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möbel kultur 07/19

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ZKZ 4937

7 I 2019

MAGAZIN FÜR DAS MÖBEL-BUSINESS

Möbelpalast

voller Emotionen

Rieger verführt in Heilbronn

mit Architektur und Gefühl

Stühlerücken

Foto: Jab „Climatex“

Neue Strategien und

Denkmuster – Personalsuche in

Zeiten des Fachkräftemangels

NEUE SERIE

MITARBEITER

IM FOKUS

EHI: 34 Mrd. Euro Möbelumsatz

VDM/VHK: Gemeinsame Zukunft

Outdoor: Mit Exklusivität punkten

Ponsel: „Wir müssen anders sein“

EMV: Beratung mit Fingerspitzengefühl

International: Der indische Möbel-Boom


DARÜBER

AKTUELLWIRD GEREDET

VDM und VHK Herford

Gemeinsame

Zukunft

Nach langer Anbahnung fand am 2. Juli im

MartA Herford ein Pressegespräch über

die Zukunft der deutschen Möbelindustrieverbände

statt, zu dem der VDM und die

Herforder Möbelverbände gemeinsam

geladen hatten. Dementsprechend fiel die

Kernaussage der Spitzenvertreter dann

auch aus. Die Verbände der Möbelindustrie

arbeiten künftig an den beiden Standorten

Herford und Bad Honnef eng zusammen.

„WIE SOLL DAS GESCHEHEN?“,

fragte der scheidende VHK-Hauptgeschäftsführer

Dr. Lucas Heumann

nicht ohne Hintergrund. Denn bisher

war das Verhältnis der Möbelverbände

in Herford und Bad Honnef

nicht immer frei von Rivalitäten.

„Zum einen durch eine personelle

Verzahnung von VDM und Herforder

Verbänden sowie zum anderen

durch eine bessere Koordinierung

der Serviceleistungen der beteiligten

Verbände“, sagte er. „Personell hat

dies mit den Kollegen Jan Kurth und

Klemens Brand zu tun, die – mit klar

abgegrenzten Aufgabenfeldern – in

Zukunft für die verbandlichen Aktivitäten

in Herford verantwortlich

sein werden.“ Diese Struktur wird

ohne Dr. Heumann Realität werden,

da er selbst zum 31. Januar 2020 in

den Ruhestand geht. „Sodass bereits

aus diesem Grund eine personelle

Neubesetzung der Geschäftsführungsfunktionen

zwingend war, die

ich bislang wahrgenommen habe.“

JAN KURTH FÜHRTE weiter aus:

„Die satzungsmäßigen Voraussetzungen

wurden geschaffen, so dass

es ab 2020 zwei gleichberechtigte

Geschäftsstellen des VDM in Bad

Honnef und in Herford gibt. Die

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

an beiden Standorten werden

zudem operativ miteinander verzahnt

und arbeiten künftig

enger zusammen.“ Diese

neue Struktur solle einerseits

dazu beitragen, Doppelarbeiten

zwischen VDM und den

Fachverbänden in Herford

zukünftig zu vermeiden und

andererseits die vorhandenen

finanziellen und personellen

Kapazitäten noch effizienter

für die Unternehmen

der Branche einzusetzen.

Dies alles geschehe in enger

Abstimmung mit allen möbelspezifischen

Mitgliedsverbänden

des VDM in Deutschland

und werde die Branche enger

zusammenbringen.

WIE DIE KOMPETENZEN

im Detail aufgeteilt werden,

erläuterte Dr. Heumann auch

mit einem Rückblick auf

mehr als zwei Jahrzehnte strategischer

Verbandsarbeit: „Ich

habe in den letzten 23 Jahren

den hoffentlich erfolgreichen

Versuch unternommen, die

Geschäftsstelle in Herford

weiterzuentwickeln zu einem Zentrum

serviceorientierter Dienstleistungen

für Mitgliedsunternehmen.“

Dazu gehöre das Thema Statistik

mit einer Vielzahl von internen und

höchst aktuellen statistischen Erhebungen

genauso wie der Schwerpunkt

Digitalisierung. Diesem sei

vor 20 Jahren durch Gründung des

DCC begegnet worden – noch lange

bevor das Wort „Digitalisierung“ in

aller Munde gewesen sei.

„Wir haben juristische Kompetenzen

bei der Überprüfung von

Einkaufsbedingungen des Handels

aufgebaut, uns mit Fragen des

Kartell rechts befasst und sind gerade

dabei, ein System von Compliance -

Richtlinien für die Branche zu entwickeln

und den Mitgliedsfirmen

anzubieten. Dieses Serviceangebot

wollten wir bei der anstehenden

Strukturdiskussion nicht nur erhalten,

sondern es stärken und zum

Alte und neue Kräfte der deutschen

Möbelindustrieverbände

(v. l.): Der zukünftige Geschäftsführer

in juristischen Fragen,

Klemens Brand, der scheidende

Geschäftsführer der Herforder

Verbände, Dr. Lucas Heumann,

und Jan Kurth, jetziger VDM-

Geschäftsführer, der zukünftig

auch Leitungsfunktionen in

Herford übernimmt.

Wohle von Branche und Mitgliedsunternehmen

weiter steigern.“

KLEMENS BRAND WIRD als

langjähriger Mitarbeiter in der

juristischen Abteilung des VHK zu

Fragen des Arbeitsrechts, des Tarifrechts,

der AGB-Kontrolle und des

Wettbewerbsrechts verantwortlich

sein. „Das soll bitte nicht dahingehend

missverstanden werden,

dass er das alles selbst machen soll“,

schob Dr. Heumann schützend ein.

Zu Fragen der AGB-Kontrolle und

des Wettbewerbsrechts wird z. B.

demnächst ein neuer Mitarbeiter

in Herford dazustoßen – allerdings

werde Herr Brand verantwortlicher

Geschäftsführer für diese Aufgabenfelder

sein. „Er ist eine perfekte

Besetzung, da er seit vielen Jahren

in Fragen des Arbeits- und Tarifrechts

tätig ist mit hoher Akzeptanz

bei unseren Mitgliedsunter-

12 möbel kultur 7/2019


nehmen – und gelegentlich zum

Leidwesen der Gewerkschaften.“

Diese Anspielung auf dessen Verhandlungsgeschick

wollte sich

Dr. Heumann nicht verkneifen.

FÜR ALLE WEITEREN Verbandsthemen

wird Jan Kurth verantwortlich

sein, also insbesondere

für möbelspezifische Fragen

in der Region Ostwestfalen-Lippe.

Dazu gehören auch Messefragen in

der Region sowie die Zusammenarbeit

mit regionalen Bildungseinrichtungen.

Dieser Punkt sei

besonders wichtig, da inzwischen

in der Holz- und Möbelindustrie

Westfalen- Lippes der Fachkräftemangel

akut zu spüren sei. Daher

müsse möglichst schell eine Qualifizierungsoffensive

starten. Mit einer

privaten Bildungseinrichtung werden

deshalb zurzeit neue Angebote

erarbeitet, bemühe sich der Verband

um Qualifizierungsmaßnahmen für

ungelernte Arbeitskräfte.

Eine weitere zentrale Aufgabe von

Jan Kurth sei die Kontaktpflege zu

Vertretern der Kommunal-, Regional-

und Landespolitik. „Insofern

bin ich sicher, dass Herr Kurth die

sehr enge Vernetzung mit entsprechenden

politischen Instanzen pflegen

und im Interesse der Branche

fördern wird“, betont Dr. Lucas

Heumann.

DAVON IST AUSZUGEHEN, denn

wer den Enthusiasmus von Jan Kurth

im persönlichen Gespräch erlebt,

weiß, dass er viel bewegen will:

„Auch wenn die vor uns liegende

Zeit sicherlich gerade in der Übergangsphase

eine Herausforderung

darstellt, freue ich mich sehr auf diese

Aufgabe und bin voller Tatendrang,

meine gesamte Kraft für die Branche

einzusetzen“. SASCHA TAPKEN

FACTS

❯❯

Verband der Deutschen Möbelindustrie

(VDM) in Bad Honnef

(Dachverband) und der möbelrelevante

Teil des Regionalverbandes

NRW in Herford (VHK)

❯❯

Das neue Konstrukt wird mit dem

Ruhestand von Dr. Lucas Heumann

zum 31. Januar 2020 unter eine einheitliche

Leitung gestellt.

❯❯

Arbeitsteilige Leitung ab Jahresende

2019 durch Jan Kurth und Klemens

Brand

❯❯

Künftig mit zwei gleichberechtigten

Geschäftsstellen in Bad Honnef und

Herford

www.vhk-herford.de

www.moebelindustrie.de

7/2019 möbel kultur 13


TOP-THEMA/RIEGER

Symbiose aus

Tradition & Innovation

Schwungvoll erhebt sich das beeindruckende Gebäude, das mit über 25.000

Aluminiumschindeln in sechs Kupfertönen verkleidet ist, aus der Landschaft der

Neckarauen. Der neue Rieger – vis-à-vis zu XXXL Bierstorfer – will Zeichen setzen.

Und das nicht nur mit der außergewöhnlichen Architektur, sondern auch in der

Innengestaltung, aus ökologischer Sicht und mit einem durchgängigen Kommunikationskonzept

jenseits von pauschalen Rabatten. Die „möbel kultur“ war vor Ort.

In einer mitreißenden, sehr

persönlichen Rede zur Eröffnung

traf Benno Rieger sowohl

den richtigen Ton für die

Mitarbeiter, als auch für die

zahlreichen Gäste aus Politik,

Industrie und dem Verband.

FACTS

❯❯

Möbel Rieger, Im Neckargarten 16,

74078 Heilbronn

❯❯

Geschäftsführung: Benno Rieger,

Jürgen Schönicke, Jacques Kanceljak

❯❯

Ausstellungsfläche: 36.500 qm

❯❯

Architektur: Blocher Partners,

Stuttgart

❯❯

Projektsteuerung: Bosch & Partner,

Göppingen

❯❯

Ladenbau: Dechering, Vreden

www.moebel-rieger.de

Benno Rieger traut sich was.

Sein neues Flaggschiff segelt

allein unter der Marke Rieger,

obwohl das Unternehmen in Heilbronn

zu den Newcomern zählt und

somit auf keinen Bekanntheitsgrad

bauen kann. Auf den Zusatz Möbel

verzichtet er. Selbstbewusst und mit

unglaublichem Elan geht das Mitglied

des Einrichtungspartnerrings

VME daran, die Herzen der Heilbronner

mit verschiedenen Maßnahmen

zu erobern.

Schon die Fassade mit über

25.000 gebogenen Alu-Schindeln in

sechs verschiedenen Kupfertönen,

die nach einem Computer-Algorithmus

ihre ganz speziellen Plätze auf

der Front gefunden haben, beeindruckt.

Sowohl bei Tageslicht als

auch in den Abendstunden strahlt

das skulpturale Gebäude mit der

changierenden Verkleidung einen

warmen, einladenden Eindruck aus.

Die mosaikartige Gestaltung der

Fassade realisierte die Firma Reinhardt

aus Bad Rappenau. „Niemand

sonst hat es gewagt“, freute sich

Benno Rieger in seiner Eröffnungsrede.

Darüber hinaus fügt sich das

von Blocher Partners aus Stuttgart

geplante Gebäude schwungvoll in

die Landschaft der Neckarauen ein.

Offen und großzügig mit viel

natürlichem Licht gestaltet sich der

Innenraum des dreigeschossigen

Komplexes, der über Rollbänder

und -treppen erschlossen wird. Der

von Hermann Dechering aus Vreden

realisierte Ladenbau wurde transparent

und mit fließenden Übergängen

umgesetzt und bietet den Kunden

so die Möglichkeit, die Blicke in

die einzelnen Abteilungen schweifen

zu lassen. Und weil die Ausstellung

abwechslungsreich gestaltet ist, fällt

dem Besucher die Großfläche mit

36.500 qm gar nicht auf. Überall

sorgen hängende Gärten für eine

angenehme Atmosphäre.

Für Benno Rieger ist klar, was der

Kunde im Möbelhaus 2.0 wünscht:

„In dieser digitalen Welt erwartet er

Emotionen.“ Damit meint Rieger

Fotos: Wolfgang List und möbel kultur

24 möbel kultur 7/2019


Großzügig gestaltet sich der

neue Rieger im Innenraum.

Oberlichter und ein ausgefeiltes

Beleuchtungskonzept

sowie Schaufenster sorgen für

eine angenehme Atmosphäre.

7/2019 möbel kultur 25


TOP-THEMA/FACHKRÄFTEMANGEL

Fotos: christophniemannfotografie

Begegnung

auf Augenhöhe

Der Fachkräftemangel zählt zu den drängendsten Problemen im

Mittelstand. Was können Unternehmen tun, um geeignete Bewerber

zu finden und was müssen sie bieten, um diese dann auch zu

halten? Antworten auf diese wichtigen Fragen lieferte der Experten-

Round table bei den „möbel kultur insights“ in Hamburg.

28 möbel kultur 7/2019


Der deutsche Mittelstand hat

seit Jahren damit zu kämpfen,

geeignete Mitarbeiter

zu finden. Jetzt hat sich die Situation

weiter verschärft. Laut einer

aktuellen Studie der DZ Bank und

des Bundesverbandes der Deutschen

Volksbanken Raiffeisenbanken

(BVR) gaben 96 Prozent

der hiesigen Unternehmen an, vom

Fachkräfte mangel betroffen zu sein.

„Ein alarmierender Rekordwert“,

heißt es in der Pressemitteilung.

Denn im Herbst vergangenen Jahres

waren es erst 79 Prozent. „Fachkräftemangel

und Bürokratie haben

sich in den letzten Jahren zu chronischen

Problemen entwickelt und

betreffen hierzulande immer mehr

Unternehmen“, erklärt Uwe Berghaus,

Firmenkundenvorstand der

DZ Bank. „Der Fachkräftemangel

beschäftigt den Mittelstand wie kein

anderes Thema und erstreckt sich

über alle Branchen und Regionen.“

Entsprechend gebeutelt ist auch

die Möbelbranche. Ob in der Industrie,

im Handel oder in der Logistik

– geeignete Mitarbeiter sind

Mangelware. Und sie zu finden,

nicht leicht. „Ich glaube, dass viele

junge Menschen die Möbel branche

für einen Berufseinstieg gar nicht

im Kopf haben, weil sie nicht

damit aufgewachsen sind, dass ein

Angehöriger in dem Zweig arbeitet“,

erklärt dazu Eva Brotz von der

Brotz Unternehmensgruppe. Sie

diskutierte auf den „möbel kultur

insights“ in Hamburg gemeinsam

mit Frank Goerlich, Goerlich Consult,

Carsten Meinders, Hermes

Einrichtungs Service, Christoph

Porsch, Porsch Unternehmensberatung

sowie Rita Breer und Sascha

Tapken von der „möbel kultur“ im

Rahmen eines Roundtables, wie

man dem Fachkräftemangel gegenübertreten

sollte.

Um einen Einblick darin zu

erhalten, warum sich junge Menschen

für einen Einstieg in den

Möbel-Sektor entschlossen haben

und ob dieser eine vielleicht nur

zweite Wahl war, verrieten drei

Absolventen der Fachschule des

Möbelhandels (Möfa) Frederick

Denzinger, Kathrin Petersen und

Friederike Schüssel ihre Motivation.

So freut sich Katrin Petersen, nach

20 Jahren „Elternzeit“ eine Chance

als Wiedereinsteigerin erhalten zu

haben. Ihr Arbeitgeber unterstütze

sie bei ihrem entsprechenden Trainee-Programm

an der Möfa und

gibt ihr damit einen weiteren Motivationsschub.

Friederike Schüssel

hatte es dagegen schwer, als gelernte

Raumausstatterin im Handwerk Fuß

zu fassen. Sie fand den Weg in die

Möbelbranche und belegte zwei

Semester an der Möfa, um ins Thema

einzutauchen. Eher durch Zufall landete

dagegen Frederick Denzinger

im Möbelhaus. „Das Unternehmen

hat gleich auf meine Bewerbung

reagiert“, fasste er zusammen. Nach

seiner Ausbildung machte es ihm

dann das Angebot, sich in Köln an

der Möfa weiter zu qualifizieren.

Für die Gewinnung neuer Fachkräfte

ist die Ansprache enorm

wichtig. Ebenso wie die Auswahl

der Kanäle, über die diese erfolgt.

Das bestätigte im Anschluss auch

Eva Brotz: „Wir hatten die Mitarbeitersuche

immer sehr konventionell

gehalten und Anzeigen in Zeitungen

und regionalen Blättern geschaltet.

Allerdings mussten wir feststellen,

dass die Annoncen nicht mehr bei

potenziellen Bewerbern ankommen.

Über diesen Kanal erreichen wir

kaum noch Menschen, insbesondere

keine jungen.“ Deshalb habe

sich das Unternehmen entschieden,

neue Wege einzuschlagen.

„Jetzt suchen wir über Facebook.

Wir wollen aber auch über andere

Social Media Kanäle wie Instagram

um neue Mitarbeiter werben, indem

wir über unser Unternehmen kommunizieren

und zeigen, was wir

den Beschäftigten alles bieten.“

Wichtig sei es, ein positives Bild

des Unternehmens nach außen zu

tragen. Dabei käme insbesondere

auch den Angestellten eine bedeutende

Rolle zu. „Aus Feedback-Gesprächen

mit den Auszubildenden

weiß ich, dass diese untereinander

auch privat und in der Schule viel

über die Arbeit reden. Erfahren die

Menschen im Unternehmen eine

Wertschätzung, garantiert das eine

gute Außenwerbung. Darüber können

wir viel gewinnen.“

So sieht es auch Carsten Meinders:

„Für ein in der Branche

bekanntes Unternehmen ist es wichtig,

dass die Menschen von allein auf

die Firma zukommen – und zwar

weil sie Positives über den Umgang

mit der Belegschaft erfahren haben.

Dieses Ziel erreicht man nur, wenn

man die Mitarbeiter fair und respektvoll

behandelt.“

Anhand einer Studie des Kraftfahrtbundesamtes

machte Meinders

zudem deutlich, wie angespannt

die Lage in der Logistikbranche ist:

„Eine Million Berufskraftfahrer sind

älter als 45 Jahre. Mit 60 scheiden

sie aus dem Berufsleben aus. Das

heißt, dass jedes Jahr 65.000 Fahrer

gehen, während nur 27.000 nachrücken,

die ausgebildet werden.

Wir verlieren im Jahr also 40.000

Berufskraftfahrer. Und diese müssen

Fachkräftemangel

M I TA R B E I T E R

I M

Links: Diskutierten über

Möglichkeiten, neue

Mitarbeiter zu gewinnen und

zu halten: Sascha Tapken,

möbel kultur, Frank Goerlich,

Goerlich Consult, Rita Breer,

möbel kultur, Carsten Meinders,

Hermes Einrichtungs Service,

Eva Brotz, Brotz Unternehmensgruppe,

und Christoph

Porsch, Porsch Unternehmensberatung

(v.l.). Unten: Kathrin

Petersen, Friederike Schüssel

und Frederick Denzinger von

der Möfa (v.l.), erklärten

Sascha Tapken, warum sie

einen Einstieg in die Möbelbranche

wählten.

FOKUS

7/2019 möbel kultur 29


TOP-THEMA/ROHRER

Umdenken

erforderlich

Der Fachkräftmangel ist eine der größten

Herausforderungen für die Branche.

Dabei hilft es bei Perso nalproblemen

nicht in Panik aus zubrechen, sondern

einen kühlen Kopf zu bewahren. Denn

wer gute Mitarbeiter gewinnen will, muss

neue Strategien und Denkmuster verfolgen,

weiß Thaddäus Rohrer, Inhaber

der gleichnamigen Personal beratung,

der mit seinem Kooperations partner

Dipl.-Kfm. Rudolf Ostermann die gesamte

Einrichtungsbranche betreut.

Bestens vernetzt in der Möbelbranche

ist Thäddäus Rohrer, der mit

seinem Team von vier Mitarbeitern

und seinem Kooperationspartner

Rudolf Ostermann (r.) aktiv

Mandanten und Kandidaten

treffsicher zusammenbringt.

Menschen verfolgen

immer seltener einen

linearen Lebenslauf und so

sind auch Branchenwechsel

üblicher denn je.


Rudolf Ostermann, Inhaber Rudolf Ostermann Consulting

32 möbel kultur 7/2019


Die Attrakti vität der Branche

für junge Talente nimmt deutlich

ab, insbesondere im Handel.


Thaddäus Rohrer, Inhaber Rohrer Unternehmensberatung

Personalberatung

M I TA R B E I T E R

I M

FOKUS

möbel kultur: Welchen personellen He -

rausforderungen begegnen wir aktuell

und zukünftig in der Möbelbranche?

Thaddäus Rohrer: Es ist notwendig,

tradierte Verhaltensmuster bei der

Mitarbeitersuche abzustellen. Personalentscheider

fokussieren sich weiter

sehr stark auf die Fachkompetenz

des Bewerbers. Das übliche Vor gehen:

Aus der beruflichen Vita des Kandidaten

werden Rückschlüsse auf die

Erfolgswahrscheinlichkeit in der

Zukunft gezogen. Unterschiedliche

Aufgabenfelder, die Unternehmensstruktur

und die eigene Persönlichkeitsstruktur

machen Erfolg aber

nicht einfach übertragbar. In der Vergangenheit

erzielte Erfolge bedeuten

nicht automatisch, dass sie sich in

Zukunft wiederholen lassen. Die

Resultate sind bestenfalls ein Indikator,

sich die Situation genauer anzuschauen.

Was wir prüfen: In wieweit

der Bewerber seine Herangehensweise

auf das neue Unternehmen

übertragen kann.

Rudolf Ostermann: Wir erleben verstärkt

einen Rückgang von typischen

Kandidaturen, die unsere Mandanten

nachfragen. Der Hintergrund:

Menschen verfolgen immer seltener

einen linearen Lebenslauf und so

sind auch Branchenwechsel üblicher

denn je.

möbel kultur: Wie dramatisch ist der

Fachkräftemangel wirklich? Im Handel?

In der Industrie?

Thaddäus Rohrer: Natürlich erleben wir

an einigen Stellen einen deutlichen

Mangel an guten Leuten, vor allem im

Bereich Logistik, Service und E-Commerce.

Die Attrakti vität der Branche

für junge Talente nimmt deutlich ab,

insbesondere im Handel. An anderen

Ecken sind die Probleme oft hausgemacht.

Ich kann nicht erwarten,

dass es stets genügend talentierte

Menschen auf dem Markt gibt, die

genau meinen Anforderungen entsprechen.

Wenn sich diese aber nicht

am Markt finden lassen, muss ich mir

als Unternehmen Gedanken machen,

wie ich diese selbst ausbilde oder das

Arbeitsumfeld dem Markt anpasse.

Der demografisch bedingte Fachkräftemangel:

Der steht uns noch

bevor, wenn viele der älteren Generation

in Rente gehen und nicht

genügend junge Leute nachkommen.

möbel kultur: Was hat sich im Laufe der

Jahre bei der Personalauswahl verändert?

Rudolf Ostermann: Vor allem der Faktor

Zeit hat sich stark verändert. Stellen

bleiben länger vakant, weil sich

schwer die passenden Fachkräfte

finden lassen, auf der anderen Seite

benötigen Unternehmen deutlich

länger, um eine Entscheidung für

oder gegen einen Kandidaten zu

treffen.

Thaddäus Rohrer: Es scheint stärker

gesiebt zu werden, weil sehr hohe

Anforderungen an die zukünftigen

Stelleninhaber gestellt werden. Wir

bemerken aber auch, dass Unternehmen

uns stärker dabei einbeziehen

das Anforderungsprofil zu erstellen,

wodurch sich manche Situation

entschärfen lässt.

möbel kultur: Welche Personalauswahlkriterien

halten Sie für wirklich relevant?

Welche Hilfsmittel verwenden Sie dafür?

Thaddäus Rohrer: Neben der Vita

schauen wir gezielt auf die Erfolge

des Kandidaten und wie diese

erreicht wurden. Welche Fehler

hat er dabei gemacht und wie ist

er damit umgegangen? Wie kann

er sich ins Team einfügen und wie

geht er mit Konflikten im Team um?

Dazu verwenden wir strukturierte

Fragebögen, um die Vergleichbarkeit

zwischen den Kandidaten zu

erhöhen. Die Antworten auf biografische

und verhaltensorientierte

Fragetechniken zeichnen ein gutes

Bild des Kandidaten. In seltenen

Fällen setzen wir Persönlichkeitstests

ein. Referenzen bekommen ein

höheres Gewicht, denn sie zeigen,

wie gut die Person in ihrem Arbeitsumfeld

vernetzt ist. Weiterbildungen

sind ein weiterer Baustein, da sie auf

die Lernwilligkeit des Kandidaten

hinweist. Und natürlich erfassen wir

im persönlichen Gespräch, wie die

Person sich an das Umfeld anpassen

kann.

möbel kultur: Welche Fehler werden

Ihrer Meinung nach am häufigsten bei

der Personalauswahl gemacht?

Thaddäus Rohrer: Unternehmen selektieren

noch sehr häufig nach Schulnoten,

dabei gibt es nur einen sehr

geringen Zusammenhang zwischen

der Abiturnote und dem späteren

Berufserfolg.

Ein weiterer häufiger Fehler:

Eine Entscheidung rein aus dem

Bauch heraus zu treffen, halte ich

für fatal. Bitte nicht falsch verstehen:

Es geht nicht darum, das eigene

Bauchgefühl komplett auszuklammern,

sondern anderen objektiveren

Methoden einen höheren Stellenwert

zu geben. Das Bauchgefühl

bleibt eine wichtige Facette in der

Personalauswahl.

Rudolf Ostermann: Ebenfalls unangemessen:

Personalentscheider, die

sich für ein Interview nicht systematisch

vorbereiten, werfen ein

schlechtes Bild auf den Kandidaten

und schädigen das Image des Unternehmens.

Sie brauchen mindestens

eine Teilstruktur, nach der Sie das

Interview aufbauen.

möbel kultur: Was muss der Kandidat

neben fachlicher Expertise mitbringen,

um erfolgreich in seinem Beruf zu sein?

Thaddäus Rohrer: Soziale Kompetenz,

Lernfähigkeit, Offenheit gegenüber

Neuem und der Fit in die

Unternehmenskultur sind die

entscheidenden Faktoren in der

Eignungsbeurteilung.

möbel kultur: Wie muss sich die Branche

aufstellen, um weiterhin für Talente

attraktiv zu bleiben?

Thaddäus Rohrer: Die Suche nach dem

Idealprofil versperrt den Blick auf

die Potenziale eines augenscheinlich

nicht hundertprozentig passenden

Kandidaten. Oft erleben wir, dass

die Anforderungsprofile – gerne helfen

wir bei der Erstellung – auf die

eierlegende Wollmilchsau ausgelegt

sind. Wir suchen gezielt nach Kandidaten,

die möglichst dem Anforderungsprofil

entsprechen oder die

das Potenzial haben, sich im Unternehmen

zu entwickeln. So haben

wir schon häufig Menschen zu einer

Karriere verholfen.

möbel kultur: Welche Besonderheiten

sehen Sie im Umgang mit den jüngeren

Generationen?

Thaddäus Rohrer: Ich halte es für

einen Mythos, dass junge Leute so

„anders“ ticken als die ältere Generation:

Sie gehören nach wie vor

zur Gattung Mensch. Sie wollen,

wie jeder auch – wertgeschätzt, gut

geführt, und gefördert werden. Die

jüngere Generation ist natürlich

unter ganz anderen Voraussetzungen

aufgewachsen und das spiegelt

sich auch im Denken und ihrer

Methodik wider.

Rudolf Ostermann: Wir beobachten,

dass die jüngere Generation deutlich

selbstbewusster auftritt, was ihren

Zeiteinsatz für die Firma betrifft

und das auch offen kommuniziert.

Arbeitsstunden wollen nicht mehr

nur abgesessen werden, sondern sie

wollen mit sinnvollen Tätigkeiten

gefüllt werden und sie fordern mehr

Entscheidungsfreiheit.

7/2019 möbel kultur 33


HANDEL/EHI-REPORT

Stationär

treibt E-Commerce an

Der kooperierende Möbelfachhandel hält an seiner Vormachtstellung fest, auch wenn

er langsam Marktanteile verliert. Gleichzeitig gewinnt der Onlinehandel immer mehr

hinzu. Es gilt also, Umsätze zu verteidigen bzw. ein größeres Stück vom Umsatz-Kuchen

abzubekommen, der mittlerweile ein Volumen von 34,14 Mrd. Euro umfasst. Diesen Wert

weist der EHI-Report für 2018 aus, den der Mittelstandsverbund in Auftrag gegeben hat.

Wichtige Ergebnisse daraus lesen Sie exklusiv in der „möbel kultur“.

36 möbel kultur 7/2019


Der digitale Möbelhandel ist

weiter auf dem Vormarsch.

Nachdem die Umsätze im

vergangenen Jahr um 12,5 Prozent

auf 9,63 Mrd. Euro gestiegen sind,

ging es auch zum Jahresstart weiter

bergauf. Laut Bundesverband E-Commerce

und Versandhandel Deutschland

e. V. (BEVH), kletterten sie im

ersten Quartal um 14,5 Prozent auf

2.542 Mio. Euro nach oben. Klar, dass

auch immer mehr stationäre Händler

den Weg ins E-Commerce suchen,

um sich weitere Absatzwege und ein

Stück vom Erfolgskuchen zu sichern.

Das Umsatzpotenzial im Möbelhandel

ist schließlich groß. Laut

EHI-Report 2018, den der Mittelstandsverbund

in Auftrag gegeben

hat, betrug das Marktvolumen zu

Endverbraucherpreisen im vergangenen

Jahr 34,14 Mrd. Euro. Damit

konnte der Wert im Vergleich zu

2017 trotz des allgemein schwierigen

Möbeljahres 2018 gehalten, bzw.

ganz leicht um 0,3 Prozent gesteigert

werden. Im Vergleich zum gesamten

Einzelhandel, der um drei Prozent

zulegte, schnitt der Möbelhandel

allerdings schlechter ab.

Vertrieben werden die Möbel zum

Großteil über den Möbelfachhandel.

Er hält einen Marktanteil von 75 Prozent

und hat seine Position damit

auch 2018 gut verteidigt. Der kooperierende

Möbelfachhandel konnte

dabei einen Umsatz von 20,23 Mrd.

Euro erzielen. Das entspricht einem

Marktanteil von 59,2 Prozent – nach

59,9 Prozent 2017. Der verbandsunabhängige

Facheinzelhandel

erzielte einen Umsatz von 5,5

Mrd. Euro. Damit liegt

der Marktanteil wie

schon 2017 bei

16,1 Prozent.

Branchenfremde Anbieter wie Bauund

Heimwerkermärkte kommen

auf einen Marktanteil von 25 Prozent.

Insgesamt wurden über ihre

Vertriebswege inklusive Direktabsatz

und Großhandel Möbel im Wert von

8,41 Mrd. Euro abgesetzt. Als Gewinner

unter den branchenfremden

Anbietern geht – wie schon in den

Jahren zuvor – der Versandhandel

inklusive Online Pure Player hervor.

Er kommt mittlerweile auf einen

Marktanteil von 9,3 Prozent. Nach

8,4 Prozent 2017 legte er damit um

knapp einen Prozentpunkt zu. Insgesamt

konnte der Versandhandel einen

Umsatz von 3,17 Mrd. Euro erzielen.

Der gesamte interaktive Handel

ist laut BEVH im vergangenen

Jahr um 9,6 Prozent auf 65,1 Mrd.

Euro angewachsen. Am gesamten

Einzelhandelsumsatz hielt der

Bereich E-Commerce 12,5 Prozent.

Möbel und Einrichtungsgegenstände

Foto: Sentavio, Timur Zima, SkyPics Studio/Shutterstock.com

7/2019 möbel kultur 37


HANDEL

EVENT 1

AMAZON

INTERIOR DAY

28. AUGUST 2019

IN HAMBURG

3

4

5

6

Das Line-up für den

„Amazon Interior

Day“: 1 Jan Bechler,

Gründer Finc3 Commerce.

2 Anne Freymuth,

Finc3 Commerce.

3 Dr. Martin Ahnefeld,

Bundesverband Möbelspedition

und Logistik

(AMÖ). 4 Annika Singer,

GfK. 5 Sven Koch, Finc3

Commerce. 6 Frank

Schad, Rauch Möbelwerke.

2

1

möbel kultur events: Doppelpack in der 2. Jahreshälfte

Zwei Top-Events

zum digitalen

Business

Mit gleich zwei spannenden Events in

der zweiten Jahreshälfte können Sie

sich für das digitale Business rüsten.

Beim „Amazon Interior Day“ geht es

um Vermarktungsstrategie für die

Möbelbranche auf Amazon, bei der

„Start-up-Tour“ erkunden wir die digitale

Home-and-Living-Szene Berlins.

Der „Amazon Prime Day“ am

15. und 16. Juli hat nicht nur

wieder für neue Umsatz höhen

gesorgt, sondern darüber hinaus auch

wieder tausende Neukunden enger

an Amazon gebunden. In Deutschland

gewinnt die US- Handelsplattform

somit weitere Marktanteile – auch

im Einrichtungssegment.

Deshalb veranstaltet die „möbel

kultur“ gemeinsam mit den Experten

von Finc3 Commerce am 28. August

den „Amazon Interior Day“ in

Hamburg. Dabei geht es darum, die

Mechanismen, wie Amazon als Distributionskanal

funktioniert, besser

kennenzulernen.

Chefredakteur Sascha Tapken

wird ins Thema einführen, bevor

Finc3-Gründer Jan Bechler über

„Gähnende Leere? Die Handelslandschaft

im Jahr 2025“ sprechen wird.

Für einen Unterbau mit Zahlen,

Daten und Fakten über „Möbel –

Marken – Marktplätze“ sorgt Annika

Singer von der GfK.

Foto: Amazon

42 möbel kultur 7/2019


7

Dr. Martin Ahnefeld vom Bundesverband

Möbelspedition und Logistik

(AMÖ) spricht über Logistik-Lösungen

im Möbel-Commerce.

Ein Best Practice gibt es im

Anschluss von einem Big Player der

Branche. Frank Schad von Rauch

wird darüber reden, welche Chancen

Amazon in der Möbelvermarktung

bietet.

Wie man eine eigene Vertriebsstrategie

für Amazon entwickelt,

erläutert Andreas Bork von Finc3

Commerce, der dabei auf verschiedene

Geschäftsmodelle und auch auf

Konditionen eingeht.

Wie sich SEO und Content-Marketing

auf Amazon optimieren lassen,

erklärt Anne Freymuth von Finc3

Commerce, damit es am Ende nicht

mehr heißen muss: „Warum ist mein

Wettbewerb einfacher zu finden?“

Last not least fragt Sven Koch von

Finc3 Commerce: „Wie hole ich das

Plus-X aus meinen Account?“ Und

geht bei der Beantwortung dieser

Frage auf Promotion- und Marketing-Taktiken

auf Amazon ein.

Die Veranstaltung findet in der

„Ratsherrn Diele“ im Braugasthaus

Altes Mädchen im Hamburger Schanzenviertel

statt. Fußläufig zum Mövenpick

Hotel und der S-Bahn haltestelle

Sternschanze gelegen, ist das „Alte

Mädchen“ bekannt für richtig gutes

Craft Beer und leckeres Essen.

Wer am Vorabend Lust auf ein

lockeres Get-together hat, ist herzlich

in das Restaurant „Südhang“ im

Schanzenviertel eingeladen.

Für den „Amazon Interior Day“

können Sie sich auf der Event-

Website www.holzmann-events.de

anmelden.

Der Herbst wird heiß. Denn dann

begibt sich die „möbel kultur

wieder auf eine digitale Entdeckungsreise

durch Berlin. Dabei

werden wir einen Blick hinter die

spannenden Kulissen einiger digitaler

Antreiber unserer Branche werfen.

Das Ziel unserer Start-up-Tour ist es,

Interessierte aus der Möbelbranche

mit der New Economy ins Gespräch

zu bringen. Dabei können wichtige

Fragen gestellt sowie Kontakte

geknüpft werden.

Los geht es am 9. Oktober um

18 Uhr. Bei einem lockeren Get-together

im Brauhaus Lemke am Alex

können sich die Teilnehmer entspannt

kennenlernen. In gemüt licher Atmosphäre

warten außerdem ein kühles

Craft Beer und leckeres Pub Food.

Nach einer Nacht im Hotel Park

Inn by Radisson am Alexanderplatz

geht es am nächsten Morgen

mit dem Shuttlebus ab neun Uhr

zunächst zu Room in a Box, das

einen verblüffenden Ansatz verfolgt:

Das Unternehmen entwickelt nachhaltige

und preiswerte Möbel aus

Pappe. Anschließend gibt Home24

Einblicke in sein Geschäftsmodell.

Als eine der größten Home & Living-

E-Commerce- Plattformen ist sie

in sieben europäischen Märkten

aktiv und kann den Teilnehmern

damit wertvollen Input für ihre

Multichannel- Strategien geben.

Als weitere Station steht dann

Wayfair auf dem Programm. Der

Online-Shop hat vor kurzem seine

neue Dependance in Berlin bezogen

und öffnet für uns seine Türen, bevor

es zum Lunch in die Factory Kitchen

geht, ein junges Gastronomieunternehmen

und Teil der Factory Berlin,

dem nach eigenen Angaben größten

Start-up-Campus in Deutschland.

Diesen werden wir nach der Stärkung

natürlich auch noch im Rahmen

einer Führung erkunden.

Spannend wird es auch bei Project

A. Der Berliner Investor verwaltet

260 Mio. Euro, mit denen er Technologie-Start-ups

finanziert. Als

Experte für Produktvisualisierungen

zeigt nicht zuletzt Render That, was

am Computer und in der digitalen

Welt heute alles möglich ist.

Neugierig geworden? Dann

regis trieren Sie sich am besten

gleich unter www.holzmannevents.de.

Die Teilnehmerzahl für

die Tour ist begrenzt.

www.holzmann-events.de

EVENT 2

START-UP-

TOUR

9. + 10. OKTOBER

IN BERLIN

Wir fahren wieder nach Berlin: Die Start-up-

Tour der „möbel kultur“ bringt die Möbelbranche

mit der New Economy ins Gespärch.

7/2019 möbel kultur 43


HANDEL

Völker Küchen: Schreibt seine Erfolgsgeschichte fort

Imposanter Neubau

setzt Maßstäbe

Ein Marktplatz im Eingangsbereich, 31 Küchenwelten und eine Event-Location im

Obergeschoss, das über der durchgehenden Schaufensterfront darunter zu schweben

scheint: Der neue Firmensitz von Völker Küchen in Hösbach nahe Aschaffenburg ist

ein Musterhaus Küchen Vorzeige-Studio. Mehr als 1.000 Besucher konnten die Inhaber

Ute und Stefan Völker am Eröffnungswochenende im Mai willkommen heißen.

Das neue Haus drückt das aus,

was Sie schon immer sind:

großzügig, einladend und

herzlich!“ Das positive Feedback

der Frankfurter Stammkundin auf

den neuen Völker-Firmensitz in

Hösbach nahe Aschaffenburg ist für

das Inhaberehepaar Ute und Stefan

Völker eines der schönsten Komplimente.

Beim Blick in ihr Anfang

Mai eröffnetes Küchen studio wird

schnell klar, was gemeint ist: Der

markant gestaltete Eingangsbereich

öffnet sich zu einem Marktplatz,

der die Besucher mit Lounge-

Musik und einladenden Sitzmöbeln

empfängt. Hier lässt sich in

angenehmer Atmosphäre auch mal

eine kleine Wartezeit zwischen

Rundgang und Beratung überbrücken.

An den Marktplatz schließt

die rund 1.200 qm große Ausstellung

an, die gemeinsam mit den

MHK Ladenbauexperten offen und

mit einem feinen Gespür für die

Details gestaltet ist. 31 Küchenwelten

liefern hier Inspirationen.

Im Obergeschoss entstand zusätzlich

ein großzügiger Eventbereich mit

top ausgestatteter Funktionsküche.

Um die sieben Massivholztische

gruppieren sich gemütliche Sitzecken

und farbenfrohe Stühle. Dank

des separaten Zugangs können hier

neben den klassischen Kochvorführungen

ebenso Geburtstage, Hochzeiten

oder Firmenevents gefeiert

werden. „Veranstaltungen mit bis zu

120 Personen sind kein Problem“,

44 möbel kultur 7/2019


Weithin sichtbar ist der

neue Völker Küchen-

Firmensitz in Hösbach.

31 Küchenwelten liefern

dort Inspirationen. Highlights

im Obergeschoss

sind der Eventbereich,

in dem Veranstaltungen

mit bis zu 120 Personen

stattfinden können, und

eine top ausgestattete

Funktionsküche.

so Ute Völker. Ein Blickfang ist neben

Ausstellung und Eventbereich auch

der Neubau selbst: Das lichtgraue

Obergeschoss scheint fast über der

durchgehenden Schaufensterfront zu

schweben. Einen farblichen Akzent

setzt der Eingangsbereich mit seinem

markanten roten Rahmen. Im

Industriegebiet Frohnrad unweit der

A3-Ausfahrt und auf dem Weg zu

Hösbachs Mittel- und Realschulen

sowie dem Gymnasium gelegen,

kommt man am neuen Gebäude der

Völkers kaum mehr vorbei – was seit

der Neueröffnung für eine spürbar

gestiegene Besucherfrequenz sorgt.

Allein am Eröffnungswochenende

zählte das Musterhaus Küchen Fachgeschäft

mehr als 1.000 Besucher,

darunter Hösbachs Pfarrer, der den

neuen Standort nach einer bewegenden

Rede segnete. Über mangelnde

Kundschaft konnten sich Völkers

auch in der Vergangenheit nicht

beschweren, wie Ute Völker berichtet:

„Aber es waren in erster Linie

Empfehlungskunden oder Kunden,

die gezielt nach uns und einer Küche

gesucht haben.“ Es verwundert also

kaum, dass die Kunden überaus positiv

auf die neue zweistöckige Firmenzentrale

in der Frohnradstraße

reagieren – „die endlich ausreichend

Platz für die Küchenausstellung bietet,

endlich auch genügend Parkplätze

für Kunden direkt vor der Tür

hat – 45 an der Zahl – und endlich

die problemlose Anlieferung der

Waren im großen Lastwagen ermöglicht“,

wie die engagierte Unternehmerin

betont. „Da sich das Gebäude

an einem Hang befindet, sind beide

Etagen ebenerdig“, erläutert Hausherr

Stefan Völker. „Auf diese Weise

konnten wir unser Warenlager ebenfalls

optimal zugänglich im Obergeschoss

einrichten.“

Fast 70 Jahre beherbergte ein ehemaliges

Wohnhaus am Fuße der Hösbacher

Kirche das Küchenstudio. Die

Ausstellung erstreckte sich über vier

Etagen und zahlreiche kleine Räume.

Zusätzlich gab es drei Warenlager.

Philipp Völker hatte das Unternehmen

1951 als Haushaltswarengeschäft

gegründet, das schon bald um

Elektrogeräte erweitert worden war.

1981 übernahmen Sohn Stefan und

Ehefrau Ute Völker das Geschäft und

entwickelten es kontinuierlich weiter

1992 kam mit der Küchenplanung

ein ganz neues Geschäftsfeld hinzu.

Mittlerweile wird das Unternehmerehepaar

durch Sohn Marco in der

Geschäftsführung unterstützt. Neben

der Inhaberfamilie arbeiten 20 Vollzeit-

und vier Teilzeitmitarbeiter im

Unternehmen. Darüber hinaus ist

Völker Küchen ein wichtiger Partner

von vier selbstständigen Montageteams.

Besonders stolz sind die Völkers

darauf, sich als einziges Studio

am Untermain „zertifizierter Miele-Kundendienst“

nennen zu dürfen.

Die Feuertaufe hat das neue Fachgeschäft

mit dem Hösbacher Unternehmerfrühstück

und der großen

Einweihungsfeier am 2. Mai bereits

hinter sich. Rund 200 Gäste, darunter

wichtige Lieferantenpartner

sowie Lokalpolitiker und Medienvertreter,

waren der Einladung gefolgt.

Auch MHK-Chef Hans Strothoff

beglückwünschte die Familie zu

ihrem Schritt: „Sie können stolz

sein, auf das, was Sie hier geschaffen

haben!“ Seit der Grundsteinlegung

im März 2018 sei viel Arbeit investiert

worden. Stolz könne, so Strothoff,

aber auch die MHK Group sein.

Stolz darauf, nur wenige Kilometer

von der Europazentrale entfernt

ein weiteres Vorzeigehaus der Musterhaus

Küchen Fachgeschäfte zu

haben. Als Vorstandsvorsitzender der

MHK Group nutzte er die Gelegenheit

auch, um der gesamten Familie

für ihr Engagement für die Gruppe

zu danken. So ist Stefan Völker seit

2011 im Beirat des Verbandes aktiv,

während Ehefrau Ute von Anfang an

im Unternehmerinnen-Forum dabei

ist. „Bei solch engagierten Eltern

wundert es dann nicht, dass auch

die Söhne Steven und Marco mit

Leib und Seele Teil der MHK-Familie

sind“, so Strothoff. Das MHK Jungunternehmerforum

gehe auf die

Idee von Marco Völker zurück, der

heute einer der Jungunternehmersprecher

ist.

Bei so feinen Antennen für Kunden,

Markt und Mitarbeiter ist Hans

Strothoff um eine Fortsetzung der

Erfolgsgeschichte nicht bange. Und

auch Familie Völker schaut positiv in

die Zukunft – ist überzeugt, dass sie

mit ihrer Philosophie „Hier fühl` ich

mich gut aufgehoben“ und dem nun

auch rundum passenden Umfeld

viele neue Kunden gewinnen und

für die individuell geplante Küche

aus dem Fachgeschäft begeistern

kann.

HEIKE LORENZ

www.voelker-kuechen.de

7/2019 möbel kultur 45


VERBÄNDE

EMV: Thorsten Godisch übernimmt als Betriebsberater

Der Staffelstab

des Vertrauens

Reibungslose Übergabe: Beim EMV redet man nicht

nur über Nachfolgeregelungen, sondern praktiziert

sie auch in der Zentrale erfolgreich. Über Monate

hinweg hat Dirk Eich (l.) seinen Nachfolger Thorsten

Godisch (r.) in seinen Aufgabenbereich eingearbeitet.

Foto: Thomas Plettenberg

Bei der Betriebsberatung, die der EMV seinen

Mitgliedern kostenlos als Service zur Verfügung

stellt, geht es mitunter auch um brisante Themen.

Dirk Eich hat beim EMV fast 30 Jahre lang das

Amt mit viel Fingerspitzengefühl und großer

Expertise ausgeübt. Nun übernimmt Thorsten

Godisch und will dabei auch neue Akzente setzen.

Die „möbel kultur“ sprach mit den beiden in der

Göttinger Lokhalle über den Übergabeprozess

und das Rüstzeug für eine erfolgreiche Beratung.

möbel kultur: Herr Eich, Sie gehen nach

29 Jahren beim EMV in den Ruhestand

und übergeben den Staffelstab an Herrn

Godisch. Mit Ihrem Erfahrungsschatz

wissen Sie besser als jeder andere, dass

es bei einer Betriebsberatung sehr oft

um harte Themen und Fakten geht. Auf

der anderen Seite sind viele Emotionen

im Spiel. Wie geht man damit um?

Dirk Eich: Das stimmt. Es kommt in

erster Linie auf den richtigen Ton

an. Im lockeren Gespräch bin ich

gern salopp und direkt, aber sobald

es um ernste Themen geht, muss

man auch dementsprechend seriös

damit umgehen.

möbel kultur: Welche Themenfelder

umfasst die Betriebsberatung heute?

Dirk Eich: Das Spektrum ist sehr breit.

Neben der klassischen Betriebsberatung,

bei der es darum geht,

unternehmensspezifische Leistungskennziffern

zu ermitteln und zu

benchmarken, umfasst die Betriebsberatung

auch die Sortimentsberatung,

die Aus- und Weiterbildung

für Unternehmer und Mitarbeiter,

die Moderation von Erfa-Gruppen

sowie die Nachwuchsarbeit. Große

Freude macht es, bei Eröffnungen

und Nachfolgethemen zu unterstützen,

weniger erfreulich sind

Geschäftsaufgaben, die aber auch

professionell durchgeführt werden

wollen und wo wir als Verband zur

Seite stehen.

Darüber hinaus kümmere ich

mich um Rahmenvereinbarungen

mit Dienstleistern oder Kfz-Händlern.

Außerdem versuchen wir

Gesetzesänderungen, die unsere

Händler betreffen, verständlich zu

machen oder bei Bedarf entsprechende

Rechtsberater zu vermitteln.

möbel kultur: Welche Versäumnisse sehen

Sie in der heutigen Handelslandschaft?

Dirk Eich: Nach meiner Erfahrung

schauen Unternehmer heute zu

selten auf die Zahlen, um Schlüsse

auf die Sortimentsstruktur zu ziehen.

Das ist ein Stück weit auch

verständlich. Die Händler sehen vor

allem die Ware, ich gehe immer von

den Zahlen aus. Das Gute an ihnen

ist, dass sie meist eine sehr deutliche

Sprache sprechen.

möbel kultur: Welche Themen sind in der

jüngsten Vergangenheit neu aufs Tableau

gekommen?

Dirk Eich: Die Schwerpunkte haben

sich mit der Zeit geändert. Dadurch,

das der EMV intensiv mit seinen

Gesellschaftern kommuniziert,

schaffen wir es, die sich ändernden

Anforderungen frühzeitig aufzunehmen

und in unsere Arbeit

zu integrieren. Neu sind Sonderthemen

wie E-Mobilität. Selbstverständlich

haben Fragestellungen

rund um das Thema Digitalisierung

zugenommen.

Auch die Standortsuche und

-entwicklung gehen wir mittlerweile

mit anderen Lösungen an.

Viel öfter reden wir über partielle

Fremdvermietungen. Dafür haben

50 möbel kultur 7/2019


die Betriebstypenanalysen im Vergleich

mit den 1980er und 1990er

Jahren abgenommen.

Thorsten Godisch: Wir haben darüber

hinaus das Bieterverfahren zu

einem Käuferverfahren umgewandelt.

Interessenten für neue Standorte

geben bei uns Gesuche auf,

bevor ein Objekt unter Druck auf

den Markt kommt. So erleben wir

entsprechende Verkaufsprozesse als

deutlich positiver.

Last but not least möchten wir

auch das Thema Finanzkauf mit

Nachdruck vorantreiben, das im

Mittelstand großes Potenzial hat.

möbel kultur: Es stehen viele Generationswechsel

an. Welche Themen sind damit

verbunden?

Dirk Eich: Die größte Herausforderung

ist es, der Elterngeneration

klarzumachen, dass sie auch loslassen

müssen. In der Vermarktung

ändert sich momentan alles sehr

schnell, sodass die digital-affinen

Junioren auch zum Zuge kommen

sollten. Diesen Prozess zu begleiten

ist unserer Meinung nach sehr

wichtig, denn ein geordneter Nachfolgeprozess

dauert in der Regel

zwischen zwei und vier Jahren. Das

gilt sowohl wenn Familienmitglieder

übernehmen als auch wenn

externe Nachfolger das Unternehmen

steuern sollen.

möbel kultur: Nun hat ja auch im EMV ein

Nachfolgeprozess stattgefunden. Können

Sie davon berichten?

Thorsten Godisch: Ja, ich bin sehr

dankbar, wie mich Herr Eich für

die neue Aufgabe vorbereitet hat.

Wir haben uns mehrere Tage intern

zusammengesetzt, um eine effektive

Übergabe sicherzustellen. Auch bei

mehreren Vor-Ort-Terminen habe

ich ihn begleitet, um ihn in Aktion

zu erleben. Auch eine Jungunternehmer-Gruppe

habe ich schon früh

übernommen.

möbel kultur: Nun liegen ja zusätzlich

noch viele Aufgabenbereiche rund um die

Digitalisierung in Ihrer Verantwortung.

Wie wollen Sie diese doppelte Herausforderung

stemmen?

Thorsten Godisch: Das funktioniert

nur, weil ich in organisatorischen

Themen fortan mehr Unterstützung

bekomme, als das bei Herrn Eich der

Fall war, der die Betriebsberatung ja

alleine betrieben hat.

Natürlich werde ich in vielen

Themen Kontinuität gewährleisten

und das Beratungsspektrum mit

meiner digitalen Expertise anreichern.

Digitales Marketing war

bisher zum Beispiel nicht Teil der

Betriebsberatung.

Was bei dem gesamten Übergabeprozess

natürlich ungemein hilft,

ist, dass ich eine Vielzahl unserer

Händler bereits persönlich kenne.

möbel kultur: Wie schafft man es, sich in

all den geforderten Themen fitzumachen?

Dirk Eich: Zum einen geht es darum,

die richtigen Dienstleister zu finden.

Dafür sind Messen noch immer

unentbehrliche Plattformen.

Dann hilft uns der Austausch

im BVDM sowie im ZGV, die in

Gesetzes fragen stets gut informiert

sind und kompetente Antworten

wissen.

Generell geht es darum, sich ein

gutes Netzwerk aufzubauen, um

für alle Themen Experten an der

Hand zu haben. Wir verstehen uns

als ausgelagerte Stabsabteilung des

Verbands.

Thorsten Godisch: Wir sind in unserer

Funktion gefordert den Überblick

zu behalten, denn einem Händler

ist das bei all den Anforderungen

in seinem Geschäftsalltag nicht

zuzumuten. Wir versuchen dem

Unternehmer alle Informationen

zur Verfügung zu stellen, damit er

entsprechende Investitions-Entscheidungen

treffen kann.

Was in unserem Verband sehr gut

funktioniert ist das interdisziplinäre

Arbeiten. Wir spielen uns zwischen

den Abteilungen die Bälle zu und

nutzen so das geballte Wissen im

Verbund.

möbel kultur: Der Schlüssel zu einer

guten Betriebsberatung ist Vertrauen.

Wie erarbeitet man sich das?

Dirk Eich: Vertrauen lässt sich nicht

per E-Mail oder am Smartphone

aufbauen, sondern in persönlichen

Gesprächen. Dabei ist Einfühlungsvermögen

vonnöten und ein Verständnis

für die Gesamtsituation

gefordert. Vertrauen braucht Zeit.

Das Wichtigste ist und bleibt

das persönliche Gespräch mit dem

Unternehmer. Dabei muss man

zuhören können – denn im Mittelstand

geht es nicht nur um geschäftliche

Fragen, sondern oft auch um

private und familiäre Sorgen, bei

Wir verstehen

uns als ausgelagerte

Stabsabteilung des

Verbands.

Dirk Eich

denen der Mandant Unterstützung

sucht.

Vor Ort sehe ich als Berater in

welchem Umfeld der Unternehmer

arbeitet, wie er mit seinen Mitarbeitern

umgeht und wie sein persönliches

Arbeitsumfeld aussieht. So

kann ich als Berater besser einschätzen,

ob die geschilderte Situation

authentisch beschrieben ist.

Die Erfahrung zeigt, dass Unternehmer

– durchaus nachvollziehbar –

Dinge so erklären, wie sie sie sehen

möchten. Dabei erwähnen sie oft

nicht alle Aspekte und reagieren auf

Vorschläge mit Einwänden „warum

Adis sifgfgfNobitat rem

consequ iassedis alician

issita qui is et harcia

comnimaxim

Name Vorname

7/2019 möbel kultur 51


IDEEN ZUR

LOOKINSPIRATION

Foto: Formwaende, Roecknergreve Hamburg 2019

62 möbel kultur 7/2019


Einen grandiosen Blick über die Außenalster ermöglicht die zweistöckige „Heritage“-

Rooftop-Bar im Hamburger Hotel „Le Méridien“. (Innenarchitekturbüro: Formwaende, Lüneburg).

PERSPEKTIV-

WECHSEL

/// Oft lohnt es sich, den Blickwinkel zu ändern, eine andere Sicht

einzunehmen. Auch Räume und Einrichtungsgegenstände können

durch eine ungewohnte Betrachtungsweise eine ganz andere Wirkung

erzielen. Eine außergewöhnliche Perspektive führt häufig dazu, neue

Facetten zu entdecken.

7/2019 möbel kultur 63


MADE IN GERMANY

Ponsel: Pflegt Partnerschaft mit Möbel Heinrich

„Wir müssen

anders sein!“

Vollstufig produziert Ponsel seit 93 Jahren in Oberfranken und das

wird auch so bleiben. „Wir müssen anders sein, uns von der Masse

abheben, denn das ist unsere einzige Chance“, sagt Vertriebsleiter

Detlef Ott. Der Handel schätzt die Made in Germany-Philosophie.

Das wird im Gespräch mit Klaus Uwe Götzinger, Einkaufsleiter bei

Möbel Heinrich, deutlich. Zum Filialisten aus Bad Nenndorf pflegt

Ponsel eine besonders enge Beziehung.

Partner: Zwischen Klaus Uwe

Götzinger, Einkaufsleiter bei

Möbel Heinrich (l.), und Detlef Ott,

Vertriebsleiter bei Ponsel, stimmt

die Chemie.

möbel kultur: Herr Ott, das Besondere

an Ponsel ist die 100-prozentige „Made

in Germany“-Philosophie. Als Treffpunkt

für das Interview haben Sie Ihren Handelspartner

Möbel Heinrich in Bad Nenndorf

gewählt, warum?

Detlef Ott: Weil es einfach passt. Wir

von der Firma Ponsel unterhalten

zu Möbel Heinrich eine jahrzehntelang

gewachsene, sehr persönliche

Beziehung.

Klaus Uwe Götzinger: Geschäfte werden

auch heute immer noch unter

Menschen gemacht. Wenn das Zwischenmenschliche

stimmt, und darauf

legen wir nicht nur extern bei

unseren Lieferanten, sondern auch

intern absolute Priorität, dann steht

dem Erfolg nichts im Wege. Wir

leben in einer Zeit, in der es meiner

Ansicht nach immer wichtiger

wird, genau diese Zwischenmensch-

lichkeit und Kommunikation nicht

nur per WhatsApp und E-Mail, sondern

auch persönlich auszuleben.

Dass Ponsel uns vorgeschlagen hat,

darüber haben wir uns sehr gefreut.

möbel kultur: Und wie lange gibt es die

Zusammenarbeit denn schon?

Detlef Ott: Im Grunde von Anfang an.

Uns verbindet viel. Wir sind beides

Familienbetriebe. Das Positive

daran ist, dass wir auch sehr gute

Geschäfte miteinander machen.

möbel kultur: Auch über das VME-Unions-

Verbandsgeschäft hinaus?

Detlef Ott: Wir arbeiten mit dem VME-

Union Verband zusammen und hier

zwischen Heinrich und Ponsel ist es

vielleicht noch einmal ein bisschen

mehr als das. Die Zusammenarbeit

wird auch gehegt und gepflegt. Die

Wertschätzung uns als Lieferanten

gegenüber finde ich toll und sie

war ein Entscheidungskriterium für

Möbel Heinrich, die Präsentation von

14 unserer Garnituren vom Einzelsessel,

verschiedenen Kombinationen

bis hin zum gestreiften Sofaklassiker

auf einer konzentrierten Fläche zu

präsentieren. Wir produzieren als

einer der wenigen noch 100 Prozent

in Deutschland, und Möbel Heinrich

hat eine Kundenstruktur, die auf so

etwas Wert legt.

Klaus Uwe Götzinger: Als Großflächenanbieter

haben wir genug Spielraum

uns auch rechts und links der Zuteilungswelt

zu orientieren und somit

die Möglichkeit, mit Lieferanten, die

verbandsmäßig gar nicht mal in der

Champions League angesiedelt sind,

Sortimente auszuarbeiten, die regional

passen. Gerade im Bereich Polster-

70 möbel kultur 7/2019


möbel gibt es Regionen in denen z.B.

das Thema Landhaus überhaupt keine

Rolle mehr spielt. Das ist bei uns im

Einzugsgebiet Hannover-Land anders.

In den Dörfern in der Umgebung gibt

es genug Bauern- und Fachwerkhäuser,

in deren Wohnstuben diese Art

der Sitzmöbel perfekt hineinpasst

möbel kultur: Das klingt gut. Ich kenne

viele Mittelständler, die beklagen, dass

Ihnen für Möbel außerhalb ihrer Verbandsware

schlichtweg der Platz fehle.

Klaus Uwe Götzinger: Das liegt an der

Flächenkapazität. Uns bleibt genug

Raum, um uns ein stückweit vom

Markt abzusetzen und eine regionale

Kompetenz aufzubauen.

möbel kultur: Werden die Verbandsfusionen

zu einem Problem? Sind sie nicht

eigentlich etwas Fürchterliches, besonders

im Hinblick auf die Möbelvielfalt?

Detlef Ott: Die gebündelte Einkaufsmacht

den Lieferanten gegenüber

führt dazu, dass viel von der Flexibilität

und für meinen Geschmack

auch Attraktivität in den einzelnen

Häusern verloren geht. Überall steht

das Gleiche, der Endverbraucher hat

mit jeder Fusion weniger Auswahl.

Und für uns Lieferanten wird die

Abhängigkeit immer größer. Wenn

du früher mit einem Verband nicht

klargekommen bist, hattest du die

Möglichkeit, einen anderen zu nehmen.

Das ist heute nicht mehr so. Die

Zahl der für Polstermöbel relevanten

Verbände hat sich stark verringert.

Diese Marktkonzentration macht

uns das Leben schwer. Aber ich sag‘

immer: Das ist eine Chance. Wir als

Ponsel müssen anders sein.

möbel kultur: Und wie setzt der Handel

ihre Alleinstellungsmerkmale in Szene?

Detlef Ott: Der Handel ist daran

interessiert, gute Hersteller nicht

unbedingt unter deren Herstellernamen

Stichwort Internet, Mitbewerber,

Kalkulationssicherheit etc.

zu vermarkten. Ich denke aber, im

Handel wird ein Umdenken stattfinden,

auch in der Werteaussage.

Es geht nicht mehr nur um den

letzten Preis, sondern, Stichwort

Klimawandel, auch um Nachhaltigkeit

oder kurze Wege, weil alles

in Deutschland gemacht wird. Dafür

steht Ponsel und diese Themen werden

wichtiger.

Klaus Uwe Götzinger: Das würde ich

mit unterschreiben.

möbel kultur: Ponsel ist zigfach zertifiziert,

ob „Blauer Engel“ oder DGM-Label

und Sie produzieren Ihre Energie mittlerweile

mit einer Photovoltaik-Anlage

selbst. Lohnt der immense Aufwand?

Detlef Ott: Das können Sie nicht

messen. Das ist vergleichbar mit

Messeauftritten. Wir müssen uns

einfach von der Masse abheben, ob

in unserer Aussage zur Kollektion, in

der Formensprache oder in der 100

Prozent „Made in Germany“-Philosophie.

Die muss anders sein. Und

jede Aussage ist ein Bausteinchen

dazu, was in der Summe die Firma

Ponsel ausmacht. Die Partner können

sich auf uns verlassen. Unser

Vorteil ist, wenn etwas querliegt,

dann gehen wir eine Etage tiefer

und das Problem ist vom Tisch, weil

wir wirklich alles inhouse machen

und nicht erst irgendwo hinfliegen

müssen, um ein Problem aus der

Welt zu schaffen. Groß- oder Verbandskunden

schicken regelmäßig

Qualitätsbeauftragte zu Herstellern

und natürlich auch zu uns. Wir

können mit Stolz sagen, die waren

alle genau einmal da. Nicht weil

wir etwa unfreundlich waren, sondern,

weil wir beeindruckt haben.

Wir wurden durchweg mit „sehr

gut“ und „unbedenklich“ bewertet

und eingestuft. Wenn Sie heute von

branchenüblichen Reklamationen

im Sektor Polstermöbel ausgehen,

sind wir mehr als unter der Hälfte

des Schnitts besser. Das macht uns

stolz. Dafür tun wir auch was. Wir

müssen es nur schaffen, das immer

mehr in den Köpfen der Konsumenten

zu verankern.

möbel kultur: Polstermöbel performen

seit längerem nicht so gut. Denken Sie

das ändert sich überhaupt noch einmal?

Klaus Uwe Götzinger: Es gibt sicherlich

durch Importe einen Preisverfall.

Aber ich muss das relativieren. In

Summe verkaufen wir nicht mehr

oder weniger Polstergarnituren als

sonst. Nur der Auftragsschnitt und

damit der Deckungsbeitrag für uns

Möbel Heinrich (VME Union)

bietet auf über 40.000 qm in Bad

Nenndorf Möbel an, darunter

zahlreiche vom oberfränkischen

Polstermöbelhersteller Ponsel, der

mit knapp 200 Mitarbeitern seit

über 90 Jahren zu 100 Prozent in

Deutschland fertigt.

7/2019 möbel kultur 71


INDUSTRIE

möbel kultur: Herr Lohrberg, die

„spoga+gafa“ endete 2018 mit einem

Besucherplus. Neben der Quantität konnte

vor allem die Qualität der Fachbesucher

weiter gesteigert werden. Worauf führen

Sie das gute Ergebnis zurück?

Stefan Lohrberg: Die Branche merkt,

dass in Köln etwas passiert, dass

die ‚spoga+gafa‘ sich gewandelt hat.

Neben der Rückkehr spannender

Marken, bietet sie seit drei Jahren

mehr als das gelernte und bereits

tolle Messeerlebnis. Eine neue

Emotionalität, eine nie dagewesene

Thementiefe und spannende Formate

wie unsere POS-Inseln, die

international beachtete Trendshow

für Möbel und Dekoration sowie

neu ausgerichtete Vortragsreihen

zeigen, dass die ‚spoga+gafa‘ dem

Thema Outdoor-Lifestyle wie keine

andere Messe international zu neuer

Relevanz verhilft. Die Zuwachsraten

der Fachbesucher aus dem Möbelfachhandel

und bei den Gartencentern

sind ein toller Beleg, dass

die ‚spoga+gafa‘ gerade sehr viel

richtig macht.

möbel kultur: Das Wachstum der Messe

kam vor allem aus dem Ausland. Wo sehen

Sie für 2019 weiteres Potenzial?

Stefan Lohrberg: Der Auslandsanteil

der Fachbesucher lag in der Vergangenheit

kontinuierlich bei rund

85 Prozent. Das ist der USP der

Messe. Nirgendwo sonst treffen Sie

aussteller- aber auch fachbesucherseitig

auf eine so hohe Qualität.

Die ‚spoga+gafa‘ bietet die Chance

in drei Tagen die gesamte Welt des

Gartens und die gesamte internationale

Branche an einem Ort zu

treffen, das schätzen unsere Ziel-

Seine Ideen treiben die

„spoga+gafa“ weiter voran:

Director Stefan Lohrberg

startet in sein drittes

Jahr als Messe-Chef und

hat viel vor. Was genau,

hat er der „möbel kultur

im Interview verraten.

„spoga+gafa“: Director Stefan Lohrberg im Interview

Exklusivität macht

den Unterschied

Sie ist der Treffpunkt für die internationale Gartenbranche: Vom

1. bis 3. September startet die „spoga+gafa“ in Köln und erstmals

wird sich das übergreifende Trend-Thema „City Gardening – Gärtnern

ohne Garten“ durch die Ausstellungsfläche ziehen. Die möbel kultur

sprach im Vorfeld mit Director Stefan Lohrberg über die weitere

Entwicklung der grünen Lifestyle-Plattform, aktuelle Trends, neue

Formate und was die Besucher im Herbst genau erwarten wird.

gruppen. Seit 2018 investieren wir

in ein VIP-Besuchermanagement.

Sowohl in Nordamerika als auch in

Europa fragen wir die Besucherzielgruppen

unserer Aussteller ab und

sprechen deren VIP-Kunden gezielt

an. Allein aus den USA besuchten

uns im vergangenen Jahr vier Prozent

mehr Top-Buyer. UK schlug

mit einem Plus von 24 Prozent zu

Buche. Durch die konzeptionelle

Weiterentwicklung der Messe und

Trends wie „City Gardening“, die

durch die Verankerung in der Gesellschaft

immer stärker abgefragt werden,

ergeben sich auch inhaltlich

immer wieder neue Potenziale, die

sich dann in den Besucherzahlen

niederschlagen.

82 möbel kultur 7/2019


möbel kultur: Dieses Jahr rücken Sie das

Trend-Thema „City Gardening“ thematisch

in den Fokus. Wie zeigt sich dies auf dem

Messegelände?

Stefan Lohrberg: Das Thema „City Gardening“

bildet eine kommunikative,

inhaltliche und produktbezogene

Klammer, die sich erstmals über

das gesamte Messegelände zieht.

So leitet zum Beispiel eine von der

‚spoga+gafa‘ mit initiierte Studie

seit Wochen inhaltlich auf die Messe

hin. Deren Ergebnisse präsentieren

wir unseren Besuchern und den

teilnehmenden Unternehmen dann

exklusiv im Laufe der spoga+gafa.

Emotionale Balkonwelten und

eine themenfokussierte POS-Insel,

die der Besucher im City Gardening-Bereich

der Halle 6 findet,

zeigen Produkt- und Marktchancen

für alle Handelsorientierungen auf.

Das Interesse der Aussteller, Teil des

Fokusthemas zu werden, ist enorm.

So können Aussteller bei uns Kommunikationsmittel

abrufen, welche

deren City Gardening-Produkte auf

dem ganzen Gelände kennzeichnen

und als Wegeführung zu deren

Ständen fungieren.

möbel kultur: Welche weiteren

Trend-Themen sehen Sie für den Outdoor-Bereich

in der kommenden Saison,

insbesondere bei Möbeln und anderen

Einrichtungsgegenständen?

Stefan Lohrberg: Komfort und Multifunktionalität

werden überall großgeschrieben,

um den Garten oder

Balkon in eine Wohlfühloase unter

freiem Himmel zu verwandeln.

Modulare Möbel, resistente Hightech-Materialien,

aber auch ergonomisches

und leicht zu bedienendes

Design gewinnen daher an

Bedeutung. Wohn-Accessoires wie

Teppiche, Vasen oder Laternen und

leuchtende Farben bei Sitzflächen

und Kissen setzen dabei Akzente.

möbel kultur: Seit dem vergangenen Jahr

wurde der Möbel-Bereich noch stärker

in den Mittelpunkt gerückt. Gerade im

Premium-Segment gibt es jedoch starke

Konkurrenz durch die großen europäischen

Einrichtungsmessen, die das Thema

‚Outdoor Living‘ ebenfalls immer stärker

integrieren. Wie kann sich hier die

„spoga+gafa“ noch besser profilieren?

Welche Sortimente können Sie sich noch

zusätzlich auf der Messe vorstellen?

Stefan Lohrberg: Die gute Profilierung

der :spoga+gafa‘ begründet

sich in ihrer Outdoor-Exklusivität.

Nirgendwo stehen Premium-,

wie Massenprodukte, deutlicher

im Fokus der Öffentlichkeit als auf

der ‚spoga+gafa.‘ Die hundertprozentige

Fokussierung auf das Freiluft-Wohnzimmer

schafft in Köln

den Unterschied zu anderen, meist

Indoor-spezialisierten Messen. Die

neu geschaffenen Themenwelten und

Besuchermehrwerte ergänzen den

Outdoor-Fokus und stützen damit

ebenfalls die einzigartige Positionierung

der ‚spoga+gafa‘ im Garten-

Lifestylemarkt. Aber darauf ruhen

wir uns natürlich nicht aus, sondern

wir entwickeln die Messe

aus ihrem Kern stetig weiter.

Darüber hinaus erreichen die

‚spoga+gafa‘ auch von extern

neue Impulse. So spüren wir

das Interesse und die Nachfrage

von Outdoor-Produkten

aus dem Bereich des ‚Gedeckten

Tisches‘, den Möglichkeiten

des Schenkens und den

Möglichkeiten des Kochens

im Freien. Dass das Thema

‚Outdoor Living‘ auch bei anderen

europäischen Einrichtungsmessen

gespielt wird, zeigt, dass es stark

in der Mitte der Gesellschaft angekommen

ist. Der Garten hat heute

mehr denn je die Aufgabe Rückzugsort

zu sein, um den Menschen ein

Gefühl von Sicherheit und Zuhause

zu geben. Davon profitieren wir letztendlich

alle.

möbel kultur: Indoor und Outdoor verschmelzen

immer stärker. Zu Beginn des

Jahres hat die „spoga+gafa“ bereits mit

der „imm cologne“ kooperiert. Wie lautet

ihr Fazit? Wird die Kooperation im kommenden

Jahr erneut stattfinden?

Stefan Lohrberg: Auf der ‚imm

cologne‘, unserer Schwestermesse

mit dem Fokus Indoor, präsentierte

die ‚spoga+gafa‘ eine Wiederholung

der Trendschau Outdoor Furniture.

Denn gemeinsam konnten die beiden

Messen ihre vereinte Schlagkraft

am Standort Köln zeigen und den

Besuchern die Möglichkeiten von

Indoor- und Outdoor-Wohnwelten

präsentieren. Die Kooperation war

erfolgreich, fand starkes Interesse

bei der Besucherschaft und wird auf

jeden Fall fortgesetzt.

möbel kultur: 2018 wurden sowohl die

„Trendshow Outdoor Furniture“ als Präsentations-Plattform

der neuesten Gartenmöbeltrends

als auch die Sonderschau

‚Icons of Outdoor Furniture‘ erfolgreich

gelauncht. Was erwartet die Besucher

diesbezüglich in diesem Jahr?

Die Branche merkt,

dass sich die ‚spoga+gafa‘

gewandelt hat.

Stefan Lohrberg, Director „spoga+gafa“

Stefan Lohrberg: Zunächst dürfen

sich die Fachbesucher auf eine

Neuauflage freuen. 2019 zeigt die

‚spoga+gafa‘ aber mehr Trends denn

je, denn die ‚Trendshow Outdoor

Furniture‘ wird um das Thema

Dekoration erweitert. Diese gehört

zum Freiluftwohnzimmer absolut

dazu und darf deshalb an dieser

Stelle nicht fehlen. Freuen darf

man sich auf Brandherm+Krumrey

Interior Architecture in der Rolle als

Kurator sowie die Art der Präsentation.

Aufgehängt wird die Trendshow

an den Megatrends, die die

Gesellschaft aktuell bewegen. Die

Produkte unserer Aussteller werden

somit in der Relevanz des Alltags

präsentiert. Die Ausstellung ‚Icons

of Outdoor Furniture Design‘, mit

den meistverkauften und Stil prägendsten

Gartenmöbeln aktueller

und auch ehemaliger Aussteller der

‚spoga+gafa‘, wird die Trendshow

erneut einrahmen.

möbel kultur: Im vergangenen Jahr hatten

Sie angekündigt, den Hochwert-Bereich

„garden unique“ weiter zu optimieren?

Wie stehen Sie hier im Dialog mit den

Ausstellern?

Stefan Lohrberg: Der ‚garden unique‘-Bereich

hat auch 2018 wieder

beste Bewertungen durch unsere

unabhängigen Aussteller- und Besucherbefragungen

generiert. Wir sind

aber weiterhin im engen Austausch

mit unseren Bestands- und Zielausstellern,

um alle deren Belange und

Wünsche zu berücksichtigen und

den Hochwert-Bereich weiter zu

optimieren. Bereits jetzt zeigt die

Zunahme von Besuchern aus dem

Bereich des exklusiven Möbelfachhandels,

dass die ‚spoga+gafa‘ auch

für diese Zielgruppe von großem

Interesse ist und unsere Maßnahmen

Früchte tragen. Die Gespräche, die

wir im letzten Jahr und in diesem

Jahr aus Anlass unserer Sonderschau

‚Icons of Outdoor Furniture‘ mit

internationalen Premium-Herstellern

aufgenommen haben, bringen

der Messe die erwarteten Impulse.

Impulse, deren Ergebnisse man im

Herbst in Köln sehen kann.

möbel kultur: Auch die Themenwelt

„Outdoor Kitchen World“ wird weiterentwickelt.

Was ist hier für 2019 geplant?

Stefan Lohrberg: Der Trend der Outdoorküchen

ist ungebrochen, seit

ihrer Premiere 2017 ist die ‚Outdoor

Kitchen World‘ powered by Volvo sehr

erfolgreich. In diesem Jahr können

wir in Halle 8 noch mehr Aussteller

und eine noch größere Produktvielfalt

erwarten – von den großen Branchennamen

bis hin zu jungen Startups.

Für das richtige Lifestyle-Feeling

sorgt die neu geschlossene Kooperation

mit der Beef!, dem Food- und

Lifestyle-Magazin für Männer. Bei

Beef! On Stage werden den Fachbesuchern

täglich Fachvorträge und

-interviews sowie Show-Cooking

auf höchstem BBQ-Niveau geboten.

Dabei geht es vor allem um die Feinheiten

und die Vielfalt des Grillens zu

Themen wie ‚Simply Raw‘, ‚Kitchen

Monsters‘ oder ‚Dry Aging Deluxe.‘

möbel kultur: Auf der Europäischen

Presse konferenz haben Sie angekündigt,

das Image der „spoga+gafa“ als Trendplattform

für die grüne Branche in diesem

Jahr weiter zu stärken. Wie wollen Sie

das erreichen?

Stefan Lohrberg: Uns geht es als Trendplattform

der Outdoor-Lifestylebranche

nicht darum, Trends nur

zu benennen, sondern darum, sie

zu identifizieren, voran zu treiben

und diese in Verbindung mit der uns

begleitenden Branche zu bringen.

Das Trendthema „City Gardening –

Gärtnern ohne Garten“ durchzieht

zum Beispiel die gesamte Messe,

nicht nur im Eventbereich. Auch

die Unternehmen reagieren auf das

Thema mit einer teilweisen Neuausrichtung

ihres Produktsortiments

oder bedienen den Markt mit Neuentwicklungen.

SARAH SCHÄDLER

www.spogagafa.de

7/2019 möbel kultur 83


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