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M & S REPTILIEN Im Netz: www.ms-reptilien.de - DGHT

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Heft 1/2005 – 20. Februar 2005 G 12608<br />

<strong>DGHT</strong>-Intern • Magazin • Diskussion<br />

Buchbesprechungen • Haltung und Nachzucht<br />

Natur- und Artenschutz • Panorama


3<br />

Editorial<br />

Liebe Mitglie<strong>de</strong>r,<br />

wie<strong>de</strong>r erhielt ich sehr viele Glückwünsche für<br />

Weihnachten und das Jahr 2005 und bitte um<br />

Nachsicht, dass ich mich hierfür an dieser Stelle<br />

pauschal bedanke.<br />

Da gab es die herkömmlichen Postkarten mit<br />

handschriftlichem persönlichem Text bis hin zu<br />

Computeranimationen, welche unsere – zugegebenermaßen<br />

nicht beson<strong>de</strong>rs mo<strong>de</strong>rne – Computeranlage<br />

bis zur Kapazitätsgrenze for<strong>de</strong>rten – und auch<br />

überfor<strong>de</strong>rten. Die AG Anuren verschickte sogar<br />

einen eigenen Kalen<strong>de</strong>r! Vielen, herzlichen Dank!<br />

Bun<strong>de</strong>sartenschutzverordnung<br />

Gegen En<strong>de</strong> <strong>de</strong>s Jahres 2004 wur<strong>de</strong> vom Bun<strong>de</strong>srat<br />

die novellierte Bun<strong>de</strong>sartenschutzverordnung<br />

verabschie<strong>de</strong>t. Sie stellt es <strong>de</strong>m Halter anheim wie<br />

er seine Tiere „kennzeichnet“ – das Primat <strong>de</strong>s<br />

Transpon<strong>de</strong>rs ist endlich been<strong>de</strong>t. Als <strong>DGHT</strong> haben<br />

wir seit 1996 darum gekämpft. Das mehrjährige<br />

Projekt zur Fotodokumentation von Reptilien,<br />

insbeson<strong>de</strong>re Landschildkröten, hatte wesentlichen<br />

Einfluss. BMU und BfN sei an dieser Stelle hierfür<br />

beson<strong>de</strong>rs gedankt!<br />

Erfreulich ist auch, dass in die bisher von Sittichen<br />

„beherrschte“ Anlage 5 erstmals mehrere<br />

Reptilien – und auch zwei Dendrobates-Arten aufgenommen<br />

wur<strong>de</strong>n. Ich vertrete seit Jahren die<br />

Ansicht, dass einige europäische Landschildkrötenarten<br />

in diese Anlage 5 gehören, was für Behör<strong>de</strong>n<br />

und Züchter eine gewaltige Arbeitsentlastung<br />

be<strong>de</strong>uten wür<strong>de</strong>. Die Züchter müssten sich nur<br />

endlich in großer Zahl aufraffen, ihre Nachzuchtergebnisse<br />

an die Geschäftsstelle zu mel<strong>de</strong>n. Mit<br />

Nachzuchtzahlen von einer Hand voll Züchtern ist<br />

kein Staat zu machen – im Gegenteil. Wenn diese<br />

in die Hän<strong>de</strong> unserer Gegner fallen, wer<strong>de</strong>n sie<br />

noch dazu missbraucht, um „nachzuweisen“, dass<br />

diese o<strong>de</strong>r jene Art „schlecht züchtbar“ ist.<br />

Leitlinien für Tierbörsen<br />

<strong>Im</strong> Bun<strong>de</strong>sministerium für Verbraucherschutz,<br />

Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) wur<strong>de</strong><br />

im vergangenen Jahr über „Leitlinien für Tierbörsen“<br />

beraten. In fast allen strittigen Punkten konnten<br />

akzeptable Kompromisse gefun<strong>de</strong>n wer<strong>de</strong>n.<br />

Ganz glücklich konnte wohl keiner sein – das ist<br />

eben das Typische für einen Kompromiss. Jetzt<br />

erhalten die Bun<strong>de</strong>slän<strong>de</strong>r diesen Entwurf zur Begutachtung.<br />

Ich gehe davon aus, dass frühestens<br />

2006 diese Leitlinien in einer endgültigen Form<br />

vorliegen wer<strong>de</strong>n.<br />

Tierschutzgesetz in Österreich<br />

In Österreich traten am 1.1.2005 diverse Durchführungsverordnungen<br />

zum Tierschutzgesetz in<br />

Kraft. Bei <strong>de</strong>n Min<strong>de</strong>stanfor<strong>de</strong>rungen für die Haltung<br />

von Reptilien und Amphibien wur<strong>de</strong>n die<br />

EUFORA -Empfehlungen weitgehend berücksichtigt.<br />

Lediglich bei Schildkröten blieb es bei <strong>de</strong>n<br />

absur<strong>de</strong>n, einem <strong>de</strong> facto-Verbot <strong>de</strong>r Schildkrötenhaltung<br />

nahe kommen<strong>de</strong>n Vorgaben. Hier wartet<br />

ein hartes Stück Arbeit auf unsere österreichischen<br />

Freun<strong>de</strong>. EUFORA wird sie dabei nach Kräften<br />

unterstützen.<br />

Spen<strong>de</strong>naufruf<br />

In nächster Zeit wird Ihnen in verschie<strong>de</strong>nen<br />

Zoos und Aquarien eine Kampagne zum Schutz<br />

gefähr<strong>de</strong>ter Schildkrötenarten auffallen. Diese wur<strong>de</strong><br />

von EAZA, <strong>de</strong>r Europäischen Vereinigung von<br />

Zoos und Aquarien, unter <strong>de</strong>m Namen „Shellshock“<br />

gestartet und läuft 12 Monate. Sie wird<br />

Aufklärungsarbeit leisten und Spen<strong>de</strong>n für entsprechen<strong>de</strong><br />

Schutzprojekte sammeln. Bitte unterstützen<br />

Sie diese wichtige Kampagne durch Spen<strong>de</strong>n<br />

(<strong>DGHT</strong>-Spen<strong>de</strong>nkonto 315200 bei <strong>de</strong>r Sparkasse<br />

Gel<strong>de</strong>rn (BLZ 32051370)).<br />

<strong>DGHT</strong>-Jahrestagung 2005 in Lörrach<br />

Die Vorbereitungen für die <strong>DGHT</strong>-Jahrestagung<br />

vom 7. bis 11. September 2005 in Lörrach<br />

sind in vollem Gange. Schon jetzt lässt sich sagen,<br />

dass diese Tagung ein hoch interessantes Programm<br />

für je<strong>de</strong>n Geschmack bieten wird. Lörrachs<br />

Lage im Dreilän<strong>de</strong>reck mit <strong>de</strong>r Schweiz und Frankreich<br />

eignet sich sehr als Ausgangspunkt für Ausflüge<br />

in diese Län<strong>de</strong>r. Bitte merken Sie <strong>de</strong>n Termin<br />

schon heute vor.<br />

Ich wünsche Ihnen Allen ein gutes Jahr 2005,<br />

viel Freu<strong>de</strong> und Erfolg bei allen herpetologischen<br />

Aktivitäten.<br />

(Ingo Pauler, 1. Vorsitzen<strong>de</strong>r)<br />

13 (2005) Heft 1


Inhalt<br />

4<br />

Titel: Bufo bufo. Foto: GUIDO KREINER<br />

Männchen von Japalura splendida<br />

6 <strong>DGHT</strong>-Intern Jahrestagung 2005 in Lörrach, Alfred-A.-Schmidt-Preis 2005,<br />

Kurzmeldungen aus Internet und Öffentlichkeit<br />

10 Magazin unter an<strong>de</strong>rem: 10 Jahre Schulvivarium in Bad Hersfeld<br />

14 Diskussion Eine Anmerkung zum Editorial in elaphe 4-04<br />

15 Buchbesprechung „Der Laubfrosch, ein König sucht sein Reich“<br />

Haltung und Nachzucht<br />

16 Haltung und Nachzucht von Testudo graeca soussensis PIEH, 2000<br />

Die erst acht Jahre alte ISABELL BREUER erhielt für ihre ausgezeichnete Einreichung<br />

beim Alfred-A.-Schmidt-Preis 2004 einen Son<strong>de</strong>rpreis.<br />

20 Zur Haltung und Vermehrung <strong>de</strong>r Chinesischen Bergagame Japalura splendida<br />

BARBOUR & DUNN, 1919<br />

ESTHER LAUE ist die Nachzucht dieser Agamen gelungen und dafür wur<strong>de</strong> sie mit<br />

<strong>de</strong>m 3. Preis beim Alfred-A.-Schmidt-Preis 2004 ausgezeichnet.<br />

31 Naturbrut mit 100 Prozent Schlupfrate bei Morelia viridis (SCHLEGEL, 1872)<br />

In diesem Beitrag möchte MARKUS WEIER im Detail <strong>de</strong>n Nachzuchterfolg aus<br />

<strong>de</strong>m Jahr 2003 dokumentieren.<br />

Natur- und Artenschutz<br />

45 Regenrückhaltebecken als Ersatzlebensräume für Kreuzkröte und Teichfrosch<br />

DETLEF MÜNCH stellt beispielhafte Maßnahmen vor und berichtet über die<br />

allgemeine Be<strong>de</strong>utung von Regenrückhaltebecken für die Herpetofauna unter<br />

beson<strong>de</strong>rer Berücksichtigung <strong>de</strong>r Kreuzkröte.<br />

13 (2005) Heft 1


5<br />

Inhalt<br />

Varanus mabitang<br />

Schneise im Comorova-Wald<br />

51 Freilanduntersuchungen am Mabitang (Varanus mabitang), einer stark<br />

bedrohten Großwaranart von <strong>de</strong>r Philippinen-Insel Panay<br />

MAREN GAULKE berichtet über die seit mehr als zwei Jahre dauern<strong>de</strong>n Untersuchungen<br />

zur Verbreitung und Biologie dieser seltenen Waranart, die auch durch<br />

die <strong>DGHT</strong> geför<strong>de</strong>rt wer<strong>de</strong>n.<br />

Panorama<br />

57 Die Herpetofauna <strong>de</strong>s Comorova-Wal<strong>de</strong>s in Rumänien<br />

Eine interessante herpetologische Reise hat UWE SCHLÜTER gemacht und die<br />

Höhepunkte zusammengefaßt.<br />

64 Beobachtung eines Rivalenkampfes bei Que<strong>de</strong>nfeldtia trachyblepharus<br />

im Hohen Atlas<br />

Eine Beobachtung <strong>de</strong>r beson<strong>de</strong>ren Art präsentiert CARINA M. KNAPPE.<br />

69 Arbeitsgemeinschaften<br />

76 Regionalgruppen<br />

81 Veranstaltungskalen<strong>de</strong>r<br />

82 <strong>Im</strong>pressum Ansprechpartner für Autoren und Leser<br />

41 In <strong>de</strong>r Mitte <strong>de</strong>s Heftes (gelbe Seiten!) fin<strong>de</strong>n Sie folgen<strong>de</strong> Formulare und<br />

Hinweise:<br />

• Anmeldung eines Vortrags zur <strong>DGHT</strong>-Jahrestagung in Lörrach<br />

• Weitere Zeitschriften <strong>de</strong>r <strong>DGHT</strong> zum Bestellen (kostenloses Zusatzabo)<br />

• Hinweise zur Zahlung <strong>de</strong>s Jahresbeitrages 2005<br />

• Spen<strong>de</strong>nquittung<br />

13 (2005) Heft 1


<strong>DGHT</strong>-Intern 6<br />

<strong>DGHT</strong><br />

JAHRESTAGUNG<br />

LÖRRACH 2005<br />

Internationale <strong>DGHT</strong>-Jahrestagung 2005<br />

im Dreilän<strong>de</strong>reck Deutschland-Schweiz-<br />

Frankreich<br />

vom 8. bis 11. September 2005<br />

Waren wir mit <strong>de</strong>r <strong>DGHT</strong>-Jahrestagung<br />

2004 im „Hohen Nor<strong>de</strong>n“ Deutschlands<br />

(Nor<strong>de</strong>rstedt bei Hamburg), so möchte Sie die<br />

<strong>DGHT</strong>-Lan<strong>de</strong>sgruppe Schweiz für die Tagung 2005<br />

nach Lörrach bei Basel in <strong>de</strong>n äußersten Südwesten<br />

von Deutschland einla<strong>de</strong>n. Nur ein paar Kilometer<br />

weiter und Sie befin<strong>de</strong>n sich in <strong>de</strong>r Schweiz o<strong>de</strong>r<br />

im Elsass (Frankreich). Für die beson<strong>de</strong>re Lage <strong>de</strong>r<br />

Stadt Lörrach wer<strong>de</strong>n die Lörracher oftmals benei<strong>de</strong>t.<br />

Morgens einen gemütlichen Einkaufsbummel<br />

durch die Fußgängerzone, die gleich neben unserem<br />

Tagungslokal beginnt, danach einen Abstecher<br />

ins Elsass, die Schweiz o<strong>de</strong>r in <strong>de</strong>n nahen Schwarzwald.<br />

Und am Abend dann ins Kulturzentrum<br />

Burghof, wo wir auch unsere Tagung durchführen<br />

wer<strong>de</strong>n:<br />

Burghof Lörrach<br />

Herrenstr. 5<br />

D-79539 Lörrach<br />

Tel. +49-7621/940 89 13<br />

Fax: +49-7621/940 89 14<br />

<strong>www</strong>.burghof.com<br />

Abb. 1. Tagungslokal<br />

Am Hochrhein gelegen, dort, wo <strong>de</strong>r Fluss seine<br />

Fliessrichtung än<strong>de</strong>rt und in einem rechten Winkel<br />

nach Nor<strong>de</strong>n abdreht, liegt Lörrach. Hier <strong>de</strong>nkt man<br />

nicht <strong>de</strong>utsch, schweizerisch und französisch, son<strong>de</strong>rn<br />

regional. Touristisch hat die Region viel zu<br />

bieten. Ausflüge in die nähere und weitere Umge-<br />

bung sind genauso beliebt wie die Küche im Dreilän<strong>de</strong>reck<br />

o<strong>de</strong>r <strong>de</strong>r Besuch <strong>de</strong>s Wochenmarktes in<br />

Basel. Wichtig ist aber, dass man immer <strong>de</strong>n Personalausweis<br />

dabei hat. Denn die Schweiz gehört<br />

bekanntlich nicht zur EU und Sie wer<strong>de</strong>n erleben,<br />

dass man hier fast ständig Grenzen überschreitet.<br />

<strong>Im</strong> Allgemeinen nimmt man es mit <strong>de</strong>n Kontrollen<br />

an <strong>de</strong>n vielen Grenzübergängen zwar nicht sehr<br />

genau. Wenn aber die <strong>de</strong>utschen Zollbeamten an <strong>de</strong>r<br />

EU-Aussengrenze wie<strong>de</strong>r mal zeigen wollen, dass<br />

wir Schweizer keine EU-Mitglie<strong>de</strong>r sind, so kann<br />

ein Grenzübertritt auch mal etwas länger dauern.<br />

Wie bereits im letzten Jahr wollen wir die Tagung<br />

2005 auch wie<strong>de</strong>r am Donnerstag mit einem<br />

Wissenschaftstag beginnen. Ergebnisse aus <strong>de</strong>r<br />

Feldherpetologie, aktuelle, molekularbiologische<br />

Untersuchungen an Reptilien o<strong>de</strong>r neue Erkenntnisse<br />

aus <strong>de</strong>r Verhaltensforschung sollen hier durch<br />

Referate und Poster vorgestellt wer<strong>de</strong>n. Ich möchte<br />

<strong>de</strong>shalb alle herpetologisch arbeiten<strong>de</strong>n Wissenschaftler<br />

dazu aufrufen, ihre Vorträge und Poster<br />

anzumel<strong>de</strong>n und Kolleginnen und Kollegen, DoktorandInnen<br />

und Diploman<strong>de</strong>n zu animieren,<br />

ebenfalls zum Gelingen <strong>de</strong>s Wissenschaftstages<br />

2005 beizutragen.<br />

Am Freitag und Sa<strong>ms</strong>tag sollen mehrheitlich<br />

terraristische Themen und herpetologische Reiseberichte<br />

präsentiert wer<strong>de</strong>n. Am Freitagnachmittag<br />

führen uns die Exkursionen nach Frankreich und in<br />

die Schweiz. Geplant sind ein Besuch im elsässischen<br />

Naturschutzgebiet „Petite Camargue Alsacienne“,<br />

das sowohl Auengebiete als auch Trockenlebensräume<br />

umfasst. Eine weitere Exkursion führt<br />

in <strong>de</strong>n „Zolli“ Basel. Highlights sind das Vivarium,<br />

die neue Etoscha-Anlage sowie das erst vor kurzem<br />

eröffnete Gamgoas-Haus mit <strong>de</strong>r riesigen Nilkrokodilhalle.<br />

Dabei soll auch ein Blick hinter die<br />

Kulissen gewährt wer<strong>de</strong>n. Wohin die dritte Exkursion<br />

führen wird, stand bei Redaktionsschluss noch<br />

nicht <strong>de</strong>finitiv fest.<br />

Am Sa<strong>ms</strong>tagmorgen sollen Tierärzte die Gelegenheit<br />

haben, uns über Krankheiten und Verletzungen<br />

bei Amphibien und Reptilien zu informieren,<br />

beziehungsweise wie man diese vermei<strong>de</strong>t o<strong>de</strong>r<br />

allenfalls behan<strong>de</strong>ln kann. Für <strong>de</strong>n Geselligen Abend<br />

am Sa<strong>ms</strong>tag müssen Sie in diesem Jahr vom Ta-<br />

13 (2005) Heft 1


7<br />

<strong>DGHT</strong>-Intern<br />

gungslokal aus nur wenige Schritte gehen. Das<br />

KulturBrauhaus Lörrach gilt als kulinarischer Geheimtipp<br />

<strong>de</strong>r Region. Hier wird man nicht nur mit<br />

allerlei leckeren Gerichten verwöhnt. Wie es sich<br />

für ein Brauhaus gehört, gibt es hier auch diverse<br />

Spezialbiere. Zwar nicht ganz <strong>de</strong>m <strong>de</strong>utschen Reinheitsgebot<br />

entsprechend, aber <strong>de</strong>nnoch sicher einen<br />

Versuch wert ist das berühmte Bananenbier. Wie<br />

das schmeckt? Kommen Sie doch einfach zur Tagung<br />

und versuchen Sie’s.<br />

Am Sonntag möchten wir wie<strong>de</strong>r einen Thementag<br />

durchführen. Er soll in diesem Jahr Australien<br />

gewidmet sein. Neben Reiseberichten aus unterschiedlichen<br />

Ecken <strong>de</strong>s roten Kontinents sollen hier<br />

auch Vorträge zur Haltung und Zucht australischer<br />

Tiere Platz haben.<br />

Die Hotels in Lörrach sind alle eher klein. Da<br />

gleichzeitig mit unserer Tagung in Basel auch eine<br />

Messe stattfin<strong>de</strong>t, kann es sein, dass es schwierig<br />

wird, kurz vor <strong>de</strong>r Tagung noch ein Hotelzimmer<br />

zu bekommen. Die Zimmer in Lörrach sind günstiger<br />

als im nahen Basel, sodass viele Messebesucher<br />

hierher ausweichen. Buchen Sie <strong>de</strong>shalb frühzeitig,<br />

insbeson<strong>de</strong>re auch, weil während einer Messe<br />

die Preise <strong>de</strong>utlich angehoben wer<strong>de</strong>n! Wir haben<br />

mit <strong>de</strong>n Hotels in <strong>de</strong>r näheren Umgebung <strong>de</strong>s<br />

Tagungslokals Burghof spezielle Tagungstarife<br />

ausgehan<strong>de</strong>lt. Verlangen Sie bei Ihrer Buchung die<br />

unten aufgeführten <strong>DGHT</strong>-Son<strong>de</strong>rpreise. Dies gilt<br />

für folgen<strong>de</strong> Hotels:<br />

• Stadthotel Lörrach***, Tel. 07621/400 90, Fax<br />

07621/400 966, <strong>www</strong>.stadthotel-loerrach.<strong>de</strong> (15<br />

Zimmer [+ 10 Zimmer nur Fr./Sa.] EZ & 60, DZ<br />

& 85, diese Zimmerpreise gelten für feste Reservationen<br />

bis 26. Juli 2005).<br />

• Hotel Binoth am Markt***, Tel. 07621/405 20,<br />

Fax 07621/491 58, <strong>www</strong>.hotel-binoth.<strong>de</strong> (6 EZ:<br />

& 55, 12 DZ: & 72)<br />

• Hotel Meyerhof***, (Tel. 07621/934 30, Fax:<br />

07621/93 43)<br />

• Hotel-Restaurant Am Burghof**** (Tel. 07621/<br />

940 380, Fax 07621/940 38 38,<br />

<strong>www</strong>.amburghof.<strong>de</strong>)<br />

• Parkhotel David***, beim Bahnhof, Tel. 07621/<br />

304 10, Fax 07621/888 27, <strong>www</strong>.parkhoteldavid.<strong>de</strong><br />

(EZ & 72, DZ & 94)<br />

• Kranz Hotel***, Tel. 07621/890 83, Fax 07621/<br />

148 43, <strong>www</strong>.kranz-loerrach.<strong>de</strong><br />

Weitere Hotels und Herbergen fin<strong>de</strong>n Sie auf <strong>de</strong>r<br />

Homepage von Lörrach (<strong>www</strong>.loerrach.<strong>de</strong>).<br />

Vorträge und Poster mel<strong>de</strong>n Sie am Einfachsten<br />

an über’s Internet: <strong>www</strong>.dght.<strong>de</strong>/Tagungen o<strong>de</strong>r<br />

aber mit <strong>de</strong>m Anmel<strong>de</strong>formular in diesem Heft.<br />

Falls Sie sich entschei<strong>de</strong>n müssen zwischen Diao<strong>de</strong>r<br />

PowerPoint-Vortrag, so entschei<strong>de</strong>n Sie sich<br />

für die Dias. Sie sind einfach brillianter. Und wenn<br />

Sie Texte und Tabellen zeigen wollen, so machen<br />

Sie von diesen Dias. Falls Sie einen PowerPoint-<br />

Vortrag halten wollen, so achten Sie bitte darauf,<br />

dass die Bil<strong>de</strong>r möglichst formatfüllend sind (Auflösung<br />

72 dpi, JPG-Format). Mehrere Bil<strong>de</strong>r pro<br />

Seite sollen die Ausnahme sein und reduzieren Sie<br />

<strong>de</strong>n Text auf’s absolut nötige Minimum. Schriftgröße<br />

min<strong>de</strong>stens 20 Pkt. und einfache Schrifttypen<br />

wie Arial, Geneva o<strong>de</strong>r Helvetica. Und brennen<br />

Sie <strong>de</strong>n Vortrag auf CD. Aus technischen Grün<strong>de</strong>n<br />

können wir im Hauptsaal keine Doppelprojektion<br />

anbieten. Vorträge mit Doppelprojektionen müssen<br />

<strong>de</strong>shalb in je<strong>de</strong>m Fall auf <strong>de</strong>n Sa<strong>ms</strong>tag, Kleiner<br />

Saal, gelegt wer<strong>de</strong>n.<br />

Nun hoffen wir auf ein großes Interesse und<br />

eine rege Beteiligung an <strong>de</strong>r <strong>DGHT</strong>-Jahrestagung<br />

2005. Wir wer<strong>de</strong>n uns bemühen, Ihnen auch in<br />

diesem Jahr wie<strong>de</strong>r ein abwechslungsreiches und<br />

interessantes Programm zusammenzustellen.<br />

BEAT AKERET<br />

(Tagungskoordinator)<br />

& ANDREAS OCHSENBEIN<br />

(<strong>DGHT</strong>-Lan<strong>de</strong>sgruppe Schweiz)<br />

Exotic Design<br />

-Reptilien-Nachbildungen<br />

-Dekorationen<br />

-Geschenkartikel<br />

-Wohnaccessories<br />

Wir fertigen lebensgroße Reptilien-Nachbildungen,<br />

die Nachbildungen sind vom leben<strong>de</strong>n Exemplar<br />

kaum zu unterschei<strong>de</strong>n. Alle Nachbildungen<br />

sind handgefertigt, in natürlicher Umgebung <strong>de</strong>koriert.<br />

-Auftragsarbeiten<br />

-Präparationen<br />

For<strong>de</strong>rn Sie uns, Sie wer<strong>de</strong>n sehen das bei uns<br />

auch Son<strong>de</strong>rwünsche bezahlbar sind. Vermissen<br />

Sie ein Reptil o<strong>de</strong>r wünschen eine an<strong>de</strong>re Dekoration<br />

o<strong>de</strong>r Farbgebung, fragen Sie uns!<br />

Besuchen Sie unseren Webshop:<br />

<strong>www</strong>.exotic-<strong>de</strong>sign.<strong>de</strong><br />

o<strong>de</strong>r for<strong>de</strong>rn Sie unseren Produktflyer an:<br />

EXOTIC-DESIGN<br />

Rheinfährstrasse 58<br />

41468 Neuss<br />

Tel. 02131 / 6655787<br />

13 (2005) Heft 1


<strong>DGHT</strong>-Intern 8<br />

Alfred-A.-Schmidt-Preis:<br />

Renommierter Preis im neuen Gewand!<br />

Unser hoch geschätztes Mitglied Herr ALFRED<br />

SCHMIDT aus Frankfurt rief diesen Preis 1993 ins<br />

Leben. Der Grundgedanke hierfür war die I<strong>de</strong>e,<br />

Mitglie<strong>de</strong>r nicht nur für herausragen<strong>de</strong> Nachzuchterfolge<br />

zu belohnen, son<strong>de</strong>rn gleichzeitig wertvolle<br />

und publizierbare Arbeiten für die „Salamandra“ zu<br />

gewinnen.<br />

Lei<strong>de</strong>r ist die Resonanz auf unsere Aufrufe zur<br />

Einreichung Ihrer Nachzuchterfolge sehr gering.<br />

Auch <strong>de</strong>r Beschluss <strong>de</strong>s Vorstan<strong>de</strong>s, <strong>de</strong>n Preis<br />

künftig auch für Nicht-<strong>DGHT</strong>-Mitglie<strong>de</strong>r zur Verfügung<br />

zu stellen, steigerte die Zahl <strong>de</strong>r Rückmeldungen<br />

nicht merklich.<br />

Da Herr SCHMIDT Finanzierung und Verantwortung<br />

für <strong>de</strong>n Preis vollständig in die Hän<strong>de</strong> <strong>de</strong>r<br />

<strong>DGHT</strong> gelegt hat, haben wir beschlossen, einige<br />

maßgebliche Än<strong>de</strong>rungen vorzunehmen, um die Teilnahme<br />

an unserem Nachzuchtpreis für alle Interessenten<br />

hoffentlich attraktiver zu gestalten. Insbeson<strong>de</strong>re<br />

möchten wir hier unsere Arbeitsgemeinschaften<br />

stärker einbin<strong>de</strong>n und diese mit in die Verantwortung<br />

bezüglich <strong>de</strong>r Preisvergabe nehmen.<br />

Die Leiter aller <strong>DGHT</strong>-AGs erhielten bereits ein<br />

Schreiben unseres ersten Vorsitzen<strong>de</strong>n mit <strong>de</strong>r<br />

Bitte, jeweils einen Beauftragten aus ihren Reihen<br />

zu entsen<strong>de</strong>n. Da bislang nur wenige Arbeitsgruppen<br />

diesem Aufruf gefolgt sind, wie<strong>de</strong>rholen wir<br />

diese Bitte: Bitte wählen Sie ein Mitglied aus Ihren<br />

Reihen, das als Juror <strong>de</strong>s diesjährigen Komitees<br />

über die Preisvergabe entschei<strong>de</strong>t! Anhand einer<br />

Bewertungsmatrix wer<strong>de</strong>n die eingereichten Arbeiten<br />

bewertet. Somit wer<strong>de</strong>n die Preisträger nach <strong>de</strong>r<br />

erreichten Punktzahl ermittelt.<br />

Wir bitten alle Arbeitsgemeinschaften, ihre Mitglie<strong>de</strong>r<br />

zur Teilnahme an diesem Nachzuchtpreis zu<br />

motivieren, um <strong>de</strong>m Grundgedanken <strong>de</strong>s Alfred-<br />

A.-Schmidt-Preises Rechnung zu tragen und „neues<br />

Leben“ einzuhauchen.<br />

Da alle Fachbereiche vertreten sein sollen, sehen<br />

wir dies als Chance, allen Mitglie<strong>de</strong>rn und Interessenten<br />

die Erreichbarkeit in Aussicht zu stellen,<br />

auch wenn es sich bei <strong>de</strong>n erfolgreich nachgezüchteten<br />

Pfleglingen nicht um seltene und teure Raritäten<br />

han<strong>de</strong>lt.<br />

Seitens <strong>de</strong>s Vorstan<strong>de</strong>s wer<strong>de</strong>n INGO PAULER als<br />

Vertreter <strong>de</strong>r Terrarianer und WOLFGANG BISCHOFF<br />

als Schriftleiter <strong>de</strong>r <strong>DGHT</strong> Teil <strong>de</strong>r Jury sein,<br />

wobei Herr PAULER <strong>de</strong>n Vorsitz übernehmen wird.<br />

Herr ALFRED-A.SCHMIDT wird als Ehrenvorsitzen<strong>de</strong>r<br />

zugegen sein.<br />

Die Koordination aller Aktivitäten wird von mir<br />

in Zusammenarbeit mit unserer Geschäftsstelle<br />

Teilnahmebedingungen für <strong>de</strong>n „Alfred-A.-Schmidt-Preis“<br />

• Die Bewerbung erfolgt formlos mit <strong>de</strong>m Einsen<strong>de</strong>n eines Nachzucht-Berichtes an die <strong>DGHT</strong>-<br />

Geschäftsstelle (Postfach 1421, 53351 Rheinbach). Teilnahmeberechtigt sind alle Amphibien- und<br />

Reptilienfreun<strong>de</strong>. Wir bitten um Verständnis, dass nur Bewerbungen, die <strong>de</strong>n folgen<strong>de</strong>n Teilnahmebedingungen<br />

entsprechen, in die Bewertung kommen. Bei Fragen können Sie sich auch gerne<br />

telefonisch an die Geschäftsstelle wen<strong>de</strong>n (Tel. 02225-703333).<br />

• Einsen<strong>de</strong>schluss für die Bewerbung ist <strong>de</strong>r 31. Juli 2005.<br />

• Die Bewerbungen erbitten wir in möglichst publizierfähiger Form, zumin<strong>de</strong>st jedoch so, dass daraus<br />

ohne größeren Aufwand ein Artikel verfasst wer<strong>de</strong>n kann. Manuskripte in <strong>de</strong>utscher und englischer<br />

Sprache sind zugelassen.<br />

• Bitte legen Sie Ihrer Bewerbung geeignetes Fotomaterial (Dias, Papierfotos, digitale Fotos) bei.<br />

• Die Arbeiten <strong>de</strong>r Preisträger wer<strong>de</strong>n in „elaphe“ o<strong>de</strong>r „Salamandra“ veröffentlicht. Wir sind aber auch<br />

daran interessiert, nichtprämierte Arbeiten in „elaphe“ o<strong>de</strong>r „Salamandra“ zu publizieren. Bitte teilen<br />

Sie uns bereits bei <strong>de</strong>r Bewerbung Ihr Einverständnis dazu mit.<br />

• Gut dokumentierte Mehrfachnachzuchten o<strong>de</strong>r Nachzuchten in mehreren Generationen wer<strong>de</strong>n<br />

beson<strong>de</strong>rs hoch bewertet.<br />

• Arbeiten, <strong>de</strong>ren Inhalt ganz o<strong>de</strong>r teilweise bereits in an<strong>de</strong>ren Zeitschriften erschienen ist, können nicht<br />

berücksichtigt wer<strong>de</strong>n. Das gleiche gilt für Arbeiten, die zu an<strong>de</strong>ren Nachzuchtwettbewerben<br />

eingereicht wur<strong>de</strong>n.<br />

• Die Jury entschei<strong>de</strong>t frei über die Verteilung <strong>de</strong>s Preisgel<strong>de</strong>s auf die einzelnen Preisträger.<br />

• Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.<br />

13 (2005) Heft 1


9<br />

<strong>DGHT</strong>-Intern<br />

übernommen. Ich bitte alle Arbeitsgemeinschaften<br />

bis spätestens zum 31.03. einen Vertreter aus ihren<br />

Reihen, entwe<strong>de</strong>r aus <strong>de</strong>m Leitungsteam o<strong>de</strong>r <strong>de</strong>r<br />

AG, zu benennen, <strong>de</strong>r im Auftrag <strong>de</strong>r AG einen Sitz<br />

in <strong>de</strong>r Jury einnimmt. Ihre Mitteilungen richten Sie<br />

bitte per E-Mail an: gs@dght.<strong>de</strong> o<strong>de</strong>r postalisch an<br />

die im <strong>Im</strong>pressum aufgeführte Adresse unserer<br />

Geschäftsstelle.<br />

<strong>Im</strong> August fin<strong>de</strong>t an zentraler Stelle ein Treffen<br />

aller Jury-Mitglie<strong>de</strong>r statt, um aus <strong>de</strong>n vorliegen<strong>de</strong>n<br />

Arbeiten die Gewinner zu küren. Die Preisverleihung<br />

fin<strong>de</strong>t wie immer anlässlich <strong>de</strong>r diesjährigen<br />

Jahrestagung statt.<br />

Wir hoffen, mit dieser Neuerung Ihre Zustimmung<br />

zu fin<strong>de</strong>n, und <strong>de</strong>n Grundstein für ein breiteres<br />

Interesse an unserem Nachzuchtpreis zu legen.<br />

SILVIA MACINA<br />

Kurzmeldungen aus Internet<br />

und Öffentlichkeit<br />

Jahrestagung <strong>de</strong>r IG Warane und<br />

Krustenechsen<br />

Die Jahrestagung <strong>de</strong>r IG Warane und Krustenechsen<br />

fin<strong>de</strong>t am Sa<strong>ms</strong>tag, 7. Mai 2005 in <strong>de</strong>r<br />

Zooschule <strong>de</strong>s Zoologischen Gartens Köln statt.<br />

Tagungsbeginn ist 10 Uhr, die Tagungsgebühr<br />

beträgt 10 Euro.<br />

Vortragsprogramm<br />

Dr. THOMAS ZIEGLER & Prof. Dr. WOLFGANG BÖHME:<br />

„Neues zur Genitalmorphologie und Systematik<br />

einiger Waranarten“<br />

Prof. Dr. HANS-GEORG HORN: „Zur Verbreitung <strong>de</strong>s<br />

Papua-Warans auf Neu-Guinea“<br />

Geplant sind ebenfalls Vorträge zum Bin<strong>de</strong>nwaran<br />

sowie zur Haltung und Nachzucht eines Zwergwarans.<br />

Eine Führung <strong>de</strong>r Tagungsteilnehmer durch<br />

das Aquarium-Terrarium Köln, wird <strong>de</strong>r Kurator,<br />

Dr. THOMAS ZIEGLER vornehmen.<br />

Weitere Informationen erhalten Sie bei KLAUS<br />

LAMBERTZ, E-Mail: k.lambertz@arcor.<strong>de</strong>.<br />

1. Newsticker-Team<br />

Wir haben die Herren INGO KOBER, STEVEN ARTH,<br />

DANIEL GRÜBNER und PATRICK SCHÖNECKER für das<br />

in <strong>de</strong>r letzten Ausgabe <strong>de</strong>r elaphe angekündigte<br />

Team gewinnen können. Bereits seit Anfang Dezember<br />

fin<strong>de</strong>n sich nun tagesaktuelle News aus<br />

Terraristik und Herpetologie aus aller Welt auf<br />

unserer Homepage, ebenso wie aktuelle Stellenausschreibungen<br />

in <strong>de</strong>n bei<strong>de</strong>n Bereichen. Wir freuen<br />

uns, dass sich auch hier so zügig aktive Mitglie<strong>de</strong>r<br />

eingebracht haben, und bedanken uns für das Engagement.<br />

Überzeugen Sie sich selbst von <strong>de</strong>m<br />

Geschehen rund um <strong>de</strong>n Globus unter <strong>www</strong>.dght.<strong>de</strong>.<br />

2. Hamm<br />

Am 12.03.2005 öffnet die „Terraristika“ in<br />

Hamm ihre Pforten zur diesjährigen Frühjahrsbörse.<br />

Wir erwarten Sie wie immer an unserem <strong>DGHT</strong>-<br />

Stand im Foyer, und stehen Ihnen für alle Fragen<br />

rund um Ihre Mitgliedschaft zur Verfügung. Diverse<br />

Mertensiella-Bän<strong>de</strong> sind käuflich zu erwerben,<br />

Informationsmaterial steht ausreichend zur Verfügung.<br />

Natürlich sind auch Nichtmitglie<strong>de</strong>r und<br />

Interessenten herzlich willkommen. Ansprechpartner<br />

diverser AGs stehen für Ihre Fragen zur Verfügung.<br />

Schauen Sie vorbei, wir freuen uns auf Sie.<br />

3. AJ „goes online“<br />

Unser Anzeigenjournal wird nun erstmals auch<br />

„online“ im Mitglie<strong>de</strong>rbereich unserer Internetpräsenz<br />

verfügbar sein. Die tagesaktuelle Anzeigenaufgabe<br />

ist online noch nicht möglich.<br />

13 (2005) Heft 1


Magazin<br />

10<br />

1. Neusser Einsteiger Workshop am<br />

26. Februar 2005<br />

Wer Tiere halten möchte, muss sich vor <strong>de</strong>m<br />

Erwerb sachkundig machen. Aus diesem Grund<br />

veranstaltet die <strong>DGHT</strong>-Stadtgruppe Neuss zusammen<br />

mit <strong>de</strong>r VHS Neuss diesen Einsteigerworkshop.<br />

6 Referenten geben in ihren Vorträgen <strong>de</strong>m<br />

Anfänger alle Möglichkeiten, sich kundig zu machen.<br />

Die Vorträge stellen jeweils die entsprechen<strong>de</strong>n<br />

Tiere vor, ihre Ansprüche an die Terrarienhaltung,<br />

Futter, gegebenenfalls Winterruhe und Zucht.<br />

Nach je<strong>de</strong>m Vortrag ist ausreichend Gelegenheit zu<br />

Diskussionen mit <strong>de</strong>n Vortragen<strong>de</strong>n, die auch <strong>de</strong>n<br />

ganzen Tag für Gespräche zur Verfügung stehen.<br />

In einem zweiten Raum wer<strong>de</strong>n komplett gestaltete<br />

Terrarien für die jeweilige Tierart gezeigt. Hierbei<br />

wer<strong>de</strong>n die Ansprüche <strong>de</strong>r Tiere bedacht, aber auch<br />

immer kostengünstige Lösungen vorgestellt. Natürlich<br />

besteht die Möglichkeit, direkt mit Züchtern<br />

<strong>de</strong>r Tiere Kontakt aufzunehmen, um dann später die<br />

Tiere zu erwerben. Eintritt pro Person 6 & (ab 14<br />

Jahren).<br />

Programm<br />

9.00 Uhr Einlaß<br />

9.15 Uhr Begrüßung<br />

9.30 Uhr GERD PLUM, Kaarst: „Die Kornnatter –<br />

eine farbenprächtige Schlange für <strong>de</strong>n Einsteiger“<br />

(Beamerpräsentation)<br />

10.30 Uhr HELGARD LAMBERTZ, Neuss: „Landschildkröten<br />

für die Freilandhaltung“<br />

11.15 Uhr MICHAEL ENGELS, Neuss: „Technik für<br />

Einsteiger“<br />

12.00 Uhr MARKUS JUSCHKA, Neuss: „Leopardgeckos<br />

– Haltungstipps“<br />

12.30 Uhr ANDRE HAUSCHILD, Grevenbroich: „Bartagamen<br />

– eine Echse urig im Ausssehen, i<strong>de</strong>al in<br />

<strong>de</strong>r Haltung“<br />

13.00 Uhr Mittagspause<br />

14.00 Uhr Tierarzt Dr. ACHIM BREUER, Neuss: „Was<br />

beim Erwerb von Reptilien zu beachten ist“<br />

15.00 Uhr Möglichkeiten zum Gespräch mit <strong>de</strong>n<br />

Tierärzten Dr. ACHIM BREUER, Neuss und KORNELIS<br />

BIRON, Düsseldorf<br />

16.00 Uhr Zusammenfassung <strong>de</strong>s Workshops<br />

M & S <strong>REPTILIEN</strong><br />

<strong>Im</strong> <strong>Netz</strong>:<br />

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Tel.: 07425/31447<br />

Fax: 07425/31448<br />

13 (2005) Heft 1


11<br />

Magazin<br />

Ponds, Puddles and Pools – Trieste<br />

2005<br />

Vom 20. bis 22 Mai 2005 fin<strong>de</strong>t in Trieste das<br />

erste internationale Freundschaftstreffen zur Betreuung<br />

und Konservierung kleiner Feuchtbiotope<br />

statt. „Ponds, Puddles & Pools – Trieste 2005“<br />

möchte ein informelles Treffen von Personen sein,<br />

die sich auf verschie<strong>de</strong>nen Niveaus und Arten mit<br />

<strong>de</strong>r Betreuung und Konservierung <strong>de</strong>r Artenvielfalt<br />

kleiner Süßwassersysteme befassen. Dieses Treffen<br />

bietet eine Gelegenheit Erfahrungen auszutauschen<br />

unter Beaufsichtigern von Feuchtgebieten,<br />

Arbeitern, Wissenschaftlern, Stu<strong>de</strong>nten und freiwilligen<br />

Helfern. Poster, mündliche Vorträge, Lesungen<br />

und Multimediavi<strong>de</strong>os sind sehr willkommen,<br />

aber nicht unbedingt nötig. Das Treffen wird<br />

von <strong>de</strong>n Tümpel- und Feuchtlandhütern Friauls und<br />

Julisch Venetiens in Zusammenarbeit mit <strong>de</strong>m Naturhistorischen<br />

Museum Triests organisiert. Weitere<br />

Informationen: <strong>www</strong>.zoneumi<strong>de</strong>.org/PPP05/<br />

in<strong>de</strong>x_en.html.<br />

Wissenschaftliche Tagung <strong>de</strong>r <strong>DGHT</strong>-<br />

AG Anuren im März 2005 in Stuttgart<br />

Die <strong>DGHT</strong>-AG Anuren wird vom 11.-13. März<br />

2005 in Stuttgart im „Museum am Löwentor“ eine<br />

Fachtagung abhalten. Das Treffen wird wissenschaftlich<br />

orientiert sein und Fachleuten, primär <strong>de</strong>r<br />

<strong>de</strong>utschsprachigen europäischen Region, eine Plattform<br />

geben, ihre <strong>de</strong>rzeitigen Forschungen und aktuelle<br />

Ergebnisse im Bereich <strong>de</strong>r Froschkun<strong>de</strong> zu<br />

präsentieren und zu diskutieren. Selbstverständlich<br />

sind alle an<strong>de</strong>ren Kollegen ebenfalls herzlich willkommen,<br />

doch die Vortragssprache wird Deutsch<br />

sein (Englisch kann jedoch begrenzt ebenfalls zugelassen<br />

wer<strong>de</strong>n). <strong>Im</strong> Namen <strong>de</strong>r <strong>DGHT</strong>-AG Anuren:<br />

Dr. PETER JANZEN, KARL-HEINZ JUNGFER, Dr.<br />

AXEL KWET, Dr. STEFAN LÖTTERS, Dr. ANDREAS<br />

SCHLÜTER, ULRICH SCHMIDT, RALF SCHMITT.<br />

Naturschutz in Kassel<br />

Das Grundstück <strong>de</strong>s von <strong>de</strong>r Stadtgruppe Kassel<br />

seit Jahren betreuten Steinbruchs Altenbrunslar<br />

– wir berichteten in elaphe3-2003 – bleibt zwar in<br />

städtischem Besitz, kann aber nun von <strong>de</strong>r Stadtgruppe<br />

kostenlos genutzt wer<strong>de</strong>n. Das rund 1,4<br />

Hektar große Gelän<strong>de</strong> wur<strong>de</strong> anfangs von <strong>de</strong>r<br />

<strong>DGHT</strong>-Stadtgruppe für 500 DM gepachtet mit <strong>de</strong>m<br />

Ziel, Tierarten, die auf Extrem- o<strong>de</strong>r Son<strong>de</strong>rstandorte<br />

angewiesen sind, beson<strong>de</strong>rs zu schützen. Nun<br />

erhält die Stadtgruppe kostenlos ein mehrere hun<strong>de</strong>rt<br />

Quadratmeter großes Brachland zur Nutzung<br />

für <strong>de</strong>n Naturschutz (aus: Melsunger Allgemeine<br />

vom 3. Januar 2005).<br />

Stadtgruppen-Programme<br />

Hier die Programme <strong>de</strong>r Stadtgruppen Dres<strong>de</strong>n<br />

und Münster, die erst weit nach Redaktionschluss<br />

eingegangen beziehungsweise verspätet in unserer<br />

E-Mail-Post aufgetaucht sind:<br />

• Dres<strong>de</strong>n<br />

25.02. Ralf Sommerlad, Frankfurt/Main: „Der<br />

Sunda-Gavial: Status, Biologie und Nachzucht“<br />

18.03. Lutz Geißler, Dres<strong>de</strong>n: „Auf Exkursionen in<br />

<strong>de</strong>r Karibik“<br />

22.04. Dr. Heinz Berger, Wer<strong>ms</strong>dorf: „Der Laubfrosch<br />

– vom Wetterpropheten zur Rarität“<br />

04.-08.05. Deutsch-Tschechisches feldherpetologisches<br />

Jugendcamp“<br />

27.05. Ingo Pauler, Wachenheim: „Die Schildkröten<br />

Südamerikas“<br />

04.-05.06. Jahresexkursion <strong>de</strong>r Stadtgruppe<br />

24.06. Dr. Jürgen Fleck, Hanau: „Herpetologische<br />

<strong>Im</strong>pressionen aus <strong>de</strong>m südwestlichen Afrika“<br />

22.07. „Herpetologischer Sommerabend“, ggf.<br />

Kurzbeiträge von Mitglie<strong>de</strong>rn <strong>de</strong>r Stadtgruppe<br />

26.08. „Herpetologischer Sommerabend“, ggf.<br />

Kurzbeiträge von Mitglie<strong>de</strong>rn <strong>de</strong>r Stadtgruppe<br />

23.09. Hans-Peter Berghof, Meerane: „Herpetologische<br />

Exkursionen im Nordwesten Madagaskars“<br />

28.10. Prof. Fritz Jürgen Obst, Ra<strong>de</strong>beul: „Erinnerung<br />

an eine Reise in die Mongolei 1961“<br />

25.11. Armgard Manitz, Meißen & Markus Auer,<br />

Dres<strong>de</strong>n: „Herpetologische Reiseeindrücke aus<br />

Aserbaidshan“<br />

26.11. Traditionelles Herbsttreffen <strong>de</strong>r AG Schildkröten<br />

<strong>de</strong>r <strong>DGHT</strong>, ausgerichtet von <strong>de</strong>r Stadtgruppe<br />

Dres<strong>de</strong>n<br />

09.12. Jahresabschlußfeier mit Dia-Wettbewerb (nur<br />

für Vereinsmitglie<strong>de</strong>r und gela<strong>de</strong>ne Gäste)<br />

• Münster<br />

18.03. H.-D. Philippen, Heinsberg:„Auf <strong>de</strong>r Suche<br />

nach Schildkröten durch Florida“<br />

15.04. Martin Dieckmann, Hamm: „Haltung und<br />

Zucht <strong>de</strong>r Zwergbartagame (Pogona henrylawsoni)“<br />

20.05. Stadtgruppenleitungswahlen und Überraschungsvortrag<br />

17.06. Benny Trapp, Wuppertal: „Die Herpetofauna<br />

Griechenlands“<br />

15./16.07. Sommerfest<br />

19.08./16.09. Thema noch nicht bekannt<br />

22.10. (Sa<strong>ms</strong>tag) Thomas Kölpin, Hamburg: Haltung<br />

und Zucht von verschie<strong>de</strong>nen Lampropelten“<br />

5. Herpetologischer Weltkongress<br />

Vom 20. bis 24. Juni 2005 fin<strong>de</strong>t in Stellenbosch,<br />

Südafrika, <strong>de</strong>r 5. Herpetologische Weltkongress<br />

statt. Weitere Informationen: <strong>www</strong>.wits.ac.za/haa.<br />

13 (2005) Heft 1


Magazin<br />

12<br />

Martin Hallmen<br />

Mit Ungeziefer auf <strong>de</strong>r Schulbank<br />

– zehn Jahre Schulvivarium in Bad Hersfeld<br />

Vom 19. bis 21.11.2004 fand in <strong>de</strong>r Mo<strong>de</strong>llschule<br />

Obersberg (MSO) in Bad Hersfeld eine<br />

außergewöhnliche Veranstaltung statt. Mit einer<br />

Fachtagung für Biologen unter <strong>de</strong>m Motto „Tiere<br />

im Biologieunterricht – Pädagogische Konzepte,<br />

Tierhaltung, Tierbetreuung, Einsatz im Unterricht“<br />

und mit Veranstaltungen für die interessierte Öffentlichkeit<br />

feierte die Schule das 10-jährige Bestehen<br />

<strong>de</strong>s schuleigenen Vivariu<strong>ms</strong>. Die Fachschaft<br />

Biologie <strong>de</strong>r MSO, allen voran HARTMUT KELLER<br />

und CORINA KLOSE, hatten sich mächtig ins Zeug<br />

gelegt. Mit einer Vorlaufphase von über einem Jahr<br />

organisierten sie ein Wochenen<strong>de</strong>, an <strong>de</strong>m insgesamt<br />

etwa 1500 Besuchern ein interessantes und abwechslungsreiches<br />

Programm geboten wur<strong>de</strong>.<br />

Die Schirmherrschaft für die am Freitag und<br />

Sa<strong>ms</strong>tag stattfin<strong>de</strong>n<strong>de</strong> Fachtagung hatte die Hessische<br />

Kultusministerin KARIN WOLF übernommen.<br />

Organisiert wur<strong>de</strong> die Tagung von <strong>de</strong>r Fachschaft<br />

Biologie <strong>de</strong>r MSO in Kooperation mit <strong>de</strong>n Biologiedidaktikern<br />

Dr. HANS-PETER ZIEMEK von <strong>de</strong>r Universität<br />

Gießen und Dr. ARMIN LUDE von <strong>de</strong>r Universität<br />

Kassel. Sie richtete sich an Stu<strong>de</strong>nten, Referendare,<br />

Lehrer und die Didaktiker <strong>de</strong>s Faches Biologie<br />

aller Schulformen und war folgerichtig bun<strong>de</strong>sweit<br />

als Fortbildungsveranstaltung für Lehrkräfte anerkannt.<br />

<strong>Im</strong> Vorfeld machten sich die Organisatoren<br />

noch Sorgen, ob sich <strong>de</strong>nn genügend Interessenten<br />

für eine solche bun<strong>de</strong>sweit bislang einmalige Veranstaltung<br />

fin<strong>de</strong>n wür<strong>de</strong>n. Am En<strong>de</strong> mussten sie bei<br />

knapp 300 Anmeldungen einen Schlussstrich unter<br />

die Anmel<strong>de</strong>liste ziehen, da die Kapazitäten <strong>de</strong>r<br />

Schule sonst hoffnungslos überfor<strong>de</strong>rt gewesen<br />

wären. Zahlreiche Hochschulprofessoren und Referendarsausbil<strong>de</strong>r<br />

nutzten die Gelegenheit, um mit<br />

ihren Seminargruppen etwas über die praktische<br />

Arbeit mit leben<strong>de</strong>n Tieren im Biologieunterricht zu<br />

erfahren. Herr Dr. LUDE hatte sogar eigens für ein<br />

Semester ein begleiten<strong>de</strong>s Seminar für Stu<strong>de</strong>nten<br />

angeboten, das an diesem Wochenen<strong>de</strong> seinen<br />

Höhepunkt erleben sollte. Angeboten wur<strong>de</strong>n nicht<br />

weniger als 50 Einzelveranstaltungen! In Vorträgen,<br />

Workshops, Ausstellungen und Firmenpräsentationen<br />

konnten sich die Teilnehmer über alle<br />

Aspekte <strong>de</strong>r Schulvivaristik sowie <strong>de</strong>n Einsatz <strong>de</strong>r<br />

Tiere im Unterricht informieren. <strong>Im</strong> Stun<strong>de</strong>nrhythmus<br />

wur<strong>de</strong>n in vier Räumen parallel Veranstaltungen<br />

unterschiedlichster Art angeboten. Die Auswahl<br />

wur<strong>de</strong> <strong>de</strong>n Teilnehmern nicht leicht gemacht.<br />

Die Palette <strong>de</strong>r Informationen reichte dabei von<br />

ganz unterrichtspraktischen Dingen wie <strong>de</strong>m richtigen<br />

Ausführen <strong>de</strong>r klassischen Labyrinthversuche<br />

mit Mäusen, über <strong>de</strong>n Selbstbau von Terrarien bis<br />

hin zu Aspekten <strong>de</strong>r Veterinär- und Humanmedizin.<br />

Auch allgemeindidaktische Grundlangen wur<strong>de</strong>n<br />

vermittelt. Für die Teilnehmer blieb kein Bereich<br />

<strong>de</strong>r umfangreichen Teilaspekte <strong>de</strong>s im Schulalltag<br />

viel zu stiefmütterlich behan<strong>de</strong>lten Einsatzes<br />

leben<strong>de</strong>r Tiere im Biologieunterricht unberührt. Dabei<br />

konnten HARTMUT KELLER und CORINA CLOSE in<br />

je<strong>de</strong>m einzelnen Vortrag auf sehr kompetente Referenten<br />

bauen. So referierten etwa Prof. Dr. MARCUS<br />

SCHRENK von <strong>de</strong>r Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg<br />

zum Thema „Warum Tierhaltung in <strong>de</strong>r<br />

Schule?“ und Privatdozent Dr. UDO GANSLOSSER<br />

von <strong>de</strong>r Universität Erlangen-Nürnberg über „Sozialverhalten<br />

bei Kleinsäugern“. Dr. ZIEMEK stellte<br />

unter <strong>de</strong>m Titel „Buntbarsche im Biologieunterricht“<br />

sein Buntbarschlabor für die Schule vor und<br />

Dr. LUDE <strong>de</strong>monstrierte mit „<strong>Im</strong>mer gegen <strong>de</strong>n<br />

Strom“ Untersuchungen zur Anpassung von Fließgewässerbewohnern<br />

im Biologieunterricht.<br />

Der Schwerpunkt <strong>de</strong>r Fortbildungsveranstaltung<br />

lag auf <strong>de</strong>r bereits vielfach erprobten Unterrichtspraxis.<br />

Dabei wur<strong>de</strong> anhand konkreter Unterrichtselemente<br />

praktisch <strong>de</strong>monstriert, wie und zu welchen<br />

Lerninhalten Tiere im Biologieunterricht sinnvoll<br />

eingesetzt wer<strong>de</strong>n können. Dazu waren aus<br />

<strong>de</strong>m ganzen Bun<strong>de</strong>sgebiet Mitglie<strong>de</strong>r aus <strong>de</strong>m „Ring<br />

<strong>de</strong>r Vivariu<strong>ms</strong>chulen“ angereist. Dieser lose Verbund<br />

von <strong>de</strong>rzeit zehn Schulvivarien im ganzen<br />

Bun<strong>de</strong>sgebiet hat es sich zur Aufgabe gemacht, die<br />

Arbeit mit leben<strong>de</strong>n Tieren in <strong>de</strong>r „Lehre vom<br />

Lebendigen“ wie<strong>de</strong>r mehr zu verankern. Dazu brachten<br />

die Referenten eine Unzahl von geeigneten<br />

Tieren sowie viele Versuchsaufbauten mit. Die<br />

Teilnehmer konnten in <strong>de</strong>n Workshops alle vorgestellten<br />

Versuche selbst an <strong>de</strong>n Tieren ausprobieren.<br />

Dr. STEFFEN MÖLLER aus Gotha führte Lemminge<br />

und Mäuse im Labyrinth vor. ANDRE WEINERT<br />

aus Münster gab hilfreiche Tipps zum Terrarienbau.<br />

WOLFGANG HOCK und CHRISTIANE REIN zeigten<br />

praktische Arbeiten mit Glie<strong>de</strong>rfüßlern für <strong>de</strong>n<br />

Unterricht und die Gastgeber CORINA KLOSE, KARL-<br />

HEINZ HUMBURG und WALTER MACHAN zeigten viele<br />

Varianten von praktischen Versuchsaufbauten zu<br />

unterschiedlichsten Themen <strong>de</strong>s Biologieunterrichts.<br />

Ich selbst durfte mein Verhaltenspraktikum mit<br />

13 (2005) Heft 1


13<br />

Magazin<br />

Biologie-Leistungskursen vorstellen. Parallel dazu<br />

wur<strong>de</strong> HARTMUT KELLER nicht mü<strong>de</strong>, sein Schulvivarium<br />

immer neuen Besuchergruppen vorzustellen.<br />

Die Resonanz war überwältigend. Zahlreiche Workshops<br />

mussten aufgrund <strong>de</strong>r großen Nachfrage<br />

wie<strong>de</strong>rholt wer<strong>de</strong>n. Der Austausch zwischen Stu<strong>de</strong>nten,<br />

Studienreferendaren und Lehrern entwickelte<br />

sich für alle Seiten überaus fruchtbar. Am Abend<br />

wur<strong>de</strong> <strong>de</strong>m Fachpublikum zum Abschluss noch ein<br />

Leckerbissen geboten. Der Naturfotograf ROLF NIG-<br />

GEMEYER aus Haan bei Düsseldorf zeigte unter <strong>de</strong>m<br />

Titel „Natur zum Begreifen nah“ eine 3D-Diashow<br />

in Polarisationstechnik; eine für viele Teilnehmer<br />

ganz neue und beeindrucken<strong>de</strong> visuelle Erfahrung.<br />

Abb. 1. Teilnehmer<br />

Den Abschluss <strong>de</strong>r Fachtagung bil<strong>de</strong>te das offene<br />

Verbandstreffen <strong>de</strong>s „Rings <strong>de</strong>r Vivariu<strong>ms</strong>chulen“.<br />

Zuvor hatten sich alle vertretenen Schulen<br />

anhand einer Posterausstellung mit ihrer Arbeit<br />

vorgestellt. Als unmittelbaren Erfolg <strong>de</strong>r Tagung<br />

gesellten sich gleich zahlreiche Beitrittskandidaten<br />

hinzu, die wichtige <strong>Im</strong>pulse für die Weiterentwicklung<br />

<strong>de</strong>s Kreises einbringen wer<strong>de</strong>n. Erst nach<br />

Abschluss <strong>de</strong>r Fachtagung hatten viele Teilnehmer<br />

die Gelegenheit, Eindrücke vom umfangreichen<br />

Rahmenprogramm <strong>de</strong>r Veranstaltung zu erlangen.<br />

So führte die ZAG Wirbellose im Terrarium e.V.<br />

ihre Jahresmitglie<strong>de</strong>rversammlung an <strong>de</strong>r MSO<br />

durch. Sie steuerten neben zahlreichen Spezialvorträgen<br />

auch eine Wirbellosenbörse sowie eine Wirbellosenausstellung<br />

zum Rahmenprogramm bei. Der<br />

Verband Deutscher Vereine für Aquarien- und<br />

Terrarienkun<strong>de</strong> e.V. (VDA) <strong>de</strong>s Lan<strong>de</strong>sverban<strong>de</strong>s<br />

Hessen führte ebenfalls seine Jahreshauptversammlung<br />

durch. Neben Fachvorträgen gab es in diesem<br />

Fall eine Aquarienausstellung zu sehen. Außer<strong>de</strong>m<br />

wur<strong>de</strong> eine Ausstellung im Rahmen eines Mal- und<br />

Bastelwettbewerbes aller Grundschulen <strong>de</strong>s Kreises<br />

zum Thema „Fantasietiere in ihrem Lebensraum“<br />

gezeigt; mit anschließen<strong>de</strong>r Preisverleihung.<br />

Zahlreiche Aussteller nutzten die Gelegenheit, ihre<br />

Produkte zu präsentieren. Der Natur- und Tier-<br />

Verlag stellte seine Sachbücher ebenso aus wie die<br />

Schulbuchverlage Westermann, Cornelsen und<br />

Klett. Ein Big-Band-Abend run<strong>de</strong>te das Rahmenprogramm<br />

musikalisch ab.<br />

Der Sonntag war dann für die breite Öffentlichkeit<br />

vorgesehen. HARTMUT KELLER gab das Motto<br />

vor: „Am Totensonntag ist Leben auf <strong>de</strong>m Berg!“<br />

Diesen Ausspruch kennt in Bad Hersfeld fast je<strong>de</strong>r.<br />

Gemeint ist, dass an diesem Tag nun schon zum 10.<br />

Mal <strong>de</strong>r Tag <strong>de</strong>r offenen Tür <strong>de</strong>s Schulvivariu<strong>ms</strong><br />

<strong>de</strong>r MSO stattfin<strong>de</strong>t – wohl gemerkt: Nicht <strong>de</strong>r<br />

Schule, son<strong>de</strong>rn „nur“ <strong>de</strong>s Vivariu<strong>ms</strong>. Er ist bei <strong>de</strong>r<br />

Bevölkerung inzwischen so etabliert, dass sich bis<br />

zu tausend Menschen in und um <strong>de</strong>n kleinen Vivariu<strong>ms</strong>raum<br />

tummeln. Einige <strong>de</strong>r Attraktionen für<br />

das Publikum sind Präsentationen <strong>de</strong>s Tierbestan<strong>de</strong>s<br />

<strong>de</strong>s Vivariu<strong>ms</strong> <strong>de</strong>r MSO, Tiere zum Anfassen,<br />

Schabenrennen, Füttern Fleischfressen<strong>de</strong>r Pflanzen,<br />

großes Krabbelterrarium, Vivariu<strong>ms</strong>-Rallye<br />

für Kin<strong>de</strong>r und vieles mehr. In diesem beson<strong>de</strong>ren<br />

Jahr wur<strong>de</strong> am Vormittag zusätzlich eine Podiu<strong>ms</strong>diskussion<br />

zum Thema „Artenschutz lokal – global“<br />

angeboten. Die Zoopädagogin <strong>de</strong>s Zoos Frankfurt<br />

am Main, Frau MARTINA WEISER, CORNELIUS<br />

HEMMER von <strong>de</strong>r Bun<strong>de</strong>sgeschäftstelle <strong>de</strong>s BUND<br />

aus Berlin und Naturschutzreferent sowie RALF<br />

THOMAS BRÜCKNER als stellvertreten<strong>de</strong>r Leiter <strong>de</strong>s<br />

Forstamts Bad Hersfeld und Vorsitzen<strong>de</strong>r <strong>de</strong>s<br />

Naturschutzbeirats führten eine angeregte und informative<br />

Diskussion über Ursachen und Folgen<br />

von Umweltzerstörungen.<br />

Als Teilnehmer <strong>de</strong>r Fachtagung und <strong>de</strong>s Program<strong>ms</strong><br />

für die Öffentlichkeit hat mich die Vielfalt<br />

<strong>de</strong>r angebotenen Themen beeindruckt. Die überall<br />

zu spüren<strong>de</strong> Praxisnähe tat allen an vor<strong>de</strong>rster<br />

Bildungsfront kämpfen<strong>de</strong>n Lehrern gut. Die Organisation<br />

durch Lehrer und Schüler war professionell.<br />

Der Zeitrahmen war so gewählt, dass ausreichend<br />

Zeit für die Veranstaltungen, aber auch für<br />

Gespräche blieb. Einzig die Entscheidung, welches<br />

<strong>de</strong>r vielen interessanten Angebote ich wahrnehmen<br />

sollte, fiel mir schwer. Abschließend darf ich <strong>de</strong>n<br />

Organisatoren HARTMUT KELLER und CORINA KLOSE<br />

sowie ihren unzähligen Helfern für ihre Leistung<br />

gratulieren. Die Veranstaltung war rund um gelungen.<br />

Sie hat viele angehen<strong>de</strong> und bereits aktive<br />

Lehrer nicht nur weitergebil<strong>de</strong>t, son<strong>de</strong>rn auch motiviert.<br />

Den vermehrten Einsatz von Tieren im<br />

Biologieunterricht hat die Veranstaltung mit Sicherheit<br />

ein gutes Stück vorangebracht.<br />

Autor<br />

MARTIN HALLMEN<br />

Wilhel<strong>ms</strong>tr. 11a, D-63526 Erlensee<br />

13 (2005) Heft 1


Diskussion<br />

14<br />

Anmerkung zum Editorial in elaphe 4-04<br />

Lieber Herr Ingo Pauler, 1. Vorsitzen<strong>de</strong>r <strong>de</strong>r<br />

<strong>DGHT</strong>,<br />

wie ich <strong>de</strong>r letzten elaphe ihren Ausführungen<br />

zum Jahresabschluss entnehmen konnte, haben sie<br />

das Nichtzustan<strong>de</strong>kommen <strong>de</strong>r „Europäischen<br />

Mertensiella“ als Schan<strong>de</strong> bezeichnet.<br />

Natürlich fühlt man sich da, als einer <strong>de</strong>rjenigen,<br />

die angesprochen wur<strong>de</strong>n mitzuarbeiten, zu min<strong>de</strong>st<br />

mitschuldig. Deshalb sollte es auch erlaubt<br />

sein, als Angesprochener und als <strong>DGHT</strong>-Mitglied<br />

zu <strong>de</strong>r Beschuldigung Stellung zu nehmen. Meinerseits<br />

lag es aber nicht daran, dass ich faul gewesen<br />

wäre o<strong>de</strong>r nichts unternommen hätte. Nein, ich habe<br />

die Teilaspekte „Systematik und Haltung“ durchaus<br />

bearbeitet und vorrätig. Allerdings dann habe ich<br />

versucht, die Zahlen für gehan<strong>de</strong>lte WA I/WA II-<br />

Exemplare <strong>de</strong>r zu bearbeiten<strong>de</strong>n Arten in Erfahrung<br />

zu bringen o<strong>de</strong>r die Zahl <strong>de</strong>r wirklichen Nachzuchten<br />

zu eruieren. Dazu habe ich Datenbanken recherchiert<br />

und habe mich anschließend an C.I.T.E.S.<br />

und Traffic (Brüssel) gewandt, die mir dankenswerter<br />

Weise auch Daten zu Verfügung gestellt haben.<br />

Lei<strong>de</strong>r waren die dort gelisteten Stückzahlen so<br />

gering, dass ein einziger Besuch bei einer Terraristika<br />

in Hamm wohl je<strong>de</strong>n eines Besseren belehren<br />

wür<strong>de</strong> – zumal man nicht sehr geübt sein muss, um<br />

bei einigen Arten zwischen Nachzucht und <strong>Im</strong>port zu<br />

unterschei<strong>de</strong>n. Dabei beziehe ich mich nur auf die<br />

vor Mai 2004 zur EU gehören<strong>de</strong>n Mitgliedsstaaten,<br />

<strong>de</strong>nn was die neuen Mitgliedsstaaten anbelangt, wäre<br />

das geplante Werk ja ohnehin veraltet gewesen.<br />

Diese Probleme hatte ich auch HEIKO WERNING vorgetragen,<br />

als er nach <strong>de</strong>n Beiträgen fragte und ich<br />

ihm mitgeteilt habe, dass ich noch weiter recherchiere.<br />

Allerdings habe ich diese Recherchen mittlerweile<br />

eingestellt, da sie anscheinend zu keinem für<br />

mich befriedigen<strong>de</strong>n Ergebnis führen können, <strong>de</strong>nn<br />

exakte, glaubhafte Daten sind einfach nicht verfügbar.<br />

An dieser Stelle möchte ich auf die möglichen<br />

Ursachen dafür erst gar nicht weiter eingehen.<br />

Diese Unstimmigkeiten zwischen offiziell verfügbaren<br />

Zahlen und <strong>de</strong>m, was wirklich auf <strong>de</strong>m<br />

Markt stattfin<strong>de</strong>t, sind es gera<strong>de</strong>, die diese Studie<br />

wohl einer sehr starken Kritik ausgesetzt hätten,<br />

o<strong>de</strong>r sind Sie <strong>de</strong>r Meinung, dass die Tierschützer,<br />

um spezifischer zu sein Pro Wildlife, diese Schwäche<br />

(Ich müsste dann sagen zu recht!) nicht ausgenutzt<br />

hätten, um einen erneuten, öffentlichen Protest<br />

in Gang zu setzen. Dieser Schwachpunkt war<br />

es auch, <strong>de</strong>r mich persönlich dazu bewogen hat, bis<br />

heute meine durchaus vorhan<strong>de</strong>nen Zusammenstellungen<br />

nicht zur Veröffentlichung weiterzuleiten,<br />

<strong>de</strong>nn ich will und kann mich nicht <strong>de</strong>r Schönrednerei<br />

um je<strong>de</strong>n Preis bezichtigen.<br />

Meine Einstellung als Terrarianer und Schildkrötenhalter<br />

habe ich sowohl in <strong>de</strong>r Öffentlichkeit<br />

als auch in schriftlicher Form mehrfach zum Ausdruck<br />

gebracht, sodass wohl keiner daran Zweifel<br />

haben muss, dass ich einer verantwortungsvoll<br />

praktizierten Terraristik positiv gegenüberstehe und<br />

darin auch einen aktiven Beitrag zum Naturschutz<br />

und zur Schaffung eines breiten Bewusstseins für<br />

<strong>de</strong>nselben sowie für <strong>de</strong>n praktizierten Tier- und<br />

Artenschutz sehe.<br />

Wie schwierig die Erfassung und die korrekte<br />

Bearbeitung solcher Aspekte sind, können Sie auch<br />

aus <strong>de</strong>r kürzlich erschienen Arbeit von CEBALLOS &<br />

FITZGERALD (2004) ersehen, die versucht haben,<br />

<strong>de</strong>n Schildkrötenhan<strong>de</strong>l für nur einen einzigen Bun<strong>de</strong>sstaat<br />

<strong>de</strong>r USA zu analysieren (CEBALLOS, C.P.,<br />

FITZGERALD, L.A. (2004): The tra<strong>de</strong> in native and<br />

exotic turtles in Texas. – Wildlife Society Bulletin,<br />

32(3): 881-892).<br />

In diesem Sinne möchte ich mich zwar ihrer<br />

Einstellung anschließen, dass es scha<strong>de</strong> ist, dass die<br />

„Europäische Mertensiella“ nicht zustan<strong>de</strong> gekommen<br />

ist, möchte aber auch zum Ausdruck bringen,<br />

dass ich zumin<strong>de</strong>st nicht verärgert darüber bin, dass<br />

kein falsches o<strong>de</strong>r gar geschöntes Bild veröffentlicht<br />

wur<strong>de</strong>, welches wie<strong>de</strong>rum Anlass zur Kritik<br />

hätte geben können. Vielleicht beschert uns ja die<br />

Zukunft Wege und Möglichkeiten, so offen mit <strong>de</strong>r<br />

Thematik umzugehen, dass wir auf verlässliche<br />

Zahlen und Daten zurückgreifen können. Darum<br />

sollten wir uns als <strong>DGHT</strong> wie bisher auch in<br />

Zukunft verstärkt bemühen.<br />

Mit freundlichem Gruß,<br />

HANS-J. BIDMON, Rommerskirchen<br />

Korrekturen elaphe 4/04<br />

Den Autoren <strong>de</strong>s Beitrags „Untersuchung <strong>de</strong>r genetischen Differenzierung <strong>de</strong>r Landschildkröten<br />

Südmadagaskars als Basis für Phylogeographie und Artenschutz“ in elaphe 4-04 ist ein Fehler in<br />

Abbildung 3 (Seite 58) unterlaufen. Der Probenort <strong>de</strong>r Außengruppe Pyxis planicauda, hier gekennzeichnet<br />

mit 1, ist in <strong>de</strong>r Karte zu weit südlich eingezeichnet. Die Tiere wur<strong>de</strong>n, wie beschrieben, in Analabe<br />

gesammelt. Dieser Ort ist jedoch nicht bei Morombe, son<strong>de</strong>rn in <strong>de</strong>r Nähe von Morondava gelegen.<br />

Morondava befin<strong>de</strong>t sich nördlich <strong>de</strong>s abgebil<strong>de</strong>ten Kartenausschnitts. Dementsprechend ist <strong>de</strong>r Probenort<br />

von P. planicauda nicht aus <strong>de</strong>r Karte ersichtlich. Der markierte Probenort 1 ist ungültig.<br />

Auf Seite 28 <strong>de</strong>r Buchbesprechungen <strong>de</strong>r elaphe 4-04 ist lei<strong>de</strong>r nicht das geplante Titelbild <strong>de</strong>s<br />

besprochenen Buches „Mein Zwergkrallenfrosch“ dargestellt. Wir bitten um Entschuldigung.<br />

13 (2005) Heft 1


15<br />

Buchbesprechungen<br />

Dieter Glandt<br />

Der Laubfrosch, ein König<br />

sucht sein Reich<br />

Eine Buchbesprechung von Thomas<br />

Kordges<br />

Info: GLANDT, D. (2004): Der Laubfrosch, ein<br />

König sucht sein Reich. Zeitschrift für Feldherpetologie,<br />

Beiheft 8, 128 S., 44 Abb.,6 Tab., 8<br />

Farbtafeln, ISBN 3-933066-20-4, Laurenti-Verlag,<br />

Bielefeld.<br />

Keine an<strong>de</strong>re Amphibienart Mitteleuropas hat<br />

im praktischen Naturschutz in <strong>de</strong>n letzten 10-15<br />

Jahren eine so große Beachtung gefun<strong>de</strong>n wie <strong>de</strong>r<br />

Laubfrosch (Hyla arborea), <strong>de</strong>r erfolgreich als<br />

werbewirksamer Sympathieträger instrumentalisiert<br />

und zur Zielart aufwendiger Schutzprogramme benannt<br />

wur<strong>de</strong>. Genau zehn Jahre nach <strong>de</strong>r letzten,<br />

damals von W.-R. GROSSE vorgelegten Monogra-<br />

phie erschien nun mit <strong>de</strong>m von DIETER GLANDT<br />

vorgelegten Beiheft 8 <strong>de</strong>r Zeitschrift für Feldherpetologie<br />

erneut eine umfangreiche Art-Bearbeitung,<br />

die <strong>de</strong>m erheblichen Erkenntnisgewinn <strong>de</strong>r letzten<br />

Jahre Rechnung trägt. Auf die Glie<strong>de</strong>rung einer<br />

klassischen Monographie wird dabei bewusst verzichtet<br />

und <strong>de</strong>r Schwerpunkt auf anwendungsbezogene<br />

Fragestellungen zur Ökologie und zum Schutz<br />

<strong>de</strong>s Laubfrosches gelegt.<br />

Dabei profitiert <strong>de</strong>r Autor gleichermaßen von<br />

<strong>de</strong>r Fülle jüngerer Veröffentlichungen wie auch<br />

von seinen eigenen langjährigen Erfahrungen aus<br />

einem Schutzprojekt im nordwestlichen Münsterland.<br />

Ein kurzer, gut mit Farbfotos illustrierter Überblick<br />

über die westpaläarktischen Laubfroscharten<br />

(Hyla arborea, H.meridionalis, H. sarda, H. savignyi<br />

und das fragliche H. intermedia-Taxon) und<br />

ein umfangreiches Schriftenverzeichnis run<strong>de</strong>n das<br />

Beiheft ab, das allen an praktischen Schutzmaßnahmen<br />

Interessierten empfohlen wer<strong>de</strong>n kann.<br />

Sa<strong>ms</strong>tag 12.03.2005<br />

sponsored by<br />

13 (2005) Heft 1


Haltung & Nachzucht<br />

16<br />

Die erst acht Jahre alte ISABELL BREUER war die<br />

bislang jüngste Bewerberin um <strong>de</strong>n Alfred-A.-<br />

Schmidt-Preis. Ihre Lieblingsfächer sind Englisch,<br />

Sport und Mathematik. Neben ihren Hobbys<br />

Schwimmen, Tanzen und Sport fin<strong>de</strong>t sie noch<br />

ausreichend Zeit, sich um ihre Schildkröten zu<br />

kümmern. Bereits mit vier Jahren hat ISABELL ihre<br />

erste Schildkröte bekommen und ihre Freundinnen<br />

fin<strong>de</strong>n die Jungtiere beson<strong>de</strong>rs schön. Angesichts<br />

<strong>de</strong>r beachtlichen Leistung hat die Jury<br />

ISABELL einen Son<strong>de</strong>rpreis verliehen.<br />

Son<strong>de</strong>rpreis beim Alfred-A.-Schmidt-Preis 2004<br />

Isabell Breuer<br />

Haltung und Nachzucht von Testudo<br />

graeca soussensis PIEH, 2000<br />

I<br />

m Jahr 2003 übernahm ich aus einer privaten Haltung ein Männchen<br />

und ein Weibchen von Testudo graeca soussensis. Die bei<strong>de</strong>n hatten<br />

ein Alter von zirka 13 bis 15 Jahren und produzierten bereits Gelege,<br />

die aber bisher zu keinem Schlupferfolg geführt hatten.<br />

Verbreitung und Lebensraum<br />

Über die Populationsdichte im Sousstal ist wenig<br />

bekannt. Die Tiere, die sich in meinem Besitz<br />

befin<strong>de</strong>n, haben auch kleine Sporne an <strong>de</strong>n Hinterbeinen.<br />

Obwohl man früher immer davon ausging,<br />

dass Testudo graeca soussensis keine Sporne aufweisen,<br />

ist dies später durch an<strong>de</strong>re Fun<strong>de</strong> wi<strong>de</strong>rlegt<br />

wor<strong>de</strong>n. Darüber hinaus halten sie auch keinen<br />

Winterschlaf.<br />

Fortpflanzung<br />

Ein Gelege besteht meistens aus zwei bis drei<br />

Eiern mit einem Gewicht von etwa 14-20,5 g. In <strong>de</strong>r<br />

Natur geht man von zwei bis drei Gelegen aus. Das<br />

Min<strong>de</strong>st- Höchst- Luftfeuchtigkeit Regentage<br />

temperatur in °C temperatur in °C in %<br />

Januar 7 17 80 8<br />

Februar 8 18 79 8<br />

März 9 19 79 8<br />

April 11 21 78 7<br />

Mai 13 22 79 5<br />

Juni 16 24 76 1<br />

Juli 18 26 77 0<br />

August 19 27 82 0<br />

September 17 28 82 1<br />

Oktober 14 24 78 6<br />

November 11 21 78 8<br />

Dezember 8 18 78 9<br />

Tabelle 1.<br />

Klimadaten<br />

(Marokko) zur<br />

Haltung von<br />

Testudo graeca<br />

soussensis<br />

13 (2005) Heft 1


17 Haltung & Nachzucht<br />

Abb. 1. ISABELL „bei <strong>de</strong>r Arbeit“<br />

Abb. 2. Alttiere<br />

Abb. 4. Eiablage<br />

Abb. 3. Schildkröten im Freigehege<br />

Abb. 5. Eizeitigung<br />

13 (2005) Heft 1


Haltung & Nachzucht<br />

18<br />

Abb. 6. Jungtier geschlüpft am 8. April<br />

2004 mit 13 g, das seinen Kalkbedarf<br />

an einem Hirschknochen <strong>de</strong>ckt<br />

Abb. 7. Ein nicht lebensfähiges Jungtier,<br />

das vom überleben<strong>de</strong>n Zwilling<br />

getrennt wur<strong>de</strong><br />

bei uns befindliche Paar brachte es auf fünf Gelege<br />

mit insgesamt 14 Eiern in einem Jahr. Die Form <strong>de</strong>r<br />

Eier in <strong>de</strong>n einzelnen Gelegen unterschied sich von<br />

rund bis oval.<br />

Haltungsbedingungen<br />

Bei uns zu Hause halten wir die Tiere von Mitte<br />

September bis Mitte Mai in einem Terrarium.<br />

Danach kommen sie ins Gewächshaus. Dies kann<br />

in sehr kalten Perio<strong>de</strong>n beheizt wer<strong>de</strong>n. <strong>Im</strong> Hochsommer<br />

können sie vom Gewächshaus hinaus ins<br />

Freigehege gehen.<br />

Das Terrarium befin<strong>de</strong>t sich im Keller und ist<br />

180×80×60 cm (L×B×H) groß. Der Bo<strong>de</strong>n <strong>de</strong>s<br />

Terrariu<strong>ms</strong> ist auf 15 cm gefüllt mit 2/3 Buchenspänen<br />

und 1/3 Terrarienhumus, <strong>de</strong>r in Form <strong>de</strong>s<br />

Legehügels angelegt wur<strong>de</strong>. <strong>Im</strong> Terrarium befin<strong>de</strong>n<br />

sich zwei Korkrin<strong>de</strong>n, die als Schlafhöhle dienen.<br />

Als Beleuchtung verwen<strong>de</strong>n wir eine 160 W-Birne<br />

mit UV-Licht und eine 100 W Wärmelampe. Somit<br />

erreichen wir im Terrarium eine Lufttemperatur von<br />

27 °C. Der Tagesrhythmus im Terrarium entspricht<br />

unserem Tageslichtablauf. Während <strong>de</strong>r Eiablageperio<strong>de</strong><br />

wird <strong>de</strong>r Humus mit 48 °C warmem Wasser<br />

feucht gehalten. So wird eine Bo<strong>de</strong>ntemperatur<br />

von 30 °C im Legehügel geschaffen, <strong>de</strong>r von<br />

unserem Weibchen auch sofort angenommen wur<strong>de</strong>.<br />

Da unser Sommer <strong>de</strong>m marokkanischen Winter<br />

Datum <strong>de</strong>r Anzahl Ei-Gewicht Schlupfdatum Brutzeit Gewicht<br />

Eiablage <strong>de</strong>r Eier in Tagen <strong>de</strong>r Jungtiere<br />

Gelege 1 27.01.04 2 18 g 07.04.04 76 10 g<br />

18,5 g 08.04.04 76 13 g (verstorben)<br />

Gelege 2 12.02.04 2 18 g 21.04.04 71 12 g<br />

18 g 44 Tage (gerissen – –<br />

und ausgelaufen)<br />

Gelege 3 01.03.04 4 2 × 20 g 44 Tage – –<br />

1 × 20,5 g alle Keimlinge<br />

– abgestorben<br />

Gelege 4 20.03.04 3 2 × 20,5 g 31 Tage,<br />

1 × 20 g 2 Eier abgestorben 69 14 g<br />

Gelege 5 20.04.04 3 3 × 14 g 28.06.04 70 2 × 8 g<br />

Tabelle 2. Übersicht über die Gelege und Schlüpflinge von Testudo graeca soussensis<br />

13 (2005) Heft 1


19<br />

Haltung & Nachzucht<br />

gleichkommt und die Terrarienhaltung <strong>de</strong>m marokkanischen<br />

Sommer, ist es auch nicht verwun<strong>de</strong>rlich,<br />

dass die Gelege zwischen Januar und April<br />

gelegt wer<strong>de</strong>n.<br />

Fütterung<br />

Unsere Schildkröten ernähren sich rein vegetarisch.<br />

Es sei <strong>de</strong>nn, es befin<strong>de</strong>t sich mal eine Schnecke<br />

o<strong>de</strong>r eine Raupe im Futter. Die Schwierigkeit<br />

bei Schildkröten, die das ganze Jahr durch im<br />

Terrarium gehalten wer<strong>de</strong>n, ist die Fütterung im<br />

Winter, da die Wildpflanzen im Winter bei uns nicht<br />

wachsen und auf industrielle Produkte wie Chicorée,<br />

Feldsalat, Löwenzahn, geriebene Karotten und<br />

Apfel zurückgegriffen wer<strong>de</strong>n muss. Als Lieblingsfutter<br />

hat sich bei uns die Banane heraus<br />

kristallisiert. Da die Banane einen zu hohen Kalium-Wert<br />

enthält, wird sie von uns nur einmal im<br />

Monat als Dessert gefüttert.<br />

Doch zum Glück gibt es die „Samenkiste“ <strong>de</strong>r<br />

Frau MINCH, wo man Wildsamen bestellen und<br />

diese im Gewächshaus aussähen kann. Es empfiehlt<br />

sich ein 5-Liter-Eimer, da sich dort auch<br />

Tiefwurzler aussäen lassen und man so auch im<br />

Winter Futter hat.<br />

Kurzporträt<br />

Testudo graeca soussensis PIEH, 2000<br />

Familie: Testudinidae<br />

Deutscher Name: Maurische Landschildkröte<br />

Verbreitung: Sousstal, Marokko<br />

Nachzucht<br />

Bei <strong>de</strong>r Fortpflanzung verhält es sich wie bei <strong>de</strong>n<br />

an<strong>de</strong>ren Testudo graeca-Formen. Durch mehrere<br />

Bisse in die Beine und Ram<strong>ms</strong>töße vom Männchen<br />

bleibt das Weibchen stehen, sodass das Männchen<br />

aufreiten kann, und es so zur Kopulation kommt.<br />

Dabei gibt das Männchen piepen<strong>de</strong> Laute von sich.<br />

Kurz vor <strong>de</strong>m Legen <strong>de</strong>r Eier bemerkte ich, dass das<br />

Weibchen vermehrt Kot absetzte, um mehr Platz für<br />

die Eier zu haben. Wenn das Weibchen anfängt, die<br />

Legegrube auszuheben, arbeitet sie sich mit <strong>de</strong>n<br />

Hinterbeinen von innen nach außen in kreisen<strong>de</strong>n<br />

Bewegungen vor. Bis die Legegrube ausgehoben<br />

ist, vergehen etwa 1,5 Stun<strong>de</strong>n. Danach merkt man<br />

starke Pressbewegungen durch ein Zurückziehen<br />

<strong>de</strong>s Kopfes bis ganz tief in <strong>de</strong>n Panzer hinein.<br />

Wenn das erste Ei abgelegt ist, kommen die restlichen<br />

in kurzen Abstän<strong>de</strong>n hinterher. Danach scharrt<br />

das Weibchen die Legegrube mit <strong>de</strong>n Hinterbeinen<br />

wie<strong>de</strong>r zu. Wenn dies vollbracht ist, geht es mehrmals<br />

über das Gelege, um es zu plätten. Dann geht es in<br />

seine Schlafhöhle. Der ganze Vorgang dauert 2,5<br />

bis drei Stun<strong>de</strong>n. Die Eier wer<strong>de</strong>n danach vorsichtig<br />

aus <strong>de</strong>r Legegrube entnommen und in einen<br />

Inkubator umgesetzt. <strong>Im</strong> Inneren <strong>de</strong>s Brutapparates<br />

herrscht eine Temperatur von 32 °C und eine Luftfeuchtigkeit<br />

von 65-70%. Der Vermiculit, <strong>de</strong>n ich<br />

als Brutsubstrat verwen<strong>de</strong>, wird nass gemacht und<br />

dann mit <strong>de</strong>n Hän<strong>de</strong>n ausgedrückt, bis es nur noch<br />

feucht ist. Die Eier wer<strong>de</strong>n auf <strong>de</strong>n Vermiculit<br />

gelegt. Der Inkubator sollte schon vorher einen Tag<br />

in Betrieb genommen wer<strong>de</strong>n, um alles einzustellen,<br />

damit die Eier ein gleich bleiben<strong>de</strong>s Klima<br />

haben. Nach ungefähr 74 bis 80 Tagen erfolgt <strong>de</strong>r<br />

Schlupf. Bei einem Gelege stellte sich heraus, dass<br />

ein Jungtier einen Zwilling mit einem Rest Dottersack<br />

daran hatte, <strong>de</strong>r jedoch nicht lebensfähig war.<br />

Also trennte ich erst mit einem Chirurgenmesser<br />

<strong>de</strong>n Zwilling ab, war mir zu diesem Zeitpunkt aber<br />

nicht sicher, ob <strong>de</strong>r Dottersack auch von <strong>de</strong>m<br />

kleinen Zwilling war. Am an<strong>de</strong>ren Morgen sah<br />

man, dass er auch nicht mehr durchblutet war. Also<br />

musste noch mal geschnitten wer<strong>de</strong>n. Dies erwies<br />

sich als richtig, <strong>de</strong>nn sonst hätte es zu einer Vergiftung<br />

für das lebensfähige Jungtier führen können.<br />

Die Jungtiere wer<strong>de</strong>n genauso gehalten wie die<br />

Ausgewachsenen. <strong>Im</strong> Terrarium (45 cm lang, 25<br />

cm tief) hängt eine 40 W-Wärme-Lampe und einmal<br />

am Tag wird für fünf Minuten mit einer 300 W UV-<br />

Lampe aus einem Abstand von einem Meter bestrahlt.<br />

Die Jungtiere benutzen sehr gerne eine<br />

flache Trinkschale, um ihren Flüssigkeitshaushalt<br />

zu <strong>de</strong>cken. Diese Schale muss je<strong>de</strong>n Tag gereinigt<br />

wer<strong>de</strong>n, weil sie auch Kot und Urin darin hinterlassen.<br />

Sie bevorzugen das Futter vom Vortag, da es<br />

trockener ist und sich besser beißen lässt.<br />

Diskussion<br />

Wie ich durch viele Gespräche inzwischen erfahren<br />

habe, gibt es keine Veröffentlichungen über<br />

die Arterhaltung und Fortpflanzung sowie keine<br />

überleben<strong>de</strong>n Nachzuchten.<br />

Autorin<br />

ISABELL BREUER<br />

Mülheimer Str. 13b<br />

D-53604 Bad Honnef<br />

Anmerkung <strong>de</strong>r Schriftleitung<br />

ISABELL BREUER ist erst acht Jahre alt, und wir<br />

fin<strong>de</strong>n es ganz beachtlich und hervorragend, dass<br />

ISABELL bereits in diesem Alter einen solch <strong>de</strong>taillierten<br />

Bericht verfasst. Für die Haltung ihrer Schildkröten<br />

und ihre weiteren Beobachtungen wünschen<br />

wir ihr alles Gute!<br />

13 (2005) Heft 1


Haltung & Nachzucht<br />

20<br />

3. Preis beim Alfred-A.-Schmidt-Preis 2004<br />

Esther Laue<br />

Zur Haltung und Vermehrung <strong>de</strong>r<br />

Chinesischen Bergagame Japalura<br />

splendida BARBOUR & DUNN, 1919<br />

Mit ihren bezaubern<strong>de</strong>n Farben und ihrer relativ geringen Größe tauchen<br />

diese Agamen immer wie<strong>de</strong>r im Han<strong>de</strong>l auf. Bis jetzt wur<strong>de</strong>n<br />

hauptsächlich Wildfänge angeboten. Als ich die Tiere erwarb, hatte<br />

noch niemand im <strong>de</strong>utschsprachigen Raum über Haltung und Zucht erfolgreiche<br />

Erfahrungen veröffentlicht.<br />

<strong>Im</strong> Internet fin<strong>de</strong>t man unter <strong>de</strong>n Bezeichnungen<br />

Drachenagamen, Grüne Bergagamen o<strong>de</strong>r Chinesische<br />

Drachen einige Informationen. Ich bin unter<br />

an<strong>de</strong>rem auf <strong>de</strong>n englischsprachigen Webseiten von<br />

SPENCER (2002) und im Internet-Forum von „Japalura<br />

Lovers“ (http://groups.yahoo.com/group/<br />

japalura_lovers/) fündig gewor<strong>de</strong>n. Manchmal<br />

wer<strong>de</strong>n diese Agamen auch unpassend als „Banana<br />

Split“ bezeichnet. Verkaufsterrarien im Zoohan<strong>de</strong>l<br />

tragen oft eine <strong>de</strong>mentsprechen<strong>de</strong> Beschriftung,<br />

häufig sind diese Terrarien jedoch falsch eingerichtet,<br />

und die Händler können nur wenige Informationen<br />

über die Haltungsbedingungen geben.<br />

Insgesamt ist die Erkenntnislage über diese Art so<br />

spärlich, dass ich in diesem Bericht meine Erfahrungen<br />

zur Pflege, Zucht und Aufzucht <strong>de</strong>r Jungtiere<br />

sowie zur erfolgreichen Überwinterung dieser<br />

wun<strong>de</strong>rschönen Tiere schil<strong>de</strong>re.<br />

Abb. 1. Männchen von Japalura splendida im Terrarium<br />

13 (2005) Heft 1


21<br />

Haltung & Nachzucht<br />

Abb. 2. Weibchen von Japalura splendida im Terrarium<br />

Beschreibung<br />

Die Übersetzung <strong>de</strong>s Artnamens splendida<br />

(= glänzend, strahlend, prächtig) wur<strong>de</strong> nicht ohne<br />

Grund für diese wun<strong>de</strong>rschönen, attraktiven Tiere<br />

gewählt. Sie haben eine schöne gelb und grün<br />

gepunktete Färbung, vor allem an Kopf und Beinen,<br />

die nach <strong>de</strong>r Häutung beson<strong>de</strong>rs intensiv ist.<br />

Die Augen wer<strong>de</strong>n von einem Ring aus gelben und<br />

grünen Schuppen umran<strong>de</strong>t. Die Grundfarbe <strong>de</strong>s<br />

Körpers ist braun, <strong>de</strong>r Schwanz ist gebän<strong>de</strong>rt und<br />

heller. Die auffälligsten Merkmale <strong>de</strong>r Chinesischen<br />

Bergagamen sind die zwei Dorsolateralstreifen,<br />

die grün gefärbt sind. Sie beginnen im Bereich<br />

<strong>de</strong>s Trommelfells, verbreitern sich bis zur Körpermitte<br />

auf etwa 7 mm und verjüngen sich wie<strong>de</strong>r bis<br />

zum Schwanzansatz. Beim Männchen sind diese<br />

Streifen durchgehend ohne Unterbrechung grün<br />

gefärbt. Die Kopf-Rumpf-Länge (KRL) meines<br />

Männchens beträgt 10 cm, die Gesamtlänge (GL)<br />

35 cm, und sein Körper ist lang gestreckt. Am Hals<br />

besitzt das Tier kragenartig angeordnete Schuppen.<br />

Am Oberkiefer befin<strong>de</strong>n sich weiße Bän<strong>de</strong>r, am<br />

Unterkiefer unregelmäßig verteilte weiße Punkte.<br />

Die Tiere können stimmungs- beziehungsweise<br />

temperaturabhängig ihre Färbungen variieren.<br />

Beson<strong>de</strong>rs das Männchen verfügt über eine ganze<br />

Palette von Einfärbungen, die seinen jeweiligen<br />

Zustand ausdrücken. Morgens bis zum Aufwär-<br />

men und wenn es nicht aktiv ist, zeigt es vornehmlich<br />

dunkelbraune Töne. Bei voller Aktivität leuchten<br />

alle Farben intensiv, und die Nackenstacheln sind<br />

aufgestellt. Bei sexueller Aktivität färben sich große<br />

Teile <strong>de</strong>s Körpers schwarz, nur das Weiß <strong>de</strong>r<br />

Lippen und die grünen Bän<strong>de</strong>r leuchten. Dazu nickt<br />

es heftig mit kurzen Unterbrechungen und wenigen<br />

Bewegungen.<br />

Das Weibchen unterschei<strong>de</strong>t sich auch optisch<br />

vom Männchen. Die KRL beträgt ebenfalls 10 cm,<br />

die GL jedoch nur 29,5 cm. Bedingt durch die<br />

regelmäßigen Eibildungen ist sein Bauch rund, kurz<br />

vor <strong>de</strong>r Eiablage <strong>de</strong>utlich dicker und fest. Die zwei<br />

Dorsolateralstreifen weisen durch Unterbrechungen<br />

unregelmäßige Zacken auf. Die weißen Farben<br />

am Ober- und Unterkiefer und <strong>de</strong>r kleine Nackenkamm<br />

sind nicht so auffallend. Das Weibchen<br />

bewegt oft die kleine Kehlfalte. Möglicherweise<br />

gibt es Signale von sich, die bei Annäherung eine<br />

Verständigung ermöglichen. Die Körperfärbung<br />

verän<strong>de</strong>rt sich stimmungsabhängig nur wenig. Eine<br />

sehr schöne Beschreibung eines Weibchens kann<br />

man bei SCHRADIN (2004) fin<strong>de</strong>n. Seine Weibchen<br />

zeigen aber auch ein Balzverhalten ähnlich <strong>de</strong>m <strong>de</strong>r<br />

Männchen. Die Zehen <strong>de</strong>r Tiere sind lang, fein<br />

geglie<strong>de</strong>rt und mit Krallen ausgestattet. Damit ist es<br />

ihnen perfekt möglich, auf Ästen zu klettern und an<br />

Felsen ausgezeichnet Halt zu fin<strong>de</strong>n.<br />

13 (2005) Heft 1


Haltung & Nachzucht<br />

22<br />

Verbreitung und Lebensraum<br />

Erste Informationen erhielt ich aus <strong>de</strong>m Buch<br />

„Agamen im Terrarium“ von HENKEL & SCHMIDT<br />

(1997), jedoch konnte ich diese Aussagen nicht<br />

überprüfen. Ausführliche Hinweise bekam ich aus<br />

<strong>de</strong>m Internet von einem Chinesen, sodass meine<br />

Beschreibungen sich ausschließlich auf diese Informationen<br />

beziehen. IU (schriftliche Mitteilung<br />

2002) beschreibt die Art als in Zentralchina in <strong>de</strong>n<br />

Regionen Sichuan, Guizhou und Shanxi lebend.<br />

Sie kommen in einem Gebirgsbereich zwischen<br />

380 und 2500 m vor, wo die Vegetation bis zu einer<br />

Höhe um 3000 m aus Laubwäl<strong>de</strong>rn besteht. Unter<br />

U<strong>ms</strong>tän<strong>de</strong>n sind die Tiere sogar auf felsigen Gebieten<br />

in <strong>de</strong>r Nähe von Straßen zu sehen, wenn es dort<br />

auch Bachläufe gibt. Aus <strong>de</strong>r Region Wanxian in<br />

Sichuan (600 m) gibt es Klimadiagramme<br />

(<strong>www</strong>.worldclimate.com; Abb. 3 & 4). Der dortige<br />

35<br />

30<br />

25<br />

20<br />

15<br />

10<br />

5<br />

0<br />

300<br />

250<br />

200<br />

150<br />

100<br />

50<br />

0<br />

Januar<br />

Februar<br />

März<br />

April<br />

Mai<br />

Juni<br />

Juli<br />

August<br />

September<br />

Oktober<br />

November<br />

Dezember<br />

Januar<br />

Februar<br />

März<br />

April<br />

Mai<br />

Juni<br />

Juli<br />

August<br />

September<br />

Oktober<br />

November<br />

Dezember<br />

Minimale Temperatur<br />

Durchschnittliche<br />

Temperatur<br />

Maximale Temperatur<br />

Abb. 3. Jahresübersicht über die Temperaturen<br />

(in °C) <strong>de</strong>r zentralchinesischen Region<br />

Wanyuan in Sichuan, <strong>de</strong>m Verbreitungsgebiet<br />

von Japalura splendida<br />

Wanxian<br />

Dres<strong>de</strong>n<br />

Abb. 4. Vergleich <strong>de</strong>r jährlichen Nie<strong>de</strong>rschläge<br />

(in mm) unserer Breiten (Dres<strong>de</strong>n)<br />

mit Chinas Region Wanxian, <strong>de</strong>m Verbreitungsgebiet<br />

von Japalura splendida<br />

Winter dauert von Dezember bis Februar und ist<br />

ausgesprochen nie<strong>de</strong>rschlagsarm bei durchschnittlich<br />

nur 5 °C. Die Frühlingszeit von März bis Mai<br />

ist von Temperaturen zwischen 10 und 20 °C geprägt.<br />

Die Regenfälle sind in dieser Zeit bereits<br />

doppelt so heftig wie hierzulan<strong>de</strong>. <strong>Im</strong> Sommer<br />

bewegen sich die Temperaturen von Juni bis September<br />

zwischen 20 und 25 °C mit Spitzen von bis<br />

zu 30 °C. Anfang Juli ballen sich an <strong>de</strong>n Bergen<br />

Regenwolken zusammen, die sich dann schließlich<br />

in heftigen Güssen entleeren. Die folgen<strong>de</strong> Regenzeit<br />

kann bis in <strong>de</strong>n September hinein anhalten. <strong>Im</strong><br />

Herbst von Oktober bis November herrschen wie<strong>de</strong>r<br />

ähnliche Bedingungen vor wie im Frühling.<br />

Durch eine langsame Erwärmung <strong>de</strong>r Luft bis<br />

auf 27 °C innerhalb <strong>de</strong>r dichten Wäl<strong>de</strong>r steigt die<br />

Luftfeuchtigkeit tagsüber auf über 75 % an. Nachts<br />

dagegen sinkt die Temperatur auf kühle 14-18 °C.<br />

Die Feuchtigkeit schlägt sich morgens als Tau auf<br />

<strong>de</strong>n Blättern nie<strong>de</strong>r. In <strong>de</strong>n feuchten Bergwäl<strong>de</strong>rn<br />

<strong>de</strong>s Verbreitungsgebietes haben die Agamen daher<br />

immer die Möglichkeit, sich durch feuchtes Laub zu<br />

bewegen und Wasser in Form von Tau aufzunehmen.<br />

Ein Sonnenstrahl, <strong>de</strong>r durch die Blätter dringt,<br />

wird für ein kurzes Sonnenbad genutzt. Über Steine<br />

fließen Rinnsale <strong>de</strong>n Berg herab. Für ein bis zwei<br />

Stun<strong>de</strong>n lassen sich die Bergagamen gerne einmal<br />

von Wasser überrieseln.<br />

Erwerb <strong>de</strong>r Tiere<br />

<strong>Im</strong> November 2002 ent<strong>de</strong>ckte ich mehrere Exemplare<br />

von Japalura splendida in einem Zoogeschäft<br />

in Dres<strong>de</strong>n. Die als „Drachenagamen“ angepriesenen<br />

Tiere waren in einem Terrarium untergebracht,<br />

welches mit etwas Sand und ein Paar Holzstücken<br />

<strong>de</strong>koriert war. Die sehr helle Beleuchtung<br />

brachte zumin<strong>de</strong>st die Farben <strong>de</strong>r Tiere bestens zur<br />

Geltung. Der Verkäufer konnte überhaupt keine<br />

Fragen zur Herkunft und Haltung beantworten,<br />

was mich in diesem Moment noch nicht beunruhigte.<br />

Meine eigenen Recherchen führten mich im<br />

Internet zu einigen Haltungsberichten auf amerikanischen<br />

Seiten. Was ich dort erfuhr, machte mich<br />

unruhig, und ich war über meinen Kauf überhaupt<br />

nicht mehr glücklich. Neben genauen Angaben zu<br />

Name und Herkunft entnahm ich auch, dass bisher<br />

wahrscheinlich nur Wildfänge angeboten wur<strong>de</strong>n,<br />

und es keine Angaben über eine gelungene Nachzucht<br />

gab.<br />

Haltung im Zimmerterrarium<br />

Eine Haltung von Japalura splendida in einem<br />

Wüstenterrarium, wie sie im Zoogeschäft propagiert<br />

wor<strong>de</strong>n war, ist offenbar völlig falsch. Das<br />

von mir für die Bergagamen eingerichtete Terrarium<br />

steht in einem Zimmer mit Fenster zur Nordsei-<br />

13 (2005) Heft 1


23<br />

Haltung & Nachzucht<br />

te. Das Eckterrarium in Panoramaform besitzt eine<br />

Schenkellänge von 60 cm bei einer Höhe von<br />

80 cm, ein nach meinem heutigen Wissensstand<br />

eher zu kleines Terrarium, bei <strong>de</strong>m ich mich nach<br />

<strong>de</strong>n Empfehlungen von HENKEL & SCHMIDT (1997)<br />

gerichtet hatte. Die vor<strong>de</strong>ren Schrägen und die Tür<br />

sind jeweils 35 cm tief beziehungsweise breit.<br />

Unter <strong>de</strong>r Tür sowie diagonal in <strong>de</strong>r Deckscheibe<br />

befin<strong>de</strong>t sich je ein Lüftungsgitter. Eine zunächst<br />

Kurzporträt<br />

Japalura splendida BARBOUR & DUNN, 1919<br />

Familie: Agamidae<br />

Deutscher Name: Chinesische Bergagame,<br />

Drachenagame (von engl.: „green<br />

striped tree dragon“)<br />

Verbreitung: Südost-Tibet (Salween valley),<br />

Zentralchina (Sichuan, Guizhou und Shaxi)<br />

relativ spartanisch und steril gehaltene Einrichtung,<br />

bei <strong>de</strong>r lediglich eine <strong>de</strong>r Rückwän<strong>de</strong> verklei<strong>de</strong>t und<br />

ein Kletterast und ein Wasserfall im Terrarium<br />

integriert waren, löste bei <strong>de</strong>n Bergagamen ein<br />

permanentes Panikverhalten aus, bei <strong>de</strong>m sie unkontrolliert<br />

durch das Terrarium rannten und gegen<br />

die Scheiben sprangen. Besorgt untersuchte ich die<br />

Tiere je<strong>de</strong>s Mal nach möglichen Verletzungen. Auch<br />

in Bezug auf die Futterinsekten war das Terrarium<br />

nicht optimal ausgestaltet, <strong>de</strong>nn diese verkrochen<br />

sich – unerreichbar für die Agamen – zwischen <strong>de</strong>n<br />

Fasern <strong>de</strong>r Rückwandverkleidung aus Bast.<br />

In <strong>de</strong>r Folge wur<strong>de</strong>n Rückzugsmöglichkeiten<br />

für die Tiere geschaffen und die freien Glasflächen<br />

bis auf die Tür verklei<strong>de</strong>t. Dafür verwen<strong>de</strong>te ich<br />

Styrodurplatten und bearbeitete sie so, dass sie wie<br />

schichtweise abgelagerte Sandsteinwän<strong>de</strong> aussahen.<br />

Anschließend bestrich ich die vorgefertigten<br />

Platten mit schnell härten<strong>de</strong>m Beton-Füllspachtel<br />

für Außenbereiche und daraufhin mit Dispersionsfarbe.<br />

Den wasserfesten Abschluss bil<strong>de</strong>te ein<br />

Anstrich mit Epoxidharz. Lei<strong>de</strong>r glänzten die Wän<strong>de</strong><br />

nun und waren für die Krallen <strong>de</strong>r Tiere zu glatt.<br />

Deshalb überstrich ich ein weiteres Mal mit Acryl-<br />

Klarlack, auf <strong>de</strong>n noch im nassen Zustand gemischter<br />

weißer und roter Sand gestreut wur<strong>de</strong>. Nach drei<br />

solchen Schichten entstand so aus <strong>de</strong>n weichen<br />

Wän<strong>de</strong>n ein hartes Felsimitat, auf <strong>de</strong>m die Bergagamen<br />

problemlos klettern konnten. Mit PU-Schaum<br />

verankerte ich auf <strong>de</strong>n Wän<strong>de</strong>n zusätzlich unterschiedlich<br />

große Rin<strong>de</strong>nstücke, kleine Pflanzschalen<br />

und ein Po<strong>de</strong>st für einen Wasserfall. Des Weiteren<br />

wur<strong>de</strong>n neben <strong>de</strong>m Kletterast noch biegsame<br />

Kunstlianen eingebaut. In kleinen Hydrokulturtöpfen<br />

eingebrachte Kletterpflanzen u<strong>ms</strong>chlangen<br />

schnell die Lianen. In <strong>de</strong>r Folge dieser Umgestaltung<br />

waren die Tiere wesentlich ruhiger und sprangen<br />

nicht mehr gegen die Wän<strong>de</strong>. Damit die unverklei<strong>de</strong>te<br />

Tür keine Gefahr mehr darstellte, führte ich<br />

einen Arm <strong>de</strong>s Kletterbaumes bis an das Glas<br />

heran. Auch mehrere Stränge <strong>de</strong>r Lianen berührten<br />

<strong>de</strong>n oberen Türrand. Die Tiere erkannten die Begrenzungen<br />

nun, und es kam nur zu gezielten<br />

Sprüngen von Ast zu Ast. Der auf <strong>de</strong>m Wandpo<strong>de</strong>st<br />

fußen<strong>de</strong> Wasserfall lässt sich zur Reinigung<br />

leicht herausheben. Der Kabelschacht ist bis zum<br />

Lüftungsgitter mit PU-Schaum abge<strong>de</strong>ckt. Unter<br />

<strong>de</strong>m Wasserfall entstand dadurch eine dunkle Höhle,<br />

die gern zur Eiablage genutzt wird. <strong>Im</strong> Bo<strong>de</strong>ngrund<br />

befin<strong>de</strong>n sich weitere Pflanzschalen und ein<br />

kleiner Heizstein. Die Pflanzen wer<strong>de</strong>n täglich besprüht<br />

und mehrmals in <strong>de</strong>r Woche gegossen,<br />

wodurch <strong>de</strong>r Mulch gut durchfeuchtet bleibt. Der<br />

Wasserfall wird nach Bedarf nachgefüllt und etwa<br />

alle 14 Tage gründlich gereinigt. Anlässlich einer<br />

Grundreinigung wur<strong>de</strong> festgestellt, dass Zophobas<br />

Abb. 5. Pärchen von Japalura splendida<br />

an einer Terrarienrückwand<br />

13 (2005) Heft 1


Haltung & Nachzucht<br />

24<br />

die Rückwän<strong>de</strong> zerfressen hatten. Bei <strong>de</strong>r daraufhin<br />

folgen<strong>de</strong>n Abdichtungsmaßnahme vergrößerte ich<br />

gleichzeitig nochmals die vorhan<strong>de</strong>nen Liegeflächen<br />

und brachte neuen Mulch und neue Pflanzen<br />

ein.<br />

Abb. 6. Terrarium für die Haltung von<br />

Chinesischen Bergagamen<br />

Beleuchtung und Beheizung<br />

Zur Beleuchtung und Beheizung sind im Terrarium<br />

zwei 15 Watt Leuchtstoffröhren mit 5 beziehungsweise<br />

3 % UVB-Anteil angebracht, die jährlich<br />

gewechselt wer<strong>de</strong>n. <strong>Im</strong> Terrarium herrschten<br />

tagsüber – bedingt durch eine erhöhte Zimmertemperatur<br />

von 22-25 °C – Temperaturen von 26-<br />

28 °C, sodass ich auf einen zusätzlichen Spotstrahler<br />

zunächst verzichtete. Die Nachttemperatur fiel<br />

bis auf 17 °C ab. Die Luftfeuchtigkeit betrug<br />

tagsüber etwa 70 %. Beleuchtung und Wasserfall<br />

waren täglich über eine Zeitschaltuhr von 7.00 bis<br />

19.00 Uhr in Betrieb. Der Heizstein wird nur bei<br />

außergewöhnlichen Temperaturbedingungen dazugeschaltet.<br />

Durch die nachträglich errichteten Felswandimitationen<br />

hatte sich jedoch auch das Klima im Terrarium<br />

verän<strong>de</strong>rt. Mit <strong>de</strong>r vorhan<strong>de</strong>nen Technik<br />

erreichte ich die gewünschten Tagestemperaturen<br />

nicht mehr. Die Rückwän<strong>de</strong> blieben ganztags nass,<br />

und die Temperatur stieg nicht mehr auf 27 °C.<br />

Darum baute ich nun einen kleinen 40 Watt Spotstrahler<br />

zusätzlich ein. Mit dieser Lampe wer<strong>de</strong>n<br />

ein Ruheplatz und ein Ast im Terrarium von 8.00<br />

bis 12.00 Uhr bestrahlt, auf <strong>de</strong>nen sich die Tiere<br />

zeitweilig aufhalten. Dadurch erhöht sich jetzt die<br />

Temperatur bis zum Mittag auf 30 °C und fällt dann<br />

aber recht schnell auf 27 °C ab, wobei vor allem die<br />

Wän<strong>de</strong> am Vormittag trocknen. In <strong>de</strong>n heißen Sommermonaten<br />

erfüllen die kalten und nassen Steinwän<strong>de</strong><br />

aber einen guten Zweck, <strong>de</strong>nn sobald ich <strong>de</strong>n<br />

Strahler nicht einschalte, habe ich keine Probleme<br />

mit <strong>de</strong>r Sommerhitze, lei<strong>de</strong>r jedoch mit Algenbildung.<br />

Ernährung<br />

Die Bergagamen fressen bei mir nur Lebendfutter.<br />

Eine beobachtete Futteraufnahme ist nicht oft<br />

möglich, weshalb sich immer eine Menge an Futtertieren<br />

im Terrarium befin<strong>de</strong>t. Ich habe schon<br />

Grillen, Heimchen, Mehlwürmer, Zophobas, Fliegen,<br />

Regenwürmer und kleine Heuschrecken verfüttert.<br />

Motten und Wachsraupen wer<strong>de</strong>n als Leckerbissen<br />

ebenfalls gerne angenommen. Das Futterangebot<br />

wur<strong>de</strong> mit <strong>de</strong>r Zeit etwas variiert, <strong>de</strong>nn<br />

Zophobas biete ich aufgrund <strong>de</strong>r schlechten Erfahrungen<br />

im Terrarium gar nicht mehr an. Zur Ernährung<br />

<strong>de</strong>r Futtertiere stelle ich immer frisches Obst<br />

und Gemüse, bestäubt mit Vitaminen und Kalzium,<br />

im Terrarium zur Verfügung. Das Weibchen lässt<br />

sich gern von Hand füttern und mit Leckerbissen<br />

verwöhnen. Mittlerweile nimmt es auch gepu<strong>de</strong>rte<br />

Insekten. Vor allem wenn es Eier bil<strong>de</strong>t, ist die<br />

bereitwillige Futteraufnahme auffällig. Das Männchen<br />

beobachtet dagegen nur, wohin ich beispielsweise<br />

eine Wachsraupe lege, kommt aber erst zum<br />

Fressen, wenn es sich unbeobachtet fühlt.<br />

Winterruhe<br />

Zur bevorstehen<strong>de</strong>n Winterruhe holte ich mir<br />

viele Meinungen ein, die von Überwinterung im<br />

Kühlschrank o<strong>de</strong>r auf <strong>de</strong>m Balkon, in einer dunklen<br />

Kiste bis zum einfachen Licht abschalten im Terrarium<br />

reichten. Lei<strong>de</strong>r gaben auch die Klimabeschreibungen<br />

keinen Hinweis auf einen Aufenthaltsort<br />

<strong>de</strong>r Tiere während <strong>de</strong>r kühlen Jahreszeit.<br />

Ich reduzierte die Beleuchtungsdauer innerhalb von<br />

14 Tagen auf null. Der Wasserfall blieb aber noch<br />

wenige Stun<strong>de</strong>n in Betrieb, um die Luftfeuchtigkeit<br />

bei etwa 70 % zu halten. Am 1.12.2003 überführte<br />

ich die Tiere in <strong>de</strong>n Keller, in <strong>de</strong>m Temperaturen<br />

von 12-15 °C herrschten. Sie bezogen hier ein<br />

han<strong>de</strong>lsübliches Plastikterrarium mit <strong>de</strong>n Maßen<br />

13 (2005) Heft 1


25<br />

Haltung & Nachzucht<br />

35×28×24 cm, <strong>de</strong>ssen Bo<strong>de</strong>n mit je einer Schicht<br />

feuchter Blähtonkugeln, durchfeuchtetem Mulch<br />

und Laub be<strong>de</strong>ckt war. Diese Materialien hatte ich<br />

sicherheitshalber vorher für drei Minuten in <strong>de</strong>r<br />

Mikrowelle bei 800 Watt erhitzt. Der Behälter<br />

enthielt ferner einige kleine Rin<strong>de</strong>nstücke und<br />

Zweige sowie eine kleine Wasserschale. Nach<strong>de</strong>m<br />

die bereits ruhen<strong>de</strong>n Tiere in die Box eingesetzt<br />

waren, füllte ich diese bis zum Deckel mit Laub auf.<br />

Genau einen Monat verbrachten die Agamen so im<br />

Keller. Fünf Stun<strong>de</strong>n am Tag war die Beleuchtung<br />

eines an<strong>de</strong>ren Terrariu<strong>ms</strong> eingeschaltet. Die Tiere<br />

schliefen nicht immer, <strong>de</strong>nn ich hörte sie stets<br />

rascheln, sobald ich sie mit frischem Wasser versorgt<br />

hatte. Bei dieser Tätigkeit unternahmen sie<br />

jedoch nie einen Fluchtversuch. Futter erhielten die<br />

Tiere in dieser Zeit nicht. Wegen einer anstehen<strong>de</strong>n<br />

Frostperio<strong>de</strong> been<strong>de</strong>te ich die Winterruhe im Keller<br />

zum En<strong>de</strong> <strong>de</strong>s Jahres. Die Agamen bezogen ihr<br />

ursprüngliches, inzwischen neu eingerichtetes Terrarium<br />

gegen Abend. In umgekehrter Reihenfolge<br />

wur<strong>de</strong>n nun die Beleuchtung und <strong>de</strong>r Betrieb <strong>de</strong>s<br />

Wasserfalles Stun<strong>de</strong> um Stun<strong>de</strong> verlängert, bis<br />

nach 14 Tagen die bereits beschriebenen Zeiten<br />

wie<strong>de</strong>r erreicht waren. Mittlerweile fütterte ich auch<br />

wie<strong>de</strong>r reichhaltig im Terrarium. Zusammenfassend<br />

dauerte diese Ruhepause also insgesamt zwei<br />

Monate, in <strong>de</strong>r ich <strong>de</strong>n Tieren im Keller eine<br />

Erholungsphase vergleichbar <strong>de</strong>n gewohnten Nachttemperaturen<br />

bot. Für eine kältere und längere<br />

Ruhezeit fehlte mir <strong>de</strong>r Mut.<br />

Verhalten<br />

Nach<strong>de</strong>m die Tiere ihre anfängliche Scheu und<br />

Hektik – insbeson<strong>de</strong>re durch das Einbringen von<br />

mehr Einrichtungsgegenstän<strong>de</strong>n und Sichtbarrieren –<br />

abgelegt hatten, gelang ihre problemlose Haltung.<br />

Der angebotene Wasserfall wur<strong>de</strong> sofort angenommen,<br />

in<strong>de</strong>m sich die Tiere oft in das fließen<strong>de</strong> Wasser<br />

legten. Auch nach <strong>de</strong>m Sprühen durchstreifen die<br />

Agamen mit Vorliebe ihr Territorium aus feuchten<br />

Blättern. Das vorhan<strong>de</strong>ne Futter wird inzwischen zu<br />

je<strong>de</strong>r Zeit erbeutet, sobald es in Sichtweite kommt.<br />

Ich konnte beobachten, wie das Männchen eine<br />

herumflattern<strong>de</strong> Motte anvisierte, zielsicher danach<br />

sprang und sie dann verspeiste. Das Männchen hat<br />

auch überaus kräftige Beine, mit <strong>de</strong>nen es ohne<br />

Probleme bis zu einem Meter weit springen kann.<br />

Die aktiven Zeiten wer<strong>de</strong>n durch lange Ruhepausen<br />

unterbrochen, in <strong>de</strong>nen die Agamen auf <strong>de</strong>n Kletterästen<br />

unter <strong>de</strong>n Pflanzen ruhen. Sie sind durch<br />

ihre Färbung hervorragend angepasst und dann nur<br />

schwer zu ent<strong>de</strong>cken. Das Weibchen ist aktiver und<br />

gräbt häufig im Bo<strong>de</strong>ngrund, was vermutlich mit<br />

<strong>de</strong>r Suche nach einem geeigneten Eiablageplatz in<br />

Verbindung zu bringen ist.<br />

Zur Reinigung und Pflege <strong>de</strong>s Terrariu<strong>ms</strong> gerieten<br />

die Tiere am Anfang immer in Panik. Später<br />

hielten sie sich am höchsten Punkt <strong>de</strong>s Terrariu<strong>ms</strong><br />

auf, <strong>de</strong>r ihnen offenbar das nötige Sicherheitsgefühl<br />

gab. Wird das Männchen gefangen, kann es<br />

schmerzhaft zubeißen. Meistens verfällt es dann in<br />

eine Art Starre, stellt sich tot, bleibt aber dabei<br />

bereit, ohne je<strong>de</strong> Vorwarnung zu fliehen. Das<br />

Weibchen hingegen lässt sich leichter fangen, verhält<br />

sich in <strong>de</strong>r Hand aktiv und ist stets bemüht, sich<br />

wie<strong>de</strong>r zu befreien. Sobald ich ihm die Möglichkeit<br />

gebe, springt es ins Terrarium zurück.<br />

Nach <strong>de</strong>r Winterruhe gewöhnten sich bei<strong>de</strong> Tiere<br />

weiter ein. Phasenweise dul<strong>de</strong>te das Männchen<br />

Abb. 7. Weibliche Chinesische Bergagame<br />

nutzt die Etagen <strong>de</strong>s Terrarien-<br />

Wasserfalls für ein Sonnenbad<br />

13 (2005) Heft 1


Haltung & Nachzucht<br />

26<br />

sogar die Fütterung aus <strong>de</strong>r Hand. Die Panikanfälle<br />

gehören nun glücklicherweise <strong>de</strong>r Vergangenheit<br />

an. Mittlerweile fin<strong>de</strong>t man bei<strong>de</strong> Tiere oft in gegenseitiger<br />

Nähe auf einem Ast übereinan<strong>de</strong>r liegend.<br />

Noch bevor sich die Beleuchtung einschaltet, sind<br />

die Agamen schon munter. Zur abendlichen Dämmerung<br />

wer<strong>de</strong>n sie dann ruhiger, verharren auf<br />

einem Ast und scheinen zu schlafen. Dabei bleiben<br />

sie jedoch immer fluchtbereit. Ich habe schon beobachtet,<br />

dass die Tiere sogar zu Dämmerungs- und<br />

Nachtzeiten hin und wie<strong>de</strong>r Insekten (vorzugsweise<br />

Motten) fangen.<br />

Abb. 8. Der Schlupf fin<strong>de</strong>t statt<br />

Fortpflanzung<br />

Eine erfolgreiche Eiablage ist für je<strong>de</strong>n Terrarianer<br />

schon ein großes Ereignis, aber eine geglückte<br />

Nachzucht stellt mit Sicherheit <strong>de</strong>n Höhepunkt bei<br />

<strong>de</strong>r Pflege einer Art dar. Zum jetzigen Zeitpunkt<br />

kann ich über zehn Eiablagen berichten (s. Tab. 1).<br />

Bisher ist mir die Aufzucht von Jungtieren aus fünf<br />

Gelegen geglückt, und gegenwärtig befin<strong>de</strong>n sich<br />

erneut ein Gelege zur Zeitigung in <strong>de</strong>r Kunstglucke<br />

und frisch geschlüpfte Jungtiere in meiner Anlage.<br />

Bis zur Winterruhe hatte mein Weibchen bereits<br />

fünf Gelege im Mulch vergraben, was immer nach<br />

<strong>de</strong><strong>ms</strong>elben Schema ablief: Nach<strong>de</strong>m eine für das<br />

Weibchen geeignete Stelle im Terrarium gefun<strong>de</strong>n<br />

war, begann es so tief wie möglich zu graben und<br />

verweilte in diesem Loch regungslos. Nach <strong>de</strong>r<br />

Eiablage wur<strong>de</strong> das Substrat über das Gelege gescharrt<br />

und zu einem großen Haufen aufgetürmt.<br />

Einige <strong>de</strong>r Gelege waren unbefruchtet (s. Tab. 1),<br />

was an <strong>de</strong>n länglichen (ca. 1 cm langen und 0,5 cm<br />

breiten), leicht farbigen Eiern, die sich nach einer<br />

Woche rotbraun verfärben und einfallen, unschwer<br />

zu erkennen ist. Befruchtete Eier dagegen sind weiß<br />

und kugelförmig mit etwa 1 cm Durchmesser, die<br />

über <strong>de</strong>n gesamten Zeitraum <strong>de</strong>r Inkubation weiß<br />

bleiben und allmählich größer wer<strong>de</strong>n. Bei genauer<br />

Betrachtung sieht man einen dunklen Körper durch<br />

die Eischale, die Kei<strong>ms</strong>cheibe. Sobald das Weibchen<br />

mit <strong>de</strong>n Probegrabungen beginnt, bereite ich<br />

die Kunstglucke (Fa. Jäger) mit Feuchtbrutset vor.<br />

Zur Inkubation verwen<strong>de</strong> ich Heimchendosen, die<br />

zu zwei Dritteln mit angefeuchtetem Vermiculit<br />

(zwei Teile Vermiculit, ein Teil Wasser) gefüllt<br />

Abb. 9. Frisch geschlüpfte Chinesische Bergagame, Japalura splendida<br />

13 (2005) Heft 1


27<br />

Haltung & Nachzucht<br />

sind. Das Substrat wird von mir aus gutem Grund<br />

so nass gehalten, <strong>de</strong>nn im Terrarium gedieh schon<br />

ein Gelege, das in wirklich sumpfigem Mulch<br />

abgelegt wor<strong>de</strong>n war. In das Substrat mische ich<br />

stets zwei zerriebene Kohletabletten, weil ich glaube,<br />

dass diese Maßnahme <strong>de</strong>n Schimmelbefall <strong>de</strong>r<br />

Eier verhin<strong>de</strong>rt. Je<strong>de</strong>s Gelege wird von mir sorgfältig<br />

in <strong>de</strong>n Inkubator umgebettet. Ich habe es mit<br />

<strong>de</strong>m Ausgraben nicht eilig, weil das Weibchen oft<br />

bis tief in die Nacht hinein beschäftigt ist, und die<br />

Agamen bis zum Schlüpfen <strong>de</strong>r Jungen kein Interesse<br />

an <strong>de</strong>n vergrabenen Eiern zeigen. Behutsam<br />

wer<strong>de</strong>n mit einem weichen Pinsel <strong>de</strong>r Mulch Schicht<br />

für Schicht abgetragen und die Eier freigelegt, um<br />

sie danach äußerst vorsichtig, ohne sie zu drehen,<br />

in Vermiculit umzubetten. Auf Messungen o<strong>de</strong>r<br />

Wiegen <strong>de</strong>r Eier habe ich hier verzichtet. Erst wenn<br />

ein Ei einfällt, wird es verworfen.<br />

Das erste Gelege wur<strong>de</strong> bei einer Temperatur<br />

von 27 °C und einer Luftfeuchtigkeit von 90 %<br />

zusammen mit einem Leopardgeckogelege (zur<br />

Erbrütung weiblicher Tiere, KÖHLER 2003) gezeitigt.<br />

Zu meiner großen Überraschung schlüpften die<br />

ersten Agamen aber nicht aus diesem Gelege, son<strong>de</strong>rn<br />

ich fand nachts eine kleine Agame auf <strong>de</strong>m<br />

Lüftungsgitter <strong>de</strong>s großen Terrariu<strong>ms</strong>. Dem in eine<br />

kleine Faunabox umgesetzten Jungtier erging es<br />

besser als einem seiner Geschwister, <strong>de</strong>nn am<br />

nächsten Morgen weckte mich das Weibchen auf,<br />

als es mit einem kräftigen Sprung ein zweites,<br />

gera<strong>de</strong> geschlüpftes Tier gefangen hatte. Bei <strong>de</strong>r<br />

Nachsuche im Terrarium fand ich tatsächlich ein<br />

zweites Gelege mit noch einmal neun Eiern, das<br />

sich zwischen <strong>de</strong>r Rückwand und einem Blumentopf<br />

befand. Diese Pflanze hatte ich immer stark<br />

gewässert, und <strong>de</strong>r Mulch in <strong>de</strong>r kleinen Spalte war<br />

tropfnass. Da das Weibchen ihr Gelege dort platziert<br />

hatte, ging ich davon aus, dass dies offenbar<br />

günstige Substratbedingungen sind. Die Eier überführte<br />

ich in <strong>de</strong>n Inkubator, in <strong>de</strong>m die Jungen dann<br />

innerhalb von vier Stun<strong>de</strong>n schlüpften. Den Vermiculit<br />

um das erste Gelege habe ich daraufhin reichlich<br />

nach befeuchtet und zeitige seit dieser Erkenntnis<br />

alle Gelege von Japalura nach <strong>de</strong>m angegebenen<br />

Mischungsverhältnis. Der Vermiculit sollte<br />

dann zwischen <strong>de</strong>n Fingern Tropfen bil<strong>de</strong>n, ohne<br />

dass er sehr stark ausgedrückt wer<strong>de</strong>n muss. Ich<br />

zögere auch nicht, zwischenzeitlich vorsichtig mit<br />

einer Einwegspritze nochmals zu befeuchten. Nach<br />

weiteren fünf Tagen sind auch alle neun Tiere aus<br />

diesem Gelege geschlüpft. Lei<strong>de</strong>r ist ein Jungtier<br />

zwei Tage später gestorben, in<strong>de</strong>m es kurz vor <strong>de</strong>m<br />

Tod Krämpfe und Lähmungen in <strong>de</strong>n Beinen zeigte.<br />

Die kleinen Agamen unterschie<strong>de</strong>n sich für wenige<br />

Tage im Ernährungszustand, dann konnte ich sie<br />

nicht mehr auseinan<strong>de</strong>r halten. Frisch geschlüpft<br />

wiesen sie eine GL von 7,5 cm bei 2,5 cm KRL auf.<br />

Nach drei Monaten Aufzucht (s. u.) gab ich sie mit<br />

einer GL von 14-15 cm an <strong>de</strong>n Zoohan<strong>de</strong>l ab.<br />

Recherchen bei <strong>de</strong>n Käufern ergaben, dass mit<br />

Ausnahme eines Jungtieres alle an<strong>de</strong>ren wohlauf<br />

seien.<br />

Trotz Überwinterung legte das Weibchen am<br />

17.01.2004 wie<strong>de</strong>r ein Gelege ab, welches jedoch<br />

nicht befruchtet war. Offenbar hatte das Weibchen<br />

diese Eier schon vor <strong>de</strong>r Winterruhe gebil<strong>de</strong>t. Aber<br />

Gelege Anzahl Zeitigungsdauer Geschlüpfte Verluste Bemerkungen<br />

Eier (Anzahl <strong>de</strong>r Tage) Tiere<br />

1 9 19.04.2003 - 03.06.2003 (46) 9 1 gestorben 05.06.2003<br />

2 9 unbeobachtete Eiablage - 28.05.2003 9 1 vom Weibchen gefressen<br />

3 8 20.05.2003 - 28.05.2003 0 8 nicht befruchtet<br />

4 7 30.07.2003 - 07.08.2003 0 7 nicht befruchtet<br />

5 12 22.08.2003 - 29.10.2003 (60) 1 11 10 nicht befruchtet<br />

1 schlupfreif abgestorben<br />

6 7 17.01.2004 - 25.01.2004 0 7 nicht befruchtet<br />

7 5 18.02.2004 - 06./07.04.2004 (47/48) 5 1 gestorben 26.08.2004<br />

8 5 23.03.2004 - 13.05.2004 (51) 5 2 gestorben 23./24.08.2004;<br />

Eiablage und Inkubation<br />

bei Bekannten<br />

9 6 09.10.2004 - 21./22.11.2004 (44) 4 2 abgestorben 13.10.2004<br />

10 9 08.11.2004 1 abgestorben 15.11.2004<br />

Tab. 1. Angaben zum Reproduktionserfolg bei Japalura splendida im Terrarium<br />

13 (2005) Heft 1


Haltung & Nachzucht<br />

28<br />

bereits vier Wochen später vergrub es wie<strong>de</strong>r fünf<br />

außeror<strong>de</strong>ntlich große, pralle Eier, die sich nachfolgend<br />

als befruchtet erwiesen. Nach einer Zeitigung<br />

von 47 Tagen sind alle Agamen innerhalb von 24<br />

Stun<strong>de</strong>n geschlüpft. Ein exemplarisch vermessenes<br />

Ei wies unmittelbar nach <strong>de</strong>r Ablage eine Länge von<br />

7 mm bei einer Breite von 5 mm auf; vier Wochen<br />

später hatten alle Eier an Größe zugenommen und<br />

waren jetzt 15×10 mm lang beziehungsweise breit.<br />

Ein um <strong>de</strong>n Zeitpunkt <strong>de</strong>s Schlüpfens auftreten<strong>de</strong>s,<br />

so genanntes Schwitzen <strong>de</strong>r Eier konnte ich bis jetzt<br />

erst einmal feststellen (KÖHLER 2003). Jedoch fielen<br />

die Eier vor <strong>de</strong>m unmittelbaren Schlüpfvorgang<br />

immer ein. Ein an einer Stelle vorgestrecktes, winzig<br />

kleines Köpfchen zog sich noch einmal zurück,<br />

bevor es nach einer offensichtlichen Drehung um<br />

die Längsachse wie<strong>de</strong>r zum Vorschein kam, und<br />

die kleine Agame in dieser Lage das Ei verließ. Die<br />

geschlüpften Agamen dieses Geleges wiesen GL<br />

von etwa 8 cm auf. Alle Details zur Entwicklung<br />

<strong>de</strong>r einzelnen Gelege sind Tabelle 1 zu entnehmen.<br />

Aufzucht <strong>de</strong>r Jungtiere<br />

Die jungen Agamen aus <strong>de</strong>n ersten bei<strong>de</strong>n Gelegen<br />

wur<strong>de</strong>n in einem Terrarium mit <strong>de</strong>n Maßen<br />

60×30×40 cm (Länge×Breite×Höhe) aufgezogen.<br />

Ausgestattet war es mit einer Leuchtstoffröhre,<br />

einem Heizstein und Rin<strong>de</strong>nmulch als Bo<strong>de</strong>ngrund.<br />

Auch dieses Becken enthielt einen kleinen Wasserfall<br />

sowie einige Kletteräste und eine Pflanze (Ficus<br />

rubiginosa). Die kleinen Bergagamen entwickelten<br />

sich prächtig.<br />

Alle weiteren Nachzuchten wuchsen in eigens<br />

dafür angefertigten Aufzuchtsboxen mit 30 cm<br />

Kantenlänge und Schiebetüren heran. Diese Boxen<br />

wur<strong>de</strong>n gleichermaßen täglich für zehn Stun<strong>de</strong>n mit<br />

je einer 8 W Leuchtstoffröhre (3 % UVB-Anteil)<br />

beleuchtet und enthielten als Wärmequelle eine<br />

durchgängig betriebene 7 W Heizmatte an <strong>de</strong>r Rückwand.<br />

Dadurch herrschen in <strong>de</strong>n kleinen Terrarien<br />

Luftfeuchtigkeiten von etwa 70 % und Tagestemperaturen<br />

von fast konstant 27 °C. Lediglich das<br />

nächtliche Temperaturgefälle ist nicht so stark ausgeprägt<br />

wie bei <strong>de</strong>n adulten Tieren.<br />

Alle bis jetzt geschlüpften Agamen zeigen das<br />

gleiche Verhalten. Sobald sie vom Brutkasten ins<br />

Terrarium überführt wer<strong>de</strong>n, legen sie sich in das<br />

fließen<strong>de</strong> Wasser. Stun<strong>de</strong>nlang halten sie sich in<br />

einer Vertiefung <strong>de</strong>s Wasserfalls auf, um so viel<br />

wie möglich ihres kleinen Körpers mit Wasser<br />

berieseln zu lassen. Anfangs befürchtete ich, dass<br />

sie sich unterkühlen könnten und <strong>de</strong>shalb keine<br />

größere Aktivität entwickelten. Vorsichtig nahm<br />

ich sie darum aus <strong>de</strong>m Wasser und setzte sie in die<br />

Pflanze. Aber die kleinen Agamen hüpften bald<br />

wie<strong>de</strong>r zurück ins Wasser. Etwa drei Tage ba<strong>de</strong>n<br />

Abb. 10. Junge Chinesische Bergagamen nehmen beim Ba<strong>de</strong>n nach <strong>de</strong>m Schlupf<br />

Flüssigkeit auf<br />

13 (2005) Heft 1


29<br />

Haltung & Nachzucht<br />

die Kleinen fast ausschließlich, dann bewegen sie<br />

sich lebhaft im Terrarium herum und beginnen mit<br />

<strong>de</strong>r Nahrungsaufnahme. Von diesem Zeitpunkt an<br />

befin<strong>de</strong>n sich ständig ausreichend Fruchtfliegen im<br />

Terrarium. Kleine Obststücke, gepu<strong>de</strong>rt mit Vitaminen,<br />

wer<strong>de</strong>n von <strong>de</strong>n Fruchtfliegen belagert, und<br />

die kleinen Agamen lernen sehr schnell, wo das<br />

Futterangebot reichlich zur Verfügung steht. Schon<br />

nach kurzer Zeit können dann auch Mikrogrillen<br />

und Heimchen verfüttert wer<strong>de</strong>n.<br />

Der vorhan<strong>de</strong>ne Wasserfall wird während ihrer<br />

Aufzucht dringend benötigt, da die Tierchen sich<br />

auch vor je<strong>de</strong>r Häutung viele Stun<strong>de</strong>n regelrecht<br />

wässern. Wenn sie dann trocknen, können sie ihre<br />

Hautstücke leicht abstreifen. Von <strong>de</strong>n ersten bei<strong>de</strong>n<br />

Gelegen sind alle Tiere schnell zutraulich gewor<strong>de</strong>n.<br />

<strong>Im</strong> Gegensatz zu <strong>de</strong>n Eltern ist <strong>de</strong>r Nachwuchs<br />

überhaupt nicht scheu. Streckt man <strong>de</strong>n Jungtieren<br />

im Terrarium <strong>de</strong>n Finger entgegen, kommen sie<br />

vorwitzig angehüpft und laufen sogar über Hand<br />

und Arm bis auf die Schulter. Die Aufzucht <strong>de</strong>r<br />

ersten 16 kleinen Agamen verlief so relativ problemlos.<br />

<strong>Im</strong> Gegensatz dazu ist das einzelne Jungtier aus<br />

<strong>de</strong>m fünften Gelege trotz gleicher Größenvoraussetzungen<br />

und besserer Ernährung wesentlich weniger<br />

zutraulich und schlechter gewachsen als die<br />

im Sommer geschlüpften Geschwister. Allerdings<br />

mag das ausgebliebene Wachstum auch an <strong>de</strong>n<br />

Winterbedingungen gelegen haben, <strong>de</strong>nn in <strong>de</strong>n<br />

ersten Apriltagen <strong>de</strong>s neuen Jahres begann ein<br />

<strong>de</strong>utlicher Entwicklungsschub. Plötzlich häutete es<br />

sich mehrmals, wuchs innerhalb einer Woche um<br />

0,5 cm und hat doch noch die Größe <strong>de</strong>r im Sommer<br />

geschlüpften Agamen erreicht. Genau im Alter von<br />

acht Monaten vergrub es mit einer GL von 21 cm<br />

sein erstes Gelege, welches aus zwei Eiern bestand.<br />

Einen Monat später wur<strong>de</strong> das Weibchen mit einem<br />

sehr dominanten Männchen aus Gelege 7 vergesellschaftet.<br />

Dieses Männchen war nur 2 cm kleiner als<br />

das Weibchen. Drei Wochen habe ich das Pärchen<br />

beobachtet, es harmonierte wun<strong>de</strong>rbar. Das Weibchen<br />

hat in dieser Zeit sogar seine Beißfreudigkeit<br />

und sein Panikverhalten geän<strong>de</strong>rt.<br />

Wie schon ange<strong>de</strong>utet, haben sich die kleinen<br />

Agamen von Gelege 7 sehr gut entwickelt, sodass<br />

sie schon nach fünf Monaten ein sehr dominantes<br />

Verhalten zeigten. <strong>Im</strong> Alter von vier Wochen ist es<br />

möglich, am Dorsolateralstreifen das Geschlecht<br />

<strong>de</strong>r heranwachsen<strong>de</strong>n Tiere mit ziemlicher Sicherheit<br />

zu erkennen. Gelege 7 bestand aus drei Weibchen<br />

und zwei Männchen. Nach<strong>de</strong>m ich ein Männchen<br />

mit <strong>de</strong>r „Herbstagame“ zusammen hielt, glaubte<br />

ich, dass das verbleiben<strong>de</strong> Männchen mit <strong>de</strong>n drei<br />

Weibchen in Harmonie weiter aufwachsen kann,<br />

bis eines Morgens dieses Männchen in Panik geriet.<br />

Es sprang wie wild im Terrarium herum und<br />

blieb im Wasser liegen. Der Wasserstand an dieser<br />

Stelle war 0,5 cm hoch. Innerhalb weniger Augenblicke<br />

war ein scheinbar gesun<strong>de</strong>s Tier tot. Natürlich<br />

ließ ich es untersuchen: Es war gut genährt,<br />

könnte jedoch einen Leberscha<strong>de</strong>n gehabt haben.<br />

Tödliche Erreger wur<strong>de</strong>n nicht gefun<strong>de</strong>n, aber vor<br />

allem wur<strong>de</strong> Wasser in <strong>de</strong>r Lunge festgestellt.<br />

Die kleinen Agamen von Gelege 8 entwickelten<br />

sich scheinbar gar nicht. Nach drei Monaten Aufzucht<br />

waren zwei beson<strong>de</strong>rs schwache Tiere gestorben.<br />

Auffallend war ihr Verhalten, <strong>de</strong>nn sie<br />

verbargen sich lieber und<br />

waren überhaupt nicht aktiv.<br />

Als ich feststellte, dass dieses<br />

Gelege nur aus Männchen<br />

bestand, trennte ich die<br />

Tiere sofort und vergesellschaftete<br />

je ein Männchen mit<br />

einem Weibchen aus Gelege<br />

7. Sofort waren die kleinen<br />

Kerlchen aktiv, zeigten sehr<br />

schnell ein schönes Balzverhalten<br />

und wuchsen auch<br />

<strong>de</strong>utlich. Sie sind immer noch<br />

Abb. 11. Aufzuchtgruppe<br />

junger Chinesischer<br />

Bergagamen<br />

13 (2005) Heft 1


Haltung & Nachzucht<br />

30<br />

Abb. 12. Jungtier<br />

kleiner als die Weibchen, dies scheint jedoch kein<br />

Problem darzustellen. Mit diesen Erfahrungen wür<strong>de</strong><br />

ich nun kaum eine größere Gruppe in einer Anlage<br />

gemeinsam pflegen und kann SCHRADIN (2004) sehr<br />

gut verstehen, <strong>de</strong>r ja seine Tiere sogar nach Geschlechtern<br />

getrennt hält.<br />

Schlussbetrachtung<br />

Die aufgezeigten Bedingungen zur Pflege und<br />

Nachzucht meiner Bergagamen haben sich bei mir<br />

über zwei Jahre bewährt, wenngleich sich vermutlich<br />

auch durch hiervon abweichen<strong>de</strong> Bedingungen<br />

bei an<strong>de</strong>ren Pflegern durchaus Erfolge erzielen<br />

lassen. Ausdrücklich unterstreichen möchte ich aber<br />

nochmals, dass fließen<strong>de</strong>s Wasser im Terrarium für<br />

diese Agamen meines Erachtens lebensnotwendig<br />

ist. Hilfreich wäre ein reger Erfahrungsaustausch,<br />

bei <strong>de</strong>m je<strong>de</strong>r Pfleger Chinesischer Bergagamen<br />

aufzeichnet und mitteilt, was <strong>de</strong>n Tieren bekommt,<br />

was ihnen scha<strong>de</strong>t, wie und woran sie sterben.<br />

Lei<strong>de</strong>r ist nicht je<strong>de</strong> <strong>de</strong>r spärlich vorhan<strong>de</strong>nen Literaturstellen<br />

korrekt. Nachahmenswert ist <strong>de</strong>r Haltungsbericht<br />

von SCHRADIN (2004).<br />

Danksagung<br />

Ich möchte mich bei <strong>de</strong>m Ehepaar EVA und<br />

DANIEL MODES (Danis Repti-Park, Vellberg) bedanken,<br />

die mich mit vielen wertvollen Ratschlägen<br />

unterstützten und beson<strong>de</strong>rs beim Schlüpfen <strong>de</strong>r<br />

ersten Jungtiere stets auf je<strong>de</strong>n Hilferuf nach passen<strong>de</strong>m<br />

Futter reagierten. Mein Dank gilt Herrn<br />

THOMAS MARXSEN (Tropenhaus Hamburg) sowie<br />

Herrn HEIKO WERNING (Redakteur <strong>de</strong>r Zeitschrift<br />

REPTILIA, Berlin), die mich fachlich immer gut<br />

beraten haben. Herrn ANDRÉ SCHNEIDER (Dres<strong>de</strong>n)<br />

danke ich als hilfsbereitem und äußerst kompetentem<br />

Tierarzt sowie Herrn JENS JUNGNICKEL (Dres<strong>de</strong>n)<br />

für seine bereitwillige Pflege meiner Tiere<br />

während unserer Renovierungsarbeiten und seine<br />

fachliche Unterstützung bei <strong>de</strong>r Erarbeitung dieser<br />

Ausführungen. Der Erwerb dieser Tiere hat zwar<br />

die Toleranzgrenzen meiner Familie auf eine harte<br />

Probe gestellt, mich aber um viele Erkenntnisse und<br />

Bekanntschaften reicher gemacht.<br />

Schriften<br />

HENKEL, F. W. & W. SCHMIDT (1997): Agamen im<br />

Terrarium. – Hannover (Landbuch), 151 S.<br />

KÖHLER, G. (2003): Inkubation von Reptilieneiern.<br />

– Offenbach (Herpeton), 205 S.<br />

SCHRADIN, H. (2004): Haltung und Nachzucht <strong>de</strong>r<br />

Chinesischen Bergagame (Japalura splendida).<br />

– Reptilia, Münster, 9(5): 56-66.<br />

SPENCER, P. (2002): Japalura Care Sheet. – http://<br />

members.shaw.ca/Critters/<br />

JapaluraCareSheet.htm (letzter Zugriff:<br />

25.11.2004)<br />

Autorin<br />

ESTHER LAUE<br />

Schmilkaer Str.14<br />

D-01259 Dres<strong>de</strong>n<br />

13 (2005) Heft 1


31<br />

Haltung & Nachzucht<br />

Markus Weier<br />

Naturbrut mit 100 Prozent Schlupfrate bei<br />

Morelia viridis (SCHLEGEL, 1872)<br />

I<br />

ch beschäftige mich seit etwa 15 Jahren mit <strong>de</strong>r Haltung und Nachzucht<br />

von Morelia viridis. Die Tiere wur<strong>de</strong>n seither von mir regelmäßig<br />

und in mehreren Generationen erfolgreich vermehrt. Hierbei lag die<br />

Gelegegröße zwischen elf und 28 Eiern. In diesem Beitrag möchte ich im<br />

Detail <strong>de</strong>n Nachzuchterfolg aus <strong>de</strong>m Jahr 2003 dokumentieren.<br />

Das Beson<strong>de</strong>re hieran war erstens die große<br />

Anzahl von 28 abgelegten Eiern (und einem Wachsei).<br />

Zweitens war die Größe <strong>de</strong>s Geleges an sich<br />

bemerkenswert, <strong>de</strong>nn es han<strong>de</strong>lte sich um eine<br />

Erstlingsträchtigkeit eines erst viereinhalbjährigen<br />

Weibchens. <strong>Im</strong> Allgemeinen sind hierbei die Gelege<br />

sehr viel kleiner. Schließlich ist hervorzuheben,<br />

dass die Schlupfrate 100 % bei praktizierter Naturbrut<br />

betrug, sodass 28 gesun<strong>de</strong> Jungtiere selbstständig<br />

schlüpften und ohne Verluste aufgezogen<br />

wer<strong>de</strong>n konnten. Eine <strong>de</strong>rart hohe Anzahl geschlüpfter<br />

Tiere bei M. viridis ist mir we<strong>de</strong>r aus <strong>de</strong>r<br />

Literatur noch aus mündlichen Mitteilungen bislang<br />

bekannt.<br />

Beschreibung<br />

Bei Morelia viridis han<strong>de</strong>lt es sich um einen<br />

relativ schlanken Python mit dünnem Hals-Körper-<br />

Abb. 1. Kopfporträt <strong>de</strong>s Männchens (eigene Nachzucht 1996)<br />

13 (2005) Heft 1


Haltung & Nachzucht<br />

32<br />

mat sind die tropischen Regenwäl<strong>de</strong>r von Meereshöhe<br />

bis auf min<strong>de</strong>stens 1800 Meter über <strong>de</strong>m<br />

Meeresspiegel. Morelia viridis lebt nahezu ausschließlich<br />

in Bäumen und Sträuchern, die nur<br />

selten verlassen wer<strong>de</strong>n.<br />

Abb. 2. Alle drei bis vier Wochen verfüttere<br />

ich adulten Exemplaren eine mittelgroße<br />

Ratte<br />

Übergang und <strong>de</strong>utlich abgesetztem Kopf. Die<br />

Grundfarbe <strong>de</strong>r adulten Tiere ist in <strong>de</strong>r Regel ein<br />

kräftiges Grün. Auf <strong>de</strong>r Rückenmitte verläuft meist<br />

eine mehr o<strong>de</strong>r weniger zusammenhängen<strong>de</strong> Linie<br />

aus weißen o<strong>de</strong>r gelblichen Punkten. Die Punkte<br />

o<strong>de</strong>r Flecken können auch an <strong>de</strong>n seitlichen Körperpartien<br />

auftreten. Einige Exemplare weisen auch<br />

bläuliche Schuppen beziehungsweise Zeichnungselemente<br />

auf. Die Färbung <strong>de</strong>r Bauchunterseite<br />

variiert von cremeweiß über gelb zu bläulich. Jungtiere<br />

sind gelb, rot o<strong>de</strong>r rötlich braun. Der Körper<br />

zeigt <strong>de</strong>n für baumbewohnen<strong>de</strong> Schlangen typischen,<br />

dreieckigen Querschnitt mit <strong>de</strong>utlich sichtbarer<br />

Darstellung <strong>de</strong>r Wirbelsäule. Weitere markante<br />

Merkmale von M. viridis sind <strong>de</strong>r äußerst effiziente,<br />

einrollbare Greifschwanz und die langen Fangzähne.<br />

Die Weibchen können eine Länge von zirka<br />

zwei Metern erreichen. Bei <strong>de</strong>n Männchen beträgt<br />

die Maximallänge 1,5-1,7 m. Die Pupillen sind<br />

senkrecht geschlitzt, die Irisfarbe ist gelblich. Grüne<br />

Baumpythons besitzen <strong>de</strong>utlich ausgebil<strong>de</strong>te,<br />

wärmeempfindliche Gruben im Bereich <strong>de</strong>r Rostral-,<br />

<strong>de</strong>r ersten zwei bis drei Supralabial- und<br />

mittleren Infralabialschuppen.<br />

Verbreitung und Lebensraum<br />

Der Grüne Baumpython kommt auf Neuguinea<br />

einschließlich <strong>de</strong>r vorgelagerten Inseln (Biak, Yapen,<br />

Salawati, Aru, Normanby, Inseln <strong>de</strong>r Geelvink<br />

Bay, Gag) und auf <strong>de</strong>r australischen Halbinsel Cape<br />

York vor (MEYER 1875, MCDOWELL 1975, SWITAK<br />

1975, SCHRÖDER 1982, O‘SHEA 1996). Seine Hei-<br />

Verhalten<br />

Morelia viridis ist ein ausschließlich nachtaktiver<br />

Python. Den Tag verbringt er nahezu regungslos<br />

auf einem Ast liegend. In <strong>de</strong>r Nacht wird die<br />

Schlange aktiv, wobei sich die Aktivität in menschlicher<br />

Obhut meist nur auf die Lauerstellung beschränkt.<br />

Hierbei wird das erste Drittel <strong>de</strong>s Körpers<br />

in s-förmiger Haltung ausgestreckt. In dieser Stellung<br />

verharren die Tiere viele Stun<strong>de</strong>n und warten<br />

auf Beute. Lediglich die Männchen wer<strong>de</strong>n während<br />

<strong>de</strong>r Paarungszeit nachts aktiver und durchkriechen<br />

dabei nächtelang <strong>de</strong>n kompletten Terrarienbereich.<br />

Auch Jungtiere sind in <strong>de</strong>n ersten Monaten<br />

nachts sehr aktiv.<br />

Nahrung<br />

Gefüttert wird entsprechend <strong>de</strong>m Verhalten <strong>de</strong>r<br />

Tiere nur nachts, nach<strong>de</strong>m das Licht im Terrarium<br />

erloschen ist. Mit <strong>de</strong>r Pinzette vorgehaltene Beutetiere<br />

wer<strong>de</strong>n tot o<strong>de</strong>r lebendig blitzartig gepackt und<br />

mit ein o<strong>de</strong>r zwei Körperschlingen umwickelt. In<br />

völliger Dunkelheit wer<strong>de</strong>n Beutetiere mittels <strong>de</strong>r<br />

thermosensorischen Organe geortet. Soweit es die<br />

Lichtverhältnisse zulassen, geschieht dies auch in<br />

Kombination mit <strong>de</strong>m Sehvermögen. Morelia viridis<br />

ernährt sich in seinem natürlichen Lebensraum<br />

hauptsächlich von kleinen Säugetieren, <strong>de</strong>ren Überreste<br />

bei Felduntersuchungen in <strong>de</strong>n Mägen <strong>de</strong>r<br />

Tiere gefun<strong>de</strong>n wur<strong>de</strong>n (MCDOWELL 1975). Vögel<br />

gehören wahrscheinlich auch zum Beutespektrum,<br />

da sie in menschlicher Obhut ebenfalls gefressen<br />

wer<strong>de</strong>n. Ich selbst verfüttere ausschließlich Mäuse<br />

und Ratten.<br />

Da <strong>de</strong>r Grüne Baumpython eine eher schlanke<br />

und zu<strong>de</strong>m noch sehr inaktive Schlange ist, sollten<br />

gewisse Fütterungsabstän<strong>de</strong> strikt eingehalten wer<strong>de</strong>n.<br />

Ansonsten neigen die Tiere schnell zu Fettleibigkeit.<br />

Adulten Tieren füttere ich alle drei bis vier<br />

Wochen eine mittlere Ratte.<br />

Einzelhaltung<br />

Ich halte alle Tiere einzeln. Das erhöht zum einen<br />

die Paarungsbereitschaft, zum an<strong>de</strong>ren wer<strong>de</strong>n<br />

Komplikationen, beispielsweise während <strong>de</strong>s Fütterns,<br />

vermie<strong>de</strong>n. Der Stressfaktor bei <strong>de</strong>r Haltung<br />

von zwei o<strong>de</strong>r mehr Artgenossen <strong>de</strong>s Grünen Baumpythons<br />

in einem Terrarium ist – unabhängig von<br />

<strong>de</strong>ssen Größe – enorm hoch. Oftmals kommt es<br />

früher o<strong>de</strong>r später zu stressbedingten Krankheiten,<br />

Nahrungsverweigerung o<strong>de</strong>r auch zu folgenschwe-<br />

13 (2005) Heft 1


33<br />

Haltung & Nachzucht<br />

ren Beißereien zwischen <strong>de</strong>n Tieren, die unabhängig<br />

vom Geschlecht sind (WEIER & VITT 1999).<br />

Terrariengröße<br />

Terrarien mit <strong>de</strong>n Abmessungen 0,7×0,6×1,0 m<br />

(L×B×H; Innenmaße ohne Beleuchtungseinheit)<br />

haben sich bei mir im Zusammenspiel mit Beheizung,<br />

Beleuchtung und Aufrechterhaltung <strong>de</strong>r Luftfeuchtigkeit<br />

als optimal heraus gestellt. Meine Terrarien<br />

sind Eigenkonstruktionen aus wasserfesten<br />

Siebdruckplatten. Die Wän<strong>de</strong> sind mit Natur- o<strong>de</strong>r<br />

Presskorkplatten verklei<strong>de</strong>t. Die Frontseite besteht<br />

aus 4 mm starken Glasschiebetüren. Belüftungen<br />

(Möbellüftungen) befin<strong>de</strong>n sich im vor<strong>de</strong>ren unteren<br />

Teil <strong>de</strong>s Terrariu<strong>ms</strong> und im oberen Bereich <strong>de</strong>r<br />

Rückwand. Glasterrarien haben sich als unvorteilhaft<br />

erwiesen. Zum einen können Einrichtungsgegenstän<strong>de</strong><br />

wie Äste o<strong>de</strong>r <strong>de</strong>r Brutkasten nicht problemlos<br />

befestigt wer<strong>de</strong>n. Zum an<strong>de</strong>ren verschmutzen<br />

die Seitenscheiben durch kalkhaltiges Wasser,<br />

welches täglich versprüht wer<strong>de</strong>n muss. Des Weiteren<br />

habe ich die Erfahrung machen müssen, dass<br />

die Tiere nicht zur Ruhe kommen und oft tagsüber<br />

nervös herumkriechen, sofern die Seiten- und Rückwän<strong>de</strong><br />

nicht mit einem Sichtschutz wie Korkplatten<br />

verklei<strong>de</strong>t sind.<br />

Beleuchtung und Beheizung<br />

Die Beleuchtung und Erwärmung erfolgt über<br />

eine Leuchtstoffröhre (18 Watt, Universalweiß),<br />

einen han<strong>de</strong>lsüblichen Strahler (60 Watt), und einen<br />

Elsteinstrahler (60 Watt). Die Beleuchtung ist<br />

von 7.00-20.30 Uhr eingeschaltet. Der Strahler<br />

leistet tagsüber die Hauptaufgabe zur erfor<strong>de</strong>rlichen<br />

Erwärmung <strong>de</strong>s Terrariu<strong>ms</strong>, wobei auch die<br />

Leuchtstoffröhre ein wenig Wärme abgibt. Diese<br />

dient jedoch in erster Linie <strong>de</strong>r gleichmäßigen<br />

Ausleuchtung <strong>de</strong>s Terrariu<strong>ms</strong> mit einem annähernd<br />

natürlichen Lichtspektrum. Das ist insbeson<strong>de</strong>re<br />

für das Pflanzenwachstum notwendig. Der Elsteinstrahler<br />

sorgt hauptsächlich in <strong>de</strong>r Nacht für die<br />

nötigen Temperaturen. Er ist mit einem Thermotimer<br />

(Kombination zwischen Zeitschaltuhr und<br />

Thermostat) gekoppelt. Der Strahler ist an einen<br />

Dimmer angeschlossen. Dadurch erhöht sich bei<br />

leicht gedimmtem Zustand die Lebensleistung <strong>de</strong>r<br />

Birne erheblich, zum an<strong>de</strong>ren ist es im Sommer oft<br />

nicht nötig, <strong>de</strong>n Strahler voll brennen zu lassen, um<br />

die Vorzugstemperatur zu erreichen. Diese liegt<br />

tagsüber bei 30-31 °C, wobei die Temperaturen<br />

direkt unter <strong>de</strong>m Strahler (15 cm Abstand) bis auf<br />

37 °C ansteigen können. Diese Stelle und die nähere<br />

Umgebung wer<strong>de</strong>n normalerweise von <strong>de</strong>n Tieren,<br />

mit Ausnahme trächtiger Weibchen, gemie<strong>de</strong>n.<br />

Nachts sind Temperaturen von 23-24 °C ausreichend.<br />

In je<strong>de</strong>m Fall müssen die elektrischen Anlagenteile<br />

mittels Drahtkörben o<strong>de</strong>r durchgehen<strong>de</strong>r<br />

Drahtgeflechte vom Bewegungsraum <strong>de</strong>r Tiere<br />

sorgfältig abgetrennt wer<strong>de</strong>n (Verbrennungsgefahr).<br />

Bo<strong>de</strong>nheizungen sind eher schädlich als nützlich,<br />

da hierdurch die kühleren Bereiche aufgehoben<br />

wer<strong>de</strong>n.<br />

Kurzporträt<br />

Morelia viridis (SCHLEGEL, 1872)<br />

Familie: Boidae<br />

Deutscher Name: Grüner Baumpython<br />

Verbreitung: Neuguinea einschließlich<br />

vorgelagerter Inseln und australische<br />

Halbinsel Cape York<br />

Luftfeuchtigkeit<br />

Unbedingt notwendig für eine dauerhaft erfolgreiche<br />

Haltung und Nachzucht ist die permanente<br />

Einhaltung <strong>de</strong>r notwendigen Luftfeuchtigkeit von<br />

70 bis 100 %. Dies erreiche ich durch zweimaliges<br />

tägliches Besprühen (morgens und nachmittags)<br />

mittels Drucksprühgerät. Dabei wer<strong>de</strong>n die Einrichtung<br />

sowie das Tier selbst mit lauwarmem<br />

Wasser eingesprüht.<br />

Einrichtung<br />

Als Einrichtung sind mehrere Buchenäste, die<br />

min<strong>de</strong>stens <strong>de</strong>m Durchmesser <strong>de</strong>r Tiere entsprechen,<br />

horizontal angebracht. Sie sind so angeordnet,<br />

dass die Tiere <strong>de</strong>n vertikalen Wärmegradienten<br />

nutzen können, in<strong>de</strong>m sie wärmere, höher gelegene<br />

Stellen o<strong>de</strong>r kühlere, tiefere Bereiche <strong>de</strong>s Terrariu<strong>ms</strong><br />

wählen. Zu<strong>de</strong>m sind die Terrarien dicht bepflanzt.<br />

Die Pflanzen sind für das Wohlbefin<strong>de</strong>n<br />

<strong>de</strong>r Schlangen unbedingt notwendig. Sie dienen als<br />

Schutz, hinter o<strong>de</strong>r unter <strong>de</strong>m sich die Tiere verbergen<br />

können. Des Weiteren tragen sie zu einem<br />

gesun<strong>de</strong>n Kleinklima bei. Geeignete Pflanzen sind<br />

zum Beispiel verschie<strong>de</strong>ne Gummibaumarten, Drachenbaum,<br />

Efeutute, Schefflera.<br />

Als Bo<strong>de</strong>ngrund verwen<strong>de</strong> ich Blähton (Durchmesser<br />

1-2 cm). Dieser ist relativ keimarm und lässt<br />

sich bei Verunreinigung durch Kot leicht aus <strong>de</strong>m<br />

Terrarium entnehmen, auswaschen und somit wie<strong>de</strong>r<br />

verwen<strong>de</strong>n. Bei <strong>de</strong>r Haltung von Morelia viridis<br />

spielt das Bo<strong>de</strong>nsubstrat ansonsten eine eher untergeordnete<br />

Rolle, da <strong>de</strong>r Bo<strong>de</strong>n nur sehr selten<br />

aufgesucht wird. Dort befin<strong>de</strong>t sich eine Wasserschale,<br />

die etwa ein Drittel <strong>de</strong>r Fläche ausmacht. Da<br />

<strong>de</strong>r Bo<strong>de</strong>n nicht beheizt wird, trägt sie nur minimal<br />

zur Erhöhung <strong>de</strong>r Luftfeuchtigkeit bei. Der eigentliche<br />

Grund, warum ich diese Schale aufstelle, ist<br />

<strong>de</strong>r, dass die Tiere in <strong>de</strong>r Regel ins Wasser abkoten.<br />

13 (2005) Heft 1


Haltung & Nachzucht<br />

34<br />

Die Terrarieneinrichtung wird von einem in <strong>de</strong>n<br />

Ästen angebrachten Wassergefäß, aus <strong>de</strong>m die<br />

Schlangen regelmäßig trinken, vervollständigt. Um<br />

Temperatur und Luftfeuchtigkeit überwachen zu<br />

können, sind ein Hygrometer sowie ein Thermometer<br />

unerlässlich.<br />

Abb. 3. Um <strong>de</strong>n Tieren wie im natürlichen<br />

Lebensraum Rückzugsmöglichkeiten zu<br />

schaffen, sind die Terrarien dicht bepflanzt<br />

und mit horizontal angebrachten<br />

Ästen bestückt<br />

Die Paarungszeit 2003<br />

Paarungsbereitschaft sowie Paarungsaktivitäten<br />

<strong>de</strong>r Tiere fallen in unseren Breitengra<strong>de</strong>n auf die<br />

kühlere Jahreszeit und beginnen im September/<br />

Oktober. Die Paarungsaktivitäten <strong>de</strong>r Männchen<br />

können bis in <strong>de</strong>n April anhalten. Vor <strong>de</strong>m eigentlichen<br />

Zusammensetzen <strong>de</strong>r Geschlechter verkürzte<br />

ich die gewohnte Beleuchtungszeit von zwölfeinhalb<br />

auf zehneinhalb Stun<strong>de</strong>n. Dies geschah<br />

schrittweise innerhalb von zwei Wochen. Die Nachttemperatur<br />

wur<strong>de</strong> in <strong>de</strong><strong>ms</strong>elben Zeitraum um 2 °C<br />

gesenkt. Zusätzlich machten sich in dieser Zeit die<br />

Witterungsbedingungen (Kälteeinbrüche, Tiefdruckgebiete)<br />

in <strong>de</strong>n Räumlichkeiten geringfügig bemerkbar.<br />

Diese Faktoren zusammen genommen<br />

leiteten die Paarungszeit ein. Das Männchen suchte<br />

jetzt verstärkt kühlere Bereiche im unteren Drittel<br />

<strong>de</strong>s Terrariu<strong>ms</strong> auf. Der Rückzug in diese Bereiche<br />

ist offensichtlich notwendig, um zeugungsfähiges<br />

Sperma zu bil<strong>de</strong>n (ROSS & MARZEC 1994). Dann<br />

setzte ich am 14.11.2002 das Männchen (eigene<br />

Nachzucht [NZ] 1996) mit einer Länge von 1,5 m<br />

und einem Gewicht von 1280 g zu einem 1,6 m<br />

langen, 1410 g schweren Weibchen (eigene NZ<br />

1998). Die Tiere wur<strong>de</strong>n zuvor in drei- bis vierwöchigem<br />

Abstand mit einer mittleren Ratte (Gewicht<br />

ca. 90 g) gefüttert. Da <strong>de</strong>r Baumpython eine sehr<br />

inaktive Schlange ist, auf <strong>de</strong>r an<strong>de</strong>ren Seite jedoch<br />

nahezu unersättlich erscheint, muss man sehr aufpassen,<br />

die Tiere nicht zu überfüttern. Fettleibige<br />

Exemplare zeigen wenig Paarungsaktivitäten. Die<br />

besagten Fütterungsintervalle haben sich dabei als<br />

optimal herausgestellt. Ein untrügliches Zeichen für<br />

die Paarungsbereitschaft eines gesun<strong>de</strong>n Männchens<br />

ist die Verweigerung <strong>de</strong>s Futters. Es erfolgen<br />

lediglich heftige Abwehrbisse.<br />

Die letzte Nahrungsaufnahme <strong>de</strong>s Männchens<br />

war am 8.11. erfolgt. Der Zeitpunkt <strong>de</strong>s Zusammensetzens<br />

wur<strong>de</strong> unmittelbar nach <strong>de</strong>r Häutung<br />

<strong>de</strong>s Weibchens am Vortag (13.11.) gewählt. Die<br />

Bemühungen <strong>de</strong>r Männchen fallen dann u<strong>ms</strong>o heftiger<br />

aus. Der Grund dafür sind Pheromone, das<br />

sind von <strong>de</strong>n Weibchen produzierte Sexualduftstoffe,<br />

die aus <strong>de</strong>n Hautdrüsen abgegeben wer<strong>de</strong>n<br />

(COBORN 1992).<br />

Die erste Paarung erfolgte noch in <strong>de</strong>rselben<br />

Nacht. Vor <strong>de</strong>r Paarung kroch das Männchen unablässig<br />

züngelnd über <strong>de</strong>n Rücken <strong>de</strong>s Weibchens.<br />

Mithilfe <strong>de</strong>r Aftersporne (rudimentäre Beinanlagen)<br />

versuchte es, das Weibchen in die geeignete<br />

Position zu bringen, um die Paarung zu vollziehen.<br />

Ist das Weibchen bereit, wird <strong>de</strong>r Kloakenbereich<br />

nach außen gestülpt, sodass <strong>de</strong>r Hemipenis <strong>de</strong>s<br />

Männchens eindringen kann.<br />

Die erste Paarung dauerte bis zum nächsten<br />

Morgen. Die zweite Paarung sah ich am 16. November.<br />

Das Weibchen fraß am 17.11. eine Ratte<br />

und paarte sich am 18.11. gegen ein Uhr zum<br />

dritten Mal. Die nächsten vier Tage konnte ich<br />

keine weiteren Paarungsaktivitäten beobachten. Die<br />

Tiere wur<strong>de</strong>n daher vom 22.11. bis zum 24.11.<br />

getrennt. Erfahrungsgemäß wer<strong>de</strong>n die Männchen<br />

nach einer Trennung von einigen Tagen wie<strong>de</strong>r<br />

aktiver. In dieser Zeit halten sie sich fast ausschließlich<br />

in kühlen Bereichen <strong>de</strong>s Terrariu<strong>ms</strong> auf, so<br />

auch in diesem Fall. Die nächste Paarung erfolgte<br />

dann auch in <strong>de</strong>rselben Nacht <strong>de</strong>s erneuten Zusammensetzens<br />

und weiterhin am 26.11., 27.11., 2.12.<br />

und 3.12.2002. Die nächste Fütterung <strong>de</strong>s Weibchens<br />

erfolgte am 5.12. mit einer Ratte. Das Futter<br />

wur<strong>de</strong> noch spontan angenommen. Weil das Männchen<br />

in die Häutung kam, blieben vorerst weitere<br />

Paarungsaktivitäten aus, und die Tiere wur<strong>de</strong>n am<br />

12.12. getrennt. Am 26.12. häutete sich das Männchen<br />

und wur<strong>de</strong> am 28.12. wie<strong>de</strong>r in das Terrarium<br />

<strong>de</strong>s Weibchens gesetzt. Die nächste Paarung sah ich<br />

am 30. Dezember. Zur letzten Paarung kam es am<br />

8.1.2003. Am 9.1. zeigte das Weibchen keinerlei<br />

Interesse an <strong>de</strong>m angebotenen Futtertier, was ich<br />

als Zeichen für die Trächtigkeit wertete. Weitere<br />

Anzeichen dafür waren in <strong>de</strong>n nächsten Wochen in<br />

Form einer Umfangsvermehrung und einer hormo-<br />

13 (2005) Heft 1


35<br />

Haltung & Nachzucht<br />

kommt es in Ermangelung von geeigneten Plätzen<br />

zur Legenot.<br />

Ich verwen<strong>de</strong> einen zweigeteilten, selbst gefertigten<br />

Brutkasten aus Holz mit <strong>de</strong>n Maßen<br />

25×25×30 cm. <strong>Im</strong> oberen Bereich mit <strong>de</strong>m Schlupfloch,<br />

<strong>de</strong>r als Eiablageplatz dient, wird auf ein<br />

Lochblech eine mit Moos ausgepolsterte Schale<br />

gestellt, die <strong>de</strong>n Innenraum fast völlig ausfüllt.<br />

Darin befin<strong>de</strong>n sich die Fernfühler eines Thermostats<br />

und eines Thermometers (s. Zeichnung).<br />

Abb. 4. Paarung von Morelia viridis<br />

nell bedingten farblichen Verän<strong>de</strong>rung zu beobachten.<br />

In <strong>de</strong>r Regel wer<strong>de</strong>n die Weibchen dunkler bis<br />

hin zu – auch in diesem Fall – auftreten<strong>de</strong>n schwarzen<br />

Schuppen. Diese Verän<strong>de</strong>rung dient möglicherweise<br />

dazu, Wärme effektiver zu absorbieren.<br />

Einzelne Exemplare verfärben sich türkis bis bläulich.<br />

Tiefblaue o<strong>de</strong>r himmelblaue Exemplare kommen<br />

ebenfalls vor, wobei sich die Färbung in <strong>de</strong>r<br />

Regel erst mit zunehmen<strong>de</strong>m Alter und Häufigkeit<br />

<strong>de</strong>r Eiablagen intensiviert. Am 10.1.2003 wur<strong>de</strong>n<br />

die Tiere nach etwa sieben Wochen endgültig getrennt.<br />

Temperatur und Beleuchtungsstun<strong>de</strong>n wur<strong>de</strong>n<br />

innerhalb einer Woche wie<strong>de</strong>r auf <strong>de</strong>n Normalzustand<br />

angehoben. Das Männchen fraß erstmals<br />

wie<strong>de</strong>r am 10.2.2003 und hatte in <strong>de</strong>r gesamten<br />

Fortpflanzungszeit ungefähr 50 g seines Körpergewichts<br />

verloren.<br />

Eiablage und Inkubation<br />

Nach <strong>de</strong>r Trennung wur<strong>de</strong> die Temperatur im<br />

Terrarium <strong>de</strong>s Weibchens auf 32 °C am Tage und<br />

auf 26 °C in <strong>de</strong>r Nacht angehoben. Das Weibchen<br />

suchte nun auch vermehrt Stellen in <strong>de</strong>r Nähe <strong>de</strong>s<br />

Strahlers auf, wo die Temperatur bis auf 34 °C<br />

anstieg.<br />

Am 19.2.2003 häutete sich das Weibchen problemlos.<br />

Aufgrund <strong>de</strong>r erhöhten Temperaturen und<br />

<strong>de</strong>s Aufenthalts in <strong>de</strong>r Nähe <strong>de</strong>s Strahlers versprühte<br />

ich in <strong>de</strong>r Häutungsphase etwa drei- bis<br />

viermal täglich Wasser, weil es ansonsten erfahrungsgemäß<br />

zu Häutungsschwierigkeiten kam.<br />

14 bis 24 Tage, in <strong>de</strong>r Regel zwischen <strong>de</strong>m 19. und<br />

21. Tag vor <strong>de</strong>r Eiablage erfolgte immer eine Häutung.<br />

Danach war es an <strong>de</strong>r Zeit, <strong>de</strong>m trächtigen<br />

Weibchen einen geeigneten Eiablageplatz anzubieten.<br />

Ohne eine geeignete Eiablagemöglichkeit wer<strong>de</strong>n<br />

die Eier von einem Ast abgesetzt, wodurch sie<br />

in <strong>de</strong>r Regel zerstört wer<strong>de</strong>n. <strong>Im</strong> schlim<strong>ms</strong>ten Fall<br />

Der Thermostat wird an <strong>de</strong>n über <strong>de</strong>m Brutkasten<br />

befindlichen Elsteinstrahler angeschlossen, <strong>de</strong>r<br />

während <strong>de</strong>s gesamten Brutgeschäftes primär für<br />

die nötigen Temperaturen sorgt.<br />

Unter <strong>de</strong>m Lochblech befin<strong>de</strong>t sich eine kleine<br />

Heizmatte o<strong>de</strong>r Vogeltränkenheizung (Letztere kann<br />

nur in Verbindung mit einem Dimmer betrieben<br />

wer<strong>de</strong>n, da sie ansonsten zu heiß wird), auf die ich<br />

ein mit Wasser gefülltes Gefäß stelle. Durch die<br />

Verdunstung wird eine dauerhafte Luftfeuchtigkeit<br />

von nahezu 100 % in Verbindung mit regelmäßigem<br />

Versprühen von Wasser im Terrarium erreicht.<br />

Wichtig bei <strong>de</strong>r Inkubation beim Grünen Baumpython<br />

ist, dass die ständig sehr hohe Luftfeuchtigkeit<br />

nicht dazu führen darf, dass das Gelege feucht o<strong>de</strong>r<br />

gar nass wird (ROSS & MARZEC 1994). Dies stellt<br />

gegenüber an<strong>de</strong>ren Pythonarten eine Ausnahme<br />

dar. Bei Weibchen, die in feuchtem Substrat die<br />

Eier bebrüten, treten nekrotisieren<strong>de</strong> Hautinfektionen<br />

auf.<br />

13 (2005) Heft 1


Haltung & Nachzucht<br />

36<br />

Abb. 5. Bis wenige Tage vor <strong>de</strong>r Eiablage<br />

wird <strong>de</strong>r Brutkasten nachts immer wie<strong>de</strong>r<br />

aufgesucht und tagsüber verlassen<br />

Abb. 6. Das Weibchen hat sich unmittelbar<br />

nach <strong>de</strong>r Eiablage um das Gelege gewickelt<br />

und betreibt Brutpflege. <strong>Im</strong> Brutkasten<br />

sind Thermostat, Thermometer sowie<br />

ein Hygrometer angebracht.<br />

Der Brutkasten wird im oberen Bereich <strong>de</strong>s<br />

Terrariu<strong>ms</strong> an <strong>de</strong>r Wand angebracht. Hochgelegene<br />

Plätze im Terrarium wer<strong>de</strong>n bevorzugt angenommen.<br />

Da die Wärmequellen darüber angeordnet<br />

sind, lassen sich die notwendigen Temperaturen,<br />

die im Brutkasten benötigt wer<strong>de</strong>n, an tiefer gelegenen<br />

Stellen auch kaum realisieren. Etwa eine<br />

Woche nach <strong>de</strong>r Häutung wur<strong>de</strong> das trächtige<br />

Weibchen unruhig. Es kroch nachts durch das<br />

gesamte Terrarium auf <strong>de</strong>r Suche nach einem geeigneten<br />

Eiablageplatz. Dieses Verhalten zeigt sich zu<br />

diesem Zeitpunkt bei allen Weibchen. Am 26.2.<br />

wur<strong>de</strong> <strong>de</strong>r Brutkasten erstmalig aufgesucht und in<br />

<strong>de</strong>n folgen<strong>de</strong>n Nächten immer wie<strong>de</strong>r inspiziert.<br />

Tagsüber hielt sich das Weibchen außerhalb <strong>de</strong>s<br />

Kastens auf.<br />

Ab <strong>de</strong>m 10.3. wur<strong>de</strong> <strong>de</strong>r Brutkasten nicht mehr<br />

verlassen. Zur Eiablage kam es in <strong>de</strong>r Nacht vom<br />

11. auf <strong>de</strong>n 12. März. Gegen zehn Uhr umwickelte<br />

das Weibchen sein Gelege, wobei dies vollständig<br />

abge<strong>de</strong>ckt wur<strong>de</strong>. Die Anzahl <strong>de</strong>r Eier war nicht<br />

abzuschätzen. Sofern keine Störung vorliegt und<br />

das Weibchen selbst Brutpflege betreibt, praktiziere<br />

ich grundsätzlich die Naturbrut. <strong>Im</strong> Laufe <strong>de</strong>r Jahre<br />

habe ich damit nur gute Erfahrungen gemacht. Die<br />

durchschnittliche Schlupfrate <strong>de</strong>r Gelege <strong>de</strong>r letzten<br />

zehn Jahre betrug dabei 92,8 %. Entschließt man<br />

sich, einem Brutpflege betreiben<strong>de</strong>n Tier die Eier<br />

wegzunehmen, so riskiert man, dass das Gelege<br />

hierbei teilweise o<strong>de</strong>r ganz zerstört wird.<br />

Die Temperaturen in <strong>de</strong>m Brutkasten lagen am<br />

Tage zwischen 31 und 31,8 °C und in <strong>de</strong>r Nacht bei<br />

29,5-31 °C. Die Luftfeuchtigkeit betrug permanent<br />

über 90 %. Fallen die Werte unter 29 °C zeigen die<br />

Schlangen ein so genanntes thermoregulatorisches<br />

Verhalten. Dies sind Muskelkontraktionen, welche<br />

zur Folge haben, dass die körpereigene Temperatur<br />

angehoben wird. Da dieses Verhalten ab 29 °C<br />

auftritt, ist davon auszugehen, dass niedrigere Temperaturen<br />

sich negativ auswirken. Außer<strong>de</strong>m<br />

schwächt dieses Verhalten die Weibchen unnötig.<br />

Während <strong>de</strong>s gesamten Brutgeschäftes wur<strong>de</strong> das<br />

Gelege nie aufge<strong>de</strong>ckt o<strong>de</strong>r gar verlassen. Sichtkontrollen<br />

fan<strong>de</strong>n täglich statt, in<strong>de</strong>m ich <strong>de</strong>n Brutkasten<br />

kurz öffnete. Dies verhin<strong>de</strong>rt auch, dass sich<br />

in <strong>de</strong>m relativ kleinen Behältnis Stickluft bil<strong>de</strong>t. Die<br />

Inkubationsdauer wird zwischen 48 und 67 Tagen<br />

angegeben (SWITAK 1975, HOLLANDER 1982, HART-<br />

MANN & STEINER 1987, VERGNER 1989). Bei <strong>de</strong>n von<br />

mir beschriebenen Brutbedingungen schlüpften die<br />

Jungtiere immer nach 49-52 Tagen, in <strong>de</strong>r Regel<br />

nach genau 50 Tagen.<br />

Am 29.4.2003 (49. Tag) um sieben Uhr hatten<br />

die ersten drei Jungtiere (soweit ich das sehen<br />

konnte) die Eischale angeschnitten und die Köpfe<br />

herausgestreckt.<br />

Das Weibchen hatte zu <strong>de</strong>m Zeitpunkt die Schlingen<br />

etwas gelockert, sodass ein Teil <strong>de</strong>s Geleges zu<br />

sehen war. Um 16 Uhr waren sechs Jungtiere<br />

komplett geschlüpft. Zu diesem Zeitpunkt entfernte<br />

ich <strong>de</strong>n Brutkasten aus <strong>de</strong>m Terrarium sowie das<br />

Weibchen von <strong>de</strong>m Gelege. Dieses ließ sich relativ<br />

bereitwillig und ohne Gegenwehr vom Gelege herunterheben.<br />

Den zusammenhängen<strong>de</strong>n Eiklumpen<br />

verlagerte ich in einen Inkubator. Das hat <strong>de</strong>n<br />

Vorteil, dass hier die Jungtiere ungestört und unter<br />

13 (2005) Heft 1


37<br />

Haltung & Nachzucht<br />

Beobachtung schlüpfen können. Zu<strong>de</strong>m können die<br />

vollständig geschlüpften Jungtiere problemlos entnommen<br />

wer<strong>de</strong>n. Dies wäre im Beisein <strong>de</strong>s Weibchens<br />

sehr schwierig.<br />

Das Gewicht <strong>de</strong>s Weibchens betrug am<br />

29.4.2003 unmittelbar nach <strong>de</strong>m Entfernen aus <strong>de</strong>m<br />

Brutkasten 970 g. Es hatte also 440 g an Gewicht<br />

verloren, was etwa einem Drittel <strong>de</strong>s Ausgangsgewichts<br />

entspricht. Darüber hinaus machte es aber<br />

einen unversehrten Eindruck.<br />

Am 1. Mai fraß es erstmals wie<strong>de</strong>r eine Ratte,<br />

und am 15.5. häutete sich das Tier problemlos. Die<br />

weitere Fütterung bis heute erfolgte in <strong>de</strong>n bereits<br />

beschriebenen Fütterungsabstän<strong>de</strong>n von drei bis<br />

vier Wochen. Da <strong>de</strong>m Weibchen die Eier überlassen<br />

waren, konnten <strong>de</strong>ren Abmessungen nicht ermittelt<br />

wer<strong>de</strong>n. Angaben aus <strong>de</strong>r vorhan<strong>de</strong>nen Literatur<br />

sind 33,9-42,3 mm Länge bei einem Durchmesser<br />

von 21,5-28,3 mm (WALSH 1977, 1985, RICHTER<br />

1981, VERGNER 1987). Angaben zur Gelegegröße<br />

variieren zwischen zehn und 32 Eiern (WALSH<br />

1977, OLEXA 1979, SWITAK 1975, RICHTER 1981,<br />

VAN RIEL 1981, PILLICH 1982, ZULICH 1984, HART-<br />

MANN & STEINER 1987, VERGNER 1989, MILLIGATE<br />

1991, KIVIT 1992, VERGNER 1994, ROSS & MARZEC<br />

1994, HORTENBACH 1995, SWITAK 1998, WEIER &<br />

VITT 1999).<br />

Am 30.4. waren bis 15 Uhr sämtliche, wie sich<br />

dann herausstellte, 28 Tiere geschlüpft. Alle Jungtiere<br />

waren gelb. Sie hatten eine Länge von 34-<br />

36 cm und eine Masse von 11-14 g.<br />

Etwa 36 Stun<strong>de</strong>n, nach<strong>de</strong>m die ersten Eier angeschnitten<br />

wor<strong>de</strong>n waren, sollten alle Tiere geschlüpft<br />

sein. Öffnet man vital wirken<strong>de</strong> Eier nach diesem<br />

Zeitraum fin<strong>de</strong>t man in <strong>de</strong>r Regel voll entwickelte,<br />

offensichtlich durch Erstickungstod veren<strong>de</strong>te Tiere<br />

vor. Um <strong>de</strong>m vorzubeugen, leiste ich vor Ablauf<br />

dieses Zeitpunktes manuelle Schlupfhilfe.<br />

Aufzucht <strong>de</strong>r Jungtiere<br />

Unmittelbar nach <strong>de</strong>m Schlupf wur<strong>de</strong> je<strong>de</strong>s Jungtier<br />

einzeln in ein geeignetes Aufzuchtterrarium<br />

gesetzt. Die Terrarien unterschei<strong>de</strong>n sich praktisch<br />

nur in <strong>de</strong>r Größe (25×30×40 cm) von <strong>de</strong>nen <strong>de</strong>r<br />

adulten Tiere. <strong>Im</strong>mer vier dieser kleinen „Einzelboxen“<br />

bil<strong>de</strong>n eine Einheit. Der einzige Unterschied<br />

besteht ansonsten in <strong>de</strong>r Beleuchtung: Anstelle von<br />

Strahlern verwen<strong>de</strong> ich in <strong>de</strong>n kleinen Terrarien<br />

Backofenbirnen, die an Dimmer angeschlossen sind.<br />

Die eigentliche Beleuchtung erfolgt über eine<br />

Leuchtstoffröhre. Die Terrarien sind auch entsprechend<br />

bepflanzt. Die Temperatur beträgt tagsüber<br />

30 °C im oberen Drittel; nach unten fallen die Werte<br />

auf 25 °C ab und nachts wer<strong>de</strong>n 23 °C erreicht. Als<br />

Bo<strong>de</strong>ngrund verwen<strong>de</strong> ich wie bei <strong>de</strong>n adulten<br />

Tieren ebenfalls Blähton. Die Luftfeuchtigkeit wird<br />

Abb. 7. Sobald die ersten Eier von <strong>de</strong>n<br />

Jungtieren angeschnitten wer<strong>de</strong>n, lockert<br />

das Weibchen seine Schlingen<br />

Abb. 8. Um einen Überblick von <strong>de</strong>m Gelege<br />

zu bekommen, wird das Weibchen von <strong>de</strong>n<br />

Eiern entfernt<br />

Abb. 9. <strong>Im</strong> Inkubator können die Jungtiere<br />

ungestört und unter kontrollierten Bedingungen<br />

schlüpfen<br />

13 (2005) Heft 1


Haltung & Nachzucht<br />

38<br />

durch täglich zweimaliges Besprühen aufrechterhalten.<br />

Dabei ist es wichtig, die kleinen Schlangen<br />

selbst auch anzusprühen. Die anhaften<strong>de</strong>n Wassertropfen<br />

wer<strong>de</strong>n von ihnen aufgenommen. Eine<br />

Wasserschale am Bo<strong>de</strong>n sowie Thermometer und<br />

Hygrometer vervollständigen die Einrichtung.<br />

Die erste Häutung erfolgte zwischen <strong>de</strong>m 12.5.<br />

und 18.5.2003. Bis dahin zehren die Jungschlangen<br />

von <strong>de</strong>n Nährstoffen <strong>de</strong>s Dottersackes. Ein bis zwei<br />

Tage nach <strong>de</strong>r Häutung bot ich erstmalig Futter in<br />

Form von neu geborenen Mäusen an. Die ersten<br />

Fütterungen beim Grünen Baumpython sind oftmals<br />

ein Problem. Die Nahrung wird von einer Vielzahl<br />

<strong>de</strong>r Jungtiere verweigert. Der Grund für die Futterverweigerung<br />

ist offensichtlich im Zusammenhang<br />

Abb. 10. Nach <strong>de</strong>m Schlupf wer<strong>de</strong>n die<br />

Jungtiere einzeln in geeignete Aufzuchtbecken<br />

gesetzt<br />

mit <strong>de</strong>r Nahrung in ihrem natürlichen Lebensraum<br />

zu suchen. Hier ernähren sich die Tiere in erster<br />

Linie von Amphibien und kleinen Reptilien. SWI-<br />

TAK (1975) konnte beobachten, wie Jungtiere in<br />

freier Natur kleine Echsen erbeuteten. Dies bestätigen<br />

auch Untersuchungen <strong>de</strong>s Mageninhaltes juveniler<br />

Exemplare (MCDOWELL 1975). Die Nahrungsu<strong>ms</strong>tellung<br />

auf warmblütige Tiere erfolgt erst<br />

später. Mit viel Geduld und Fingerspitzengefühl<br />

bekommt man jedoch die meisten Exemplare ans<br />

Futter. Hierbei halte ich eine tote Maus mit <strong>de</strong>r<br />

Pinzette vor das Maul <strong>de</strong>r Schlange o<strong>de</strong>r reize sie<br />

durch Berührungen so weit, dass sie zubeißt. Da<br />

die Jungtiere in aller Regel äußerst aggressiv sind,<br />

ist dies <strong>de</strong>r leichteste Teil. Die Maus biete ich dabei<br />

so an, dass sich beim Zubeißen <strong>de</strong>r Kopf möglichst<br />

weit im Rachenraum <strong>de</strong>r Schlange befin<strong>de</strong>t. Sollte<br />

das Futtertier danach festgehalten wer<strong>de</strong>n, darf man<br />

sich selbst unter keinen U<strong>ms</strong>tän<strong>de</strong>n bewegen. Je<strong>de</strong><br />

Bewegung hat ein Fallenlassen <strong>de</strong>r Beute zur Folge.<br />

Wenn man Glück hat, setzt <strong>de</strong>r Schluckreflex ein,<br />

und die Maus wird verschlungen. An<strong>de</strong>rnfalls muss<br />

die Prozedur wie<strong>de</strong>rholt wer<strong>de</strong>n. Oftmals ist dies<br />

mehrfach mit Pausen von einigen Tagen notwendig,<br />

bis man schließlich zum Erfolg kommt. Wur<strong>de</strong>n<br />

die Futtertiere einmal angenommen, bereiten<br />

die weiteren Fütterungen keine größeren Schwierigkeiten<br />

mehr. Ganz hartnäckige Tiere müssen in<br />

letzter Konsequenz zwangsernährt wer<strong>de</strong>n. Damit<br />

sollte man jedoch fünf bis sechs Wochen, ab <strong>de</strong>r<br />

ersten Häutung gerechnet, warten.<br />

Von <strong>de</strong>n 28 Jungtieren fraßen 27 Tiere nach <strong>de</strong>n<br />

besagten Anfangsschwierigkeiten in <strong>de</strong>n ersten drei<br />

bis vier Wochen spontan. Lediglich ein Tier wur<strong>de</strong><br />

am 20. Juni einmalig gestopft. Bei <strong>de</strong>r nächsten<br />

Fütterung am 27.6. ging es dann ebenfalls spontan<br />

ans Futter.<br />

Beson<strong>de</strong>rs wichtig ist bei <strong>de</strong>n Jungtieren die<br />

konsequente Einzelhaltung. Die Jungschlangen<br />

beißen in <strong>de</strong>r Regel nach allem, was sich bewegt.<br />

Befin<strong>de</strong>n sich mehrere Tiere in einem Terrarium,<br />

kommt es meistens während o<strong>de</strong>r nach <strong>de</strong>n Fütterungen<br />

zu heftigen Beißereien, die unbemerkt oft<br />

tödlich en<strong>de</strong>n.<br />

Eine weitere Schwierigkeit in <strong>de</strong>n ersten drei<br />

Lebensmonaten sind die bei Morelia viridis lei<strong>de</strong>r<br />

häufig auftreten<strong>de</strong>n Darmvorfälle. Warum diese bei<br />

einem Teil <strong>de</strong>r Jungtiere auftreten, ist bislang weitgehend<br />

ungeklärt. Meiner Einschätzung nach spielen<br />

hierbei weniger die Haltungsbedingungen als<br />

vielmehr die Art und Größe <strong>de</strong>s Futters die entschei<strong>de</strong>n<strong>de</strong><br />

Rolle. Da Mäuse ohnehin nicht die<br />

natürliche Nahrung <strong>de</strong>r Neonaten sind, kann es in<br />

Verbindung mit zu großen Futtertieren zu einer<br />

Überfor<strong>de</strong>rung <strong>de</strong>s Magen-Darmtraktes kommen.<br />

Das könnte die Erklärung dafür sein, dass<br />

insbeson<strong>de</strong>re die Tiere betroffen sind, die von<br />

Anfang an spontan fressen. Bei diesen Tieren sucht<br />

man nicht bewusst äußerst kleine Mäuse heraus, so<br />

wie das auf Tiere zutrifft, die gestopft wer<strong>de</strong>n o<strong>de</strong>r<br />

schlecht ans Futter gehen. Diese Vermutung ist<br />

jedoch wissenschaftlich nicht belegt und bedarf<br />

noch längerer Beobachtungszeit. Nach<strong>de</strong>m ich<br />

allerdings seit drei Jahren bei unverän<strong>de</strong>rten Haltungsbedingungen<br />

konsequent darauf achte, dass<br />

je<strong>de</strong>s Tier in <strong>de</strong>n ersten Monaten nur die kleinsten<br />

Mäuse erhält, sind die Darmvorfälle drastisch zurückgegangen<br />

(2004 bis auf null).<br />

Glücklicherweise lassen sich die Darmvorfälle<br />

relativ einfach behan<strong>de</strong>ln, sofern sie rechtzeitig<br />

ent<strong>de</strong>ckt wer<strong>de</strong>n. Mehrfache tägliche Sichtkontrollen<br />

sind daher nötig. Die betroffenen Tiere fallen<br />

relativ leicht auf, weil <strong>de</strong>r Schwanz bis über <strong>de</strong>n<br />

Kloakenbereich lang vom Ast herunterhängt. Nach<strong>de</strong>m<br />

<strong>de</strong>r vorgefallene Teil mit steriler physiologi-<br />

13 (2005) Heft 1


39<br />

Haltung & Nachzucht<br />

scher Kochsalz- o<strong>de</strong>r Ringerlösung abgespült wur<strong>de</strong>,<br />

wird er mithilfe eines stumpfen Gegenstan<strong>de</strong>s<br />

(abgerun<strong>de</strong>tem Metall-, Holz- o<strong>de</strong>r Glasstab) vorsichtig<br />

manuell reponiert. Ist das Organ angeschwollen,<br />

kann es hilfreich sein, han<strong>de</strong>lsüblichen<br />

Zucker darüber zu streuen bis die Schwellung<br />

etwas abgeklungen ist. Vor <strong>de</strong>r Reposition muss<br />

<strong>de</strong>r Zucker wie<strong>de</strong>r mit steriler Flüssigkeit abgewaschen<br />

wer<strong>de</strong>n (KÖHLER 1996). Danach ist eine<br />

Futterpause von zwei Wochen einzuhalten. Tiere<br />

mit problematischen Vorfällen o<strong>de</strong>r bereits dunkelrot<br />

bis schwarz verfärbten Därmen müssen umgehend<br />

in tierärztliche Behandlung. Solange nackte<br />

Mäuse verfüttert wer<strong>de</strong>n, ist <strong>de</strong>r Kot breiartig bis<br />

zähflüssig. Das ist normal und bedarf keiner Behandlung.<br />

Sobald behaarte Futtertiere gefressen<br />

wer<strong>de</strong>n, wird auch die Konsistenz <strong>de</strong>r Ausscheidungen<br />

fester. Ich protokollierte für je<strong>de</strong>s Tier in<br />

einem Erfassungsbogen die Fütterungsintervalle,<br />

die Größe <strong>de</strong>r Futtertiere und <strong>de</strong>ren Anzahl sowie<br />

die Häutungsabstän<strong>de</strong> und sonstige Bemerkungen.<br />

Alle Nachzuchten wur<strong>de</strong>n nach einem festen Schema<br />

gefüttert. Die Nachzuchttiere wuchsen mit nur<br />

minimalen Abweichungen von ihrer anfänglichen<br />

Länge von etwa 35 cm innerhalb eines Jahres auf<br />

67 cm heran. Die Körpermasse steigerte sich im<br />

selben Zeitraum von 14 g auf 86 g. In dieser Zeit<br />

fan<strong>de</strong>n etwa 30 Fütterungen mit ebenso vielen<br />

Futtertieren angepasster Größe statt. Grundsätzlich<br />

gilt, dass die Tiere in allen Altersstufen bis hin zu<br />

adulten Exemplaren erst nach <strong>de</strong>m Kotabsatz gefüttert<br />

wer<strong>de</strong>n. Um Häutungsschwierigkeiten zu vermei<strong>de</strong>n,<br />

füttere ich auch in dieser Zeit nicht, selbst<br />

wenn sich dadurch die gewohnte Zeitspanne zwischen<br />

<strong>de</strong>n Fütterungen verlängert. Zu Häutungen<br />

kam es sehr regelmäßig alle zwei Monate. Alle 28<br />

Tiere wur<strong>de</strong>n bis zur Abgabe in an<strong>de</strong>re Hän<strong>de</strong><br />

beziehungsweise bis heute ohne Verluste aufgezogen.<br />

Die in meinem Besitz verbliebenen sechs Tiere<br />

sind im Alter von nun 14 Monaten noch nicht<br />

komplett umgefärbt. Der ontogenetische Farbwechsel<br />

setzt mit sechs bis acht Monaten ein. Die völlige<br />

Umfärbung ist von Tier zu Tier individuell verschie<strong>de</strong>n<br />

und unabhängig von <strong>de</strong>r Futtermenge.<br />

Geschlechtsmerkmale und Geschlechtsverteilung<br />

Beim Grünen Baumpython lassen sich keine<br />

<strong>de</strong>finitiven Aussagen zum Geschlecht anhand von<br />

äußerlichen Merkmalen wie beispielsweise Länge<br />

<strong>de</strong>r Aftersporne, Färbung, Gewicht, Gesamt- o<strong>de</strong>r<br />

Schwanzlängen treffen. Um Gewissheit über das<br />

Geschlecht zu erlangen, müssen die Tiere sondiert<br />

wer<strong>de</strong>n. Dabei lässt sich die Son<strong>de</strong> bei <strong>de</strong>n Männchen<br />

bis zur neunten o<strong>de</strong>r zehnten Schuppe (Subcaudale)<br />

<strong>de</strong>r Hemipenistasche, bei <strong>de</strong>n Weibchen<br />

nur bis zur zweiten Schuppe <strong>de</strong>r Hemiklitoristasche<br />

vorschieben. Die hiermit verbun<strong>de</strong>nen<br />

Verletzungsrisiken<br />

(Weichteilverletzungen an<br />

<strong>de</strong>n Geschlechtsorganen o<strong>de</strong>r<br />

-taschen mit einhergehen<strong>de</strong>r<br />

Unfruchtbarkeit, Verlagerung<br />

von Schwanzwirbeln)<br />

sind jedoch bei Jungtieren<br />

Abb. 11. Ein zehn Monate<br />

altes Jungtier frisst einen<br />

Springer. Die Fütterungsintervalle<br />

betragen<br />

in diesem Alter etwa<br />

zehn bis vierzehn Tage<br />

unter zwölf Monaten zu hoch. Nach diesem Zeitraum<br />

habe ich zehn Tiere aus <strong>de</strong>m Gelege sondiert.<br />

Von weiteren acht Tieren wur<strong>de</strong> mir das Geschlecht<br />

mitgeteilt. Hierbei stellte sich heraus, dass die Geschlechterverteilung<br />

nahezu ausgewogen war, nämlich<br />

acht Männchen und zehn Weibchen. Da mir die<br />

Ergebnisse <strong>de</strong>r verbleiben<strong>de</strong>n zehn Exemplare<br />

zurzeit nicht bekannt sind, steht eine endgültige<br />

Evaluierung noch aus. Die Inkubationstemperatur<br />

scheint jedoch meines Erachtens für die Geschlechterverteilung<br />

nicht relevant zu sein. Die Geschlechts-<br />

13 (2005) Heft 1


Haltung & Nachzucht<br />

40<br />

reife von Morelia viridis stellt sich bei <strong>de</strong>n Männchen<br />

mit zweieinhalb, bei <strong>de</strong>n Weibchen mit etwa<br />

dreieinhalb Jahren ein.<br />

Schlussbemerkung<br />

Bei<strong>de</strong> Elterntiere erhielten bis heute keinerlei<br />

Vitamingaben. Voraussetzung für eine erfolgreiche<br />

Nachzucht beim Grünen Baumpython sind vor<br />

allem gut eingewöhnte, stressfreie und gesun<strong>de</strong><br />

Tiere. Es scheint mir vorteilhaft zu sein, frühestens<br />

ein Jahr nach Beginn <strong>de</strong>r Geschlechtsreife mit <strong>de</strong>n<br />

Zuchtversuchen zu beginnen. Insbeson<strong>de</strong>re die<br />

Weibchen erreichen offenbar erst ab diesem Zeitpunkt<br />

die optimale Zuchtkondition, wobei nicht<br />

allein die Masse <strong>de</strong>s Tieres entschei<strong>de</strong>nd ist. Um<br />

auch bei nachfolgen<strong>de</strong>n Zuchtversuchen gute Ergebnisse<br />

zu erzielen und Problemen vorzubeugen,<br />

wirken sich insbeson<strong>de</strong>re bei <strong>de</strong>n Weibchen Zuchtpausen<br />

von eineinhalb Jahren (ab <strong>de</strong>m letzten<br />

Schlupfzeitpunkt gerechnet) positiv aus.<br />

Dank<br />

Mein Dank gilt meiner Frau SONJA WEIER, die<br />

mir seit nunmehr fast 20 Jahren bei meinem Hobby<br />

in allen Dingen hilfreich und vor allem immer<br />

tolerant zur Seite steht.<br />

Schriften<br />

COBORN, J. (1992): Boas & Pythons und an<strong>de</strong>re<br />

Schlangen. – Kollnburg (Be<strong>de</strong>): 190 S.<br />

HARTMANN, P. & B. STEINER (1987): Breeding results.<br />

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Zucht und Pflege. – Ruhmannsfel<strong>de</strong>n (Be<strong>de</strong>),<br />

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python. – Ziva, 37(5): 230-232.<br />

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WEIER, M. & R. VITT (1999): Der Grüne Baumpython.<br />

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Chondropython viridis with emphasis on maternal<br />

incubation of the eggs. – S. 114-118 in<br />

MCKEOWN, S. & F. CAPORASO (Hrsg.): 8 th annual<br />

international herpotological symposium on captive<br />

propagation and husbandry.<br />

Autor<br />

MARKUS WEIER<br />

Winterscheid 13<br />

D-51709 Marienhei<strong>de</strong>/Erlinghagen<br />

13 (2005) Heft 1


Anmeldung<br />

eines Vortrags/Posters<br />

zur <strong>DGHT</strong>-Jahrestagung<br />

vom 7. bis 11. September 2005 in Lörrach<br />

(Do. Wissenschaftstag, Fr. & Sa. Terrarianertage, So. Thementag)<br />

Name <strong>de</strong>r Autorin/<strong>de</strong>s Autors<br />

Anschrift<br />

E-Mail-Adresse<br />

Titel <strong>de</strong>s Vortrags/Posters (bitte Zutreffen<strong>de</strong>s ankreuzen): Vortrag Poster<br />

Erfor<strong>de</strong>rliche technische Ausstattung (bitte kreuzen Sie die nötigen Geräte an):<br />

Diaprojektor ( Doppelprojektion) Overheadprojektor<br />

Vi<strong>de</strong>orekor<strong>de</strong>r<br />

Vi<strong>de</strong>o-/Computerbeamer<br />

Kassettenrekor<strong>de</strong>r<br />

CD-Player<br />

weitere Geräte (bitte angeben):<br />

Hinweise:<br />

Vortragsdauer 30 Minuten (inklusive Diskussionszeit) – bitte bei <strong>de</strong>r Vortragsvorbereitung beachten!<br />

Falls ausnah<strong>ms</strong>weise eine Vortragsdauer von 60 Minuten erfor<strong>de</strong>rlich sein sollte, bitten wir um<br />

Rücksprache mit <strong>de</strong>r Geschäftsstelle (Tel. 02225-70 33 33, E-Mail: gs@dght.<strong>de</strong>).<br />

Der Vortragstag wird von <strong>de</strong>r <strong>DGHT</strong> festgelegt. Sie wer<strong>de</strong>n von uns im Juli schriftlich über <strong>de</strong>n<br />

genauen Vortragstermin informiert. Etwaige Wünsche bitte angeben.<br />

Die Anmeldung bitte unbedingt bis zum 11. April 2005 zurückschicken an:<br />

<strong>DGHT</strong>-Geschäftsstelle, Postfach 1421, D-53351 Rheinbach, E-Mail: (gs@dght.<strong>de</strong>).<br />

Für die nachträgliche Einsendung <strong>de</strong>r Zusammenfassung, die auch in Englisch und mit Bil<strong>de</strong>rn möglich<br />

ist, können Sie sich bis 31. Mai 2005 Zeit lassen.<br />

Datum und Unterschrift


Nutzen Sie das Informationsangebot<br />

für <strong>DGHT</strong>-Mitglie<strong>de</strong>r (kostenfreies Zusatzabo!)<br />

Seit 2001 können Mitglie<strong>de</strong>r <strong>de</strong>r <strong>DGHT</strong> zusätzlich zu <strong>de</strong>n bereits im Mitgliedsbeitrag<br />

enthaltenen Zeitschriften „Salamandra“, „elaphe“ und „AnzeigenJournal“<br />

nach eigenem Wunsch weitere Fachzeitschriften abonnieren. Das Abo einer<br />

Zeitschrift ist kostenfrei, je<strong>de</strong>s weitere wird mit 5,– & berechnet.<br />

Bitte wählen Sie: Wenn Sie bisher keine Zusatzzeitschrift bezogen haben,<br />

kreuzen Sie Ihre Wünsche unten an. Wenn Sie umbestellen möchten (je<strong>de</strong>rzeit<br />

möglich), stornieren Sie einfach Ihre bisherige Auswahl und treffen eine neue.<br />

Wir bitten Sie, dieses Formular an die <strong>DGHT</strong>-Geschäftsstelle, Postfach 1421,<br />

D-53351 Rheinbach o<strong>de</strong>r Fax 02225-703338 zu schicken. Ein entsprechen<strong>de</strong>s<br />

Formular fin<strong>de</strong>n Sie auch im Internet unter <strong>www</strong>.dght.<strong>de</strong> im Mitglie<strong>de</strong>rbereich.<br />

Name Vorname Mitgliedsnummer<br />

Eine <strong>de</strong>r folgen<strong>de</strong>n Fachzeitschriften ist kostenfrei, je<strong>de</strong> weitere kostet<br />

5 &. Bitte kreuzen Sie Ihre Wünsche an:<br />

RADIATA – Zeitschrift <strong>de</strong>r <strong>DGHT</strong>-AG Schildkröten<br />

RADIATA – „English Edition“<br />

DIE EIDECHSE – Zeitschrift <strong>de</strong>r <strong>DGHT</strong>-AG Lacerti<strong>de</strong>n<br />

IGUANA – Zeitschrift <strong>de</strong>r <strong>DGHT</strong>-AG Leguane und <strong>DGHT</strong>-AG Agamen<br />

amphibia – Zeitschrift <strong>de</strong>r <strong>DGHT</strong>-AGs Anuren und Uro<strong>de</strong>la<br />

„Sekretär“ – Zeitschrift <strong>de</strong>r <strong>DGHT</strong>-AG Literatur und Geschichte <strong>de</strong>r<br />

Herpetologie und Terrarienkun<strong>de</strong><br />

Bitte ersetzen Sie meine bisherige Abowahl durch die Auswahl, die<br />

ich auf diesem Formular getroffen habe.


Jahresbeitrag 2005 – bitte bis 31.3.2005 überweisen<br />

Liebe Mitglie<strong>de</strong>r,<br />

wenn Sie sich entschie<strong>de</strong>n haben, <strong>de</strong>n Beitrag weiterhin per Überweisung zu zahlen, liegt<br />

<strong>de</strong>r entsprechen<strong>de</strong> Überweisungsträger diesem Heft bei. Bitte zahlen Sie <strong>de</strong>n Jahresbeitrag<br />

2005 bis spätestens 31. März, da uns das Versen<strong>de</strong>n von Zahlungserinnerungen und <strong>de</strong>r<br />

Nachversand <strong>de</strong>r Zeitschriften sehr viel Mühe und Kosten bereitet.<br />

Hinweise für Mitglie<strong>de</strong>r in Deutschland<br />

Viele unserer Mitglie<strong>de</strong>r aus Deutschland haben uns inzwischen eine Einzugsermächtigung<br />

erteilt. Dieses Verfahren spart Arbeitszeit und hilft Fehler bei <strong>de</strong>r Buchung zu vermei<strong>de</strong>n.<br />

Schicken Sie uns bitte eine formlose Erklärung unter Angabe Ihrer Bankverbindung, mit <strong>de</strong>r<br />

Sie uns <strong>de</strong>n Bankeinzug gestatten, falls Sie noch nicht am Einzugsverfahren teilnehmen.<br />

Schüler, Auszubil<strong>de</strong>n<strong>de</strong>, Wehr-/Ersatzdienstleisten<strong>de</strong>, Stu<strong>de</strong>nten und Arbeitslose, die älter als<br />

18 Jahre sind, können <strong>de</strong>n ermäßigten Beitrag nur in Anspruch nehmen, wenn sie – jährlich<br />

neu – einen entsprechen<strong>de</strong>n Nachweis an die Geschäftsstelle schicken. In diesem Fall kann<br />

<strong>de</strong>r aufgedruckte Beitrag auf <strong>de</strong>m Überweisungsträger handschriftlich korrigiert wer<strong>de</strong>n.<br />

In Deutschland steuerpflichtige Mitglie<strong>de</strong>r können Zuwendungen an die <strong>DGHT</strong> steuerlich<br />

absetzen (dies gilt für <strong>de</strong>n Jahresbeitrag zzgl. gegebenenfalls weiterer Spen<strong>de</strong>n, gemäß<br />

Bescheid Finanzamt St. Augustin vom 13.09.2001 – St.Nr. 222-5733-0720). Bitte nutzen Sie<br />

hierzu die folgen<strong>de</strong> Seite.<br />

60 & o<strong>de</strong>r 92 sfr = Regelbeitrag<br />

35 & o<strong>de</strong>r 54 sfr = ermäßigter Beitrag gegen Nachweis (je<strong>de</strong>s Jahr neu zu erbringen!)<br />

65 & o<strong>de</strong>r 100 sfr = Familienbeitrag<br />

Hinweis für Mitglie<strong>de</strong>r in <strong>de</strong>r Schweiz und in Österreich<br />

Die <strong>DGHT</strong>-Geschäftsstelle verschickt <strong>de</strong>n gewohnten Zahlschein mit <strong>de</strong>r Post, ein Bankeinzugsverfahren<br />

ist nicht möglich.<br />

Hinweis für Mitglie<strong>de</strong>r in <strong>de</strong>n Nie<strong>de</strong>rlan<strong>de</strong>n<br />

Wen<strong>de</strong>n Sie sich bitte an Herrn Dirk Broodman, Albert Campusplaats 288, 3069 BR<br />

Rotterdam, Tel. 010-4208660, <strong>de</strong>r <strong>de</strong>n Beitrag in einer Sammelüberweisung an uns weiterleitet.<br />

Hinweis für Mitglie<strong>de</strong>r aus an<strong>de</strong>ren Län<strong>de</strong>rn<br />

Mitglie<strong>de</strong>r aus an<strong>de</strong>ren Län<strong>de</strong>rn, außer EU-Län<strong>de</strong>rn und <strong>de</strong>r Schweiz zahlen am besten per<br />

Kreditkarte.<br />

Notice for our members abroad – membership fee 2005<br />

Members from other countries than EU-countries and Switzerland should pay with their credit<br />

card.


¬<br />

¬<br />

¬<br />

¬<br />

Spen<strong>de</strong>nbescheinigung für das Jahr 2005<br />

Es wird hiermit bestätigt, dass oben genannte Person <strong>de</strong>r Deutschen Gesellschaft für<br />

Herpetologie <strong>de</strong>n Mitgliedsbeitrag zugewen<strong>de</strong>t hat.<br />

Wir sind wegen För<strong>de</strong>rung wissenschaftlicher Zwecke laut <strong>de</strong>m Freistellungsbescheid<br />

<strong>de</strong>s Finanzamtes Sankt Augustin StNr. 222/5733/0720 vom 13. September 2001 als<br />

gemeinnützig anerkannt und nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 <strong>de</strong>s Körperschaftssteuergesetzes von<br />

<strong>de</strong>r Körperschaftssteuer befreit.<br />

– hier bitte Zahlungsbeleg o<strong>de</strong>r Kontoauszug einkleben und<br />

mit <strong>de</strong>r Einkommenssteuererklärung 2005 bei Ihrem Finanzamt einreichen –


45<br />

Natur- und Artenschutz<br />

Detlef Münch<br />

Regenrückhaltebecken als Ersatzlebensräume<br />

für Kreuzkröte und Teichfrosch<br />

Gemeinsam mit <strong>de</strong>r Abteilung Wasserwirtschaft im Dortmun<strong>de</strong>r Tiefbauamt<br />

(Stadtamt 66/3), <strong>de</strong>r Unteren Landschaftsbehör<strong>de</strong> (ULB) <strong>de</strong>s Dortmun<strong>de</strong>r<br />

Umweltamtes, <strong>de</strong>s Lippeverban<strong>de</strong>s (LV) und <strong>de</strong>m Bildungszentrum<br />

für die Entsorgungs- und Wasserwirtschaft (BEZ) engagiere ich mich<br />

als Amphibienschutzbeauftragter <strong>de</strong>s <strong>DGHT</strong>-Lan<strong>de</strong>sverban<strong>de</strong>s NRW in <strong>de</strong>n<br />

letzten Jahren verstärkt für <strong>de</strong>n Schutz <strong>de</strong>r in <strong>de</strong>r Bun<strong>de</strong>sartenschutzverordnung<br />

als vom Aussterben bedroht aufgeführten und in Dortmund stark gefähr<strong>de</strong>ten<br />

Kreuzkröte Bufo calamita auf Industriebrachen (MÜNCH 2001) und in<br />

Regenrückhaltebecken (MÜNCH 2002). Hier stelle ich aus MÜNCH 2004 beispielhafte<br />

Maßnahmen vor und berichte über die allgemeine Be<strong>de</strong>utung von<br />

Regenrückhaltebecken für die Herpetofauna unter beson<strong>de</strong>rer Berücksichtigung<br />

<strong>de</strong>r Kreuzkröte.<br />

Herpetologische Be<strong>de</strong>utung von Regenrückhaltebecken<br />

In Dortmund sind zwölf Regenrückhaltebecken<br />

(RRB) untersucht wor<strong>de</strong>n, die naturnah gestaltet<br />

und nicht durch eine schlechte Wasserqualität be-<br />

Alle RRB wur<strong>de</strong>n anfangs vom Teichfrosch<br />

besie<strong>de</strong>lt, 50% jeweils von Kreuzkröte, Grasfrosch<br />

und Teichmolch sowie 42% vom Bergmolch. Für<br />

die Kreuzkröte in Dortmund haben RRB eine herausragen<strong>de</strong><br />

Be<strong>de</strong>utung, da sie neben Industriebra-<br />

Abb. 1. Die Kreuzkröte – Leitart für<br />

Pflege- und Biotopmanagement von RRB<br />

Abb. 2. Der Teichfrosch – Charakterart in<br />

dauerbespannten RRB<br />

einträchtigt sind. Die Untersuchungen fan<strong>de</strong>n ein<br />

Jahr nach Errichtung sowie in <strong>de</strong>n nachfolgen<strong>de</strong>n<br />

Jahren statt. Darunter, nach aktueller herpetologischer<br />

Be<strong>de</strong>utung aufgelistet, die RRB Scharnhorst,<br />

Pfer<strong>de</strong>bachtal, Eichlinghofen, Feineisenstrasse,<br />

Hafen Achenbach, Hal<strong>de</strong> Ellinghausen Süd, Menglinghausen,<br />

Gneisenau Süd sowie die heute weitgehend<br />

amphibienfreien RRB Rahmkebachtal, Roßbach<br />

Marten, Hauert und Nathebachtal.<br />

chen (20%) und Hal<strong>de</strong>n (20%) die wichtigsten<br />

(40%) o<strong>de</strong>r sogar die letzten übrig gebliebenen<br />

Lebensräume für diese Art darstellen. Auch für die<br />

an<strong>de</strong>ren vorkommen<strong>de</strong>n Amphibienarten haben<br />

RRB beson<strong>de</strong>rs als Ersatzlaichgewässer eine große<br />

Be<strong>de</strong>utung, die vergleichbar mit <strong>de</strong>r eines größeren<br />

naturnah angelegten Gartenteiches ist. RRB können<br />

somit wichtige Ersatzlebensräume für Amphibien<br />

darstellen, <strong>de</strong>ren Laichgewässer in einer Großstadt<br />

13 (2005) Heft 1


Natur- & Artenschutz<br />

46<br />

Abb. 3. Aufschüttungen von Sand und<br />

Schotter in RRB schaffen vegetationsund<br />

nährstoffarme Landhabitate<br />

aufgrund mannigfaltiger Nutzungskonkurrenzen<br />

bekanntermaßen stark reduziert sind.<br />

Durch Verschlechterung <strong>de</strong>r Wasserqualität mit<br />

Veralgung und Verschlammung sind heute allerdings<br />

20% <strong>de</strong>r vor einigen Jahren noch von Teichund<br />

Grasfrosch sowie Teich- und Bergmolch besie<strong>de</strong>lten<br />

RRB wie<strong>de</strong>r amphibienfrei, während<br />

weitere 20% ihren Artenreichtum u.a. mit <strong>de</strong>r Kreuzkröte<br />

nur durch Biotopmanagementmaßnahmen<br />

aufrecht erhalten konnten.<br />

Die in Dortmund begutachteten RRB lassen sich<br />

nach ihrer herpetologischen Be<strong>de</strong>utung bezüglich<br />

<strong>de</strong>s Artenreichtu<strong>ms</strong>, <strong>de</strong>r Abundanzen und <strong>de</strong>s Seltenheitsgrads<br />

(LÖBF 1999) <strong>de</strong>r dort nachgewiesenen<br />

Amphibienarten beziehungsweise <strong>de</strong>r aufgrund ähnlicher<br />

Habitatpräferenzen dort ebenfalls potenziell<br />

vorkommen<strong>de</strong>n Arten in fünf herpetologische Wertkategorien<br />

einteilen:<br />

• RRB Typ I: temporäres, vegetationsarmes, sonnenexponiertes<br />

Gewässer (z.B. Pfütze, Lache, Blänke,<br />

Wagenspur, Tümpel, Graben). Charakterart:<br />

Kreuzkröte. Weitere potenzielle Arten: Gelbbauchunke,<br />

Wechselkröte, Geburtshelferkröte, Knoblauchkröte,<br />

Rotbauchunke.<br />

• RRB Typ II: perennieren<strong>de</strong>s, eutrophes, sonnenexponiertes<br />

Gewässer (z.B. Teich, Graben, See).<br />

Charakterart: Grünfrösche (Teich-, See-, kleiner<br />

Wasserfrosch). Weitere Arten: Teichmolch, Fa<strong>de</strong>nmolch<br />

(potenziell), Grasfrosch. Bei Vorhan<strong>de</strong>nsein<br />

submerser Vegetation potenziell möglich: Kammmolch.<br />

Bei Vorhan<strong>de</strong>nsein vertikaler Vegetationsstrukturen<br />

potenziell möglich: Laubfrosch.<br />

• RRB Typ III: perennieren<strong>de</strong>s, eutrophes, schattiges<br />

Gewässer. Charakterart: Grasfrosch. Weitere<br />

Arten: Bergmolch, Erdkröte.<br />

• RRB Typ IV: temporäres, schattiges Gewässer.<br />

Charakterart: Keine. Weitere Arten: Keine.<br />

• RRB Typ V: hypertrophes, veralgtes und verschlammtes<br />

Gewässer. Charakterart: Keine. Weitere<br />

Arten: Keine.<br />

Biozönotisches Leitartpotenzial <strong>de</strong>r<br />

Kreuzkröte<br />

Die Kreuzkröte Bufo calamita (LAURENTI 1754)<br />

ist im Ballungsraum Ruhrgebiet in Ermangelung<br />

natürlicher Habitate eine urbanophile, synanthrope<br />

Art (SINSCH 1998). Für KORDGES (1994) ist sie gar<br />

eine Leitart <strong>de</strong>s urban-industriellen Ballungsraumes<br />

im Ruhrgebiet, die Industrie- und Gewerbegebiete,<br />

(Groß-) Baustellen, Baulücken, Bauerwartungsland,<br />

Brachflächen, Deponiekörper, Hal<strong>de</strong>n<br />

und Bergsenkungsgebiete besie<strong>de</strong>lt und sich in <strong>de</strong>n<br />

auf diesen Flächen befindlichen Tümpeln, Wasserlachen,<br />

Regenpfützen und wassergefüllten Wagenspuren<br />

reproduziert.<br />

Da diese Flächen im regionalen Strukturwan<strong>de</strong>l<br />

<strong>de</strong>s Ruhrgebietes zunehmend verbaut und durch<br />

Gewerbe wie<strong>de</strong>rgenutzt wer<strong>de</strong>n, wird sich die Situation<br />

<strong>de</strong>r Kreuzkröte, die <strong>de</strong>rzeit in Nordrhein-Westfalen,<br />

im Ruhrgebiet und in Dortmund in <strong>de</strong>r Roten<br />

Liste als gefähr<strong>de</strong>t o<strong>de</strong>r in letzterer Großstadt sogar<br />

als stark gefähr<strong>de</strong>t eingestuft wird (SCHLÜPMANN &<br />

GEIGER 1999) zukünftig dramatisch verschlechtern.<br />

Die Kreuzkröte ist nach GÜNTHER (1996) ein<br />

typisches Faunenelement natürlicher Pionierstandorte.<br />

Da diese in <strong>de</strong>r mitteleuropäischen Kulturlandschaft<br />

zu <strong>de</strong>n gefähr<strong>de</strong>tsten Biotoptypen überhaupt<br />

gehören, sollte es primäres Ziel <strong>de</strong>s Naturschutzes<br />

sein, Sekundärformen dieser Pionierstandorte zu<br />

erhalten und zu entwickeln. Die Kreuzkröte könnte<br />

dabei in sinnvoller Weise als biozönotische Leitart<br />

für die Schaffung von in <strong>de</strong>r Roten Liste NRW<br />

aufgeführten beson<strong>de</strong>rs gefähr<strong>de</strong>ten o<strong>de</strong>r sogar stark<br />

gefähr<strong>de</strong>ten Biotoptypen (LÖBF 1999) als Ersatzbiotope,<br />

die ihr allesamt als Lebensraum dienen,<br />

fungieren: Temporäre Kleingewässer, unbeschattete<br />

Gräben, vegetationsarme Sand-, Kies-, Schotterund<br />

Lehmflächen, Trockenmauern, Steinhaufen, Gesteinsschutthal<strong>de</strong>n.<br />

Auch frühe Stadien von Industrie-<br />

und Bahnbrachen mit ihrer teilweise en<strong>de</strong>mischen<br />

Flora nutzt sie in Ermangelung natürlicher<br />

Lebensräume als Sekundärhabitate.<br />

Von <strong>de</strong>n 108 noch im Ruhrgebiet existieren<strong>de</strong>n<br />

Pflanzengesellschaften sind lediglich sechs aktuell<br />

ungefähr<strong>de</strong>t, aber knapp 50% von <strong>de</strong>r Auslöschung<br />

o<strong>de</strong>r Vernichtung bedroht, darunter auch folgen<strong>de</strong><br />

Pflanzengesellschaften (LÖBF 1999), die allesamt<br />

auch <strong>de</strong>r Kreuzkröte ihre Lebensgrundlage bieten:<br />

Halbnatürliche Magerbiotope, Halbtrocken- und Magerrasen,<br />

Feuchtwiesen. Die Kreuzkröte ist <strong>de</strong>shalb<br />

in hervorragen<strong>de</strong>r Weise geeignet als Leitart dieser<br />

13 (2005) Heft 1


47<br />

Natur- und Artenschutz<br />

gefähr<strong>de</strong>ten Biotoptypen und ihrer Pflanzengesellschaften<br />

zu dienen und so <strong>de</strong>ren seltenen Biozönosen<br />

zum Erhalt o<strong>de</strong>r zur Wie<strong>de</strong>ransiedlung bei <strong>de</strong>r<br />

ökologischen Entwicklung von Industriebrachen,<br />

bei <strong>de</strong>r Renaturierung <strong>de</strong>s E<strong>ms</strong>chersyste<strong>ms</strong> (MÜNCH<br />

2000) o<strong>de</strong>r bei <strong>de</strong>r Gestaltung und Pflege von RRB<br />

zu verhelfen. Sie fungiert damit quasi als „pars pro<br />

totum“ für die stark gefähr<strong>de</strong>ten Lebensgemeinschaften<br />

wechselfeuchter und vegetationsarmer,<br />

sonnenexponierter Biotope, wobei in ihren Laichgewässern<br />

genauso gut seltene Libellenarten vorkommen<br />

und ihr Landlebensraum von helio- und<br />

xerophilen Laufkäfern und an<strong>de</strong>ren Insekten besie<strong>de</strong>lt<br />

wird. Auch SCHLÜPMANN (1995) sieht die Kreuzkröte<br />

für <strong>de</strong>n Schutz, die Pflege und die Vernetzung<br />

von Abgrabungen und Stadtbrachen als Zielart o<strong>de</strong>r<br />

als Zeigerart für Umweltqualitätsziele in <strong>de</strong>r Landschaftsplanung<br />

(BRINKMANN 1994).<br />

Einfaches Biomonitoring <strong>de</strong>r Kreuzkröte<br />

Da die Kreuzkröte nicht nur in allen Bun<strong>de</strong>slän<strong>de</strong>rn<br />

in <strong>de</strong>n Roten Listen aufgeführt, son<strong>de</strong>rn auch<br />

in <strong>de</strong>r Bun<strong>de</strong>sartenschutzverordnung als „vom<br />

Aussterben bedrohte Art“ eingestuft ist, gehört sie<br />

zu <strong>de</strong>n bedrohtesten und rechtlich durch <strong>de</strong>n §20f<br />

<strong>de</strong>s Bun<strong>de</strong>snaturschutzgesetzes am strengsten geschützten<br />

Tierarten in Deutschland. So ist es gesetzlich<br />

sogar verboten, Kreuzkröten „an ihren<br />

Wohnstätten durch Aufsuchen, Fotografieren, Filmen<br />

o<strong>de</strong>r ähnliche Handlungen zu stören“. Für das<br />

Biomonitoring mit <strong>de</strong>r Kreuzkröte ist <strong>de</strong>shalb eine<br />

Ausnahmegenehmigung erfor<strong>de</strong>rlich, die bei <strong>de</strong>r<br />

Unteren Landschaftsbehör<strong>de</strong> zu beantragen ist und<br />

die in <strong>de</strong>n meisten Fällen auch erteilt wird.<br />

Die Kreuzkröte ist auch vom Laien problemlos<br />

akustisch durch ihren charakteristischen Ruf nachzuweisen,<br />

kann in ihren Tagesverstecken leicht<br />

gefangen wer<strong>de</strong>n und ist abends in ihrem Laichgewässer<br />

gut sichtbar. Aufgrund ihrer einzigartigen<br />

Zeichnung mit einem gelblichen, schmalen Strich<br />

über <strong>de</strong>m Rücken (Kreuz), <strong>de</strong>m sie auch ihren<br />

<strong>de</strong>utschen Namen verdankt, ist sie von allen an<strong>de</strong>ren<br />

Froschlurchen gut unterscheidbar und kann<br />

schnell einwandfrei i<strong>de</strong>ntifiziert wer<strong>de</strong>n. Die Populationsgröße<br />

und die Populationsentwicklung kann<br />

durch Auszählen <strong>de</strong>r gut sichtbaren Laichschnüre<br />

einwandfrei quantitativ und auch von unterschiedlichen<br />

Kartierern stets gut reproduzierbar bestimmt<br />

wer<strong>de</strong>n. Diese artspezifischen Eigenschaften prä<strong>de</strong>stinieren<br />

die Kreuzkröte gera<strong>de</strong>zu für das Biomonitoring<br />

<strong>de</strong>r ökologischen Entwicklung von RRB.<br />

Funktionale Pflege von Regenrückhaltebecken<br />

dank <strong>de</strong>r „Kalamitätenkröte“<br />

Ein RRB wird nicht für <strong>de</strong>n Artenschutz, son<strong>de</strong>rn<br />

für die Stadtentwässerung und <strong>de</strong>n Hochwasserschutz<br />

errichtet. Die Hochwasserschutzfunktion <strong>de</strong>s<br />

Beckens muss allein schon aus rechtlichen Grün<strong>de</strong>n<br />

je<strong>de</strong>rzeit gewährleistet sein. Aus diesem Grun<strong>de</strong><br />

wer<strong>de</strong>n beziehungsweise sollten RRB min<strong>de</strong>stens<br />

jährlich auf ihre Funtionsfähigkeit überprüft wer<strong>de</strong>n.<br />

Durch atmosphärischen Düngereintrag als nasse<br />

Deposition, durch eine vorhan<strong>de</strong>ne zum Beispiel<br />

aus einer landwirtschaftlichen Nutzung bedingten<br />

hohen Nährstoffgrundbelastung und beson<strong>de</strong>rs<br />

durch <strong>de</strong>n aquatischen Nährstoffeintrag <strong>de</strong>s in das<br />

Becken hineinfliessen<strong>de</strong>n Oberflächenwassers<br />

kommt es zu einer Eutrophierung <strong>de</strong>s gesamten<br />

RRB. Folge davon sind eine Verschlammung <strong>de</strong>s<br />

Gewässers und durch die anthropogen forcierte<br />

Sukzession eine Verbuschung und das Aufkommen<br />

von Gehölzwuchs. Dadurch erfolgt eine Reduzierung<br />

<strong>de</strong>s Staurau<strong>ms</strong> und gegebenenfalls eine<br />

Behin<strong>de</strong>rung <strong>de</strong>s Regenüberlaufs und somit eine<br />

Abb. 4. Kreuzkrötenfreundlich von StA 66/<br />

3 gestaltete Regenrückhaltebecken mit<br />

temporären und perennieren<strong>de</strong>n Kleingewässern<br />

und „Krötentunnel“ – aber<br />

Pflegemaßnahmen dringend erfor<strong>de</strong>rlich<br />

Gefährdung <strong>de</strong>r Hochwasserschutzfunktion <strong>de</strong>s Beckens.<br />

Daher sind regelmäßige, zumeist teure, Pflegearbeiten<br />

durch Mahd und Bau<strong>ms</strong>chnitt notwendig.<br />

Postuliert man jedoch die Kreuzkröte als biozönotische<br />

Leitart für <strong>de</strong>n Erhalt <strong>de</strong>r seltenen Pionierstandorte<br />

mit <strong>de</strong>m entsprechen<strong>de</strong>n Biotopmanagenment,<br />

so können Pflegemaßnahmen außeror<strong>de</strong>ntlich<br />

preisgünstig wer<strong>de</strong>n.<br />

So hat SINSCH (1998) kurz und sehr treffend die<br />

Chancen und Risiken für das Überleben <strong>de</strong>r Kreuzkröte<br />

zusammengefasst: „Je<strong>de</strong>r Eingriff, <strong>de</strong>r lockere<br />

Bö<strong>de</strong>n freilegt, die Vegetation großflächig beseitigt<br />

und flache Gewässer entstehen lässt, schafft<br />

13 (2005) Heft 1


Natur- & Artenschutz<br />

48<br />

Lebensraum für die Kreuzkröte. Sowohl die natürliche<br />

Sukzession als auch das menschliche Bestreben<br />

ästhetisch schöne Landschaften mit einem hohen<br />

Ordnungsgrad zu schaffen, entziehen <strong>de</strong>r Kreuzkröte<br />

die Lebensgrundlage.“<br />

Die Schaffung von „Mondlandschaften“ und<br />

das Offenhalten <strong>de</strong>s Stauraumes durch rigorose<br />

Pflegemaßnahmen o<strong>de</strong>r präventiv durch lehmverdichteten<br />

beziehungsweise mit Schotter belegtem<br />

Beckenuntergrund prä<strong>de</strong>stinieren die Kreuzkröte<br />

ebenfalls als funktionale Leitart nicht nur für die<br />

Gestaltung eines möglichst pflegeleichten RRB.<br />

son<strong>de</strong>rn auch für die künftige kostengünstige Pflege<br />

<strong>de</strong>s RRB.<br />

Abb. 5. Das Hochwassserrückhaltebecken<br />

vom Lippeverband in Dortmund-Scharnhorst<br />

nach <strong>de</strong>r Pflegemaßnahme<br />

Die Kreuzkröte Bufo calamita (lat. „die im Röhricht<br />

leben<strong>de</strong> Kröte“) macht ihrem Namen als Kalamitätenkröte<br />

wirklich alle Ehre. Kalamität – ursprünglich<br />

für <strong>de</strong>n Misswuchs von Getrei<strong>de</strong> verwen<strong>de</strong>t<br />

– be<strong>de</strong>utet im übertragenen Sinn großes Unglück<br />

o<strong>de</strong>r Katastrophe. Und in <strong>de</strong>r Tat macht die<br />

Kreuzkröte Kalamitäten bezüglich ihrer Schutzmöglichkeiten<br />

und braucht Kalamitäten und Katastrophen<br />

wie Überschwemmungen, Erosionen und<br />

leichtaustrocknen<strong>de</strong> Tümpel für ihr Überleben. Diese<br />

Verhältnisse treten naturgemäß beson<strong>de</strong>rs häufig in<br />

RRB auf, sodass es nicht verwun<strong>de</strong>rt, dass die<br />

RRB für die Kreuzkröte in Dortmund neben Industriebrachen<br />

und Hal<strong>de</strong>n ihre wichtigsten o<strong>de</strong>r sogar<br />

ihre einzig übrig gebliebenen Lebensräume sind.<br />

Ist für fast alle Amphibienarten ein austrocknen<strong>de</strong>s<br />

Gewässer eine Katastrophe, so sucht die Kreuzkröte<br />

gezielt solche konkurrenzlosen Laichablagemöglichkeiten<br />

auf, da sich in flachen, bis zu 40 °C<br />

warm wer<strong>de</strong>n<strong>de</strong>n Pfützen ihre Kaulquappen am<br />

besten und schnellsten entwickeln und diese hier<br />

keinem Prädatorendruck durch Fische, Schwimmkä-<br />

fer o<strong>de</strong>r Libellenlarven ausgesetzt sind. Solche<br />

natürlichen Lebensraumbedingungen fin<strong>de</strong>n sich<br />

heute nur noch in <strong>de</strong>n wenigen, übrig gebliebenen<br />

Flussauenbereichen, sodass die Kreuzkröte auch in<br />

Bezug auf ihre Schutzmöglichkeiten zunehmend<br />

Kalamitäten macht. Vegetationsarme und beson<strong>de</strong>rs<br />

ganz vegetationsfreie Bereiche wie in Erosionsgebieten,<br />

Steinbrüchen, Kohlenhal<strong>de</strong>n, Industriebrachen,<br />

Kiesgruben und Truppenübungsplätzen sind daher<br />

optimal für diese Art und ihr „Leben am Limit“.<br />

Und gera<strong>de</strong> letztere Biotope wer<strong>de</strong>n weniger häufig<br />

als Naturschutzgebiete ausgewiesen, sodass spezielle<br />

Biotopmanagementmaßnahmen für die Kreuzkröte<br />

am besten mit Panzern o<strong>de</strong>r, wo diese nicht<br />

zur Verfügung stehen, mit Baggern und Planierraupen<br />

durchgeführt wer<strong>de</strong>n. Für die Gestaltung<br />

und spätere Pflege von RRB gilt daher: Die Erstausgestaltung<br />

<strong>de</strong>s RRB bestimmt <strong>de</strong>n zukünftigen<br />

Pflegeaufwand. Deshalb sollten, mit <strong>de</strong>r<br />

Kreuzkröte als Lehrmeister, RRB schon vorab mit<br />

Stein- und Schotterschüttungen vegetations- und<br />

nährstoffarm gestaltet wer<strong>de</strong>n und die spätere Pflege<br />

abschnittsweise mit Planierraupen erfolgen, die<br />

die verbuschten Vegetationsbereiche einfach und<br />

auch relativ preisgünstig vollständig beseitigen.<br />

Biotopmanagement für RRB<br />

Bei Berücksichtigung einer Reihe von Regeln<br />

lassen sich Regenrückhaltebecken auch langfristig<br />

als Lebensraum für die Kreuzkröte und an<strong>de</strong>re<br />

Amphibien erhalten:<br />

– Schaffung <strong>de</strong>r Voraussetzung für die Ausbildung<br />

von Amphibienlaichgewässern, in<strong>de</strong>m unterschiedliche<br />

Bo<strong>de</strong>nvertiefungen verschie<strong>de</strong>ne<br />

Wasserführungen ermöglichen, von <strong>de</strong>r temporären<br />

Lache bis zum dauerhaft wasserführen<strong>de</strong>n<br />

Kleingewässer mit ausgeprägter Flachwasserzone.<br />

Die zeitweise Überflutung kann eine Art<br />

natürlicher Auendynamik schaffen und ist für<br />

die seltenen Amphibienarten nur för<strong>de</strong>rlich.<br />

– Keine Bepflanzung <strong>de</strong>s Laichgewässers und<br />

kein Aussetzen von Organismen wie Fische<br />

o<strong>de</strong>r An<strong>de</strong>re, da diese in <strong>de</strong>n relativ kleinen<br />

Amphibienlaichgewässern Laich und Kaulquappen<br />

komplett <strong>de</strong>zimieren wür<strong>de</strong>n (ggf. durch<br />

Hinweisschil<strong>de</strong>r verhin<strong>de</strong>rn).<br />

– Das komplette Becken sollte, wenn möglich,<br />

nicht bepflanzt wer<strong>de</strong>n. In <strong>de</strong>n sonnenexponierten<br />

Bereichen beziehungsweise Böschungen sollte<br />

großflächig (mehrere 100 qm) nährstoffarmes<br />

Substrat wie Sand o<strong>de</strong>r Schotter aufgebracht<br />

wer<strong>de</strong>n. Lediglich als Sichtschutz können an<br />

<strong>de</strong>n Aussenrän<strong>de</strong>rn Schutzpflanzungen in Form<br />

von Hecken vorgenommen wer<strong>de</strong>n, wobei<br />

beson<strong>de</strong>rs auf die Ausbildung von Saumbiotopen<br />

geachtet wer<strong>de</strong>n sollte.<br />

13 (2005) Heft 1


49<br />

Natur- und Artenschutz<br />

Abb. 6. Regenrückhaltebecken in Dortmund-<br />

Menglinghausen-Süd – Pflegemaßnahmen<br />

erfor<strong>de</strong>rlich<br />

Abb. 7. Platz ist in <strong>de</strong>r kleinsten Hütte. In<br />

diesem Regenüberlaufbecken leben etwa<br />

30 Teichfrösche<br />

Abb. 8. RRB für ein Gewerbegebiet, das von<br />

Kreuzkröte, Teichfrosch, Teichmolch und<br />

Ringelnatter besie<strong>de</strong>lt wird – negativ ist die<br />

dichte „grüne“ Umrandung <strong>de</strong>s RRB<br />

– Anlage von Überwinterungsräumen, in<strong>de</strong>m 1 m<br />

hohe und 3 m breite Böschungen aus Grobschotter<br />

und Steinen mit Erdbo<strong>de</strong>n über<strong>de</strong>ckt<br />

wer<strong>de</strong>n, sodass hohlraumreiche, frostsichere<br />

Strukturen, die in <strong>de</strong>n überschwemmungssicheren<br />

Bereichen <strong>de</strong>s RRB angelegt wer<strong>de</strong>n<br />

müssen, entstehen.<br />

– Pro 100 qm Fläche min<strong>de</strong>stens je einen Stein-,<br />

Totholz- und Grasschnitthaufen als Sonnenund<br />

Eiablageplätze für Reptilien anlegen. Nach<br />

<strong>de</strong>r Mahd <strong>de</strong>n Grasschnitt weitestgehend entfernen<br />

und einen kleinen Teil als 1 m hohe Haufen<br />

zur Eiablage von Reptilien zusammenschichten.<br />

Zahlreiche Solitärsteine, Tothölzer und weitere<br />

horizontale Strukturen, z. B. Holzbretter, als<br />

Versteckmöglichkeiten auslegen. Steine und<br />

schräg in <strong>de</strong>n Bo<strong>de</strong>n verankerte Holzpflöcke<br />

o<strong>de</strong>r Äste dienen als Sonnenplätze für Reptilien.<br />

– Ab- und Zulauf <strong>de</strong>s RRB sollte mit 1 × 0,7 m<br />

weiten Kastenbetonprofilen gestaltet wer<strong>de</strong>n, um<br />

Tierwan<strong>de</strong>rungen durch die Tunnel zu ermöglichen,<br />

Dabei ist es sinnvoll, durch Gitterroste für<br />

mehr Licht im Tunnel zu sorgen, um <strong>de</strong>n Tieren<br />

nicht nur die Orientierung zu erleichtern, son<strong>de</strong>rn<br />

auch die Akzeptanz <strong>de</strong>r Tunnelanlage zu<br />

erhöhen. Die <strong>de</strong>rzeit gesetzlich vorgeschriebenen<br />

Größen <strong>de</strong>s Drosseldurchlasses sind nicht<br />

tiergerecht.<br />

– Regelmäßige Pflege <strong>de</strong>r Biotope gegen Verbuschung<br />

und Verwaldung durch Freischnei<strong>de</strong>n<br />

bzw. nach <strong>de</strong>r „Metho<strong>de</strong> Truppenübungsplatz“<br />

Einsatz von Baggern und Planierraupen, um<br />

abschnittsweise die verbuschten und verwal<strong>de</strong>ten<br />

Bereiche auszukoffern und so wie<strong>de</strong>r vegetationslose,<br />

sonnenexponierte Strukturen entstehen<br />

zu lassen. Diese Maßnahmen sollten vornehmlich<br />

im Zeitraum von Oktober bis Anfang<br />

Februar durchgeführt wer<strong>de</strong>n, da die Amphibienaktivitäten<br />

klimatisch bedingt immer eher beginnen<br />

und länger bis in <strong>de</strong>n Herbst andauern.<br />

– Ein- bis zweijährige Mäharbeiten mit tierschutzgerechten<br />

Mähgeräten und naturverträglicher<br />

Mähtechnik (Doppelmesser- und Fingermähwerke)<br />

nur dann durchführen, wenn durch vorherige<br />

Sichtbeobachtung sichergestellt wor<strong>de</strong>n<br />

ist, das keinerlei Jungtieraktivitäten (häufig im<br />

Juni bis August) stattfin<strong>de</strong>n. Optimal ist das<br />

Mähen an einem kühlen, nicht sonnigen Tag<br />

o<strong>de</strong>r direkt zur Mittagshitze, da eventuell vorkommen<strong>de</strong><br />

Reptilien diese Witterungen mei<strong>de</strong>n,<br />

sonst jedoch vornehmlich in <strong>de</strong>n späten Vormittag-<br />

und Nachmittagstun<strong>de</strong>n aktiv sind. Am<br />

besten sollte <strong>de</strong>r Schnitt zur Schonung <strong>de</strong>r Tiere<br />

am Bo<strong>de</strong>n möglichst hoch bei min<strong>de</strong>stens 7-<br />

8 cm erfolgen und kein „Rasiermesserschnitt“<br />

durchgeführt wer<strong>de</strong>n.<br />

– Gegebenenfalls Durchführung von speziellen<br />

Artenschutzmaßnahmen in Absprache mit <strong>de</strong>n<br />

Naturschutzverbän<strong>de</strong>n und Artenschutzbehör<strong>de</strong>n<br />

in <strong>de</strong>r Stadt- o<strong>de</strong>r Kreisverwaltung und nach<br />

GÜNTHER (1996).<br />

13 (2005) Heft 1


Natur- & Artenschutz<br />

50<br />

Danksagung<br />

Dank gebührt <strong>de</strong>n Mitarbeitern im Tiefbauamt<br />

(66/3), im Umweltamt und beim Lippeverband, die<br />

sich stets für eine Verbesserung <strong>de</strong>r Lebenssituation<br />

<strong>de</strong>r Kreuzkröte und an<strong>de</strong>rer Amphibienarten in<br />

<strong>de</strong>n von ihn bewirtschafteten Regenrückhaltebecken<br />

engagiert haben.<br />

Literatur<br />

BRINKMANN, R. (1994): Artenschutz durch Landschaftsplanung<br />

– dargestellt am Beispiel <strong>de</strong>r<br />

Kreuzkröte in Nie<strong>de</strong>rsachsen. – Berichte <strong>de</strong>s<br />

Lan<strong>de</strong>samtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt<br />

14: 81-87.<br />

BUNDESAMT FÜR NATURSCHUTZ (Hrsg. 1998): Rote<br />

Liste gefähr<strong>de</strong>ter Tiere Deutschlands. – Bonn.<br />

GÜNTHER, R. (Hrsg. 1996): Die Amphibien und<br />

Reptilien Deutschlands. – Jena, Fischer, 825S.<br />

KORDGES, T. (1994): Die Kreuzkröte als Leitart <strong>de</strong>s<br />

urban-industriellen Ballungsraumes im Ruhrgebiet<br />

(NRW). – Berichte <strong>de</strong>s Lan<strong>de</strong>samtes für<br />

Umweltschutz Sachsen-Anhalt 14: 62-68.<br />

LÖBF (Hrsg. 1999): Rote Liste <strong>de</strong>r gefähr<strong>de</strong>ten<br />

Pflanzen und Tiere in Nordrhein-Westfalen. –<br />

Recklinghausen, Schriftenreihe <strong>de</strong>r LÖBF 17: 1-<br />

640.<br />

MÜNCH, D. (2000): Die Renaturierung <strong>de</strong>s E<strong>ms</strong>chersyste<strong>ms</strong><br />

– Chancen und Risiken für <strong>de</strong>n<br />

Amphibienschutz im Ballungsraum <strong>de</strong>s Ruhrgebietes.<br />

– KA-Wasserwirtschaft, Abwasser, Abfall<br />

47(9) 1306-1310.<br />

— (2001): Gewerbeansiedlungen auf Industriebrachen<br />

– eine Chance für <strong>de</strong>n Naturschutz? – Stadt<br />

und Grün 50(10): 690-694.<br />

— (2002): Regenrückhaltebecken – wichtige Ersatzlebensräume<br />

für Amphibien und Reptilien<br />

im Ballungsraum. – KA Wasserwirtschaft, Abwasser,<br />

Abfall 49(4): 500-504.<br />

— (2004): Regenrückhaltebecken als Ersatzlebensräume<br />

für Amphibien und Reptilien. – Dortmund,<br />

synergen, 104 S.<br />

SCHLÜPMANN, M. (1995): Verbreitung, Ökologie<br />

und Schutz <strong>de</strong>r Kreuzkröte im Hagener Raum.<br />

– Zeitschrift für Feldherpetologie 2: 55-84.<br />

SCHLÜPMANN, M. & A. GEIGER (1999): Rote Liste<br />

<strong>de</strong>r in Nordrhein-Westfalen gefähr<strong>de</strong>ten Kriechtiere<br />

(Reptilia) und Lurche (Amphibia). – Schriftreihe<br />

<strong>de</strong>r LÖBF 17: 375-404<br />

SINSCH, U. (1998): Biologie und Ökologie <strong>de</strong>r<br />

Kreuzkröte. – Bochum, Laurenti, 222 S.<br />

Autor<br />

DETLEF MÜNCH<br />

Lan<strong>de</strong>sverband NRW<br />

Postfach 500163, D-44201 Dortmund<br />

E-Mail: synergen@web.<strong>de</strong><br />

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13 (2005) Heft 1


51<br />

Natur- und Artenschutz<br />

Maren Gaulke<br />

Freilanduntersuchungen am Mabitang (Varanus<br />

mabitang), einer stark bedrohten Großwaranart<br />

von <strong>de</strong>r Philippinen-Insel Panay<br />

I<br />

m Jahr 2000 wur<strong>de</strong> auf <strong>de</strong>r Insel Panay durch Hinweise aus <strong>de</strong>r Bevölkerung<br />

eine neue Großwaranart ent<strong>de</strong>ckt und 2001 als Varanus<br />

mabitang beschrieben (GAULKE & CURIO 2001).<br />

Der Name „Mabitang“ trägt <strong>de</strong>r Tatsache Rechnung,<br />

dass diese Art zwar neu für die Wissenschaft<br />

ist, vor allem <strong>de</strong>n Jägern <strong>de</strong>r Region unter diesem<br />

Namen aber schon lange bekannt war. <strong>Im</strong> Rahmen<br />

<strong>de</strong>r Arbeiten <strong>de</strong>s auf Panay tätigen Philippine En<strong>de</strong>mic<br />

Species Conservation Project (PESCP) laufen<br />

seit über zwei Jahren Untersuchungen zur<br />

Verbreitung und Biologie dieser seltenen Waranart,<br />

die auch durch die <strong>DGHT</strong> geför<strong>de</strong>rt wer<strong>de</strong>n.<br />

Einführung<br />

Wie <strong>de</strong>r auf Luzon im Nor<strong>de</strong>n <strong>de</strong>r Philippinen<br />

verbreitete Philippinenwaran V. olivaceus (s. z.B.<br />

AUFFENBERG 1988) ernährt sich <strong>de</strong>r Mabitang (Abb.<br />

1, 2) hauptsächlich von Früchten, und ist damit die<br />

zweite bekannte Waranart mit frugivorer Ernährung.<br />

Bei<strong>de</strong> Arten sind nahe verwandt, unterschei<strong>de</strong>n<br />

sich aber <strong>de</strong>utlich in mehreren Merkmalen wie<br />

ihrer Färbung (die Oberseite von V. olivaceus ist<br />

grau und olivgrün gebän<strong>de</strong>rt, V. mabitang ist einheitlich<br />

schwarz) und in verschie<strong>de</strong>nen Pholidosemerkmalen<br />

(V. mabitang besitzt z.B. mehr Ventralia<br />

und Dorsalia als V. olivaceus, außer<strong>de</strong>m sind bei<br />

ihm die Ventralia stark gekielt, bei V. olivaceus<br />

meist glatt). Das größte bisher vermessene Exemplar<br />

von V. mabitang hatte eine Gesamtlänge von<br />

173 cm, gelegentlich wer<strong>de</strong>n aber größere Tiere<br />

gesichtet, und wir vermuten, dass die Maximallänge<br />

200 cm überschreitet.<br />

Für die Mitarbeiter <strong>de</strong>s PESCP, einem von Prof.<br />

E. CURIO von <strong>de</strong>r Ruhr-Universität Bochum gegrün<strong>de</strong>tem<br />

und geleitetem Natur- und Artenschutzprojekt<br />

in NW-Panay, stellte sich gleich nach <strong>de</strong>r<br />

Ent<strong>de</strong>ckung die Frage nach <strong>de</strong>m Gefährdungsgrad<br />

dieser Art. Schon die Tatsache, dass eine solch<br />

große Art auf einer dicht besie<strong>de</strong>lten und auch<br />

bereits mehrfach von Herpetologen besuchten Insel<br />

so lange unbekannt blieb, legte die Befürchtung<br />

nahe, dass sie sehr selten ist. Da gezielte Schutzmaßnahmen<br />

nur möglich sind, wenn Informationen<br />

über Verbreitung, Habitatansprüche und Biologie<br />

<strong>de</strong>r entsprechen<strong>de</strong>n Art vorliegen, wur<strong>de</strong>n gleichzeitig<br />

zwei Teilprojekte in die Wege geleitet: Verbreitungsuntersuchungen<br />

auf Panay und vielen <strong>de</strong>r<br />

Nachbarinseln sowie Freilanduntersuchungen im<br />

bereits bekannten Verbreitungsgebiet <strong>de</strong>s Mabitang.<br />

Diese Projekte wur<strong>de</strong>n und wer<strong>de</strong>n von verschie<strong>de</strong>nen<br />

Organisationen finanziert (ZGF, BIO-<br />

PAT), und auch die <strong>DGHT</strong> unterstützte die Freilandarbeiten<br />

durch eine sehr großzügige Spen<strong>de</strong>.<br />

Mit <strong>de</strong>n Gel<strong>de</strong>rn <strong>de</strong>r <strong>DGHT</strong> wur<strong>de</strong>n notwendige<br />

Ausrüstungsgegenstän<strong>de</strong> wie Höhenmesser, Ferngläser<br />

und Autofocus-Kameras für die Freilanduntersuchungen<br />

<strong>de</strong>r Feldassistenten erworben. An<br />

dieser Stelle möchte ich nun über die während <strong>de</strong>r<br />

vergangenen zwei Jahre durchgeführten Untersuchungen<br />

und die dabei gewonnenen Informationen<br />

berichten.<br />

Verbreitung<br />

Es ist wenig aussichtsreich, eine aller Wahrscheinlichkeit<br />

nach extrem seltene Tierart während<br />

aus Zeit- und Kostengrün<strong>de</strong>n stark befristeten Reisen<br />

selbst suchen zu wollen. Deswegen wur<strong>de</strong>n<br />

Informationen zur Verbreitung mittels Interviews<br />

gesammelt, die von A. DEMEGILLO und mir durchgeführt<br />

wur<strong>de</strong>n. In allen bereisten Gebieten wur<strong>de</strong>n<br />

mehrere kleine, möglichst weit im Lan<strong>de</strong>sinneren<br />

und in Waldnähe gelegene Dörfer besucht. In diesen<br />

abgeschie<strong>de</strong>nen Dörfern sind normalerweise<br />

auch Jäger, Holzfäller und „kaingineros“ (Bauern,<br />

die Brandrodung betreiben) anzutreffen, erfahrungsgemäß<br />

<strong>de</strong>r Personenkreis mit <strong>de</strong>n am besten fundierten<br />

Kenntnissen <strong>de</strong>r lokalen Tierwelt. Nach<br />

einer Kontaktaufnahme über <strong>de</strong>n Dorfvorstand,<br />

<strong>de</strong>n wir stets über Sinn und Zweck unserer Aktion<br />

informieren, wer<strong>de</strong>n dann zur Mitarbeit bereiten<br />

Dorfbewohnern Farbfotos vorgelegt, darunter Fotos<br />

<strong>de</strong>r in <strong>de</strong>r entsprechen<strong>de</strong>n Region verbreiteten<br />

Bin<strong>de</strong>nwaranunterart (Varanus salvator spp.), <strong>de</strong>s<br />

Philippinenwaranes (V. olivaceus) und <strong>de</strong>s Mabitang,<br />

aber stets auch von ein o<strong>de</strong>r zwei mit Sicher-<br />

13 (2005) Heft 1


Natur- & Artenschutz<br />

52<br />

heit nicht dort vorkommen<strong>de</strong>n Waranarten wie<br />

Bengalenwaran (V. bengalensis) o<strong>de</strong>r Smaragdwaran<br />

(V. prasinus). Dieser „Außengruppenvergleich“<br />

dient <strong>de</strong>r Absicherung <strong>de</strong>r Interviewaktion: So<br />

stellt sich rasch heraus, wenn einer <strong>de</strong>r Befragten<br />

aus Höflichkeit o<strong>de</strong>r Unsicherheit, aber ohne echte<br />

Kenntnisse, alle gezeigten Warane zu erkennen<br />

meint. Nur wenn uns die I<strong>de</strong>ntifizierung <strong>de</strong>s Mabitang<br />

in einem Untersuchungsgebiet überzeugen kann,<br />

zum Beispiel durch Hinweise auf seine frugivore<br />

Ernährung o<strong>de</strong>r wenn <strong>de</strong>r Befragte die Fotos von<br />

V. mabitang mit <strong>de</strong>m Namen Mabitang benennt, <strong>de</strong>r<br />

von uns natürlich nicht erwähnt wird, nehmen wir<br />

diese Region in das Verbreitungsgebiet auf.<br />

Dies war bisher auf keiner <strong>de</strong>r Nachbarinseln<br />

(besucht wur<strong>de</strong>n die Inseln Negros, Cebu und<br />

Mindoro, außer<strong>de</strong>m mehrere kleine Inseln <strong>de</strong>r Semirara-<br />

und <strong>de</strong>r Romblon-Inselgruppe) <strong>de</strong>r Fall.<br />

Auf Panay beschränkt sich das Vorkommen nach<br />

unserer Untersuchung auf die bewal<strong>de</strong>ten Regionen<br />

<strong>de</strong>r NW-Panay Halbinsel (etwa 5.000 ha) und<br />

<strong>de</strong>r West-Panay-Mountain-Range (etwa 40.000 ha)<br />

(s. Abb. 3). Nach unseren bisherigen Informationen<br />

ist er in Tieflandregenwäl<strong>de</strong>rn, in Höhen zwischen<br />

200 und 500 m, am häufigsten. Es gibt aber<br />

vereinzelte Nachweise bis in etwa 900 m Höhe.<br />

Wenn sich diese Höhenverbreitung bestätigt (genauere<br />

Untersuchungen zur Frage <strong>de</strong>r Höhenverbreitung<br />

laufen noch), fällt damit auch ein Großteil<br />

<strong>de</strong>r West-Panay-Mountain-Range als potenzielles<br />

Verbreitungsgebiet weg, da in diesem bis über<br />

2000 m hohen (Mt. Madja-as 2090 m, Mt. Nangtud<br />

2050 m) Gebirgszug überwiegend Bergregenwald<br />

steht. Unsere Anfangsvermutung, dass es sich beim<br />

Mabitang um einen obligaten Regenwaldbewohner<br />

mit einem entsprechend kleinen Verbreitungsgebiet<br />

auf einer einzigen Insel han<strong>de</strong>lt, hat sich durch<br />

unsere Untersuchungen also bestätigt. Damit auch<br />

unsere Befürchtung, dass es sich um eine extrem<br />

gefähr<strong>de</strong>te Art han<strong>de</strong>lt. Die Aussichten auf das<br />

langfristige Überleben <strong>de</strong>r letzten Regenwäl<strong>de</strong>r<br />

Panays sind, wie in <strong>de</strong>n meisten an<strong>de</strong>ren Regenwaldzonen<br />

<strong>de</strong>r Er<strong>de</strong>, ohne entsprechend intensive<br />

Schutzbemühungen sehr gering.<br />

Untersuchungen im Habitat<br />

Für unsere Freilanduntersuchungen suchten wir<br />

drei Gebiete von jeweils etwa 25 km 2 aus, eines auf<br />

<strong>de</strong>r NW-Panay Halbinsel, und zwei im Nordwesten<br />

<strong>de</strong>r West-Panay-Mountain-Range (s. Abb. 3). Alle<br />

drei Gebiete sind für Menschen extrem schwer<br />

zugänglich. Zwar han<strong>de</strong>lt es sich um Tieflandregenwald,<br />

darunter darf man sich jedoch kein flaches<br />

Gelän<strong>de</strong> vorstellen. Die gesamte Region ist sehr<br />

bergig (Abb. 4), Wege gibt es dort nicht, allenfalls<br />

schmale Pfa<strong>de</strong>, die nach <strong>de</strong>n häufigen Regenfällen<br />

sehr rutschig sind. Oft führt <strong>de</strong>r Pfad entlang einem<br />

Abb. 1 und 2. Varanus mabitang<br />

13 (2005) Heft 1


53<br />

Natur- und Artenschutz<br />

<strong>de</strong>r vielen Fließgewässer (wobei es sich je nach<br />

Saison um nur wenig Wasser führen<strong>de</strong> Bäche o<strong>de</strong>r<br />

aber um breite Flüsse mit sehr starker Strömung<br />

han<strong>de</strong>lt), über ebenfalls rutschige und teils sehr<br />

steile Felsen entlang <strong>de</strong>r Flussufer. Auch beginnt<br />

<strong>de</strong>r Wald nicht in Nähe befahrbarer Straßen, man<br />

muss mehrere Stun<strong>de</strong>n durch weitgehend kahles<br />

und bei Sonnenschein sehr heißes Kulturland wan<strong>de</strong>rn,<br />

bevor man in einem <strong>de</strong>r Untersuchungsgebiete,<br />

und damit <strong>de</strong>m Habitat <strong>de</strong>s Mabitang, ankommt.<br />

Schon aufgrund dieser sehr schwierigen Gelän<strong>de</strong>bedingungen<br />

kamen als Freilandmitarbeiter eigentlich<br />

nur ehemalige Jäger infrage, die in <strong>de</strong>n entsprechen<strong>de</strong>n<br />

Untersuchungsgebieten ihr Jagdrevier hatten.<br />

Sie sind an diese anstrengen<strong>de</strong>n Touren gewöhnt,<br />

kennen sich bestens in <strong>de</strong>n Gebieten aus, verfügen<br />

über eine bewun<strong>de</strong>rnswerte Kenntnis <strong>de</strong>r lokalen<br />

Fauna und Flora und sind hervorragen<strong>de</strong> Spurensucher.<br />

Selbstverständlich mussten die als Feldassistenten<br />

ausgewählten Männer vor <strong>de</strong>r Unterzeichnung<br />

ihres Arbeitsvertrages garantieren, dass sie<br />

keine Jagdausflüge mehr unternehmen, was sie nun<br />

dank eines festen Gehaltes auch nicht mehr nötig<br />

haben. Diese Männer verbringen seit gut zwei<br />

Jahren etwa die Hälfte je<strong>de</strong>n Monats in ihrem Untersuchungsgebiet,<br />

wo sie nach <strong>de</strong>m Mabitang und<br />

seinen Spuren Ausschau halten, und alle Beobachtungen<br />

für die spätere Auswertung exakt in standardisierten<br />

Beobachtungsprotokollen festhalten.<br />

Abb. 3. Lage <strong>de</strong>r drei Untersuchungsgebiete<br />

Direkte Mabitang-Beobachtungen sind nach wie<br />

vor recht selten. Es han<strong>de</strong>lt sich um einen überwiegend<br />

baum- bewohnen<strong>de</strong>n Großwaran, <strong>de</strong>r aufgrund<br />

seiner schwarzen Farbe im Kronendach <strong>de</strong>s<br />

lichtarmen Regenwal<strong>de</strong>s von unten kaum auszumachen<br />

ist. Auch von Vögeln angelegte Baumhöhlen<br />

am Stamm großer Urwaldriesen wer<strong>de</strong>n gelegentlich<br />

vom Mabitang aufgesucht. Die meisten direkten<br />

Sichtungen erfolgen während <strong>de</strong>r seltenen Gelegenheiten,<br />

bei <strong>de</strong>nen sich ein Mabitang am Bo<strong>de</strong>n<br />

aufhält. Am häufigsten ist dies <strong>de</strong>r Fall, wenn nach<br />

langen, starken Regenfällen die Sonne wie<strong>de</strong>r zum<br />

Vorschein kommt. Dann suchen sie zum Sonnenba<strong>de</strong>n<br />

gelegentlich Felsen an Flussufern o<strong>de</strong>r an<strong>de</strong>re<br />

sonnenbeschienene Plätze am Bo<strong>de</strong>n auf. Aber<br />

auch zur Nahrungsaufnahme kommen sie gelegentlich<br />

auf <strong>de</strong>n Waldbo<strong>de</strong>n, zum Beispiel um heruntergefallene<br />

Früchte unter <strong>de</strong>n Bäumen zu fressen.<br />

Von diesen direkten Beobachtungen abgesehen,<br />

gewinnen wir viele Informationen aus ihren Spuren.<br />

Mit ihren langen und scharfen Krallen hinterlassen<br />

sie beim Erklettern eines Baumes sehr charakteristische<br />

Kratzspuren (Abb. 5). Die meisten dieser<br />

Bäume können von <strong>de</strong>n Feldassistenten benannt<br />

wer<strong>de</strong>n (wobei sich die U<strong>ms</strong>etzung <strong>de</strong>s Lokalnamens<br />

in <strong>de</strong>n dazugehörigen wissenschaftlichen Namen<br />

als sehr schwierig erweist, für einen Großteil<br />

<strong>de</strong>r i<strong>de</strong>ntifizierten Baumarten ist dies aber inzwischen<br />

gelungen), sie wer<strong>de</strong>n mit einem Fernglas<br />

nach Höhlen am Stamm und nach reifen, möglicherweise<br />

als Nahrung infrage kommen<strong>de</strong>n Früchten<br />

abgesucht. Diese Informationen wer<strong>de</strong>n ebenso<br />

wie die ungefähre Höhe <strong>de</strong>s Baumes, die mit einem<br />

Höhenmesser ermittelte Höhe seines Standortes<br />

und <strong>de</strong>r genauen Ortsbezeichnung notiert.<br />

Mittlerweile vermuten wir, dass Baumhöhlen<br />

nicht nur als Versteck- bzw. Ruheplätze, son<strong>de</strong>rn<br />

auch zur Eiablage aufgesucht wer<strong>de</strong>n. In einer<br />

Baumhöhle wur<strong>de</strong>n die Schalenreste <strong>de</strong>s geschlüpften<br />

Geleges eines großen Reptils ent<strong>de</strong>ckt. Die<br />

Wahrscheinlichkeit, dass es sich dabei um ein<br />

Mabitang-Gelege han<strong>de</strong>lt, ist hoch. Informationen<br />

zur Nahrung erhalten wir neben direkten Beobachtungen<br />

und Auswertungen <strong>de</strong>r Kratzspuren auch<br />

aus <strong>de</strong>r Untersuchung von Mabitang-Kot. So wissen<br />

wir mittlerweile, dass die großen Früchte verschie<strong>de</strong>ner<br />

Schraubenpalmen-Arten eine <strong>de</strong>r wichtigsten<br />

Nahrungsgrundlagen sind. Auch die Früchte<br />

verschie<strong>de</strong>ner Palmen- und Feigenarten wer<strong>de</strong>n<br />

gefressen, einige weitere aus <strong>de</strong>m Kot ausgewaschene<br />

Samen konnten bisher nicht i<strong>de</strong>ntifiziert<br />

wer<strong>de</strong>n. Die meisten Exkremente enthalten ausschließlich<br />

Fruchtsamen als erkennbare Bestandteile,<br />

gelegentlich wer<strong>de</strong>n aber auch Schalenreste von<br />

Landschnecken, von Land- und Süßwasserkrabben<br />

und von Insekten gefun<strong>de</strong>n. Der Mabitang ist also<br />

13 (2005) Heft 1


Natur- & Artenschutz<br />

54<br />

Abb. 4. Blick über <strong>de</strong>n bergigen Tieflandregenwald im Nordwesten von Panay<br />

nicht ausschließlich frugivor. Inwieweit ein Zusammenhang<br />

zwischen Jahreszeit und <strong>de</strong>m Prozentanteil<br />

tierischer Kost besteht, wird <strong>de</strong>rzeit untersucht.<br />

Auch die Bäume <strong>de</strong>s Regenwal<strong>de</strong>s tragen<br />

ja nur zu bestimmten Jahreszeiten reife Früchte,<br />

sodass ein entsprechen<strong>de</strong>r Zusammenhang wahrscheinlich<br />

scheint.<br />

Neben <strong>de</strong>n Gelän<strong>de</strong>beobachtungen versuchen<br />

die Feldassistenten, möglichst viele Mabitangs für<br />

eine kurze Untersuchung und zur Markierung zu<br />

fangen. Da aus Sicherheitsgrün<strong>de</strong>n, auch zum Schutz<br />

an<strong>de</strong>rer Tierarten wie Wild- und Schleichkatzen,<br />

keine Fallen gestellt wer<strong>de</strong>n, ist dies ein sehr schwieriges<br />

und durchaus nicht ungefährliches Unternehmen.<br />

Sobald ein auf <strong>de</strong>m Bo<strong>de</strong>n gesichteter Mabitang<br />

seinen menschlichen Beobachter bemerkt, flüchtet<br />

er auf einen nahe stehen<strong>de</strong>n Baum. Der Beobachter<br />

klettert ihm dann nach und versucht, ihn mit <strong>de</strong>n<br />

Hän<strong>de</strong>n auf <strong>de</strong>m Baum zu fangen. <strong>Im</strong> Gegensatz<br />

beispielsweise zum Bin<strong>de</strong>nwaran, <strong>de</strong>r bei einer<br />

Verfolgung meist vom Baum herunter springt, reagiert<br />

<strong>de</strong>r Mabitang niemals mit <strong>de</strong>r Flucht nach<br />

KRL (cm) SL (cm) Gewicht (g) Geschlecht Ventralia Dorsalia<br />

Holotyp 52,7 74,1 1850 W 124 138<br />

1 46 70 1300 M? 114 130<br />

2 53,9 74,6 2010 ? 123 133<br />

3 56 76 2900 W? 125 153<br />

4 51 80 1980 M? 116 124<br />

5 47,7 76,5 1600 W? 111 132<br />

6 54,5 82 2429 M 134 136<br />

7 42 68 1100 M 138 148<br />

8 42 68 1000 ? 129 134<br />

9 42 63 1000 ? 125 132<br />

10 68 95 5000 M 143 175<br />

1 bis 10 sind die im Verlaufe <strong>de</strong>r Projektarbeiten untersuchten Individuen, geordnet nach Fangdatum;<br />

KRL = Kopf-Rumpf-Länge; SL = Schwanzlänge; Geschlecht: W = Weibchen und M = Männchen,<br />

bestimmt entwe<strong>de</strong>r durch sezieren (nur beim Holotyp) o<strong>de</strong>r durch ausgestülpte Hemipenes; W? o<strong>de</strong>r M?<br />

= Geschlecht bestimmt durch Sondierung <strong>de</strong>r Hemipenestaschen mit Knopfson<strong>de</strong> (diese Metho<strong>de</strong> ist nicht<br />

sicher, vgl. z.B. GAULKE 1997), wenn die Taschen länger als 4 cm sind = M?, kürzer als 3 cm = W?, wenn<br />

die Länge dazwischen liegt = ?; Ventralia = transverse Schuppenreihen zwischen Kehlfalte und einer<br />

theoretischen Verbindungslinie <strong>de</strong>r Hinterbeinansätze ventral; Dorsalia = transverse Schuppenreihen<br />

zwischen Kehlfalte und einer theoretischen Verbindungslinie <strong>de</strong>r Hinterbeinansätze dorsal.<br />

Tabelle 1. Messwerte, Gewicht und Pholidosewerte von Varanus mabitang<br />

13 (2005) Heft 1


55<br />

Natur- und Artenschutz<br />

zu sich genommen hat. Erste Auswertungen ergaben,<br />

dass sie über lange Zeit rein frugivor leben<br />

können (STRUCK et al. 2002).<br />

Bevor das untersuchte Tier von seinem Fänger<br />

wie<strong>de</strong>r zum Fundpunkt zurückgebracht wird, wird<br />

es mittels eines Transpon<strong>de</strong>rs markiert (Abb. 6),<br />

die einzige Möglichkeit einer dauerhaften Markierung.<br />

Wir hoffen nun, in nächster Zeit die ersten<br />

Wie<strong>de</strong>rfänge zu erhalten. Nur mithilfe von Wie<strong>de</strong>rfängen<br />

sind wir in <strong>de</strong>r Lage, die Populationsgröße<br />

innerhalb <strong>de</strong>r Untersuchungsgebiete, und letztlich<br />

auch <strong>de</strong>n Gesamtbestand, zu ermitteln. Außer<strong>de</strong>m<br />

können wir nur so Daten über <strong>de</strong>n Aktivitätsradius<br />

erhalten. Telemetrische Untersuchungen sind in<br />

diesen bergigen und dicht bewal<strong>de</strong>ten Gebieten<br />

sehr wenig erfolgsversprechend.<br />

Abb. 5. Kratzspuren von Varanus mabitang<br />

an einem Bau<strong>ms</strong>tamm<br />

Schlussbemerkungen<br />

Die Auswertungen von Sichtungen, Kratzspuren<br />

und Kotfun<strong>de</strong> zeigen, dass <strong>de</strong>r Mabitang in<br />

seinem Habitat, <strong>de</strong>m Tieflandregenwald im Nordwesten<br />

und Westen von Panay, weniger selten ist<br />

als anfangs befürchtet. Dies be<strong>de</strong>utet jedoch keine<br />

Entwarnung: Sein sowieso schon sehr kleiner Lebensraum,<br />

und damit natürlich auch seine Existenz<br />

(genauso wie die vieler an<strong>de</strong>rer obligater Waldbewohner<br />

dieses Gebietes), sind durch illegale Brandrodung<br />

und Holzfällung stark bedroht. Das PESCP<br />

hat bereits einen sehr erfreulichen Erfolg zu verzeichnen:<br />

Der Wald auf <strong>de</strong>r NW-Panay Halbinsel<br />

ist mittlerweile zum Naturschutzgebiet erklärt wor<strong>de</strong>n.<br />

Die Einhaltung wird <strong>de</strong>rzeit durch mehrere<br />

Wald- und Wildhüter, aber auch durch Polizei und<br />

Militär, streng überwacht. Es ist aber fraglich, ob<br />

dieses vergleichsweise kleine Waldgebiet auf Dauer<br />

das Überleben großer Tierarten wie <strong>de</strong>m Mabitang<br />

sicherstellen kann. Wegen <strong>de</strong>r relativ großen<br />

Distanz ist ein Populationsaustausch zwischen <strong>de</strong>m<br />

Wald auf <strong>de</strong>r Halbinsel und <strong>de</strong>m im Westen Panays<br />

sehr unwahrscheinlich. Es ist dringend erfor<strong>de</strong>runten,<br />

son<strong>de</strong>rn versucht, so weit wie möglich nach<br />

oben zu klettern. Wenn er schließlich in die Enge<br />

getrieben ist, droht er in für Warane üblicher Weise<br />

mit aufgeblähter Kehle, peitschen<strong>de</strong>n Schwanzbewegungen<br />

und Fauchen. Nur relativ wenige Individuen<br />

attackieren ihren Verfolger allerdings tatsächlich.<br />

Mittlerweile wur<strong>de</strong>n zehn Warane auf diese<br />

Weise gefangen, einige Daten dieser Tiere sind in<br />

Tabelle 1 zusammengestellt.<br />

Neben Messungen und Schuppenzählungen<br />

wer<strong>de</strong>n Anzahl und Verteilung von Ektoparasiten<br />

notiert, und einige Proben zur späteren Bestimmung<br />

gesammelt. Außer<strong>de</strong>m wer<strong>de</strong>n die Spitzen<br />

von jeweils zwei Krallen abgeschnitten, und für<br />

Isotopen-Analysen zum Geo-Bio-Zentrum <strong>de</strong>r Ludwigs-Maximilian-Universität<br />

in München gebracht.<br />

Diese Isotopen-Analysen geben sehr wichtige Informationen<br />

über die Ernährung <strong>de</strong>s entsprechen<strong>de</strong>n<br />

Tieres. Durch das Verhältnis stabiler Stickstoff-<br />

und Kohlenstoff-Isotope kann genau bestimmt<br />

wer<strong>de</strong>n, ob das Tier sich während <strong>de</strong>s<br />

Wachstu<strong>ms</strong> <strong>de</strong>r Kralle ausschließlich frugivor ernährt<br />

hat o<strong>de</strong>r einen höheren Anteil tierischer Kost<br />

Abb. 6. Injektion <strong>de</strong>s Transpon<strong>de</strong>rs<br />

13 (2005) Heft 1


Natur- & Artenschutz<br />

56<br />

lich, dass auch das größere Waldgebiet im Westen<br />

Panays, o<strong>de</strong>r zumin<strong>de</strong>st große Anteile davon, bald<br />

unter Schutz gestellt wer<strong>de</strong>n können. Dies ist nur<br />

möglich, wenn sich Organisationen wie das PESCP<br />

auch in Zukunft für dieses Ziel stark machen. Dafür<br />

sind sie dringend auf die finanzielle Unterstützung<br />

durch an<strong>de</strong>re Organisationen o<strong>de</strong>r auch interessierte<br />

Privatleute angewiesen.<br />

Danksagung<br />

Die Arbeit <strong>de</strong>s Philippine En<strong>de</strong>mic Species<br />

Conservation Project <strong>de</strong>r Zoologischen Gesellschaft<br />

Frankfurt wird durch ein „ Memorandum of Agreement“<br />

(MOA) mit <strong>de</strong>m „Department of Environment<br />

and Natural Resources“ (DENR, Quezon<br />

City, Philippinen) und durch das „Protected Areas<br />

and Wildlife Bureau“ (PAWB) geregelt und unterstützt.<br />

Die herpetologischen Projektarbeiten wer<strong>de</strong>n<br />

durch <strong>de</strong>n Verein für Biologische Patenschaften<br />

(BIOPAT e.V), die Deutsche Gesellschaft für<br />

Herpetologie und Terrarienkun<strong>de</strong> (<strong>DGHT</strong>, beantragt<br />

durch Prof. Dr. HANS-GEORG HORN) und die<br />

Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF) finanziell<br />

geför<strong>de</strong>rt, <strong>de</strong>nen wir an dieser Stelle unseren<br />

sehr herzlichen Dank aussprechen möchten. Die<br />

Freilandarbeiten wer<strong>de</strong>n von FELIZARDO GERONIMO,<br />

GERSOM OPERIANO und NARCISO PAULINO durchgeführt.<br />

Ihnen und <strong>de</strong>m Projektkoordinator ARNOLD<br />

DEMEGILLO sind die hier vor gestellten Resultate zu<br />

verdanken.<br />

Schriften<br />

AUFFENBERG, W. (1988): Gray´s monitor lizard. –<br />

University Press of Florida, Gainesville. 419 pp.<br />

GAULKE, M. (1997): Sex <strong>de</strong>termination of monitor<br />

lizards in the field. – Hamadryad, 22(1):28-31.<br />

GAULKE, M. & E. CURIO (2001): A new monitor<br />

lizard from Panay Island, Philippines (Reptilia,<br />

Sauria, Varanidae). – Spixiana, 24(3):275-286.<br />

STRUCK, U., ALTENBACH, A.V., GAULKE, M. & F.<br />

GLAW (2002): Tracing the diet of the monitor<br />

lizard Varanus mabitang by stable isotope analysis<br />

(<strong>de</strong>lta 15 N, <strong>de</strong>lta 13 C). – Naturwisssenschaften,<br />

89: 470-473.<br />

Autorin<br />

Dr. MAREN GAULKE<br />

Bo<strong>de</strong>nseestraße 300, D-81249 München<br />

13 (2005) Heft 1


57<br />

Panor<br />

anorama<br />

ama<br />

Uwe Schlüter<br />

Die Herpetofauna <strong>de</strong>s Comorova-Wal<strong>de</strong>s<br />

in Rumänien<br />

I<br />

n <strong>de</strong>r rumänischen Dobrudscha ist die typische Waldsteppe durch<br />

intensive landwirtschaftliche Nutzung in <strong>de</strong>n letzten Jahrzehnten<br />

immer mehr verdrängt wor<strong>de</strong>n. Viele charakteristische Tier- und<br />

Pflanzenarten haben nur in relativ kleinen Naturschutzgebieten und Reservaten<br />

überlebt. Zu <strong>de</strong>n bekannteren Rückzugsgebieten gehört <strong>de</strong>r Comorova-Wald<br />

im Südosten <strong>de</strong>r Dobrudscha.<br />

Lage und Naturraum<br />

Der Comorova-Wald liegt etwa 35 Kilometer<br />

südlich von Konstanza Richtung Mangalia in unmittelbarer<br />

Nähe zum Schwarzen Meer in <strong>de</strong>r Umge-<br />

UKRAINE<br />

bung <strong>de</strong>s Seeba<strong>de</strong>s Neptun. Er bil<strong>de</strong>t einen starken<br />

Kontrast zu <strong>de</strong>n relativ baumlosen, landwirtschaftlich<br />

genutzten Flächen <strong>de</strong>r weiteren Umgebung.<br />

Der schmale Küstenbereich ist gegenüber <strong>de</strong>m Inneren<br />

<strong>de</strong>r Dobrudscha klimatisch begünstigt. Die<br />

Winter sind mit mittleren Maximaltemperaturen um<br />

3 °C und Minimalwerten zwischen -3 °C und -4 °C<br />

Karte 1. Die Lage <strong>de</strong>s Comorova-Wal<strong>de</strong>s<br />

in Rumänien<br />

BUCUREÇTI<br />

(Bucharest)<br />

BULGARIA<br />

D o nau<br />

a<br />

D o b r u j<br />

Constanfia<br />

Neptun<br />

Abb. 1. Lichtung im Comorova-Wald<br />

13 (2005) Heft 1


Panor<br />

anorama<br />

ama<br />

58<br />

Abb. 2. Männchen von Lacerta viridis<br />

meridionalis<br />

Abb. 3. Männchen von Podarcis muralis<br />

albanica (Emine-Balkan)<br />

relativ mild, während die trocken-heißen Sommer<br />

mit Maximaltemperaturen von 27-29 °C an <strong>de</strong>r<br />

Küste durch das nahe Meer gemil<strong>de</strong>rt wer<strong>de</strong>n. So<br />

trocknen auch die Küstenbö<strong>de</strong>n nicht so stark aus.<br />

Das ebene Waldgebiet ist spätestens seit BACE-<br />

SCU (1934) herpetologisch bekannt und hat in <strong>de</strong>n<br />

letzten 70 Jahren wohl einige Verän<strong>de</strong>rungen durchgemacht.<br />

Heute ist <strong>de</strong>r Wald sehr heterogen zusammengesetzt.<br />

Ein Teil besteht aus einem fast undurchdringlichen<br />

Gewirr von Schlingpflanzen und Bäumen,<br />

das kaum Licht bis zum Bo<strong>de</strong>n durchlässt.<br />

Dieser eher <strong>reptilien</strong>feindliche Teil liegt hinter einem<br />

hohen Maschendrahtzaun und ist nicht zugänglich.<br />

Hier haben viele Singvogelarten ihre Nistplätze.<br />

Der südliche Teil hingegen wird von einer hohen<br />

Wachol<strong>de</strong>rhecke begrenzt. Die nur wenige<br />

Hektar Fläche umfassen<strong>de</strong>n lichten Waldreste setzen<br />

sich vor allem aus Eichen (Quercus sp.),<br />

Robinien (Robinia pseudoacacia), Rosskastanien<br />

(Aesculus hippocastanum), Kiefern (Pinus sp.),<br />

Faulbäumen (Rhamnus frangula), Ahorn (Acer<br />

sp.), Zypressen (Cupressus sp.), Buchsbäumen<br />

(Buxus sempervirens), Weißdorn (Crataegus monogyna),<br />

Hundsrosen (Rosa canina), Perückenbäumen<br />

(Cotinus coggygria) und Schlehen (Prunus<br />

spinosa) zusammen. Einige Schneisen und kleinere<br />

Lichtungen bieten geeignete Lebensräume für Reptilien<br />

(Abb. 1). Allerdings wer<strong>de</strong>n selbst diese<br />

Reste noch durch die Landwirtschaft bedroht, kleinere<br />

Fel<strong>de</strong>r dringen bereits in das Gebiet ein und<br />

zerschnei<strong>de</strong>n es immer mehr. Permanente Gewässer<br />

sind – bis auf das nahe Schwarze Meer – nicht<br />

vorhan<strong>de</strong>n, wohl aber bis zum späten Frühling<br />

einige temporäre Wasserlöcher.<br />

Überraschend häufig sind einige Hühnervögel.<br />

Bei einem Rundgang trifft man auf Fasane (Phasianus<br />

colchicus) und Rebhühner (Perdix perdix),<br />

die erschreckt auffliegen. Auch Feldhasen (Lepus<br />

europaeus) sind als typische Steppentiere öfter zu<br />

beobachten.<br />

Bemerkungen zur Herpetofauna<br />

Die ersten be<strong>de</strong>uten<strong>de</strong>ren Beiträge zur Herpetofauna<br />

<strong>de</strong>r Dobrudscha stammen von MERTENS (1920,<br />

1921, 1923), LEPSI (1927) und BACESCU (1934).<br />

Letzterer Autor erwähnt bereits einige Reptilienarten<br />

für <strong>de</strong>n Comorova-Wald: Testudo graeca ibera,<br />

Anguis fragilis, Podarcis muralis und Natrix tessellata.<br />

Soweit bekannt setzt sich die Herpetofauna<br />

heute aus sechs bis acht Arten zusammen, also<br />

<strong>de</strong>utlich weniger als zum Beispiel im NSG Padurea<br />

Hagieni vorkommen (SCHLÜTER 2003).<br />

Abb. 4. Männchen von Anguis fragilis<br />

colchicus<br />

Lacerta viridis meridionalis<br />

In <strong>de</strong>r Dobrudscha kommen sowohl Lacerta<br />

viridis viridis als auch Lacerta viridis meridionalis<br />

13 (2005) Heft 1


59<br />

Panor<br />

anorama<br />

ama<br />

vor, die sich wahrscheinlich stellenweise vermischen<br />

(FUHN & MERTENS 1959). Die meisten reinen<br />

Lacerta viridis meridionalis-Populationen kommen<br />

in <strong>de</strong>r südlichsten Dobrudscha (südlich von<br />

Konstanza und Oltina) vor. Charakteristische Merkmale<br />

dieser Unterart sind ein schlanker Wuchs, ein<br />

großes Massetericum (Schläfenplatte), eine einfarbige<br />

Kopfoberseite, bräunlich gefärbte Schwänze<br />

und Hintergliedmaßen auch bei Erwachsenen sowie<br />

eine geringe Schwarzfleckung <strong>de</strong>s grünen<br />

Rückens und eine blaue Kehle bei Männchen. Die<br />

Weibchen sind einfarbig grün gefärbt auf <strong>de</strong>m<br />

Rücken, teils schwarz gepunktet o<strong>de</strong>r weisen zwei<br />

helle dorsolaterale Längsstreifen auf.<br />

Die Smarag<strong>de</strong>i<strong>de</strong>chsen <strong>de</strong>r Dobrudscha sind<br />

ausschließlich Waldbewohner. Häufig trifft man sie<br />

auf Lichtungen an kleinen Holzstämmen und Geäst<br />

o<strong>de</strong>r auf Blätterhaufen (Abb. 2) beim Sonnen an.<br />

Bemerkenswert ist, dass BACESCU (1934) dieses<br />

häufigste Reptil <strong>de</strong>s Comorova-Wal<strong>de</strong>s nicht anführt<br />

und die Seltenheit entlang <strong>de</strong>r Küste zwischen<br />

Konstanza und Mangalia betont. Mit <strong>de</strong>m Schwund<br />

<strong>de</strong>r Reliktwäl<strong>de</strong>r ist natürlich auch die Smarag<strong>de</strong>i<strong>de</strong>chse<br />

stark gefähr<strong>de</strong>t, obwohl sie an <strong>de</strong>n verbliebenen<br />

Standorten immer recht häufig auftritt.<br />

Podarcis muralis albanica<br />

Bedauerlich ist, dass die Mauerei<strong>de</strong>chsenmeldung<br />

von BACESCU (1934) nicht bestätigt wer<strong>de</strong>n<br />

konnte. Die in <strong>de</strong>r Dobrudscha stark bedrohte<br />

Unterart Podarcis muralis albanica besie<strong>de</strong>lt heute<br />

vor allem Wäl<strong>de</strong>r mit Kalkfelsen, im bulgarischen<br />

Teil <strong>de</strong>r Dobrudscha auch geröllreiche Meeresufer<br />

(LEPSI 1927). Sie soll bei Comorova früher in einer<br />

Robinienpflanzung vorgekommen sein. Die Unterart<br />

zeichnet sich häufig durch weiße, schwarz gefleckte<br />

Bäuche bei Männchen aus, aufgrund <strong>de</strong>rer<br />

die Populationen <strong>de</strong>r Dobrudscha und <strong>de</strong>s Banats<br />

früher zu P. m. maculiventris gestellt wur<strong>de</strong>n (z. B.<br />

FUHN & VANCEA 1961). Die Grundfärbung <strong>de</strong>s<br />

Rückens ist bei Wald bewohnen<strong>de</strong>n, an Geäst<br />

leben<strong>de</strong>n Individuen bräunlich (z. B. Emine-Balkan),<br />

bei an offenen Felsflächen o<strong>de</strong>r Mauern klettern<strong>de</strong>n<br />

Individuen gräulich (z. B. Baltschik).<br />

Möglicherweise wur<strong>de</strong> die Mauerei<strong>de</strong>chse durch<br />

häufige Habitatverän<strong>de</strong>rungen (Rodungen, Wie<strong>de</strong>raufforstungen)<br />

im Gebiet o<strong>de</strong>r durch Konkurrenz<br />

durch Lacerta viridis meridionalis verdrängt –<br />

vielleicht trotz gründlicher Suche auch nur übersehen.<br />

Je<strong>de</strong>nfalls war die Smarag<strong>de</strong>i<strong>de</strong>chse, die seltsamerweise<br />

von BACESCU (1934) nicht erwähnt<br />

Abb. 5. Schneise im Comorova-Wald<br />

13 (2005) Heft 1


Panor<br />

anorama<br />

ama<br />

60<br />

wird, sehr häufig, eine Art, mit <strong>de</strong>r ich Podarcis<br />

muralis albanica (Abb. 3) gewöhnlich in Waldgebieten<br />

<strong>de</strong>r bulgarischen Schwarzmeerküste sympatrisch<br />

und syntop angetroffen habe. Seltsamerweise<br />

fehlt <strong>de</strong>r Fundorteintrag „Comorova“ in VANCEA<br />

(1958) in <strong>de</strong>r Verbreitungskarte, obwohl ihm die<br />

Arbeit von BACESCU (1934) vorlag, taucht aber<br />

wie<strong>de</strong>r in FUHN & VANCEA (1961) auf.<br />

Abb. 6. Hierophis caspius<br />

Abb. 7. Natrix tessellata<br />

Abb. 8. Jungtier von Testudo graeca<br />

ibera<br />

Anguis fragilis colchicus<br />

Die Blindschleiche (Anguis fragilis colchicus)<br />

gehört zu <strong>de</strong>n seltensten Reptilienarten <strong>de</strong>r Dobrudscha.<br />

Ältere Männchen (Abb. 4) fallen durch zahlreiche<br />

blaue Rückenflecken auf. Da Blindschleichen<br />

vorwiegend feuchtere Habitate bevorzugen,<br />

ist es nicht verwun<strong>de</strong>rlich, dass nur zwei Fundorte<br />

aus <strong>de</strong>r Dobrudscha bekannt sind (STUGREN et al.<br />

1962). Neben Atmagea ist dies Comorova, von wo<br />

sie seit BACESCU (1934) aus einer Robinienanpflanzung<br />

bekannt ist und auch heute noch vorkommt.<br />

Das Fehlen in trockenen Habitaten wird durch<br />

Futtermangel (Nacktschnecken und Regenwürmer,<br />

beson<strong>de</strong>rs im Sommer) erklärt. Einige Individuen<br />

setzen sich beson<strong>de</strong>rs gerne vormittags auf Lichtungen<br />

o<strong>de</strong>r Schneisen (Abb. 5) zwischen Gras und<br />

Ästen <strong>de</strong>r wärmen<strong>de</strong>n Sonnenstrahlung aus. So<br />

konnte ein einziges Männchen ent<strong>de</strong>ckt wer<strong>de</strong>n.<br />

Hierophis caspius<br />

Die bis über zwei Meter lange Kaspische Pfeilnatter<br />

(Hierophis caspius) gehört zu <strong>de</strong>n häufigsten<br />

Schlangen <strong>de</strong>r Dobrudscha. In <strong>de</strong>n trockenen Steppenregionen<br />

macht sie Jagd auf die Taurische Ei<strong>de</strong>chse<br />

(Podarcis t. taurica), während in Waldgebieten<br />

die Smarag<strong>de</strong>i<strong>de</strong>chse (Lacerta viridis) die<br />

Hauptnahrung darstellt (LEPSI 1927, BACESCU 1934).<br />

Einige Individuen erweisen sich beim Fang als<br />

äußerst wehrhaft und beißen kräftig zu, während<br />

an<strong>de</strong>re nur <strong>de</strong>n Inhalt ihrer Kloakendrüsen entleeren.<br />

Das abgebil<strong>de</strong>te, etwa 150 cm lange Individuum<br />

(Abb. 6) wur<strong>de</strong> zusammengeringelt und schlafend<br />

im hohen Gras gefangen. Der Hauptfeind <strong>de</strong>r<br />

Kaspischen Pfeilnatter dürfte <strong>de</strong>r Mensch sein.<br />

Neben Biotopzerstörung wer<strong>de</strong>n in Rumänien<br />

immer noch häufig Schlangen grundlos erschlagen.<br />

Natrix tessellata<br />

Die Würfelnatter (Natrix tessellata) ist an Seen<br />

und <strong>de</strong>r Meeresküste – beson<strong>de</strong>rs im Ufergeröll –<br />

<strong>de</strong>r Dobrudscha stellenweise sehr häufig und weit<br />

verbreitet (BACESCU 1934). Ihre Hauptnahrung besteht<br />

aus Fischen, die sie sogar aus <strong>de</strong>m seichten<br />

Meer (1-2 m Tiefe) fängt. Dazu soll sie nach LEPSI<br />

(1927) entlang <strong>de</strong>r Coasta <strong>de</strong> Argint zwischen<br />

untergetauchten Felsen <strong>de</strong>n relativ schwerfällig fliehen<strong>de</strong>n<br />

Schwarzgrun<strong>de</strong>ln (Gobius niger) auflau-<br />

13 (2005) Heft 1


61<br />

Panor<br />

anorama<br />

ama<br />

ern. Sie kommt auch heute noch an <strong>de</strong>r Küste bei<br />

Neptun in <strong>de</strong>r unmittelbaren Nähe <strong>de</strong>s Comorova-<br />

Wal<strong>de</strong>s vor (Abb. 7), von wo sie seit BACESCU<br />

(1934) bekannt ist, sowie an <strong>de</strong>n Seen (Neptun-,<br />

Jupitersee) <strong>de</strong>r Umgebung. <strong>Im</strong> Comorova-Wald<br />

fehlt sie mangels geeigneter Gewässer.<br />

Testudo graeca ibera<br />

Die Art erreicht in <strong>de</strong>r Dobrudscha <strong>de</strong>n Nordrand<br />

ihrer Verbreitung. FUHN & VANCEA (1961)<br />

führen noch etwa 55 Fundorte für die Maurische<br />

Landschildkröte in <strong>de</strong>r Dobrudscha an. Ihre Population<br />

ist aber mittlerweile stark im Rückgang begriffen.<br />

U<strong>ms</strong>o erfreulicher ist es, dass sie sich im<br />

Comorova-Wald noch fortpflanzt, wie <strong>de</strong>r Fund<br />

eines 6 cm langen Jungtieres zeigt (Abb. 8). Dieses<br />

Individuum wur<strong>de</strong> am Rand eines in <strong>de</strong>n Wald<br />

hineinreichen<strong>de</strong>n Fel<strong>de</strong>s (Abb. 9) ent<strong>de</strong>ckt. Adulti<br />

wur<strong>de</strong>n im Zentrum <strong>de</strong>s Fel<strong>de</strong>s beobachtet. Nach<br />

BACESCU (1934) ernähren sich die Schildkröten <strong>de</strong>s<br />

Comorova-Wal<strong>de</strong>s zu einem großen Teil von Schlehenblättern.<br />

Bufo viridis viridis<br />

Die Wechselkröte (Abb. 10) ist <strong>de</strong>r am weitesten<br />

verbreitete Lurch <strong>de</strong>r Dobrudscha (COGALNICEANU<br />

1991). Die sehr anpassungsfähige Art ist fast überall<br />

gegenwärtig, auch in <strong>de</strong>r Nähe menschlicher Siedlungen,<br />

sodass ihr Vorkommen im Comorova-<br />

Wald nicht überrascht. Obwohl permanente Gewässer<br />

fehlen, ist sie recht häufig und auch tagsüber<br />

an schattigen Stellen, beson<strong>de</strong>rs an feuchten Feldrän<strong>de</strong>rn,<br />

anzutreffen. Sie vermag es wohl, die bis<br />

zum späten Frühling bestehen<strong>de</strong>n temporären Minigewässer<br />

(Pfützen) zur Fortpflanzung zu nutzen.<br />

So kommt es in <strong>de</strong>r Dobrudscha gewöhnlich En<strong>de</strong><br />

Mai o<strong>de</strong>r Anfang Juni zum so genannten „Krötenregen“.<br />

Die nur etwa 1 cm langen Jungkrötchen<br />

haben dann fast alle zur gleichen Zeit ihre Metamorphose<br />

been<strong>de</strong>t und halten sich oft zu Tausen<strong>de</strong>n in<br />

<strong>de</strong>r Umgebung <strong>de</strong>r Laichgewässer auf.<br />

Weitere mögliche Arten<br />

Aus <strong>de</strong>r näheren Umgebung (ca. 10-15 km) sind<br />

weitere Arten bekannt, die bisher noch nicht im<br />

o<strong>de</strong>r am Ran<strong>de</strong> <strong>de</strong>s Comorova-Wal<strong>de</strong>s gefun<strong>de</strong>n<br />

wur<strong>de</strong>n. Die Vierstreifennatter (Zamenis quatuorlineata<br />

sauromates), die Riesensmarag<strong>de</strong>i<strong>de</strong>chse<br />

(Lacerta trilineata dobrogica), die Taurische Ei<strong>de</strong>chse<br />

(Podarcis taurica taurica) und die Zaunei<strong>de</strong>chse<br />

(Lacerta agilis chersonensis) sind aus <strong>de</strong>r<br />

Umgebung <strong>de</strong>s Techirghiol-Sees, von Tuzla o<strong>de</strong>r<br />

Mangalia bekannt. Die Ringelnatter (Natrix natrix<br />

persa) gilt allgemein im rumänischen Küstengebiet<br />

Abb. 9. Ein in <strong>de</strong>n Wald hineinreichen<strong>de</strong>s Feld<br />

13 (2005) Heft 1


Panor<br />

anorama<br />

ama<br />

62<br />

südlich von Konstanza als sehr selten (BACESCU<br />

1934, 1937, 1959; FUHN & VANCEA 1961). Nach<br />

CALINESCU (1931) und COGALNICEANU (1991) leben<br />

auch die Knoblauchkröte (Pelobates fuscus fuscus),<br />

die Syrische Schaufelkröte (Pelobates syriacus<br />

balcanicus), <strong>de</strong>r Europäische Laubfrosch (Hyla<br />

arborea arborea) und <strong>de</strong>r Seefrosch (Rana ridibunda)<br />

in <strong>de</strong>r südlichen Dobrudscha. Zumin<strong>de</strong>st<br />

die bei<strong>de</strong>n zuletzt genannten Froschlurche kommen<br />

aber mangels geeigneter Laichgewässer im Comorova-Wald<br />

nicht vor. Von <strong>de</strong>n Pelobates-Arten<br />

sollte insbeson<strong>de</strong>re die Syrische Schaufelkröte<br />

zumin<strong>de</strong>st in <strong>de</strong>r unmittelbaren Umgebung vorkommen<br />

und lediglich aufgrund ihrer versteckten<br />

Lebensweise übersehen wor<strong>de</strong>n sein.<br />

Abb. 10. Bufo viridis viridis<br />

Fazit<br />

Einschließlich <strong>de</strong>r Würfelnatter wur<strong>de</strong>n sechs<br />

Amphibien- und Reptilienarten im Comorova-Wald<br />

o<strong>de</strong>r in <strong>de</strong>r unmittelbaren Umgebung gefun<strong>de</strong>n. Für<br />

<strong>de</strong>n Erhalt <strong>de</strong>s kleinen Reservates wer<strong>de</strong>n weitere<br />

Schutzmaßnahmen dringend empfohlen, insbeson<strong>de</strong>re<br />

ist eine weitere Einschränkung <strong>de</strong>r Waldflächen<br />

durch die Landwirtschaft zu verhin<strong>de</strong>rn. An<strong>de</strong>rerseits<br />

können die Reptilien auf Dauer nur überleben,<br />

wenn durch Pflegemaßnahmen sonnige Lichtungen<br />

und Schneisen erhalten bleiben. Ein negativer<br />

Einfluss durch Urlauber aus <strong>de</strong>m nahe gelegenen<br />

und im Sommer stark besuchten Seebad Neptun<br />

könnte durch höhere Absperrungen gemil<strong>de</strong>rt<br />

wer<strong>de</strong>n. Damit könnte auch eine illegale Jagd auf<br />

die Fasane und Rebhühner unterbun<strong>de</strong>n wer<strong>de</strong>n.<br />

Schriften<br />

BACESCU, M. (1934): Contributions à la faune <strong>de</strong>s<br />

reptiles <strong>de</strong> Dobrodgea. – Ann. scient. Univ.<br />

Jassy, 19(-4): 317-330.<br />

— (1937): Contributions á la connaissance <strong>de</strong>s<br />

reptiles et <strong>de</strong>s amphibiens <strong>de</strong> la Roumanie. Etu<strong>de</strong><br />

<strong>de</strong> la Collection <strong>de</strong> Mr. le Professeur A. Popovici-Biznosanu.<br />

– Ann. Sci. Univ. Jassy, 24(2):<br />

1-10.<br />

— (1959): Fauna <strong>de</strong> tip relict <strong>de</strong> la coada lacului<br />

Techirghiol. – Vol. omagial, Agigea. [zit. nach<br />

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CALINESCU, R. I. (1931): Contributiuni sistematice si<br />

zoogeographice la studiul amphibiilor si reptilelor<br />

din România. – Acad. Rom. Mem. sect. st.,<br />

Bucuresti, Ser. III, 7(7): 1-173.<br />

COGALNICEANU, D. (1991): A preliminary report on<br />

the geographical distribution of amphibians in<br />

Romania. – Rev. Roum. Biol., Ser. Biol. Anim.,<br />

Bucuresti, 36: 39-50.<br />

FUHN, I. E. & R. MERTENS (1959): Das Vorkommen<br />

von Lacerta viridis meridionalis in Rumänien.<br />

– Senck. biol., Frankfurt, 40: 121-126.<br />

FUHN, I. E. & S. VANCEA (1961): Fauna Republicii<br />

Populare Romîne. Vol. XIV.2: Reptilia. – Bucuresti<br />

(Ed. Acad. R. P. R. ), 338 S.<br />

LEPSI, J. (1927): Beiträge zur Reptilienfauna <strong>de</strong>r<br />

südöstlichen Dobrudscha. – Verh. Mitt. Siebenb.<br />

Ver. Naturwiss., Hermannstadt, 77: 27-<br />

50.<br />

MERTENS, R. (1920): Die Amphibien und Reptilien<br />

<strong>de</strong>r Walachei und <strong>de</strong>r Dobrudscha. I. Die Amphibien.<br />

– Senck. biol., Frankfurt, 2: 236-238.<br />

MERTENS, R. (1921): Die Amphibien und Reptilien<br />

<strong>de</strong>r Walachei und <strong>de</strong>r Dobrudscha. II. Die Reptilien.<br />

– Senck. biol., Frankfurt, 3: 20-23.<br />

— (1923): Beiträge zur Herpetologie Rumäniens. –<br />

Senck. biol., Frankfurt, 5: 207-227.<br />

SCHLÜTER, U. (2003): Die Herpetofauna <strong>de</strong>s NSG<br />

Padurea Hagieni in Rumänien. – elaphe (N.F.),<br />

11(1): 60-65.<br />

STUGREN, B., I. E. FUHN & N. POPOVICI (1962):<br />

Untersuchungen über die Systematik <strong>de</strong>r Blindschleiche<br />

(Anguis fragilis L.) in Rumänien. –<br />

Zool. Anz., 169: 460-466.<br />

VANCEA (1958): Contributii la sistematica si ecologia<br />

lacerti<strong>de</strong>lor din R. P. R. III. Sopirla <strong>de</strong> ziduri<br />

– Lacerta muralis muralis LAURENTUS. – Acad.<br />

R. P. R. Filiala Iasi, Studii si Cerc. Stiint. Biol.<br />

St. Agricole, Iasi, 9(1): 73-84.<br />

Autor<br />

UWE SCHLÜTER<br />

Mohrhennsfeld 16<br />

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13 (2005) Heft 1


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Panor<br />

anorama<br />

ama<br />

64<br />

Carina M. Knappe<br />

Beobachtung eines Rivalenkampfes bei<br />

Que<strong>de</strong>nfeldtia trachyblepharus im Hohen Atlas<br />

Während einer zoologischen Exkursion nach Marokko Anfang <strong>de</strong>s Jahres<br />

2004 hatten wir am 11. März im Hohen Atlas bei Oukaime<strong>de</strong>n das<br />

Glück, einen Rivalenkampf zwischen zwei männlichen Tieren <strong>de</strong>s<br />

Atlas-Taggeckos (Que<strong>de</strong>nfeldtia trachyblepharus) beobachten zu können.<br />

Die Gattung Que<strong>de</strong>nfeldtia beinhaltet zwei Arten:<br />

Que<strong>de</strong>nfeldtia trachyblepharus (BOETTGER<br />

1874), <strong>de</strong>n Atlas-Taggecko und Que<strong>de</strong>nfeldtia<br />

moerens (CHABANAUD 1916), <strong>de</strong>n Marokko-Taggecko.<br />

Bei<strong>de</strong> Arten sind für Marokko en<strong>de</strong>misch.<br />

Que<strong>de</strong>nfeldtia trachyblepharus hat eine KRL von<br />

40 mm und eine SL von 57 mm, eine stämmige<br />

Gestalt und eher schlanke Extremitäten. Die Zehen<br />

sind an <strong>de</strong>r Basis leicht verbreitert und am distalen<br />

En<strong>de</strong> seitlich zusammengedrückt, die Haftpolster<br />

sind reduziert. Die Schnauze <strong>de</strong>s Geckos ist gerun<strong>de</strong>t<br />

und <strong>de</strong>r Kopf abgeflacht, die Pupillen sind rund.<br />

Der Artname trachyblepharus besteht aus <strong>de</strong>n<br />

griechischen Wörtern trachys = rau und blepharon<br />

Abb. 2. Eine Felsspalte als Versteck für<br />

Que<strong>de</strong>nfeldtia trachyblepharus im Hohen<br />

Atlas, 2522 m<br />

Abb. 1. Habitat von Que<strong>de</strong>nfeldtia trachyblepharus im Hohen Atlas bei Oukaime<strong>de</strong>n,<br />

2640 m. – Fotos: C. Knappe<br />

13 (2005) Heft 1


65<br />

Panor<br />

anorama<br />

ama<br />

Abb. 3 und 4. Zwei männliche Exemplare von<br />

Que<strong>de</strong>nfeldtia trachyblepharus im Hohen<br />

Atlas bei Oukaime<strong>de</strong>n, 2640 m<br />

= Augenlid. Dem Namen zufolge sind die oberen<br />

Augenli<strong>de</strong>r am Rand mit mehreren vorspringen<strong>de</strong>n<br />

dreieckigen Schuppen besetzt, was sich auch im<br />

englischen Namen „Thorny-eyelid<strong>de</strong>d gecko“ zeigt<br />

(SCHLEICH et al. 1996).<br />

Was die Färbung <strong>de</strong>r Geckos betrifft, so variiert<br />

diese sehr stark, selbst bei Tieren, die <strong>de</strong>n gleichen<br />

Lebensraum besie<strong>de</strong>ln. Die Grundfarbe <strong>de</strong>r Tiere<br />

ist grau, kann aber auch ins Schwärzliche, Bräunliche<br />

und Grünliche gehen. Auf <strong>de</strong>m Rücken befin<strong>de</strong>t<br />

sich ein Muster aus Punkten, die verschie<strong>de</strong>ne<br />

Farben in unterschiedlichen Kombinationen aufweisen<br />

können: schwarz, weiß, grün, rot, hellblau<br />

und grünblau (SCHLEICH et al. 1996).<br />

Bei Que<strong>de</strong>nfeldtia trachyblepharus ist ein <strong>de</strong>utlicher<br />

Sexualdichromatismus vorhan<strong>de</strong>n. So wird<br />

unter An<strong>de</strong>rem folgen<strong>de</strong> Variante angegeben: männliche<br />

Tiere mit weißlichgrau bis hellgrau geflecktem,<br />

schwarzen Vor<strong>de</strong>rkörper, <strong>de</strong>r Hinterkörper<br />

dorsal hellgrau mit rostroten Flecken. Die Weibchen<br />

dagegen grau mit zwei schwarzen Punktreihen,<br />

die sich seitlich <strong>de</strong>r Rückenmitte befin<strong>de</strong>n<br />

(RÖSLER, 1995). Für dominante Männchen wird<br />

zu<strong>de</strong>m eine rötliche o<strong>de</strong>r gelbliche Kopffärbung<br />

angegeben (SCHLEICH et al. 1996)<br />

Der Atlas-Taggecko ist, wie man seinem <strong>de</strong>utschen<br />

Namen bereits entnehmen kann, tagaktiv.<br />

Morgens wird er schon sehr früh aktiv und erwartet,<br />

die Schnauze aus <strong>de</strong>m Schlupfwinkel herausgestreckt,<br />

die ersten Sonnenstrahlen (SCHLEICH et al.<br />

1996). Er lebt auf felsigem Bo<strong>de</strong>n, an Felswän<strong>de</strong>n,<br />

die einige Spalten und Ritzen aufweisen und auf<br />

Gesteinsbrocken (vgl. Abb. 1). Zur Höhenverbreitung<br />

<strong>de</strong>s Geckos fin<strong>de</strong>t man in <strong>de</strong>r Literatur unterschiedliche<br />

Angaben, die zum Teil stark voneinan<strong>de</strong>r<br />

abweichen. Die Höhenangaben von Normalnull bis<br />

4000 m (SCHLEICH et al. 1996) beinhalten alle Angaben.<br />

Que<strong>de</strong>nfeldtia trachyblepharus wird auch für<br />

die Marokkanische Sahara, dort zum Teil auf mehreren<br />

Quadratmeter großen Felsbrocken, die ringsum<br />

von Sand umgeben sind, angegeben und ab einer<br />

Höhe von 2000 m als das häufigste Reptil angeführt<br />

(SCHLEICH et al. 1996). Que<strong>de</strong>nfeldtia trachyblepharus<br />

ist außer<strong>de</strong>m das Reptil Marokkos, das generell<br />

die größte Höhe erreicht (BONS & GENIEZ, 1996).<br />

Um sich bei Gefahr zu verstecken, verschwin<strong>de</strong>n<br />

diese Tiere unter Steinen o<strong>de</strong>r nutzen Risse und<br />

Felsspalten, um sich darin zu verkriechen (vgl.<br />

Abb. 2). Dieses Verhalten konnten wir mehrmals<br />

bei verschie<strong>de</strong>nen, nicht am Revierkampf beteiligten<br />

Exemplaren von Que<strong>de</strong>nfeldtia trachyblepharus<br />

beobachten, als wir <strong>de</strong>ren Fluchtdistanz von<br />

etwa einem Meter unterschritten hatten. Allerdings<br />

zeigten sich die Tiere auch recht schnell wie<strong>de</strong>r,<br />

wenn wir still an gleicher Stelle stehen blieben.<br />

Felsspalten wer<strong>de</strong>n außer<strong>de</strong>m als Eiablageplätze<br />

genutzt (ROGNER, 1992), das einzige hartschalige Ei<br />

kann aber auch unter Steinen versteckt wer<strong>de</strong>n<br />

(HENKEL & SCHMIDT, 2003).<br />

Zum Teil sind diese Unterschlupf bieten<strong>de</strong>n<br />

Spalten mehrere Meter tief und weisen ein Mikroklima<br />

auf, das nahe am Jahresdurchschnitt liegt.<br />

Dorthin können sich die Geckos sowohl zur Überwinterung<br />

als auch während extremer Sommerhitze<br />

zurückziehen; an sonnigen Wintertagen sind die<br />

Tiere aber aktiv. Ob dies allerdings auch in <strong>de</strong>n<br />

höchstgelegenen Verbreitungsgebieten <strong>de</strong>r Fall ist,<br />

ist unbekannt (SCHLEICH et al. 1996).<br />

13 (2005) Heft 1


Panor<br />

anorama<br />

ama<br />

66<br />

Abb. 5. vorne: Drohgesten von Que<strong>de</strong>nfeldtia<br />

trachyblepharus: hochbeinige seitliche<br />

Präsentation, lateral abgeplatteter Körper<br />

und aufgeblähter Kehlsack (a., b., c., f.);<br />

hinten: Demutsgeste (e.)<br />

Kenntnisstand zur Populationsdichte und<br />

Verhaltensbiologie<br />

<strong>Im</strong> Hohen Atlas etwa 3 Tiere pro m² auf einzelnen,<br />

von Gras umgebenen Felsen. <strong>Im</strong> Antiatlas 4-<br />

6 adulte Tieren auf einem Felsbrocken von 2 m<br />

Höhe und in <strong>de</strong>r Ouarzazate-Gegend mehr als 100<br />

Geckos auf einer Fläche von 2-3 ha (SCHLEICH et al.<br />

1996).<br />

Da Que<strong>de</strong>nfeldtia trachyblepharus kleine Kolonien<br />

von bis zu acht Tieren bil<strong>de</strong>t, ist ein umfangreiches<br />

Kommunikationssystem notwendig, um die<br />

Wechselbeziehungen zwischen <strong>de</strong>n verschie<strong>de</strong>nen<br />

Geckos zu regeln. Hierzu zeigen die Atlas-Taggeckos<br />

geringfügige akustische, aber vor allem optische<br />

Kommunikation mit zahlreichen verschie<strong>de</strong>nen<br />

Gesten.<br />

Was die Fortbewegung <strong>de</strong>r Atlas-Taggeckos<br />

betrifft, so konnten wir beobachten, wie diese Tiere<br />

sehr flink an <strong>de</strong>n Gesteinsblöcken hinauf und hinunter<br />

klettern und in <strong>de</strong>r Lage sind, problemlos über<br />

Felsspalten zu springen, die etwa 3,5 mal so breit<br />

sind wie ihre KRL.<br />

Wie bereits erwähnt, ist das Repertoire an Gesten,<br />

die zur optischen Kommunikation gehören, bei<br />

Que<strong>de</strong>nfeldtia trachyblepharus sehr vielfältig. In<br />

Tabelle 1 beschreibe ich die beobachteten optischen<br />

Signale in einer Gruppe von zwei Männchen und<br />

zwei Weibchen im Hohen Atlas nach SCHLEICH et al.<br />

1996, bevor ich das von uns beobachtete Verhalten<br />

<strong>de</strong>r bei<strong>de</strong>n Atlas-Taggeckos schil<strong>de</strong>re.<br />

a. Hochbeinig a. und b. oft gemeinsam, in Konfliktsituationen<br />

b. Hochgewölbter Rücken<br />

c. Seitliche Präsentation a., b. und c. während Drohung gegenüber kleinen Nicht-Artgenossen<br />

o<strong>de</strong>r imponieren<br />

d. Vor<strong>de</strong>rkörper aufgerichtet imponieren<br />

e. Vor<strong>de</strong>rkörper tief unterwürfig, gegensätzlich zu d.<br />

f. Kehlsack aufgebläht imponieren, stets in Kombination, ausschließlich bei Männchen?<br />

g. Schnelles vertikales Nicken etwa 4 mal Nicken pro Sekun<strong>de</strong>; geringe Aggression und epigam,<br />

bei dominanten Tieren mit größerer Auslenkung,<br />

längeren Sequenzen und wie<strong>de</strong>rholt<br />

h. Liegestützen einzelnes Kopfnicken; hochaggressiv, unmittelbar davor, <strong>de</strong>n<br />

Gegner anzugreifen<br />

i. Seitliches Kopfschwenken etwa 1 mal Kopfschwenken in 2 Sekun<strong>de</strong>n, stets mit g. kombiniert<br />

und lediglich bei Männchen, während sozialer Auseinan<strong>de</strong>rsetzungen<br />

j. Abgehackter Gang nur 1 mal in Kombination gesehen; Fortbewegung und imponieren<br />

k. Ruckartiges Kopfheben Reviermarkierung währen<strong>de</strong>n überraschen<strong>de</strong>n Begegnungen mit<br />

Artgenossen o<strong>de</strong>r vor/nach Fortbewegung<br />

l. Schwanzschlag/-welle Erregung; z. B. beim Jagen von Fliegen; nach <strong>de</strong>m Rennen o<strong>de</strong>r<br />

Springen<br />

Tabelle 1. Optische Signale von Que<strong>de</strong>nfeldtia trachyblepharus (übersetzt und verän<strong>de</strong>rt<br />

nach SCHLEICH et al. 1996)<br />

13 (2005) Heft 1


67<br />

Panor<br />

anorama<br />

ama<br />

Abb. 6. vorne: sehr<br />

<strong>de</strong>utliche Demutsgeste<br />

(e.); hinten: Drohhaltung<br />

mit hochbeiniger und<br />

hochrückiger seitlichen<br />

Präsentation und leicht<br />

aufgeblähtem Kehlsack<br />

(a., b., c., f.). – Foto: S.<br />

Fritz<br />

Abb. 7. Anheben eines Vor<strong>de</strong>rbeines<br />

während <strong>de</strong>s Drohens bei hochbeiniger<br />

Position mit angehobenem Schwanz und<br />

aufgeblähtem Kehlsack (a., f.)<br />

Die meisten Signale können in verschie<strong>de</strong>nen<br />

Stärken auftreten und können zu<strong>de</strong>m mit an<strong>de</strong>ren<br />

Gesten kombiniert wer<strong>de</strong>n, wodurch ein großer<br />

Umfang an Ausdrucksweisen für <strong>de</strong>n Gemütszustand<br />

<strong>de</strong>s Geckos entsteht.<br />

Eigene Beobachtungen<br />

Wir beobachteten das Verhalten von zwei Atlas-<br />

Taggeckos im Hohen Atlas bei Oukaime<strong>de</strong>n in<br />

einer Höhe von 2640 m um die Mittagszeit bei<br />

Sonnenschein und einer Temperatur von etwa 18-<br />

20 °C. Wir gehen davon aus, dass es sich um<br />

Männchen han<strong>de</strong>lte, da die gelbe Färbung <strong>de</strong>s<br />

Kopfes und <strong>de</strong>r Kehle bei bei<strong>de</strong>n Tieren sehr<br />

auffällig war, eines <strong>de</strong>r Tiere zeigte zu<strong>de</strong>m eine<br />

leicht rötliche Schnauze.<br />

Die bei<strong>de</strong>n Exemplare hatten eine Gesamtlänge<br />

von etwa 10 cm, eine Größe von etwa 12 cm GL<br />

ist mögliche (ROGNER, 1992). Den Literaturangaben<br />

zufolge han<strong>de</strong>lte es sich also um adulte Atlas-<br />

Taggeckos. Die hellgraue Grundfärbung <strong>de</strong>s einen<br />

Tieres stimmt mit <strong>de</strong>n Literaturangaben überein,<br />

das an<strong>de</strong>re Tier hatte dagegen eine hellblaue dorsale<br />

Grundfarbe; bei<strong>de</strong> Geckos wiesen auf <strong>de</strong>m Rücken<br />

ein schwarzes Punktmuster auf (vgl. Abb. 3 und 4).<br />

Der Rivalenkampf wird in <strong>de</strong>n Abbildungen 5-<br />

9 dokumentiert. Zu Beginn unserer Beobachtungen<br />

stellte sich zunächst eines <strong>de</strong>r bei<strong>de</strong>n Tiere seitlich<br />

zu seinem Gegner, sodass die bei<strong>de</strong>n Geckos eine<br />

orthogonale Position zueinan<strong>de</strong>r hatten. Das Tier,<br />

das diese seitliche Präsentation ausführte, begann<br />

nun entsprechend <strong>de</strong>n Angaben unter g. zu Nicken,<br />

worauf das an<strong>de</strong>re Tier ebenfalls mit Nicken reagierte.<br />

Das sich seitlich präsentieren<strong>de</strong> Tier richtete<br />

sich nun hochbeinig auf und hob zu<strong>de</strong>m <strong>de</strong>n<br />

Schwanz empor, sodass lediglich seine Füße Kontakt<br />

zum Felsen behielten. Daraufhin hob es außer<strong>de</strong>m<br />

für wenige Sekun<strong>de</strong>n eines seiner Vor<strong>de</strong>rbeine<br />

an.<br />

Teilweise folgten auf die bisherigen Signale ein<br />

laterales Abplatten <strong>de</strong>s Körpers, was <strong>de</strong>n Gecko<br />

massiger erscheinen lässt, da <strong>de</strong>r Gegner auf eine<br />

breitere Körperseite blickt; auch das Aufblähen <strong>de</strong>s<br />

Kehlsackes konnten wir mehrmals beobachten.<br />

Während dieses gesamten Drohverhaltens verharrte<br />

das an<strong>de</strong>re Tier meist in Demutsposition, in<strong>de</strong>m<br />

es <strong>de</strong>n gesamten Körper flach auf <strong>de</strong>n Bo<strong>de</strong>n<br />

drückte.<br />

Nach<strong>de</strong>m <strong>de</strong>r drohen<strong>de</strong> Gecko seinen hochgestellten<br />

Körper wie<strong>de</strong>r in seine gewöhnliche Position<br />

gebracht hatte, führten bei<strong>de</strong> Tiere hektische<br />

Bewegungen aus, die einem ruckartigen Schlängeln<br />

glichen. Eventuell entspricht dieses Verhalten einer<br />

Kombination von j. (abgehackter Gang) und l.<br />

(Schwanzschlag/-welle).<br />

<strong>Im</strong> Anschluss an das geschil<strong>de</strong>rte Verhalten<br />

wur<strong>de</strong>n entwe<strong>de</strong>r die oben genannten Gesten wie<strong>de</strong>rholt,<br />

zum Teil mit vertauschten Rollen, nach<strong>de</strong>m<br />

sich das bisher unterwürfige Tier seitlich zu seinem<br />

13 (2005) Heft 1


Panor<br />

anorama<br />

ama<br />

68<br />

Abb. 8. links: Nur eine ange<strong>de</strong>utete<br />

Drohposition, da <strong>de</strong>r Gegner<br />

kaum sichtbar ist und somit das<br />

Verhalten nicht an <strong>de</strong>ssen Reaktion<br />

angepasst wer<strong>de</strong>n kann;<br />

schwach aufgeblähter Kehlsack<br />

und leicht hochbeinige seitliche<br />

Präsentation, <strong>de</strong>r Schwanz ist<br />

nicht angehoben (a., c., f.); rechts:<br />

Unterwerfungsgeste (e.)<br />

Abb. 9. Position <strong>de</strong>r bei<strong>de</strong>n Tiere zwischen zwei Abschnitten <strong>de</strong>s Rivalenkampfes,<br />

bei<strong>de</strong> Atlas-Taggeckos zeigen einen leicht aufgeblähten Kehlsack (f.). – Foto: S. Fritz<br />

Gegner ausgerichtet hatte, o<strong>de</strong>r eines <strong>de</strong>r Tiere<br />

entfernte sich ein größeres Stück (bis etwa 1,5 m).<br />

Daraufhin folgte ihm <strong>de</strong>r an<strong>de</strong>re Gecko und <strong>de</strong>r<br />

Rivalenkampf begann dort von neuem.<br />

Nach<strong>de</strong>m einer <strong>de</strong>r Geckos seinen Rivalen verfolgt<br />

hatte, als dieser sich kurz vor En<strong>de</strong> <strong>de</strong>s<br />

Kampfes ein Stück entfernte, konnten wir ein einziges<br />

Mal während <strong>de</strong>r Konfrontation einen plötzlichen,<br />

etwa zwei Sekun<strong>de</strong>n dauern<strong>de</strong>n Angriff<br />

dieses Geckos auf seinen Gegner beobachten. Es<br />

blieb aber bei einem kurzen, körperlichen Kontakt<br />

ohne sichtbaren Verletzungen.<br />

Schlussendlich war dieser Konflikt zwischen<br />

<strong>de</strong>n bei<strong>de</strong>n Geckos nach etwa 15 Minuten been<strong>de</strong>t,<br />

nach<strong>de</strong>m das schwächer gefärbte Tier <strong>de</strong>n Felsblock<br />

endgültig und ohne weitere Angriffe <strong>de</strong>s<br />

Gegners verlassen hatte.<br />

Dank<br />

Ich bedanke mich bei SUSANNE FRITZ und KER-<br />

STIN NAGEL für ihre Mitbeobachtung und für unsere<br />

gemeinsame Rekonstruktion <strong>de</strong>s Rivalenkampfes<br />

in Marokko. Ein zusätzliches Dankeschön an SUS-<br />

ANNE, die ihre schönen Bil<strong>de</strong>r zur Verfügung gestellt<br />

hat. Des Weiteren danke ich ANDREAS HELM-<br />

DAG für seine interpretatorische, literarische und<br />

motivatorische Unterstützung.<br />

Schriften<br />

BONS, J. & P. GENIEZ (1996): Amphibiens et Reptiles<br />

du Maroc. – AHE Barcelona.<br />

HENKEL, F.W. & W. SCHMIDT (2003): Praxis Ratgeber<br />

Geckos. – Edition Chimaira, Frankfurt.<br />

LOVERIDGE, ARTHUR 1947 (1972): Revision of the<br />

African lizards of the family Gekkonidae. –<br />

Bulletin of the Museum of Comparative Zoology.<br />

98(1):1-469.<br />

ROGNER, M. (1992): Echsen 1. – Ulmer Verlag<br />

Stuttgart<br />

RÖSLER, H. (1995): Geckos <strong>de</strong>r Welt. – Urania<br />

Verlag Leipzig Jena Berlin.<br />

SCHLEICH, H. H., W. KÄSTLE & K. KABISCH (1996):<br />

Amphibians and Reptiles of North Africa. –<br />

Koeltz Scientific Publishers Koenigstein.<br />

Autorin<br />

CARINA M. KNAPPE<br />

Berkheimerstr. 31, D-73760 Ostfil<strong>de</strong>rn<br />

13 (2005) Heft 1


69<br />

Arbeitsgemeinschaften<br />

<strong>DGHT</strong>-AG Agamen<br />

Gründungstagung <strong>de</strong>r AG Agamen<br />

Bereits am 29.10. fan<strong>de</strong>n sich im nordrheinwestfälischen<br />

Hamm die ersten zwei Dutzend Gründungsveranstaltungsteilnehmer<br />

ein, um im Landgasthof<br />

„Langerbein“ in ländlichem Ambiente bei<br />

einer ausgiebigen Tafelei alte und neue Bekannte zu<br />

begrüßen. In geselliger Run<strong>de</strong> fand so mancher<br />

interessante Plausch statt, und auch <strong>de</strong>r Initiator <strong>de</strong>s<br />

Ganzen, MARTIN DIECKMANN, nahm an dieser Run<strong>de</strong><br />

teil, nicht ohne die letzten technischen Details<br />

und logistischen Anfor<strong>de</strong>rungen zu klären, zu prüfen<br />

und zu organisieren. Insgesamt waren 53 Teilnehmer<br />

vor Ort, und diese erfreuliche Resonanz<br />

zauberte auch <strong>de</strong>m sichtlich nervösen „Grün<strong>de</strong>rvater“<br />

MARTIN DIECKMANN ein entspanntes Lächeln<br />

auf die Lippen.<br />

Eröffnet wur<strong>de</strong> die Veranstaltung von Herrn<br />

Prof. Dr. BÖHME, <strong>de</strong>r in gewohnt wortgewaltiger<br />

Manier einen informativ-interessanten und humorigen<br />

Einblick in die Herpetologie und die Entstehung<br />

<strong>de</strong>s Museu<strong>ms</strong> A. König und <strong>de</strong>ssen Wer<strong>de</strong>gang<br />

vorstellte.<br />

Danach begann das offizielle Proze<strong>de</strong>re zur Wahl.<br />

Nach einigen einleiten<strong>de</strong>n Worten von MARTIN zur<br />

Gründungsi<strong>de</strong>e wur<strong>de</strong> Herr BISCHOFF zum Wahlleiter<br />

bestellt, und, nach<strong>de</strong>m einstimmig auf eine<br />

geheime Wahl verzichtet wur<strong>de</strong>, konnte die Wahl<br />

<strong>de</strong>s Leitungstea<strong>ms</strong> vonstatten gehen. Die Gemeinschaft<br />

einigte sich darauf, das Leitungsteam <strong>de</strong>r<br />

AG, bestehend aus 2 Personen, für 2 Jahre zu<br />

wählen. Die vakanten Posten wur<strong>de</strong>n folgen<strong>de</strong>rmaßen<br />

besetzt:<br />

Leiter <strong>de</strong>r AG Agamen: MARTIN DIECKMANN<br />

Kassenwart: NICOLA LUTZMANN<br />

Zur Kassenprüferin wur<strong>de</strong> SILVIA MACINA bestellt.<br />

Unter Leitung von MARTIN DIECKMANN wur<strong>de</strong>n<br />

anschließend folgen<strong>de</strong> Beschlüsse gefasst:<br />

– Die jährliche Kostenumlage für <strong>DGHT</strong>-Mitglie<strong>de</strong>r<br />

beläuft sich auf & 5,–, Nichtmitglie<strong>de</strong>r haben<br />

& 10,– zu entrichten.<br />

– Der Mitgliedsbeitrag wird, trotz <strong>de</strong>r fortgeschrittenen<br />

Jahreszeit, bereits für das Jahr 2004 entrichtet.<br />

– Die AG wird jährlich eine mehrtägige Tagung<br />

veranstalten. Ein fester Tagungsort wird noch<br />

nicht beschlossen. Die nächstjährige Tagung<br />

fin<strong>de</strong>t vom 28.-30.10.2005 erst einmal wie<strong>de</strong>r<br />

in Hamm statt.<br />

Nach <strong>de</strong>n logistischen Klärungen wur<strong>de</strong> die Frage<br />

<strong>de</strong>r AG-Publikation aufgeworfen, und das Problem<br />

<strong>de</strong>r Zersplitterung dieser in einzelne Kleinzeitschriften.<br />

Die AG Agamen wird gemeinsam mit <strong>de</strong>r AG<br />

Iguana die „neue“ Publikation bei<strong>de</strong>r AGs nutzen.<br />

Um weitere Belange abzu<strong>de</strong>cken, beschloss die<br />

Versammlung, die Publikation auch <strong>de</strong>r Unterordnung<br />

Chamaeleons zugänglich zu machen. Den<br />

anwesen<strong>de</strong>n Teilnehmern <strong>de</strong>s Leitungstea<strong>ms</strong> <strong>de</strong>r<br />

AG Chamaeleons wird angeboten, AG-intern <strong>de</strong>n<br />

Bedarf abzustimmen, und sich gegebenenfalls an<br />

<strong>de</strong>r neuen Publikation „IGUANA“ zu beteiligen.<br />

Die Antwort <strong>de</strong>s Leitungstemas <strong>de</strong>r AG Chamaeleons<br />

wird erwartet. Zur Abgabe von Manuskripten<br />

wur<strong>de</strong> aufgerufen. Für <strong>de</strong>n Fachbereich <strong>de</strong>r Agamen<br />

wur<strong>de</strong> ULRICH MANTHEY zum Schriftleiter vorgeschlagen;<br />

dieser nahm das Amt an. Die weiteren<br />

Details sind von <strong>de</strong>n Schriftleitern <strong>de</strong>r Iguana,<br />

Herrn GUNTHER KÖHLER und <strong>de</strong>m Gesamtschriftleiter<br />

Herrn WOLFGANG BISCHOFF zu klären.<br />

Nach<strong>de</strong>m <strong>de</strong>r logistische und organisatorische<br />

Teil <strong>de</strong>s Gründungstreffens abgearbeitet war, fand<br />

die Vorstellung <strong>de</strong>s „Posters <strong>de</strong>r AG Agamen“<br />

statt, das von ANGELIKA und SIEGFRIED TROIDL in<br />

Zusammenarbeit mit JÜRGEN DIECKMANN entworfen<br />

und angefertigt wur<strong>de</strong>. Es han<strong>de</strong>lt sich um eine sehr<br />

gelungene Arbeit, auf <strong>de</strong>r eine breite Palette von<br />

Agamen präsentiert wird. Die Bil<strong>de</strong>r wur<strong>de</strong>n von<br />

einigen Mitglie<strong>de</strong>rn <strong>de</strong>r AG zur Verfügung gestellt.<br />

Das Poster fand großen Anklang und ist für & 5,–<br />

zu erwerben.<br />

Nach einem gemeinsamen Mittagessen fand die<br />

geplante Vortragsreihe statt, die von <strong>de</strong>n Herren<br />

MANTHEY, BARTELS und LIESACK sehr kurzweilig<br />

gestaltet wur<strong>de</strong>. So ließen sich auch die lei<strong>de</strong>r<br />

kurzfristig abgesagten und somit fehlen<strong>de</strong>n Vorträge<br />

<strong>de</strong>r Herren WILMS und KIRSCHNER verschmerzen.<br />

Mit einem Gruppenfoto <strong>de</strong>r frisch gebackenen AG-<br />

Mitglie<strong>de</strong>r verabschie<strong>de</strong>ten sich die Teilnehmer von<br />

einer rundum gelungenen Veranstaltung.<br />

Das offizielle En<strong>de</strong> <strong>de</strong>r Gründungstagung wur<strong>de</strong><br />

gegen 17:00 Uhr angekündigt, und <strong>de</strong>r Tag<br />

klang dann tatsächlich für einige erst in <strong>de</strong>n frühen<br />

Morgenstun<strong>de</strong>n <strong>de</strong>s nächsten Tages aus.<br />

Zusammenfassend ist die Gründungstagung <strong>de</strong>r<br />

Arbeitsgemeinschaft Agamen in <strong>de</strong>r <strong>DGHT</strong> als<br />

erfolgreicher Start einer neuen Gemeinschaft zu<br />

bezeichnen. Vielleicht entschließen sich weitere<br />

Interessenten, dieser AG bei zutreten. Bei Interesse<br />

steht Herr MARTIN DIECKMANN als Ansprechpartner<br />

zur Verfügung.<br />

(SILVIA MACINA)<br />

13 (2005) Heft 1


Arbeitsgemeinschaften<br />

70<br />

<strong>DGHT</strong>-AG Chamäleons<br />

Einladung zur Jahrestagung 2005<br />

Die nächste Jahrestagung <strong>de</strong>r AG Chamäleons<br />

fin<strong>de</strong>t am 21. und 22. Mai 2005 wie<strong>de</strong>r einmal in<br />

<strong>de</strong>m schönen Städtchen Boppard statt. Wie im<br />

letzten Jahr wer<strong>de</strong>n wir im Einladungsschreiben für<br />

die bereits am Freitag Angereisten wie<strong>de</strong>r einen<br />

Treffpunkt für <strong>de</strong>n Freitagabend vorschlagen. Um<br />

schon einmal „Appetit“ auf einen <strong>de</strong>r jährlichen<br />

Höhepunkte <strong>de</strong>r Chamäleonsaison zu wecken, stellen<br />

wir hier das geplante Programm vor. Am Sa<strong>ms</strong>tag<br />

liegt <strong>de</strong>r Schwerpunkt auf <strong>de</strong>r Haltung diverser<br />

Chamäleon-Arten sowie auf neuen Erkenntnissen<br />

zu ihrer Anatomie. Der Sonntag nimmt uns mit auf<br />

eine Reise durch Ostafrika, neben Madagaskar <strong>de</strong>r<br />

zweite „Hot-Spot“ für Chamäleonliebhaber. Wir<br />

hoffen, dass für je<strong>de</strong>n etwas Interessantes dabei ist!<br />

Freitag, <strong>de</strong>n 20.05.2005<br />

Lockeres Treffen <strong>de</strong>r bereits Angereisten (Zeit und<br />

Ort wer<strong>de</strong>n noch mitgeteilt)<br />

Sa<strong>ms</strong>tag, <strong>de</strong>n 21.05.2005<br />

9.00 Uhr Anreise und Kaffee<br />

9.45 Uhr Begrüßung<br />

10.00 Uhr WOLFGANG SCHMIDT, Soest: „Haltung<br />

und Zucht verschie<strong>de</strong>ner Brookesia-Arten“<br />

10.45 Uhr Pause<br />

11.00 Uhr ANDREAS BÖHLE, Liebenau: „Erfahrungen<br />

bei <strong>de</strong>r Haltung von Hochland-Chamäleons“<br />

12.00 Uhr Mittagspause<br />

14.00 Uhr Mitglie<strong>de</strong>rversammlung<br />

15.30 Uhr Kaffeepause<br />

16.00 Uhr Dr. MATTHIAS OTT, Tübingen: „Die<br />

visuelle Welt <strong>de</strong>s Chamäleons“<br />

17.00 Uhr WOLFGANG SCHMIDT, Soest: „Rationelle<br />

Futtertierzuchten“<br />

17.45 Uhr Pause<br />

18.00 Uhr WALTER HERWIG, Siegen: „Haltung und<br />

Zucht von Bradypodion thamnobates“<br />

19.00 Uhr Gemeinsames Aben<strong>de</strong>ssen und anschließend<br />

gemütliches Beisammensein<br />

Sonntag, <strong>de</strong>n 22.05.2005<br />

9.30 Uhr Begrüßung und Kaffee<br />

10.00 Uhr JOACHIM WITTGEN, Eschweiler: „Eine<br />

Reise durch Uganda und Ruanda“<br />

11.00 Uhr Kaffeepause<br />

11.30 Uhr MATTHIAS GOCKEL, Dülmen & STEPHAN<br />

KALLAS, Wuppertal: „Auf <strong>de</strong>r Suche nach Chamäleons<br />

in Malawi“<br />

13.00 Uhr Verabschiedung und Ausklang bei einem<br />

Kaffee<br />

<strong>DGHT</strong>-AG Feldherpetologie<br />

Tagung „NATURA 2000 –<br />

Stand <strong>de</strong>r U<strong>ms</strong>etzung und Perspektiven<br />

<strong>de</strong>s Schutzes von Amphibien und Reptilien<br />

im Rahmen <strong>de</strong>r FFH-Richtlinie“<br />

Am 20. und 21. November 2004 trafen sich 120<br />

Herpetologen und Naturschutzexperten aus fünf<br />

europäischen Staaten in Potsdam , um sich über <strong>de</strong>n<br />

Stand <strong>de</strong>r U<strong>ms</strong>etzung <strong>de</strong>r FFH-Richtlinie in<br />

Deutschland und <strong>de</strong>n angrenzen<strong>de</strong>n Mitgliedsstaaten<br />

<strong>de</strong>r EU zu informieren. Die diesjährige herpetologische<br />

Fachtagung, die <strong>de</strong>r NABU in bewährter<br />

Zusammenarbeit mit <strong>de</strong>r AG Feldherpetologie <strong>de</strong>r<br />

<strong>DGHT</strong> organisierte, beleuchtete alle Aspekte <strong>de</strong>s<br />

Schutzes einheimischer Amphibien und Reptilien<br />

im Rahmen <strong>de</strong>r FFH-Richtlinie. Nach einem Überblick<br />

zum Stand <strong>de</strong>r U<strong>ms</strong>etzung in <strong>de</strong>n Bun<strong>de</strong>slän<strong>de</strong>rn<br />

und angrenzen<strong>de</strong>n Mitgliedsstaaten stan<strong>de</strong>n<br />

methodische und praktische Probleme beim Monitoring<br />

und bei <strong>de</strong>r Erstellung von Managementplänen<br />

im Mittelpunkt. Die Kurzfassungen <strong>de</strong>r Beiträge<br />

können im Internet unter: <strong>www</strong>.amphibienschutz.<strong>de</strong>/<br />

tagungen/natura2000.htm nachgelesen wer<strong>de</strong>n.<br />

Tagungsankündigung<br />

Die feldherpetologische Herbsttagung 2005 wird<br />

am 19. und 20. November 2005 in Neustadt am<br />

Rübenberge (Nie<strong>de</strong>rsachsen) stattfin<strong>de</strong>n und die<br />

Ringelnatter (Natrix natrix) zum Thema haben. Die<br />

langfristige Ankündigung <strong>de</strong>r Tagung soll die Möglichkeit<br />

geben, die kommen<strong>de</strong> Saison gezielt für<br />

Kartierungen und Untersuchungen zu nutzen. Die<br />

Organisatoren <strong>de</strong>r Tagung sind: INA BLANKE, Ahltener<br />

Str. 73, D-31275 Lehrte, E-Mail:<br />

inablanke@gmx.<strong>de</strong> und THOMAS BRANDT, Ökologische<br />

Schutzstation Steinhu<strong>de</strong>r Meer (ÖSSM e.V.),<br />

Hagenburger Str. 16, D-31547 Rehburg-Loccum,<br />

OT Winzlar, E-Mail: brandt@oessm.org.<br />

13 (2005) Heft 1


71<br />

Arbeitsgemeinschaften<br />

<strong>DGHT</strong>-AG Lacerti<strong>de</strong>n<br />

Jahrestagung vom 8. bis 10. April 2005 in Gersfeld-Altenfeld/Rhön<br />

Vorläufiges Programm<br />

ANNETTE BROSCHINSKI, Hannover: Designer-Food<br />

und Tischmanieren – ernährungsbiologische Beobachtungen<br />

an Gallotia galloti palmae<br />

RAINER WRANGEL, Kiel & RALF WOLLESEN, Hannover:<br />

Neues von <strong>de</strong>n Zaunei<strong>de</strong>chsen Schleswig-<br />

Holsteins<br />

MARTIN DIECKMANN, Hamm: Erfahrungen bei <strong>de</strong>r<br />

Terrarienhaltung von Prachtkielei<strong>de</strong>chsen Algyroi<strong>de</strong>s<br />

nigropunctatus<br />

EVGENI ROITBERG, Rostock: Geographische Variabilität<br />

<strong>de</strong>s Größenunterschieds zwischen <strong>de</strong>n Geschlechtern<br />

<strong>de</strong>r Zaunei<strong>de</strong>chse<br />

ESKANDAR RASTEGAR-POUYANI & ULRICH JOGER,<br />

Braunschweig: Iranische Arten <strong>de</strong>r Gattung Eremias,<br />

mit ersten Ergebnissen zur Phylogenie <strong>de</strong>s E.<br />

persica-Komplexes<br />

MARIO SCHWEIGER, Salzburg: Computerunterstützte<br />

GPS-Nutzung für je<strong>de</strong>rmann<br />

JOHANNES HILL, Wien: Verbreitung und Lebensräume<br />

<strong>de</strong>r Lacerti<strong>de</strong>n Österreichs<br />

WOLFGANG BÖHME, Bonn: Alttertiäre Ei<strong>de</strong>chsen und<br />

das Gold <strong>de</strong>r Ostsee (Abendvortrag am Freitag)<br />

GUNTRAM DEICHSEL, Biberach: Altweltliche Lacerti<strong>de</strong>n<br />

in Nordamerika und <strong>Im</strong>pressionen aus <strong>de</strong>r<br />

autochthonen Herpetofauna (Abendvortrag am<br />

Sa<strong>ms</strong>tag)<br />

Anmeldungen sind noch möglich, Spätentschlossene<br />

(nach <strong>de</strong>m 1. April) sollten sich wegen einer<br />

Unterkunft allerdings direkt an <strong>de</strong>n Inhaber <strong>de</strong>s<br />

Tagungslokals wen<strong>de</strong>n:<br />

Gasthof-Pension Forellenhof,<br />

Nallenweg 2, D-36129 Gersfeld-Altenfeld<br />

Inh. Claus Wahl,<br />

Tel. 06656/9617-0, Fax 06656/9617-37.<br />

Weitere Informationen: ROLF WARNECKE, Hel<strong>ms</strong>chero<strong>de</strong><br />

39, D-37581 Bad Gan<strong>de</strong>rsheim, E-Mail:<br />

rolfwarnecke@t-online.<strong>de</strong>.<br />

<strong>DGHT</strong>-AG Schildkröten<br />

Veranstaltungen<br />

Jahrestagung <strong>de</strong>r <strong>DGHT</strong>-AG Schildkröten<br />

vom 01. bis 03. April 2005 in Gera<br />

Rahmenprogramm:<br />

• Erneut besteht die Möglichkeit, die Literatursammlung<br />

zu vervollständigen, z. B. am Stand<br />

<strong>de</strong>r Buchhandlung Chimaira<br />

• MARION MINCH ist mit ihrer Verkaufsausstellung<br />

„Samenkiste“ vertreten und bietet Sämereien,<br />

Frühbeete und Terrarienzubehör an<br />

Tagungsgebühren:<br />

Sa<strong>ms</strong>tag/Sonntag 8,00 &<br />

nur Sa<strong>ms</strong>tag 8,00 &<br />

nur Sonntag 2,00 &<br />

Der Besuch <strong>de</strong>s Vortrags am Freitagabend ist<br />

allen Interessierten kostenfrei möglich!<br />

Freitag, <strong>de</strong>n 01. April 2005<br />

14.00 Uhr Exkursion I: Besuch <strong>de</strong>s Museu<strong>ms</strong> für<br />

Naturkun<strong>de</strong> Gera; Führung durch die Ausstellung<br />

(z. B. Fauna Südost-Thüringens) und Präsentation<br />

<strong>de</strong>r herpetologischen Sammlung <strong>de</strong>s Museu<strong>ms</strong>.<br />

Das Museum ist unter Führung in 10 Minuten zu<br />

Fuß zu erreichen. Exkursion II: Besuch <strong>de</strong>r Schildkrötenanlage<br />

von INGO GIEBNER in Hirschfeld; nicht<br />

nur wegen <strong>de</strong>r Freilandterrarien zur Haltung von<br />

Schnapp- und Geierschildkröten sehenswert. Anreise<br />

mit eigenen PKW (Mitfahrgelegenheiten wer<strong>de</strong>n<br />

vermittelt). Bitte Voranmeldung bei INGO GIEB-<br />

NER (Telefon 036695-20767) bis 20.03.2005.<br />

19.00 Uhr Gemeinsames Abendbuffet<br />

20.15 Uhr Abendvortrag: NICOLÀ LUTZMANN, Zürich:<br />

Madagaskar – Der Masoala-Regenwald und<br />

die Biotope <strong>de</strong>r madagassischen Schildkröten<br />

Sa<strong>ms</strong>tag, <strong>de</strong>n 02. April 2005<br />

09.15 Uhr Begrüßung und Eröffnung <strong>de</strong>r Tagung<br />

durch <strong>de</strong>n Leiter <strong>de</strong>r <strong>DGHT</strong>-AG Schildkröten,<br />

BERND WOLFF<br />

13 (2005) Heft 1


Arbeitsgemeinschaften<br />

72<br />

09.30 Uhr Dr. STEFAN THIERFELDT, Jülich: Langjährige<br />

Erfahrungen bei <strong>de</strong>r Nachzucht <strong>de</strong>r Gewöhnlichen<br />

Moschusschildkröte, Sternotherus odoratus<br />

10.10 Uhr HANS-DIETER PHILIPPEN, Heinsberg:<br />

Vorstellung <strong>de</strong>r EAZA-Aktion Shell Shock zur<br />

Rettung gefähr<strong>de</strong>ter Schildkrötenarten<br />

10.30 Uhr PETR VELENSKY, Prag: Vorstellung <strong>de</strong>s<br />

neuen Indonesien-Hauses im Zoo Prag und <strong>de</strong>r<br />

daran angeschlossenen Nachtzuchtstation für asiatische<br />

Schildkröten (in englischer Sprache vorgetragen,<br />

aber mit Folienpräsentation in Deutsch)<br />

10.50 Uhr Pause<br />

11.10 Uhr Dr. BEATE PFAU, Aarbergen: Schildkröten<br />

in Texas – ein Reisebericht<br />

11.50 Uhr FRANK MITTENZWEI, Biebergemünd: Langjährige<br />

Erfahrung bei <strong>de</strong>r Haltung herpesinfizierter<br />

Testudo graeca graeca aus <strong>de</strong>r Sicht <strong>de</strong>s Tierarztes<br />

12.30 Uhr Mittagspause<br />

14.00 Uhr EDLEF HEIMANN, Pirna: 25 Jahre Erfahrung<br />

bei <strong>de</strong>r Haltung und Zucht Europäischer Landschildkröten<br />

14.45 Uhr MAIK SCHILDE, Leipzig: Bemerkungen<br />

zur Systematik <strong>de</strong>r Altwelt-Sumpfschildkröten<br />

(Geoemydidae)<br />

15.15 Uhr Pause<br />

15.35 Uhr Dr. JENS POSCHADEL, Hamburg: Genetischer<br />

Nachweis von Unterarten bzw. Verwandtschaftsverhältnissen<br />

am Beispiel von Emys orbicularis,<br />

<strong>de</strong>r Europäischen Sumpfschildkröte<br />

16.15 Uhr THOMAS WILMS, Bad Dürkheim: Pflege<br />

und Vermehrung <strong>de</strong>r Steppenschildkröte (Testudo<br />

horsfieldii) sowie Vorstellung <strong>de</strong>s Reptiliu<strong>ms</strong> Landau<br />

16.45 Uhr Dr. PETER VALENTIN, Wien, BERND WOLFF,<br />

Lingenfeld, Dr. HEINER SCHROER, Landolfshausen,<br />

HERBERT MEIER, Puschendorf & INGO PAULER, Wachenheim:<br />

Ergebnisse und Zusammenfassungen<br />

<strong>de</strong>r Workshops Cuora (Juni 2004), Emys (November<br />

2004) und Südamerikanische Wasserschildkröten<br />

(Februar 2005)<br />

19.00 Uhr Gemeinsames Abendbuffet<br />

20.15 Uhr Abendvortrag: HERBERT MEIER, Puschendorf:<br />

Der Regenwald Venezuelas mit seinen Menschen,<br />

Pflanzen und Tieren<br />

Sonntag, <strong>de</strong>n 03. April 2005<br />

09.25 Uhr Eröffnung durch <strong>de</strong>n Leiter <strong>de</strong>r AG<br />

09.30 Uhr MATS BLOHM, Wyk: Schildkröten Südafrikas<br />

und Namibias<br />

10.00 Uhr INGO GIEBNER, Hirschfeld: Vorstellung<br />

meiner neuen Haltungs- und Zuchtanlage für<br />

Schnapp- (Chelydra serpentina) und Geierschildkröten<br />

(Macrochelys temminckii)<br />

10.30 Uhr Pause<br />

10.50 Uhr TORSTEN BLANCK, Valencia: Mock Turtles<br />

– bewusste (?) Bastardisierung asiatischer<br />

Schildkröten in China<br />

11.30 Uhr IRMI JASSER-HÄGER, Hürth, & ROLF JOST,<br />

Emmen: Nordamerikanische Dosenschildkröten <strong>de</strong>r<br />

Gattung Terrapene – langjährige Erfahrung und<br />

Probleme bei <strong>de</strong>r Haltung und Zucht („Einstimmung“<br />

auf <strong>de</strong>n Spezial-Workshop <strong>de</strong>r AG Schildkröten<br />

zum Thema „Nordamerikanische Dosenschildkröten“)<br />

12.15 Uhr BERND WOLFF, Lingenfeld: Ausblick auf<br />

weitere Aktivitäten und Abschluss <strong>de</strong>r Tagung<br />

Dorint-Hotel<br />

Berliner Straße 38, 07545 Gera<br />

Telefon: ++49-(0) 365-43440,<br />

Fax: ++49-(0) 365-4344100<br />

E-Mail: reservierung.ZGAEGER@dorint.com<br />

Unter <strong>de</strong>m Stichwort „Schildkrötentagung“ steht<br />

eine begrenzte Anzahl von Zimmern zum Son<strong>de</strong>rpreis<br />

zur Verfügung, die ab sofort reserviert wer<strong>de</strong>n<br />

können. Kosten pro Zimmer und Nacht: Einzelzimmer<br />

55,00 &, Doppelzimmer 80,00 &. <strong>Im</strong><br />

Preis eingeschlossen ist die Benutzung von Hallenbad,<br />

Sauna, Dampfbad und Fitnessraum. Mehr<br />

Info und Online-Anmeldung: <strong>www</strong>.dorint.<strong>de</strong>/gera<br />

4. Rheinischer Workshop <strong>de</strong>r <strong>DGHT</strong>-AG<br />

Schildkröten im Aquazoo Düsseldorf<br />

Die <strong>DGHT</strong>-Stadtgruppe Düren wird auch 2005<br />

wie<strong>de</strong>r <strong>de</strong>n 4. Rheinischen Workshop für die AG<br />

Schildkröten im Aquazoo Düsseldorf ausrichten.<br />

Als Termin ist <strong>de</strong>r 25.06.2005 vorgesehen. Ganztägig<br />

wer<strong>de</strong>n wie<strong>de</strong>r Themen rund um die Haltung<br />

und Pflege von Schildkröten sowie interessante<br />

Reiseberichte im Vor<strong>de</strong>rgrund stehen. Der Aquazoo<br />

Düsseldorf stellt auch in diesem Jahr dankenswerterweise<br />

seinen Seminarbereich für <strong>de</strong>n Workshop<br />

zur Verfügung. Das endgültige Programm<br />

<strong>de</strong>s Workshops fin<strong>de</strong>n Sie in <strong>de</strong>r nächsten Ausgabe<br />

<strong>de</strong>r MINOR sowie <strong>de</strong>mnächst auf <strong>de</strong>n Internet-<br />

Seiten <strong>de</strong>r <strong>DGHT</strong> o<strong>de</strong>r <strong>de</strong>r AG Schildkröten.<br />

Bei Fragen können Sie sich auch direkt an die<br />

<strong>DGHT</strong>-Stadtgruppe Düren wen<strong>de</strong>n: STEFAN THIER-<br />

FELDT, Telefon 02461-4767 o<strong>de</strong>r PETER SCHULTE,<br />

Telefon 02461-31156<br />

3. Hamburger Schildkröten-Workshop<br />

<strong>de</strong>r <strong>DGHT</strong>-AG Schildkröten<br />

Termin: 27.08.2005, 9.00-18.00 Uhr<br />

Ort: Schule Ballerstaedtweg, Ballerstaedtweg<br />

1, D-22307 Hamburg-Ohlsdorf<br />

Zu einem Tag <strong>de</strong>r Schildkrötenfreun<strong>de</strong> mit zahlreichen<br />

Diavorträgen und Zeit für Fachgespräche<br />

und Beratung durch Züchter möchten wir alle Interessierten<br />

hiermit recht herzlich einla<strong>de</strong>n.<br />

13 (2005) Heft 1


73<br />

Arbeitsgemeinschaften<br />

Geplante Vorträge:<br />

• BERND WOLFF, Lingenfeld: Haltung von Wasserschildkröten<br />

im Gartenteich<br />

• HUBERT FELSNER, Langenlois (Österreich): Haltung<br />

und Nachzucht von Köhlerschildkröten<br />

• Dr. VEIT KOSTKA, Hamburg: Praktische Verhaltensweisen<br />

bei <strong>de</strong>r Pflege erkrankter Schildkröten<br />

– Tipps vom Tierarzt<br />

• STEFANIE BARTSCH, Berlin: Dalyan – <strong>Im</strong>pressionen<br />

einer Schildkrötenreise<br />

• GERHARD SCHAFFER, Stiefern (Österreich):<br />

Moschusschildkröten<br />

• JAN SOJKA, Hamburg: Die Vermehrung <strong>de</strong>r<br />

Griechischen Landschildkröte<br />

Kin<strong>de</strong>rprogramm: Malen, Fertigung von Tischsets,<br />

Schildkrötenquiz, Sonstiges: Besichtigung <strong>de</strong>s<br />

Schildkrötengeheges <strong>de</strong>r Schule, Ausstellung <strong>de</strong>r<br />

Kin<strong>de</strong>r <strong>de</strong>r AG Schildkröten <strong>de</strong>r Schule Ballerstaedtweg,<br />

Schildkrötenfragestun<strong>de</strong> (Experten beantworten<br />

Ihre Fragen), Bücherverkauf durch <strong>de</strong>n<br />

NaturBUCHVertrieb<br />

ab 18.00 Uhr: Gemütlicher Abend in Restaurant &<br />

Cocktailbar, Fuhlsbüttler Straße 599 (durch <strong>de</strong>n<br />

Fußgängertunnel am En<strong>de</strong> <strong>de</strong>s Ballerstaedtweges<br />

erreichbar), Eintritt: Erwachsene 6 &, Kin<strong>de</strong>r ab 10<br />

Jahre 3 &, Organisationsteam: JAN SOJKA, MONIKA<br />

KÜSEL-PELZ und ANNETT WERNER. Für weitere Fragen<br />

steht ANNETT WERNER, Tel. 0175-7311352<br />

(14.30-21.00 Uhr) o<strong>de</strong>r E-Mail: AnnettWerner<br />

@gmx.<strong>de</strong> zur Verfügung. Aktuelle Än<strong>de</strong>rungen<br />

unter: <strong>www</strong>.schildkroetenhobby.<strong>de</strong>/Workshop<br />

Nachzuchtstatistik 2004<br />

Auch für 2004 soll eine Nachzuchtstatistik geführt<br />

wer<strong>de</strong>n. Nach <strong>de</strong>r sehr erfreulichen Steigerung<br />

von Meldungen im letzten Jahr hoffen wir<br />

auch in diesem Jahr auf Ihre rege Teilnahme. Gera<strong>de</strong><br />

für die Arbeit einer Arbeitsgemeinschaft ist<br />

eine halbwegs aussagekräftige Nachzuchtstatistik<br />

notwendig. Sie dient z. B. zur Feststellung, bei<br />

welchen Arten es Schwierigkeiten bei <strong>de</strong>r Vermehrung<br />

gibt. Wir benötigen aber auch eine Statistik,<br />

um unserer Argumentation bei Behör<strong>de</strong>n mehr<br />

Gewicht zu verleihen. Unsere Arbeit in <strong>de</strong>r AG<br />

kann nicht durch eine Hand voll Nachzuchten gerechtfertigt<br />

wer<strong>de</strong>n. Also bitte beteiligen Sie sich<br />

alle an <strong>de</strong>r Nachzuchtstatistik, ob Sie nun eine o<strong>de</strong>r<br />

hun<strong>de</strong>rt Schildkröten nachgezogen haben.<br />

Die Nachzuchtstatistik wird selbstverständlich<br />

vertraulich behan<strong>de</strong>lt, Ergebnisse wer<strong>de</strong>n<br />

ausschließlich anonym veröffentlicht, sodass<br />

keinerlei Rückschlüsse auf einzelne Personen gezogen<br />

wer<strong>de</strong>n können. Es gibt also keinen Grund,<br />

nicht mitzuarbeiten.<br />

Bitte sen<strong>de</strong>n Sie das ausgefüllte Formular aus<br />

<strong>de</strong>r MINOR an MAIK SCHILDE (Opalstraße 31,<br />

04319 Leipzig), eine formlose Meldung per E-Mail<br />

(maik.schil<strong>de</strong>@ufz.<strong>de</strong>) ist ebenfalls möglich.<br />

Erfahrungsberichte gesucht!<br />

Ein wichtiger Aspekt bei <strong>de</strong>r Freilandhaltung<br />

von Schildkröten, insbeson<strong>de</strong>re von Landschildkröten,<br />

ist sicherlich <strong>de</strong>r Schutz vor möglichem Diebstahl.<br />

In <strong>de</strong>r Vergangenheit kam es lei<strong>de</strong>r bei <strong>de</strong>m<br />

einen o<strong>de</strong>r an<strong>de</strong>ren Halter zu Diebstählen aus <strong>de</strong>r<br />

Freilandanlage: Tiere wur<strong>de</strong>n entwen<strong>de</strong>t, blieben<br />

dann auf Nimmerwie<strong>de</strong>rsehen verschwun<strong>de</strong>n o<strong>de</strong>r<br />

wur<strong>de</strong>n in glücklicheren Fällen in einem nahe liegen<strong>de</strong>n<br />

Tierpark wie<strong>de</strong>r ausgesetzt o<strong>de</strong>r heimlich zurück<br />

gegeben. Welche Erfahrungen haben Sie mit<br />

Diebstählen gemacht? Haben Sie einen Hund o<strong>de</strong>r<br />

an<strong>de</strong>re wachsame Haustiere, die „ungebetene Besucher“<br />

fern halten o<strong>de</strong>r mel<strong>de</strong>n? Investierten Sie in<br />

Überwachungstechnik – und hat sich diese bewährt?<br />

Berichten Sie doch von Ihren Erfahrungen<br />

mit gelungenen o<strong>de</strong>r auch misslungenen Schutzversuchen!<br />

Gern veröffentlichen wir Ihre Berichte und<br />

Empfehlungen in einer unserer AG-Zeitschriften.<br />

Zeitschriften<br />

KLAUS KABISCH berichtet in <strong>de</strong>r RADIATA über<br />

die „Aldabra-Riesenschildkröten, Dipsochelys dussumieri<br />

(GRAY, 1831), auf Mauritius“. Herpetologen<br />

begeistern sich auf <strong>de</strong>r touristischen Trauminsel<br />

Mauritius vor allem für Phelsumen. Riesenschildkröten<br />

spielen in ihrer Planung meist keine<br />

Rolle. Sogar <strong>de</strong>r Bekanntheitsgrad dort en<strong>de</strong>mischer<br />

Vogelarten liegt vergleichsweise <strong>de</strong>utlich<br />

höher. Sehr zu Unrecht, wie sich während <strong>de</strong>r<br />

Exkursionen <strong>de</strong>s Autors zeigte, und nicht zuletzt<br />

angesichts <strong>de</strong>r interessanten Vorhaben zur Wie<strong>de</strong>ransiedlung<br />

von Riesenschildkröten, einschließlich<br />

eines aktuellen Projektes auf <strong>de</strong>r vorgelagerten<br />

kleinen Insel Rodrigues. Neben diesen Wie<strong>de</strong>ransie<strong>de</strong>lungsprojekten<br />

geht <strong>de</strong>r Autor sehr ausführlich<br />

auf die Haltungsbedingungen <strong>de</strong>r auf Mauritius<br />

in menschlicher Obhut gehaltenen Riesenschildkröten<br />

ein.<br />

STEFAN THIERFELDT und SABINE HÖFLER-THIER-<br />

FELDT berichten über „Kontinuierliche Nachzucht<br />

und Jungtierentwicklung bei <strong>de</strong>r Gewöhnlichen<br />

Moschusschildkröte, Sternotherus odoratus (LAT-<br />

REILLE, 1801)“ Die langjährige Erfahrung <strong>de</strong>s Autorenpaares<br />

mit <strong>de</strong>r Haltung und insbeson<strong>de</strong>re <strong>de</strong>r<br />

Nachzucht von Sternotherus odoratus sowie die<br />

Verfolgung einer Vielzahl <strong>de</strong>r von ihnen nachgezogenen<br />

Jungtiere hinsichtlich Entwicklung und Geschlechtsbestimmung<br />

ergab umfangreiches statistisches<br />

Material, aus <strong>de</strong>m sich vor allem <strong>de</strong>r Einfluss<br />

von Bruttemperatur bzw. Zeitigungsdauer <strong>de</strong>r Eier<br />

auf das Geschlecht <strong>de</strong>r Jungtiere mit großer Sicherheit<br />

ablesen lässt. Die Autoren stellen dieses Ma-<br />

13 (2005) Heft 1


Arbeitsgemeinschaften<br />

74<br />

terial, welches mittlerweile auf <strong>de</strong>r eigenen Nachzucht<br />

von mehr als 250 Tieren beruht, hier im<br />

Zusammenhang mit einer Beschreibung <strong>de</strong>r Haltung<br />

sowie <strong>de</strong>r Brut- und Aufzuchtmetho<strong>de</strong> vor.<br />

Weichschildkröten wer<strong>de</strong>n nicht so häufig gehalten<br />

wie an<strong>de</strong>re Vertreter <strong>de</strong>r Wasserschildkröten.<br />

Das liegt sicherlich zum einen am erhöhten Haltungsaufwand<br />

(Bo<strong>de</strong>ngrund, Wasserqualität), zum<br />

an<strong>de</strong>ren an <strong>de</strong>r zu erwarten<strong>de</strong>n Endgröße <strong>de</strong>r meisten<br />

Arten. Dennoch sind es dankbare und attraktive<br />

Pfleglinge, die mit ihrem eigenwilligen Aussehen<br />

und ihrer interessanten Lebensweise die Terraristik<br />

bereichern, wie auch <strong>de</strong>m Beitrag von ANDREAS S.<br />

HENNIG zu entnehmen ist, <strong>de</strong>r seine „Erfahrungen<br />

bei <strong>de</strong>r Aufzucht <strong>de</strong>r Glatten Weichschildkröte<br />

Apalone mutica mutica LESUEUR, 1827“ schil<strong>de</strong>rt.<br />

MAIK SCHILDE beschreibt seine „Beobachtungen<br />

zum Fortpflanzungsverhalten von Sacalia bealei<br />

und Sacalia quadriocellata“. Aufgrund <strong>de</strong>r Vielzahl<br />

von Schildkrötenarten, ihrer verschie<strong>de</strong>nen<br />

Lebensweisen und Habitate haben sich unterschiedliche<br />

Fortpflanzungsstrategien und -verhaltensweisen<br />

herausgebil<strong>de</strong>t. Das ausgeprägteste Balzspiel<br />

zeigen die bei<strong>de</strong>n Arten <strong>de</strong>r Gattung Sacalia.<br />

In <strong>de</strong>r aktuellen Ausgabe <strong>de</strong>r MINOR fin<strong>de</strong>n die<br />

AG-Mitglie<strong>de</strong>r neben Hinweisen auf verschie<strong>de</strong>ne<br />

Veranstaltungen innerhalb und außerhalb <strong>de</strong>r AG<br />

eine Kurzvorstellung unseres Ansprechpartners für<br />

das Thema „Fotodokumentation“ MICHAEL DAUB-<br />

NER, die Ergebnisse <strong>de</strong>s ersten Workshops <strong>de</strong>s<br />

Arbeitskreises Emys/Mauremys, das Mel<strong>de</strong>formular<br />

für die Nachzuchtstatistik 2004, „Einige Gedanken<br />

zur möglichen Entstehung und Therapie von<br />

RNS (,Runny Nose Syndrome‘) bei Tunesischen<br />

Landschildkröten“ von EVA KNON, einen „traumhaften“<br />

Bericht von BERND WOLFF und die Fortsetzung<br />

<strong>de</strong>r Glosse von ANDREAS S. HENNIG.<br />

Übersetzer gesucht!<br />

Haben Sie Interesse an <strong>de</strong>r Übersetzung interessanter<br />

Schildkrötentexte? Wenn Sie gerne einmal<br />

<strong>de</strong>utsche Artikel ins Englische übersetzen möchten,<br />

kontaktieren Sie bitte unseren Schriftleiter ANDREAS<br />

S. HENNIG, E-Mail: hennig@heimtierbuch.<strong>de</strong>.<br />

<strong>DGHT</strong>-AG Schlangen<br />

Gemeinsame Herbstveranstaltung <strong>de</strong>r AG-Schlangen und <strong>de</strong>s<br />

Serum-Depot-Berlin e. V. im Tierpark Berlin-Friedrichsfel<strong>de</strong><br />

Am 19.11.2004 fand die gemeinsame Herbstveranstaltung<br />

<strong>de</strong>r AG Schlangen und <strong>de</strong>s Serum-<br />

Depot-Berlin e. V. im Tierpark Berlin-Friedrichsfel<strong>de</strong><br />

statt. Auch diesmal stand die Cafeteria für <strong>de</strong>n<br />

Abendvortrag und die anschließen<strong>de</strong> Diskussionsrun<strong>de</strong><br />

zur Verfügung.<br />

Für die großzügige Unterstützung gilt <strong>de</strong>m Direktor<br />

<strong>de</strong>s Tierpark Berlin-Friedrichsfel<strong>de</strong>, Herrn<br />

Dr. BLASCHKEWITZ, <strong>de</strong>m Kurator für Reptilien, Herrn<br />

Dr. FALK DATHE und <strong>de</strong>r Schlangenfarm <strong>de</strong>r Dank<br />

<strong>de</strong>r AG Schlangen, <strong>de</strong>s Serum-Depot-Berlin e. V.<br />

und aller Teilnehmer <strong>de</strong>r Veranstaltung. Zu<strong>de</strong>m<br />

wussten alle 111 Veranstaltungsteilnehmer, <strong>de</strong>n<br />

ihnen ab 15.00 Uhr gewährten freien Eintritt zu<br />

würdigen. Herr Dr. DATHE ließ es sich nicht nehmen,<br />

vor <strong>de</strong>r Abendveranstaltung persönlich durch<br />

<strong>de</strong>n Tierpark, das Krokodilhaus und die Schlangenfarm<br />

zu führen und auch Einblicke hinter die „Kulissen“<br />

zu gewähren.<br />

Für <strong>de</strong>n großen Abendvortrag konnte Herr Dr.<br />

WOLFGANG WÜSTER von <strong>de</strong>r School of Biological<br />

Sciences, University of Wales, Bangor, Wales UK,<br />

als Referent gewonnen wer<strong>de</strong>n. Sein Vortrag über<br />

„Ursprung und Evolution von Schlangengiften“<br />

lockte neben Berufsherpetologen und Freun<strong>de</strong>n <strong>de</strong>r<br />

Terraristik auch die Mitarbeiter <strong>de</strong>s Giftnotrufs<br />

Berlin sowie die För<strong>de</strong>rer <strong>de</strong>s Tierpark Berlin-<br />

Friedrichsfel<strong>de</strong> in die Cafeteria <strong>de</strong>s Tierparks.<br />

Abb. 1. Herr Dr. DATHE führt durch <strong>de</strong>n<br />

Tierpark Berlin-Friedrichsfel<strong>de</strong><br />

13 (2005) Heft 1


75<br />

Arbeitsgemeinschaften<br />

Nach<strong>de</strong>m von Dr. WÜSTER zu erfahren war, dass<br />

neben <strong>de</strong>n bekannten Vipern, Giftnattern und Trugnattern<br />

auch fast alle Natternarten die Anlagen zur<br />

Giftproduktion haben, aber trotz<strong>de</strong>m nicht gefährlich<br />

sind, schloss <strong>de</strong>r Abend erst nach einer langen<br />

Diskussionsrun<strong>de</strong>.<br />

Am darauf folgen<strong>de</strong>n Sa<strong>ms</strong>tag ermöglichte Herr<br />

Dr. GÜNTHER <strong>de</strong>n weit gereisten Tagungsteilnehmern<br />

noch, die Sammlung und die Ausstellung <strong>de</strong>s<br />

Museu<strong>ms</strong> für Naturkun<strong>de</strong> <strong>de</strong>r Humboldtuniversität<br />

Berlin zu besichtigen. Herr LANGER führte durch die<br />

Sammlung und harrte auch geduldig <strong>de</strong>r Dinge, als<br />

es sich Herr Dr. WÜSTER nicht nehmen ließ, etliche<br />

Sammlungsstücke nach <strong>de</strong>m letzten Stand <strong>de</strong>r Wissenschaft<br />

zu klassifizieren.<br />

Den Abschluss bil<strong>de</strong>te eine allumfassen<strong>de</strong> Führung<br />

durch das Zoo-Aquarium Berlin. Dabei führte<br />

Herr KESSNER die Besucher sowohl vor als auch<br />

hinter die Schaubecken und gewährte Einsicht in<br />

die Technik, Zucht- und Futterbereiche. Neben<br />

Herrn KESSNER gilt unser Dank vor allem <strong>de</strong>m<br />

Kurator für Reptilien Herrn KAISER und <strong>de</strong>m Direktor<br />

Herrn Dr. LANGE.<br />

Auch im Jahr 2005 wird es wie<strong>de</strong>r eine gemeinsame<br />

Herbstveranstaltung <strong>de</strong>r AG-Schlangen und<br />

<strong>de</strong>s Serum-Depot-Berlin e. V. geben. Zuvor aber<br />

steht am 21. und 22. Mai 2005 die gemeinsame<br />

Jahrestagung in Diebzig an. Das Programm wird<br />

rechtzeitig veröffentlicht.<br />

(RALF HÖROLD, AG Schlangen)<br />

Ansprechpartner <strong>de</strong>r <strong>DGHT</strong>-Arbeitsgemeinschaften<br />

<strong>DGHT</strong>-AG Agamen<br />

Martin Dieckmann, Uphofstr. 58, D-59075 Hamm<br />

Tel. 02381-78426, E-Mail: Dieckmannhamm<br />

@web.<strong>de</strong><br />

<strong>DGHT</strong>-AG Amphibien- und Reptilienkrankheiten<br />

(nur für Tierärzte)<br />

Ingo Pauler, <strong>Im</strong> Sandgarten 4, D-67157 Wachenheim,<br />

Tel. 06322/64962, Fax 06322-68529, E-<br />

Mail: i-w.pauler@gmx.com<br />

<strong>DGHT</strong>-AG Anuren<br />

Ulrich Schmidt, Bergheimer Str. 108, D-41515<br />

Grevenbroich, Tel. 02181-62263, E-Mail: ulrich<br />

@schmidtshome.<strong>de</strong><br />

<strong>DGHT</strong>-AG Chamäleons<br />

Ulrike Walbröl, Breslauer Str. 19, D-53913 Swisttal,<br />

Tel. 0228-334215; Stefan Kallas, Tel. 0202-<br />

509808; Klaus Thamm, Tel. 06192-37841; Thomas<br />

Hil<strong>de</strong>nhagen, Tel. 0173-6678898<br />

<strong>DGHT</strong>-AG Echsen<br />

Axel Dehne, Elsternstieg 30a, D-14532 Kleinmachnow,<br />

Tel. 033203-22408, Fax 033203-<br />

23092, E-Mail: <strong>de</strong>hne@lizards.<strong>de</strong><br />

<strong>DGHT</strong>-AG Feldherpetologie<br />

Richard Podloucky, Heisterkamp 17, D-30916<br />

Isernhagen, Tel. 05139-87630<br />

<strong>DGHT</strong>-AG Iguana<br />

Dr. Gunther Köhler, Rohrstraße 22, D-63075<br />

Offenbach, Tel. 069-86777266, Fax 069-<br />

86777571, E-Mail: gkoehler@sng.uni-frankfurt.<strong>de</strong><br />

<strong>DGHT</strong>-AG Lacerti<strong>de</strong>n<br />

Wolfgang Bischoff, Museum Alexan<strong>de</strong>r Koenig,<br />

A<strong>de</strong>nauerallee 160, D-53113 Bonn, Tel. 0228-<br />

9122252, Fax 0228-216979, E-Mail:<br />

W.Bischoff.ZFMK@Uni-Bonn.<strong>de</strong><br />

<strong>DGHT</strong>-AG Krokodile<br />

Dr. Markus Baur, Ständlerstr. 46, D-81549 München,<br />

Tel. 089-21805381<br />

<strong>DGHT</strong>-AG Literatur und Geschichte <strong>de</strong>r Herpetologie<br />

und Terrarienkun<strong>de</strong> (LGHT)<br />

Prof. Fritz Jürgen Obst, Dr. Rudolf-Friedrichs-<br />

Straße 27, D-01445 Ra<strong>de</strong>beul, Tel. 0351-8307093,<br />

Fax 0351-8956310<br />

<strong>DGHT</strong>-AG Schildkröten<br />

Bernd Wolff, Druslachstr. 8, D-67360 Lingenfeld<br />

Tel. 06344-5502, E-Mail: Wolff-Lingenfeld@tonline.<strong>de</strong><br />

<strong>DGHT</strong>-AG Schlangen<br />

Ralf Hörold, Stichelgasse 2a, D-67229 Gerolsheim,<br />

Tel. 06238-982265, Fax: 06238-982540, E-Mail:<br />

r.hoerold@web.<strong>de</strong><br />

<strong>DGHT</strong>-AG Systematik<br />

Dr. Jakob Hallermann, Zoologisches Institut und<br />

Zoologisches Museum, Universität Hamburg,<br />

Martin-Luther-King-Platz 3, D-20146 Hamburg.<br />

Tel. 040-42838 2283, Fax 040-42838 3937, E-<br />

Mail: hallermann@zoologie.uni-hamburg.<strong>de</strong><br />

<strong>DGHT</strong>-AG Uro<strong>de</strong>la (Schwanzlurche)<br />

PD Dr. Wolf-Rüdiger Grosse, Institut für Zoologie<br />

<strong>de</strong>r Martin-Luther-Universität, Domplatz 4, D-<br />

06099 Halle (Saale), Tel. 0345-5526438, Fax 0345-<br />

5527152, E-Mail: grosse@zoologie.uni-halle.<strong>de</strong><br />

<strong>DGHT</strong>-IG Warane und Krustenechsen<br />

Prof. Dr. Hans-Georg Horn, Hasslinghauser Str.<br />

51, D-45549 Sprockhövel, Tel. 02324-79900<br />

13 (2005) Heft 1


Regionalgruppen<br />

76<br />

• Ahlen/Hamm<br />

Treffpunkt: Restaurant Mykonos, Walsted<strong>de</strong>r Str.<br />

22, 59225 Ahlen, Beginn 19.00 Uhr (Vortrag<br />

20.00 Uhr). Kostenumlage: 2,50 & pro Abend<br />

(1,00 & Schüler/Stu<strong>de</strong>nten), alternative Kostenumlage<br />

pro Jahr: 18 & bzw. 31 & für Paare. Leiter <strong>de</strong>r<br />

Stadtgruppe: Karsten Hoer, Schöneberger Straße<br />

33, 59227 Ahlen, Tel. 02382-8551688, E-Mail:<br />

karsten@karstenhoer.<strong>de</strong><br />

• Basel<br />

Treffpunkt: jeweils am letzten Freitag <strong>de</strong>s Monats<br />

um 19.45 Uhr im Restaurant Jägerstübli, Baselstr.<br />

14, CH-4123 Muttenz. Leiter <strong>de</strong>r Stadtgruppe: Hans<br />

Wilhelm, Hauptstrasse 40, CH-4102 Binningen,<br />

Tel/Fax 061-4213331, E-Mail: ha.wi@bluewin.ch.<br />

• Lan<strong>de</strong>sverband Berlin<br />

Treffpunkt: jeweils am 3. Freitag im Monat. Leiterin<br />

<strong>de</strong>s Lan<strong>de</strong>sverban<strong>de</strong>s: Silke Antje Meyer, Ernststr.<br />

24, 13509 Berlin, Tel. 030-35102409, E-Mail:<br />

sammys@web.<strong>de</strong><br />

• Bern<br />

Treffpunkt: jeweils am zweitletzten Montag im<br />

Monat in <strong>de</strong>r Brasserie Mattenhof, Bahnhofstr. 4,<br />

CH-3073 Gümligen, Beginn <strong>de</strong>r Versammlung<br />

19.30 Uhr, Vortragsbeginn 20 Uhr, Gäste sind<br />

immer willkommen. Präsi<strong>de</strong>nt und Geschäftsstelle:<br />

Alain Aegerter, Grundhal<strong>de</strong> 57, 3507 Biglen 078<br />

624 55 43. Homepage: http://<strong>www</strong>.terrarienfreun<strong>de</strong>bern.ch/.<br />

Bankverbindung: Konto-Nr. 16<br />

6.104.565.09 bei <strong>de</strong>r Valiant Bank, Bern; Bankenclearing-Nr.<br />

6300, PC 30-38112-0<br />

• Bonn / ZFMK-Arbeitskreis<br />

Treffpunkt: Museum A. Koenig, A<strong>de</strong>nauerallee<br />

150-164, 53113 Bonn, Beginn 20 Uhr, Kostenbeitrag<br />

2,00 & pro Abend. Leitung <strong>de</strong>r Stadtgruppe:<br />

Andre Koch, Tulpenbaumweg 12, 53177 Bonn,<br />

Tel. 0228-3240300, E-Mail: andrepascalkoch<br />

@web.<strong>de</strong> und Philipp Wagner, Burbacher Str. 88,<br />

53129 Bonn, Tel. 0228-238444, E-Mail: filipese<br />

gundo@uni-bonn.<strong>de</strong>; Prof. Dr. Wolfgang Böhme<br />

(für <strong>de</strong>n Herpetologischen Arbeitskreis am Museum<br />

A. Koenig [ZFMK-Arbeitskreis]).<br />

Programm<br />

25.02. Beate Röll, Uni Bochum: „Kenia, südliches<br />

Afrika und Kamerun: Lygodactylus und an<strong>de</strong>re<br />

Reptilien“<br />

18.03. Hemmo Nickel, Mainz: „Fauna Mauretanica<br />

– Amphibien und Reptilien <strong>de</strong>r westlichen Sahara“<br />

• Regionalgruppe Braunau-Simbach-<br />

Salzburg<br />

Treffpunkt: Gasthof „Waldhäusl“ in A-5280 Braunau/Inn,<br />

Beginn: 20.00 Uhr, jeweils am letzten<br />

Sa<strong>ms</strong>tag im Monat, Kostenumlage für Gäste 2 &.<br />

Leiter <strong>de</strong>r Regionalgruppe: Otto Zauner, Linzergasse<br />

8, A-5280 Braunau, Stellvertreter: Mario Schweiger,<br />

Katzelsberg 4, A-5162 Obertrum, E-Mail:<br />

m.schweiger@sbg.at, Kassenwart: Helmut Weikenkas,<br />

Oberreikersdorf, A-4953 St. Peter /Hart. Achtung:<br />

Än<strong>de</strong>rung <strong>de</strong>r Zusammensetzung <strong>de</strong>r Gruppenleitung.<br />

Die Stadtgruppe Braunau besitzt nun<br />

auch eine eigene homepage: http://members.aon.at/<br />

<strong>reptilien</strong>-braunau. Dort kann sowohl das Monatsprogramm<br />

und <strong>de</strong>r Treffpunkt abgefragt wer<strong>de</strong>n.<br />

Aufgrund <strong>de</strong>s neuen österreichischen Tierschutzgesetzes<br />

ergibt sich für unsere Reptilienbörse eine<br />

neue Börsenordnung, die über die homepage abrufbar<br />

ist. Wir machen alle Aussteller/Anbieter darauf<br />

aufmerksam, dass die neue Börsenordnung strikt<br />

einzuhalten ist und Zuwi<strong>de</strong>rhandlungen mit <strong>de</strong>m<br />

sofortigen Ausschluss geahn<strong>de</strong>t wer<strong>de</strong>n.<br />

• Bremerhaven<br />

Treffpunkt: je<strong>de</strong>n 2. Freitag im Monat, Gaststätte<br />

„Zur gemütlichen Run<strong>de</strong>“, Schiffdorfer Chaussee<br />

218, Bremerhaven, Beginn 19 Uhr. Leiter <strong>de</strong>r Stadtgruppe:<br />

Holger Birkhahn, Dorfstr. 24 A, 27476<br />

Cuxhaven, Tel./Fax: 04721-444854.<br />

• Büdingen<br />

Treffpunkt: jeweils am 2. Freitag im Monat im „Gut<br />

Hühnerhof“ in 63584 Gründau-Gettenbach, direkt<br />

an <strong>de</strong>r B457 zwischen Gründau-Lieblos und Büdingen<br />

(gegenüber ADAC-Anlage), Beginn 20 Uhr.<br />

Leiter <strong>de</strong>r Stadtgruppe: Frank Mittenzwei, Roßbacher<br />

Str. 1, 63599 Biebergemünd-Bieber, Tel.<br />

06050-901470, E-Mail: dght-buedingen@web.<strong>de</strong>.<br />

Programm<br />

11.03. Achim Flamme, Bad Nauheim: „Reiseeindrücke<br />

aus Madagaskar, Teil 2“<br />

08.04. Peter Buchert, Landau: „Freianlagen für<br />

Landschildkröten“<br />

13.05. Thomas Wil<strong>ms</strong>, Bad Dürkheim: „Reptilium<br />

– Terrarien- & Wüstenzoo: Planung, Bau und Betrieb<br />

eines neuen Reptilienzoos“<br />

10.06. Thomas Ernst, Langenselbold: „Eine Übersicht<br />

über die Familie <strong>de</strong>r Lidgeckos sowie Anmerkungen<br />

zur Haltung und Zucht“<br />

• Chemnitz<br />

Treffpunkt: Gaststätte „Am Frischborn“, Max-<br />

Planck-Str. 25, 09114 Chemnitz, jeweils am 2.<br />

Freitag im Monat, Beginn: 19.00 Uhr, kein Kostenbeitrag.<br />

Leiter <strong>de</strong>r Stadtgruppe: Peter Krause, Friedrich-Engels-Str.<br />

93, 09337 Hohenstein-Ernstthal,<br />

Tel. 03723-43714, Fax: 03723-413129, E-Mail:<br />

pk.gecko@t-online.<strong>de</strong>.<br />

• Dortmund<br />

Treffpunkt: Gaststätte „Zur Alten Post“, <strong>Im</strong> Alten<br />

Dorf 2, 59192 Bergkamen-Weddinghofen, Beginn<br />

13 (2005) Heft 1


77<br />

Regionalgruppen<br />

19.30 Uhr. Leiter <strong>de</strong>r Stadtgruppe: Friedrich Wilhelm<br />

Henkel, Frielingerweg 25a, 59174 Kamen,<br />

Tel. 02307-85093<br />

Programm<br />

04.03. Felix Hulbert, Eltville: „Heißes Land am<br />

kalten Strom – Namibia“<br />

01.04. Andreas Böhle, Liebenau: „Haltung und<br />

Zucht von Chamäleons aus <strong>de</strong>m Hochland“<br />

06.05. Frank Bruse, Hamm: „Weniger ist mehr“<br />

03.06. Friedrich Wilhelm Henkel, Kamen: „Reisebericht<br />

Sri Lanka – Film“<br />

01.07. Martin Dieckmann, Hamm: „Die Herpetofauna<br />

<strong>de</strong>r Kvaerner Inseln Cres und Losing“<br />

05.08. Walter Seil, Bönen: „Haltung und Zucht von<br />

Pfeilgiftfröschen“<br />

02.09. Peter Klaas, Köln: „Reisebericht Bolivien“<br />

07.10. Irmtraud Jasser-Häger, Hürth: „Inkubation<br />

von Schildkröteneiern“<br />

04.11. Wolfgang Schmidt, Soest: „Eindrücke aus<br />

<strong>de</strong>r Dominikanischen Republik“<br />

02.12. Friedrich Wilhelm Henkel, Kamen: „Terrarienbau<br />

und Einrichtung“<br />

• Dres<strong>de</strong>n<br />

Treffpunkt: Umweltzentrum Dres<strong>de</strong>n e.V., Schützengasse<br />

18, 01067 Dres<strong>de</strong>n, mit angeschlossener<br />

Speisegaststätte „BrennNessel“ jeweils am 4. Freitag<br />

im Monat, Beginn 19.30 Uhr. Anschrift: <strong>DGHT</strong>-<br />

Stadtgruppe Dres<strong>de</strong>n, PF 280240, 01142 Dres<strong>de</strong>n,<br />

Internet: <strong>www</strong>.dght.<strong>de</strong>/regional/dres<strong>de</strong>n.htm. Leiter:<br />

Prof. Fritz Jürgen Obst, Telefon: 0351/ 8307093,<br />

Fax: 0351/ 8956310. Kontaktaufnahme mit <strong>de</strong>r<br />

Leitung <strong>de</strong>r Stadtgruppe je<strong>de</strong>rzeit zu <strong>de</strong>n Vereinsaben<strong>de</strong>n,<br />

ansonsten bitte nur in dringen<strong>de</strong>n Fällen<br />

per Telefon, Post o<strong>de</strong>r E-Mail. Kostenumlage für<br />

Gäste: 3,50 &, Ermäßigung: 2,00 &. Freier Eintritt<br />

für Kin<strong>de</strong>r und Jugendliche bis 18 Jahre. Zur<br />

För<strong>de</strong>rung junger Vereinsmitglie<strong>de</strong>r kann eine kostenlose<br />

Teilnahme an unserer Jahresexkursion ermöglicht<br />

wer<strong>de</strong>n.<br />

• Düren<br />

Treffpunkt: Gaststätte „Haus Jünger“, Heerstr. 9<br />

(direkt an <strong>de</strong>r B57), Erkelenz-Granterath, Beginn<br />

19.30 Uhr. Kostenumlage pro Veranstaltung:<br />

2,50 &. Leiter <strong>de</strong>r Stadtgruppe: Stefan Thierfeldt &<br />

Sabine Höfler-Thierfeldt, <strong>Im</strong> Bongert 11a, 52428<br />

Jülich, Tel. 02461-4767; Peter Schulte, Sternschanze<br />

44, 52428 Jülich, Tel. 02461-939281.<br />

Programm<br />

11.03. Vorstandswahlen. Matthias Meurer: Filmvorführung<br />

„Seychellen“, Fernsehmitschnitte<br />

22.04.; 20.05.; 17.06. Thema wird noch bekannt<br />

gegeben<br />

25.06. Rheinischer Workshop <strong>de</strong>r <strong>DGHT</strong>-AG<br />

Schildkröten, durchgeführt von <strong>de</strong>r Stadtgruppe im<br />

Aquazoo Düsseldorf<br />

26.08. Thema wird noch bekannt gegeben<br />

23.09. Kurzreferate <strong>de</strong>r Stadtgruppenmitglie<strong>de</strong>r:<br />

„Überwinterung von Land- und Wasserschildkröten“<br />

21.10.; 04.11. Thema wird noch bekannt gegeben<br />

• Düsseldorf<br />

Treffpunkt:Gaststätte „Schlüssel am Zoo“, Weseler<br />

Str. 60-62, Düsseldorf, Beginn 19.30 Uhr. Termine:<br />

Leiter <strong>de</strong>r Stadtgruppe: Markus Juschka, Haselweg<br />

16, 41468 Neuss, E-Mail: <strong>DGHT</strong>StgrDus<br />

@aol.com.<br />

• Frankfurt<br />

Treffpunkt: Serengeti-Saal <strong>de</strong>s Zoos Frankfurt/M.,<br />

Beginn 20.00 Uhr, Kostenumlage für Mitglie<strong>de</strong>r<br />

& 1,50, für Nichtmitglie<strong>de</strong>r & 2,50. Leiter <strong>de</strong>r<br />

Stadtgruppe: Rudolf Wicker, Zoologischer Garten<br />

Frankfurt, Alfred-Brehm-Platz 16, 60316 Frankfurt/M.,<br />

Fax 069-21237855 und Felix Hulbert,<br />

Wörthstr. 29, 65343 Eltville.<br />

Programm<br />

16.03. Felix Hulbert, Eltville: „Zwischen Namib<br />

und Gar<strong>de</strong>n Route – Herpetologische <strong>Im</strong>pressionen<br />

aus <strong>de</strong>m südlichen Afrika“<br />

20.04. Thomas Wil<strong>ms</strong>, Bad Dürkheim: „Wie ein<br />

neuer Reptilienzoo entstand – über das „Reptilium“<br />

Terrarien und Wüstenzoo“<br />

18.05. A. Calgua, E<strong>de</strong>nkoben: „Beobachtungen<br />

von Phrynosoma-Arten in Natur, Freiland und<br />

Terrarium sowie <strong>de</strong>ren Zucht“<br />

15.06. Dr. Markus Baur, München: „Hygiene:<br />

Sinn und/o<strong>de</strong>r Unsinn?“<br />

• Halle / Saale<br />

Treffpunkt: Gaststätte „Sonne“, Karlsruher Allee<br />

2, 06132 Halle, je<strong>de</strong>n 4. Freitag im Monat, Beginn<br />

19 Uhr. Die aktuellen Treffpunkte <strong>de</strong>r Gesprächsaben<strong>de</strong><br />

fin<strong>de</strong>n Sie auch unter <strong>www</strong>.reptilia-halle.<strong>de</strong>.<br />

Leiter <strong>de</strong>r Stadtgruppe: André Striesenow, Th.-<br />

Weber-Str. 6, 06128 Halle, Tel. 0345-7760731.<br />

Programm<br />

25.02. Wolfgang Freitag, Halle/Saale: „Ich, als<br />

Hobby-Herpetologe, von 1978 bis heute“<br />

25.03. Thomas Wil<strong>ms</strong>, Landau: „Reptilium Faszination<br />

– Terrarien- und Wüstenzoo Landau“<br />

22.04. Petra Dornbusch, Steckby: „Aktuelles im<br />

Artenschutzrecht“<br />

07.05. Wan<strong>de</strong>rung durch die Papitzer Lehmlachen<br />

– fachkundige Führung von Dr. W.-R. Große<br />

• Lan<strong>de</strong>sverband Hamburg<br />

Treffpunkt: je<strong>de</strong>n ersten Freitag im Monat in <strong>de</strong>r<br />

Vereinsgaststätte „Am Sportplatzring“, Sportplatzring<br />

47, 22527 Hamburg, Beginn ca. 19.30. Leitung<br />

<strong>de</strong>s Lan<strong>de</strong>sverbands: 1. Vorsitzen<strong>de</strong>, Referentin<br />

für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Silvia<br />

13 (2005) Heft 1


Regionalgruppen<br />

78<br />

Macina, Tel. 04101-787626, Fax 787627, E-Mail:<br />

Macina.Schroe<strong>de</strong>r@t-online.<strong>de</strong>; 2. Vorsitzen<strong>de</strong>r,<br />

Sachkun<strong>de</strong>nachweisprüfer: Jörg Hofmann, Tel.<br />

040-6429555, E-Mail: Knallkalli@hobbelnet.<strong>de</strong>;<br />

Referent für Tier- und Artenschutz, Sachkun<strong>de</strong>nachweisprüfer:<br />

Tommy Kölpin, Tel. 04106-<br />

6129663, E-Mail: tommy.koelpin@t-online.<strong>de</strong>;<br />

Schatzmeisterin: Tanja Piepjohn, Tel. 040 -52019986,<br />

E-Mail: tanjapiepjohn@t-online.<strong>de</strong>. Der Kostenbeitrag<br />

für einen Vortragsabend beträgt 4,50 &, Schüler<br />

und Stu<strong>de</strong>nten zahlen 3,00 &. Mitglie<strong>de</strong>r zahlen<br />

stark reduzierte Jahresbeiträge – bitte fragen Sie bei<br />

<strong>de</strong>r Leitung <strong>de</strong>s Lan<strong>de</strong>sverban<strong>de</strong>s nach!<br />

Programm<br />

04.03. Dr.Veit Kostka, Hamburg: „Möglichkeiten<br />

und Grenzen <strong>de</strong>r Reptilienmedizin“<br />

01.04. Robert Schumacher, Witten a.d.Ruhr: „Haltung<br />

und Zucht von Halsbandleguanen“<br />

06.05. Dr.Andreas Schlüter, Stuttgart: „Amazonien<br />

– Paradies auf kargem Grund“<br />

03.06. Felix Hulbert, Eltville: „Heisses Land am<br />

kalten Strom – auf Echsensuche in Namibia“<br />

• Hannover<br />

Treffpunkt: Je<strong>de</strong>n 3. Freitag im Monat im Freizeitheim<br />

Vahrenwald (rechts neben <strong>de</strong>m Schwimmbad),<br />

Vahrenwal<strong>de</strong>r Str. 92 (Haltestelle „Dragonerstraße“<br />

<strong>de</strong>r Linien 1, 2 und 8), Beginn 19.30 Uhr.<br />

Leiter <strong>de</strong>r Stadtgruppe: Andreas Scheithauer, Goethestr.<br />

19, 30827 Garbsen/Berenbostel, Tel/Fax:<br />

05131-478200.<br />

Programm<br />

18.03.05 Andreas Scheithauer, Garbsen: „Vorstellung<br />

unserer Zoofahrt im September“<br />

• Hei<strong>de</strong>nheim<br />

Treffpunkt: am 1. Donnerstag eines Monats, Veranstaltungsort:<br />

Naturfreun<strong>de</strong>haus, Am Waldfriedhof<br />

27, 89518 Hei<strong>de</strong>nheim, Telefon: 07321-44660.<br />

Leiter <strong>de</strong>r Stadtgruppe: Stefan Brunnengräber, Tel.<br />

07321-910800, Fax 07321-910801, Internet: http:/<br />

<strong>www</strong>.dght-hei<strong>de</strong>nheim.<strong>de</strong><br />

• Kassel<br />

Treffpunkt: Gaststätte „Zum Berggarten“, Zentgrafenstraße/Ecke<br />

Rie<strong>de</strong>lstraße, Kassel-Kirchditmold,<br />

Beginn 19 Uhr, jeweils am 2. Sa<strong>ms</strong>tag im Monat.<br />

Leiter <strong>de</strong>r Stadtgruppe: Michael Kreuzer, An <strong>de</strong>r<br />

Alten Warte 61, 34127 Kassel, Tel. 0561-8906739.<br />

Weitere Informationen: <strong>www</strong>.dght-kassel.<strong>de</strong><br />

• Köln<br />

Treffpunkt: Gaststätte Katholisches Vereinshaus<br />

Köln-Buchheim, Guilleaumestr. 16, 51065 Köln,<br />

Beginn 20 Uhr, jeweils am 3. Sa<strong>ms</strong>tag im Monat.<br />

Leiter <strong>de</strong>r Stadtgruppe: Karl-H. Progscha, Kirchtur<strong>ms</strong>tr.<br />

9, 51063 Köln, Tel. 0221-626994.<br />

• Kurpfalz<br />

Treffpunkt: Vortragsraum im Pfalzmuseum für<br />

Naturkun<strong>de</strong>, Bad Dürkheim, Hermann-Schäfer-Str.<br />

17, jeweils am 4. Freitag im Monat, Beginn 20.00<br />

Uhr, Kostenumlage 2,50 & (ermäßigt 2,– &) je<br />

Vortrag. Leiter <strong>de</strong>r Regionalgruppe: Peter Buchert,<br />

Kanalweg 49, 76829 Landau, Tel. 06341-86787,<br />

Fax 06341-283922.<br />

Programm<br />

25.02. Ralf Hörold, Gerolsheim: „Giftschlangen –<br />

Haltung und Zucht am Beispiel von Puffotter und<br />

Buschviper“<br />

18.03. Nicolá Lutzmann, Zoo Zürich: „Pantherchamäleons<br />

im Zoo Zürich (Masoalahalle) und in<br />

Madagaskar“<br />

22.04. Thomas Klesius, Hassloch: „Herpetologischer<br />

Reisebericht von Costa Rica“<br />

13.05. Exkursion in die Feuchtgebiete am Altrhein<br />

– Leitung: Christoph Bernd, Bexbach<br />

27.05. Frank Mittenzwei (Tierarzt), Biebergemünd:<br />

„ Prophylaxe in <strong>de</strong>r Terraristik“<br />

24.06. Dr. Andreas Schlüter, Staatl. Museum für<br />

Naturkun<strong>de</strong> Stuttgart: „Nachts im Regenwald“<br />

• Leipzig<br />

Treffpunkt: Hotel & Restaurant Alt-Connewitz,<br />

Meusdorfer Str. 47a, 04277 Leipzig. Beginn: 19<br />

Uhr, Kostenumlage für Gäste: 3 &/Vortragsabend.<br />

Leiter <strong>de</strong>r Stadtgruppe: Andreas S. Hennig,<br />

Defoestr. 6 b, 04159 Leipzig, Tel. 0341-9128648,<br />

E-Mail: hennig@heimtierbuch.<strong>de</strong>.<br />

Programm<br />

02.03. Stefan Moeller & Uwe Hennig, SG Leipzig:<br />

„Eurasische Reptilien im Terrarium“<br />

16.03. Gesprächsabend<br />

06.04. Peter Krause, Chemnitz: „Herpetologische<br />

Eindrücke von <strong>de</strong>n Maskarenen – Mauritius,<br />

Rèunion und Rodrigues“<br />

20.04. Gesprächsabend<br />

04.05. Ingo Giebner, Hirschfeld: „Vorstellung<br />

meiner neuen Haltungs- und Zuchtanlage für<br />

Schnappschildkröten (Chelydra serpentina) und<br />

Geierschildkröten (Macrochelys temminckii)“<br />

18.05. Gesprächsabend<br />

01.06. Mario Herz, Berlin: „Haltung und Zucht<br />

mediterraner Landschildkröten“<br />

04.06. (14.00 Uhr) Dieter Symanski: „Besichtigung<br />

<strong>de</strong>r Terrarienanlagen und <strong>de</strong>r Futtertierzucht“<br />

(nur für Mitglie<strong>de</strong>r und Familienangehörige)<br />

15.06. Gesprächsabend<br />

07.09. Axel Fläschendräger, Halle: „Herpetologische<br />

Beobachtungen in Costa Rica und Panama“<br />

21.09. Gesprächsabend<br />

05.10. Mathias Hoffmann, Phyllodrom Leipzig:<br />

„Unterwegs in Sabah“<br />

19.10. Gesprächsabend<br />

13 (2005) Heft 1


79<br />

Regionalgruppen<br />

02.11. Uwe Hennig, Leipzig: „Neues aus meiner<br />

Chamäleonhaltung und -zucht“<br />

16.11. Gesprächsabend<br />

07.12. Anke Meier, SG Leipzig: „Paläontologische<br />

Entwicklungsgeschichte <strong>de</strong>r heute leben<strong>de</strong>n Reptilien“<br />

Dez. Weihnachtsfeier (nur für Mitglie<strong>de</strong>r und Familienangehörige)<br />

genauer Termin und Ort wer<strong>de</strong>n<br />

noch bekannt gegeben<br />

• München<br />

Treffpunkt: Gaststätte „Zum Grünen Baum“, Verdistraße<br />

47, 81247 München (schräg gegenüber<br />

vom S2-Bahnhof Obermenzing), Beginn 19.30 Uhr,<br />

jeweils am 2. Donnerstag im Monat. Leiter <strong>de</strong>r<br />

Stadtgruppe: Dr. Ulrich Gruber, Zoologische<br />

Staatssammlung, Münchhausenstr. 21, 81247 München,<br />

Tel. 08027-588. Die Kostenumlage 2005<br />

(10 & pro Person, 15 & für Paare) ist wie<strong>de</strong>r fällig.<br />

Programm<br />

19.03. Mitglie<strong>de</strong>rversammlung <strong>de</strong>r <strong>DGHT</strong>-Stadtgruppe<br />

München im Hörsaal <strong>de</strong>r Zoologischen<br />

Staatssammlung München<br />

• Münster<br />

Treffpunkt: in <strong>de</strong>r Regel an je<strong>de</strong>m 3. Freitag im<br />

Monat um 19.30 Uhr in <strong>de</strong>r Gaststätte Hohmann<br />

(Tel. 0251-314225), Wolbecker Str. 254 (direkt am<br />

Kanal). Stadtgruppenleitung: Ludger Barkam, Pater-Kolbe-Str.<br />

35a, 48163 Münster, Tel. 02501-<br />

986760; Heiko Werning, Albersloher Weg 602,<br />

48167 Münster Tel. 0251-614733, E-Mail: redaktion-reptilia@<strong>ms</strong>-verlag.<strong>de</strong><br />

sowie: Seestr. 101,<br />

13353 Berlin, Tel. 030-4534611.<br />

• Neumünster<br />

Treffpunkt: Gaststätte „Time out“, Stettiner Str. 29,<br />

24537 Neumünster, Beginn 19.30 Uhr. Leiter <strong>de</strong>r<br />

Stadtgruppe: Michael Effenberg, Tungendorfer Str.<br />

3, 24536 Neumünster, Tel. 04321-38728.<br />

• Neuss<br />

Treffpunkt: Gaststätte „Zur Alten Wäscherei“ (auf<br />

<strong>de</strong>m Krankenhausgelän<strong>de</strong>), Am Alexianerplatz,<br />

Neuss, Beginn 19.00 Uhr. Leiter <strong>de</strong>r Stadtgruppe:<br />

Klaus Lambertz, Rheinfährstr. 14, 41468 Neuss,<br />

Tel. 02131-30232 an je<strong>de</strong>m ersten Freitag im Januar,<br />

März, Mai, Juli und September. Vor <strong>de</strong>m Hauptthema<br />

(Beginn 20:00 Uhr) besteht ab 19:00 jeweils<br />

die Gelegenheit, in einer kleinen „Tischrun<strong>de</strong>“ Informationen<br />

zu speziellen wie auch allgemeinen<br />

Themen zu erhalten. Dazu stehen insbeson<strong>de</strong>re <strong>de</strong>r/<br />

die jeweilige Referent/in bzw. Stadtgruppenmitglie<strong>de</strong>r<br />

zur Verfügung.<br />

Programm<br />

26.02. (Sa<strong>ms</strong>tag) 1. Einsteigerworkshop für Reptilien<br />

mit Vorträgen und Workshops von 9-16 Uhr<br />

im Weiterbildungszentrum <strong>de</strong>r VHS, Neuss<br />

04.03. Ulrich Schmidt, Grevenbroich: „Haltung<br />

von Fröschen – eine Grun<strong>de</strong>inführung“<br />

01.04. Schildkrötenstammtisch<br />

06.05. Peter Buchert, Landau: „Bau und Betrieb<br />

von Freilandterrarien für Landschildkröten – Tipps<br />

und Anleitung“<br />

03.06. Schildkrötenstammtisch<br />

01.07. Klaus Lambertz, Neuss: „Haltung und Zucht<br />

von Varanus similis“ und „Die farbenprächtigsten<br />

Königsnattern“ (2 kurze Diavorträge)<br />

02.09. Dr. Achim Breuer, Neuss: „Chamäleons“<br />

07.10. Schildkrötenstammtisch<br />

02.12. Jahresabschlussfeier <strong>de</strong>s Stammtisches und<br />

<strong>de</strong>r Stadtgruppe<br />

Regionaler Schildkrötenstammtisch<br />

Der Stammtisch trifft sich an je<strong>de</strong>m ersten Freitag<br />

im Februar, April, Juni und Oktober in <strong>de</strong>r Gaststätte<br />

„Zur Alten Wäscherei“. Kostenbeitrag pro<br />

Abend 1,50 &.<br />

• Lan<strong>de</strong>sverband Nordrhein-Westfalen<br />

Vorsitzen<strong>de</strong>r: Friedrich Wilhelm Henkel, Frielingerweg<br />

25a, 59174 Kamen, 1. Stellvertreter: Klaus<br />

Lambertz, Rheinfährstr. 14, 41468 Neuss, 2. Stellvertreter:<br />

Markus Juschka, Haselweg 16, 41468<br />

Neuss, Kassierer: Markus Juschka, Schriftführer:<br />

Ralf Hendrix, Am Bungert 24, 53227 Bonn, Beauftragter<br />

für <strong>de</strong>n Amphibien- und Reptilienschutz:<br />

Detlef Münch, Menglinghauser Str. 99a, 44227<br />

Dortmund.<br />

• Nürnberg<br />

Treffpunkt: je<strong>de</strong>n 1. Donnerstag im Monat im<br />

Gasthof „Zur Post“, Cadolzburg. Beginn: 19.30<br />

Uhr. Leiter <strong>de</strong>r Stadtgruppe: Daniela Zurr, E-Mail:<br />

tteam@web.<strong>de</strong> o<strong>de</strong>r Herbert Meier, E-Mail:<br />

meier.h@t-online.<strong>de</strong>.<br />

Programm<br />

03.03. Bernd Layritz: „Erfolgreiche Haltung und<br />

Nachzucht <strong>de</strong>r Köhlerschildkröte Geochelone<br />

carbonaria“<br />

07.04. Carmen Schmi<strong>de</strong>r: „Inkubation von Reptilieneiern<br />

– Schlangen“, Sepp Meier: „Inkubation von<br />

Reptilieneiern – Schildkröten“<br />

05.05. Thomas Schnitzer: „Amphibien-Spaziergang<br />

im Naturschutzgebiet Moorhof“<br />

02.06. Besuch <strong>de</strong>s Freilandterrariu<strong>ms</strong> <strong>de</strong>r NHG<br />

07.07. Siegfried Troidl: „Die eingeschleppte Mauerei<strong>de</strong>chsenpopulation<br />

bei Passau“<br />

• Regionalgruppe Bayreuth / Oberfranken<br />

Treffpunkt: Gaststätte „Zum Bran<strong>de</strong>nburger“, St.<br />

Georgen 9, 95448 Bayreuth, Tel. 0921-789060<br />

je<strong>de</strong>n ersten Freitag im Monat. Infos und Ansprechpartner:<br />

Harry Wölfel, Tel. 0921-35058,<br />

Roland Gebhardt, Tel. 0921-81347.<br />

13 (2005) Heft 1


Regionalgruppen<br />

80<br />

• Olpe<br />

Treffpunkt: jeweils am letzten Freitag im Monat in<br />

<strong>de</strong>r Gaststätte „Zum Landmann“, Koblenzer Str. 38,<br />

Wen<strong>de</strong>n-Gerlingen. Beginn: 19 Uhr. Leiter <strong>de</strong>r Stadtgruppe:<br />

Volker Hilsmann, Tel. 02763-211565. In <strong>de</strong>r<br />

Regel fin<strong>de</strong>n bei je<strong>de</strong>m Treffen Dia-Vorträge statt.<br />

• Regionalgruppe Rheinhessen-Mittelrhein<br />

Treffpunkt: Gaststätte Soonwaldtor, Hunsrückstr.<br />

84a (Hauptstraße), 55595 Hargesheim, Tel. 0671/<br />

31445. Die Vorträge fin<strong>de</strong>n jeweils am dritten<br />

Freitag eines Monats ab ca. 20.30 Uhr (Treffpunkt<br />

20.00 Uhr) statt. Leiter <strong>de</strong>r Stadtgruppe: Holger<br />

Vetter, Rheinstr. 9, 55543 Bad Kreuznach, Tel.<br />

0671-76686, Fax 0180-506033587276, E-Mail:<br />

antvet@t-online.<strong>de</strong><br />

Programm<br />

18.03. Gerhard Sobel, Mannheim: „Ernährung und<br />

Zucht von Uromastyx acanthinura im Terrarium“<br />

16.04. (Sa<strong>ms</strong>tag!) Gemeinsamer Ausflug: Fahrt ins<br />

Reptilium nach Landau o<strong>de</strong>r alternativ Vivarium<br />

Dar<strong>ms</strong>tadt<br />

20.05. Bernd Wolff, Lingenfeld: „Tropische Landschildkröten<br />

aus Afrika, Asien und Südamerika –<br />

Arten, Biotope, Haltung und Zucht“<br />

17.06. Marco Beck, Gelsenkirchen: „Selbstbau von<br />

Styroporterrarien in Theorie und Praxis“<br />

• Lan<strong>de</strong>sgruppe Schweiz<br />

Leitung <strong>de</strong>r Lan<strong>de</strong>sgruppe: Andreas Ochsenbein,<br />

<strong>Im</strong> Hirshalm 45, 4125 Riehen; Werner Bleuler,<br />

Spitalstr. 74, 8952 Schlieren.<br />

Wie schon an<strong>de</strong>rweitig publiziert, fin<strong>de</strong>t die<br />

Jahrestagung <strong>de</strong>r <strong>DGHT</strong> vom 8.-11. September<br />

2005 in Lörrach statt, das direkt vor <strong>de</strong>n Toren<br />

Basels liegt. Da diese Tagung von <strong>de</strong>r Lan<strong>de</strong>sgruppe<br />

Schweiz organisiert wird, fin<strong>de</strong>t keine<br />

Lan<strong>de</strong>sgruppentagung Schweiz statt ! Wir empfehlen<br />

von <strong>de</strong>r Gelegenheit <strong>de</strong>s Besuches <strong>de</strong>r<br />

Jahrestagung <strong>de</strong>r <strong>DGHT</strong> zu profitieren (Lörrach<br />

ist ab Basel SBB in 20 Minuten erreichbar). Für<br />

die Durchführung <strong>de</strong>r Tagung sind noch Helfer<br />

gesucht, Anmeldungen nehmen B. Akeret und<br />

A. Ochsenbein gerne entgegen.<br />

Die Versammlung <strong>de</strong>r Lan<strong>de</strong>sgruppe Schweiz vom<br />

24.4.04 in Aarau zeigte eine erfreulich hohe Teilnahme.<br />

Nach einer Einführung zum naturama konnten<br />

die Teilnehmer <strong>de</strong>s Vormittagsprogrammes das<br />

mo<strong>de</strong>rn konzipierte Naturkun<strong>de</strong>museum auf eigene<br />

Faust erkun<strong>de</strong>n. Dabei fand das interaktive Konzept<br />

<strong>de</strong>s jungen Museu<strong>ms</strong> großen Anklang. <strong>Im</strong><br />

Nachmittagsprogramm folgte ein kurzer Geschäftsteil.<br />

Dabei wur<strong>de</strong>n W. Bleuler und A. Ochsenbein<br />

für weitere drei Jahre in ihren Ämtern <strong>de</strong>r<br />

Lan<strong>de</strong>sgruppenleitung bestätigt. Die anschließen<strong>de</strong>n<br />

Fachvorträge zeigten auf hohem Niveau, dass<br />

die Herpetologie nach wie vor ein lebendiges und<br />

attraktives Betätigungsfeld bietet. Der Büchertisch<br />

<strong>de</strong>r Buchhandlung Chimaira bot gute Gelegenheit,<br />

sich mit aktueller Literatur einzu<strong>de</strong>cken. Allen aktiven<br />

Mithelfern, vor allem auch <strong>de</strong>n weitgereisten<br />

und <strong>de</strong>m naturama, sei nochmals herzlich für ihre<br />

Mitarbeit gedankt.<br />

• Stuttgart<br />

Treffpunkt: Lehrbaracke innerhalb <strong>de</strong>r Wilhelma<br />

(Eingang über Werkhof). Beginn: 20.00 Uhr.<br />

Kostenumlage: 2,50 & (1 & ermäßigt). Das Wilhelma-Parkhaus<br />

ist an <strong>de</strong>n Vortragsaben<strong>de</strong>n meist<br />

geöffnet, wenn geschlossen: Parkmöglichkeit auf<br />

<strong>de</strong>m Busparkplatz gegenüber. Leiter <strong>de</strong>r Stadtgruppe:<br />

Walter Matzanke, Nelkenstr. 47, 71126<br />

Gäufel<strong>de</strong>n, Tel. 07032-73018.<br />

• Würzburg<br />

Treffpunkt: Restaurant „Hubland“ (Uninähe), Zeppelinstr.<br />

118, Würzburg, Beginn: 19.30 Uhr, Leitung:<br />

Dr. Dieter Mahsberg, Zoologie III, Am Hubland,<br />

97074 Würzburg, Tel. 0931-8884353, Fax<br />

8884352, E-Mail: mahsberg@biozentrum.uniwuerzburg.<strong>de</strong><br />

und Joachim Keßler, Welzstr. 6,<br />

97080 Würzburg, Tel. 0931-3538111, E-Mail:<br />

jkessler@vr-web.<strong>de</strong>.<br />

• Regionalgruppe Zentralschweiz<br />

Die Treffen fin<strong>de</strong>n in <strong>de</strong>r Regel am letzten Freitag<br />

<strong>de</strong>s ungera<strong>de</strong>n Monats statt. Für die genauen Daten,<br />

Treffpunkte und Treffthemen bitte <strong>de</strong>n Regionalgruppenleiter<br />

Paul Hartmann, Oberneuhofstr. 7,<br />

CH-6340 Baar, anfragen. Tel. Mobil: +41-<br />

794215954, E-Mail: zentralschweiz@swissherp.org.<br />

Weitere Informationen fin<strong>de</strong>n Sie auch<br />

auf <strong>de</strong>n Webseiten: <strong>www</strong>.swissherp.org.<br />

• Zürich<br />

Treffpunkt: Personalkantine im UG <strong>de</strong>s Betriebsgebäu<strong>de</strong>s<br />

Zoo Zürich, Einlass: 19.45 bis 20.00 Uhr<br />

sowie ca. 20.15 Uhr, jeweils am letzten Montag im<br />

Monat (außer Juli und Dezember). Leiter <strong>de</strong>r Stadtgruppe:<br />

Dr. Beat Akeret, Katzenrütistr. 5, 8153<br />

Rümlang, Tel. 018170257, Peter Kern, Kleinalbis,<br />

8045 Zürich, Tel. 01-4636988. Weitere Infos:<br />

<strong>www</strong>.swissherp.org/zurich1.html.<br />

Programm<br />

28.02. Konrad Mebert, Affoltern a.A.: „Herpetofauna<br />

von Virginia bis Florida“<br />

21.03. Matt E. Braunwal<strong>de</strong>r, Zürich: „Skorpione“<br />

25.04. André Stehlin, Dübendorf: „Südafrika/Namibia“<br />

30.05. Herbert Billing, Schaffhausen: „Herpetologische<br />

Exkursionen in Marokko“<br />

27.06. Johannes Haller, Bülach: „Mafia & Sansibar“<br />

13 (2005) Heft 1


81<br />

Terminkalen<strong>de</strong>r<br />

Veranstaltungen 2005<br />

Börsentermine und weitere Veranstaltungen entnehmen Sie bitte <strong>de</strong>m AnzeigenJournal o<strong>de</strong>r <strong>de</strong>m<br />

tagesaktuellen Terminkalen<strong>de</strong>r auf <strong>de</strong>r <strong>DGHT</strong>-Homepage: <strong>www</strong>.dght.<strong>de</strong>/terminkalen<strong>de</strong>r.php<br />

Februar<br />

26.2. 1. Neusser Einsteiger Workshop<br />

März<br />

11. – 13.3. Fachtagung <strong>de</strong>r <strong>DGHT</strong>-AG Anuren in Stuttgart<br />

18. – 20.3. Tagung <strong>de</strong>r <strong>DGHT</strong>-AG LGHT in Gersfeld<br />

April<br />

1. – 3.4. Tagung <strong>de</strong>r <strong>DGHT</strong>-AG Schildkröten in Gera<br />

8. – 10.4. Tagung <strong>de</strong>r <strong>DGHT</strong>-AG Lacerti<strong>de</strong>n in Gersfeld<br />

9. – 10.4. Tagung <strong>de</strong>r <strong>DGHT</strong>-AG Amphibien- und Reptilienkrankheiten<br />

(AG ARK) in Hamburg (nur für Tierärzte)<br />

Mai<br />

7.5. Tagung <strong>de</strong>r IG Warane und Krustenechsen in Köln<br />

21. – 22.5. Tagung <strong>de</strong>r <strong>DGHT</strong>-AG Chamäleons in Boppard<br />

21. – 22.5. Tagung <strong>de</strong>r <strong>DGHT</strong>-AG Schlangen in Diebzig<br />

September<br />

7. – 11.9. <strong>DGHT</strong>-Jahrestagung in Lörrach<br />

Oktober<br />

14. – 16.10. Tagung <strong>de</strong>r <strong>DGHT</strong>-AG Uro<strong>de</strong>la in Gersfeld<br />

15. – 16.10. Tagung <strong>de</strong>r <strong>DGHT</strong>-AG Amphibien- und Reptilienkrankheiten<br />

(AG ARK) in Leverkusen (nur für Tierärzte)<br />

28. – 30.10. Tagung <strong>de</strong>r <strong>DGHT</strong>-AG Agamen in Hamm<br />

November<br />

19. – 20.11. Tagung <strong>de</strong>r <strong>DGHT</strong>-AG Feldherpetologie in Neustadt am Rübenberge<br />

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13 (2005) Heft 1


<strong>Im</strong>pressum<br />

82<br />

Vorstand <strong>de</strong>r <strong>DGHT</strong><br />

Terrarienkun<strong>de</strong>, allgemeine Vereinsangelegenheiten:<br />

1. Vorsitzen<strong>de</strong>r Dipl.-Ing. Ingo Pauler, <strong>Im</strong> Sandgarten 4, D-67157 Wachenheim, Tel. 06322-64962,<br />

Fax 06322-68529, E-Mail: i-w.pauler@gmx.com<br />

Naturschutz, Feldherpetologie:<br />

2. Vorsitzen<strong>de</strong>r Dr. Axel Kwet, Staatl. Museum für Naturkun<strong>de</strong> Stuttgart, Rosenstein 1, D-70191 Stuttgart<br />

Wissenschaftliche Herpetologie:<br />

3. Vorsitzen<strong>de</strong>r Prof. Fritz Jürgen Obst, Dr. Rudolf-Friedrichs-Str. 27, D-01445 Ra<strong>de</strong>beul, Tel. 0351-<br />

8307093, Fax 0351-8956310<br />

Schatzmeister: Wolfgang Schmidt, Hepper Weg 21, D-59494 Soest, Telefonische Fragen (Tel.<br />

02921-82952) je<strong>de</strong>n 1. Montag im Monat ab 20 Uhr<br />

Schriftleitung: Wolfgang Bischoff, Zoologisches Forschungsinstitut und Museum<br />

Alexan<strong>de</strong>r Koenig, A<strong>de</strong>nauerallee 160, D-53113 Bonn<br />

Tagungskoordinator: Dr. Beat Akeret, Katzenrutistr. 5, CH-8153 Rumlang, Fax +41-18173892,<br />

E-Mail: <strong>DGHT</strong>@swissherp.org<br />

Referentin für Öffentlichkeitsarbeit: Silvia Macina, Ellerbeker Weg 12c, D-25462 Rellingen, Tel.<br />

04101-787626, Fax 04101-787627<br />

Geschäftsstelle <strong>de</strong>r <strong>DGHT</strong><br />

<strong>DGHT</strong>-Geschäftsstelle, Postfach 1421, Wormersdorfer Str. 46-48, D-53351 Rheinbach<br />

Telefon 02225-70 33 33, Fax 02225-70 33 38, E-Mail: gs@dght.<strong>de</strong>, Web: <strong>www</strong>.dght.<strong>de</strong>,<br />

Geschäftszeiten: Montag bis Donnerstag 9 bis 17 Uhr, Freitag 9 bis 15 Uhr<br />

Andreas Mendt (Leitung <strong>de</strong>r Geschäftsstelle): E-Mail: mendt@dght.<strong>de</strong><br />

Ludwig Mösz (Mitglie<strong>de</strong>rverwaltung, Bestellungen): Tel. 02225-70 33 35, E-Mail: moesz@dght.<strong>de</strong><br />

Birgit Röd<strong>de</strong>r (AnzeigenJournal, Salamandra, Internet, Anfragen): Tel. 02225-70 33 33, E-Mail: gs@dght.<strong>de</strong><br />

Ute Gräfen (elaphe, Internet): E-Mail: graefen@dght.<strong>de</strong> (Montag bis Mittwoch 9 bis 14 Uhr)<br />

Bankverbindungen<br />

Postscheckamt Bern/Schweiz Kto.-Nr. 30-19534-7<br />

Österreichische PSK Wien Kto.-Nr. 92.058.170<br />

Sparkasse Gel<strong>de</strong>rn (BLZ 320 513 70, Kto-Nr. 313700)<br />

<strong>Im</strong>pressum<br />

elaphe – Neue Folge – 13. Jahrgang, Heft 1/05. Zeitschrift <strong>de</strong>r Deutschen Gesellschaft für Herpetologie<br />

und Terrarienkun<strong>de</strong> (<strong>DGHT</strong>) e.V. – ISSN 0943-2485<br />

Einsendung von Manuskripten bitte grundsätzlich an die <strong>DGHT</strong>-Geschäftsstelle, Postfach 1421, D-53351<br />

Rheinbach, Tel. 02225-70 33 33, Fax 02225-70 33 38, E-Mail: elaphe@dght.<strong>de</strong><br />

Herausgeber: Vorstand <strong>de</strong>r Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkun<strong>de</strong> e.V.<br />

Redaktion: Wolfgang Bischoff (verantwortlich), Zoologisches Forschungsinstitut und Museum Alexan<strong>de</strong>r<br />

Koenig, A<strong>de</strong>nauerallee 160, D-53113 Bonn, Tel. 0228-9122252, E-Mail: w.bischoff.zfmk@uni-bonn.<strong>de</strong>;<br />

Andreas Mendt, Ingo Pauler (verantwortlich für die Rubrik „Magazin“): Geschäftsstelle;<br />

Dr. Miguel Vences (verantwortlich für die Rubriken „Natur- und Artenschutz“ sowie „Spektrum“): E-<br />

Mail: vences@science.uva.nl;<br />

Dr. Tobias Eisenberg (verantwortlich für Rubrik „Terraristik“): Falkensteinstraße 1, 34270 Schauenburg-<br />

El<strong>ms</strong>hagen, E-Mail: teisenberg@web.<strong>de</strong>.<br />

Beirat: Dr. Jürgen Fleck, Dr. Gunther Köhler, Kriton Kunz, Dr. Peter Lenk, Nicolà Lutzmann, Andreas<br />

Nöllert<br />

Druck: Druck Center Meckenheim, Eichelnkampstr. 2, 53340 Meckenheim<br />

Layout: Andreas Mendt, Ute Gräfen<br />

elaphe – Neue Folge – erscheint viermal jährlich am 20.2., 20.5., 20.8. und 20.11.<br />

Der Bezug <strong>de</strong>r Zeitschrift ist im Mitgliedsbeitrag enthalten.<br />

Redaktionsschluss Ausgabe 2/2005: 1. April 2005<br />

Für unaufgefor<strong>de</strong>rt eingesandte Manuskripte, Bil<strong>de</strong>r o<strong>de</strong>r sonstige Unterlagen übernehmen wir keinerlei<br />

Gewähr. Die Redaktion behält sich Kürzungen und journalistische Bearbeitung aller Beiträge vor. Mit<br />

Verfassernamen gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung <strong>de</strong>r Redaktion und/o<strong>de</strong>r <strong>de</strong>r<br />

<strong>DGHT</strong> wie<strong>de</strong>r. Nachdruck ist nur mit Genehmigung <strong>de</strong>s Herausgebers gestattet.<br />

13 (2005) Heft 1

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