doktorinwien 03/2020

aerztekammerwien

MITTEILUNGEN DER ÄRZTEKAMMER FÜR WIEN 03 2020

KAMPAGNE

In Wiens Spitälern

fehlen Fachärzte

RECHT

Sonderklassehonorare

und Nebentätigkeiten

Österreichische Post AG, MZ 02Z032618 M, Ärztekammer für Wien, Weihburggasse 10-12, 1010 Wien, Erscheinungsort Wien, Postaufgabenummer: 03

BONUS

Steuerbegünstigte

Zukunftsvorsorge

NICHT

LIEFERBAR

Ein verpflichtendes

Melderegister und

temporäre Exportverbote

sollen in Österreich

zunehmende Lieferengpässe

bei Arzneimitteln verhindern.

Foto: Andy/GettyImages


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BRIEF DES PRÄSIDENTEN IN EIGENER SACHE

Sehr geehrte Kollegin! Sehr geehrter Kollege!

Nein zu Aut idem

Foto: Stefan Seelig

„Ärztinnen und Ärzte

wissen am besten, wie

ihre Patientinnen und

Patienten ticken,

welche Medikamente

sie gut vertragen.“

Besuchen Sie auch meinen Blog:

blog.szekeres.at.

► Immer stärker ist in letzter Zeit die Forderung laut geworden, Parallelexporte von

Medikamenten zu verbieten. Der Umstand, dass für Österreich gedachte Medikamente

oftmals exportiert werden, und zwar in jene Länder, wo die Preise höher und damit die

Margen besser sind, ist bestimmt nicht im Interesse von uns Ärztinnen und Ärzten, und

schon gar nicht im Sinne unserer Patientinnen und Patienten.

Das Gesundheitsministerium hat kürzlich eine Verordnung veröffentlicht, die mit April 2020

in Kraft tritt und dazu beitragen soll, Lieferengpässe für Arzneimittel zu verhindern. Damit

kann für betroffene Medikamente eine Exportbeschränkung verhängt und Parallelexporte im

Fall des Falles verhindert werden. Konkret ist vorgesehen, dass Zulassungsinhaber eine voraussichtliche

Nicht-Lieferfähigkeit eines verschreibungspflichtigen Arzneimittels ab zwei Wochen

in das öffentlich einsehbare Melderegister des BASG einmelden müssen. Solange die Medikamente

in diesem Register aufscheinen, sollen sie temporär nicht exportiert werden dürfen.

Ob der Plan aufgehen und dazu beitragen wird, dass Patientinnen und Patienten nicht mehr

auf bestimmte Arzneimittel verzichten beziehungsweise auf andere Produkte ausweichen müssen,

wird sich weisen. Die Verordnung ist jedenfalls eine erste begrüßenswerte Maßnahme.

Profitgedanke fehl am Platz

In diesem Zusammenhang ist auch unser klares „nein“ zu Aut idem festzuhalten. Die Apotheken

sind verpflichtet, die Medikamente an die Patientin oder den Patienten auszufolgen,

die auf dem Rezept stehen. Und nicht irgendein Ersatzpräparat oder Generikum ihrer Wahl.

Apotheker sind keine Medizinerinnen und Mediziner und kennen in der Regel auch die

Befindlichkeiten von Patientinnen und Patienten nicht. Dass sie für Aut idem sind, also selbst

entscheiden, Patientinnen und Patienten ein billigeres – aber margenstärkeres – Medikament

zu geben, ist lediglich aus der Sicht der Apotheker zu verstehen. Nicht aber aus ärztlicher Sicht.

Apotheken ersparen sich nämlich viel an Lagerkosten, wenn sie die Anzahl der verfügbaren

Medikamente reduzieren und steigern Gewinne, wenn sie in größeren Mengen – und dafür

billiger – einkaufen. Das mag vom Profitgedanken her verständlich sein, aber nicht aus gesundheitlichen

Gründen.

Ärztinnen und Ärzte wissen am besten, wie ihre Patientinnen und Patienten ticken, welche

Medikamente sie gut vertragen. Die Patientinnen und Patienten sind es gewohnt, stets das

gleiche Medikament – die gleiche Form und Farbe einzunehmen und werden verunsichert,

wenn die Packung plötzlich eine andere ist. Insbesondere bei älteren Patientinnen und

Patienten ist dies häufig der Fall. Deshalb plädieren wir ja seit Jahren dafür, dass automatisch

jeder Allgemeinmediziner eine eigene Hausapotheke führen darf. Vor allem am Land ist dies

wesentlich für eine flächendeckende Versorgung.

Ältere, weniger mobilere Menschen sind kaum in der Lage, mehrere Kilometer zur nächsten

Apotheke zu fahren, wenn zudem das öffentliche Verkehrsangebot dürftig ist.

Für Landärzte sind Hausapotheken aus mehreren Gründen notwendig: Rasche Versorgung

ihrer Patientinnen und Patienten und bessere Belieferung. Natürlich spielen auch finanzielle

Gründe eine Rolle: Viele Hausärzte können ohne Hausapotheken nicht vernünftig wirtschaften.

Die Kosten sind zu hoch, der Umsatz im Verhältnis zum Stundenaufwand zu gering.

Noch etwas: Apotheken machen einen beträchtlichen Teil des Umsatzes mit OTC-Produkten,

für die es keine Verschreibung braucht. Vielleicht wäre es besser, neue Geschäftsfelder zu

erschließen, statt sich mit Ärztinnen und Ärzten zu matchen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Szekeres

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BRIEF DES KURIENOBMANNS IN EIGENER SACHE

Sehr geehrte Kollegin! Sehr geehrter Kollege!

ÖGK-Fehlstart

Foto: AEK Wien

„Die ÖGK hat Millionen

Euro für ein neues Logo

und Fusionsberater

ausgegeben, will aber

jetzt in der Versorgung

sparen – da stimmt

doch etwas nicht.“

Weitere standespolitische Themen ab Seite 11.

► Die Signale, die derzeit von der Spitze der Österreichischen Gesundheitskasse

ausgesendet werden, stimmen alles andere als zuversichtlich, dass in der Gesundheitsversorgung

Professionalität und Verantwortungsbewusstsein den Ton angeben

werden. Wenn zum Beispiel ÖGK-Generaldirektor Bernhard Wurzer in Zeiten der zunehmenden

Schwierigkeit, Kassenarztpraxen zu besetzen, mit der Wortschöpfung „Konsolidierungspfad“

meint, dass künftig Abstriche bei den Ärztehonoraren die Mehrkosten der

Kassenfusion mitfinanzieren sollen. Dass er bei den Ärztinnen und Ärzten den „Gürtel

enger schnallen“ möchte, ist jedenfalls ein wirksamer Weg, um die kassenärztlichen

Versorgung gezielt weiter zu schwächen. Wir nehmen Herrn Wurzers Aussage zwar zur

Kenntnis, aber nicht einfach hin: Das letzte Wort ist hier mit Sicherheit noch nicht

gesprochen.

Aus meiner Sicht ist es hoch an der Zeit, auch im Gesundheitsbereich einen echten runden

Tisch einzuberufen, auf dem auch die Ärzteschaft repräsentiert ist. Denn die ÖGK-Spitze ist

offenbar nicht imstande, die politischen Vorgaben einer verbesserten Gesundheitsversorgung

umzusetzen. Es geht nicht an, dass ein bürokratischer Moloch entsteht und auf Kosten der

Patientinnen und Patienten bei Ärztinnen, Ärzten und Leistungen gespart wird. Der Zug

muss in die andere Richtung fahren: Wir brauchen bessere und moderne Leistungen, nicht

Kürzungen. Die ÖGK hat Millionen Euro für ein neues Logo und Fusionsberater ausgegeben,

will aber jetzt in der Versorgung sparen – da stimmt doch etwas nicht.

Vielmehr wäre es Herrn Wurzers Aufgabe als Manager, dem Bundeskanzler zu erklären,

warum die von ihm versprochene Patientenmilliarde offensichtlich durch explodierende

Fusionskosten nicht realisierbar ist.

Vermehrte Bürokratie, verschleppte Entscheidungen

Interessant wäre es auch zu wissen, wie die Landeshauptleute die Nachricht aufnehmen, dass

die ÖGK offensichtlich plant, zukünftig mehr Patientinnen und Patienten in die Ambulanzen

zu verschieben. Nichts Anderes wäre nämlich das praktische Ergebnis der Pläne des Generaldirektors.

Es wäre angebracht, dass dieser sich damit beschäftigt, den administrativen Fehlstart

der ÖGK in den Griff zu bekommen: Bei den Ärzteverträgen herrscht völliges Chaos.

Allein in Wien haben neun Vertragskassenärzte mit 1. Februar ihre Tätigkeit aufgenom–

men und arbeiten bis heute ohne unterschriebenen Vertrag. Vom ÖGK-Büro werden

Termine abgesagt und immer wieder verschoben, weil die Zentrale überlastet ist. Die

Bürokratie ufert aus. Verlegungen von Ordinationen, Abrechnungsberechtigungen,

Anstellungen von Ärztinnen und Ärzten bei Kolleginnen und Kollegen, Gruppenpraxisansuchen

et cetera sind in der Warteschlange und werden entweder nicht oder nur

schleppend abgearbeitet.

Darüber hinaus warten bis heute zig Patientinnen und Patienten auf ihre Beitragsrückerstattungen

gemäß §70 aus dem Jahr 2019. Als Grund wird ihnen mitgeteilt, dass die EDV einfach

nicht funktioniere und man derzeit nicht wirklich wisse, wann die Beiträge rückerstattet werden

können.

Bisher hat die Gesundheitspolitik jedenfalls das Gegenteil dessen erreicht, was sie erreichen

wollte: Die Bürokratie hat sich vermehrt, notwendige Entscheidungen werden verschleppt,

die Versorgung wird weiter zurückgefahren, Ärztinnen und Ärzten ihre Berufung verleidet.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass das im Sinne der Erfinder der „Kassenreform“ war.

Mit besten Grüßen,

Johannes Steinhart

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BRIEF DES KURIENOBMANNS IN EIGENER SACHE

Sehr geehrte Kollegin! Sehr geehrter Kollege!

Der nächste Schritt

Foto: Stefan Seelig

„So wichtig die Quantität

neuer ärztlicher Stellen ist,

so zentral muss auch

die Qualität der Arbeitsbedingungen

sein, sonst

bleiben uns Bewerbende

für die neuen Stellen aus.“

Weitere standespolitische Themen ab Seite 11.

► Dass es in Wien als erste Antwort auf den akuten Mangel von 300 Medizinerinnen

und Medizinern im Krankenanstaltenverbund (KAV) immerhin 250 neue Stellen für

Fachärzte und die Ausbildung von Jungmedizinern geben wird, ist eine positive Entwicklung

– und ein wichtiger Erfolg der Ärztekammer. Denn nur durch konsequente Öffentlichkeitsarbeit

und intensives Lobbying war es möglich, dass sich im Wiener Gesundheitswesen etwas

bewegt. Die nahenden Wahlen in Wien haben die Bereitschaft der verantwortlichen Politiker

wohl auch erhöht, endlich Lösungen für die desaströse Situation in vielen Krankenhäusern zu

suchen. Wir helfen, sie auch zu finden.

So wichtig die Quantität neuer ärztlicher Stellen ist, so zentral muss auch die Qualität der Arbeitsbedingungen

sein, sonst bleiben uns Bewerbende für die neuen Stellen aus. Ein Schlaglicht

auf das Problem wirft der aktuelle Fall, dass für zwei Kassenplanstellen im Fach Kinder-

und Jugendpsychiatrie der Ärztekammer in Wien derzeit zwölf aktuelle Bewerbungen

vorliegen. Gleichzeitig findet sich aber für Wiens Gemeindespitäler kein einziger Interessent

für dieses Fach. Das ist kein Wunder, wenn man die derzeitige Lage in den Häusern des KAV

betrachtet. Die Arbeitsbedingungen für unsere Ärztinnen und Ärzte sind über weite Strecken

inakzeptabel:

•Unmengen an Überstunden sind Alltag für unsere Wiener Spitalsärzte. Dies führt zu Frustration

und im schlechtesten Fall zu Qualitätsverlust am Arbeitsplatz. Das „Zeitmanagement“

der öffentlichen Hand hat im Gesundheitswesen erheblichen Reformbedarf.

•Dazu kommen schlecht ausgestattete Spitäler. Der Investitionsbedarf für eine zeitgemäße

Ausstattung und entsprechende Arbeitsbedingungen ist hoch.

•Unsere Spitalsärzte sind aber auch durch administrative Tätigkeiten enorm beansprucht.

Wenn bürokratische Aufgaben mehr Zeit verschlingen als die Behandlung von Patientinnen

und Patienten, haben wir ein massives Problem. Denn unsere Ärztinnen und Ärzte

sind keine Amtsdiener der Bürokratie, sondern Gesundheitsdienstleister der Patientinnen

und Patienten. Dafür brauchen sie endlich wieder mehr Zeit.

•Auch die aktuelle Entlohnung im KAV ist ein Thema. Aus den uns vorliegenden Daten wird

deutlich, dass man im niedergelassenen Bereich in Wien deutlich mehr verdienen kann,

als dies einem angestellten Spitalsarzt möglich ist. Wer rational entscheidet, für den ist der

KAV die zweite Wahl. Das ist aber das falsche Signal. An einer marktkonformen Anpassung

der Gehälter – wir fordern zumindest ein Drittel mehr für den angestellten Bereich – führt

kein Weg vorbei.

Und jetzt: Arbeitsbedingungen verbessern

Deshalb ist klar, dass die Wiener Gesundheitspolitik nach der Zusage der 250 neuen Planstellen

den nächsten Schritt gehen muss: Nämlich die zielgerichtete Verbesserung der

Arbeitsbedingungen in Angriff zu nehmen. Nur so werden wir in Wien auch ausreichend

Personal für die neuen Stellen finden. Und nur so sichern wir dem bereits bestehenden Personal

akzeptable und faire Arbeitsbedingungen – und halten diese wertvollen Kräfte für die

Gesundheitsversorgung in Wien.

Wir bleiben als Ärztekammer Wien bei diesem Thema natürlich am Ball – und sind gerne

bereit, bei der Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu helfen. Aber klar ist auch: Die Wiener

Gesundheitspolitik muss ihre Hausaufgaben machen, damit wir Ärztinnen und Ärzte

unsere Aufgaben für die Menschen in Wien sicher erfüllen können.

Herzlichst,

Ihr Wolfgang Weismüller

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INHALT EDITORIAL

Inhalt

3 In eigener Sache – Brief des Präsidenten

5 In eigener Sache – Brief des Kurienobmanns

7 In eigener Sache – Brief des Kurienobmanns

Intern

12 News

Omar Sarsam ist Hauptdarsteller der aktuellen TV- und Kino-Kampagne der Wiener

Ärztekammer, die auf satirische und humoristische Art auf den Fachärztemangel in Wiens

Spitälern aufmerksam machen soll.

16 News

Als „verantwortungslos“ bezeichnet Kurienobmann Johannes Steinhart die Entscheidung der

ÖGK, in Wien die Kassenstellen für Kinder- und Jugendpsychiatrie nicht aufzustocken.

19 News

Unter dem Motto „Gesunde Menschen gibt es nur auf einem gesunden Planeten“ mobilisierte

Ärztekammer-Umweltreferent Piero Lercher kürzlich gemeinsam mit dem deutschen Arzt und

Kabarettisten Eckart von Hirschhausen für den Klimaschutz.

20 Kammerbereich

Coverstory

22 „Nicht lieferbar“

Mit einem verpflichtenden Melderegister und temporären Exportverboten versucht das

Gesundheitsministerium den zunehmenden Lieferengpässen bei Arzneimitteln Herr zu

werden. Können Ärztinnen, Ärzte und Patienten nun aufatmen?

Service

26 Fortbildung

Vorträge, Tagungen, Symposien

28 Medizin

32 medinlive

Vor welchen Herausforderungen Medizinerinnen und Mediziner aus Drittstaaten hierzulande

stehen, war bisher wenig bekannt. Licht ins Dunkel hat kürzlich eine Studie gebracht.

34 Diensthabende Fachärzte für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde

37 Steuer

Egal, welchen finanziellen Vorteil Sie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Ihrer Ordination

zukommen lassen – heutzutage unterliegt fast alles der Steuer. Eine Ausnahme davon stellt die

sogenannte steuerbegünstigte Zukunftssicherung dar.

38 Chronik

Nerventransfers, die Gehirnentwicklung von Frühgeborenen und Infektionen bei Transplantationsempfängern

waren die Themenschwerpunkte der wissenschaftlichen Arbeiten, deren

Autoren mit dem Forschungsförderungspreis der Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen

AG ausgezeichnet wurden.

40 Recht

Ärztinnen und Ärzte, die Sonderklassegelder beziehen, müssen sich auch um Besteuerung und

Sozialversicherung kümmern.

42 Kleinanzeigen

IMPRESSUM Herausgeber und Medieninhaber: Ärztekammer für Wien, Körperschaft des öffentlichen Rechts, vertreten durch den

Präsidenten, 1010 Wien, Weihburggasse 10–12, T 01/515 01, F 01/515 01-1289, Mail: pressestelle@aekwien.at. Redaktions vorsitz:

Dr. Franz Mayrhofer Redaktion: Mag. Elisa Cavalieri (Chefin vom Dienst), Dr. Hans-Peter Petutschnig, Mag. Bernhard Salzer, Mag.

Alexandros Stavrou, Alexandra Wolffinger (Sekretariat). Verleger: Medizin Medien Austria GmbH, Forum Schönbrunn, 1120 Wien,

Grünbergstraße 15, Stg. 1, T 01/54 600-0, F DW 710, Mail: office@medizin-medien.at. Aboverwaltung: Alexandra Wolffinger,

T 01/515 01-1223, Mail: wolffinger@aekwien.at. Anzeigenleitung: Fritz Tomaschek T 01/54 600-520, f.tomaschek@medizin-medien.at.

Anzeigensekretariat: Anita Radl, T 01/54 600-446, E-Mail: a.radl@medizin-medien.at. Herstellung: Friedrich Druck & Medien

GmbH, A-4020 Linz, Zamenhof straße 43–45, www.friedrichdruck.com.

Offenlegung nach § 25 Mediengesetz: www.aekwien.at/impressum

Editorial

COVID-19

Es ist vollkommen

ungewiss, wie die

Lage beim Erscheinen

dieser Zeilen ist. Es

sind nur einige wenige

Tage bis dahin und

doch ist die Mischung

von Unruhe und

Ungewissheit angesichts einer drohenden

Pandemie bedrohlich zu spüren. Es ist

ein geheimnisvoller, unsichtbarer Feind,

der sich unabweislich in unseren Alltag

drängt und drastisch offenbart, wie

verletzlich unsere vermeintlich durchorgansierte

Welt ist. Alle verfügbaren

Kräfte werden mobilisiert, alles Wissen

wird zusammengetragen und einer

erstaunlich duldsamen Öffentlichkeit

werden unglaubliche Einschränkungen

und auch finanzielle Verluste zugemutet.

Begleitet wird dieser verstörende

Zustand, Zeuge und zugleich mögliches

Opfer eines globalen Kontrollverlustes

zu sein, von einer medialen Begleitmusik,

die zwischen einer schamlosen Vermarktung

von Angst und Schrecken und einer

weinerlichen Banalität und Ängstlichkeit

schwankt.

Was aber sind die Umstände, die diesem

Ausbruch einer vergleichsweise unspektakulär

verlaufenden Infektionskrankheit –

die weiterhin grassierende Ebola-Seuche

hat dramatisch höhere Todesraten – zu

solch einer panischen Aufmerksamkeit

verhelfen?

Unzweifelhaft ist es für die Mächtigen

dieser Welt, die Mächtigen in der Politik,

die Mächtigen in der Wirtschaft, der

Wissenschaft und auch die Mächtigen

der Medienwelt ein Skandal, zur Kenntnis

nehmen zu müssen, wie rasch und

umfassend Kontrolle verloren gehen kann.

Brennende Kontinente, zerstörerische

Springfluten und Virusepidemien passen

so gar nicht in das Versprechen smarter

Politikkonzepte. Wenn sich aber das

Paradigma der grenzenlosen Machbarkeit,

dieses Versprechen, alles von oben herab

global beherrschen und regulieren zu

können, als leeres Versprechen entpuppt,

steht das herrschende Gesellschaftsmodell

zur Disposition.

Ihr

Franz Mayrhofer

Foto: privat

8 doktor in wien 03_2020


Durchhefter


Durchhefter


LESERBRIEFE / NEWS INTERN

Informationen zum Coronavirus (SARS-CoV-2)

Die Ärztekammer für Wien ist bemüht,

Ärztinnen und Ärzte zu den aktuellen

Entwicklungen und Empfehlungen

zum Coronavirus

mittels E-Mail-Rundschreiben

und einer laufend aktualisierten

Website auf dem

Laufenden zu halten.

Für Ärztinnen und Ärzte

ÖGK-Defizit: „Nicht auf Kosten der

Patientinnen und Patienten“

Österreich gibt, gemessen am BIP, schon

jetzt weniger für sein Gesundheitssystem aus

als andere vergleichbare Staaten, wie etwa

die Schweiz oder Deutschland. „In dieser

Situation anzukündigen, das Defizit der fusionierten

Österreichischen Gesundheitskasse

(ÖGK) durch Einsparungen bei den Honoraren

für niedergelassene Kassenärzte zu

sanieren, ist fahrlässig und würde letztendlich

zulasten der Gesundheitsversorgung der

Patientinnen und Patienten gehen“, warnt

Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres vor

entsprechenden Gedankenspielen von Seiten

der Wirtschaft beziehungsweise direkt aus

der Generaldirektion der ÖGK.

Ärztinnen und Ärzte dürften auf keinen Fall

die Querfinanzierer des Defizits in der neuen

ÖGK werden. „Wir wollen in Österreich eine

soziale Medizin. Dafür brauchen wir aber

relevante Nachrichten-Updates, wichtige

Informationen, Links zu Hotlines, Informations-Videos

der Ärztekammer

sowie mehrsprachige

Ordinationsplakate zum

Download finden Sie auf der

Website der Ärztekammer

für Wien: www.aekwien.at/

coronavirus

mehr und nicht weniger Kassenärzte“, betont

Szekeres. Derzeit gehe der Trend aber leider

in die andere Richtung, „und zwar deshalb,

weil die Honorierung der niedergelassenen

Kassenärzte, ganz speziell etwa der Allgemeinmediziner

und auch der Kinderärzte,

nicht zeitgemäß ist“. Aussagen, bei den

Honoraren noch weiter einsparen zu wollen,

seien daher „mehr als kontraproduktiv“. Jungärzte

würden sich dann zweimal überlegen,

ob sie eine Kassenordination gründen wollen.

Szekeres bringt ein Beispiel zur Veranschaulichung:

In Wien erhält eine Hausärztin

beziehungsweise ein Hausarzt, die/der

mit dem Privat-Pkw einen Hausbesuch bei

einem Patienten macht, von der ÖGK derzeit

49 Euro brutto. „Für so einen Betrag startet

ein Installateur nicht einmal seinen Firmenwagen“,

so Szekeres abschließend.

pressestelle

@aekwien.at

Kampagne „Gesundheit in

Lebensgefahr”

Der Flyer „Gesundheit in Lebensgefahr“ ist

ein Kondolenzschreiben für mich. Als Kinderarzt

– 68 Jahre, alle Kassen – gehöre ich zu

der bedrohten Art. Statt nach der Politik zu rufen,

könnte die Ärztekammer die ungerechten

Pensionsregelungen des Wohlfahrtsfonds

überdenken und mein Aussterben verzögern.

Meine Altersgruppe hat zu den normalen

Zahlungen auch die Altlast von der Einführung

bis zur Abschaffung getragen, ohne jetzt

im Pensionsalter einen Cent zu bekommen –

wenn man die Kassenverträge behält.

Dr. Bernhard Redl, E-Mail

5G-Ausbau

Ich bin Lehrerin an einer Neuen Mittelschule

und ich beschäftige mich schon lange mit

der Thematik rund um 5G. Mit großer Freude

habe ich Ihre Rede (von Ärztekammerpräsident

Thomas Szekeres, Anm.), die Sie

im Novomatic Forum bezüglich 5G gehalten

haben, gemeinsam mit meinen Schülerinnen

und Schülern gelesen. Ihre Rede macht Mut,

ist ein Hoffnungsträger und tut einfach gut.

Vielen Dank, dass Sie sich so für unsere Kinder

einsetzen und FÜR unsere Zukunft sprechen,

machen Sie weiter so!

Dipl. Päd. Petra Kreuzer, E-Mail

Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe zu kürzen.

Ausschreibungen für Einzel- und Gruppenpraxen für März 2020

Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) schreibt gemäß § 7 der Richtlinie für die Auswahl und Invertragnahme von Vertragsärzten für

Allgemeinmedizin und Vertragsfachärzten iVm § 6 Abs 1 Gesamtvertrag vom 1. Jänner 2011 sowie gemäß § 7 der Richtlinien für die Auswahl und

Invertragnahme von Gesellschaftern von Vertragsgruppenpraxen iVm § 9 Gruppenpraxengesamtvertrag vom 1. Jänner 2011 gemeinsam mit der

Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau (BVAEB), der Sozialversicherung der Selbstständigen (SVS), sowie der

Krankenfürsorgeanstalt der Stadt Wien (KFA Wien) im Einvernehmen mit der Ärztekammer für Wien Vertragsarztstellen aus.

Basierend auf den Änderungen der Reihungskriterien für Bewerbungen ab 1. Mai 2018 finden Sie die Ausschreibungen für Einzelpraxen sowie für

Gruppenpraxen für März 2020 auf der Website der Ärztekammer für Wien unter www.aekwien.at beziehungsweise unter

www.aekwien.at/ausschreibungen-allgemeinmedizin und www.aekwien.at/ausschreibungen-fachärzte.

Ihre Bewerbungsunterlagen richten Sie bitte fristgerecht an:

Kurie niedergelassene Ärzte

Ärzte für Allgemeinmedizin

Mag. Gabriella Milinski

1010 Wien, Weihburggasse 10-12

Tel.: 515 01/1222 DW

E-Mail: milinski@aekwien.at

Kurie niedergelassene Ärzte

Fachärzte

Sabine Stastny

1010 Wien, Weihburggasse 10-12

Tel.: 515 01/1259 DW

E-Mail: stastny@aekwien.at

Die ausgeschriebenen Stellen sowie die Richtlinien zur Invertragnahme, das Punktesystem, die Bewerbungsformulare und die gesamtvertraglichen

Bestimmungen finden Sie unter www.aekwien.at/reihungskriterien.

Hinweis: Bitte beachten Sie das Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz.

03_2020 doktor in wien 11


INTERN NEWS

Auf der Bühne und im OP

Der Arzt, der gerne lacht

Omar Sarsam, Kabarettist und Facharzt für Kinder- und Jugendchirurgie, ist Hauptdarsteller

der aktuellen TV- und Kino-Kampagne der Wiener Ärztekammer, die auf satirische und

humoristische Art auf den Fachärztemangel in Wiens Spitälern aufmerksam machen soll.

Von Alexandros Stavrou

doktorinwien: Herr Sarsam,

als was würden Sie sich derzeit

mehr bezeichnen? Als Arzt oder doch

als Kabarettist?

Sarsam: Ich kann Ihnen das sogar in

Prozent sagen: Ich bin zu 100 Prozent

Kinderchirurg und zu 100 Prozent Kabarettist!

(grinst)

doktorinwien: Wie bringen Sie das

unter einen Hut und wie gehen Ihre Patientinnen

und Patienten damit um?

Sarsam: Natürlich bekommen die Patientinnen

und Patienten, die darüber

etwas erfahren wollen, mit, dass ich

Kabarettist bin. Und auch mein Publikum

weiß, dass ich Kinderchirurg

bin. Das Schöne ist, dass sich beide

Berufe überhaupt nicht im Weg

stehen. Die Motivation, einerseits

im OP-Saal und andererseits auf der

Bühne zu arbeiten, kam interessanterweise

von außen. Schon während

des Medizinstudiums habe ich gehört:

„Wirst sehen, neben dem Studium

kannst nix anderes machen!“ Aber es

ging trotzdem. Und nach dem Ende

des Studiums, während der ärztlichen

Ausbildung, haben viele gesagt: „Wirst

sehen, neben der ärztlichen Ausbildung

kannst nix anderes machen!“

Und nachdem ich Facharzt geworden

bin, hat man mir dasselbe gesagt.

Aber es geht trotzdem, ich sitze hier

und fühle mich sehr privilegiert, diese

beiden wunderschönen Berufe, die

ich mir ausgesucht habe, ausüben zu

dürfen.

doktorinwien: Mittlerweile sind Sie

niedergelassener Facharzt. Wie war es

denn im Spital für Sie, in Zeiten von steigenden

Patientenzahlen und Arbeitsverdichtung,

mit dieser Doppelbelastung

umzugehen?

Sarsam: Vor der Einführung des Kran ken -

anstalten-Arbeitszeitgesetzes (KA-AZG)

Omar Sarsam:„Mir war sehr wichtig, zu unterstreichen, dass die Arbeit der Ärztin oder des Arztes keine Fließbandarbeit sein darf.“

„Das Beste,

das wir

erreichen

können, ist,

dass man

hier und

jetzt auf die

Kolleginnen

und Kollegen

hört, die

an vorderster

Front stehen

und aufschreien.“

war es ja nicht unüblich, 70 bis 80

Stunden in der Woche zu arbeiten. Als

das KA-AZG dann eingeführt wurde,

war es nur noch erlaubt, 48 Stunden

zu arbeiten. Sagen wir mal so: Meine

Frau war dann ganz glücklich, dass ich

mich die restlichen 22 bis 32 Stunden,

die ich dann zur Verfügung hatte, als

Kabarettist beschäftigen konnte (lacht).

Derzeit arbeite ich 80, ja vielleicht sogar

90 Stunden in der Woche für beide

Berufe. Ich bin aber sehr froh, dass die

Arbeitszeit im Spital begrenzt wurde.

Das kann sehr viel Qualität bringen,

nicht nur für die Arbeit, weil man ja

ausgeruhter sein kann, sondern auch

für das Privatleben und die dafür notwendige

Zeit. Natürlich müsste es aber

im Gegenzug umso mehr Ärztinnen

und Ärzte geben, damit auch die Patientenversorgung

nicht darunter leidet,

und deswegen haben wir ja auch diese

Spots gedreht.

doktorinwien: Wie haben Sie diese

von Ihnen angesprochene neue Qualität

durch das KA-AZG erlebt, als Sie noch im

Spital waren?

Sarsam: Meine Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit

nahmen spürbar

zu und ich war ausgeruhter und fitter.

Die Medizin war nicht mehr limitiert

auf Schadensbegrenzung und Automatik-Modus,

sondern man konnte

manchmal kurz innehalten, über Diagnosen

und Entscheidungen nachdenken

und aus einer wesentlich ausgeruhteren

Perspektive agieren.

doktorinwien: Viele Ihrer Kolleginnen

und Kollegen sagen jetzt aber, die 48

Stunden sind gut, aber die Patientenzahlen

steigen und es gibt zu wenige Ärztinnen

und Ärzte.

Sarsam: Das stimmt absolut. Diese

Überbelastung beeinträchtigt massiv

die Qualität, die ich soeben angespro-

Fotos: Ärztekammer für Wien / Stefan Seelig

12 doktor in wien 03_2020


NEWS INTERN

chen habe. Das gilt von den Verantwortlichen

korrigiert zu werden, damit

im Spital ordentlich gearbeitet werden

kann.

doktorinwien: Sprechen wir über die

Spots: Sie sind als Chirurg ohne Anästhesist

zu sehen, als Erwachsenenpsychiater,

der sich als Kinder- und Jugendpsychiater

versucht und als Wunderheiler, der sich

als Internist ausgibt. Was war Ihre Motivation,

diese Spots mit der Ärztekammer

zu drehen?

Sarsam: Mir war sehr wichtig, zu unterstreichen,

dass die Arbeit der Ärztin

oder des Arztes keine Fließbandarbeit

sein darf. Und man kann sicherlich

nicht bei Erhöhung des Arbeitsdrucks

auch noch die Geschwindigkeit dieser

Fließbandarbeit erhöhen. Ganz im Gegenteil:

Bei Erhöhung des Arbeitsdrucks

braucht man mehr Zeit, und Zeit kann

man nur gewinnen, indem man Arbeit

aufteilt. Dazu wiederum brauchen wir

mehr Ärztinnen und Ärzte, sozusagen

„mehr Fachkräfte für unsere Spitäler“,

so wie auch die Botschaft in den Spots

lautet. Mir ist immens wichtig, aufzuzeigen,

dass die derzeitige Situation

dazu geführt hat, dass wir die besten

Leute im Spital verloren haben oder

verlieren werden. Ich kenne viele ausgezeichnete

Ärztinnen und Ärzte, die

irgendwann an dem Punkt angelangt

waren, an dem sie für sich beschlossen

haben, die Qualität ihrer Arbeit aufgrund

des Drucks nicht mehr mindern

zu wollen und sich deswegen außerhalb

des Spitals niedergelassen haben. Und

das ist schade, sind doch Spitäler per se

ein wunderbarer Ort zu arbeiten, vor

allem, wenn man eigentlich gerne im

Team arbeitet.

doktorinwien: Die drei Spots spielen

auf die derzeit größten Mangelfächer in

der Medizin an. Welche Rolle haben Sie

am liebsten gespielt?

Sarsam: Das ist schwer zu sagen. Ich

mag alle drei Rollen sehr, aber mir am

nächsten ist natürlich der Spot des Chirurgen,

der ohne Anästhesist werken

muss, weil dieser die OP-Situation anspricht

und mir das durch mein Fach

als Kinderchirurg besonders naheliegt.

Es war mir jedenfalls eine sehr große

Freude, diese Spots mit der Ärztekammer

zu drehen und zu produzieren, vor

allem, weil mir auch das Thema sehr

wichtig ist. Ich würde mich aber noch

mehr freuen, wenn wir dadurch etwas

bewegen können und die Situation für

meine Kolleginnen und Kollegen in den

Spitälern verbessern können.

doktorinwien: Was soll konkret durch

die Spots verbessert werden?

Sarsam: Viele, viele Kolleginnen und

Kollegen haben bereits vor mehr als

zehn Jahren auf das hingewiesen, was

Die drei Spots mit Omar Sarsam in der Hauptrolle, die im Fernsehen, Kino

sowie online zu sehen sind, spielen auf die derzeit größten Mangelfächer in der

Medizin an: Anästhesie, Kinder- und Jugendpsychiatrie und Innere Medizin.

Video-Spots:

„Unsere Spitäler brauchen mehr Fachkräfte“

Eine langjährige Forderung der Kurie der angestellten Ärzte der Ärztekammer für

Wien – 300 Facharztstellen mehr in den Wiener Spitälern – wurde kurz vor Weihnachten

2019 aufgegriffen: Für 2020 hat die Stadt Wien 250 zusätzliche Dienstposten

für den Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) zugesagt – ein erster

Schritt in die richtige Richtung.

Mit emotionalen und aufmerksamkeitsgenerierenden Video-Spots unter dem Titel

„Unsere Spitäler brauchen mehr Fachkräfte“ wird derzeit in TV, Kino und online auf

den Fachkräftemangel in unseren Spitälern hinweisen. Dabei liegt der Fokus auf unterschiedlichen

Fachrichtungen (Anästhesie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Innere

Medizin), wobei auf satirische Art die Missstände sowie die mangelnde Versorgung

der Patientinnen und Patienten durch fehlende Fachkräfte aufgezeigt werden.

Als Hauptdarsteller für die drei Spots konnte der bekannte österreichische Kabarettist

Omar Sarsam gewonnen werden, der als ausgebildeter Kinderchirurg Herausforderungen

in den Spitälern aus eigener Erfahrung bestens kennt.

Die Kampagne soll für eine breite Wahrnehmung des Fachkräftemangels in den

Wiener Spitälern sorgen. Gleichzeitig müssen für eine erfolgreiche Rekrutierung von

Fachkräften die Arbeitsbedingungen in den Wiener Spitälern verbessert werden.

Nur so wird es gelingen, rasch die nötigen Fachkräfte einzustellen, um damit die

Patientinnen und Patienten weiterhin bestens versorgen zu können.

heutzutage eingetreten ist. Das Beste,

das wir erreichen können, ist, dass

man hier und jetzt auf die Kolleginnen

und Kollegen hört, die an vorderster

Front stehen und aufschreien. Es ist

ganz wichtig, ihnen eine Stimme zu

geben und zu erfahren, wo die größten

Missstände sind, wo der größte Bedarf

ist, und darauf zu achten, was sie brauchen,

um die Lage zu verbessern. Der

Weg zwischen Ärztinnen und Ärzten,

die aus der Arzt-Patienten-Beziehung

genau wissen, woran es mangelt, und

den Entscheidungsträgern – sei es der

Gesundheitsstadtrat oder Gesundheitsminister

– muss so verkürzt werden,

dass die Mittel schnell, effizient

und richtig eingesetzt werden können.

Im besten Fall gibt es zwischen den

beiden keine Zwischenstation: Das

„Wir brauchen“ und das „Wir haben“

müssen direkt miteinander kommunizieren.


03_2020 doktor in wien 13


INTERN NEWS

Parkpickerl-Initiative für Wiens Arztpraxen gestartet

Die Ärztekammer für Wien startet

mit einer Unterschriftenkampagne

einen neuen Anlauf, um bei der

Stadt Wien die jahrelange Forderung

nach einem Parkpickerl für Ordinationsinhaberinnen

und Ordinationsinhaber

endlich durchzusetzen.

„Unter dem Motto ‚Damit wir Ihnen

schneller zu Hause helfen können!‘

wollen wir die Wiener Patientinnen

und Patienten mobilisieren, dieses

Anliegen zu unterstützen. Denn um

im Bedarfsfall eines Hausbesuchs

schneller bei den Patientinnen und

Patienten zu sein, ist es wichtig,

dass der Privat-Pkw, mit dem

Hausärztinnen und Hausärzte zur

Visite fahren, auch im Bezirk ihrer

Ordination vor dieser parken darf“,

sagt Johannes Steinhart, Obmann

der Kurie niedergelassene Ärzte und

Vizepräsident der Ärztekammer für

Wien. Sofern der Ordinationsbezirk

nicht auch der Wohnbezirk der

Ärztin oder des Arztes ist, vergibt

die Stadt Wien für Ordinationen –

anders als bei jedem Gewerbebetrieb

– nämlich kein Parkpickerl.

Die Wiener Ärztinnen und Ärzte

absolvieren neben ihrer Arbeit in

den Ordinationen jährlich mehr als

eine halbe Million Hausbesuche mit

ihrem Privatauto. Dafür müssen sie

dieses aber erst aus ihrem Wohnbezirk

holen und dabei geht wertvolle

Zeit verloren, die sie schon

den Patientinnen und Patienten

widmen könnten. „Wir fordern

daher ein Parkpickerl für alle

Wiener Ärztinnen und Ärzte im

Bezirk ihrer Ordination. Motivieren

Sie daher Ihre Patientinnen und

Patienten, dieses Anliegen in deren

eigenen Interesse zu unterstützen“,

ruft Kurienobmann Steinhart alle

niedergelassenen Kolleginnen und

Kollegen auf. Die gesammelten

Unterschriften werden im Rahmen

einer medial begleiteten Aktion und

der entsprechenden Forderung von

der Ärztekammer für Wien an die

Verantwortlichen in der Wiener

Stadtregierung noch vor der Wien-

Wahl im Herbst übergeben.

Service: Unterschriftenlisten können

per E-Mail an parkpickerl@aekwien.

at bestellt werden. Die gesammelten

Unterschriften senden Sie bitte an

die Ärztekammer für Wien, Kurie

niedergelassene Ärzte, 1010 Wien,

Weihburggasse 10–12,

oder eingescannt per E-Mail

an parkpickerl@aekwien.at

Freie Wahl: Neuregelung beim Ordinationsbedarf

Unabhängigkeit und Entscheidungsfreiheit

statt Zentralismus und Spardruck: Das ist

der Kern einer Neuregelung des Ordinationsbedarfs.

Die Wiener niedergelassenen

Ärztinnen und Ärzte können künftig frei

entscheiden, was sie wirklich brauchen.

Schon bisher waren die Geldmittel für den

Ordinationsbedarf Teil des Honorars durch

die ehemalige Wiener Gebietskrankenkasse

WGKK.

Ab Juli 2020 erhalten Ärztinnen und Ärzte

das Geld direkt ausbezahlt und nicht mehr die

standardisierten Sachleistungen. Sie können

künftig frei entscheiden, welchen Ordinationsbedarf

sie tatsächlich brauchen. Die Neuregelung

des Ordinationsbedarfs für Wiener

Kassenärztinnen und Kassenärzte bringt nicht

nur mehr Freiheit in der Beschaffung, sondern

soll vor allem auch praxisgerechter werden.

„In den vergangenen Jahren gab es immer

wieder Beschwerden von Kolleginnen

und Kollegen über den zentralen Einkauf

von Ordinationsbedarf durch die WGKK.

Einmal hat die Qualität der Produkte nicht

gepasst, einmal wurde zu wenig geliefert, ein

anderes Mal zu viel oder aber das Falsche“,

sagt Johannes Steinhart, Obmann der Kurie

niedergelassene Ärzte und Vizepräsident

der Ärztekammer für Wien. Was aber zu

Wenige wissen, ist, dass die Ausgaben der

WGKK für den Ordinationsbedarf immer

Teil des gesamten Honorartopfs der Ärztinnen

und Ärzte waren. Steinhart: „Die

Lieferungen an die Ordinationen waren also

keineswegs gratis. Kaufte die Kasse zu viel

oder falsche Produkte oder zu teuer ein, ging

das zulasten des Honorartopfs. Der Ordinationsbedarf

war immer ein Faktor, den keiner

gesehen hat und er war immer dem Honorar

zugerechnet.“

Ab Sommer bekommen alle niedergelassenen

Kassenärztinnen und Kassenärzte mit

ÖGK-Vertrag den von der ehemaligen WGKK

für den Ordinationsbedarf aufgewandten

Gesamtbetrag von 4,5 Millionen Euro plus

Inflationsabgeltung ausbezahlt. Dann müssen

sie sich selbst um die Beschaffung aller für

den Ordinationsbetrieb benötigten Produkte

kümmern. Steinhart: „Das klingt vielleicht

aufwendig, aber es gehört auch zum Wesen

des freien Berufs, Entscheidungen selbst treffen

zu können und die freie Wahl zu haben.

Wenn das Bestellmuster einer Ordination

klar ist, wird der Aufwand auch sicherlich

deutlich geringer. Zudem arbeiten wir auch

hier an Lösungen, um unsere Mitglieder

dabei zu unterstützen.“

14 doktor in wien 03_2020


ORDINATIONSBEDARF NEU:

MEINE

ORDINATION.

MEINE

ENTSCHEIDUNG.

Als Ihre Interessenvertretung kämpfen wir für den freien Beruf und freie Entscheidungen.

Beim Ordinationsbedarf haben wir für Sie maximale Individualität und Freiheit

ausverhandelt. Sie bestimmen, was Sie brauchen und wieviel davon. Das sichert Ihren

hohen Qualitäts anspruch und schafft somit Sicherheit und Nachhaltigkeit.

Sie bestimmen über:

QUALITÄT PRAXISTAUGLICHKEIT EFFIZIENZ NACHHALTIGKEIT


INTERN NEWS

Kinder- und Jugendpsychiatrie

Scharfe Kritik an Versorgungslücke

Als „verantwortungslos“ bezeichnet Kurienobmann Johannes Steinhart die Entscheidung

der ÖGK, in Wien die Kassenstellen für Kinder- und Jugendpsychiatrie nicht aufzustocken.

Kurienobmann Wolfgang Weismüller bemängelt indes die unattraktiven Arbeitsbedingungen

für Kinder- und Jugendpsychiater in Wiens Spitälern.

► Wien hat knapp zwei Millionen

Einwohner und davon in etwa

350.000 Kinder und Jugendliche im

Alter bis 18 Jahre. Für diese Gruppe

stehen aber nur sechs Kinder- und Jugendpsychiater

mit Kassenvertrag zur

Verfügung. „Das ist für eine Stadt mit

einem grundsätzlich hervorragenden

Gesundheitssystem, auf das wir auch

stolz sind, aber viel zu wenig, eigentlich

ein nicht tragbarer Zustand – nötig

wären gemäß unabhängiger Gesundheitsexperten

bis zu 30 entsprechende

Kassenordinationen“, sagt Johannes

Steinhart, Obmann der Kurie niedergelassene

Ärzte und Vizepräsident der

Ärztekammer für Wien.

„Eine Katastrophe ist diesbezüglich die

Entscheidung der Generaldirektion der

Österreichischen Gesundheitskasse“, so

Steinhart weiter, „die eine dringend nötige

Aufstockung der Kassenordinationen

für Kinder- und Jugendpsychiater

um zumindest fünf weitere Standorte,

wie von uns gefordert, einfach ablehnte.

Das ist verantwortungslos!“

ÖGK-Struktur überdenken

Die derzeitige Struktur der ÖGK müsse

dringend überdacht und geändert

werden, denn: „In den entscheidenden

Gremien sitzen seit 1. Jänner 2020 leider

Personen, die die lokalen Gegebenheiten,

den Bedarf an kinderpsychiatrischen

Versorgungsangeboten sowie

die Bedürfnisse der Patientinnen und

Patienten in Wien nicht kennen“, so

Steinhart.

Seit Jahren weist die Ärztekammer auf

die Unterversorgung der Wiener Kinder

und Jugendlichen in diesem medizinischen

Fachgebiet hin. Bestätigt

wird der Warnruf sowohl von Gesundheitsexperten

als auch vom Stadtrechnungshof,

vom Leiter des Psychosozialen

Diensts der Stadt Wien und auch

vom Gesundheitsstadtrat selbst.

„Nötig wären

gemäß

unabhängiger

Gesundheitsexperten

bis

zu 30 entsprechende

Kassenordinationen.“

Ausbau dringend notwendig

„Wien benötigt den schnellstmöglichen

Ausbau der Kinder- und Jugendpsychiatrie-Versorgung.

Was die Wiener

Patientinnen und Patienten hingegen

nicht brauchen können, ist eine Leitungsebene

in der Österreichischen

Gesundheitskasse, die aus nicht nachvollziehbaren

Gründen auf der Bremse

steht, ihrem Versorgungsauftrag nicht

nachkommen will und letztendlich auf

Kosten der jüngsten und ärmsten Patientinnen

und Patienten, der Kinder

und Jugendlichen, versucht, das durch

die Kassenfusion verursachte Defizit

mit Einsparungen bei der Gesundheitsversorgung

zu reduzieren.“ Die Politik

müsse hier dringend aktiv werden und

nachjustieren, so Steinhart.

Spitäler attraktiver machen

Zwölf aktuelle Bewerbungen für zwei

Kassenplanstellen im Fach Kinder- und

Jugendpsychiatrie liegen der Ärztekammer

in Wien derzeit vor. Gleichzeitig

findet sich für Wiens Gemeindespitäler

kein einziger Interessent, wenn man

die derzeitige Lage in den Häusern des

Wiener Krankenanstaltenverbunds

(KAV) betrachtet.

Für Wolfgang Weismüller,

Vizepräsident und Obmann

der Kurie angestellte Ärzte

der Ärztekammer für Wien,

ist das ein „mehr als paradoxer

Zustand“.

„Die Stadt Wien muss endlich

reflektieren und sich

ernsthaft fragen, warum

sich niemand für die KAV-

Spitäler bewirbt, wenn sich

gleichzeitig deutlich mehr

als ausreichend Bewerber

im niedergelassenen Bereich

finden“, fordert Weismüller

ein Umdenken seitens der

Politik. Die derzeitige Nachfrage

nach Kassenplanstellen lasse „kein

anderes Resümee zur aktuellen Lage“

zu.

Für Weismüller kann die Lösung nur in

der Attraktivierung der Spitäler liegen:

„Extreme Überbelastung, keine Zeit für

Aus- und Fortbildung sowie überbordende

Bürokratie schrecken offenbar

die Kolleginnen und Kollegen ab, sich

im KAV zu bewerben.“ Deswegen müsse

seitens der Politik raschest gegengesteuert

werden.

„Nicht unwesentlich für den Umstand,

sich nicht zu bewerben, wird auch die

aktuelle Entlohnung im KAV sein“, vermutet

Weismüller. Aus den der Ärztekammer

vorliegenden Daten sei klar

ersichtlich, dass man im niedergelassenen

Bereich in Wien deutlich mehr

verdienen kann, als dies einem angestellten

Spitalsarzt möglich sei. „Schon

seit Langem fordern wir eine marktkonforme

Anpassung der Gehälter, als

ersten Schritt zumindest ein Drittel

mehr für den angestellten Bereich“, so

Weismüller in Richtung Politik, die

nach wie vor die Finanzhoheit im KAV

innehat.

Foto: Kateryna Kovarzh/lGetty/Images

16 doktor in wien 03_2020


NEWS INTERN

AmberMed: Hilfe für Kinder ohne Krankenversicherung

Laut einer aktuellen Studie des Europäischen

Zentrums für Wohlfahrtspolitik & Sozialforschung

und der Diakonie sind rund

27.000 Personen in Österreich nicht krankenversichert.

Im Rahmen einer Pressekonferenz mit AmberMed

und Diakonie wies Ärztekammerpräsident

Thomas Szekeres auf die Problematik

hin, dass Armut, prekäre Verhältnisse und

Nichtversicherung sogar schon bei Kindern zu

großem Stress führe.

Was es für Kinder bedeute, wenn sie nicht

versichert sind, beschreibt die Fachärztin

für Frauenheilkunde und Geburtshilfe bei

der Wiener Gesundheitseinrichtung AmberMed

für Menschen ohne Versicherungsschutz,

Monika Matal: „Kinder und ihre

Familien ohne Versicherung leben unter

großer Existenzangst. Wenn unvorhergesehene

Gesundheitsprobleme dazukommen,

ist AmberMed oft die einzige Rettung“. Die

Arbeit mit Unversicherten sei anders, als die

Arbeit in einer herkömmlichen Ordination.

Die Patientinnen und Patienten leben unter

großer Existenzangst und Überlebensstress.

„Wir sorgen uns hier um die Säuglings- und

Kindergesundheit“, erzählt Matal aus der

Praxis, „und bieten Hilfe für diese schwer

belasteten Kinder, wo es sonst keine Hilfe

mehr gibt.“

„Kein Kind, das hier lebt, soll von gesundheitlicher

Behandlung ausgeschlossen sein“,

betont auch der Sozialexperte der Diakonie,

Martin Schenk. Und man wisse auch: „Wer

früh hilft, hilft doppelt“. Die Behandlungskosten

einer kleinen Verletzung, einer Verbrennung

am Finger, kann bei Nichtbehandlung

„Kein Kind, das hier lebt, soll von gesundheitlicher

Behandlung ausgeschlossen sein.“

um den Faktor 7,3 explodieren, also mehr als

siebenmal so hohe Kosten verursachen. Es

kann zu großen Folgeproblemen kommen,

wenn nicht rechtzeitig behandelt wird – für

das Gesundheitssystem und die gesellschaftlichen

Kosten insgesamt wie natürlich für das

Kind selbst.

Ambulanzen, die Patientinnen und Patienten

ohne Versicherung betreuen, Menschen

vor Leid bewahren und Folgekosten für die

Gesellschaft verhindern, erfüllen wichtige

Aufgaben für das Gemeinwohl.

Da ist Frau K. in prekärer Beschäftigung, da

ist Herr G. in einer schweren psychischen

Krise, da sind Hilfesuchende wie Frau L.,

die ihren Mindestsicherungsanspruch aus

Scham nicht einlösen, da ist Herr G., der hier

unangemeldet am Bau arbeitet, da ist Frau

M., die nach längerem Auslandsaufenthalt

zurückkehrt.

„Wir bringen Betroffene wieder zurück ins

Versicherungssystem, wir leisten konkrete

Gesundheitsversorgung und Begleitung, wir

verhindern böse Folgen von Krankheiten“,

erklärt Carina Spak, Sozialarbeiterin und

Leiterin von AmberMed. Insgesamt wurden

im letzten Jahr 8279 medizinische Behandlungen,

fast ausschließlich von ehrenamtlich

tätigen Ärztinnen und Ärzten, durchgeführt.

AmberMed hat insgesamt 3312 unversi cherte

Patientinnen und Patienten medizinisch

versorgt. 485 davon waren unter 18, fast 200

unter sechs Jahre alt. 54,57 Prozent waren

weiblich.

„Organisationen wie AmberMed sind aus

Ärztekammersicht essenziell, um Hilfe zu

leisten, wo der Staat nicht mehr übernimmt“,

so Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres.

Er fordert daher eine ordentliche Absicherung

der Arbeit der Einrichtung.

Foto: Nadja Meister/AmberMed

Neues Patientenmagazin der Wiener Ärztekammer

Seit Februar 2020 liegt GESUND & LEBEN mit einer

eigenen Wien-Ausgabe als offizielles Patientenmagazin

der Wiener Ärztekammer in allen Wiener Ordinationen

auf. Zusätzlich werden auch Kaffeehäuser, Apotheken

und Friseure beliefert.

Möglich macht dies eine Kooperation der Wiener

Ärztekammer mit dem Ärzteverlag als Herausgeber. „Es

ist ein Magazin, dessen Inhalt sich an den Bedürfnissen,

Interessen und Sorgen der Patientinnen und Patienten

orientiert, das aber auch die Wartezeit in den Ordinationen

auflockern und verkürzen soll. Daher finden sich

darin nicht nur nützliche Gesundheits- und Ernährungstipps,

sondern auch Beiträge zu Lifestyle, Sport und

Freizeit“, so Thomas Szekeres, Präsident der Ärztekammer

für Wien.

Die Gesamtauflage von GESUND & LEBEN liegt bei mehr

als 200.000 Exemplaren. Das Magazin erscheint zehn Mal pro Jahr und bietet Hintergrundinformationen

und nützliche Tipps rund um das Thema Gesundheit.

Medizinstudienplätze:

Brief an Bürgermeister

Bezüglich der Debatte zur Anzahl der Medizinstudienplätze

in Wien beziehungsweise

ganz Österreich haben sich Ärztekammerpräsident

Thomas Szekeres und Vizepräsident

Wolfgang Weismüller kürzlich in einem

Brief an Bürgermeister Michael Ludwig gewandt.

Ihr Appell: Durch eine Verdoppelung

der Studienplätze würde die Ausbildung an

den Universitäten massiv leiden. Wichtig

wäre hingegen, dass die Stadt die Stärkung

der postgraduellen Ausbildung und die Attraktivierung

der Arbeitsbedingungen in den

Wiener Gemeindespitälern in den Mittelpunkt

ihrer Gesundheitspolitik rücke. Auch

die Rektoren der medizinischen Universitäten

warnten zuletzt vor einem Fokus auf

Quantität vor Qualität und dass die derzeit

exzellente Lehre darunter leiden würde.

03_2020 doktor in wien 17


SERVICEANGEBOT DES REFERATS

FÜR ÄRZTLICHE FORTBILDUNG DER

ÄRZTEKAMMER FÜR WIEN:

n Kostenlose Verwaltung Ihres DFP-Kontos und

Nachtragung fehlender Teilnahmebestätigungen

n DFP-Sprechstunden in allen Wiener Spitälern

n Angebot von vielen kostenlosen Fortbildungsveranstaltungen

Für Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung

Bernadette Butzendobler Katharina Luckerbauer

butzendobler@aekwien.at luckerbauer@aekwien.at

September 2016


NEWS INTERN

Generationenübergreifendes Handeln

„Klimaschutz ist Menschenschutz“

Unter dem Motto „Gesunde Menschen gibt es nur auf einem gesunden Planeten“ mobilisierte

Ärztekammer-Umweltreferent Piero Lercher kürzlich gemeinsam mit dem deutschen Arzt und

Kabarettisten Eckart von Hirschhausen für den Klimaschutz. Ärztekammerpräsident Thomas

Szekeres appelliert unterdessen, das Klimavolksbegehren zu unterstützen.

Foto: Eckart von Hirschhausen

► Was nützen uns das effizienteste

Gesundheitssystem, die besten

medizinischen Einrichtungen und die

bestausgebildetsten Ärztinnen und

Ärzte, wenn der betreffende Ort oder

Lebensraum durch umweltbedingte

Katastrophen bedroht oder sogar unbewohnbar

geworden ist?

Die Auswirkungen des aktuellen Klimadesasters

mit den direkten und

indirekten Zukunftsfolgen wie Artensterben,

unfaire Nutzung allgemeiner

Ressourcen, Flucht und Migration vor

Umweltverschmutzung sowie Zerstörung

des Lebensraums werden auch im

Gesundheitsbereich zunehmend spürbar.

„Den Wenigsten ist bewusst, dass

wir gegenwärtig in Österreich mehr

Hitzetote als Verkehrstote haben“, so

Piero Lercher, Umweltreferent der Ärztekammer

für Wien.

Aktivitäten und Visionen

Auch der deutsche Arzt, Kabarettist und

Schriftsteller Eckart von Hirschhausen,

der im Februar mehrere Tage in ungewöhnlicher

Mission in Wien weilte,

setzt sich als prominenter Vertreter von

„Scientists for Future“ für politisches

Handeln zur Überwindung der Klimakrise

ein: „Die Gesundheitsberufe sind

angetreten, um Leben zu schützen, und

Klimaschutz ist Menschenschutz“, so

von Hirschhausen. Neben einer Vorlesung

und Show an der Medizinischen

Universität Wien, einer Benefizveranstaltung

für das Viktor Frankl Museum

und mehreren Bühnenshows im Globe

Wien, traf er während seines Wien-

Aufenthalts mit dem Umweltreferenten

Piero Lercher zusammen. Gemeinsam

mit Studierenden der AMSA (Austrian

Medical Students’ Association) und

der ÖH (Österreichische Hochschülerschaft)

wurde über Verknüpfungspunkte

und zukünftige Aktivitäten, Aktionen

und Visionen gesprochen.

„Noch nicht zu spät“

Der Grundtenor war, dass es nicht darum

gehe, einzelne Generationen mit

einer Schuld oder Untätigkeit zu belasten

oder hinsichtlich eines böswilligen

und naiven Aktivismus zu verunglimpfen,

sondern Modelle und Projektideen

zu finden, wo generationsübergreifend

an der Rettung unseres Planeten gearbeitet

werden kann. Es sei „noch nicht

zu spät“, aber die Zeit der leeren politischen

„Phrasendrescherei“ oder des

„inhaltslosen Schöngetues“ sei endgültig

vorbei.

Hirschhausen verweist in seinen

Shows auch auf den gesellschaftlichen

Stellenwert des Ärztestandes und des

Vertrauens, welches ihm im Vergleich

zu anderen Berufsgruppen von der

Bevölkerung entgegengebracht wird.

Ärztinnen und Ärzte seien hier Opinionleader

und sollten sich dessen stärker

bewusst sein.

Piero Lercher betont zudem, dass sich

die Umweltmedizin zunehmend von

einer Randdisziplin zu einer medizinischen

Kerndisziplin entwickle. Diesem

Umstand müsse zukünftig auch

hinsichtlich der Ausbildungsmöglichkeiten,

sowohl auf universitärer als

auch auf postgradueller Ebene Rechnung

getragen werden.

Eckart von Hirschhausen

(li.) und Piero

Lercher sprachen

gemeinsam mit

Studierenden über

zukünftige Aktivitäten

zum Klimaschutz.

Volksbegehren als Zeichen

Laut Ärztekammerpräsident Thomas

Szekeres übernehme die Ärzteschaft

gerne ihre gesellschaftliche Verantwortung

für Gesundheit. „Da die Klimakrise

eine große gesundheitliche Herausforderung

darstellt, ist es wichtig, dass auch

wir Ärztinnen und Ärzte in dieser Frage

unsere Stimme erheben und damit das

Klimavolksbegehren unterstützen“, so

Szekeres. Die bereits erfolgte Aufnahme

einiger zentraler Forderungen des

Klimavolksbegehrens in das aktuelle

Regierungsprogramm sind für Szekeres

ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Dennoch ist für ihn die Unterstützung

des Klimavolksbegehrens auch ein

wichtiger Bestandteil für die zukünftige

Gesundheit der Österreicherinnen und

Österreicher: „Die Klimakrise betrifft

uns alle – auch gesundheitlich.“

Dass die Forderungen bereits vor der

Eintragungswoche durch die Regierung

auf die politische Ebene gehoben wurden

und diskutiert werden, ist für Szekeres

grundsätzlich positiv. Trotzdem

bleibt Szekeres skeptisch: „Vieles im Regierungsprogramm

ist noch sehr vage.“

So sei die Budgetierung der Klimaziele

noch weitgehend offen. „Fakt ist, dass

die Auswirkungen der Klimakrise schon

jetzt im Gesundheitsbereich deutlich

spürbar sind. Die Klimakrise und unsere

Gesundheit stehen in direkter Wechselwirkung.“


Die Unterstützungsphase für das „Klimavolksbegehren“

endete am 3. März

2020. Die nächsten Schritte sind die

Einleitung des Volksbegehrens und die

Festlegung der Eintragungswoche durch

das Innenministerium. Die Unterschriften,

die in der Unterstützungsphase

geleistet wurden, gelten bereits für das

eigentliche Volksbegehren in der Eintragungswoche.

Informationen unter

www.klimavolksbegehren.at.

03_2020 doktor in wien 19


INTERN MITTEILUNGEN AUS DEM KAMMERBEREICH

ERNENNUNGEN

Dr. Forster Ulrike, Plastische, rekonstruktive und ästhetische Chirurgie

Dr. Frottier Patrick-Maxime, Psychiatrie

Dr. Gössler Ralf, Kinder- und Jugendpsychiatrie

Dr. Knabl Jörg, Plastische, rekonstruktive und ästhetische Chirurgie

Dr. Pasic-Aleksic Sasa, Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin

Dr. Pettenburger Karin, Psychiatrie

Dr. Schartelmüller Thomas, Physikalische Medizin und allgemeine

Rehabilitation

Dr. Schörgenhofer Christian, Innere Medizin

DDr. Winnicki Wolfgang, Innere Medizin

Stellvertretende ärztliche Leiterin im KMED - Ambulatorium für ästhetische

Medizin

Ärztlicher Leiter Psychosoziale Dienste Wien

Primarius im Krankenhaus Nord (Abt. für Kinder und Jugendpsychiatrie)

Ärztlicher Leiter im KMED - Ambulatorium für ästhetische Medizin

Stellvertretende ärztliche Leiterin Psychosoziale Dienste Wien

Stellvertretende ärztliche Leiterin Psychosoziale Dienste Wien

Ärztlicher Leiter im Rudolfinerhaus

Privatdozent

Privatdozent

PRAXISERÖFFNUNGEN

Allgemeinmedizin

Dr. Bartosch-Carlile Anna 1180, Pötzleinsdorfer Straße 6

MR Dr. Ehrlich Patrick 1030, Geusaugasse 9/12

Dr. Geidl Lorenz 1230, Fabergasse 4

Dr. Koderhold Günter 1180, Hans-Sachs-Gasse 29/1/Top 4

Dr. Kowatschew Iwan 1220, Floristenweg 1/13

Dr. Mädel Clemens 1010, Oppolzergasse 6/8

Dr. Schön Johannes 1210, Arbeiterstrandbadstraße 118/1

Dr. Shokry Fariba 1110, Geiselbergstraße 34/2 B/15

Dr. Shokry Fariba 1030, Bayerngasse 1 **

Allgemeinchirurgie und Gefäßchirurgie

Dr. Hirsch Kornelia 1180, Währinger Straße 108/6a

Dr. Hirsch Kornelia 1010, Weihburggasse 18-20/41 **

Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

Dr. Hirsch Kornelia 1180, Währinger Straße 108/6a

Dr. Shokry Fariba 1110, Geiselbergstraße 34/2 B/15

Dr. Shokry Fariba 1030, Bayerngasse 1 **

Augenheilkunde und Optometrie

Dr. Borny Robert Krzysztof, MBA PhD

1220, Zschokkegasse 140

Priv.-Doz. Dr. Pollreisz Andreas 1180, Schopenhauerstraße 14

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Priv.-Doz. Dr. Helmy-Bader Samir 1080, Alser Straße 63 A/1-3

Dr. Puschmann Claudia 1190, Nußdorfer Platz 6/11 **

Dr. Springer Stephanie 1080, Auerspergstraße 17

Dr. Stihsen Birgit Theresia 1180, Antonigasse 1

Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde

Dr. Hüttinger Philipp

1010, Elisabethstraße 15/8/2. Stock

Dr. Kerschbaum Gregor 1040, Schelleingasse 52/2

Dr. Seraydarian Anahid 1020, Novaragasse 11

Dr. Zieglmayer Ursula Petra 1150, Hütteldorfer Straße 44

Haut- und Geschlechtskrankheiten

Dr. Ferenci Yvonne

1100, Gertrude-Fröhlich-Sandner-

Straße 13/Top 1

Dr. Holzer Gregor

1010, Kärntner Straße 51 A/3 A

Innere Medizin

Mag. Kienbacher Christian 1020, Mühlfeldgasse 1/6

Priv.-Doz. Dr. Pleiner-Duxneuner Johannes Karl Hermann

1180, Semperstraße 29/2

Dr. Schernthaner-Reiter Marie Helene, PhD MSc MA

1080, Lerchenfelder Straße 120/1/8

Dr. Tentzeris Ioannis 1130, Lainzer Straße 139/5

Dr. Windschnurer Tina 1220, Quadenstraße 41

Kinder- und Jugendheilkunde

Dr. Mädel Clemens 1010, Oppolzergasse 6/8

Medizinische und chemische Labordiagnostik

Dr. Hübner Christina 1010, Dr.-Karl-Lueger-Platz 2

Dr. Ratzinger Franz 1100, Rotenhofgasse 14

Neurologie

Dr. Knoop Ina 1080, Piaristengasse 2-4/8

Dr. Spring Claudia

1010, Bösendorferstraße 1/16 A

Orthopädie und Traumatologie

Dr. Materzok-Weinstabl Magdalena

1090, Pelikangasse 15

Dr. Porta Josef Silvester 1010, Schreyvogelgasse 3

Dr. Wenzel-Schwarz Florian Robert

1140, Hütteldorfer Straße 257 C/Stiege 3

Physikalische Medizin und allgemeine Rehabilitation

Dr. Hanus Markus 1130, Mantlergasse 34-36/Stg. 1/

4. Stock **

Dr. Kowatschew Iwan 1220, Floristenweg 1/13

Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin

Dr. Fellinger Matthäus Johannes 1050, Wiedner Hauptstraße 105/3/8

Dr. Knoop Ina 1080, Piaristengasse 2-4/8

Dr. Kollmann Walter, MSc 1050, Wiedner Hauptstraße 105/3/8

Dr. Shokry Fariba 1110, Geiselbergstraße 34/2 B/15

Dr. Shokry Fariba 1030, Bayerngasse 1 **

Urologie

Dr. Chwala Michael 1080, Piaristengasse 2-4 **

Klumpen Philip Hermann 1020, Vorgartenstraße 206 C

Dr. Lindenau-Pipic Gabriele 1190, Heiligenstädter Straße 46-48

Dr. Schauer Ingrid 1080, Skodagasse 32

Zahnärzte/Fachärzte für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde

Dr-medic Crupinschi Daniela 1060, Gumpendorferstraße 87

Dr. Eder Klaus 1130, Jagdschloßgasse 9-14/14

Dr. Lindenberger Roman 1010, Friedrichstraße 6/13

DDr. Paluch Philipp 1170, Thelemangasse 5/3

Dr. medic.-stom. Popescu Diana Nicoleta

1060, Mariahilferstraße 81/1/9

Zahnärztin Quinto Marta 1210, Brünner Straße 70/Stiege III/Top 101

Dr. Ramadani Emira 1060, Stumpergasse 61/13

Dr. Schillinger Thomas 1130, Fasangartengasse 4/EG/4

Priv.-Doz. DI DDr. Seemann Rudolf, MBA

1010, Wipplingerstraße 20/2/12

dr.med.dent. Vincze Mate Andras 1150, Schwendergasse 35-37 **

DDr. Wamprechtshammer Klaus 1060, Gumpendorferstraße 115 **

Dr. Wicke Christina 1190, Kreindlgasse 18/2

Dr. Winkler Georg 1040, Gußhausstraße 9/6

Dr. Wruhs Florian 1010, Lugeck 7/28

(** Zweitpraxis)

20 doktor in wien 03_2020


MITTEILUNGEN AUS DEM KAMMERBEREICH INTERN

PRAXISVERLEGUNGEN

Allgemeinmedizin

Altangerel-Wodnar Ojuntschimeg 1160, Degengasse 12/3 1160, Degengasse 12/2

Dr. Chen Chenfei 1070, Kaiserstraße 55/4b 1160, Huttengasse 85

Dr. Nairz-Federspiel Marc 1030, Invalidenstraße 17 1010, Herrengasse 6-8/7/8

Dr. Patzak Beatrix 1200, Traisengasse 17/15 1200, Traisengasse 17/5

Dr. Wochele-Thoma Thomas 1010, Grünangergasse 8 1160, Albrechtskreithgasse 19-21

Anästhesiologie und Intensivmedizin

Dr. Peintinger Michael 1190, Grinzinger Straße 26 1170, Dornbacher Straße 20-30

Univ.-Doz. Dr. Ullrich Roman 1180, Geyergasse 2/6 1180, Gersthofer Straße 8/1/10

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Ass.-Prof. Dr. Helmy-Bader Yvonne Therese 1190, Heiligenstädter Straße 46-48/4/17 1080, Alser Straße 63 A/1-3

Innere Medizin

Dr. Kiss Delia 1130, Trauttmansdorffgasse 52/2 1190, Billrothstraße 4

Dr. Sebald Claudia 1150, Mariahilfer Straße 167/11 1150, Kranzgasse 22

Dr. Singer Elisabeth 1190, Billrothstraße 49a 1180, Colloredogasse 1

Kinder- und Jugendheilkunde

Dr. Pollak-Wiedermann Veronika 1130, Hietzinger Hauptstraße 143 1170, Schumanngasse 84

Orthopädie und orthopädische Chirurgie

Dr. Barbunopulos Christian 1210, Am Spitz 7/7 1210, Am Spitz 2-3

Dr. Becker Philipp 1130, Lainzer Straße 139 1130, Speisinger Straße 139

Psychiatrie

Dr. Wochele-Thoma Thomas 1010, Grünangergasse 8 1160, Albrechtskreithgasse 19-21

Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin

Dr. Nairz-Federspiel Marc 1030, Invalidenstraße 17 1010, Herrengasse 6-8/7/8

Dr. Valipour-Pachakalai Humann 1210, Schöpfleuthnergasse 25/G3a 1210, Trillergasse 8/Top 3

Dr. Wochele-Thoma Thomas 1010, Grünangergasse 8 1160, Albrechtskreithgasse 19-21

Radiologie

Dr. Philipp Marcel 1090, Lazarettgasse 16 1200, Pasettistraße 71-75

Unfallchirurgie

Dr. Leidolf Hermann 1010, Graben 12/1. Stock 1010, Am Hof 11/9

Urologie

Dr. Schmudermaier Martin 1090, Pelikangasse 4/3 1150, Reithofferplatz 16/2-4

PRAXISABMELDUNGEN

Allgemeinmedizin

Dr. Badea Helga 1130

Mag. Dr. Konzett Christian 1100

Dr. Piskernik Anne-Catherine 1090 **

Dr. Prinz Marcela 1090

Dr. Resch Doris 1080

Dr. Yeoh Mirjam 1160

Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie

Dr. Loncsar Gerhard 1220

Univ.-Prof. Dr. Wolner Ernst 1140

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Priv.-Doz. Dr. Gschwantler-Kaulich Daphne

1010

Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde

Dr. Pichelmaier Michael 1060 **

Innere Medizin

ObstA. OMR Dr. Fill Wolf-Diether 1080

Priv.-Doz. Dr. Papay Pavol 1210

Dr. Prasch Claudia 1030

Kinder- und Jugendchirurgie

Dr. Pokall Stefan 1200

Kinder- und Jugendheilkunde

Dr. Resch Doris 1080

MR Dr. Stiskal Alfred 1120

Orthopädie und orthopädische Chirurgie

Mag. Dr. Neumaier Manfred 1150 **

Plastische, rekonstruktive und ästhetische

Chirurgie

Dr. Hasenöhrl Karl 1010 **

Psychiatrie

Dr. Can Melek 1110

Psychiatrie und psychotherapeutische

Medizin

Dr. Sinkovic Goran 1140 **

Radiologie

Dr. Pokieser Katharina 1180

Urologie

Dr. Piskernik Anne-Catherine 1090 **

Zahnärzte/Fachärzte für Zahn-, Mund- und

Kieferheilkunde

Dr. Lion Hana 1100

Dr. Löwe Thomas 1190

Dr. Matziuk Lydia 1190

Dr. Omid Mahmoud 1200

Dr. Paluch-Friedberger Elisabeth 1170

Dr. Pfeiffer Bruno 1120

Dr. Rosenbaum-Arh Astrida 1060

Dr. Sas Georg 1010

DDr. Tepper Susanna 1220

DDr. Tepper Thomas 1220

Dr. Wagner Edeltraud 1130

DDr. Wamprechtshammer Klaus 1080 **

OMR DDr. Westermayer Hannes 1010

Dr. Wicke Susanne 1190

Dr. Zebro Paul 1040

Dr. Zivosovska Aleksandra 1090

(** Zweitpraxis)

TODESFÄLLE R.I.P.

HR MR Dr. Biron Franz 30.04.1928 17.01.2020

Dr. Geyer Grete 17.02.1927 01.12.2019

Dr. Kocenda Friedrich 16.10.1928 22.11.2019

MR Dr. Mayer Bernhard 23.07.1951 26.11.2019

Dr. Sadeghi Ahmad 12.12.1936 07.12.2019

MR Dr. Wastl Charlotte 21.02.1925 25.11.2019

03_2020 doktor in wien 21


AM PULS COVERSTORY

Nicht lieferbar

Mit einem verpflichtenden Melderegister und temporären

Exportverboten versucht das Gesundheitsministerium den

zunehmenden Lieferengpässen bei Arzneimitteln Herr zu werden.

Können Ärztinnen, Ärzte und Patienten nun aufatmen?

Von Michael Krassnitzer

22 doktor in wien 03_2020


COVERSTORY AM PULS

Foto: Andy/GettyImages

► „Frau Doktor, das Medikament,

das Sie mir verschrieben haben,

ist in meiner Apotheke nicht erhältlich.

Können Sie mir ein Rezept

für ein anderes Medikament geben?“

„Herr Doktor, das Medikament, das Sie

mir seit Jahren verschreiben, gibt es in

meiner Apotheke nicht. Man hat mir

stattdessen ein anderes gegeben – aber

die Tabletten haben eine andere Farbe,

daher habe ich mich nicht getraut,

sie einzunehmen.“ Sätze wie diese bekommen

Ärztinnen und Ärzte in letzter

Zeit immer häufiger zu hören. Der

Grund: Immer mehr Medikamente

sind in Österreich nicht oder nur eingeschränkt

lieferbar. Manche sprechen

von Arzneimittelknappheit und Versorgungsengpässen.

„Die Lieferschwierigkeiten

machen uns das Leben in

unseren Ordinationen schwer“, klagt

Yvetta Zakarian, Allgemeinmedizinerin

in Wien-Währing und stellvertretende

Referentin des Referats Ärztefunkdienst

der Ärztekammer für Wien.

Enormer Mehraufwand

Betroffen sind die unterschiedlichsten

Arzneimittelgruppen in allen Preissegmenten,

etwa Antihypertensiva,

Antidepressiva, Antiepileptika, Osteoporosemedikamente,

Schmerzmittel.

Auch vor wichtigen Impfstoffen macht

die Arzneimitteknappheit nicht halt:

Vor einigen Monaten war in Wien der

Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff eine

Zeit lang ausverkauft, nach Masernausbrüchen

in Salzburg und Kärnten

war dort zu Jahresbeginn das Einzelserum

gegen Masern nicht erhältlich –

und das nicht zum ersten Mal. „Wenn

ein Präparat nicht lieferbar ist, muss ich

meinen Patienten ein anderes Präparat

verordnen“, erklärt Zakarian: „Das ist

oft mit einem enormen Mehraufwand

verbunden.“ Der Aufwand geht nämlich

weit über die Ausstellung eines

neuen Rezeptes hinaus: Der chronisch

Kranke will auch darüber aufgeklärt

werden, warum etwa sein gewohntes

Medikament – das er bereits seit Jahren

regelmäßig einnimmt – plötzlich einen

anderen Namen trägt und anders aussieht.

Außerdem kann ein Medikament unter

Umständen nicht einfach so durch

ein anderes ersetzt werden. Im Wundmanagement

etwa setzt Zakarian auf

das antibiotische Puder Baneocin®.

Doch dieses Medikament ist immer

wieder nicht lieferbar. Sie muss daher

mit einer antibiotischen Salbe vorliebnehmen.

„Nässende Wunden gehören

aber eigentlich trocken verbunden“,

sagt die Allgemeinmedizinerin. Von

den Lieferengpässen betroffen ist auch

das Schmerzmittel Novalgin®. Zakarian

ist daher gezwungen, auf ein Generikum

wie Metagelan® umzusteigen.

Bei Novalgin® handelt es sich jedoch

um Filmtabletten, während Metagelan®

nicht mit einer glatten Schicht

überzogen ist. „Patienten mit Schluckbeschwerden

haben große Schwierigkeiten,

Tabletten ohne Film zu sich zu

nehmen“, weiß die Währinger Ärztin.

Nicht zuletzt haben Präparate mit demselben

Wirkstoff oft eine unterschiedliche

Galenik. Die Schilddrüsenmedikamente

Euthyrox® und L-Tyrox® etwa

beinhalten denselben Wirkstoff – Euthyrox®

jedoch ist laktosefrei, während

sich unter den Zusatzstoffen von L-Tyrox®

Laktose befindet. „Bei Patienten

mit Laktoseintoleranz kann man daher

nicht einfach das eine durch das andere

Präparat ersetzen“, betont Zakarian.

Auch wenn oft das Gegenteil behauptet

wird: Der Umstieg von einem Präparat

auf ein anderes – vor allem von einem

Generikum auf ein anderes Generikum

– ist immer wieder mit Problemen

verbunden. „Bei Blutdrucksenkern

muss der Patient dann oft neu eingestellt

werden“, berichtet Zakarian. Das

ist mit einem abermaligen Aufwand

für die Hausärztin und mit höheren

Kosten verbunden: denn für die Neueinstellung

ist eine 24-Stunden-Blutdruckmessung

bei einem Internisten

vonnöten. Bei einer von Zakarians Patientinnen

hat eine solche Umstellung

sogar ernste Probleme verursacht: „Das

Antihypertensivum, das ich ihr immer

verordnet hatte, war nicht mehr erhältlich.

Ich musste auf ein generisches

umstellen, das jedoch zu massiven

Blutdruckkrisen geführt hat.“

Erschwerend dazu komme, dass die

Kasse – bislang die Wiener Gebietskrankenkasse,

nunmehr die Österreichische

Gesundheitskasse (ÖGK) – so

tue, als gäbe es die Arzneimittelknappheit

nicht. „Originalpräparate sind in

den meisten Fällen problemlos in der

Apotheke erhältlich, erläutert Zakarian:

„Wenn also ein Generikum nicht lieferbar

ist, könnte ich aus medizinischer

Sicht locker auf ein Originalpräparat

umsteigen.“ Das jedoch würde ihr im

Durch die

Fusion von

kleinen und

mittelgroßen

Pharmaunternehmen

und Herstellern

zu

großen Unternehmen

und globalen

Konzernen

liegt die Produktion

in

den Händen

von immer

weniger Anbietern.

„amikalen Gespräch“ von der ÖGK vorgehalten

werden. „Die Kasse akzeptiert

bislang die Begründung ,Arzneimittelknappheit‘

als Grund für die Verordnung

eines Originalpräparates nicht“,

ärgert sich die Ärztekammerfunktionärin

und berichtet: „Mittlerweile habe

ich Patienten, die das Originalpräparat

aus der eigenen Tasche bezahlen.“

Weltweites Problem

„Die Vertriebseinschränkungen bei

Arzneimitteln haben in den letzten Jahren

drastisch zugenommen“, weiß auch

Christa Wirthumer-Hoche, Leiterin

des Geschäftsfeldes Medizinmarktaufsicht

der Österreichischen Agentur für

Gesundheit und Ernährungssicherheit

(AGES). Sie weist auch darauf hin,

dass es sich nicht nur um ein österreichisches

Problem handelt: „Das Problem

der Liefereinschränkungen ist ein

weltweites.“

Ein erster Schritt

Jetzt hat das Gesundheitsministerium

auf die immer prekärer werdende Arzneimittelknappheit

reagiert. Eine Verordnung,

die am 1. April 2020 in Kraft

tritt, sieht eine verpflichtende Meldung

von nicht beziehungsweise eingeschränkt

lieferbaren Arzneimitteln sowie

ein temporäres Exportverbot für die

entsprechenden Arzneimittel vor. Dieser

Schritt wird von allen Akteuren der

Vertriebskette – Hersteller beziehungsweise

Lizenzinhaber, Großhändler,

Apotheken – und auch von Johannes

Steinhart, Obmann der Kurie niedergelassene

Ärzte und Vizepräsident der

Ärztekammer für Wien, begrüßt: „Die

Verordnung des Gesundheitsministeriums

ist ein erster sinnvoller Schritt, um

der Problematik von Lieferengpässen

entgegenzuwirken.“

Verpflichtende Meldung

Jede Einschränkung der Vertriebsfähigkeit

einer verschreibungspflichtigen

Arzneispezialität ist künftig unverzüglich

dem Bundesamt für Sicherheit im

Gesundheitswesen (BASG) zu melden.

Als Einschränkung der Vertriebsfähigkeit

gilt eine über voraussichtlich zwei

Wochen hinausgehende Nichtverfügbarkeit

oder eine über voraussichtlich

vier Wochen hinausgehende nicht

ausreichende Verfügbarkeit. Experten

wie Wirthumer-Hoche hatten ein

solches verpflichtendes Meldesystem

>

03_2020 doktor in wien 23


AM PULS COVERSTORY

> schon seit längerem gefordert. Das

derzeitige „Vertriebseinschränkungen

Register“ (auf der Webseite www.basg.

gv.at einsehbar) beruht lediglich auf

freiwilligen Meldungen seitens der Zulassungsinhaber

und ist daher naturgemäß

unvollständig. Zuletzt umfasste

dieses Register rund 250 Produkte. Die

verpflichtende Meldung von Liefereinschränkungen

sei nun ein „erster

Schritt“, um auftretende Engpässe auf

dem Arzneimittelmarkt früher transparent

machen zu können und Gegenmaßnahmen

einleiten zu können,

betont Wirthumer-Hoche. Die Medizinmarktaufsicht

der AGES plant laut

ihrer Geschäftsführerin auch, das be-

lieferbar sind“, erzählt sie. Doch das

ist keine offizielle Auflistung, sondern

beruht auf einem privaten Übereinkommen

zwischen der Ärztin und der

Apotheke.

Parallelhandel einschränken

Für alle im Register des BASG gelisteten

Arzneimittel gilt ab 1. April: Sie dürfen

nicht mehr aus Österreich ausgeführt

werden. Damit soll der sogenannte

Parallelhandel eingeschränkt werden.

Dieser basiert auf den Preisdifferenzen

für Medikamente zwischen den einzelnen

EU-Ländern. Die Parallelhändler

nutzen das bestehende Preisgefälle,

indem sie Produkte in Niedrigpreis-

höchst verwerflich.“ Auch aus Sicht

der Pharmig, des Verbandes der Pharmazeutischen

Industrie Öster reichs,

ist die Verordnung ein „ganz wichtiger

erster Schritt“ zur Eindämmung der

Lieferengpässe. „Unsere Unternehmen

haben uns immer wieder rückgemeldet,

dass sie zwar den Markt beliefern, aber

die Produkte nicht in den Apotheken

ankommen“, unterstreicht Pharmig-

Generalsekretär Alexander Herzog:

„Durch die Meldeverpflichtung und

das temporäre Verbot, die im Register

gemeldeten rezeptpflichtigen Arzneimittel

dem Parallelhandel zuzuführen,

erhoffen wir uns einen positiven Effekt

auf die Versorgung.“

stehende Register mit der Ärztesoftware

zu koppeln, sodass Ärztinnen und Ärzte

unmittelbar bei der Verschreibung darüber

informiert werden, ob ein Arzneimittel

lieferbar ist oder nicht.

Für Zakarian geht mit der Einführung

des verpflichtenden Registers ein Herzenswunsch

in Erfüllung: „Endlich

können wir schon bei der Ausstellung

eines Rezeptes überprüfen, welche Medikamente

lieferbar sind und welche

nicht“, freut sich die Allgemeinmedizinerin:

„Das ist eine große Hilfe für die

Ärztinnen und Ärzte. Und nicht zuletzt

profitieren auch die Patienten davon,

weil sie sich viele unnötige Wege ersparen.“

Bislang war Zakarian auf Eigeninitiative

angewiesen: „Die in meiner

Nähe gelegene Apotheke stellt mir eine

aktuelle Liste zur Verfügung, auf der

etwa 100 für mich relevante Medikamente

angeführt sind, die derzeit nicht

ländern (wie Rumänien oder Spanien)

einkaufen und sie in Hochpreisländern

(wie Deutschland oder Schweden) verkaufen.

„Österreich ist bei bestimmten

Produkten im Vergleich eher ein Niedrigpreisland“,

weiß Wirthumer-Hoche.

Das heißt: für Parallelhändler ist es

attraktiv, in Österreich Medikamente

einzukaufen und in einem Hochpreisland

wieder zu verkaufen.

Für viele ist der Parallelhandel eine der

zentralen Ursachen für die Arzneimittelknappheit.

Vizepräsident Steinhart

lässt keinen Zweifel daran, was er vom

Parallelhandel hält: „Es darf nicht sein,

dass bei der Verfügbarkeit von Medikamenten

aufgrund der Profitgier von Einzelnen

künstliche Versorgungslücken

geschaffen werden und sich dabei einige

wenige Menschen bereichern. Zocken

auf dem Rücken von Kranken und

chronisch Kranken ist aus unserer Sicht

Andere Akteure sind skeptischer, was

den Einfluss des Parallelhandels auf

die Verfügbarkeit von Arzneimitteln

in Österreich anbelangt. Die Apothekerkammer

begrüßt zwar die Verordnung

des Gesundheitsministeriums,

bezweifelt aber, dass der Parallelhandel

für die Engpässe verantwortlich ist.

„Der Export von Arzneimitteln führt zu

keinen versorgungsrelevanten Lieferengpässen,

denn die nicht erhältlichen

Arzneispezialitäten erreichen die Apotheken

gar nicht“, lautet das Argument

von Christian Wurstbauer, Vizepräsident

der Österreichischen Apothekerkammer.

Vorwürfe, Apotheken seien

am Parallelhandel beteiligt, weist er zurück:

„Die Berufsordnung der Apotheker

verbietet Reexporte, bei denen eine

Störung der Versorgung der Patienten

droht.“ Allerdings scheint es schwarze

Schafe zu geben, die sich nicht um

Foto: beijingstory/GettyImages, Borislav/GettyImages

24 doktor in wien 03_2020


COVERSTORY AM PULS

die Vorgaben der Standesvertretung

scheren. Die „Oberösterreichischen

Nachrichten“ zitierten kürzlich einen

Apotheker aus Grießkirchen, der sich

beklagte: „Einige meiner Kollegen kaufen

Hochpreis-Medikamente ein und

verkaufen sie mit bis zu 50 Prozent Aufschlag

weiter nach Deutschland – dann

gibt es in Österreich zu wenige Arzneimittel,

und die Leidtragenden sind die

Patienten.“

Auch im Verband der österreichischen

Arzneimittel-Vollgroßhändler (PHAGO)

ist man überzeugt, dass der Parallelhandel

nicht schuld an den Lieferengpässen

bei Arzneimitteln sei. „Bestes

Beispiel dafür ist das Krankenhaus“,

begründet dies PHAGO-Generalsekretärin

Monika Vögele: „Die Anstaltsapotheken

beziehen die Arzneimittel

direkt von der Industrie, sodass hier

Export kein Thema sein kann, und

leiden dennoch ganz massiv unter

Arzneimittel-Engpässen.“ Dennoch

begrüßt der Verband das Exportverbot

für versorgungskritische Arzneimittel:

„Allerdings wird eine solche

Handelsbeschränkung keine spürbare

Verbesserung für den Patienten bringen,

weil die Ursachen für Liefereinschränkungen

eben woanders liegen“,

fügt Vögele hinzu. Der PHAGO vertritt

nach eigenen Angaben keine Parallelhändler.

Herstellung in Asien

Apotheker und Großhandel verweisen

beide auf andere Ursachen der Arzneimittelknappheit,

die im Bereich der

Hersteller beziehungsweise Lizenzinhaber

liegen. Auch Wirthumer-

Hoche weiß um diese Gründe, die sie

im Gespräch mit doktorinwien erläutert:

Durch die Globalisierung und den

Trend zur Massenproduktion haben

die Zulassungsinhaber die Herstellung

von Arzneimitteln in Billiglohnländer

verlagert, vor allem nach Indien und

China, zunehmend aber auch nach

Südamerika, etwa Brasilien. „Dadurch

sind die Einfluss- und Steuerungsmöglichkeiten

für Europa geringer, als wenn

sich die Produktion in Europa befinden

würde“, erklärt die Expertin. Dazu

kommt eine zunehmende Monopolisierung

bei den Herstellern: Durch die

Fusion von kleinen und mittelgroßen

Pharmaunternehmen und Herstellern

zu großen Unternehmen und globalen

Konzernen liegt die Produktion in den

Händen von immer weniger Anbietern.

Und diese konzentrieren aus Kostengründen

die Produktion auf immer

weniger Standorte. „In der Folge können

Produktionsprobleme an einem

einzigen Ort Auswirkungen auf die

Lieferbarkeit eines Produktes auf den

Weltmarkt haben“, unterstreicht Wirthumer-Hoche.

Wenn in diesen Betrieben Probleme

auftreten – zum Beispiel technische

Ausfälle, Qualitätsprobleme, Naturkatastrophen

oder Streiks –, kann der

weltweite Marktbedarf oft über mehrere

Monate nicht mehr abgedeckt

werden.

Produktion nach Europa

„Die Möglichkeiten, die uns auf nationaler

Ebene zur Verfügung stehen,

sind leider beschränkt“, bedauert Wirthumer-Hoche:

„Lösungen müssen gemeinsam

in der EU erarbeitet werden

und letztlich auch von der EU global

mit den weltweiten Handelspartnern

und Wirtschaftsräumen abgestimmt

werden.“ So sollten auf europäischer

Ebene Initiativen ergriffen werden,

um die Produktion von Arzneimitteln

in Europa zu halten beziehungsweise

wieder zurückzugewinnen, schlägt

die Expertin vor: „Das wird nicht ohne

finanzielle Leistungen seitens der

EU möglich sein. Aber man muss sich

fragen: Was ist uns die Gesundheit der

Europäer wert?“

Der Pharmig-Generalsekretär streitet

nicht ab, dass auch die pharmazeutische

Industrie ihren Anteil an der

„Es darf

nicht sein,

dass bei der

Verfügbarkeit

von Medikamenten

aufgrund der

Profitgier

von Einzelnen

künstliche

Versorgungslücken

geschaffen

werden

und sich

dabei einige

wenige

Menschen

bereichern.“

Arzneimittelknappheit hat. „Fakt ist:

Die Konzentration der Produktion in

den asiatischen Raum ist auch Folge

der niedrigen Arzneimittelpreise in

Europa“, bekräftigt Herzog: „Das in

Österreich sehr niedrige Preisniveau in

Kombination mit zunehmend hohen

regulatorischen Anforderungen in der

Produktion macht eine Herstellung in

Europa wirtschaftlich schwierig.“ Fakt

sei aber auch, dass die Unternehmen

ein ureigenes Interesse daran haben,

ihre Waren auch auf dem Markt verfügbar

zu haben: „Umso wichtiger ist

es daher, dass wir uns nicht auf Schuldzuweisungen

konzentrieren, sondern

darauf, Lösungen zu finden und zu erarbeiten.“

Großes Anliegen

Von komplexen globalen Zusammenhängen

zurück zum Alltag in der allgemeinmedizinischen

Ordination

in Wien-Währing: Um die Auswirkungen

der Arzneimittelknappheit

in den Ordinationen zusätzlich zu

mildern, wünscht sich Zakarian, dass

Originalpräparate verordnet werden

dürfen, wenn die entsprechenden

Generika vergriffen sind. Das gilt

insbesondere dann, wenn es sich um

Präparate handelt, mit deren Hersteller

die ÖGK beziehungsweise die

verblichenen Gebietskrankenkassen

Verträge abgeschlossen haben. „Wenn

uns die Krankenkasse anhält, aus ökonomischen

Gründen bestimmte Präparate

zu verschreiben, dann muss sie

auch dafür sorgen, dass diese lieferbar

sind. Wenn nicht, dann sollten die

Ärztinnen und Ärzte die Erlaubnis

haben, das Originalpräparat zu verschreiben.

Das ist mir ein großes Anliegen.“

„Zirka zwei Drittel der nicht lieferfähigen

Präparate werden durch andere

gleiche oder gleichwertige kostengünstige

Präparate ersetzt“, heißt es dazu

auf Anfrage von doktorinwien aus der

ÖGK: „Beim Rest handelt es sich vorrangig

um bewilligungspflichtige Medikamente.“

Und folgender Satz aus

der E-Mail der ÖGK könnte künftig in

so manchem „amikalen Gespräch“ als

Argumentationshilfe dienen: „Selbstverständlich

berücksichtigen die ÄrztInnen

des medizinischen Dienstes

der ÖGK bei Bewilligungsanfragen die

Informationen zu Lieferengpässen (soweit

sie bekannt sind).“

03_2020 doktor in wien 25


SERVICE KONGRESSE

MAI BIS JUNI 2020

26. Symposium der Ärztlichen Bildungsakademie des

EKH Wien

Ort: Evangelisches Krankenhaus Wien

1180 Wien, Hans-Sachs-Gasse 10-12

Termin: 14.5.2020

Thema: Vom Molekül zum Wirkstoff am Beispiel von

MSD

Wissenschaftliche Leitung: Dr. Ernst Braun,

Florian Pachinger, BSc MSc MA

Veranstalter: Evangelisches Krankenhaus Wien,

www.ekhwien.at

Information und Anmeldung: Ärztliche Bildungsakademie

des Evangelischen Krankenhauses Wien

E-Mail: f.polesny@ekhwien.at

www.ekhwien.at/anmeldung

2. Internationales Schmerzsymposium

Kitzbühel

Ort: Hotel Rasmushof

6370 Kitzbühel, Herman Reisch Weg 15

Termin: 14. – 17.5.2020

Wissenschaftliche Leitung: Univ.-Prof. Dr. Wilfried Ilias,

Univ.-Prof. Dr. Walter Hruby

Information und Anmeldung: Reisebüro Korrak, Evelyn Korrak

3040 Neulengbach, Reuenthalstraße 77

Tel: +43/2772/523 86-0, E-Mail: korrak1@aon.at

Teinnahmegebühr: EUR 290,-

EASIE-Blutungen

Ort: Klinikum Klagenfurt

9020 Klagenfurt am Wörthersee, Feschnigstraße 11

Termin: 4.6.2020

Wissenschaftliche Leitung: Prim. Univ.-Prof. Dr. Markus

Peck-Radosavljevic, Dr. Jutta Weber-Eibel

Information: AZ med.info, Mag. (FH) Sandra Semlitsch,

Natalie Ubl, 1014 Wien, Helferstorferstraße 4

Tel.: +43/1/531 16-70

E-Mail: azmedinfo@media.co.at

Anmeldung: www.azmedinfo.co.at/argeendoskopie

Teilnahmegebühr: EUR 280,-

11. ISIORT Konferenz

Ort: Paracelsus Medizinische Privatuniversität

5020 Salzburg, Sturbergasse 21

Termin: 19. – 20.6.2020

Kongresspräsident: Prim Univ.-Prof. Dr. Felix Sedlmayer

Veranstalter: International Society of Intraoperative

Radiation Therapy

Information: MAW - Medizinische Ausstellungs- und

Werbegesellschaft, 1010 Wien, Freyung 6

Tel.: +43/1/536 63-41 DW, E-Mail: maw@media.co.at

www.isiort2020.at

Anmeldung: https://registration.maw.co.at/isiort20

BITTE BEACHTEN SIE

Das gesamte wissenschaftliche Programm der Gesellschaft der

Ärzte in Wien können Sie auf www.billrothhaus.at nachlesen.

ZAFI – ZAHNÄRZTLICHE FORTBILDUNG

ZAFI – Zahnärztliche Fortbildung der Landeszahnärztekammer für Wien

1060 Wien, Gumpendorferstraße 83/4

Tel.:+43/1/597 33 57/10-12 DW, Fax: 13 DW

E-Mail: spitzhuetl@zafi.at, schramm@zafi.at

Curriculum Implantologie 2020

Dr. Christian Schober, Prof. DDr. Raoul Polansky, Prof. DI DDr. Rudolf Seemann

Kursserie 1: 17. – 18.4., 19. – 20.6.2020

Kursserie 2: 18. – 19.9., 16. – 17.10., 20. – 21.11.2020

Der Notfall in der Zahnarztpraxis (Seminar für Zahnärzte und Assistenten)

Dr. Markus Dittrich, Dr. Robert Fitzka

20.3.2020

Endo-Update

Dr. Christian Diegritz

20. – 21.3.2020

Moderne Implantatprothetik

Dr. Lana Zupancic-Cepic

28.3.2020

Qualitätssicherung in der Instrumentenaufbereitung (Seminar für Assistenten)

Marianne Schmidt, MAS

16.4., 14.5., 18.6.2020

Professionelle Zahnreinigung mit Schall- und Ultraschallinstrumenten

Professionelles Biofilmmanagement mit Hilfe des Pulverstrahlgerätes –

Ein Hands-on-Kurs

(Seminar für Prophylaxe-Assistenten)

Dr. Bettina Schreder

17. – 18.4.2020

Curriculum Parodontologie 2020

Prof. DDr. Matthias Folwaczny, Priv.-Doz. Dr. Stefan Hägewald, Dr. Peter Purucker,

Dr. Peggy Weishaupt

Modul 1: 24. – 25.4., Modul 2: 26. – 27.6., Modul 3: 11. – 12.9., Modul 4: 2. - 3.10.,

Modul 5: 27. – 28.11.2020

Die Prophylaxe-Assistentin als Stütze für die Praxis

Mag. Herwig Ofner

8. – 9.5.2020

Handinstrumente Auffrischungskurs (Seminar für Prophylaxe-Assistenten)

Regina Häckl, Renate Huimann

15.5.2020

Zahnaufhellung – Bleaching: Ein Workshop für das zahnärztliche Team

Dr. Bettina Schreder, Tanja Bogenreiter

16.5.2020

Implantologische und augmentative Verfahren am Humanpräparat

Priv.-Doz. DDr. Christoph Vasak, Univ.-Prof. DDr. Christian Ulm, Univ.-Prof. DDr.

Werner Zechner

5.6.2020

Provisorienworkshop (Seminar für Assistenten)

Dr. Florian Rummer, ZTM Andreas Wunsch

5.6.2020

Adhäsiv in one day – minimalinvasiv.ästhetisch.adhäsiv

Dr. Jörg Weiler

6.6.2020

Dentales Trauma Update

Dr. Christian Diegritz, Dr. Marcel Reymus

19. – 20.6.2020

Dokumentationspflicht (mit Fotodokumentation) – Organisation –

Kommunikation (Seminar für Assistenten)

MR Dr. Gerhard Schager

5.9.2020

26 doktor in wien 03_2020


KONGRESSE SERVICE

CEMIC SYMPOSIUM 2020

Ort: AKH Wien, Hörsaalzentrum, 1090 Wien, Währinger Gürtel 18-20

Termin: 4.9.2020

Organisation: Univ.-Prof. Dr. Anton Laggner

Veranstalter: Univ. Klinik für Innere Medizin I, Intensivstation 13I2

Univ. Klinik für Innere, Medizin II, Intensivstation 13H3, Univ. Klinik für Innere

Medizin III, Intensivstation 13H1 & 13I3, Univ. Klinik für Notfallmedizin

Medizinische Universität – Allgemeines Krankenhaus Wien

Information: AZ med.info, 1011 Wien, Helferstorferstraße 4

Tel.: +43/1/531 16-68 DW, E-Mail: azmedinfo@media.co.at

Anmeldung: https://reg.azmedinfo.co.at/cemic2020

2. GRAZER HERZKREISLAUFTAGE

Ort: Medizinische Universität Graz, 8010 Graz, Neue Stiftingtalstraße 6

Termin: 11. – 13.9.2020

Wissenschaftliche Leitung: Univ.-Prof. Dr. Andreas Zirlik, Univ.-Prof. Dr. Robert

Gasser, PhD, Univ.-Prof. Dr. Robert Zweiker

Veranstalter: Wissenschaftliche Gesellschaft für Innovation in der Herzmedizin

e. V., Klinische Abteilung für Kardiologie, Landeskrankenhaus Graz

Information: AZ med.info, 1014 Wien, Helferstorferstraße 4

Tel.: +43/1/531 16-32 DW

E-Mail: azmedinfo@media.co.at

64. ÖSTERREICHISCHER HNO-KONGRESS

Ort: Congress Graz, 8010 Graz, Sparkassenplatz 1

Termin: 16. – 20.9.2020

Kongresspräsident: Prim. Univ.-Prof. Dr. Dietmar Thurnher

Veranstalter: Österreichische Gesellschaft für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,

Kopf- und Halschirurgie

Kongresssekretariat: Mondial Congress & Events

Tel.: +43/1/588 04 -0, E-Mail: hno20@mondial-congress.com

https://www.hno.at/hno-kongress-2020/

31. JAHRESTAGUNG FÜR KARDIOLOGISCHES ASSISTENZ- UND PFLEGEPERSONAL

Ort: Hotel Park Royal Palace, 1140, Schloßallee 8

Termin: 18. – 19.9.2020

Thema: Herzgesundheit – ein Ziel

Wissenschaftliche Organisation: Prim. Priv.-Doz. Dr. Robert Berent,

Prof. Dr. Peter Siostrzonek, Prim. Mag. Dr. Josef Aichinger

Tagungsbüro: MAW - Medizinische Ausstellungs- und Werbegesellschaft

1010 Wien, Freyung 6, Tel.: +43/1/536 63-32 oder 34 DW

E-Mail: maw@media.co.at

Anmeldung: https://registration.maw.co.at/kardioass20

HERZSCHRITTMACHER CURRICULUM 2020

Theoretischer Sachkundekurs

Ort: Schloss Wilhelminenberg, 1160 Wien, Savoyenstraße 2

Termin: 21. – 23.9.2020

Wissenschaftliche Leitung: Priv.-Doz. Dr. Markus Stühlinger

Veranstalter: AG Rhythmologie der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft,

Österreichische Gesellschaft für Thorax- und Herzchirurgie

Information: MAW - Medizinische Ausstellungs- und Werbegesellschaft, 1010

Wien, Freyung 6, Tel.: +43/1/536 63-85 DW, E-Mail: kardio@maw.co.at

Anmeldung: https://registration.maw.co.at/schrittmacher20

Teilnahmegebühr: EUR 650,- (ermäßigt EUR 600,-)

SEPTEMBER BIS OKTOBER 2020

8. Intensiv- und Notfallmedizinisches Symposium am

Wörthersee

Ort: Parkhotel Pörtschach am Wörthersee

9210 Pörtschach, Hans Pruscha Weg 5

Termin: 11. - 12.9.2020

Wissenschaftliche Leitung: Prim. Priv.-Doz. Dr. Hannes

Alber, Dr. Heribert Bauer, Prim. Univ.-Prof. Dr. Rudolf

Likar, Msc, Dr. Roland Steiner

Veranstalter: Gesellschaft für Herz-Kreislauf-Forschung

und –Fortbildung

Information: AZ med.info, 1014 Wien, Helferstorferstraße 4

Tel.: +43/1/531 16-41 DW

E-Mail: azmedinfo@media.co.at

Anmeldung: https://registration.maw.co.at/intensivklag20

Focus: Valve 2020 – 12th Training Course for Minimally

Invasive Heart Valve Surgery

Ort: LKI Universitätskliniken

6020 Innsbruck, Anichstraße 35

Termin: 13. – 16.9.2020

Wissenschaftliche Leitung: Univ.-Prof. Dr. Ludwig Müller,

Univ.-Prof. Dr. Michael Grimm, Assoc. Prof. Dr. Nikolaos

Bonaros, Prof. Dr. Jose-Luis Pomar, Prof. Dr. Ottavio Alfieri,

Prof. Dr. Öztekin Oto

Veranstalter: Medizinische Universität Innsbruck, Universitätsklinik

für Herzchirurgie

Information: MAW – Medizinische Ausstellungs- und

Werbegesellschaft, 1010 Wien, Freyung 6

Tel.: +43/1/536 63-34 DW

E-Mail: maw@media.co.at

Anmeldung: https://registration.maw.co.at/valve20

ADANO 2020

Arbeitsgemeinschaft Deutschsprachiger Audiologen,

Neurootologen und Otologen

Ort: Karl Landsteiner Privatuniversität Krems

3500 Krems, Dr.-Karl-Dorrek-Straße 30

Termin: 1. – 2.10.2020

Kongresspräsident: Prim. Univ.-Prof. Dr. Georg M. Sprinzl

Veranstalter: Arbeitsgemeinschaft Deutschsprachiger

Audiologen, Neurootologen und Otologen

Information und Anmeldung: Lisa Jörg

Tel.: +43/2742/9004 11501

E-Mail: lisa.joerg@stpoelten.Ikone.at

www.adano2020.com

Österreichisches Crohn Colitis Symposium der Arbeitsgruppe

für CED der ÖGGH

Ort: Kongresshaus Bad Ischl

4820 Bad Ischl, Kurhausstraße 8

Termin: 2. – 3.10.2020

Wissenschaftliche Leitung: Assoc. Prof. Dr. Alexander R.

Moschen, PhD

Information: MAW - Medizinische Ausstellungs- und

Werbegesellschaft, 1010 Wien, Freyung 6

Tel.: +43/1/536 63-83 DW

E-Mail: oecco-ced@media.co.at

www.oecco-ced.at

03_2020 doktor in wien 27


SERVICE MEDIZIN

Akute lymphoblastische Leukämie

Zentren gründen Therapie-Netzwerk

Patienten mit bestimmten, sonst nicht heilbaren Blutkrebsformen können teilweise durch eine

Therapie mit von ihnen zunächst gewonnenen und gentechnisch veränderten T-Lymphozyten

behandelt werden. Für die flächendeckende Etablierung dieser Therapieformen haben sechs

Zentren in Österreich eine Kooperation, das Austrian CAR-T-Cell Network, gegründet.

► „Es gibt auf diesem

Gebiet zwei

zugelassene Produkte

zur Behandlung der

akuten lymphoblastischen

Leukämie (ALL)

im Kindes- und Jugendalter

sowie bei Erwachsenen

bis zu 25 Jahre

und zur Behandlung des

Diffus großzelligen B-

Zell-Lymphoms bei Erwachsenen,

so Ulrich

Jäger, Leiter der Klinischen

Abteilung für

Hämatologie und Hämostaseologie

der Med-

Uni Wien, bei einem

Hintergrundgespräch in

Wien.

Gute Ergebnisse

Eingesetzt wird die Therapieform im

Grunde bei Patienten, bei denen sonstige

Behandlungsformen versagt haben

und die nur noch eine geringe

Lebenserwartung besitzen. Es handelt

sich derzeit um Kranke, bei denen

schon zwei konventionelle Behandlungen

fehlgeschlagen haben. Man

rechnet, dass die CAR-T-Zelltherapie

derzeit pro Jahr in Österreich für rund

110 Erwachsene und an die zehn Kinder

mit Blutkrebs infrage kommt.

Bisher wurden in Österreich an die 30

erwachsene Patienten per CAR-T-Zellen

behandelt. Hinzu kamen 15 Kinder. Die

Ergebnisse sind gut, wenn auch nicht

so „umwerfend, wie es die ersten Sensationsmeldungen

aus den USA ehemals

verhießen. „Ziemlich genau 35 bis

40 Prozent der erwachsenen Patienten

haben eine komplette Remission. Nach

einem Jahr leben noch 70 Prozent“, sagte

der Hämatologe. „30 bis 40 Prozent sind

nach zwei Jahren lymphomfrei“, so Hildegard

Greinix von der MedUni Graz.

Man rechnet,

dass

die CAR-T-

Zelltherapie

derzeit pro

Jahr in

Österreich

für rund 110

Erwachsene

und an die

zehn Kinder

mit Blutkrebs

infrage

kommt.

„Wenn Patienten sechs Monate in Remission

sind, bleiben sie stabil.“ Dies

wurde von Christina Peters, Oberärztin

am Wiener St. Anna Kinderspital, für

ihre kleinen Patienten bestätigt.

Kein normales Medikament

Ein normales Medikament seien die

CAR-T-Zellen aber nicht: „Diese Zelltherapie

hat sich aus der Stammzell-

Transplantationsmedizin heraus entwickelt.“

Man entnimmt den Patienten T-Zellen

und macht sie durch Einfügen der

Information für einen Rezeptor, der

spezifisch an das CD19-Oberflächenmolekül

von B-Lymphozyten andockt,

„scharf“ für das Beseitigen der B-Zellen.

Dies gilt natürlich auch für die bei

B-Zell-Lymphomen und kindlicher

ALL für die Krankheit verantwortlichen

bösartig mutierten B-Zellen. Die Komplikationen

dieser innovativen, wirksamen,

aber mit einem Listenpreis von

320.000 Euro pro Fall extrem teuren

Therapie: zum Teil massive allgemeine

Entzündungsreaktionen, die auch das

Gehirn betreffen können. Bis zu ein

Drittel der Behandelten landet vorübergehend

auf der Intensivstation. Alle

erfolgreich Behandelten haben einen

bleibenden Mangel an Antikörpern zur

Abwehr von Infektionen et cetera.

Bei mangelndem Erfolg geben die CAR-

T-Zell-Lieferanten allerdings Rabatt,

was „Pay-by-Performance“ im Expertenjargon

heißt. Bei einem Misserfolg

sollen dann laut Hintergrundinformationen

derzeit rund 260.000 Euro pro

Patient zu bezahlen sein.

Spezialisierte Zentren

Die Therapie kann nur an hoch spezialisierten

Zentren durchgeführt werden.

Deshalb haben sechs Kliniken in Österreich

jetzt ein eigenes Netzwerk etabliert:

MedUni Wien/AKH, MedUni

Graz, MedUni Innsbruck, Ordensklinikum

Linz, das St. Anna Kinderspital in

Wien und das LKH Salzburg als Uniklinik

arbeiten zusammen. Dadurch soll

allen infrage kommenden Patienten in

Österreich die CAR-T-Zelltherapie angeboten

werden können. Das gilt auch

für Kranke aus Bundesländern ohne

solche Zentren.

Modell für die Zukunft

„Wir wollen einen fairen Zugang zu

dieser Therapie für alle Österreicher

gewährleisten. Aber nicht sinnlos“,

sagte Jäger. Deshalb sollen für alle beteiligten

Zentren einheitliche Kriterien

für die Auswahl der Patienten sorgen.

Das Projekt könne auch ein Modell für

die Zukunft bei der überregionalen Kostenübernahme

für innovative und kostenintensive

Therapien sein. Gleichzeitig

sollen in dem Netzwerk ein

Patientenregister und Forschungskooperationen

stattfinden. Und schließlich,

so der Wiener Hämatologe: „Man

muss eine gewisse Fallzahl haben, damit

man gut ist.

APA

Foto: Christine_Kohler/GettyImages

28 doktor in wien 03_2020


MEDIZIN SERVICE

Neue Methode zur Überwachung von Brustkrebs

Mit einem neuen bildgebenden Verfahren

lassen sich Brusttumore besser überwachen

und in Echtzeit beobachten, welche

Regionen des Geschwulstes aktiv sind. In

Kombination mit genetischen Tests könnte

dies bessere individuelle Therapien und eine

frühere Abschätzung ihrer Wirksamkeit

ermöglichen, so die Forscher um die österreichische

Medizinerin Ramona Woitek von

der Uni Cambridge im Fachblatt Pnas.

Grundlage des neuen Verfahrens ist die

Magnetresonanztomografie (MRT). Diese

liefert gestochen scharfe Bilder von Geweben

und Organen, hat allerdings den Nachteil,

nicht sehr empfindlich zu sein. Daher versuchen

seit einigen Jahren Wissenschafter die

Empfindlichkeit der Methode zu verbessern,

etwa indem sie Substanzen, die nur in geringer

Konzentration im Körper

vorkommen, sichtbar

machen und so Stoffwechselvorgänge

in Echtzeit

mitverfolgen können.

Woitek hat gemeinsam

mit ihrem Kollegen Ferdia

Gallagher – beide sind

auch an der Medizinischen

Universität Wien beschäftigt

– die körpereigene

Substanz Pyruvat mit dem

Kohlenstoffisotop C-13

markiert und diese in

einem speziellen Verfahren

magnetisiert. Sie kühlten

dazu die Verbindung auf minus 272 Grad

Celsius ab und setzten sie einem sehr starken

Magnetfeld und Mikrowellenstrahlung aus

– die Wissenschafter nennen das „Hyperpolarisierung“.

Wieder aufgetaut wird die

Substanz dann Patientinnen injiziert. Durch

die Magnetisierung erhöht sich die Signalstärke

des C-13-Pyruvat im MRT um das

10.000-fache.

Üblicherweise wird Pyruvat in Körperzellen

in Laktat umgewandelt. Tumorzellen haben

allerdings einen veränderten Stoffwechsel.

Dort erfolgt die Umwandlung von Pyruvat zu

Laktat viel schneller – wobei die Geschwindigkeit

des Prozesses zwischen verschiedenen

Tumoren variiert und auch innerhalb

des Tumors nicht überall gleich ist. Mit dem

MRT lässt sich nicht nur die Menge des mit

C-13 markierten Pyruvat in verschiedenen

Geweben, sondern auch der Umwandlungsprozess

in Echtzeit verfolgen. „Wir konnten

zeigen, dass verschiedene Brustkrebstypen

Unterschiede im Stoffwechsel von Pyruvat

haben und wir anhand dessen die aggressivsten

Tumore identifizieren können“, so

Woitek gegenüber der APA.

„Das ist eines der detailliertesten Bilder des

Stoffwechsels von Brustkrebs, die wir je hatten.

Es ist, als ob wir den Tumor atmen sehen

können“, erklärte Kevin Brindle vom Cancer

Research UK Cambridge Institute in einer

Aussendung. Die Wissenschafter haben die

Methode bisher bei sieben Patientinnen mit

unterschiedlichen Brustkrebs-Tumoren angewendet

und hoffen nun, das Verfahren an

einer größeren Gruppe erproben zu können.

Die Methode könnte nicht nur neue Informationen

über den Stoffwechselstatus des Tumors

einzelner Patientinnen liefern. Sie könnte den

Ärztinnen und Ärzten auch helfen, die beste

Behandlung zu finden und den Therapieverlauf

zu verfolgen und nötigenfalls die Behandlung

zu adaptieren. So würden viele Patientinnen

mit Brustkrebs vor einer Operation

Chemotherapie bekommen, um den Tumor zu

verkleinern und besser operieren zu können.

„In dieser Situation könnte das MRT mit

hyperpolarisiertem C-13 sehr nützlich sein,

da es uns – so die Hoffnung – früher als

andere Methoden zeigen könnte, ob Patientinnen

auf die Therapie ansprechen“, sagte

Woitek. APA

Immer mehr österreichische Männer kurzsichtig

Foto: Lars Neumann/GettyImages

Ein Team um den Medizinstatistiker und

Epidemiologen Thomas Waldhör von der

Abteilung für Epidemiologie des Zentrums

für Public Health der MedUni Wien konnte

in einer Langzeitstudie das Ansteigen der

Myopie-Fälle (Kurzsichtigkeit) bei österreichischen

Bundesheerrekruten nachweisen.

Daten von rund 1,5 Millionen stellungspflichtigen

Männern wurden analysiert. Die

Ursachen sind unklar.

Waren im Jahr 1983 noch 13,8 Prozent der

Bundesheerrekruten kurzsichtig, so betraf dies

2017 bereits 24,4 Prozent. Für diese langfristige

Beobachtungsstudie wertete das Team

von Thomas Waldhör die Daten von insgesamt

rund 1,5 Millionen jungen Männern aus,

die zwischen 1965 und 1999 geboren wurden.

Die Datenanalyse zeigte außerdem, dass

die Prävalenz auch bei jungen Männern mit

einem niedrigeren Bildungsniveau deutlich

zugenommen hat. Lag der Anteil jener mit

einer Myopie 1983 noch bei 11,4 Prozent, so

waren es 2017 bereits 21,7 Prozent. Bei den

Rekruten mit einem höheren Bildungsniveau

hatten 1983 noch 24,5 Prozent eine Myopie,

und 2017 waren es 29,6 Prozent. Die Differenz

der beiden Gruppen wurde somit geringer.

Schließlich zeigten die Resultate noch, dass

die Prävalenz bei untergewichtigen Männern

und höherer Ruhepulsrate höher war als bei

normalgewichtigen. „Dieses Ergebnis könnte

auf einen Zusammenhang zwischen körperlicher

Fitness und Myopie bei jungen Männern

hinweisen“, so Waldhör. Die Studie

ist jetzt im British Journal of Ophthalmology

erschienen.

Als Ursachen für das allgemeine Ansteigen

der Kurzsichtigkeit werden vor allem Nah-

Feld-Tätigkeiten, also Aktivitäten in unmittelbarer

Augennähe, wie Lesen oder das häufige

Schauen auf kleine Displays vermutet. Die

verringerte Differenz zwischen den Bildungsgruppen

lässt sich wahrscheinlich mit der

vermehrten Verwendung von bildschirmbasierten

Tätigkeiten in allen Bildungsgruppen

erklären. Junge Menschen, die sich viel im

Freien aufhalten und Sport betreiben, zeigen

dagegen weniger oft Myopien als jene, die

selten Outdoor-Aktivitäten betreiben. Der

kausale Zusammenhang ist aber medizinisch

noch nicht geklärt.

APA

03_2020 doktor in wien 29


SERVICE MEDIZIN

Thrombosen: Mögliche Vorhersage bei Krebspatienten

Steigende D-Dimer-Werte im Blut bei

Patienten mit Krebs weisen auf ein hohes

Thromboserisiko hin. Das hat eine Studie

österreichischer Ärzte mit internationaler

Beteiligung ergeben. Sinnvoll könnte es sein,

Krebspatienten einmal monatlich zu testen,

um das Risiko für solche potenziell lebensbedrohlichen

Komplikationen individueller zu

bestimmen, schreiben die Wissenschafter.

Die aktuell im Journal of Thrombosis and

Haemostasis erschienene Studie von Cihan

Ay von der MedUni Wien und einer

Autorengruppe aus Wien, Graz, Leicester

(Großbritannien) und Moskau sollte die

Aussagekraft wiederholter D-Dimer-Messungen

bei Krebspatienten bezüglich ihres

Thromboserisikos bestimmen. D-Dimer-

Tests sind ein Mittel, um im klinischen Alltag

schnell das Vorliegen einer venösen Thromboembolie

– zum Beispiel einer lebensgefährlichen

Lungenembolie – auszuschließen.

Sind die Werte nicht erhöht, liegt mit hoher

Sicherheit keine solche Thrombose vor. Die

Diagnose einer Lungenembolie et cetera wird

normalerweise über eine Computertomografie

gestellt.

Krebspatienten haben ein erhöhtes Risiko

für Venenthrombosen und Lungenembolien

– was ohne entsprechende Diagnose lebensgefährlich

sein kann. In manchen Fällen ist

eine venöse Thromboembolie (VTE) sogar der

erste Hinweis auf eine Krebserkrankung. Im

bekannten Fall eines Risikos können Betroffene

durch Verabreichung einer Antikoagulans-Behandlung

geschützt werden.

In die Studie wurden 167 Patienten mit aktiver

Krebserkrankung aufgenommen. 59 hatten

ein Karzinom im Gastro-Intestinaltrakt, 56

litten an einem Lungenkarzinom, weitere 59

an einem Tumor im Gehirn. Zwei Pati-

enten litten an anderen Krebsformen. Bei

den Kranken wurden zu Beginn und dann

monatlich die D-Dimer-Werte bestimmt, was

für die Probandengruppe insgesamt 602 Mal

erfolgte.

Eine venöse Thromboembolie entwickelte

sich in einem Beobachtungszeitraum von 250

Tagen bei 20 Patienten oder 12,1 Prozent.

„Die D-Dimer-Werte erhöhten sich bei

Patienten, die schließlich an einer VTE erkrankten,

um 34 Prozent pro Monat. Bei den

Patienten, die keine VTE bekamen, blieben

die Werte stabil“, stellten die Fachleute fest.

Eine Verdoppelung der D-Dimer-Spiegel

im Blut bedeutete eine um das 2,78-Fache

erhöhte Gefährdung.

Die Studie unterstütze das Konzept regelmäßiger

D-Dimer-Bestimmungen bei onkologischen

Patienten, fassten die Autoren die

Ergebnisse zusammen. APA

Clostridium difficile: Leichtes Spiel nach Durchfall

Besonders in Tagen unmittelbar nach akuten

Durchfallerkrankungen hat der heimtückische

bakterielle Krankheitserreger Clostridium

difficile offenbar die besten Chancen,

sich im Körper von Patienten festzusetzen.

Einer Studie von Wissenschaftern mit Wiener

Beteiligung zufolge sollte die Verbreitung

dieses als Krankenhauskeim gefürchteten

Erregers vor allem in dieser Phase verhindert

werden.

In ihrer im Fachjournal Nature Microbiology

erschienenen Studie ist das Team um den an

der Universität Wien und am Massachusetts

Institute of Technology (MIT) in Cambridge

(USA) tätigen Wissenschafter Martin Polz

den Mechanismen hinter der Verbindung von

Durchfallerkrankungen und der Besiedlung

mit C. difficile genauer

nachgegangen. Eine etwa

durch längerfristige

Gabe von Breitband-

Antibiotika geschädigte

Darmflora gilt als

größter Risikofaktor

für die Ansteckung mit

C. difficile.

International ein

großes Problem ist

der Erreger vor allem

für betagte Spitalspatienten.

Angesichts

ihres oft schon geschwächten Immunsystems

erhöhen derartige Infektionen die Sterblichkeit.

Die von C. difficile ausgeschiedenen

Giftstoffe können nämlich schwere Durchfallerkrankungen

auslösen. Dies kann bis zur

Perforation der Darmwand führen, weiters

können auch Nierenversagen, Sepsis und septischer

Schock auftreten. Im Jahr 2017 wurde

die Sterblichkeit innerhalb von 30 Tagen in

Österreich auf um die 14 Prozent geschätzt.

Um diesem Problem Herr zu werden, setzten

Spitäler bisher etwa auf verschärfte Hygienemaßnahmen

und abwechselnde Gabe

verschiedener Antibiotika. Beides brachte

jedoch laut MedUni Wien bisher kaum Verbesserungen.

Abseits der Situation in Krankenhäusern

zeigte das Forschungsteam

um Polz nun, dass

C. difficile oft auch in

Patienten nachweisbar

ist, die sich etwa von Lebensmittelvergiftungen

erholt haben. Die Träger

des Erregers blieben über

Jahre hinweg infiziert,

allerdings wechselten

einander dabei Episoden,

in denen die Bakterien

über mehrere Tage

hinweg nicht nachweis-

bar waren, mit solchen ab, in denen es über

wenige Tage zur starken Verbreitung von C.

difficile kam. Letztere Phasen gingen mit

Magen-Darm-Problemen einher, was erkläre,

warum C. difficile oft als Mitbeteiligter an

Durchfallerkrankungen angesehen werde,

schreiben die Forscher in ihrer Arbeit.

„Bisher hat man geglaubt, dass Clostridium

difficile vor allem in Krankenhäusern übertragen

wird und sich dort in Menschen, deren

Darmflora durch Gabe von Antibiotikagabe

geschwächt ist, ansiedeln kann. Die aktuellen

Ergebnisse deuten allerdings darauf hin, dass

der Keim wesentlich häufiger auftritt und

jeglicher Darmstörung – egal ob durch Antibiotika,

anderen Infektionskrankheiten oder

einfachen Reisedurchfall verursacht – folgen

kann“, so Polz.

Die Wissenschafter gingen in der Folge den

Mechanismen der Infektion anhand von Untersuchungen

an Mäusen weiter nach. Waren

Mäuse, die viele Abführmittel bekamen, C.

difficile-Sporen ausgesetzt, vermehrten sich

die Erreger mit größerer Wahrscheinlichkeit

stark. Das Team schließt daraus, dass die Gefahr,

sich eine Clostridium difficile-Infektion

einzufangen, kurz nach akuten Durchfallerkrankungen

am höchsten ist. „Dies könnte ein

wichtiges Zeitfenster sein, um die Übertragung

der Infektion zu unterbrechen und die

Verbreitung einzudämmen.“

APA

Foto: Zoran Kolundzija/GettyImages

30 doktor in wien 03_2020


MEDIZIN SERVICE

EU publiziert Gesamtzahl der Tiere für die Forschung

Ein neuer EU-Bericht gibt

erstmals einen Gesamtüberblick

über die in Europa für

Forschungszwecke verwendeten

Tiere. Demnach

wurden 2017 in der EU 10,7

Millionen Tiere in Tierversuchen

verwendet. Zudem

wurden 12,6 Millionen Tiere

für wissenschaftliche Zwecke

gezüchtet und getötet,

aber nicht in Tierversuchen

verwendet. Dazu zählen

etwa jene, die zur Erhaltung

genetisch veränderter Tierstämme

notwendig sind.

Der kürzlich veröffentlichte

Bericht für die Jahre 2015

bis 2017 soll die jährliche Tierversuchsstatistik

ergänzen.

Mit ihm will die EU-Kommission die

Transparenz verbessern. Er umfasst unter

anderem Informationen über die in den

einzelnen Mitgliedsstaaten für Tierversuche

zuständigen Behörden, Ausbildung

und Schulungen von mit Tierversuchen

befassten Personen, Genehmigung und

Ablehnung von beantragten Projekten, Inspektionen

von Tierversuchseinrichtungen

und eben auch Daten über „alle anderen

Tiere”, die in den Jahresstatistiken nicht

erfasst werden.

In Österreich wurden, wie

bereits aus der jährlichen

Statistik bekannt, 2017 rund

264.000 Tiere in Tierversuchen

verwendet. 2018 ist

diese Zahl dann um rund

zehn Prozent auf 238.000

gesunken. Dem neuen

EU-Bericht zufolge wurden

zudem in Österreich

2017 rund 298.000 Tiere

gezüchtet, getötet und nicht

in Tierversuchen verwendet.

Der größte Anteil davon

waren Mäuse (rund 84

Prozent), Zebrafische (elf

Prozent) und Ratten (fünf

Prozent).

Rund die Hälfte dieser Tiere (147.000)

wurden speziell gezüchtet und getötet, um

beispielsweise Organe oder Gewebe für

Zelllinien oder Organoide zu verwenden. Die

andere Hälfte (151.000) wurde zur Schaffung

oder Erhaltung genetisch veränderter Tiere

verwendet.

APA

Experten empfehlen Prädiabetes-Screening

Foto: unoL/GettyImages

600.000 Österreicher leiden an Diabetes.

Eine Intervention im Vorstadium der Erkrankung

könnte deren Ausbruch um Jahre

verzögern oder sogar verhindern,

so Experten bei einer Pressekonferenz in

Wien. Diesbezügliche Daten gibt es von

einer Spezialambulanz der Krankenfürsorgeanstalt

der Bediensteten der Stadt

Wien (KFA).

„Wir haben rund 600.000 Diabetes-Fälle

in Österreich“, sagte Erich Pospischil von

der Österreichischen Gesellschaft für

Arbeitsmedizin. Man könne damit rechnen,

dass diese Zahl innerhalb von zehn

Jahren auf 800.000 steigt. „300.000

Österreicher wissen nicht von ihrer Krankheit.

Hinzu kommen noch geschätzte

700.000 Österreicher, die Frühdiabetes

haben“, ergänzte Robert Winker, ärztlicher

Leiter des Gesundheits- und Vorsorgezentrums

der KFA.

Ein entsprechendes Screeningprogramm

mit anschließender (Lebensstil-)Intervention

– vor allem Abnehmen, mehr Bewegung,

Kontrolle des Blutdrucks und der Blutfettwerte

– wäre wichtig, da es darum gehe,

Nicht-Patienten zu identifizieren, bevor sie

erkranken.

Das Problem liege darin, dass beim Ausbruch

der Zuckerkrankheit - in Österreich zu 90

Prozent Typ-2-Diabetes – zumeist bereits

auch schon ein bis zwei der Spätkomplikationen

wie Atherosklerose, Nieren- oder

Netzhautschäden vorliegen. „Wir haben pro

Jahr 34.000 Herzinfarkte in Österreich. Jeder

Vierte davon ist Diabetiker. 26 Prozent aller

Zuckerkranken kommen zur Dialyse“, stellte

Evelyne Wohlschläger-Krenn, stellvertretende

Leiterin des KFA-Gesundheitszentrums,

fest.

Wissenschaftlich belegt ist seit Jahren, dass

eine Intervention im Prädiabetes-Stadium

mit Nüchternblutzuckerwerten von 100 bis

125 Milligramm pro Deziliter Blut und/oder

einem HbA1c-Wert zwischen 5,7 bis 6,4

Prozent den Diabetes-Ausbruch verzögern

oder verhindern kann. Daten dazu gibt es

jetzt auch von der diesbezüglichen KFA-

Spezialambulanz. Wenn KFA-Versicherte zur

Gesundenuntersuchung kommen, können sie

bei einem Prädiabetes-Verdachtsfall dorthin

weitergeleitet werden.

„Man muss bei Prädiabetes mit einer Ein-Jahres-Progressionsrate

zum Diabetes zwischen

5,5 und 20 Prozent rechnen“, sagte Evelyne

Wohlschläger-Krenn. Durch ein fünfwöchiges

Schulungsprogramm und entsprechender

Lebensstiländerung mit medizinischer und

psychologischer Begleitung kam man im

Rahmen der Spezialambulanz auf ganz andere

Zahlen. Die Expertin: „Bei der Auswertung

von 303 Jahreskontrollen aus dem Jahr 2019

kamen wir auf eine Konversionsrate von

0,3 Prozent.“ Dieser Unterschied zu den

Studiendaten ohne Intervention bei Prädiabetikern

ist statistisch höchst signifikant.

Das KFA-Zentrum führt pro Jahr rund

10.000 Gesundenuntersuchungen durch.

Innerhalb von drei Jahren kamen rund 1.000

Versicherte in die Prädiabetes-Ambulanz.

Die Übergangsrate in Richtung Zuckerkrankheit

in der vollen Form von 0,3 Prozent deutet

darauf hin, dass mit einem solchen Programm

in Österreich viel an Krankheit und

Leid verhindert werden könnte. Und schließlich:

Acht Prozent der Gesundheitsausgaben

fließen bereits jetzt in die Versorgung von

Diabetikern. APA

03_2020 doktor in wien 31


SERVICE MEDINLIVE

Studie zu Medizinern aus Drittstaaten

„Nostrifikanten rascher einbinden“

Vor welchen Herausforderungen Medizinerinnen und Mediziner aus Drittstaaten

hierzulande stehen, war bisher wenig bekannt. Licht ins Dunkel hat kürzlich eine Studie

gebracht. Studienautorin Milica Tomić-Schwingenschlögl über die wichtigsten Erkenntnisse

zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen bei Ärztinnen und Ärzten.

Von Claudia Tschabuschnig

medinlive: Frau Tomić -Schwingenschlögl,

Ihre Studie zum Nostrifizierungsverfahren

von Ärztinnen und Ärzten war

die erste zu diesem Thema in Österreich.

Welchen Anlass gab es, diesen Bereich zu

erforschen?

Tomić-Schwingenschlögl: Während

meiner Arbeit als Beraterin im Beratungszentrum

für Migranten und Migrantinnen

haben wir beobachtet, dass

die Zahl der Ärztinnen und Ärzte aus

Drittstaaten steigt. Wir haben erkannt,

dass diese Gruppe besondere Unterstützung

braucht, da das Nostrifizierungsverfahren

komplex ist und dabei

viele Akteure mitspielen. Die Antragsteller

sind überfordert angesichts der

vielen zuständigen Stellen. Begonnen

hat die Betreuung mit Zahnärzten aus

dem ehemaligen Jugoslawien, für die

wir Vernetzungsgruppen gegründet

haben, wo über Lernunterlagen und Literatur

gesprochen wird. Seit 2015 sind

viele syrische Ärztinnen und Ärzte nach

Österreich gekommen und schließlich

zu uns in die Beratung. So ist auch

„Check in Plus“, ein Beratungszentrum

im Auftrag des AMS für Migranten

mit ausländischen Berufsqualifikationen,

entstanden. Seit 2015 haben

wir die Betreuung von Ärztinnen und

Ärzten übernommen. Mit Februar des

Vorjahres waren 54 von uns betreute

Ärztinnen und Ärzte beschäftigt. Insgesamt

haben wir 177 Humanmediziner

und 72 Zahnmediziner betreut. Es gibt

also enormes Potenzial.

Milica Tomić-

Schwingenschlögl:

„Unser Appell an die

Arbeitgeberseite ist,

mehr Arbeitstrainings

zu ermöglichen.“

schiede geprüft, unabhängig von der

Herkunft der Qualifikation. Im Vordergrund

stehen die Grundsätze der

europäischen Berufsanerkennungsrichtlinie.

Werden keine wesentlichen

Unterschiede festgestellt und ein möglicher

Arbeitsplatz besteht, wird dem

Antragsteller mit ausländischer Ausbildung

eine befristete Berufserlaubnis

erteilt. Während er Theorie und Praxis

nachholt, darf er unter Aufsicht arbeiten,

verkürzt dargestellt. Voraussetzung

hierfür ist das Sprachniveau B2. Die

Approbation kann in Deutschland nach

zwei Jahren erlangt werden.

medinlive: Welche Vorteile hat dieses

Modell aus Ihrer Sicht?

Tomić-Schwingenschlögl: Es erspart

viel Zeit und Mühe, es entstehen keine

Lücken. Mit einer Berufserlaubnis kann

man Deutsch lernen und gleichzeitig in

die Praxis einsteigen. Auch während

der Arbeit kann man sich Qualifikationen

aneignen. Das ist der graduelle

Unterschied zwischen Österreich und

Deutschland. Wir hatten einige Fälle

aus der Beratung, die keinen Erfolg bei

der Nostrifizierung in Österreich hatten

und weiter nach Deutschland gezogen

medinlive: In Ihrer Studie haben Sie ein

Nostrifizierungsmodell, das in Deutschland

angewandt wird, als Empfehlung

angeführt. Könnten Sie dieses bitte genauer

erläutern?

Tomić -Schwingenschlögl: In unserem

Nachbarland werden Drittstaatenausbildungen

auf wesentliche Untersind.

Natürlich gibt es eine Harmonisierung

der Ausbildung zwischen europäischen

Ländern, aber es kann mir

keiner sagen, dass eine finnische oder

lettische Ausbildung ident sein soll mit

der österreichischen, wenn man die

Lehrpläne vergleicht. Das

„deutsche Modell“ ist ein

Modell, für das wir grundsätzlich

bei der Anerkennung

ausländischer Qualifikation

plädieren. Damit

dieses Modell möglich ist,

wäre eine Gesetzesänderung

notwendig. In Österreich

entscheidet die Universität

auf Basis eines Curriculum-

Vergleichs und eines Stichprobentests.

Dieser Test ist

derzeit das zentrale Überprüfungsinstrument

bei der

Nostrifizierung.

medinlive: Stichwort Stichprobentest.

Wie läuft dieser ab und wie kann sich ein

Antragsteller darauf vorbereiten?

Tomić-Schwingenschlögl: Bei dem

Stichprobentest wird überprüft, wo die

Schwächen der Antragsteller liegen. Er

besteht aus zehn Bereichen. Wenn du

ein Fach nicht positiv absolviert hast,

wird es dir als Prüfung vorgeschrieben.

Für den Stichprobentest gibt es keine

Vorbereitungsunterlagen. Das ist wirklich

ein großes Thema. Die Botschaft

der medizinischen Universitäten war

stets, dass keine Vorbereitung notwendig

sei. Ich habe Klienten betreut, die

ohne Vorbereitung bei diesem Test angetreten

sind und sehr schlechte Ergebnisse

erzielt haben. Vor einigen Jahren

haben auch in Österreich ausgebildete

Ärztinnen und Ärzte des AKH diesen

Test gemacht und attestiert, dass er

für einen Mediziner machbar ist. Die

MedUni gibt zwar Literaturempfeh-

Fotos Drago Palavra

32 doktor in wien 03_2020


MEDINLIVE SERVICE

lungen, wie etwa „die schwarze Reihe“,

eine Büchersammlung über klinische

Fächer, diese Bücher sind jedoch nicht

leicht verfügbar. Als Antragsteller bist

du noch nicht inskribiert, darfst also

noch keine Bücher aus der Bibliothek

ausleihen. Darum organisieren sich

viele Antragsteller selbst, tauschen Unterlagen

über soziale Medien aus und

lernen gemeinsam. Wir veranstalten

auch Vernetzungstreffen, wo die Teilnehmer

Unterlagen sammeln, aufbereiten

und aktualisieren. Zudem sind

manche Literaturempfehlungen nicht

leicht verständlich, wenn man noch

schwache Sprachkenntnisse hat.

medinlive: Welche Aspekte bergen das

größte Frustrationspotenzial während

des Verfahrens bei Ihren Klienten?

Tomić-Schwingenschlögl: Was ich

einige Male von Klienten gehört habe,

ist, dass sie sich im Studium nicht zugehörig

fühlen, was sich in der Gruppendynamik

äußert. Sie können sich

hierarchisch nicht einordnen. Im Nostrifizierungsverfahren

werden sie zu

außerordentlichen Studierenden und

dadurch mit Studierenden gleichgestellt.

Sie sind aber meist älter und haben

langjährige Berufserfahrungen.

medinlive: Ihre Studie bescheinigt eine

hohe Abbruchrate bei Zahnärzten. Woran

liegt das?

Tomić-Schwingenschlögl: Zahnärzte

müssen zusätzlich eine Diplomarbeit

in deutscher Sprache verfassen.

Das ist eine große Hürde. Unseren

Messungen zufolge nimmt diese Arbeit

die meiste Zeit im Verfahren in

Anspruch. Neben Themenfindung und

Betreuersuche ist es bei einer praktischen

Arbeit auch notwendig, einen

Kundenstock zu haben. Auf der anderen

Seite fallen viele Zahnärzte aus

unserer Betreuung aus, weil sie die

Möglichkeit ergreifen, als zahnärztliche

Assistenten zu arbeiten. Auf Basis

unserer Rückmeldungen erhalten diese

Ärztinnen und Ärzte aber Rückenwind

in der Praxis, sodass sie später wieder

in das Verfahren einsteigen.

medinlive: Welche Hürde stellt die Anhebung

des Sprachniveaus auf C1 dar?

Welche Angebote gibt es, um die medizinische

Fachsprache zu lernen?

Tomić-Schwingenschlögl: Es gibt

nur wenige Klienten, die die Sprachprüfung

nicht schaffen. Es gab ein paar

Durchläufe von Deutschkursen für

Mediziner oder Zahnmediziner. Diese

wurden von kleinen Sprachinstituten

angeboten und speziell für unsere Klienten

durchgeführt. Das ist ein irrer

Aufwand, da die Zielgruppe sehr divers

ist, was den Aufenthaltsstatus, die Finanzierung

und Sprachniveaus betrifft.

Da eine Maßnahme zusammenzubasteln,

Termine zu finden, ist Akrobatik.

medinlive: Eine weitere Erkenntnis der

Studie ist, dass die Nostrifikanten zu wenig

Kontakt mit dem Gesundheitssystem

haben. Welche Empfehlung haben Sie

hierfür?

Tomić-Schwingenschlögl: Unser Appell

an die Arbeitgeberseite ist, mehr

Arbeitstrainings zu ermöglichen. Ein

Beispiel ist etwa das Angebot des Kaiser-Franz-Josef-Spitals

(KFJ) in Kooperation

mit dem AMS, bei dem 15 Humanmediziner

vier Monate lang ein

Arbeitstraining in verschiedenen Abteilungen

absolvieren konnten. Durch

solche Maßnahmen können Nostrifikanten

rascher in Arbeitsprozesse eingebunden

werden. Man sollte nicht für

bare Münze nehmen, dass jeder das österreichische

Gesundheits- und Krankenversicherungssystem

kennt und

weiß, welche Leistungen wie verrechnet

werden oder wie man die Anträge stellt.

Das lernt man nicht in Vorlesungen auf

der Universität, sondern in der Praxis.

Diese Abläufe zu sehen, und auch die

Kommunikation in deutscher Sprache

und Fachsprache, kann nur fördernd

sein. Zudem würde die Lücke, in der

die Menschen vom System getrennt

sind, kleiner. Ich glaube nicht, dass es

gewinnbringend ist, wenn wir einen

syrischen, serbischen oder iranischen

Mediziner lange in der Warteschleife

halten, während wir alle Ausbildungsinhalte

genau vergleichen, er alle Prüfungen

ablegt und für die C1 Deutschprüfung

lernt. Die Zeit vergeht und

Medizin ist kein statisches Fach.

„Ich glaube

nicht, dass

es gewinnbringend

ist,

wenn wir

einen syrischen,

serbischen

oder

iranischen

Mediziner

lange in der

Warteschleife

halten.“

medinlive: Wie könnte eine solche Einbindung

noch aussehen?

Tomić-Schwingenschlögl: Es wäre

sinnvoll, Maßnahmen zu konzipieren,

die auf die Prüfungen vorbereiten, die jeder

Nostrifikant ablegen muss. Das sind

etwa in Wien die gerichtliche Medizin

und die Pharmakologie. Diese Maßnahmen

könnte man mit Praktika kombinieren,

bei dem das österreichische

Gesundheitssystem vermittelt wird. Ich

glaube hier an strukturierte Maßnahmen,

auch weil ich von Klienten weiß,

dass sie sich dies wünschen würden. In

dem Sinn wäre es auch wünschenswert,

wenn man eine geregelte Maßnahme

auf höherem Niveau organisieren

könnte: Also man kommt als Ärztin

oder Arzt zum AMS und dann gibt es

ein „fast track-Verfahren“, bei dem man

weiß, welche Schritte vor einem liegen

und wo man Unterstützung bekommt.

Dabei ist genau geregelt, wer welche

Funktion auf diesem Weg übernimmt.

So eine Standardisierung des Verfahrens

würde ich begrüßen. Dadurch

würden die Klienten nicht überbetreut.

Denn jetzt gehen sie zur Anlaufstelle

(AST), zu „Check in Plus“, und jede

Stelle hat andere Zuständigkeiten. Und

das ist noch der optimale Fall. Ein Mediziner,

der nebenbei arbeitet oder nicht

in Wien ansässig ist, hat keinen Zugang

zu dieser Unterstützung. Daher würde

es helfen, Maßnahmen wie „Check in

Plus“ bundesweit auszubauen.

medinlive: Wie geht es mit den Klienten

nach Abschluss der Nostrifizierung weiter.

Wie erfolgreich sind die fertig nostrifizierten

Ärztinnen und Ärzte beim Einstieg

in den Arbeitsmarkt?

Tomić-Schwingenschlögl: Im Februar

des Vorjahres befanden sich 54

von 70 fertig nostrifizierten Klienten

im Turnus. Das würde ich als sehr gut

bewerten. Die Ärztinnen und Ärzte,

die wir betreuen, sind sehr initiativ. Sie

sind gut vernetzt und wissen, wo Personal

gesucht wird. Das kommt auch

aus der Studie heraus. Zudem habe ich

die Bereitschaft beobachtet, bei entsprechenden

Angeboten auch Stellen

im ländlichen Raum anzunehmen.

Anfangs haben manche zwar noch ein

anderes Verständnis von „dem Land“,

erkennen dann aber, dass es hier am

Land viel Infrastruktur gibt. Aber das

lernen die Klienten nicht in der Bibliothek,

sondern wenn sie mit Berufsangehörigen

sprechen.

Der Beitrag „Nostrifikanten rascher in

Arbeitsprozesse einbinden“ wurde auf der

Online-Plattform www.medinlive.at der

Ärztekammer für Wien am 21. August

2019 veröffentlicht. Den gesamten Artikel

und weitere interessante Beiträge finden

Sie online auf www.medinlive.at.

03_2020 doktor in wien 33


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d-r Vasilcin Ivan 615 46 10 10., Waltenhofengasse 5/2/301

Ing. Dr. Hamid Omar 257 44 88 21., Jerusalemgasse 30

*keine Gebiets- u. Betriebskrankenkassen, nur SVS, KFA

34 doktor in wien 03_2020


Durchhefter


Durchhefter


STEUER SERVICE

„Zuckerl“ für Mitarbeiter

Steuerbegünstigte Zukunftsvorsorge

Egal, welchen finanziellen Vorteil Sie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Ihrer

Ordination zukommen lassen – heutzutage unterliegt fast alles der Steuer. Eine Ausnahme

davon stellt die sogenannte steuerbegünstigte Zukunftssicherung dar.

Von Iris Kraft-Kinz

Fotos: therry/GettyImages, AEK Wien

► Das Einkommensteuergesetz

sieht die Möglichkeit vor, dass

Aufwendungen von Arbeitgebern für

die Zukunftssicherung ihrer Dienstnehmer

unter bestimmten Voraussetzungen

steuerfrei und sozialversicherungsbeitragsfrei

bleiben. Freilich nicht

unlimitiert: Begünstigt ist lediglich ein

Betrag von maximal 300 Euro pro Jahr

beziehungsweise 25 Euro pro Monat.

Dieser Steuerbonus bringt nicht nur für

die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

sondern auch für die Dienstgeber und

somit auch für Ordinationsinhaber, die

Ordinationspersonal beschäftigen, folgende

Vorteile:

•Steuerersparnis

•Steigende Mitarbeitermotivation

•Beiträge sind steuermindernde Betriebsausgaben

für Ärztinnen und

Ärzte als Arbeitgeber

•Lohnsteuer entfällt

Bestimmte Spielregeln

Um in den Genuss dieser Steuerbefreiung

zu kommen, müssen – wie immer

im Steuerrecht – bestimmte Spielregeln

eingehalten werden. Diese Regelungen

umfassen die folgenden Punkte:

•Versicherung zwecks Absicherung

der Dienstnehmer oder diesen nahe

stehenden Personen für den Fall der

Krankheit, der Invalidität, des Alters

oder des Todes der Dienstnehmer.

•Risikoversicherungen sind daher

umfasst; Beiträge zu Er- und Ablebensversicherungen

sind nur dann

steuerfrei, wenn für den Fall des

Ablebens der Versicherten mindestens

die für den Erlebensfall vereinbarte

Versicherungssumme zur

Auszahlung gelangt (Mindestlaufzeit:

zehn Jahre oder bis zum An -

tritt einer gesetzlichen Alterspension).

•Das Angebot muss für alle Dienstnehmer

beziehungsweise für bestimmte

Gruppen der Dienstnehmer

gelten. Es müssen aber nicht alle

Dienstnehmer von diesem Angebot

Gebrauch machen.

•Die Zahlungen müssen von den

Dienstgebern direkt an die Versicherung

geleistet werden.

Nachteil bei Verzicht

Verzichtet die Arbeitnehmerin oder der

Arbeitnehmer nämlich zu Gunsten der

Zukunftssicherung auf einen Gehaltsbestandteil

oder auf einen Teil der ihr

oder ihm zustehenden Ist-Lohnerhöhung,

liegt laut Verwaltungsgerichtshof

eine Einkommensverwendung vor. Das

bedeutet folgenden Nachteil: Solch ein

Kraft-Kinz: „Das

Angebot muss für

alle Dienstnehmer

beziehungsweise für

bestimmte Gruppen

der Dienstnehmer

gelten.“

Wenn Sie

sich also mit

dem Gedanken

tragen,

Ihren

Mitarbeiterinnen

und

Mitarbeitern

einen

zusätzlichen

Vorteil zukommen

zu

lassen, dann

ziehen Sie

die steuerbegünstigte

Zukunftsvorsorge

in

Betracht.

Verzicht führt zu keiner Ersparnis von

Sozialversicherungsbeiträgen. Für die

Arbeitnehmerin oder den Arbeitnehmer

bleibt in diesem Fall die Lohnsteuerersparnis,

die Dienstgeber müssen

keinen Dienstgeberbeitrag, Zuschlag

zum Dienstgeberbeitrag und keine

Kommunalsteuer dafür abführen.

Freiwillige Gehaltserhöhung

Eine normale Gehaltserhöhung von

300 Euro pro Jahr würde Lohnnebenkosten

von circa 90 Euro erzeugen. Auf

Seiten der Dienstnehmer würden Sozialversicherungsbeiträge

und Steuern

von circa 160 Euro anfallen.

Bei einer Gehaltserhöhung als Zukunftssicherung

bleiben von 300 Euro brutto die

Kosten für die Dienstgeber bei 300 Euro.

Die Dienstnehmer erhalten 300 Euro

net to. Letzteres allerdings erst später in

Form der Versicherungsleistung.

Wenn Sie sich also mit dem Gedanken

tragen, Ihren Mitarbeiterinnen und

Mitarbeitern einen zusätzlichen Vorteil

zukommen zu lassen, dann ziehen Sie

die steuerbegünstigte Zukunftsvorsorge

in Betracht – Ihre Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter werden es Ihnen danken.

Iris Kraft-Kinz ist geschäftsführende

Gesellschafterin der MEDplan in Wien 12.

03_2020 doktor in wien 37


SERVICE CHRONIK

Auszeichnung

Forschungsförderungspreise vergeben

Nerventransfers, die Gehirnentwicklung von Frühgeborenen und Infektionen bei

Transplantationsempfängern waren die Themenschwerpunkte der wissenschaftlichen

Arbeiten, deren Autoren im Dezember 2019 mit dem Forschungsförderungspreis

der Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG ausgezeichnet wurden.

► Bei der Verleihung des mit insgesamt

7500 Euro dotierten Forschungsförderungspreises

der Erste

Bank der oesterreichischen Sparkassen

AG, die am 9. Dezember 2019 gemeinsam

mit der Vergabe des Theodor Billroth-Preises

in der Wiener Ärztekammer

stattfand, wurden drei junge

Wissenschafter der Medizinischen

Universität Wien ausgezeichnet: Der

erste Preis ging an Konstantin Bergmeister

von der Universitätsklinik für Chirurgie

(Klinische Abteilung für Plastische

und Rekonstruktive Chirurgie)

der zweite Preis an Christoph Binder

von der Universitätsklinik für Kinderund

Jugendheilkunde (Klinische Abteilung

für Neonatologie, Pädiatrische Intensivmedizin

und Neuropädiatrie)

und der dritte Preis an Wolfgang Winnicki,

Universitätsklinik für Innere Medizin

III (Klinische Abteilung für Nephrologie

und Dialyse).

Konstantin Bergmeister: „Peripheral

nerve transfers change target muscle

structure and function“ (erschienen in

Science Advances, Jänner 2019)

Bionische Prothesen werden durch

Gedanken gesteuert, indem die willkürliche

Aktivität von im Extremitätenstumpf

verbliebenen Muskeln als Steuersignale

verwendet wird. Die neuesten

Generationen dieser Prothesen können

theoretisch ähnlich viele Bewegungen

wie die gesunde menschliche Hand

durchführen. Derzeit ist die Signal -

übertragung zwischen Mensch und

Prothese jedoch zu langsam und daher

können nicht alle mechanisch

möglichen Funktionen der Prothese

in vollem Umfang genutzt werden.

Das Ziel aktueller Forschung ist eine

„Breitband“-Schnittstelle zwischen

Mensch und Prothese zu schaffen,

um diese künftig so intuitiv wie die

menschliche Hand steuern zu können.

Konstantin Bergmeister

(Wiener

Universitätsklinik für

Chirurgie), Christoph

Binder (Wiener

Universitätsklinik

für Kinder- und

Jugendheilkunde)

und Wolfgang

Winnicki (Wiener

Universitätsklinik für

Innere Medizin III)

(v.li.n.re.)

Hierfür werden schon jetzt chirurgische

Nerventransfers eingesetzt,

um die Gesamtanzahl der Muskelsignale

für die Prothesensteuerung zu

erhöhen. Amputierte Nerven werden

hierbei mit verbliebenen Muskeln im

Amputationsstumpf neu verbunden.

Diese Methode gilt als erfolgreich,

weil die betroffenen Muskeln nach einigen

Monaten regenerieren und zur

besseren Steuerung der Prothese dienen.

Ungeklärt war bisher allerdings,

welche Veränderungen diese Nerventransfers

im Detail auf Muskeln und

Nerven haben.

In der Studie konnte gezeigt werden,

dass durch die Anwendung dieser

Nerventransfers eine noch präzisere

Muskelsteuerung möglich ist. Außerdem

übernimmt der Zielmuskel die

physiologische Identität des Spendernervs

und kann damit Signale erzeugen,

die seiner Ursprungsfunktion

ähneln. Hiermit können zum

Beispiel die speziellen Eigenschaften

von Handmuskeln auch in verbliebenen

Stumpfmuskeln wie dem Bizeps

erzeugt werden, um optimale Steuersignale

für die Handfunktionen einer

Prothese zur Verfügung zu haben. Die

Vision einer intuitiv gesteuerten Prothese,

die alle Funktionen der Hand

ersetzen kann, rückt hiermit einen

Schritt näher.

Christoph Binder: „A Mixed Lipid

Emulsion Containing Fish Oil and Its

Effect on Electrophysiological Brain

Maturation in Infants of Extremely Low

Birth Weight: A Secondary Analysis of a

Randomized Clinical Trial“ (erschienen

in The Journal of Pediatrics, April 2019)

Die Zahl der Frühgeborenen steigt jährlich

bei sinkenden Morbiditäts- und

Mortalitätsraten. Frühgeborene haben

jedoch weiterhin ein hohes Risiko für

neurologische Entwicklungsverzögerungen.

Studien haben gezeigt, dass

eine optimale Ernährung die Gehirnentwicklung

positiv beeinflussen kann.

Omega-3-Fettsäuren und insbesondere

Docosahexaensäure (DHA) sind elementare

strukturelle und funktionelle

Bestandteile des zentralen Nervensystems

und essenzielle Faktoren für die

Gehirnentwicklung. Frühgeborene haben

ein hohes Risiko, eine DHA-Defizienz

zu entwickeln. Den möglichen

positiven Effekt von DHA auf die Gehirnentwicklung

bei Frühgeborenen ist

bis zum jetzigen Zeitpunkt unerforscht.

In der randomisierten kontrollierten

Doppelblindstudie wurde der Effekt

einer neuen Lipidemulsion auf Fischölbasis

(reich an DHA) (Intervention)

im Vergleich zu einer Lipidemulsion

auf reiner Sojaölbasis (keine DHA enthalten)

(Kontrollen), auf die Gehirnentwicklung

bei Frühgeborenen unter

Fotos: Stefan Seelig, MedUni Wien

38 doktor in wien 03_2020


CHRONIK SERVICE

1000 Gramm Geburtsgewicht untersucht.

Die Gehirnentwicklung wurde

anhand von seriellen amplitudenintegrierten

Elektroenzephalographien

(aEEG) von Geburt bis zum errechneten

Geburtstermin analysiert. Es wurden

121 Frühgeborene (Intervention: n=63,

Kontrollen: n=58) mit 317 aEEGs (Intervention:

n=165, Kontrollen: n=152)

an der Medizinischen Universität (Abteilung

für Neonatologie, pädiatrische

Intensivmedizin und Neuropädiatrie)

eingeschlossen. Ab der korrigierten 28.

Schwangerschaftswoche zeigten Frühgeborene

in der Interventionsgruppe

eine signifikant schnellere Gehirnentwicklung.

Der maximale Gehirnentwicklungs-Score

wurde zwei Wochen

früher in der Interventionsgruppe

(36,4 Wochen) im Vergleich zur Kontrollgruppe

(38,4 Wochen) (p


SERVICE RECHT

Sonderklassehonorare und ärztliche Nebentätigkeiten

Sozialversicherungspflicht erfüllen

Sonderklassehonorare stellen steuer- und sozialversicherungsrechtlich Einkünfte aus

selbstständiger Arbeit dar. Ärztinnen und Ärzte, die Sonderklassegelder beziehen, müssen sich

daher auch um Besteuerung und Sozialversicherung kümmern. Gleiches gilt für alle weiteren

Einkünfte aus selbstständiger ärztlicher Nebentätigkeit von angestellten Ärztinnen und Ärzten.

Von Michaela Rutkoswki und Anelia Mihova-Vajda

► In Wien werden die Sonderklassehonorare

– wie in den meisten

anderen Bundesländern – nicht von der

Krankenanstalt ausgezahlt, sondern im

Namen und auf Rechnung der honorarberechtigten

Ärztinnen und Ärzte eingehoben

und an alle Ärztinnen und

Ärzte der Abteilung verteilt. Sonderklassehonorare

müssen von der einzelnen

Ärztin und dem einzelnen Arzt

(sollten nicht bereits andere zu versteuernde

Einkünfte vorliegen) ab einem

jährlichen Gewinn von 730 Euro versteuert

werden.

Grundsätzlich unabhängig von der Höhe

des Einkommens besteht auf Grundlage

des Sozialversicherungsgesetzes der freiberuflich

selbstständig Erwerbstätigen

(§ 2 Abs. 2 Z 1 FSVG) eine Teilversicherungspflicht

in der Pensions- und Unfallversicherung

bei der Sozialversicherungsanstalt

der Selbständigen (SVS, bis

31.12.2019 Sozialversicherungsanstalt

der gewerblichen Wirtschaft - SVA).

Diese Grundsätze gelten ausnahmslos

für alle Ärztinnen und Ärzte, die Sonderklassegelder

beziehen und daher

unter anderem auch für Ärztinnen und

Ärzte in Ausbildung sowie für pragmatisierte

Ärztinnen und Ärzte hinsichtlich

der Unfallversicherung.

Meldeverpflichtung

Der Beginn und das Ende des Bezugs

von Sonderklassehonoraren ist der SVS

mittels eines eigens dafür vorgesehenen

Formulars zu melden.

Unabhängig davon ist der Bezug von

Sonderklassehonoraren jedenfalls auch

der Wiener Ärztekammer zu melden

(Online unter www.aekwien.at/

standesführung steht dafür unter dem

Punkt „Beiträge Concisa/SVS“ das PDF

„Meldung gem. FSVG von ärztlicher

Nebentätigkeit bzw. Sondergebühren

im eigenen KH” zum Download bereit.)

Die Ärztekammer ist gesetzlich dazu

angehalten, jede Meldung über die

Aufnahme einer freiberuflichen Tätigkeit

an die SVS weiterzuleiten.

Die SVS kann auch aufgrund der

durchgeführten Einkommenssteuererklärung

über eine Mitteilung des

Finanzamts Kenntnis vom Bezug von

Sonderklassehonoraren erhalten. Somit

kann es im Falle einer nicht erfolgten

Meldung für einen Zeitraum

von bis zu fünf Jahren zu nachträg-

Download von Formularen

Weitergehende Informationen sowie die erwähnten

Formulare sind unter www.svs.at abrufbar:

•Versicherungsanmeldung für freiberuflich tätige

Ärztinnen und Ärzte, selbstständige Apotheker, Ziviltechniker

und Mitglieder der Patentanwaltskammer

• Arbeits- und Entgeltbestätigung

•Ausnahme von der Pflichtversicherung nach dem GSVG

bzw. dem FSVG

Die SVS ist österreichweit unter 050 808 808 erreichbar.

Das SVS-Kundencenter Wien befindet sich in der

Wiedner Hauptstraße 84-86, 1051 Wien.

lichen Beitragsforderungen unter Zinsvorschreibung

durch die SVS kommen.

Mehrfachversicherung

Die Versicherungspflicht besteht ergänzend

zu der auf Basis des Dienstverhältnisses

bestehenden Sozialversicherungspflicht

als Dienstnehmer. Im

Gegensatz zur bestehenden Pflichtversicherung

im Rahmen des Dienstverhältnisses

sind Ärztinnen und Ärzte

für die Entrichtung der Beiträge zur

SVS jedoch selbst verantwortlich. Da

eine neue Versicherungspflicht dazu

kommt, nennt man es Mehrfachversicherung,

die jedoch nicht für die Kranken-,

sondern nur für Pensions- und

Unfallversicherung gilt. Die Beiträge

an die SVS stellen im Jahr der Zahlung

eine steuerlich absetzbare Betriebsausgabe

dar.

Pensionsversicherung

Die Höhe des Pensionsversicherungsbeitrags

beträgt 20 Prozent der

Beitragsgrundlage (= Einkünfte plus

vorgeschriebene FSVG-Beiträge).

Überschreitet die Summe der Beitragsgrundlagen

sowohl aus dem

Dienstverhältnis als auch aus den Sonderklassehonoraren

die Höchstbeitragsgrundlage

(Wert 2020: monatlich

5370 Euro), werden zu viel bezahlte

Beiträge im Nachhinein zurückerstattet

beziehungsweise gutgeschrieben.

Zur Beschränkung der Beitragspflicht

beziehungsweise zur Vermeidung von

zu hohen Vorauszahlungen besteht für

mehrfachversicherte Ärztinnen und

Ärzte allerdings die Möglichkeit, der

SVS bereits vorab eine vom Dienstgeber

ausgefüllte und unterschriebene

Arbeits- und Entgeltbestätigung zu

übermitteln. Es erfolgt dann eine sogenannte

Differenzbeitragsvorschreibung;

das heißt, dass nur mehr die

Foto: Togapix/GettyImages

40 doktor in wien 03_2020


RECHT SERVICE

Differenz zwischen Angestelltengehalt

und Höchstbeitragsgrundlage bei der

SVS versicherungspflichtig wird. Sollte

bereits das monatliche Bruttoeinkommen

(inklusive Dienste, Zulagen,

Sonderzahlungen) aus dem Dienstverhältnis

die Höchstbeitragsgrundlage

überschreiten, sind keine Beiträge in

der Pensionsversicherung an die SVS

zu leisten.

Unfallversicherung

Der Beitrag zur Unfallversicherung ist

ein einkommensunabhängiger monatlicher

Fixbetrag (Wert 2020: 10,09

Euro). Eine Befreiung ist – auch bei

Mehrfachversicherung – rechtlich

nicht möglich und der Beitrag ist somit

jedenfalls zu leisten.

Ausnahmen

Ärztinnen und Ärzte, die in einem

Dienstverhältnis zu einer öffentlichrechtlichen

Körperschaft (zum Beispiel

Bund, Land, Gemeinde) stehen und

denen daraus eine Anwartschaft auf

Ruhe- und Versorgungsgenuss zusteht

(zum Beispiel „pragmatisiertes“ Dienstverhältnis),

sind von der Pflichtversicherung

in der Pensionsversicherung

generell ausgenommen. Das Bestehen

eines solchen Dienstverhältnisses wird

seitens der SVS mittels eigenem Fragebogen

abgefragt. Um jedoch etwaige

Missverständnisse und eine ungewollte

Einbeziehung in die Pensionsversicherung

zu vermeiden, empfiehlt sich auch

eine aktive Mitteilung über das pragmatisierte

Dienstverhältnis an die SVS.

Bei geringfügigen Einkünften (Wert

2020: jährlicher Umsatz maximal

35.000 Euro und jährliche Einkünfte

maximal 5527,92 Euro) kann die Ausnahme

von der Pensionsversicherung

beantragt werden, sofern in den letzten

60 Kalendermonaten aufgrund anderer

freiberuflicher Einkünfte nicht

länger als zwölf Kalendermonate eine

Pflichtversicherung bestanden hat. Der

Antrag auf Ausnahme von der Pflichtversicherung

kann mittels eigenem

Formular zeitgleich mit der Versicherungserklärung

abgegeben werden. Für

das laufende Jahr ist er spätestens bis

Der Beginn

und das

Ende des

Bezugs von

Sonderklassehonoraren

ist der SVS

mittels eines

eigens dafür

vorgesehenen

Formulars zu

melden.

Jahresende zu stellen. Für Vorjahre (bei

nachträglicher Vorschreibung von Beiträgen

nach verspäteter Meldung) muss

der Antrag allerdings spätestens binnen

eines Monats ab Fälligkeit der ersten

Beitragsvorschreibung gestellt werden.

Diese beiden Ausnahmen gelten nicht

für die Unfallversicherung.

Nebentätigkeiten

Die oben stehenden Ausführungen

gelten auch für alle weiteren Einkünfte

aus selbstständiger ärztlicher Nebentätigkeit

von angestellten Ärztinnen und

Ärzten, wie Praxisvertretungen, Tätigkeiten

in ärztlichen Bereitschaftsdiensten

(Ärztefunkdienst) beziehungsweise

sonstige ärztliche Tätigkeiten, die auf

Honorarbasis entlohnt werden. Sofern

neben der Anstellung eine Ordination

betrieben wird, unterliegen auch diese

Einkünfte der Sozialversicherungspflicht

bei der SVS.

Für weitere Fragen steht Ihnen die Stabsstelle

Recht der Ärztekammer für Wien

gerne zur Verfügung: recht@aekwien.at.

SOS-Kinderdorf Wien sucht ab sofort für unser seit über 11 Jahren

gut eingeführtes Ambulatorium für Kinder- und Jugendpsychiatrie

in Wien Floridsdorf eine/n

Fachärztin/ Facharzt für

Kinder- und Jugendpsychiatrie

(bis zu 30 Wochenstunden)

Wir wenden uns an kommunikative und teamfähige Persönlichkeiten

mit abgeschlossener FachärztInnenausbildung für Kinderund

Jugendpsychiatrie sowie der Bereitschaft zur selbstständigen

ambulanten Tätigkeit.

Wir bieten eine herausfordernde kinder- und jugendpsychiatrische

Tätigkeit in einem multiprofessionellen Team, flexible Dienstzeiten

(Montag bis Freitag) nach Vereinbarung, regelmäßige Supervision,

die Förderung von fachspezifischen Fortbildungen sowie

ein Sabbatical nach 5 Jahren Betriebszugehörigkeit.

Bei Interesse senden Sie bitte Ihre aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen

an:

SOS-KINDERDORF, Ambulatorium für Kinder- und Jugendpsychiatrie,

Anton-Bosch-Gasse 29, 1210 Wien oder per E-Mail

an christian.kienbacher@sos-kinderdorf.at

Das Ärzteteam des Kinderhospiz Netz sucht

ÄRZTIN / ARZT zur Mitarbeit

Wir betreuen Familien, in denen ein Kind/Jugendlicher/junger Erwachsener mit einer

lebenslimitierenden Erkrankung lebt – zu Hause und im KinderTages Hospiz.

Ihre Qualifikationen und Kompetenzen:

▶ Pädiatrie, Allgemeinmedizin, Anästhesie

▶ mehrjährige Berufserfahrung, intensiv- und/oder palliativmedizinische Erfahrung von

Vorteil

▶ Universitätslehrgang Palliative Care in der Pädiatrie oder Bereitschaft diesen zu

absolvieren

▶ Sozialengagement und Einsatzbereitschaft

▶ Wahl-/Arztpraxis erwünscht

Wir bieten:

▶ Eigenverantwortliches, vielseitiges Tätigkeitsfeld

▶ Engagiertes multiprofessionelles Team

▶ Flexible Arbeitszeiten

▶ Supervision und Fallreflexion

Arbeitszeit: 20 – 25 Wochenstunden nach Vereinbarung,

im Angestelltenverhältnis oder auf Honorarbasis

Nähere Infos unter: kinderhospiz.at/jobangebote

Kinderhospiz Netz | Wiens erstes Kinderhospiz

1120 Wien, Meidlinger Hauptstrasse 57–59

www.kinderhospiz.at

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adaptiert. Angepeilte Übergabe ist Mitte bis Ende 2020 (wäre aber auch

sofort möglich).

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• Großes Interesse an ästhetischer Medizin sowie

entsprechende Vorkenntnisse

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Fachkurzinformation

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Ambitionierte/n

Allgemeinmediziner/in bzw. Facharzt/-ärztin

mit jus practicandi

Eliquis 2,5 mg Filmtabletten, Eliquis 5 mg Filmtabletten. Pharmakotherapeutische Gruppe: direkte Faktor Xa Inhibitoren, ATC-Code: B01AF02. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG: Jede Filmtablette enthält 2,5 bzw. 5 mg Apixaban. Sonstige

Bestandteile mit bekannter Wirkung: Jede 2,5 mg Filmtablette enthält 51,43 mg Lactose. Jede 5 mg Filmtablette enthält 102,86 mg Lactose. Liste der sonstigen Bestandteile: Tablettenkern: Lactose, Mikrokristalline Cellulose (E460), Croscarmellose Natrium, Natriumdodecylsulfat,

Magnesiumstearat (E470b), Filmüberzug: Lactose Monohydrat, Hypromellose (E464), Titandioxid (E171), Triacetin; Eliquis 2,5 mg Filmtabletten: Eisen(III) hydroxid oxid x H2O (E172); Eliquis 5 mg Filmtabletten: Eisen(III) oxid (E172). ANWENDUNGSGEBIET:

Eliquis 2,5 mg Filmtabletten: Zur Prophylaxe venöser Thromboembolien (VTE) bei erwachsenen Patienten nach elektiven Hüft oder Kniegelenksersatzoperationen. Eliquis 2,5 mg und Eliquis 5 mg Filmtabletten: Zur Prophylaxe von Schlaganfällen und systemischen Embolien

bei erwachsenen Patienten mit nicht valvulärem Vorhofflimmern (NVAF) und einem oder mehreren Risikofaktoren, wie Schlaganfall oder TIA (transitorischer ischämischer Attacke) in der Anamnese, Alter ≥ 75 Jahren, Hypertonie, Diabetes mellitus, symptomatische Herzinsuffizienz

(NYHA Klasse ≥ II). Behandlung von tiefen Venenthrombosen (TVT) und Lungenembolien (LE) sowie Prophylaxe von rezidivierenden TVT und LE bei Erwachsenen (bei hämodynamisch instabilen LE Patienten siehe Abschnitt 4.4. der Fachinformation). GEGENANZEIGEN:

• Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. • akute, klinisch relevante Blutung. • Lebererkrankungen, die mit einer Koagulopathie und einem klinisch relevanten Blutungsrisiko verbunden sind. • Läsionen oder klinische Situationen

für Dialyseinstitut gesucht.

Anforderungen:

Notarztdiplom erwünscht.

Engagement, Flexibilität,

Verantwortungsbewusstsein, Teamfähigkeit

, falls sie als signifikanter Risikofaktor für eine schwere Blutung angesehen werden. Dies umfasst akute oder kürzlich aufgetretene gastrointestinale Ulzerationen, maligne Neoplasien mit hohem Blutungsrisiko, kürzlich aufgetretene Hirn oder Rückenmarksverletzungen,

kürzlich erfolgte chirurgische Eingriffe an Gehirn, Rückenmark oder Augen, kürzlich aufgetretene intrakranielle Blutungen, bekannte oder vermutete Ösophagusvarizen, arteriovenöse Fehlbildungen, vaskuläre Aneurysmen oder größere intraspinale oder intrazerebrale

vaskuläre Anomalien. • Die gleichzeitige Anwendung von anderen Antikoagulanzien z.B. unfraktionierte Heparine (UFH), niedermolekulare Heparine (Enoxaparin, Dalteparin etc.), Heparinderivate (Fondaparinux etc.), orale Antikoagulanzien (Warfarin, Rivaroxaban, Dabigatran

etc.) außer in speziellen Situationen einer Umstellung der Antikoagulationstherapie, wenn UFH in Dosen gegeben wird, die notwendig sind, um die Durchgängigkeit eines zentralvenösen oder arteriellen Katheters zu erhalten oder wenn UFH während der Katheterablation

von Vorhofflimmern gegeben wird. PHARMAZEUTISCHER UNTERNEHMER: Bristol Myers Squibb/Pfizer EEIG, Plaza 254, Blanchardstown Corporate Park 2, Dublin 15, D15 T867, Irland. Kontakt in Österreich: Bristol-Myers Squibb GesmbH, Wien, Tel. +43 1 60143 -0.

VERSCHREIBUNGSPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT: NR, apothekenpflichtig. Stand: 02/2020. Weitere Angaben zu den besonderen Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige

Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit sowie Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen.

Lasea 80 mg Weichkapseln. INHABER DER ZULASSUNG: Dr. Willmar Schwabe GmbH & Co. KG, Willmar-Schwabe-Str. 4, 76227 Karlsruhe, Deutschland. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG: Wirkstoff: Jede Weichkapsel enthält 80 mg Lavendelöl

(Lavandula angustifolia Mill., aetheroleum). Liste der sonstigen Bestandteile: Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Sorbitol, etwa 12 mg/Weichkapsel. Kapselinhalt: Rapsöl, raffiniert. Kapselhülle: Succinylierte Gelatine; Glycerol 85%; Sorbitol 70%, flüssig (nicht

kristallisierend); Karminsäure-Aluminiumsalz (E 120); Patentblau V, Aluminiumsalz (E 131); Titandioxid (E 171). Anwendungsgebiete: Pflanzliches Arzneimittel zur Behandlung temporärer ängstlicher Verstimmung. Lasea wird angewendet bei Erwachsenen. Gegenanzeigen:

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile. Leberfunktionsstörung (siehe Abschnitt 5.2). Pharmakatherapeutische Gruppe: Andere Anxiolytika, ATC-Code: N05BX05 (Lavandulae aetheroleum). Abgabe:

Rezeptfrei, apothekenpflichtig. Weitere Angaben zu Dosierung, Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen, Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen und Haltbarkeit sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen.

Wir bieten Ihnen:

Langfristige Beschäftigung in einem zukunftsorientierten

Unternehmen.

Flexibles Arbeitszeitmodell – Teilzeit möglich.

Bruttojahresgehalt bei Vollarbeitszeit € 72.200,– (inkl. Zulagen).

Möglichkeit zur Bereitstellung eines Dienstwagens.

Keine Nachtdienste.

Keine Sonntagsdienste.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung.

Für Fragen steht Ihnen Herr Prim. Dr. Ingmar Waller,

Ärztlicher Leiter, gerne zur Verfügung.

Ihre schriftliche Bewerbung richten Sie bitte an:

Dr. Waller Krankenanstalten GmbH

Prim. Dr. Ingmar Waller

A­8330 Feldbach, Feldgasse 28 – 30

e­Mail: office@dialyse.at

Tel.: 03152/3605

Seractil 200 mg – Filmtabletten, Seractil 300 mg – Filmtabletten, Seractil forte 400 mg – Filmtabletten, Seractil akut 400 mg Pulver zur Herstellung einer Suspension. Zusammensetzung: Filmtablette: Eine Filmtablette enthält 200/300/400 mg Dexibuprofen.

Hilfsstoffe: Tablettenkern: Hypromellose, mikrokristalline Cellulose, Carmellose Calcium, hochdisperses Siliciumdioxid, Talk. Filmüberzug: Hypromellose, Titandioxid (E-171), Glyceroltriacetat, Talk, Macrogol 6000. Pulver: Ein Beutel enthält 400 mg Dexibuprofen. Sonstige

Bestandteile mit bekannter Wirkung: 2,4 g Saccharose. Hilfsstoffe: Saccharose, Zitronensäure, Orangenaroma, Saccharin, Hochdisperses Siliziumdioxid, Natriumdodecylsulfat. Anwendungsgebiete: Seractil 200mg/300mg/ forte 400mg - Filmtabletten werden angewendet

bei Erwachsenen.

Zur symptomatischen Behandlung von • Schmerzen und Entzündungen bei Osteoarthritis/Arthrose, • Regelschmerzen (primäre Dysmenorrhoe), • leichten bis mäßig starken Schmerzen, wie Schmerzen des Bewegungsapparates, Kopf- oder Zahnschmerzen, schmerzhaften

Schwellungen und Entzündungen nach Verletzungen, und zur kurzzeitigen symptomatischen Behandlung von • rheumatoider Arthritis, wenn andere, längerfristige Therapieoptionen (Basistherapie: Disease Modifying Antirheumatic Drugs, DMARDs) nicht in Betracht gezogen

werden. Pulver: • Symptomatische Behandlung von Schmerzen und Entzündungen bei Osteoarthritis/Arthrose. • Akute symptomatische Behandlung von Regelschmerzen (primäre Dysmenorrhoe). • Symptomatische Behandlung leichter bis mäßig starker Schmerzen, wie

Schmerzen des Bewegungsapparates oder Zahnschmerzen. Gegenanzeigen: Dexibuprofen darf nicht angewendet werden bei Patienten: • mit einer bekannten Überempfindlichkeit gegen Dexibuprofen, gegen andere NSAR oder gegen einen der in Abschnitt 6.1 genannten

sonstigen Bestandteile. • bei denen Stoffe mit ähnlicher Wirkung (z.B. Acetylsalicylsäure oder andere NSAR) Asthmaanfälle, Bronchospasmen, akute Rhinitis, Nasenpolypen, Urtikaria oder angioneurotische Ödeme auslösen. • mit einer Vorgeschichte von gastrointestinalen

Blutungen oder Perforationen, die im Zusammenhang mit einer vorhergehenden NSAR-Therapie steht. • mit bestehenden oder in der Vergangenheit wiederholt aufgetretenen peptischen Ulzera oder Blutungen (mindestens zwei voneinander unabhängige Episoden von nachgewiesener

Ulzeration oder Blutung). • mit zerebrovaskulären oder anderen aktiven Blutungen. • mit aktivem Morbus Crohn oder aktiver Colitis ulcerosa. • mit schwerer Herzinsuffizienz (NYHA-Klasse IV). • mit schwerer Nierenfunktionsstörung (GFR < 30 ml/min). • mit schwerer

Leberfunktionsstörung. • ab dem sechsten Monat der Schwangerschaft. ATC-Code: M01AE14. Abgabe: Rezept- und apothekenpflichtig. Packungsgrößen: 200 mg Filmtabletten: 30, 50 Stück; 300/ forte 400 mg Filmtabletten: 10, 30, 50 Stück; 10 Beutel pro Schachtel mit

einem gelblichen Pulver. Kassenstatus: Tabletten: Green Box (400 mg 30 Stück: No Box). Pulver: No-Box. Zulassungsinhaber: Gebro Pharma GmbH, A-6391 Fieberbrunn. Stand der Information: Juli 2015. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen

für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie Gewöhnungseffekten entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation.

Voltadol Forte Schmerzgel. Zusammensetzung: 1g Voltadol Forte Schmerzgel enthält 23,2 mg Diclofenac-Diäthylamin, entsprechend 20 mg Diclofenac-Natrium. Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung: 1 g Voltadol Forte Schmerzgel enthält 50 mg Propylenglykol,

0,2 mg Butylhydroxytoluol E321. Hilfsstoffe: Butylhydroxytoluol E321, Carbomer, Coco-Caprylcaprat, Diäthylamin, Isopropylalkohol, Flüssiges Paraffin, Macrogol-Cetostearylether, Oleylalkohol, Propylenglykol, Eukalyptus-Parfum, Gereinigtes Wasser. Anwendungsgebiete:

Voltadol Forte Schmerzgel wird angewendet bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 14 Jahren: Zur lokalen Behandlung von • Schmerzen durch Muskelverspannungen (u.a. auch bei Lumbago) • Schmerzen und Schwellungen nach stumpfen Verletzungen und Sportverletzungen

(wie z.B. Verstauchungen, Zerrungen, Prellungen). Gegenanzeigen: • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile. • Patienten, bei denen durch Acetylsalicylsäure oder andere nichtsteroidale

Antiphlogistika/Antirheumatika (NSAR) Asthma, Angioödeme, Urtikaria oder akute Rhinitis ausgelöst werden (siehe Abschnitt 4.8). • Im letzten Schwangerschaftsdrittel (siehe Abschnitt 4.6). • Auf der Brust stillender Mütter (siehe Abschnitt 4.6). • Kinder und Jugendliche

unter 14 Jahren (siehe Abschnitt 4.2). Pharmakodynamische Eigenschaften: Pharmakotherapeutische Gruppe: Topische Mittel gegen Gelenk- und Muskelschmerzen, Nichtsteroidale Antiphlogistika zur topischen Anwendung, Diclofenac. ATC-Code: M02AA15. Abgabe:

Rezeptfrei, apothekenpflichtig. Packungsgrößen: 100 g, 150 g. Kassenstatus: No-Box. Zulassungsinhaber: GSK-Gebro Consumer Healthcare GmbH. Stand der Information: November 2019. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die

Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie Gewöhnungseffekten entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation.


Facharzt/-ärztin für

Radiologie gesucht

(Teilzeit, Vollzeit oder Vertretungsbasis)

Die radiologische Ordination Radiologicum Penzing

in 1140 Wien erweitert ihr motiviertes Team und

sucht eine/n Facharzt/-ärztin für Radiologie in Teilzeit,

Vollzeit oder auf Vertretungsbasis.

Das Radiologicum Penzing unter der Leitung von

Frau Prof. Dr. Resch und Herrn Dr. Reiter ist als innovative

Ordination mit modernsten Geräten ausgestattet

und bietet hochwertige Untersuchungsmethoden für

die Patienten/innen.

Sämtliche Leistungen, welche im niedergelassenen

Bereich von den Krankenkassen angeboten werden,

werden durchgeführt:

Magnetresonanztomographie, Computertomographie,

konventionelles Röntgen, Durchleuchtung, Mammographie,

Knochendichtemessung, Sonographie und

Röntgenschmerzbestrahlung.

(Es ist nicht notwendig alle radiologischen Untersuchungen

zu beherrschen)

Unsere Anforderungen:

■ Abgeschlossene Ausbildung zum/r Facharzt/-ärztin

für Radiologie

■ sehr gute diagnostische Kenntnisse

■ sehr freundliches Auftreten, insbesondere gegenüber

Patienten

■ Teamfähigkeit und ausgeprägte soziale Kompetenz

■ Verantwortungsbewusstsein und Bereitschaft zur

Weiterbildung

Wir bieten Ihnen:

■ eine anspruchsvolle und verantwortungsvolle

Tätigkeit

■ selbstständiges Arbeiten im Rahmen fachärztlicher

Tätigkeiten

■ ein sehr gut eingespieltes Team und freundliches

Arbeitsumfeld

■ eine leistungsgerechte Bezahlung

■ Flexibilität, keine Nachtdienste

■ Gehalt: ab € 150.000,– Jahresbruttogehalt mit der

Möglichkeit zur Überzahlung

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an:

Mag. Sina Wandinger unter:

sina.wandinger@managemed.at

Facharzt/-ärztin für

Radiologie gesucht

(Teilzeit, Vollzeit oder Vertretungsbasis)

Die Radiologie Diagnosezentrum Donaustadt in

1220 Wien sucht zur Verstärkung des Teams eine/n

Facharzt/-ärztin für Radiologie in Teilzeit, Vollzeit oder

auf Vertretungsbasis.

Das Diagnosezentrum Donaustadt unter der Leitung

von Dr. Günther Alth und Dr. Friedrich Vorbeck

ist eine Schwerpunktradiologie und somit auch künftiger

Zielstandort in Wien.

Sämtliche Leistungen, welche im niedergelassenen

Bereich von den Krankenkassen angeboten werden,

werden durchgeführt:

Magnetresonanztomographie, Computertomographie,

konventionelles Röntgen, Durchleuchtung, Mammographie,

Knochendichtemessung, Sonographie und

Röntgenschmerzbestrahlung.

(Es ist nicht notwendig alle radiologischen Untersuchungen

zu beherrschen)

Unsere Anforderungen:

● Abgeschlossene Ausbildung zum/r Facharzt/-ärztin

für Radiologie

● sehr gute diagnostische Kenntnisse

● sehr freundliches Auftreten, insbesondere gegenüber

Patienten

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Tätigkeit

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