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holzmannverlag

ZKZ 4937

5 I 2019

MAGAZIN FÜR DAS MÖBEL-BUSINESS

Jahre

1949 – 2019

Im Geiste

Leonardos

Mailand und der Salone

zelebrieren das Erbe von da Vinci

Foto: Miele

Hauben als Lifestyle

Vor Ort in Rheine wird deutlich,

wie Berbel das Trading-up vorantreibt

HOCHWERT-SEGMENT

KÜCHE PREMIUM

PLUS GERÄTE

Haier: Will Marktführer werden

Made.com: Britisches Design-Hub

imm cologne: Stellt sich neu auf

Alliance: Verband als Profilschärfer

Maisons du Monde: Vive la France!

Tendence: Preview zum Sommerevent


TOP-THEMA/SALONE DEL MOBILE

Ein Highlight des diesjährigen Salone:

An den hölzernen Toren der Conca

dell‘Incoronata, die Leonardo in seiner

Mailänder Zeit selbst designte,

inszenierte die Messe die „Water vision“,

mit der da Vinci das nasse Element als

Künstler, Architekt, Wissenschaftler und

Ingenieur untersuchte.

20 möbel kultur 5/2019


Mailand im Geiste

LEONARDOS

Mailand und damit auch der Salone del Mobile standen in

diesem Jahr ganz im Zeichen des 500. Todestages von

Leonardo de Vinci. Der Renaissance-Mensch mit seiner

überbordenden Neugierde dient als Vorbild für die Design-

Welt, die sich immer wieder neu erfindet und sich nie mit dem

vermeintlich perfekten Entwurf zufrieden gibt. Diesem großen

Anspruch konnte die Mailänder Möbelmesse aber nur teilweise

gerecht werden, wie die „möbel kultur“ beobachtete.

Foto: Salone del Mobile

5/2019 möbel kultur 21


01 1010

TOP-THEMA/TOUCHPOINTS

>> >>

KÜCHENZULIEFERER

KÜCHENHERSTELLER

EBENE 1: DIGITALE ZIELE UND STRATEGIE

Wie sieht die eigene digitale Strategie vor

dem Hintergrund neuer, digitaler Technologien

und Wettbewerber und deren Einfluss auf den

gesamten Küchenwertschöpfungsprozess

aus?

EBENE 2: DIGITALE LÖSUNGSANGEBOTE

Welche smarten Produkte und/oder Services

treffen optimal die individuellen Bedürfnisse

der unterschiedlichen Küchenkäufer und

anderer „Nutzer“ (z.B. Planer, Monteure)

während der gesamten Customer bzw.

User Journey?

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EBENE 3: DIGITALE PROZESSE

Wie können sämtliche, sich stets

wiederholende, einzelne Prozesse im

Küchengeschäft (z. B. Beschaffung,

Produktion, Logistik/Distribution oder

Montage) noch weiter automatisiert

und dadurch optimiert werden?

Wenn am 14. und 15. November die „Touchpoints“ von „möbel kultur“

und „der küchenprofi“ in Hamburg über die Bühne gehen, führt bei der

Exkursion in die Küchenbranche kein Weg an der digitalen Revolution

vorbei. Im Vorfeld des Events entwickelte die Unternehmensberatung

Dr. Wieselhuber & Partner ein Modell bestehend aus fünf strategischen

Ebenen, mit denen sich Manager jetzt auseinandersetzen müssen: die

wichtigsten Fragen im Überblick.

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EBENE 4: DATENKONZEPT UND

IT-FUNDAMENT

Auf Basis welcher Daten/Datenmodelle,

mit welcher (sicheren und

skalierbaren) IT-Struktur und mit

welchen Ansätzen von Künstlicher

Intelligenz (KI) kann das Küchengeschäft

weiterentwickelt werden?

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28 möbel kultur 5/2019


KÜCHENHANDEL

ENDKUNDE

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Smarte

Strategien

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Fotomontage: Carat (MHK)/möbel kultur)

EBENE 5: DIGITALE ORGANISATION

Inwieweit müssen sich Unternehmen im

Hinblick auf eine agile Kultur, Organisationsstruktur,

Mitarbeiterkompetenzen

und externe Kooperationspartner

weiterentwickeln, damit sich digitale

Projekte in der Küchenbranche erfolgreich

umsetzen lassen?

Wie kein zweiter Bereich bieten

sich Küchen für smarte

Anwendungen an. Welche

individuellen Bedürfnisse haben

unter schiedliche Küchenkäufer?

Welche Lösungen interessieren welchen

Kundentypus? Und wie können

Anbieter digitale Gadgets schnell

und zieltreffend entwickeln und vermarkten?

Das sind Fragen, die die

Branche aktuell vielfach umtreiben.

Doch sich allein auf die Produktebene

(Ebene 2) zu konzentrieren,

wäre zu kurz gegriffen. Aus diesem

Grund entwickelte die Unternehmensberatung

Dr. Wieselhuber &

Partner ein Modell bestehend aus

fünf unterschiedlichen Entscheidungsebenen,

mit denen sich Manager

sowohl in der Küchenindustrie

als auch im -handel auseinander setzen

sollten. „Um das Thema Digitalisierung

allumfassend abzudecken,

bildet die strategische Positionierung

den Ausgangspunkt aller Überlegungen“,

erläutert Dr. Timo Renz, Managing

Partner von W&P. Inwiefern

verringern sich durch Digitalisierung

bisherige Eintrittsbarrieren oder verändern

sich vorhandene Branchenregeln?

Ein ebenso wichtiger Aspekt in

der Ebene 1 bei der Definition der

individuellen Ziele ist die Marktrelevanz

des Angebots von

Wettbewerbern.

Wie lassen sich Kundenbedürfnisse

mit Hilfe von smarten Prozessen

besser antizipieren? Darum geht

es in der Ebene 3. Während sich die

Fragestellungen in der Ebene 4 rund

um Daten und Infrastruktur als

sichere skalierbare Basis dreht. Das

Fundament aller Digitalisierungsprozesse

aber bildet die Organisation

(Ebene 5). Das bedeutet: Mit welcher

Kultur und Struktur will ein

Unternehmen in die Zukunft gehen?

Welche Kompetenzen und vielleicht

auch Kooperationen könnten die

Treiber einer weiteren Evolution

sein? Mehr zu den dezidierten

Fragestellungen finden Sie unter

www.wieselhuber.de. RITA BREER

SAVE THE DATE!

Am 14. und 15. November gehen die „Touchpoints“ von

„möbel kultur“ und „der küchenprofi“ in Hamburg in die

dritte Runde. Mehr dazu: www.holzmann-events.de

5/2019 möbel kultur 29


TOP-THEMA/ALLIANCE

Verband als

Profilschärfer

Seit knapp einem halben Jahr hat

Joachim Bringewald mit Thomas Eck

einen neuen Sparringspartner an

seiner Seite. Die „möbel kultur“ war

vor Ort in Rheinbach, um bei dem

Führungsteam von Alliance nachzufragen,

wo der Verband künftig seine

Schwerpunkte setzt, wie wichtig Neutralisierungskonzepte

sind und was die

Händler derzeit alles umtreibt.

möbel kultur: Herr Bringewald, Herr Eck,

wie ist das erste Quartal für die Gesellschafter

von Alliance gelaufen?

Joachim Bringewald: Wir werden die

Vorjahreszahlen erreichen und können

schon recht zufrieden sein. Bislang

liegt das Plus bei zwei Prozent.

Vor allem im Januar und Februar

haben sich die Umsätze bei den

Händlern positiv entwickelt. Und

auch wenn die Zahlen im April nicht

mehr ganz so erfreulich waren, so

liegen wir im Plan. Gleichwohl wissen

wir, dass auf die Händler auch

in diesem Jahr einige Herausforderungen

zukommen, die nach wie

vor viel mit dem digitalen Wandel

zu tun haben.

Thomas Eck: Wir gehen zudem davon

aus, dass der Sommer nicht so extrem

wird wie 2018. Deshalb werden

sich die Umsätze in den Monaten

Juni bis September definitiv, im

Vergleich zum Vorjahr, besser entwickeln,

so dass die Händler bereits

vor dem Herbst- und Wintergeschäft

recht gut dastehen werden.

Joachim Bringewald: Auch die Küchen,

die bei Alliance traditionell, in Verbindung

mit dem Küchenring, einen

sehr hohen Stellenwert einnehmen,

laufen derzeit gut. Der Auftragsbe­

stand ist hoch, obwohl

vielfach von Kurzarbeit

in der Küchenmöbelindustrie

zu lesen war.

Davon spüren wir nichts.

Ein durchschnittlicher

Mittelständler erzielt

bei uns inzwischen

30 bis 40 Prozent des

Umsatzes mit Küchen.

Das hat auch damit zu

tun, das andere Sortimente,

wie beispielsweise

Wohnen, verloren

haben – oder oftmals

gar nicht mehr geführt

werden, wie Baby- oder

Jugendzimmer.

möbel kultur: Schon länger

werden die zurückgehenden

Frequenzen bemängelt. Wie

bewerten Sie das aktuell?

Thomas Eck: Das betrifft

überdurch schnittlich

stark die Großfläche. Je größer der

Betrieb, desto schwieriger die Situation.

Dort, wo viele kleine Bons –

auch durch Fachsortimente, Mitnahmeartikel

und Restaurant – zum

Schluss die Summe ergeben, macht

sich der Frequenzrückgang beson­

ders stark bemerkbar. In den Hauptwarengruppen,

in denen unsere

Händler mehrheitlich unterwegs

sind, sind die Besucherzahlen zum

Glück nicht immer maßgeblich.

Joachim Bringewald: Bei den Frequenzrückgängen

handelt es sich ja

nicht zwingend um eine Zurückhaltung

des Verbrauchers. Er kauft nur

anders. Was wir immer als Frequenz

verstanden haben, gehörte ja vielfach

zur Geschmacksbildung. Heute

muss der Kunde längst nicht mehr

vier oder fünf Einrichtungshäuser

36 möbel kultur 5/2019


esuchen, um zu wissen, was derzeit

Trend ist – und was er kaufen

möchte. Das kann er schon im Vorfeld

im Internet erledigen, nicht nur

auf den Websites der Häuser, sondern

bei Instagram, Pinterest oder

Houzz. Und dann fährt er gezielt

seine favorisierten Möbelhäuser an.

Das sind im Schnitt nur noch 1,7.

Der Vorteil dabei: Die Abschöpfungsquote

ist gestiegen, sonst würden ja

die Umsätze gleichermaßen wie die

Frequenzen zurückgehen. Und das

ist zum Glück nicht so.

möbel kultur: Was treibt Ihre Mittelständler

derzeit um? Was sind die

Knackpunkte?

Joachim Bringewald: Ein zentrales Thema

ist das Personal. Da es immer schwieriger

wird, passende Mitarbeiter zu

bekommen, müssen die Inhaber-

Ziehen beide an einem Strang:

Das neue Alliance-Geschäftsführungsduo

mit Thomas Eck (l.)

und Joachim Bringewald.

familien einen immer höheren Einsatz

bringen, um am Markt zu bestehen.

Dazu sind viele auch bereit. Doch

was bedeutet das für die Zukunft? Wie

sehen die Perspektiven aus? Wie sehr

tangiert das eigene Unternehmen die

Konzen tration der Großflächen?

Thomas Eck: Besonders eng wird es

beim Thema Logistik. Geeignete

Mitarbeiter für die Auslieferung und

die Montage zu finden, erfordert

heute viel Mühe und Geduld. Zumal

die Möbelhäuser nicht nur im Wettbewerb

mit anderen Einrichtern stehen.

Hier ist der Mangel

branchenübergreifend.

Und in anderen Bereichen

müssen die Fahrer

keine Möbel ausliefern,

haben oftmals bessere

Arbeitszeiten und verdienen

auch noch mehr.

Das macht es nicht einfacher.

Das heißt, selbst

wenn das Geschäft gut

läuft, läuft es nicht

rund. Keine Kunden im

Laden zu haben, ist zwar

schlimmer als kein Personal,

aber umgekehrt

passt es auch nicht.

In einem Strategieund

Visionsmeeting

Anfang des Jahres haben

wir uns überlegt, was in

Zukunft die drängendsten

Probleme im Einrichtungsfachhandel

sein

werden. Über die Warenbeschaffung

– die auch

nicht einfacher wird, da

die Konzentration auf

Herstellerseite zunimmt

und die Großfläche beim

Import einfach besser

aufgestellt ist als der

Mittelstand – kamen wir

schlussendlich immer

wieder auf die Logistik

als einen wichtigen

Knackpunkt zu sprechen.

Müssten wir vielleicht

zentrale Abladestellen

in Deutschland bewirtschaften,

eventuell sogar

mit anderen Verbänden

oder mit anderen Branchen

zusammen?

Es gibt darüber hinaus

viele Themen, die

die Händler beschäftigen

– z. B. Stichwort Verpackungsverordnung

–,

die nichts mit dem Verkaufen

von Möbeln zu

tun haben. Das sind wirklich die

Herausforderungen im Mittelstand,

die die Händler umtreiben.

Fotos: Jürgen Schulzki

möbel kultur: Herr Eck, zum Start bei

Alliance sind Sie in den letzten Wochen

viel vor Ort bei den Händlern gewesen.

Sie haben eben schon kurz die Großfläche

angesprochen, die Sie aus Ihrem bisherigen

Berufsleben sehr gut kennen. Was hat

Sie bei den mittelständischen Häusern am

meisten überrascht?

Thomas Eck: Erst mal, dass es so viele

Mittelständler gibt, die ich aus dem

Büroturm der Großfläche gar nicht

wahrgenommen habe, die wir gar

nicht gespürt haben. Die aber trotzdem

mit einem Umsatzvolumen

von fünf bis 15 Millionen Euro in

direkter Nähe zu den Möbelpalästen

sehr gut leben können und ein

tolles Geschäft machen. Das mag

anstrengend sein, wird aber von

Erfolg gekrönt und funktioniert

wunderbar.

Diese Händler haben einen USP

und begeistern ihre Kunden. Mit

Erfolg: Sie sind oft über Wochen

mit Terminen ausgebucht. Dabei

habe ich mir ganz unterschiedliche

Vertriebsstrukturen angeguckt: Mitnahme-,

SB- und Servicehäuser, mit

Flächen von 800 bis 10.000 qm. Je

kleiner ein Haus ist, desto spannender

habe ich es empfunden, wie

Vorteile herausgearbeitet werden,

die es den Unternehmen ermöglichen,

ganz anders zu agieren als

die Marktführer. Über ihren individuellen

Weg erzeugen diese bei den

Kunden ein „Will-ich-haben-Gefühl“,

das die Großfläche gar nicht

bieten kann.

möbel kultur: Können Sie diesen Häusern,

mit Ihrem Blick, besondere Ratschläge

geben, wie sie mit der Großfläche vor der

Tür umgehen können?

Thomas Eck: Wichtig ist, das man seinen

Gegner kennt. Ich vergleiche das

gern mit dem Fußball. Wenn der

Trainer eines Kreisligisten vor dem

DFB-Pokal-Spiel seinen Bundesligagegner

vorher studiert, dann weiß

er schon eine ganze Menge. Er kann

auch von dem Trainer dort viel lernen.

Darauf kann er sich wunderbar

einstellen und einen strategischen

Vorteil erarbeiten. Wir gucken uns

zum Beispiel ganz genau an, ob ein

Händler in seiner Region der Platzhirsch

ist oder ob er sich in der Nähe

einer Großfläche auf diese einstellen

muss, mit seinem Sortiment,

seinem gesamten Angebot und mit

der Ansprache der Kunden.

möbel kultur: Wo sind diese Häuser den

Großen am deutlichsten überlegen?

Joachim Bringewald: In der Nähe zum

Kunden. Der Inhaber ist stets sichtbar

und zu erreichen. Daraus resul­

5/2019 möbel kultur 37


VERBÄNDE

EMV-Geschäftsführer

Felix Doerr: „Neben der

Tatsache, dass beide Partner

für die jeweiligen Anschlusshäuser

Einkaufsvorteile über

äußerst wettbewerbsfähige

Preise und Konditionen sowie

eine weiter optimierte Ausschüttung

erreichen und für

die Zukunft absichern wollen,

ist uns gemeinsam besonders

wichtig, die Wertschöpfungskette

und die Prozesse für

alle Beteiligten weiter zu

optimieren. Aus den damit

zusammenhängenden Skaleneffekten

wollen wir deutliche

Synergien in der Beschaffung

heben – etwa durch künftige

gemeinsame Ordermessen“.

GARANT

❯❯

Gegründet 1956

❯❯

940 Mitglieder in Deutschland aus

dem Einrichtungsbereich, organisiert

in fünf Spezialverbänden (konv.

Möbelhäuser, Hochwerteinrichter,

Küchenspezialisten, Bettenfachhändler,

Ökologische Einrichter)

❯❯

Auslandsaktivitäten: in Österreich,

Schweiz, Benelux, Spanien und

Japan sowie Franchisepartner in

Metropolen weltweit

❯❯

Etablierte Handelsmarkenkonzepte

für die verschiedenen Vertriebswege

und Marktsegmente (Aera, Garant

Collection, Liva, Morgana, Notturno)

❯❯

Umfangreiches Dienstleistungsportfolio

vom Marketing (online/

offline) über Finanz- und Beratungsdienstleistungen

bis hin zur eigenen

Zentralregulierung

❯❯

Kooperationen: EK/Servicegroup,

Euronics, Uni Meubel

www.garant-gruppe.de

Garant-Geschäftsführer Torsten Goldbecker: „Sowohl

der EMV als auch Garant waren und sind seit vielen Jahrzehnten

mit ihren Aktivitäten im Markt sehr erfolgreich.

Mit der EMMK tragen wir der dynamisch zunehmenden

Konzentration im Markt sowohl auf der Hersteller- als

auch auf Handels-/Verbandsseite Rechnung. Bei gleichzeitig

mäßigen Wachstumsperspektiven des Möbel-Gesamtmarktes

für die nächsten Jahre sichern wir damit

den Anschlusshäusern beider Verbände zukunftsorientiert

die strategische Beschaffung ab – als gleichermaßen

verlässlicher wie verbindlicher Partner für die Industrie.

Gleichzeitig möchten wir damit (gerade auch mittelständischen

und heimischen) Vertragslieferanten die Möglichkeit

bieten, die Zusammenarbeit mit uns zu intensivieren,

und sich damit im Fachhandel gemeinsam und nachhaltig

mit uns weiterzuentwickeln.“

40 möbel kultur 5/2019


EMV-Geschäftsführer Ulf Rebenschütz:

„Beide Partner dieser neuen Einkaufskooperation

sind in ihrem Grundverständnis im

Hinblick auf die erfolgreiche Führung einer

Verbundgruppe für den Möbelhandel auf einer

Wellenlänge. Die Herausforderung der Zukunft

wird sein, eine Organisation zu schaffen, die

den Möbelhändler perfekt unterstützt, um inspirierende

Kundenerlebnisse zu schaffen. Mit

den in beiden Verbänden vorhandenen Kompetenzen

liegen gute Voraussetzungen für das

erfolgreiche Wirken der einzelnen Partner vor.

Die Bündelung und Konzentration der Einkaufsaktivitäten

in einer Gesellschaft ist daher

folgerichtig. Dies wird die Beschaffungseffizienz

verbessern und jedem Partner die Möglichkeit

geben, die Leistungsfähigkeit für seine Mitglieder

im Markt noch stärker weiter zu entwickeln.

Mit dem gemeinsamen Volumen im Küchensegment

wird angesichts der Konzentration auch

auf der Anbieterseite eine strategisch wichtige

Position eingenommen. Dies gewährleistet den

Mitgliedern beider Verbundgruppen eine optimale

Zusammenarbeit mit der Industrie.“

EMV und Garant gründen EMMK

Gemeinsame Sache

beim Einkauf

Perfekte Überraschung: Der Europa Möbel-Verbund (EMV) und die Garant Gruppe

legen mit Wirkung zum 1. Juli 2019 ihre Einkaufsaktivitäten für sämtliche Möbelund

Küchen-Sortimente in einer gemeinsamen Einkaufsgesellschaft zusammen.

Ziel dieser langfristig angelegten Partnerschaft ist die strategische Zukunftssicherung

der mittelständischen Anschlusshäuser in einem zunehmend wettbewerbsintensiveren

Umfeld.

EMV

❯❯

Gegründet 1952

❯❯

511 Gesellschafter mit Möbel- und

Küchenhandelsaktivitäten in

Deutschland, Niederlande, Belgien,

Luxemburg, Schweiz, Österreich,

Italien, Kroatien, Tschechien,

Portugal und Rumänien im EMV

sowie weitere 343 Mitglieder in den

angeschlossenen Spezialverbünden

KSV und OSV

❯❯

Fullservice-Verbund mit vollständigen

Sortimentsaktivitäten in allen

Sortimentsbereichen des Möbel- und

Küchenfachhandels

❯❯

Erfolgreiche Handelsmarken-Kollektionen

(Europa Möbel, Global Möbel,

Contur Einrichten, Contur, Raumfreunde,

Natura, Styles United,

Akad`or, Casea, Global Küche,

Contur Küche) und Vermarktungskonzepte

(Home Company, Küche

Aktiv, Trendstore, Discount Profi)

❯❯

Umfangreiche Marketing-Angebote

von Print, über Veröffentlichungsvorstufen,

Mediendaten, B2C-Services

(Website und Onlineshop) bis hin zu

Dateimanagement für IDM-Konfiguratoren

www.emverbund.de

Garant-Geschäftsführer

Jens Hölper: „Neben der

strategischen Stärkung

unserer Mitglieder im

Bereich Wohnen und Schlafen

freuen wir uns natürlich,

dass wir – als schon

heute einer der führenden

Verbände für Küchenspezialisten

in Deutschland

– gemeinsam mit

den Kollegen des EMV/

KSV unsere Position in der

Küche weiter ausbauen

können. Damit bieten wir

Küchenfachhändlern auf der

Beschaffungsseite gleichermaßen

eine breite Lieferanten-

und Sortimentsauswahl

wie Top-Konditionen. Nicht

zuletzt legen wir damit für

beide Verbände und ihre

Handelspartner den Grundstein

für weiteres Wachstum

in der Zukunft. “

Damit ist zweifelsohne die

stärkere Konzentration in

der Branche gemeint, die

sich durch die beabsichtigte Fusion

des Einrichtungspartnerring VME

mit Union und dem Anschluss der

Krieger-Gruppe noch einmal verschärft

hat. Gleichwohl liegt diese

Sache noch beim Bundeskartellamt.

und ist damit noch längst nicht in

trockenen Tüchern. Trotzdem ist die

Frage berechtigt, wie viel Verbände

es in zehn Jahren noch geben wird.

Formal bedeutet der Schritt von

EMV und Garant, dass die gemeinsame

„Einkaufsgesellschaft mittelständischer

Möbel- und Küchenhändler

GmbH & Co. KG“ gegründet

wurde, nachdem die Aufsichtsräte

zugestimmt hatten. Beide Partner

sind an der EMMK zu jeweils 50 Prozent

beteiligt. Sowohl EMV als auch

Garant betonen jedoch, dass die beiden

beteiligten Verbände weiterhin

rechtlich und operativ selbstständig

bleiben und in Richtung des Absatzmarktes

weiter völlig eigenständig

mit ihrem jeweiligen Profil agieren.

Nur wenige Tage später wurde

bereits deutlich, dass dieses Ansinnen

ernst gemeint ist. Denn der EMV

gründete die Stilkoncil GmbH & Co.

KG. Sie soll „Heimat“ für exklusive

Inneneinrichter sowie hochwertige

Design- und Einrichtungsfachhändler

sein – ebenso Plattform für Premiumhersteller

(mehr dazu auf S. 42).

Und damit positioniert sich EMV

als klarer Wettbewerber zu Garant

Wohndesign. Insbesondere die

Vermarktung der verbandseigenen

Kollektions- und Handelsmarkenkonzepte

mit den dafür entwickelten

Exklusivmodellen werde auch

weiterhin getrennt erfolgen, heißt es

in der abgestimmten Erklärung aus

Fahrenzhausen und Rheda-Wiedenbrück.

Dadurch wollen beide Verbände

auch in Zukunft eine klare

Profilierung ihrer Partner vor Ort

sowie eine konsistente Weiterführung

ihrer etablierten Vermarktungskonzepte

und Dienstleistungen für

den Handel gewährleisten, welche

sich konsequent an den sich stark

verändernden Präferenzen der Endverbraucher

ausrichten. Für die

Spitze der EMMK haben die neuen

Partner mit Felix Doerr und Jens

Hölper jeweils einen Geschäftsführer

in Personalunion für die strategische

Abstimmung der Aktivitäten

sowie jeweils die Hälfte des Aufsichtsrates

abgestellt. Was aber nicht

bedeutet, dass Ulf Rebenschütz und

Torsten Goldbecker nicht genauso

aktiv daran arbeiten werden. Damit

soll eine hohe Zielorientierung und

Effizienz in den Einkaufsaktivitäten

durch schnelle Entscheidungswege

und schlanke Strukturen gewährleistet

werden, in die jeder Verband seine

Kompetenzen optimal mit einbringt.

In den nun folgenden Wochen

erfolgt eine detaillierte Vorbereitung

der dann ab dem 1. Juli startenden

Einkaufsgespräche mit den Kernlieferanten,

welche von gemeinsamen

Einkaufsteams beider Verbandszentralen

geführt werden. Bereits im

Rahmen der Herbstmessen sollen

gemeinsame Einkaufsausschüsse mit

Vertretern beider Verbände für die

verschiedenen Warengruppen die

Auswahl und Verhandlung der freien

Sortimente für 2020 übernehmen.

RITA BREER

5/2019 möbel kultur 41


TOP-THEMA/IMM COLOGNE

Das „Home“

für die Branche

Auf dem Kölner Messegelände ist einiges in Bewegung: Um den Besuchern die Orientierung zu erleichtern

und den Ausstellern die bestmögliche Positionierung zu ermöglichen, stellt sich das Messeteam für die

„imm cologne“ 2020 neu auf. Was genau die Gäste zum Branchenevent erwartet, verrät Koelnmesse-

Geschäftsbereichsleiter Matthias Pollmann im Interview mit der „möbel kultur“.

möbel kultur: Herr Pollmann, warum

lohnt sich der Besuch der „imm cologne“

2020?

Matthias Pollmann: Nirgends sonst

findet sich ein ähnlich umfassendes

Angebot in so kompakter

und gut strukturierter Form.

Nach der erfolgreichen Einführung

von neuen Themenwelten im

„Pure“-Bereich wie etwa „Pure

Editions“, „Pure Architects“ oder

„Pure Atmospheres“ erfolgt mit der

„imm cologne“ 2020 die Umstrukturierung

des Nordbereichs, der

künftig „Home“ heißen wird.

Die ‚imm cologne‘ ist

beides: Business-Plattform

und Hotspot für Trendsetter.

möbel kultur: Das klingt spannend. Was

erwartet die Besucher?

Matthias Pollmann: „Home“ ist das

neue Zuhause für Einrichtungslösungen

mit Lifestyle-Charakter.

Wir wollen den Bereich ähnlich

stärken, wie uns dies bereits beim

„Pure“-Bereich gelungen ist. Dabei

setzen wir auf Bewährtes, aber auch

auf neue Impulse für die Ausstellerstruktur.

Wir möchten für alle

Beteiligten einen Mehrwert generieren

– sowohl auf der Businessals

auch auf der Trend-Ebene.

möbel kultur: Und das bedeutet?

Matthias Pollmann: Der „Home“-

Bereich wird in drei Themenwelten

aufgeteilt. „Home Sleep“ repräsen-

tiert Produkte und Konzepte für

einen guten Schlaf. Dazu gehören

Matratzen- und Schlafsysteme, Boxspring-

und Wasserbetten, Bettwaren,

Bettwäsche und Accessoires.

Die Themenwelt „Home Scenes“

zeigt Möbel für anspruchsvollen

Wohnkomfort, darunter Sitzgarnituren,

Sessel, Liegen, Einzel sofas,

Funktionscouches, Schlaf- und

Wohnzimmer-Ausstattungen, Regalsystemen

und vieles mehr.

Der Bereich „Home Settings“

bildet das Einrichtungsangebot für

junges Wohnen, SB-Möbel, Schlafraummöbel,

Kindermöbel,

Fachsortimente

und Accessoires ab.

Neue Eventflächen

sowie ein Vortragsforum

mit businessorientierten

Inhalten runden

den Schwerpunkt in

Halle 5 bis 10 ab.

möbel kultur: Wie unterscheiden

sich der neu angelegte

„Home“- und der bereits etablierte

„Pure“-Bereich?

Matthias Pollmann: „Pure“ repräsentiert

die ganze Einrichtungswelt mit

Produkten, die rund um den Globus

produziert werden. Dort kann sich

Design in all seinen Facetten und

quer über alle Sortimente präsentieren,

denn „Pure“ bedeutet Vielfalt

in höchster Designqualität. Hier

wird als Statement vorgelebt, was

im „Home“-Bereich für die unterschiedlichen

Zielgruppen adaptiert

wird.

möbel kultur: Sehen Sie die Kölner

Möbelmesse eher als Design- oder als

Business-Plattform?

Matthias Pollmann: Die „imm cologne“

ist beides: Business- Plattform

und Hot Spot für Trendsetter. In

Köln findet der Trendscout die

progressiven Designexperimente

und der Handel das für den Markt

selektierte Design in leicht zugänglicher

Form. Hier trifft B2B, Designer

auf Hersteller, Profession auf

Inspiration. Während in „Pure

Editions“ angesagte Design-Labels

programmatische Inszenierungen

zeigen, verführen die großzügigen

Auftritte der Premium-Marken in

der neu konzipierten Halle „Pure

Atmospheres“ zum Eintauchen in

komplette, elegante Wohnwelten.

möbel kultur: ... und das schon zu

Jahresbeginn.

Matthias Pollmann: Ja, bereits im

Januar zeigt die Einrichtungsmesse,

wie wir in Zukunft wohnen

werden. Nicht nur in der nächsten

Saison, sondern auch übermorgen.

Denn Fachpublikum und interessierte

Endverbraucher sehen neben

den Möbeln, Leuchten, Wohntextilien

und Farben der nächsten

Saison auch avantgardistische

Entwürfe junger Designer, Smart

Home- Lösungen und visionäre

Wohnkonzepte von Star-Designern.

möbel kultur: Welchen Mehrwert bietet

der „Pure“-Bereich?

Matthias Pollmann: „Pure“ bietet

eine Fülle von Anregungen und

setzt international Benchmarks.

Das Wohnen wird immer wichtiger

im Leben der Menschen, die

ihr Zuhause zu einem ganzheitlichen

Erlebnis machen. Und genau

das wollen wir auch auf der „imm

cologne“ zelebrieren.

46 möbel kultur 5/2019


möbel kultur: Können Sie das Profil der

„imm cologne“ im Vergleich zu anderen,

internationalen Einrichtungsmesse

beschreiben?

Matthias Pollmann: Natürlich, das ist

ganz einfach: Die „imm cologne“

ist das Zuhause der Designwelt und

bildet die gesamte Einrichtungswelt

für das Zuhause ab. Wir wollen

nicht die größte Einrichtungsmesse

der Welt werden – dazu ist

unser Platzangebot mitten in der

Stadt gar nicht ausgelegt. Aber wir

wollen eine der besten Einrichtungsmessen

der Welt sein. Indem

wir unserem Publikum aus allen

relevanten Bereichen das Wichtigste

zeigen: das, was der Markt

zu bieten hat, und das, wovon die

entscheidenden Impulse für den

Markt ausgehen.

möbel kultur: Welche weiteren Highlights

hat die „imm cologne“ 2020 zu

bieten?

Matthias Pollmann: Da gibt es viele.

Das Wohnen ganz neu entdecken

können Messegäste in der Wohnraum-Simulation

„Das Haus“: Jedes

Jahr gestalten andere Designer auf

180 qm ein kleines Gesamtkunstwerk,

und jedes Jahr sieht es anders

aus. Zur Möbelmesse 2020 geht

außerdem die im 2-jährigen Rhythmus

stattfinde Themenwelt „Pure

Architects“ wieder an den Start. Die

Plattform rund um das wohnliche

Badezimmer, Wall & Floor, Licht

und alle eingebauten Produkte für

Heim und Haus ist speziell auf die

Bedürfnisse von Interior Designern

und Architekten ausgerichtet.

Auch das Vortragsprogramm ist

wieder top aufgestellt. Im Forum

„The Stage“ erwarten die Besucher

weltklasse Vorträge mit trendorientiertem

Mehrwert für ambitionierte

Interior Designer und Architekten.

Außerdem gibt es einen Einblick in

die Vielfalt der „imm cologne“-Neuheiten.

Kommendes Jahr wird „The

Stage“ an einem zweiten Standort

in „Pure Architects“ mit einem auf

Architekten abgestimmten Weiterbildungsprogramm

stattfinden.

Zudem laden Trendinszenierungen

und Lounges überall zum Schauen

und Entspannen ein.

möbel kultur: Wie wirkt sich die

Neukonzeption des „Home“-Bereichs

auf die LivingKitchen aus?

Matthias Pollmann: Gar nicht. Das im

Zweijahresrhytmus stattfindende

Messe-Doppel bleibt von den

Foto: Koelnmesse

Restrukturierungsmaßnamen im

Bereich „Home“ völlig unberührt.

möbel kultur: Big Player der Küchenbranche

wie Miele oder Siemens hatten

sich dieses Jahr gegen eine Teilnahme

an der LivingKitchen entschieden. Wie

wollen Sie dem zukünftig entgegen

wirken?

Matthias Pollmann: Die LivingKitchen

hat sich zum zentralen Event

der internationalen Küchenbranche

entwickelt und verspricht durch

die konzeptionelle Neuausrichtung

mit Formaten wie „Future Technology“,

„Future Design“ und „Future

Foodstyles“ einen spannenden Blick

in die Zukunft der Küchenindustrie.

Mit diesem Ansatz hoffen wir, für

die kommende Ausgabe noch mehr

Aussteller anzusprechen. Die Inhalte

des erst 2021 wieder im Messekalender

stehenden Küchen-Events

reichen von innovativen Herstellerpräsentationen

über Weltpremieren

neuer Küchenmöbel, Hausgeräte

und Zubehör bis hin zu Koch- und

Trend-Shows. Ein wichtiger Termin

für jeden, der in der Küchenbranche

unterwegs ist.

möbel kultur: Wie steht die „imm

cologne“ dem Thema Digitalisierung

gegenüber?

Im Dezember 2017 hat

Matthias Pollmann bei der

Koelnmesse den Posten

als Geschäftsbereichsleiter

für die Themen

Möbel, Einrichten und

Design übernommen.

5/2019 möbel kultur 47


GLOBAL BRANDS/MAISONS DU MONDE

Französisches

Erfolgskonzept

Auf Wachstumskurs befindet sich

Maisons du Monde. Trotz schwieriger

Marktlage konnte der französische

Multichannel-Player im vergangenen

Jahr ein Umsatzplus von zehn

Prozent erzielen. Auch in Deutschland

war das Unternehmen gut unterwegs.

Im Dezember eröffnete es in Berlin

seinen bundesweit zehnten Store. Und

der elfte ist bereits in Planung.

Anne Rollet zeichnet

als Country Manager für

die Schweiz und Deutschland

bei Maisons du Monde

verantwortlich.

Emotional gestaltete Verkaufsflächen,

stimmig inszenierte

Themenwelten, trendige

Deko-Tipps und ein breites Onlineshop-Angebot:

Vor 23 Jahren in

Frankreich gegründet, hat sich

Maisons du Monde international

als Lifestyle-Anbieter positioniert.

Hierzulande ist das Unternehmen

seit 2009 aktiv. „Deutschland ist

für uns ein interessanter Markt mit

einem starken Entwicklungspotenzial“,

erklärt Anne Rollet, Country

Manager für Deutschland und die

Schweiz. „Es ist ein Land mit einer

starken Online-Kultur. Deshalb hatten

wir für unseren Markteintritt eine

digitale Zutrittsstrategie entwickelt.“

Angespornt von dem Erfolg des

Onlineshops entschieden sich die

Franzosen, 2013 den ersten deutschen

Store in Koblenz ans Netz

zu bringen. Mittlerweile sind hierzulande

zehn stationäre Geschäfte

am Netz: Neben Koblenz auch in

Berlin, Bochum, Braunschweig,

Dortmund, Dresden, Essen, Leipzig,

Mannheim und Eching – Tendenz

steigend. Denn noch in diesem

Jahr soll eine weitere Dependance in

der Kölner Innenstadt eröffnet werden.

„Wir wollen gesund und mit

50 möbel kultur 5/2019


Bedacht wachsen“, betont Anne Rollet.

„Aus diesem Grund haben wir

im Januar dieses Jahres André Rajic

als Expansionsleiter für Deutschland

eingestellt.“ Ziel sei es, in den

Großstädten Deutschlands oder auch

in Gewerbegebieten, in denen ein

starker Einzelhandel vorherrscht,

präsent zu sein. „Für den stationären

Handel haben wir verschiedene

Modelle für Innenstädte, Shoppingcenter

und Gewerbegebiete entwickelt,

so dass wir mehrere Möglichkeiten

der Umsetzung haben.“

Wie vielfältig die Shop-Formate

sind, demonstrieren die bereits etablierten

Geschäfte. So wurde der

weltweit größte Store des Labels

mit einer VK-Fläche von 6.000 qm

in Eching bei München errichtet –

Nahe der A9 und in Nachbarschaft zu

Kare und Ikea. In der Regel umfassen

die Filialen in den Gewerbegebieten

jedoch zwischen 2.000 und 3.000

qm, wie beispielsweise in Mannheim

und Koblenz. Dabei werden

auf rund 1.000 qm Möbel und auf

weiteren 1.000 qm die sogenannten

Multi-Programme inszeniert,

also Fachsortimente wie Groß- und

Klein-Deko, Heimtextilien, Keramik

und Co. Die traditionellen Geschäfte

in den Innenstädten, wie die erst im

Dezember 2018 eröffnete Dependance

im Berliner Boulevard, haben

eine Größe von rund 1.000 qm – bei

Bedarf kann diese aber auch etwas

kleiner ausfallen.

Um den Kunden stetig neue Einkaufserlebnisse

bieten zu können

und Kaufanreize zu schaffen, wird

der POS regelmäßig neu gestaltet.

Insgesamt launcht Maisons du

Monde jährlich eine neue Möbelund

zwei Dekorations-Kollektionen.

Bei der Entwicklung setzt das

Unternehmen auf Inhouse-Power.

Im eigenen Design-Hub im fran-

5/2019 möbel kultur 51


IDEEN ZUR

LOOKINSPIRATION

62 möbel kultur 5/2019


In ein Labor, in dem Natur entdeckt werden konnte, verwandelte Celine Parmentier

den Dedon-Stand in Mailand: eine Verneigung vor 500 Jahren Leonardo Da Vinci.

BÜHNEN-STÜCKE

/// Einmal mehr drehte sich in Mailand alles um gigantische Inszenierungen, bei denen

die Möbel oft eher die Nebenrollen spielten. Die theatralisch anmutenden Settings ziehen

nach wie vor über 330.000 Besucher an, die voller Begeisterung Inspiration aufsaugen.

Denn Bäume in Sachen Möbel-Umsatz wachsen nur noch in den Himmel, wenn das

Publikum emotional berührt wird.

5/2019 möbel kultur 63


5 I 2019

MAGAZIN FÜR DAS MÖBEL-BUSINESS

KÜCHE

PREMIUM

KÜCHEN & GERÄTE IM HOCHWERT-SEGMENT


KÜCHE PREMIUM

ZUKUNFT

#made in China#

Deutsche Ingenieurskunst und italienisches Design: Das sind die beiden Parameter,

mit denen sich bislang die Premium-Klasse gleichsetzt. Und für die

Küchenkäufer weltweit bereit sind, entsprechend mehr Geld auszugeben. Jetzt

verstärken sich die Impulse, geografisch gesehen, aus der Gegenrichtung. Die

Treiber für den Markt wohnen in Asien. Dort, wo die junge Mittelschicht nach

digitalem Lifestyle hungert und den Global Playern Millionen neue Kunden

verheißt.

Technische Perfektion, Zuverlässigkeit und langlebige Qualität sind keine

europäischen Privilegien mehr – und womöglich auch nicht mehr so wichtig.

Denn künftig bestimmt das „elektronischen Gehirn“ die Wertschöpfung und was

die Küche kann. Mit TFT-Screens, intelligenten Assistenten und Automatismen

wird Convenience generiert. Kühlschränke, die sich selbst verwalten. Öfen und

andere Garautomaten können fast alles allein und sogar besser als mancher

Hobbykoch. Dabei steht die Künstliche Intelligenz erst am Anfang ihrer Karriere.

Und der deutsche Küchenhandel? Immer noch findet dieser wenig Geschmack

am disruptivem Wandel. Alexa-gesteuerte Geräte sieht er nicht als Umsatzpusher,

sondern bestenfalls als angenehme Begleiterscheinung, aber ohne praktischen

Nutzen. Premium verkaufen bedeutet aktuell: großzügig und wohnlich planen

mit Insel, hochwertiger Arbeitsplatte, Kombi-Dampfgarer und effizientem Dunstabzug.

Dieses Trading-up hat auch 2018 wieder gut funktioniert.

Boykottiert der konventionelle Handel damit die Zukunft? Was passiert, wenn

er nicht mitspielt, zeigt sich schon jetzt in Ansätzen. Die Industrie sucht sich

ihren eigenen, direkten Weg zum Kunden. Auch wenn die Gefahr besteht, dass

die Klientel vor lauter Hightech die Lust an Küche und Kochen verliert. Es wird

spannend zu sehen, wie die globalen Interessen zu einer mentalen Schnittstelle

für die Zukunft finden.

HEIKE LORENZ

Top-Themen

in diesem Premium-Special:

Berbel: „Unsere Hauben

sind Lifestyle“

Haier: In drei Jahren zur

Nummer 1

Häcker: Mit sinnlichem

Appeal

Schüller: Wachstumsmarkt

Service-Wohnen

Avitrum: Ultimativer

Open-Air-Traum

Eggersmann: Natürliche

Pracht

100 Jahre Bauhaus:

Ein Museum als Geschenk

TITELFOTOS (v.o.):

Quooker, Siematic, Naber, Schüller

5/2019 möbel kultur 69


KÜCHE PREMIUM

BERBEL: HAUSBESUCH IN RHEINE

„Unsere Hauben sind LIFESTYLE“

Vor 18 Jahren katapultierte sich Berbel mit seiner einzigartigen

Zentrifugalkraft – ohne Fettfilter – in eine neue Dimension des

Dunstabzugs. Heute ist der Spezialist ein wichtiger Player für

das Trading-up in der Küche und reizt mit innovativen Möglichkeiten,

die weit über die reine Luft hinausgehen.

Gerade die letzten zehn Jahre waren die kreativsten in

der Firmengeschichte von Berbel,“ resümiert Karl

von Bodelschwingh die Entwicklung. Offiziell erst seit

April Geschäftsführer (als Nachfolger von Peter Ahlmer),

ist er erstaunlich schnell im Bilde über das Unternehmen,

seine Besonderheiten und die technischen Details. Und dies

bei einer breiten Produktpalette mit reichlich Raffinessen.

Angefangen bei den Wand-, Insel- oder Kopffreihauben, die

sich als „Glassline“, „Ergoline2“, „Formline“ oder „Smartline“

etabliert haben. Bis zu den Deckenliftmodellen der

„Skyline“, die mit ihren verschiedenen Ausführungen und

diversen Extras für Furore im Highend-Segment sorgen –

markant und wichtig für den USP. Dazu ergänzen dezente

Einbauhauben und Lüfterbausteine und die „Moveline“ für

den Bereich Downdraft das Sortiment, während die „Downline“

das Thema Muldenlüftung abdeckt. Für alle Modelle

gilt dabei immer das patentierte Berbel-Prinzip: effektive

Luftreinigung, die den Einsatz von leistungsmindernden

Fettfiltern überflüssig macht.

Mehrwert für die Premiumklasse: Das ist das Thema, das

Bodelschwingh besonders am Herzen liegt. Aber das heißt

nicht nur, für jede Anforderung eine Lösung parat zu haben.

Gerade die jüngsten Innovationen bringen vor allem den

Faktor „Emotion“ ins Spiel. Paradebeispiel ist die „Skyline

Edge“, die durch Liftfunktion, Effektbeleuchtung und ggf.

Sound noch weiter aufgewertet wird. Technische Raffinessen

und gewollte Showeffekte, mit denen sich aus dem rein funktionalen

ein Lifestyle-Objekt generieren lässt. Trading-up

par excellence.

Dass Design heute eine wichtige Rolle spielt, ist selbstredend.

Weitere Innovationen sind die zum Patent angemeldete

„Backflow“-Technik, bei der durch Sekundärbelüftung

ein Teil der Luftmenge zur Ansaugöffnung des Dunstabzugs

gelenkt wird und damit die Effizienz steigert und Kondensat

verhindert. 2017 kam noch „Berbel Connect“ mit verschiedenen

Steuerungsoptionen dazu: Fernbedienung sowie Steuerung

per App oder Autorun, wobei der Dunstabzug und die

Lichtfunktion automatisch starten, wenn das Kochfeld eingeschaltet

wird. Via KNX-Standard werden die Berbel-Produkte

damit auch Smart-Home-fähig.

Als Highlight sticht zudem die „Skyline Frame“ hervor.

Mit ihren schmalen, mattschwarzen Rahmen aus Quadratrohr

sowie Regalablagen für Gewürze und Co. entspricht

Das Herz von Berbel schlägt in

Rheine, wo das Unternehmen seit

2001 „die Haube ohne Fettfilter“

produziert. Im April übernahm

Karl von Bodelschwingh (Foto)

die Geschäftsführung, weil sich

Vorgänger Peter Ahlmer nach zehn

Jahren nur noch um sein im Jahr

2000 gegründetes Unternehmen

für Anlagenbau (3defacto GmbH)

kümmern will. Bodelschwingh war

von 1995 bis 2011 bei der BSH,

u. a. als CEO in China und

Einkaufsleiter von Kühlgeräten,

danach als Consulter und

Interimsmanager (z. B. für die

Schleich GmbH) tätig.

70 möbel kultur 5/2019


Paradebeispiel für den technischen

und emotionalen Mehrwert ist die

„Skyline“-Linie. Ebenso wie die

„Skyline Edge Sound“ wurde die neue

Deckenlifthaube „Skyline Frame“

mit ihrem Industrial Chic inklusive

Regal und Effektbeleuchtung (o.)

bereits mehrfach mit internationalen

Designpreisen prämiert.

sie dem aktuellen Urban Style und wurde seit der Einführung

im Herbst 2018 bereits vielfach prämiert (u. a. Reddot

Design Award und iF 2019). Gerade weil Wohnen und Küche

immer mehr verschmelzen, sind diese Komponenten gefragt.

Selbst wenn sich die Haube per Fernbedienung aus dem

Blick beamt oder als Muldenlüftung optisch dezent Arbeit

leistet, wird Berbel zum wichtigen Raumgestalter. Dies alles

bei hoher Leistung und Langlebigkeit, die das Unternehmen

mit fünf Jahren Garantie zusichert. Ein externes Prüfinstitut

bestätigt, dass Berbel-Hauben auch nach zehn Jahren noch

die gleiche Fettabscheidung leisten wie am Anfang.

Dass der eingeschlagene Weg richtig ist, belegen die

Erfolgszahlen – bei jährlichen Zuwächsen zwischen 15 und

20 Prozent. Mit 160 Mitarbeitern erwirtschaftete das 2001

gegründete Unternehmen im vergangenen Jahr 50 Mio. Euro.

Alles wird am Standort Rheine produziert. Seit Januar gilt

dies ebenso für die Hauben von Homeier, denn die Manufaktur

in Regensburg (2014 übernommen) hat sich nicht mehr

rentiert. Doch wichtige Produkte aus dem Sortiment, wie

das Downair-Modell „Mistral“, bleiben weiterhin erhalten.

Zwar werden Antriebe und Steuerungsmodule zugekauft,

aber vieles wird im Rahmen der „verlängerten Werkbank“

produziert – und die eigene Fertigungstiefe steigt stetig.

Sogar die EBM-Pabst-Motoren werden spezifisch für Berbel

angepasst. Die entscheidende Wertschöpfung wird in Rheine

generiert, betont dazu Bodelschwingh. Bis zu 620 Einzelteile

5/2019 möbel kultur 71


KÜCHE

BSH: Bilanz mit Makeln – und neuen Ansätzen

Mit digitalem Ökosystem

zum globalen Vorreiter

Aus Sicht der BSH ist die Welt alles andere als berechenbar. Konjunkturschwächen in zentralen

Märkten wie China und Türkei in Verbindung mit Währungsturbulenzen führten zu einem deutlichen

Minus in der Gesamtbilanz 2018. Aber auch hierzulande läuft es nicht mehr so rund. Nach acht Jahren

konsequenten Wachstums brach der Umsatz (13,4 Mrd. Euro) um über drei Prozent ein. Im volatilen

Wettbewerbsumfeld gilt es nun erst recht, den innovativen Vorsprung zu demonstrieren. Für die BSH

heißt dies: Das Profil als „Hardware+“-Unternehmen im Blick behalten und über die pure Gerätetechnik

hinaus digitale Services für die vernetzte Küche massiv ausbauen.

„Wir wollen zum Branchenführer für

digitale Services in der vernetzten

Küche werden“, lautet die Ansage

der BSH-Geschäftsführung auf dem

weiteren Weg zum „Hardware+“-Unternehmen.

Oben v.l.: Silke Maurer (seit 1.

März COO), Karsten Ottenberg (Vors.),

Matthias Ginthum (Marketing) und

Johannes Närger (CFO).

Angesichts des schwierigen

Marktumfelds habe sich die

BSH noch gut geschlagen, versuchte

CEO Karsten Ottenberg zur

Bilanz-Pressekonferenz am 11. April

den Schatten über der 2018er Bilanz

aufzuhellen. Immerhin gehört der

Konzern mit seinen 13,4 Mrd. Euro

Umsatz, 42 Fabriken und 61.000

Mitarbeitern weiterhin zur Weltspitze

der Hausgeräteproduzenten.

Ungeachtet dessen, wie das Ranking

von Whirlpool, Electrolux sowie den

chinesischen Multikonzernen Haier

und Hisense hinsichtlich der relevanten

Geschäftszweige im Detail

aussieht. Doch während die Mit-

bewerber trotz eigener Probleme

demonstrativ ihren globalen Siegeszug

feiern, müssen die Einbrüche in

München erst einmal verdaut werden.

In den jeweiligen Landeswährungen

gerechnet, wurde 2018 zwar

ein Plus von einem Prozent erzielt,

doch in Euro waren es 3,2 Prozent

weniger Umsatz als im Vorjahr. Und

dies bedeutet in Summe ein Verlust

von 430 Mio. Euro. Wie sich dies auf

das EBIT auswirkte, darf die BSH seit

der Komplettübernahme durch die

Bosch-Gruppe nicht mehr verraten.

Für die vergleichsweise negative

Umsatzentwicklung führte CFO

Johannes Närger auf der Pressekonferenz

mehrere Hintergründe

an. Faktor 1: die Türkei. Wenn in

einem solch wichtigen Kernmarkt

der Konsum nachlässt und zugleich

die türkische Lira ihren Wert einbüßt,

schlägt dies gleich doppelt zu

Buche. Parallel zum Zickzackkurs

des Rubel sank auch der Umsatz

in Russland, sodass die Region

T-MEA-CIS (Türkei, Naher Osten,

Afrika, Russland und GUS) in Euro

16 Prozent weniger erwirtschaftete

(+3,7 Prozent in lokaler Währung).

In der Region Greater China (China,

Hongkong, Taiwan) – hier ist die

BSH inzwischen der drittgrößte bzw.

der größte nicht-chinesische Haus-

92 möbel kultur 5/2019


geräteanbieter – dämpfte der Handelsstreit

mit den USA die Nachfrage.

Folge: 5,7 Prozent weniger Umsatz

bzw. -3,4 Prozent in lokaler Währung.

All dies konnten Zuwächse in

einzelnen Märkten wie Nordamerika

(+2,5 Prozent) und Asien-Pazifik

(+11,3 Prozent) nicht kompensieren.

Europa, wo rund die Hälfte

des Gruppenumsatzes erzielt wird,

gilt als relativ stabil. Doch auch hier

registrierte der Konzern – trotz der

Marktanteilsgewinne in Frankreich,

Italien und den Niederlanden sowie

osteuropäischen Ländern – ein

Minus von 1,2 Prozent. Verantwortlich

dafür waren vor allem Großbritannien

und Deutschland. Allein

der Heimatmarkt habe mit etwa zwei

Prozent Umsatzverlust den Schnitt

nach unten gezogen.

Abgestraft wurde der Konzern

auch in Frankreich für die Kartellabsprache,

die einen „niedrigen einstelligen

Millionenbetrag“ gekostet

hat. Bewusst kalkuliert wurden die

Einbußen im Bereich Kleingeräte

(-11,2%), da sich die BSH hier von

nicht mehr lukrativen Geräten verabschiedet

hat. In Spanien wurde

eine ganze Bügeleisen-Produktion

geschlossen. Geräte wie Kaffeeautomaten

oder die „Mum“-Küchenmaschine

von Bosch mit individuellem

Als Global Player muss sich die BSH an ganz unterschiedlichen

Markterfordernissen ausrichten. Am weitesten beim Thema

Digitalisierung ist China. Oben links: Mit dem PAI-Projektor wird

die Arbeitsfläche zum „Touch-Screen“ mit Zugang zu Internet.

Der Side-by-Side von Siemens sorgt via Kameras, Objekterkennung

und (RFID-)Funkchips für automatisches

Foodmanagement.

Ab 2020 werden sämtliche Geräte der BSH Connectivityfähig.

Die Intelligenz steckt im „SystemMaster“ – ein neuer

Mikroprozessor, der eine einheitliche Softwarearchitektur,

auch für weitere Partner, ermöglicht.

Den Indoor-Kräutergarten

„Smart Grow“ gibt es in

zwei Größen für bis zu

sechs Saatkapseln – nach

Österreich soll er noch dieses

Jahr in Deutschland starten,

demnächst auch App-gesteuert.

Rechts: Innovation

für Schwellenländer – der

„Ignite“ von Bosch kocht

schneller und gesünder.

5/2019 möbel kultur 93


5 I 2019

DIENSTLEISTER

Touren

optimieren

Mehr Tempo, Transparenz

und Serviceorientierung

in der Auslieferung

Foto: Sahachatz/ Shutterstock.com

Dropshipping

zur Profilierung

Hermes Einrichtungs Service setzt

auf Qualität und kurze Lieferzeiten

/// Thomas Frey: Shop-Digitalisierung richtig angehen /// Sauter+Held: Mehr Zeit für den

Kunden /// POS Service Group: Berufsbild Aufmaßtechniker /// Kohlhepp: In Mitarbeiter

investieren /// 2020: Virtuelle Werkzeuge /// PIM-Systeme: Dreamteams für den Handel

/// KPS: Fit für die Zukunft machen /// Decod: 3D und CGI-basierte Contentstrategien


DIENSTLEISTER

Foto: Zapp2Photo / Shutterstock.com

Potenziale

in der Logistik

Vom boomenden E-Commerce-Geschäft verspricht sich die Logistik-

Branche noch so einiges. Gleichwohl stoßen die Anbieter bereits heute,

vor allem beim Thema Auslieferung, an ihre Grenzen. Das Transportaufkommen

wächst kontinuierlich, der Fahrermangel nimmt dramatisch

zu, Maut- und Dieselkosten steigen und der digitale Datenaustausch

zwischen Handel, Industrie und Logistikdienstleister lässt oftmals noch zu

wünschen übrig. Zudem steht die Branche im Bereich Möbel in Konkurrenz

zu anderen Wirtschaftszweigen, die häufig bessere Arbeitsbedingungen

bieten und in der Lage sind, höhere Löhne zu zahlen. Und das alles treibt

den Handel um, der mit dem „Mangel“ leben muss und seine Kunden

trotzdem bestmöglich beliefern will.

Die Krause Home Company aus Hildesheim setzt auf innovative Softwarelösungen,

um die Tourenplanung zu optimieren, um mehr Tempo, Transparenz

und Serviceorientierung in der Auslieferung zum Endkunden zu

erreichen. Denn die Verbraucher sind durch Amazon & Co. verwöhnt,

Same-Day-Delivery ist bei ihnen längst kein Fremdwort mehr. Der Hermes

Einrichtungs Service weiß das, und will helfen, die Lieferzeiten mit Hilfe

von Dropshipping, das heißt durch den Direktversand zwischen Möbelproduktion

und Endkunden, erheblich zu verkürzen. Denn das ist längst nicht

mehr nur für den E-Commerce, sondern auch für die stationären Einrichter

eine Möglichkeit, die Prozesse erheblich zu beschleunigen.

Dabei sollten die Mitarbeiter immer im Fokus stehen, denn werden diese

bei Veränderungen von Anfang an mit eingebunden sind sie auch vom

Nutzen neuer Wege überzeugt. Die Firma Kohlhepp aus Bad Kissingen

setzt deshalb nicht nur auf regelmäßige interne Schulungen, sondern auch

auf besondere Ausbildungskonzepte und spezielle Angebote für ausländische

Kollegen. Sicherlich ein gutes Beispiel, wie man mit dem „Mangel“ positiv

umgehen kann.

Top-Themen

in diesem

Dienstleister-Special:

Hermes Einrichtungs

Service: Wenn „billig“ nicht

mehr zieht

Krause Home Company/

Reisewitz: Warum

„Kunden-Tennis“ heute

keine Lösung mehr ist

Kohlhepp-Logistik:

Qualifizierte Mitarbeiter

E-Commerce: So geht man

Shop-Digitalisierung an

Display-Commerce:

Das POS-Dreamteam

KPS: Fit für den Möbelhandel

von morgen

Foto: Sahachatz/ Shutterstock.com

Touren

optimieren

Mehr Tempo, Transparenz

und Serviceorientierung

in der Auslieferung

DIENSTLEISTER

Dropshipping

zur Profilierung

Hermes Einrichtungs Service setzt

auf Qualität und kurze Lieferzeiten

/// Thomas Frey: Shop-Digitalisierung richtig angehen /// Sauter+Held: Mehr Zeit für den

Kunden /// POS Service Group: Berufsbild Aufmaßtechniker /// Kohlhepp: In Mitarbeiter

investieren /// 2020: Virtuelle Werkzeuge /// PIM-Systeme: Dreamteams für den Handel

/// KPS: Fit für die Zukunft machen /// Decod: 3D und CGI-basierte Contentstrategien

5 I 2018

5/2019 möbel kultur 109


INTERNATIONAL

Meble Polska: Hot Spot des polnischen Business

Internationale

Gästegruppen

Mit knapp 22.000 Besuchern schloss die Meble Polska

erneut mit einem guten Ergebnis. Die Gäste kamen

aus 65 Ländern angereist, um sich die Neuheiten der

450 Aussteller anzusehen. Dabei betrug der Anteil

ausländischer Messebesucher schon beachtliche 34

Prozent. Dennoch hat der Erfolg eine Schattenseite.

2

1

3

1 Wieslaw Kus (l.),

Commercial Director von

Befame, mit seinem Team.

Das Unternehmen mit 300

Mitarbeitern richtet sich mit

seinem Sortiment an die

Mitte des Marktes. 2 Ewelina

Wójcik zeigte auf ihrem

Messestand 21 Kollektionen

mit vielen neuen Produkten

3 Marek Liberacki, Inhaber

von Libro, mit Tochter und

Juniorchefin Izabela.

Eine schwächere Wirtschaftskonjunktur

bei unseren wichtigsten

Handelspartnern

beeinträchtigte nicht wesentlich

das Interesse von Möbelkaufleuten

an der diesjährigen Messeedition“,

freute sich Józef Szyszka, Direktor

der Meble Polska über die 22.000

Besucher.

So eng liegen manchmal also

Freud und Leid beieinander: Weil

das Möbelbusiness insbesondere in

Deutschland ein schlechtes Jahr

verzeichnete, waren die Möbelhändler

gezwungen, sich neue

Ware zu beschaffen und sich vor

Ort schlau zu machen, wohin sich

das so wichtige polnische Möbelgeschäft

entwickelt.

„Wie gewöhnlich waren Unternehmer

aus Deutschland die

größte Gruppe unter den ausländischen

Messebesuchern, aber wir

freuen uns auch über die wach-

sende Anzahl von Besuchern, die

aus Osteuropa und aus den neuen

Zukunftsmärkten wie die Vereinigten

Staaten, China, Indien oder die

Vereinigten Arabischen Emirate

nach Poznań kommen“, erläuterte

Szyszka die zunehmende Internationalität.

Den Angaben zufolge

waren wichtige Einkaufsverbände

sowie Vertreter großer Handelsketten

und internationale Großhändler

vor Ort, um ihr Portfolio bei

den 450 Ausstellern weiter auszubauen

und sich Exklusivkollektionen

zu sichern. Insgesamt lag der

Anteil ausländischer Gäste bei 34

Prozent.

Aber auch im Ausstellerfeld

waren neben den zahlreichen polnischen

Produzenten internationale

Unternehmen zu finden. So

zeigten in diesem Jahr auch Hersteller

aus Belgien, China, Estland,

Irland, Italien, Kroatien, Lettland,

Litauen, Russland, der Slowakei,

Ukraine und Weißrussland auf der

Posener Möbelmesse Flagge.

Das Produktangebot reichte von

preisgünstigen Möbeln über

Massivholz-Serien, Polstermöbeln

und Matratzen bis hin zu hochwertigen

Artikeln. Einkäufer großer

Gruppierungen hatten zudem die

Möglichkeit in den sogenannten

„Secret Rooms“ hinter verschlossenen

Türen Exklusivangebote unter

die Lupe zu nehmen und entsprechend

zu ordern. Die Messe bietet

diese Möglichkeit schon seit einiger

Zeit an. In diesem Jahr führte diese

Hilfestellung zur Exklusivität jedoch

zu einer Entwicklung, die der Messegesellschaft

nicht recht sein wird.

Da einige polnische Hersteller mit

Großaufträgen weniger Kunden

vollends ausgelastet sind, machte

eine Messeteilnahme für sie keinen

Sinn mehr.

128 möbel kultur 5/2019


4

7

5

8 9 10

Kapazitäten hatten noch einige

Neuaussteller eher kleinerer Größe,

die aber nicht die Zusammenarbeit

mit Verbänden oder großen Handelsketten

suchten, sondern nach

Einzelkunden Ausschau hielten.

Flankiert wurde die Meble Polska

von der parallel stattfindenden

„Home Decor“, die sich auf Artikel

aus den Bereichen Dekoration,

Beleuchtung, Wohntextilien sowie

Ausstattungsartikel für Küche und

Bad konzentrierte. Unter dem Motto

„TransFormation“ zeigte daneben

die elfte Ausgabe des Formates

„Arena Design“, die Veränderungen

beim Möbel-Design auf.

Insgesamt belegte die Messe elf

Hallen mit einer Ausstellungsfläche

von 62.000 qm und die polnischen

Hersteller hatten sich für ihr Branchen-Event

ordentlich ins Zeug

6

gelegt. Schließlich ging es darum,

nach einem schwachen gesamteuropäischen

Möbeljahr gute Abschlüsse

zu erzielen. Unterstützung erhielten

sie dabei von der zuständigen Ministerin

für Unternehmertum und

Technologie, Jadwiga Emilewicz. Im

Rahmen der Pressekonferenz erläuterte

sie die Zielsetzungen der Markenstrategie

der polnischen Möbelbranche.

Mit Hilfe der Regierung

und modernen Fertigungstechnologien

sollen der Bekanntheitsgrad

und die Wettbewerbsfähigkeit der

polnischen Möbel auf internationalen

Märkten gestärkt werden, um

auf diese Weise höhere Margen zu

erzielen. Das bedeutet aber auch:

Mit dieser Strategie verabschieden

sich die Polen zunehmend aus dem

Preiseinstieg. Trading-up ist angesagt,

womit der Qualitätsdruck weiter

zunimmt.

Die nächste Ausgabe der Meble

Polska findet vom 25. bis 28. Februar

2020 in Poznań statt.

SASCHA TAPKEN

www.meblepolska.pl

Stimmige Inszenierungen bei Meble

Vox (4) und Forte (5). 6 Auch der

Onlineanbieter Tylko war mit seinem

Regalsystem vor Ort. 7 Tetiana

Yablonska, Juniorchefin des

ukrainischen Herstellers Meble

bionski, spricht fließend deutsch,

was nicht zuletzt dabei helfen soll,

auf dem deutschen Markt mehr

Handelspartner zu gewinnen.

8 Bega-Chef Dieter Hilpert hat auf

der Meble Polska kaum Zeit zum

Durchatmen – mit dem eigenen

Stand ist die Gesprächstaktung noch

enger geworden. 9 Halina Kasprzyk,

Geschäftsführerin von Personal-

Arena sieht die polnische Möbelbranche

vor großen Herausforderungen.

10 Messe-Chef Józef Szyszka

zeigte sich mit dem Ergebnis der

Veranstaltung zufrieden.

5/2019 möbel kultur 129


+ 35 %

mehr Mitglieder!

+ 45 %

mehr Umsatz!

Über Durchschnitt!

+ 45 % mehr Umsatz, + 35 % mehr Mitglieder –

wir freuen uns über ein kontinuierliches und überdurchschnittliches

Wachstum in den letzten 5 Jahren.

Als einem der am stärksten wachsenden Verbände für Küchenspezialisten vertrauen uns

bereits 475 Mitglieder. Sie möchten gemeinsam mit uns erfolgreich die Zukunft gestalten?

Oder Sie wollen sich selbstständig machen? Dann sollten wir miteinander reden.

Wir freuen uns auf Ihren Anruf: +49 (0) 5242 409-126

Mehr Informationen auf kuechenareal.de

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