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„Weg der Hoffnung“ titelt diese Inkontakt-Ausgabe. Die Bibel schildert uns die Weggemeinschaft von zwei Männern. Nur einer von Beiden ist uns mit Namen bekannt: Kleopas. Sie befinden sich auf dem Weg nach Emmaus, ihrem Heimatort, ungefähr 11 Kilometer von Jerusalem entfernt.

Wer zu dieser Ruhe gefunden hat, wird von aller seiner Arbeit ausruhen können, so wie Gott am

siebten Schöpfungstag von seinen Werken ruhte. Wer zu dieser Ruhe gefunden hat, wird von aller seiner

Arbeit ausruhen können, so wie Gott am siebten

Schöpfungstag von seinen Werken ruhte.

Mai / Juni 2019

Weg der Hoffnung


EDITORIAL

„Weg der Hoffnung“ titelt diese Inkontakt-Ausgabe. Die Bibel schildert uns die

Weggemeinschaft von zwei Männern. Nur einer von Beiden ist uns mit Namen

bekannt: Kleopas. Sie befinden sich auf dem Weg nach Emmaus, ihrem

Heimatort, ungefähr 11 Kilometer von Jerusalem entfernt.

Beide gehörten zum erweiterten Jüngerkreis Jesu. Auf Jesus haben sie ihre

ganze Hoffnung gesetzt. Übriggeblieben ist der Schmerz der schrecklichen

Erlebnisse in den letzten Tagen. Nichts ist geblieben von den großen

Erwartungen in diesen Mann. Hatten sie nicht gehofft, dass er das Volk Israel von

der Besatzung der Römer befreien würde? Hatte nicht auch Mose das Volk Israel

aus der Knechtschaft in Ägypten in die Freiheit geführt? Während sie so

miteinander redeten, gesellte sich ein weiterer Mann zu ihnen und die Bibel sagt

uns, dass sie Jesus nicht erkannten. Er sah die Traurigkeit der Beiden und fragte

nach dem Grund. All ihr Entsetzen, ihre Enttäuschungen und ihre

Hoffnungslosigkeit spiegelten sich in ihrer Antwort.

Mit unseren Worten können wir vielleicht sagen, dass sie in die Sackgasse ihres

Lebens gelaufen waren. Alles vergebens, nur der Rückweg nach Hause ist ihnen

geblieben.

Wer von uns hat diese Situation nicht schon einmal erlebt oder erlebt sie vielleicht

gerade. Wir haben geglaubt und gehofft. Wir haben zu Gott in unserer Not

geschrien. Die Zuversicht auf seine unnachahmliche, wunderwirkende Antwort

wuchs und wurde zur Gewissheit. Ja, ich bin davon überzeugt, Gott bewegt

seinen starken Arm. Und dann kommt alles anders. Fragen über Fragen. Haben

wir falsch geglaubt? Verstehen wir Gottes Handeln nicht richtig? Sind unsere

Gebete an der Zimmerdecke abgeprallt? Warum antwortet er nicht? Ja, es geht

bis dahin, dass ich mir die Frage stelle, ob ich seinen Zusagen noch vertrauen

kann. Wie die Emmaus Jünger befinde ich mich in einer Sackgasse.

Wie gut, dass die Geschichte weiter geht. Jesus nimmt den Beiden ihre

Hoffnungslosigkeit. Er schenkt ihnen eine neue, viel größere Hoffnung als zuvor.

Obwohl es schon reichlich spät war, verließen sie ihre Sackgasse und machten

sich auf den Rückweg nach Jerusalem. Verändert, mit einem brennenden Herzen,

entflammt von den Worten Jesu.

Wenn du in einer solchen Sackgasse steckst wünsche ich dir den lebens- und

situationsverändernden Zuspruch Jesu. Jesus enttäuscht uns nicht, er gibt uns

Hoffnung. Jesus hält sein Wort.

„DENN ICH KENNE JA DIE

GEDANKEN, DIE ICH ÜBER EUCH

DENKE, SPRICHT DER HERR,

GEDANKEN DES FRIEDENS UND

NICHT ZUM UNHEIL, UM EUCH

ZUKUNFT UND HOFFNUNG ZU

GEWÄHREN.“

JER. 29,11

IN HOFFNUNG FREUT EUCH; IN

BEDRÄNGNIS HARRT AUS; IM

GEBET HALTET AN;

RÖM. 12,12

NUN ABER BLEIBT GLAUBE,

HOFFNUNG, LIEBE, DIESE DREI;

DIE GRÖßTE ABER VON DIESEN

IST DIE LIEBE.

1. KOR. 13,13

DARUM FREUTE SICH MEIN

HERZ, UND MEINE ZUNGE

JUBELTE; JA, AUCH MEIN

FLEISCH WIRD IN HOFFNUNG

RUHEN;

APG. 2,26

EIN LEIB UND EIN GEIST, WIE

IHR AUCH BERUFEN WORDEN

SEID IN EINER HOFFNUNG

EURER BERUFUNG!

EPH. 4,4

UND NUN, AUF WAS HARRE ICH,

HERR? MEINE HOFFNUNG, SIE

GILT DIR!

PS. 39,8

GLÜCKLICH DER, DESSEN HILFE

DER GOTT JAKOBS IST, DESSEN

HOFFNUNG AUF DEM HERRN,

SEINEM GOTT, STEHT,

PS. 146,5

.

2


IMPRESSUM

EFGG Erkelenz,

Am Schneller 8-10,

41812 Erkelenz

EFGG Erkelenz ist vereinsrechtlich

organisiert im

GiFBGG

(Gemeinden im Freikirchlichen Bund der

Gemeinde Gottes e.V.).

Der GiFGG gehört zum FBGG

(Freikirchlicher Bund der Gemeinde Gottes

e.V.) als Dachverband.

Beide Vereine sind als gemeinnützig

anerkannt –

Redaktion und Layout:

Heinz Hepp

inkontakt(@)efgg-erkelenz.de

Bildnachweis: freie Bilder Pixabay

Alle Artikel von externen Quellen sind

entsprechend. gekennzeichnet

INHALT

Autor

EDITORIAL 2

INHALT / IMPRESSUM 3

DER „EXKLUSIVE“ GOTT UND WIR… Rüdiger Puchta 4

DIE EMMAUS-JÜNGER Hamilton Smith 5

DIE DUNKLE SEITE DER MEDAILLE ERF 8

DIE HOFFNUNG STIRBT NICHT

Stephanie Höhner 10

ZULETZT

WIEDERGEBOREN ZU EINER

Johannes Beyerhaus 12

LEBENDIGEN HOFFNUNG

HOFFNUNGSVOLL LEBEN Heinz Hepp 15

HOFFNUNG IN DER HOFFNUNGS- Dagmar Rohrbach 19

LOSIGKEIT

GLAUBE – WENN AUS HOFFNUNG Nane Jürgensen 19

GEWIßHEIT WIRD

LEBENSZEUGNISSE 22

GEBETSKALENDER 29

KINDERKIRCHE 30

TERMINE 34

Seite

Anschrift:

Am Schneller 8-10,

41812 Erkelenz

Internet:

www.efgg-erkelenz.de

Gemeindepastor:

Rüdiger Puchta,

Am Schneller 10

Telefon: 02431 / 5310

Email: Pastor(@)efgg-erkelenz.de

Seelsorger / Ältester:

Heinz Hepp (BCE) Theologe

Telefon: 02433 / 3079264

Email: seelsorger(@)efgg-erkelenz.de

Bankverbindung:

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Gemeinde Gottes e.V. Hamburger

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3


Monatsspruch Mai 2019

Der „exklusive“ Gott

und wir…

- „Es ist keiner wie du,

und ist kein Gott außer

dir.“ 2. Sam. 7,22

„Es ist keiner wie du…“ So „exklusiv“ ist

Gott! Viele Menschen stoßen sich

bekanntermaßen an dem „exklusiven Anspruch“

Gottes, dass es keine Götter neben ihm geben

soll (2. Mose 20,3), und dass ER allein das Maß

aller Dinge ist. Die „Exklusivität Gottes“ wird in

einer Welt der pluralistischen Gottesvorstellungen

eher als eine Provokation gedeutet, anstatt eines

vertrauensvollen Glaubensbekenntnisses. Da

höre ich schnell all die Einwände, die uns

entgegenschlagen, wenn wir uns eindeutig auf

die von David angestimmte „Exklusivität Gottes“

in 2. Samuel 7,22 berufen: Wo bleibt hier der

Respekt vor den anderen Religionen, besonders

vor denen, in denen Friede und Liebe genau so

einen hohen Wert haben wie im Christentum?

Glauben Juden, Christen und Muslime nicht alle

an den gleichen Gott, da sie sich doch alle auf

Abraham berufen? Die Liste der Einwände ist

lang und viele Menschen stört der

Exklusivanspruch Gottes in der Bibel.

Was können wir denen antworten, die sich

an der „Exklusivität Gottes“ stören? Und: Wie

„exklusiv“ ist Gott eigentlich für mich

persönlich? Schauen wir uns dazu zunächst den

Zusammenhang an, in dem dieser - auf den

ersten Blick - so provozierende Satz, geschrieben

steht. Der bekannteste alttestamentliche König,

David, steht hier auf dem Höhepunkt seines

Lebens. Gott hatte „ihm Ruhe vor seinen Feinden

gegeben“ (2. Sam. 7,1). Jerusalem ist erobert und

wird mehr und mehr zum Zentrum seiner Macht

(2. Sam. 5). Die Bundeslade als sichtbares

Zeichen der Gegenwart Gottes wurde in einem

Festzug nach Jerusalem gebracht (2. Sam. 6)

und der Prophet Nathan verheißt David nun im

Namen Gottes ein ewiges Königtum für ihn und

seine Nachfahren. Sein künftiger Nachfahre

(Salomo) wird dem Herrn ein Haus bauen, den

Tempel (2. Sam 7,3ff). Und Jahrhunderte später

wird aus Davids Königslinie (durch Gottes

wunderbares Wirken) der eigentliche „König des

Reiches Gottes“ kommen und herrlich regieren:

Jesus, der Davidsohn (Jes. 7 / 9).

Angesichts dieser Perspektive fängt David

an, Gott zu loben und kommt dabei ins

anbetende Staunen über Gottes Handeln in

seinem Leben (2. Sam. 7,17ff). Weil Gott all

das getan hat, was ihm Nathan verkündet hat,

von der Befreiung aus Ägypten bis hierher,

„darum“, betet David, „bist du groß, Herr

HERR!“ Und dann kommt der entscheidende

Satz „Es ist keiner wie du, und ist kein Gott

außer dir.“

Hier betet einer an und kann im Blick auf seine

Erfahrungen mit Gott gar nicht anders, als „Gott

exklusiv zu ehren und anzubeten“! Ein Ausleger

schreibt dazu: „Es ist keiner wie du“ heißt: In der

Großartigkeit Gottes liegt seine Einzigartigkeit

fest verankert!“ Wie und wofür hat Gott diese Welt

erschaffen? Wen erwählt ER? Wen tröstet, stützt

und bewahrt ER? Wen weckt ER auf und wen

beruft ER für seine Nachfolge? David erfährt: „An

mir und mit mir handelt so großartig der Herr.“

Genau das macht ihn einzigartig für ihn

persönlich. KEINER hat so an ihm gehandelt wie

dieser Gott!

„Es ist keiner wie DU…“ - Das war Davids

große Erfahrung mit Gott und er kann gar

nicht anders, als Gott als den ALLEIN

EXKLUSIVEN zu loben und zu ehren! Das „Es

ist keiner wie DU…“ war zu allererst sein

persönlicher Lobpreis und nicht so sehr ein

dogmatischer Aufruf. So hat David Gott ganz

persönlich und dabei ganz exklusiv erlebt und

erfahren.

Mich erinnert der Lobpreis Davids über die

„erfahrene Exklusivität Gottes“ an ein

bekanntes Lobpreislied, das wir manchmal im

Gottesdienst singen: „Keiner ist wie Du!

Niemand sonst berührt mein Herz so wie Du.

Wo auch immer ich noch suchte, o Herr, es

bleibt: Keiner ist wie Du! Erbarmen fließt wie

ein weiter Strom und Heilung strömt aus

Deiner Hand. Kinder mit Wunden sind sicher

bei Dir. Keiner ist wie Du!“

Ohne persönlichen Bezug und Reflexion der

eigenen Gotteserfahrung, ist das nur ein schönes

Lied mit tröstlichen Aussagen. Aber erst im

Aufblick ZU IHM und angesichts der persönlichen

Geschichte MIT IHM wird der Lobgesang

SEINER EXKLUSIVITÄT zum

glaubensstärkenden und erhebenden Moment in

unserer Nachfolge. Und dann können auch wir

4


gar nicht anders, als uns an SEINER

EXKLUSIVITÄT ZU FREUEN UND AN IHR ZU

STÄRKEN. Ohne diese Erfahrung stehen wir

auch eher in der Versuchung, uns am exklusiven

Anspruch Gottes zu stoßen und zu ärgern.

„Es ist keiner wie DU…!“ Wir wünschen allen

Lesern viele gute Erfahrungen mit unserem Herrn

- so wie einst David - sodass auch wir IHN nie

mehr missen möchten und die Erfahrung seiner

exklusiven Andersartigkeit unser größter Schatz

wird, ist und bleibt. Und wir wünschen allen in der

kommenden Zeit viele gute Gelegenheiten zum

persönlichen Zeugnis über den andersartigen

und exklusiven Herrn in unserer

Lebenswirklichkeit.

Mit besten Segenswünschen, Rüdiger Puchta

DIE EMMAUS-

JÜNGER

Online seit dem 26.05.2015, Bibelstellen: Lukas

24,13-32

Wie verschieden waren doch die

Herzenszustände der Jünger am

Auferstehungstag: Petrus war gefallen, Thomas

war ein Zweifler, Maria Magdalene war

untröstlich, und die zwei Jünger auf dem Weg

nach Emmaus waren enttäuscht. Aber mit welch

göttlichem Geschick und mit welch

vollkommener Gnade stellt der Herr sich auf die

verschiedenen Herzenszustände ein: Er hat ein

Wort der Wiederherstellung für Gefallene, ein

sanft tadelndes und doch gleichzeitig

ermunterndes Wort für Zweifler, ein tröstendes

Wort für Unglückliche und ein erweckendes

Wort, das die Herzen der Enttäuschten berührt

und ihre Gewissen erreicht.

ENTTÄUSCHUNG

Die zwei Jünger auf dem Weg nach Emmaus

könnte man treffend als „enttäuschte Gläubige“

bezeichnen. Von ihrer Not getrieben und von der

Gnade angezogen, fühlten sie sich, wie andere

Gläubige auch, zu Jesus hingezogen. Sie hatten

Seine mächtigen Taten gesehen, Seinen Worten

der Gnade zugehört und waren Seinem heiligen

Weg der Liebe gefolgt. Sie waren überzeugt,

dass Er der lang ersehnte Messias war, und

hatten zuversichtlich darauf gewartet, dass das

Joch der Römer gebrochen und Israel mit Macht

aus der Hand aller Feinde befreit würde. Doch

die Hohenpriester und die Schriftgelehrten

hatten ihren Messias zu Tode gebracht. Statt

Seinen Thron als König der Könige

einzunehmen, war Er zwischen zwei

Verbrechern an ein Kreuz genagelt worden. Statt

sich Seine Feinde zum Fußschemel zu machen,

war der Sohn Gottes von ihnen mit Füßen

getreten worden. Die ganze Hoffnung der Jünger

war damit auf einen Schlag vernichtet worden.

Sie waren tief enttäuscht.

Das Ergebnis ihrer Enttäuschung sehen wir sehr

bald: Sie kehren der kleinen Schar der

Gläubigen in Jerusalem den Rücken zu und

gehen, ohne zu zögern, „am gleichen Tag“ nach

Hause nach Emmaus. Und als sie unterwegs

waren, „besprachen sie sich miteinander“ (Lk

24,15) und waren „niedergeschlagen“ (Lk

24,17).

Gibt es nicht auch heute viele entmutigte und

enttäuschte Gläubige, die ebenso der

Gemeinschaft des Volkes des Herrn den Rücken

zukehren und auf einem einsamen Weg

davongehen? Und wenn sie dann ihren

einsamen Weg verfolgen, sind sie dann nicht

auch traurig und voll zweifelnder Überlegungen

wie die Emmaus-Jünger?

Aber was war der Grund, dass die Emmaus-

Jünger so enttäuscht waren? Weil sie mit ihren

eigenen Gedanken über Christus beschäftigt

waren statt mit den Gedanken Gottes. Und weil

ihr Denken von menschlichen Gedanken

vereinnahmt war, waren sie nicht in der Lage,

göttliche Gedanken zu begreifen – sie waren

„trägen Herzens, an alles zu glauben, was die

Propheten geredet haben“ (Lk 24,25). Hinter

ihrer Enttäuschung verbarg sich Unglaube.

Unglaube lenkte ihre Füße weg vom Volk des

Herrn; Unglaube ließ ihre Zungen ihre eigenen

Gedanken und Überlegungen aussprechen,

erfüllte ihre Herzen mit Niedergeschlagenheit

und hielt ihre Augen, so dass sie den Herrn nicht

erkannten. Und was war das für ein Gedanke

des Unglaubens, der sie so vereinnahmte? Es

war der Wunsch, Christus in ihre Umstände

zurückzuholen, zur Erleichterung ihrer

Umstände und zu ihrem irdischen Segen.

Gleichen wir nicht oft diesen Jüngern? Ist es

nicht ein verbreiteter Gedanke unter Christen,

dass Christus in diese Welt kam, um aus ihr

5


einen besseren und glücklicheren Ort zu

machen? Versuchen wir nicht immer noch

manchmal, Christus in unsere

Umstände zurückzuholen, um

zeitlichen Trost oder irdische

Herrlichkeit zu bekommen? Und sind

wir dann nicht bitter enttäuscht, wenn

wir uns in schwierigen Umständen

befinden und merken, dass die

Einsmachung mit dem Volk des

Herrn uns in die Gemeinschaft bringt

mit den Armen und Verachteten

dieser Welt und dass diese

Einsmachung Verachtung und

Schande einschließt und vielleicht

sogar Verlust und Leiden?

JESUS SELBST

Und doch, wie gnädig geht der Herr

Seinen irrenden und enttäuschten

Heiligen nach. Auf welch gesegnete

Weise erquickt und ermuntert Er

diese traurigen und

niedergeschlagenen Jünger auf dem

Weg nach Emmaus. „Jesus selbst“

näherte sich ihnen!

Kein Bote wird gesandt, um diese

irrenden Gläubigen in Seine

Gegenwart zurückzuholen. Wenn

alles gut geht in Seinem Volk, dann

mögen Engel, Apostel, Propheten

und andere Seine Befehle ausführen,

wie es uns in so mancher schönen

Szene im Wort Gottes gezeigt wird.

Aber wenn ein Schaf verirrt ist –

entmutigt und niedergeschlagen –,

dann wird „Jesus selbst“ sich nähern,

um es wiederherzustellen. Da muss

an einem verirrten Gläubigen ein

Werk getan werden, das keiner tun

kann als nur „Jesus selbst“.

Wie gnädig handelt Er, nachdem Er

sich genähert hat. Er deckt alles auf,

was in unseren Herzen ist. Mit

göttlicher Weisheit und unendlichem

Zartgefühl räumt Er alle

Schwierigkeiten der beiden Jünger

aus und enttarnt die Wurzel des Unglaubens, die

sich hinter ihrer Enttäuschung verbarg. Sie

waren „trägen Herzens, zu glauben“ (Lk 24,25).

Doch damit hört Er nicht auf, denn so wichtig es

auch ist, das bloßzustellen, was in unseren

Herzen ist – es reicht nicht aus, um uns

wiederherzustellen. Wir müssen unser Herz

richtig kennen, um zu verstehen, inwiefern wir

auf einem falschen Weg gegangen sind; aber wir

müssen Sein Herz richtig kennen, damit unsere

Füße wieder auf den richtigen Weg gebracht

werden. Und auf diese Weise handelt der Herr

mit den zwei Jüngern. Nachdem Er alles

aufgedeckt hat, was in ihren Herzen war,

offenbart Er jetzt, was in Seinem Herzen ist. Und

indem Er das tut, verwandelt er ihre „trägen

6


Herzen“ in „brennende Herzen“ (Lk 24,25.32). Er

entfacht in ihren Herzen die Liebe zu Ihm, indem

Er ihnen die Liebe offenbart, die in Seinem

Herzen ist.

Um die Liebe Seines Herzens zu offenbaren,

„erklärte er ihnen in allen Schriften das, was ihn

betraf“ (Lk 24,27), und stellt ihnen die

bewegende Geschichte Seiner Leiden und

Seiner Herrlichkeit vor (Lk 24,26). In ihrer zu kurz

greifenden Vorstellung hätten die Jünger Ihm

diese Leiden gern erspart und Ihm auf diese

Weise Seine Herrlichkeiten vorenthalten. Wir

wissen, dass Er leiden musste, um „in seine

Herrlichkeit einzugehen“ (Lk 24,26).

„In allen Schriften das, was ihn selbst betraf“ –

was berührt unsere Herzen mehr als die Leiden

und die Herrlichkeiten Christi! Und wenn wir die

Leiden finden, sind wir nicht weit entfernt von

den Herrlichkeiten. Psalm 22 spricht von Seinen

Leiden, Psalm 24 von Seinen Herrlichkeiten. Die

Geschichte Seiner Leiden wird erneut in Psalm

69aufgegriffen, gefolgt von seinen Herrlichkeiten

in Psalm 72. Ebenso folgen den Leiden Christi

in Psalm 109 die Herrlichkeiten Christi in Psalm

110. Wenn wir zurückblicken auf Seine Leiden

und nach vorn blicken auf Seine Herrlichkeiten,

dann brennen unsere Herzen, wenn wir über

Seine Liebe nachdenken, die Ihn ans Kreuz

brachte, damit Er uns in die Herrlichkeit bringen

kann.

Die zwei Jünger hatten nur über das

nachgedacht, was sie selbst betraf; der Herr

zeigte ihnen „das, was ihn selbst betraf“. Ihr

Wunsch war es, Christus in ihre Umstände zu

bringen. Er wollte sie in Seine Umstände

einführen; Er wollte, dass sie Ihn als den

Auferstandenen außerhalb der gegenwärtigen

bösen Welt kennenlernten.

GEMEINSCHAFT

Der Herr hatte ihre Herzen aufgedeckt und Sein

Herz offenbart, aber mit welchem Ziel? Natürlich

mit dem Ziel, dass sie sich insbesondere nach

Seiner Gemeinschaft sehnten. Jetzt wird Er sie

prüfen, um zu sehen, ob „das Ende des Herrn“

erreicht ist. So geschah es, dass Er „sich stellte,

als wollte er weitergehen“ (Lk 24,28), als sie das

Dorf erreicht hatten. Er hatte sich ihnen

genähert, um ihre Herzen zu gewinnen; jetzt wird

Er weggehen, um in ihren Herzen ein Verlangen

nach Ihm wachzurufen. Und wie schön reagieren

sie auf diese Prüfung des Herrn: „Sie nötigten ihn

und sagten: Bleibe bei uns, denn es ist gegen

Abend, und der Tag hat sich schon geneigt“ (Lk

24,29). Er wollte sie haben – hatte die Leiden

des Kreuzes erduldet, um sie zu besitzen –, aber

Sein Handeln mit ihnen bewirkte, dass sie

schließlich Ihn haben wollten.

Haben wir das Böse in unseren Herzen in der

Gegenwart der Liebe Seines Herzen schon so

kennengelernt, dass wir sagen können: Wir

sehnen uns über alles nach Seiner

Gemeinschaft? Wenn ich das große Universum

Gottes der Länge und Breite nach durchsuchen

würde, wo würde ich wohl einen anderen finden,

der mich durch und durch kennt und mich

trotzdem liebt? Darum fühle ich mich in Seiner

Gegenwart mehr zu Hause als in der Gegenwart

des liebsten Menschen auf der Erde, der mir am

nächsten steht.

Und die Liebe des Christus ist so groß, dass wir

von Christus und Seiner Gemeinschaft so viel

haben können, wie wir wollen. Das erfuhren

auch die Jünger, als sie Ihn „nötigten“. Der Herr

liebt es, genötigt zu werden, denn wir lesen: „Er

ging hinein, um bei ihnen zu bleiben“ (Lk 24,29).

CHRISTUS ERKENNEN

So kommt der Herr schließlich für einen kurzen

Augenblick in ihre Umstände, aber nur, um sie

aus ihren Umständen heraus in Seine Umstände

einzuführen. Denn nachdem Er sich zu erkennen

gegeben hat, entschwindet Er ihren Blicken. Wie

bewegend ist auch die Weise, wie Er sich zu

erkennen gibt: Er nahm „das Brot und segnete;

und als er es gebrochen hatte, reichte er es

ihnen“ (Lk 24,30). Diese ganze Handlung

verkündete, wer Er war, und erinnerte sie an

Seine Liebe bis zum Tod (vgl. Lk 22,19). Kein

Wunder, dass „ihre Augen aufgetan wurden und

sie ihn erkannten“ (Lk 24,31). Ja, aber wie

erkannten sie Ihn? Nicht wie in den Tagen vor

dem Kreuz, in ihren Umständen, sondern als

Den, der tot war und jetzt lebendig ist von

Ewigkeit zu Ewigkeit. Sogleich entschwindet Er

ihren Blicken. Solange wir noch hier auf der Erde

sind, können wir den Auferstandenen nur durch

Glauben erkennen. Die Enttäuschung, die die

Jünger ergriffen hatte, als sie Ihn auf der Erde

verloren, wurde in Freude verwandelt, als sie Ihn

in Auferstehung fanden.

Das unmittelbare Ergebnis ist, dass sie von ihren

Irrwegen zurückgerufen werden. Obwohl sie

bereits zwölf oder dreizehn Kilometer gegangen

waren und obwohl es Abend werden wollte und

der Tag sich schon geneigt hatte, kehrten sie

sofort um. Sie hatten das aufrichtige Verlangen,

sich der kleinen Gemeinschaft des Volkes des

7


Herrn, die in Jerusalem versammelt war, wieder

anzuschließen. Und als sie dort angekommen

waren, befanden sie sich zu ihrer großen Freude

in der Gegenwart des auferstandenen Herrn.

Dort müssen alle menschlichen Überlegungen

und jegliche Verwunderung der Anbetung und

der „großen Freude“ weichen (Lk 24,41.52).

Hamilton Smith

ANGEDACHT

DIE DUNKLE

SEITE DER

MEDAILLE

FAULE FISCHE UND ÜBLE

SCHLANGENBRUT

Noch anschaulicher beschreiben sie die, die

Sünde tun: Sie sind falsche Brüder, Kinder des

Zorns, Synagogen des Satans. Sie werden

verglichen mit blinden Blindenführern, faulen

Fischen und übler Schlangenbrut. Ja, so

drastisch schreibt die Bibel über Sünder.

Harmlos ist etwas anderes.

Und wer die Bibel weiter liest und in diese Welt

voller Ungerechtigkeit schaut, merkt: Sünde

durchzieht alles. Vergangenheit und Gegenwart

triefen geradezu vor Lüge, Gewalt und Tod. Die

Sünde durchtränkt das menschliche Wesen,

unseren Alltag, unsere Beziehungen, unsere

Entscheidungen – auch im Jahr 2010, auch

unter Christen. Wer von uns heute könnte den

ersten Stein werfen?

„MEINE SÜNDEN WILL ICH

BEHALTEN.“

Bloß: Mit der ganzen Tragweite dieser Tatsache

im Bewusstsein, lässt sich nun mal schlecht

leben, kein Alltag gestalten. Niemand hält die

schier aussichtslose Lage dieser Welt im Kopf

aus. Deshalb hat sich der Mensch eine Reihe

von Wegen ausgedacht, die Sünde zu

verharmlosen, zu rationalisieren und zu

verniedlichen. Auch Christen zeigen hier einen

großen Einfallsreichtum, wie drei Beispiele

zeigen.

Sünde wird von Christen jeder Couleur gerne

verharmlost. Dabei bietet ein realistischer

Blick einige Vorteile. Ein heilsamer Blick auf

das Übel.

Die biblischen Autoren sind alles andere als

wortkarg, wenn es um Sünde geht. Mit 20

verschiedenen Begriffen beschreiben sie, was

hinter dem etwas angestaubten Wort steckt:

nicht dem Willen Gottes entsprechen, das Ziel

verfehlen, gesetzlos, unrecht und treulos

handeln.

Erste Verharmlosung:

Man nennt Sünde nicht mehr beim Namen. „Halb

so schlimm, Gott ist doch ein liebender Vater.“,

sagt man, und verteilt eimerweise billige Gnade.

Die tragisch-tödliche Dimension von Sünde hat

man völlig aus dem Blick verloren. Noch doller:

Man besteht sogar auf seine Sünde und fügt sie

schlicht in die Reihe der Fehler ein, aus denen

man bekanntlich lernt. Wie Jürgen Fliege in

diesem Zusammenhang so schön sagte: „Meine

Sünden will ich behalten.“

8


Wohl sortierte Auswahl an

Vergehen

Zweite Verharmlosung:

Warum dieser einseitige Blick auf die dunkle

Seite der Medaille? Sind Christen nicht eine

neue Kreatur? Sind sie nicht zur Heiligung

berufen? Ist das Reich Gottes nicht

angebrochen? Doch, natürlich! Trotzdem sind

wir noch nicht verherrlicht, leben noch nicht im

Himmel und sündlos sind wir auch nicht.

Man nennt Sünde sehrwohl beim Namen,

verpackt sie aber in praktische, leicht

verständliche Schubladen und klebt

wohlklingende Namen drauf: Todsünden,

himmelschreiende Sünden, lässliche Sünden

und dergleichen. Natürlich klingt Todsünde

dramatisch, natürlich ist ein Mord gravierender

als ein Diebstahl. Doch ein paar Etiketten

werden dem alles umfassenden, unsagbar

tödlichen und von Gott trennenden Charakter

der Sünde nicht gerecht. Wer sündigt, macht

nicht bloß eine Schublade auf. Sünde bringt

immer die Beziehung zu dem durch und durch

heiligen Gott durcheinander. Auch bei einer

lässlichen Sünde.

Dritte Verharmlosung:

Man nennt Sünde beim Namen, meint faktisch

aber nur eine wohl sortierte Auswahl an

Vergehen: das Abschreiben in der Schule,

Selbstbefriedigung, Ehebruch und das

Schummeln bei der Steuererklärung. Wer das

noch nie gemacht hat oder einigermaßen im Griff

hat, lehnt sich entspannt zurück und denkt: So

schlecht bin ich doch gar nicht. Auch wer so

vereinfachend von Sünde denkt, hat ihre

Tragweite noch längst nicht begriffen. Nicht wir

haben die Sünde im Griff. Es ist umgekehrt.

VÖLLIG VERSTRICKT

Sünde ist das Übel, das diese Welt im Griff hat.

Die Welt liegt im Argen, ist geknechtet unter der

Herrschaft des Bösen (1 Joh 5, 19; Joh 12, 31).

Wir sind in Sünde verstrickt und handeln selbst

als Christen gegen Gottes Willen (Rö 7, 19), wir

werden krank und sterben. Und selbst für den,

der es gut meint, ist die Lage manchmal so

verzwickt, dass er nur schuldig werden kann –

egal wie er handelt (s.a. Rö 7, 21).

ERSCHRECKEN VOR DER

ERNSTHAFTIGKEIT

Erst der Blick auf die dunkle Seite der Medaille

lässt die helle Seite so recht erstrahlen. Und nur

beide Seiten liefern das ganze Bild. Wer nicht

verstanden hat, wie verloren er ist, wird die

Gnade nicht recht wertschätzen können. Wer die

weitrechenden Auswirkungen von Sünde nicht

im Blick hat, wird weiter rational damit umgehen.

Wer nicht begriffen hat, wie umfassend und

tödlich Sünde ist, wird immer noch meinen, gar

nicht so schlecht dazustehen.

Von Zeit zu Zeit scheint es notwendig, die

strahlend schöne Medaille der Gnade und

Errettung umzudrehen und vor der

Ernsthaftigkeit der Lage zu erschrecken. Nicht,

um sich selbst zu zerknirschen oder als

Pessimist der Nation in die Geschichte

einzugehen. Wohl aber, um neu nachvollziehen

zu können, was Jesus für uns Menschen bewirkt

hat. Nur dann kann sich wirkliche Dankbarkeit

breitmachen. Nur dann wissen wir, wie nötig wir

auch heute Gottes Gnade haben. Nur dann

können wir wirklich gnädig mit unseren

Mitmenschen umgehen.

Zu dieser Erkenntnis kann ich zum Beispiel in

der Beichte kommen, also beim

Schuldbekenntnis vor einem Mitchristen.

Schade, dass diese Praxis für viele eine negativ

belegte Geschichte hat. Denn gerade hier wird

mir die Schwere von Schuld besonders deutlich.

Hier kommt die Sünde ans Licht, ich kann nicht

mehr um den heißen Brei herumreden. Der

gemeinsame Blick auf meine dunkle Seite ist

unangenehm und zerschlägt allen Stolz,

Selbstbetrug und alles Maskentragen. Er ist

schmerzhaft, letztlich aber wohltuend. Mag der

Blick auf meine Schuld und der Schritt zur

Beichte also auch schmerzlich sein: Heilsam

sind beide allemal.

Quelle: ERF

9


DIE HOFFNUNG

STIRBT NICHT

ZULETZT –

Predigt zu Römer 8,18-25 von Stephanie Höhner

Denn ich sage, dass die Leiden zu dieser Zeit

nicht ins Gewicht fallen gegenüber der

vorherbestimmten Herrlichkeit, die in uns

offenbart wird. Denn das erwartungsvolle Harren

der Schöpfung erwartet die Offenbarung der

Söhne Gottes. Denn grundlos ist die Schöpfung

unterworfen, nicht freiwillig, sondern durch den

Unterwerfer, auf Hoffnung hin, weil auch die

Schöpfung selbst befreit werden wird aus der

Sklaverei der Vergänglichkeit zur Freiheit der

Herrlichkeit der Kinder Gottes. Denn wir wissen,

dass die ganze Schöpfung mitseufzt und in den

Wehen liegt bis jetzt. Aber das nicht allein,

sondern auch wir, die als Erstlingsgabe den

Geist haben, auch wir selbst seufzen in uns

(selbst), die Kindschaft erwartend, die Erlösung

unseres Leibes. Denn wir sind gerettet auf

Hoffnung hin. Aber Hoffnung, die man sieht, ist

keine Hoffnung, denn was kann man hoffen, was

man sieht? Wenn wir aber hoffen auf das, was

man nicht sieht, so warten wir darauf mit Geduld.

(Röm 8,18-25, Übersetzung der Verfasserin)

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Montagvormittag,

Anfang September 2015. Ich sitze im ICE von

Hamburg nach Kopenhagen. Mit mir im Zug:

viele Flüchtlinge. Sie sind am Wochenende in

Deutschland angekommen – endlich. Nach

wochenlanger Flucht und schlaflosen Nächten.

Jetzt sind sie auf dem Weg nach Schweden. In

den Gesichtern sehe ich Müdigkeit, manchmal

auch Unsicherheit. Mir schräg gegenüber sitzt

eine Familie. Auf dem Tisch zwischen den

Sitzbänken steht ein Tragekorb, in dem ein

Säugling liegt. Wahrscheinlich ist er auf der

Flucht zur Welt gekommen. Die Familie hat

keine Reservierung, der Zug ist überfüllt und darf

nicht losfahren. Viele Menschen auf den Gängen

müssen den Zug verlassen. Die Familie mit dem

Baby darf bleiben.

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Seit einem Jahr hat

seine Frau die Diagnose Brustkrebs. Eine

Chemotherapie folgt der nächsten, die

Aussichten sind nicht gut. Ihr Körper ist

schwach, ihr Kopf ist kahl. Wie schöne wäre es,

wenn dieser falsche Film endlich zu Ende wäre,

denkt er. Alles wieder wie früher.

Doch seine Frau und er geben nicht auf. „Jeder

Tag ein Geschenk“, so wollen sie die Zeit noch

leben. Er nimmt jetzt vieles bewusster war.

Versucht, jeden Moment auszukosten und nicht

immer an den Krebs zu denken. Der Ausgang ist

offen.

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Doch zu hoffen ist

nicht immer leicht. Es gibt so viel Seufzen in der

Welt, im Leben.

Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung

mitseufzt und in den Wehen liegt bis jetzt.

Morgens seufzen die Zeilen in der Zeitung, wenn

sie von Anschlägen in Paris und Afghanistan

berichten. Abends seufzen die Bilder sinkender

Flüchtlingsboote in den Nachrichten.

Geschichten von Krankheit, Arbeitslosigkeit, Tod

– sie sind zahlreich. Und sie seufzen.

Gerade jetzt, wenn die Tage wieder kürzer

werden, scheint das Seufzen noch deutlicher

hörbar. Wieder ein Jahr vergangen. Es scheint

endlos zu sein, das Leid. Die Schöpfung seufzt

und wartet.

Denn wir sind gerettet auf Hoffnung hin.

Und doch leben wir weiter. Jeden Tag neu. Und

es gibt Momente, in denen kein Seufzen liegt. Da

sollte die Zeit stehenbleiben, weil es so schön ist.

Könnte dieser Moment unendlich sein.

Zurück im ICE. Unser Zug erreicht den Hafen.

Auf der Fähre nach Dänemark sehe ich die

Kinder toben, lachende Gesichter, die Eltern

machen Selfies vor der Reling. Das Ziel scheint

zum Greifen nah, die Hoffnung scheint erfüllt.

Das Baby schläft friedlich im Tragekorb.

Aber Hoffnung, die man sieht, ist keine

Hoffnung, denn was kann man hoffen, was man

sieht?

Die Fähre legt an. Wir sitzen wieder im Zug und

halten im ersten Bahnhof auf dänischem Boden.

Am Bahnsteig stehen Polizisten, aber auch ein

Fernsehteam mit Kamera. Stillstand. Nichts geht

weiter, die Türen verschlossen. 3 ½ Stunden

stehen wir dort. Ohne zu wissen warum. Ohne

zu wissen, wie lange noch. Ratlosigkeit bei uns

Fahrgästen.

Stillstand. Sinnlosigkeit. Resignation.

Das ist das Gegenteil von Hoffnung. Ohne

Hoffnung geht es nicht weiter. Dann geht ein

10


Leben nicht weiter. Es ist schon tot, auch wenn

es physisch noch am Leben ist.

Hoffnung ist der Antrieb für das Leben, sie ist das

Leben selbst. Die Hoffnung ist Leben, weil sie

auf das Leben setzt. Weil sie es nicht verloren

gibt, auch wenn alles um das Leben herum

seufzt.

Die Hoffnung blickt über das Jetzt hinaus. Auf ein

anderes Leben in einer neuen Welt.

Jede Hoffnung braucht einen Grund. Sonst ist

sie keine Hoffnung, sondern nur ein leeres

Versprechen.

Der Grund der Hoffnung, von dem Paulus

schreibt, ist Jesus Christus. Er hat am Kreuz

gelitten und geseufzt. Mit ihm seufzen seine

Jünger und die Frauen am Grab.

Er war tot, war am Endpunkt. Doch an diesem

Endpunkt wächst neues Leben. Aus dem

Endpunkt wird ein Ausgangspunkt. Neues Leben

bricht auf, wo keines mehr vorstellbar war. Es ist

so ganz anders. Gegen jede Erwartung. Gegen

jede Regel. Gegen allen Verstand.

Wenn wir aber hoffen auf das, was man nicht

sieht, so warten wir darauf mit Geduld.

Die Flüchtlinge im ICE sind ins Ungewisse

aufgebrochen, ohne genau zu wissen, wie es

enden wird. Die Hoffnung auf ein Leben in

Sicherheit treibt sie an. Sie warten geduldig im

Zug, 3 ½ Stunden, ohne zu wissen wie es für die

weitergeht. Sie kennen das schon. Die dänische

Polizei kontrolliert die Papiere, alle Flüchtlinge

müssen aussteigen. Da helfen kein Betteln und

keine Tränen. Auch die Familie mit dem Baby

muss gehen. In ihren Gesichtern sehe ich Leere.

Resignation. Sie wissen nicht, was sie erwartet.

Ob sie zurückgeschickt werden, nach

Deutschland oder in ihre Heimat. Oder ob sie

doch noch Schweden erreichen werden.

Aus den Nachrichten erfahre ich am nächsten

Tag, dass die Flüchtlinge in Turnhallen gebracht

wurden, zur Registrierung. Doch ihr Ziel war

Schweden. Und so machen sich mehrere

hundert Menschen auf den Weg zu Fuß nach

Schweden, entlang der Autobahn. Dabei

bekommen sie Begleitschutz von dänischen

Autofahrern. Eine Autobahn wird zur

Wandertrasse. Hunderte Menschen machen

sich auf den Weg.

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Und doch bleibt ein

Stachel.

Aber Hoffnung, die man sieht, ist keine

Hoffnung, denn was kann man hoffen, was man

sieht?

Hoffen ins Ungewisse, ohne Sicherheit.

Ausgang offen? Die Hoffnung muss lebendig

bleiben, sie braucht Nahrung. Da ist es gut, wenn

wir uns immer wieder an ihren Grund erinnern.

Und jetzt schon ein Stück erfahren von der

Erfüllung.

Vor seinem Tod hat Jesus Abendmahl gefeiert.

Ein Festmahl im Angesicht des Todes. Ein

Abend voller Leben. Wenn wir heute Abendmahl

feiern, erinnern wir uns daran. An das Leben und

an das Sterben Jesu. Wir hören seine Worte.

An seinem Tisch saßen seine Freunde und der

Verräter. Hoffnungsvoll und hoffnungsleer. Jeder

hatte einen Platz, keiner musste hungern.

Wenn wir heute Abendmahl feiern, erinnern wir

uns auch daran. Wir sind alle eingeladen an den

Tisch Jesu Christi. Mit ihm beginnt neues Leben

dort, wo alles hoffnungslos war. In seinem

Namen sind wir zusammen, in seinem Sinne. Er

ist uns nahe in seinem Geist. Wir essen nur ein

Stück Brot und trinken nur einen Schluck Wein.

Es ist kein Festmahl. Wir werden nicht satt. Doch

es ist ein Vorgeschmack auf das Kommende. Es

ist eine Kostprobe. Darin können wir das neue

Leben schmecken, das in Jesus Christus

begonnen hat. Sie lässt uns nur erahnen, was

wir erwarten, was wir erhoffen. Es ist ein Stück

Wegzehrung auf einem langen Weg. Vielleicht

reicht das nicht immer, um die Hoffnung wieder

zu stärken. Aber es kann sie am Leben halten,

wenn alles seufzt. So lange wir leben, haben wir

Hoffnung. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Seine Frau hat gekämpft, doch sie hat es nicht

geschafft. Jetzt ist er allein. Wenn er

zurückschaut auf die Zeit, fällt ihm auf: Nie waren

sie ohne Hoffnung. Immer hat er gehofft, die

nächste Untersuchung bringt die Wende.

Bis zuletzt. Auch als es allen anderen klar war,

dass seine Frau sterben wird, hat er gehofft,

dass es einfach so wird wie früher. Völlig

irrational. Aber das hat ihm Kraft gegeben, weiter

zu machen, bis zum Schluss. Ein Leben ohne sie

konnte er sich nicht vorstellen. Jetzt steht er

mitten drin. Vieles hat er schon ohne sie erlebt.

Es ist schwer. Sie fehlt ihm. Doch es gibt auch

Momente, da ist sie ihm ganz nah. Sie ist nicht

einfach weg. Etwas von ihr bleibt. Diese

Momente geben ihm Kraft, weiter zu leben.

Die Hoffnung stirbt nicht zuletzt. Die Hoffnung

lässt Leben wachsen – auch im Seufzen.

11


WIEDERGEBOREN

ZU EINER

LEBENDIGEN

HOFFNUNG

Text: 1. Petr 1:3-9

Pfr. Johannes Beyerhaus

Letzte Woche machten meine Frau und ich mit

unseren Kindern und Freunden einen

Osterausflug nach Bad Mergentheim in den

wunderschönen Wildpark. Wir bewunderten dort

die Kormorane und Bären und Wölfe und

Wildschweine und was es sonst dort alles gibt

und wurden dadurch zu tiefsinnigen Gesprächen

angeregt. Nämlich, was uns eigentlich, als

Lebewesen, die auf der besseren Seite der

Zäune und Absperrungen stehen dürfen, von

den Tieren eigentlich unterscheidet. Unser

Freund meinte: "Wisst ihr eigentlich, dass

genetisch betrachtet der nächste Verwandte des

Schimpansen nicht etwa irgendein anderer Affe

ist, sondern der Mensch?" Nun, so etwas hatte

ich auch schon mal gehört. Aber dann sagte er

noch etwas, was mir neu war. Nämlich, dass

eine Theorie über die Entstehung des Menschen

gibt, die meint, dass der Unterschied zwischen

Affe und Mensch sich vor allem daraus erklärt,

dass beim Menschen im Lauf der Evolution ein

Gen kaputt gegangen ist. Ein Gen, das beim

Schimpansen für die Ausbildung der viel

stärkeren Kaumuskulatur verantwortlich ist. Und

nun ist es so, dass die Muskelstränge sich

anscheinend beim Schimpansen so über den

Kopf rüberziehen, dass bei beim längst nicht so

viel Entfaltungsmöglichkeiten für die Ausbildung

des Gehirns bleibt. Gut - dass Gott entweder

viele Muskeln oder aber Gehirn gibt, dass wird ja

auch sonst oft behauptet... Beim Menschen aber

bildeten sich laut dieser Theorie die

hirnbeschränkenden Kaumuskeln durch das

defekte Gen wieder zurück. Er konnte ab dann

zwar nicht mehr so kraftvoll zubeißen, aber dafür

entwickelte sich bei ihm ein größeres Hirn. Und

so sind wir geworden, was wir sind - durch ein

kaputtes Gen! Soweit diese Theorie. Eine von

vielen. Je mehr Hirn, desto mehr Mensch. Nun

weiß auch die Bibel um die Verwandtschaft des

Menschen mit dem Tier - dafür gibt es vor allem

im Schöpfungsbericht erstaunliche Hinweise.

Aber sie macht unser Menschsein an anderen

Dingen fest, als an einem kaputten Gen. zu

Recht denke ich, denn dass die mit den größten

Köpfen automatisch auch die menschlicheren

Menschen sind, werden ja wohl nur wenige

behaupten wollen. Der entscheidende Punkt ist,

dass Gott dem Menschen die Fähigkeit

geschenkt hat, in einer lebendigen Beziehung zu

ihm zu leben, seine Stimme zu hören und

danach sein Leben zu gestalten. Und hier

wiederum spielt die Hoffnung auf Gottes Wirken

und auf seine Verheißungen eine entscheidende

Rolle. Das Wahrnehmen der anderen und viel

größeren Dimension des Lebens "Ohne

Hoffnung schwinden meine Tage dahin" heißt es

in Hiob 5,16. Positiv ausgedrückt in Ps 146:5:

"Wohl dem, der seine Hoffnung auf den Herrn

setzt!" Seit Ostern war dieser Punkt auch in der

Wahrnehmung der heidnischen Umwelt das

markanteste Merkmal der ersten Christen, dass

dies nämlich Menschen waren, die aus einer

ganz starken und unerschütterlichen Hoffnung

heraus lebten. Eine Hoffnung, der selbst der Tod

nichts anhaben konnte. Und das war kein

Lippenbekenntnis, diese Hoffnung war echt.

Dass mussten sehr viele der ersten Christen

auch beweisen, wenn sie etwa zur Belustigung

der Volksmassen in der Arena den Löwen in

Säcken vorgeworfen wurden oder um Leben

oder Tod kämpfen mussten. Schon damals also

ein ziemlich geschmackloses

Unterhaltungsprogramm um Quoten zu erzielen.

Bei nicht wenigen der heidnischen Zuschauer

allerdings verwandelte sich das Lachen in

Staunen. Manche von Ihnen haben vielleicht

noch die Worte aus dem Film Quo Vadis im Ohr,

wo Nero alias Peter Ustinov fassungslos sagte:

"Sie singen ja - sie singen!" Und in dem Fi und

Treue erfüllen lassen - zu Gott und zu all denen,

die ihm als erstem Leiter der Urgemeinde

anvertraut waren. Das, was Petrus sehen und

hören durfte, machte den ganzen Unterschied zu

all den anderen aus, die viel dachten und viel

dichteten, aber letztlich doch nur im Nebel nach

der Wahrheit stocherten. Wie ja auch Pilatus mit

seiner berühmten Frage - "Was ist Wahrheit?" In

dem Film von Mel Gibson unterhält sich Pilatus

darüber ja später noch lange mit seiner Frau.

Schließlich sagt er: "Weißt du, was für mich

Wahrheit ist? Ich habe schon zwei Warnungen

vom Kaiser aus Rom bekommen, beim dritten

Mal wird mein Blut fließen - das ist für mich die

12


Wahrheit!" Petrus weiß noch von einer anderen

Wahrheit. Der heutige Wochenspruch aus

seinem ersten uns erhaltenen Brief lautet:

"Gepriesen sei Gott, der Vater unseres Herrn

Jesus Christus, der uns nach seiner großen

Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer

lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung

Jesu Christ von den Toten". (1 Petr 1:3)

Wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung.

Der Gott des Lebens möchte, dass wir lebendige

Menschen sind. Und lebendig sind wir solange,

wie wir Hoffnung in uns haben. Eine Hoffnung,

die darauf baut, was Gott in der Auferweckung

seines Sohnes von den Toten uns allen

angeboten hat: Ein Leben aus der Kraft der

Versöhnung. Ein Leben in Hingabe und

Gehorsam. Ein Leben mit Perspektive. Petrus

schreibt dazu: Diese Hoffnung gründet sich

darauf, dass Jesus Christus vom Tod

auferstanden ist. Sie richtet sich auf das neue

Leben, das Gott schon jetzt im Himmel für euch

bereithält". (Übersetzung: GN) Sie richtet sich

auf das neue Leben. Hoffnung nur um der

Hoffnung willen ist es noch nicht. "Hoffen und

Harren hält manchen zum Narren". Das stimmt.

Es kommt auf den Inhalt der Hoffnung an.

Jemand (Billy Wilder) hat mal sinngemäß

gesagt: "Was manche für das Licht am Ende des

Tunnels halten, ist in Wirklichkeit ein

entgegenkommender Zug, der direkt auf sie

zufährt." Oder ich muss auch an den Schwan

denken, der kürzlich in der Zeitung abgebildet

war. Er lebt irgendwo an der Alster und hat sich

Hals über Kopf in eine Schwänin verliebt. So

sehr, dass er gar nicht mehr von ihrer Seite

weicht. Das Tragische daran: Seine Angebetete

ist aus Plastik - ein Tretboot in Schwanenform.

Aber das hat der Gute offensichtlich immer noch

nicht gemerkt, denn er hat sogar schon ein Nest

für seine Geliebte gebaut! Ist es nicht tragisch,

wenn man seine ganze Hoffnung auf ein

Kunstprodukt setzt? Und wir brauchen

überhaupt nicht über diesen Schwan zu lachen -

wie viele Menschen machen es genauso, dass

sie ihre Zeit, ihre Hingabe, ihre Leidenschaft in

Produkte investieren, die die Industrie für sie am

Fließband fertigt. Hoffnungen, die wir uns selbst

machen, die keinen Grund in der Wirklichkeit

haben, sind tote Hoffnungen. Vielleicht beleben

sie uns für kurze Zeit, dann aber lassen sie uns

in der Enttäuschung umso kraftloser zu Boden

sinken. Eine lebendige Hoffnung zeichnet sich

dadurch aus, dass kein anderer als der

lebendige Gott selbst sie in uns

weckt. Eine Hoffnung, die einen

wirklichen Grund hat, mit der er

unsere Augen öffnet, unser Herz

berührt und neues Leben in uns

einströmen lässt. Eine Hoffnung,

die weit jenseits von dem liegt,

was wir jemals nur rein

verstandesmäßig begreifen

können. Kürzlich erzählte mir

mein Vater von einem

Ostergottesdienst, der ihn sehr

beeindruckt hatte. Eine Gruppe

geistig Behinderter hatte auch

teilgenommen, und diese

Menschen wurden von der

Botschaft der Auferstehung und der Hoffnung in

einer Art und Weise ergriffen und strahlten in

diesem Gottesdienst eine Freude aus, die bei

den anderen Gottesdienstbesucher so nicht

spürbar war. Offensichtlich hatte Gott selbst

diese Freude in ihnen freigesetzt. Unser Text

sagt sogar noch mehr: "Nicht nur: wir bekommen

eine neue Hoffnung", sondern Er hat uns

wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung.

Was heißt das? Manche verstehen das so, als

ob es vor allem darum ginge, was in uns selbst

für mich und die Menschen um mich herum

spürbar und sichtbar neugeworden ist. Ich blicke

also auf mein Leben, vielleicht auch auf den Tag

meiner Bekehrung und stelle zweifelsfrei fest:

seitdem ich Christ bin, hat sich mein Leben, mein

Verhalten, mein Charakter so dramatisch zum

Guten verändert, dass ich wirklich ein anderer,

ein neuer Mensch bin. Wohl dem, dem dieses

Zeugnis auch von seinen Mitmenschen

ausgestellt wird! Vielleicht sogar von seiner

eigenen Familie! Aber ist es nicht doch eher so,

dass der Blick auf uns selber und in uns hinein

13


oft genug auch mehr als genug Betrübliches zu

Tage fördert und daher eher Grund zur

Ernüchterung ist? Dass trotz mancher

Veränderungen, vielleicht sogar

Verbesserungen das meiste in unserem

Verhalten doch beim Alten geblieben ist? Meine

Erfahrung jedenfalls ist die, dass oft gerade

Menschen, die besonders vollmundig von ihrer

Bekehrung reden und offen oder heimlich auf

diejenigen herabschauen, deren Christsein sie

in Zweifel ziehen, oft keineswegs Christen sind,

die es ihren Mitmenschen leichter machen, zu

glauben. Ein früherer Bischof unserer

Landeskirche, der nun ganz gewiss kein

Liberaler war, sagte einmal: "Die Frömmsten in

den Gemeinden schreiben mir oft die bösesten

Briefe" Jesus hat eben nicht gesagt: "Daran

wird jedermann erkennen, dass ihr meine

Jünger seid, wenn ihr den Tag eurer

Bekehrung wisst oder besonders schön und oft

betet" und er hat auch nicht gesagt "Daran wird

jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger

seid, weil ihr den geistlichen Durchblick habt!"

Nein - sondern er hat gesagt: "Daran wird

jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger

seid, wenn ihr Liebe untereinander habt." Eine

Liebe, die sich nicht zuletzt auch daraus nährt,

dass jedenfalls Gott auch für den schwierigsten

Bruder und die schwierigste Schwester noch

Hoffnung hat. Das muss ich mir auch immer

wieder selbst sagen. "Gepriesen sei Gott, der

Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns

(uns alle, alle die wir zu ihm gehören) nach

seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren

hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die

Auferstehung Jesu Christ von den Toten"

Wiedergeboren - Petrus macht diese Hoffnung

zunächst mal überhaupt nicht am Menschen

fest. Sondern an dem was Gott tut und hofft.

Natürlich bedeutet Wiedergeburt auch, dass

tatsächlich etwas in meinem Leben neu wird.

Dass ich mit Gott reden kann und auch das

Bedürfnis dazu habe. Dass mir wichtig ist, was

Gott mir sagen möchte. Und ich annehmen

kann, was dieses Leben auch an Härten

bereithält. Kürzlich sagte eine gute Bekannte

nach ihrer zweiten Fehlgeburt, die ihr wie schon

die erste ungeheuer viel zu schaffen gemacht

hatte: "Der Herr hat es gegeben, der Herr hat es

genommen, gelobt sei der Name des Herrn"!

Auch das hat natürlich mit einem

Wiedergeborensein zu einer lebendigen

Hoffnung zu tun, die das Leben in einem

größeren Zusammenhang sehen kann. Auch der

Wunsch nach Gemeinschaft mit anderen

Christen gehört zu den Zeichen der

Wiedergeburt. Oder die Fähigkeit zu vergeben.

Tiefe Verletzungen, die mir ein Mensch zugefügt

hat. Dass kann ich nicht von alleine, das muss

mir geschenkt werden. Dass ich überhaupt einen

neuen Blick für meine Mitmenschen bekomme,

mich mitfreuen kann, mitleiden kann, wie ich das

vorher vielleicht nicht konnte, bevor Gott in mein

Leben kam. Dass mein Leben einen neuen

Horizont bekommt. Aber wenn Petrus darüber

redet, dass Gott uns durch die Auferstehung

Jesus Christi von den Toten wiedergeboren hat,

dann geht es doch wohl vor allem um Gottes

Handeln, nicht in erster Linie um meine

Frömmigkeit. Wiedergeboren zu einer

lebendigen Hoffnung. Das ist etwas, was an mir

geschieht. Geburt ist der passivste Vorgang, der

überhaupt vorstellbar ist. Ich werde geboren. Ich

werde wiedergeboren. Wiedergeboren zu einer

lebendigen Hoffnung - das heißt doch wohl auch:

Durch die Auferstehung sind wir für Gott eine

lebendige Hoffnung. Ich darf wissen, dass ich

trotz meines Versagens ein Mensch bin und

bleibe, von dem Gott sich noch etwas verspricht.

Und er sorgt selbst dafür, dass Grund und

Aussicht besteht, von uns noch etwas zu

erwarten. Früchte, die ihm gefallen und in der

Ewigkeit Bestand haben. Nicht nur Dornen und

Disteln. Wenn wir nur an ihm bleiben, dann

werden sie wachsen. Wiedergeboren zu einer

lebendigen Hoffnung. Gott hat Hoffnung für uns

und deswegen sind wir Menschen der Hoffnung

und dürfen und sollen aus dieser Hoffnung

heraus leben und lieben und leiden und sogar

sterben, weil wir wissen dürfen: bald sind wir in

aller Ewigkeit bei Ihm. Amen.

14


HOFFNUNGSVOLL

LEBEN

Heinz Hepp

Eine Auslegung zu Johannes 11,1-45 (Luther)

1 Es lag aber einer krank, Lazarus aus Betanien,

dem Dorf Marias und ihrer Schwester Marta. 2

Maria aber war es, die den Herrn mit Salböl

gesalbt und seine Füße mit ihrem Haar

getrocknet hatte. Deren Bruder Lazarus war

krank. 3 Da sandten die Schwestern zu Jesus

und ließen ihm sagen: Herr, siehe, der, den du

lieb hast, liegt krank. 4 Als Jesus das hörte,

sprach er: Diese Krankheit ist nicht zum Tode,

sondern zur Verherrlichung Gottes, dass der

Sohn Gottes dadurch verherrlicht werde. 5 Jesus

aber hatte Marta lieb und ihre Schwester und

Lazarus. 6 Als er nun hörte, dass er krank war,

blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er war.

7 Danach spricht er zu den Jüngern: Lasst uns

wieder nach Judäa ziehen! 8 Die Jünger aber

sprachen zu ihm: Rabbi, eben noch wollten die

Juden dich steinigen, und du willst wieder dorthin

ziehen? 9 Jesus antwortete: Hat nicht der Tag

zwölf Stunden? Wer bei Tage umhergeht, der

stößt sich nicht; denn er sieht das Licht dieser

Welt. 10 Wer aber bei Nacht umhergeht, der

stößt sich; denn es ist kein Licht in ihm. 11 Das

sagte er, und danach spricht er zu ihnen:

Lazarus, unser Freund, schläft, aber ich gehe

hin, dass ich ihn aufwecke. 12 Da sprachen die

Jünger zu ihm: Herr, wenn er schläft, wird's

besser mit ihm. 13 Jesus aber sprach von

seinem Tode; sie meinten aber, er rede von der

Ruhe des Schlafs. 14 Da sagte ihnen Jesus frei

heraus: Lazarus ist gestorben; 15 und ich bin

froh um euretwillen, dass ich nicht da gewesen

bin, auf dass ihr glaubt. Aber lasst uns zu ihm

gehen! 16 Da sprach Thomas, der Zwilling

genannt wird, zu den anderen Jüngern: Lasst

uns mit ihm gehen, dass wir mit ihm sterben! 17

Da kam Jesus und fand Lazarus schon vier Tage

im Grabe liegen. 18 Betanien aber war nahe bei

Jerusalem, etwa fünfzehn Stadien entfernt. 19

Viele Juden aber waren zu Marta und Maria

gekommen, sie zu trösten wegen ihres Bruders.

20 Als Marta nun hörte, dass Jesus kommt, ging

sie ihm entgegen; Maria aber blieb im Haus

sitzen. 21 Da sprach Marta zu Jesus: Herr, wärst

du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht

gestorben. 22 Aber auch jetzt weiß ich: Was du

bittest von Gott, das wird dir Gott geben. 23

Jesus spricht zu ihr: Dein Bruder wird

auferstehen. 24 Marta spricht zu ihm: Ich weiß,

dass er auferstehen wird bei der Auferstehung

am Jüngsten Tage. 25 Jesus spricht zu ihr: Ich

bin die Auferstehung und das Leben. Wer an

mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe;

26 und wer da lebt und glaubt an mich, der wird

nimmermehr sterben. Glaubst du das? 27 Sie

spricht zu ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der

Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt

kommt. 28 Und als sie das gesagt hatte, ging sie

hin und rief ihre Schwester Maria und sprach

heimlich zu ihr: Der Meister ist da und ruft dich.

29 Als Maria das hörte, stand sie eilends auf und

kam zu ihm. 30 Jesus aber war noch nicht in das

Dorf gekommen, sondern war noch dort, wo ihm

Marta begegnet war. 31 Als die Juden, die bei ihr

im Hause waren und sie trösteten, sahen, dass

Maria eilends aufstand und hinausging, folgten

sie ihr, weil sie dachten: Sie geht zum Grab, um

dort zu weinen. 32 Als nun Maria dahin kam, wo

Jesus war, und sah ihn, fiel sie ihm zu Füßen und

sprach zu ihm: Herr, wärst du hier gewesen,

mein Bruder wäre nicht gestorben. 33 Als Jesus

sah, wie sie weinte und wie auch die Juden

weinten, die mit ihr kamen, ergrimmte er im Geist

und erbebte 34 und sprach: Wo habt ihr ihn

hingelegt? Sie sprachen zu ihm: Herr, komm und

sieh! 35 Und Jesus gingen die Augen über. 36

Da sprachen die Juden: Siehe, wie hat er ihn so

lieb gehabt! 37 Einige aber unter ihnen

sprachen: Er hat dem Blinden die Augen

aufgetan; konnte er nicht auch machen, dass

dieser nicht sterben musste? 38 Da ergrimmte

Jesus abermals und kommt zum Grab. Es war

aber eine Höhle, und ein Stein lag davor. 39

Jesus spricht: Hebt den Stein weg! Spricht zu

ihm Marta, die Schwester des Verstorbenen:

Herr, er stinkt schon; denn er liegt seit vier

Tagen. 40 Jesus spricht zu ihr: Habe ich dir nicht

gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die

Herrlichkeit Gottes sehen? 41 Da hoben sie den

Stein weg. Jesus aber hob seine Augen auf und

sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört

hast. 42 Ich wusste, dass du mich allezeit hörst;

aber um des Volkes willen, das umhersteht,

sagte ich's, damit sie glauben, dass du mich

gesandt hast. 43 Als er das gesagt hatte, rief er

mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus! 44

Und der Verstorbene kam heraus, gebunden mit

Grabtüchern an Füßen und Händen, und sein

Gesicht war verhüllt mit einem Schweißtuch.

15


Jesus spricht zu ihnen: Löst die Binden und lasst

ihn gehen! 45 Viele nun von den Juden, die zu

Maria gekommen waren und sahen, was Jesus

tat, glaubten an ihn.

Unsere Betrachtung ist die bekannte

Geschichte, wie Lazarus von den Toten

auferweckt wurde. In dieser Geschichte sehen

wir den Glauben von Martha, den Kummer Jesu,

die Offenheit von Martha, wie sie sagt, dass

Lazarus schon nach Verwesung richt. Diese

Geschichte wird oft bei Begräbnissen

verwendet, da sie uns einen Einblick in die

Auferstehung gibt, die für all diejenigen kommen

wird, die an Jesus als den Erretter der Welt

glauben. Dies ist eine Geschichte der Hoffnung,

da Martha hofft, dass Jesus kommt und die

Dinge in die Hand nimmt.

Es ist die Geschichte der Hoffnung inmitten von

Verzweiflung.

Es ist wie die Mutter in der folgenden

Geschichte:

Ruele Howe (Autor von Kinderbüchern. u.a. Studie der

biblischen Liebeslehre in Bezug auf Persönlichkeit,

Elternschaft, Unterricht und menschliche Beziehungen),

also, R. Howe erzählt, wie er bei seinen Eltern

auf dem Land aufgewachsen ist. Als er 15 Jahre

alt war, brannte das Haus der Familie bis auf die

Grundmauern nieder. Sie entkamen dem Feuer

nur mit dem, was sie am Körper trugen. Die

nächsten Nachbarn lebten weit entfernt.

Niemand war da, der dieser Familie in ihrer Not

helfen konnte. Deshalb gingen er und sein Vater

zu einem entfernten Dorf, um das Nötigste zu

besorgen. Als sie zurückkehrten, sahen sie

etwas, das Ruele Howe in all den Jahren danach

nicht vergessen konnte. Neben den verkohlten

Überresten ihres Hauses hatte seine Mutter ein

Mittagessen auf einem Baumstamm zubereitet.

Sie hatte eine mit Wildblumen gefüllte Blechdose

auf den Baumstamm gestellt, wie ein Symbol der

Hoffnung inmitten der Tragödie.

Das ist gelebter, christlicher Glaube in

der Praxis. Sie versuchte nicht, die

Brandkatastrophe mit einer schönen

Blumendeko zu übertünchen, und

doch setzte sie inmitten dieser

düsteren Szene ein Symbol der

Hoffnung.

Martha hatte nicht die Hoffnung, dass

der Tod ihres Bruders rückgängig

gemacht werden kann, aber sie hatte

gehofft, dass Jesus ihr in ihrer Trauer

begegnet.

DIE HOFFNUNG VERDECKT NICHT

DAS GESCHEHENE, SONDERN SIE

VERSPRICHT DAS BESSERE. Das

Haus war weg, war verbrannt, aber es

bestand die Hoffnung, dass es wiederaufgebaut

werden kann.

Das war Martha. Sie hatte die Hoffnung, dass

etwas passieren würde, wenn Jesus kommt. Sie

sagt: »Herr, wenn du da gewesen wärst, würde

mein Bruder noch leben!« Martha hatte

Hoffnung. Sie wusste nicht, was Jesus plante,

aber sie hatte Hoffnung, dass etwas passieren

würde. Dann gibt Jesus einen Blick darauf, was

geschieht, wenn der Text sagt: Jesus sagte zu

ihr: »Dein Bruder wird auferstehen.« Martha

sagte zu ihm: „Ich weiß, dass er am letzten Tag

in der Auferstehung wieder auferstehen wird.“

Jesus sagte zu ihr: "Ich bin die Auferstehung und

das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben,

ob er gleich stürbe; und wer da lebt und glaubt

an mich, der wird nimmermehr sterben. Glaubst

du das?"Sie sagte zu ihm: "Ja, Herr, ich glaube,

dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der

in die Welt kommt."

Jesus verwandelt Marthas Hoffnung in Aktion.

Jesus gibt Martha einen Blick auf das, was

geschehen wird, wenn er sagt: Jesus sagte zu

ihr: "Ich bin die Auferstehung und das Leben.

Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich

stürbe; und wer da lebt und glaubt an mich, der

wird nimmermehr sterben.“

Martha denkt an das Ende der Zeit über die

Auferstehung nach, aber Jesus spricht jetzt und

hier und für alle, die an ihn glauben, über die

Auferstehung.

Wir verwenden diesen Text bei Begräbnissen,

da er uns die Hoffnung auf die Auferstehung des

16


„Fleisches“ gibt. Das ist die Botschaft von

Ostern. Jesus gibt uns einen Einblick in das, was

mit all denen geschehen wird, die glauben, dass

ER die Auferstehung und das Leben ist.

Jesus fragt dann, wo sie die Leiche hingelegt

haben. Beachte, dass Martha doch nicht ganz

glaubte. Ihr Einwand: Spricht zu ihm Marta, die

Schwester des Verstorbenen: Herr, er stinkt

schon; denn er liegt seit vier Tagen.

Aber Jesus bittet darum, den Stein zu entfernen,

und dann ruft er nach Lazarus, wie es in der

Nebenstelle heißt: "Er rief mit lauter Stimme:

"Lazarus, komm heraus."

Und zur Überraschung der vielen, die sich

versammelt hatten, kam Lazarus aus dem Grab.

Sie entfernten die Grabkleidung um ihn herum

und dann heißt es im Text, dass viele an Jesus

glaubten. Diese Geschichte ist ein Blick auf das

was, nur wenige Wochen danach, Ostern

kommen sollte. Dies ist der Auftakt zur

Ostergeschichte, eine Vorahnung auf das, was

Auferstehung bedeutet. Denn die Geschichte

von Lazarus ist eine Geschichte der Hoffnung,

eine Geschichte der Auferstehung, eine

Geschichte davon, wer Jesus wirklich ist, der

Sohn unseres lebendigen Gottes.

Die einfachste Bedeutung von Ostern ist, dass

wir in einer Welt leben, in der Gott das letzte

Wort hat. In der Freitagnacht schien es, als wäre

das Böse der Meister des Lebens. Der Heiligste

und Liebenswerteste, der je gelebt hatte, war tot,

gekreuzigt durch den Befehl eines Tyrannen,

ohne Skrupel oder Reue. Der Mann, der die

größten Hoffnungen unter den Menschen

geweckt hatte, war auf die beschämendste

Weise gestorben: ein Kreuz, ein paar Nägel, ein

jämmerlicher Haufen von Verbrechern links und

rechts und ein schneller Stoß von einem Speer

hatte alles beendet. Diese Stunden, in denen

seine Stimme verstummte und sein Körper

erstarrte, waren die schwärzesten Stunden,

durch die die Menschheit je gegangen ist, die

absolute Gottesferne. Wäre es Caesar

gelungen, Jesus ein Ende zu setzen, würde kein

Mensch es je wagen, erneut zu glauben oder zu

hoffen. In einer solchen Welt wäre das Wort

Hoffnung nichts besseres, als ein schlechter

Witz.

Dann kam der Ostermorgen und die herrlichen

Worte: "Er ist auferstanden!" Der Triumph der

der Schande war zu Ende. SEIT DIESER

STUNDE, ALS MARIA AM LEEREN GRAB

JESU ALS ZEUGIN DES SIEGES DIE

AUFERSTEHUNG ZUM ERSTEN MAL

ERLEBTE, HAT KEIN MENSCH, DESSEN

HERZ UND GLAUBE AUFRICHTIG WAR,

GRUND ZUR ANGST ODER VERZWEIFLUNG,

WENN ER / SIE AN DEN AUFERSTANDENEN

GLAUBT."

Und zu uns, zu dir und zu mir. Wenn wir mit

Entmutigung, Verzweiflung, Schmerzen und

Leid leben, sagt Jesus zu uns: Sei still und wisse,

dass ich Gott bin, wie Gott dem Psalmisten vor

langer Zeit in Psalm 46 sagte: "Gott ist uns

Zuflucht und Stärke, als Beistand in Nöten

reichlich gefunden. Darum fürchten wir uns nicht,

wenn auch die Erde erbebt und die Berge mitten

ins Meer wanken. Mögen seine Wasser tosen

und schäumen, die Berge erbeben durch sein

Aufbäumen!"

Diese Geschichte von Lazarus ist eine

Geschichte der Hoffnung, eine Geschichte der

Auferstehung, eine Geschichte, die aus

Verzweiflung befreit und Hoffnung für diejenigen

gibt, die an Jesus Christus als Herrn und Erlöser

ihres Lebens glauben.

Wir alle durchleben Entmutigungen. Wir sind

aufgerufen, uns in diesen Zeiten an Jesus zu

wenden. Er wird auf seine Weise handeln. Wir

glauben, dass ER in unsere Situation eingreift.

Der Theologe Jürgen Moltmann bringt die große

Spanne von Karfreitag bis Ostern in einem

einzigen Satz zum Ausdruck. Dieser Satz ist

eine Zusammenfassung der Geschichte, der

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der

Menschheit: GOTT WEINT MIT UNS, DAMIT

WIR EINES TAGES MIT IHM LACHEN

KÖNNEN.

Gott weint mit uns, während wir all den Dingen

gegenüberstehen, die uns von der Liebe Gottes

in der Welt trennen. Aber wir haben die

Hoffnung, dass wir am Ende unserer Zeit in der

Auferstehung ruhen und mit Gott und Jesus über

alles lachen werden, was uns während unserer

Reise auf dieser Erde passierte.

Diese Geschichte von Lazarus zeigt uns, wie

wichtig es ist, bereit zu sein. Hast du jemals

daran gedacht, was die Jünger am Samstag

nach dem Karfreitag und vor dem Ostersonntag

getan haben? Was haben Sie gemacht? Was

wissen wir? Was hat das Ende der Geschichte

mit Samstag zu tun?

Max Lucado sagt dies über den Samstag:

Johannes wusste an diesem Freitag nicht, was

du und ich jetzt wissen. Er wusste nicht, dass die

Tragödie am Freitag der Triumph des Sonntags

sein würde. Johannes wird erst später

verstehen, was er aus den Schriften noch nicht

17


verstanden hat, dass Jesus von den Toten

auferstehen muss. (Johannes 20: 9).

Deshalb ist das, was er am Samstag getan hat,

so wichtig.

Wir wissen nichts über diesen Samstag. Wir

Hoffnung Israels. Für Johannes war er all das

und mehr. Für Johannes war Jesus ein Freund.

Du verlässt keinen Freund - auch nicht, wenn

dieser Freund tot ist. Johannes blieb in der Nähe

Jesu.

können nichts darüber lesen. Wir wissen nur das

eine: Als der Sonntag kam, war Johannes immer

noch anwesend. Als Maria Magdalena ihn

suchte, fand sie ihn.

Jesus war tot Der Körper des Meisters war

leblos. Johannes‘ Freund und seine Zukunft

wurden begraben. Aber Johannes war

geblieben. Warum? Wartete er auf die

Auferstehung? Fakten, die Johannes wusste,

waren Lippen für immer schwiegen und Hände,

die für immer ruhten. Er erwartete keine

Überraschung am Sonntag. Warum ist Johannes

dann geblieben?

Vielleicht aus ganz praktischen Gründen;

Vielleicht kümmerte er sich um Maria, die Mutter

Jesu. Unter dem Kreuz hatte er von Jesus den

Auftrag bekommen. Vielleicht wußte er einfach

nicht, wohin er gehen kann. Könnte auch sein,

dass er kein Geld, keine Kraft und Energie hatte

... Vielleicht war das Gesamtpaket der Grund.

Aber könnte es nicht sein, dass er blieb, weil er

Jesus liebte.

Für viele war Jesus ein Wunderheiler. Für

andere wieder war Jesus ein Lehrer oder die

• Hat er die Botschaft Jesu verstanden?

Nein!

• War er froh, dass Jesus tat, was er tat?

Nein!

• Aber hat er Jesus verlassen? Nein!

Was ist mit uns? Wenn wir uns in Johannes‘

Situation befinden, was machen wir dann? Wie

reagieren Sie am Samstag in unserem Leben?

Wenn wir uns irgendwo zwischen der gestrigen

Tragödie und dem Triumph von morgen

befinden, was tun wir dann? Verlassen wir Gott -

oder bleiben wir in seiner Nähe?

Johannes entschied sich zum Bleiben. Und weil

er am Samstag blieb, war er am Sonntag da, als

das Wunder geschah.

"ICH BIN DIE AUFERSTEHUNG UND DAS

LEBEN", UNSERE HOFFNUNG AUF EIN

NEUES, EWIGES LEBEN IST UNS DURCH

JESU AUFERSTEHUNG GESICHERT. AMEN!

18


HOFFNUNG IN DER

HOFFNUNGS-

LOSIGKEIT

Dagmar Rohrbach über Jeremia 31,25.

Kennen Sie das? Sie stecken in einer völlig

aussichtslosen Situation. Da kommt jemand und

macht Ihnen Mut, gibt Ihnen eine Zusage Gottes.

Kann man dem trauen? Das ist eben die Frage:

Was hilft gegen absolute Finsternis und

Hoffnungslosigkeit? Ganz einfach, ein Licht.

Denn Licht in einem stockfinsteren Raum

vertreibt die Finsternis. Im wirklichen Leben

scheint das nicht so einfach zu sein. Aber gerade

das ist die spannende Herausforderung. In der

Bibel stoße ich immer wieder auf Zusagen in

dunklen Situationen. Ein Beispiel: Der syrische

Feldherr Rabaske belagert Jerusalem zur Zeit

des Königs Hiskia. Er rühmt sich, schon ganz

andere Städte erobert zu haben. Auch Hiskias

Gott könne diesem jetzt nicht helfen. Hiskia holt

sich Rat beim Propheten Jesaja und erhält

tatsächlich eine Zusage. Und tatsächlich schafft

Gott das Unmögliche. Der Belagerer zieht ab

und wird zu Hause getötet. Am Vertrauen zu Gott

festzuhalten hat sich gelohnt.

Im heutigen Wort zum Tag liegt etwas Ähnliches

vor. Der Prophet Jeremia musste dem Volk

Israel vorwiegend Unheil ankündigen. Wie sehr

litt er darunter! Zumal die Menschen seine

Warnungen nicht ernst nahmen. Da gibt ihm Gott

Worte des Trostes: Denn ich will die Müden

erquicken und die Verschmachtenden sättigen.

(Jer. 31,25). Jeremia weiß und muss es klar

sagen: Ihr habt den Bund mit Gott gebrochen.

Die Konsequenz werdet ihr tragen müssen. Aber

das ist nicht das Letzte. Die unbegreifliche

Barmherzigkeit Gottes wird die Müden erquicken

und die Verschmachtenden sättigen. Gott ist da

- auch in der Zeit der Not. Er ist das Licht in der

Finsternis. Werft euer Vertrauen nicht weg. Es ist

Gottes Wille, seine Menschen nicht fallen zu

lassen. Er ist barmherzig, auch wenn er ihnen

die Strafe nicht erlässt. Aber er erwartet das

Erkennen der Schuld. Er will, dass die Menschen

zu ihm umkehren.

Eigenartigerweise ist dieses Wort nicht nur eine

Willensbekundung. Es steht im Perfekt, der

vollendeten Gegenwart: Denn ich habe die

erschöpfte Seele reichlich getränkt und jede

schmachtende Seele gefüllt. D.h. obwohl die

Erfüllung erst in der Not eintreffen wird, ist sie in

der Zusage Gottes bereits geschehen. Mehr

Sicherheit gibt es nicht als diese

Willensbekundung Gottes. So können wir von

Jeremia und auch von Hiskia lernen. Beide

haben mitten in Bedrängnis und

Hoffnungslosigkeit den Blick auf Gottes Zusage

gerichtet. Gegen jede Verunsicherung, jeden

Zweifel haben sie das Vertrauen auf Gott

gesetzt. Wie schwer ist es für uns, unsere

Aufmerksamkeit weg von den Sorgen und Nöten

auf Jesus, den Anfänger und Vollender des

Glaubens, zu richten. Aber das allein hilft.

Nehmen Sie jede auch noch so kleine

Gelegenheit wahr, sich in diesem Vertrauen zu

üben. Lassen Sie so die Glaubenswurzeln tiefer

in den Boden wachsen. Wenn dann größere

Schwierigkeiten kommen, werden Sie

vorbereitet sein. Freuen Sie sich an diesen

Herausforderungen. Sie werden Ihren Glauben

stärken!

Glaube – Wenn aus

Hoffnung Gewißheit

wird

Von Nane Jürgensen Internet Evangelisation

Das dürfen wir uns gerne bewußt machen, damit

wir uns vom Neugeborenen (die wir seit der

Annahme von Jesus als unserem Retter sind)

mehr und mehr entwickeln. Ein Neugeborenes

kann sich noch nicht mal von sich aus auf die

Seite legen. Es braucht Hilfe.

Ein Neugeborenes braucht tägliche Nahrung,

damit es sich entwickelt. Wir sind zwar mit

unserem Körper weit entwickelt (ja, wenn

manche von uns morgens in den Spiegel

schauen, wäre es ihnen lieber, wenn ihr Körper

nicht sooo weit entwickelt wäre, will sagen:

Unser irdisch-weltlicher Körper baut ab; er ist auf

dem Weg ins Grab. Schöner Mist… aber: Das

Ziel unseres Körpers ist das Grab. Aber machen

Sie sich mal keine Sorgen. Sie als Jesus-

19


Gläubiger werden dereinst einen

wunderschönen, für Ihr Leben in der Ewigkeit

tauglichen neuen Körper erhalten).

Auch mit unserer Seele (Bewußtsein, Gefühle,

Erinnerungen) sind wir weit entwickelt. Meist

nicht sooo ausschließlich zum Guten. Wir alle

haben unsere Schrammen und Wunden.

Schleppen ungute Erinnerungen mit uns rum.

Sind von Sorgen, Zweifeln und Ängsten geplagt.

Körper. Seele. Ihr Geist ist

das, wo die wirkliche

Musik spielt

Neugeboren sind wir als Jesus-Gläubige nicht

mit unserem Körper, nicht mit unserer Seele,

sondern „nur“ mit unserem Geist. Unser Geist ist

nach Gottes Ebenbild erschaffen (Genesis 1:26

Genesis 2:7). Stellen Sie sich Geist nicht als

Schloßgepenst oder Opa Proselmann mit einem

Bettlaken über den Kopf, wenn er seine

Enkelkinder erschrecken will, vor.

Unser Geist muß Körper

und Seele dominieren.

Nicht umgekehrt

Unser Problem: Wir lassen uns von Körper und

Seele dominieren. Das ist schlecht, denn auf

Körper und Seele haben Teufel und Dämonen

noch Einfluß, indem sie uns falsche Gedanken

andrehen, die wir leider viel zu oft aufgreifen und

weiterdenken.

Unser Ziel: Wir werden unser wahres Ich,

unseren Geist, Körper und Seele dominieren

lassen.

Das bestimmende

Grundgesetz in unserem

Geist und in Gottes

Königreich ist der Glaube

In unserem Geist herrscht als alles

bestimmendes Grundgesetz der Glaube.

Beispiel: Unser Körper jammert Oh, ich werde

alt. Wahrscheinlich kriege ich Alzheimer. Wir

setzen aus unserem Geist den Glauben

entgegen und sagen: Nix da Körper. Ich werde

nicht müde. Gott gibt mir jeden Tag neue frische

Kraft. Warum sagen wir das? Weil wir diese

Zusage von Gott glauben: “Er verleiht dem

Ermatteten Kraft und gewährt dem

Ohnmächtigen Stärke in Fülle. Mögen

Jünglinge müde und matt werden und junge

Männer strauchelnd zusammenbrechen – die

auf den HERRN harren, gewinnen neue Kraft,

daß ihnen neue Schwingen (oder:

Schwungfedern) wachsen wie den Adlern,

daß sie laufen und nicht müde werden, daß

sie wandern und nicht ermatten.” (Jesaja

Kapitel 40, Verse 29-31; Menge Bibel, 1939)

Machen Sie sich die

Grundlagen klar

So wie hier auf der Erde die Schwerkraft das

alles bestimmende Grundgesetz ist, so ist in

Gottes Königreich (dessen Bürger Sie als Jesus-

Gläubiger geworden sind) der Glaube das alles

bestimmende Grundgesetz. Jesus weist so oft

darauf hin: „Nach eurem Glauben geschehe

euch!“(Jesus in Matthäus 9:29) Stärken Sie in

Ihrem Geist den Glauben. Wie wächst der

Glaube? Indem Sie entsprechende Nahrung zu

sich nehmen, nämlich Gottes Wort. Bibel lesen

ist enorm stärkend. Der Glaube kommt vom

Hören / Lesen von Gottes Wort (Römer 10:17).

Besuchen Sie WebSites wie KTNJ, bei denen

Jesus und Gottes Wort unverrückbar im Zentrum

stehen.

• Ich lese immer in der Bibel, aber ich

merke ja überhaupt nix

• Ich würde gerne in der Bibel lesen, aber

ich habe überhaupt keine Lust dazu

• Ich habe Lust und Zeit, in der Bibel zu

lesen, aber ich habe keine Ahnung, was

ich lesen soll.

Glaube hat nichts mit

Hoffnung zu tun

20


Wir sollten ganz genau nachdenken. Kommen

Sie davon weg, daß Sie hoffen, daß Gott Ihre

Gebete erhört. Hoffen kann man viel. Sie können

hoffen, daß die Gurkentruppe Ihres

Lieblingsfußballvereins im nächsten Champions

- League Finale mitkickt. Aber Glaube ist etwas

ganz anderes als hoffen.

Was ist denn Glaube?

Unser Glaube ist das alles beherrschende

Grundgesetz in unserem Leben als Jesus-

Schäfchen. „Es ist aber der Glaube ein

zuversichtliches Vertrauen auf das, was man

hofft, ein festes Überzeugtsein von Dingen

(oder: Tatsachen), die man (mit Augen) nicht

sieht.“ (Hebräer Kapitel 11, Vers 1; Menge

Bibel, 1939)

Lesen Sie obige Bibelstelle noch einmal. Der

Glaube ist ein zuversichtliches

Vertrauen darauf, daß sich das erfüllt, was wir

glauben. Der Glaube ist ein festes

Überzeugtsein. – Zuversicht, Überzeugtsein…

das ist etwas völlig anderes als nur hoffen. Wir

Jesus-Gläubigen hoffen nicht irgendwie positiv

denkend, daß vielleicht ja eventuell unsere

Wünsche von Gott erfüllt werden. Nein, wir

Jesus-Gläubigen wissen, daß Gott in unserem

Leben seine Zusagen an uns erfüllt.

Immer sofort?

Besser. Nämlich nach seinem perfekten

Zeitplan.

„Verlangt, gleichsam als neugeborene

Kinder, nach der unverfälschten, geistigen

Milch, damit ihr durch sie heranwachst und

das Heil erlangt.“ (1. Petrus 2:2)

Die geistige Milch, das ist Gottes Wort. Achten

sie darauf, daß Sie sie unverfälscht, nicht

verwässert, nicht verdreht zu sich nehmen.

Hüten Sie sich vor Kirchen“Christen“, die Jesus

und das, was er für uns getan hat, kleinreden,

indem sie Neuen Wein (Gnade; Neuer Bund) in

Alte Schläuche (Gebote; Alter Bund) füllen.

Ohne Bibel geht es nicht

Wie wollen Sie wissen, was Gott uns zusagt? Ich

weiß nicht, wie es bei Ihnen ist. Aber bei mir

kommt Gott nicht jeden Samstag-Nachmittag

kurz vor der Sportschau ins Wohnzimmer, um

mir – während ein Engel-Posaunen-Chor trötend

die Wände wackeln läßt – mitzuteilen, was er mir

zusagt. Er hat all das in ein Buch schreiben

lassen. Und wir können, wir sollen, wir müssen

nachlesen, wie Gott ist, was er will, wie er uns

hilft.

Das Nervige dabei: Wir müssen es lesen.

Das Schöne dabei: Wir haben es Schwarz-auf-

Weiß. Kein Teufel, kein Dämon kann uns Gottes

herrliche Zusagen an uns ausreden. Wir können,

wir sollen, wir müssen es immer wieder

nachlesen, was für einen Segen Gott denen

bereithält, die ihn ernst nehmen. „Ich will den

erretten, der mich liebt. Ich will den

beschützen, der auf meinen Namen vertraut.

Wenn er zu mir ruft, will ich antworten. Ich

will ihm in der Not beistehen und ihn retten

und zu Ehren bringen. Ich will ihm ein langes

Leben schenken und ihn meine Hilfe erfahren

lassen.“ (Gott in Psalm 91, Verse 14-16; Neues

Leben Bibelübersetzung)

Stärken Sie Ihren Glauben. Lassen Sie sich

weder vom Irdisch-Weltlichen noch von Teufel

und Dämonen Zweifel an der wohlwollenden

Herrlichkeit Ihres himmlischen Vaters einreden.

Glauben Sie, was Gott alles Tolle für Sie tun

will: „Nur bitte er im Glauben (oder: mit

Zuversicht), ohne irgendeinen Zweifel zu

hegen; denn wer da zweifelt, der gleicht einer

vom Wind getriebenen und hin und her

geworfenen Meereswoge.“ (Jakobus 1:6;

Menge Bibel, 1939)

21


MISSBRAUCH UND

KONTROLLE

Aus einem Leben der Gewalt in Gottes liebende

Arme

Von klein auf hört Stacie Taylor, dass sie

wertlos und dumm ist und es zu nichts

bringen wird. Dieselben Worte hört sie von

ihrem Mann. Als sie von einer Trennung

spricht, zückt ihr Mann eine Pistole. Die

einzigen Worte, die sie stammeln kann, sind

«Jesus, Jesus».

Doch die Situation zu Hause ändert sich einfach

nicht… und sie dreht dem Glauben den Rücken

zu. Als sie einen Mann kennenlernt, sieht sie in

ihm den Ausweg aus ihrem bisherigen Leben.

«Ich suchte verzweifelt nach Liebe und war zu

allem bereit, wenn mich nur jemand liebte. Ich

wusste, dass er nicht der Richtige für mich war.

Ich spürte sogar, dass auch Gott mir das sagte,

aber ich wollte meinen eigenen Weg wählen und

hatte es satt, darauf zu warten, was Gott für mich

geplant hatte.»

Sie heiratet, bekommt Kinder, doch schon bald

beginnt ihr Mann, Drogen und Alkohol zu

konsumieren. Aus Zuneigung wird Kontrolle –

und Stacie denkt, dass es ihre Schuld ist.

«Ich hatte diesen Weg gewählt und es war

das, was ich verdiente. Ich lebte praktisch

von Neuem, was ich als Kind mit meiner

Mutter erlebt hatte. Eigentlich wollte ich

meine Krankenschwester-Ausbildung

wiederaufnehmen und studieren, aber er

sagte mir jeweils, dass ich nicht klug genug

sei und es eh nicht schaffen würde. Es war

eine sehr einsame Zeit…»

«Ich sehe dich!»

Schon Stacie Taylors Kindheit war von Gewalt

geprägt. Ihre Mutter beleidigte und beschimpfte

sie häufig, während ihr Vater als

Lastwagenfahrer selten zu Hause war. «Ich

fühlte mich immer von meiner Mutter ungeliebt

und ungewollt. Sie gab mir das Gefühl, dass ich

es nie zu etwas bringen und mein Leben eh

vermasseln würde. Wenn man das die ganze

Kindheit über hört, beginnt man, es selbst zu

glauben.»

Stacie ist unsicher und einsam – doch irgendwie

spürt sie, dass Gott sie beschützt und lädt Jesus

sogar als kleines Mädchen in ihr Leben ein. «Ich

erinnere mich, wie ich am Abend im Bett sass

und meine Bibel öffnete und die rot markierten

Zeilen [die Worte von Jesus] las. Ich spürte

Gottes Gegenwart. Ich sass da und weinte vor

Freude über diese Liebe, die dieser Gott für mich

empfand und die ich auf der Erde nie erhalten

hatte.»

Auf eigenen Wegen

Stacie sehnt sich nach dem Frieden, den

sie erlebte, als sie als Kind die Bibel las.

Sie beginnt, christliche Radiosendungen zu

hören – und eine Sendung trifft sie tief in ihrem

Herzen: «[Die Moderatorin] sagte: 'Fühlst du

dich einsam? Hast du das Gefühl, dass du alles

tust, was irgend möglich ist, und dass dich

trotzdem keiner wahrnimmt?' Und dann sagte

sie: 'Ich will dich ermutigen, einfach

weiterzumachen, denn Gott sieht dich.' In dem

Moment schloss ich meine Augen und fragte

Gott: 'Siehst du mich?' Plötzlich spürte ich eine

Hand an meinem Bein – es war mein Sohn. Er

schaute mit einem breiten Lächeln zu mir herauf

und seine Augen sahen so anders aus… Es war,

als wären wir in diesem Moment wie eingefroren.

Ich fühlte, wie mich ein tiefer Friede überkam.

Und während ich meinen Sohn anschaute,

merkte ich, dass mich Gott durch die Augen

meines Kindes anschaut und sagt: 'Ich sehe

dich!' Ich dachte, dass er mich vergessen hatte.

Jahrelang hatte ich danach gesucht – und

endlich spürte ich, dass er da war!»

22


An dem Tag gab Stacie Jesus ein zweites Mal

ihr Leben. «Als ich endlich zu ihm zurückkehrte,

hiess er mich mit offenen Armen willkommen. Es

war einfach ein Hingeben – ich überliess ihm die

Kontrolle und vertraute und gehorchte ihm.»

Bedroht

Doch der Missbrauch und die Kontrolle in ihrer

Ehe hören nicht auf. Als sie endlich den Mut fasst

und ihrem Mann mit einer Trennung droht, wird

ihr Mann gewalttätig. «Er fasste mir von hinten

um den Hals, würgte mich und hob mich dabei in

die Höhe. Alles, was ich sagen konnte, war:

'Jesus, Jesus!' Diese Worte brachten mir

Frieden! Und ich wusste in dem Moment, dass

Gott die Kontrolle hatte, egal, was geschehen

würde.»

Ihr Mann sagt ihr, dass sie sich von ihren Kindern

verabschieden soll – das Leben sei jetzt für sie

zu Ende. Dann holt er aus dem Schrank eine

Pistole, verbarrikadiert die Tür und bedroht

Stacie und die Kinder stundenlang damit.

Irgendwann kommen Kollegen von Stacie, um

zu gucken, was los ist. Als deren Ehemann sie

nicht ins Haus lässt, wissen sie, dass etwas nicht

stimmt und rufen die Polizei. Noch bevor diese

kommt, verlässt Stacies Mann das Haus und die

junge Mutter kann mit ihren Kindern fliehen.

Schwerer Neubeginn

Sie zieht in die Nähe ihrer Schwester, um dort

ganz neu anzufangen. Doch dieser Neuanfang

ist schwer, denn ihr Mann macht seinem Ärger

Luft. «Er liess meinen Namen von unseren

gemeinsamen Konten löschen, ich hatte kein

Geld zur Verfügung. Aber in dieser Zeit, in der

ich nichts hatte, merkte ich, dass Gott alles ist,

was ich brauche. Ich fühlte mich so frei. Und ich

hatte endlich die Freiheit, Gott zu dienen, ohne

dass mich irgendetwas oder irgendjemand daran

hindert.»

Beim Neubeginn steht Gott ihr in jedem Schritt

zur Seite. Nach einiger Zeit heiratet sie erneut.

Heute sind die Wunden ihrer Vergangenheit

geheilt, weil sie ihre Identität als Kind Gottes

gefunden hat. «Ich weiss, wer ich in Jesus bin.

Ich bin wunderbar gemacht, ich bin ein Kind des

Königs und ich weiss, dass er mich liebt und

mich nie verlassen wird. Es gibt nichts in dieser

Welt, das ich tun könnte, wodurch er mich

weniger lieben würde.»

Autor: Robert Hull / Rebekka Schmidt

RAPPER «FLAME»

«ES IST ZEIT, ALLES FÜR JESUS

ZU GEBEN»

«Verrückt für Jesus», so beschreibt Rapper

«Flame» seine jüngeren Jahre. Zu stoppen ist

der Hip-Hopper nicht. Nach einer Schiesserei

von Rapper «Thi'sl» besuchte ihn «Flame»

und rappte Römer 7 vor. Das führte zu einer

überraschenden Wende.

«Flame» selbst fand nach einer schwierigen Zeit

zu Jesus. Er überlebte zuerst einen tragischen

Verkehrsunfall und zwei Wochen später starb

seine Grossmutter – die «Matriarchin» der

Familie – an einem Herzanfall. Harte Zeiten und

Weckrufe im Leben könnten zu einem

Durchbruch führen, so «Flame». «Gott rettet

Leute. Dies tut er durch Menschen, die einfach

da sind und in Liebe Antworten geben.»

Er wuchs auf in einer Stadt, die jahrelang in sich

geteilt war. Als der dunkelhäutige Teenager

Michael Brown von einem weissen Polizisten

erschossen wurde, entbrannten sofort Unruhen.

«Satan hat einen guten Job getan, indem er uns

Menschen auf unterschiedliche Weise getrennt

hat – und Rassismus gehört dazu. Wir leben in

einer gefallenen Welt mit Rassismus, Korruption

und Hass auf beiden Seiten. Und wenn Gott

nicht in uns arbeitet, wird immer Chaos

existieren.»

HOFFNUNG

Während den Ausschreitungen nach dem Mord

an Michael Brown gingen «Flame» und seine

23


Frau Crystal nach Ferguson. Sie sahen ein

Einsatzteam der «Billy Graham Gesellschaft»

und halfen mit, den Menschen die Hoffnung in

Christus weiterzugeben. «Wir trafen jemanden,

der verletzt, frustriert und verwirrt war. Wir

konnten ihm vom christlichen Glauben erzählen.

Noch heute sind wir in Kontakt.»

«Flame» und seine Frau führen inzwischen ein

Musik-Label namens «Clear Sight Music».

Neben seiner Musik publizierte er kürzlich ein

Buch mit dem Titel «All In» («Mit allem drin»). Er

ermutigt, die Geschichte von Gott zu verbreiten.

Dabei gehe es nicht um endlose Diskussionen,

welche eher verwirren würden. «Es geht darum,

ihren Weg zu beeinflussen; nicht einfach

Informationen geben, sondern dass die

Menschen da berührt werden, wo sie leben. Die

Personen sind verletzt und sie suchen nach

Antworten. Und wir haben diese Antworten. Die

Bibel ist immer relevant, wir müssen diese

Relevanz bloss zeigen.»

VOR DEN REKTOR ZITIERT

Im Alter von 16 Jahren entschied sich «Flame»

für ein Leben mit Christus; möglich, dass er

damals etwas über das Ziel hinausgeschossen

habe. Er trug eine grosse Jesus-Kette und stellte

sich auf die Pulte, um über Himmel und Hölle zu

predigen, was dazu führte, dass er in das Büro

des Schulrektors zitiert wurde. Seine

Leidenschaft konnte aber von niemandem

gestoppt werden.

«Menschen mit kriminellen Karrieren kommen

mit mir in die Kirche», sagt «Flame», der

bürgerlich Marcus Gray heisst und aus St. Louis

stammt. Manchmal würden 15 neue Leute das

Evangelium hören. «Wir spielen zusammen

Basketball und ich sage dann: 'Lasst uns doch

diese Predigt hören!'»

RÖMER 7 NACH

SCHIESSEREI

GERAPPT

Sein Herz schlägt für den Einsatz auf der Strasse

und führte zu einer seiner engsten

Freundschaften, jener mit Hip-Hoper «Thi'sl».

«Thi'sl» beherrschte den ganzen Westen von St.

Louis. Nach einer Schiesserei, in die «Thi'sl»

involviert war, besuchte ihn «Flame», um mit ihm

und seinen Leuten zu beten und Bibeln zu

verteilen.

«Ich rappte ihm Römer 7 vor. Er war erstaunt

und antwortete: 'Mann, du tust ja das gleiche wie

ich, nur ohne zu fluchen!'» Das war die einzige

gemeinsame Basis. «Ich durfte erleben, wie der

Herr ihn rettete, heute verbreiten wir das

Evangelium gemeinsam.»

«WIR SIND SEHR

ÄHNLICH»

Bei all den Unterschieden, die heute existieren,

sei es leicht, das Gemeinsame zu übersehen.

«Doch wir sind alle sehr ähnlich», beobachtet

«Flame». «Eine Kultur mag das Brot 'Chapati'

oder 'Naan' nennen und eine andere spricht von

'Tortilla'. Doch es ist einfach flaches Brot, das wir

alle mögen und das gut schmeckt, wenn wir es

etwas rösten.»

Wenn es um den Glauben gehe, sei das

manchmal herausfordernd. «Wir leben in einer

Zeit, wo es nicht cool ist, Christ zu sein. Es ist

komisch, es ist eigenartig und es ist nicht immer

bequem. Doch wir dürfen nicht vergessen, dass

sich derzeit Menschen vom traditionellen,

christlichen Hintergrund entfernen. Das ist die

grosse Zeit für die Gemeinden, um sich zu

engagieren.» Manchmal müssten die Menschen

zunächst verloren gehen, damit sie gefunden

werden können.

Autor: Daniel Gerber

NACHDEM IHRE

MUTTER ERMORDET

WURDE

«Ich habe mich entschieden, Gott zu vertrauen»

Erst verschwindet ihre Mutter, dann stellt sich

raus, dass sie ermordet wurde. Völlig zerrissen

versucht Jeny Rempening aus München,

irgendwie weiterzuleben. Dann hat sie einen

Traum, in dem Gott zu ihr spricht...

Ich bin in Mexiko aufgewachsen. Wir waren eine

lustige und glückliche Familie. Bis zu dem Tag

im Dezember 2012. Meine Mutter, meine Tante

und zwei Cousinen waren auf dem Weg zu einer

24


Beerdigung in einem anderen Ort. Doch sie

kamen nie an. Tagelang suchten wir nach ihnen

und vertrauten Gott zu hundert Prozent, dass er

sie zu uns zurück bringt.

Irgendwann kam der Anruf, dass die vier

gefunden wurden. Tot. Ermordet. Es war

unfassbar. Als würde einem der Boden unter den

Füssen weggezogen werden. Zu dem Schock

kam die Angst um das eigene Leben. Wir fühlten

uns von der willkürlichen Kriminalität in Mexiko

bedroht. Mein Bruder studierte zu der Zeit in

Deutschland und so beschlossen mein Vater

und ich, dort einen Neuanfang zu wagen.

Völlig zerrissen

Es war sehr schwer für mich in Deutschland.

Alles, was ich kannte, was mir wichtig war und

was ich konnte, war in Deutschland auf einmal

weg. Ich fand keine Arbeit und hatte keine

Freunde. Dazu kam, dass nun die Trauer um

meine Mutter wie eine Flutwelle über mich

hereinbrach. Anfangs war ich so stark gewesen,

aber jetzt war einfach alles zu viel. Warum meine

Mutter? Warum hatten wir keine zweite Chance

miteinander?

sich so an, als hätte selbst Gott mich verlassen.

Ich war mit meinem Schmerz ganz allein und am

Tiefpunkt angekommen. In dieser Zeit hörte ich

immer wieder die Gedanken in mir: «Du bist

allein. Du bleibst für immer allein.»

Gott hat andere

Gedanken für mich

Eines nachts hatte ich einen Traum, in dem Gott

zu mir sprach. Im Traum stand ich mit Gott vor

einem hohen Berg und er sagte zu mir: «Das ist

dein Ziel. Der Weg zu deinem Ziel ist ein

Prozess. Er ist nicht leicht und du wirst dich oft

einsam fühlen. Doch ganz

gleich, wie du dich fühlst oder

wie die Umstände aussehen:

Ich werde immer da sein. Und

zusammen kriegen wir das

hin.» Als ich aufwachte wusste

ich, dass ich Gott auf meinem

Weg vertrauen kann und dass

ich niemals alleine bin. Das hat

mir Hoffnung geschenkt und

neuen Mut, um

weiterzukämpfen.

Durch das Reden Gottes habe

ich mich innerlich verändert.

Denn ich habe gelernt, mich

nicht durch meine Umstände

bestimmen zu lassen. In meinem Leben ist

immer noch nicht alles gut und vieles ist anders,

als ich mir das vorgestellt habe. Aber zusammen

mit Gott kann ich es schaffen, meinen Weg zu

gehen. Ich habe mich entschieden auch in

schwierigen Zeiten Gott zu vertrauen.

Autor: Miriam Hinrichs

Nach einigen Monaten teilte uns mein Vater mit,

dass er zurück nach Mexiko geht und dort wieder

heiraten wird. Für meinen Bruder und mich war

das wie ein Schlag ins Gesicht. Wir hatten nicht

einmal mitbekommen, dass er jemanden

kennengelernt hatte. Ich fühlte mich verlassen

und war so enttäuscht. Jetzt hatte ich also auch

noch meinen Vater verloren. Auch mein Bruder

kam mit seiner Trauer kaum zurecht. Es fühlte

25


ANNEHMEN UND

VERÄNDERT WERDEN

NEUE HOFFNUNG

Eine ganze Presseindustrie lebt davon, die

Zukunft düster zu zeichnen. Auflagenstarke

Magazine beschreiben die

Hoffnungslosigkeit in schillernden Farben.

Und die Menschen zahlen dafür. Die

Hoffnung selber hat kaum eine Presse. Gute

Nachrichten verkaufen sich sehr schlecht.

Und doch: Hoffnung ist gefragt, sonst

würden die Hoffnungsversprecher nicht

solche Konjunktur haben. Jede Form der

Fitness und auch Gesundheitsbewusstsein

ist gefragt. Das Leben verlängern und es

dadurch gesund erhalten, das ist der eine

Weg, um sich Hoffnung für morgen zu

verschaffen.

Der andere Weg ist, sich denen zuzuwenden,

die Hoffnung versprechen. Nichts Exotisches

wird ausgelassen, um sich Hoffnung zu

verschaffen. Die einen versuchen es mit

Astrologie, die anderen mit fernöstlicher

Meditation. Wer kritisch ist, wird feststellen:

Hoffnung gibt das nicht. Höchstens Beruhigung.

Und die hilft nicht in der Zukunft. Wir müssen

weiter fragen. Hoffnungsträger werden gesucht!

Hoffnung darf nicht ein theoretischer Begriff sein,

sie ist immer eine Person. Jesus Christus hat die

Hoffnung auf die Erde getragen. Einer

ausgestossenen Frau, die alle zum Tode

verurteilt hatten wegen Unmoral, eröffnet er

neue Lebensmöglichkeiten und sagt zu ihr: «Ich

verurteile dich nicht, sei frei.» Das gab Hoffnung.

Und diese Hoffnung sprach sich herum.

Viele suchten Jesus damals auf. Und heute ist

Jesus Christus als Hoffnungsträger genauso

anwesend. Er lebt und eröffnet jedem, der sich

im Gebet zu ihm wendet, neue Hoffnung in

kleinen und grossen Ausweglosigkeiten. Das

Beste: Wer Jesus als Hoffnungsträger erlebt hat,

der wird selber zum Hoffnungsträger. Denn

seine Erfahrung kann er nicht für sich behalten.

Er muss sie mit anderen teilen. Ich erlebe es

immer wieder, wie gerade Menschen, die sich

erst vor kurzem Christus zugewandt haben, eine

starke neue Ausstrahlung bekommen. Die

Verwandlung ist ihnen anzusehen. Nicht nur ihr

Herz, sondern auch Gedanken, Taten und

Ausstrahlung haben sich radikal geändert. Dann

fangen Menschen in ihrem Umfeld an zu fragen

«Was ist mit dir geschehen?», und sie erzählen

von der entdeckten Hoffnung in Person - von

Jesus Christus. Diese Menschen stecken

andere mit ihrer Lebensfreude an und so werden

Menschen interessiert an dieser guten,

lebendigen Botschaft. Es kommt ein Stein ins

Rollen und nimmt andere mit - mit auf einer

neuen Welle der Hoffnung.

Gibt es Hoffnung für unsere Welt? Oder warten

wir nur auf den Untergang? Um Hoffnung für

diese Welt zu haben, brauchen wir

Hoffnungszeichen. Ich sehe diese Zeichen darin,

dass heute besonders junge Menschen

anfangen, neu zu leben. Solche, die nie geglaubt

haben, fangen an zu beten. Solche, die nie auf

Gott geachtet haben, lesen die Bibel. Solche, die

nur für sich gelebt und gedacht haben, kümmern

sich um andere. Diese Hoffnungszeichen weisen

mich darauf hin, dass Hoffnung begründet ist.

Wenn Gott schon jetzt Neues schafft - und ich es

mit eigenen Augen sehen kann -, dann kann ich

ihm auch glauben, dass er einmal einen neuen

Himmel und eine neue Erde schaffen wird. Und

diese Hoffnung ist allen zugesagt. Wer sie

annimmt, wird verändert. Er wird selber zum

Hoffnungszeichen und Hoffnungsträger.

Autor: Dick Leuvenink

ANDREAS STRAUBHAAR

VOM

«HOFFNUNGSLOSEN

FALL» ZUM

HOFFNUNGSTRÄGER

Im Leben von Andreas Straubhaar, 34,

wüteten etliche Brände. Gefangen in

Drogensucht und Kriminalität schlitterte er

gar mehrmals am Tod vorbei. Nur einer

konnte die Flammen und Andreas’

unbändigen Durst nach wahrem Leben

löschen. Heute clean, verkauft der dreifache

Familienvater Feuerschutzgeräte – und

brennt für Jesus. Lesen Sie, wie Gott sein

Leben

veränderte.

26


Ich kam an Silvester 1976 in Thun zur Welt.

Schon als Kind war ich sehr aufmüpfig, wollte mir

von niemandem etwas sagen lassen. Am

wenigsten von meinen Lehrern. Der Schulstoff

interessierte mich nicht und auch die

Hausaufgaben waren mir schnuppe. So kam es,

dass ich nach zwei Jahren Sekundarschule

wieder in der Primarschule landete. Damals trat

meine rebellische Ader so richtig zum Vorschein.

Ich tat nur noch, was mir in den Kram passte.

Die Wende

Als «hoffnungsloser Fall» wird Andreas

Straubhaar aus der Jugendhaft-Ära

entlassen. Er ist absolut verzweifelt, als sich

sein Leben plötzlich um 180 Grad dreht.

Nach meinem 22. Geburtstag durfte ich aufgrund

des Alters und von Gesetzes wegen nicht mehr

verurteilt und inhaftiert werden. Auf meinem

Entlassungsschreiben prangte der Stempel

«hoffnungsloser Fall». Die Behörden gaben mir

höchstens zwei Jahre - dann sahen sie mich den

Drogentod

sterben.

Mit dreizehn rauchte ich zum ersten Mal

Haschisch. Meine Eltern reagierten mit

Hausarrest. So lebte ich meine Rebellion in der

Schule aus, verbrachte die Nächte auf

Drogenpartys in der Clique. Kiffen wurde zu

meinem Lebensstil. Bald kam LSD dazu und nur

ein Jahr später Heroin (Folienrauchen). Ich

geriet in einen grausamen Strudel von Gewalt

und wurde kriminell. Wegen Diebstählen und

Töffligeschichten machte ich mit vierzehn Jahren

erstmals Bekanntschaft mit der Polizei. Wenig

später flog ich von der Schule. Meine «Karriere»

in Jugendheimen, Therapieeinrichtungen,

Arbeitserziehungs-anstalten, bis hin zum

Jugendknast begann. Nirgends hielt ich es aus,

türmte sobald sich Gelegenheit bot und war

dennoch gefangen in meiner Drogensucht. Ich

sah keinen Sinn mehr in meinem Leben,

versuchte zweimal, allem ein Ende setzen. Doch

ich überlebte die Überdosen Rausch- und

Schlafmittel. Auch auf meinen rasanten Trips mit

geklauten Autos schlitterte ich mehrmals am Tod

vorbei. Vollgepumpt mit Drogen jeglicher Art fuhr

ich fast jede Karre schrottreif. Immer lauter

schrie mein Herz nach Liebe, Freiheit und

Frieden.

Ich fühlte mich elend und war in der Tat ohne

jede Hoffnung. Wenige Wochen später feierte

ich bei meinen Eltern meinen Geburtstag. Das

feine Geburtstagsmenü, das meine Mutter

jeweils auftischte, wollte ich mir auf keinen Fall

entgehen lassen. Meine Mutter gab mir ein

Kärtchen, mit dem ich mich in eine ruhige Ecke

verzog. Ich wusste, dass es etwas mit der Bibel

und mit Gott zu tun hatte, denn meine Eltern sind

sehr gläubig. Ich selber lehnte diese Dinge ab.

Doch meine Neugierde war geweckt. Auch

meiner Mutter zuliebe, wollte und konnte ich das

Kärtchen nicht einfach wegwerfen. Als ich es

dann gegen Mitternacht öffnete und den

Bibelvers las, wurde ich von einer

unbeschreiblichen Liebe erfasst. Da stand der

Vers aus Jesaja, Kapitel 43, Vers 5 «Fürchte

dich nicht, ich bin bei dir.» Mir war, als würden

diese Worte direkt in mein Herz geschrieben. Ich

lag auf dem Boden, weinte heftig und begann

innerlich zu zerbrechen. Ich bekannte Jesus

alles, was ich verbrochen hatte und erlebte

Vergebung noch während ich betete. Ich spürte

regelrecht, wie sich der Dreck von mir löste, wie

Frieden in mir einzog. Mein unbändiger Durst

nach Liebe und Annahme, den ich mein Leben

27


lang in Drogen, Sex und schnellen Autos

gesucht hatte, wurde endlich gestillt.

Veränderung und Wiedergutmachung

Nach seiner inneren «Totalrenovation»,

merkt Andreas Straubhaar, dass er nicht

weitermachen kann wie bisher und dass er

vielen Menschen Unrecht getan hat.

Jesus befreite mich auf mächtige Weise auch

von der Drogensucht. Meine Eltern ermutigten

mich, Gemeinschaft mit Christen zu suchen. Ich

erinnerte mich an einen Pfarrer, der mich

während eines Entzugs betreut hatte und suchte

in dieser Gemeinde Anschluss. Der Austausch

mit Christen tat mir sehr gut. Es gab einiges

geradezubiegen in meinem Leben. Meinem

damaligen Lehrmeister schickte ich ein

Päckchen mit Werkzeug, das ich während

meiner begonnenen Anlehre als Metallschlosser

hatte mitlaufen lassen. Dazu schrieb ich ihm

einen Brief und entschuldigte mich bei ihm. Er

war sehr überrascht, aber er freute sich. Noch

viele andere Menschen bat ich um Verzeihung

für alles Unrecht, das sie durch mich erleben

mussten. Begeistert erzählte ich Ihnen von

meinem neuen Leben mit Jesus. Ich zahlte

meine Schulden zurück und beendete meine

Ausbildung als Metallschlosser. Auch in Sachen

Beziehung erlebte ich Heilung. Meine

Freundschaften mit Frauen hatten nie lange

gehalten. Ich war schlichtweg

beziehungsunfähig. Heute bin ich glücklich

verheiratet und habe mit meiner Frau Cornelia

drei Kinder. Ich arbeite im Aussendienst einer

grossen Firma und bin für Service und Verkauf

von Feuerschutzgeräten verantwortlich. Zudem

bin ich oft als Referent unterwegs und erzähle

sehr gerne aus meinem Leben.

Leben an Gottes Quelle

Andreas Straubhaar möchte Gott immer besser

kennenlernen und im Glauben wachsen. In der

Bibel, durch das Gebet und die Gemeinschaft

mit anderen Christen findet er Antworten auf

viele Fragen.

Das Wichtigste ist, meine persönliche Beziehung

zu Jesus zu pflegen. Die Gemeinschaft mit

anderen Christen und die Predigten im

Gottesdienst stärken meinen Glauben. Immer

wieder zu hören, dass Gott mich bedingungslos

liebt und einen perfekten Plan für mein Leben

hat, das macht mich froh und gelassen. Ich rede

auch sehr gerne mit Gott, kann ihm alles sagen,

das mich beschäftigt. Ich danke ihm noch heute,

dass er alle Menschen in meinem Umfeld

bewahrt und sie gestärkt hat, nicht auf die

Umstände zu sehen, sondern weiter zu beten

und auf sein Eingreifen zu hoffen. Wie damals

bei meinen Eltern, als mich die Worte aus Jesaja

mitten ins Herz trafen, redet Gott noch immer

durch die Bibel zu mir. Wenn ich in seinem Wort

lese, schöpfe ich stets neue Kraft für den Alltag.

Offenbarung Kapitel 22, Vers 17 lädt alle

Menschen an diese Kraftquelle. Dort steht «Wer

durstig ist, der komme. Wer will, soll kommen

und umsonst vom Wasser des Lebens trinken.»

Ich habe es selbst erlebt: Jesus Christus in

meinem Herzen stillt allen Durst. Und dieses

wahre Lebenswasser ist eine Quelle, die bis in

die Ewigkeit reicht.

28


Liebe Schwestern, liebe Brüder,

Jeder von uns hat seine persönlichen Gebets-

Schwerpunkte und benötigt keine thematischen

Vorgaben oder Ratschläge für das Gebetsleben.

Und das ist auch gut und notwendig! Wir müssen

offen sein für das, was uns Gott auf unsere

Herzen legt. Es gibt über den persönlichen

Bereich hinaus Anliegen die uns, als geistliche

Leiter, auf dem Herzen liegen und die wir mit

euch teilen möchten. Vor den Thron Gottes zu

treten mit dem Wissen, das heute viele mitbeten,

ist Ermutigung und Stärkung zugleich.

Nachfolgend findet ihr die täglichen

Gebetsanliegen für Mai und Juni.

Herzlichem Dank für eure Gebetsünterstützung,

Heinz

EFGG – GEBETS -

KALENDER

MAI

1.5. Dankbarkeit für unsere Arbeitsstellen

2.5. Für die Arbeit unseres Gemeinderates

3.5. Für die gute Integration unserer persischen

Geschwister

4.5. ..dass du ein Segen in der Gemeinde bist

5.5. Für eine kraftvolle Predigt von Uwe Schäfer

6.5. Für Gottes Wirken im „Aufwind“

7.5. Für die ASE Sozialarbeit

8.5. Für einen wirkungsvollen Jüngerschaftskurs

9.5. Für die Seelsorge in unserer Gemeinde

10.5. Für das Konzert morgen Abend

11.5. Für viele Gäste beim Konzert von Uwe X

12.5. Für die Menschen, die gestern da waren

13.5. Kraft aus der Höhe für die Ältesten

14.5. Für Weisheit beim Pastorentreffen

15.5. Für den Abend mit den Bibelschülern

16.5. Für einen gesegneten Abend mit den

Bibelschülern u. R. Klinner

17.5. Für die Kranken unserer Gemeinde

18.5. Für die Einsamen in unserer Gemeinde

19.5. Für einen gesegneten Gottesdienst und die

Gemeindeversammlung

20.5. Für die Mitarbeiter der Kinderkirche

21.5. Für die Besucher von ASE

22.5. Für unsere Senioren und einen gesegneten

60Plus Hauskreis

23.5. Für unsere Familien

24.5. Für die jungen Menschen der Gemeinde

25.5. Für den Gebetskreis in Heinsberg

26.5. Für einen wertvollen Gottesdienst

27.5. Für die „Neu-Bekehrten“

28.5. Für gerettete Seelen bei ASE

29.5. Für Segen und Eintracht in der Gemeinde

30.5. Für einen kraftvollen Himmelfahrts-GD

31.5. Für die Finanzen unserer Gemeinde

JUNI

1.6. Für den Gottesdienst am Sonntag

2.6. Für eine gute u. gesegnete Gemeinschaft

3.6. Wirkung des Heiligen Geistes beim Aufwind

4.6. Für die Leiter des „ASE“

5.6. Für das Bibelgespräch heute Abend

6.6. Das Menschen Jesus suchen und finden

7.6. Für unsere Gemeinde und ihr Wachstum

8.6. Für den Pfingstgottesdienst morgen

9.6. Für eine kraftvolle, geisterfüllte Predigt

10.6. Für unsere Senioren

11.6. Für die ASE Arbeit

12.6. Für einen gesegneten Jüngerschaftskurs

13.6. Für unsere Kranken

14.6. Für die finanziellen Möglichkeiten unserer

Gemeinde und für fröhliche Geber

15.6. Für die Leiterschaft der Gemeinde

16.6. Für eine gute Gemeinschaft im Gottesdienst

17.6. Für junge Menschen in unserer Gemeinde

18.6. Für unsere Stadt Erkelenz

19.6. Für den Glaubens- u. Taufkurs

20.6. Für die Schwachen in unserer Gemeinde

21.6. Für die FBGG Konferenz in Krelingen

22.6. Für die FBGG Konferenz in Krelingen

23.6. Für einen gesegneten Gottesdienst

24.6. Für eine neue, geistliche Belebung der

Gemeinde

25.6. Für die Besucher der ASE-Diakoniearbeit

26.6. Für ein gesegnetes Bibelgespräch

27.6. Für die Kinder unserer Gemeindeglieder

28.6. Für das Männercamp

29.6. Für das Männercamp und den Gottesdienst

30.6. Für einen gesegneten Gottesdienst

DENN DAS GEBET EINES MENSCHEN, DER

NACH GOTTES WILLEN LEBT, HAT GROßE

KRAFT. Jak. 5: 16b (HfA)

29


KINDERKIRCHE

Himmelfahrt und Pfingsten

Bibeltext: Apg 1,3-14; 2,1-47

Lehre: Durch den heiligen Geist ist Gott immer

bei uns.

Nach der Auferstehung Jesu war es manchmal

wie vorher. Jesus war nicht immer da. Aber

immer wieder erschien er den Jüngern. Viele

sahen ihn. Über 500 Leute haben Jesus in dieser

Zeit gesehen. Vor der Auferstehung hatten die

Jünger Angst und waren alleine. Aber jetzt war

Jesus da. Er erzählten ihnen wieder von Gott.

Wie vorher. Und sie wussten jetzt, dass Jesus

der Sieger ist, wirklich der Sohn Gottes, der eben

nicht tot geblieben ist. Wahrscheinlich war es

eine richtig gute Zeit für die Jünger. So könnte

es eigentlich bleiben.

40 Tage nach seiner Auferstehung war Jesus mit

seinen Jüngern draußen vor Jerusalem. „Jesus“,

fragte einer der Jünger, „du bist doch der König.

Jetzt, wo du auferstanden bist, wirst du hier

bleiben und als König regieren, oder? Wird dann

dein Reich beginnen?“ Sie hofften, dass jetzt

endlich der Friede kommen würde. Dass Jesus

jetzt als König regieren würde. Durch seine

Auferstehung hatte er ja bewiesen, dass er

etwas Besonderes war. Die Jünger hatten immer

noch nicht verstanden, dass Jesus ein ganz

anderer König war als die menschlichen Könige.

„Ich werde eines Tages wiederkommen, und

dann als König regieren“ sagte Jesus. „Aber ihr

werdet vorher nicht wissen, wann es ist.“ Das

Reich, in dem Jesus als König regiert, sollte noch

nicht beginnen? Aber Jesus sprach noch weiter:

„Ich habe noch einen Auftrag für euch. Ihr habt

so viel von mir gelernt. Ihr habt erlebt, dass ich

als der Retter gestorben und auferstanden bin.

Aber es gibt so viele Menschen in der Welt, die

das nicht wissen. Geht ihr hin und sagt es ihnen

weiter. Sagt allen Menschen, dass sie mich als

Herrn und als Retter annehmen sollen. Nicht nur

hier in Jerusalem. Auch in Judäa, in ganz Israel.

Und sogar in den anderen Ländern. Bis an das

Ende der Welt soll jeder Mensch von mir hören.“

Jeder? Auf der ganzen Welt? Wie sollten sie das

denn schaffen? Sie waren doch nur ein paar

Leute. Und wie sollten sie Menschen dazu

bringen, an Jesus zu glauben? Vielleicht haben

sich die Jünger gedacht, „das schaffen wir nie!“.

Aber Jesus sagte noch mehr: „Geht jetzt noch

nicht. Wartet noch solange in Jerusalem, bis ihr

den Heiligen Geist empfangt.“ Was sollte das

30


denn jetzt bedeuten? Und, warum redete Jesus

so mit ihnen? Warum sagte er ihnen das alles

jetzt. Er könnte doch bei ihnen bleiben und mit

ihnen zusammen predigen gehen.

Jesus sprach noch zu ihnen. Da wurde er

plötzlich vor ihren Augen in die Luft

hochgehoben. Immer höher stieg er. Vielleicht

wunderten die Jünger sich nicht mehr so stark.

Sie hatten schon so viele Wunder bei Jesus

gesehen. Aber sie haben sich wahrscheinlich

gefragt, was jetzt passiert. Dann kam eine Wolke

und verbarg Jesus. Die Jünger schauten weiter

nach oben, aber Jesus war nicht mehr zu sehen.

Er war weg. Er war zurück zu seinen Vater im

Himmel gegangen, um von dort aus als König

über die Erde zu regieren.

Die Jünger fielen auf die Knie und beteten Jesus

an. Plötzlich sahen sie wieder jemanden. War

Jesus zurückgekehrt? Nein, es waren zwei

Personen, die dort standen. Zwei Männern in

weißen Kleidern. Engel. „Was steht ihr und seht

hinauf zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch

weg in den Himmel aufgenommen worden ist,

wird so kommen, wie ihr ihn habt hingehen

sehen in den Himmel.“ Jesus würde

wiederkommen. Wann? Jesus hatte gesagt, sie

würden den Zeitpunkt nicht wissen. Aber eines

konnten sie sicher wissen. Jesus würde

wiederkommen, er hatte es versprochen. Er

würde wiederkommen als König und die

Menschen, die an ihn glaubten zu sich holen,

damit sie für ewig bei ihm sein konnten.

Noch einmal zu dem christlichen Kalender.

Wann feiern wir das, was dort passiert ist?

Genau, an Himmelfahrt.

Die Jünger kehrten voller Freude nach

Jerusalem zurück. Sie lobten Gott für das, was

geschehen war. Immer wieder trafen sie sich um

gemeinsam zu beten. Die Jünger, aber auch

einige der Frauen waren dabei, die Jesus

gedient hatten. Und sogar Maria, die Mutter Jesu

und seine Brüder. Sie waren voller Freude, aber

vielleicht haben sie sich zwischendurch auch

Sorgen gemacht. Jesus war weg. Und jetzt? Wer

würde sie jetzt lehren und ihnen mehr von Gott

erklären? Wer würde sie trösten, wenn sie

alleine waren? Wer würde ihnen helfen, die

Botschaft von Jesus in die ganze Welt zu

verbreiten?

Aber dann dachten sie daran, was Jesus ihnen

versprochen hatte: „Ihr werden Kraft durch den

Heiligen Geist empfangen, der auf euch

kommen wird.“ Bis das geschehen war, sollten

sie alle zusammen in Jerusalem bleiben. Das

taten sie. Sie trafen sich, um gemeinsam zu

beten.

So waren sie auch an dem Festtag zusammen.

50 Tage nach dem Passahfest der Juden gab

es noch ein jüdisches Fest. Am Passahfest war

Jesus gestorben und dann wieder

auferstanden. Das war jetzt 50 Tage her. An

diesem Tag feierten die Juden das

„Wochenfest“. Sie dankten Gott für die Ernte

und brachten ihm die ersten Früchte, die sie

geerntet hatten als Opfer. Vielleicht ähnlich wie

unser Erntedankfest heute. Das Fest nannten

sie Pfingstfest.

An diesem Tag hörten die Jünger auf einmal ein

Brausen. Es war wie ein großer Sturm. Und im

ganzen Haus merkten sie einen starken Wind.

Und in dem Wind sahen sie überall Feuer. Kleine

Feuerflammen. Sie verteilten sich und

schließlich war über jedem der Jünger eine

kleine Flamme zu sehen. Der Heilige Geist. Alle

Jünger wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt.

Jesus hatte ihn versprochen. Jetzt kam er. Vor

Pfingsten hatte keiner den Heiligen Geist. Aber

seitdem erhält jeder, der ein Kind Gottes wird,

der anfängt mit Gott zu leben, den Heiligen

Geist. Wenn du schon gläubig bist, dann

brauchst du nicht darum zu beten, dann hast du

den Heiligen Geist schon.

Der Heilige Geist wird auch „Tröster“ genannt.

((Joh 14,26 Der Beistand aber, der Heilige Geist,

den der Vater senden wird in meinem Namen,

der wird euch alles lehren und euch an alles

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erinnern, was ich euch gesagt habe.)) Durch ihn

gibt uns Gott Kraft, er tröstet uns, er erinnert uns

an sein Wort und er hilft uns. Diesen Geist hat

Gott an Pfingsten zu den Jüngern geschickt.

Heute feiern wir genau das an Pfingsten.

Die anderen Menschen in der Stadt hörten den

Lärm. „Was ist denn da los?“ wollten sie wissen.

Viele kamen zusammen gelaufen. Dann sahen

sie Petrus und die anderen Jünger. Sie redeten

von Gott, von dem was Gott getan hatte. Gott

gab ihnen durch den Heiligen Geist Kraft und

Mut. Durch den Heiligen Geist half er ihnen, den

Menschen von Gott zu erzählen. Viele

Menschen kamen, um zu hören. Da waren

Menschen aus Israel, die den Jüngern zuhörten.

Sie verstanden, was sie sagten. Aber dann

standen da auch noch andere Menschen. Aus

Asien zum Beispiel. Auch sie verstanden, was

die Jünger redeten, obwohl sie eigentlich eine

andere Sprache sprachen. Die Menschen

wunderten sich. „Wir sind aus so vielen Ländern

hier, viele können kein Hebräisch, aber trotzdem

hört jeder die Jünger in seiner Sprache reden?

Wie kann das sein?“ Gott hatte ein Wunder

getan. Jeder konnte die Jünger in seiner

Sprache hören. Gott wollte, dass alle die frohe

Botschaft hören konnten.

dass Gott Jesus zum Herrn und Retter gemacht

hat. Und alle sollen ihn annehmen.“

Die Menschen, die Petrus zuhörten, erkannten:

„Das was Petrus sagt, ist wahr. Jesus ist wirklich

der versprochene Retter. Er ist für die Schuld

von uns gestorben.“ „Was sollen wir tun?“

fragten sie Petrus. „Ändert euer Leben. Seht ein,

dass ihr bisher falsch gelebt habt und erkennt

Jesus als Herrn an. Und bittet Gott um

Vergebung eurer Schuld. Glaubt daran, dass

Jesus für euch gestorben ist. Dann wird Gott

euch annehmen und vergeben. Und ihr werden

den Heiligen Geist bekommen, der euch helfen

wird, Gott nachzufolgen.

Viele Menschen hatten zugehört. Ja, sie wollten

gerettet werden. Sie wollten ein neues Leben mit

Gott anfangen. 3000 Leute fingen an diesem

Tag an zu glauben. Sie nahmen Jesus als Retter

an und ließen sich taufen. Immer wieder trafen

die Gläubigen sich, um zusammen zu beten. Sie

wussten: Sie hatten den Heiligen Geist, durch

den Gott ihnen Kraft gab für ihre Aufgabe, allen

Menschen von Jesus weiter zu sagen.

Manche lachten: „Die Jüngern sind betrunken.

Das ist die einzige Erklärung.“ Aber das konnten

die anderen nicht so richtig glauben. Jemand der

betrunken ist, konnte nicht auf einmal eine

Sprache sprechen, die er nie gelernt hatte.

Dann trat Petrus vor. „Leute, hört mir zu.“ sagte

er, und jeder konnte es verstehen. „Wir sind nicht

betrunken, sondern es ist gerade etwas

Wunderbares geschehen. Schon der Prophet

Joel hat das vorausgesagt. Er hat gesagt, dass

Gott seinen Heiligen Geist allen Menschen

geben wird, die an ihn glauben. Dies ist heute

geschehen.“ Und dann fing er an, von Jesus zu

erzählen: „Jesus hat Zeichen und Wunder getan,

so dass jeder sehen konnte, dass er von Gott

kommt. Aber er wurde wie ein Verbrecher

gekreuzigt. Doch er ist auferstanden, wir sind

Zeugen davon. Wir haben Jesus gesehen. Jetzt

ist er zu seinem Vater zurückgekehrt und regiert

von dort aus als König. Alle sollen es wissen,

Wir haben heute immer noch den Auftrag von

Gott, anderen Menschen von ihm zu erzählen.

Und genau haben wir, wenn wir gläubig sind,

auch den Heiligen Geist, durch den Gott uns

dabei hilft, das auch zu tun. Wir brauchen es

nicht aus eigener Kraft zu machen.

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Termine Mai 2019

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