Taxi Times DACH - 4. Quartal 2020

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4. QUARTAL 2020 4,80 €

www.taxi-times.taxi

D – A – CH

DIGITALE DISKUSSIONEN UND VORTRÄGE

ZWISCHEN DISRUPTION

UND ORDNUNG

Taxi-Novelle Deutschland

LEICHT ENTSCHÄRFT

Taxi-Novelle Österreich

DOLCHSTOSS ABGEWEHRT

Klage in den Niederlanden

TAXI GEGEN TESLA

Taxi-Partner stellen sich vor


VORBILD

ÖSTERREICH

INHALT

Hat einfach

mehr drauf

Denn der neue Passat GTE Variant 1) bietet Ihnen: Mehr Reichweite dank Plug-in-Hybrid-Technologie.

Mehr Komfort dank innovativer Fahrerassistenzsysteme. Mehr Platz für Passagiere und

Gepäck dank großzügigem Raumkonzept. Und weil er sich dabei sparsam im Verbrauch zeigt,

dürfen Sie sich über ein weiteres Mehr freuen: bei der Abrechnung. Überzeugen Sie sich selbst

– der Taxi-Berater Ihres Volkswagen Partners ist gern für Sie da.

Der neue Passat GTE Variant

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Passat GTE Variant, Kraftstoffverbrauch in l/100 km: kombiniert 1,6;

CO₂-Emission in g/km: kombiniert 37-36; Stromverbrauch in kWh/100 km:

kombiniert 15,1-14,7; CO₂-Emission in g/km: kombiniert 0.

Abbildung zeigt Sonderausstattung gegen Mehrpreis.

volkswagen.de/taxi

TITEL: Adobe Stock / Looker Studio FOTO: Taxi Times

„Ich bin sehr stolz auf meine Kollegen.

Durch den großen Zusammenhalt

in der Taxibranche

haben wir diese ruinöse Novelle

noch abwehren können.“ Diese

Aussage stammt von Erwin Leitner,

dem österreichischen Taxi-

Fachgruppenobmann. Er kam

sich wie im falschen Film vor,

als eine rechtslegitim verabschiedete Gesetzes-Novelle kurz vor

Inkrafttreten noch an entscheidenden Punkten geändert wurde

und deren Umsetzung den „Todesstoß“ für die Branche bedeutet

hätte. Das Zeitfenster, um das zu verhindern, betrug lediglich

zwei Wochen!

War das das politische Kalkül der Regierung? Kurz vor Torschluss

den entscheidenden Dolchstoß zu setzen und dann darauf

hoffen, dass ein kleinteiliges Gewerbe darauf nicht mehr reagieren

kann? Falls ja, ging der Schuss nach hinten los, denn innerhalb

kurzer Zeit schaffte es die Branche nicht nur, alles zu mobilisieren,

sie schuf auch eine gelungene Symbiose. Mit drei Taxidemos

machten die Fahrer und Unternehmer auf der Straße Druck.

Pa rallel verhandelte eine länderübergreifende Gewerbevertretung

mit Politikern aller Ebenen. Last, but not least konnten auch noch

die Medien und die Oppositionsparteien mobilisiert werden. Am

Ende gab es zwei Tage vor der finalen Abstimmung doch einen

Kompromiss. Österreichs Taxigewerbe hat eindrucksvoll bewiesen,

dass man an ihm vorbei kein Lex-Uber hinterrücks durchboxen

kann. Wir berichten ab Seite 16.

In Deutschland steht ebenfalls eine Novelle des Personenbeförderungsgesetzes

bevor. Der Referentenentwurf ist im Vergleich

zu den Eckpunkten nicht mehr ganz so bedrohlich (Seite 10). Jetzt

geht es um die Feinheiten und da wird sich sicher noch manches

im Sinne eines gleichberechtigten Wettbewerbs ändern. Sollte das

Verkehrsministerium am Schluss allerdings der Meinung sein,

sie könnten die Taxibranche mit einem ähnlichen Vorgehen wie

in Österreich austricksen, wird hoffentlich auch hier kurzfristig

mobilisiert werden können – Österreich als Vorbild!

Vielleicht wird eine solche Mobilisierung auch schon wegen

Corona nötig. Hier kämpft die Branche seit Wochen um einen fairen

Anspruch auf staatliche Hilfe (Seite 22). Der Ansatzpunkt für

die Berechtigung einer Taxihilfe sollte nicht der Unternehmer

selber sein, sondern der Kunde. Wenn Menschen in kein Restaurant

mehr gehen dürfen, müssen sie deshalb nicht verhungern.

Wenn allerdings keine Taxis mehr zur Verfügung stehen, sterben

Menschen, weil sie niemand mehr zur lebenserhaltenden Dialyseoder

Strahlenbehandlung fährt. Wenn Menschen keine Disco, kein

Fußballspiel oder kein Theater besuchen dürfen, geraten sie

dadurch nicht in Lebensgefahr. Wenn alkoholisierte Bürger aber

kein Taxi mehr rufen können, fahren sie mit dem eigenen Auto

und gefährden ihr eigenes und das Leben vieler Unschuldiger.

Es wird Zeit, dass die Politik das endlich kapiert. Und wenn

nicht – Österreich als Vorbild?

Jürgen Hartmann (Chefredakteur)

TAXI 4. QUARTAL 2020

3

PERSONEN

4 40 Jahre, Stabswechsel und Tarifdemo

ZWISCHEN DISRUPTION UND ORDNUNG

6 Keynotes von US-Experten + Diskussion zu Uber

8 Keynote von Scheuer + Diskussion zum PBefG

PBEFG-NOVELLE

10 Abgerundete Eckpunkte

12 Verordnete Datenlieferung

14 Verbesserungsbedarf

ÖSTERREICH

16 Der abgewehrte Todesstoß

PAYMENT

21 Bargeldlose Bezahlung ohne Karte

CORONA UND DIE TAXIFOLGEN

22 Massiv betroffen, links liegen gelassen

23 Kurzarbeitergeld im 3-Schicht-Betrieb

FAHRZEUGE

25 Taxiunternehmen verglat tesla auf Schadenersatz

26 Testbericht des neuen VW Caddy

GASTKOMMENTAR + RÜCKBLICK

28 Alles Aufsicht, Rat, oder was?

34 Licht und Corona

34 Impressum

„AUF WIEDERSEHEN“ PER VIDEO

Im Februar 2020 ist Elke Gersdorf

in den Ruhestand gegangen.

Elke zählt zum Team der

ersten Stunde der Taxi Times.

Sie pflegte den persönlichen

und jederzeit herzlichen Kontakt

zu den Werbepartnern und war

bei allen Taxiveranstaltungen

stets eine kompetente und beliebte Gesprächspartnerin.

Leider ist die geplante Verabschiedung auf

der Europäischen Taximesse geplatzt, doch alternativ

wird es nun am 14. Januar von 15 bis 16 Uhr eine

„Goodbye-Videokonferenz“ geben. Wer sich dort bei

unserer Elke verabschieden will, soll sich bitte unter

info@taxi-times.com melden. Wir schicken dann

einen Einladungslink.

jh


MELDUNGEN

40 JAHRE TAXI ADDI

Der Taxiunternehmer „Addi“

Bogalski und seine Frau Bärbel

konnten im November auf das

40-jährige Dienstjubiläum ihres

Taxibetriebs zurückblicken. Begonnen

hatte alles – wie bei so vielen

Taxikarrieren“ in dieser Republik –

mit Taxifahren als Nebenjob. Im

Falle von Adalbert „Addi“ Bogalski

war es ein notwendiger Hinzuverdienst,

um sich das Hobby Rallyefahren

zu finanzieren.

1980 machte er sich dann mit einem

Auto selbstständig, heute hat sein

Betrieb acht Taxis und drei Minibusse,

deren Auslastung auch dank

einer kürzlich gewonnenen Ausschreibung

gesichert ist. Gewerbepolitisch

hat sich der Vollbluttaxler

im Laufe der letzten vier Jahrzehnte

ebenfalls engagiert. Unter anderem

war er auch als Vorsitzender des

Landesverbands Taxi und Unternehmer

von Schleswig-Holstein aktiv

und brachte sich währenddessen

auch im Bundesverband Taxi ein,

damals noch BZP.

Addi hat seinen Schritt nie bereut

und blickt auch aktuell zuversichtlich

in die Zukunft – trotz Corona-

Pandemie, die auch für Addi und

Bärbel Umsatzverluste und Kurzarbeit

für einige der 25 Mitarbeiter

bedeutet.

„Beim Taxifahren ist das so“, erklärt

Addi seine große Leidenschaft:

„Entweder es passt und lässt einen

nicht mehr los, oder es passt nicht

und dann sollte man sich was anderes

suchen. Für mich hat’s gepasst,

und das ist auch nach 40 Jahren

noch so.“

jh

STABSWECHSEL IM GVN

In der Fachvereinigung

Taxi und Mietwagen innerhalb

des Gesamtverbands

Verkehrsgewerbe Niedersachsen

(GVN) wird der

langjährige Geschäftsführer

Gunther Zimmermann

zum Jahresende in den

Ruhestand gehen. Zimmermanns

Aufgaben wird künftig

Emma-Marie Berndt

übernehmen, die seit September

von Zimmermann

eingewiesen wird.

Die gelernte Betriebswirtin

(B.A.) mit dem

Schwerpunkt Dienstleistungsmanagement

wird

künftig an Zimmermanns

Schreibtisch in der Geschäftsstelle in

Hannover Platz nehmen. Seit Herbst war

sie auch schon bei zahlreichen Delegiertenversammlungen

dabei. „Ich arbeite

mich in die Tipps und Tricks der Fachvereinigung,

die aktuellen politischen

und gesetzlichen Gegebenheiten des

Gewerbes sowie die Verbandsstruktur

ein“, teilte die „Neue“ in einem Verbandsschreiben

an alle Mitglieder im Oktober

Auch wenn das Foto coronabedingt eine andere Sprache

spricht: Gunther Zimmermann und Emma-Marie Berndt

haben im Herbst für eine geordnete Amtsübergabe eng

zusammengearbeitet.

mit. Zur Staffelübergabe bis Jahresende

wird dann auch ein Generationensprung

eingeleitet.

Für Emma-Marie Berndt ist die Taxibranche

ein neues Betätigungsfeld. Sie hat zuvor

bei dem niedersächsischen Privatradiosender

radio ffn im Vertrieb gearbeitet und

bringt Vereins- und Verbandserfahrungen

aus verschiedenen ehrenamtlichen, sozialen

Tätigkeiten mit.

jh

Mehr Raum für Komfort.

Der Volvo XC90 als Taxi.

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TAXIDEMO VOR DEM

LANDRATSAMT

Bärbel und Addi Bogalski sind seit

40 Jahren Taxiunternehmer.

Unmittelbar vor Beginn einer Kreistagsausschusssitzung

haben Taxiunternehmer des

Kreises Saale-Holzland Mitte November vor

dem Landratsamt demonstriert. Sie machten

damit die Sitzungsteilnehmer da rauf

aufmerksam, dass der seit 2015 unveränderte

Taxitarif für ein wirtschaftliches

Arbeiten nicht mehr ausreicht, weshalb eine

Anpassung der Taxitarife dringend notwendig

sei. „Wenn wir überleben wollen, dann

brauchen wir einfach Tarife, die die gestiegenen

Kosten auch abbilden,“ äußerte sich

Martin Kammer, Hauptgeschäftsführer vom

Landesverband des Thüringer Verkehrsgewerbes

LTV, der seit Neuestem auch

Mitglieder aus Sachsen-Anhalt vertritt.

Kammer bezeichnete den Protest vor dem

Kreistag als erfolgreich, „weil wir fast alle

Fraktionen auf unser Problem aufmerksam

machen konnten“.

jh

FOTOS: Witte, LTV, Taxi Addi

4 4. QUARTAL 2020 TAXI

*

Preisnachlass für einen Volvo XC90 auf Basis der unverbindlichen Preisempfehlung der Volvo Car Germany GmbH.

Beispielfoto zeigt Fahrzeug der Baureihe, die Ausstattungsmerkmale des abgebildeten Fahrzeuges sind nicht Bestandteil des Angebotes.


DISRUPTION & ORDNUNG

DISRUPTION & ORDNUNG

ZWISCHEN DISRUPTION

UND ORDNUNG

Mit einem in vier Themen-Panels aufgeteilten Tageswebinar hat der Bundesverband

Taxi und Mietwagen seine Reihe »TAXI Driving Innovation« fortgesetzt. Dabei

kamen auch US-Experten zu Wort.

Einer dieser Experten ist der Amerikaner

Bruce Schaller, der schon

vor einigen Jahren in einer Studie

die Umweltbelastung durch Uber-Flotten

belegt hat. Damals kam er zu dem Schluss,

dass die neuen Mietwagenverkehre allein

in neun amerikanischen Städten für zusätzlich

über 5,7 Milliarden gefahrene Meilen

verantwortlich sind. Für die Luftqualität ist

das eine enorme Belastung.

Für Amerika, so glaubt Schaller, kam der

Erfolg von Uber & Co. überraschend. Speziell

in New York, denn im Vergleich zum Taxi

war Uber dort nicht günstiger. Außerdem

gebe es in New York auch keinen Taximangel.

Schaller schließt daraus,

dass der Erfolg von Uber &

Co. auf den komfortablen

Bestell- und Bezahlvorgang

via App fußt.

Der US-Experte empfiehlt,

die Regulierung der

Mobilitätsdienstleister den

Kommunen zu überlassen,

Taxi und Mietwagen auf

eine Ebene zu stellen und

mit den gleichen Rechten

und Pflichten auszustatten.

Letztlich müssten Gebühren

(Trip Fees) eingeführt werden,

die in den Ausbau des

ÖPNV zurückfließen.

Weiterhin sollte der Wettbewerb

über die Anzahl der

Moderatorin Valerie

Lux (o. l.), Prof.

Andreas Knie (u. l.)

Fahrzeuge eingeschränkt werden. Dies

führt zwar für die Verbraucher zu längeren

Wartezeiten, senkt aber die Leerkilometer.

Weiterhin plädiert er für E-Taxis sowie das

Vermeiden von unnötigem Herumfahren.

Hermann Waldner

(o. r.) und Justyna

Wladarz (u. r.)

WEG VOM PRIVATWAGEN

Im Anschluss an das ausgezeichnete Interview

kam es anschließend zu einer virtuellen

Podiumsdiskussion, bei der neben

Justyna Wladarz vom Naturschutzbund

(NABU) und Professor Andreas Knie (WZB)

auch Hermann Waldner vom Bundesverband

Taxi und Mietwagen e. V. (BVTM) am

virtuellen Tisch saßen. Eine sehr deutliche

Meinung vertrat dabei Professor Knie,

für den die allgemeine Diskussion viel zu

kleinteilig einhergeht. Für ihn ist jeder

neue Mobilitätsdienstleister ein Schritt

in die richtige Richtung. Natürlich würde

eine Öffnung für neue Mobilitätsdienste

eine völlige Neuorganisation der entsprechenden

gesetzlichen Regulierung voraussetzen.

Die Frage muss daher lauten: „Wie

bekommt man die Menschen aus den privaten

Autos raus?“

Hermann Waldner (BVTM) war der

Ansicht, dass die Regulierung von taxiähnlichem

Verkehr durch Mietwagen ein

sehr wichtiger Punkt ist, denn der aktuelle

Wildwuchs führt in der

Konsequenz zu Problemen

für die gesamte Gesellschaft.

Sei es durch die zusätzliche

Umweltbelastung durch

kreisende Mietwagen oder

das erhöhte Verkehrsaufkommen,

was in der Konsequenz

zu verstopften

Straßen führt, bis hin zu den

prekären Arbeitsverhältnissen,

welche die Fahrer langfristig

gesehen in das Netz

des Sozialstaates treiben.

Link zur

Langversion

6 4. QUARTAL 2020 TAXI

FOTOS: Adobe Stock / Looker Studio, Adobe Stock / sdecoret, Screenshot

FOTOS: Schaller Consulting, Ales Rosenblat

Bruce Schaller will den

Verkehr reduzieren.

Die bestehenden Regeln, wie beispielsweise

die Rückkehrpflicht, sind weiterhin

wichtig, reichen aber nicht mehr aus.

Sollte in Zukunft eine sinnvolle Trennung

der beiden Verkehrsarten aufrechterhalten

werden, dann sind zusätzliche Instrumente

nötig, welche den Behörden leicht

nachvollziehbare Kontrollen ermöglichen

müssen. Eine Option wäre die Einführung

einer Vorbestellfrist für die Beförderung

durch einen Mietwagen.

Waldner betonte, dass einer Zusammenarbeit

mit anderen Verkehrsdienstleistern

nichts im Wege stehe und diese

auch bereits seit Jahren so umgesetzt

würde. Auch gäbe es beim deutschen Taxigewerbe

keinen Technologierückstand.

Bereits seit Jahren könne in Deutschland

ein Taxi per App bestellt werden.

Für Justyna Wladarz (NABU) liegt die

Lösung für eine saubere Umwelt nicht

allein in der Technologie. Die neuen Mobilitätsanbieter

könnten zwar eine Rolle

spielen, allerdings nicht in den Innenstädten.

Während woanders bereits Ziele

gesetzt sind, wann die Städte emissionsfrei

werden, gäbe es in Deutschland noch

Nachholbedarf. Die Gesetzgeber sollten

zudem Know-how aufbauen und aus den

Daten der Mobilitätsanbieter Erkenntnisse

ziehen.

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WENN DER BOSS

EIN ALGORITHMUS IST

Alex Rosenblat erforscht seit 2014 die sogenannte Gig-Economy, bei der häufig

eine Online-Plattform als Mittler zwischen Kunde und Auftragnehmer die Rahmenbedingungen

setzt und deren Betreiber eine Provision einbehält. So wie bei

einem Uber-Fahrer, dem ein Smartphone Anweisungen und Rückmeldungen über

Fahrstil, Bremsgewohnheiten, abgelehnte Aufträge oder Bewertungen gibt und

das ihn sogar aus der Vermittlung ausschließen kann.

Dieser Umweg über die Technologie ist in der Befürchtung begründet, dass

Uber ansonsten als Arbeitgeber angesehen werden könne, denn dann hätten die

Fahrer ungleich mehr Rechte.

Im Anschluss an Rosenblats Vortrag kritisierte Mira Ball, Verkehrsexpertin

der Gewerkschaft ver.di, dass Uber seine Sozialstandards nicht genau definiert.

Man müsse damit rechnen, dass gesetzliche Vorgaben von den Plattformbetreibern

nicht erkannt oder etwaige Verstöße und Sanktionen betriebswirtschaftlich

Alex Rosenblat ist für ihre Studien

unzählige Male mit Uber gefahren.

bewusst einkalkuliert werden.

Rechtsanwalt Herwig Kollar verwies

im Hinblick auf die Besetztzeiten

bei Uber in den USA auf eine Studie,

wonach 41 Prozent der Einsatzzeit

eines Uber-Fahrers ohne Fahrgast

stattfinden. Entlohnt wird aber nur die

Zeit mit Fahrgast. Johanna Reinhardt

positionierte ihre umstrittene Sharing-

Plattform CleverShuttle als anderes

Konzept. Man agiere mit fest angestellten

Fahrern. Kundenbewertungen

seien für das Unternehmen sehr wichtig,

würden aber nicht zu Disziplinarmaßnahmen

führen.

Link zur

Langversion

jh + ar

* Im Flex Tarif bei Buchung des kostenlosen Servicepakets Bronze. Im Flex Tarif fällt eine

monatliche Gebühr in Höhe von 19,99 Euro zzgl. MwSt. an. In der monatlichen Gebühr ist

eine jährliche Bruttorechnungssumme von 24.000 Euro enthalten, die innerhalb der Laufzeit

flexibel genutzt werden kann. Darüber hinaus beträgt der Abrechnungssatz für jeden weiteren

Euro 0,5% der Bruttorechnungssumme zzgl. MwSt. Laufzeit 12 Monate.

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DISRUPTION & ORDNUNG

DISRUPTION & ORDNUNG

Michael Donth (CDU, o. l.),

Stefan Gelbhaar (Grüne,u. l.)

WAS BRINGT DIE

Michael Oppermann (BVTM, o. r.),

Detlef Müller (SPD, u. r.)

NOVELLE DES PBEFG?

Link zur

Langversion

künftig auch das Taxi besser und sogar förderbar

in ÖPNV-Angebote integriere.

Hinsichtlich des aktuellen Kontrolldefizits

zahlreicher Behörden bei taxiähnlichen

Mietwagenverkehren betonte Donth, dass

die vorgesehene Kennzeichnungspflicht für

Mietwagen und Pooling-Fahrzeuge künftige

Kontrollen erleichtern würden. Oppermann

sprach in diesem Zusammenhang auch die

vom Verband geforderte Vorbestellfrist für

Mietwagen an, die bisher explizit ausgeschlossen

wurde. Erstmals gab hier allerdings

ein Politiker zu erkennen (Stefan

Gelbhaar), dass er sich das als Mittel vorstellen

kann, das Genehmigungsbehörden

im Zuge ihrer neuen Regelungskompetenz

einsetzen könnten.

Gegen Ende der Diskussion gingen die

Politiker dann auch noch kurz auf die Corona-Krise

ein. Detlef Müller betonte dabei,

dass ihm die aktuellen Existenznöte der

Taxibranche sehr wohl bekannt seien. Er

plädierte dafür, dass auch dem Taxigewerbe

als mittelbar Betroffene der Zugang zu den

Novemberhilfen gewährt wird. Oppermann

griff den Ball auf und ermahnte, dass dies

eine hohe Dringlichkeit habe. jh

ZUKUNFT TAXI –

EMISSIONSFREI & DIGITAL

Eine Keynote und vier Vorträge zum Thema Vernetzung und Elektrifizierung.

Christian Holzhauser, Funktionär aus Wien und Präsident der IRU-Taxigruppe,

richtete den Blick auf ein gescheitertes E-Taxi-Projekt (siehe Seite 20) und auf B2B

Big data, wobei der Fokus des Sammelns und Speicherns darauf gerichtet sein sollte,

dass die Taxibranche ihre Mobilitätsdaten selbst vermarktet.

Christian Meyer vom Mitorganisator, der Deutschen Telekom, verwies in der

Folge auf neue Angebote der Telekom wie einen neuartigen Taxibutton oder einen

WLAN-Hotspot, der die erwünschte Versorgung des ÖPNV mit freiem WLAN auch

auf das Taxi ausdehnen würde.

Gregor Beiner vom mtz München setzt als e-mobil-affiner Unternehmer auf simple

Zusatzangebote wie Essenslieferungen sowie auf eine wünschenswerte verstärkte

Kooperation mit dem ÖPNV. Taxi sei zwar kleinteilig und ein schwer fassbarer Partner,

Taxi sei dafür aber omnipräsent im Stadtbild und bezüglich seiner Schnelligkeit

bei der Kundenanfahrt unschlagbar.

Malte Auer von der Hamburger Hochbahn stellte die Vision einer zukünftigen

Mobilitäts-Stadt Hamburg vor, die auch ohne das Taxi hätte entworfen sein können.

Zwar wird das Taxi als Partner genannt, aber in einer Vision, die sich ausschließlich

an den Bedürfnissen der Kunden orientiert, eben nur als eines unter vielen.

Für Dirk Ritter von der Hamburger Verkehrsbehörde steht das

Taxi am Scheideweg. Es gäbe zwar einige tolle Beispiele engagierter

Unternehmen, in der Masse sei das Gewerbe in seiner

Wahrnehmung allerdings immer noch passiv. Viele neue Anbieter

würden sich aktuell platzieren. Da das Taxi nicht nur mit einer

Stimme spricht, wäre es für die Behörden ein schwieriger Partner.


rw

Link zur

Langversion

In einer Polit-Runde diskutieren Verkehrsexperten über die Reform der

Personenbeförderung. Verkehrsminister Scheuer lieferte dazu den

entsprechenden Diskussionsstoff.

In der Corona-Pandemie, so Andreas

Scheuer in seiner aufgezeichneten

Rede, sehe man deutlich, dass Dienste

rund um das Taxi benötigt werden. Neben

der Personenbeförderung treffe das auch

für Einkaufsfahrten, Medikamenten- oder

Paketlieferungen zu und sei gerade für ältere

Menschen sehr wichtig.

Schnell sei während der Pandemie klar

geworden, dass bei allen Verkehrsmitteln

die Sicherheit für die Fahrgäste und die

Mitarbeiter erhöht werden müsse. Bei der

Novelle des Personenbeförderungsgesetzes

(PBefG) gehe es dagegen um die Zukunft.

Der Verkehrsminister nannte die Inhalte

der Novelle einen Kompromiss. In ihrem

Mittelpunkt stehen die Pooling-Dienste,

weil sie weniger Verkehr verursachen und

darüber hinaus die Anbindung des ländlichen

Raums verbessern würden.

Die konträren und vielfältigen Erwartungen

waren für Scheuer der Grund für die

Bildung einer Findungskommission, die alle

politischen Entscheidungsträger an einen

Tisch geholt habe. „Wichtig dabei: Das Taxi

muss funktions- und wettbewerbsfähig bleiben

und darf keinen Schaden nehmen“.

Bei der anschließenden Diskussion

nahmen neben Michael Oppermann, dem

Geschäftsführer des Bundesverbands Taxi

und Mietwagen e. V. (BVTM), noch Michael

Donth von der CDU, Stefan Gelbhaar von

den Grünen und Detlef Müller von der SPD

teil. Alle drei sind Abgeordnete des Deutschen

Bundestags und innerhalb ihrer Partei

die führenden PBefG-Spezialisten.

FEINSCHLIFF FEHLT

Natürlich stand der aktuelle Referentenentwurf

zur PBefG-Novelle im Vordergrund.

Hier machten alle Beteiligten klar, dass es

noch etwas Feinschliff benötige. Michael

Oppermann vom BVTM mahnt einen erheblichen

Nachsteuerungsbedarf sowohl in der

Ausrichtung als auch in der handwerklichen

Ausgestaltung an.

Gelbhaar kündigte einen Streit um

Worte und Buchstaben an. Er sieht in

dem Entwurf eine gute Fortentwicklung

zu den Eckpunkten. Insgesamt sieht der

Grünen-Politiker allerdings noch zu viele

Passagen, die lediglich mit „Können oder

Dürfen“ ausgestaltet seien, vor allem dort,

wo die Kommunen mehr Regulierungskompetenz

erhalten sollen. Jene Kommunen,

die ja schon jetzt über zu wenig Personal

verfügen.

Müller und Donth dagegen begrüßten

die Stärkung der Kommunen ausdrücklich.

Für Müller allerdings würde die Diskussion

um die Novelle zu sehr durch die Brille

der Ballungszentren gesehen. Es sei aber

der große Anspruch der Neuregelung, alle

Bereiche abzudecken: das Taxi auf dem

Land ebenso wie in den Kleinstädten wie

Paderborn & Co.

Nach Donths Ansicht sei dies mit dem

jetzigen Entwurf gelungen, denn die Kommunen

könnten nun ihre jeweils unterschiedlichen

Begebenheiten bei der lokalen

Regulierung berücksichtigen. Die einen

könnten verkehrstechnisch eingreifen, um

ihre Klimaschutzziele besser umzusetzen,

bei anderen liege der Schwerpunkt darauf,

die Versorgung zu garantieren, indem man

8 4. QUARTAL 2020 TAXI

FOTOS: Deutscher Bundestag Inga Haar, Adobe Stock / sdecoret, Screenshot

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NOVELLE

NOVELLE

DIE ECKPUNKTE

WURDEN

ABGERUNDET

Die geplante Novelle des

Personenbeförderungsgesetzes

(PBefG) hat mit der Veröffentlichung

eines Referentenentwurfs den

nächsten Schritt genommen. Vieles

klingt nun doch nicht so schlimm wie

zunächst vom Taxigewerbe

befürchtet.

Am 8. Oktober hatte das Bundesministerium für

Verkehr und digitale Infrastruktur einen lang

erwarteten Referentenentwurf veröffentlicht, in

dem die Vorschläge für eine Novelle des Personenbeförderungsgesetzes

ausformuliert worden waren. In ihm waren

größtenteils die Vorgaben umgesetzt, welche eine von

Verkehrsminister Scheuer aus Vertretern mehrerer

politischer Parteien einberufene Findungskommission

im Vorfeld erarbeitet hatte.

Allerdings wurde schnell deutlich, dass einige Punkte

dieses Erstentwurfs nachgebessert werden mussten,

weshalb er noch am selben Tag eingezogen wurde. Die

überarbeitete Version wurde dann rund vier Wochen

später fertig. Politik und Verbände hatten bis zum 4.

Dezember Gelegenheit, Stellungnahmen abzugeben.

(Anmerkung der Redaktion: die Stellungnahme efolgte

nach dem Redaktionsschluss dieser Ausgabe)

Michael Oppermann vom Bundesverband Taxi

und Mietwagen e. V. hatte nach Bekanntwerden des

Erstentwurfs mahnende Worte gefunden: „Scheuer

muss dringend nacharbeiten. So darf der Entwurf

nicht Gesetz werden.“

ENTSCHÄRFTE PASSAGEN

Tatsächlich wurden in den folgenden vier Wochen etliche Passagen

entschärft oder auch genauer definiert, viele andere Punkte

blieben aber auch unverändert. Beispielsweise die Zielsetzung

der Novelle, das PBefG zu modernisieren. Es würden immer mehr

„alternative Bedienformen“ auf den Markt drängen und den klassischen

öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) vor große

He rausforderungen stellen, heißt es gleich zu Beginn des Entwurfs.

„Durch die Digitalisierung des Verkehrssektors neu entstehende

Geschäftsmodelle machen eine bedarfsgerechte

Vermittlung von Fahrdienstleistungen möglich, die durch intelligente

Bündelung mehreren Personen mit unterschiedlichen Zielen

unabhängig von Linienvorgaben angeboten werden können.“

Da aber die neuen Mobilitätsangebote den gesetzlich vorgegebenen

Typen des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG) oft nicht

eindeutig zuzuordnen seien und somit in einem Graubereich agieren,

sei eine Änderung des PBefG nicht nur nötig, sondern auch

alternativlos.

Diese Einleitung macht bereits deutlich, wo die Novelle ihren

Schwerpunkt setzt. Die im Sprachgebrauch als „Pooling“ bekannten

Beförderungen werden eine eigene Rechtsgrundlage bekommen.

Hier wurden die Vorgaben der Findungskommission nahezu

vollständig umgesetzt. Neu ist lediglich die Namensgebung: Kommunales

Pooling wird als „Linienbedarfsverkehr“ in dem neuen

Paragraf 44 legitimiert, privates Pooling als „gebündelter Bedarfsverkehr“

(§ 50). Damit verknüpft ist die Anpassung zahlreicher

weiterer Paragrafen des PBefG.

Der Linienbedarfsverkehr wird eindeutig dem Linienverkehr

nach § 8 Absatz 1 PBefG zugewiesen und unterliegt den festgelegten

Beförderungsentgelten und -bedingungen. Dadurch ist eine

klare Abgrenzung zum gebündelten Bedarfsverkehr definiert. Mit

10 4. QUARTAL 2020 TAXI

FOTOS: Pixabay, freepik / rawpixel.com

beiden neuen Verkehrsarten will der Gesetzgeber einen sogenannten

„Genehmigungstatbestand“ schaffen, der sich untereinander

ebenso abgrenzt wie auch von den anderen beiden Verkehrsarten

Taxi (§ 47) und Mietwagen (§ 49).

Allerdings hatte der erwähnte Erstentwurf vorgesehen, dass

Sammelfahrten nur den neuen Verkehrsarten erlaubt sein sollen.

Von dieser Einschränkung ist nun in der nachgebesserten Version

nichts mehr zu finden. Die ursprünglich im § 47 definierte Möglichkeit,

wonach eine Genehmigungsbehörde die Vermietung von

Einzelsitzplätzen bei Taxis wieder aufheben kann, wurde ersatzlos

gestrichen.

VERWÄSSERTE RÜCKKEHRPFLICHT

Leider beibehalten wurde dagegen die im Erstentwurf vorgenommene

Verwässerung der Rückkehrpflicht. De facto wird sie zwar

aufrechterhalten (was prompt zu Protesten von Uber und Free

Now führte), jedoch wird durch die Einführung einer zusätzlichen

Genehmigung von sogenannten „Abstellorten“ die Kontrolle noch

schwieriger. Daran ändert auch die zwischenzeitlich vorgenommene

Konkretisierung nichts, wonach zwischen dem Hauptsitz und

dem Abstellort oder bei mehreren Abstellorten zwischen diesen

eine Mindestwegstrecke von 15 Kilometern liegen muss.

Oppermann bezeichnete diese Regelung als „Schildbürgerstreich

aus dem Scheuer-Ministerium. […] Der Minister rollt Uber

damit zwar nicht den roten Teppich aus, aber er öffnet ihnen persönlich

die Hintertür“.

Manche Türen werden auch durch eine geplante Ergänzung im

Paragraf 51 PBefG geöffnet, in diesem Fall allerdings für das Taxigewerbe.

Die dort definierten „Beförderungsentgelte und -bedingungen

im Taxenverkehr“ sollen künftig auch die Festlegung von

Festpreisen für bestimmte Fahrtstrecken als zusätzliche Tarifoption

ermöglichen. Zudem ist die Rede von Mindest- und Höchstpreisen,

die bei Beförderungen auf Bestellung ebenfalls festgelegt

werden dürfen. Letzteres dürfte allerdings Großkunden gegenüber

einem kleinteiligen Taxigewerbe eine unverhältnismäßige Verhandlungsposition

einräumen.

Auffällig am gesamten Entwurf ist die klare Absicht, dass ein

geändertes PBefG den Kommunen künftig noch mehr Rechte, aber

auch Pflichten einräumt. Den lokalen Genehmigungsbehörden

kommt also in Zukunft eine stärkere Rolle zu. Mussten sie bisher

„nur“ die Einhaltung des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG)

kontrollieren, stehen sie demnächst auch in der Pflicht, regionale

Rechtsverordnungen zu definieren.

Somit stehen die lokalen Politiker in der Verantwortung, hier

im Sinne des so gerne zitierten „Level-Playing-Field“ zu entscheiden

– also im Bereich der Personenbeförderung Regelungen zu

treffen, die für einen fairen und gleichen Wettbewerb unter allen

Anbietern sorgen. Das Taxi rückt damit deutlich mehr in den Fokus

politischer Entscheidungen, was für Kommunalpolitiker bedeutet,

dass sie sich mit der komplexen Materie „Taxi“ intensiver als bisher

befassen müssen.

Die Landesverbände wie auch die örtlichen Taxizentralen stehen

also mehr denn je in der Pflicht, mit den regionalen kommunalpolitischen

Vertretern in einen regen und regelmäßigen

Austausch zu treten.

Selbst jeder Taxifahrer ist aufgerufen, seine Fahrgäste bei jeder

Fahrt über das Konstrukt „Taxi“ aufzuklären. Je breiter das Wissen,

desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass im Bereich der

Personenbeförderung gesellschaftspolitisch sinnvolle Entscheidungen

getroffen werden.

jh

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netto (mit Top-Smartphone). Einmaliger Kaufpreis für das Endgerät – je nach gewähltem Endgerät und Tarif – fällt zzgl. an.


NOVELLE

DATENLIEFERUNG

SOLL GESETZ WERDEN

x

Im neuen Personenbeförderungsgesetz sollen Unternehmen und

Fahrtenvermittler zur Datentransparenz verpflichtet werden. Erste Details dazu

finden sich im aktuellen Referentenentwurf des Verkehrsministeriums.

Sofern der auf Seite 10 vorgestellte Referentenentwurf des

Bundesverkehrsministeriums für eine Novelle des Personenbeförderungsgesetzes

(PBefG) an dieser Stelle unverändert

bleibt, wird künftig ein § 3a im PBefG die Unternehmer

und Vermittler verpflichten, statische und dynamische Mobilitätsdaten

zur Verfügung zu stellen. Welche Informationen damit

gemeint sind, wird in einer „Verordnung über die Bereitstellung

von Mobilitätsdaten“ definiert. Jene Daten müssen für das Angebot

bedarfsgesteuerter Mobilitätsleistungen und die Bereitstellung

multimodaler Reiseinformationsdienste wesentlich sein, ebenso

für die Verkehrslenkung und den Klimaschutz. Die Bereitstellung

muss standardisiert öffentlich und maschinenlesbar über einen

nationalen Zugangspunkt erfolgen. Nach drei Jahren muss das

Bundesverkehrsministerium einen Bericht zur Umsetzung dieser

Verordnung vorlegen.

WER MUSS LIEFERN?

Betrachtet man die dem Referentenentwurf beigefügte Verordnung

etwas genauer, wird dort definiert, welche Daten bei Linienverkehren

und bei „nachfrageorientierten Mobilitätsdienstleistungen“

zur Verfügung gestellt werden müssen. Unter Letzteres fallen der

Taxi- und Mietwagenverkehr, aber auch die im § 50 neu geschaffene

Verkehrsart „gebündelter Bedarfsverkehr“.

Unternehmer aus diesen drei Bereichen müssen folgende Daten

zugänglich machen: den Firmennamen und sämtliche Kommunikationsdaten

(u. a. Telefon, Website, E-Mail). Dazu eine genaue

Angabe des Gebiets, in dem die Dienstleistung zu welchem Zeitpunkt

angeboten wird. Taxistandorte und Mietwagenstationen

müssen über Geokoordinaten bekannt gegeben werden. Des Weiteren

werden Daten zu den Preisen, zu Sondervereinbarungen

sowie zu Buchungs- und Bezahlmöglichkeiten gesammelt. Im Falle

von dynamischen Preisen wird die Bekanntgabe der Preiskalkulation

erwartet.

Unternehmen müssen auch Angaben zu ihren eingesetzten

Fahrzeugen machen, inklusive Informationen zur Barrierefreiheit

und zum Umweltstandard sowie zur Verfügbarkeit an Taxistandorten

und Mietwagenstationen. Letzteres muss in Form von Echtzeitdaten

zur Verfügung gestellt werden. Speziell bei Ride-Pooling

und Taxis werden „Geokoordinaten und Fahrzeugtyp von für eine

Fahrt verfügbaren Fahrzeugen in Echtzeit“ verlangt.

Das Ziel all dieser Datensammlungen wird im Referentenentwurf

ebenfalls aufgeführt: Man wolle eine effektivere Kontrolle von Vorgaben

des PBefG ermöglichen und so für einen fairen Wettbewerb

unter den Verkehrsformen sorgen. „Ebenso kann die Nutzung entsprechender

Daten der Anbieter von Beförderungsdienstleistungen

von Ländern und Kommunen – etwa für die Verkehrslenkung –einen

Beitrag für einen effizienteren und klimafreundlicheren Verkehr

leisten“, heißt es weiter. Die verkehrsträgerübergreifende Bereitstellung

und Nutzbarmachung aktueller Mobilitätsdaten sehe man

zudem als notwendige Voraussetzung an, die Entwicklung datenbasierter,

multimodaler Mobilitätsdienste weiter voranzutreiben.

Um dieses Ziel zu erreichen, müsse grundsätzlich die Datenerfassung

aller Mobilitätsanbieter im Anwendungsbereich des

PBefG verpflichtend eingeführt werden, also sowohl für Taxis und

Mietwagen als auch für Pooling-Fahrzeuge und den öffentlichen

Personennahverkehr.

jh

FOTO: Adobe Stock / nerthuz

12 4. QUARTAL 2020 TAXI


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Auch wenn der zweite

Referentenentwurf einiges an

zerstörerischen Elementen

gegenüber den Eckpunkten verloren

hat, bleiben doch einige

Formulierungen, die so nicht in

die Novelle aufgenommen

werden sollten.

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Die spürbare Erleichterung der Taxibranche (siehe Seite 10)

mag berechtigt sein, doch sie darf nicht den Eindruck

erwecken, dass nun alles „Friede, Freude, Eierkuchen“

ist. Zum einen, weil zahlreiche Punkte noch zu ungenau definiert

sind und somit einen zu breiten Interpretationsspielraum lassen

(den dann letztendlich Gerichte klären müssten), zum anderen,

weil es nach wie vor Punkte gibt, in denen das Taxigewerbe massiv

benachteiligt ist.

Zu Letzteren zählt beispielsweise, dass an die Stelle der geplanten

Abschaffung der Ortskunde für Taxis nun eine Fachkundeprüfung

treten soll. Geregelt wäre es in der Fahrerlaubnisverordnung,

nicht im PBefG. Falls dies, wie aktuell noch geplant, nur für Taxifahrer

obligatorisch wird, wäre das eine Ungleichbehandlung des

Taxis gegenüber Mietwagen und der neuen Verkehrsart

„gebündelter Bedarfsverkehr“. Hier darf es nur eine

BEDEUTET „UND“ EIGENTLICH „ODER“?

Gesetzestexte müssen bis ins kleinste Detail unmissverständlich

ausformuliert sein, sonst sind unterschiedliche

Interpretationen möglich und langwierige Klärungen vor

Gericht die Folge. Im Paragraf 51 des PBefG soll beispielsweise

künftig stehen: „[Es] können für den Taxenverkehr,

bei dem Beförderungen auf Bestellung durchgeführt

werden, auch Regelungen über Mindest- und Höchstpreise

UND Festpreise für bestimmte Fahrtstrecken (z. B. Flughafen,

Bahnhof, Messegelände) festgelegt werden.“ Nach

Ansicht des Bremer Rechtsanwalts und PBefG-Spezialisten

Lothar Fiedler handelt es sich dabei um eine Aufzählung,

welche sich in der Folge auf die vor „bestimmten

Fahrtstrecken“ bezieht. „Schlüssiger wäre es allerdings

tatsächlich, wenn hier ,Mindest- und Höchstpreise ODER

Festpreise‘ stünde“, so Fiedler gegenüber Taxi Times. rw

Lösung geben: Wenn eine Fachkunde verlangt wird, dann zwingend

für Taxis UND Mietwagen (Uber & Co.) UND gebündelten

Bedarfsverkehr (Moia etc.). Passiert das nicht, setzt sich das fort,

was bereits seit dem Wegfall der Ortskundeprüfung für Mietwagen

zu beobachten ist: ein langsames Ausbluten der Taxiunternehmer

wegen Personalmangels.

An dieser wie auch an anderen Stellen ist der Referentenentwurf

also nicht konsequent durchdacht. Der Bundesverband Taxi

und Mietwagen e. V., der diesen Vorwurf bereits nach Bekanntwerden

der ersten Fassung moniert hatte, führt in diesem Zusammenhang

auch die Neuregelung auf, dass künftig auch

Fahrtenvermittler dem PBefG unterliegen.

DENKFEHLER BEI DEN VERMITTLERN

Zwar wurde der zweite Entwurf um die bisher fehlende Pflicht

ergänzt, dass Sozialstandards eingehalten werden müssen, doch ist

nach wie vor ein entscheidender Denkfehler nicht behoben: Wenn

appbasierte Vermittlungsplattformen wie Uber, Free Now, aber auch

die echten Taxi-Apps wie taxi.eu, Taxi Deutschland oder cab4me

künftig unter das PBefG fallen, bedeutet das, dass sie genehmigungspflichtig

werden. Diese Genehmigungspflicht bezieht sich

aber jeweils auf die Fahrzeuge, mit denen die entgeltliche Beförderung

durchgeführt wird. All die genannten Plattformen haben

aber kein einziges Fahrzeug auf der Straße, sie vermitteln an eigenständig

agierende Partner bzw. Taxizentralen.

Auch die künftige Verpflichtung aller Personenbeförderer, ihre

Mobilitätsdaten bereitzustellen (siehe Seite 12), ist in der jetzigen

Ausformulierung noch nicht zu Ende gedacht. So wird aktuell

nicht zwischen einem Einzelunternehmen und einer großen Vermittlungsplattform

unterschieden. Alle müssen die gleichen Maßnahmen

zur Datenbereitstellung treffen, was aus Expertensicht

nicht funktionieren kann.

Es gibt also noch einige versteckte Minenfelder in diesem Referentenentwurf,

die im Vorfeld noch korrigiert werden müssen.

Speziell das Taxigewerbe muss wachsam bleiben, damit es am

Ende nicht doch noch zu bösen Überraschungen kommt. jh

FOTO: Pixabay

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4. QUARTAL 2020 TAXI


ÖSTERREICH

ÖSTERREICH

DEN »TODES-

STOSS«

ABGEWEHRT

Ende November musste Österreichs Taxigewerbe

das Schlimmste befürchten. Die Regierung hatte

die geplante Taxi-Novelle noch kurzfristig geändert

und den Gewerbevertretern blieben nur 14 Tage,

um einen Todesstoß zu verhindern.

Um die Dramatik zu verstehen,

welche sich zwischen dem

18. November und dem 2. Dezember

aufgebaut hatte, muss man chronologisch

zurückblicken. Am 3. Juli 2019

beschloss das Österreichische Parlament

mit den Stimmen der SPÖ, ÖVP und der

FPÖ eine umfangreiche Novelle des Gelegenheitsverkehrsgesetzes

(GelVerkG), in

dem ähnlich wie in Deutschland im PBefG

die Regelungen für die gewerbliche Personenbeförderung

definiert sind. Kernpunkt

der Neuregulierung war, dass die bisherige

Unterscheidung zwischen Taxi und Mietwagen

aufgehoben wird.

In Kraft treten hätte das Gesetz im September

2020 sollen, doch die Corona-Pandemie

sorgte für eine Verschiebung auf

den 1. Januar 2021. Schon kurz nach der

Abstimmung kam es zu ersten verbalen

Scharmützeln. Uber, in Wien und weiteren

österreichischen Städten ähnlich disruptiv

und rechtsbrüchig unterwegs wie in

Deutschland, drohte seinen Rückzug aus

Österreich an, blieb dann aber doch. Die

Neos-Partei, deren Digitalisierungsfaible

ähnlich wie bei der FDP in Deutschland

den Blick auf die Realitäten vernebelt,

strebte eine Klage vor dem Verfassungsgericht

an.

TARIFPFLICHT FÜR MIETWAGEN

Auch die Bundeswettbewerbsbehörde

(BWB) äußerte rund ein Jahr später ihre

Bedenken, als sie im September 2020

einen „Endbericht zur Branchenuntersuchung

im Taxi- und Mietwagenmarkt“

veröffentlichte. Derweil wurde im Hintergrund

an den detaillierten Bestimmungen

gearbeitet, die über sogenannte Betriebsverordnungen

geregelt werden sollen.

Da rüber drang über all die Monate wenig

nach außen. Falls doch, ging es meist um

die Frage einer einheitlichen Tarifregelung.

Die Fachgruppe Taxi und Mietwagen

der Wirtschaftskammer Österreich plädierte

hier stets dafür, dass dort, wo bereits

nach alter Gesetzgebung feste Taxitarife

definiert sind, diese beibehalten werden

und somit auch die Mietwagen einer Tarifpflicht

unterliegen.

Auch über Zulassungsverschärfungen

zum künftig einheitlichen Personenbeförderungsschein

drangen erste Details nach

außen. Aus dem von der Grünen-Politikerin

Leonore Gewessler geführten Verkehrsministerium

wurde über Pläne berichtet,

wonach eine Deutschpflicht für Taxi- und

Mietwagenfahrer eingeführt werde sollte.

Alle Lenker müssten dann entweder

ein Zertifikat des Österreichischen Integrationsfonds

über das erlangte Sprachniveau

B1 oder ein Pflichtschulzeugnis

mit Deutsch als primäre Unterrichtssprache

vorlegen. Vor allem die Wirtschaftskammer

Österreich hatte auf die

Deutsch-Pflicht gedrängt. Sie würde laut

Experteneinschätzung vor allen Dingen

den US-Fahrtenvermittler Uber treffen, da

dessen Subunternehmer viele polnische

oder rumänische Fahrer ohne Deutschkenntnisse

einsetzen würden.

FOTOS: Hakan Ilarslan, Salih Akar, Krunislav Mijić, Ernst Spitaler

Während vor allen in Wien die dortigen

Uber-Fahrer gegen die Einführung der

Gesetzesnovelle mobilmachten (Demo am

22. Oktober und am 30. Oktober 2020),

bereitete man sich in anderen Teilen Österreichs

auf die neuen Bestimmungen bereits

vor. Im Herbst dieses Jahres berichteten die

Medien von den ersten abgeschlossenen Lenker-Prüfungen,

welche die Mietwagenfahrer

absolviert haben. Im niederösterreichischen

Gmünd beispielsweise freuten sich die

Unternehmer Ewald und Michael Gaispichler

bei Nön.at: „Jetzt haben wir die gesetzlichen

Grundlagen erfüllt und können bei

Bedarf weiterhin Taxifahrten durchführen.“

Alles schien also auf ein Einheitsgewerbe

hinzudeuten, bei dem Mietwagen größtenteils

die Pflichten der Taxis übernehmen

sollten. Doch dann kam der 18. November

2020. An jenem Tag legte das Verkehrsministerium

einen Beschluss des Ministerrats

vor, in dem einige Punkte so formuliert

waren, dass bisherige Ankündigungen elementar

ins Gegenteil verkehrt wurden.

Plötzlich und ohne Absprache mit der Branche

waren Ausnahmen von den verordneten

Taxitarifen vorgesehen, die für bestellte

Fahrten (egal ob per App, per Telefon etc.)

gelten sollten. Zudem sollte es den Landeshauptleuten

der Bundesländer eingeräumt

werden, für die zu vereinbarenden Entgelte

eine Bandbreite oder Formen von Mindest-

oder Höchstentgelten festzulegen. Der

verordnete Taxitarif – sofern es für die jeweilige

Standortgemeinde einen solchen gibt –

sollte nur mehr für Fahrten vom Standplatz

aus oder für sogenannte Spontanbeförderungen

– also „herbeigewinkte“ Fahrten in

der jeweiligen Standortgemeinde – gelten.

Aus dem Einheitsgewerbe wäre nun also

plötzlich eine Art Lex Uber geworden, mit

dem die Grundkonstruktion des Gesetzes,

das letztlich fairen Wettbewerb zwischen

allen Marktteilnehmern garantieren sollte,

einen Monat vor seinem Inkrafttreten

»Das ist ein direkter

Angriff auf einen

Großteil der Wiener

Taxiunternehmer.«

Resul Ekrem Gönültaş,

Wiener Taxi-Obmann

Klappe zu – los geht's.

Wir bauen Ihr Rollstuhltaxi.

infrage gestellt worden wäre. Als Begründung

für diesen Sinneswandel verwies man

unter anderem auch auf die oben angesprochene

Untersuchung der Bundeswettbewerbsbehörde.

Entsprechend groß war die Bestürzung

und Empörung des Taxigewerbes. „Das

ist der Todesstoß für die Branche. Die Zeichen

stehen auf Sturm, wir werden uns mit

allen Mitteln dagegen wehren“, verkündete

Erwin Leitner, Taxi-Obmann in der Wirtschaftskammer

(WK). Für Resul Ekrem

Gönültaş, Obmann der Taxisparte der Wirtschaftskammer

Wien, war die veränderte

Novelle des Gelegenheitsverkehrsgesetz

„ein direkter Angriff auf einen Großteil der

Wiener Taxiunternehmer“. Auch der Präsident

der Wirtschaftskammer Steiermark,

Josef Herk, zeigte kein Verständnis: „Dass

solche Konzerne von der Bundesregierung

nun auch noch gefördert bzw. durch solche

Maßnahmen quasi nach Österreich gebeten

werden, während die heimischen Unternehmen

in Zeiten von Corona ums Überleben

kämpfen, ist für uns inakzeptabel.“ Herk

konnte es überhaupt nicht nachvollziehen,

dass mit der betroffenen Branche in diesem

Zusammenhang vorab kein Austausch

gepflegt und man von der Regierung auch

nicht informiert worden war.

KOSTEN SPAREN BEIM LENKER

Sylvia Loibner, Taxi-Obfrau der Wirtschaftskammer

Steiermark, warnte explizit vor

Uber: „Dieser Konzern besitzt kein einziges

Fahrzeug und beschäftigt keinen einzigen

Lenker, sondern bedient sich bestehender

Unternehmen. Nachdem Uber aber oftmals

deutlich günstigere Preise anbietet als das

klassische Taxi, müssen diese Betriebe Kosten

reduzieren. Das geschieht vor allem

beim Hauptkostenfaktor – den Lenkern.“

Deutliche Worte, doch das Problem

dabei war: Bereits am 4. Dezember hätte

der Verkehrsausschuss des Parlaments

in Wien dem zustimmen sollen und dann

wäre die Gesetzesänderung des Gelegenheitsverkehrsgesetzes

beschlossene u

16

4. QUARTAL 2020 TAXI

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ÖSTERREICH

ÖSTERREICH

Sache gewesen und zum 1. Januar 2021 in

Kraft getreten. Also musste man schleunigst

Druck aufbauen und wurde dabei von

den Taxiunternehmen und Lenkern auf der

Straße unterstützt. Innerhalb von nur einer

Woche fanden drei Taxi-Demos statt (siehe

unsere Bilderleiste auf diesen Seiten), an

denen in Wien und Graz insgesamt rund

5.000 Taxis aus ganz Österreich teilgenommen

hatten.

VERHANDELT ÜBER SKYPE

Parallel zu diesem Druck von der Straße

wurde zwischen den politisch Verantwortlichen

und den Gewerbevertretern hart

verhandelt. Insider berichten von umfangreichen

Skype-Konferenzen mit Vertretern

der Regierungsparteien, die sich zunächst

aber nicht recht bewegen wollten. Auch

ein erstes Gespräch der Taxifunktionäre

mit Mitarbeitern des Verkehrsministeriums

gleich im Anschluss an die erste

Demo am 25. November war enttäuschend

verlaufen.

Derweil wuchs auch die Empörung

zahlreicher Oppositionsparteien. Allen

voran die FPÖ, jene Partei, die unter dem

damaligen Verkehrsminister Hofer noch

maßgeblich an der Novelle mitgearbeitet

hatte, mittlerweile aber nicht mehr in der

Regierung sitzt, fiel mit markigen Statements

und Aktionen auf. Sie warf dem

ehemaligen Koalitionspartner ÖVP Verrat

vor. Zum Himmel schreiend sei dabei laut

Ansicht des FPÖ-Verkehrssprechers Christian

Hafenecker vor allem „die Niedertracht

der ÖVP, da beide Maßnahmen noch während

der FPÖ-Regierungsbeteiligung nach

Gesprächen mit Vertretern des Taxi- und

Mietwagengewerbes vereinbart wurden“.

Mit ihrem […] Verhalten hätten die Schwarzen

den Offenbarungseid geleistet, indem

sie beiden Gewerben ins Gesicht gelogen

und sie damit betrogen hätten.

Wenige Tage später legte man sogar

noch eine Schippe drauf, indem man eine

Klage gegen den Bundeskanzler Sebastian

Kurz bei der Korruptionsstaatsanwaltschaft

einlegte. Kurz hatte sich in den

Monaten zwischen seinem erzwungenen

Rücktritt aufgrund der Ibiza-Affäre und

seiner Wiederwahl in Kalifornien mit

Uber-Chef Dara Khosrowshahi getroffen.

Die FPÖ sah in diesem Treffen den Ausgangspunkt

für die Gesetzesänderung,

»Unsere Sorgen

wurden ernst

genommen.«

Erwin Leitner,

Taxi-Fachgruppenobmann

„die zum Himmel stinkt“, wie es deren

Verkehrspolitischer Sprecher Christian

Hafenecker auf einer Pressekonferenz verlautbaren

ließ. „Hier wurde offensichtlich

in San Francisco ein Gesetz ausverhandelt.

Um wie viel hat die ÖVP hier das Taxigewerbe

verkauft?“

Derweil hatten die Taxivertreter die

Gespräche mit den politischen Entscheidern

noch mal intensiviert. Dabei gelang

es trotz aller Emotionalität, sich auf die

sachliche Ebene zu fokussieren und die

inhaltlichen Schwachstellen der Novelle

zur Sprache zu bringen. Neben der

Ungleichbehandlung von Taxi- und Mietwagenunternehmen

wären auch sämtliche

Landesverordnungen im Widerspruch zur

geplanten Gesetzesänderung gestanden

und zudem wäre den Bundesländern ein

Großteil der Gestaltungsmöglichkeiten für

verbindliche Tarife entzogen worden.

„Lediglich für Fahrten von Standplätzen

und auf der Straße ,herbeigewinkte‘ Fahrten

hätten noch verbindliche Tarife durch

die Landeshauptleute verordnet werden

können“, monierte die Wirtschaftskammer.

„Für Fahrten, die über einen Kommunikationsdienstleister

(wie über Telefon, E-Mail,

Website oder App) bestellt worden wären,

wären zwingend nur mehr Mindest- und

Höchstentgelte vorgesehen worden, sofern

sie von den Landeshauptleuten verordnet

wurden. Wäre dies nicht der Fall, hätte ein

Mindestpreis von fünf Euro für vorbestellte

Fahrten bzw. drei Euro für „Taxisharing“

und kein Maximalpreis gegolten. Bei diesen

Fixpreisen fehlte zudem jegliche Präzisierung,

indem beispielsweise keinerlei

Angaben zur Länge einer Wegstrecke vorgegeben

wurden.

Es gab also genügend Gründe, die

Novelle in entscheidenden Punkten noch

einmal zu ändern, und genau das bildete

dann Anfang Dezember die Basis für einen

Kompromiss, den die Taxivertreter nach

unermüdlichen Verhandlungen erreichen

konnten. Zwar wurden im Verkehrsausschuss

des Parlaments die oben genannten

neuen Regelungen beschlossen, doch

parallel wurde ein Abänderungsantrag

angenommen, der „elementare Verbesserungen“

enthielt, wie es die Fachgruppen

der Bundesländer und der bundesweite

Fachverband formulierten.

FOTO: Name Name

FOTOS: Hakan Ilarslan, Salih Akar, Üzen Fatih, Ernst Spitaler

Sie alle hatten in einer außerordentlichen

Teamleistung jene vier Punkte ausgehandelt,

die nun im Abänderungsantrag auftauchen.

Erstens kann bei vorbestellten

Fahrten der Fahrpreisanzeiger weiterhin

verwendet werden und ein Abweichen vom

verbindlichen Tarif ist möglich, jedoch

nicht zwingend wie ursprünglich vorgesehen.

Damit wird die Einheitlichkeit des

Gewerbes gewahrt.

Zweitens wurde den Landeshauptleuten

jetzt eine sehr starke Gestaltungskompetenz

eingeräumt – betreffend das von der

Bundesregierung gewünschte „Preisband

für vermittelte Fahrten“.

Drittens wird das Mindestentgelt von

fünf Euro für „vorbestellte Fahrten“ bzw.

drei Euro bei „Taxisharing“ gestrichen,

muss jedoch weiterhin dem Grundentgelt

plus Zuschlägen entsprechen, sofern nichts

anderes verordnet wurde. Die Untergrenze

eines derartigen Preisbandes bildet damit

der vom jeweiligen Landeshauptmann, den

jeweiligen Gemeinden, der Arbeiterkammer

und der Wirtschaftskammer ausgearbeitete

Tarif.

ENTSCHEIDENDE TAGE

Viertens ist zudem ein gestaffeltes Inkrafttreten

vorgesehen: Erst mit dem 1. März

2021 treten die Regelungen zur freien

Preisvereinbarung und mit 1. Juni 2021

jene zum Taxisharing in Kraft, die Regelungen

zum Einheitsgewerbe hingegen bereits

mit dem 1. Januar 2021.

Erwin Leitner, Bundesobmann der Fachgruppe

Taxi, zeigte sich aufgrund dieses

Zwischenergebnisses erleichtert. „Unsere

Sorgen wurden ernst genommen“, blickt

er auf die zurückliegenden, ereignisreichen

beiden Wochen zurück. Die vergangenen

Tage seien entscheidend für dieses Ergebnis

gewesen, so Leitner, der mit der jetzt

vorliegenden Lösung eine positive Weiterentwicklung

dieses Verkehrsbereichs für

möglich hält.

Der Fachgruppenobmann begrüßt

zudem, dass in der vorliegenden Gesetzesnovelle

die Formulierungen präzisiert

wurden. Die Änderung, dass auch bei vorbestellten

Fahrten der Fahrpreisanzeiger

weiterhin verwendet werden kann, ist

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ausschlaggebend für die Einheitlichkeit

des Gewerbes. Der im Entwurf enthaltene

Wunsch der Bundesregierung, ein „Preisband

für vermittelte Fahrten“ zu schaffen,

wurde um eine ganz klare Gestaltungskompetenz

des Landeshauptmanns ergänzt. Der

Mindestpreis im Gesetz gilt nur, falls vom

Bundesland keine anderen Untergrenzen

verordnet wurden. Dieser leitet sich nunmehr

allein von den bestehenden Tarifen

der Bundesländer ab. Das bedeutet, dass

die Landeshauptleute beispielsweise je

nach Streckenlänge oder Fahrdauer Unterund

auch Obergrenzen für die Preisgestaltung

festlegen können.

„Damit wird auf die regionalen Unterschiede

Rücksicht genommen und der

große Gestaltungsspielraum der Bundesländer

nochmals betont. Jetzt gilt es sicherzustellen,

dass über Landesverordnungen

Lohndumping verhindert wird. Wir freuen

uns, dass die geplanten, für unsere Unternehmen

ruinösen Maßgaben nun entschärft

wurden. Das gibt der Taxibranche

die Möglichkeit, innovative Angebote für

Kundinnen und Kunden zu entwickeln“,

hält Leitner fest.

FAZIT:

Es war wie ein Fußballspiel: 90 Minuten

lang dümpelte die Partie vor sich hin, ehe

plötzlich in der 89. Minute das Gegentor

fällt und man nun kaum noch Zeit hat,

den Ausgleich zu erzielen. Dem österreichischen

Taxigewerbe ist aber genau dies

gelungen, indem es trotz aller branchentypischen

Kleinteiligkeit sämtliche Kräfte

mobilisiert hat. Chapeau! jh, hs

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18 4. QUARTAL 2020 TAXI

TAXI 4. QUARTAL 2020

19


ÖSTERREICH

PAYMENT

Wiens Taxigewerbe wird wohl einen weiteren Versuch starten

müssen, E-Taxis in der Stadt zu etablieren.

EIN ZWEITER

VERSUCH

BIS 2025

Wiens Stadtregierung will ab 2025 nur

noch emissionsfreie Taxis zulassen.

Erfahrungen liegen bereits aus einem

2016 gestarteten E-Taxi-Projekt vor –

auch wenn das aus heutiger Sicht als

Flop betrachtet werden muss.

OHNE

VERTRAG UND

HARDWARE

Eine Taxi- bzw. Mietwagenfahrt

bargeldlos zu bezahlen, ist längst

nicht mehr gleichzusetzen mit

dem Begriff der Kartenzahlung.

Der moderne Kunde bezahlt

heutzutage mit seinem Smartphone.

Wenn von 240 geplanten Elektro-Taxis gerade einmal

30 auf die Straße kommen, darf man durchaus von

einer verfehlten Zielvorgabe sprechen. Dabei war das

Projekt finanziell sehr gut ausgestattet und auch bei der Ladeinfrastruktur

gab es nur wenige Probleme. Taxilenker konnten sich

eine der zehn exklusiven Ladesäulen sogar per App reservieren.

Warum man trotzdem scheiterte, erläuterte kürzlich Christian

Holzhauser von der Wiener Taxizentrale während einer Online-Konferenz.

Mit deutlicher Ironie drehte Holzhauser den Spieß um und

gab eine Anleitung, was man doch alles bitte schön machen soll,

um ein ambitioniertes Projekt nicht erfolgreich werden zu lassen.

ANLEITUNG ZUM SCHEITERN

Man müsse lediglich für eine eingeschränkte Modellauswahl sorgen

und keine Ersatzfahrzeuge zur Verfügung stellen, dazu konsequent

die Ersatzversorgung unterbrechen und die sonst bewährten

Kommunikationskanäle seitens der Autohäuser einfrieren. Das

elektrotechnische Know-how der Autohaus-Mechaniker sollte man

möglichst auch gegen null fahren. Zudem sollten die Fahrzeuge

unbedingt eine geringe Reichweite haben.

Keine Ironie, sondern tatsächlich auch ein Grund für den mangelnden

Zuspruch seitens der Taxilenker: Anstatt am Halteplatz, wo

man mit den dort wartenden Kollegen sozialen Kontakt hatte, verbrachten

E-Taxi-Lenker die Wartezeit an vereinsamten Ladesäulen.

Holzhausers Erläuterungen machen wenig Hoffnung für das

Jahr 2025, wenn im Zuge des nationalen Energie- und Klimaplans

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(NEKP) in Österreich nur noch emissionsfreie Taxis eingesetzt

werden sollen. Die Wiener Stadtregierung hat kürzlich die Ziele

übernommen. Somit wird sich das Wiener Taxigewerbe abermals

mit der Elektromobilität beschäftigen müssen. Diesmal aber weiß

man, welche Fehler man nicht mehr machen darf. Und die elektromobile

Auto-Industrie hat sich ja seit 2016 durchaus weiterentwickelt.


jh, rw

NEUJAHRSKONZERT ABGESAGT

Jedes Jahr spielt am 4. Jänner das Tonkünstler-Orchester

Niederösterreich ein Klassik-Konzert im Wiener Musikverein

exklusiv für die Wiener Taxikunden. Die Taxizentrale

40100 bedankt sich damit bei all ihren Stammkunden für

deren Treue.

Diesmal jedoch werden am 4. Jänner die Plätze leer

bleiben, das traditionelle Neujahrskonzert wurde wegen

Corona abgesagt. Zu Herbstbeginn hatte man noch

gehofft, die Gala unter Einhaltung aller Vorschriften und

mit begrenzter Personenanzahl abhalten zu können, teilte

Wiens größte Taxizentrale mit. Dann allerdings sei man

durch die verschärfte Situation doch zu einer Absage

gezwungen gewesen.

„Es schmerzt uns sehr, dass wir diese wunderbaren Stunden

diesmal nicht mit Ihnen erleben dürfen, hoffen aber,

dass alle unsere Aktivitäten bald wieder stattfinden und

wir sie gemeinsam dann umso mehr genießen können“,

teilte die Taxizentrale in einem Rundschreiben all seinen

Kunden und Gästen mit.

jh

FOTOS: Taxi 40100, Wiener Musikverein

FOTO: MPC-Software

Durch den Einsatz von QR-Codes können Taxibetriebe die

Bezahlung der Taxifahrt ohne Bargeld, aber auch ohne

zusätzliche Technik, Hardware oder Verträge sowie ohne

eine weitere App anbieten. Die Vorgehensweise lässt sich am Beispiel

einer Bezahlung über PayPal verdeutlichen, die bei vielen

Anbietern von Vermittlungssystemen ermöglicht wird, unter anderem

auch in der „Taris“-Software des Unternehmens MPC. Dafür

wird der Fahrpreis am Ende der Fahrt entweder direkt aus dem

Taxameter in die Fahrer-App übertragen oder über ein Tastaturfeld

vom Fahrer manuell eingegeben. Anschließend wird die Funktion

„Zahlung per Pay-Pal“ aktiviert.

Das System generiert nun einen QR-Code, den der Fahrgast

wiederum mithilfe der Kamera auf seinem Smartphone einscannt.

Dort erfolgt dann die automatische Weiterleitung auf die Pay-Pal-

Oberfläche, wo der Fahrgast seinen Bezahlvorgang abschließt. Nach

erfolgreicher Bezahlung erhält der Fahrer eine visuelle Bestätigung.

Der Vorgang ist nun abgeschlossen. Optional besteht noch

die Möglichkeit, nach demselben Verfahren eine Fahrpreisquittung

zu übertragen.

Voraussetzung für die Anwendung dieser einfachen Zahlungsmethode

ist, dass der Kunde im Vorfeld bei einem der Zahlungsdienstleister

registriert ist. Als Disagio fallen die jeweiligen

Gebühren des Zahlungsdienstleisters an.

Auch die Talex Mobile Solutions GmbH hat in ihr Produkt „Taxi.

de“ eine ähnliche Lösung integriert. „SCAN.PAY.GO“ bietet einfach

optional einen QR-Code, den der Kunde scannen kann, um dann

mithilfe seiner favorisierten, individuell vorinstallierten Zahlungsoption

den aktuellen Fahrpreis zu begleichen. Falls gewünscht kann

so auch Trinkgeld gegeben und ordentlich ausgewiesen werden und

der Fahrer erhält parallel die Zahlungsbestätigung direkt ins Taxi.

de-System. Belege sowohl für den Kunden als auch für das Taxi werden

für beide getrennt in deren Systemen abgespeichert und stehen

für alle weiteren Buchhaltungsvorgänge sofort online zur Verfügung.

KEINE WEITEREN SIM-KARTEN NÖTIG

Ohne weitere Technik können nun, nur über das Kundenhandy,

Kreditkarten, Bankkarten, PayPal, Apple Pay und alle anderen

Online-Zahlsysteme der Gegenwart und Zukunft angeboten werden,

es sind keine weiteren SIM-Karten oder Karten-Scanner notwendig,

stattdessen lediglich eine kurze Anmeldung beim

Zahlungsdienstleister von Taxi.de. Die Auszahlung erfolgt wöchentlich

und der Zahlungsdienstleiter, mit dem Talex hier kooperiert,

nimmt für alle Zahlungen eine Gebühr von 12 Cent pro Transaktion

sowie einen umsatzabhängigen Disagio von 1,9 %. Nur Pay-

Pal-Zahlungen sind mit 35 Cent pro Transaktion zuzüglich

2,49 % Disagio etwas teuer.

Gerade jetzt in dieser schwierigen Zeit sind solche umfassenden

Zahlungsoptionen eine sinnvolle Angebots-Ergänzung für die

meisten Taxiunternehmen, zumal sie in den meisten Fällen keinerlei

weitere Investitionen abverlangen. Der Taxler kann auf

diesem Weg sowohl den Profis unter seinen Taxi-Usern als auch

der technikaffinen jungen Zielgruppe oder seinen Rechnungskunden

eine in allen Aspekten buchhaltungssichere bargeldlose Zahlung

mit allen Systemen anbieten.

jh, rw

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20 4. QUARTAL 2020 TAXI


CORONA

Mit einem Brandbrief bittet der Bundesverband die

Bundesregierung um schnelle Hilfe für die Taxibranche.

DIREKT?

INDIREKT?

MASSIV!

Durch den erneuten Lockdown droht

einem Drittel aller Taxiunternehmen das

Aus. Unter anderem auch deshalb, weil

die Branche durch das Raster bei den

staatlichen Hilfen durchrutscht.

Dagegen wehrt man sich massiv.

DER SUIZID DER MASKENVERWEIGERER Ein Kommentar von Taxi Times-Herausgeber Jürgen Hartmann

Der kleine Aufschwung im Sommer, Sie hatten bemängelt, dass Taxifahrer

als die Maßnahmen gelockert wurden während der Beförderung keine Maske

und das gesellschaftliche Leben wieder tragen würden.

ein wenig an Fahrt aufnahm, nährte Es mag viele Begründungen geben,

die Hoffnung der Taxiunternehmer, warum sich Taxifahrer*innen scheinbar

dass man die Krise noch einigermaßen legitimiert sehen, keinen Mund-Nasenunbeschadet

überstehen würde. Doch Schutz zu tragen: beschlagene Brille,

dann kam der zweite Lockdown und für eingebauter Trennschutz, unklare

die Taxibranche rächte sich, dass man Rechtsvorschriften etc.

seit Monaten durch das Raster vieler Doch sie alle zählen

staatlicher Hilfsmaßnahmen fällt (siehe NICHTS im Vergleich

Beitrag nebenan).

zu dem Schaden,

Diese Schieflage durch politische

den man mit solch

Gespräche zu korrigieren, war natürlich einer Haltung

auch Aufgabe der Branchenvertreter. verursacht. Hier

Doch deren Ressourcen wurden bedauerlicherweise

anderweitig gebunden, verbliebenen Fahrgäste

werden die wenigen

indem man in den Geschäftsstellen vergrault, die wahrscheinlich

gerade wegen des

vieler Taxiverbände die empörten Anrufe

vieler Fahrgäste annehmen musste. Schutzes vor einer möglichen

Ansteckung mit dem Taxi anstatt

mit dem Bus fahren. Wer also in diesen

Zeiten Kunden tatsächlich ohne Maske

befördert, begeht Suizid an der eigenen

Branche.

jh

TAXI

Zahlen lügen nicht. In Berlin wurden 2020 über eintausend

Taxis dauerhaft abgemeldet, in München ebenso viele

stillgelegt. Beide Städte stehen exemplarisch für das, was

derzeit in der ganzen Republik, in ganz Europa, auf der ganzen

Welt passiert: Wo Veranstaltungen abgesagt und Restaurants und

Hotels geschlossen werden, leiden auch diejenigen, die für den

An- und Abtransport der Menschen zu diesen Veranstaltungen

zuständig sind. Bundesweit rechnet der Bundesverband Taxi und

Mietwagen (BVTM) mit einem Verlust von 12.000 Taxi- und Mietwagenunternehmen

und etwa 80.000 Arbeitsplätzen.

Mit ein Grund dafür: Die staatlichen Hilfsgelder zur Abmilderung

der Pandemie-Folgen greifen beim Taxigewerbe oftmals

nicht. Kurzarbeit hat ihre Tücken (siehe Beitrag auf Seite 22).

Überbrückungshilfen basieren auf der prozentualen Anrechnung

von Betriebskosten, erkennen aber beispielsweise die Tilgungsraten

bei der Fahrzeugfinanzierung nicht als förderfähig an. Gerade

dies ist aber ein wichtiger Kostenfaktor bei Taxibetrieben. Was für

den Geschäftsinhaber die Ladenmiete (förderfähig), ist für den

Taxibetrieb sein Fahrzeug. Das Taxigewerbe fordert deshalb seit

Monaten, dass diese Ungleichheit aufgehoben wird. Bisher vergeblich.

Einzig Baden-Württemberg hat ein individuelles Förderpaket

aufgelegt, das speziell Taxiunternehmern die Möglichkeit bietet,

ihre Tilgungskosten erstattet zu bekommen.

Die bisher fehlende Berücksichtigung von Unternehmerlohn

wird erst zum Jahreswechsel endlich korrigiert. Allerdings ist die

sogenannte „Neustarthilfe“ auch wieder nur ein Tropfen auf den

heißen Stein. Maximal 5.000 Euro werden damit einmalig ausbezahlt

– für einen Zeitraum von sieben Monaten. Das entspricht

also einer Summe von 714,29 Euro pro Monat. Damit bleibt die

Lage für die Kleinunternehmen im Gewerbe dramatisch, weil der

Unternehmer in der Regel selbst Taxi fährt und hiervon mit seiner

Familie leben muss.

Leider fällt das Taxi auch bei den November-/Dezemberhilfen

nahezu vollständig durch das Raster der Antragsberechtigten.

Direkt betroffene Betriebe, also solche, die aufgrund der Beschränkungen

ihr Geschäft seit November komplett schließen mussten,

erhalten 75 Prozent des November- bzw. Dezember-Umsatzes.

Auch indirekt betroffene Betriebe können diese Unterstützung

beantragen, sofern sie nachweisen, dass 80 Prozent ihrer Umsätze

unmittelbar mit den nun geschlossenen Betrieben erzielt werden.

Genau dieser Punkt trifft auf die Taxibranche nicht zu, „weil

unsere Gäste nicht die geschlossenen Hotels und Restaurants sind,

sondern eben deren Gäste sind“, wie es der Bundesverband Taxi

und Mietwagen e. V. treffend formulierte.

FAZIT:

Während andere Bereiche der Mobilität spezifische Hilfen bekommen

(Busse, Bahnen, Fahrzeughersteller, Luftfahrt), geht das

Taxi- und Mietwagengewerbe weitgehend leer aus. Der BVTM

hat deshalb Ende November einen offenen Brandbrief an die beiden

Bundesminister Peter Altmaier und Olaf Scholz geschrieben,

wenige Tage später ist auch das Münchner/bayerische Taxigewerbe

mit einem ähnlichen Schreiben an den Ministerpräsidenten

Söder herangetreten. Sie schildern darin die oben beschriebene

Insolvenzwelle und zählen die Lücken auf, durch die das Taxigewerbe

bei allen aktuellen staatlichen Hilfspaketen durchrutscht.

Sie betonen darin die Verlässlichkeit der Taxibranche gerade

während der Corona-Pandemie. „Unsere Unternehmen haben

umgehend in Hygienemaßnahmen zum Schutz von Fahrgästen

und Fahrpersonal investiert und den Dienst als Teil der Daseinsvorsorge

trotz der wirtschaftlichen und gesundheitlichen Herausforderungen

aufrechterhalten“, schreibt der BVTM. Und weiter:

„Wir arbeiten mit strikten Hygienekonzepten, viele Unternehmen

bieten zusätzlich Lieferdienste und sonstige Dienstleistungen an.

In Hamburg haben Taxis sogar Dachwerbung mit dem Hashtag

,#stayathome‘ gefahren, um die Maßnahmen zu unterstützen.“

Das Taxigewerbe lebt von der Mobilität der Menschen, kann

davon aktuell aber nicht mehr leben. Stellvertretend für die

gesamte Branche bitten der Präsident, seine beiden Vizes, der

Geschäftsführer und weitere Vorstandsmitglieder deshalb die beiden

Minister, das Taxigewerbe in den Blick zu nehmen. Sie erinnern

beide Minister an ihre Aussage vom 13. März 2020 während

FOTO: Adobe Stock / d1sk

FOTO: Aobe Stock / AA+W

einer Pressekonferenz. Dort hatten sowohl der Wirtschaftsminister

Altmaier als auch der Finanzminister Scholz auch die Taxifahrerinnen

und Taxifahrer als Zielgruppe der Hilfen adressiert.

Beide Brandbriefe stießen medial auf ein großes Echo. Nahezu

sämtliche großen Nachrichtenportale berichteten darüber, was den

Druck auf die Politik noch mal verstärken durfte.

Ein Druck, der auch von der Straße kommen könnte und sollte.

In Berlin beispielsweise haben zwei Taxiunternehmer mittags

um 11.55 Uhr ihre Brandbriefe persönlich in den Briefkasten des

Bundeswirtschaftsministeriums eingeworfen. Sie fordern darin,

dass die November-/Dezemberhilfen explizit auch den Taxiunternehmern

als indirekt Betroffene zuerkannt werden. Anschließend

sind sie im stillen Protest dreimal um den Block des Ministeriums

gefahren. „Wir werden nicht als indirekt Betroffene der Schließungen

anerkannt, dabei sind wir nicht nur indirekt, sondern massiv

betroffen“, schildert einer der Initiatoren gegenüber Taxi Times.

„Im Brief haben wir deshalb angekündigt, dass wir unsere ,5 vor

12‘-Aktion so lange wiederholen, bis sich der Minister zu einer

direkten Hilfe durchringt.“

Über soziale Kanäle und auch aufgrund einer Berichterstattung

in Taxi Times hatte sich die Aktion langsam herumgesprochen.

Dadurch nahmen täglich mehr Unternehmer und Taxifahrer an

der Aktion teil und gaben ihre Briefe ab. Mittlerweile taucht jeden

Werktag am Ministerium eine zweistellige Anzahl an Taxis auf,

deren Fahrer*innen ihren Brandbrief abgeben.

Der verbale Druck wird dadurch also visualisiert und könnte

eventuell in anderen Städten und Regionen zu ähnlichen Aktionen

führen, schließlich werden Corona-Hilfspakete nicht nur von der

Bundesregierung, sondern ergänzend dazu auch von den Bundesländern

und sogar von den einzelnen Kommunen geschnürt.

Bis zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses dieser Ausgabe lag

übrigens noch keine Reaktion aus der Politik auf die Brandbriefe

vor. Vielleicht haben die Minister ja zu dem Zeitpunkt, in dem dieser

Beitrag gelesen wird, bereits reagiert. Falls nicht, ist es dringend

nötig, dass die Taxiunternehmer*innen und Fahrer*innen

ihren Protest verstärken.

jh

Sie können es

nicht mehr

hören?

„Wir stehen uns die

Reifen eckig und der

fährt alles alleine weg!“

Machen Sie endlich was!

22 4. QUARTAL 2020 TAXI

TAXI 4. QUARTAL 2020

23


CORONA

FAHRZEUGE

SICHTBARE

SICHERHEIT

Die Desinfektion wird immer wichtiger.

Gut sichtbare Lösungen schaffen dabei

Vertrauen beim Fahrgast.

Die regelmäßige Reinigung der Innenflächen, der Türgriffe,

der Trennschutzscheibe etc. gehört längst zum Alltag

eines Taxibetriebs. Für die Betriebe bedeutet das je

nach Fuhrparkgröße nicht unerhebliche Zusatzkosten. Eine bei

Taxi Times auf der Website im August veröffentlichte Übersicht

zeigt, dass ein Mehrwagenbetrieb mit 18 Fahrzeugen zwischen

März und Juli 1.641 Euro Zusatzkosten für die

Fahrzeugdesinfektion aufbringen musste.

Meist sind die Maßnahmen für den Fahrgast

gar nicht sichtbar. Um das Gefühl der Sicherheit

visuell und „erlebbar“ zu machen, greifen

manche Betriebe beispielsweise auf Virenkiller

zurück, die direkt im Taxi deponiert sind.

Ein Produkt des Oldenburger Unternehmens

Vierol findet im Cupholder Platz und arbeitet

Ein wirkungsvolles Instrument

für Mehrwagenunternehmer,

den extremen

Umsatzeinbrüchen zu begegnen,

ist eine Minimierung der eingesetzten

Fahrzeuge, um diese

besser auslasten zu können. Im

Umkehrschluss bedeutet das, die Einsatzzeiten

jedes einzelnen Mitarbeitenden

zu kürzen, um Kündigungen zu vermeiden.

Der durch diese teilweise drastisch

verkürzten Arbeitszeiten reduzierte Lohn

muss dann durch zusätzliches Kurzarbeitergeld

(KUG) aufgebessert werden.

Es bedarf also einer Veränderung,

die einerseits den Umsatz pro Fahrzeug

erhöht, andererseits den Taxifahrern den

Bezug von Kurzarbeitergeld ermöglicht.

Zu erreichen ist das mit der Umstellung

vom traditionellen Zwei-Schicht-System,

in dem doppelt besetzte Fahrzeuge in Tag-

Dieser Viren killende Luftreiniger

passt in den Becherhalter.

Die Desinfektion

und optionales

Fiebermessen

finden direkt im

Großraumtaxi statt.

mit der sogenannten Ionisation. Dabei werden

Schadstoffe wie Keime oder Bakterien eingefangen

und die Verbreitung von Viren wird gehemmt. Das Gerät

wird in zwei verschiedenen Farben angeboten und ist aktuell für

49 Euro brutto erhältlich. Ist der Luftreiniger täglich im Schnitt

acht Stunden im Einsatz, dann wird ein Wechsel des Filters (6,99

Euro) alle vier Monate empfohlen.

Ab Januar ist bei dem für seine Rolliumrüstungen bekannten

Unternehmen AMF für 377 Euro brutto eine

crashgetestete Desinfektions-Säule erhältlich,

die im Innenraum von Großraumtaxis auf dem

Fahrzeugboden verschraubt wird. Sie wird über

ein Fußpedal betätigt. Der Füllstand des Behälters

kann ohne Demontage von außen überprüft

werden. Die Desinfektionssäule ist zudem

mit einem Infrarotthermometer erweiterbar.

Je nach Bedarf wird dann die Temperatur der

Fahrgäste an der Stirn oder am Handgelenk

gemessen.

sg, rw

WENN MITARBEITER

WENIGER ARBEITEN DÜRFEN

Die Pandemie erfordert Veränderungen im Arbeitsablauf, z. B. die Umstellung auf

einen Drei-Schicht-Betrieb.

und Nachtschicht eingeteilt waren, auf ein

Drei-Schicht-System, mit Früh-, Spät- und

Nachtschicht.

Hatten die Fahrer vorher das Taxi zwölf

Stunden zur Verfügung, in denen gemäß

Arbeitszeitgesetz bis zu neun Stunden

gearbeitet werden durfte, ist im Drei-

Schicht-Modell die Verfügungszeit auf

maximal acht Stunden beschränkt, das

heißt, die reine Arbeitszeit liegt noch deutlich

darunter.

Normalerweise ist es im Taxigewerbe

nicht üblich, mit Kurzarbeitergeld zu arbeiten.

Als zu Beginn der Krise viele Taxiunternehmen

den Betrieb komplett

eingestellt hatten, war KUG Null

problemlos anwendbar, da alle

komplett ohne Beschäftigung

waren. Sobald aber wieder gearbeitet

wurde, mussten Konzepte

umgesetzt werden, bei denen zum

geringeren Lohn ergänzendes KUG gewährt

werden konnte. Das ist der Fall, wenn den

Mitarbeitenden wegen wirtschaftlich gebotener

Umstrukturierungen des Betriebes,

wie hier durch ein neues Arbeitszeitmodell,

konkret Arbeitszeit genommen wird

und alle nachprüfbar weniger arbeiten. Die

Autos werden dabei möglichst gut ausgelastet,

die Mitarbeitenden sind bestmöglich

abgesichert und die Risiken der Firma werden

minimiert. Sobald die Umsätze steigen,

können die ersten Mitarbeitenden aus der

Kurzarbeit rausgenommen und wieder voll

eingesetzt werden.

sb

24 4. QUARTAL 2020 TAXI

FOTOS: AMF Bruns, Carnatura

FOTO: Luchthaven Schiphol Amsterdam

TAXI GEGEN TESLA

Zwischen der Bios Group und dem US-Fahrzeugbauer Tesla kommt es zum

Rechtsstreit. Wegen technischer Mängel und fehlenden Services fordert das

Taxiunternehmen 1,3 Millionen Euro Schadensersatz.

Im Jahr 2014 spielten drei Taxiunternehmen

am Amsterdamer Flughafen

Schiphol eine besondere Vorreiterrolle.

Mit 167 Teslas Model S wurde die Taxiflotte

in Schiphol auf einen Schlag elektrifiziert

und sorgte damit weltweit für

Aufsehen. Doch mittlerweile sind immer

weniger Teslas am Flughafen zu sehen,

was nicht nur an Corona liegt. Nach Angaben

der Zeitung „Het Financieele Dagblad“

stehen viele der Teslas permanent in der

Werkstatt. „Mit etwa zwanzig Taxis stimmt

etwas nicht“, erklärt Tofik Ohoudi der Zeitung.

Er ist Filialleiter der Bios Group, des

größten Taxibetriebs in den Niederlanden.

In seiner langen Karriere als Flottenmanager

hat er nie mehr Probleme gesehen als

bei Tesla. Bei einem Model S ist die Servolenkung

defekt. Bei einem anderen Fahrzeug

waren bereits nach wenigen Monaten

die Antriebswellen verschlissen. Ein weiterer

wiederkehrender Defekt, selbst bei

Taxizentrum Köln

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brandneuen Autos: ein gebrochener Querlenker,

ein wesentlicher Bestandteil der

Federung. Jetzt will man Tesla auf Schadenersatz

in Höhe von 1,3 Millionen Euro

verklagen. Die Vorladung wurde schon im

vergangenen Juni zugestellt.

„ZU INTENSIVE NUTZUNG“

Tesla verteidigt sich mit der Argumentation,

dass das Taxiunternehmen die Autos

zu intensiv nutzt. Van der Veer: „Wir hatten

in den Verhandlungen betont, dass dies ein

entscheidender Punkt für uns als Taxiunternehmen

ist, weil wir viel fahren.“ 2016

konnten sich Tesla und Bios noch auf einen

Kompromiss verständigen: 64 Modelle S

werden gegen das neue, teurere Modell X

ausgetauscht. Gesamtkosten für Bios: mehr

als 7,9 Millionen Euro.

Doch auch die Modelle X haben so viele

Mängel, dass sie häufiger in der Werkstatt

als auf der Straße zu finden sind. Im Jahr

Damals ein toller PR-

Coup: 2014 starteten

die ersten von 167 Tesla-

Taxis am Flughafen

Schiphol Amsterdam.

2018 müssen mehr als 75 Fehler an den

Bios-Teslas repariert werden. Fast 60 weitere

im Jahr 2019. Häufig sind es Defekte

wie gebrochene Querlenker oder Probleme

mit Antriebswellen, die zu einer unsicheren

Situation auf der Straße führen können.

Zunächst reparierte Tesla die Mängel

kostenlos, aber ab 2019 kamen die ersten

gepfefferten Rechnungen, die mittlerweile

einen Wert von 150.000 Euro haben, den

Bios nicht bezahlen möchte. „Wir zahlen

für Wartung und normale Reparaturen“,

sagt Van der Veer. „Aber warum sollten wir

für defekte Teile bezahlen müssen?“

Der Fall ist jetzt so weit eskaliert, dass

Tesla sich weigert, die Taxis zu warten. Das

ist ärgerlich, weil Bios auf die Reparaturen

seiner Fahrzeuge angewiesen ist. Der

gesamte Service läuft ausschließlich über

Tesla selbst. Da Bios vom elektrischen Fahren

überzeugt ist, hat das Unternehmen

jetzt mehrere Audis e-tron gekauft. wf

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FAHRZEUGE

FAHRZEUGE

SO IST’S RECHT –

TESTFAHRT MIT DEM

NEUEN CADDY 5

Den Caddy 4 trifft man häufig am Taxistand.

Mit seinem Nachfolger versucht Volkswagen,

Nutzfahrzeuge in einer in jeder Hinsicht

verbesserten Version zu etablieren.

Im Taxi ist die Konsole Standard, auch wenn

ein Spiegeltaxameter verbaut ist.

Der Caddy mit kurzem Radstand kann sieben Personen befördern.

Auf Gepäck muss man dann allerdings verzichten.

Spätestens seit der covid-19-bedingten digitalen Weltpremiere

im Februar ist klar, dass die fünfte Generation des

VW Caddy einen großen Schritt in die Zukunft gemacht

hat. Allein die Tatsache, dass der Hochdachkombi auf der gleichen

Plattform wie der Golf 8 aufbaut, zeigt, dass die Nutzfahrzeuge,

aus technischer Sicht, bei VW nicht am Ende der Nahrungskette

stehen. Die MQB genannte Plattform ist modular angelegt und stellt

die Basis sowohl für den neuen Caddy als auch den Caddy Maxi.

Auch wenn zum Marktstart zunächst nur Benziner- und Diesel-

Motorisierungen angeboten werden, sollen in absehbarer Zeit ein

CNG-Antrieb mit 96 kW und ein Plug-in-Hybrid folgen. Klar ist,

dass der Caddy in Deutschland ausnahmslos mit der aktuellen

Abgasnorm Euro-6d verkauft wird.

EINE SAUBERE SACHE

Möglich macht das die Abgasreinigung mit Twindosing, die vereinfacht

gesprochen unter anderem auf zwei in Reihe geschaltete

SCR-Katalysatoren setzt, welche für die Reduzierung der Stickoxide

verantwortlich sind. Während der erste Kat motornah in Kombination

mit dem Rußpartikelfilter verbaut wird, ist der zweite

SCR-Kat im Abgasrohr unter dem Fahrzeug platziert. So können

wahlweise dort, wo die ideale Temperatur für die NOx-Reduktion

herrscht, effektiv die Schafstoffe reduziert werden.

Bei einer Pressefahrveranstaltung Anfang November hatte die

Taxi Times-Redaktion die Gelegenheit, eine erste Testfahrt mit dem

neuen Caddy zu unternehmen. Da die Langversion, der Caddy

Jetzt gibt es erstmalig auch

ein großes Panoramadach.

So wird der Caddy Maxi in Hellelfenbein aussehen.

FOTOS: Taxi Times, VW Nutzfahrzeuge

Maxi, zu diesem Zeitpunkt noch nicht verfügbar war, beziehen

sich alle Fahreindrücke auf den Caddy mit kurzem Radstand.

Neben einem neuen Design, welches in einem optimierten cw-

Wert von lediglich 0,30 (Caddy 4: 0,33) resultiert, wurde auch in

vielen Details nachgebessert. Beispielsweise sind beim Maxi die

Schiebetüren um insgesamt 14 Zentimeter verlängert worden, was

den Einstieg vor allem in die dritte Sitzreihe enorm erleichtert.

Grundsätzlich ist der neue kurze Caddy flacher, breiter und länger

als sein Vorgänger. Der breitere Innenraum kommt vollumfänglich

den Passagieren zugute.

In der dritten Sitzreihe

sind nun Einzelsitze verbaut.

Alle Sitze in der

zweiten und dritten

Sitzreihe können

sowohl geklappt, gewickelt

(nur 2. Sitzreihe)

bzw. ganz entnommen

werden. Neben einer

Vielzahl neuer Assistenzsysteme

ist auch die

erstmalig erhältliche Zuziehhilfe

an den Türen ebenso erwähnenswert,

wie das neu gestaltete Cockpit, welches komplett ohne

klassische Schalter auskommt. Das Fahrlicht, ebenso wie die

Heckscheibenheizung, wird nun über Touch-Flächen im Armaturenbrett

geschaltet.

Eine digitale Instrumententafel ist nur in Verbindung mit Keyless-Start

und Alarmanlage bestellbar. Bei der Wahl der Radio/

Navi-Einheit hat der Käufer eine große Auswahl. Wer mag, der

kann immer noch ein Radio mit Drehknopf ordern.

Das Taxipaket des VW Caddy 5, welches die üblichen Robust-

Maßnahmen einschließt, ist mit drei verschiedenen Ausstattungslinien

(Caddy, Life und Style) kombinierbar. Die Taxiausführung

ist zum Start Anfang 2021 nur als Selbstzünder verfügbar. Die

günstigste Einstiegsvariante stellt der 75-kW-Diesel, den es als

Taxi ausschließlich mit Schaltgetriebe ab 22.055 Euro netto in

der Basisversion geben wird. Die Frontantriebs-Variante mit

90-kW-Dieselmotor kommt in Kombination mit einem Doppelkupplungsgetriebe.

Weiterhin kann der gleiche Motor auch mit

dem Allradantrieb 4MOTION bestellt werden, dann wird die Kraft

über ein Schaltgetriebe an alle vier Räder abgegeben.

Anders als beim Vorgänger wird es den Caddy als Taxi ausschließlich

mit einer kompletten Taxivorrüstung geben, welche

unter anderem die Vorrüstung für den Taxameter vorsieht. Ebenfalls

inbegriffen ist die zentrale Innenlichtsteuerung, die Vorrüstung

für das Dachzeichen und die Taxialarmanlage. Neben einem

Dachzeichen des Herstellers Kienzle kann jetzt auch erstmalig ein

Hale-Dachzeichen bestellt werden. Neben einem Spiegeltaxameter

kann ein klassischer Taxameter in einer speziellen Konsole

in der Mittelkonsole untergebracht werden. Dort befinden sich

auch die Schalter für das Dachzeichen, die Innenlichtschaltung

und die optionale Sendetaste für das Funkgerät. Ein Preis für das

Taxipaket steht bislang noch nicht final fest. Bei der Farbgebung

hat der Kunde die freie Wahl.

Im Fahrbetrieb fällt der Caddy durch sein ausgeglichenes Fahrverhalten

auf, welches im Gegensatz zu seinem Vorgänger deutlich

mehr Komfortreserven bietet. Dies ist unter anderem der komplett

neu entwickelten Hinterachse zu verdanken. Sie ist zwar immer

noch als Starrachse ausgelegt, setzt aber, anstatt Blattfedern, jetzt

auf Schraubenfedern. Ein Unterschied, den man schon auf den

ersten Metern spürt.

AUCH ALS INKLUSIONSTAXI EINSETZBAR

Die neue Hinterachse war dann auch der Grund, warum der Umbau

des neuen Caddy zum Rollitaxi mit Heckausschnitt nicht ohne

weitere Entwicklungsarbeit möglich war. Die neue Hinterachse

ist nämlich mit einem sogenannten Panhardstab ausgerüstet,

welcher aber – würde man ihn unverändert lassen – die Größe

des Heckausschnitts deutlich einschränkt. Viele Umrüster konnten

das Problem in der Zwischenzeit bereits lösen und auch VW

Nutzfahrzeuge wird im kommenden Jahr ein Umrüstkit, welches

eine Voraussetzung für den Heckausschnitt ist, mit ins Angebot

aufnehmen. Das Kit wird neben neuen Montagepunkten für den

Panhardstab auch neue Federn beinhalten. Sie sollen speziell auf

den Komfort der Rollstuhlfahrer ausgerichtet sein, deren Sitzposition

über der Hinterachse aus Fahrgastsicht nicht gerade optimal ist.

Der Innenraum wirkt sehr wertig. Die Sitze bieten gute Unterstützung

auch bei längeren Fahrten. Der Unterschied zwischen der

75-kW- und der 90-kW-Motorisierung, die beide aus zwei Litern Hubraum

generiert werden, fällt deutlich aus. Wer auf Durchzug angewiesen

ist und auch voll beladen vorwärtskommen mag, dem sei die

90-kW-Variante ans Herz gelegt. Beim Verbrauch ist der Unterschied

ohnehin nur marginal. Sowohl für den kurzen 75-kW-Caddy als auch

für den 90-kW-Caddy wird ein kombinierter Verbrauch nach NEFZ

mit 4,7 Liter Diesel auf 100 Kilometern angegeben.

Die ersten Caddys mit kurzem Radstand sind bereits beim

Kunden angekommen, die Taxiversion wird aber erst, parallel

zum Caddy Maxi, zu Beginn des neuen Jahres bestellbar sein. Die

Fahrzeuge werden komplett als Taxi homologiert ausgeliefert. Das

wird sich in erster Linie in einer kürzeren Lieferzeit auswirken

und sich auch bei den Zulassungsbehörden in einer unkomplizierteren

Zulassung bemerkbar machen.

sg

26 4. QUARTAL 2020 TAXI

TAXI 4. QUARTAL 2020

27


GASTKOMMENTAR

VERLAGSVERÖFFENTLICHUNG 4. QUARTAL 2020

ALLES AUFSICHT,

RAT ODER WAS?

Wer das Wort Aufsichtsrat in seine Einzelteile zerlegt, dem müsste

eigentlich die Aufgabe dieses Amts bewusst sein. Bei Taxigenossenschaften

ist man sich darüber nicht immer so klar.

Aufsichtsräte – „Nieten in Nadelstreifen“-

so titelte einst der

Autor Günter Ogger in seinem

Buch über die Aufsicht in börsennotierten

Unternehmen in der Republik. Aufsichtsräte

begegnen auch den Taxiunternehmern

beinahe täglich, allerdings eher weniger in

Nadelstreifen. Das Genossenschaftsrecht

schreibt dieses Aufsichtsgremium für die

meisten Taxizentralen vor, soweit diese als

eingetragene Genossenschaft (eG) organisiert

sind.

Und immer wieder machen auch die Räte

in den Genossenschaften von sich reden.

Mal mehr, mal weniger in einem positiven

Kontext. Dabei ist es ja völlig unbestritten,

dass das Gesetz zu Recht diese Form der

unternehmerischen Kontrolle als gerechtfertigt

und vor allem notwendig ansieht.

Genossenschaftliche Unternehmen und

ihre Entscheidungsträger in Vorstand und

Aufsichtsrat verwalten immerhin Gelder

ihrer Mitglieder.

Beide Gremien der Genossenschaft leiten

ihre Macht von den „Genossen“ ab, die

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schicken Sie bitte Ihre Kontaktdaten mit

der Angabe der Chiffre-Nummer an Taxi

Times, Persiusstraße 7, 10245 Berlin oder

an anzeigen@taxi-times.com. Wir leiten

Ihre Anfragen dann unverzüglich weiter.

»Aufsichtsrat setzt

sich aus zwei leicht

verständlichen

Wörtern zusammen:

Aufsicht und Rat.«

sie in freien Wahlen für diese Aufgabe legitimieren.

Und wer seinen Job als Vorstand

einer Taxi-Genossenschaft ernst nimmt,

braucht sicherlich auch keine Kontrolle zu

fürchten, zumal der jeweilige Prüfverband

auch noch für die gesetzmäßige Aufgabenerfüllung

im Rahmen der jährlichen Prüfung

Sorge trägt.

Problematisch erscheint gleichwohl

das „tägliche Miteinander“. Dabei ist das

eigentlich relativ einfach, wenn die Beteiligten

sich jeweils auf ihre gesetzlichen und

satzungsgemäßen Befugnisse beschränken

würden. Aber genau da liegt der Hase im

Pfeffer und zeigt auf der kleinen Ebene

das größte Problem des Gewerbes auf: die

fehlende Vorstellung eines gemeinsamen

Ziels, dem die Anstrengungen sowohl auf

der einen wie auch der anderen Seite unterzuordnen

sind!

Nur gemeinsam ist das Gewerbe stark,

der Einzelne ein Nichts, das im Strudel der

Digitalisierung schlichtweg untergeht. Und

zu dieser Einigkeit gehört natürlich die Diskussion

über Ziele, Strategien etc., nicht

aber das Vertreten von Einzel-, Gruppenoder

Nationeninteressen, wie dies teilweise

zu beobachten ist.

Das Taxigewerbe braucht dringend starke

Zentralen, deren Verantwortliche sich

in Krisen- und Umbruchzeiten um viele

Aufgaben kümmern müssen, um sich von

Wettbewerbern abzugrenzen. Dazu gehört

jedoch nicht, internationale Konflikte, Glaubenskriege

und Einzelinteressen im Gewerbe

zu forcieren und alles zu kritisieren, was

einem gerade nicht gefällt.

Und da ist wieder eine Parallele zu dem

eingangs erwähnten Buch zu sehen. Während

die „Nieten in Nadelstreifen“ einem

noblen Golfclub ähneln, bei dem der Champagner

und die Tantiemen in Strömen

fließen, sollen manche Aufsichtsratskonstellationen

im Taxigewerbe „Kritikcluster“

sein, denen zwar nichts einfällt, die aber

alles und jeden im monatlichen Treffen

infrage stellen und kritisieren.

So geht das nicht! Aufsichtsrat setzt sich

aus zwei leicht verständlichen Wörtern

zusammen: Aufsicht und Rat: Ausschließlich

darauf kommt es an. Auf sachliche Kontrolle

und das gemeinsame Streben nach

Verbesserungen. Und dazu braucht man

weder Nadelstreifen noch Nieten. Also,

liebe Genossen: Augen auf bei der nächsten

Wahl!

au

Taxi Times-Kolumnist Axel Ulmer aus

Kaiserslautern ist Unternehmensberater

und Rechtsanwalt mit Schwerpunkt

Verwaltungsrecht/PBefG.

FOTOS: Pixabay, Axel Rühle

www.taxi-times.taxi

FUNKTECHNIK

ABRECHNUNG

PARTNER

FAHRZEUGE

KRANKENFAHRTEN

FACHPRESSE

TRENNSCHUTZ

UNTERSTÜTZER DES TAXIGEWERBES

DIE BRANCHEN-PARTNER

28 4. QUARTAL 2020 TAXI


RUBRIK

VERLAGSSONDERVERÖFFENTLICHUNG

INHALT

7 SICHER UND WENDIG

Das Elektrotaxi TX punktet durch eine serienmäßige

Trennscheibe, umweltschonenden

Antrieb und Platz für Rollstuhlfahrgäste

7 EIN HALBES JAHRHUNDERT

Opta Data feiert in diesem Jahr 50. Geburtstag.

Das garantiert geballtes Fachwissen, u. a.

bei der Abrechnung von Krankenfahrten

8 MASSGESCHNEIDERT

Der Systemanbieter für Vermittlungszentralen

und Unternehmer Seibt & Straub arbeitet aktiv

an sytemübergreifenden Lösungen mit

8 EINFACH ONLINE ABRECHNEN

Mit einer cloudbasierten Lösung können bei

DMRZ Krankenfahrten mit allen Kostenträgern

abrechnet werden

8 NEUJAHRSWÜNSCHE

All-In hat in diesem Jahr zahlreiche Taxis

mit Trennschutzsystemen ausgestattet. Zum

Jahresausklang wollen sie einfach nur „Danke“

sagen

IMPRESSUM

Verlag

Taxi TimesTaxi-Partner“ ist eine Verlagssonderveröffentlichung

der der taxi-times Verlags GmbH

Persiusstr. 7

10245 Berlin, Deutschland

Telefon: +49 (0)30 / 55 57 92 67-0

E-Mail: info@taxi-times.com

Internet: www.taxi-times.com

Geschäftsführer und V. i. S. d. P.

Jürgen Hartmann (jh)

Bankverbindung

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Betreuung Werbeanzeigen und Advertorials

Jürgen Hartmann

E-Mail: anzeigen@taxi-times.com

Direktkontakt: 0151/27 08 29 76

Grafik & Layout

Katja Stellert (Artdirektion),

Ivan Cottrell

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10999 Berlin

Telefon: +49 (0)30 / 69 56 65-936

Druck

Silber Druck oHG

Otto-Hahn-Straße 25

D-34253 Lohfelden

TAXIPARTNER STELLEN SICH VOR

In Deutschland gibt es rund 50.000 Taxi- und Mietwagenkonzessionen

und rund eine Viertelmillion Beschäftigte. Rechnet man

deren Familien und Angehörige mit ein, versorgt die Taxibranche

eine halbe Million Menschen. Sowohl der Taxi- als auch der (rechtskonform

agierende) Mietwagensektor sind somit ein bedeutendes

Marktsegment – in wirtschaftlicher wie auch in gesellschaftspolitischer

Hinsicht. Diese Branche leistet seit Jahrzehnten nichts

Geringeres, als die Mobilität in Stadt und Land aufrechtzuerhalten,

an sieben Tagen jeweils 24 Stunden lang.

Das Konstrukt Taxi ist mehr als nur eine Fahrt von A nach B.

Taxi sorgt für die lebenserhaltende Krankenbeförderung eines Dialysepatienten.

Taxi ist die Lebensversicherung der alkoholisierten

Nachtschwärmer, die sonst mit dem eigenen Auto fahren würden.

Taxi fungiert als Lücken füllende Ergänzung, wenn der ÖPNV ausfällt

oder erst gar nicht mehr eingesetzt wird. Taxi ist einfach immer

da, wenn es gebraucht wird.

Um diesen Anspruch zu erfüllen, wird im Hintergrund ein hoher

Aufwand betrieben. Sei es nun für die Akquise der Fahrten, deren

Übermittlung in die Fahrzeuge, deren Abrechnung im Fahrzeug,

die Rechnungsverwaltung bei unbaren Fahrten, die richtige Versicherung

und Absicherung oder wie zuletzt den Einbau eines Trennschutzes

zur Verringerung der Covid-19-Ansteckungsgefahr.

Das Taxigewerbe hat hierfür etablierte Partner an seiner Seite,

die mit ihren Produkten und Dienstleistungen helfen, all die oben

angesprochenen Leistungen zu vollbringen. Einige von ihnen stellen

sich auf den beiden folgenden Seiten in einer Verlagssonderveröffentlichung

vor – mit ihren eigenen Worten. Es handelt sich dabei

um vom jeweiligen Taxi-Partner bezahlte Inhalte. Die Partner tragen

dadurch mit dazu bei, dass sich Taxi Times als Sprachrohr der Taxibranche

refinanzieren kann.

Deshalb an dieser Stelle ein doppeltes Dankeschön vom

Taxi Times-Team an die Taxi-Partner. Zum einen für ihre Unterstützung

bei dieser Ausgabe, zum anderen für deren Beitrag, den sie

täglich leisten, damit die Taxi- und Mietwagenbranche seit Jahrzehnten

die Mobilität in Stadt und Land aufrechterhält. Sie wissen

ja: an sieben Tagen jeweils 24 Stunden lang …

Herzlichst

- die Redaktion -

Erscheinungsweise

nach Bedarf

Weitere Verlagsmagazine

Taxi Times DACH, Taxi Times Berlin,

Taxi Times München

FOTO TITEL: Adobe Stock / MiaStendal

FOTOS: LEVC, OPTA DATA

LEVC (London Electric Vehicle Company), der Hersteller

der legendären London Black Cabs, produziert

das weltweit einzige, speziell für seine Aufgabe entwickelte

Elektrotaxi TX mit einem einzigartig kleinen

Wendekreis für den flexiblen Einsatz im Stadtverkehr.

Dieses verfügt über eine geräumige, rollstuhlgerechte

Passagierkabine mit sechs Sitzen. Die Rollstuhlrampe,

standardmäßig unter der Seitentür angebracht, ermöglicht

Rollstuhlfahrern den seitlichen Einstieg vom Gehweg

ins Auto.

Auch in Corona-Zeiten bietet das Fahrzeug Vorteile.

Serienmäßig separiert eine Glastrennwand den Fahrerund

Fahrgastraum. Die langlebige Ausstattung erlaubt

eine leichte Reinigung nach jedem Fahrgastwechsel,

das Multifiltersystem verhindert ein Eindringen von

Gasen und Partikeln in die Kabine und die kontaktlose

Bezahlung sowie das Gegensprechsystem gewährleisten

hohe Hygienesicherheit.

Der TX ist aber vor allem ein umweltfreundliches

Elektrotaxi. Seine eCity-Technologie ermöglicht über

einen Elektroantrieb mit Range Extender eine reine

elektrische Reichweite von 101 km und eine flexible

Gesamtreichweite von 510 km. Käufer des TX können

die BAFA-Umweltprämie beantragen und so 3.750 €

erhalten. Zudem qualifiziert sich das Fahrzeug für weitere

regionale Elektro- und Inklusionsförderungen.

Seit 50 Jahren begleiten wir Kunden aus der Gesundheitsbranche

auf dem digitalen Weg. Als führender

Dienstleister in den Bereichen Abrechnung, Software

und Services für Krankenfahrten bündelt die opta data

wichtiges Fachwissen und entwickelt innovative Produkte,

die Ihnen den Abrechnungsprozess erleichtern

und Sie vor kostspieligen Rückläufern schützen.

opta data unterstützt Taxi-Unternehmen mit einem

transparenten, rechtssicheren Abrechnungsservice.

Ein flexibles Tarifsystem ermöglicht es

Ihnen, die Dienstleistung ganz nach Ihren eigenen

Anforderungen zu gestalten. Von der Vorfinanzierung

über die digitale Abrechnung bis

hin zum Full-Service – die Dienstleistungen

der opta data passen sich Ihren individuellen

Bedürfnissen an. Dank unseres Codierservices

erleichtern wir Ihnen die Vorbereitung

Ihrer Abrechnung.

ZUVERLÄSSIG, WENDIG UND SICHER:

DAS TX TAXI VON LEVC

Besuchen Sie unseren

YouTube-Channel

mit dem Thema

„Abrechnung: Classic-Tarif

für Taxi, Mietwagen und

Transportunternehmen“.

Die Nachfrage für den TX wird in Deutschland

immer größer. LEVC verfügt mittlerweile über sieben

Vertriebs- und Servicepartner in Deutschland: in

Weiterstadt, Regensburg, Bielefeld, Berlin, Hamburg,

Karlsruhe und München. Darüber hinaus existieren

zwei Kundendienststandorte in Hanau und Krefeld. Bis

Ende 2021 soll das deutsche LEVC-Händlernetz weiter

wachsen und 20 volle Vertriebs- und Servicepartner

umfassen. Mehr unter https://de.levc.com/

Seit November 2020 ist Santander der LEVC-Anbieter

für Endkundenfinanzierungen in Deutschland.

Kunden haben nun Zugang zu einer Reihe von Finanzprodukten,

die es einfacher und attraktiver machen,

auf umweltfreundliche Transportmittel umzusteigen.

OPTA DATA: MIT INTELLIGENTEN

PRODUKTEN DIGITAL ABRECHNEN

KONTAKTDATEN VERTRIEB

Michael Gajewski 0201/32 06 85 52

Martin Holubowski 0201/32 06 82 43

Oliver Klischies 0201/32 06 85 48

6

4. QUARTAL 2020 TAXI

TAXI 4. QUARTAL 2020

7


VERLAGSSONDERVERÖFFENTLICHUNG

KLEINANZEIGEN

MASSGESCHNEIDERTE SYSTEME FÜR VER-

MITTLUNGSZENTRALEN UND UNTERNEHMER

TAXIVERMIETUNG

VERSICHERUNG

Im schwierigen Jahr 2020 haben wir große Anstrengungen

unternommen, um unsere langjährigen Partner

im Taxi- und Mietwagengewerbe zu unterstützen.

Wir sind überzeugt davon, dass die aktuellen

He rausforderungen nur mit einer gemeinsamen

Kraftanstrengung und Bündelung aller Kräfte des

Gewerbes gemeistert werden können. Deshalb arbeiten

wir aktiv im Rahmen des Bundesverbandes und

der Taxi Deutschland eG mit an systemübergreifenden

Lösungen. Zukunftsweisende Entwicklungen sind die

Integration unserer Dispositionssystems optiTAX in

Netzwerke weiterer Anbieter, in Bestellsysteme und

Apps des ÖPNV, der Deutschen Bahn und anderer

externer Mobilitätsanbieter wie z. B. Sixt.

Die Kommunikationsbox T-Box V2 ist nun in Zentralen

mit GefoS-Systemen verfügbar: Die Umrüstung von

Taxi Frankfurt läuft. Im Bereich Kassensicherungsverordnung

beobachten wir die Entwicklung sehr genau

und bereiten unser System entsprechend vor.

Unsere neuen Bediengeräte sind das 7-Zoll-Tablet

Garmin Fleet LTE 790 und das Samsung XCover Smartphone.

Beide Varianten als Rundum-sorglos-Paket

inkl. SIM-Karte und Software Management. Optimale

Unterstützung der Mitarbeiter in der Vermittlung

und die Nutzung aller Möglichkeiten der Automatisierung

haben für uns höchste Priorität. Seit 2020 bieten

wir ein sprachgesteuertes

Assistenzsystem an. Die

seit Jahren verfügbaren

automatischen Bestellsysteme

(Autobooking) wurden

weiter verbessert und

auf VoIP-Technik umgestellt.

Wir haben den Anfragen

vieler Kunden nach

Mitvermittlung durch

andere Zentralen Rechnung

getragen: Das neue

optiTAX-Phone ermöglicht

es, an einem Arbeitsplatz

zwei optiTAX-Zentralen zu

bedienen. Gerade für eine zeitweise Auslagerung der

Vermittlung in betriebsschwachen Zeiten ideal! Auch

Homeoffice-Arbeitsplätze (Stichwort: Corona!) können

so einfach realisiert werden.

Unser Unternehmerportal haben wir mit einer komplett

neuen Kartenansicht und einer überarbeiteten

Schichtabrechnung weiter verbessert und aufgewertet.

KONTAKT:

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Tel: 0800 590 33 20

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0 71 34

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die Kosten der Reparaturen noch selbst?

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Mit uns fahren Sie gut!

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KRANKENFAHRTEN – EINFACH UND GÜNSTIG ONLINE ABRECHNEN

Seit vielen Jahren kennen und

vertrauen Taxi- und Mietwagenunternehmen

der Abrechnung von DMRZ.de: Eine

leicht bedienbare Online-Software, mit der Krankenfahrten

einfach und günstig mit allen Kostenträgern

abgerechnet werden. Sicher und zuverlässig – auch

in Krisenzeiten.

IHRE VORTEILE

Wir hinterlegen Ihre Verträge, Sie müssen nicht stundenlang

nach richtigen Positionsnummern und Preisen

suchen.

Einfach über die Cloud auf allen Geräten mit den Kassen

abrechnen – schnell über einen Internet-Browser

(unabhängig vom Betriebssystem) und vor allem dann,

wann Sie es möchten.

Unsere bewährte Plausibilitätsprüfung checkt automatisch

Ihre Eingaben im Abrechnungsfall auf formale

Richtigkeit. So vermeiden Sie Fehler bei der Abrechnung.

WEITERE INFOS bekommen Sie unter

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0211/63 55 - 90 87

LIEBE TAXIUNTERNEHMEN,

das Jahr 2020 möchten wir mit einem Dank ausklingen lassen.

Für die bevorstehenden Feiertage wünschen wir Ihnen beste Erholung

und eine besinnliche Zeit im Kreise Ihrer Familie,

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Möge das neue Jahr Sie mit Glück und vor

allem Gesundheit beschenken!

Bleiben Sie optimistisch und haben allzeit sichere Fahrt.

Emine & Frank Neujahr mit dem ALL-IN Team

FOTO:S Seibt & Straub, DMRZ, All-In Werbung, Adobe Stock / krissikunterbunt

Volkswagen Caddy Maxi Trendline Taxi „Rolli complete“

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Genehmigungsurkunde. Andere Motorisierungen, Ausstattungen und Lackierungen

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kombiniert 5,1, CO2-Emission kombiniert 134 g/km

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Betrieb Fuhlsbüttel

Röntgenstraße 50

22335 Hamburg

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8 4. QUARTAL 2020 TAXI

TAXI 4. QUARTAL 2020

33


RÜCKBLICK

LICHT UND CORONA

Zum Jahreswechsel wird es Zeit für einen Rückblick auf

ein turbulentes Taxi-Jahr, das neben Corona auch andere

Nebenkriegsschauplätze hatte und doch viel Positives

hervorbrachte.

IMPRESSUM

FOTOS: Adobe Stock / Kara, Freepik / Starline

Verlag

taxi-times Verlags GmbH

Persiusstr. 7

10245 Berlin, Deutschland

Telefon: +49 (0)30/55 57 92 67-0,

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Geschäftsführung: Jürgen Hartmann

Bankverbindung

Stadtsparkasse München

BLZ 70150000, Kontonummer 1003173828

Leider war Corona aus Taxisicht nicht

die einzige Krise dieses Jahres. Zum

Jahreswechsel werden vier Landesverbände

den Bundesverband verlassen,

was folgerichtig Anfang Dezember dann

auch zum Rücktritt des Bundesverbandspräsidenten

Michael Müller führte, der aus

einem dieser Verbände stammt. Für das

bundesweite Taxigewerbe insgesamt wäre

es ein großer Schaden, wenn die nun ausgetretenen

Verbände in Bezug auf bundespolitische

Taxithemen in die Rolle der

Opposition schlüpfen würden.

Normalerweise ist Köln in geraden

Kalenderjahren der Schauplatz für Innovation

und Fortschritt. Dieses Jahr musste

die Europäische Taximesse allerdings

wegen Corona abgesagt werden.

Stattdessen geriet Deutschlands viertgrößte

Millionenstadt zum unrühmlichen

Beispiel dafür, wie man sich den Ruf als

Taxizentrale komplett ruinieren kann. Dem

Vorstand und dem Aufsichtsrat ist es nicht

gelungen, persönliche Befindlichkeiten

zurückzustellen, es folgten Suspendierungen

und eine öffentliche Schlammschlacht.

Im Vergleich zu diesen selbstzerstörerischen

Kräften, die hier am Werk sind, ist

selbst das Corona-Virus harmlos.

Mehr Worte hat diese Provinz-Posse gar

nicht verdient, weshalb an dieser Stelle nun

lieber über die vielen positiven (Alltags-)

Geschichten berichtet werden soll. Trotz

und gerade wegen Corona gibt es eine

Menge, worauf Taxiunternehmer*innen

und Taxifahrer*innen stolz sein können.

Zum Beispiel die zahlreichen Kolleg*innen,

die im Jahr 2020 verhindert haben, dass

Senioren auf den Enkeltrick reingefallen

sind. Oder auch jene, die in der Phase des

ersten Lockdowns das Klinikpersonal kostenlos

zur Arbeit gefahren haben.

TAXIS MIT TRENNSCHUTZ

Ganz zu schweigen von all jenen, die noch

im März damit begonnen haben, ihre Taxis

und Mietwagen mit teils selbst gebastelten

Trennschutzvorrichtungen auszurüsten und

damit vor allen jenen Fahrgästen ein höchstmögliches

Maß an Infektionsschutz geboten

haben, die trotz Lockdown auf die Taxibeförderung

zur lebenserhaltenden Dialyse oder

zur Strahlentherapie angewiesen waren.

Egal, wie lange diese Schutz- und

Hygienemaßnahmen noch nötig sind:

Die Taxiunternehmer*innen und deren

Fahrer*innen werden auch im Jahr 2021

ihren verantwortungsvollen Beitrag zur mobilen

Daseinsvorsorge der Bevölkerung leisten.

Das Team der Taxi Times wünscht allen

frohe Weihnachten und ein gesundheitlich

wie wirtschaftlich gesundes neues Jahr. jh

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Redaktion redaktion@taxi-times.com

Simon Günnewig (sg), Jürgen Hartmann (jh, V.i.S.d.P.),

Mitarbeiter dieser Ausgabe

Stephan Berndt (sb), Wim Faber (wf), Hayrettin Simsek

(hs); Axel Ulmer (au) Remmer Witte (rw)

Grafik & Produktion

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Ivan Cottrell;

Raufeld Medien GmbH,

Paul-Lincke-Ufer 42/43, 10999 Berlin,

Telefon: +49 (0)30/ 695665936

Anzeigenleitung, Online-Verkauf, Vertrieb

anzeigen@taxi-times.taxi

Telefon: +49 (0)30/55 57 92 67-0

Druck

Silber Druck oHG, Otto-Hahn-Straße 25,

D-34253 Lohfelden

Taxi Times DACH erscheint seit 2016

Erscheinungsweise 4 x pro Jahr

Heftpreis: 4,80 €, Jahres-Abo: 35 € (inkl. MwSt.

und Versand) ISSN-Nr.: 2367-3834

Weitere Taximagazine aus dem Taxi-Times Verlag:

Taxi Times Berlin

Taxi Times München

FROHE WEIHNACHTEN

UND EIN GUTES NEUES JAHR

Das gesamte Team der Taxi Times wünscht allen Leserinnen und

Lesern fröhliche und besinnliche Weihnachtstage und ein gutes neues

Jahr 2021. Bleiben Sie gesund und zuversichtlich.

www.taxi-times.com www.taxi-times.com/berlin www.taxi-times.com/muenchen

34 4. QUARTAL 2020 TAXI


Neue

Herausforderungen

Neue Lösungen

Die Corona-Krise hat das gesamte Taxigewerbe

hart getroffen. Umso mehr ist es uns ein Anliegen,

mit technischen Lösungen die sichere Nutzung von

Taxidienstleistungen zu vereinfachen. Darum haben

wir unsere App taxi.eu in kürzester Zeit an die neuen

Anforderungen angepasst.

taxi.eu erleben mit dem neuen

Sicheres

Fahren

Mit dem neuen Fahrzeugmerkmal

„Safe-Taxi“ können Kunden seit Mai

2020 auch Taxis mit geeigneten

Trennschutzwänden anfordern. *

Einfaches

Bestellen

Für eine Einkaufsfahrt gibt der

Kunde einfach ein, was er sich liefern

lassen möchte, und der Auftrag kann

ausgelöst werden. *

Kontaktloses

Bezahlen

Für sicheres, bargeldloses Bezahlen

können Kunden nun auch für

Essenslieferungen Amazon Pay,

Apple Pay oder PayPal nutzen. *

* Diese Angebote gelten in koorperierenden Partnerstädten. Mehr dazu auf www.taxi.eu

Jetzt auch

verfügbar

in der Huawei

AppGallery

Die Taxi-App

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