Das Schweiz Buch - Highlights

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DAS SCHWEIZ BUCH

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ZU DIESEM BUCH

Schon seit Langem behauptet die Schweiz auf

der touristischen Beliebtheitsskala einen Spitzenplatz.

Dafür gibt es zahlreiche Gründe. Einer

mag wohl sein, dass kein Land in Europa auf

einer vergleichbar kleinen Fläche mehr Erlebniswelten

als die Eidgenossenschaft zu bieten

hat. Die stärksten Reize gehen dabei insbesondere

von den alpinen Landschaften aus – mit

Ehrfurcht gebietenden Viertausendern und riesigen

Gletschern, aber auch sanften Hügeln und

weiten Seen samt südlich anmutenden Palmenpromenaden

weiß die Schweiz schon seit jeher

als Urlaubs- und Erholungsparadies zu begeistern.

Eine Schönheit, die jedoch auch ihren Preis

hat. Denn die Schweiz ist nicht nur beliebt, sie ist

auch teuer. Mondäne Urlaubsorte wie St. Moritz,

Davos oder Gstaad verströmen entsprechendes

exklusives Flair. Seit 1848 von Kriegen ver-

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ZU DIESEM BUCH

schont, haben sich in der Schweiz viele historische

Stätten und Stadtzentren bestens erhalten,

wie etwa die Altstadt von Bern oder Zürich. Hinter

den geschmackvoll renovierten Fassaden der

Altstadtensembles erwarten den Besucher heute

Kulturzentren, Museen und Galerien. Auf die

einheimische Museenlandschaft, die in den vergangenen

Jahren auch qualitativ kräftig gewachsen

ist, können die Eidgenossen also zu Recht

stolz sein. Und natürlich fallen einem dann auch

jene Begriffe ein, die den Mythos Schweiz ausmachen

und die Teil der eidgenössischen Identität

sind: von Banken bis Uhren, von Käse bis

Schokolade. Trotz aller Klischees – wer das kleine

Land besucht, den erwartet eine ungemeine

Vielfalt: Postkarten idylle und Hightech, regionales

Brauchtum und internationales Flair, Beschaulichkeit

und hippes Nachtleben.

Am Lago Maggiore treffen hochalpine, schneebedeckte

Gipfel auf die mediterran anmutende

Landschaft des Tessins. Der 212,5 Quadratkilometer

große See reicht von der südlichen Alpen -

kette bis an den westlichen Rand der Poebene,

wobei nur 19,9 Prozent seiner Fläche zur

Schweiz gehören, der Rest liegt in Italien. Von

Locarno, dem Hauptort des Tessins, aus hat man

einen prächtigen Blick auf See und Berge.

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INHALT

Oben: Zürich gilt als eine der schönsten Städte

Europas. Durch seine pittoreske Altstadt fließt

die smaragdgrüne Limmat.

Bilder auf den vorherigen Seiten:

S. 1: Das Matterhorn ist nicht nur einer der

bekanntesten Berge der Welt, sondern auch

das Wahrzeichen der Schweiz.

S. 2/3: Heidi lässt grüßen: Schweizer Bilderbuchlandschaft

bei Unterschächen im

Kanton Uri.

S. 4/5: Das Hotel Belvedere liegt spektakulär

auf dem Furkapass in 2436 Meter Höhe. Eine

schöne Aussicht ist hier garantiert.

S. 6/7: Ein faszinierendes Naturspektakel

erwartet Besucher am Creux du Van, einer

imposanten Felsenarena. 160 Meter hohe

Felswände umschließen einen riesigen

Talkessel.

S. 8/9: Schloss Laufen thront schon seit

Jahrhunderten über den tosenden Wassermassen

des Rheinfalls.

NORDWESTSCHWEIZ 16

KANTON BASEL-STADT

Basel 18

Münster 20

Marktplatz und Rathaus 22

Kunststadt Basel 24

Art Basel 26

Elisabethenkirche 28

Merian-Gärten 28

Drey scheenschte Dääg:

Basler Fasnacht 30

KANTON BASEL-LANDSCHAFT

Arlesheim 32

Augusta Raurica 34

KANTON AARGAU

Brugg 36

Aarau 38

Baden 40

ZÜRICH 42

Zürich 44

Bankenstadt Zürich 46

Zürichs Museenlandschaft 48

Fraumünster 50

Grossmünster 50

Zürich-West 52

Zürichsee 54

OSTSCHWEIZ 56

KANTON SCHAFFHAUSEN

Schaffhausen 58

Rheinfall 58

Stein am Rhein 64

KANTON THURGAU

Kreuzlingen 66

Kartause Ittingen 68

Romanshorn 70

KANTON ST. GALLEN

Rorschach 70

Wil 72

St. Gallen 74

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INHALT

Kloster St. Gallen 76

Stiftsbibliothek 78

Rapperswil-Jona 80

Toggenburg 82

Churfirsten 84

Appenzeller Alpen 86

Glarner Alpen 88

KANTON GRAUBÜNDEN

Ruinaulta 90

San-Bernardino-Pass 92

Schweizer Nationaltiere: Bernhardiner 94

Chur 96

Davos 98

Klosters 100

Tiefencastel 100

Arosa und Aroser Dolomiten 101

Lenzerheide 101

Naturpark Beverin 102

Parc Ela 102

St. Moritz 104

Polo & Pelze: Die St. Moritzer Society 106

Silsersee und Sivaplana 108

Bergell 110

Val di Campo 112

Berninapass 112

Über kühne Viadukte: die Rhätische Bahn 114

Val Morteratsch und Berninagruppe 116

UNESCO-Biosphärenreservat Val Müstair 118

Benediktinerinnenkloster

St. Johann in Müstair 120

Schweizerischer Nationalpark 122

ZENTRALSCHWEIZ 124

KANTON LUZERN

Luzern 126

Kapellbrücke 128

Jesuitenkirche 128

Vierwaldstättersee 130

Wilhelm Tell – sagenhafter Freiheitsheld 132

KANTON ZUG

Zuger See 134

Zug 134

KANTON SCHWYZ

Kloster Einsiedeln 136

Schwyz 138

KANTON NIDWALDEN

Nidwalden und Stans 140

KANTON OBWALDEN

Engelberg 142

KANTON URI

Schächental 144

Klausenpass 146

Schöllenen 148

ESPACE MITTELLAND 150

KANTON SOLOTHURN

Naturpark Thal 152

Solothurn 154

Goetheanum in Dornach 156

KANTON JURA

Saint-Ursanne 158

KANTON NEUENBURG

Schweizer Uhrenstädte:

La Chaux-de-Fonds und Le Locle 160

Neuenburg 162

Kollegiatskirche 164

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INHALT

Oben: Das Alpsteinmassiv ist im Vergleich zu

anderen Gipfeln der Schweiz gar nicht mal so

hoch, es wirkt aber aufgrund seiner unmittelbaren

Nähe zum Bodensee trotzdem sehr

mächtig. Markante Sichtpunkte sind die Kreuz -

berge, die mit römischen Zahlen von Osten nach

Westen durchnummeriert sind.

KANTON BERN

Naturpark Doubs 166

Bielersee 166

Biel 168

Bern 170

Altstadt 172

Brunnen 174

Münster 176

Berner Museen 178

Emmental 180

450 Sorten: Schweizer Käse 182

Berner Oberland 184

Thun 186

Thunersee 188

Interlaken 190

Brienzersee 192

Aareschlucht 194

Sustenpass 196

Auf Passstrassen in neue Welten 196

Berner Alpen 198

Lauterbrunnen 200

Eiger–Mönch–Jungfrau 202

Kandersteg 208

Simmental 210

Gstaad 212

KANTON FREIBURG

Murten 214

Freiburg (Fribourg) 216

Gruyères 218

Naturpark Gruyère Pays-d’Enhaut 220

GENFERSEE UND UMGEBUNG 222

KANTON WAADT

Schweizer Jura 224

Creux du Van 226

Grandson 232

Romainmôtier 232

Jura Vaudois 234

Genfersee 236

Nyon 238

Lausanne 240

Kathedrale 242

Vevey 244

Montreux 246

Schloss Chillon 248

Rochers de Naye 250

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INHALT

KANTON GENF

Genf 252

Jet d’eau 254

Palais des Nations 254

Kathedrale 256

Weinbergterrassen des Lavaux 258

KANTON WALLIS

Sion (Sitten) 260

Val d’Herens 262

Val d’Anniviers 264

Naturpark Pfyn-Finges 264

Lötschental 266

Naturpark Binntal 266

Tschäggättä 268

Großer Aletschgletscher 270

Aletschwald 272

Ernen 274

Furkapass 276

Rhônegletscher 276

Walliser Alpen 278

Saas-Fee 280

Monte-Rosa-Massiv 282

Gämsen 284

Alpensteinböcke 284

Zermatt 286

Matterhorn 288

TESSIN 290

Gotthardpass und -tunnel 292

Giornico 294

Val Bedretto 296

Valle Verzasca 298

Corippo 300

Val Lavizzara 302

Mogno 304

Lago Maggiore 306

Locarno 308

Ascona 308

Bellinzona 310

Santa Maria delle Grazie 310

Burgen von Bellinzona 312

Monte Tamaro 314

Lugano 316

Luganersee 318

Morcote 320

Riva San Vitale 322

Gandria 324

Monte San Giorgio 326

Vale di Muggio 328

ÜBERSICHTSKARTEN 330

Register 334

Bildnachweis, Impressum 336

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NORDWESTSCHWEIZ

Aufgrund seiner Lage an den Grenzen zu den

Nachbarländern Deutschland und Frankreich

stellt der Nordwesten der Eidgenossenschaft

einen Sonderfall dar. Und deswegen hat man dort

schon früh damit begonnen, über die nationalen

Grenzen hinweg zusammenzuarbeiten und die

Entwicklung des Dreiländerecks gemeinsam zu

steuern. An die Kantone Basel-Stadt und Basel-

Landschaft mit der gleichnamigen und größten

Stadt der Region grenzt im Osten und Nordosten

der fruchtbare Aargau an mit seinen zahlreichen

Burgen und Schlössern.

16 NORDWESTSCHWEIZ


Etwas über 65 Meter ragen die ungleichen

Türme des Basler Münsters auf. Der rote

Buntsandstein leuchtet warm auf, wenn die

Sonne niedrig steht. Umgeben ist das Bauwerk

von einer so malerischen Altstadt, dass selbst

der Rhein ihr ergeben zu Füßen liegt.

NORDWESTSCHWEIZ 17


BASEL

Die »Golden Pforte Helvetiens«, wie die ehemalige

Bischofsstadt am Rheinknie einst genannt wurde,

behauptet sich als wirtschaftliches und kulturelles

Zentrum einer Region, durch die sich drei nationale

Grenzen ziehen. Aus Südbaden und dem Elsass

gelangen Tag für Tag Zehntausende von Grenzgängern

nach Basel, das nicht nur Arbeitsplätze,

sondern auch ein ausgesprochen attraktives

Kulturprogramm bietet und sich als Messe- und

Kongressstandort einen Namen gemacht hat. Nur

wenige Städte der Schweiz können auf eine he rausragendere

humanistische Tradition zurückblicken

als Basel. Dort öffnete schon 1460 die erste Universität

auf Schweizer Boden ihre Pforten, zudem darf

sich Basel als die älteste Buchdruckerstadt des

Landes betrachten. Neben der Altstadt lädt vor

allem das Rheinufer mit seinen Cafés und Restaurants

zum ausgedehnten Flanieren ein.

18 NORDWESTSCHWEIZ | BASEL-STADT


BASEL

Links: Von seiner elegantesten Seite zeigt sich

Basel im Dämmerlicht. Majes tä tisch überragt

die Martinskirche den von prächtigen Pa lästen

gesäumten Rheinuferabschnitt, ebenso wie die

zwei Türme des Basler Münsters. Hier verbindet

die Mittlere Rheinbrücke die beiden Altstadtteile

Grossbasel und Kleinbasel. Unter ihr hindurch

blickt man schon auf die nächste Brücke,

nämlich die Wettsteinbrücke (unten).

NORDWESTSCHWEIZ | BASEL-STADT

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BASEL: MÜNSTER

Über dem Rheinufer erhebt sich sandsteinrot mit

ornamentiert gedecktem Dach die ehemalige

Bischofskirche, die von Weitem an den beiden

unterschiedlichen Türmen erkennbar ist. Der Bau,

der sich über fünf Jahrhunderte erstreckte (1019

bis 1500), deckt im Wesentlichen zwei Stilphasen

ab: Romanik und Gotik. Obwohl der Bildersturm

zur Zeit der Reformation in Basel heftig wütete, ist

bedeutender gemeißelter Skulpturenschmuck am

Außenbau erhalten. Berühmt sind die Statuen der

Ritterheiligen Georg (1372) und Martin (1340), das

Rad der Fortuna mit seinen das Auf und Ab des

Glücks symbolisierenden Figuren sowie das romanische

Skulpturenensemble der Galluspforte (um

1180), das zu den bedeutendsten seiner Art in der

Schweiz gehört. Durch die später seitlich angefügten

Grabkapellen, die untereinander verbunden

wurden, wirkt die dreischiffige Basilika fünfschiffig.

20 NORDWESTSCHWEIZ | BASEL-STADT


BASEL: MÜNSTER

Nachdem Basel im Jahr 1356 von einem starken

Erdbeben heimgesucht worden war, ließ man

das Mittelschiff des Münsters und dessen Chor

neu errichten; so erhielt das einst spätromanische

Gotteshaus zunehmend gotische Gestalt.

Die teilweise neogotischen Glasfenster stammen

erst aus dem 19. Jahrhundert und stellen unter

anderem die vier Evangelisten und Szenen der

Taufe Christi dar.

NORDWESTSCHWEIZ | BASEL-STADT

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BASEL: MARKTPLATZ UND RATHAUS

Die Basler Altstadt gehört zu den intaktesten und

schönsten Europas. An jeder Ecke finden sich

Bauten aus dem 15. Jahrhundert, aber auch solche

zeitgenössischer, international renommierter

Architekten. Dank ihrer überschaubaren Größe

eignet sich die Stadt ideal dazu, sie zu Fuß zu

entdecken. Dabei fällt auf, dass diese eher

un gewöhnliche Kombination von Tradition und

Moderne zwar für Spannung sorgt, das Stadtbild

in sich aber dennoch harmonisch ist. Wenn man

den Marktplatz betritt, der bereits 1091 erstmals

urkundlich erwähnt wird, sticht einem als Erstes

das farbenprächtige, aus rotem Sandstein erbaute

Rathaus ins Auge – der Sitz der Regierung des

Kantons Basel-Stadt. Nicht nur die Fassade ist

etwas ganz Besonderes, sondern auch der Innenhof

glänzt mit sehenswerter Architektur und

Wandmalereien.

22 NORDWESTSCHWEIZ | BASEL-STADT


BASEL: MARKTPLATZ UND RATHAUS

Rot ist die dominierende Farbe des Rathauses in

Basel. Bereits beim ersten Anblick sticht das

Gebäude mit Turm am Marktplatz heraus (links).

Und auch im Inneren zieht sich das Rot hindurch:

Nicht nur die Türen tragen diese Farbe, auch

Säulen und Wandmalereien lassen sich in Rot

sehen – ebenso wie die Statue des römischen

Politikers Lucius Munatius Plancus (87–15

v. Chr.) im Innenhof des Rathauses (links unten).

NORDWESTSCHWEIZ | BASEL-STADT

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KUNSTSTADT BASEL

Den schönen Künsten waren die Basler stets zugetan,

und so legten sich kunstsinnige Bürger seit der

Renaissance fleißig Sammlungen zu. Basel ist der

Geburtsort des berühmten Kupferstechers Matthäus

Merian, und der Gelehrte Basilius Amerbach

begann hier im 16. Jahrhundert Goldschmiedearbeiten

und Zeichnungen zu sammeln. Später

erwarb die Stadt sein Kabinett und gründete damit

Europas erste öffentlich zugängliche Kunstsammlung.

Heute gilt Basel als Mekka für Sammler

zeitgenössischer Kunst und Galeristen, die sich

jährlich im Juni auf der Messe »ART Basel« ein

Stelldichein geben. Zu ihnen zählt auch der Galerist

Ernst Beyeler. Mitte der 1990er-Jahre erbaute

er im Vorort Riehen ein lichtes einstöckiges Museumsgebäude,

die »Fondation Beyeler«. Den Grundstock

dieser Privatsammlung bilden Werke der

klassischen Moderne, darunter Gemälde von Miró,

Kandinsky, Cézanne und van Gog h. Im mittelalterlichen

Sankt-Albans-Quartier eröffnete 1980 das

ers te europäische Museum, das sich aus schließlich

dem zeitgenössischen Kunst schaffen verschrieben

hat. Dieses Kunstmuseum Basel Gegenwart ist in

einer ehemaligen Papierfabrik untergebracht. Dort

werden Werke von den 1960er-Jahren bis heute

aus den Beständen des Kunstmuseums Basel und

der Emanuel-Hofmann-Stiftung ausgestellt.

24 NORDWESTSCHWEIZ | BASEL-STADT


KUNSTSTADT BASEL

Ganz links: Der Fasnachts-Brunnen – geschaffen

vom Schweizer Jean Tinguely – gehört zu den

beliebtesten Wahrzeichen Basels. Zu allen

Zeiten ist er von Schaulustigen umringt, denn

die beweglichen Wasserskulpturen zischen,

sprühen und drehen sich, wo immer man auch

hinschaut. Weitere Werke zeitgenössischer

Kunst kann man im Kunstmuseum (unten) oder

der Fondation Beyeler (links) bewundern.

NORDWESTSCHWEIZ | BASEL-STADT

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ART BASEL

Trudi Bruckner, Balz Hilt und Ernst Beyeler fassten

1968 den Entschluss, Basel zum Treffpunkt von

Galeristen, Kunsthändlern und Künstlern zu machen

– die Idee zur Kunstmesse »Art Basel« war

geboren. Im Sommer des darauffolgenden Jahres

wurde sie dann zum ersten Mal ausgerichtet und

zog rund 16300 Besucher sowie über 100 Galeristen

und Verleger aus unterschiedlichsten Ländern an.

Und das war erst der Anfang, denn bis heute ist die

Messe auf etwa 300 Aussteller angewachsen. Wer

hier teilnehmen möchte, muss sich jedes Jahr aufs

Neue dem Bewerbungsprozess unterwerfen, bei

dem ein international zusammengestelltes Gremium

die Galerien prüft und auswählt. Doch nicht

nur die Besucher- und Ausstel lerzahlen stiegen an,

auch dehnte sich die Messe an sich auf zwei neue

Standorte aus. 2001 wurde sie erstmals auch in

Miami Beach ausgerichtet, zwölf Jahre später kam

schließlich auch noch Hongkong hinzu. Seitdem

wird die Art Basel an diesen drei Ecken der Welt

zelebriert, »The Daily Telegraph« fand mit der

Bezeichnung als »Olympiade der Kunstwelt« einen

mehr als treffenden Namen. Installationen, Gemälde,

Performance Art – alles trifft hier aufeinander

und verbindet die Jahre (zu den ältesten Werken

gehören beispielsweise solche von Kurt Schwitters

und Gustav Klimt) ebenso wie die Nationen.

26 NORDWESTSCHWEIZ | BASEL-STADT


ART BASEL

Meisterwerke der zeitgenössischen Kunst

alljährlich an drei Standorten – Basel, Miami

Beach (seit 2001) und Hongkong (seit 2013) – zu

sammeln, vermag die Art Basel. Im Ursprung

einzig in der Rheinstadt vertreten, zeigt sie

beispielsweise das großflächige »Hores de llum i

de foscor« von Josep Grau-Garriga (großes Bild)

oder auch die titellosen Werke von Secundino

Hernàndez (unten links).

NORDWESTSCHWEIZ | BASEL-STADT

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BASEL: ELISABETHENKIRCHE

»Mieten Sie die Elisabethenkirche, das Refektorium

oder die Kapelle für Seminare, Meditationen,

Konzerte, Vorträge, Kulturevents, ein Bankett oder

Ihr Geburtstagsfest ...« – so ist auf der Website des

ökumenischen Vereins »Offene Kirche« zu lesen.

Anstatt den Bau abzureißen, nachdem er in den

1970er-Jahren seine Funktion als Gemeindekirche

verloren hatte, beschloss man nach langen Diskussionen,

ihn in eine ökumenische Begegnungsstätte

umzuwandeln. Seit dem Jahr 1994 wird das

Gotteshaus als Werktagskirche, die sechs Tage in

der Woche jedermann offen steht, genutzt. Der von

dem Großgrundbesitzer Christoph Merian für die

evangelische Kirchengemeinde gestiftete Sakralbau

wurde aus grauem Sandstein zwischen 1857

und 1865 errichtet. Seine Innendecke besteht aus

Backsteingewölben. Er gilt als die bedeutendste

neugotische Kirche der Schweiz.

Mit dem Grau der Sandsteinfassade der

Elisa bethenkirche kontrastiert im Inneren die

Leuchtkraft der bunten Glasfenster. Sie zeigen

die Kreuzigung, flankiert von der Anbetung der

Könige. Der auferstandene Chris tus wird als

Triumphator dargestellt.

BASEL: MERIAN-GÄRTEN

Ein einzigartiges Rhododendrontal, ein wunderschön

angelegter englischer Landschaftsgarten,

Nutzgärten mit seltenen Gemüsen, Clematis in

allen Formen und Farben und die europaweit

größte Irissammlung mit rund 1500 historischen

Sorten: Das alles finden Besucher in den Merian-

Gärten am Rande der Stadt Basel. Auf der 18 Hektar

großen Anlage locken aber nicht nur botanische

Schätze, sondern auch beeindruckende Architektur

wie die 1711 erbaute Villa Merian, die heute

ein Café beherbergt. Sehenswert ist auch die

Mühle aus dem 16. Jahrhundert, eines der ältesten

Gebäude auf dem Gelände. Heute beherbergt sie

ein kleines Museum. 2019 wurden die Merian-

Gärten mit dem Europäischen Gartenpreis ausgezeichnet

– für ihre besonderen Leistungen im

Bereich Bildung und Vermittlung. Die Merian-Gärten

sind das ganze Jahr über geöffnet und kostenfrei

zugänglich.

Vereinzelte prunkvolle Villen inmitten idyllisch

angelegter Natur – die Merian-Gärten zählen zu

den schönsten Rückzugsorten der Stadt. Ganz im

Sinne des namensgebenden Stifters ist die

botanische Anlage täglich kostenfrei geöffnet.

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BASEL: ELISABETHENKIRCHE

BASEL: MERIAN-GÄRTEN

NORDWESTSCHWEIZ | BASEL-STADT

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DREY SCHEENSCHTE DÄÄG: BASLER FASNACHT

Die Fasnacht gehört zu Basel wie das Oktoberfest

zu München. Für die Einwohner ist sie das Ereignis

des Jahres. Die »Frau Fasnacht«, wie die Basler die

drei Festtage liebevoll bezeichnen, beginnen dann,

wenn überall anders der Fasching beziehungsweise

Karneval vorbei ist: am Montag nach Aschermittwoch

mit dem »Morgenstreich« um vier Uhr früh –

bei totaler Finsternis. Dann setzen sich mit dem

Kommando »Morgestraich – vorwärts, marsch!«

die Gruppen mit ihren riesigen Laternen zu den

Klängen von Piccoloflöten und dem Trommeln der

Tambouren in Bewegung. Die fast 20000 Aktiven

ziehen kreuz und quer durch die Straßen der Stadt

und verwandeln die Innenstadt dabei in ein wahres

Lichtermeer. Nach exakt 72 Stunden endet die Basler

Fasnacht am Donnerstagmorgen wiederum um

vier Uhr mit dem »Ändstreich«. Tausende von

Zuschauer bestaunen jährlich die reich kostümierten

Basler Cliquen und deren fahrenden Kunstwerke.

Jeder Aktive trägt eine Maske, eine sogenannte

Larve, und marschiert somit inkognito

durch die Stadt. Die heitere Ausgelassenheit und

der zugleich ernsthafte, melancholische Charakter

machen die Basler Fasnacht zu einem einzigartigen

Erlebnis. 2017 setzte die UNESCO daher den größten

Karneval der Schweiz auf die Liste des immateriellen

Kulturerbes der Menschheit.

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DREY SCHEENSCHTE DÄÄG: BASLER FASNACHT

Eine Wo che nach der deutschen Fasnacht

be ginnen mit dem bekannten Mor genstreich die

»drey scheenschte Dääg«. Für musikalische

Untermalung sorgen die fan tasievoll maskierten

und kos tümierten Fasnächtler vor allem mit

Piccoloflöten und Trommeln. Zu Beginn stehen

jedoch zunächst ihre Laternen im Mittelpunkt,

denn ohne sie wäre der Morgenstreich ein

dunkles Unterfangen.

NORDWESTSCHWEIZ | BASEL-STADT

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