Dein

Wer weiß, was er zu tun hat,

und es nicht tut,

der macht sich schuldig!

Jakobus

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41


Wissen

Körpersprache

der Mächtigen

Wie wir Führungspersönlichkeiten

wahrnehmen

Seit 20 Jahren beobachte ich

weltweit Wahlkämpfe. Mehr

noch – auch Staaten und Organisationen,

in denen die

Führungspersonen per Akklamation

gewählt werden oder sich selbst

inthronisieren, sehe ich mir genauer an.

Dabei habe ich festgestellt, dass Menschen

überall auf der Welt gleich agieren,

wenn es um die Wahl ihrer Oberhäupter

geht. Und das ist nicht besonders rational.

Nur wenige Wähler tauchen tiefer in

die Politik ein, als Zeitungsschlagzeilen,

Kurzartikel oder Tweets auf Social Media

zu lesen. Das reicht uns dann meist als

angebotene Lösungen für die komplexen

Herausforderungen, die mit einer globalisierten,

digitalisierten, sich immer mehr

gentrifizierenden Welt verbunden sind.

Doch diese oberflächlichen Infos können

niemals ausreichen, um den Geeignesten

oder die Geeignetste auszuwählen. Es ist

somit wohl fraglich, ob wir tatsächlich

immer die Besten an der Spitze unserer

Gesellschaft haben. Also wofür dann

überhaupt ein Oberhaupt? Geht es nicht

Stefan Verra

ist Körpersprache-Experte

und ist weltweit mit Vortägen

erlebbar. Mit seiner humorvollen

Körper sprache- Show ist er im

deutschen Sprachraum auf Tournee.

Er ist Bestseller autor und Gastdozent

mehrerer Universitäten.

auch ohne? Nein! Auch wenn wir noch so

oft über »die da oben« maulen, brauchen

wir sie. Das hat sich evolutionär als enormer

Vorteil erwiesen.

Rudel

Seit Lebewesen höher entwickelt waren,

begannen sie, Rudel zu bilden. Hunde,

Rehe, Steinböcke organisierten sich, denn

das war eine Bündelung von Kraft und bedeutete

damit Sicherheit. May the force be

with you! Und das Krönchen der Schöpfung,

der homo sapiens, war sapiens genug,

das auch zu tun.

Aber ein Rudel ist ja erst mal ein unorganisierter

Haufen, das haben schon die im

Neandertal gecheckt. Also musste einer

her, der die Richtung vorgab. Ein Leithammel.

Wenn der "Alle nach links" rief,

mussten ihm auch möglichst alle folgen.

Nur so konnte sich die Gruppe gegen

übermächtige Feinde wirklich zur Wehr

setzen. Er musste also vom Großteil der

Gruppe akzeptiert sein. Und ob sie einen

Leithammel akzeptierten oder nicht, entschieden

die einzelnen Mitglieder binnen

weniger Augenblicke. Nicht

auf rationaler Ebene, sondern

in älteren, vorgeschalteten Gehirnarealen.

So ist das auch noch heute bei

allen Rudelwesen, eben auch

beim Menschen. Und das betrifft

nicht nur Politiker. Alle

Menschen, die Führungsaufgaben

haben, sind für uns

Leithammel. Ob Führungskraft

im Unternehmen, Mitarbeiter bei der

Präsentation oder Elternteil beim Organisieren

des Wanderausflugs.

Versprechen

Jedes Alphatier gibt der Gruppe ein Versprechen.

Es verspricht, ihre grundlegenden

Bedürfnisse zu erfüllen. Dieses wirkungsvolle

Versprechen gibt es aber nicht

verbal – das wäre für so manches Säugetier

auch ganz schön schwierig – nein, das passiert

auf ganz anderer Ebene: salopp gesagt

auf Ebene der Emotionen. Genau auf der

Ebene, die auch Körpersprache wahrnimmt

und verarbeitet.

Es sind Signale der Mimik, Gestik, Haltung

und auch der Inszenierung, die dieses

Versprechen geben. Sie signalisieren uns:

»Mein Bedürfnis wurde wahrgenommen.«

Wer also stabile Verhältnisse will, sucht

Stabilität in der Wirkung. Wer Veränderung

will, sucht Signale des Aufruhrs. Wer

Stärke oder Harmonie will, sucht wiederum

seinen Bedürfnissen entsprechende

Signale – eine emotionale Zusage, diese

gefühlten Notwendigkeiten zu erfüllen.

Sobald wir das in der Körpersprache erkennen,

hat dieser Mensch einen festen

Platz in unserem Herzen. Er ist unser Leithammel.

Wir verteidigen ihn auf Biegen

und Brechen, selbst wenn uns die Inhalte

gar nicht mehr wirklich gut tun. Erhalten

wir dieses Versprechen hingegen nicht, ist

dieser Mensch für uns unten durch. Und

so lassen wir Inhalte von Menschen, die

uns emotional nicht erreichen, gar nicht

erst an uns heran.

Bilder: Deposoitphotos/palinchat, Severin Schweiger

42 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2019 . ERFOLG magazin


Wissen

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43


Wissen

Christine

Lagarde

Ein wunderbares

Beispiel,

dass Macht nichts

mit dem Geschlecht zu

tun hat. Auch mit kurzem

Rock und opulentem

Schmuck zeigt sie Signale

der Kraft. Das vermittelt

Sicherheit. Vor allem

ihr Umgang mit Distanz

zu anderen lässt sie

souverän erscheinen.

Emmanuel

Macron

Seine Vielfalt in Gestik

und Mimik machen

ihn zu einem Redner,

der begeistern kann.

Die hohe Frequenz

seiner Bewegungen

verleiht Energie. Wer

schnell und variantenreich

gestikuliert,

zeigt Energie und

Tatkraft.

Angela Merkel

Sie ist der Inbegriff von Stabilität.

Ruhe und Besonnenheit

strahlt sie mit ihrer Minimal-

Mimik und -Gestik aus. Wer

nämlich auch in Notsituationen

stabil bleibt und keine Aufregung

signalisiert, zeigt, dass

er Herr - in dem Fall Frau - der

Lage ist. Was Merkel damit

aber nicht schafft ist ein Gefühl

von Aufbruch und Begeisterung.

Xi Jinping

Auch wenn er aussieht wie der

nette Opa von neben an, ist er

einer der machtbewusstesten

Menschen der Welt. Was ihn

so „harmlos“ erscheinen lässt

ist der beständige Ansatz des

Lächelns. Zudem ist er ein

starker Rudelführer - er beweist,

das man Querulanten nicht

selbst ruhig stellt. Mit der

richtigen Körpersprache erledigt

das die Gruppe für einen.

Wladimir Putin

Setzen Sie den Putin-Blick

auf und es wird klar, dass Sie

Ihre Botschaft ernst meinen.

Sympathisch geht anders, aber

gezielt eingesetzt, ein wertvolles

Werkzeug.

44 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2019 . ERFOLG magazin


Wissen

Donald Trump

Auch wenn er inhaltlich umstritten ist, begeistert er nach

wie vor über 50 Millionen Amerikaner. Seine aggressiven

Gesten spiegeln genau den Zorn derer wider, die dem

„Establishment“ die Schuld an Veränderungen im Land

geben. Er vermittelt mit seiner ungeschliffenen Art: „Ich bin

einer von euch“. Das Wiedererkennen seiner eigenen Körpersprache

bei anderen erzeugt eine enorm starke Bindung.

Das hat etwas kindliches und damit authentisches, aber am

politischen Parkett tut er sich damit manchmal schwer.

Sebastian Kurz

Trotz seines jungen

Alters, strahlt er Seniorität

aus. Verantwortlich

dafür ist die geringe

Frequenz und Amplitude

seiner Bewegungen. Das

wirkt zwar alt, vermittelt

aber Vertrauenswürdigkeit.

Wie Merkel löst

er damit aber keine

Euphorie aus.

Tipps „To go“

Variabilität

Wer mehr Ausdrucksformen zur Verfügung

hat, spricht eine größere Gruppe

von Menschen an und kann in vielfältigen

Situationen agieren. Das wirkt

selbstbewusst.

Frequenz & Amplitude

Bewegungen sind abhängig vom Tempo

(Frequenz) und in welchem Radius

(Amplitude) sie ausgeführt werden.

Der Wechsel macht die Kommunikation

spannend.

Sympathie vor Kompetenz

Unser Gehirn braucht zuerst die Bestätigung,

dass unser Gegenüber uns

nichts Schlechtes will. Der erste Eindruck

ist der Filter, wie wir die folgende

Kommunikation wahrnehmen. Zeigen

Sie zuerst Signale der Sympathie

(Lächeln, Kopf leicht schräg, asymmetrische

Haltung,…), um dann bei

bestimmten Punkten Ihre Kompetenz

zu verdeutlichen (Handflächen gen Boden,

symmetrische Haltung, eventuell

Lächeln einstellen,…)

Staunen Sie, mit welchen Signalen

die Mächtigsten der Welt es ganz

nach oben geschafft haben:

„Leithammel sind auch nur Menschen

- Die Körpersprache der

Mächtigen“ (Ariston Verlag)

Bilder: Deposoitphotos/palinchat, 360ber, acktionsports, Severin Schweiger, Cover Ariston

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Wissen

Henry Ford

46 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2019 . ERFOLG magazin


Wissen

Der Mann, der die

moderne Zeit erfand

Bild: Zitelmann, Henry Ford leaving the White House_Library of Congress's Prints and Photographs division_ hec.38180

Vor genau 100 Jahren besaß

Henry Ford das größte Unternehmen,

das bis dahin jemals

einer einzelnen Person

gehört hatte. Er gilt als Erfinder

der industriellen Massenproduktion

und machte in den Vereinigten Staaten das

Auto zu einer Massenware.

Besonders sein legendäres Model T, von

dem über 15 Millionen Stück verkauft wurden,

machte Geschichte und veränderte

Amerika. Ford begann seine Karriere nebenberuflich

als Erfinder. Hauptberuflich

war er Angestellter in der Edison Company

– der Firma des berühmten Erfinders. Nebenberuflich

begann er, ein Auto zu erfinden.

1899 kündigte er seinen Hauptjob und

gründete seine erste Firma, denn er sollte

befördert werden und hätte dann keine Zeit

mehr für seinen Nebenberuf gehabt. Seine

erste Firma war allerdings ein Fehlschlag

und löste sich auf, nachdem sie weniger als

ein Dutzend Autos verkauft hatte.

»Ich habe Mr. Ford nie

etwas selbst tun sehen«

Bekannt wurde Ford zunächst als Fahrer

des „Model A“, mit dem er 1903 ein

wichtiges Autorennen

gewann. Anders

als andere Erfinder,

war Ford selbst weniger

der Handwerker

als vielmehr der

inspirierende Ideengeber, der es verstand,

Dinge zu delegieren. Er hatte verstanden,

dass es allein auf die Ideen ankommt –

die Umsetzung überließ er anderen. „Ich

habe Mr. Ford nie etwas selbst tun sehen“,

sagte einer seiner frühen Gehilfen. „Er hat

immer nur die Regie geführt.“ Hätte er so

gedacht, wie viele andere Erfinder, dann

wäre er niemals so reich geworden.

Von Anfang an konzentrierte Ford sich

darauf, Autos mit einem sehr leichten Gewicht

zu bauen. Und vor allem wollte er

ein Auto bauen, das weitaus billiger war als

die seiner Wettbewerber. Damals war das

Auto noch ein Luxusartikel für sehr, sehr

reiche Menschen. Autos kosteten ein Vielfaches

von Einfamilienhäusern, in heutigen

Preisen ausgedrückt oftmals sogar

mehrere Millionen Dollar. In damaligen

Preisen (1906) kostete mehr als die Hälfte

der Autos in den USA zwischen 3.000 und

5.000 Dollar. Ford zerstritt sich mit den

Investoren, die ebenfalls auf dieses Marktsegment

setzten, weil er ein Auto bauen

wollte, dass nur ein Zehntel dessen kosten

sollte. Aber er behielt Recht: Ein Jahrzehnt

später kosteten nur noch zwei Prozent

der verkauften Autos zwischen 3.000 und

5.000 Dollar.

Ford erschloss mit seinen günstigen Autos

eine ganz neue Käufergruppe – die größte,

die es damals in den USA gab, nämlich

die normalen Farmer. Zwei Drittel seiner

Autos verkauft er

an Farmer. Sein

Biograf betont die

gesellschaftlichen

Folgen, die dies für

die USA hatte: In

nur einem Jahrzehnt hat das "Model T" die

uralte Isolation der Bauern auf ihren Höfen

aufgebrochen. Viele Farmer begannen,

ihre Farmen zu beleihen, nur um sich ein

Auto leisten zu können.

Das Model T war mehr als eine Automarke,

es wurde in den Vereinigten Staaten zu

einem Mythos. Es gab zwar immer wieder

kleine Verbesserungen am Model T, aber

im Grunde blieb es überwiegend unverändert.

Er hielt an der

von ihm entwickelten

Model T-Automarke

fest, obwohl alle ihm

sagten, er müsse mit

der Zeit gehen und etwas

verändern. Als einmal ein Mitarbeiter

in seiner Abwesenheit ein Nachfolgemodell

entwickelte und vor die Tür gestellt

hatte, drehte Ford regelrecht durch, wie

ein Zuschauer beschrieb: „Er nimmt seine

Hände, schnappt sich die Tür und bang! Er

reißt die Tür ab! Gott! Wie der Mann das

geschafft hat, weiß ich nicht! Er sprang ins

Auto und riss eine andere Tür heraus. Mit

»Er zerfetzt das Dach mit

dem Absatz seines Schuhs«

Dr. Dr. Rainer

Zitelmann

ist ein erfolgreicher

Immobilieninvestor

und mehrfacher

Buchautor.

einem Knall geht die Windschutzscheibe

kaputt. Er springt über den Rücksitz und

fängt an, das Autodach zu bombardieren.

Er zerfetzt das Dach mit dem Absatz seines

Schuhs.“

Der Preis des Wagens wurde stetig gesenkt.

Im Oktober 1910 senkte Ford den

Preis von 950 auf 780 Dollar, ein Jahr später

auf 690 Dollar, und wieder ein Jahr

später auf 600 Dollar.

1913 kostete es

dann nur noch 550

Dollar, 1914 490

Dollar, 1915 440

Dollar, 1916 360

Dollar und 1924 290 Dollar. Gleichzeitig

mit den Preissenkungen erhöhte er die

Löhne seiner Arbeiter deutlich und gab

ihnen einen Mindestlohn von fünf Dollar

am Tag, was vielfach eine Verdoppelung

gegenüber dem vorherigen Gehalt bedeutete

und zu einem regelrechten Massenansturm

von Arbeitskräften führte, die alle

bei Ford arbeiten wollten. Den Investoren,

denen die Firma Ford überwiegend gehörte,

gefiel es gar nicht, dass Ford ständig

die Preise senkte und die Löhne erhöhte,

so dass nach Investitionen fast nichts für

die Dividende übrig blieb. Erst vor Gericht

erstritten sie, dass Ford eine hohe Dividende

zahlen musste.

Sein größter Bluff

Ford landete daraufhin einen großen Bluff:

Er kündigte an, die Firma zu verlassen

und eine neue Firma zu gründen, die vier

oder fünfmal so viele Mitarbeiter wie die

50.000 Ford-Mitarbeiter haben würde. Die

Pläne für ein Auto, das nur 250 Dollar kosten

würde, habe er schon fix und fertig,

so kündigte er an. Den Aktionären machte

das Angst und sie waren bereit, ihre Anteile

an Ford zu verkaufen. Sein Biograph

schreibt: „Ende 1919 besaß Henry Ford allein

das größte Unternehmen, das je einer

Person gehört hatte. Sein Imperium war

eine halbe Milliarde Dollar wert und es

war sein alleiniges Eigentum, genauso wie

sein Klavier und seine Vogelhäuser.“

Der Artikel ist ein Auszug aus der überarbeiteten

Neuauflage von Dr. Dr. Rainer

Zitelmanns Bestseller „Setze dir größere

Ziele“. Diese Neuauflage gibt es bislang

nur als Hörbuch (Audible).

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47


Einstellung

ERWARTUNGEN

ERFÜLLEN?Nein.

ANDERER

Verschwenden Sie keine Kraft darauf, andere beeindrucken zu wollen

Auszug aus "Das Kahn-Gen" von Axel Kahn

Was bedeutet für Sie Erfolg?

In diesem Buch

habe ich dieses Thema

schon einmal angeschnitten,

aber noch

nicht ausführlich beschrieben. Ist Ihnen

klar, dass Erfolg vergänglich ist und dass

die Annahme, Erfolg ständig bestätigen

zu müssen, Blödsinn ist? Aber der Reihe

nach.

Sie sind ein erfolgreicher Verkäufer oder

Geschäftsmann. Über welchen Zeitraum

definieren Sie Ihren Erfolg? Über einen

Monat? Ein Jahr? Oder noch länger? Mit

Ihrem Unternehmen erwirtschaften Sie

jeden Monat und jährlich ordentliche bis

überragende Umsätze und Gewinne. Irgendwann

sind Ihre Umsätze rückläufig

und die Gewinne werden kleiner. Ein Prozess,

den jeder Unternehmer kennt, der damit

plötzlich nicht mehr so erfolgreich ist

wie vorher. Sie werden zu 95 Prozent nicht

Ihr ganzes Geschäftsleben lang Erfolg haben.

Es werden Niederlagen eintreten.

Ganz sicher! Ich spreche hier vornehmlich

von selbstständigen Unternehmern. Dann

Ich rate Ihnen, Ihren Erfolg kurz zu genießen

und sich wieder neu zu fokussieren.

aber wieder erfolgreich zu sein, ist geiler,

als es vorher war. Entschuldigen Sie den

Ausdruck beziehungsweise das Wort, das

längst im deutschen Duden steht.

Mir ist es so ergangen, und es ist noch viel

schlimmer mit einer Insolvenz. Somit ist

Erfolg vergänglich und nicht dauerhaft.

Was bleibt, ist der Stolz auf das, was geleistet,

erbracht und geschaffen wurde. Dabei

sind die Erfolgskurven abhängig davon, ob

Sie in ein- und demselben Unternehmen

gearbeitet haben oder in mehreren, unterschiedlichen

Firmen tätig waren. Oder

ob Sie das Unternehmen Ihrer Eltern weiterführen

konnten. Viele Faktoren spielen

eine Rolle, um erfolgreich zu sein. Kleine

oder nur wenige davon sind es oft nur, die

zu Misserfolgen führen. Man hat sie zu

spät erkannt, konnte sie nicht abwenden

und muss vielleicht auch wieder von vorne

beginnen. Das ist im Business gang und

gäbe. In der heutigen Zeit ein erfolgreiches

Axel Kahn mit seinem neuen Buch

"Das Kahn-Gen".

Business aufzubauen, ist nicht einfach.

Dieses Business zu optimieren, größer,

rentabler, vor allem finanziell noch lukrativer

zu machen, das ist eine der größten

Herausforderungen.

In diesem Zusammenhang hört man sehr

oft, dass man den Erfolg bestätigen muss.

Da bin ich anderer Meinung und sehe das

kritisch. Müssen muss ich zuallererst einmal

gar nichts! Dabei spreche ich von mir.

Ich lasse mich vor allem durch äußere Einflüsse

nicht mehr unter Druck setzen. Natürlich

bin ich ein Macher und gebe immer

Vollgas, und alles muss hundertprozentig

und mehr sein. Aber es kommt mir dabei

nicht darauf an, mehr und noch mehr Geld

zu machen. Es kommt eher darauf an, aus

wenig ganz viel und Großes zu machen.

In unserer Agentur war Elena für die

Zahlen zuständig und es gab eine Zeit, da

waren wir erfolgreich, hatten aber viel zu

viele Kosten auf der Soll-Seite. Heute sind

wir ebenfalls erfolgreich mit den Leistungen,

die wir als Agentur anbieten, machen

prinzipiell das Gleiche, haben aber mehr

auf der Haben-Seite. Und das ist der Unterschied

im Business, richtig zu wirtschaften,

Dinge zu bewegen, umzusetzen und

zu erreichen, ohne großen und noch größeren

Aufwand. Das ist für mich ein Erfolg!

Das ist meine Bestätigung von Erfolg.

Die Hebelwirkungen in einem Busi ness so

zu gestalten, dass man rentabel arbeiten

kann. Diese Wirkungen will ich natürlich

jedes Jahr bestätigen, aber ich muss nicht

höher und weiter und noch mehr Umsatz

und Gewinn machen, um das immer wieder

bestätigen zu müssen.

Oft sind große Erfolge nicht wiederholbar

und basieren auf glücklichen, perfekten

Abläufen und Gegebenheiten. Natürlich

schaffen es einige Unternehmer, ihren Er-

48 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2019 . ERFOLG magazin


Einstellung

Oberflächlichkeit und Geld

werden in dem Film »Wolf

of Wall Street« mit Leonardo

DiCaprio groß geschrieben.

folg zu bestätigen und sogar zu toppen.

Aber Erfolg bestätigen zu müssen, ist eine

Gesellschaftsblase oder Lüge und hat eine

rein psychologische Bedeutung. Wir sind

dazu komplett mediengesteuert und lassen

uns genau davon leiten. Wenn Sie sich damit

unter Druck setzen, führt das in den

meisten Fällen nicht zum Erfolg, schon

gar nicht zu dem Erfolg, den Sie bestätigen

meinen zu müssen. Somit rate ich Ihnen,

Ihren Erfolg kurz zu genießen und sich

wieder neu zu fokussieren. Dadurch entsteht

mehr Leichtigkeit, und Sie sind wieder

motiviert und können angreifen.

Was bedeutet für Sie Erfolg, habe ich zum

Anfang dieses Kapitels gefragt. Was ist Ihre

ganz eigene Definition, und sind Sie ehrlich

dabei? Ich sage es Ihnen: Geld, Geld,

Geld! Sie wollen reich sein! Sie lieben den

Film „The Wolf of Wall Street“ mit Leonardo

DiCaprio. Den finden Sie geil. Richtig?

Okay, ich finde den Film auch klasse, weil

Oft sind große Erfolge nicht wiederholbar

und basieren auf glücklichen,

perfekten Abläufen und Gegebenheiten.

Bilder: Imago-Prod.DB, Kahn

er genau Sie und mich im Alter zwischen

20 und 40, in persona Leo DiCaprio, beschreibt.

Abgesehen davon ist dieser Typ

einer der ganz Großen in Hollywood und

ich kann bis heute nicht die Machenschaften

der Oskar-Jury und die Auswahlkriterien

nachvollziehen. DiCaprio hat erstens

seinen ersten Oskar viel zu spät erhalten,

zweitens hätte er diesen mindestens noch

zwei- oder dreimal für andere Rollen erhalten

müssen.

Anyway, so, so, Sie wollen also reich sein,

das ist Ihre Definition von Erfolg. Sie

wollen mit Statussymbolen zeigen, wie

erfolgreich Sie sind. Ein oder mehrere Autos

besitzen und fahren, teure Uhren und

Anzüge tragen, ein Haus und mindestens

ein Penthouse am Meer Ihr Eigentum nennen.

Viele Frauen und andere Spielzeuge

ausprobieren und in allen Metropolen der

Welt verkehren. Ja, das ist verlockend und

schön und wunderbar! Müssen Sie das

aber der ganzen Welt zeigen? Müssen Sie

sich so wichtigmachen? Müssen Sie sich

deswegen abschätzig benehmen? Müssen

Sie Ihre gute Kinderstube vergessen, wo

Sie herkommen, und sich aufführen wie

ein Affe in der Brunftzeit? Hmm... NEIN,

sage ich.

ERFOLG magazin . Ausgabe 03/2019 . www.erfolg-magazin.de

49


Wissen

Wie man in

4 Schritten zu mehr

Aufmerksamkeit und

LIKEUmsatz kommt

Bilder: privat, Depositphotos/PupularImages, Cover: Redline

Dass Facebook & Co. mittlerweile

eine elementare Rolle

in unserem Leben spielen,

ist hinlänglich bekannt.

Dass man mit diesen Medien

auch sehr viel Geld verdienen kann,

weiß man auch. Wie? Indem man mit seinem

Hobby, seiner Leidenschaft oder seinem

Expertenwissen anderen Menschen

dabei hilft, ein Problem zu lösen, welches

so sehr schmerzt, dass man bereit ist, jeden

Preis dafür zu bezahlen, damit dieser

Schmerz der Vergangenheit angehört.

Ja, es gibt sie, die ganzen Trainer, Coaches,

Experten und Gurus, die das Blaue

vom Himmel erzählen zu diesem Thema.

Dass sehr wenige damit auch tatsächlich

selbst Geld verdienen, ist wiederum wenigen

bekannt. Die Menschen lassen sich

von glamourösen Bildern und Storys auf

Instagram und Co. blenden. 90 % der

Social- Media-Experten machen sich Sorgen

darüber, wie sie ihre nächste Miete

begleichen. Nicht, weil sie nicht gut genug

sind, nein, es kennt sie einfach keiner und

sie können nicht verkaufen.

Worum es in diesem neuen Monopoly,

namens Social-Media, eigentlich geht,

wissen sehr wenige! Es geht darum, Aufmerksamkeit

in Umsatz zu verwandeln.

Willst du der 347. geleckte Coach im billigen

Anzug sein oder willst du DER Coach

sein, den die Menschen kennen, mit dem

Sie sich freuen, mit dem sie gemeinsam

leiden und von dem sie auch tatsächlich

kaufen? Es gibt Gesetze, die den Erfolg

garantieren und jemandem, der sein Hobby

zum Business aufbauen will, nicht nur

Premiumkunden am Fließband bringt,

sondern ihm einen Status verpasst, der

nicht kopierbar ist.

1. Mindset

Alles steigt und fällt mit der richtigen Einstellung.

Ich spreche von der Einstellung,

die sich so tief verankert, dass alle Aktivitäten,

um die Aufmerksamkeit des potenziellen

Kunden zu bekommen, auf vollen

Frontalangriff stehen. Ja, es dreht sich alles

um das Marketing und ums Verkaufen!

Jede Aktivität, jedes Posting und jedes Video

sollten auf diese Elemente abzielen.

Es gibt nur schwarz oder weiß. Marketing

ist binär, entweder verteidigen, wie 95 %

ALL IN zu gehen,

erfordert eine klare

Vision und eine

Überzeugung

Samer Mohamad

ist Social Media Unternehmer, Trainer, Coach

und hat jetzt das Buch "LIKE" geschrieben. Er

berät Unternehmer und Künstler, zur digitalen

Marke zu werden.

der Unternehmer, die versuchen, Geld zu

verdienen und nicht sichtbar sind oder in

den Angriffsmodus zu gehen und seinen

Markt zu dominieren.

Für Angsthasen ist hier kein Platz. Das

Bewusstsein, das Element des Verkaufens

in die eigenen Social-Media-Aktivitäten

einzubauen und zu etablieren, entscheidet

über Erfolg und Misserfolg. Der Markt ist

da gnadenlos. Den Markt interessiert es

nicht, ob du diese Technologie gut findest

oder nicht! Der Markt wird nicht dadurch

beeinflusst, ob du die sozialen Medien für

ein Teufelszeug hältst, welches Menschen,

statt sozial, eher asozial gemacht hat. Deine

Meinung ist völlig belanglos. Die Art

und Weise, wie wir heute kommunizieren,

ist Realität. Da hilft kein Jammern oder

Zaudern. Entscheidest du dich dafür, nicht

mitzumachen, wirst du vom Markt verschwinden,

still und heimlich. Entscheidest

du dich dazu anzugreifen und mitzuspielen,

aber richtig, dann gratuliere ich

zu dieser weisen Entscheidung. Mach dich

sichtbar, so oft wie möglich. Auf die Plätze,

fertig, los!

2. Marke

Erfolg braucht ein Gesicht! Erfolg braucht

Persönlichkeit und diese haben die meisten

Unternehmer sowieso, denn sonst

wären sie nicht Unternehmer. Jedoch haben

viele Angst diese nach außen zu tragen

und posten lieber Motivationszitate, die

schon 10 000 Mal durchgelutscht sind und

keine Sau mehr interessieren. Gut, das gibt

ein paar Likes, aber verkaufst du dadurch

irgendetwas?

Mach lieber jeden dritten Tag ein Facebook-Live-Video

und nimm die Menschen

mit auf die spannende Reise deines

Unternehmens und vor allem mit auf die

Reise zu deiner Persönlichkeit.

Wenn du Angst empfindest, ist das völlig

natürlich. Setz zu Beginn dein Live-Video

auf den eingeschränkten Modus „NUR

ICH“ und keiner sieht es. Wenn du es gut

findest, dann stelle es der Öffentlichkeit

zur Verfügung.

Aber fang an, Videos zu drehen. Wenn

Mark Zuckerberg es tut, wenn Menschen

aus Kultur, Sport, Wirtschaft und Politik

es tun, warum sollte man es selbst nicht

tun? Schließlich hat man mit seinem

Smartphone den Zugang zur Gesellschaft.

Kopiere niemanden. Sei einfach echt. Ich

meine, so richtig echt. Stehe mit deiner Person

für eine Sache ein und sei auch ruhig

gegen gewisse Sachen, so positionierst du

dich. Positionierung hat nicht nur positive

Konsequenzen. Vielleicht wirst du für deine

Stellungnahmen von Menschen gehasst,

50 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2019 . ERFOLG magazin


Wissen

aber bestimmt auch geliebt. Die zweite Kategorie

sind deine nächsten Kunden.

3. Verkaufen

Wir haben es schon angesprochen. Es ist

das wichtigste Wort für deinen Unternehmenserfolg.

Der Verkauf ist der Endzweck,

doch Verkaufsangebote alleine sind zu wenig.

Du musst schon etwas in Vorleistung

gehen und Mehrwerte auf deinen Kanälen

bieten. Social-Media ist keine digitale Litfaßsäule,

Social-Media ist eine riesengroße

Gartenparty, wo du dich mit deiner Expertise

behaupten kannst, indem du zuerst

gibst und erst danach nimmst. Erst säen

und dann ernten.

Sozialer, digitaler, radikaler Angriff sind

die wichtigen Schlagworte in diesem Kontext.

Sobald du hier in die Verteidigung

gehst und nur wartest, bis jemand von

allein auf dich zukommt, wird ein potenzieller

Kunde bei der Konkurrenz kaufen.

Dafür kann man ihm gar nicht die Schuld

geben, denn er sieht dich gar nicht. Er

weiß nicht, was du anzubieten hast.

Geh mit deinen Fans in den direkten Kontakt.

Mach aus deinen Likes Umsatz. Wie

das geht? Ganz einfach! Schreib die Menschen,

die deine Beiträge für gut befunden

haben, doch direkt an. Betreibe Smalltalk,

telefoniere mit ihnen und dann verkaufe

ihnen eine Lösung für ihr jeweiliges Problem.

Wenn du dir von Anfang an deine

Zielgruppe genau ausgesucht hast, deine

Botschaft klar und deutlich nach außen

getragen hast, dann ist Verkaufen ein Kinderspiel.

Deine Kasse wird klingeln.

4. Wiederholung

Sich 90 Tage lang auf eine Social- Media-

Plattform zu konzentrieren und einmal

ALL IN zu gehen, erfordert eine klare Vision

und eine Überzeugung. Es muss nicht

tausend Mal über alle Details gegrübelt

werden. Das Tun ist wichtiger. Fehler, die

auf dem Weg passieren, sind Lernanlässe.

Sie passieren sowieso, also einfach machen.

Es funktioniert.

Das Ziel ist es, eine Omnipräsenz aufzubauen,

eine Sturheit an den Tag zu legen,

die ihresgleichen sucht.

Stur in der Ausführung

der täglichen Social-Media-Aktivitäten.

Wenn

man etwas nur oft genug

wiederholt, es mit vollster

Überzeugung tut, wird

man früher oder später an

den eigenen Erfolg glauben.

Wenn man versagt, dann

hat es meistens zwei Gründe: Man hat seine

Maske nicht fallen gelassen oder man

hat zu früh aufgegeben. Diese goldene

Ära der Kommunikation, die einzigartige

Möglichkeit, seine Expertise der weiten

Welt zu präsentieren, ist ein Segen, der von

vielen Menschen noch heillos unterschätzt

wird. Die Hartnäckigkeit in der Wiederholung

wird sich in bare Münze verwandeln

oder das eigene Konto zum Platzen

bringen.

Die Mitglieder der Kardashian-Familie sind allesamt Social-Media-Stars

und zu Multimillionären und sogar Milliardären durch den Verkauf und

die Bewerbung von Produkten geworden.

ERFOLG magazin . Ausgabe 03/2019 . www.erfolg-magazin.de

51


D a s n e u e B u c h v o n J u l i e n B a c k h a u s

ERFOLG

Was Sie von den

Super-Erfolgreichen

lernen können

der kerl

hat eier

Aus dem Vorwort von

Harald Glööckler

BILD OLIVER REETZ

Jetzt überall im Handel


Story

Was er

anfasst,

wächst

Matthias Aumann baut ein Unternehmen

auf, das zu den am schnellsten

wachsenden Firmen in Europa gehört.

Nun bringt er anderen bei, wie sie ihr

Geschäft aufblühen lassen können.

Bilder: Thomas Griesmann

Matthias Aumann ist ins

Unternehmerdasein hineingeboren

worden.

Als Kind fuhr er mit

seinem Vater zu Baustellen

und im Büro schaute er seiner Mutter

über die Schulter. Am Esstisch war das

Unternehmertun Gesprächsthema Nummer

eins. „Was mich einfach schon immer

am Ende des Tages glücklich gemacht und

motiviert hat, war, etwas Eigenes mit der

Hand geschaffen zu haben“, erzählt er.

In der Schule gehörte der Junge zu den

schlechtesten Schülern, sodass es für

ihn nur für den Besuch der Hauptschule

reichte. Eine Wette mit einem Freund

änderte das plötzlich: Aumann stieg zu

einem der besten Schüler seiner Klasse

auf und erreichte ein Jahr später seinen

Realschulabschluss. Aumann erinnert sich

noch an die Worte einer Mutter einer Mitschülerin,

die ihn fragte, wofür er denn einen

Realschulabschluss brauche. Er würde

doch sowieso nur Gärtner werden. Natürlich,

sagt Aumann, sei es immer sein

Wunsch gewesen, Gärtner zu werden:

„Allerdings bin ich jetzt ein Gärtner

mit Bachelor abschluss und habe zwei

Unternehmen mit an die 100 Mitarbeitern.“

Im Jahr 2012 gründete er die Firma Aumann

Grün AG. Schließlich wollte er

schon als Kind immer etwas Neues und

Schönes schaffen. Er wollte viele Mitarbeiter

haben und der Größte sein. Die

Erfolge sprechen für ihn: Nur vier Jahre

nach der Gründung des Handwerkbetriebs

gehörte er zu den Wachstumschampions

und wurde von der Zeitschrift „Focus

Money“ auf Platz 20 der am schnellsten

wachsenden Unternehmen aus Deutsch-

land gewählt – ein herausragender Erfolg,

denn zur Wahl standen mehr als vier Millionen

Unternehmen. Dieser Erfolg wurde

2017 sogar noch getoppt: Die Zeitung „Financial

Times“ wählte die Aumann Grün

AG auf Platz 54 aus mehr als 35 Millionen

der Unternehmen aus Europa, die am

schnellsten wachsen.

Ich war damals wie

heute besessen –

auf positive Art.

Diese Erfolge motivierten Aumann noch

stärker. „Ich war damals wie heute besessen

– auf positive Art. Ich habe wie ein Teufel

immer verkauft. Mir war von Anfang an

klar: Wenn ich schnell wachsen will, muss

ich verkaufen und darauf aufbauen“, betont

der Unternehmer. Diese Philosophie

brachte ihn auf eine neue Idee. Seine Erfahrungen

aus den vergangenen fünf Jahren

schilderter in seinen Büchern "Nicht Schulklug

sondern Straßenschlau“ und „Stark im

Marketing“. Darüber hinaus konzipierte er

Seminar inhalte und Coachingprogramme

mit dem Ziel, anderen Geschäftsführern

zu zeigen, wie sie erfolgreich werden. Sein

Praxiswissen vermittelt Aumann im ganzen

deutschsprachigen Raum.

Zu seinem Erfahrungsschatz zählen auch

Misserfolge, aus denen er gelernt hat: "Ich

erinnere mich an ein Jahr in dem ich bis

zu 90 An- und Abmeldungen im Personal,

mehrere Arbeitsgerichtstermine und

gefühlt ein Jahr Magengeschwüre hatte."

Dem gegenüber gab es vier Jahre, in denen

die Umsätze seines Unternehmens

von Jahr zu Jahr um 150 Prozent wuchsen.

Doch diese Entwicklung war auch

mit Wachstumsschmerzen verbunden:

"Eine meiner größten Niederlagen hatte

ich bei einer europaweiten Ausschreibung,

bei der ich einen taktischen Fehler

gemacht hatte: Fünf Minuten zu spät die

Ausschreibung eingereicht. Dies hatte die

Folge, dass ich einen Fünfmillionen-Euro-

Deal nicht bekommen habe! Warum? In

dieser Zeit war ich sehr unorganisiert und

unstrukturiert. Ich habe zu viel gearbeitet

und nicht mehr registriert, was drumherum

passiert ist.“

Mittlerweile hat der Unternehmer

seine Führungstätigkeiten für die Aumann

Grün AG auf nur noch drei bis

fünf Stunden pro Woche eingegrenzt.

Hauptsächlich leitet er nun unter

dem Dach des Companybest Verlags

Ein-Tages-Seminare für Unternehmer

und Existenzgründer für Firmen

aus Deutschland. Zudem bietet er Geschäftsführer-Coachings

an. Als Gastredner

tritt Aumann auf Bühnen in

Deutschland, Öster reich und der Schweiz

auf. Dabei geht er auf die Themen Mindset,

Verkauf, Marketing, Systeme und Mitarbeiter

ein. Termine finden sich auf

https://matthias-aumann.de/

ERFOLG magazin . Ausgabe 03/2019 . www.erfolg-magazin.de

53


Wissen

Keine Panik vor

Public speaking

Public Speaking – öffentlich vor

Publikum sprechen: Es klingt

so klar und simpel. Doch steckt

hinter gutem Sprechen so viel

mehr. So viel mehr an Technik,

so viel mehr an Tiefe und so viel mehr

an Chancen – Chancen, wirklich etwas in

Menschen zu verändern. Zumindest, wenn

der Redner sein Handwerk versteht und

einem Ziel folgt, das größer ist als sein Ego.

Doch eins nach dem anderen.

Ein guter Sprecher lässt das

Publikum fühlen, er lässt es

Momente erleben.

„Was meinst Du damit, wenn Du von Technik

und Handwerk redest, Tobi?“, werde

ich immer wieder gefragt. „Du stellst Dich

doch nur auf eine Bühne und sprichst.“

Hier kommt eine erste Gesetzmäßigkeit

des Public Speakings: Alles, was einfach

Tobias Beck

arbeitete als Flugbegleiter und

begeistert als Speaker die Zuhörer.

Daneben lehrt er als Dozent an der

Berliner Steinbeis-Hochschule und ist

Autor sowie Start-Up-Gründer.

aussieht, ist schwer. Denn ein guter Sprecher

schlägt seine Zuhörer nicht mit einer

Powerpoint-Präsentation bewusstlos. Er

erspart dem Publikum die trockene Weitergabe

von Instant-Wissen – Informationen

sind überall mit wenigen Klicks im

Internet abrufbar, dafür braucht niemand

mehr Redner.

Ein guter Sprecher lässt das Publikum fühlen,

er lässt es Momente erleben. Er nimmt

es mit auf eine emotionalen Abenteuerreise,

deren Fahrzeuge Verletzbarkeit und

Menschlichkeit sind, und vermittelt dabei

etwas, das tiefer geht als Lehre und einen

weiteren Raum eröffnet als Informationen:

Erkenntnis und das Wissen um Handlungsmöglichkeiten.

Das zu tun ist möglich – mit dem richtigen

Werkzeug und der richtigen Haltung. Damit

sind wir beim Ego. Denn es geht in

dem Moment, in dem Du vor Publikum

sprichst, nicht um Dich. Es geht um die

Menschen vor Dir. Das Publikum ist der

Star, Du nimmst Dich zurück und dienst.

Das lässt Dein Ego vielleicht erzittern, aber

54 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2019 . ERFOLG magazin


Wissen

Wie Du Dein Publikum

mit packenden

Vorträgen begeisterst

Bilder: privat, Tobias Dellit

anders wirst Du als Speaker niemals groß

spielen.

Dein Publikum interessiert sich nicht für

Dich, sondern nur für sich und seine Bedürfnisse.

Und dazu zählt in der heutigen

Zeit, dass Menschen öffentlich die

Maske ablegen, dass sie uns tief in

Gefühle eintauchen lassen und uns

begeistern. Mit Echtheit und mit

der Fähigkeit, sich selbst weniger

wichtig zu nehmen als das Gegenüber.

Der zweite Punkt, warum es in

Deiner Rede immer um Dein Publikum

gehen sollte, hat mit dem menschlichen

Gehirn zu tun. Unser Hirn ist ein Energiesparwunder

und löscht automatisch

alles, was keinen reellen und persönlichen

Bezug zum Inhaber hat. Hier kommt wieder

die Emotionalisierung der Zuhörer ins

Spiel: Jeder von uns erinnert sich beispielsweise

nur an die Kinofilme, die Gefühle in

uns ausgelöst haben. Und Du willst doch

in Erinnerung bleiben, oder?

Wie Du das schaffen kannst? Kehren wir

zurück zum Handwerk und den Werkzeugen,

die Du dafür brauchst. Die gute

Nachricht? Die sind für jeden erhältlich.

Nicht im Baumarkt, aber beispielsweise in

unserem Kurs.

Dein Publikum interessiert sich

nicht für Dich, sondern nur für

sich und seine Bedürfnisse.

Meine Tipps:

• Schaffe Nähe zum Publikum. Das gelingt

Dir, indem Du keine Hindernisse wie

Tische oder Rednerpults zwischen Euch

stellst. Zeig Dich außerdem menschlich

Tobias hat seine 20-jährige Bühne nerfahrung

in einen Online-Kurs fließen lassen, in dem er

alle Geheimnisse der freien Rede verrät:

http://www.publicspeakinguniversity.online

und erzähle persönliche Geschichten, die

Dich mit Deinem Thema verbinden. Sprich

mehr über das Warum als über das Was.

• Nutze Deine Körpersprache: Ein ehrliches

Lächeln und offene Hände wirken

Wunder.

• Sage Deinem Publikum innerhalb der

ersten zwei Minuten, warum es sich lohnt

Dir zuzuhören.

• Interagiere mit den Menschen, sie wollen

unterhalten und nicht eingeschläfert

werden.

• Arbeite mit Farben, das Gehirn mag es

bunt!

• Sei echt: Wenn Du selbst beim Reden

eine Gänsehaut bekommst und begeistert

bist, wird es auch Deinem Publikum so gehen.

ERFOLG magazin . Ausgabe 03/2019 . www.erfolg-magazin.de

55


Wissen

Hyper

focus

Wie Sie Ihre

Aufmerksamkeit

bewusst steuern

Auszug aus dem Buch "Hyperfocus - Wie man weniger arbeitet und mehr erreicht" von Chris Bailey

In vielerlei Hinsicht gleicht die Steuerung

Ihrer Aufmerksamkeit der

Entscheidung, was Sie sich auf Netflix

ansehen wollen. Wenn Sie die

Website zum ersten Mal aufrufen,

öffnet sich eine Homepage, auf der nur einige

der zahlreichen Filme und Serien, aus

denen Sie auswählen können, hervorgehoben

werden. Die Netflix-Homepage

ist wie eine Weggabelung,

nur dass es nicht zwei, sondern

tausende an alternativen Pfaden

gibt. Einige dieser Pfade werden

Sie glücklich und zufrieden

machen, andere bieten seichte

Unterhaltung und wieder andere

lehren Sie etwas Nützliches.

Die Entscheidung, worauf Sie

Ihre Aufmerksamkeit lenken

wollen, gleicht einer physischen

Weggabelung – mit dem Unterschied, dass

die weiteren Pfade zu zahllosen Dingen

führen, auf die Sie Ihren Fokus richten

können. In diesem Augenblick sind Sie

mit dem vorliegenden Buch beschäftigt.

Wenn Sie jedoch von dieser Seite oder

Ihrem E-Reader aufblicken, werden Sie

viele alternative Objekte sehen, mit denen

Sie sich auch beschäftigen können. Einige

sind sinnvoller und produktiver als andere.

Sich auf dieses Buch zu konzentrieren,

ist wahrscheinlich produktiver, als sich

auf Ihr Smartphone, die Wand

oder die Hintergrundmusik zu

konzentrieren. Wenn Sie mit

einem Freund oder einer Freundin

frühstücken gehen, ist die

Konzentration auf Ihr Gegenüber

wesentlich lohnenswerter,

als wenn Sie dabei ständig auf

den Bildschirm im Hintergrund

schielen, auf dem die Höhepunkte

des letzten Fußballspiels

wiederholt werden.

Wenn Sie alle potenziellen Dinge in der

äußeren Umgebung aufzählen, auf die Sie

Ihre Aufmerksamkeit lenken könnten,

werden Sie feststellen, dass es eine schier

überwältigende Zahl an Optionen gibt –

die Ideen, Erinnerungen und flüchtigen

Gedanken in Ihrem eigenen Kopf noch gar

nicht eingerechnet.

Das ist das Problem mit der Aufmerksamkeit

im Autopilot-Modus. Die dringlichsten

und anregendsten Dinge in Ihrer

Umgebung sind selten die bedeutsamsten.

Aus diesem Grund ist es so wichtig zu wissen,

wann und wie man den Autopiloten

ausschaltet. Ihre Aufmerksamkeit auf das

wichtigste Objekt Ihrer Wahl zu richten

und die Konzentration darauf zu bewahren,

ist die folgenreichste Entscheidung,

die wir am Tag treffen können. Wir sind,

worauf wir uns konzentrieren.

Um zu verstehen, welche Dinge alle um

unsere Aufmerksamkeit buhlen, ist es hilfreich,

unsere Aufgaben zu kategorisieren.

Ich spreche hier zum größten Teil über den

beruflichen Fokus, dieselben Regeln gelten

jedoch auch für Ihr Privatleben, auf das ich

in späteren Buchabschnitten näher eingehen

werde.

Bild: Depositphotos/Imaginechina-Editorial, Cover: Redline

56 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2019 . ERFOLG magazin


Wissen

Tiger Woods kurz nach

dem Abschlag. Er hat

die Kunst gemeistert,

Konzentration auf den

Punkt fokussieren zu

können.

Zwei Hauptkriterien müssen bei der Kategorisierung,

worauf Sie Ihre Aufmerksamkeit

richten wollen, beachtet werden:

ob eine Aufgabe produktiv ist (das heißt,

ob Sie mit ihrer Erledigung viel erreichen)

und ob sie attraktiv (ob sie Spaß macht)

oder unattraktiv (langweilig, frustrierend,

schwierig etc.) ist.

Ich werde noch oft auf diese Matrix zurückkommen,

daher wollen wir einen kurzen

Blick auf jede der vier Kategorien werfen.

Notwendige Aufgaben sind Aufgaben, die

unattraktiv, aber produktiv sind. Teambesprechungen

und Telefonate zu Ihrem

Quartalsbudget fallen in diesen Quadranten.

Üblicherweise müssen wir uns

dazu überwinden, diese Aufgaben zu erledigen.

Unnötige Aufgaben sind solche, die sowohl

unattraktiv als auch unproduktiv

sind, zum Beispiel die Papiere auf Ihrem

Schreibtisch zu sortieren oder die Dateien

in Ihrem Computer neu zu ordnen. Üblicherweise

beschäftigen wir uns nicht mit

solchen Aufgaben, es sei denn, wir würden

sie als Ausrede benutzen, um andere,

wichtigere Dinge vor uns herzuschieben,

die entweder in die Kategorie der notwendigen

oder der zielgerichteten Aufgaben

fallen. Die Konzentration auf unnötige

Aufgaben hält uns beschäftigt, aber diese

Form des Beschäftigtseins ist im Grunde

nur eine aktive Form der Faulheit, da sie

zu keinem produktiven Ergebnis führt.

Ablenkende Aufgaben sind anregende,

aber unproduktive Aufgaben und damit

schwarze Löcher für die Produktivität.

Dazu gehören soziale Medien, die mei-

Produktiv

Unproduktiv

sten Live-Chats,

News-Websites,

beiläufige Unterhaltungen

am Wasserspender

oder der

Kaffeemaschine und

jede andere Form

der Ablenkung, die zu nichts führt. Das

können unterhaltsame Aktivitäten sein,

aber sie sollten auf homöopathische Dosen

beschränkt werden. Je besser es Ihnen

gelingt, Ihre Aufmerksamkeit zu steuern,

desto weniger Zeit werden Sie in diesem

Quadranten verbringen.

Der verbleibende Quadrant sind die zielführenden

Aufgaben. Das sind die Sweetspots

der Produktivität. Das sind die Aufgaben,

die wir eigentlich erledigen sollen

und bei denen wir das größte Engagement

zeigen – Aufgaben, die die größte Wirkung

haben. In diese Kategorie fallen nur sehr

wenige Dinge. Bei den meisten Menschen,

die ich kenne, sind es maximal drei oder

vier. Die Erledigung dieser Aufgaben beinhaltet

geistige Anstrengung, und oft sind

wir darin besser als andere. Die zielführendste

Aufgabe eines Schauspielers ist

wahrscheinlich, seine Rolle zu üben und

schließlich zu spielen. Die zielführendsten

Aufgaben eines Finanzberaters bestehen

darin, Kundengespräche zu führen, sich

über Branchentrends zu informieren und

kluge Investmententscheidungen zu treffen.

Zu den wichtigsten Aufgaben eines

Forschers gehören der Entwurf und die

Durchführung von Studien, die Lehre und

die Beschaffung von Forschungsgeldern.

Zu meinen wichtigsten Aufgaben gehört

es, Bücher und Blog-Artikel zu schreiben,

Forschungsstudien zu lesen, um neue

Ideen zu finden und Vorträge zu halten.

Zu den wichtigsten Aufgaben in Ihrem

Privatleben könnte es gehören, Zeit mit

Ihren Kindern zu verbringen, sich einer

einträglichen Nebenbeschäftigung zu

widmen oder sich ehrenamtlich bei einer

örtlichen gemeinnützigen Organisation zu

engagieren.

Eine perfekt produktive Person würde sich

ausschließlich auf die beiden oberen Quadranten

der Matrix konzentrieren. Wenn

es so einfach wäre, würden Sie dieses Buch

jedoch überhaupt nicht brauchen. Wie Sie

»Im Autopilot-Modus zu agieren bedeutet,

dass wir das Risiko steigern, Opfer unnötiger

und ablenkender Aufgaben zu werden«

Unattraktiv

Notwendige

Aufgaben

zweifellos selber festgestellt haben, ist es

leichter gesagt als getan, sich ausschließlich

innerhalb der Grenzen der notwendigen

und zielgerichteten Aufgaben zu bewegen.

Tagtäglich buhlen Aufgaben aus allen vier

Quadranten um unsere Aufmerksamkeit.

Im Autopilot-Modus zu agieren bedeutet,

dass wir das Risiko steigern, Opfer unnötiger

und ablenkender Aufgaben zu werden

und uns nur dann mit den notwendigen

und zielführenden Aufgaben zu beschäftigen,

wenn eine Frist abzulaufen droht.

Als ich begann, die in diesem Buch vorgestellten

Forschungsergebnisse auf mein

eigenes Leben anzuwenden, fiel mir etwas

Interessantes auf: Ich fing an, weniger Zeit

im Autopilot-Modus zu verbringen und

meine Aufmerksamkeit stärker auf meine

notwendigsten und zielführendsten

Aufgaben zu richten. Ich glaube, Sie werden

das Gleiche bei sich selber feststellen,

wenn Sie damit beginnen, Ihre Aufmerksamkeit

bewusster zu steuern.

Hier eine schnelle Methode, mit der Sie

Ihre Produktivität steigern können: Unterteilen

Sie Ihre Aufgaben auf Basis der zuvor

genannten vier Kategorien. Das wird

Ihnen deutlich bewusst machen, was wirklich

wichtig ist. Da ich sehr oft auf diese

Matrix zurückkommen werde, ist die Kategorisierung

Ihrer Aufgaben für die weitere

Lektüre dieses Buches sehr wertvoll.

Vier Arten von Aufgaben

Unnötige

Aufgaben

Attraktiv

Zielführende

Aufgaben

Ablenkende

Aufgaben

ERFOLG magazin . Ausgabe 03/2019 . www.erfolg-magazin.de

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Story

Kris Bursuc versteht

wie nur wenige, wie mit

Dropshipping und FBA

Geschäfte zu machen sind.

In zwei Jahren zum

E-Commerce-Giganten

Wie es Kris Bursuc mit Nicola Erne schaffte,

zu einem von Europas größten Dropshipping-

Stores aufzusteigen

58 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2019 . ERFOLG magazin


Story

Wir wollten den Zwischenschritt

ausklammern und direkt aus China zum

Kunden liefern lassen - Dropshipping halt.

Bilder: privat

Wer sich heute mit

neuen digitalen Geschäftsmodellen

befasst,

stolpert schnell

über zwei Begriffe:

Dropshipping und Amazon-FBA. Beide

Begriffe gehen in dieselbe Richtung. Beim

Dropshipping werden die Waren eines

Händlers beim Hersteller gelagert und

von dort aus direkt zum Endkunden verschickt.

Das neue Modekürzel FBA steht

für Fulfillment by Amazon – also Abwicklung

durch Amazon. Der Internetriese lagert

also die Waren der Händler in deren

Auftrag und versendet sie direkt an die

Amazon-Kunden. Dass der Hersteller von

der Marktmacht Amazons profitiert, liegt

auf der Hand.

Als der Internetunternehmer Kris Bursuc

erstmals von diesem Geschäftsmodell

hörte, war er infiziert. „Ich habe durch

Zufall das Telefongespräch eines Geschäftsfreundes

mitgehört, in dem es um

Amazon FBA ging. Ich wollte meinen Ohren

nicht trauen.“ Als leidenschaftlicher

Unternehmer wollte er nun selbst ein

Unternehmen über diesen Vertriebsweg

Du musst dein

Unternehmen wie ein

Großunter nehmen

behandeln, lange

bevor es tatsächlich

eines ist.

aufbauen. Mit seinem Geschäftspartner

Nicola Erne gründete der dann die Saigara

GmbH, die zuerst nur Müslibecher über

das FBA-System verkaufte. Die Becher

ließen sie günstig in China produzieren

und anschließend in das Lager von Amazon

nach Deutschland importieren. „Da

fängt allerdings die Arbeit für uns Händler

erst an. Denn wir müssen intelligente

Marketingstrategien entwickeln, damit

möglichst viele Kunden auf das Produkt

aufmerksam werden.“ Die Strategie der

Online-Unternehmer sah vor, potenzielle

Kunden auf Facebook über Werbeanzeigen

zu erreichen. „Es ist ein klarer Vorteil,

dass Facebook die Interessen seiner Nutzer

kennt und unsere Anzeigen genau an

die richtige Zielgruppe ausspielen kann.

Trotzdem müssen wir Händler die Zielgruppen

genau analysieren, damit die

Werbung zielgerichtet ausgespielt wird.“

Nicola Erne, Head of Performance Marketing

bei Saigara, sagt: „Gerade durch die

vermehrte Nutzung von Videos, welche

darauf ausgerichtet sind, viral zu gehen,

können wir mit Facebook-Marketing herausragende

Ergebnisse erzielen. Traffic

entsteht nun also nicht mehr nur durch

Werbebudget, sondern vor allem durch die

Interaktionen unserer Zielgruppe.“ Innerhalb

eines Jahres investierten Bursuc und

Kris Bursuc (links) und Nicola Erne

(rechts) mit Geschäftsführer

Dr. Roger-René Müller.

Erne so viel Werbegeld auf der Plattform,

dass Facebook eigens Mitarbeiter zur Betreuung

dieses lukrativen Kunden abstellte.

Für die Saigara GmbH lohnte sich die

Strategie. Nach eineinhab Jahren setzte sie

rund 11 Millionen Euro um.

Die Jungunternehmer wollten den nächsten

Schritt gehen und Strukturen in Asien

aufbauen. „Du musst dein Unternehmen

wie ein Großunternehmen behandeln,

lange bevor es tatsächlich eines ist. Dazu

gehörte nicht nur, unsere Liefer- und

Vertriebsprozesse unabhängig zu gestalten,

sondern auch das eigene Warenlager,

Qualitätssicherung und die Videoproduktion

direkt in China.“ Bursuc ist

Pragmatiker und Realist - darum suchte

er schon damals parallel zu Amazon nach

einer Shop-Software, die auch ohne Spezialistenteam

einsetzbar wäre. Mit dem

Erst nur Whitelable-

Produkte, jetzt

eigene Markenprodukte,

lässt Saigara

in Asien produzieren

und direkt von dort

zum Endkunden

verschicken.

Shopify-System wurde er fündig. Den internen

Liefer- und Importprozess wollten

sie vereinfachen. Denn wer bisher Amazon

als Plattform nutzt, muss vom Hersteller

erstmal zu Amazon und von da aus weiter

zum Kunden. „Wir wollten den Zwischenschritt

ausklammern und direkt aus China

zum Kunden liefern lassen - Dropshipping

eben.“ Bursuc fand einen Manager für sein

China-Geschäft, der den Versand direkt

aus China an den Endkunden organisiert.

Mittlerweile handelt das Unternehmen

viele sogenannter Winner-Produkte. Das

sind Waren, die sehr beliebt sind und sich

schnell und günstig verkaufen lassen. Das

Unternehmen war mittlerweile zu den

umsatzstärksten „Dropshippern“ Europas

geworden und mit seinen Millionenumsätzen

und Gewinnen ein beliebter Übernahmekandidat.

2018 wurde das Unternehmen

dann an die Schweizer Balluun

AG verkauft. Balluun ist Marktführer für

Online-Messen und bietet daher ideale

Voraussetzungen, um neue Shops und

Marktplätze auszubauen.

„Mein Ziel war stets, ortsunabhängig arbeiten

zu können. Wir hatten damals schon

keine Büros mehr und erledigten alles ortsunabhängig.“

Bursuc und Erne beraten

heute die Schweizer weiterhin in Sachen

neue Produkte und Online-Marketing,

E-Commerce-Aufbau und -Entwicklung.

„Mich fasziniert diese Welt des Handels

und des Marketings. Man muss den Markt

täglich beobachten und zeitnah auf neue

Trends reagieren.“ Kris Bursuc ist ein Ausnahmetalent,

das man so oft nicht findet.

Seine extreme Neugier, Lernbereitschaft

und die Möglichkeit, sämtliches Wissen online

zu erlangen, öffneten ihm viele Türen

in der Unternehmenswelt und machten ihn

schlussendlich finanziell unabhängig. Die

schöne neue Welt des Internets.

ERFOLG magazin . Ausgabe 03/2019 . www.erfolg-magazin.de

59


Einstellung

Jürgen Höller: »Was ich von

Oliver Kahn

lernen durfte«

Im Jahr 2017 hatte ich die Chance,

DEN Torwart-Titan Oliver Kahn

als Gast bei Jürgen Höllers Motivationstag

auf der Bühne zu interviewen.

Ein solches Interview

ist nicht nur für die Teilnehmer, sondern

auch für mich persönlich eine großartige

Erfahrung gewesen und ich durfte einige

Punkte, die mir zwar einerseits schon lange

bewusst waren, aus einer ganz anderen

Perspektive wahrnehmen. Diese für mich

wichtigsten Punkte aus dem Interview mit

Oliver Kahn habe ich hier für Dich als Leser

dieses Artikels zusammengefasst:

- Wichtig ist, dass man bei einem Ziel

(WAS?) auch immer das WARUM dahinter

erkennt, denn ohne einen Grund ist

auch im Spitzensport ein gesetztes

Ziel nur schwer zu erreichen.

- Um ein gesetztes Ziel zu erreichen,

das man mit dem entsprechenden

WARUM versehen sollte,

muss man wissen, dass man nur im

Team beziehungsweise in der Mannschaft

wirklich große Ziele erreichen

kann.

- Viel wichtiger als das Ziel selbst

ist der Weg zum Ziel!

- Bei Rückschlägen und Niederlagen

verhält man sich am besten wie

ein Kleinkind: Wenn man hinfällt,

dann steht man auf und geht wieder

weiter unbeirrt seinen Weg, um das

Ziel zu erreichen.

- Zeitgleich kann man gerade im

Sport dann nicht nur aus seinen eigenen

Niederlagen lernen, sondern

und vor allem auch aus dem Erfolg

und dem Gewinn der anderen, derer,

die dich besiegt haben.

- Verantwortlich für seinen Erfolg

ist man nie nur allein. Man muss

seinen Erfolgen gegenüber demütig

sein und respektvoll damit umgehen.

- Um die Motivation auch in einer bereits

sehr erfolgreichen Mannschaft hochzuhalten,

hilft auch ein Wettbewerb innerhalb

der Mannschaft, beispielsweise durch eine

konsequente Personalauswahl bei der Zusammenstellung

des Teams.

- Ein solcher interner Wettbewerb zwingt

jeden Einzelnen immer wieder, auch aus

seiner Komfortzone herauszugehen.

- Bei einem bereits großen Wettbewerb

im Außen bringt ein interner Wettbewerb

erst wirklich die absoluten Spitzenleistungen

bei Nummer-Eins-Spielern zum

Vorschein.

- Die wichtigste Fähigkeit, um erfolgreich

zu sein, ist Geduld. Geduld im Sinne

von Ausdauer. Man muss ausdauernd und

Jürgen Höller (rechts) sprach mit

Oliver Kahn (links) darüber, was

ein Team motiviert, über sich

hinaus zu wachsen.

hartnäckig an sich und seinen Zielen arbeiten,

um in seinem Bereich richtig erfolgreich

zu sein.

- Der richtige Umgang mit dem Scheitern

ist ebenso wichtig, denn nahezu jeder

erfolgreiche Mensch hat schon Niederlagen

und Rückschläge erlebt. Oliver Kahn

hat das in seinem Interview am Beispiel

des Champions-League-Finales gegen

Manchester United im Jahr 1999 deutlich

gemacht.

- Die größte Gefahr beim Erfolg ist das

Erreichen des Ziels, ohne das WARUM

dahinter zu kennen, denn das erzeugt eine

Leere.

Den Sinn in seiner neuen Karriere findet

Oliver Kahn darin, die Menschen um sich

herum stark zu machen und ihnen

den Weg zu ebnen. Dabei hat

er schon lernen dürfen, dass im

Unternehmer-Dasein Geduld ein

wichtiger Faktor ist und man nicht

auf ein Endspiel mit einem bereits

festgelegten Datum hinarbeitet.

Zum Abschluss hat Oliver Kahn an

alle Teilnehmer des Motivationstags

noch seinen persönlichen TOP-

TIPP gegeben: Bilde um Dich herum

ein Team/eine Mannschaft, die

mit Dir gemeinsam am Erreichen

Deiner Ziele arbeitet.

An den Antworten von Oliver

Kahn habe ich erkannt, dass die

universellen Lebensgesetze auch

im Leben eines Welttorhüters

eine wichtige Rolle spielen. Diese

Lebensgesetze sind auch die

Grundlage, auf denen ich meine

Seminare aufgebaut habe.

Weitere Informationen zu

den Seminaren findest Du unter

www.juergenhoeller.com

Bilder: Jürgen Höller Academy

60 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2019 . ERFOLG magazin


Einstellung

Bilde um Dich herum ein Team,

eine Mannschaft, die mit Dir

gemeinsam am Erreichen Deiner

Ziele arbeitet.

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61


Wissen

Warum Kreative

Bilder: Depositphotos/ArturVerkhovetskiy, Cover: Redline

62 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2019 . ERFOLG magazin


Wissen

spazieren gehen

Gehen begünstigt kreative Einfälle, die uns helfen

können, wenn wir gedanklich festgefahren sind.

Bilder: Depositphotos/Maridav

Auszug aus dem Buch "Peak Performance" von Brad Stulberg und Steve Magness

Ein Spaziergang ist nicht nur für

kreative Menschen wie Schriftsteller,

Künstler und Erfinder

nützlich. Als Brad bei McKinsey

komplexe Finanzmodelle

entwarf, ging er tagsüber oft spazieren,

vor allem wenn er ein Problem hatte, für

das er keine Lösung fand. Wenn er nicht

weiterwusste, wenn er auf den Bildschirm

starrte, kam ihm die Idee immer während

oder unmittelbar nach einem Spaziergang.

Man braucht viel Mut, um seine Arbeit

kurzfristig ruhen zu lassen, vor allem

wenn man an enge

Terminfristen gebunden

ist. Manchmal

hat man einfach

keine Zeit für einen

ausgedehnten Spaziergang.

Die gute

Nachricht ist, dass selbst kurze Spaziergänge

große Vorteile bieten können.

In einer Studie mit dem originellen Titel

»Give Your Ideas Some Legs: The Positive

Effect of Walking on Creative Thinking«

(sinngemäß etwa: »Wie Sie Ihren Ideen

Beine machen: Die positive Wirkung des

Spazierengehens auf Ihr kreatives Denken«)

untersuchten Forscher der Stanford

University die Wirkungen eines kurzen

Spaziergangs. Sie wiesen Subjekte an, sich

die Beine zu vertreten – entweder in geschlossenen

Räumen, im Freien oder gar

nicht. Nach dem Spaziergang beurteilten

sie die Kreativität der Teilnehmer. Sie

baten die Testpersonen, sich für Alltagsgegenstände

möglichst viele unkonventionelle

Einsatzmöglichkeiten auszudenken.

So würde ein Autoreifen zum Beispiel auch

als Schwimmring, Basketballkorb oder

Schaukelsitz genutzt werden können. (Das

ist der sogenannte »Guildford-Test für

alternative Anwendungen«, eine gängige

Methode zur Messung der Kreativität.)

Diejenigen, die sechs Minuten im Freien

Sitzen kann sogar die

Vorteile zunichtemachen,

die man sich durch

Fitnesstraining erwirbt.

spazieren gegangen waren, erhöhten ihre

Kreativität um 60 Prozent im Vergleich

zu den Angehörigen der Kontrollgruppe,

die ihre Schreibtische nicht verlassen hatten.

Obwohl das Spazierengehen im Freien

die größten Vorteile mit sich brachte,

entwickelten die Testpersonen, die sich in

geschlossenen Räumen die Beine vertraten,

immer noch 40 Prozent mehr kreative

Ideen als die inaktive Kontrollgruppe. Dies

lässt darauf schließen, dass selbst einige

Runden im Büro oder eine kurze Einheit

auf dem Laufband immer noch einen hohen

Nutzen haben, wenn

man nicht die Möglichkeit

hat, sich im Freien zu

bewegen (zum Beispiel

im Winter oder wenn es

keine Fußgängerwege

gibt usw.).

Zuerst vermuteten die Forscher, dass die

bessere Durchblutung des Gehirns für

den Nutzen der Spaziergänge verantwortlich

war. Aber die Vorteile scheinen auch

vom Zusammenspiel zwischen Bewegung

und Aufmerksamkeit herzurühren. Da das

Gehen ein gewisses Maß an Koordination

erfordert, ist der Teil unseres Gehirns

beschäftigt, der sonst für zielgerichtetes

Denken zuständig ist; unser Bewusstsein

ist also geringfügig

abgelenkt. Infolgedessen

fällt es

im Gehen leichter,

unseren kreativen

Motor zu nutzen,

unser Unterbewusstsein.

Das erklärt,

warum Gehen

die Kreativität

tendenziell besser

fördert als andere Bewegungen, die eine

höhere Konzentration und Koordination

erfordern, wie etwa Tanzen oder Hanteltraining.

Beim Gehen haben wir noch

Diejenigen, die sechs Minuten

im Freien spazieren gegangen

waren, erhöhten ihre Kreativität

um 60 Prozent im Vergleich zu

den Angehörigen der Kontrollgruppe,

die ihre Schreibtische

nicht verlassen hatten.

die Muße, über die

Dinge nachzudenken,

an denen wir gerade

arbeiten, sind dabei

aber gedanklich nicht

so beschäftigt, dass

wir anfangen abzuschweifen.

Es ist das

perfekte Tor zum

Unterbewusstsein

und begünstigt kreative

Einfälle, die uns helfen können,

wenn wir gedanklich festgefahren sind.

Gehpausen bieten aber nicht nur kognitive

Vorteile, sondern unterstützen auch die

körperliche Gesundheit. Sie haben vermutlich

bereits die Warnung gehört, dass

»Sitzen das neue Rauchen« sei. Langes,

ununterbrochenes Sitzen schadet der Gesundheit,

und Sitzen kann sogar die Vorteile

zunichtemachen, die man sich durch

Fitnesstraining erwirbt. Zum Glück zeigt

die neueste Forschung, dass nur zwei Minuten

Gehen pro Stunde vor vielen Nebenwirkungen

schützt, die das Sitzen mit

sich bringt. Eine Studie hat ergeben, dass

diese kurze Aktivität das Risiko eines

vorzeitigen Todes (die »allgemeine Sterblichkeit«

bzw. alle Todesursachen zusammengenommen)

um 33 Prozent senkt. Im

antiken Griechenland,

als sich die

Kultur Athens auf

ihrem Höhepunkt

befand, unterschieden

Platon und

seine Zeitgenossen

körperliche und intellektuelle

Bildung

nicht voneinander.

Die weisen Philosophen

wussten schon damals etwas, das

wir erst jetzt wieder entdecken: Ein gesunder

Geist und ein gesunder Körper gehen

Hand in Hand.

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63


Story

Wunsch-Denken,

Wunsch-Netzwerk

Alexander Popp und Alexander Felde, Gründer eines

der führenden Energie-Effizienz Unternehmen, ließen

aus ihren Wünschen Realität werden.

Man nehme den willensstarken

Sohn

eines russischen Ringkampf-Trainers

und

einen moldawischen

geistigen Überflieger, lasse sie ihre Stärken

bündeln und heraus kommt ein innovatives

Energieeffizienz-Unternehmen, das

derzeit den Markt aufrollt. So lässt sich in

Kürze die zusammenfassen, was Alexander

Popp und Alexander Felde geschaffen

haben. Doch der Reihe nach.

Alexander Popps Kindheit und Jugend

war geprägt durch römisch-griechisches

Ringen. Dass sein Vater als Trainer Profisportlern

zu Spitzenleistungen verhalf,

färbte die Einstellung des Jungen zu Leben,

Disziplin und Leistung nachhaltig ein. "Ich

war viel bei intensiven Trainings dabei und

habe schon dort gespürt, wie gut sich Zusammenhalt

und gegenseitiges Motivieren

und Unterstützen anfühlt." Elfjährig in

Deutschland angekommen fand er durch

seine lebendige und präsente Art schnell

Kontakt in Schule und Sportverein. Mit

etwa 15 Jahren lernte er dort auch Alexander

Felde kennen und die beiden freundeten

sich schnell an. Dass er mit überdurchschnittlicher

mentaler Stärke gesegnet

war, ließ ihn zu einem der talentiertesten

jungen Ringer des Bundesligisten VFL

Neckargartach heranreifen. Eine Schulterverletzung

setzte der Profisportlerkarriere

jedoch frühzeitig ein Ende. "Mein Vater

lehrte mich, wenn sich eine Tür schließt,

öffnet sich eine neue. Diese neue Türe zu

finden war nun meine Aufgabe." Er fand

sie, indem er sich mit seiner im Sport erlernten

Disziplin und Durchhaltevermögen

in einem Finanzvertrieb selbständig

machte. Er war gerade 21 Jahre alt, als

sein Vater und Mentor tödlich verunglückte

und die Verantwortung des Familienoberhauptes

ihm zufiel. "Durch dieses

emotional einschneidende Erlebnis habe

ich angefangen, radikal für mein Umfeld

64 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2019 . ERFOLG magazin


Story

Es gibt immer drei Möglichkeiten:

Wir akzeptieren die Situation.

Wir ändern die Situation.

Wir drehen durch.

Du hast die Wahl!

Alexander Felde

Bilder: privat

Grenzen zu setzen. Ich fing an zu unterscheiden,

wer mir in meinem bisherigen

Umfeld guttat und wer nicht. Wer gab mir

positive Energie und wer war Energieräuber?

Auch die Suche nach Vorbildern und

vorbildlichen Handlungen halfen mir

schnell, mein persönliches und berufliches

Umfeld aufzuräumen." Ein Netzwerk positiver

Menschen kam in sein Leben und

damit Wachstum und Erfolg. Mit 23 Jahren

wurde er Direktionsleiter und führte

über 500 Partner zu deren persönlichen

Erfolg. Am Gipfel seiner Vertriebskarriere

angekommen wurde ihm das Unternehmenskorsett

zu eng und er gründete seine

eigene, unabhängige Firma. Aufgrund seines

großen Netzwerkes, sowie zahlreicher

internationaler Kontakte, erhielt er von

großen Unternehmen und Vertriebsorganisationen

Angebote, um deren Vertriebe

auf- oder auszubauen. Zudem war er für

sie auch in unterstützender Funktion tätig.

Ganz nach dem Vorbild seines Vaters, der

andere immer mental inspirierte und bestärkte,

wollte auch er sein Leben gestalten.

2011 kam sein Jugendfreund Alexander

auf ihn zu und erzählte von seiner

Geschäftsidee. Da er dabei direkt ein

sehr gutes Gefühl hatte und stieg er

darauf ein und die beiden starteten

gemeinsam durch.

Gezielt Menschen miteinander

zu verbinden und dadurch

größtmögliche Vorteile für alle

Seiten hervorzubringen,

brachten mich als Unternehmer

auf ein neues Level.

Alexander Popp

Alexander Felde stammt aus Moldawien,

wo er als Superhirn ein Jahr

früher als üblich eingeschult wurde -

und zwar direkt in die vierte Klasse.

Sich als Jüngster immer wieder vor

Mitschülern beweisen zu müssen,

bewies sich als der beste Anreiz für

persönliches Wachstum, das er sich

wünschen konnte, wie er rückblickend

feststellt. Seine Familie verkaufte

auf dem Bazar Waren, die sie

über Kontakte aus Rumänien und

der Türkei importiert hatte. So wurde

auch der Keim für sein späteres

Unternehmertum gelegt. Als der

Molawienkrieg die Gegend terrorisierte,

flüchtete die Familie erst in

die Ukraine und 1997 dann weiter

nach Deutschland. Sein schlauer

Kopf verhalf dem damals Vierzehnjährigen

schnell zu guten Deutsch, die

fremde Mentalität im neuen Land machte

ihm mehr Probleme. Eine Ausbildung zur

Fachkraft für Lagerwirtschaft bei Unilever

toppte er mit einem IHK Meister für Lagerlogistik.

"Ich bin der festen Überzeugung,

dass Erfolg die logische Konsequenz ist,

wenn ich mir meiner Wünsche und Ziele

bewusst bin und etwas dafür tue. Dieses

gewisse Etwas ist für die Zeit der Realisierung

entscheidend." Diese Zielstrebigkeit

verschaffte ihm viel Respekt bei den Kollegen,

doch ein geplatztes Magengeschwür

brachte ihn in die Notaufnahme und zum

Nachdenken. Er kündigte und eröffnete

eine Bar & Lounge im Stadtzentrum, bis

ihn drei Jahre später wieder die Unruhe

packte. Nach eingehenden Überlegungen

trat er an seinen Jugendfreund Alexander

Popp heran und gründete mit ihm die heutige

EDS GmbH, die in deutschsprachigem

Raum unter der Marke "EDS B2B - Ihr Energiepartner"

bekannt ist und europaweit

die Unternehmen im Bereich der Energieeffizienz

betreut. Mittlerweile gehören

zu ihren Kunden börsennotierte Unternehmen,

Verbände, Franchise-Unternehmen

und Industrien aus ganz Europa.

Die Zusammenarbeit auf einer sehr vertrauensvollen

und persönlichen Ebene,

von Unternehmer zu Unternehmer, von

Mensch zu Mensch, forderte neue Strategien

ein.

Das Wort NETZWERKEN bekam eine

völlig neue Bedeutung. "Gezielt Menschen

miteinander zu verbinden und dadurch

größtmögliche Vorteile für alle Seiten

hervorzubringen, brachten mich als Unternehmer

auf ein neues Level", sagt Popp

und genießt seinen Spitznamen "Netzwerk

Bud Spencer“. Seine Strategien für

das persönliche Wunsch-Netzwerk gibt

er als Speaker inzwischen weltweit weiter.

"All das ist nur deshalb möglich, weil

mein Wunsch-Netzwerk auch im eigenen

Unternehmen von meinen Mitarbeitern,

Freunden und Partnern gelebt und getragen

wird", konstantiert Popp.

Auch Alexander Felde setzte sich

in den Jahren als Unternehmer mit

dem Thema Persönlichkeitsentwicklung

auseinander. Er las Bücher,

hörte Podcasts und tauschte sich mit

anderen Unternehmern in Foren

und Seminaren aus. Dazu bildete er

sich auf Wochenprogrammen von

Experten in unterschiedlichen Themen

und Gebieten weiter.

"Heute will ich mein Wissen und

Können im Bereich Unternehmertum

und Wunscherfüllung mit anderen

teilen", sagt er. Er wird von

Fachhochschulen als Vortragsredner

eingeladen, nimmt an ausgezeichneten

Programmen als Speaker teil und

begleitet Start Ups als Mentor auf Ihrem

Erfolgsweg. "Unser persönlicher

Erfolg ist von unserem Umfeld abhängig

und hiermit danke ich allen

Menschen, die gerne Ihre Zeit mit

mir teilen und mit mir den Weg bestreiten

und ganz besonders meiner

Familie", gibt er den Zuhörern seiner

Rede lächelnd mit auf den Weg.

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Story

ROCK YOUR DREAMS

Franziska Müller und ihre Pferde helfen Menschen,

innere Blockaden zu erkennen und einzureißen.

Franziska Müller war ein lebhaftes

Kind. In ihrem Buch

„ROCK YOUR DREAMS!“

beschreibt sie, wie sie schon

mit vier Jahren ein kleines Köfferchen

packte und von zuhause auszog.

Weit kam sie zwar nicht, aber sie machte

durchaus deutlich, dass sie selbst über ihr

Leben bestimmen wollte. Negative Erlebnisse

behielt sie für sich, als Preis der

Freiheit. Pferde waren immer ihr Lebensmittelpunkt.

Der Traum, später mit Pferden

zu arbeiten, platzte jedoch vorerst, als

eine schwere Allergie jeglichen Kontakt zu

Pferden verbot. Eine Welt brach zusammen

und sie verkroch sich hinter Büchern.

Epilepsie und Rheuma beschwerten ihr

Leben zusätzlich.

Sie fand ihr Kämpferherz wieder und setzte

sich als neues Ziel, beim Fernsehen zu arbeiten,

und erreichte es auf beruflichen

Umwegen auch. Näher kam sie ihrem

Ziel, als sie als Casting-Redakteurin für

diverse TV-Shows bei RTL arbeitete.

Später wechselte sie als Produktionsassistenz

zur ARD, wo

„Boulevard Bio“ mit Alfred Biolek

produziert wurde. Für „Menschen

bei Maischberger“ übernahm sie

dann die Produktionsleitung.

Als ihr Vater Pferde kaufte, beschloss

sie dreißigjährig, nun ihre

schwere Pferdehaarallergie zu

beenden. Durch fokussierte Meditation

verschwand nach fünf

Monaten die Allergie tatsächlich.

Daraus zog sie die Erkenntnis:

„Die Tatsache, mit Pferden arbeiten

zu wollen, reichte nie aus, weil

es nicht konkret genug war.“ Doch

nun warteten zuhause bei ihren

Eltern Pferde auf sie und damit ein

konkretes Ziel, nämlich mit diesen

Pferden Menschen zu helfen.

Parallel zu ihrer Festanstellung bei

Sandra Maischberger absolvierte

»Du brauchst einen triftigen Grund

und dann kannst du alles erreichen.«

sie diverse Aus- und Weiterbildungen

im Bereich Coaching,

Therapie und Pferdekommunikation.

Beim Fernsehen arbeitete

sie mit A-Promis, doch die Arbeit

beim TV erfüllte sie irgendwann

nicht mehr. Zu der Zeit coachte sie bereits

und hatte dort das Gefühl, dass sie wirklich

etwas bei Menschen bewegte.

Egal, was sich Franziska Müller vornimmt,

sie erreicht es: mit Pferden

arbeiten – erreicht, im Ausland

arbeiten – check, ein

Buch schreiben – getan,

beim TV arbeiten – erarbeitet,

die Nr. 1 im Bereich

Pferdegestütztes Coaching

werden – erkämpft, Umsatz

im siebenstelligen Bereich –

verdient.

Heute leitet die umtriebige

Trainerin die erfolgreichste

Akademie für Pferdegestütztes

Coaching in Europa.

In mehr als 15.000

Coachings hat sie Menschen geholfen,

ihre Lebensqualität so zu erhöhen, dass sie

endlich tun, was sie lieben. Um diese Erfolge

zu vervielfältigen, bildet sie Pferde-

gestützte Coaches aus. Ihr nächstes großes

Ziel steht kurz vor der Verwirklichung:

ROCK YOUR DREAMS! – das weltweit

größte Coaching-Seminar mit Pferden

wird 2020 in den USA in einer Arena mit

5000 Teilnehmern stattfinden. Schon Ende

Juni 2019 startet das Seminar im bayerischen

Wemding.

Was sie ändern würde, wenn sie noch mal

20 wäre? „Ich würde nichts ändern. Auch

wenn ich auf das eine oder andere traumatische

Erlebnis gerne verzichtet hätte – genau

diese Erlebnisse machen mich zu dem

besonderen Coach, der ich heute bin."

Durch klares und punktgenaues Coaching

bringt sie Menschen in die langersehnte

Umsetzung. Sie arbeitet mit Olympiasiegern,

Unternehmen und Privatpersonen.

Alle haben gemeinsam: Sie wollen endlich

sie selbst sein, ohne sich verbiegen zu

müssen und sich endlich frei machen von

dem, was andere über sie denken könnten.

Sie wünschen sich mehr Unabhängigkeit

und Erfüllung, sei es im Job

oder im Privatleben. „Ich bin

jemand, der dranbleibt, auch

dann, wenn es für mich als

Coach unbequem wird – aber

das ist mein Job, als Coach will ich nicht

von meinen Klienten geliebt werden. Ich

bringe sie in die Umsetzung und das mache

ich mit allen mir zur Verfügung stehenden

Möglichkeiten.“

Durch die Pferde erkennen die Menschen,

was ihre wahren Blockaden sind. Die

Pferde zeigen ihnen auf spielerische und

zugleich berührende Art und Weise, was

sie bisher wirklich daran gehindert hat, in

die Umsetzung zu kommen.

Gleichzeitig erleben sie während

des Coachings, welches

Verhalten und welche Denkweise

ihnen in Zukunft hilft,

ihre Lebensqualität zu erhöhen.

Diese Menschen

sind dann am Pferd, spüren,

dass sie hier nicht bewertet

werden und dass sie nichts

leisten müssen und sagen

dann: Endlich kann ich ich

sein! Dieses Erlebnis verändert

alles in ihrem Leben.

Das sind die Menschen, die

nach einem Seminar so richtig aufräumen

in ihrem Leben. Sie ändern ihr Umfeld,

kündigen den Job und fangen an, IHR Leben

zu leben.

Bilder: Franziska Müller

66 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2019 . ERFOLG magazin


Erfolg Magazin Top-Experten

TOP

2019 2019

EXPERTEN

Bild: Depositphotos.com/depositedhar

Namen Fachgebiet Land

Sven Schwald Instagram Marketing D

Roberto Maier Immobilienmakler AT

Stefan Grove Verkauf und Marketing D

Marion Rapp Network Marketing D

Aleks Hermsdorf &

Anja Miriam Moser

Immobilienstrategien

Kris Bursuc Dropshipping D

Nicola Erne Dropshipping D

Chris Bell Health & Mindset D

Esther Bell Health & Happyness D

Stephan Lack Gedankenerfolg D

Martina Peukert Erfolgreich als Frau D

Lennard Schönbach Online Coaching D

Faheem Kenanoglu Bewusstseinstransformation D

^

Hierbei handelt es sich um die neu aufgenommenen Top-Experten. Die gesamte Liste finden Sie unter www.erfolg-magazin.de/top-experten/

GRATIS

ERFOLG MAGAZIN DOSSIER

Teambuilding 4.0 Experte Daniel Fabbris

Wie sind Sie dahin gekommen,

wo Sie heute

stehen?

Eine gute Frage, philosophisch

würde ich

sagen: Mit dem Bus des Lebens. Doch ich

glaube, es sind Bewusstsein für eine große

Vision, stetiges Lernen und Wachsen und

Liebe dafür verantwortlich. Als einfacher

Mittelstandssohn mit einem mittleren

Bildungsabschluss erwartete ich zunächst

D

nicht viel vom Leben. Schließlich ist man

ja in der Schublade, in die man geboren

wurde. Es gab da aber ein paar Stationen

im Leben, die nicht so toll waren und man

auch keinem wünschen würde, jedoch haben

Sie mich dazu gebracht, elementare

Dinge in Frage zu stellen: Warum passiert

mir das? Warum muss ich diese Erfahrungen

machen? Mit 25 Jahren beschäftigten

mich dann noch weitere Fragen: Wo

komm ich her, warum bin ich hier und wo

Namen Fachgebiet Land

Volker Dressel Software-Lizenzierung D

Michael C. Kosub Finanzen D

Michael Ernst Vermögensmanagement D

Manuel Gonzalez Coaching & Business D

Christian Kröncke

OWO

Finanzcoaching &

Immobilien Investor

High Performance

Unternehmer Coach

Sascha Hautau Arbeitssicherheit D

Alexander Wehner Online Marketing D

Dr. Natalia

Wiechowski

Speaker(in)

Alexander Popp Wunsch-Netzwerk D

Alexander Felde Wunsch-Denken D

will ich hin? Und

es gab nur eine

Antwort: Ich bin

wohl hier, um eine

größere Aufgabe

zu erfüllen.

Experte

Daniel Fabbris

Teambuilding 4.0

Mitarbeiter(r)evolution

Change-Prozess »Human leadership«

AUSGABE 11

Mehr von Daniel

Fabbris und alle bisher erschienen Erfolg

Magazin-Dossiers finden Sie unter:

www.erfolg-magazin.de/erfolg-dossier/

D

A

D/A/

CH

Bernd Leitsoni Performance Marketing A/D/

USA

+

10 Profi-Tipps,

Wie Sie Mitarbeiter

langfristig binden

und motivieren

Bild: Privat

ERFOLG magazin . Ausgabe 03/2019 . www.erfolg-magazin.de

67


Einstellung

Best of Web

BEST OF WEB

Jogi Löw: „Mir ging es um das persönliche,

direkte und ehrliche Gespräch“

Nach seiner Entscheidung,

Mats Hummels, Thomas

Müller und Jérôme Boateng

aus der Fußball-Nationalmannschaft

zu verbannen,

ist Bundestrainer Joachim Löw stark

kritisiert worden. In einem Interview mit

der Zeitung „Welt am Sonntag“ vom 17.

März erklärte Löw, wie er Entscheidungen

trifft. Er müsse von seiner Entscheidung

voll überzeugt sein, da sei es für ihn

zweitrangig, was andere sagen und wie

es bei ihnen ankommt. „Ich muss mit

Kritik leben, mich auch mit ihr beschäftigen“,

sagte Löw und fügte hinzu: „Es gibt

immer zwei Seiten, ich versuche auch, die

andere Perspektive zu sehen. “ Darum

könne er die Enttäuschung der Spieler

und die Reaktionen der Fans verstehen.

Denn diese Spieler seien Vorbilder und

ungemein beliebt.

Löw betonte auch: „Überrascht hat mich

jedoch ein wenig, dass die Frage nach

dem Stil so in den Vordergrund getreten

ist. Mir ging es um das persönliche,

direkte und ehrliche Gespräch. Ich weiß,

es gibt andere Trainer, die rufen nicht

mal an.“ Sie würden die Spieler einfach

nicht mehr nominieren. Das sei aber

nicht sein Maßstab gewesen.

Mehr zu Sportikonen finden Sie unter

www.erfolg-magazin.de

21-jährige Kylie Jenner steigt in den

Klub der Milliardäre auf

Sie ist die jüngste

Selfmade-Milliardärin

aller Zeiten: Die

21-jährige Kylie Jenner

ist in diesem Jahr

in den Klub der Milliardäre

geklettert. Die Online-Ausgabe

des US-amerikanischen

Wirtschaftsmagazins „Forbes“

schätzt ihr Firmenimperium

auf einen Wert von etwa 900

Millionen Dollar. Mit dem

Geld, das sie aus dem Unternehmen

herausgezogen hat,

kommt sie auf ein Vermögen

von etwa einer Milliarde

US-Dollar.

Jenner begann erst im Jahr 2015

mit ihrer Unternehmertätigkeit.

Sie verkaufte Lippenstifte

über das Internet. Ihr Unternehmen

Kylie Cosmetics soll

sie dem Onlineportal zufolge

im vergangenen Jahr für 360

Millionen US-Dollar abgegeben

haben. Im gleichen Jahr

schloss sie im November einen

Distributionsvertrag mit dem

Kosmetikeinzelhändler Ulta ab.

Das Produkt verkaufte Jenner

für 55 Millionen US-Dollar innerhalb

von nur sechs Wochen.

Jenner stammt aus einer

wohlhabenden Familie und

nutzte ihre 177 Millionen Fans

in den sozialen Netzwerken,

um ihr Vermögen aufzubauen.

Mit den 250.000 Dollar, die sie

durch Auftritte als Model verdiente,

bezahlte sie eine Firma,

die für sie die ersten 15.000

Lippenstift-Sets herstellte.

Mehr zu erfolgreichen Jungunternehmern

finden Sie auf

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68 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2019 . ERFOLG magazin


Best of Web

Beliebte Artikel auf www.erfolg-magazin.de

Mit Glück, Talent und harter Arbeit wird Dirk

Nowitzki ein NBA-Star

Der deutsche NBA-Star

Dirk Nowitzki kommt

mit seinen Auftritten auf

und neben dem Basketballfeld

so gut an, dass

ihn oft sogar die gegnerischen Fans

feiern. Er ist der sechsbeste Scorer seit

es die nordamerikanische Profiliga gibt

und liegt in der Rangliste nur wenige

Punkte hinter Michael Jordan. In einem

Interview mit der Zeitung „Die Welt

Kompakt“ am Freitag blickte der 40-Jährige

auf seine Karriere zurück.

Er sagte, dass er bei seinem Verein Dallas

Mavericks am Anfang ein bisschen

Glück gehabt habe und von der Qualität

der anderen Stars profitieren konnte.

Sie hätten ihn alle gut unterstützt und

er sei fast verletzungsfrei geblieben.

Neben Glück nannte Nowitzki Talent

und harte Arbeit als ausschlaggebende

Faktoren für seine erfolgreiche Karriere.

„Die Größe habe ich von meinen Eltern

mitbekommen, das sportliche Talent

auch. Und als harter Arbeiter habe ich

mich immer gesehen, ich wollte immer

besser werden“, erzählte Nowitzki in

dem Zeitungsinterview. Doch es hätte

auch anders laufen können. „Wenn die

Mannschaft, die dich verpflichtet, nicht

so spielt, wie es dir passt, kannst du

auch ganz schnell untergehen“, ergänzte

der Leistungssportler. Das passierte aus

seiner Sicht oft in der Liga. Er sei einfach

in der glücklichen Lage gewesen,

für eine Mannschaft und einen Trainer

zu spielen, die seinen Stil mitgeprägt

hätten. Dafür sei er sehr dankbar.

Nowitzki lässt Zukunft offen

In einem anderen Interview mit dem

Onlineportal general-anzeiger-bonn.de

ließ Nowitzki offen, ob er eine weitere

Saison in der NBA spielt. Doch eins

weiß Nowitzki schon jetzt...

Was Dirk Nowitzki jetzt schon weiß,

lesen Sie auf www.erfolg-magazin.de

Bilder: Depositphotos/natursports, Katatonia82, Jean Nelson, ImagineChina-Editorial

Mit 25: Sängerin holt die Beatles ein

Aller guten Dinge sind drei:

Die erst 25 Jahre alte Popsängerin

Ariana Grande

steht mit drei Liedern auf

den obersten drei Plätzen

der US-Charts. Das ist nach Angaben

des Onlineportals welt.de zuvor nur

den Beatles gelungen. Auf Platz eins der

Billboard-Charts liegt Grandes Titel „7

Rings“und auf Platz zwei „Break Up With

Your Girlfriend, I’m Bored“, die dritte

Single aus dem Album „Thank U, Next“.

Platz drei der Charts belegt Grande mit

dem Titeltrack ihres gleichnamigen Albums

„Thank U, Next“.

Grande habe über den Kurznachrichtendienst

Twitter verwundert auf ihren Erfolg

regiert, berichtet welt.de. Dort habe

sie gefragt: „Was zum Teufel ist los?“

Mehr über große Erfolge lesen Sie

unter www.erfolg-magazin.de

ERFOLG magazin . Ausgabe 03/2019 . www.erfolg-magazin.de

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Erfolg Magazin Kalender

12. Kölner Wissensforum

Köln,

24. Mai 2019

Auf dem Programm stehen hochinteressante

Speaker wie Kai Schimmelfeder, Felix

Beilharz, Kishor Sridhar zu "Change &

Digitalisierung - Nie war der Mensch so

wichtig wie heute", Erik Händeler, Suzanne

Grieger-Langer mit "Cool im Kreuzfeuer",

Felix Thönessen spricht über "Wir schaffen

bald das Fax ab - Digitalisierung leben und

erleben", Tim Schädlich sagt "Preiskampf?

Nicht mit mir!", Hans-Christian Boos behauptet

"Künstliche Intelligenz ist ein Muss

für jedes Unternehmen" und zu guter Letzt

referiert Matthew Mockridge über die "Next

Generation Leadership".

DIGITAL HEROES

FESTIVAL 2019

Stuttgart,

10. Mai 2019

Speakers Excellence und Innovation

Heroes GmbH sind Gastgeber des ersten

Digital Heroes Festivals. Keynote Speaker,

Influencer und geschultes Publikum treffen

sich hier, um über Themen der digitalen

Transformation zu sprechen, zu diskutieren

und sich auszutauschen. Hier bietet

sich für Start-ups, Corporates, Investoren

sowie Consultants die Möglichkeit, sich

vorzustellen und zu netzwerken.

BIG BUSINESS –

BIG INVESTMENT

Offenbach,

29./30. Juni 2019

Unternehmer müssen wissen, wie es funktioniert!

Um von den Besten zu lernen,

treffen sie sich im Capitol in Offenbach.

Hier findet DAS Event im deutschsprachigen

Raum rund um den Schwerpunkt

Unternehmensbeteiligungen, Aktien und

Immobilien statt.

Viele Starredner wie, Marcel Remus, haben

bereits zugesagt und die Veranstalter Paul

und Jana Misar sind als Business-Experten

zum Thema Immobilien als Geldmaschinen

dabei.

Deine beste Investition

money & success

Lingen/Frankfurt am Main,

18. Mai 2019

Speechless

Charity Event

Wiesbaden,

26. Mai 2019

Les Brown

Frankfurt/Main,

27. Juli 2019

Für alle, die ihren persönlichen und

finanziellen Erfolg auf ein völlig anderes

Niveau katapultieren wollen.

Du möchtest brancheninterne Insider-

Informationen, die deine Chancenintelligenz

in Bezug auf Geld und Erfolg

massiv erhöhen?

Du möchtest eine Schritt-für-Schritt-

Anleitung, wie du deine finanziellen und

persönlichen Ziele doppelt so schnell

erreichen wirst?

Du möchtest einen Masterplan, wie

du dir nachhaltig und unabhängig

deiner aktuellen Situation mehrere

Einkommens ströme aufbaust?

Du möchtest Deutschlands genialstes

Event für Business, Geld, Erfolg und

Motivation nicht verpassen?

Dann bist du bei diesem Event genau

richtig!

Dieses neue Eventformat vereint das Beste

aus Speaking, Networking & Entertainment

um dir den Weg für deine besten Resultate

frei zu machen. Verbinde dich mit über

1.000 Gleichgesinnten und lass dich von

Show-Acts und Speakern für dein Leben

und Business inspirieren.

Werde die beste Version deiner Selbst!

• 1000 Gleichgesinnte Menschen, die alle

weiterkommen wollen

• 10+ Speaker, die dich und dein Leben

voran bringen

• 5+ Stunden geballtes Wissen von den

besten Experten

"You´ve Gotta Be Hungry" von Les Brown

wird Ihnen das Werkzeug an die Hand

geben, um sich von diesen Leinen zu lösen!

Als einer der weltberühmtesten

Motivations redner ist Les Brown eine dynamische

Persönlichkeit und eine gefragte

Ressource in Geschäfts- und Fachkreisen

für Fortune-500-CEOs, Inhaber kleiner

Unternehmen, gemeinnützige und kommunale

Führungskräfte aus allen Bereichen der

Gesellschaft, die ihre Möglichkeiten erweitern

wollen. Seit drei Jahrzehnten studiert er

nicht nur die Wissenschaft des Erfolges, er

hat sie gemeistert, indem er Hunderte von

erfolgreichen Geschäftsführern interviewt

und mit ihnen im Sitzungssaal kooperiert

hat, um die Theorie in Geschäftsergebnisse

für seine Kunden umzusetzen.

Bild: Benjamin Kurz Fotografie

70 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 03/2019 . ERFOLG magazin


Das Event für mehr Motivation und Erfolg in Verkauf, Marketing & Führung

12. KÖLNER

WISSENS

FORUM

FREITAG, 24. MAI 2019 · Maritim Hotel Köln

Erleben Sie einen eindrucksvollen Tag voller neuer Kontakte, Ideen und Impulse –

hochkarätige Spitzenreferenten vermitteln ihr Expertenwissen und machen

die Veranstaltung zum Top Bildungsevent der Region.

Hans-Christian Boos • Matthew Mockridge • Adrian Rouzbeh • Felix Beilharz • Erik Händeler •

Felix Thönnessen • Tim Schädlich • Kishor Sridhar • Kai Schimmelfeder

PROGRAMM & TICKETS:

WWW.KOELNER-WISSENSFORUM.DE

+49 711 75 85 84 0


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