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Zivilschutz & Sicherheit 2010

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Exemplar<br />

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Nr. 6 - Juni <strong>2010</strong><br />

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Einzelnummer 2¤<br />

Unzustellbare Exemplare bitte an den<br />

Absender retournieren. Der Absender<br />

verpflichtet sich, die Portospesen für<br />

die Rücksendung zu tragen.<br />

www.mediaradius.it<br />

<strong>Zivilschutz</strong> & <strong>Sicherheit</strong><br />

20.000 Helfer immer in Bereitschaft<br />

Der Einsatz in L´Aquila<br />

Zusammenspiel der Einsatzkräfte<br />

Geologie & Gefahrenzonen<br />

Die Einteilung der Gebiete<br />

<strong>Sicherheit</strong> und (Zivil)Schutz<br />

Zu Hause, privat und im Betrieb<br />

<strong>Sicherheit</strong>s-Standards<br />

Firmen, Produkte, Know-how


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M AG AZIN FÜR DIE EUROPAREGION TIROL<br />

Nr. 6 - Juni <strong>2010</strong><br />

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6-28<br />

44<br />

Editorial<br />

<strong>Zivilschutz</strong> & <strong>Sicherheit</strong><br />

20.000 Helfer immer in Bereitschaft<br />

Der Einsatz in L´Aquila<br />

Zusammenspiel der Einsatzkräfte<br />

Geologie & Gefahrenzonen<br />

<strong>Sicherheit</strong> und (Zivil)Schutz<br />

Die Einteilung der Gebiete<br />

Impressum<br />

Zu Hause, privat und im Betrieb<br />

<strong>Sicherheit</strong>s-Standards<br />

Firmen, Produkte, Know-how<br />

58<br />

Herausgeber: Athesiadruck<br />

GmbH, Bozen Eintrag. LG Bozen<br />

Nr. 26/01, am 27.11.2001<br />

Verantwortlicher Schriftleiter:<br />

Armin Mair<br />

Verantwortlicher Projektleiter:<br />

Franz Wimmer<br />

Produktion/Redaktion:<br />

Barbara Weissensteiner<br />

Redaktion: Claudia Schwarze,<br />

Franz Wimmer, Nicole D. Steiner,<br />

Claire Schöne, Marita Wimmer<br />

Werbung/Verkaufsleitung:<br />

Gerti Morandell<br />

Anzeigenverkauf: Heidi Gufler<br />

Verwaltung: Kapuzinergasse 5,<br />

39100 Bozen, Tel. 0471 977 824<br />

Fotos: Dolomiten Archiv, Alessandro<br />

Scremin, Matthias Vinatzer,<br />

Michael Fink, Otto Ebner, Kathrin<br />

Kircher, verschiedene Privat- und<br />

Online-Archive sowie Verkaufsunterlagen.<br />

Konzept und Abwicklung:<br />

King Laurin GmbH, Eppan<br />

Grafik-Layout:<br />

Georg Hochkofler<br />

Lektorat:<br />

Ulrike Schwarz<br />

Produktion:<br />

Athesiadruck Bozen<br />

Vertrieb: Als „Dolomiten“ –<br />

Beilage und im Postversand<br />

Durchschnittliche Auflage:<br />

30.000 St.<br />

Preis: Einzelpreis 2 Euro,<br />

A+D: 2,50 Euro<br />

Die Redaktion übernimmt<br />

keinerlei Haftung für die Inhalte<br />

der Werbeseiten, PR-Seiten und<br />

der angeführten Webseiten.<br />

Erdbeben in L‘Aquila<br />

Unter der Führung der Landesabteilung Brand- und<br />

<strong>Zivilschutz</strong> waren in L‘Aquila nach dem Erdbeben<br />

am 6. April, ein halbes Jahr lang 70 Mitarbeiter der<br />

Landesabteilungen Forstwirtschaft, Wasserschutzbauten,<br />

Hochbau, Tiefbau und Straßendienst sowie 560<br />

ehrenamtliche Helfer im Einsatz.<br />

Z i vilschutz in l´Aquil a<br />

06 Das Camp Sant´Elia<br />

10 Hanspeter Staffler<br />

11 Interview LH Luis Durnwalder<br />

12 Die Feuerwehr<br />

15 Interview LR Mussner<br />

16 Abteilung Wasserschutzbauten<br />

17 Die Funknotfallgruppe<br />

18 Das Rote Kreuz<br />

20 Der Bergrettungsdienst<br />

22 Interview Heinrich Holzer<br />

23 Irene Hell<br />

24 Die Notfallpsychologie<br />

26 Abteilung Forstwirtschaft<br />

28 Das Weisse Kreuz<br />

20<br />

A k tuell<br />

30 Die Südtiroler Wasserrettung<br />

31 Hundestaffeln in Südtirol<br />

32 Das Unglück der Vinschger Bahn<br />

34 Der Auftritt im Internet<br />

58 <strong>Sicherheit</strong> bei der Arbeit<br />

60 <strong>Sicherheit</strong> im privaten Bereich<br />

62 Feuerwehrhalle Runggaditsch<br />

64 Architekturbüro Monovolume<br />

R ubriken<br />

71 Portrait: Erwin Steiner<br />

72 Stiftung Vital: Gesunde Betriebe<br />

73 Bunte Meldungen<br />

BRD und CAI als Ersteinsatztruppe<br />

Ein Kindergartenspiel war der Einsatz in den<br />

Abruzzen nicht, auch wenn die Mitglieder des<br />

Bergrettungsdienstes (BRD) und des CAI andere<br />

Szenarien als eine Zeltwiese gewöhnt sind. „Wir<br />

waren dazu da, die wichtigsten Dinge im Leben<br />

zu organisieren“, bringt Markus Hölzl den Einsatz<br />

im Camp Sant‘Elia auf den Punkt.<br />

<strong>Sicherheit</strong> bei der Arbeit<br />

<strong>Sicherheit</strong>svorschriften, <strong>Sicherheit</strong>skleidungen<br />

und <strong>Sicherheit</strong>stechnik – im Arbeitsalltag sind<br />

sie für jeden Job überall zu finden. Oft werden<br />

sie als lästig empfunden, doch Gesundheit<br />

und Menschenleben zählen mehr!<br />

Grundbau & Spezialtiefbau<br />

44 Schutzbauten und Netze<br />

48 Geobau GmbH, Bozen<br />

55 Planung der Gefahrenzonen<br />

59 Kollegium der Bauunternehmer<br />

Service<br />

35 ACS Data Systems AG, Brixen<br />

36 Datef AG, Bozen<br />

37 Alpin GmbH, Bozen<br />

38 Würth Phoenix GmbH, Bozen<br />

40 emdse GmbH, Bozen<br />

41 Comtec Italia GmbH, Meran<br />

42 Systems KG, Bozen<br />

43 Brennercom, Bozen<br />

52 TIS Innovation Park, Bozen<br />

61 PC Help, St. Ulrich<br />

69 Rubner Türen AG, Kiens<br />

70 Etschwerke AG, Bozen<br />

69<br />

Schutzbauten und Netze<br />

Hangrutschungen, Steinschlag,<br />

Straßenabsenkungen und<br />

Überschwemmungen sind auch in<br />

Südtirol ein großes Problem. Je nach<br />

geologischer Beschaffenheit treten diese<br />

Naturphänomene häufig und massiv auf.<br />

52<br />

71<br />

Der Detektiv der Psyche<br />

Erwin Steiner ist Psychologe aus<br />

Leidenschaft, auch wenn er über Umwege,<br />

nämlich die Werbepsychologie, zu seinem<br />

Beruf gekommen ist. „Ich habe schnell<br />

gemerkt, dass ich nicht manipulieren,<br />

sondern vielmehr verstehen wollte.“<br />

Franz Wimmer<br />

Für die Südtiroler Hilfskräfte<br />

war es der bisher größte und<br />

aufwändigste Einsatz: L` Aquila<br />

nach dem katastrophalen Erdbeben.<br />

In Zusammenarbeit mit der<br />

Abteilung Brand- und <strong>Zivilschutz</strong><br />

wird der ganze Einsatz noch einmal<br />

dokumentiert. Der Bericht<br />

soll auch eine Erinnerung sein<br />

an die enormen Leistungen aller<br />

„angeli“ aus Südtirol, wie unsere<br />

Hilfskräfte von den Betroffenen<br />

vor Ort genannt wurden.<br />

Dann passierte die Katastrophe<br />

mit der Vinschgerbahn, auch<br />

hier waren die Zivilschützer an<br />

vorderster Front im Einsatz.<br />

Und während wir diese Zeitung<br />

produzierten, war der <strong>Zivilschutz</strong><br />

bei einem Großereignis<br />

ganz anderer Art gefordert. Zum<br />

Begräbnis von Silvius Magnago<br />

kamen tausende Trauernde in<br />

die Bozner Innenstadt, darunter<br />

höchste politische Vertreter aus<br />

Österreich, Bayern und Italien.<br />

Einen reibungslosen Ablauf zu<br />

organisieren und im Vorfeld<br />

für bestmögliche <strong>Sicherheit</strong> zu<br />

sorgen, war eine weitere Herausforderung.<br />

Der Südtiroler <strong>Zivilschutz</strong><br />

ist, was Organisation,<br />

Ausstattung und Ausbildung betrifft,<br />

auf einem hohen Niveau.<br />

Das zu halten gilt es auch in<br />

Zukunft, denn die Aufgaben der<br />

Zivilschützer werden nicht weniger.<br />

Ganz im Gegenteil!<br />

Franz Wimmer


p a g i n i e r u n g<br />

9<br />

8<br />

7<br />

10 11 12<br />

Matteo und Andreas,<br />

die „direttori“<br />

Vierzehn Wochen waren sie im<br />

Zeltlager Sant´ Elia, Matteo<br />

und Andreas, die beiden<br />

Abgeordneten der Abteilung<br />

<strong>Zivilschutz</strong>, die über lange Zeit<br />

das Zeltlager geleitet haben. Und<br />

nicht nur: Sie waren es, die den<br />

Platz ausgesucht haben und sie<br />

gehörten auch zum letzten Zug,<br />

der nach Schließung des Lagers<br />

wieder gen Südtirol rollte.<br />

Wenn man mit Matteo Vischi und<br />

Andreas Simmerle redet, fallen<br />

einem zwei Dinge besonders auf oder<br />

besser drei: Sie sind perfekt aufeinander<br />

eingespielt, ergänzen sich auch im<br />

Erzählfluss. Sie haben beide eine außerordentliche<br />

Sozialkompetenz und<br />

sie sind Zivilschützer mit Leib und<br />

Seele. Die Monate in den Abruzzen<br />

haben sie geprägt.<br />

Die Wiese auf der das Zeltlager entstanden<br />

ist, das die Bewohner des Weilers<br />

Sant´ Elia aufgenommen hat, war<br />

ideal. Leichte Hanglage, so dass das<br />

Regenwasser ablaufen konnte, frei, so<br />

dass die Nachbeben keinen Schaden<br />

anrichten konnten, mit schneebedeckten<br />

Bergen im Hintergrund. „Mitten im<br />

Grünen, ideal auch für uns, sowohl von<br />

der Lage her, als auch von der Struktur<br />

der Bewohner, Landbevölkerung mit<br />

starker Dorfgemeinschaft.“ Wie in Südtirol<br />

eben. Matteo erinnert sich, dass<br />

eine <strong>Zivilschutz</strong>gruppe aus Mailand ein<br />

Lager auf einem großen Kinoparkplatz<br />

geführt hat, Bewohner eines Stadtviertels<br />

von Aquila. „Mitten im Asphalt,<br />

städtisch und multiethnisch, das hat zu<br />

denen gepasst wie Sant´ Elia zu uns.“<br />

Am Tag nach dem Beben vor Ort<br />

Matteo und Andreas gehörten zum ersten<br />

Trupp, der schon am Tag nach dem<br />

Beben vor Ort eintraf. Eine Gruppe aus<br />

dem Friaul hatte schon mit dem Aufbau<br />

der Zelte begonnen. Die beiden Südtiroler<br />

Zivilschützer ließen sich auch von den<br />

drängenden Nachfragen aus Bozen zunächst<br />

nicht aus der Ruhe bringen. „Wir<br />

6<br />

5<br />

wollten zuerst verstehen, was es brauchte<br />

und was wir tatsächlich für Dienste anbieten<br />

können.“ Nach 36 Stunden hatten<br />

sie Auftrag und Ort ausfindig gemacht,<br />

am 9. April, zweieinhalb Tage nach dem<br />

Erdbeben setzte sich die erste große Kolonne<br />

aus Südtirol in Bewegung, am Karfreitag<br />

waren sie da und im Handumdrehen<br />

wurden Mensa, Küchenzelt, sanitäre<br />

Strukturen, Wasser- und Stromleitungen<br />

aufgebaut und verlegt. „Der erste Trupp<br />

bestand aus 85 Personen, das Lager wurde<br />

zunächst für die Aufnahme von 600<br />

Personen geplant.“<br />

Matteo und Andreas vermittelten, organisierten<br />

und waren von Anfang an<br />

darauf bedacht, auch die Lagerbevölkerung<br />

in die Arbeiten mit einzubeziehen.<br />

„Passivität ist das Schlimmste für<br />

die Leute.“ Von wegen Arbeitstag nach<br />

Provinzstundenplan. In der Früh ging<br />

es auf und gearbeitet wurde bis Einbruch<br />

der Dunkelheit oder auch noch<br />

danach. „Wir waren immer die Letzten,<br />

die zum Essen kamen, kalte Pasta und<br />

was sonst noch übrig war.“<br />

4<br />

3<br />

2<br />

1<br />

1 Eingang, Collevernescostraße 7 Zelte für Bewohner - Sektor 2<br />

2 Direktion und Rezeption 8 Mülldeponie<br />

3 Zelte für das Personal (Hilfszug Südtirol) 9 Küche und Mensa<br />

4 Behandlungsplatz (Krankenstation) 10 Zelte für Bewohner - Sektor 1<br />

5 Materiallager, Werkstatt 11 Spielplatz, Treffpunkt<br />

6 Sanitäranlagen, Duschen, Wäscherei 12 Parkplatz und Sektor für Caravan<br />

Perfekte Zusammenarbeit<br />

vom ersten Tag an<br />

Ein fixer Termin jeden Abend vor dem<br />

Schlafengehen: das informelle Treffen mit<br />

allen Gruppenleitern um den Tag Revue<br />

passieren zu lassen und vorzuplanen. „Es<br />

galt jeden Tag zu improvisieren, aber wir<br />

waren immer bereit und vor allem hat<br />

die Zusammenarbeit vom ersten Tag an<br />

perfekt geklappt.“ Eventuelle Reibereien<br />

oder Eifersüchteleien, wie sie vielleicht<br />

in der Heimat zwischen der einen oder<br />

anderen Gruppe auftreten, hatten keinen<br />

Platz. Die Zivilschützer nahmen im Übrigen<br />

am Lagerleben teil, wie die Bewohner<br />

auch. Gemeinsames Essen im Zelt, nicht<br />

ohne vorher die Hände mit „Amuchina“<br />

desinfiziert zu haben. Schlange vor den<br />

Duschen. Unterbringung im Zelt.<br />

Eine kompakte Dorfgemeinschaft<br />

Abgesehen von Alltagsproblemen, einem<br />

Rohrbruch, einer defekten Leitung<br />

oder Klimaanlage, gab es kaum Probleme<br />

in Sant´ Elia. „Wir hatten es mit einer<br />

kompakten Dorfgemeinschaft zu tun.“<br />

Bei der Zeltverteilung war auf die vorher<br />

bestehenden Nachbarschaften und<br />

Viertel Rücksicht genommen worden.<br />

Ältere, kranke oder behinderte Menschen<br />

wurden in der Nähe der Nasszellen<br />

untergebracht. Die Mensa war im<br />

Zentrum des Lagers aufgebaut. Jedes<br />

der 250 kg schweren Zelte nahm eine<br />

Familie auf. Wegen der großen Temperaturunterschiede<br />

waren die Zelte mit<br />

Klimaanlage und Heizung ausgestattet.<br />

„Schon nach wenigen Tagen begannen<br />

die Ersten, ihre Zelte mit Dingen zu<br />

schmücken, die sie gerettet haben: einem<br />

Teppich, dem Fernseher, Blumen.“<br />

Die Freiwilligen der Funknotrufgruppe<br />

hatten zu Beginn den Wachdienst<br />

gegen Diebstahl übernommen. Nach<br />

und nach übernahmen das die Einwohner.<br />

Aber abhanden gekommen<br />

ist nie etwas. Wer ins Lager eintrat,<br />

musste sich registrieren lassen, auch<br />

das übernahmen bald die Bewohner.<br />

Einer der ersten Bürger von Sant´ Elia,<br />

der bei den Südtiroler Zivilschützern<br />

vorstellig geworden war, um diverse<br />

Anliegen im Namen der Gemeinschaft<br />

vorzubringen, wurde kurzerhand zum<br />

Lagerleiter ernannt, Silvio Ciocca.<br />

Lachende Gesichter überall<br />

Matteo Vischi: „Was mich immer wieder<br />

begeistert hat, war unsere Freiwilligen<br />

am Improvisieren zu sehen,<br />

für jedes Problem wurde sofort eine<br />

Lösung gefunden. Alle waren hochmotiviert.“<br />

Die Erinnerungsfotos beweisen<br />

es: lachende Gesichter überall.<br />

Auch der Spaß kam nicht zu kurz. Eine<br />

Clowngruppe der Medicus Comicus<br />

und andere Clowns erheiterten nicht<br />

nur die Lagerbewohner und deren<br />

Kinder, sondern auch die freiwilligen<br />

Helfer aus Südtirol.<br />

6 06/<strong>2010</strong><br />

06/<strong>2010</strong> 7


Z i v i l s c h u t z i n l ‘ a q u i l a<br />

Z i v i l s c h u t z i n l ‘ a q u i l a<br />

Für Andreas Simmerle war das Schönste,<br />

dass jeder sich überall einsetzte. „Die<br />

Leute hätten sich jederzeit die Uniformen<br />

auswechseln können, jeder packte<br />

einfach überall mit an.“ Das Lager war<br />

vom ersten bis zum letzten Tag ein „work<br />

in progress“. In der Erinnerung sind viele<br />

Gespräche mit Dorfbewohnern, aber<br />

auch mit anderen Gruppen. „Wir standen<br />

auch in Kontakt mit den anderen<br />

Zeltlagern.“ Auch heute bestehen noch<br />

enge Kontakte mit Menschen aus Sant´<br />

Elia. Über Ostern war eine Gruppe von<br />

Zivilschützern zu Gast in den Abruzzen.<br />

Klar, dass Andreas und Matteo mit ihren<br />

Lebensgefährtinnen auch dabei waren.<br />

Matteo Vischi<br />

Notfallplanung, Verhandlungen,<br />

schwierige Situationen mit Ruhe<br />

meistern und Ordnung und Gleichgewicht<br />

ins Chaos bringen – diese Dinge<br />

sind Matteo Vischi ins DNA geschrieben.<br />

Der Zivilschützer mit Leib und<br />

Seele wurde von der Erfahrung in<br />

den Abruzzen tief geprägt. Zwei an<br />

sich kleine Ereignisse sind ihm ins<br />

Gedächtnis gebrannt: „Wir waren gerade<br />

am Überlegen, wo wir die Kieswege<br />

anlegen sollten, da kam eine<br />

Signora auf uns zu, mit einem Tablett<br />

und echten Porzellantassen und bot<br />

uns Kaffee an.“ Das andere: „Als wir<br />

ankamen, fragten uns die Leute als<br />

erstes, wie können wir euch helfen.“<br />

Andreas Simmerle<br />

Ein Techniker, der gerne auf Nummer sicher<br />

geht. Vorausplanend und besonnen,<br />

bewährt im Handling von Situationen, die<br />

leicht aus der Kontrolle geraten. Und deshalb<br />

in den Abruzzen zur rechten Zeit am<br />

rechten Ort. Das ist Andreas Simmerle. Er<br />

hat im Camp Sant´ Elia sein Bestes gegeben.<br />

Aber das Zeltlager hat in ihm auch<br />

etwas bewegt. „Eigentum und Wohnungsbau,<br />

das waren vorher wichtige Werte für<br />

mich. Aber alles relativiert sich. Jetzt hat<br />

das einen anderen Stellenwert.“ Ersetzt<br />

wurden diese Dinge durch persönliche<br />

Beziehungen, den Stellenwert eines sozialen<br />

Netzwerks. „Das Zeltlager in den Abruzzen,<br />

eine ebenso wichtige persönliche<br />

wie berufliche Bereicherung – für uns und<br />

für unser ganzes Land.“<br />

Keine Wurzeln schlagen<br />

Nachdem die Grundbedürfnisse der<br />

Erdbebenopfer garantiert waren, galt<br />

die Sorge der Zivilschützer auch deren<br />

psychischem Wohlergehen. „Die<br />

Notfallseelsorge und die Notfallpsychologen<br />

haben eine unglaubliche Arbeit<br />

geleistet. Und auch wir waren immer<br />

darauf bedacht, den Leuten zwar alles<br />

zu geben, was sie brauchen, gleichzeitig<br />

wollten wir aber auch verhindern, dass<br />

sie Wurzeln schlagen.“ Es wurde deshalb<br />

immer betont, dass es sich bei dem<br />

Lager nur um ein Provisorium handelt.<br />

Jede Woche wurde das gesamte Lager<br />

Vierzehn Wochen Camp Sant´ Elia,<br />

eine Erfahrung für´s Leben. „Erdbebenopfer<br />

auch wir, allerdings ohne<br />

die innere Verletzung, die ein solches<br />

Erlebnis hinterlässt.“<br />

versammelt. Mitteilungen, Bestandsaufnahme,<br />

aber auch um zu verhindern,<br />

dass die Leute sich isolierten. „Zeigen,<br />

dass alle die gleichen Probleme haben.“<br />

„Direttori“ wurden Matteo und Andreas<br />

genannt. „Eine Mischung aus Bürgermeister,<br />

Manager und Pfarrer, fixer<br />

Bezugspunkt für die Lagerbewohner.“<br />

Zuständig für Einkäufe, Planung, Beziehung<br />

zu anderen Organisationen mit<br />

direktem Draht zur <strong>Zivilschutz</strong>zentrale<br />

in Bozen und mit einem besonderen<br />

Feingefühl für die Anliegen der Bevölkerung.<br />

„Auch, wenn wir in Bozen waren,<br />

haben wir von dort die Weiterentwicklung<br />

gesteuert.“<br />

Das Schwierigste war der Abbau<br />

So wurde z. B. bereits ab Juni mit der<br />

Planung des Abbaus des Lagers begonnen.<br />

„Wir haben das den Leuten auch<br />

immer wieder mitgeteilt, damit sie sehen,<br />

es geht etwas weiter und auch um<br />

sie anzutreiben, ihr Leben wieder in<br />

die Hand zu nehmen, nach Lösungen<br />

für die Zukunft zu suchen.“ Gleichzeitig<br />

galt es nicht den Eindruck zu vermitteln,<br />

sie würden verlassen. „Das<br />

Schwierigste der ganzen Operation war<br />

nicht der Aufbau, sondern der Abbau.“<br />

Für beide ganz wichtig: auch am Schluss<br />

dabei zu sein. „Wir mussten das Ganze<br />

auch für uns persönlich abschließen<br />

können. Deshalb haben wir auch am<br />

31. Oktober gemeinsam mit den anderen<br />

das letzte Zelt mit abgebaut und das<br />

Lager geschlossen.“<br />

Nach 6 Monaten selbst ein Opfer<br />

Im Oktober war sie mit dem letzten<br />

Hilfstrupp beim Camp-Abbau<br />

in den Abruzzen beteiligt, vom 2.<br />

bis 11. Oktober 2009. Nur wenige<br />

Monate später hat Elisabeth Peer,<br />

Krankenschwesterschülerin der<br />

Claudiana in Bozen, ihr Leben<br />

bei einem Unglück verloren, das<br />

ebenfalls einen Großeinsatz des<br />

<strong>Zivilschutz</strong>es zur Folge hatte.<br />

Am Morgen des 12. April saß die<br />

22-Jährige in einem Wagen des<br />

Vinschgerzugs, der um 9.03 Uhr von<br />

einer Schlammlawine erfasst wurde.<br />

Auch der Südtiroler Sanitätsbetrieb<br />

war in die Hilfsleistungen in den Abruzzen<br />

eingebunden. Um die Freiwilligen<br />

des Roten Kreuzes, die im Camp<br />

Sant´ Elia das Lazarett führten, zu<br />

entlasten, wurden auch Krankenpfleger<br />

bzw. Schüler der Krankenpflegerschule<br />

Claudiana ins Erdbebengebiet<br />

entsandt. Häufig waren diese ohnehin<br />

auch Mitglieder des Roten Kreuzes,<br />

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werden.<br />

wurden aber offiziell vom Sanitätsbetrieb<br />

für eine Woche in den Außendienst<br />

geschickt. Der Einsatz des Südtiroler<br />

Sanitätspersonals wurde über<br />

den Landesrettungsdienst organisiert,<br />

der sozusagen als Schnittstelle zwischen<br />

<strong>Zivilschutz</strong> und Sanitätsdienst<br />

fungierte. Der Primar des Landesrettungsdienstes,<br />

Manfred Brandstätter<br />

h.r. Elisabeth Peer<br />

und sein Mitarbeiter Walther Dietl<br />

koordinierten den Außendienst des<br />

Sanitätspersonals. Brandstätter nahm<br />

außerdem an den wöchentlichen Krisensitzungen<br />

der <strong>Zivilschutz</strong>einheiten teil.<br />

Insgesamt waren sieben Krankenpfleger<br />

für jeweils neun Tage im Camp Sant´ Elia<br />

eingesetzt, d.h. sie versahen sieben von<br />

insgesamt 29 Turnussen.<br />

8<br />

06/<strong>2010</strong><br />

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Z i v i l s c h u t z i n l ‘ a q u i l a<br />

Z i v i l s c h u t z i n l ‘ a q u i l a<br />

Schritt für Schritt – Tag für Tag<br />

Eine wertvolle Visitenkarte<br />

„Die einzelnen Teile waren hervorragend<br />

vorbereitet. Dass es<br />

gelungen ist, diese Teile dann<br />

so erfolgreich zusammenzufügen,<br />

ist als Erfolg zu werten.“<br />

Für den Direktor der Abteilung<br />

Brand- und <strong>Zivilschutz</strong>, Hanspeter<br />

Staffler, war der Einsatz in<br />

den Abruzzen die Probe aufs<br />

Exempel.<br />

Seit zweieinhalb Jahren steht Staffler<br />

der Abteilung Brand- und <strong>Zivilschutz</strong><br />

vor. In dieser kurzen Zeit hat<br />

er bereits einige Großeinsätze organisiert<br />

und geleitet: den Papstbesuch,<br />

das Camp für die Erdbebenopfer in<br />

den Abruzzen und die Schneekrise im<br />

Winter 2008/2009.<br />

Das Erdbeben, das Aquila dem Erdboden<br />

gleich gemacht hat, hat die <strong>Zivilschutz</strong>behörde<br />

vor eine große Herausforderung<br />

gestellt. „Wir hatten keinen<br />

Plan, keine Vorerfahrung, mussten uns<br />

Tag für Tag neu mit der Situation auseinandersetzen,<br />

Formen der Zusammenarbeit<br />

finden, improvisieren.“ Mit<br />

Erfolg. Das Camp Sant´ Elia war eines<br />

der am besten funktionierenden in den<br />

Abruzzen. Für sechs Monate haben dort<br />

die obdachlos gewordenen Bewohner<br />

des Weilers Sant´ Elia Heimat und Zuflucht<br />

gefunden.<br />

„Unsere Leute waren<br />

unwahrscheinlich motiviert“<br />

Über 700 Zivilschützer und Feuerwehrleute<br />

der verschiedenen Südtiroler Organisationen<br />

waren dort tätig. Turnusse<br />

zwischen vier und zehn Tagen, manche<br />

auch mehrmals. „Unsere Leute waren<br />

unwahrscheinlich motiviert. Es war<br />

nicht leicht, den vielen Freiwilligen, die<br />

sich sofort spontan gemeldet haben, zu<br />

erklären, dass wir nicht alle mitnehmen<br />

konnten“, so Hanspeter Staffler. Emotionen<br />

sind zwar positiv, stellen bei solchen<br />

Katastrophen aber ein nicht unerhebliches<br />

Problem für die Zivilschützer dar.<br />

„Zuviel ist eben zu viel. In Aquila waren<br />

in den ersten Tagen die Zufahrtswege<br />

verstopft. Es waren zu viele, nicht koordinierte<br />

Einsatzkräfte vor Ort, die sich<br />

eher gegenseitig behindert, als geholfen<br />

haben.“ Südtirol wählte die Linie des Abwartens.<br />

„Als erstes ist die Berufsfeuerwehr<br />

gestartet und anschließend haben<br />

wir eine Abordnung entsandt, um die<br />

Lage zu erkunden und den Bedarf vor<br />

Ort festzustellen.“ Der <strong>Zivilschutz</strong> kann<br />

nur im eigenen Land unverzüglich aktiv<br />

werden, außerhalb der Grenzen braucht<br />

es einen eigenen politischen Auftrag.<br />

Gestartet mit konkretem Auftrag<br />

und entsprechend ausgerüstet<br />

Als der dann kam, waren die Zivilschützer<br />

bereit, hatten eine konkrete Aufgabe<br />

und konkrete Vorstellungen und<br />

konnten dank der Angaben des Erkundungstrupps<br />

entsprechend ausgerüstet<br />

und organisiert starten.<br />

Der Aufbau und die Führung des Zeltlagers<br />

war einerseits ein typischer Einsatz.<br />

„Aber eben in anderer Größenordnung.<br />

Daher auch viele Unbekannte,<br />

die wir von vorneherein nicht einkalkulieren<br />

konnten.“ Mit dem ersten<br />

Hilfszug sollten ungefähr 50 Freiwillige<br />

starten. Staffler: „Tatsächlich waren es<br />

dann 80.“ Nachdem sich der erste Elan<br />

gelegt hatte, war es zunächst trotzdem<br />

nicht schwer, das Kontingent, das sich<br />

nach der ersten Phase auf rund 25 Personen<br />

eingependelt hatte, zu halten.<br />

„Etwas Probleme bekamen wir im Sommer“,<br />

erinnert sich Staffler. Die Bergrettungsleute<br />

wurden in der Heimat<br />

gebraucht, das Sanitätspersonal kam<br />

in einen Engpass, zum einen wegen<br />

der bereits Monate vorher genehmigten<br />

Urlaubspläne und zum anderen wegen<br />

der Turnuspläne.<br />

Ein erfolgreicher Großeinsatz,<br />

der Grenzen aufzeigt<br />

Der Großeinsatz in den Abruzzen hat der<br />

gesamten Organisation aber auch Einiges<br />

aufgezeigt. „Wir haben erkannt, dass<br />

unsere Grenzen in der Reichweite und in<br />

den Ressourcen liegen und wir haben<br />

uns auch eingestehen müssen, dass wir<br />

eigentlich für solche Einsätze nicht ausgelegt<br />

sind. Auch wenn wir in der Theorie<br />

solche Großschadensereignisse schon<br />

durchgespielt haben. Aber eben immer<br />

nur auf Südtirol bezogen. Wir sind sicher<br />

kein technisches Hilfswerk.“<br />

Dass es dann doch so vorbildlich geklappt<br />

hat, führt Staffler auf die Menschen<br />

zurück, auf die eigenen Mitarbeiterinnen<br />

und Mitarbeiter und die zahlreichen<br />

freiwilligen Helfer. „Es ist ein<br />

Glück, wenn man mit solchen Menschen<br />

zusammenarbeiten kann, die zum einen<br />

administrative und technische Kompetenz<br />

aufweisen, vor allem aber über<br />

eine hohe Sozialkompetenz verfügen.“<br />

Und woher diese kommt, dafür hat der<br />

Direktor der Abteilung Brand- und <strong>Zivilschutz</strong><br />

auch eine Erklärung: „Das vermitteln<br />

die Vereine. Das Sich-Einfügen<br />

in eine Gemeinschaft, das Akzeptieren<br />

von Regeln und das sich gemeinsam für<br />

ein Ziel einsetzen.“ Danke.<br />

350.000 Euro für die Führung<br />

des Camps Sant´ Elia, unmittelbare<br />

und flexible Reaktion<br />

auf die ersten Meldungen der<br />

Naturkatastrophe und Stolz<br />

auf den <strong>Zivilschutz</strong> und alle<br />

Menschen, die ihn ausmachen.<br />

Ein Gespräch mit dem obersten<br />

Zivilschützer Südtirols,<br />

Landeshauptmann Luis<br />

Durnwalder.<br />

Radius: Herr Landeshauptmann,<br />

wie<br />

haben Sie als oberster<br />

Zivilschützer im<br />

Land den Abruzzen-Einsatz<br />

erlebt?<br />

LH Durnwalder: Eine<br />

frenetische Abfolge<br />

von Entscheidungen.<br />

Nur wenige<br />

Stunden, nachdem<br />

Luis Durnwalder<br />

die ersten Meldungen<br />

über das provisorische<br />

Ausmaß des Ereignisses eingetroffen<br />

sind, ist in meinem Auftrag<br />

ein Erkundungstrupp von Bozen nach<br />

L’ Aquila aufgebrochen. Am nächsten<br />

Tag lag bereits ein Konzept für Aufbau<br />

und Führung eines Camps vor. Gleichzeitig<br />

haben wir auf Anfrage des<br />

staatlichen Korps auch Einsatzkräfte<br />

der Berufsfeuerwehr in Bozen nach<br />

L’ Aquila entsandt. Das waren regelrechte<br />

Rettungseinsätze, die Männer<br />

haben auch Leute aus den Trümmern<br />

befreit und unter persönlicher Gefahr<br />

unbedingt Notwendiges für die Obdachlosen<br />

aus ihren zerstörten Wohnungen<br />

geholt. Nur acht Tage nach<br />

dem verheerenden Erdbeben hat die<br />

Landesregierung bereits 270.000 Euro<br />

für den Einsatz in den Abruzzen<br />

zweckgebunden. In der Zwischenzeit<br />

hatte mir <strong>Zivilschutz</strong>chef Guido Bertolaso<br />

vorgeschlagen, dass Südtirol<br />

sich um die evakuierten Personen der<br />

Fraktion Sant’ Elìa kümmern solle.<br />

Radius: Brauchte es Mut, einen so großen<br />

Einsatz außerhalb der Landesgrenzen<br />

zu entscheiden?<br />

LH Durnwalder: Ja, aber diesen Mut<br />

konnten wir leicht aufbringen, wenn<br />

man über so rege und gut funktionierende<br />

<strong>Zivilschutz</strong>organisationen,<br />

wie wir sie haben, verfügt. Unsere<br />

freiwilligen und hauptamtlichen Zivilschützer<br />

waren ja nicht das erste<br />

Mal außerhalb der Landesgrenzen im<br />

Einsatz. Ich erinnere an unsere Intervention<br />

in der Region Aosta, in der<br />

Region Piemont und im Jahre 2005<br />

in Nordtirol. Da wir in Südtirol knapp<br />

13.000 freiwillige Feuerwehrleute,<br />

über 3500 Rettungskräfte des Weißen<br />

Kreuzes und des Roten Kreuzes<br />

und um die 1500 Bergretter haben,<br />

konnten wir einige dieser wertvollen<br />

Menschen auch an einen über 700 km<br />

entfernten Einsatzort schicken, ohne<br />

die <strong>Sicherheit</strong> in Südtirol zu beeinträchtigen.<br />

Radius: Was war in Ihren Augen die<br />

größte Schwierigkeit, ein so großes<br />

Kontingent außer Land zu schicken?<br />

LH Durnwalder: Dank der Einsatzfreude<br />

unserer Zivilschützer und dem Verständnis<br />

ihrer Familien war es möglich<br />

auch für längere Zeit das Camp in<br />

Sant’ Elìa zu führen. Natürlich muss<br />

man versuchen, die betroffenen Menschen<br />

so bald wie möglich wieder in<br />

ihre Selbständigkeit zurückzuführen.<br />

Nach dem Aufbau des Camps hat sich<br />

bald gezeigt, dass unsere Präsenz auch<br />

über die Sommermonate hin erforderlich<br />

sein würde. Für die Campführung<br />

haben wir dann eine unentbehrliche<br />

und straffe 25-köpfige Besetzung in<br />

Sant’ Elìa zusammengestellt, die wöchentlich<br />

oder halbwöchentlich ausgetauscht<br />

wurde.<br />

Radius: Welche Kosten sind dem Land<br />

Südtirol durch diesen Großeinsatz entstanden?<br />

LH Durnwalder: Zu den 270.000 Euro,<br />

die wir schon am 14. April aus dem<br />

Reservefonds für das Erdbebengebiet<br />

zweckgebunden haben, kamen weitere<br />

80.000 Euro aus dem Fonds des Sonderbetriebs<br />

für Feuerwehr- und <strong>Zivilschutz</strong>dienste.<br />

Für die Fertighäuser in<br />

San Panfilo hat Südtirol einen Beitrag<br />

von 2.150.000 Euro geleistet.<br />

Radius: Worin liegt in Ihren Augen die<br />

größte Stärke der Südtiroler Zivilschützer?<br />

LH Durnwalder: In der guten Vorbereitung.<br />

Wir investieren in Südtirol sehr<br />

viel in die Ausrüstung aber auch in<br />

Übungen und Weiterbildung der Zivilschützer.<br />

Das Freiwilligenwesen,<br />

besonders bei den Feuerwehren aber<br />

auch bei den Rettungsdiensten im Sanitätsbereich<br />

und am Berg, ist bei uns<br />

in der Bevölkerung stark verankert.<br />

Und dass beim Helfen in Not geratener<br />

Menschen nicht auf die Sprache,<br />

auf die Herkunft oder auf den kulturellen<br />

Hintergrund geachtet wird,<br />

sondern jeder Zivilschützer sein Bestes<br />

gibt, um Not zu lindern, ist bei uns<br />

selbstverständlich.<br />

Radius: Der Abruzzen-Einsatz war in<br />

diesem Ausmaß nicht vorhersehbar.<br />

Das Unglück des Vinschgerzuges ebenso<br />

wenig. Ist der Verwaltungsapparat<br />

Ihrer Ansicht nach zur Genüge auf Ereignisse<br />

dieser Art vorbereitet?<br />

LH Durnwalder: Katastrophen kommen<br />

immer, wenn man sie am wenigsten<br />

erwartet. Unser Landeszivilschutz<br />

ist sehr gut vorbereitet und kann im<br />

Einsatzfall sehr flexibel reagieren.<br />

Die Koordination zwischen den freiwilligen<br />

Organisationen und unserer<br />

Behörde funktioniert sehr gut. Die<br />

Frauen und Männer des <strong>Zivilschutz</strong>es<br />

und auch der Berufsfeuerwehr sind<br />

bestens vorbereitet und bringen viel<br />

Idealismus mit. Als zuständiger Politiker<br />

muss ich eher den Tatendrang<br />

dieser Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter<br />

ein wenig bremsen, um die Kosten<br />

einzudämmen.<br />

Radius: Südtirol hat in allen Bereichen<br />

tausende von Zivilschützern – mehr als<br />

irgendeine andere Provinz in Italien.<br />

Wie erklären Sie sich diese Südtiroler<br />

Eigenart?<br />

LH Durnwalder: Hilfsbereitschaft hat bei<br />

uns Tradition, und eine solche kann<br />

man weder exportieren noch importieren.<br />

Sie ist langsam aber kontinuierlich<br />

gewachsen und in der Gesellschaft verankert.<br />

Radius: Ein Wort für die zahlreichen<br />

Freiwilligen, die sich in den Abruzzen<br />

eingesetzt haben?<br />

LH Durnwalder: Der Südtiroler <strong>Zivilschutz</strong><br />

ist eine sehr wertvolle Visitenkarte<br />

unseres Landes, auf die ich sehr<br />

stolz bin.<br />

10 06/<strong>2010</strong><br />

06/<strong>2010</strong> 11


Z i v i l s c h u t z i n l ‘ a q u i l a<br />

Z i v i l s c h u t z i n l ‘ a q u i l a<br />

Schnell und effizient<br />

Einsatz in höchster Höhe<br />

Um 4.20 Uhr ging die Meldung<br />

des Erdbebens in Aquila in der<br />

Zentrale der Berufsfeuerwehr<br />

in Bozen ein. Um 7.36 Uhr<br />

kam die erste Anfrage vom<br />

Innenministerium. Um 8.10 Uhr<br />

wurde der Landeshauptmann<br />

informiert und um 12 Uhr waren<br />

13 Mann der Berufsfeuerwehr<br />

bereits auf dem Weg ins<br />

Erdbebengebiet.<br />

Sie waren die ersten Südtiroler vor Ort.<br />

Die Männer der Berufsfeuerwehr. Gestartet<br />

sind sie mit der kompletten für<br />

einen Erdbebeneinsatz vorgesehenen<br />

Ausrüstung. Kommandant Ernst Preyer:<br />

„Für alle Szenarien gibt es konkrete<br />

Einsatzpläne. Unsere Mannschaft hatte<br />

u. a. einen Kranwagen mit Drehleiter,<br />

eine mobile Tankstelle, zwei Kleinbagger<br />

sowie spezielle Suchgeräte mit Sonden,<br />

um Verschüttete aufzuspüren.“<br />

Ab Verona fuhren die Bozner Feuerwehrleute<br />

in Kolonne. Bei ihrer Ankunft gegen<br />

19 Uhr waren bereits 2000 Mann am<br />

Werk. Preyer: „Die italienische Berufsfeuerwehr<br />

ist eine beispiellose, effiziente Maschinerie,<br />

um die uns sogar Länder wie<br />

Deutschland oder die Schweiz beneiden.“<br />

Das Katastrophengebiet wimmelte<br />

von Einsatzkräften<br />

Im Katastrophengebiet wimmelte es<br />

von Einsatzkräften. Feuerwehren aus<br />

ganz Italien. Brandinspektor Martin<br />

Gasser hat die erste Einsatzmannschaft<br />

geleitet. „Am ersten Tag gab es am<br />

Abend bereits für 2000 Menschen ein<br />

Dach über dem Kopf und Essen.“<br />

Der örtliche Feuerwehrkommandant,<br />

der die Verantwortung für den gesamten<br />

Einsatz trug, hatte den Boznern<br />

Pizzoli zugeteilt, wo bereits die<br />

Feuerwehr Padua am Werk war. Was<br />

Gasser, der bereits mehrere Einsätze<br />

außerhalb Bozens hinter sich hat,<br />

besonders beeindruckt hat, war das<br />

perfekte Zusammenspiel der Systeme.<br />

„Unsere Leute haben sich problemlos<br />

eingefügt. Wir haben unser Material<br />

dort zur Verfügung gestellt , wo es gebraucht<br />

wurde und wo auch immer es<br />

nötig war, waren wir zur Stelle.“ Der<br />

Ersteinsatz bedeutete nicht nur Verschüttete<br />

unter den Trümmern aufzuspüren<br />

oder Tote zu bergen, sondern<br />

auch die Statik der Häuser zu kontrollieren<br />

oder beim Aufbau der Zelte zu<br />

helfen. In den ersten Tagen nach dem<br />

Beben Menschen ins Sperrgebiet zu<br />

begleiten, um Habseligkeiten aus den<br />

Trümmern zu bergen.<br />

Während des Einsatzes keine<br />

Zeit zum Grübeln<br />

Welchen Eindruck hinterlässt so eine<br />

Katastrophe? Gasser: „Im ersten<br />

Moment gar nichts. Man hat den<br />

Tunnelblick, ist so konzentriert auf<br />

seine Arbeit, dass man nicht darüber<br />

nachdenkt. Du hast die Sonde, führst<br />

sie in Fessuren und hoffst auf Lebenszeichen.<br />

Neben dir stehen apathisch<br />

die Angehörigen.“ Das Nachdenken<br />

kommt später.<br />

Preyer: „Am 18. April kam die erste<br />

Gruppe wieder zurück und damit war<br />

für uns der Einsatz eigentlich abgeschlossen.<br />

Wir haben noch eine Woche<br />

angehängt wegen der Geräte – vor allem<br />

der Kleinbagger – die noch benötigt<br />

wurden.“<br />

Wertvolle Erfahrungen bei Einsätzen<br />

außerhalb des Landes<br />

Preyer war selbst zweimal in Pizzoli<br />

während des Einsatzes. „Die einheitliche<br />

Führung hat sich bewährt,<br />

ebenso wie die Entscheidung, einen<br />

Voraustrupp zu entsenden. Ein klarer<br />

Einsatzauftrag und die ein, zwei<br />

Stunden an Bürokratie mehr, um alles<br />

entsprechend zu planen, haben sich<br />

ausgezahlt.“<br />

Haben solche Einsätze auch Auswirkungen<br />

auf die künftige Arbeit? Martin<br />

Gasser: „Bei jedem Einsatz außerhalb<br />

lernt man dazu. Je öfter man bei solchen<br />

Großeinsätzen dabei ist, desto<br />

besser kann man zum Beispiel den Einsatz<br />

und den Ankauf von Geräten planen<br />

und werten.“<br />

Die Höhe ist ihr Element. Nicht<br />

nur in der Freizeit, wenn sie gemeinsam<br />

Berggipfel erklimmen,<br />

auch bei der Arbeit. Günther<br />

und Oswald Prantl gehören<br />

einem Spezialcorps (SAF) der<br />

Berufsfeuerwehr an, die in Italien<br />

30 Einheiten zählt.<br />

In den Abruzzen war ihre Aufgabe<br />

die Absicherung von Kulturgütern<br />

und Gebäuden. Sämtliche Einsätze<br />

in der Höhe unterlagen der Verantwortung<br />

der Höhenrettungsgruppe.<br />

Feuerwehren sind nicht an die strengen<br />

Arbeitssicherheitsbestimmungen<br />

gebunden und können deshalb unkonventioneller<br />

vorgehen als Private.<br />

Trotzdem galt maximale Vorsicht, im<br />

Zweifelsfall wurde der Einsatz nicht<br />

durchgeführt.<br />

Seit über 15 Jahren gehören die Brüder<br />

Prantl dem SAF an, werden auch<br />

oft nach Rom gerufen, wenn es darum<br />

geht, neue Maßnahmen für den Einsatz<br />

in besonderen Höhen bzw. Tiefen auszuarbeiten.<br />

Wo es für andere zu gefährlich ist<br />

In Aquila waren die beiden bei Rettungsaktionen<br />

von mehr als 20 gefährdeten<br />

historischen Gebäuden beteiligt.<br />

Das Spezialcorps der Feuerwehr arbeitete<br />

gemeinsam mit Statikern, Ingenieuren<br />

und Architekten, die entscheiden,<br />

welche Eingriffe notwendig sind,<br />

um ein Objekt zu stützen.<br />

In Aquila waren ständig ca. 100 Höhenretter<br />

und fünf Koordinatoren des<br />

SAF aus verschiedenen Regionen im<br />

Einsatz. Die Mannschaften arbeiteten<br />

ohne Unterbrechung in Schichten von<br />

sieben Tagen. Somit konnte gleichzeitig<br />

an ca. zehn bis 15 Objekten gearbeitet<br />

werden.<br />

Höhensicherheit, Konzentration<br />

und Erfahrung<br />

Bei Kuppeln wurde z. B. zunächst<br />

ein an Ort und Stelle zusammengeschweißtes<br />

Stahlgitter anstelle der<br />

herausgebrochenen Mauern eingesetzt,<br />

um die Statik wieder herzustellen.<br />

Oswald Prantl: „Wir arbeiteten<br />

von außen, da es täglich leichtere<br />

Erdstöße gab und Mauerreste nachstürzten.“<br />

Mit einer Plattform wurden<br />

die mit Seilen gesicherten Männer auf<br />

die erforderliche Arbeitshöhe gehievt.<br />

Dasselbe geschah mit dem Stahlgitter,<br />

das dann in schwindelnder Höhe eingebaut<br />

wurde.<br />

Absolute Höhensicherheit ist Voraussetzung.<br />

Haben Günther und Oswald Prantl<br />

Angst? „Nein. Die Arbeit erfordert hohe<br />

Konzentration und Erfahrung. Mit guter<br />

Ausbildung und guter Sicherung besteht<br />

kaum Verletzungsgefahr.“ Auszuschließen<br />

ist das Risiko nie!<br />

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12<br />

06/<strong>2010</strong>


Z i v i l s c h u t z i n l ‘ a q u i l a<br />

Z i v i l s c h u t z i n l ‘ a q u i l a<br />

Länger, aber nicht schwieriger<br />

Feuerwehrmann Florian Mussner<br />

Hundertfünfundsiebzig<br />

Feuerwehrmänner und zwei<br />

Feuerwehrfrauen aus den 305<br />

Bezirken Südtirols haben von<br />

April bis Oktober 2009 im<br />

Camp Sant´ Elia in den Abruzzen<br />

Dienst geleistet und zwar<br />

jeweils zu viert in Turnussen<br />

von vier Tagen.<br />

Kaum war der Nacht des Erdbebens<br />

am 6. April 2009 die Nachricht in<br />

den Medien, im Radio und Fernsehen,<br />

liefen die Telefonleitungen der<br />

Freiwilligen Feuerwehr heiß. „In der<br />

ersten Phase hatten wir hunderte<br />

von Meldungen. Alle wollten hinunterfahren<br />

und zwar sofort“, erinnert<br />

sich Christoph Oberhollenzer. „Das<br />

größte Problem war, den Männern<br />

zu erklären, dass wir erst Weisungen<br />

abwarten mussten und nicht einfach<br />

auf eigene Faust losfahren konnten.“<br />

Der Landesfeuerwehr-Ausschuss vereinbarte,<br />

dass jeder Bezirksverband<br />

Mannschaften für jeweils vier Tage<br />

nach Sant´ Elia entsenden würde.<br />

Am 7. April war der Direktor der Landesfeuerwehrschule<br />

gemeinsam mit<br />

anderen Vertretern des <strong>Zivilschutz</strong>es<br />

ins Krisengebiet gefahren, um sich<br />

zunächst ein Bild vom Ausmaß des<br />

Schadens und vom effektiven Bedarf zu<br />

machen. „Die Hauptaufgabe der Freiwilligen<br />

Feuerwehr ist die Menschenrettung,<br />

aber dafür waren wir einfach<br />

zu weit weg“, betont Oberhollenzer. In<br />

der Tat war im ersten Augenblick auch<br />

zu viel Material zur Verfügung gestellt<br />

worden. Im Nachhinein reduzierte man<br />

auf das Notwendige.<br />

Den Freiwilligen Feuerwehren wurden<br />

folgende Aufgaben zugewiesen: die<br />

gesamte technische Betreuung des Lagers,<br />

die Stromversorgung, die Einzäunung,<br />

die Bekiesung der Wege, damit<br />

das Lager nicht beim ersten Regen im<br />

Schlamm versinke, der Bau von Hilfskonstruktionen<br />

und Überdachungen<br />

sowie der Brandschutz und die Kontrolle<br />

der Zelte.<br />

Enormes Potential an Fachkräften<br />

„Dieser Einsatz hat uns gezeigt, dass<br />

wir auch in der Lage sind, außerhalb<br />

des Landes Hilfe zu leisten und vor<br />

allem, dass wir Dienste um 360 Grad<br />

anbieten können“, so das Resumée des<br />

Direktors. Schließlich verfüge die Freiwillige<br />

Feuerwehr mit ihren fast 13.000<br />

Freiwilligen über ein ungeahntes Potential<br />

an Fachkräften. „Wir haben auch<br />

dementsprechend unsere Trupps ausgewählt,<br />

immer dem tatsächlichen Bedarf<br />

angepasst: Zimmerleute, Hydrauliker,<br />

Elektriker, Mechaniker usw.“<br />

Kaum angekommen, haben die Männer<br />

aus Südtirol schon mit dem Bau<br />

einer provisorischen Kirche und eines<br />

Glockenturms begonnen, schließlich<br />

standen die Osterfeiertage bevor. Tatsächlich<br />

wurde dieses improvisierte<br />

Gebäude dann auch zum Mittelpunkt<br />

der „piazzetta“ des Camps. In den sechs<br />

Monaten, die das Camp bestanden hat<br />

sind nur zwei Brände aufgetreten. Ein<br />

Autobrand und ein Böschungsbrand.<br />

Die Zelte wurden regelmäßig von den<br />

Feuerwehrleuten kontrolliert. Oberhollenzer:<br />

„Aufgrund der starken Temperaturunterschiede<br />

waren die Zelte<br />

mit Heizung und Klimaanlage ausgestattet;<br />

dementsprechend bestand eine<br />

gewisse Brandgefahr.“<br />

Das Fazit des Direktors der Freiwilligen<br />

Feuerwehren: Ein insgesamt zufriedenstellender<br />

Einsatz, der die Kompetenz<br />

der Südtiroler mehr als bewiesen habe<br />

– und zwar in jeder Beziehung. Das<br />

positivste Erlebnis? „Die gute Zusammenarbeit<br />

aller <strong>Zivilschutz</strong>kräfte, die<br />

außerordentliche Motivation unserer<br />

Kräfte und der insgesamt gute zwischenmenschliche<br />

Kontakt.“<br />

Beim Aufbau mitgeholfen<br />

Er war beim ersten Trupp der Freiwilligen<br />

Feuerwehr dabei, der in der Nacht<br />

vom Karfreitag von Bruneck Richtung<br />

Aquila in den Abruzzen aufgebrochen<br />

ist. Bruno Tasser, 60 Jahre alt, seit 42<br />

Jahren Feuerwehrmann, Elektriker in<br />

Pension, war einer derjenigen, die das<br />

Camp Sant´ Elia mit aufgebaut haben.<br />

„Wir sind nachts um 2 Uhr losgefahren<br />

und waren am nächsten Tag um 17 Uhr<br />

in Aquila“, erinnert er sich. „Die Leute<br />

saßen in den Autos und warteten auf<br />

uns.“ Die Südtiroler haben sich gleich die<br />

Ärmel aufgekrempelt und mit dem Lageraufbau<br />

begonnen. Leitungen verlegen,<br />

Wasseranschlüsse,<br />

Trinkwasserversorgung<br />

– alles Dinge,<br />

die Bruno Tasser<br />

perfekt beherrscht.<br />

„In der Woche,<br />

die wir unten waren,<br />

gab es ständig<br />

Nachbeben, auch<br />

starke. Da sind wir auch nachts raus,<br />

um die Leute zu beruhigen. Die Bevölkerung<br />

war schnell in Panik. Die haben<br />

ja alles verloren.“ Was ihn besonders<br />

beeindruckt hat: „Die Leute waren sehr<br />

dankbar und haben mitgeholfen.“<br />

Als einfacher Feuerwehrmann<br />

und nicht etwa als Landesrat<br />

hielt sich Landesrat Florian<br />

Mussner im Camp Sant´ Elia auf<br />

und hat dort angepackt, wo er<br />

zugeteilt wurde.<br />

Radius: Waren Sie in Ihrer Eigenschaft<br />

als Landesrat im Camp Sant’ Elia oder<br />

als Feuerwehrmann?<br />

LR Florian Mussner: Ich war als einfacher<br />

Feuerwehrmann Florian Mussner dort.<br />

Radius: Das heißt, Sie haben auch mit<br />

Hand angelegt?<br />

LR Mussner: Natürlich! Ich habe jeden<br />

Auftrag ausgeführt, den ich bekommen<br />

habe.<br />

Radius: Hat sich auch die Gelegenheit<br />

ergeben, mit der Bevölkerung von Sant´<br />

Elia ins Gespräch zu kommen?<br />

LR Mussner: Ja, ständig. Ich habe das Gespräch<br />

mit den Bürgern gesucht. Viele<br />

brauchten moralische Unterstützung.<br />

Die Menschen wussten unsere Hilfe<br />

und Unterstützung sehr zu schätzen.<br />

Am Ende der Woche herrschte beim<br />

Abschied Trauer, weil die Menschen in<br />

uns „gli angeli del campo S. Elia“ sahen.<br />

Radius: Was hat Sie am meisten in den<br />

Abruzzen beeindruckt?<br />

LR Mussner: Die alten Menschen. Für sie<br />

war es am schwierigsten, sich von ihren<br />

Häusern und ihrer trauten Umgebung<br />

LR Mussner in Aktion<br />

zu trennen und bei einer Hitze von 36<br />

Grad Celsius in Zelten zu leben.<br />

Radius: Auch wenn alles bestens funktioniert<br />

hat, gibt es Dinge, die man verbessern<br />

kann/sollte?<br />

LR Mussner: Gegen höhere Gewalt und<br />

Naturkatastrophen ist kein Land, auch<br />

nicht das best funktionierende, gewappnet.<br />

Das Um und Auf ist, dass die verschiedenen<br />

Hilfsorganisationen gut koordiniert<br />

zusammenhelfen. Es braucht<br />

aber vor allem „Menschen“, die am Helfen<br />

Freude haben. In Sachen <strong>Zivilschutz</strong><br />

ist Italien auf Europäischer Ebene sicher<br />

beispielgebend. Südtirol nimmt hier<br />

durch seine Erfahrung, Organisation<br />

und Gesetzeslage im Bereich <strong>Zivilschutz</strong><br />

eine echte Vorreiterrolle ein.<br />

Lösungen für Brandschutz, Schallschutz, Behinderteneinrichtungen, <strong>Sicherheit</strong>stechnik<br />

Radius: Wie viele Ausgaben hatte Ihr Ressort<br />

insgesamt für das Erdbebengebiet?<br />

LR Mussner: Wir haben rund 3,3 Millionen<br />

Euro investiert.<br />

Radius: Welche Botschaft würden Sie<br />

gerne den am Einsatz beteiligten Zivilschützern<br />

und der Bevölkerung von<br />

Sant´ Elia zukommen lassen?<br />

LR Mussner: Ich möchte allen Zivilschützern<br />

herzlich danken. Sie konnten helfend unterstützen,<br />

wo Hilflosigkeit herrschte. Sie taten<br />

das, was ich unter Nächstenliebe verstehe.<br />

Der Bevölkerung von Sant’ Elia möchte<br />

ich Mut machen, an das Gute zu glauben<br />

und selbst alles zu tun, um ihre Situation<br />

zu verbessern und um baldmöglichst zu einem<br />

„normalen Leben“ in einem Zuhause<br />

zurückkehren zu können.<br />

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14<br />

06/<strong>2010</strong>


Z i v i l s c h u t z i n l ‘ a q u i l a<br />

interactive system<br />

Baumaterial und Werkzeug<br />

16<br />

Erdbebeneinsatz der<br />

Mitarbeiter der Abteilung<br />

Wasserschutzbauten: Es galt, sowohl<br />

technische als auch organisatorische<br />

Aufgaben im Bereich<br />

Aufbau und Führung des Camps<br />

zu bewältigen.<br />

Während der gesamten Einsatzzeit<br />

war ein Mitarbeiter der Abteilung<br />

Wasserschutzbauten in der Koordinierungsgruppe<br />

in der Zeltstadt in St.<br />

Elia im Einsatz. Die 14 Mitarbeiter,<br />

die in der Regel jeweils eine Woche im<br />

Erdbebengebiet ihren Dienst geleistet<br />

haben, waren zum Großteil Techniker<br />

mit Baustellenerfahrung. Sie konnten<br />

sowohl bei der Lösung der anfallenden<br />

Probleme auf den vielen kleinen<br />

Baustellen, als auch in der Verwaltung<br />

des Camps eingesetzt werden.<br />

Zudem war die Abteilung Wasserschutzbauten<br />

für die Lieferung von<br />

Baumaterial und anderen Gütern<br />

verantwortlich. In regelmäßigen Abständen<br />

wurden Material oder Personentransporte<br />

durch Mitarbeiter und<br />

Transportfahrzeuge der Wildbachverbauung<br />

durchgeführt. Von der Abteilung<br />

Wasserschutzbauten wurde für die<br />

Einrichtung und Führung des Camps<br />

ein vollständig eingerichteter Werkzeugcontainer<br />

zur Verfügung gestellt,<br />

wobei vor allem kleinere Geräte und<br />

Maschinen gebraucht wurden.<br />

Erste Aufgabe: Stromversorgung<br />

Zehn Tage nach dem Erdbeben hatte<br />

die Wildbachverbauung mit Hansjörg<br />

Prugg vom Amt für Wildbach- und<br />

Lawinenverbauung Süd ihren ersten<br />

Einsatz im Erdbebengebiet. Zuerst galt<br />

es, das Lager mit Strom zu versorgen<br />

– vor allem, um die Zelte mit Licht und<br />

Heizung auszustatten. Regen, nachts<br />

die Kälte mit max. ein bis zwei Grad<br />

06/<strong>2010</strong><br />

Celcius, feuchte Kleidung, kein Licht –<br />

das alles machte den Leuten, vor allem<br />

den Kindern und älteren Menschen,<br />

zu schaffen. Das Militär lieferte einen<br />

Großteil des benötigten Materials, den<br />

Rest wie z.B. passende Steckdosen oder<br />

Schaltkästen im Wert von insgesamt<br />

30.000, ließ sich Prugg – vom <strong>Zivilschutz</strong><br />

finanziert – aus Südtirol bringen,<br />

sodass innerhalb einer Woche alle Zelte<br />

Licht und Heizung hatten.<br />

Eingrenzen des Lagers<br />

Als nächstes wurde das Lager umzäunt.<br />

Das Lager selbst befand sich auf einer<br />

leicht geneigten Wiese, die durch den<br />

Regen so rutschig wurde, dass man sich<br />

darauf bewegte wie auf nasser Seife. Deshalb<br />

streuten die Freiwilligen Schotter<br />

ein – auf dem eingeweichten Boden ein<br />

schwieriges Unterfangen. Weiters mussten<br />

Toiletten- und Duschcontainer aufgestellt<br />

werden. Kurzum zimmerten die<br />

Leute im Einsatz einfache Bademöbel.<br />

Konstruiert wurde auch ein Holzdach<br />

für den Container für die Registrierung,<br />

damit die Leute nicht im Regen stehen<br />

mussten. Prugg: “Die Arbeit musste mit<br />

Verlegung der<br />

Stromleitungen<br />

trotz Regen<br />

einfachsten Mitteln verrichtet werden.<br />

Dennoch ist es uns gelungen, eine gute<br />

Leistung zu vollbringen, was sicher damit<br />

zusammenhängt, dass die Freiwilligen<br />

alle eine gute Ausbildung haben. Wir<br />

waren ein Superteam.”<br />

Beim zweiten Einsatz ging es vor allem<br />

um die Lagerführung. Absprache mit<br />

dem Küchenpersonal, Bestellung der Essen,<br />

Ansprechpartner für alle sein. Hansjörg<br />

Prugg hatte jetzt andere Probleme zu<br />

lösen, wie etwa Konflikte zwischen Zeltbewohnern.<br />

Nach vier Monaten im Zelt<br />

fiel vielen buchstäblich “die Decke auf<br />

den Kopf”. Prugg: „Beide Erfahrungen<br />

haben mir gut gefallen, obwohl mir das<br />

Bautechnische mehr liegt. Mein Respekt<br />

gilt vor allem den ganzen Freiwilligen, die<br />

in St. Elia wirklich viel geleistet haben.”<br />

Insgesamt waren für den Erdbebeneinsatz<br />

28 Personen der Abteilung<br />

Wasserschutzbauten aktiv und konnten<br />

somit die gestellten Anforderungen<br />

termingerecht und vor allem mit sehr<br />

hoher Fachkompetenz bewältigen. Alle<br />

Mitarbeiter waren vom Einsatz beeindruckt<br />

und motiviert zu helfen. Für<br />

die meisten war es eine wichtige, neue,<br />

positive Erfahrung.<br />

Die Wachmänner<br />

der FNG-GOER<br />

Ihr eigentliches Metier sind<br />

Frequenzen und Wellen. In den<br />

Abruzzen waren die Mitglieder<br />

der Funknotfallgruppe (FNG),<br />

für die <strong>Sicherheit</strong> im Camp<br />

verantwortlich.<br />

Der erste Hilfstrupp, der am 10.<br />

April Richtung Aquila startete,<br />

war von den freiwilligen Funkern mit<br />

Funkgeräten ausgestattet worden, um<br />

die Kommunikation innerhalb der Kolonne<br />

jederzeit zu gewährleisten.<br />

Remo Marinconz ist der Präsident der<br />

wohl kleinsten <strong>Zivilschutz</strong>gruppe Südtirols,<br />

die seit 1988 besteht und in der<br />

Öffentlichkeit besonders bei Großveranstaltungen<br />

wie dem Bozner Weihnachtsmarkt<br />

oder Veranstaltungen in<br />

der Eishalle und der Bozner Messe in<br />

Erscheinung tritt.<br />

Die Freiwilligen der FNG-GOER haben<br />

von Anfang an Dienst im Camp geleistet<br />

und bis zu seiner Schließung kontinuierlich<br />

Präsenz garantiert. Marinconz:<br />

„Wir haben die Aus- und Eingänge des<br />

Camps kontrolliert, die Präsenzen in<br />

der Mensa und haben im Lager einen<br />

24-Stunden-Wachdienst versehen.“<br />

In der ersten Woche, vom 10. bis 17. April,<br />

war auch Remo Marinconz in Sant´<br />

Elia. „Da haben wir auch die gelieferten<br />

Lebensmittel auf das Haltbarkeitsdatum<br />

kontrolliert und entsprechend<br />

sortiert und verstaut.“ Eine wichtige<br />

Aufgabe war, vor allem im Durcheinander<br />

der ersten Tage, die Bewohner des<br />

Camps zu zählen und mit Ausweisen<br />

auszustatten.<br />

Der erste Einsatz außerhalb Südtirols<br />

Für die Freiwilligen der Funknotfallgruppe<br />

handelte es sich in Aquila um<br />

den ersten Großeinsatz außerhalb der<br />

Landesgrenzen. „Am Anfang waren wir<br />

immer zu dritt, später zu zweit und am<br />

Schluss allein.“ Insgesamt haben die 35<br />

Mitglieder der FNG-GOER 18 Turnusse<br />

und 81 Diensttage sowie mehr als 3000<br />

Stunden Dienst garantiert. Eine wichtige<br />

Aufgabe erfüllte die Gruppe auch, indem<br />

sie nach den ersten Wochen damit<br />

begann, interessierte Camp-Bewohner<br />

als Wachmannschaften anzulernen.<br />

Daher brauchte es in der zweiten Phase<br />

auch jeweils nur einen Vertreter der<br />

FNG-GOER pro Turnus.<br />

Remo Marinconz, der im Privatleben<br />

Verwalter von Kondominien ist, war<br />

zweimal im Camp – gemeinsam mit der<br />

ersten Abordnung und während des<br />

G8-Gipfels. „Für mich persönlich war<br />

das eine unvergessliche Erfahrung. Besonders<br />

die Dankbarkeit und Freundlichkeit<br />

der Menschen von Sant´ Elia<br />

haben mich tief beeindruckt. Wir stehen<br />

heute noch in Kontakt miteinander<br />

und als wir abgefahren sind, war es ein<br />

Abschied mit Tränen.“<br />

Die wichtigste Erfahrung für die kleine<br />

Gruppe war aber, das Gefühl zu haben,<br />

zur großen Familie des <strong>Zivilschutz</strong>es als<br />

gleichwertiges Mitglied dazuzugehören.<br />

„In Sant´ Elia waren wir alle gleich, es<br />

gab keinen Unterschied zwischen Freiwilligen<br />

und Freiwilligen. Und alle hatten<br />

wir nur ein Ziel: diesen Menschen<br />

ein Stückchen Heimat zu geben.“<br />

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p a g i n i e r u n g<br />

Z i v i l s c h u t z i n l ‘ a q u i l a<br />

Das erste Mal mit<br />

dem <strong>Zivilschutz</strong><br />

Wir sitzen alle im selben Boot<br />

– egal welcher Farbe unsere<br />

Uniform ist und in der Not macht<br />

jeder alles. Dies ist eine der<br />

Erfahrungen, die die Freiwilligen<br />

des Roten Kreuzes vom Abruzzen-<br />

Einsatz mit nach Hause genommen<br />

haben.<br />

Das Rote Kreuz war im vergangenen<br />

Jahr das erste Mal an einem<br />

Großeinsatz des Südtiroler <strong>Zivilschutz</strong>es<br />

beteiligt. Die Führung des Feldlazaretts<br />

und die Hygiene im Lager waren<br />

die Hauptaufgaben der Freiwilligen<br />

des Roten Kreuzes im Camp Sant´<br />

Elia. Die jüngste Freiwillige war gerade<br />

mal 15 Jahre alt.<br />

In den ersten Wochen wurde die Delegation<br />

des Roten Kreuzes immer auch<br />

von einem Arzt und zwei Krankenpflegern<br />

begleitet. Koordiniert wurde die<br />

Aktion von Guido Ferrari, der als ehemaliger<br />

Offizier der Berufsfeuerwehr<br />

über<br />

eine große<br />

Erfahrung mit<br />

a u s w ä r t i g e n<br />

Katastropheneinsätzen<br />

verfügt<br />

und sich<br />

insgesamt vier<br />

Wochen im Camp<br />

aufhielt.<br />

Der Anästhesist Andrea Brasola war<br />

bei der ersten Abordnung dabei. „Wir<br />

mussten unten alles improvisieren, da<br />

wir ja bei der Abfahrt nicht genau wussten,<br />

welche Kapazität das Lager und damit<br />

das Feldlazarett haben sollte. Nach<br />

sechs Wochen übernahmen die Ärzte<br />

vor Ort weitgehend die medizinische<br />

Versorgung.“<br />

Sicherstellung der lebensnotwendigen<br />

Medikamente für chronisch Kranke<br />

In den ersten Tagen musste im Camp<br />

vor allem geklärt werden, welche Art<br />

von Pathologien vorhanden waren.<br />

Brasola: „Diabetiker, Herzkranke oder<br />

Menschen mit chronischen Atembeschwerden<br />

mussten dringend mit<br />

lebensnotwendigen Medikamenten<br />

versorgt werden. Wir hatten vier Menschen<br />

mit Zöliakie im Camp, denen wir<br />

die korrekte Diät garantieren mussten<br />

und zwei Pflegefälle.“ Die „Rot-Kreuzler“<br />

begleiteten aber auch Menschen in<br />

die rote Zone, um Kleidung und andere<br />

Dinge aus ihren Häusern zu holen.<br />

„Das Feldlazarett war auch zuständig<br />

für die Menschen, die im Ort Sant´ Elia<br />

wohnen geblieben waren, in Zelten<br />

im Garten oder in den wenigen nicht<br />

einsturzgefährdeten Häusern. Zudem<br />

wurden die etwa 1500 Arbeiter, die<br />

in nächster Nähe mit dem Aufbau der<br />

neuen Häuser befasst waren, von uns<br />

mit betreut. Im Camp selbst gab es in<br />

den mehr als sechs Monaten keine Opfer<br />

zu beklagen und es traten auch aufgrund<br />

der regelmäßigen Hygienekontrollen<br />

und der guten Kollaboration der<br />

Bewohner keine besonderen Probleme<br />

oder Infektionskrankheiten auf.“<br />

Nonnina – eine 104-Jährige überlebt<br />

das dritte Erdbeben<br />

Wer in so engem Kontakt mit den Bewohnern<br />

des Camps stand, kann Geschichten<br />

erzählen. Zum Beispiel die<br />

von Nonnina, wie sie von allen liebevoll<br />

genannt wurde. Eine 104-jährige Frau,<br />

die in ihrem Leben zwei Kriege und<br />

drei Erdbeben erlebt hatte, im ersten<br />

Weltkrieg den Mann und im zweiten<br />

den Sohn verloren hat. Sie lebte in ihrem<br />

Haus im Dorf Sant´ Elia und wurde<br />

täglich mit dem Notwendigen versorgt.<br />

Wenige Tage vor Auflösung des Camps<br />

starb sie eines natürlichen Todes.<br />

Gemeinsam mit den Notfallpsychologen<br />

und -seelsorgern besuchten die<br />

Freiwilligen des Roten Kreuzes jeden<br />

Tag die Zelte. Eine sehr fruchtbringende<br />

Zusammenarbeit. „Wir mussten<br />

kontrollieren, ob die hygienischen<br />

Bestimmungen eingehalten wurden<br />

und außerdem versuchen, diejenigen,<br />

die sich apathisch in ihre Zelte<br />

zurückgezogen hatten, zur Teilnahme<br />

am Gemeinschaftsleben zu bewegen.“<br />

In Begleitung eines Sanitäters akzeptierten<br />

die Menschen ohne Vorbehalte<br />

den Besuch der Psychologen oder Notfallseelsorger<br />

und ließen sich auch auf<br />

Gespräche ein.<br />

Dottor Amuchina<br />

In den Zelten war es strikt verboten<br />

zu essen. Guido Ferrari: „Die Bevölkerung<br />

von Sant´ Elia akzeptierte oh-<br />

Eine unvergessliche Erfahrung<br />

Sie war 16 Jahre alt, als sie im<br />

Camp Sant´ Elia für acht Tage<br />

ihren Dienst als Pionier des Roten<br />

Kreuzes versah. Eine Erfahrung,<br />

die sie geprägt hat. Natalie<br />

Ferrari, Schülerin des „Liceo<br />

Socio-Pedagogico Pascoli“, möchte<br />

nach Abschluss der Schule<br />

Krankenschwester werden.<br />

Nein, vergessen wird sie diese Erfahrung<br />

wohl nie. Nicht die positiven<br />

Seiten des Einsatzes, das Gefühl<br />

der Gemeinschaft. Das Gefühl etwas<br />

Nützliches zu tun. Aber auch nicht<br />

v.l.: Mirella Abate<br />

und Natalie Ferrari<br />

ne Murren unsere<br />

Vorschriften. Wahrscheinlich<br />

auch,<br />

weil die Freiwilligen<br />

sich an dieselben<br />

Regeln hielten.“<br />

So war auch vorgeschrieben,<br />

sich<br />

vor dem Eintritt ins<br />

Mensazelt die Hände<br />

zu desinfizieren.<br />

Eine Regel, die dem<br />

Norbert Pfeifer (Amuchina) medizinischen Koordinator<br />

Dr. Norbert<br />

Pfeifer, der sie eingeführt hat, den<br />

Spitznamen Dottor Amuchina eintrug.<br />

Zu den Aufgaben des Roten Kreuzes<br />

gehörte aber auch die Reinigung der<br />

sanitären Anlagen.<br />

Das Südtiroler Rote Kreuz konnte<br />

sich an das nationale Rote Kreuz anlehnen,<br />

das in der Region Abruzzen<br />

verschiedene Magazine unterhielt,<br />

wo z. B. die zahlreichen Lebensmittelspenden<br />

gelagert wurden. Brasola:<br />

„Für die psychische und physische<br />

Gesundheit der Menschen war es z.<br />

B. auch von Bedeutung, dass sie ihre<br />

gewohnte Diät, bestehend aus viel<br />

Fleisch und frischem Gemüse beibehalten<br />

konnten.“<br />

Ein Tag in der Geisterstadt<br />

den Besuch in den Geisterstädten Onna<br />

und Aquila. Die eingestürzten Häuser<br />

mit den klaffenden Wunden. Die<br />

schamlosen Einblicke ins Innerste der<br />

Häuser. Aufgeschnittene Kinderzimmer<br />

mit umgestürzten Puppenhäusern,<br />

Legokisten und bunten Wänden.<br />

Halbierte Badezimmer. Vertrocknete<br />

Balkonblumen und Lampen, die Tag<br />

und Nacht dieses absurde Szenarium<br />

beleuchteten. Für niemanden. Die Stille.<br />

Die Wäsche, die niemand mehr abhängen<br />

wird.<br />

Eine harte Erfahrung<br />

Eine harte Erfahrung für einen so jungen<br />

Menschen. Auf der anderen Seite<br />

der „Alltag“ im Camp. Natalie war im<br />

Büro eingesetzt, vervollständigte die<br />

Karteien der Camp-Bewohner, erstellte<br />

und verteilte den täglichen Wetterbericht,<br />

beantwortete Anfragen der Bewohner,<br />

führte die Präsenzliste. Dazwischen<br />

gute Gespräche und Scherze mit<br />

den anderen Zivilschützern. Zusammensitzen<br />

am Abend.<br />

In der Roten Kreuz-Gruppe aus Südtirol<br />

waren auch mehrere 15-jährige<br />

Pioniere eingesetzt. Ferrari: „Einen<br />

Tag haben wir unsere jungen Freiwilligen<br />

nach Aquila und Onna geführt,<br />

um ihnen das ganze Ausmaß der Katastrophe<br />

vor Augen zu führen.“ Für<br />

Brasola war die unnatürliche Stille in<br />

diesen Orten das Schlimmste. „Das<br />

erschlug dich. In der roten Zone hörst<br />

du nichts. In vielen Häusern brannten<br />

noch die Lichter, weil man ja nicht den<br />

ganzen Strom abstellen konnte und an<br />

die Schalter nicht herankam. Vor den<br />

Fenstern hingen Blumentöpfe mit vertrockneten<br />

Blumen, die Wäsche hing<br />

auf der Leine, Spielsachen lagen herum.<br />

Eine Geisterstadt.“<br />

Wie die Fotos, die die Helfer des Roten<br />

Kreuzes während ihrer jeweils achttägigen<br />

Turnusse gemacht haben, zeigen,<br />

gab es viele lachende Gesichter. Erlebte<br />

Gemeinschaft. Jeder arbeitete mit<br />

vollem Einsatz. Alle hielten sich an die<br />

gleichen Regeln, die auch für die Camp-<br />

Bewohner galten und jeder hatte nur<br />

ein Ziel: diesen vom Schicksal geschlagenen<br />

Menschen ein menschenwürdiges<br />

Leben im Provisorium zu gewährleisten.<br />

Was sie sich nicht erwartet hätte? „Die<br />

unkomplizierte Zusammenarbeit aller<br />

<strong>Zivilschutz</strong>gruppen. Das Gefühl der<br />

Zusammengehörigkeit. Die gute Stimmung,<br />

die die Arbeit begleitete. Bei ihrer<br />

Rückkehr nach Bozen war Natalie<br />

reifer. Voller Emotionen und überzeugt<br />

davon, ihrem künftigen Leben die richtigen<br />

Bahnen gestellt zu haben.<br />

18 06/<strong>2010</strong><br />

06/<strong>2010</strong> 19


Z i v i l s c h u t z i n l ‘ a q u i l a<br />

Z i v i l s c h u t z i n l ‘ a q u i l a<br />

Der BRD als Ersteinsatztruppe<br />

Mädchen für alles<br />

Ein Kindergartenspiel war der<br />

Einsatz in den Abruzzen nicht,<br />

auch wenn die Mitglieder des<br />

Bergrettungsdienstes (BRD) im<br />

AVS andere Szenarien als eine<br />

Zeltwiese gewöhnt sind. „Wir<br />

waren dazu da, die wichtigsten<br />

Dinge im Leben zu organisieren“,<br />

bringt Markus Hölzl den Einsatz<br />

im Camp Sant‘Elia auf den Punkt.<br />

Trinkwasserversorgung, Abwasserableitung,<br />

Erdbewegungen und<br />

Anlage von Straßen im Camp – dies<br />

waren die Tätigkeiten der ersten Einsatztage<br />

in den Abruzzen. Wie alle anderen<br />

Südtiroler Zivilschützer auch,<br />

sind die Männer des BRD am 10. April<br />

gen Süden aufgebrochen. Bis zum Beginn<br />

der Sommersaison waren sie jeweils<br />

eine Woche im Camp. Insgesamt<br />

sind rund 30 Bergretter zum Einsatz<br />

gekommen. Im Sommer wurden sie<br />

in Südtirol gebraucht, in den letzten<br />

Wochen des Camp-Abbaus waren sie<br />

dann wieder zur Stelle.<br />

Gezielt bestimmte Berufskategorien<br />

ins Camp geschickt<br />

Hölzl: „Ab der zweiten Woche haben wir<br />

ganz gezielt Mitglieder mit bestimmten<br />

Berufen entsandt, z. B. Förster, Starkstromtechniker,<br />

Krankenpfleger oder<br />

Schlosser.“ In der Zeit unmittelbar nach<br />

dem Erdbeben war es leichter Freiwillige<br />

zu finden. „Aber wir hatten nie Probleme<br />

unser Kontingent zusammenzustellen.“<br />

Der Einsatz in den Abruzzen diente dem<br />

BRD nicht zuletzt als Bestandsaufnahme.<br />

Was können wir leisten? Wo liegen unsere<br />

Grenzen? Was können wir verbessern?<br />

„In unserer Vereinsgeschichte wurden<br />

wir viermal zu großen Erdbeben gerufen:<br />

Irpinia, Friaul, Umbrien und jetzt Abruzzen.<br />

Wir haben enorme Ressourcen und<br />

können sie zielführend einsetzen.“<br />

Was man aus dem Großeinsatz in Aquila<br />

gelernt hat? Hölzl: „Wir müssen vielleicht<br />

besser vorplanen, wie wir bei so<br />

einem Ereignis einzusetzen sind und<br />

auch besser vorbereitet sein, z. B. wissen,<br />

welches Gerät wo gelagert ist etc.“<br />

Eigentlich sei der BRD ja eine Ersteinsatztruppe<br />

und mit Lagerführung nicht<br />

befasst. „Am Anfang war deshalb alles<br />

Ein Team: die BergretterInnen vom AVS und CNSAS<br />

sehr improvisiert, wir haben lernen<br />

müssen, wie wir ein solches Event noch<br />

besser organisieren können.“<br />

Südtirol hat sich von seiner<br />

besten Seite gezeigt<br />

Insgesamt mein Hölzl sei der Abruzzen-<br />

Einsatz ein prägendes Erlebnis gewesen.<br />

„Vor allem in der Anfangszeit bebte<br />

die Erde alle Tage und wir konnten die<br />

Angst der Menschen förmlich greifen.“<br />

Jeder hat das für sich mit nach Hause<br />

genommen. Insgesamt, so Hölzl, „hat<br />

Südtirol sich sicher profiliert und von<br />

seiner besten Seite gezeigt!“<br />

Mädchen für alles – das war die<br />

Aufgabe der Bergrettungsdienste<br />

im Camp Sant´ Elia. Für die<br />

Männer des Bergrettungsdienstes<br />

im CAI, CNSAS, wird der<br />

Abruzzeneinsatz auch wegen<br />

der guten Zusammenarbeit aller<br />

Gruppen im Camp unvergesslich<br />

bleiben.<br />

Normalerweise retten sie Menschenleben,<br />

wenn sie im Einsatz<br />

sind, nicht selten auch unter Einsatz<br />

des eigenen Lebens. Seilen sich an<br />

steilen Wänden ab oder bergen Lawinenopfer.<br />

In den Abruzzen hingegen<br />

halfen sie den Alltag wieder mit aufzubauen.<br />

Infrastrukturen schaffen,<br />

Stromkabel, Abwasser- und Starkstromleitungen<br />

verlegen. Von Vorteil<br />

war dabei, wie nebenbei bei allen anderen<br />

<strong>Zivilschutz</strong>gruppen auch, dass<br />

die Mitglieder aus den verschiedensten<br />

Berufsgruppen kommen.<br />

Florian Seebacher von der Zentrale in<br />

Bozen erinnert sich, dass aus den 600<br />

zur Verfügung stehenden Freiwilligen bewusst<br />

die Berufsgruppen für den Einsatz<br />

im Camp ausgesucht wurden, die es gerade<br />

am nötigsten brauchte: Starkstromtechniker,<br />

Installateure, Tischler usw.<br />

Psychische Belastung<br />

Nachdem das Lager eingerichtet war,<br />

wurden die Mitglieder des CNSAS bei<br />

der Kontrolle des Camps eingesetzt, bei<br />

der Essensausgabe bzw. in der Campverwaltung.<br />

Für die Bergretter war der<br />

Einsatz im Erdbebengebiet eine nicht<br />

unerhebliche Belastung. Seebacher:<br />

„Unsere Leute waren jeweils eine Woche<br />

im Einsatz, viele sind auch zweimal hinunter.<br />

Für uns war es nicht leicht, den<br />

Kontakt mit diesen erdbebengeschüttelten<br />

Menschen zu verarbeiten, die von<br />

einem Augenblick zum anderen alles<br />

verloren haben.“ Im gewohnten Einsatz<br />

erlebt ein Bergretter solche Situationen<br />

nicht. Im Sommer wurde der Bergrettungsdienst<br />

dann abgezogen, um von<br />

Mitte September bis Mitte Oktober den<br />

Dienst wieder aufzunehmen und beim<br />

Camp-Abbau zu helfen. Rückblickend<br />

stellt Seebacher fest: „Für uns war es<br />

eine insgesamt positive Erfahrung, weil<br />

unsere Freiwilligen in der Lage waren,<br />

sich positiv einzubringen und konkret<br />

etwas zu bewirken. Das war ein viel<br />

greifbareres Erfolgserlebnis als nur<br />

materielle Hilfe zu leisten.“<br />

Alle ziehen an einem Strick<br />

Positiver Nebeneffekt des Abruzzeneinsatzes:<br />

„Es hat uns gut getan, über lange<br />

Zeit mit den anderen Organisationen eng<br />

zusammenzuarbeiten, vor allem weil<br />

sämtliche Rivalitäten, auch zwischen<br />

deutschen und italienischen Gruppen,<br />

völlig beiseite gelassen wurden!“<br />

20 06/<strong>2010</strong><br />

06/<strong>2010</strong> 21


Z i v i l s c h u t z i n l ‘ a q u i l a<br />

Z i v i l s c h u t z i n l ‘ a q u i l a<br />

Eine große Herausforderung<br />

Ein Gespür von Dorfgemeinschaft<br />

Mehr als 700 Südtiroler<br />

Zivilschützer, die sieben Monate<br />

in 700 km Entfernung eingesetzt<br />

sind. Eine große Herausforderung<br />

nicht nur für die einzelnen<br />

<strong>Zivilschutz</strong>organisationen, sondern<br />

auch für die Verwaltung.<br />

Ein Gespräch mit Ressortdirekter<br />

Heinrich Holzer.<br />

Radius: Mehr als 700 Südtiroler Zivilschützer<br />

waren knapp sieben Monate<br />

außerhalb des Landes im Einsatz. Was<br />

war die größte Herausforderung des<br />

Hilfseinsatzes für die Erdbebenopfer in<br />

den Abruzzen?<br />

H. Holzer: Die größten Herausforderungen<br />

eines solchen Einsatzes lagen in<br />

der Einsatzdauer und in der Entfernung<br />

zu Südtirol (ca. 700 km). Aber auch in<br />

der Beschaffung von Ressourcen in einem<br />

Gebiet, in dem alles zerstört ist,<br />

im wöchentlichen Personalwechsel, in<br />

der Organisation des Camp-Lebens, in<br />

der Zusammenarbeit verschiedener<br />

<strong>Zivilschutz</strong>organisationen für so lange<br />

Zeit, in der Koordinierung und in der<br />

Abstimmung des Südtiroler Hilfszuges<br />

mit jenem anderer Regionen und den<br />

lokalen und staatlichen Behörden, in<br />

der Bereitstellung zahlreicher Landestechniker<br />

zur Führung des Einsatzstabes<br />

vor Ort und vieler anderer unvorhergesehener<br />

Dinge.<br />

Radius: Sie sind das Bindeglied zwischen<br />

Verwaltung und ausführenden Stellen ...<br />

H. Holzer: Als Leiter des Ressorts für<br />

„Örtliche Körperschaften, Brand- und<br />

<strong>Zivilschutz</strong>, Forstwirtschaft, Wasserschutzbauten<br />

und Land- und forstwirtschaftliches<br />

Versuchswesen“ ist<br />

es meine primäre Aufgabe, die verschiedenen<br />

Bereiche zu koordinieren<br />

und Ansprechpartner für die verschiedenen<br />

Abteilungen und Dienste<br />

in der Landesverwaltung und die<br />

verschiedenen Hilfsorganisationen<br />

zu sein. Als Bindeglied zwischen der<br />

Verwaltung und der Politik gilt es, die<br />

von der Politik getroffenen Entscheidungen<br />

effizient umzusetzen. Der<br />

Einsatz in den Abruzzen hat gezeigt,<br />

wie notwendig eine gute Zusammenarbeit<br />

zwischen den verschiedenen<br />

Abteilungen des Landes ist, um ein<br />

reibungsloses Ineinandergreifen der<br />

beteiligten Organisationen zu garantieren.<br />

Auch für mich persönlich eine<br />

neue Herausforderung.<br />

Radius: Waren Sie selbst auch im betroffenen<br />

Gebiet? Welchen Eindruck hat<br />

dieser Einsatz bei Ihnen hinterlassen?<br />

H. Holzer: Ich habe das in Sant´ Elia errichtete<br />

Camp mit den Vertretern aller<br />

<strong>Zivilschutz</strong>organisationen am 1. Mai<br />

2009 besucht. Persönlich war ich sehr<br />

stark beeindruckt vom überdimensionalen<br />

Ausmaß der Schäden und der zerstörenden<br />

Kraft eines Erdbebens. In Erinnerung<br />

geblieben ist mir vor allem auch<br />

die große Verzweiflung und Hilflosigkeit<br />

einer Bevölkerung, die vor dem Nichts<br />

stand. Positiv aufgefallen ist mir jedoch<br />

vor allem der übermenschliche große<br />

und selbstlose Einsatz unserer Hilfskräfte<br />

und ihre Fähigkeit, den Betroffenen<br />

Mut und Zuversicht zu vermitteln.<br />

Radius: Ein Einsatz dieser Dimension war<br />

bisher einmalig in der Geschichte des<br />

Südtiroler <strong>Zivilschutz</strong>es. Was hat er gelehrt?<br />

Gibt es Schwachstellen im System,<br />

wo könnte man eventuell Abläufe verbessern<br />

oder war wirklich alles perfekt?<br />

H. Holzer: Unser Erdbebeneinsatz in<br />

den Abruzzen war aus verschiedenen<br />

Gründen einmalig: Noch nie war ein<br />

Hilfszug aus Südtirol für eine so lange<br />

Zeit im Einsatz. Auch die Art des Einsatzes.<br />

Noch nie hatten wir uns um die<br />

Führung eines Camps mit allen organisatorischen,<br />

sozialen, psychologischen<br />

und medizinischen Aspekten kümmern<br />

müssen. Gerade deshalb war eine koordinierende<br />

Tätigkeit zwischen den<br />

einzelnen Organisationen erforderlich.<br />

Heinrich Holzer (2. v.r.)<br />

bei der Lagebesprechung<br />

Dieser Einsatz hat alle <strong>Zivilschutz</strong>organisationen<br />

des Landes noch mehr verbunden<br />

und gezeigt, welche Potentiale<br />

in diesen Organisationen stecken. Der<br />

Einsatz in dieser Dimension hat uns jedoch<br />

auch die Grenzen des Südtiroler<br />

<strong>Zivilschutz</strong>es, der ja auf Freiwilligkeit<br />

aufgebaut ist, aufgezeigt. Einsätze, die<br />

über Wochen oder gar Monate und in<br />

relativ großer Entfernung laufen, können<br />

nur unter großen organisatorischen<br />

Schwierigkeiten bewältigt werden.<br />

Radius: Welche Grenzen sind dem persönlichen<br />

Einsatz von Südtiroler <strong>Zivilschutz</strong>kräften<br />

gesetzt?<br />

H. Holzer: Der <strong>Zivilschutz</strong> unseres Landes<br />

ist primär für Einsätze im eigenen Land<br />

konzipiert. Einsätze bis zu einem Radius<br />

von ca. 300 km und einer Einsatzdauer<br />

von drei Wochen können sicher ohne größere<br />

Schwierigkeiten bewältigt werden.<br />

Radius: Liegt den Südtirolern der <strong>Zivilschutz</strong><br />

im Blut?<br />

H. Holzer: Die Nachbarschaftshilfe war<br />

schon eh und je eine der wichtigsten Eigenschaften<br />

einer Bevölkerung im alpinen<br />

Raum und man kann ohne weiteres<br />

behaupten, dass das Ehrenamt eine der<br />

Säulen der Südtiroler Gesellschaft darstellt.<br />

Durch dieses große ehrenamtliche<br />

Engagement bleibt die Gesellschaft<br />

auch lebendig und die große Anzahl<br />

von ehrenamtlichen Vereinen in unserem<br />

Lande beweist, dass der Einsatz für<br />

das Gemeinwohl und Solidarität keine<br />

leeren Worthülsen darstellen.<br />

Ich möchte mich deshalb bei allen Helferinnen<br />

und Helfern recht herzlich<br />

bedanken.<br />

Am meisten beeindruckt hat sie<br />

das Leiden der Menschen, wegen<br />

des Verlusts der Erinnerungen.<br />

„Das ist etwas, was dir aus<br />

der Entfernung gar nicht bewusst<br />

wird.“ Irene Hell – in der<br />

Abteilung <strong>Zivilschutz</strong>, verantwortlich<br />

für Rechtsberatung<br />

und Pressearbeit – war vom 24.<br />

September bis 3. Oktober verantwortliche<br />

Leiterin des Camps<br />

Sant´ Elia.<br />

Was mir gleich aufgefallen ist, bei<br />

meinem ersten Besuch am 30. April,<br />

war die außergewöhnliche Ruhe in<br />

unserem Camp.“ Irene Hell führt das<br />

darauf zurück, dass in Sant´ Elia keine<br />

Menschenopfer zu beklagen waren.<br />

„Bei der Organisation des Camps haben<br />

wir darauf geachtet, die sozialen<br />

Strukturen des Dorfs auch im Zeltlager<br />

zu berücksichtigen, damit Alltag<br />

und das Gespür von Dorfgemeinschaft<br />

auftreten können.“ Treffpunkt des<br />

Zeltdorfs war der Waschsalon.<br />

Von früh morgens bis spät abends<br />

auf den Beinen<br />

Im <strong>Zivilschutz</strong>zentrum in Bozen hatte<br />

Irene Hell den großangelegten Einsatz<br />

von Südtiroler <strong>Zivilschutz</strong>kräften von<br />

Anfang an in verantwortlicher Stelle<br />

mit organisiert und alle Einzelheiten<br />

des Einsatzes aus nächster Nähe mit<br />

verfolgt. Ende September war auch<br />

sie als Leiterin zehn Tage vor Ort und<br />

verantwortlich für den Einkauf von Lebensmitteln<br />

und Gebrauchsgütern, die<br />

Kontrolle und die Verwaltung.<br />

Im Einsatz und auf den Beinen war sie<br />

während ihrer Zeit in Sant´ Elia von<br />

früh morgens bis spät abends. „Aber<br />

das spürte man eigentlich erst, wenn<br />

man am Abend nach dem letzten Treffen<br />

und Zusammensitzen mit den Verantwortlichen<br />

aller im Camp vertretenen<br />

<strong>Zivilschutz</strong>gruppen, todmüde auf<br />

das Feldbett gesunken ist.“<br />

Irene Hell hatte wie die Campbewohner<br />

auch, mit den extremen Temperaturunterschieden<br />

zu kämpfen. „In der Nacht<br />

um null Grad, tagsüber bis zu 30 Grad.“<br />

Dazu kamen Wind und Staub. Und zum<br />

Duschen stellte sie sich in die Schlange<br />

wie alle anderen auch.<br />

Ersatzheim oder Provisorium<br />

Aufgrund der Temperaturen waren die<br />

Zelte schon im April mit Sonnenschutzplanen,<br />

Klimaanlage und Heizung ausgestattet<br />

worden. Ansonsten waren die ca.<br />

25 qm großen Zelte spartanisch eingerichtet.<br />

Feldbetten, Bettzeug, einige Kisten<br />

für die Aufbewahrung der wenigen<br />

Habseligkeiten. „Einige hatten Blumen<br />

und Gartenmöbel ins Zelt gebracht und<br />

versucht, es gemütlich einzurichten, andere<br />

beließen es wie es war, wollten es<br />

bewusst als Übergangslösung ansehen.“<br />

Das Engagement aller Freiwilligen war<br />

enorm und laut Irene Hell, versuchte jeder,<br />

flexibel auf alle Anforderungen zu<br />

reagieren. „Die absolute Harmonie zwischen<br />

uns Verwaltern und den Aktiven<br />

war wirklich beeindruckend. Aber wir<br />

waren auch alle hochmotiviert, weil unsere<br />

Arbeit so gut aufgenommen worden<br />

ist von Seiten der Campbewohner.“<br />

Jeden Dienstag in der Telefonkonferenz<br />

mit den Verantwortlichen im <strong>Zivilschutz</strong>zentrum<br />

in Bozen wurde der<br />

aktuelle Bedarf an Freiwilligen angegeben:<br />

so und so viele Tischler, Installateure,<br />

Hochstromtechniker usw.<br />

Das befriedigende Gefühl eine<br />

nützliche Tätigkeit auszuüben<br />

Irene Hell und<br />

Guido Bertolaso<br />

Für Irene Hell war der Einsatz in Sant´<br />

Elia der erste dieser Größenordnung,<br />

den sie maßgeblich mit geleitet hat.<br />

„Ich hatte das erste Mal das absolute<br />

und befriedigende Gefühl, eine nützliche<br />

Arbeit gelernt zu haben und zielführend<br />

anwenden zu können. Vielleicht<br />

sehe ich heute meine Tätigkeit<br />

als Vertreterin der Verwaltung mit größerer<br />

Genugtuung.“ Nicht zuletzt habe<br />

Sant´ Elia auch gezeigt, dass üben gut<br />

ist. „Alles was vorher geübt bzw. theoretisch<br />

durchgespielt worden war, ging<br />

uns einfach leichter von der Hand. Und<br />

ich muss sagen, wir waren wirklich gut<br />

vorbereitet, fähig zu improvisieren und<br />

der Situation gewachsen.“<br />

22 06/<strong>2010</strong><br />

06/<strong>2010</strong> 23


Z i v i l s c h u t z i n l ‘ a q u i l a<br />

p a g i n i e r u n g<br />

Erste Hilfe für die Seele<br />

24<br />

Ein Erdbeben bedeutet nicht<br />

nur körperliche Verletzungen<br />

und Schmerz um nahestehende<br />

Menschen oder um materielle<br />

Verluste. Ein Erdbeben<br />

verletzt die Seele. Im ersten<br />

Augenblick lähmt der Schock.<br />

Notfallpsychologen und<br />

Notfallseelsorger leisteten in<br />

Sant´ Elia wertvolle Hilfe sowohl<br />

für Betroffene als auch für<br />

Zivilschützer.<br />

Ist das Überleben gesichert und sind<br />

die Grundbedürfnisse gestillt, dann<br />

tritt der seelische Schmerz zutage. Erwin<br />

Steiner, Leiter des landesweiten<br />

Dienstes für Notfallpsychologie hat<br />

die Arbeit der Notfallpsychologen und<br />

-seelsorger gemeinsam mit der Landesleiterin<br />

der Notfallseelsorge, Marlene<br />

Kranebitter im Camp Sant´ Elia<br />

koordiniert. „Ein Erdbeben erschüttert<br />

menschliche Grundwerte wie<br />

Wohnen, <strong>Sicherheit</strong>, Besitz ...“, erklärt<br />

der Psychologe.<br />

Im ersten Augenblick reagieren die<br />

Menschen mit Teilnahmslosigkeit,<br />

danach tritt oftmals absolute Hilflosigkeit<br />

ein. Das ist die normale Reaktion<br />

eines Menschen auf ein nicht<br />

normales, außergewöhnliches Ereignis.<br />

Die selbstverständlichsten Alltagsgegenstände<br />

fehlen, die Existenz<br />

scheint zerstört. „Wenn man den<br />

Menschen in diesem Zustand nicht<br />

von professioneller Seite Hilfe anbietet,<br />

kann schwerer traumatischer<br />

Schaden entstehen“, so Steiner. Menschen,<br />

die so ein Ereignis nicht entsprechend<br />

verarbeiten, riskieren in<br />

falsche Selbsthilfe zu verfallen, sprich<br />

Alkohol, Tabletten, Sucht.<br />

06/<strong>2010</strong><br />

Menschen vor dem absoluten Nichts<br />

Im ersten Moment des Camp-Aufbaus<br />

haben die Notfallpsychologen und Notfallseelsorger<br />

bei der Logistik und der<br />

Sicherstellung der lebensnotwendigen<br />

Grundbedürfnisse geholfen. Steiner:<br />

„Sobald die grundlegenden Bedürfnisse<br />

erfüllt sind, kehrt sich das Verhältnis<br />

um. Die Anforderungen an die Einsatzkräfte<br />

vor Ort vermindern sich im technischen<br />

Bereich auf 20 %, die menschliche-psychosoziale<br />

Betreuung nimmt<br />

bis zu 80 % ein.“ Insgesamt waren acht<br />

Notfallpsychologen und 16 Notfallseelsorger<br />

in jeweils einwöchigen Turnussen<br />

im Camp.<br />

„Nach Abschluss der primären Versorgungsphase<br />

haben wir geschaut,<br />

wer braucht konkret unsere Hilfe?<br />

Zunächst Kinder, Senioren, Kranke,<br />

Alleinstehende.“ Aber auch die <strong>Zivilschutz</strong>kräfte.<br />

Sie mussten in Sant´ Elia<br />

zwar keine Toten aus den Trümmern<br />

bergen, aber die tägliche Konfrontation<br />

mit verzweifelten Menschen, belastete<br />

die Helfer nicht wenig.<br />

Und immer wieder Angst<br />

Erwin Steiner stand in täglichem Telefonkontakt<br />

mit den Mitarbeitern im<br />

Camp. „So ein Großschadenseinsatz<br />

auf Distanz entwickelt eine völlig andere<br />

Dynamik als Szenarien, die wir hier<br />

gewohnt sind“, erklärt der Psychologe.<br />

So galt es z. B. immer wieder, die von<br />

einem Moment zum anderen aufflackernde<br />

Angst in den Griff zu bekommen.<br />

„Am Anfang gab es ständig Nachbeben.<br />

Die Menschen hatten feinste<br />

seismographische Antennen entwickelt<br />

und reagierten entsprechend.“ Massenpanik<br />

aber ist ein <strong>Sicherheit</strong>sproblem.<br />

Ein schwieriges Kapitel stellten für<br />

die Arbeit der Psychologen und Notfallseelsorger<br />

die Medien dar. Steiner:<br />

„Die emotionsgeladene Berichterstattung<br />

hat immer wieder die Angst in<br />

den Camp-Bewohnern geschürt, gesunde<br />

Menschen, die aber typische<br />

posttraumatische Belastungsreaktionen<br />

wie Übererregung, ständige<br />

Flashbacks des Geschehenen und<br />

sogenanntes Vermeidungsverhalten<br />

aufwiesen.“<br />

Menschen brauchen vollständige<br />

Geschichten<br />

Das primäre Ziel der Notfallpsychologen<br />

und -seelsorger war, die Menschen<br />

aus ihrer Lethargie zu ziehen, ihnen zu<br />

helfen, den Schock zu überwinden und<br />

über das Erlebte zu reden. So wurde<br />

versucht, die Camp-Bewohner in die<br />

Aufbauarbeiten und die täglich anfallenden<br />

Arbeiten im Camp mit einzubeziehen.<br />

„Wer aktiv mithilft, ist zufriedener<br />

und weist weniger posttraumatische<br />

Belastungsstörungen auf“, betont<br />

Erwin Steiner.<br />

Typisches Kennzeichen für eine Katastrophe<br />

oder ein tragisches Ereignis sei,<br />

dass die Betroffenen vor allem danach<br />

Hilfe bei der Verarbeitung des Erlebten<br />

brauchen. „Und zwar sowohl die Betroffenen<br />

als auch die Helfer!“ Wichtig<br />

sei dabei vor allem das Zusammenfügen<br />

erlebter und erinnerter Fragmente.<br />

Steiner: „Menschen brauchen die vollständige<br />

Geschichte, um etwas Belastendes<br />

verarbeiten zu können.“<br />

Den Alltag zurückgeben<br />

Zweimal war sie im Camp Sant´ Elia, die<br />

Psychologin Silvia de Vita. Beim ersten Einsatz galt<br />

die ganze Aufmerksamkeit den Erdbebenopfern,<br />

beim zweiten Mal den Freiwilligen des<br />

<strong>Zivilschutz</strong>es.<br />

Vom 18. bis 28. April war Silvia de Vita gemeinsam mit<br />

einer Kollegin und vier Notfallseelsorgern in den Abruzzen.<br />

„Die Bevölkerung von Sant´ Elia hatte zwar keine<br />

Toten zu beklagen, dennoch war die Situation schwierig.<br />

Wir mussten die Menschen aus ihrer Apathie herausholen.“<br />

Dies geschah mittels Gruppengesprächen und Einzeltherapie.<br />

„Unser vorrangigstes Ziel war, den Menschen<br />

einen Alltag zu geben.“ Sie wurden wo es geht, in die Tätigkeiten<br />

des Camps mit einbezogen. Essensausgabe, Putzen,<br />

Wachdienst etc.<br />

Kinder in eine Gruppe einbinden<br />

Die Kinder galt es in eine Gruppe einzubinden, erzählt Silvia<br />

de Vita. „Die meisten waren entweder allein oder klammerten<br />

sich an ihre Mütter. Wir haben ihnen ein Schulzelt eingerichtet<br />

und Personen, Erzieher gesucht, die sich mit ihnen<br />

beschäftigen. Unterricht, Musik, Malen, Spiele.“<br />

Im Camp waren ca. 50 Kinder, davon ungefähr zehn Grundschüler,<br />

vier Mittelschulkinder sowie vier Oberschüler. Silvia<br />

de Vita: „Diese waren sehr selbständig und brauchten nur<br />

organisatorische Hilfe und Unterrichtsmaterialien, bzw. einen<br />

Ort zum Lernen.“<br />

Zweiter Einsatz im September<br />

Ende September fuhr Silvia de Vita ein weiteres Mal ins<br />

Camp Sant´ Elia und fand vor Ort bei ihrem zweiten Einsatz<br />

eine völlig veränderte Situation vor. „Die Menschen hatten<br />

ihre Normalität. Es war sogar schwierig für uns, sie auf die<br />

Schließung des Camps vorzubereiten.“ Besonders alleinstehende<br />

und alte Menschen hatten sich an das Gemeinschaftsleben<br />

im Camp gewöhnt und wollten es nicht missen. Die<br />

große Arbeit zum Schluss war hingegen, sich mit den Zivilschützern<br />

auseinanderzusetzen.<br />

Ein Abschlussritus<br />

„Alle wiesen einen äußerst hohen Grad an Befriedigung über<br />

das Geleistete auf und fühlten sich Teil einer Gemeinschaft.“<br />

In Einzelgesprächen und mittels Fragebögen versuchte die<br />

Psychologin den Auswirkungen dieses doch traumatischen<br />

Erlebnisses auf den Einzelnen auf die Spur zu kommen. „Ein<br />

Abschlussritus mit symbolischem Feuer gab jedem die Möglichkeit,<br />

das Ganze für sich abzuschließen.“<br />

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Z i v i l s c h u t z i n l ‘ a q u i l a<br />

Ein Heer der Solidarität<br />

Die ehrenamtlichen und hauptamtlichen<br />

Südtiroler Helfer<br />

waren nach dem Erdbeben in<br />

den Abruzzen insgesamt 89.453<br />

Arbeitsstunden im Einsatz.<br />

Sie betreuten bis zum Herbst<br />

die Erdbebenopfer im Camp<br />

in Sant’ Elia und halfen am<br />

Wiederaufbau mit.<br />

Am 6. April hatte ein Beben der Stärke<br />

6,3 auf der Richterskala zahllose<br />

Gebäude rund um L‘ Aquila zerstört<br />

und fast 300 Opfer gefordert. Bereits<br />

wenige Tage nach dem Erdbeben hat<br />

Südtirol das Camp in Sant‘ Elia, einer<br />

Fraktion von L’ Aquila, übernommen.<br />

Unter der Führung der Landesabteilung<br />

Brand- und <strong>Zivilschutz</strong> waren<br />

dort ein halbes Jahr lang 70 Mitarbeiter<br />

der Landesabteilungen Forstwirtschaft,<br />

Wasserschutzbauten, Hochbau,<br />

Tiefbau und Straßendienst sowie<br />

560 ehrenamtliche Helfer im Einsatz.<br />

Jeweils vier bis 14 Tage lang und mit<br />

mindestens 20 Helfern vor Ort. Die<br />

haupt- und ehrenamtlichen Zivilschützer<br />

kamen auf 73.853 Arbeitsstunden,<br />

der Straßendienst noch einmal<br />

auf 15.600 Arbeitsstunden für den<br />

Wiederaufbau in den Abruzzen.<br />

Die Landesbediensteten im Camp waren<br />

für die Abwicklung der technischen<br />

Aufgaben und die Verwaltung zuständig.<br />

Dazu gehörte die Ausgabe eines<br />

Frühstücks und warmer Mahlzeiten<br />

mittags und abends, die technische Betreuung<br />

der Infrastruktur, der Brandschutz<br />

für das Camp und die Umgebung<br />

sowie eine medizinische Betreuung<br />

rund um die Uhr. Die Planung und<br />

Koordinierung lag in den Händen des<br />

<strong>Zivilschutz</strong>es. Der Dienst in Sant’ Elia<br />

war aber sehr personalintensiv und<br />

hätte von der Abteilung <strong>Zivilschutz</strong> allein<br />

niemals bewältigt werden können.<br />

Daher wurden u.a. auch Mitarbeiter der<br />

Forstwirtschaft hinunter geschickt.<br />

17 Techniker im Einsatz<br />

„Die ganze Versorgung mit Lebensmitteln<br />

und allem anderen Material wurde<br />

von der Südtiroler Campleitung sichergestellt,<br />

die ständig mit der staatlichen<br />

<strong>Zivilschutz</strong>behörde zusammengearbeitet<br />

hat“, bestätigt Angelika Aichner<br />

Kössler von der Abteilung Forstwirtschaft.<br />

Insgesamt waren 17 Mitarbeiter<br />

dieser Abteilung in den Abruzzen.<br />

„Es waren alles Techniker, die bei der<br />

Campführung den Verwaltungsbereich<br />

und vor allem den Bereich Infrastrukturen<br />

übernommen haben. Alle Landesabteilungen<br />

zusammen organisierten<br />

einen gemeinsamen Transferdienst für<br />

Einsatzleute im Camp.“ Zuerst waren<br />

stets vier Landesangestellte unten, dann<br />

ab Mai war ein Dreierteam jeweils von<br />

Samstag bis Donnerstag im Einsatz. Am<br />

Freitag war stets Übergabetag. Parallel<br />

dazu gab es ein Team in Bozen, das die<br />

Hintergrundlogistik lieferte, Spendengelder<br />

verwaltete sowie die Ausschreibungen<br />

für die Direkthilfsmaßnahmen<br />

des Landes (Fertighäuser, Infrastrukturen<br />

usw.) durchführte.<br />

„In unserem Amt war die Bereitschaft,<br />

in Sant’ Elia zu helfen, sehr groß“,<br />

freut sich Kössler. Matthias Zöschg,<br />

der Leiter im Amt für Bergwirtschaft,<br />

hat sogar zwei Turnusse in Sant’ Elia<br />

absolviert. „Beim ersten Turnus, gleich<br />

nach Ostern, habe ich als erstes einen<br />

Bürocontainer eingerichtet, um die Logistik<br />

besser in den Griff zu bekommen.<br />

Es mussten der Treibstoff für die Einsatzfahrzeuge<br />

der Rettungsorganisationen<br />

und die Lebensmittel für die Küche<br />

organisiert werden. Die Geschäfte<br />

waren ja geschlossen, daher mussten<br />

wir schauen, wo wir das Notwendigste<br />

besorgen konnten“, erzählt Zöschg. Da<br />

auch die Telefonleitungen kaputt waren<br />

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und die Handys nur teilweise funktionierten,<br />

verständigten sich die Helfer<br />

im Camp mit den alten Funkgeräten<br />

der Forst. Dazu wurde auf einem nahen<br />

Hügel ein Umsetzer aufgestellt.<br />

Mühsame Materialbeschaffung<br />

Um die Stromversorgung im Camp zu<br />

gewährleisten, mussten die Stromkabel<br />

aus Südtirol angeliefert werden.<br />

„Zu Beginn haben wir wenigstens im<br />

Mensa-Zelt mit einem Diesel-Aggregat<br />

geheizt. Dadurch konnten wir auch<br />

das soziale Leben im Camp aufbauen.<br />

Wir haben zudem einige Tische für die<br />

Schulkinder reserviert, so dass bis zum<br />

Mittagessen auch ein provisorischer<br />

Schulunterricht stattfinden konnte“,<br />

erinnert sich Zöschg. „Da in den Abruzzen<br />

keine Stromkabel aufzutreiben<br />

waren, hat uns die Wildbachverbauung<br />

welche im Pustertal organisiert und mit<br />

einem Lkw nach Sant’ Elia gebracht. Es<br />

war ein sehr zeitaufwändiger Job, wir<br />

waren von morgens früh bis fast Mitternacht<br />

im Einsatz.“<br />

Beim zweiten Turnus im Herbst bereitete<br />

die Verwaltung des Camps keine größeren<br />

Probleme mehr. Es wurde auch schon<br />

mit dem Abbau der Zelte begonnen. „Das<br />

hat die Lagerbewohner stark demoralisiert.<br />

Viele Zelte waren zwar schon leer<br />

und die meisten der fast 1000 anfangs<br />

registrierten Bewohner hatten in Hotels<br />

am Meer, bei Verwandten oder in Fertighäusern<br />

eine Unterkunft gefunden.<br />

Als das Land ankündigte, dass das Lager<br />

aufgelöst wird, fühlten sich die 200 noch<br />

verbliebenen Leute aber fast wie Nomaden.<br />

Sie hatten sich an einen gewissen<br />

Standard gewöhnt und jetzt sollten sie<br />

diese Bleibe verlassen. Ich machte mir<br />

große Gedanken, ob wir das Camp wirklich<br />

auflösen können, wenn diese Leute<br />

noch keine neue Bleibe haben. Aber es<br />

war eine politische Entscheidung und<br />

wir mussten uns daran halten.“<br />

Gezieltere Ausbildung wichtig<br />

Zöschg hat bei diesem Einsatz in Sant’<br />

Elia viel gelernt und wäre sofort für einen<br />

neuen Einsatz bereit. „Als ich vom<br />

Erdbeben in Haiti und Chile gehört habe,<br />

wäre ich gerne für mehrere Monate als<br />

Helfer hingeflogen, aber es ist mit meiner<br />

Arbeit leider nicht vereinbar. Ich ha-<br />

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be bereits während der Militärzeit eine<br />

solche Situation erlebt und war damals<br />

in der Logistik eingesetzt. Daher habe ich<br />

in Sant’ Elia diesen Teil der Arbeit übernommen.<br />

Trotz des ganzen Elends habe<br />

ich stets gespürt, dass unser Einsatz viel<br />

Positives bewirkt hat. Das war für mich<br />

persönlich sehr wichtig. Ich würde mir<br />

aber eine gezieltere Ausbildung für solche<br />

Einsätze wünschen.“<br />

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Helfen und Erfahrung sammeln<br />

Die Freiwilligen des<br />

Landesrettungsvereins halfen<br />

der Not leidenden Bevölkerung<br />

im Gebiet um L’ Aquila schon<br />

vier Tage nach dem Erdbeben.<br />

Die letzte Mahlzeit, die sie den<br />

Bewohnern der Zeltstadt Sant’<br />

Elia zubereitet haben, wurde am<br />

9. Oktober 2009 aufgetischt.<br />

Der Einsatz in den Abruzzen war<br />

der längste und ungewöhnlichste<br />

Katastropheneinsatz, den das Südtiroler<br />

Weiße Kreuz bisher durchführte.<br />

Die gesamte Hilfsaktion der Autonomen<br />

Provinz Bozen wurde vom<br />

Landesabteilung für <strong>Zivilschutz</strong> koordiniert.<br />

Monatelang versorgten die<br />

rund zehn bis zwanzig Freiwilligen<br />

des Weißen Kreuzes, die jede Woche<br />

im Camp aktiv waren, zusammen mit<br />

denen der anderen Hilfsorganisationen<br />

bis zu 600 Erdbebengeschädigte<br />

mit täglich drei warmen Mahlzeiten.<br />

Das Weiße Kreuz hatte von Anfang an<br />

die Rolle der Versorgung, sei es der<br />

Bevölkerung von S. Elia, einem Vorort<br />

von L‘Aquila, als auch der Einsatzkräfte<br />

im Lager übernommen. Diese<br />

Versorgung ist eine Kernaufgabe des<br />

Betreuungsdienstes, der im Weißen<br />

Kreuz organisiert ist.<br />

Karfreitag, den 10. April 2009<br />

Das war der Auftakt. Mitten in der<br />

Nacht startete eine 34-köpfige Mannschaft<br />

des Weißen Kreuzes, welche aus<br />

Vertretern des Betreuungszuges und<br />

der Notfallseelsorge zusammengesetzt<br />

war, mit ihren mobilen Einheiten nach<br />

S. Elia. Die ersten drei Wochen waren<br />

sehr anstrengend, da das Zeltlager aus<br />

dem Nichts auf der so genannten grünen<br />

Wiese aufgebaut werden musste.<br />

Direktor Ivo Bonamico beschreibt die Situation<br />

vor Ort: Die Bevölkerung von S.<br />

Elia empfing die Helferinnen und Helfer<br />

sehr herzlich. Die hohe Wertschätzung,<br />

die sie den Freiwilligen entgegenbrachte,<br />

hielt bis zuletzt allen seelischen Belastungen<br />

stand. Die Lagerbewohner von<br />

S. Elia halfen nach Kräften, wo immer<br />

sie konnten. Viele hatten Angst in ihre<br />

beschädigten Häuser zurückzukehren.<br />

Daher blieben sie bis zuletzt im Lager.<br />

Die Freiwilligen der Notfallseelsorge des<br />

Weißen Kreuzes standen den Obdachlosen<br />

mit Trost und psychologischer Hilfestellung<br />

bei. Glücklicherweise konnten<br />

alle Bewohner dieses Zeltlagers vor Wintereinbruch<br />

in neue oder provisorische<br />

feste Unterkünfte untergebracht werden.<br />

Nach den ersten sechs Wochen, die ausschließlich<br />

der Betreuungszug abdeck-<br />

te, wurde die Organisation des Lagers<br />

schrittweise den Sektionen des Weißen<br />

Kreuzes übergeben. Ab Mitte Juni wurden<br />

die Teams der Sektionen wöchentlich<br />

ausgewechselt. Die insgesamt 29<br />

Wochen-Gruppen setzten sich aus je<br />

fünf Freiwilligen, einem Gruppenführer<br />

des Weißen Kreuzes und dem Koch zusammen.<br />

Damit stellte man sicher, dass<br />

keine/r der Freiwilligen einer allzu großen<br />

Belastung ausgesetzt wurde.<br />

Im Camp waren seit dem Erdbeben<br />

vom 6. April 2009 hauptsächlich freiwillige<br />

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter<br />

des Weißen und Roten Kreuzes, der<br />

Bergrettungsdienste des AVS und CAI,<br />

Notfallpsychologen und -seelsorger,<br />

die Funknotrufgruppe, Mitarbeiter der<br />

Landesabteilungen Brand- und <strong>Zivilschutz</strong>,<br />

Forstwirtschaft, Wasserschutzbauten,<br />

Hochbau, Tiefbau, des Straßendienstes,<br />

der Feuerwehren und Ärztinnen<br />

von Medicus Comicus im Einsatz.<br />

Alltag im Camp<br />

Die Verteilung aller Tageseinsätze der<br />

Mitarbeitenden des Weißen Kreuzes in<br />

Sant‘ Elia sah so aus: 65 Prozent der<br />

Arbeit wurde von Freiwilligen geleistet,<br />

ein Viertel von externen Freiwilligen,<br />

die sich spontan dazu entschlossen<br />

hatten, dem Aufruf zu folgen, die restlichen<br />

10 Prozent versahen die Köche,<br />

die einzigen Angestellten. Bis zum 11.<br />

Oktober 2009 wurden an 199 Einsatztagen<br />

59.000 Mahlzeiten bereitgestellt.<br />

Geht man von einer durchschnittlichen<br />

Tagesarbeit von 12 Stunden aus, so<br />

wurden rund 15.500 Arbeitsstunden<br />

geleistet, fast zur Gänze von Freiwilligen.<br />

Auf diese beeindruckende Südtiroler<br />

Leistungsbereitschaft ist das Weiße<br />

Kreuz besonders stolz.<br />

Dieser Einsatz stellt ein gutes Beispiel<br />

für die hervorragende vereinsinterne<br />

und -externe Zusammenarbeit dar: Sant’<br />

Elia war nicht nur ein gutes Beispiel für<br />

eine schnell und gekonnt durchgeführte<br />

landesweite Freiwilligensuche, sondern<br />

auch für ein gutes vereinsinternes Zusammenspiel.<br />

Es herrschte immer ein<br />

angenehmes, gutes Klima unter den Helfern,<br />

auch wenn man mit immer neuen<br />

Problemen fertig werden musste.<br />

In Sant‘ Elia wurde die Hilfe aus Südtirol<br />

sehr geschätzt. Die Südtirolerinnen<br />

und Südtiroler wurden als Garanten des<br />

Zusammenhalts gesehen, ein Wert, der<br />

besonders in schlechten Zeiten meist<br />

hart auf die Probe gestellt wird. „Es<br />

war also ein sehr schönes Zeichen, das<br />

wir imstande waren, in dieser Katastrophenregion<br />

zu setzen“, sagt abschließend<br />

Präsident Georg Rammlmair.<br />

Direktor Ivo Bonamico meint dazu folgendes:<br />

„Bei diesem Einsatz konnte das<br />

Weiße Kreuz viel lernen, denn es war<br />

das erste Mal, dass der Landesrettungsverein<br />

einen derart langen und komplexen<br />

Katastrophenfall zu bewältigen hatte.<br />

Der Verein hat gezeigt, dass er auch<br />

weit entfernte Einsätze bestens organisieren<br />

und durchführen kann. Die Katastrophenhilfe<br />

soll zukünftig für das<br />

Weiße Kreuz an Bedeutung gewinnen<br />

und als Tätigkeit ausgebaut werden,<br />

um künftig noch besser für solche Herausforderungen<br />

gewappnet zu sein.“<br />

Danksagung an die vielen Freiwilligen<br />

„Man nannte uns Engel ...“<br />

Stellvertretend für alle<br />

Beteiligten einige Aussagen<br />

von Toni Rainer der zweimal bei<br />

Einsätzen in L`Aqula dabei war<br />

und ein Gespräch mit Markus<br />

Leimegger, Dienstleiter des<br />

Betreuungs-Zuges.<br />

Radius: Herr Rainer, was hat Sie motiviert<br />

mitzutun?<br />

T. Rainer: Ich wollte mir das einfach ansehen,<br />

nicht als WK-Angestellter, sondern<br />

einfach so für mich, und auch,<br />

weil es einige gab, die behaupteten, es<br />

funktioniere da unten nicht. Aber mein<br />

Eindruck war positiv, die Hilfe funktionierte<br />

gut, so, wie man es sich in einer<br />

solchen Situation eben erwarten kann.<br />

Bei meinem ersten Einsatz in Sant’ Elia<br />

Mitte Juni war ja die größte Arbeit getan.<br />

Alle arbeiteten zusammen, ich hab<br />

mich wohlgefühlt. Man erlebt ja auch<br />

etwas Außergewöhnliches, das man<br />

so – hoffentlich, muss man sagen – nie<br />

mehr haben kann.<br />

Die Landesregierung hatte die 700<br />

Freiwilligen und die Organisationsverantwortlichen<br />

am Samstag, 28.<br />

November 2009, zu einer Abschlussfeier<br />

in die Messe Bozen geladen. Landeshauptmann<br />

Durnwalder betonte:<br />

„Wir Südtiroler sind stolz, dass sich<br />

so viele Menschen freiwillig melden,<br />

ihre Freizeit opfern und ihre Arbeitskraft<br />

zur Verfügung stellen, wenn Not<br />

am Mann ist.“ Dies sei ein deutliches<br />

Zeichen dafür, dass auch heute nicht<br />

nur materielle, sondern auch die<br />

menschlichen Werte der Hilfe und<br />

der Solidarität noch zählten. Bischof<br />

Karl Golser feierte die Heilige Messe,<br />

der Pfarrer von S. Elia war auch<br />

angereist und der Landeshauptmann<br />

und der Landesrat verteilten am Ende<br />

den beteiligten Organisationen eine<br />

Ehrenurkunde.<br />

Toni Rainer beim Vorbereiten des Thunfischs<br />

Radius: Was hat Sie am meisten beeindruckt?<br />

T. Rainer: Einmal bebte die Erde wieder:<br />

Es war eine halbe Stunde vor Mitternacht,<br />

ich rasierte mich gerade im Gemeinschaftsbad,<br />

der Spiegel entfernte<br />

sich fünf Zentimeter von der Wand. Ein<br />

Betreuer und eine Frau standen draußen.<br />

Eine Minute lang schien das ganze<br />

Lager wie erstarrt zu sein. Es war<br />

erschreckend still. Aber langsam hörte<br />

man wieder ein allgemeines Gemauschel<br />

in den Zelten draußen. Unser Gruppenführer<br />

beschloss, allen Tee und Kekse in<br />

der Mensa anzubieten und bat die Leute<br />

ins große Zelt. Fünf Personen waren<br />

in Panik geraten, die Jüngeren und eine<br />

erfahrene Rot-Kreuz-Krankenschwester<br />

beschwichtigten sie gekonnt. So konnte<br />

dieser wiederholte Erdstoß als etwas Gemeinsames<br />

erlebt werden und das nahm<br />

einigen die Furcht. Am nächsten Tag aber<br />

war die Angst der Leute noch spürbar<br />

stärker als nachts. Sie wiederholten stets,<br />

dass sie nicht in ihre Häuser zurückwollten,<br />

aus denen sie sich nur zufällig schon<br />

ein Mal lebend heraus gerettet hatten.<br />

Diese Angst ist sicher schwer zu überwinden.<br />

Ich empfand es als meine Aufgabe,<br />

mich viel mit den Leuten abzugeben,<br />

ihnen zuzuhören und mit ihnen zu<br />

reden. Das musste ihnen doch gut tun.<br />

Diese freundliche Bereitschaft haben<br />

sie sehr geschätzt und uns alle dankbar<br />

„angeli“ (Engel) genannt.<br />

28 06/<strong>2010</strong><br />

06/<strong>2010</strong> 29


p aAg ki tn ui e rl lu<br />

n g<br />

A k t u e l l<br />

Treue Vierbeiner als Helfer<br />

Bell, Giolan und Stolz waren<br />

die ersten Südtiroler<br />

Lawinensuchhunde, die 1960 in<br />

Sulden eintrafen und im Winter<br />

darauf erstmals zum Einsatz<br />

kamen. Im Jahr 1964 wurde<br />

die erste Ausbildungsstätte für<br />

Lawinensuchhunde eingerichtet.<br />

Heute bestehen landesweit sieben<br />

Hundestaffeln. Im Notfall werden<br />

sie über den Notruf 118 angefordert.<br />

Die Hundestaffel des BRD<br />

Zur Rettung auf Tauchgang<br />

Geht ein Hilferuf über die<br />

Notrufnummer 115 oder 118 in<br />

der Landesnotrufzentrale ein und<br />

ein Hilfseinsatz mit Tauchgang<br />

im Wasser ist nötig, kommen die<br />

Taucher des Landesverbandes für<br />

Wasserrettung zum Einsatz.<br />

Im vergangenen Jahr wurden die<br />

Taucher zu 34 Einsätzen gerufen.<br />

Der Verband unterteilt sich in die vier<br />

Gruppen Bruneck/Pustertal, Eisacktal,<br />

Meran und Bozen, die, je nach der<br />

Entfernung zum Einsatzort, herangezogen<br />

werden. Zum Einsatz kommen<br />

die Mitglieder bei der Suche von vermissten<br />

Personen, Einsätzen zur technischen<br />

Hilfeleistung und Sachbergung,<br />

bei der Tier- und Eisrettung sowie<br />

bei Hochwasser. Im abgelaufenen<br />

Jahr waren die Mitglieder 6528 Stunden<br />

bei 34 Einsätzen, 72 Übungen und<br />

elf Fortbildungen engagiert. Für die<br />

Aufnahme in die Wasserrettung muss<br />

der Bewerber volljährig sein und die<br />

zweite Stufe der international anerkannten<br />

Taucherausbildung sowie<br />

mindestens 50 Tauchgänge in heimischen<br />

Gewässern sind nötig.<br />

<strong>Sicherheit</strong> geht vor<br />

Jedes Mitglied muss jährlich zur eigenen<br />

<strong>Sicherheit</strong> und um allen Situationen<br />

gerecht zu werden, mindestens zehn<br />

Tauchgänge unter Einsatzbedingungen<br />

und einen Kurs des Verbandes absolvieren.<br />

Zu den Übungen zählen unter<br />

anderem Orientierung, Navigation, die<br />

Such-, Berge- und Hebetechniken, Eistauchen<br />

und der Einsatz im Wildwasser.<br />

Im Tauchturm der Feuerwehrschule<br />

Vilpian wird regelmäßig trainiert.<br />

Doch bei der Wasserrettung geht es<br />

nicht allein um das Tauchen, das perfekte<br />

Zusammenspiel der Retter im und<br />

außerhalb des Gewässers entscheidet<br />

über den erfolgreichen Einsatz. Die<br />

Wasserrettung Südtirol verfügt über<br />

58 aktive Einsatztaucher, 19 Tauchlehrer,<br />

zwölf Bootsführer, 13 Bademeister<br />

und sechs ausgebildete Einsatzkräfte<br />

für Wildwasser sowie diverse Sonderausbildungen.<br />

16 Einsatzkräfte stehen<br />

im Vinschgau und Burggrafenamt zur<br />

Verfügung, die Bozner Gruppe mit dem<br />

Einsatzgebiet bis ins Überetsch, Unterland<br />

und Gröden besteht aus zwölf Rettern,<br />

im Wipp- und Eisacktal sind es elf<br />

Einsatzkräfte und die Gruppe im Puster-,<br />

Ahrn- und Gadertal setzt sich aus<br />

19 Rettungskräften zusammen.<br />

Die Wasserrettung des Roten Kreuzes<br />

Die Freiwilligen der Wasserrettung<br />

(O.P.S.A.) verfügen über eine Spezialausbildung,<br />

die sie dazu befähigt, Hilfeleistungen<br />

in Flüssen, Seen und in<br />

öffentlichen Badeanstalten zu leisten.<br />

Die rund 50 aktiven Mitglieder der seit<br />

1995 bestehenden Sektion werden allerdings<br />

nicht zu Sucheinsätzen gerufen,<br />

sondern sind ausschließlich für<br />

<strong>Sicherheit</strong>sdienste in den Schwimmbädern<br />

und bei Wassersportveranstaltungen<br />

sowie Festen auf den Südtiroler<br />

Gewässern im Dienst .<br />

Die Rettungsmannschaften sind für alle<br />

Hilfs- und Rettungsdienste befähigt, ein<br />

Teil der Freiwilligen hat eine Taucherausbildung<br />

und die Befähigung zum Einsatz<br />

im Hubschrauberrettungsdienst.<br />

In Bozen befindet sich der nationale<br />

Sitz des Roten Kreuzes der Wasserrettung<br />

für fließende Gewässer, in dem<br />

Ausbildungskurse verschiedener Stufen<br />

durchgeführt werden.<br />

Die Hundestaffel des BRD (Bergrettungsdienst<br />

des Südtiroler Alpenvereins)<br />

zählt 42 Hundeführer. Sie sind in<br />

fünf Talschaften eingeteilt: Vinschgau,<br />

Meran/Burggrafenamt, Bozen, Eisacktal/Wipptal<br />

und Pustertal. Die Suchhunde<br />

werden als Lawinen- und Stöberhunde<br />

für die Vermisstensuche, aber<br />

auch als Fährtenhunde ausgebildet.<br />

Hundestaffel Rotes Kreuz<br />

Die Hundestaffeln sind bei fünf Gruppen<br />

in Bozen, Meran, Gröden, im Passeiertal<br />

und in Brixen stationiert. Insgesamt<br />

sind 52 Hundeführer tätig, 50<br />

sind momentan einsatzbereit. Dafür<br />

ist ein regelmäßiges, wöchentliches<br />

Training notwendig. Die Hunde sind<br />

ausschließlich für die Suche nach Vermissten<br />

im Gelände und unter Trümmern<br />

ausgebildet.<br />

Rettungshundestaffel Bruneck<br />

Die Staffel wurde 1972 gegründet. Die<br />

ersten Einsätze erfolgten 1975/76 bei<br />

der Lawinensuche. Danach wurde die<br />

Ausbildung auf Flächen- und Trümmersuche<br />

erweitert. Seit 1988 ist die<br />

Hundestaffel Mitglied des nationalen<br />

Hunderettungsverbandes U.C.I.S. Im<br />

Jahr 2000 trat sie der Internationalen<br />

Rettungshundeorganisation IRO bei,<br />

Präsidentin Astrid Laner ist seit 2002<br />

offizielle IRO-Leistungsrichterin.<br />

Die Hunde des CNSAS<br />

Seit den sechziger Jahren haben sich<br />

die Freiwilligen der Südtiroler Bergund<br />

Höhlenrettung mit ihren Hunden<br />

auf die Lawinen- und Flächensuche<br />

spezialisiert und wurden im letzten<br />

Jahr zu über 40 Einsätzen gerufen.<br />

Die 20 Hundestaffeln leisten den<br />

Dienst in enger Zusammenarbeit mit<br />

den Hundestaffeln des BRD und der<br />

<strong>Sicherheit</strong>skräfte.<br />

Hundestaffel Dolomiten Leifers<br />

Die 15 Staffeln sind in der Trümmer-,<br />

Lawinen- und auf Oberflächensuche<br />

spezialisiert. Der Verein wurde im Jahre<br />

1997 gegründet und ist seit 1998 im<br />

Landesverzeichnis der ehrenamtlich<br />

tätigen Organisationen eingetragen.<br />

Die RHS Dolomiten gehört zu den 85<br />

Einheiten des Nationalen Rettungshundeverbands<br />

„U.C.I.S“ und ist Mitglied<br />

des E.N.C.I. – F.C.I (Nazionale<br />

Cinofilia Italiana – Fédération Cynologique<br />

Internationale).<br />

Hundestaffel Feuerwehrbezirk Bozen<br />

Zur Gruppe der 17 Hundeführer gehören<br />

auch fünf Frauen. Zwölf der Hunde<br />

sind auf nationaler Ebene für Einsätze<br />

der Flächensuche geprüft. Zwei der<br />

Hunde haben eine Spezialausbildung<br />

zum Personenspürhund (Mantrailer).<br />

Sie werden gezielt bei der Suche von<br />

abgängigen Personen eingesetzt.<br />

Hundestaffel „Carabinieri in congedo“<br />

Auch die Carabinieri verfügen über eine<br />

Hundestaffel, die in verschiedenen Bereichen<br />

zum Einsatz kommt.<br />

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06/<strong>2010</strong> 31


p a g i n i e r u n g<br />

Verbesserter Einsatz<br />

Horrorszenario wird Realität<br />

Das Zugunglück im Vinschgau<br />

hat gezeigt: Die Rettungskräfte<br />

sind bestens vorbereitet. Die<br />

Koordination hat reibungslos<br />

funktioniert, die Zeitspanne zwischen<br />

Alarmierung und Einsatz<br />

war denkbar gering.<br />

Das Aushängeschild Südtirols in Sachen<br />

öffentlicher Nahtransport,<br />

der Vinschgerzug, ist am 12. April<br />

entgleist. Der um 8.20 Uhr in Mals<br />

gestartete Zug war zwischen Kastelbell<br />

und Latsch von einer Mure<br />

getroffen worden und entgleist. Ein<br />

Waggon kam quer über den Schienen<br />

zum Stillstand, Erdreich, Steine und<br />

entwurzelte Bäume bedeckten den<br />

Zug. Die Rettungskräfte bargen 28<br />

teils Schwerverletzte aus den Trümmern<br />

und gruben neun Tote aus dem<br />

Schlamm aus.<br />

Die Unglücksursache wird noch von<br />

Geologen und <strong>Sicherheit</strong>sexperten untersucht.<br />

Derzeit geht man davon aus,<br />

dass sich wahrscheinlich aufgrund<br />

von Wasserinfiltrationen das lockere<br />

Material des Schuttkegels oberhalb<br />

der Bahntrasse gelöst hat und mit<br />

hoher Geschwindigkeit auf die Schienen<br />

niedergegangen ist. „Beim Bau<br />

des Latschanderwaales von Goldrain<br />

nach Kastelbell gab es große Schwierigkeiten.<br />

Alle Behörden äußerten Bedenken,<br />

dass es infolge eines defekten<br />

Waales zu einem Unglück kommen<br />

könnte“, erzählt Franz Tappeiner,<br />

Feuerwehrpräsident des Bezirkes Untervinschgau.<br />

Horrorszenario geprobt<br />

Der Vinschgerzug ist am 5. Mai 2005 in<br />

Betrieb gegangen. Franz Tappeiner wurde<br />

beauftragt, den Ablauf eines Einsatzes<br />

auf der Strecke zwischen Latsch und<br />

Kastelbell, wo die Rettungsfahrzeuge<br />

nur erschwert hinkommen, zu simulieren.<br />

„Wir haben 2006 in Zusammenarbeit<br />

mit dem Weißen Kreuz, der Bergrettung,<br />

den Carabinieri, den Notärzten<br />

und allen Beteiligten der Eisenbahn ein<br />

Unfallszenario geprobt, bei dem wir etwa<br />

60 Feuerwehrleute als Opfer mit Blutungen<br />

und Brüchen wirklichkeitsnah<br />

hergerichtet haben. Wir wollten damals<br />

herausfinden, wie sieht die Lage spät in<br />

der Nacht beim letzten Zug im extrem<br />

schwierigen und steilen Gelände aus.“<br />

Das Horrorszenario mit Dutzenden<br />

Verletzten erschien damals etlichen<br />

Feuerwehrkommandanten als zu übertrieben.<br />

Nach dem jüngsten Zugunglück<br />

in der Latschander<br />

mussten sich die<br />

Kritiker von damals<br />

eines Besseren belehren<br />

lassen. „Jene,<br />

die damals behauptet<br />

haben, das wird<br />

sich bei uns nie ereignen,<br />

haben sich<br />

beim jüngsten Bezirksfeuerwehrtag<br />

Franz Tappeiner<br />

Untervinschgau in<br />

Schlanders auf die Schulter geklopft“,<br />

grinst Tappeiner. „Ich bin heute froh,<br />

dass ich damals meine Feuerwehrkameraden<br />

und die verantwortlichen<br />

Kommandanten überzeugen konnte,<br />

diese Großübung abzuhalten. Wir hatten<br />

damals alle fünf Wehren aus der<br />

Gemeinde Latsch und drei Wehren der<br />

Gemeinde Kastelbell dabei. Unter den<br />

zehn Einsatzszenarien war auch jenes<br />

in der Latschander dabei.“<br />

Tappeiner konnte aufgrund der damaligen<br />

Übung am 12. April den Einsatz<br />

viel besser organisieren. „Der Einsatz<br />

erfolgte sowohl auf der westlichen als<br />

auch auf der östlichen Seite. Wir konnten<br />

den technischen Bereich Anlieferung<br />

und Zufahrtsweg (damals hatten<br />

wir keine Verbindung, der Radweg war<br />

noch nicht gebaut, die Hängebrücke<br />

war damals für Personenübergang gesperrt)<br />

sowie die Regelung des Verkehrs<br />

verbessern. Im Bereich der Sanität haben<br />

wir die Triageplätze im Osten und<br />

im Westen, einen Hubschrauberplatz<br />

im Osten und Westen sowie einen Ablageplatz<br />

für die Toten im Osten und<br />

einen kleineren im Westen errichtet.“<br />

Als die Retter am Einsatzort eintrafen,<br />

waren die Toten alle mit Schlamm bedeckt.<br />

„Wir wollten eine humane Bergung<br />

und haben jeden Toten mit der Hand ausgegraben.<br />

Wir wussten zu Beginn nicht,<br />

wie viele Tote das Unglück gefordert hat“,<br />

erzählt Tappeiner. Wie gehen Feuerwehrleute<br />

bei einer solchen Tragödie mit ihren<br />

Emotionen um? „Ich kann einen Vorhang<br />

vorziehen und den Einsatz ablaufen lassen.<br />

Es treten keine Emotionen auf“,<br />

schätzt sich Tappeiner glücklich. Er hat<br />

sein eigenes Rezept, nachher wieder sein<br />

inneres Gleichgewicht zu finden. „Ich gehe<br />

nach so einem Einsatz nach Hause,<br />

bespreche alles mit meiner Frau und gemeinsam<br />

beten wir ein Vaterunser. Damit<br />

kann ich verhindern, dass ich psychische<br />

Probleme bekomme.“<br />

Psychologische Betreuung<br />

Obwohl er selber keine emotionalen Probleme<br />

hat, zeigt er Verständnis für Kameraden,<br />

die mit Toten nicht so leicht<br />

klar kommen. „In der Mannschaft von<br />

Galsaun, wo ich 16 Jahre Kommandant<br />

war, habe ich bei den theoretischen und<br />

praktischen Übungen immer extreme Situationen<br />

ausgesucht, um sie auf Unfälle<br />

mit Toten vorzubereiten. Kameraden, die<br />

Probleme haben, kennt man und schickt<br />

sie daher nicht zu solchen Einsätzen. Wer<br />

psychologische Hilfe braucht, wird nicht<br />

in der Zone A (im direkten Bereich des Geschehens)<br />

eingesetzt, sondern in der Zone<br />

B, in der man Handlanger für die Geräte<br />

ist, oder in der Zone C (Gerätehaus).“<br />

Im Vorfeld dieses Zugunglücks gab es<br />

im unteren Vinschgau viele theoretische<br />

Übungen, in denen man auf solche<br />

Situationen hingearbeitet hat. „Da<br />

konnten wir aus dem Grubenunglück in<br />

Lassnig und der Katastrophe von Galtür<br />

vieles lernen und in unsere Übungen<br />

einbauen.“ Bei diesen Übungen kommt<br />

auch ans Tageslicht, wer belastbar ist.<br />

„Bei einem so großen Unglück wie in<br />

der Latschander muss man im Auge<br />

behalten, wer direkt vor Ort und wer in<br />

der zweiten bzw. dritten Reihe ist.“<br />

Optimale Koordination<br />

Die gemeinsame Nachbesprechung<br />

mit Feuerwehr, Rettungsdienst Weißes<br />

Kreuz, Bergrettung, Notfallpsychologen,<br />

Notfallseelsorge, Notfallmedizin, Landesnotrufzentrale<br />

und den Polizeibehörden<br />

ergab, dass der Einsatzablauf vom Technischen<br />

und Organisatorischen her gut<br />

war, zu verbessern wäre aber die Umleitung<br />

des Verkehrs.“ Die Exekutive müsste<br />

bereits an der Ausfahrt der Autobahn<br />

und der MeBo darauf hinweisen, dass<br />

der Schwerverkehr durch den Vinschgau<br />

nicht bzw. nur erschwert möglich<br />

ist. Die lokale Umleitung im Bereich der<br />

Gemeinden Latsch und Kastelbell muss<br />

in Absprache mit dem Straßendienst erfolgen.<br />

„Das war eine Schwachstelle bei<br />

diesem Einsatz“, bestätigt Tappeiner.<br />

Online-Kondolenzbuch<br />

Dass die Rettungskräfte nach dem Zugunglück<br />

nicht einfach zur Tagesordnung<br />

übergehen, beweist u.a. ein Eintrag<br />

der Freiwilligen und Angestellten des<br />

Landesrettungsvereins Weißes Kreuz/<br />

Bezirk Burggrafenamt und Vinschgau<br />

im Online-Kondolenzbuch. So heißt es<br />

dort wörtlich: „Ist auch alles vergänglich<br />

auf dieser Erde, die Erinnerung an liebe<br />

Menschen ist unsterblich und gibt uns<br />

Trost. Auch jetzt, in den Tagen nach dem<br />

tragischen Zugunglück, sind wir zutiefst<br />

über dieses Ereignis erschüttert. Noch<br />

immer sehen wir die Bilder der Verzweiflung<br />

und die Eindrücke, welche sich in<br />

unseren Herzen und Köpfen eingebrannt<br />

haben. Wir haben geholfen, wo Hilfe<br />

möglich war und trauern jetzt mit euch,<br />

wo unsere Hilfe nicht mehr möglich gewesen<br />

ist. So möchten wir allen Angehörigen<br />

und Betroffenen auf diesem Wege<br />

unser tiefstes Mitgefühl ausdrücken und<br />

viel Kraft, aber auch Hoffnung und Zuversicht<br />

wünschen.“<br />

32 06/<strong>2010</strong><br />

06/<strong>2010</strong> 33


p a g i n i e r u n g<br />

s e r v i c e<br />

„Fehler werden ausgeschlossen“<br />

Schaffen Sie Internet?<br />

Kein wirtschaftlich denkendes<br />

Unternehmen kann es sich<br />

heutzutage mehr leisten, der<br />

Internetwelt gänzlich fernzubleiben.<br />

Die Größe des Unternehmens<br />

spielt dabei keine Rolle.<br />

Wer im Internet nicht gefunden<br />

wird, der existiert praktisch nicht.<br />

Kreative Ideen, eine intelligente Konzeption<br />

und ein professionelles Suchmaschinenmarketing<br />

erlauben es großen<br />

wie kleinen Unternehmen, sich im<br />

weltweiten Markt mit großem Erfolg<br />

zu präsentieren. Arnold Malfertheiner,<br />

Geschäftsführer des Südtiroler Internetpioniers<br />

teamBLAU, zeigt hier auf,<br />

worauf es vor allem ankommt.<br />

Nehmen Sie sich selbst ernst?<br />

Es soll noch immer Unternehmen geben,<br />

die das Internet nicht wirklich<br />

ernst nehmen. Der Internetauftritt wird<br />

ganz nebenbei im Sekretariat betreut,<br />

falls dafür überhaupt Zeit bleibt. Ohne<br />

Konzept. Ohne Ziel. Ohne aktive Betreuung.<br />

Wen wundert es, wenn dann meist<br />

zufällig auf die Seite geratene User eine<br />

Verweildauer von 5-10 Sekunden aufweisen.<br />

Wie soll der User einen Auftritt<br />

ernst nehmen, wenn es das Unternehmen<br />

selbst nicht tut?<br />

Verkaufst Du schon?<br />

Das Unternehmen muss eine ganz klare<br />

Online-Strategie verfolgen. Es reicht<br />

nicht mehr, einfach nur dabei zu sein.<br />

Neben dem Pflichtteil der Unternehmenspräsentation<br />

sollte das Unternehmen<br />

analysieren, welchen klaren und<br />

vor allem nützlichen Mehrwert das<br />

Web für seine Kunden bieten kann. Das<br />

macht aus passiven Onlinebesuchern<br />

aktive Onlinenutzer und schafft so eine<br />

höhere Kundenbindung. Und das<br />

erhöht wiederum die Chance, zusätzlichen<br />

Umsatz zu generieren.<br />

Der Mitbewerber ist nur<br />

einen Klick entfernt<br />

Zugegeben, ein inzwischen alter<br />

Spruch, jedoch aktueller denn je. Gefällt<br />

ein Auftritt nicht, so klickt der User<br />

ganz schnell weiter. Da helfen auch gute<br />

Inhalte oft wenig. Gutes und vor allem<br />

unternehmenskonformes Design ist der<br />

Grundstein dafür, dass der User der<br />

Website Aufmerksamkeit schenkt. Allzu<br />

oft wird das sträflich vernachlässigt<br />

und unterschätzt. Damit der potentielle<br />

Interessent dann bis zur Anfrage vordringt,<br />

braucht es eine klare Navigation<br />

und vor allem gute und verständliche<br />

Inhalte. Professionelle Texte und<br />

perfekte Bilder zeichnen einen erfolgreichen<br />

Auftritt aus. Der Onlinebesucher<br />

hat keine Zeit für Werbe-Blabla,<br />

sondern sucht aktuelle Fakten und will<br />

sich von guten Argumenten überzeugen<br />

lassen. Eine große Herausforderung für<br />

ein Unternehmen ohne eigene Grafiker<br />

oder Texter. Denn: Nicht jeder der<br />

schreiben kann, kann auch schreiben!<br />

Suchmaschinen sind auch<br />

nur Menschen<br />

Der Großteil der Onlineuser nutzt<br />

Google & Co., um seine Seiten zu finden.<br />

Die Suchmaschinen haben dabei<br />

ein erklärtes Ziel: dem Suchenden<br />

die besten und passendsten Suchergebnisse<br />

zu liefern. Was dabei zählt<br />

ist Inhalt, Relevanz und Vernetzung .<br />

Die Basis für ein gutes Ranking in den<br />

Suchmaschinen ist daher neben einer<br />

topoptimierten Programmierung eine<br />

thematisch korrekte und saubere<br />

Textgestaltung. Um eine Topposition<br />

zu erreichen und vor allem zu halten,<br />

bedarf es jedoch zusätzlicher professioneller<br />

Suchmaschinen-Optimierer –<br />

eine Investition, die sich lohnt.<br />

Nach der Pflicht, die Kür<br />

Der Trend geht immer weiter dahin,<br />

dass die Onlineuser sich im Web aktiv<br />

einbringen wollen. Das enorme<br />

Wachstum von Facebook zeigt dies<br />

nur zu deutlich. Der Kunde von heute<br />

teilt den Unternehmen mit, was ihm<br />

gefällt und was ihm weniger gefällt.<br />

Es liegt an den Unternehmen selbst,<br />

wie sie mit diesem „Schatz“ umgehen.<br />

Viele Unternehmen von gestern<br />

sehen darin die Gefahr ihre Produkthoheit<br />

zu verlieren. Unternehmen<br />

von morgen sehen darin jedoch die<br />

Chance, dass der Markt ihnen sagt,<br />

was er haben und kaufen möchte.<br />

Wann gab es das jemals zuvor?<br />

Die ACS Data Systems AG konzipierte<br />

mit dem Landesverband<br />

der Freiwilligen Feuerwehren<br />

Südtirols das anwenderfreundliche<br />

EDV-Programm<br />

„Feuerwehrbuchhaltung“ (FeuBu).<br />

Dazu ein Interview mit Dr. Ing.<br />

Christoph Oberhollenzer, Direktor<br />

des Landesverbandes der Südtiroler<br />

Feuerwehren, über „FeuBu“ und<br />

die ERP-Software Radix, die ebenso<br />

angewendet wird.<br />

Radius: Dr. Ing. Herr Oberhollenzer, wie<br />

viele Feuerwehren nutzen „FeuBu“?<br />

C. Oberhollenzer: Von den 306 „Freiwillige<br />

Feuerwehren“ in Südtirol nutzen<br />

derzeit 120 das Softwareprogramm<br />

„FeuBu“, mit dem sie die komplette<br />

Buchhaltung führen. Es werden laufend<br />

Schulungen angeboten und die Zahl<br />

der Anwender steigt stetig an. Der Landesfeuerwehrverband<br />

wendet für die<br />

Buchhaltung der institutionellen Tätigkeit<br />

ebenfalls „FeuBu“ an, für jene der<br />

Es geht darum, Leistung zu beweisen …<br />

Radix, die ERP-Software für<br />

Ihren wirtschaftlichen Vorsprung<br />

Benutzerfreundlich, individuell,<br />

aufgabenorientiert und schon vielfach bewährt,<br />

DAS IST RADIX.<br />

www.radix.it<br />

ACS DAtA SyStEmS AG – Brixen, Bozen, trento<br />

software · hardware · service www.acs.it<br />

Landesfeuerwehrschule und der Genossenschaft<br />

der Südtiroler Feuerwehren<br />

zusätzlich noch die ERP-Software<br />

Radix – und ist damit sehr zufrieden.<br />

Radius: Wie wird die <strong>Sicherheit</strong> der zentral<br />

erfassten Daten gewährleistet?<br />

C. Oberhollenzer: Ein Zugriff auf das<br />

Programm und die Daten ist nur für<br />

authentifizierte Personen mit Benutzernamen<br />

und Passwort in verschlüsselter<br />

Form möglich. Die Daten werden<br />

zentral im externen Rechenzentrum<br />

der ACS gespeichert, womit eine<br />

maximale <strong>Sicherheit</strong> im Zugriff und<br />

in der Datensicherung besteht – diese<br />

erfolgt täglich durch einen eigenen<br />

Backup-Service.<br />

Radius: Was war bei der Konzeption des<br />

spezifischen Buchhaltungsprogramms<br />

zu berücksichtigen?<br />

C. Oberhollenzer: Da es für unsere vorgeschriebene<br />

Art der Buchhaltung keine<br />

Software gab, entwickelte die ACS in<br />

Dr. Ing. Christoph<br />

Oberhollenzer,<br />

Direktor des Landesverbandes<br />

der Südtiroler<br />

Feuerwehren<br />

enger Zusammenarbeit mit dem Landesverband<br />

dieses eigene Buchhaltungsprogramm.<br />

Dadurch können wir die Buchhaltung<br />

gemäß den gesetzlichen Vorgaben<br />

in einfacher Weise führen; Fehler<br />

werden durch Kontrollmechanismen<br />

ausgeschlossen.<br />

INFO<br />

ACS DATA SYSTEMS AG<br />

BRIXEN – BOZEN - TRIENT<br />

Tel. 0472 272 727 – Fax 0472 272 728<br />

info@acs.it – www.acs.it<br />

software.<br />

34<br />

06/<strong>2010</strong>


s e r v i c e<br />

s e r v i c e<br />

Service aus der Steckdose<br />

Was in aller Munde ist, gilt bei<br />

DATEF schon längst: Einer der<br />

Partnerschaft groß schreibt,<br />

Innovation an seine Kunden weitergibt<br />

und auf neue, erfolgversprechende<br />

Strategien in<br />

der IT setzt.<br />

Trends werden nicht von heute auf<br />

morgen kreiert. Sie brodeln lange unter<br />

der Oberfläche, sind Insiderthemen,<br />

bis sie auf einmal an die Öffentlichkeit<br />

gelangen und alle bestehenden Konzepte<br />

umkrempeln. Dabei sind die Endverbraucher<br />

dann jene, die in der Informationsflut<br />

und Hype Euphorie<br />

der Technik-<br />

Trends<br />

versinken.<br />

Cloud Computing<br />

war<br />

das bestimmende<br />

Thema der<br />

CEBIT <strong>2010</strong>. Herkömmliche<br />

Systeme, welche lokal arbeiten, können<br />

mit der Flexibilität des Cloud Computing<br />

nicht mehr mithalten. Der Zugriff<br />

auf Anwendungen und IT Infrastrukturen<br />

kann praktisch von Überall erfolgen,<br />

egal ob vom Smartphone, Laptop oder<br />

PC. Die Abrechnung erfolgt nach Bedarf.<br />

Lokaler Partner<br />

Was viele bisher nicht wussten ist, dass<br />

DATEF diese Technologie in Südtirol<br />

bereits seit Jahren erfolgreich<br />

anbietet und<br />

umsetzt. Kunden greifen<br />

online über eine<br />

gesicherte Verbindung<br />

auf Anwendungen<br />

zu, welche durch<br />

DATEF verwaltet<br />

und administriert werden.<br />

DATEF verbindet die Vorteile<br />

des Cloud Computing mit den Vorteilen<br />

eines lokalen Partners. Alle Anwendungen<br />

laufen in einem hochsicheren<br />

Datencenter in Bozen, können aber<br />

von den Kunden standortunabhängig<br />

genutzt werden. Maximale Flexibilität,<br />

gepaart mit maximaler <strong>Sicherheit</strong>. Und<br />

genau diese Kombination unterscheidet<br />

DATEF von den großen Anbietern<br />

wie Microsoft, IBM oder Amazon. DA-<br />

TEF kann flexibler auf die Anfrage des<br />

Kunden reagieren, und der Kunde weiß<br />

immer, wo seine Daten gespeichert sind<br />

und wer, wie darauf Zugriff hat.<br />

Die DATEF Cloud<br />

DATEF geht nun einen Schritt weiter<br />

und stellt einzelne Teile ihres Portfolios<br />

kostenlos zur Verfügung: denn Transparenz<br />

heißt Vertrauen. Die DATEF<br />

AG bietet auf Ihrer Website seit einiger<br />

Zeit die kostenlose Nutzung der DATEF<br />

Cloud an. Über eine Anmeldung auf der<br />

Website von DATEF kann der User online<br />

Anwendungen, die „DATEF Apps“,<br />

für einen bestimmten Zeitraum nutzen.<br />

Die Auswahl der zur Verfügung<br />

gestellten Programme ist vielfältig und<br />

umfasst von Microsoft Office <strong>2010</strong> über<br />

Outlook Mail, auch Programme zur<br />

Verwaltung von Kundendaten und Dokumentenablage.<br />

Wer sich also immer<br />

noch verloren fühlt in der Vielfalt der<br />

Möglichkeiten, kann hier schon einmal<br />

Antworten finden, wie nahtlos die<br />

Integration der Cloud Applications in<br />

den beruflichen Alltag erfolgen kann.<br />

Fernab von dem, was Hersteller und<br />

Trends versprechen, besteht die Möglichkeit<br />

sich ein individuelles Bild zu<br />

machen und deren Umsetzung schon<br />

jetzt zu erleben.<br />

info<br />

Datef AG<br />

Negrellistraße 13/b - 39100 Bozen<br />

Tel. 0471 066 500 - Fax 0471 066 501<br />

sales@datef.it - www.datef.it<br />

Erfolg ohne Papier<br />

Das „papierlose Büro“: Was<br />

futuristisch klingt, ist im<br />

Vorzeigeunternehmen Dr.<br />

Schär (Produktion glutenfreier<br />

Lebensmittel) Wirklichkeit geworden<br />

– zumindest in Bezug auf die<br />

Ein- und Ausgangsrechnungen.<br />

Unterstützt vom IT-Unternehmen<br />

Alpin in Bozen und dessen Software<br />

„d.3“, archiviert Dr. Schär seit<br />

einem Jahr alle Eingangsrechnungen<br />

sowie sämtliche Ausgangsrechnungen<br />

rechtssicher, aber nur in digitaler<br />

Form – ohne Papier.<br />

Die positive Erfahrung mit der digitalen<br />

Archivierung hat Dr. Schär nun veranlasst,<br />

einen weiteren Schritt in Richtung<br />

des papierlosen Büros zu tun. Immer<br />

basierend auf Know-how und Beratung<br />

der Firma Alpin und deren Software<br />

„d.3“ ist vor kurzem auch der gesamte<br />

Prozess zur „Prüfung und Genehmigung<br />

von Eingangsrechnungen“ digitalisiert<br />

worden. Was heißt das konkret? Statt<br />

Rechnungen in Papierform zur Prüfung<br />

von einem Mitarbeiter zum nächsten zu<br />

reichen, werden sämtliche Eingangsrechnungen<br />

unmittelbar nach Eingang<br />

eingescannt und im Programm „d.3“ digital<br />

archiviert – sowohl am Hauptsitz<br />

in Burgstall als auch in den deutschen<br />

Werken in Hessen und Thüringen.<br />

Die Buchhaltungsabteilung verteilt die<br />

Rechnungen anschließend per Knopfdruck<br />

an die jeweils zuständigen Prüfer<br />

weiter, die die digitalen Dokumente Sekunden<br />

später auf ihrem PC haben. Der<br />

Prüfer sichtet die Rechnung, ergänzt sie<br />

bei Bedarf, gibt die Rechnung frei oder<br />

schickt sie – in digitaler Form – an den<br />

nächsten Prüfer. Sobald sämtliche Prüfungsschritte<br />

durchlaufen sind, wird<br />

das digitale Dokument an die Buchhaltungsabteilung<br />

zurückgeschickt, die die<br />

Rechnung verbucht und bezahlt.<br />

Lückenlos und effizient<br />

„Dieser digitale Eingangsrechnungs-<br />

Workflow bietet viele Vorteile für den<br />

Geschäftsalltag“, freut sich Christian<br />

Franzelin, IT-Manager bei Dr. Schär. So<br />

können Eingangsrechnungen im Zuge<br />

des Prüfungsprozesses nicht mehr verloren<br />

gehen; aufgrund der Digitalisierung<br />

ist es sogar möglich, auch während<br />

des Prüfungsprozesses in die digitalen<br />

Dokumente einzusehen. Außerdem<br />

bleiben Rechnungen nicht mehr<br />

auf einem Schreibtisch liegen, denn<br />

das System erinnert den Prüfer nach<br />

Ablauf einer definierten Frist automatisch<br />

an seine Genehmigungspflicht.<br />

„Mithilfe des neuen Arbeitsprozesses,<br />

der auf der Software „d.3“ der Firma<br />

Alpin beruht, konnten wir die Durchlaufzeiten<br />

der Rechnungsgenehmigung<br />

Christian Franzelin ist IT-Manager bei Dr. Schär.<br />

bei Dr. Schär signifikant senken“, so<br />

Franzelin. „Das macht es uns möglich,<br />

Fristen für Skonti besser einzuhalten<br />

und der gesamte Prozess im Zusammenhang<br />

mit der Verwaltung von Eingangsrechnungen<br />

wird lückenlos und<br />

effizient überwacht.“<br />

Info<br />

Alpin GmbH<br />

Lanciastraße 8/B - 39100 Bozen<br />

Tel. 0471 056 000<br />

info@alpin.it - www.alpin.it<br />

36 06/<strong>2010</strong><br />

06/<strong>2010</strong> 37


p a g i n i e r u n g<br />

s e r v i c e<br />

Business-Software<br />

von Würth Phoenix<br />

Wie sich der IT-Dienstleister<br />

Würth Phoenix mit seinem<br />

international ausgerichteten<br />

Softwareangebot am heimischen<br />

Markt positioniert.<br />

Südtiroler Unternehmen agieren<br />

verstärkt auf internationaler Ebene,<br />

erschließen neue Märkte und formen<br />

immer größere organisatorische<br />

Strukturen. Selbst für mittlere und<br />

kleinere heimische Firmen ist die<br />

Präsenz auf globalen Märkten mittlerweile<br />

Normalität. Expansionen eröffnen<br />

dabei zahlreiche neue Chancen,<br />

erfordern in deren erfolgreichen Bewältigung<br />

aber auch leistungsfähige<br />

organisatorische Hilfsmittel. So sind<br />

ohne einheitliche IT-Anwendungen<br />

und standardisierte Prozesse grenzüberschreitend<br />

wachsende Betriebe<br />

nicht effizient steuerbar. Zeitgemäße<br />

Software-Systeme sind zudem wichtig,<br />

um neue Beschaffungswege, höhere<br />

Lieferanforderungen sowie anspruchsvollere<br />

Kundenbedürfnisse in<br />

gewohntem Maße mit höchster Qualität<br />

und Zuverlässigkeit abzudecken.<br />

ERP-Lösungen auf Basis von<br />

Microsoft Dynamics AX<br />

Würth Phoenix hat aus diesem Grund<br />

mit WÜRTHPHOENIX Trade+ jüngst ein<br />

international ausgerichtetes ERP-Paket<br />

auf Basis von Microsoft Dynamics AX<br />

am Markt präsentiert. Die vollständig<br />

integrierte Lösung dient der Unterstützung<br />

sämtlicher Handels-, Finanz- und<br />

Logistikprozesse – ganz unabhängig davon,<br />

in welchem Land oder Kontinent<br />

sich die Unternehmensstandorte befinden.<br />

Möglich gemacht wird dies durch<br />

über 40 Länderlösungen, die bereits im<br />

Standardrepertoire von Dynamics AX zur<br />

Verfügung stehen und die grundlegenden<br />

Arbeitsprozesse abdecken. Von Würth<br />

Phoenix umfangreich erweitert und den<br />

Erfordernissen von Handels- und Dienstleistungsunternehmen<br />

angepasst, wurden<br />

die Bereiche Logistik, Vertrieb, Beschaffung,<br />

Planung und Reporting.<br />

Internationale Erfahrung<br />

Für die Umsetzung konnte das Bozner<br />

Unternehmen dabei auf die Erfahrung<br />

seiner Berater und Projektleiter zurückgreifen,<br />

die in vielen Ländern innerhalb<br />

und außerhalb der Würth-Gruppe tätig<br />

sind. Mehrsprachigkeit, unterschiedliche<br />

Jurisdiktion und Kulturen stellen<br />

für das Team den Normalfall in deren<br />

Tätigkeitsfeld dar. Derzeit werden<br />

beispielsweise gleichzeitig Projekte in<br />

Kanada und Neuseeland abgewickelt.<br />

Auch Installationen in der Mongolei<br />

oder in der Kaukasus-Region sind<br />

nichts Ungewöhnliches.<br />

Lokaler Bezug äußerst wichtig<br />

Um ein nachhaltiges Wachstum sicherzustellen,<br />

wird für Würth Phoenix die<br />

Orientierung auf dem Markt außerhalb<br />

des Firmenverbundes der Würth-<br />

Gruppe immer wichtiger. Der Bereich<br />

Vertrieb und Marketing wurde in den<br />

letzten Jahren deutlich ausgebaut.<br />

Dreh- und Angelpunkt für die Marktbearbeitung<br />

in Italien, Deutschland<br />

und Ungarn ist dabei nach wie vor die<br />

Firmenzentrale in Bozen. Dass heimischen<br />

Unternehmen größtes Augenmerk<br />

geschenkt wird, liegt für Hubert<br />

Kofler, CEO der Würth Phoenix-Gruppe<br />

auf der Hand: „Südtirol ist eine eigenständige<br />

Wirtschaftsregion inmitten<br />

Europas, die für uns einen hohen<br />

Stellenwert einnimmt. Schließlich sind<br />

lokale Erfolge im Herzen sicher höher<br />

einzuschätzen als ein gelungenes Projekt<br />

in Mailand, München oder im asiatischen<br />

Raum.“<br />

Unterschiede in der Projektumsetzung<br />

gebe es dabei nach Geschäftsführer<br />

Michael Piok mittlerweile nur mehr<br />

bedingt. „Lokal ist längst global und<br />

zahlreiche Südtiroler Unternehmen<br />

sind international präsent. Da sich die<br />

grenzüberschreitenden Ansprüche<br />

mittlerweile auch in den Anforderungen<br />

an Softwarelösungen im Allgemeinen<br />

und ERP-Systemen im Speziellen<br />

widerspiegeln, sehen wir in Südtirol<br />

auch ein relevantes Marktpotential.“<br />

In der Tat sind viele der von Würth<br />

Phoenix abgewickelten Projekte bereits<br />

so genannte "Multisite-Installationen"<br />

mit internationalem Charakter<br />

und verteilten Standorten. Auslandsgesellschaften<br />

werden dabei an die<br />

Muttergesellschaft angebunden, ohne<br />

dass Neuimplementierungen vonnöten<br />

wären (siehe Kasten).<br />

Bessere „Collaboration“ mit SharePoint<br />

Doch nicht nur die Möglichkeit, alle<br />

finanztechnischen, produkt- und kundenrelevanten<br />

Informationen weltweit<br />

über eine zentrale Datenbasis<br />

verfügbar zu haben, erweist sich als<br />

Microsoft Dynamics AX:<br />

Lokal ist global – WÜRTHPHOENIX<br />

Trade+ auf Basis von Microsoft Dynamics<br />

AX ist eine ERP-Lösung für<br />

international ausgerichtete Handelsund<br />

Dienstleistungsunternehmen.<br />

Microsoft Dynamics CRM:<br />

Erfolgreiche Customer Relationship<br />

– Die CRM-Lösung für den systematischen<br />

Aufbau und die konsequente<br />

Pflege dauerhafter und profitabler<br />

Kundenbeziehungen.<br />

Wissen: Multisite<br />

Im Unterschied zur Mehrmandantenfähigkeit<br />

bei ERP-Systemen beschränken<br />

sich bei Multisite-Projekten die<br />

erreichten Synergien nicht nur auf ITtechnische<br />

Belange, als dass Hardware<br />

und Software von mehreren Firmen gemeinsam<br />

genutzt werden.<br />

In Multisite-Installationen werden komplette<br />

Geschäftsprozesse innerhalb einer<br />

Unternehmensgruppe erfasst, der gesamte<br />

Waren- und Wertefluss mehrerer<br />

Unternehmen kann somit standort- und<br />

zeitzonenunabhängig unter einem Dach<br />

abgewickelt werden.<br />

entscheidend. Auch die Art und Weise<br />

der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit<br />

über verschiedene Unternehmenssitze<br />

hinweg wird zu einem<br />

immer wichtigeren Wettbewerbsfaktor.<br />

In diesem Bereich setzt Würth<br />

Phoenix auf die Collaboration-Lösung<br />

SharePoint. Die Microsoft-Plattform<br />

verbindet Wissen aus dem ERP-System<br />

mit der Microsoft Office-Welt und<br />

beliebig anderen in Unternehmen eingesetzten<br />

Softwareanwendungen. Mitarbeitern<br />

wird es damit ermöglicht, etwa<br />

im Rahmen von Projekten effizient<br />

mit Teammitgliedern zusammenzuarbeiten,<br />

beliebige Unternehmensressourcen<br />

zu finden oder benutzerdefinierte<br />

Inhalte und Arbeitsabläufe zu<br />

verwalten.<br />

Grenzenloser Einsatz<br />

Die IT kann und wird die Geschäftsstrategien<br />

von morgen mit beeinflussen<br />

und erfordert insbesondere in einem<br />

internationalen Umfeld Lösungen und<br />

Internationale Erfahrung für heimische Unternehmen:<br />

Dr. Michael Piok und Hubert Kofler von Würth Phoenix<br />

Dienstleister, die diesen Aufgaben gewachsen<br />

sind und die entsprechende<br />

Erfahrung mitbringen. Würth Phoenix<br />

unterstützt Unternehmen darin, ihre<br />

Präsenz in einem globalen Umfeld<br />

so auszubauen, dass das gesammelte<br />

Betriebswissen gebündelt und in international<br />

durchgängigen Prozessen<br />

abgebildet werden kann. Die bisherige<br />

Erfahrung des Bozner Unternehmens<br />

zeigt, dass dies dort am erfolgreichsten<br />

geschieht, wo ungeachtet eines<br />

schwierigen Wirtschaftsumfeldes der<br />

Mut zu Neuem gelebt und im Rahmen<br />

einer organischen und IT-gestützten<br />

Wachstumsstrategie konsequent umgesetzt<br />

wird.<br />

Info<br />

Würth Phoenix GmbH<br />

Kravoglstraße 4 - 39100 Bozen<br />

Tel. 0471 564 111 - Fax 0471 564 122<br />

info@wuerth-phoenix.com<br />

www.wuerth-phoenix.com<br />

Wie kann Würth Phoenix Sie unterstützen?<br />

Microsoft SharePoint:<br />

Mehr als Dokumentenmanagement –<br />

Mit SharePoint verbessern Sie die Interaktion<br />

zwischen Personen, Inhalten,<br />

Prozessen und bereits genutzten<br />

Geschäftsanwendungen.<br />

ITIL:<br />

Prozessoptimierung – Die IT Infrastructure<br />

Library (ITIL) ist ein internationaler<br />

Standard für die Definition und den Betrieb<br />

von IT-Prozessen. Würth Phoenix<br />

unterstützt unter anderem die Autonome<br />

Provinz Bozen bei der Einführung<br />

von ITIL in deren IT-Organisation.<br />

WÜRTHPHOENIX NetEye:<br />

Standortübergreifende Kontrolle –<br />

NetEye dient der effizienteren Verwaltung<br />

der IT-Infrastruktur und<br />

eignet sich in besonderem Maße für<br />

eine zentrale Überwachung von Filialen<br />

und Auslandsniederlassungen.<br />

Die Lösung ist bereits bei zahlreichen<br />

heimischen Top 100 Unternehmen im<br />

Einsatz.<br />

38 06/<strong>2010</strong><br />

06/<strong>2010</strong> 39


s e r v i c e<br />

s e r v i c e<br />

Spezifische Softwarelösungen<br />

Schnell am richtigen Einsatzort<br />

Moderne IT-Lösungen decken<br />

einen großen Teil der betrieblichen<br />

Anforderungen der<br />

Unternehmen ab. Dennoch gibt<br />

es Situationen, in denen spezielle<br />

Softwarelösungen entwickelt<br />

oder bestehende Lösungen entsprechend<br />

angepasst werden<br />

müssen. „emdse GmbH“ ist der erfahrene<br />

und kompetente Partner<br />

für maßgeschneiderte Lösungen<br />

auf Basis von Microsoft. NET<br />

Technologie.<br />

Kompetente Spezialisten schaffen<br />

den Unternehmen eine anwenderfreundliche<br />

Lösung unter Berücksichtigung<br />

der spezifischen Anforderungen<br />

des jeweiligen Kunden. Dabei<br />

entstehen sehr unterschiedliche Applikationen<br />

von klassischen Server-<br />

Client-Lösungen, mobilen Anwendungen<br />

und Anpassungen und Entwicklungen<br />

auf Basis von Microsofts Technologieplattformen<br />

wie MS SharePoint<br />

Server 2007/<strong>2010</strong> und MS BizTalk Server<br />

2006/2009. Analyse, Planung und<br />

Umsetzung sowie anschließendes Roll<br />

Out und nachträgliche Wartung und<br />

Assistenz gehören zum Leistungsumfang<br />

der „emdse GmbH“. Zuverlässigkeit,<br />

Termintreue und Kompetenz<br />

zeichnen das Unternehmen aus.<br />

Internationale Kunden<br />

Das Unternehmen ist seit 2006 im oberitalienischen<br />

Raum, in Österreich, in der<br />

Schweiz und in Deutschland tätig und<br />

zählt internationale Kunden wie die Benetton<br />

Group AG, Marchesini Group AG,<br />

aber auch Südtiroler Unternehmen wie<br />

die Maico GmbH und V.IP Gen. landw.<br />

Gesellschaft zu seinem Kundenkreis.<br />

Eine Geschäftserweiterung mit Niederlassungen<br />

im Ausland wird angestrebt.<br />

Entsprechende Schritte in Richtung Expansion<br />

im süddeutschen Raum wurde<br />

in Partnerschaft mit einem affinen Unternehmen<br />

bereits unternommen.<br />

Unternehmen können auf einen kompetenten<br />

Partner zugreifen, der flexibel<br />

kundenspezifische und maßgeschneiderte<br />

Softwarelösungen auf Basis von<br />

Standardtechnologien anbietet.<br />

info<br />

emdse GmbH<br />

Pfarrhofstrasse, 4/F - 39100 Bozen<br />

Tel. 0471 1740 003 - Fax 0471 1740 004<br />

Wo befindet sich der<br />

Firmenwagen? Wer kann am<br />

schnellsten zur Stelle sein? Mit<br />

dem modernen Navigationssystem<br />

des Meraner Unternehmens<br />

Comtec kein Problem! Wenige<br />

Sekunden genügen, schon<br />

erscheint die aktuelle Position<br />

auf dem Monitor.<br />

Der Disponent entscheidet nach den<br />

eingehenden Daten, welcher Fahrer<br />

beauftragt wird.<br />

Der Autoatlas hat ausgedient, bereits<br />

seit langem übernehmen GPS-Geräte die<br />

Verkehrsführung. Die Ortung eines Fahrzeuges<br />

über Satellit ist seit Jahren vor<br />

allem für Spediteure ein unerlässliches<br />

Hilfsmittel zur pünktlichen und schnellen<br />

Belieferung ihrer Kunden. Schnelligkeit<br />

entscheidet über die Zuteilung und<br />

Überwachung von Diensten und Waren.<br />

Mittels der Telematikgeräte gehen die nötigen<br />

Informationen in Sekunden ein.<br />

Doch die hochpräzisen Geräte in den<br />

Fahrzeugen leisten durchaus mehr: Sie<br />

weisen und kontrollieren den Streckenverlauf,<br />

warnen vor Staus, sind Fahrtenschreiber,<br />

bieten eine zusätzliche Tankkontrolle<br />

und ermöglichen eine Kommunikation<br />

mit der Firmenzentrale.<br />

In den vergangenen zwölf Jahren hat<br />

das Meraner Unternehmen Comtec<br />

europaweit zahlreiche Transportunternehmen<br />

und Handwerker ausgestattet.<br />

Zu den Kunden zählen neben vielen<br />

Südtiroler Transportfirmen auch die<br />

„Fercam Bozen“, das „Raiffeisen Lagerhaus“<br />

in Österreich und der Baukonzern<br />

„Geiger“ im Allgäu. Die Anpassung<br />

der Hard- und Software erfolgt kundenspezifisch<br />

durch die zehn Mitarbeiter in<br />

Meran und Slowenien.<br />

<strong>Sicherheit</strong> im Cockpit<br />

Die Verbindung zwischen dem Fahrzeug<br />

und der Zentrale wird mit Hilfe<br />

einer „Black Box“ hergestellt. Damit<br />

ist eine sehr kostengünstige, dauerhafte<br />

Fernüberwachung in Echtzeit der<br />

Fahrzeugflotte möglich. Wird das Gerät<br />

mit einem Touch-Display gekoppelt, erhält<br />

man ein vollständiges Kommunikationssystem<br />

mit der Möglichkeit der<br />

Freisprechtelephonie. Kostspielige Telefonate<br />

übers Handy zur Übermittlung<br />

von Aufträgen werden somit unnötig.<br />

Für allein arbeitende Mitarbeiter ist die<br />

Satellitenüberwachung ein zusätzliches<br />

<strong>Sicherheit</strong>ssystem.<br />

Im Notfall noch schneller zur Stelle<br />

Was in der Wirtschaft bereits ausgezeichneten<br />

Nutzen bringt, wird in vielen<br />

Ländern auch von den <strong>Sicherheit</strong>skräften<br />

genutzt. Im Notfall können die<br />

Standorte und der Status der Einsatzfahrzeuge<br />

der Polizei, Sanitäter, Notärzte<br />

oder Feuerwehr in Echtzeit von der<br />

Einsatzzentrale aus gesichtet werden.<br />

Per Satellitenortung werden Position,<br />

Geschwindigkeit und Fahrtrichtung ermittelt.<br />

Unverzüglich kann das nächste,<br />

am günstigsten zum Einsatzort stationierte<br />

Fahrzeug entsandt werden, ohne<br />

mehrere Stellen auf Disponibilität kontaktieren<br />

zu müssen. Sekunden entscheiden<br />

oft über die rechtzeitige Hilfe<br />

bei Unfällen oder Krankheit, hiermit<br />

können sie eingespart werden.<br />

info<br />

Comtec Italia GmbH<br />

Luis-Zuegg-Str. 40 - 39012 Meran<br />

Tel. 0473 490 500 - Fax 0473 490 501<br />

www.comtec.info<br />

06/<strong>2010</strong> 41


A k t u e l l<br />

Drei Fragen an …<br />

… Arnold Malfertheiner.<br />

Der Gründer der teamBlau<br />

Agentur und Experte in Sachen<br />

Internetmarketing kennt<br />

die Stellung der Südtiroler<br />

Unternehmen im WWW.<br />

Radius: Wie steht es um die Unternehmen<br />

Südtirols im Internet?<br />

A. Malfertheiner: teamBLAU betreut seit<br />

Jahren die führenden und bekanntesten<br />

Unternehmen in Südtirol. Dies gibt uns<br />

tagtäglich die Möglichkeit festzustellen,<br />

wie die lokalen Wirtschaftstreibenden<br />

im Internet agieren. Wir haben dabei in<br />

den letzten ein bzw. zwei Jahren einen<br />

enormen Professionalisierungsschub<br />

bemerkt. Südtirols Unternehmen haben<br />

den Wettlauf im Internet aufgenommen!<br />

Radius: Welche Chance hat ein kleiner<br />

Wirtschaftsraum wie Südtirol im Internet?<br />

A. Malfertheiner: Ein Großteil unserer<br />

Kunden ist weit über die Grenzen Südtirols<br />

hinaus aktiv und erfolgreich. Ei-<br />

20 Jahre effizienter IT-Service<br />

„systems“ feiert heuer Geburtstag<br />

und wird stolze 20 Jahre. Ein<br />

Grund, den über 1000 Kunden<br />

einen Dank auszusprechen.<br />

20 Jahre sind eine lange Zeit, in der<br />

sich das IT-Unternehmen „systems“<br />

entwickelt hat und gewachsen ist. Heute<br />

sind knapp 30 Mitarbeiter an drei<br />

verschiedenen Standorten in Südtirol<br />

für zahlreiche namhafte Kunden im<br />

Einsatz. „systems“ ist somit eines der<br />

führenden IT-Unternehmen mit einzigartigen<br />

Zertifizierungen, Kompetenzen<br />

und Partnerschaften.<br />

Möglich wurde dies alles jedoch erst<br />

durch das Vertrauen der Kunden. Dazu<br />

Gustav Rechenmacher: „Das Vertrauen<br />

unserer Kunden musste erst erarbeitet<br />

werden. Dies gelang durch eine permanente<br />

Serviceorientierung und Verbesserung<br />

der Serviceleistungen mit<br />

dem Ziel, den Kunden noch effizienter,<br />

schneller und lösungsorientierter zu<br />

bedienen.“<br />

ne gut geführte Internetstrategie bietet<br />

hier eine sehr günstige und gleichzeitig<br />

extrem effiziente Möglichkeit, im internationalen<br />

Mitbewerb an vorderster<br />

Reihe zu stehen.<br />

Radius: Wo sieht teamBLAU noch Aufholbedarf<br />

für Südtiroler Unternehmen?<br />

A. Malfertheiner: Neben dem Ausbau von<br />

Onlineservices für Kunden und Partner<br />

müssen Südtirols Unternehmen sich<br />

schleunigst um die Optimierung ihrer<br />

Auftritte für Suchmaschinen kümmern.<br />

Das wird aktuell noch zu sehr vernachlässigt.<br />

Ein Wettbewerbsnachteil, der<br />

mit verhältnismäßig geringen Budgets<br />

aufzuholen ist.<br />

Der Autor<br />

Arnold Malfertheiner ist Gründer und<br />

Geschäftsführer der Agentur team-<br />

BLAU. Die 15 Mann- und Frau-Agentur<br />

gehört zu den führenden Dienstleistern<br />

im Bereich Internet und Online-Marketing<br />

in Südtirol und darüber hinaus.<br />

Der Weg ist das Ziel<br />

Doch der IT-Dienstleister „systems“ weiß,<br />

dass Verbesserungen immer möglich sind<br />

und der Servicegedanke als Stärke weiter<br />

ausgebaut werden muss. Daher bündeln<br />

die Mitarbeiter des Unternehmens ihre<br />

Anstrengungen für die Zukunft im Hinblick<br />

auf ein großes, übergeordnetes<br />

Ziel. „systems“ will die Serviceleistungen<br />

für seine Kunden noch weiter ausbauen<br />

und optimieren, damit der Kunde seine<br />

Der intensive Umgang mit dem Medium<br />

Internet, die ständige Herausforderung<br />

Neues zu entwickeln und Trends frühzeitig<br />

zu erkennen und mitzugestalten,<br />

bringen Erkenntnisse zu Tage, welche<br />

permanent in Kundenprojekte, Vorträgen,<br />

Weiterbildungsseminaren und Publikationen<br />

des Autors einfließen. Für<br />

Fragen erreichen Sie Arnold Malfertheiner<br />

unter am@teamBLAU.com<br />

Leistung und Produktivität noch mehr<br />

steigern und sich sorglos auf seine Kerntätigkeit<br />

konzentrieren kann. „systems“<br />

will dabei seinem neuen Anspruch in<br />

puncto Kundenwert gerecht werden: IT-<br />

Service-Leader in Südtirol!<br />

INFO<br />

systems KG<br />

Bozen – Bruneck – Schlanders<br />

info@systems.bz - www.systems.bz<br />

Blicken zurück<br />

auf 20 Jahre<br />

Erfolgsgeschichte:<br />

die Geschäftsführer<br />

Michael Hellweger<br />

und Gustav<br />

Rechenmacher.<br />

CUBE – Größte<br />

Server Farm<br />

Wer einen Großteil des Business über Web<br />

abwickelt oder mit komplexen Anwendungen<br />

arbeitet, muss auf perfektes IT-Management<br />

vertrauen können.<br />

Und um jederzeit weltweit zugreifen zu können, sind<br />

heute Business-Continuity-Lösungen mit sicherer Datenübertragung<br />

nicht mehr wegzudenken. Aus diesem<br />

Grund hat die Brennercom CUBE, die größte Server Farm<br />

Südtirols, konzipiert. Der CUBE ist im wahrsten Sinne des<br />

Wortes ein Datentresor: sicher, technologisch auf dem neuesten<br />

Stand, perfekt abgesichert und benutzerfreundlich.<br />

Innovativste Gebäudetechnik, geprüfte Brandschutzsysteme<br />

und lückenlose <strong>Sicherheit</strong>sanlagen machen den CUBE<br />

zu einem angriffsicheren Schließfach für die E-Business-<br />

Infrastruktur der Unternehmen. Rund zwei Millionen Euro<br />

wurden in das 300 Quadratmeter große Rechenzentrum<br />

investiert, das Raum für mehr als 60 Racks bietet. Die Vorteile?<br />

CUBE zentralisiert die Informationsinfrastruktur<br />

an einem einzigen und nahe gelegenen Ort, erlaubt einen<br />

direkten Zugang zum Brennercom-Glasfasernetz und damit<br />

zu enormen Kapazitätsreserven, garantiert eine Disaster-Recovery-Lösung<br />

mittels der zweiten Server Farm der<br />

Brennercom in Trient und reduziert für die Unternehmen<br />

das Risiko, das mit dem Aufbau und der Instandhaltung<br />

einer eigenen IT-Infrastruktur verbunden ist.<br />

Ihre Daten sind es wert.<br />

Ihre Daten haben sIch<br />

brennercom–cUbe verDIent,<br />

DIe technologIsch<br />

hochwertIgste<br />

server Farm zwIschen<br />

maIlanD UnD münchen.<br />

Die Daten Ihres Unternehmens sind ein wichtiges<br />

Gut, das es mit größter Aufmerksamkeit zu schützen<br />

gilt. Aus diesem Grund brauchen Sie CUBE. Eine<br />

Server Farm, sicher wie der Tresor einer Bank, von<br />

technisch spezialisierten Mitarbeitern geführt, die<br />

es Ihnen ermöglicht, nicht in Ihrem Unternehmen<br />

in eine derartige Struktur investieren zu müssen<br />

und die Ihnen alle Sorgen im Bezug auf eine sichere<br />

Datenaufbewahrung erspart.<br />

CUBE. DiE SErvEr Farm<br />

aUF höChStEm SiChErhEitSnivEaU.<br />

cube@brennercom.it www.brennercom.it<br />

42<br />

06/<strong>2010</strong>


p a g i n i e r u n g<br />

G r u n d b a u & S p e z i a l t i e f b a u<br />

Tunnelbauten sind auch Schutzbauten<br />

Schutzbauten und Netze<br />

Hangrutschungen, Steinschlag,<br />

Straßenabsenkungen und<br />

Überschwemmungen sind<br />

auch in Südtirol ein großes<br />

Problem. Je nach geologischer<br />

Beschaffenheit treten diese<br />

Naturphänomene häufig und<br />

massiv auf.<br />

Südtirol ist ein Gebirgsland und naturbedingt<br />

von größeren und kleineren<br />

Massenbewegungen betroffen.<br />

Nicht weniger als 2400 solcher Bewegungen<br />

sind in einem eigens dafür<br />

angelegten Kataster dokumentiert.<br />

Die vielen Katastrophen nach Unwettern,<br />

aber vor allem das Unglück in<br />

Sarno (1998) hat das Umweltministerium<br />

in Rom zum Umdenken veranlasst.<br />

Es wird jetzt verstärkt darauf<br />

hingearbeitet, dass nach einem<br />

Steinschlag oder einem Hangrutsch<br />

neben den Reparaturarbeiten auch<br />

für eine stärkere Absicherung des<br />

Gebietes gesorgt wird. Die Gefahrenstellen<br />

müssen entschärft und alle<br />

Risikogebiete ausgeforscht werden.<br />

Für ein Land wie Südtirol, dessen<br />

Straßennetz vorwiegend aus Bergstraßen<br />

besteht (das Straßennetz verläuft<br />

zu 26 Prozent zwischen 600 bis<br />

1000 m und zu 56 Prozent auf über<br />

1000 m Meereshöhe) erweisen sich<br />

diese Maßnahmen als eine besondere<br />

Herausforderung. „In Südtirol gilt das<br />

besondere Augenmerk der Landesverwaltung<br />

aber schon lange der Prävention,<br />

um größere Hangrutschungen<br />

und Steinschläge mit all den negativen<br />

Folgen so weit als möglich zu verhindern.<br />

Aber auch die Erforschung und<br />

Ausweisung der Risikozonen hat seit<br />

Jahren schon oberste Priorität“, erklärt<br />

Bautenlandesrat Florian Mussner<br />

nicht ohne Stolz. Parallel zu den<br />

Vorgaben aus Rom laufen in Südtirol<br />

seit langem schon Studien zur genauen<br />

Erhebung der Risiken. So etwa die<br />

Risiken von Hangrutschungen, die<br />

den Straßenverkehr bedrohen.<br />

Computerisierter Kataster<br />

Die Landesverwaltung hat beim Amt für<br />

<strong>Zivilschutz</strong> einen eigenen Bereitschaftsdienst<br />

eingerichtet. Damit wird garantiert,<br />

dass Techniker und Geologen<br />

rund um die Uhr in Bereitschaft stehen.<br />

Nur so ist es möglich, dass bei Notfällen<br />

in kürzester Zeit Techniker am Ort des<br />

Geschehens eintreffen. Um Gefahren<br />

vorzubeugen und die entsprechenden<br />

Sicherungsarbeiten besser programmieren<br />

und koordinieren zu können,<br />

hat das Ressort für öffentliche Bauten<br />

einen computerisierten Kataster der<br />

bestehenden Steinschlagschutzbauten<br />

angelegt.<br />

Außerdem wurde für die weitere Vorgangsweise<br />

beim Bau von Steinschlagschutzbauten<br />

ein neues System, auch<br />

Protokoll genannt, entwickelt. „Mit<br />

diesem können, in Anbetracht der beschränkten<br />

Geldmittel, die Prioritäten,<br />

die Art des Eingriffes sowie eine objektive<br />

Verteilung der nur beschränkt zur<br />

Verfügung stehenden Geldmittel im Bereich<br />

Steinschlagschutz festgelegt werden“,<br />

bestätigt Mussner.<br />

Protokoll der Risiken<br />

In einer ersten Phase wurden die technischen<br />

Leitlinien zur Erstellung des<br />

Katasters der Schutzbauten erarbeitet,<br />

damit das zuständige Landesamt<br />

die Instandhaltungsprogramme (allein<br />

zwischen 1999 und 2004 hat der Straßendienst<br />

mit einem finanziellen Aufwand<br />

von 38.631.368,00 € 333 neue<br />

Schutzbauten errichtet) erstellen konnte.<br />

Zu diesen Schutzbauten, die laufend<br />

gewartet und instand gehalten werden<br />

müssen, sind noch viele weitere dazugekommen<br />

und werden auch in Zukunft<br />

noch viele dazukommen.<br />

In der zweiten Phase wurde das „Protokoll”<br />

definiert, dem ein vereinfachtes<br />

Verfahren zur Festlegung der Risiken<br />

der verschiedenen Hänge mit und ohne<br />

<strong>Sicherheit</strong>snetze bzw. Schutzwall<br />

zugrunde liegt. Das Protokoll umfasst<br />

nur Steinschläge und Felsstürze mit einer<br />

Geschwindigkeit von mehr als drei<br />

Meter pro Minute (bei dieser Geschwindigkeit<br />

können die Verkehrsteilnehmer<br />

rechtzeitig gewarnt werden) und<br />

ist einfach umzusetzen. Als Basis für<br />

die Erstellung dieses Protokolls diente<br />

die Schweizer Methode von Buwal<br />

(1998/99).<br />

Prioritäten der Instandhaltung<br />

Mit Hilfe des Katasters der Schutzbauten<br />

und des „Protokolls“ werden die<br />

Prioritäten bei der Instandhaltung der<br />

Schutzbauten und die Gefahrenstufe<br />

(Wahrscheinlichkeit eines Felssturzes<br />

oder Steinschlages innerhalb eines bestimmten<br />

Zeitraumes) der einzelnen<br />

Hänge festgelegt.<br />

„Die vorgeschlagene Methode garantiert<br />

eine auf mehreren Ebenen wirksame<br />

Kontrolle: Monitoring auf Landesebene,<br />

Verteilung der Ressourcen nach<br />

Priorität auf die einzelnen Staats- und<br />

Landesstraßen, Monitoring auf lokaler<br />

Ebene des Straßendienstes unter Nutzung<br />

lokaler Ressourcen, Informationsangebot<br />

zu den einzelnen bereits bestehenden<br />

oder vorgesehenen Maßnahmen<br />

sowie Planung der Instandhaltung<br />

der Schutzbauten“, bestätigt Mussner.<br />

Aus diesen zwei gemeinsam angewandten<br />

Methoden ergibt sich eine Strategie<br />

der Prognose, der Prävention und der<br />

Optimierung der Ressourcen (Mehrjahresprogramme),<br />

der weitgehend objektive<br />

Methoden zugrunde liegen. Damit<br />

konnte man bis jetzt schon zahlreiche<br />

Hänge sichern und Schutzbauten errichten.<br />

Innovatives Risikomanagement<br />

Der Schutz gegen Naturgefahren ist weiterhin<br />

eine steigende Herausforderung.<br />

Die Anzahl der Schadensereignisse im<br />

letzten Jahrzehnt zeigt deutlich die Wichtigkeit<br />

für umfassendes und innovatives<br />

Risikomanagement. „Unser Projekt Monitor<br />

ist die Dauerbeobachtung von Phä-<br />

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G r u n d b a u & S p e z i a l t i e f b a u<br />

nomenen und hilft Gefahrenprozesse zu<br />

analysieren und auszuwerten. Monitoring<br />

ist eine notwendige Voraussetzung<br />

für Risikomanagement und Frühwarnsysteme“,<br />

unterstreicht Mussner.<br />

Das Projekt Monitor soll existierende<br />

Monitor-Methoden vergleichen und<br />

auswerten, für verschiedene Risikotypen<br />

geeignete Empfehlungen für Monitoring<br />

anbieten, Vorgehensweisen<br />

für die Anwendungen von Monitoring<br />

auf transnationalem Ausmaß festlegen,<br />

innovative Methoden entwickeln,<br />

indem Fernerkundungsdaten<br />

und Technologien an Ort und Stelle<br />

kombiniert werden sowie Monitoring<br />

in <strong>Zivilschutz</strong>maßnahmen praktisch<br />

integrieren.<br />

Risikokommunikation<br />

Der zweite große Themenbereich des<br />

Projekts umfasst die Risikokommunikation.<br />

Hier soll ein interdisziplinärer<br />

Ansatz gesucht werden, um durch die<br />

beste Kombination von Medienkanälen,<br />

die verständliche Aufbereitung von Information<br />

und partizipativen Ansätzen,<br />

das Risikobewusstsein zu steigern. Südtirol<br />

ist in Sachen Schutzbauten auch<br />

Kooperationen mit anderen Staaten<br />

eingegangen. „Es gibt da beispielweise<br />

das Interreg-Projekt Monitor. Das<br />

Amt für Geologie und Baustoffprüfung<br />

untersucht u.a. in enger Zusammenarbeit<br />

mit den Projektpartnern der<br />

Region Veneto und in Österreich die<br />

tiefgründigen Massenbewegungen<br />

von Trafoi, Hahnebaum (Moos in Passeier)<br />

und Barbian. Dabei soll versucht<br />

werden, diese zumeist langsamen Rutschungen<br />

genau zu verstehen und eine<br />

entsprechende Gefahrenzonenanalyse<br />

durchzuführen, die dann auch auf<br />

andere Areale angewendet werden<br />

kann“, erklärt Mussner. Dann gibt es<br />

auch noch das Paramount-Projekt,<br />

das sich mit Hangverbauungsmethoden,<br />

Typologien und Prioritäten im<br />

Alpenraum befasst. Die Partnerländer<br />

sind Österreich, Schweiz, Frankreich,<br />

Slowenien, die Region Veneto und die<br />

Provinz Trient.<br />

Die Straßen mit den dringendsten Hangverbauungsarbeiten<br />

Straße Ortschaft Art des Eingriffs<br />

Gesamtbetrag der<br />

Arbeiten in €<br />

Stand der Arbeiten<br />

1 SS241 Kampenn Tunnels, neue Trasse, Brücken, Steinschlagschutz 50.200.000 teils abgeschlossen, teils in Ausarbeitung<br />

2 SS508 Sill Tunnels, Felssicherung, Steinschlagschutz 62.500.000 Tunnels in Ausführung, Felssicherung abgeschlossen<br />

3 LS24 Völs + Tonder Tunnels, Felssicherung, Steinschlagschutz 62.000.000 teils abgeschlossen, teils in Ausarbeitung<br />

4 SS42 "roccette" Steinschlagschutztunnel, Brückensanierung, neue Trasse 10.500.000 endgültiges Projekt in Genehmigungsfase<br />

5 LS149 Mühlbach-Meransen Steinschlagschutz, Netz, Felssicherung, Schutzwall 3.200.000 teils abgeschlossene Arbeiten, teils innerhalb Oktober<br />

abgeschlossen<br />

6 SS38 Stilfs in Vinschgau Netz, Felssicherung 23.000.000 Arbeiten in Projektierungsphase<br />

7 SS12 Kollmann Schutzwall, Steinschlagschutz, Felssicherung 4.100.000 Am 22. März <strong>2010</strong> wurden die Arbeiten übergeben<br />

8 SP98 Grumser Steinschlagschutz, Netz 465.000 abgeschlossene Arbeiten<br />

9 SS12 Steinmannwald - Leifers Süd Schutzwall, Steinschlagschutz, Netz 18.100.000 abgeschlossene Arbeiten<br />

10 SP9 St. Walburg Steinschlagschutz, Netz, Felssicherung 515.000 abgeschlossene Arbeiten<br />

11 SS44bis Moos Steinschlagschutz, Netz, Felssicherung, Schutzwall 1.200.000 Abschluss der Arbeiten innerhalb Sommer <strong>2010</strong><br />

12 SS620 Birchabruck - Lavazè Steinschlagschutz, Netz 360.000 abgeschlossene Arbeiten<br />

13 SS40 Tunnels Graun Tunnel, Steinschlagschutz, Felssicherung 2.115.000 abgeschlossene Arbeiten<br />

14 SP91 Gasteig Steinschlagschutz, Netz, Felssicherung 360.000 abgeschlossene Arbeiten<br />

15 SS44 Jaufenpass Schutzwall, Netz 175.000 teils abgeschlossen<br />

16 SS508 Penser Joch Netz, Felssicherung 1.115.000 abgeschlossene Arbeiten<br />

17 SP3 Saxalb Steinschlagschutz, Netz 585.000 Abschluss der Arbeiten im August <strong>2010</strong><br />

18 SS38 Bozen Steinschlagschutz, Netz, Felssicherung 240.000 abgeschlossene Arbeiten<br />

19 LS48 Rein in Taufers Schutzwall, Steinschlagschutz 1.500.000 teils abgeschlossen, teils in Ausarbeitung<br />

20 SS12 Grasstein Steinschlagschutz, Netz, Felssicherung 240.000 abgeschlossene Arbeiten<br />

21 SS508 Penser Joch Netz, Felssicherung 940.000 abgeschlossene Arbeiten<br />

22 SP88 Spien Netz 215.000 abgeschlossene Arbeiten<br />

23 SP79 St. Lugano Steinschlagschutz, Netz, Felssicherung 1.250.000 abgeschlossene Arbeiten<br />

24 SP44 Antholz Niedertal Schutzwall 300.000 abgeschlossene Arbeiten<br />

25 SP3 Vernagt Steinschlagschutz 215.000 abgeschlossene Arbeiten<br />

26 SS508 Elzenbaum Netz, Felssicherung 1.355.000 abgeschlossene Arbeiten<br />

246.745.000<br />

<strong>Sicherheit</strong> über alles<br />

Im Interview mit Landesrat<br />

Florian Mussner rund um<br />

das Thema <strong>Sicherheit</strong> im<br />

Straßenbereich.<br />

Radius: Warum wurde<br />

unter Ihrer Leitung<br />

verstärkt auf die Sicherung<br />

der Hänge<br />

mit Fangnetzen gesetzt?<br />

LR Florian Mussner:<br />

Wir haben im Rahmen<br />

der Diskussion,<br />

wo man zur Verstärkung<br />

der <strong>Sicherheit</strong><br />

Florian Mussner<br />

intervenieren muss,<br />

überlegt, dass man<br />

auch durch das Anbringen von Fangnetzen<br />

mehr <strong>Sicherheit</strong> schaffen kann.<br />

In vielen Fällen ist so ein Fangnetz aber<br />

zu schwach, dort müssen wir einen<br />

Tunnel oder einen Schutzwall errichten.<br />

Wir entscheiden von Fall zu Fall,<br />

was sinnvoll ist. Wir bauen nur dort<br />

Tunnels, wo keine andere Möglichkeit<br />

besteht.<br />

Radius: Sie sind bekannt dafür, dass sie<br />

bei allen Bauvorhaben genau kalkulieren.<br />

Ist der Rotstift Ihr ständiger Begleiter?<br />

LR Mussner: Ich glaube, das sind wir<br />

auch den Steuerzahlern in Südtirol<br />

schuldig. Wir müssen in puncto <strong>Sicherheit</strong><br />

dort intervenieren, wo es möglich<br />

ist, und Südtirol sicher machen. Aber<br />

die Gleichung Qualität - Arbeit muss<br />

auch in diesem Bereich stimmen. Ich<br />

hoffe, dass uns das stets gelingt. Wir<br />

geben jährlich 40 Millionen Euro für<br />

<strong>Sicherheit</strong>smaßnahmen aus.<br />

Radius: Wie werden die Programme für<br />

die Sicherung der Straßen erstellt?<br />

LR Mussner: Wir haben uns überlegt,<br />

welches die 26 am stärksten gefährdeten<br />

Straßen sind. Dann haben wir<br />

gemeinsam mit den Gemeinden eine<br />

Liste dieser 26 Projekte erstellt, bei<br />

dem das Eggental an erster Stelle steht,<br />

gefolgt vom Sarntal, der Völserstraße,<br />

dem Abschnitt Waidbruck-Völs und die<br />

Mendelstraße. Bevor diese wichtigsten<br />

Bauvorhaben nicht abgeschlossen sind,<br />

werden keine neuen begonnen.<br />

Radius: In welchem Zeitraum werden<br />

die einzelnen Programme umgesetzt?<br />

LR Mussner: Wir erstellen jeweils ein<br />

Programm, das über fünf Jahre Gültigkeit<br />

hat. Wir sind bei der ersten Liste<br />

schon an einem guten Punkt und können<br />

langsam daran denken, eine zweite<br />

Liste zu erstellen. Ich möchte aber darauf<br />

hinweisen, dass wir beim Straßenbauprogramm<br />

auch immer den Aspekt<br />

der <strong>Sicherheit</strong> einbauen. So wie etwa<br />

derzeit mit den Bauarbeiten in Leifers,<br />

wo wir mit der Errichtung des Tunnels<br />

die Gefahren bannen können.<br />

Radius: Welche Art der Sicherungen<br />

überwiegt derzeit?<br />

LR Mussner: Kostenmäßig sind das sicherlich<br />

die Tunnelbauten. Aber wir<br />

haben festgestellt, dass wir viele Netze<br />

austauschen bzw. warten müssen, die<br />

vor 20 Jahren angebracht worden sind.<br />

Nur so ist die <strong>Sicherheit</strong> der Straßenteilnehmer<br />

gewährleistet.<br />

Radius: Gibt es Möglichkeiten, Hangrutschungen<br />

und Straßenabsenkungen zu<br />

verhindern?<br />

LR Mussner: Südtirol ist ein Gebirgsland<br />

und es wird immer Probleme geben. Man<br />

kann nicht alles vorhersehen, aber wenn<br />

etwas passiert, ist die Ursache nicht in<br />

der Nachlässigkeit der Projekttanten oder<br />

der Baufirma zu suchen. Fast immer sind<br />

heftige und lange Unwetter sowie Wasserinfiltrationen<br />

schuld.<br />

Radius: Kann durch die Hangverbauungen<br />

und Tunnels eine 100-prozentige<br />

<strong>Sicherheit</strong> für die Verkehrsteilnehmer<br />

erreicht werden?<br />

LR Mussner: Jede Arbeit, so klein sie<br />

auch ist, trägt zur <strong>Sicherheit</strong> bei. Wir<br />

tun unser Möglichstes, aber es wird immer<br />

ein minimales Restrisiko bleiben.<br />

Radius: Werden die Projekte inzwischen<br />

vermehrt von den Technikern des Landes<br />

erstellt oder Freiberufler damit beauftragt?<br />

LR Mussner: Sowohl als auch. Wir haben<br />

aber nicht so viele Projektanten, dass<br />

wir alles hausintern machen könnten.<br />

Radius: In welchen Abständen werden<br />

die Schutzbauten kontrolliert?<br />

LR Mussner: Seit zwei Jahren werden<br />

alle Schutzbauten regelmäßig kontrolliert,<br />

denn nach einer gewissen Zeit<br />

entsprechen die Seile nicht mehr den<br />

Anforderungen. Zum Beispiel in Kardaun<br />

müssen wir sehr viel austauschen.<br />

Damit nicht genug: Jede Straße in den<br />

sechs Zonen wird täglich abgegangen.<br />

Die Zonenmeisterei muss täglich am<br />

Morgen eine Kontrollfahrt machen. Sie<br />

muss dann einen Bericht abfassen, ob<br />

alles in Ordnung war.<br />

Radius: Wer ist zuständig, wenn Steine<br />

auf die Straße fallen?<br />

LR Mussner: Wenn jemand einen Steinschlag<br />

meldet, dann muss die Straßenmeisterei<br />

entscheiden, ob die<br />

Straße für den Verkehr gesperrt werden<br />

muss, bis ein Geologe nach einem<br />

Lokalaugenschein der Freigabe zustimmt.<br />

Meistens wird die Straße aber<br />

sofort gesperrt.<br />

Radius: Wie viele Geologen stehen für<br />

diese Arbeit zur Verfügung?<br />

LR Mussner: Wir haben vier fest angestellte<br />

Geologen. Bei größeren Hangrutschungen<br />

bzw. Steinschlägen ist stets<br />

unser Chefgeologe Ludwig Nössing vor<br />

Ort, um sich ein Bild von der Situation<br />

zu machen. Im Falle von lang anhaltender<br />

ungünstiger Witterung sind alle<br />

Geologen des Amtes für Geologie rund<br />

um die Uhr solange in Bereitschaft, bis<br />

sich die Notfallsituation beruhigt hat.<br />

Im Bedarfsfalle wird, wie im Herbst<br />

2000, auf Freiberufler zurückgegriffen.<br />

Das Land Südtirol arbeitet zudem im<br />

Rahmen des Projektes PARAMOUNT<br />

mit den Regionen des Alpenraumes<br />

zusammen. Ziel des Projektes ist<br />

die Erstellung einer Prioritätenliste<br />

notwendiger Schutzmaßnahmen.<br />

Hier werden auch spezielle Aufträge<br />

an externe Geologen und Experten<br />

vergeben.<br />

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p a g i n i e r u n g<br />

G r u n d b a u & S p e z i a l t i e f b a u<br />

Hangstabilisationen im Berggebiet<br />

Rutschzone Rijeda – Maßnahmen<br />

zur Hangsicherung. Rijeda ist der<br />

Name eines Hanges in Gröden,<br />

nördlich von St. Christina, in<br />

Plesdinatz, auf ca. 1500 m Höhe.<br />

Der Hang ist steil und unstabil.<br />

Ähnlich wie der Hang daneben,<br />

weiter östlich, Aldoss. Schon<br />

1882, und später 1916/17, 1951,<br />

1966 usw. wurden hier größere<br />

Rutschungen festgestellt und<br />

aufgezeichnet.<br />

2001 hat sich der Hang wiederum<br />

bewegt, nachdem es zuvor lange und<br />

intensiv geregnet hatte: In den Wiesen<br />

traten Risse auf, an den Gebäuden kam<br />

es zu Sprüngen und Setzungen. Worauf<br />

die Gemeindeverwaltung sofort<br />

reagiert, Dringlichkeitsmaßnahmen<br />

durchgeführt und Untersuchungen<br />

beauftragt hat. Es wurden Drainagelöcher<br />

gebohrt, provisorische Abstützungen<br />

aufgestellt und die Bewegungen<br />

gemessen. Der Geologe Hermann<br />

Nicolussi wurde mit der Erstellung<br />

eines geologisch-geotechnischen Gutachtens<br />

betraut.<br />

Anhand eingehender Analysen der geologischen<br />

sowie der hydrologischen Verhältnisse<br />

vor Ort konnten die Ursachen<br />

für die Bewegungen in Rijeda ermittelt<br />

werden. Der Hang rutscht nicht, wie oft<br />

der Fall, wegen besonderer Grundwasserverhältnisse.<br />

Die Drainagebohrungen<br />

haben gezeigt, dass kaum Grundwasser<br />

vorhanden ist. Vielmehr ist in Rijeda das<br />

Niederschlagswasser, der viele Regen,<br />

Grund für die Rutschungen: Der Regen<br />

dringt in den Boden ein, vermischt sich<br />

mit den tonigen und lehmigen Teilen des<br />

Bodens, diese verlieren ihre Festigkeit,<br />

lockern sich und beginnen sich zu bewegen.<br />

Und je mehr und länger es regnet,<br />

umso mehr rutscht der Boden.<br />

Aus dieser Erkenntnis der Ursachen<br />

konnten die Maßnahmen zur Stabilisierung<br />

gefolgert werden. Um die<br />

Bewegungen im Boden aufzuhalten,<br />

muss das Oberflächenwasser, bevor<br />

es in den Boden eindringt, soweit<br />

möglich, gesammelt und kontrolliert<br />

abgeleitet werden. Zusätzlich sind<br />

Verbauungen im oberen Drittel des<br />

Hanges und eine Stabilisierung des<br />

Böschungsfußes erforderlich.<br />

des Hanges ausgearbeitet, unterteilt in<br />

mehrere Schritte:<br />

1. Errichtung von zusätzlichen Sammelleitungen<br />

für Regenwasser und<br />

Schmutzwasser: Die vorhandenen<br />

Sammelleitungen für Regenwasser<br />

und Schmutzwasser sind zu klein,<br />

um zusätzliches, aus dem Hang<br />

abgeleitetes Wasser aufnehmen zu<br />

können. Durch weitere Sammelleitungen<br />

wurde die Ableitungskapazität<br />

erhöht.<br />

2. Ausbildung eines Entwässerungsgrabens:<br />

Den Hang hinauf in Falllinie<br />

wurde ein 250 m langer Entwässerungsgraben<br />

errichtet über den<br />

das Oberflächenwasser gesammelt<br />

und in die neue Sammelleitung abgeführt<br />

wird. Der Graben ist flexibel<br />

ausgebildet mit einem Kanalbett aus<br />

Stahlgitterkörben, die mit Schotter<br />

gefüllt sind. Unter dem Kanalbett<br />

liegt ein durchgehendes Drainagerohr,<br />

in das das Regenwasser aus<br />

den Schotterkörben abfließen kann.<br />

3. Ausbildung von seitlichen Drainagegräben:<br />

Quer zum Entwässerungsgraben<br />

sind links und rechts<br />

je sieben Seitengräben errichtet,<br />

insgesamt 670 m lang, die flächendeckend<br />

das Regenwasser in<br />

den Entwässerungsgraben führen.<br />

Diese Gräben sind kleiner und als<br />

Rinne im Boden ausgebildet, mit<br />

einer Folie ausgekleidet und mit<br />

Kies abgedeckt.<br />

4. Errichtung von zwei verankerten<br />

Pfahlwandreihen samt Drainagebohrungen:<br />

Nachdem mit den<br />

bisher genannten Maßnahmen<br />

ein Großteil des Oberflächenwassers<br />

gesammelt und abgeleitet<br />

wird, gilt es nun das obere<br />

Drittel des Rutschhanges zu<br />

stabilisieren. Dazu dienen zwei<br />

Reihen von Pfahlwänden, ausgebildet<br />

mittels Mikropfählen und<br />

Stahlbündelzuganker. Eingelegte<br />

Drainagerohre verhindern, dass<br />

sich Hangwasser an den Pfahlwänden<br />

aufstaut, sie leiten dieses<br />

zur Sammelleitung ab.<br />

5. Errichtung einer verankerten<br />

Stützmauer am Böschungsfuß samt<br />

Drainagebohrungen: Auch der Fuß<br />

des Hanges muss stabilisiert werden,<br />

um die Gesamtstabilität des<br />

Hanges zu verbessern. Es ist eine<br />

schräg anliegende, mit Zugankern<br />

zurückgehängte Stützmauer vorgesehen.<br />

Auch hier werden Drainagerohre<br />

eingelegt werden, die verhindern,<br />

dass sich Hangwasser an der<br />

Stützwand aufstaut bzw. um dieses<br />

zur Sammelleitung abzuleiten.<br />

6. Ableitung von Straßen, Plätzen und<br />

Dächern: Schließlich muss dem an<br />

den befestigten Flächen, wie Straßen,<br />

Plätzen und Dächern anfallende<br />

Regenwasser nachgegangen werden.<br />

Es darf hier nicht, wie andernorts<br />

üblich, in den Boden zur Versickerung<br />

rückgeführt werden, sondern<br />

muss ebenso sorgfältig gesammelt<br />

und abgeleitet werden.<br />

Baumaßnahmen<br />

Ing. Wolfgang Plattner, vom Büro Platter<br />

Bozen, hat in Folge die konkreten<br />

Baumaßnahmen zur Stabilisierung<br />

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G r u n d b a u & S p e z i a l t i e f b a u<br />

G r u n d b a u & S p e z i a l t i e f b a u<br />

Stabilisierung in Villanders<br />

Die Spezialisten von GEOBAU<br />

In der Gemeinde Villanders<br />

sind in der Erweiterungszone<br />

„Steinacher 1“ Schäden an<br />

Gebäuden entstanden, die auf<br />

eine großflächige, bis in die<br />

Erweiterungszone „Steinacher 2“<br />

reichende, Hanginstabilität zurückzuführen<br />

sind.<br />

Die gemessenen Kriechbewegungen<br />

des Hanges liegen im Millimeterbereich<br />

pro Jahr, wobei nach außergewöhnlichen<br />

Niederschlagsereignissen<br />

Verformungen im Zentimeterbereich<br />

auftreten können.<br />

Anhand von Erkundungsbohrungen<br />

und Inklinometermessungen konnte eine<br />

Gleitfuge in einer Tiefe von ca. 20 m<br />

festgestellt werden.<br />

Die Gemeinde Villanders beauftragte<br />

das Büro „hbpm Ingenieure GmbH“<br />

mit der Planung geeigneter Sicherungsmaßnahmen.<br />

Die Arbeiten selbst wurden<br />

von der Fa. „Geobau“ ausgeführt.<br />

Die Stabilisierung des Rutschhanges<br />

erfolgt über drei Sicherungsebenen,<br />

dabei werden in den verschiedenen<br />

Bereichen (A, B und C) rückverankerte<br />

Kleinbohrpfahlreihen hergestellt. Die<br />

Länge der Kleinbohrpfähle wird an<br />

die Tiefe der Gleitfuge angepasst, eine<br />

Einbindetiefe von 4 m muss sichergestellt<br />

sein. In bestimmten Abschnitten<br />

reichen die Kleinbohrpfähle bis in eine<br />

Tiefe von 36 m. Ebenso muss die<br />

Krafteinleitung der Permanentanker<br />

jenseits der tiefen Gleitfuge erfolgen.<br />

Diese Forderung bedingt Ankerlängen<br />

von teilweise über 30 m.<br />

Zur besseren Verteilung der Ankerkräfte<br />

wurde im Kopfbereich der<br />

Kleinbohrpfähle ein Stahlbetonbalken<br />

angeordnet.<br />

Ein Großteil der geplanten Arbeiten<br />

zur Stabilisierung des Hanges findet im<br />

bewohnten Gebiet statt. Bereits in der<br />

Planungsphase wurde versucht, die Unannehmlichkeiten<br />

für die Anrainer so<br />

gering wie möglich zu halten. So wurde<br />

beispielsweise in der Ausschreibung<br />

gefordert, dass die zum Einsatz kommenden<br />

Bohrgeräte mit einem speziellen<br />

Staubfang – einer sog. Auswurfglocke<br />

– ausgestattet sein müssen. Weiter<br />

wurden die Bauarbeiten so koordiniert,<br />

dass die Unterbrechung der Zufahrtsstraßen<br />

auf ein Minimum reduziert<br />

werden konnte. Auch war eine kurzfristige<br />

Verlegung der vorhandenen<br />

Infrastrukturen wie Strom und Wasser<br />

erforderlich.<br />

Zur Überwachung der Hangstabilität<br />

wurden Messinstrumente in Form von<br />

Ankerkraftmessdosen und Inklinometern<br />

in den Kleinbohrpfählen vorgesehen.<br />

Dies ermöglicht eine genauere und<br />

längerfristige Beurteilung des Verformungsverhaltens<br />

des Hanges.<br />

Die Firma Geobau GmbH hat<br />

sich seit ihrer Gründung auf den<br />

Spezialtiefbau und Grundbau<br />

konzentriert und ist einer der ältesten<br />

und erfahrensten Betriebe<br />

Südtirols in diesem Sektor.<br />

Die sehr unterschiedlichen Böden<br />

Südtirols und Norditaliens erfordern<br />

einen sehr umfangreichen<br />

Maschinenpark und eine vielfältige<br />

Bohrausrüstung, damit für viele<br />

geologische Eventualitäten die beste<br />

und kostengünstigste Lösung geboten<br />

werden kann.<br />

Erfahrene und geschulte Mitarbeiter<br />

sind das wichtigste Kapital. Geobau<br />

verfügt über ein hochqualifiziertes<br />

Team, zu welchem Spezialisten in der<br />

Bedienung der hydraulischen Bohrgeräte,<br />

Injektionspumpen und Sonderausrüstungen<br />

gehören. Es sind spezialisierte<br />

Techniker beschäftigt, welche die<br />

durchzuführenden Projekte planen und<br />

überwachen. Ihr Augenmerk liegt neben<br />

ständiger Innovation und Qualität<br />

auch auf einem behutsamen Eingriff.<br />

Beratung und Lösungen gehören zu deren<br />

Aufgaben. Ein Netzwerk aus externen<br />

Geologen, Spezialisten, Geotechnikern<br />

und Fachbetrieben ermöglicht es<br />

Qualität, <strong>Sicherheit</strong> und Beständigkeit<br />

zu garantieren.<br />

Kompetenzen:<br />

• Stabilisierungsmaßnahmen für<br />

rutschende Hänge<br />

• Baugrubensicherungen mittels vernagelten<br />

Spritzbeton- und kleinkalibrigen<br />

Bohrpfahlwänden<br />

• Grundierungsarbeiten (Baugrundstabilisation)<br />

mit Mikropfählen<br />

und mittelgroßen Pfählen, sowie<br />

Bodenverbesserungsmaßnahmen<br />

mittels Hochdruckinjektionen<br />

• Straßenstabilisierungsmaßnahmen<br />

• Verankerungen von Seilbahnmasten<br />

und Hochbauten, welche kritischen<br />

Kräften ausgesetzt sind<br />

• Injektionsarbeiten zur Abdichtung<br />

von unterirdischen Bauwerken<br />

(Kavernen)<br />

• Drainagebohrungen zur Entwässerung<br />

von Hängen<br />

• Bohrung und Versetzen von Erdwärmesonden<br />

für oberflächennahe<br />

Geothermie (bis 200 m Tiefe)<br />

• „Geothermal Response Test“ für<br />

die Dimensionierung von Erdwärmesonden<br />

nach deutschem<br />

Standard.<br />

info<br />

GEOBAU GmbH<br />

Mitterweg 27/Boznerboden - 39100 Bozen<br />

Tel. 0471 301 011 - Fax 0471 300 947<br />

info@geobau.it - www.geobau.it<br />

Die Abbildung zeigt das<br />

Herstellen einer Bohrung für<br />

den anschließenden Einbau<br />

eines Permanentankers.<br />

info<br />

hbpm Ingenieure GmbH<br />

Alfred-Ammon-Straße 29 - 39042 Brixen<br />

Tel. 0472 200 301 - Fax 0472 201 005<br />

info@hbpm.it - www.hbpm.it<br />

50<br />

06/<strong>2010</strong>


S e r v i c e<br />

S e r v i c e<br />

Großeinsatz für <strong>Zivilschutz</strong> und Alpine <strong>Sicherheit</strong><br />

Spitzenleistung und Spitzentechnik<br />

aus Südtirol<br />

Der TIS innovation park gründet<br />

einen neuen Cluster, denn beim<br />

TIS in Bozen dreht sich alles<br />

um Innovation. Als Wirtschaft<br />

unterstützende Organisation<br />

des Landes Südtirol steht<br />

der TIS innovation park den<br />

Südtiroler Betrieben zur Seite,<br />

bringt Wissen und Technologien<br />

aus der ganzen Welt in die<br />

Südtiroler Unternehmen und<br />

Organisationen.<br />

Die Arbeitsmethodik des TIS innovation<br />

park umfasst kontinuierlichen<br />

Wissens- und Technologietransfer,<br />

Networking, Produkt- und Marktentwicklung,<br />

die Koordinierung und das<br />

Management von Clustern (Unternehmensnetzwerken)<br />

in wirtschaftsrelevanten<br />

Sektoren sowie das Gründen<br />

und Etablieren innovativer, technologieorientierter<br />

Unternehmen.<br />

Unter dem Dach der Alpinen Technologien<br />

will der TIS innovation park nun<br />

die Themen <strong>Zivilschutz</strong> und Alpine <strong>Sicherheit</strong><br />

nachhaltig stärken, zu einem<br />

neuen wirtschaftlichen Stärkefeld Südtirols<br />

ausbauen. Die Innovationstreiber<br />

in Bozen haben sich dabei einer klaren<br />

Mission verschrieben: Die herausragenden<br />

Kompetenzen im <strong>Zivilschutz</strong><br />

und in der Alpinen <strong>Sicherheit</strong> sollen<br />

systematisch miteinander vernetzt, mit<br />

Forschung und Innovation versehen<br />

und das darin steckende Wirtschaftspotential<br />

voll ausgeschöpft werden.<br />

Cluster <strong>Zivilschutz</strong> und Alpine <strong>Sicherheit</strong><br />

Die Vorbereitungen für die Gründung<br />

des neuen Clusters im TIS innovation<br />

park laufen derzeit auf Hochtouren.<br />

„Seit einem knappen Jahr beschäftigen<br />

wir uns mit dem Thema“, so Andreas<br />

Winkler, Area Manager des Bereichs<br />

Alpine Technologien im TIS innovation<br />

park. In vielen Gesprächen mit Experten,<br />

Unternehmern und Politikern sei<br />

man zur Überzeugung gelangt, dass sich<br />

Südtirol in puncto <strong>Zivilschutz</strong> und Alpine<br />

<strong>Sicherheit</strong> zu einem Exzellenzstandort<br />

entwickeln könne. „Die Rahmenbedingungen<br />

sind ausgesprochen gut“,<br />

betont Andres Winkler und verweist auf<br />

den hohen Stellenwert, den <strong>Zivilschutz</strong><br />

in Südtirol besitzt. Das<br />

allein reiche aber noch<br />

nicht aus, um einen<br />

neuen Cluster ins Leben<br />

zu rufen. Vielmehr<br />

bedürfe es einer kritischen<br />

Masse an Südtiroler<br />

Unternehmen,<br />

die in diesem Sektor<br />

tätig sind und deren<br />

Produkte und Dienstleistungen<br />

sich durch<br />

Andreas Winkler,<br />

Area Manager der Alpinen<br />

Technologien im TIS innovation<br />

park, will mit einem<br />

Innovation und hohe<br />

Technologiestandards neuen Cluster den Bereich<br />

auszeichnen. „Unsere <strong>Zivilschutz</strong> und Alpine <strong>Sicherheit</strong><br />

in Südtirol<br />

Recherchen haben hier<br />

nachhaltig stärken.<br />

ein erfreuliches Ergebnis<br />

gebracht“, versichert<br />

Andreas Winkler. Südtirol verfügt<br />

über eine beachtliche Reihe an Unternehmen,<br />

die sich in der Nische <strong>Zivilschutz</strong><br />

und Alpine <strong>Sicherheit</strong> behaupten<br />

und auch international eine ausgesprochen<br />

gute Positionierung einnehmen.<br />

Beste Voraussetzungen also, um über<br />

Vernetzung und Kooperation Innovationsprozesse<br />

und Technologietransfer<br />

wirksam werden zu lassen.<br />

Knapp 20 Südtiroler Unternehmen hat<br />

der TIS innovation park in den letzten<br />

Wochen besucht und ein erstes Innovations-<br />

und Technologieprofil erhoben.<br />

Aus den individuellen Unternehmergesprächen<br />

geht klar hervor, dass die<br />

Südtiroler Unternehmenslandschaft in<br />

puncto <strong>Zivilschutz</strong> und Alpine <strong>Sicherheit</strong><br />

über führendes Know-how verfügt und<br />

Produkte und Dienstleistungen von hoher<br />

Qualität sind. Weiters kann sich die<br />

Angebotspalette mehr als sehen lassen;<br />

sie umfasst maßgeschneiderte Fahrzeugausstattung<br />

für Feuerwehr und <strong>Zivilschutz</strong><br />

von Fahrzeugbau Kofler in Lana,<br />

spezielle Zeltsysteme für Rettungs- und<br />

Katastropheneinsatz von Zingerle Metal<br />

in Schabs, Wasseraufbereitungsanlagen<br />

von Ecorecycling in Marling, Riskmanagement<br />

von Securplan in Meran, Navigations-<br />

und Ortungssysteme von Unternehmen<br />

Comtec, Tuga und Teleplus Italia,<br />

Lawinenverbau und Hangsicherung von<br />

Betonform in Gais, medizinische Geräte<br />

und Rettungsaccessoires von Boscarol<br />

Bozen, Brandschutz und Feuerbekämpfung<br />

durch Firmen wie Profire und Firextec,<br />

Funkanlagen und Kommunikationssysteme<br />

von Eltronix und Avionic, Textilien<br />

und alpine Sportgeräte von Salewa<br />

und Riskprotect oder beispielsweise der<br />

Hubschrauberservice Airways in Meran.<br />

Vernetzen und kooperieren<br />

Im Herbst <strong>2010</strong> soll nun die Gründung des<br />

Clusters <strong>Zivilschutz</strong> und Alpine <strong>Sicherheit</strong><br />

erfolgen. Die Unternehmen signalisieren<br />

großes Interesse an einer aktiven Mitarbeit.<br />

Die damit verbundenen Ziele sind<br />

eine bessere Nutzung und Koordination<br />

des vorhandenen Wissens, der Aufbau<br />

neuen Wissens und die Schaffung neuer<br />

Kompetenzen. Darüber hinaus verspricht<br />

man sich Impulse für neue Produkte und<br />

neue Dienstleistungen sowie die Festigung<br />

und den Ausbau der Vorreiterrolle<br />

Südtirols in diesen Branchen. Der Cluster<br />

soll die Voraussetzungen schaffen,<br />

dass Südtiroler Unternehmen vernetzt<br />

miteinander arbeiten und im Verbund<br />

ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern können.<br />

Im Cluster will der TIS innovation<br />

park jedoch nicht nur Unternehmen vertreten<br />

sehen, sondern vor allem auch die<br />

entscheidenden Akteure auf Anwenderseite<br />

integrieren wie beispielsweise den<br />

Brand- und <strong>Zivilschutz</strong> Südtirol, die Rettungs-<br />

und Freiwilligenorganisationen,<br />

die EURAC mit dem neu gegründeten Institut<br />

für Alpine Notfallmedizin oder die<br />

Messe Bozen als Organisator und Ausrichter<br />

der <strong>Zivilschutz</strong>messe Civil protect.<br />

Anwender und Produzenten in einen<br />

systematisch geführten Dialogprozess zu<br />

bringen, kann einen starken Innovationsschub<br />

mit sich bringen und auch die<br />

Geschäftsbeziehungen auf lokaler Ebene<br />

nachhaltig stärken, heißt es von Seiten<br />

des TIS innovation park.<br />

Exzellenzstandort Südtirol<br />

Clusterpolitik ist Standortpolitik! Der TIS<br />

innovation park siedelt die heimischen<br />

Cluster ganz bewusst in den zukunfts-<br />

Cluster – Erfolgreich im Netzwerk<br />

Unter einem Cluster versteht man die<br />

Vernetzung von Unternehmen und<br />

Experten innerhalb bestimmter Wirtschaftssektoren.<br />

Augenblicklich sind im<br />

TIS innovation park fünf Cluster angesiedelt:<br />

Die Cluster Holz & Technik, Bau,<br />

sports & winterTECH, Alimentaris sowie<br />

Alpine Wellbeing. Jeder Cluster wird von<br />

einem professionellen Team geleitet, bestehend<br />

aus einem Clustermanager und<br />

einem Mitarbeiterstab. Im Cluster werden<br />

Informationen und marktrelevantes<br />

Wissen systematisch ausgetauscht, neues<br />

Wissen erarbeitet, Produkte gemeinsam<br />

entwickelt, Unternehmensabläufe gemeinsam<br />

optimiert und Märkte gemeinsam<br />

erobert. In der Netzwerkarbeit werden<br />

Innovationen forciert, die Anbindung<br />

an Forschungs-, Entwicklungs- und Qualifizierungseinrichtungen<br />

vielfach erst ermöglicht.<br />

Der Cluster ist eine strategische<br />

Allianz, um die Wettbewerbsfähigkeit<br />

von Klein- und Mittelbetrieben nachhaltig<br />

zu stärken. Mit den Clusterinitiativen<br />

im TIS innovation park schafft das Land<br />

Südtirol Rahmenbedingungen, durch die<br />

heimische Unternehmen erfolgreich den<br />

wirtschaftlichen Herausforderungen begegnen<br />

können. Mehr Infos zu den Clustern<br />

unter www.tis.bz.it<br />

52 06/<strong>2010</strong><br />

06/<strong>2010</strong> 53


p a g i n i e r u n g<br />

G r u n d b a u & S p e z i a l t i e f b a u<br />

trächtigen Stärkefeldern der Südtiroler<br />

Wirtschaft an. Die Themen <strong>Zivilschutz</strong><br />

und Alpine <strong>Sicherheit</strong> gehören zweifellos<br />

dazu. Als Land im Herzen der Alpen sind<br />

in Südtirol seit Generationen gewachsenes<br />

Know-how und Kompetenzen auf allerhöchstem<br />

Niveau vorhanden. Und der<br />

Markt entwickelt sich vielversprechend;<br />

Alpine <strong>Sicherheit</strong> beispielsweise gilt heute<br />

als innovative und wachstumsstarke<br />

Branche – mit sehr viel Potential für die<br />

heimischen Unternehmen, arbeiten und<br />

produzieren sie doch dort, wo Alpine <strong>Sicherheit</strong><br />

tagtäglich „gelebt“ wird.<br />

Aufgabe des neuen Clusters im TIS innovation<br />

park ist es, ein schlagkräftiges<br />

Netzwerk aus Unternehmen, Experten<br />

und Forschern aufzubauen und über vernetztes,<br />

aktives Arbeiten die Marke „<strong>Zivilschutz</strong><br />

& Alpine <strong>Sicherheit</strong> made in South<br />

Tyrol“ international auszustrahlen. Läuft<br />

alles nach Plan, wird der Cluster im September/Oktober<br />

<strong>2010</strong> aus der Taufe gehoben.<br />

Flankiert wird die Clustergründung<br />

von einem international besetzten Forum.<br />

Interessierte Unternehmen aus diesem<br />

Sektor können sich beim TIS innovation<br />

park melden. Telefonisch unter 0471<br />

068 148 oder per Mail an andreas.<br />

winkler@tis.bz.it<br />

Die Planung der<br />

Gefahrenzonen<br />

geh ins Netz<br />

dein Unternehmen findet mit<br />

dem TIS innovation park die<br />

richtigen Kooperationspartner!<br />

Ruf jetzt an!<br />

T +39 0471 068000 F +39 0471 068100<br />

wt@tis.bz.it www.tis.bz.it<br />

DOC.bz<br />

Ein wichtiges Element für<br />

die Raumplanung und den<br />

<strong>Zivilschutz</strong> in Südtirol ist die<br />

Gefahrenzonenplanung. Sie berücksichtigt<br />

alle Naturgefahren:<br />

Massenbewegungen,<br />

Wassergefahren und Lawinen.<br />

Die Gemeinden Südtirols haben<br />

mit der Ausarbeitung der<br />

Gefahrenzonenpläne begonnen.<br />

Die Gefahrenzonenplanung ist an<br />

und für sich kein neues Instrument<br />

zur Raumplanung und zum<br />

Schutz der Zivilbevölkerung. Schon<br />

im 17. Jahrhundert und dann nochmals<br />

ganz wesentlich ab der zweiten<br />

Hälfte des 18. Jahrhunderts haben<br />

sich die Ingenieure Gedanken darüber<br />

gemacht, wie man die Siedlungen<br />

und Infrastrukturen der Bewohner<br />

vor den Unbilden der Natur schützen<br />

kann. Insbesondere Projekte zur<br />

Regulierung von Flüssen und Wildbächen,<br />

welche des Öfteren über die<br />

Ufer getreten waren oder Siedlungen<br />

übermurten, wurden erarbeitet und<br />

auch umgesetzt.<br />

Historischer Werdegang der<br />

Gefahrenzonenplanung<br />

Immer wieder wurden die Konzepte<br />

der Gefahrenzonenplanung an die Erfordernisse<br />

der Zeit und die jeweiligen<br />

technischen Möglichkeiten angepasst.<br />

Auch das wechselnde Verhältnis des<br />

Menschen zur Natur und zur Technik<br />

spielte dabei eine wesentliche Rolle.<br />

Während früher die Menschen versuchten<br />

– und aufgrund der geringen Besiedelung<br />

auch die Möglichkeit hatten<br />

– den Gefahrenzonen auszuweichen,<br />

versuchte man ab 1900 im Glauben an<br />

die Technik und die Beherrschbarkeit<br />

der Natur die Gefahrenzonen einzudämmen<br />

und zu verbauen. Nun steht<br />

wieder die Planung im Vordergrund.<br />

Diese Evolution spiegelt sich in den<br />

verschiedenen Gesetzen und Gesetzesdekreten<br />

des Staates und des Landes<br />

wider. Als Meilensteine seien hier das<br />

Bodenschutzgesetz des Staates aus dem<br />

Jahr 1983 (Gesetz Nr. 183/1989), das<br />

DM 180/1998, die Staatsgesetze Nr. 267<br />

vom 3. August 1998 und Nr. 365 vom<br />

11. Dezember 2000 sowie das Landesgesetz<br />

Nr. 13 vom 11. August 1997 und<br />

die entsprechende Durchführungsverordnung<br />

genannt. Immer waren und<br />

sind diese Gesetze mit Vorschriften zum<br />

Bau von Schutzbauten, Infrastrukturen<br />

und Maßnahmen zum <strong>Zivilschutz</strong> verbunden.<br />

Die drei Säulen<br />

Gemeinde, Landesämter/Abteilungen<br />

und<br />

Freiberufler sind die<br />

drei Säulen der Gefahrenzonenplanung.<br />

Dazu der Direktor des<br />

Amtes für Geologie<br />

und Baustoffprüfung<br />

des Landes, Ludwig<br />

Nössing: „Die Gefahrenzonenpläne<br />

müssen<br />

Ludwig Nössing<br />

laut Gesetz von den Gemeinden<br />

erstellt werden. Damit wird einer<br />

der wichtigsten Kernkompetenzen<br />

der Gemeinden Rechnung getragen: die<br />

raumordnerische Planung des eigenen<br />

Territoriums. Das heißt, die Gemeinde<br />

bestimmt im Wesentlichen, welche Are-<br />

06/<strong>2010</strong> 55


p a g i n i e r u n g<br />

ale mit welcher Genauigkeit (Bearbeitungstiere)<br />

untersucht werden sollen.<br />

Natürlich werden urbanisierte Areale<br />

und Flächen, die noch verbaut oder als<br />

Bauland ausgewiesen werden sollen,<br />

detaillierter untersucht, als solche, die<br />

nur für Infrastrukturen genutzt werden<br />

sollen. Dadurch soll gewährleistet werden,<br />

dass die Informationen dort erhoben<br />

werden, wo sie notwendig sind<br />

und dass alle Informationen, welche<br />

von den beauftragten Freiberuflern erarbeitet<br />

werden, von den Bürgern und<br />

den lokalen Gremien (Gemeinderat,<br />

Feuerwehr) überprüft und verifiziert<br />

werden.“<br />

Die Landesämter und Abteilungen, welche<br />

in der Raumplanung und Gefahrenzonenplanung<br />

tätig sind, bzw. die entsprechenden<br />

Informationen erheben<br />

und verwalten, wie das Amt für Geologie<br />

und Baustoffprüfung, das Amt für <strong>Zivilschutz</strong>,<br />

das Hydrographische Amt, die<br />

Abteilung Raumordnung, die Abteilung<br />

Wasserschutzbauten und die Abteilung<br />

Forstwirtschaft, stellen alle Informationen<br />

und die Techniker als beratendes<br />

Gremium zur Verfügung. Damit soll<br />

gewährleistet werden, dass die Pläne<br />

den modernsten wissenschaftlichen<br />

und technischen Standards entsprechen<br />

und landesweit mit homogenen<br />

Standards und dem gleichen grafischen<br />

Erscheinungsbild dargestellt werden.<br />

Darüber hinaus wird garantiert, dass<br />

alle vorhandenen territorialen Informationen<br />

(Gefahrenhinweiskarten,<br />

Schutzbautenkataster, Lawinenkataster,<br />

Kataster der Massenbewegungen,<br />

geologische Karten, …) berücksichtigt<br />

und eingearbeitet werden.<br />

Die Freiberufler, ausschließlich Fachleute,<br />

welche in den Berufsverzeichnissen<br />

der Ingenieure, der Geologen oder<br />

der Agronomen und Forstwirte eingetragen<br />

sind und die über eine entsprechende<br />

akademische Ausbildung und<br />

sachbezogene Berufserfahrung verfügen,<br />

erarbeiten die Gefahrenzonepläne.<br />

Die Arbeitsgruppen, bestehend aus Experten<br />

der ob genannten Sachgebiete,<br />

müssen natürlich die vorhandenen Naturgefahren<br />

fachlich abdecken. Nur mit<br />

ihrer Hilfe ist es möglich, das Land in<br />

der vorgeschriebenen kurzen Zeit und<br />

aufgrund der vorhandenen Kompetenz<br />

und Ortskenntnis so effizient wie möglich<br />

zu untersuchen.<br />

Der Gefahrenzonenplan: Was sagt er aus?<br />

Ein Gefahrenzonenplan gibt Auskunft<br />

über das Vorhandensein, die räumliche<br />

Verteilung und die Gefährlichkeit<br />

von Massenbewegungen (Sturz, Rutschungen,<br />

Einbruch, Hangmuren),<br />

Lawinen (Fließlawine, Staublawine,<br />

Gleitschnee) und Wassergefahren<br />

(Überschwemmung, Übersarung, Vermurung,<br />

Erosion). Diese natürlichen<br />

Prozesse treten unabhängig von der<br />

menschlichen Präsenz auf und werden<br />

nach wissenschaftlichen Kriterien<br />

erhoben und untersucht. Die „Gefährlichkeit“<br />

wird berechnet oder geschätzt<br />

und ergibt sich aus der Intensität (Volumen,<br />

Geschwindigkeit) und der Eintrittswahrscheinlichkeit<br />

des jeweiligen<br />

Prozesses. Sehr oft wird die Eintrittswahrscheinlichkeit,<br />

welche faktisch<br />

als Ereignis pro 50 Jahre in Prozent<br />

errechnet wird, als so genannte Wiederkehrzeit<br />

dargestellt. Dies führt<br />

manchmal zu Fehlinterpretationen: Eine<br />

Eintrittswahrscheinlichkeit von 300<br />

Jahren bedeutet also nicht, dass von einem<br />

Ereignis zum nächsten 300 Jahre<br />

lang Ruhe herrscht, sondern nur, dass<br />

in 50 Jahren eine Eintrittswahrscheinlichkeit<br />

von 15 % gegeben ist, das heißt,<br />

Ereignisse sehr selten auftreten.<br />

Die „Gefährlichkeit“ eines Prozesses<br />

wird in vier Stufen klassifiziert und<br />

farbig dargestellt. Weiß bedeutet:<br />

nicht untersuchtes Areal; Grau bedeutet:<br />

untersuchtes Areal ohne Gefahr<br />

(H2-H4), Gelb bedeutet: untersuchtes<br />

Areal mit mittlerer Gefahr (H2); Blau<br />

bedeutet: untersuchtes Areal mit hoher<br />

Gefahr (H3); Rot bedeutet: untersuchtes<br />

Areal mit sehr hoher Gefahr<br />

(H4). Die jeweiligen Schraffuren geben<br />

die Gefahrenart wieder.<br />

Umfassende Kenntnisse<br />

Der Gefahrenzonenplan fasst alle<br />

Kenntnisse über die Naturgefahren<br />

einer Gemeinde zusammen und stellt<br />

sie in Zonen gegliedert dar. Die Erfahrung<br />

aus den Pilotprojekten und aus<br />

den drei bereits von der Dienststellenkonferenz<br />

positiv begutachteten Plänen<br />

der Gemeinden Neumarkt, Kurtinig<br />

und Burgstall zeigt, dass keine<br />

neuen Gefahrenstellen entdeckt wurden,<br />

sondern dass die bereits bekannten<br />

und teilweise verbauten Naturgefahren<br />

wie Steinschlag, Rutschungen,<br />

Lawinen, Muren oder Überschwemmung<br />

besser und genauer lokalisiert<br />

und ihr Gefahrenpotential quantifiziert<br />

werden konnte. Bemerkenswert<br />

ist dabei, dass je genauer ein Areal<br />

untersucht wurde, desto kleiner wurden<br />

die ausgewiesenen roten Zonen.<br />

Des Weiteren ist festzustellen, dass<br />

die bereits vorhandenen Verbauungen,<br />

die ja bei der Klassifikation der<br />

Gefahrenzonen berücksichtigt werden<br />

müssen, in den meisten Fällen zu<br />

einer deutlichen Reduktion der Gefahrenzonen<br />

geführt haben.<br />

Gefahrenzone – was tun?<br />

In Anpassung an die Staatsgesetze und im<br />

Hinblick auf ein zukunfts- und planungsorientiertes<br />

Risikomanagement wurden<br />

wesentliche Neuerungen eingeführt. Was<br />

in den verschiedenen Gefahrenzonen<br />

urbanistisch möglich ist und was bautechnisch<br />

gemacht werden kann oder<br />

muss, wird von der „Durchführungsverordnung<br />

betreffend die Gefahrenzonenpläne“<br />

geregelt. Drei Grundprinzipien<br />

charakterisieren diese Durchführungsverordnung:<br />

1. Der Bestand soll erhalten<br />

und so gut wie möglich geschützt werden.<br />

2. Der urbanistische Druck in den<br />

verschiedenen Gefahrenzonen darf nicht<br />

erhöht werden. 3. Planerische Maßnahmen<br />

sind verwaltungstechnischen Maßnahmen<br />

vorzuziehen (Risikovermeidung<br />

statt Verbauung).<br />

So können z.B. Gebäude in roten Zonen<br />

bestehen bleiben und durch ordentliche<br />

und außerordentliche Instandhaltungsmaßnahmen<br />

an die Bedürfnisse der<br />

Bewohner angepasst werden. Abbruch<br />

und Wiederaufbau ist jedoch nicht gestattet.<br />

Alle unsere Bauernhöfe und<br />

historischen Ortskerne dürfen also bestehen<br />

bleiben! Abbruch und Wiederaufbau<br />

sowie Neubauten in roten Gefahrenzonen<br />

sind natürlich untersagt (Wer<br />

würde schon in einen Lawinenstrich<br />

hineinbauen wollen?). In blauen und<br />

gelben Zonen kann mit bestimmten Vorkehrungsmaßnahmen<br />

(Objektschutz)<br />

und mit Einschränkungen gebaut werden.<br />

Eine so genannte Kompatibilitätsprüfung<br />

schreibt fest, welche Gebäude<br />

und Infrastrukturen mit welchen Vorkehrungen<br />

in einer Gefahrenzone gebaut<br />

werden dürfen. Festzuhalten bleibt<br />

auch, dass Gefahrenzonen neu klassifiziert<br />

(rückgestuft) werden können,<br />

nachdem Schutzbauten errichtet worden<br />

sind. All dies ist ein großer Schritt<br />

in Richtung Risikomanagement: Die Gemeinde,<br />

der Bürger wägt ab, ob und wie<br />

viel Geld in eine Verbauungsmaßnahme<br />

investiert werden soll oder ob es besser<br />

(günstiger) ist, ein anderes Areal zu<br />

bebauen. Schließlich können auch temporäre<br />

Maßnahmen ein hohes Maß an<br />

<strong>Sicherheit</strong> bieten (z.B. Wintersperre von<br />

Straßen, <strong>Zivilschutz</strong>pläne).<br />

INFO<br />

Autonome Provinz Bozen-Südtirol<br />

Amt für Geologie und Baustoffprüfung<br />

Eggentaler-Str. 48 - 39053 Kardaun<br />

Tel. 0471 361 510/11 - Fax 0471 361 512<br />

geologie@provinz.bz.it<br />

www.provinz.bz.it/hochbau<br />

56 06/<strong>2010</strong><br />

06/<strong>2010</strong> 57


A k t u e l l<br />

G r u n d b a u & S p e z i a l t i e f b a u<br />

Vorsicht und Prävention<br />

sind der beste Schutz<br />

<strong>Sicherheit</strong>svorschriften,<br />

<strong>Sicherheit</strong>skleidungen und<br />

<strong>Sicherheit</strong>stechnik – im<br />

Arbeitsalltag sind sie für jeden<br />

Job überall zu finden. Oft werden<br />

sie als lästig empfunden, doch<br />

Gesundheit und Menschenleben<br />

zählen mehr!<br />

Immer wieder hört man von schweren<br />

Unfällen bei der Arbeit. Vor<br />

allem in der Land- und Forstwirtschaft<br />

und auf dem Bau sind sie oft<br />

mit schweren Verletzungen oder<br />

dem Verlust eines Menschenlebens<br />

verbunden. Um dem vorzubeugen,<br />

gibt es zahlreiche Vorschriften. Der<br />

<strong>Sicherheit</strong> am Arbeitsplatz wird in<br />

Südtirol große Beachtung gewidmet.<br />

Die Kompetenz liegt im Wesentlichen<br />

beim Amt für Arbeitssicherheit<br />

der Landesabteilung Arbeit. Der Arbeitsschutz<br />

gliedert sich in vier Bereiche:<br />

in den technischen Arbeitsschutz<br />

mit der Überwachung der<br />

technischen Vorschriften, in den sozialen<br />

Arbeitsschutz, unter anderem<br />

zum Schutz werdender Mütter und<br />

Jugendlicher, in die Unfallvorbeugung<br />

und in die Arbeitsmedizin.<br />

Kultur der Arbeitssicherheit<br />

Das Amt für Arbeitssicherheit<br />

liefert<br />

die Informationen<br />

und leistet<br />

Aufklärung über<br />

den technischen<br />

Arbeitsschutz und<br />

die Anwendung<br />

der Vorschriften.<br />

„Unsere wichtigste<br />

Aufgabe besteht darin,<br />

am Arbeitsplatz<br />

Helmuth Sinn<br />

eine Kultur der Arbeitssicherheit<br />

zu entwickeln und zu<br />

fördern“, betont Helmuth Sinn, Abteilungsdirektor<br />

des Amtes für Arbeit.<br />

Die Ausbildung werde von der Abteilung<br />

Berufsbildung übernommen.<br />

Besonders lobenswert seien auch die<br />

Initiativen vieler Berufsverbände.<br />

Das Landeskoordinierungskomitee für<br />

Gesundheitsschutz und <strong>Sicherheit</strong> am<br />

Arbeitsplatz unter dem Vorsitz von Landesrat<br />

Roberto Bizzo ist das oberste Aufsichtsorgan<br />

in Südtirol. Die Expertengruppe<br />

besteht aus den Sozialpartnern,<br />

den Vertretern der Aufsichtsämter im<br />

Bereich Arbeitssicherheit sowie den Direktoren<br />

der Abteilung Arbeit, Helmuth<br />

Sinn, der Inps, Antonio Giuseppe Morciano,<br />

und Inail, Robert Pfeifer. Sie koordinieren<br />

gemeinsam die Maßnahmen zur<br />

Vorbeugung und Kontrolle im Bereich<br />

Arbeitssicherheit auf Landesebene.<br />

Investitionen für das Leben<br />

Die Anstrengungen zur Einhaltung der<br />

Vorschriften lohnen sich. Im Alltag sind<br />

es für den Arbeitgeber zusätzliche Kosten<br />

für die Beschaffung von Schutzkleidung<br />

und -brillen, Gehörschutz oder technische<br />

Hilfsmittel und den Zeitaufwand<br />

für die Angestellten. Doch ein Arbeitsunfall<br />

ist neben dem menschlichen Leid<br />

der Betroffenen mit riesigen Kosten für<br />

die Gesellschaft verbunden. „Die rechtliche<br />

Verantwortung liegt beim Arbeitgeber<br />

und <strong>Sicherheit</strong>skoordinator, der auf<br />

die Einhaltung der Vorschriften achten<br />

muss. Dennoch ist es wichtig, an die Eigenverantwortung<br />

der Arbeitnehmer zu<br />

appellieren“, betont Helmuth Sinn.<br />

Arbeitsunfälle in Südtirol (inkl. Arbeitsweg)<br />

Jahr 2008 2009<br />

Arbeitsunfälle 17.208 16.824<br />

ins. Todesopfer 17 10<br />

davon Landwirtschaft 2.357 2.544<br />

Todesopfer 6 5<br />

Kontrollen für mehr <strong>Sicherheit</strong><br />

In einigen Sektoren ist die Unfallgefahr<br />

besonders hoch: auf Baustellen,<br />

in Tischlereien, Werkstätten und metallverarbeitenden<br />

Betrieben. Auf der<br />

Baustelle betrifft es besonders die<br />

<strong>Sicherheit</strong>svorkehrungen für die Absturzsicherung,<br />

Verschüttungsgefahr,<br />

Stromschlaggefahr und beim Anschlagen<br />

von Lasten. Bei Mängeln sind<br />

Strafen vorgesehen, schwere Verstöße<br />

werden mit Beschlagnahmung geahndet.<br />

In Südtirol war dies im vergangenen<br />

Jahr nicht nötig.<br />

Auch in der Landwirtschaft entstehen<br />

beim Arbeiten mit dem Traktor oder<br />

beim Holzfällen große Gefahren. Durch<br />

den Einheitstext wurde im vergangenen<br />

Jahr die Verantwortung auf Selbständige<br />

ausgedehnt. In Zusammenarbeit mit<br />

dem Bauernbund läuft die Aktion „Sentinel“<br />

zur Verhinderung des Umkippens<br />

beim Arbeiten im steilen Gelände.<br />

Hochspezialisierte Betriebe<br />

<strong>Zivilschutz</strong> verbindet man nicht<br />

unbedingt mit dem Bauwesen.<br />

Dennoch trägt gerade das<br />

Baugewerbe viel dazu bei,<br />

die Bevölkerung insbesondere<br />

vor Naturkatastrophen zu<br />

schützen. Radius hat mit dem<br />

Präsidenten des Kollegiums<br />

der Bauunternehmer, Thomas<br />

Ausserhofer (Unionbau GmbH),<br />

über diesen Zusammenhang gesprochen.<br />

Radius: Unter <strong>Zivilschutz</strong> versteht man<br />

landläufig den Schutz der Zivilbevölkerung<br />

im Falle eines militärischen Angriffes<br />

und bei Naturkatastrophen. Was<br />

hat damit das Baugewerbe zu tun?<br />

T. Ausserhofer: Grundsätzlich wird im<br />

Baugewerbe zwischen zwei großen Bereichen<br />

unterschieden: dem Hochbau<br />

und dem Tiefbau. Dem Kollegium der<br />

Bauunternehmer gehören insgesamt<br />

150 Betriebe an,<br />

36 davon sind im<br />

Tiefbau tätig. Wenn<br />

wir Bauunternehmer<br />

von <strong>Zivilschutz</strong><br />

sprechen, dann beziehen<br />

wir uns in<br />

erster Linie auf den<br />

Tiefbau oder, genauer<br />

gesagt, auf den<br />

Spezialtiefbau für<br />

alpines Gelände. Mit<br />

Thomas Ausserhofer hochspezialisierten<br />

Techniken und Arbeiten<br />

kann den Auswirkungen extremer<br />

Naturereignisse entgegengewirkt<br />

bzw. vorgebeugt werden. Konkrete<br />

Beispiele sind Lawinen- und Wasserschutzbauten,<br />

Arbeiten zur Stabilisierung<br />

von Hängen und Verkehrswegen,<br />

Schutzbauten gegen Steinschlag, Rutschungen<br />

und Ähnliches mehr.<br />

Radius: Hat die Einführung des Staatsgesetzes<br />

für öffentliche Arbeiten auch<br />

in diesem Bereich ein Mehr an Konkurrenz<br />

für die spezialisierten Tiefbauer in<br />

Südtirol gebracht?<br />

T. Ausserhofer: Die Situation im Bau ist<br />

momentan sehr kritisch. Was den Bereich<br />

der Spezialarbeiten im alpinen<br />

Gelände betrifft, ist die Konkurrenz aus<br />

dem restlichen Italien groß. Viele dieser<br />

Unternehmen verfügen über langjährige<br />

Erfahrung. In Südtirol haben wir<br />

zudem die paradoxe Situation, dass es<br />

im Grunde eigentlich gar keine Konkurrenz<br />

im Bereich der Wasserschutzbauten<br />

gibt, da die Arbeiten in Direktvergabe<br />

vom Land an den Sonderbetrieb für<br />

Wildbachverbauung vergeben werden.<br />

Dies bedeutet, dass die Vergabe der Arbeiten<br />

ohne eine öffentliche Ausschreibung<br />

erfolgt und unsere Betriebe gar<br />

nicht die Möglichkeit haben, ein Angebot<br />

abzugeben.<br />

Radius: Was heißt dies konkret?<br />

T. Ausserhofer: Unsere Betriebe, die bestens<br />

ausgebildete Mitarbeiter beschäftigen<br />

und modernste technische Geräte<br />

besitzen, haben keine Möglichkeit,<br />

derartig spezialisierte Arbeiten auszuführen.<br />

In Südtirol werden sie an den<br />

Sonderbetrieb für Wildbachverbauung<br />

vergeben und für Ausschreibungen im<br />

restlichen Staatsgebiet muss ein Unternehmen<br />

eine SOA-Qualifizierung vorweisen.<br />

Um diese zu bekommen, muss<br />

man aber nachweisen können, dass<br />

man in diesem speziellen Gebiet bereits<br />

erfolgreich Arbeiten ausgeführt hat. Sie<br />

sehen also, es ist ein Teufelskreis. Werden<br />

auch in Zukunft alle Arbeiten in<br />

diesem Bereich vom Land direkt an den<br />

Sonderbetrieb für Wildbachverbauung<br />

vergeben, dann werden sich unsere<br />

Betriebe nie entsprechend zertifizieren<br />

lassen können. Den Spezialtiefbauern<br />

bleibt somit ein ganzes Marktsegment<br />

verschlossen.<br />

Radius: Was wäre Ihr Lösungsansatz<br />

hierzu?<br />

T. Ausserhofer: Vielleicht sollte überlegt<br />

werden, dass der Sonderbetrieb ein hydrologisches<br />

und geologisches Zentrum<br />

für alpine Infrastrukturen werden soll<br />

und die Ausführung der Arbeiten uns<br />

Unternehmern überlassen wird. Wir<br />

möchten nicht nur ein paar Maschinen<br />

vermieten, sondern wir möchten<br />

die gesamte Arbeit anbieten. Wird bei<br />

den Ausschreibungen die zu liefernde<br />

Qualität bewertet, sind wir einheimische<br />

Unternehmen auf jeden Fall<br />

konkurrenzfähig. Besonders in dieser<br />

schweren wirtschaftlichen Krise ist jede<br />

Arbeit für unsere Mitgliedsbetriebe<br />

und deren insgesamt rund 15.000 Mitarbeiter<br />

wichtig.<br />

INFO<br />

Kollegium der Bauunternehmer<br />

Schlachhofstr. 57 - 39100 Bozen<br />

Tel. 0471 282 894<br />

info@baukollegium.it - www.baukollegium.it<br />

58 06/<strong>2010</strong><br />

06/<strong>2010</strong> 59


p a g i n i e r u n g<br />

S e r v i c e<br />

Videoüberwachung<br />

auf höchstem Niveau<br />

Gelegenheit macht Diebe<br />

Fahrrad weg, Portemonnaie<br />

verschwunden, Haustür aufgebrochen<br />

oder Autofenster eingeschlagen?<br />

Es sind unangenehme<br />

Momente im Leben, vor denen<br />

man sich schützen kann. Das<br />

eigene Verhalten ist dabei entscheidend.<br />

Vor allem in der Urlaubszeit häufen<br />

sich die Wohnungseinbrüche. Die<br />

Bewohner sind im Urlaub und Diebe<br />

nutzen die Gunst der Stunde. Allein<br />

in Bozen werden pro Jahr zwischen<br />

200 und 300 versuchte und gelungene<br />

Einbrüche in Wohnungen, Lokale, Geschäfte<br />

oder Firmen registriert.<br />

Doch es sind weniger die gut geplanten<br />

Einbrüche mit großen Schäden als viel<br />

mehr die vielen Kleindiebstähle, die bei<br />

der Polizei tagtäglich zur Anzeige gebracht<br />

werden. Geldbörsen werden im<br />

Supermarkt gestohlen, Fahrräder, Mopeds,<br />

sogar Kinderwagen verschwinden,<br />

Autos werden aufgebrochen und<br />

Kleidungsstücke entwendet. „In Südtirol<br />

ist die Anzahl der Delikte relativ<br />

hoch. Dies bedeutet aber nicht, dass<br />

bei uns mehr gestohlen wird, sondern<br />

dass die Leute viele Verluste anzeigen“,<br />

betont der stellvertretende Kommissar<br />

der Kriminalabteilung der Quästur<br />

Bozen, Dietmar Angerer. Bei schweren<br />

Straftaten, wie die Serie von Raubüberfällen<br />

im vergangenen Jahr zwischen<br />

Meran und Bozen, ist die Aufklärungsrate<br />

relativ hoch.<br />

Alles zur Anzeige bringen!<br />

Nur rund zehn Prozent der Diebstähle<br />

werden aufgeklärt – dennoch sollte jeder<br />

Bestohlene Anzeige erstatten. Ohne sie<br />

zahlt die Versicherung nicht und auch<br />

beim Fundamt darf das Eigentum nicht<br />

herausgegeben werden. „Zudem werden<br />

alle als gestohlen gemeldeten Gegenstände<br />

in eine Datenbank eingegeben. Wird<br />

Diebesgut aufgefunden, werden die Bestände<br />

mit den Anzeigen verglichen“,<br />

erklärt der Kommissar. Vor allem sollte<br />

am Tatort nichts verändert und angefasst<br />

werden. Sofort die 113 angerufen, die<br />

Spurensicherung kommt an den Tatort.<br />

Eine große Hilfe ist für den Bestohlenen<br />

und die Polizei, wenn Bildmaterial<br />

der entwendeten Gegenstände vorliegt.<br />

Deshalb rät der Kommissar, alle Wertgegenstände<br />

fotografisch festzuhalten.<br />

Es kostet etwas Zeit, die im Ernstfall<br />

aber gut investiert wurde – denn dann<br />

ist die Aufregung groß, vieles wird vergessen<br />

oder kann nicht detailliert beschrieben<br />

werden.<br />

Schwachstellen finden und beseitigen<br />

Jeder sollte überlegen, wo die <strong>Sicherheit</strong>slücken<br />

in seiner Wohnung bestehen.<br />

Laut Statistik kommen die meisten<br />

Diebe über die Seitenfenster ins Gebäude.<br />

Die Türen sind durch <strong>Sicherheit</strong>sschlösser<br />

meist gut gesichert. <strong>Sicherheit</strong>stechnik<br />

ist in vielen Fällen aber<br />

auch sehr kostspielig. Gut ein Drittel<br />

aller versuchten Diebstähle scheitert an<br />

diesen Vorsichtsmaßnahmen.<br />

Auch das Verhalten spielt eine große<br />

Rolle. Jeder Hausbesitzer kann Vorkehrungen<br />

treffen, um zu vermeiden, dass<br />

während seiner Abwesenheit eingebrochen<br />

wird. Eine Zeitschaltuhr für Licht,<br />

Radio, Fernseher oder automatisch<br />

schließende Jalousien erzeugen den<br />

Anschein, dass die Bewohner zu Hause<br />

sind. „Vor allem sollte man sich die<br />

Post abholen oder nachschicken lassen,<br />

denn das ist für Diebe der erste Hinweis.<br />

Auch der Anrufbeantworter sollte<br />

ausgeschaltet werden“, rät Kommissar<br />

Angerer. Die bevorzugte Zeit der Einbrecher<br />

ist nicht nachts, wie oft angenommen,<br />

sondern der Mittag oder die<br />

Dämmerung.<br />

Naivität und Fahrlässigkeit sind die<br />

Hauptursachen, dass Diebe zugreifen.<br />

Geld, Wertgegenstände und Taschen<br />

sollten nie offen liegen gelassen werden.<br />

Ein <strong>Sicherheit</strong>sfach ist der beste Aufbewahrungsort.<br />

Langfinger werden oft regelrecht<br />

herausgefordert: Taschen und<br />

Navigationsgeräte liegen gut sichtbar<br />

im Auto, Schlüssel unter der Fußmatte,<br />

Taschen hängen am Einkaufswagen.<br />

Auch Menschenansammlungen bedeuten<br />

Gefahr. Große Geldbeträge deshalb<br />

immer verteilt aufbewahren und wie die<br />

Tasche dicht am Körper tragen.<br />

Für Ihre <strong>Sicherheit</strong> sind Sie bei<br />

PC-Help bestens beraten! Für seine<br />

Kunden ist das Unternehmen<br />

seit 2003 stets mit erstklassigem<br />

Service und aktuellstem Know –<br />

how zur Stelle, vor allem was<br />

die neuesten Möglichkeiten bei<br />

Videoüberwachung betrifft.<br />

Ihre Video-Überwachungssoftware unterscheidet<br />

sich von den gängigen Anbietern<br />

durch intelligente Videoanalyse<br />

mit ausgezeichneter Alarmerkennung:<br />

vom Staumelder auf Straßen, Warteschlangenmelder<br />

an Aufstiegsanlagen<br />

oder Konzerthallen bis zur automatischen<br />

Auto-Kennzeichen-Erkennung<br />

mit Öffnung des Garagentores und<br />

Alarmausgabe bei verschwundenen Objekten<br />

(Diebstahl oder Vandalismus). Die<br />

enge Auswahl an Herstellern entstand<br />

durch jahrelange Erfahrung und ständigen<br />

Erfahrungsaustausch mit anderen<br />

<strong>Sicherheit</strong>sexperten in ganz Europa.<br />

Durch regelmäßiges Besuchen von<br />

Meetings und Fortbildungskursen verfügen<br />

die Mitarbeiter von PC-Help über<br />

ein umfangreiches Wissen nicht nur im<br />

technischen, sondern auch im Bereich<br />

des Datenschutzes und der Informationssicherheit.<br />

PC-Help ermöglicht die Integration komplexer<br />

Algorithmen und verschiedenster<br />

Applikationen in ihren Videoüberwachungssystemen<br />

und gestaltet seinen<br />

Kunden die komplette Überwachung<br />

und Fernsteuerung ihrer Außenstellen.<br />

PC-Help, der Profi in Sachen persönliche<br />

<strong>Sicherheit</strong> und <strong>Sicherheit</strong> des<br />

Unternehmens, ist, wenn es um Videoüberwachung<br />

geht, bestimmt der<br />

richtige Ansprechpartner und findet<br />

gemeinsam mit dem Kunden die idealste<br />

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e-Mail: info@pc-help.it<br />

60<br />

06/<strong>2010</strong>


p a g i n i e r u n g<br />

A k t u e l l<br />

15 Jahre Warten haben sich gelohnt<br />

Die Freiwillige Feuerwehr<br />

Runggaditsch wurde im Jahr<br />

1907 gegründet. Als nachträgliches<br />

„Geburtstagsgeschenk“<br />

konnte im vergangenen<br />

Dezember Einzug ins neue<br />

Feuerwehr-Gerätehaus gehalten<br />

werden.<br />

Im Mai 2007 feierten die Feuerwehrmänner<br />

aus Runggaditsch das<br />

100-jährige Bestehen ihres Vereins. Die<br />

38 aktiven Feuerwehrleute stehen bei<br />

rund 30 bis 40 Einsätzen pro Jahr ihren<br />

Mann. „Bei den Einsätzen handelt es<br />

sich in erster Linie um technische Hilfsleistungen.<br />

Sonst sind wir bei den <strong>Sicherheit</strong>sdiensten<br />

von Veranstaltungen,<br />

wie dem Weltcup, dem Ladinerfest oder<br />

der Unika im Einsatz. Brände bekämpfen<br />

macht den kleinsten Teil unserer Arbeit<br />

aus“, betont Kommandant Walter<br />

Wanker. Dafür stehen der Feuerwehr<br />

zwei Kleinlöschfahrzeuge, ein Tanklöschfahrzeug,<br />

ein Kleinrüstfahrzeug<br />

und ein Mannschaftstransporter zur<br />

Verfügung. Die lange genutzte Halle war<br />

veraltet, zu klein für den modernen Fuhrpark.<br />

15 Jahre dauerte es von der ersten<br />

Idee bis zur Fertigstellung. Auf Grund der<br />

begrenzten Fläche war es nicht möglich,<br />

den bestehenden Baukörper zu erweitern.<br />

Deshalb wurde von der Gemeinde<br />

Kastelruth auf Empfehlung des Amtes für<br />

<strong>Zivilschutz</strong> der Bau einer neuen, funktionellen<br />

Feuerwehrhalle in Runggaditsch<br />

beschlossen. Die alte, bestehende<br />

Halle wurde nicht<br />

abgerissen, sondern als Garage<br />

und Bauhof für die ladinischen<br />

Fraktionen genutzt.<br />

Baugrund von rund 2500 m²<br />

wurde im direkten Anschluss<br />

an die Grödner Hauptstraße<br />

Siegfried Comploj<br />

gefunden. Diese Fläche ist öffentlicher<br />

Besitz, schließt an<br />

die bestehende Bauzone an und war verkehrstechnisch<br />

bereits erschlossen.<br />

Moderne Halle mit Mehrzwecksaal<br />

Die Halle, die nach dem Projekt des<br />

Grödner Ingenieurs Siegfried Comploj<br />

ab Herbst 2008 errichtet wurde, verfügt<br />

über fünf Stellplätze. Die installationsfreie<br />

Raum- und Torhöhe beträgt 4 m,<br />

die Stellplatzbreite 5 bzw. 4,50 m. Die<br />

Raumtiefe und gleichzeitig Stellplatztiefe<br />

wurde mit 16,40 m so großzügig<br />

geplant, dass an der rückwärtigen Seite<br />

ein offenes Magazin untergebracht<br />

werden konnte. Dieser Werkstattbereich<br />

wurde mit einer Werkbank und<br />

Lagerflächen ausgestattet. Ein weiterer<br />

81 m² großer Lagerbereich befindet<br />

sich hinter dem Fahrzeugraum. Für die<br />

Schlauchpflege und -trocknung wurde<br />

in der Fahrzeughalle eine Abwasserrinne<br />

und Schrägaufhängung vorgesehen.<br />

Auf dem Vorplatz wurden eine Rangierfläche<br />

für die Einsatzfahrzeuge und 20<br />

PKW-Stellplätze eingeplant.<br />

In der neuen Halle wurde ein geräumiger<br />

Umkleidebereich vorgesehen, der in<br />

direkter Verbindung mit dem Eingang<br />

und der Fahrzeughalle, dem Kommando-<br />

und Verwaltungsraum, dem Funkraum,<br />

sowie der Stiefelwäscheecke und<br />

den sanitären Anlagen steht. Im Obergeschoss<br />

befinden sich die Teeküche und<br />

ein Schulungsraum, welcher auch als<br />

Mehrzwecksaal für die Fraktion Runggaditsch<br />

genutzt wird.<br />

<br />

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Handwerkerzone Nr. 6 | 39040 Barbian | fon+fax 0471 654333 | www.winkler.it<br />

Untitled-2 1 19/05/10 17.05


A k t u e l l<br />

Monovolume – Ein perfektes Team<br />

Kennengelernt haben sie sich<br />

während des Studiums an<br />

der Fakultät für Architektur<br />

der Universität Innsbruck,<br />

Patrik Pedó und Juri Pobitzer.<br />

Gemeinsames Interesse und<br />

die gleiche Auffassung von<br />

Architektur und Innovation<br />

führte schon bald zu den ersten<br />

erfolgreichen gemeinsamen<br />

Projekten und Arbeiten. 2003<br />

gründeten beide das Studio<br />

Monovolume in Bozen.<br />

Die erfolgreiche Beteiligung an zahlreichen<br />

nationalen Wettbewerben<br />

und die erfolgreiche Realisierung der<br />

ersten Projekte in den Bereichen Design<br />

und Architektur – das Spektrum<br />

reicht von Innenraumgestaltung bis<br />

zu städtebaulichen Konzepten – zeugen<br />

von der guten Zusammenarbeit.<br />

Prinzipiell ist nichts verboten<br />

und vieles erlaubt<br />

herrn werden Lösungsansätze erarbeitet<br />

und überarbeitet. Was sich aus<br />

dieser beispielhaften Zusammenarbeit<br />

von Projektant und Auftraggeber ergibt,<br />

sind überraschende Nutzungsüberlagerungen,<br />

interessante Raumabfolgen<br />

und unterschiedliche Verwendungsmöglichkeiten.<br />

Freches Design und intelligente<br />

Architektur<br />

Patrik Pedó: „Wir suchen das freche<br />

Design und die intelligente Architektur,<br />

die auf ihre Umgebung reagieren und<br />

sich diese zunutze machen, die sich ein<br />

Stück weit anpassen, aber eben nicht zu<br />

sehr.“ Und Juri Pobitzer ergänzt: „Wir<br />

und unser Team haben grundsätzlich<br />

Spaß an allem Neuen. Wir möchten<br />

v.l. Patrik Pedò und<br />

Juri Pobitzer<br />

Pedó und Pobitzer haben die gleiche<br />

Vorstellung von Architektur: Prinzipiell<br />

ist nichts verboten und vieles erlaubt<br />

– daraus ergeben sich interessante<br />

Spannungen und überraschende Ausgangspunkte<br />

und Ideen für individuelle,<br />

unkonventionelle Architektur und<br />

gutes Design. Die Arbeitsstätte des Architekten<br />

sehen sie als innovativen Ort,<br />

an dem traditionelle Vorstellungen und<br />

Gewohnheiten grundsätzlich hinterfragt<br />

und neue Blickwinkel angesetzt werden.<br />

Wichtig dabei ist vor allem eines: der<br />

Mensch mit seinen Bedürfnissen und<br />

Wünschen. Gemeinsam mit dem Baulieren.<br />

Pedó und Pobitzer: „Markenzeichen<br />

unserer Architektur ist ein einheitlicher<br />

roter Faden, die Grundsatzidee,<br />

die sich unverkennbar durch das<br />

gesamte Projekt verfolgen lässt.“<br />

Von Ausschreibung über interior design<br />

bis Verwaltungsbau<br />

Das Tätigkeitsfeld des Studios Monovolume,<br />

dem inzwischen bis zu zehn<br />

Mitarbeiter angehören, ist dementsprechend<br />

weit: Machbarkeitsstudien,<br />

Strategie, Konzept, Consulting, Vorentwurf,<br />

Entwurf, Einreichplanung,<br />

Ausführungs- und Detailplanung, Visualisierung,<br />

Bau-Management, Ausschreibung,<br />

Projektsteuerung, Kostenkontrolle,<br />

Wirtschaftlichkeit, Design,<br />

Innenraumgestaltung (interieur design),<br />

Dorf- und Stadterneuerungskonzepte,<br />

Freianlagengestaltung, Urbanistik,<br />

Entwicklungskonzepte, technische<br />

Gutachten, <strong>Sicherheit</strong>skoordination,<br />

Branchen- und Industriebauten, Bauten<br />

für Gewerbe, Hotel und Gastronomie,<br />

Verwaltungsbauten, öffentliche<br />

Verwaltung, Wohnungsbau, Brückenund<br />

Städtebau.<br />

Wasserkraftwerk am Winnebach<br />

Das 2008/09 geplante Wasserkraftwerk<br />

befindet sich am Winnebach in Dörfl<br />

(Gemeindegebiet Vintl) auf einer Mee-<br />

Innenbereich Firmensitz<br />

Giacomuzzi KG<br />

Das Wasserkraftwerk<br />

am Winnebach<br />

Komplexitäten reduzieren und aus der<br />

Konfrontation neue Lösungswege entstehen<br />

lassen.“<br />

Was dabei wichtig ist? Sich nicht zu<br />

verzetteln und im Ideenrausch zu verreshöhe<br />

von 800 m. Das Krafthaus ist<br />

zu einem Teil in den Hang gebaut, da der<br />

Bauplatz sehr begrenzt ist. Der Entwurf<br />

besteht aus einem einfachen, kantigen<br />

Gebäude, das formal an die Landschaft<br />

und die örtlichen Gegebenheiten angepasst<br />

wird. Das neue Krafthaus soll einen<br />

Felsen darstellen, welcher aus dem<br />

Hang bricht. Das Bild des brüchigen Felsen<br />

soll zusätzlich durch „Adern“ unterstrichen<br />

werden, die ihn durchqueren.<br />

Die „Adern“ werden als Lichtbänder aus<br />

geschichteten Floatglasscheiben ausgebildet,<br />

die Einblicke ins Innere gewährend<br />

über und um das Gebäude laufen.<br />

Das vorwiegende Baumaterial ist wasserundurchlässiger<br />

Beton. Den größten<br />

Bereich des Gebäudes nehmen Maschinen-<br />

und Transformatorenraum im Erdgeschoss<br />

ein. Das Dach ist als bekiestes<br />

Flachdach geplant. Bauherr ist die SEL<br />

AG. Die Baukosten betrugen fünf Mio.<br />

Euro. Die mittlere jährliche Stromproduktion<br />

beträgt 8,0 Mio. kWh.<br />

Neubau Firmensitz Giacomuzzi KG<br />

Die Giacomuzzi KG in Kaltern befasst<br />

sich mit Installationsarbeiten aller Art<br />

sowie mit der Planung und Ausführung


A k t u e l l<br />

Zwei - Familienhaus<br />

in Kaltern<br />

Die Giacomuzzi KG<br />

Obergeschoss liegt die Dienstwohnung.<br />

Das Bauvolumen beträgt 4200 m³, die<br />

Gesamtfläche 1200 m².<br />

Apotheke Eppan<br />

hochmoderner Fotovoltaikanlagen.<br />

Der viergeschossige Neubau des Firmensitzes<br />

soll die zukunftsweisenden<br />

Kernkompetenzen des Unternehmens<br />

– Fotovoltaik und Solarenergie –, der<br />

futuristische Baukörper soll die zukunftsorientierte<br />

Corporate Identity des<br />

Unternehmens augenscheinlich widerspiegeln.<br />

Das Anfang <strong>2010</strong> fertiggestellte<br />

Gebäude entwickelt sich von Norden<br />

nach Süden, verfügt über eine Vollwär-<br />

Das Zweifamilien-Wohnhaus Giacomuzzi<br />

befindet sich derzeit noch in<br />

Bau. Aus energetischen Gründen und<br />

für einen schonenden Umgang mit der<br />

Freifläche wurde es als kompakter<br />

Körper ausgebildet, der sich an das<br />

abschüssige Gelände schmiegt. Die<br />

Ausrichtung des Gebäudes orientiert<br />

sich sowohl an der Sonneneinstrahlung,<br />

als auch an der außerordentlichen,<br />

natürlichen Umgebung. Der<br />

Bauplatz liegt am Dorfrand von Kalmeschutzfassade<br />

und wird nach oben<br />

hin von einem mit Fotovoltaik-Paneelen<br />

besetzten Flachdach abgeschlossen. Die<br />

Verwaltung ist mit ihren großzügigen<br />

Open-Space-Büros, die sich nach Südosten<br />

über eine Ganzglasfassade öffnen,<br />

im Erdgeschoss angesiedelt. Im ersten<br />

Stock befinden sich ein Besprechungsraum,<br />

ein Magazin, ein kleiner Arbeitsbereich<br />

sowie die Umkleideräume samt<br />

Duschen und Toiletten. Im zweiten<br />

Ausgehend vom Apothekerschrank, dessen<br />

Linien das gesamte Mobiliar durchdringen,<br />

ist in Eppan eine Apotheke entstanden,<br />

die höchsten ästhetischen und<br />

funktionalen Ansprüchen genügt. Aufgrund<br />

der begrenzten Grundrissfläche<br />

war ein sparsamer, wohl durchdachter<br />

Umgang mit dem Raum unerlässlich.<br />

Die große Theke ermöglicht eine angemessene<br />

Beratungstätigkeit in voller<br />

Diskretion. Üppige Ausstellungsflächen<br />

wurden durch umlaufende Regale geschaffen,<br />

deren horizontale Linien den<br />

Raum umarmen und optisch vergrößern.<br />

Zwischen Boden und Decke sind<br />

drehbare Regale eingespannt, die zur<br />

Schaufensterseite hin Nischen für gezielte<br />

Produktausstellung aufweisen.<br />

Das Mobiliar ist in weiß gehalten, um<br />

die Aufmerksamkeit der Kunden auf die<br />

Produkte zu lenken. Geachtet wurde außerdem<br />

auf möglichst kurze Wege zwischen<br />

Theke und Apothekerschränken.<br />

Parapharmazie in Eppan<br />

Wohnhaus Giacomuzzi in Kaltern<br />

tern in unmittelbarer Nähe<br />

der Weinstraße, wobei sich<br />

zwischen Haus und Kalterer<br />

See fast ausschließlich Obstwiesen<br />

und Weinberge erstrecken.<br />

Es öffnet sich nach Südosten<br />

auf allen drei Geschossen mit<br />

einer großzügigen Glasfassade und<br />

langen Balkonen. Im Nordwesten gibt<br />

es aus Energiespargründen eine geschlossene<br />

Lochfassade. Haupträume<br />

und Zimmer richten sich nach Südosten,<br />

die Nebenräume befinden sich im<br />

Nordwesten.<br />

INFO<br />

Architekten Patrik Pedò & Juri Pobitzer<br />

Pfarrgasse 13 - 39100 Bozen<br />

Tel. 0471 050 226<br />

mail@monovolume.cc - www.monovolume.cc<br />

Wer<br />

langfristig plant,<br />

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Ausführung der gesamten Baumeisterarbeiten<br />

Bernard Bau GmbH/Srl<br />

Handwerkerzone Kalditsch 2<br />

I-39040 Montan (BZ)<br />

Tel. +39 0471 81 96 26<br />

Fax +39 0471 81 96 42<br />

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www.bernardbau.com


A k t u e l l<br />

S e r v i c e<br />

Die 1. Panzer-Klimahaustür<br />

Die Firma Blaas ist ein Betrieb<br />

für Elektromechanik in Bozen. Im<br />

neu errichteten Firmensitz soll<br />

die vertriebene Produktpalette<br />

präsentiert und ein<br />

Reparaturservice für den Kunden<br />

angeboten werden.<br />

Das Gebäude unterteilt sich in Verkauf<br />

im Erdgeschoss, Ausstellung<br />

und Reparaturwerkstatt im 1. Obergeschoss<br />

und Büro- und Verwaltungsbereich<br />

im 2. Obergeschoss. Das Erscheinungsbild<br />

des Gebäudes ergibt einen<br />

geschlossenen, homogenen Gesamteindruck,<br />

obwohl zwischen<br />

öffentlichen und<br />

privaten Bereichen eine<br />

bauliche Trennung<br />

erfolgt. Durch diese<br />

deutlich, formale Ungleichheit<br />

des Gebäudes<br />

soll für den Kunden<br />

schon von außen,<br />

die innere Raumauf-<br />

Bauherr: Blaas OHG<br />

Ort: Bozen (BZ)<br />

Typ: Gewerbebau<br />

Baujahr: 2007<br />

Bauvolumen: 11.500 m 3<br />

Gesamtfläche: 1.250 m 2<br />

Baukosten: 2,5 Mio. Euro<br />

Gewerbebau Firma Blaas<br />

teilung klar ablesbar sein. So erfolgt<br />

die visuelle Verbindung der öffentlichen<br />

Verkaufs- und Ausstellungsbereiche<br />

über eine transparente, zweigeschossige<br />

Ganzglasfassade (das Gebäude öffnet<br />

sich nach außen), während die privaten<br />

Räume, wie Werkstatt, Magazin und<br />

Büros durch ein, der Ganzglasfassade,<br />

vorgesetztes Sonnenschutzlamellensystem<br />

introvertiert gehalten bleiben.<br />

Um Tageslichteinfall, Erschließung und<br />

Raumprogramm in optimale Beziehung<br />

zu bringen, wurde im Kern des Gebäudes<br />

ein lichtdurchflutetes Atrium mit<br />

begrüntem Innenhof geschaffen. Dieser<br />

Freibereich versorgt den Verwaltungsbereich<br />

im 2. Obergeschoss mit ausreichend<br />

natürlichem Licht und schafft für<br />

die Mitarbeiter einen geschützten, ruhigen<br />

Relax- und Erholungsbereich.<br />

• Fertigbauweise mit Zeitgarantie<br />

• Schlüsselfertig mit Preisgarantie<br />

• Restaurierung<br />

• Klimahaus<br />

RUBNER Türen hat es wieder<br />

einmal als Erster geschafft:<br />

Die Einbruchhemmung der<br />

Widerstandsklasse 3 konnte<br />

für die bekannte Klimahaustür<br />

erreicht werden. Damit sind<br />

Rubner-Haustüren aus Holz<br />

selbst guten Panzertüren aus<br />

Metall deutlich überlegen.<br />

In den letzten Jahren ist ein stetiger<br />

Anstieg der Eigentumsdelikte zu<br />

verzeichnen und wird sich laut polizeilichen<br />

Angaben weiter fortsetzen.<br />

Beschädigt werden in diesen Fällen<br />

hauptsächlich Türblatt, Schließblech<br />

und Schloss. Als Hilfsmittel werden<br />

dabei meist einfache Hebelwerkzeuge<br />

wie Keil, Schraubenzieher, Hebeleisen<br />

und Hammer benutzt.<br />

Sichere Holztüren<br />

Rubner Haustüren sind seit jeher führend<br />

in Sachen <strong>Sicherheit</strong> und Einbruchhemmung.<br />

Sie verbinden dabei<br />

die Vorzüge vom nachwachsenden<br />

Rohstoff Holz, die Wärme und Behaglichkeit,<br />

die Umweltfreundlichkeit und<br />

Nachhaltigkeit dieses Materials mit<br />

verschiedenen Schutzfunktionen. In<br />

dieser Vielseitigkeit ist Holz nicht zu<br />

toppen! Wer bisher geglaubt hat, Holztüren<br />

wären aber beim Einbruchschutz<br />

rückständig, wird eines Besseren belehrt:<br />

Bereits mit Erreichen der Widerstandsklasse<br />

(WK) 2 an führenden<br />

Prüfinstituten wird ein hohes Maß an<br />

<strong>Sicherheit</strong> erreicht. Achten Sie deshalb<br />

beim Auswählen Ihrer Haustür darauf,<br />

dass entsprechende Prüfzeugnisse vom<br />

Labor – und im eingebauten Zustand –<br />

vorgelegt werden können!<br />

Modell-Zuwachs bei RUBNER Türen<br />

Mit zehn neuen Haustürmodellen zeigt<br />

RUBNER wieder den Trend bei Haustüren<br />

aus Holz auf und stellt einmal mehr<br />

die Kompetenz im Design von Türen<br />

unter Beweis. Auf den Messen Swissbau<br />

in Basel und MADEexpo in Mailand<br />

wurden diese erstmals einem breiten<br />

Publikum vorgestellt. Die zehn neuen<br />

Haustürmodelle bestechen durch eine<br />

einfache, klare Linienführung, dezent<br />

eingesetzte Accessoires und die Anpassungsfähigkeit<br />

an die Gegebenheiten<br />

der Gebäudehülle oder der Innenarchitektur.<br />

Die bekannten Funktionen einer<br />

Rubner-Tür wie Wärmedämmung, Klimastabilität,<br />

Schallschutz, Brand- und<br />

Einbruchschutz bleiben dabei unverändert<br />

einsetzbar und untereinander<br />

kombinierbar.<br />

MINERGIE®-zertifizierte Haustüren<br />

Seit Anfang <strong>2010</strong> dürfen Rubner-Haustüren<br />

neben dem bekannten Label „KlimaHaus/CasaClima“<br />

für Italien auch<br />

das begehrte MINERGIE®-Zeichen für<br />

die Schweiz tragen. Dieses bekannte<br />

Konzept für energiebewusstes Bauen<br />

ist nicht nur in der Schweiz, wo bereits<br />

über 20.000 Gebäude im MINERGIE®-<br />

Standard gebaut und zertifiziert wurden,<br />

anerkannt. Ein mit MINERGIE-<br />

Modulen erbautes Haus, wie jenem für<br />

Rubner-Haustüren, bekommt der Bauherr<br />

die <strong>Sicherheit</strong>, dass sein Gebäude<br />

dem strengen MINERGIE-Standard entspricht.<br />

RUBNER Türen – die Profis bei<br />

Türen aus Holz!<br />

DATZ GMBH<br />

Mendelstr. 6 - 39052 Kaltern<br />

Tel. 0471 963 016 - Fax 0471 964 675<br />

datz@rolmail.net<br />

www.datz.it<br />

INFO<br />

Rubner Türen AG<br />

Handwerkerzone 10 - 39030 Kiens<br />

Tel. 0474 563 222 - Fax 0474 563 100<br />

info@tueren.rubner.com<br />

www.tueren.rubner.com<br />

06/<strong>2010</strong> 69


p a g i n i e r u n g<br />

P o r t r a i t<br />

Der Detektiv der Psyche<br />

Nur minimale Ausfälle<br />

Siegfried Tutzer<br />

Im Jahr 2008 wurde nach den<br />

gesetzlichen Vorgaben der<br />

Etschwerke-Gruppe eine weitere<br />

Tochter gegründet: die<br />

Etschwerke-Netz GmbH, zuständig<br />

für die Strom-Verteilernetze<br />

zwischen Leifers und Kastelbell.<br />

Ähnlich wie die Autobahn,<br />

die als<br />

Transportweg zur Verfügung<br />

gestellt wird<br />

für LKW, PKW, Motorräder<br />

... und andere<br />

Nutzer, so stellen die<br />

Etschwerke mit dieser<br />

neuen Tochterfirma allen<br />

anderen Stromanbietern<br />

ihr Leitungsnetz<br />

zur Verfügung.<br />

Dazu Siegfried Tutzer:<br />

„Unsere Netzte für Nieder-, Mittel-<br />

und Hochspannung werden den<br />

diversen Stromanbietern – natürlich<br />

gegen Gebühren – zur Verfügung gestellt.<br />

Von der Strom-Aufsichtsbehörde<br />

wird streng überwacht, dass alle Nutzer,<br />

die Etschwerke selbst, aber auch<br />

SEL, ENEL, EDISON usw., die gleichen<br />

Bedingungen haben. Wir von den<br />

Etschwerken als Produzent oder unsere<br />

Trading-Gesellschaft haben keinerlei<br />

Einfluss auf unsere Tochterfirma.<br />

Sie wird vollkommen autonom und<br />

neutral verwaltet.“<br />

Die Leitstelle Naturns<br />

Alle Informationen, die mit Stromausfällen,<br />

programmierten Abschaltungen und<br />

Reparaturen zu tun haben, laufen über<br />

die Leitstelle Naturns. „Man muss sich das<br />

so vorstellen, dass über dem ganzen Verteilernetz,<br />

sprich Leitungen, eine Art elektronisches,<br />

intelligentes Überwachungsnetz<br />

gespannt ist. Wenn es Stromausfälle<br />

z. B. durch Blitzschlag, Sturmschäden<br />

oder wegen Kabelbeschädigungen im<br />

Umfeld von Straßenbauten gibt, wird das<br />

sofort elektronisch auf den Bildschirmen<br />

in der Zentrale angezeigt. Diese Daten<br />

und Informationen zur Störung können<br />

wir direkt auf die Mobiltelefone unserer<br />

Servicetechniker weiterleiten. Erst danach<br />

kommen meist die Anrufe der Kunden<br />

und melden den Stromausfall. Für<br />

Anzahl der Stromunterbrechungen<br />

unsere Techniker und dem Bereitschaftsdienst<br />

heißt es so schnell und effizient<br />

wie möglich zu reagieren. Oft kann durch<br />

Umschalten auf ein anderes Netz schon<br />

in wenigen Minuten der Schaden behoben<br />

werden“, erklärt Siegfried Tutzer.<br />

Allerdings gibt es auch viele Anrufe wegen<br />

ganz banaler Fälle, weil zum Beispiel<br />

der Automat im Keller ausgefallen<br />

ist. Da helfen dann oft so einfache Fragen<br />

wie „Brennt beim Nachbarn noch<br />

das Licht“ – wenn ja, dann liegt das Problem<br />

im Haus, im eigenen Keller.<br />

Gutes Qualitäts-Management<br />

Die Strom- und Gasaufsichtsbehörde<br />

gibt ganz klare Parameter vor, was<br />

die Ausfallzeiten betrifft. Wenn gewisse<br />

Zeiten überschritten werden, erhält<br />

der Kunde umgehend eine Gutschrift,<br />

das wird sogar von der Finanzbehörde<br />

überwacht. Von dieser Aufsichtsbehörde<br />

gibt es auch ein Bonus-Malus-System<br />

für die Netzbetreiber. „Aus der Grafik<br />

der letzten Jahre geht klar hervor, dass<br />

unsere Ausfälle sich ständig verringern<br />

und im absoluten Minimalbereich liegen.<br />

Unsere Netze samt elektronischer<br />

Überwachung haben einen derart hohen<br />

Qualitätsstandard, sodass kaum<br />

noch Verbesserungen möglich sind. Daher<br />

sind wir seit Jahren auch im Bonus<br />

gegenüber der Aufsichtsbehörde“, stellt<br />

Siegfried Tutzer zufrieden fest.<br />

INFO<br />

Etschwerke AG<br />

Zwölfmalgreiener Straße 8 - 39100 Bozen<br />

Tel. 800 225 420<br />

info@ae-ew.it - www.ae-ew.it<br />

Erwin Steiner ist Psychologe<br />

aus Leidenschaft, auch wenn<br />

er über Umwege, nämlich die<br />

Werbepsychologie, zu seinem<br />

Beruf gekommen ist. „Ich habe<br />

schnell gemerkt, dass ich nicht<br />

manipulieren, sondern vielmehr<br />

verstehen wollte.“<br />

Nach dem Studium in Politikwissenschaften,<br />

Geschichte und Psychologie<br />

beschäftigte sich Steiner, der<br />

heute im psychologischen Dienst des<br />

Krankenhauses Brixen arbeitet und<br />

den Dienst für Notfallpsychologie leitet,<br />

mit Massenphänomenen. „Was<br />

läuft ab, wenn scheinbar vernünftige<br />

Menschen, unvernünftige Entscheidungen<br />

treffen, das interessierte<br />

mich. Am Anfang wollte ich eher verstehen,<br />

als helfen“, erinnert sich Steiner.<br />

Heute sucht er beides.<br />

Von Natur aus neugierig<br />

Von hier führte sein Weg über die positive<br />

Gestaltung von Arbeitsbedingungen<br />

und die (Re)Integration von psychisch<br />

Kranken in die Arbeitswelt bis hin zur<br />

klinischen Psychologie. Ein Krebsfall im<br />

engsten Familienkreis brachte den jungen<br />

Psychologen dazu, sich damit auseinander<br />

zu setzen, wie Menschen mit<br />

lebensbedrohenden Situationen umgehen.<br />

„Ich bin von Natur aus neugierig<br />

und wollte wissen, warum manche<br />

Menschen die unglaublichsten Dinge<br />

schier unbeschadet ertragen und andere<br />

an weitaus weniger zerbrechen.“<br />

Sein persönlicher psychologischer Ansatz<br />

beruft sich auf Aaron Antonovsky.<br />

„Weg von der Pathogenese zur Salutogenese.<br />

Ich möchte den Menschen<br />

helfen, das was ihnen geschieht, selbst<br />

managen und verstehen zu können.“<br />

Dieser Ansatz hilft nach Ansicht Steiners<br />

schwierige Situationen zu meistern.<br />

Wer versteht, kann <strong>Sicherheit</strong><br />

entwickeln.<br />

Gelernt aus Eigenerfahrung<br />

Steiner überprüft seine Theorie immer<br />

wieder auf ihren Alltagswert. „Mir geht<br />

es bei meiner Arbeit darum, dass Menschen<br />

den einfachen Weg finden und<br />

ich versuche dabei zu helfen, ihn allein<br />

und selbständig gehen zu können.“<br />

Viel hilft ihm dabei die Eigenerfahrung.<br />

„Ich habe selbst viel mit Krisen zu tun<br />

gehabt und gelernt, dass leidvolle Erfahrungen<br />

für uns im Nachhinein von<br />

höchstem Wert sind. Das hat mir viel<br />

Lebensenergie abverlangt, aber auch<br />

viele Werte gegeben.“ In der Psychologie<br />

nennt man das „postdramatic<br />

growth“.<br />

Tunnelblickhaltung aufbrechen<br />

Erwin Steiner fühlt sich bei seiner Arbeit<br />

oft wie ein Detektiv auf der Suche<br />

nach der Lösung für Fragen wie: Wo<br />

sind die Stärken? Wie schafft man das?<br />

Wie lässt sich in einer bestimmten Situation<br />

an andere anknüpfen?<br />

„Das größte Ziel bei meiner Arbeit und<br />

mein größtes Erfolgserlebnis ist, wenn<br />

ich anderen dabei helfen kann, aus der<br />

Tunnelblickhaltung in einer schwierigen<br />

Situation auszubrechen und das<br />

Licht nicht nur wahrzunehmen, sondern<br />

auch zurückzuholen.“<br />

Privat ist Erwin Steiner ein Ausdauersportler<br />

und leidenschaftlicher Gleitschirmflieger.<br />

Er entspannt sich mit<br />

Handwerken, Gartenarbeit oder in der<br />

Sauna, ist ein kreativer Bastler. Seine<br />

Stärke liegt in der Kommunikation, seine<br />

Schwäche ist das Zeitmanagement.<br />

70 06/<strong>2010</strong><br />

06/<strong>2010</strong> 71


p a g i n i e r u n g<br />

Die Mitarbeiter und Führungskräfte der vier<br />

neuen „gesunden Betriebe“ SEAB (Bozen), Oberhollenzer<br />

(Bruneck), Weißes Kreuz und Bezirksgemeinschaft Überetsch/<br />

Unterland mit Gesundheitslandesrat Richard Theiner.<br />

b u n t e m e l d u n g e n<br />

Es war sehr schön …<br />

Gesunde Betriebe auf Vormarsch<br />

„Gesunde Mitarbeiter in gesunden<br />

Betrieben“ – dieser<br />

Vision hat sich die Stiftung<br />

Vital verschrieben. Vier weitere<br />

Südtiroler Betriebe mit rund<br />

3200 Mitarbeiterinnen und<br />

Mitarbeitern erhielten kürzlich<br />

das Zertifikat „Gesunder Betrieb –<br />

Impresa sana®”.<br />

Das Weiße Kreuz, die Energieund<br />

Umweltbetriebe Bozen (SE-<br />

AB), die Bezirksgemeinschaft Überetsch-Unterland<br />

und das Busunternehmen<br />

Oberhollenzer in Sand in<br />

Taufers dürfen sich nun „Gesunder<br />

Betrieb“ nennen, da sie erfolgreich<br />

am Programm zur betrieblichen<br />

Gesundheitsförderung der Stiftung<br />

Vital teilgenommen haben. Vor kurzem<br />

erhielten sie am Sitz der Handelskammer<br />

in Bozen von der Stiftung<br />

Vital das Zertifikat „Gesunder<br />

Südtirol bewegt sich • • •<br />

Mit freundlicher Unterstützung von:<br />

Betrieb – Impresa sana®” aus den<br />

Händen von Gesundheitslandesrat<br />

Richard Theiner. Damit gibt es nun<br />

insgesamt zehn gesunde Betriebe in<br />

Südtirol. „Diese Betriebe haben gezeigt,<br />

dass ihnen das Wohlbefinden<br />

der Beschäftigten ein Anliegen ist<br />

und dass sie gemeinsam mit den Beschäftigten<br />

weitere gesundheitsfördernde<br />

Maßnahmen umsetzen werden“,<br />

sagt Franz Plörer, Direktor der<br />

Stiftung Vital. „So gesehen, ist die<br />

Zertifizierung nicht der Abschluss,<br />

sondern der Beginn einer schrittweisen<br />

Veränderung der Betriebe.“<br />

Schrittzähler vergriffen<br />

Die Kampagne “Zähl mit – sei fit” hat<br />

alle Erwartungen übertroffen: Innerhalb<br />

weniger Tage haben die Raiffeisenkassen,<br />

Sparkasse und Volksbank<br />

kostenlos 30.000 Schrittzähler verteilt.<br />

W E T T B E W E R B<br />

Mit dem<br />

Rad zur<br />

Arbeit<br />

Nun sind die Schrittzähler vergriffen.<br />

„Jetzt hoffen wir natürlich, dass auch<br />

die Botschaft, die wir vermitteln wollen,<br />

bei den Menschen ankommt,<br />

nämlich, Bitte bewegen Sie sich mehr,<br />

bauen Sie körperliche Aktivitäten in<br />

Ihren Alltag ein, denn Bewegung ist<br />

eine der wirksamsten und gleichzeitig<br />

billigsten Maßnahmen zur Vorbeugung<br />

von Krankheiten, die es gibt“,<br />

betont Stiftungsdirektor Franz Plörer.<br />

„Ohne die Unterstützung der drei Banken,<br />

welche die Schrittzähler nicht nur<br />

landesweit verteilt, sondern auch zur<br />

Verfügung gestellt haben, wäre diese<br />

Aktion nicht möglich gewesen.“ Weiter<br />

geht indes das Gewinnspiel: Wer<br />

einen Schrittzähler hat, kann unter<br />

www.stiftungvital.it die Schritte eintragen<br />

und nimmt damit automatisch<br />

an einer monatlichen Verlosung von<br />

Preisen und einer Endprämierung<br />

teil.<br />

> Teilnehmen können:<br />

private und öffentliche Betriebe<br />

> Anmeldung:<br />

bis zum 15. August <strong>2010</strong>:<br />

www.stiftungvital.it<br />

> Prämierung:<br />

Die Hauptpreise sind Fahrräder.<br />

Alle teilnehmenden Betriebe<br />

erhalten eine Urkunde.<br />

> Teilnahmegebühr:<br />

keine<br />

…, es hat mich sehr gefreut.<br />

So hätte es wohl Kaiser<br />

Franz Josef ausgedrückt.<br />

Der Pressesprecher des<br />

DFB, Harald Stenger, wurde<br />

da schon konkreter. Bei der<br />

letzten Pressekonferenz lobte<br />

er noch einmal in höchsten<br />

Tönen die Trainingsbedingungen<br />

für die Deutsche<br />

Nationalmannschaft, die Organisation<br />

vor Ort samt dem<br />

ganzen Umfeld. Wörtlich<br />

bedankte er sich bei LH Luis<br />

Das Leben ist schön.<br />

Fahre vorsichtig!<br />

<strong>Sicherheit</strong> darf keine Glückssache<br />

sein, vor allem nicht<br />

im Straßenverkehr. Die Statistik<br />

zeigt: 90 Prozent aller<br />

Verkehrsunfälle werden<br />

durch Fahrfehler und durch<br />

Fehlverhalten verursacht.<br />

Das bedeutet: Die meisten<br />

Unfälle wären vermeidbar.<br />

Den Alltags- und Berufsverkehr<br />

auf unseren Straßen<br />

so sicher wie möglich zu<br />

gestalten, dafür können und<br />

müssen wir alle gemeinsam<br />

etwas tun. Vorsicht, Rücksicht<br />

und ein lebenslanges<br />

Lernen sind das Um und Auf<br />

Durnwalder, bei Gastgeber<br />

Bruno Moser, bei Manfred<br />

von Call sowie bei Monika<br />

Gross und Andreas Vieider.<br />

Diese Namen sollten stellvertretend<br />

für alle Beteiligten<br />

stehen, die zum optimalen<br />

Gelingen beigetragen haben.<br />

Eine bessere Südtirol-Werbung<br />

hätte es in Deutschland<br />

wohl nicht mehr geben können!<br />

Jetzt müssen die Deutschen<br />

nur noch Weltmeister<br />

werden ...<br />

im Straßenverkehr. Deshalb:<br />

Riskiere nichts! Dein Leben<br />

ist es wert, gut darauf aufzupassen.<br />

Die neue G-Klasse Professional<br />

Zu Lande, zu Wasser und<br />

manchmal sogar in der Luft<br />

– die G-Klasse beweist seit<br />

1979 auf jedem Terrain ihre<br />

legendären Qualitäten und<br />

macht die typischen Mercedes-Benz-Eigenschaften<br />

in<br />

ganz besonderer Weise erlebbar:<br />

„G“ ist die faszinierende<br />

Formel für individuelle<br />

und professionelle Lösungen<br />

auf Rädern für außergewöhnliche<br />

Nutzleistungen<br />

selbst unter härtesten und<br />

schwersten Bedingungen.<br />

Die neue G-Klasse Professional<br />

gibt es nun auch für<br />

den zivilen Gebrauch. Mit<br />

den verschiedenen Varian-<br />

Freiräume am Wasser gestartet<br />

„Passer für Meran“ heißt<br />

das neue Projekt, mit dem<br />

die Hochwassersicherheit,<br />

die Landschaftsnutzung und<br />

-planung sowie die Ökologie<br />

der Passer im Gemeindegebiet<br />

von Meran verbessert<br />

werden soll. Aus der<br />

Taufe gehoben wurde das<br />

Projekt Interreg IV Italien-<br />

Österreich „Ortsgerechte<br />

Gestaltung – Freiräume<br />

am Wasser“ von der Abteilung<br />

Wasserschutzbauten<br />

und der Gemeinde Meran.<br />

Der Fluss und das Wasser,<br />

ten Station Wagen - Lang,<br />

Van, Fahrgestell mit Kabine<br />

(mit oder ohne Aufbau und<br />

in Kürze auch 6 x 6) kann<br />

das Fahrzeug je nach Bedarf<br />

personalisiert werden.<br />

Der CDI-Dieselmotor überzeugt<br />

nicht nur während der<br />

Fahrt, sondern auch danach –<br />

selten war ein Geländewagen<br />

so kräftig und so effizient zugleich.<br />

Erstklassige Technik,<br />

robuste Verarbeitung und<br />

eine beeindruckende Langlebigkeit<br />

sind die Eigenschaften,<br />

welche die G-Klasse zu<br />

einem echten Mercedes machen,<br />

der jeder Aufgabe mit<br />

Bravour gewachsen ist.<br />

das er führt, gehören zu den<br />

lebensnotwendigen Elementen<br />

für Natur, Bevölkerung,<br />

Landwirtschaft und Industrie.<br />

„Wenn all diese Akteure<br />

den Fluss – sprich die Passer<br />

– brauchen, ist ein Umdenken<br />

notwendig: Flussläufe<br />

sollen neu überdacht, Hochwassersicherheit<br />

garantiert,<br />

Räume umgestaltet und die<br />

Bevölkerung in diesen Prozess<br />

eingebunden werden“,<br />

erklärt Bürgermeister Günther<br />

Januth zu Beginn des<br />

Projektes.<br />

06/<strong>2010</strong> 73


u n t e m e l d u n g e n<br />

DolomythiCup-Radius vorgestellt<br />

Vor vier Jahren wurde beim<br />

Schmid – Oberrauter in<br />

Bozen Gries die erste OK-<br />

Sitzung für den Dolomythi-<br />

Cup abgehalten. Dieses Jahr<br />

wurde nun an gleicher Stelle<br />

im Rahmen einer kleinen<br />

„Segler-Plauderei“ die Radius-Ausgabe<br />

vom DolomythiCup<br />

<strong>2010</strong> bzw. über die<br />

Challenge präsentiert. Bekanntlich<br />

war Mitte April in<br />

Kroatien, aufgeteilt in zwei<br />

Gruppen, diese Südtiroler<br />

Hochsee-Meisterschaft im<br />

Segeln ausgetragen worden.<br />

Beim Schmid – Oberrauter<br />

ließ es sich gemütlich sitzen,<br />

der Radius wurde entsprechend<br />

begutachtet, ausgezeichneter<br />

Lagrein wurde<br />

verkostet und über vergangene<br />

und künftige Segel-<br />

Regatten und -Abenteuer<br />

gesprochen. Das Interesse<br />

seitens der Südtiroler Seg-<br />

ler an diesem Event steigt<br />

von Jahr zu Jahr. Erstmals<br />

musste eine Ausscheidung<br />

(Challenge) organisiert werden,<br />

um die Finalisten für<br />

den DolomythiCup 2011 zu<br />

v.l.n.r.: Edy Scherer, Günther Pernthaler, Franz Wimmer,<br />

Charly Manfredi, Florian Schmid<br />

ermitteln. Für nächstes Jahr<br />

wird zum einen das Finale<br />

des DolomythiCup ausgetragen<br />

und mit einer weiteren<br />

Bootsklasse ist der Cruiser-<br />

Cup geplant.<br />

Reservieren Sie b u jetzt n t e mschon e l d u nIhre g e nWerbefläche!<br />

Unser Land – Unsere Energie<br />

Diese aktuelle Radius-Ausgabe erscheint Mitte September<br />

Sponsor für Zöggeler<br />

und Kerschbaumer<br />

74<br />

„Marlene“ verlängert den<br />

Sponsoringvertrag mit dem<br />

Südtiroler Rodelkönig um<br />

weitere zwei Jahre und besiegelt<br />

eine neue Partnerschaft<br />

mit dem Juniorenweltmeister<br />

im Mountainbike.<br />

Qualität, Talent und Disziplin:<br />

Dies sind die Grundsteine der<br />

Partnerschaft, die zwischen<br />

dem Verband der Südtiroler<br />

Obstgenossenschaften und<br />

den zwei Südtiroler Topathleten<br />

Armin Zöggeler und Gerhard<br />

Kerschbaumer besiegelt<br />

wurde. In den kommenden<br />

Jahren fungieren Zöggeler<br />

und Kerschbaumer als Werbeträger<br />

für die Marke Mar-<br />

06/<strong>2010</strong><br />

lene®. „Armin Zöggeler und<br />

Gerhard Kerschbaumer stehen<br />

für die Gegenwart und<br />

die Zukunft des Südtiroler<br />

Sports“, unterstreicht Georg<br />

Kössler, Obmann des Verbands<br />

der Südtiroler Obstgenossenschaften.<br />

„Nach drei<br />

gemeinsamen Jahren freut<br />

es uns sehr, dass wir unsere<br />

Zusammenarbeit mit einem<br />

Ausnahmesportler wie<br />

Armin fortsetzen werden.<br />

Für die Zukunft setzen wir<br />

auf das Talent von Gerhard<br />

Kerschbaumer, der zweifelsohne<br />

eine erfolgreiche Karriere<br />

vor sich haben wird“, so<br />

Kössler.<br />

Kaltern: Ganz in Weiß<br />

Schauen, riechen, schmecken<br />

heißt es am 29. Juni<br />

am Marktplatz von Kaltern.<br />

Die Weinbetriebe von wein.<br />

kaltern schenken an diesem<br />

Abend ab 18 Uhr unter<br />

freiem Himmel ihre besten<br />

Weißweine auf.<br />

Nach dem „2. Südtiroler<br />

Genusstheater“ bietet wein.<br />

kaltern für alle Weinliebhaberinnen<br />

und Weinliebhaber<br />

nun einen weiteren<br />

Höhepunkt an. Die Besucher<br />

können sich auf einen guten<br />

Tropfen Wein freuen.<br />

Da heißt es schauen, riechen,<br />

schmecken und den Sommerabend<br />

in vollen Zügen genießen.<br />

Für das leibliche Wohl der<br />

Gäste ist bestens gesorgt. Die<br />

Mitglieder des Hotelier- und<br />

Gastwirteverbandes servieren<br />

passend zu den Kalterer Weißweinen<br />

leichte Sommergerichte.<br />

Auch die Musikliebhaber<br />

kommen auf ihre Kosten. Für<br />

musikalischen Hörgenuss<br />

sorgt das Gadertaler Multitalent<br />

Chris Costa.<br />

Weitere Infos unter<br />

www.wein.kaltern.com<br />

Der Radius im September kommt mit einem höchst aktuellen Thema!<br />

• Erneuerbare Energie aus: Wasser, Wind, Sonne, Biomasse und Geothermie<br />

• Wir präsentieren „energiegeladene und energiesparende“ Projekte & Investitionen<br />

• Das gesamte Umfeld Energie: Ein potenter Faktor der Südtiroler Wirtschaft<br />

• Wasserstoff: Der Energieträger der Zukunft?<br />

Redaktion Radius: Tel. 0471 977 824 - Fax 0471 301 226<br />

franz.wimmer@mediaradius.it - www.mediaradius.it<br />

06/<strong>2010</strong> 75


u n t e m e l d u n g e n<br />

Mercedes-Benz ist eine Marke der Daimler AG.<br />

Es gibt keine Hindernisse.<br />

Nur Herausforderungen.<br />

Die G-Klasse Professional.<br />

Seit 30 Jahren beweist die G-Klasse vor allem im militärischen Gebrauch legendäre Qualitäten auf jedem Terrain. Jetzt gibt es sie auch<br />

für den zivilen Gebrauch – gerüstet für jede Extremsituation. Neuer, stärkerer CDI Motor, stabiles Fahrwerk, permanenter Allradantrieb,<br />

drei einzeln zuschaltbare Differentialsperren, Unterbodenschutz und fünf verschiedene Varianten um jeder Anforderung zu entsprechen.<br />

Kombinierter Verbrauch (l/100 km): 11,7 – Co 2<br />

-Abgaswerte (g/km): 307.<br />

Autoindustriale<br />

Offizieller Vertragshändler Mercedes-Benz<br />

Bozen, Galvanistrasse 41, Tel. 0471 550000 - Bruneck, J. G. Mahl Strasse 48, Tel. 0474 570000<br />

Trient, Via Stella 13, Tel. 0461 1735300 - Rovereto, Via Brennero 25, Tel. 0464 024400<br />

Meran, Max 06/<strong>2010</strong> Valier Strasse 6/8, Tel. 0473 233100 c/o Auto Erb - Autorisierter Verkaufsagent Mercedes-Benz von Autoindustriale<br />

www.autoindustriale.com<br />

76

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