02.07.2021 Aufrufe

WOLL Magazin Elternratgeber Ausbildung + Karriere am Hellweg 2021/2022

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Sonderausgabe Elternratgeber 2021/2022

Worte, Orte, Land und Leute.

Über 320

Ausbildungsplatzangebote

im Heft

Elternratgeber

Ausbildung + Karriere

am Hellweg 2021/2022

Der Elternratgeber zur

Berufsorientierung und

Ausbildungsplatzsuche

WOLL - mit Herz und Hand von


WasserRETTER! gesucht

Arbeiten beim 4.0-Technologieführer

Liebe Eltern,

Ihre Kinder befinden sich in der wichtigsten Phase ihres Lebens. Jetzt werden durch die richtige Berufswahl die

Weichen für die Zukunft gestellt. Was kommt nach der Schule? Als erfahrener Ausbildungsbetrieb mit vielen verschiedenen

Ausbildungsberufen bieten wir unseren Kollegen optimale Voraussetzungen im familiären Umfeld.

Noch im letzten Jahr wurde von der IHK einer unserer Auszubildenden als Bester seines Jahrgangs ausgezeichnet.

Das Talent unserer Auszubildenden zu fördern, liegt uns sehr am Herzen.

Wie machen wir das? - Die HST Systemtechnik GmbH & Co. KG mit Ihrem Hauptsitz in Meschede setzt als

4.0-Technologieführer in der Wasserwirtschaft seit jeher auf eine ausbalancierte Altersverteilung im Kollegium.

Gemeinsam profitieren wir so von einem gesunden Mix aus jahrelangem Know-how sowie frischem Wind durch

junge Talente. So entwickeln und produzieren wir schon jetzt Produkte, Systeme und Lösungen für die Bedürfnisse

der Gesellschaft von morgen.

Technische Vollkommenheit, Lösungsorientierung sowie das Bestreben, die Umwelt sauberer zu machen, sind

zentrale Attribute, die unser Unternehmen verfolgt. Als WasserRETTER! verschreiben wir uns aktiv dem Umweltschutz

und sind uns unserer Verantwortung bewusst. Alle unsere Mitarbeiter leisten täglich ihren Beitrag, dass das

Wasser von Schadstoffen wie z. B. Mikroplastik befreit wird.

Schon heute hält HST-Technologie mit seinen digitalisierten, intelligenten Rechen und künstlicher Intelli genz ein

Maximum des Mikroplastiks zurück, sodass es Flüsse, Seen und Meere nicht verschmutzen kann. Dem Plastikmüll

in den Weltmeeren wird so der Nachschub abgeschnitten. Dies haben wir unserem technischen Wissen als 4.0

Technologieführer, vor allem aber unseren Mitarbeitern zu verdanken.

Unsere Auszubildenden erfreuen sich hoher Übernahmequoten mit unbefristeten Arbeitsverträgen. Als ausgezeichneter

und prämierter Ausbildungsbetrieb ist es für uns selbstverständlich, junge Talente nachhaltig auf ihrem

Weg zu begleiten, ihr Leistungspotenzial zu entwickeln und Werte wie Offenheit, Toleranz und Zuverlässigkeit zu

vermitteln. Mit einer Ausbildung bei HST stehen unseren Auszubildenden die Tore in den weltweit stark wachsenden

Umwelttechnologiemarkt und alle weiteren Ausbildungs- und Qualifikationsmöglichkeiten offen.

Mit freundlichen Grüßen,

ST Sysme

JETZT FÜR DIE OFFENEN AUSBILDUNGSSTELLEN 2021/22

BEWERBEN UND TEIL DER HST-FAMILIE WERDEN:

• Elektroniker für Betriebstechnik (m/w/d)

• Kaufmann für Büromanagement (m/w/d)

• Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung (m/w/d)

• Fachinformatiker für Systemintegration (m/w/d)

• Industriekaufmann (m/w/d)

• IT-Systemelektroniker (m/w/d)

• Kaufmann für IT-System-Management (m/w/d)

• Metallbauer für Konstruktionstechnik (m/w/d)

• Technischer Produktdesigner (m/w/d)

...und vieles mehr!

Ihr Ansprechpartner: Herr Miguel Pereira

HST Systemtechnik GmbH & Co. KG I Heinrichsthaler Straße 8 I 59872 Meschede I +49 291 9929-85 I bewerbung@hst.de


Dirk Bannenberg

Herausgeber WOLL Magazin

Liebe Eltern,

Paul Senske

Chefredakteur

Daniela Weber

Projektleiterin

„Kind, lern doch was Anständiges“ oder „unsere Kinder sollen es einmal besser haben als

wir.“ Wir Eltern haben nicht selten eine konkrete Vorstellung über den zukünftigen Berufsweg

unserer Kinder. Doch passen unsere Ideen mit denen der Kids überein? Die Herausforderung

besteht darin, wie wir Eltern den Nachwuchs optimal bei der Berufsorientierung

unterstützen und begleiten können.

Immerhin liegt die eigene Ausbildung zumeist schon um die 20 Jahre zurück. In dieser

Zeitspanne hat sich die Berufswelt enorm gewandelt. Stichwort Digitalisierung und Akademisierung.

Wo stehen wir heute? Welche Möglichkeiten gibt es für unsere Kinder? Muss

es wirklich ein Studium sein oder ist eine duale Ausbildung vielleicht der geeignetere Weg?

Bei immerhin gut 30 % Studienabbrechern eine berechtigte Frage…

Sie halten den ersten großen WOLL Elternratgeber zum Thema Ausbildung und Karriere

in den Händen. Wir richten uns mit diesem Magazin gezielt an Sie, liebe Eltern. Sie erhalten

einen Einblick über die aktuellen Ausbildungs- und Karrierewege im Sauerland und

am Hellweg. Alle Geschichten und Berichte sind von hier – und zwar zu 100 %. Echte

Menschen, echte Unternehmen, echte Berufe und Erfahrungen.

Wir von der WOLL Redaktion möchten Sie nun herzlich einladen: Nutzen Sie diesen

Elternratgeber, um sich selbst über die heutigen Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten

zu informieren. Gehen Sie anschließend mit Ihren Kindern in ein offenes Gespräch und

schauen Sie sich dabei auch die Geschichten, Portraits und Ausbildungsplatzangebote der

beteiligten Firmen an. Unter www.imsauerland.de/elternratgeber finden Sie diese und weitere

Inhalte auch in digitaler Form.

Viel Spaß bei der Lektüre und gute Gespräche mit Ihren Kindern wünschen

Kontakt:

Dirk Bannenberg

Paul Senske

Daniela Weber

www.imsauerland.de/

elternratgeber

redaktion-woll@axo.media

facebook.com/wollmagazin

www.woll-magazin.de

www.imsauerland.de/elternratgeber

WOLL Elternratgeber - 3


Inhalt

ELTERNINFORMATIONEN

06 Erfolgsmodell duale Ausbildung

12 Jugendpsychologin Jutta Sniehotta

18 Akademikereltern –Handwerkerkinder?

20 IHK-Azubi-Finder

22 Metall- und Elektro-Industrie bietet Perspektiven

26 Müllmann vor Hochschulprofessor!

28 Digital in die Zukunft

32 Berufliche Orientierung mit KAoA

36 Duales Studium

40 Senior Willi Linn begleitet

Azubis in schwierigen Situationen

42 Unbeliebt - und gut bezahlt

44 LWL-Berufsbildungswerk Soest

46 DGB-Ausbildungsreport

49 Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe

52 Studienausstieg auch als Chance

54 Hubertus-Schwartz-Berufskolleg

74 Industrie 4.0

96 Geballte Medien-Power im Kreativ-Verbund

108 Conrad-von-Ense-Schule

110 Freiwilligenjahr für die Gesellschaft

112 Starke Region – starke Perspektiven

116 „Die Sprache ist der Schlüssel“

118 „Weiterbildung macht besser“

120 IHK-Präsident Andreas Rother

124 Ausbildungsbörsen & Ausbildungsmessen

128 Briloner Kinderuni

FIRMENPORTRAITS

16 FALKE

30 Straßen.NRW

35 IMI Hydronic Engineering

38 Josefsheim Bigge

67 Krankenhaus Maria Hilf

104 Gemeindeverband Westfalen Mitte

ALLGEMEINES

03 Vorwort

04 Inhalt

130 Impressum

4 - WOLL Elternratgeber


BERUFSFELDER

BAU, ARCHITEKTUR UND VERMESSUNG

58 Ausbildung zur Tischlerin

ELEKTROTECHNIK

60 Ausbildung zum Elektroniker

PFLEGE UND GESUNDHEITSPRÄVENTION

62 Pflegefachmann/Pflegefachfrau

65 „Die Pflege ist ein sicheres Berufsfeld“

PRODUKTION UND FERTIGUNG

70 Ausbildung zum Verfahrensmechaniker

72 Ausbildung Weltweit

74 Industrie 4.0

LANDWIRTSCHAFT, NATUR UND UMWELT

76 Ausbildung zum Garten- und Landschaftsbauer

78 Ausbildung zur Fachkraft für

Kreislauf- und Abfallwirtschaft

METALL UND MASCHINENBAU

80 Ausbildung zur Zerspanungmechanikerin

WIRTSCHAFT, VERWALTUNG UND HANDEL

86 Ausbildung zum Kaufmann für E-Commerce

88 Ausbildung zum Finanzwirt

GASTRONOMIE UND DIENSTLEISTUNG

90 Ausbildung im Gastgewerbe

KUNST, GESTALTUNG, MEDIEN

92 Raumaustatter/in

NATURWISSENSCHAFT UND LABOR

94 Die Forscher und Entdecker von morgen

VERKEHR, TECHNIK UND LOGISTIK

97 Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik

99 Ausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb

SOZIALES UND PÄDAGOGIK

102 Ausbildung zur Erzieherin

106 Praxisintegrierte Ausbildung zur Erzieherin

COMPUTER UND IT

83 Ausbildung zum Fachinformatiker

für Systemintegration

WOLL Elternratgeber - 5


Erfolgsmodell duale Ausbildung:

Nachwuchs in allen Branchen dringend gesucht

Paul Senske

U

nsere Kinder sollen es einmal

besser haben als wir, sie

sollen studieren und Karriere

machen. Doch so verständlich der

Wunsch vieler Eltern ist, der akademische

Berufsweg ist bei weitem

nicht der wichtigste Schlüssel zur

erfüllenden Teilhabe in Arbeitswelt

und Gesellschaft. „Nicht nur Abitur

und Studium führen zur beruflichen

Erfüllung, es gibt auch andere

Wege“, sagt Andreas Rother, der Präsident

der IHK Hellweg-Sauerland.

Die berufliche Bildung, also die duale

Ausbildung im Betrieb und in den

beruflichen Schulen, ist für ihn eine

„echte Herzensangelegenheit“. Über

300 dual erlernbare Ausbildungsberufe

bieten gute bis glänzende Perspektiven.

6 - WOLL Elternratgeber


Anderen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern,

das ist die spannende Aufgabe im Gastgewerbe.

Foto: AdobeStock_278250604_davit85

WOLL Elternratgeber - 7


Einig sind sich Arbeitsmarktexperten,

dass die duale Ausbildung entscheidenden

Anteil an der geringen

Jugendarbeitslosigkeit hat. „Die Bildung

in den Betrieben ist genauso viel

wert wie die an Universitäten“, betont

Bundesbildungsministerin Anja

Karliczek. Der Münchner Philosophie-Professor

Julian Nida-Rümelin

warnt vor einem „Akademisierungswahn“.

IHK-Chef Rother zieht den

Vergleich: „Rund 50 Prozent der

Jugendlichen machen Abitur und

studieren. In der Wirtschaft brauchen

wir aber im Verhältnis einen Akademiker

und zehn Facharbeiter. Die

Ausbildung muss jungen Menschen

auch Spaß macht“, so Rother, der als

„Self-Made-Man“ mit Mittlerer Reife

und Ausbildung zum Industriekaufmann

das in Ense-Bremen ansässige

IT-Unternehmen ahd gründete und

zu einer Marke entwickelte.

Glänzende Perspektiven in

Pflegeberufen

Treffend bringt der Caritas-Verband

Brilon, mit 1.150 MitarbeiterInnen

ein bedeutender Arbeitgeber, die

Ausbildungs-Philosophie zum Ausdruck.

„Den Fachkräftemangel zu

beseitigen und jungen Menschen eine

berufliche Perspektive bieten – das

motiviert uns, selbst ein Ausbildungsbetrieb

zu sein“, sagt stellvertretend

Marketing-Leitern Sandra Wamers.

Die Caritas bildet Pflegefachfrauen/

Pflegefachmänner, HeilerziehungspflegerInnen,

Hauswirtschaftskräfte

und ErzieherInnen aus.

Im Jahr 2020 hat die Caritas Brilon

34 Azubis eingestellt. Hinzu kommen

fünf Anerkennungspraktikanten als

Erzieher und Heilerziehungspfleger.

Die Bezahlung der Azubis „kann sich

sehen lassen“: Eine Pflegekraft (früher

Krankenschwester) verdient im ersten

Jahr 1.140 Euro, im zweiten 1.202

Euro, im dritten Jahr 1.303 Euro. Die

Caritas Brilon arbeitet in der Ausbildung

u. a. mit dem LWL Marsberg,

dem DRK Meschede, dem Krankenhaus

Brilon, dem Esta-Bildungswerk

und der Gesundheitsakademie

SSMP Geseke zusammen. Vergleichbare

Strukturen weisen die Caritas

Meschede (450 MitarbeiterInnen)

und Arnsberg-Sundern (1.400) auf.

Der Caritas Verband Arnsberg-Sundern

kooperiert mit dem Klinikum

Hochsauerland in der gemeinsamen

„Bildungsakademie der Gesundheitsund

Sozialwirtschaft Hochsauerland

gGmbH“. Der Caritasverband für

den Kreis Soest ist mit 1.3000 MitarbeiterInnen

der führende Anbieter

sozialer Dienstleitungen in der Hellweg-Region.

„Jeder, der sich bei uns

meldet und sich auf die Arbeit mit

pflegebedürftigen Menschen einlassen

kann, erhält bei uns die Perspektive

auf einen Ausbildungsplatz“: So wirbt

die Soester Caritas um Nachwuchs.

Die privaten Pflegedienste sind ebenso

intensiv auf Nachwuchssuche. Das

gilt natürlich auch für die Krankenhäuser

und Kliniken, die teilweise

eigene Pflegeschulen haben oder eng

mit Pflegeschulen kooperieren. Die

Schule für Gesundheit und Krankenpflege

am Städtischen Krankenhaus

Maria Hilf Brilon bietet 75 Ausbildungsplätze.

Die Al brecht-Schneider-

Akademie am Klinikum Stadt Soest

(„Haus am Park“) weist 155 Ausbildungsplätze

auf. Die gemeinsam mit

der Caritas betriebene Bildungsakademie

des Klinikums Hochsauerland

mit ihren zwei Schulstandorten in

Arnsberg und Meschede ist mit 450

Ausbildungsplätzen ein großer Player.

Metall- und Elektroindustrie

mit großem Berufsspektrum

Intensiv um Nachwuchs wirbt auch

die Metall- und Elektroindustrie mit

großen Kampagnen in der Region.

8 - WOLL Elternratgeber

Die Gesundheitswirtschaft

ist mit rund 90.000

Beschäftigten eine von 5

Kernbranchen in ganz

Südwestfalen.

Foto: Michael Bahr /

Südwestfalen Agentur GmbH

In der Metall- und Elektroindustrie

gibt es ein sehr breites

Spektrum an Berufen und

Karrierewegen.

Foto: Südwestfalen Agentur

GmbH/Dominik Ketz


Der Fachkräftemangel ist in allen

Branchen zu finden. „Die Metallund

Elektroindustrie bietet ein breites

Spektrum an Berufen mit sehr

guter Ausbildung, Weiterbildungsmöglichkeiten

und sehr guter Bezahlung“,

erklärt Dr. Volker Verch,

der Geschäftsführer des Unternehmensverbandes

Westfalen-Mitte. „Ein

Facharbeiter verdient einschließlich

Zulagen usw. knapp 55.000 Euro

im Jahr. Es sind also sogenannte auskömmliche

Berufe.“ Ausdrücklich

lobt Verch dabei die „streitbaren, konstruktiven

und sachlichen Tarifverhandlungen“

mit der IG

Metall.

Insgesamt sei es nicht

leicht, geeignete

Kandidaten für

die Ausbildung zu

finden. Wichtig

sei, das Interesse

schon früh für

die MINT-Fächer

(Mathematik, Informatik,

Naturwissenschaften,

Technik)

zu wecken, um Kinder

und Jugendliche für die

Berufswelt der Metall- und

Elektroindustrie zu sensibilisieren.

Foto: AdobeStock_1183225271_Ljupco

„Vom Wissen zum Werk“ im

Handwerk

Riesig ist der Bedarf an Nachwuchs

und Facharbeitern auch im Handwerk.

„Vom Wissen zum Werk“ war

2020 der Titel einer Sonderausstellung

im Hagener Freilichtmuseum.

„Besser kann man das Handwerk

nicht beschreiben“, erklärt Markus

Kluft, der Pressesprecher der Handwerkskammer

Südwestfalen. „Zudem

ist die Berufswelt im Handwerk so

breit angelegt, dass jeder und jede

einen Beruf finden kann, der

Spaß macht und greifbar ist.“ Meinolf

Niemand, der Hauptgeschäfts führer,

meint: „Im Handwerk kommt man

aus dem Staunen nicht heraus.“ Für

den Nachwuchs bieten sich große

Chancen: „Die Babyboomer gehen

jetzt in Rente und hinter lassen

in den Betrieben große Lücken“,

so Pressesprecher Kluft. Die HWK

Südwestfalen unterhält eine zehn Personen

umfassende Abteilung Fachkräftesicherung.

Während der HSK

zur Handwerkskammer Südwestfalen

gehört, ist die Hand werkskammer

Dortmund für den Kreis Soest

zuständig. Sie unterstützt

ebenfalls alle Zielgruppen

bei der Suche nach

Ausbildungs-Plätzen

und Betriebe bei der

Besetzung von

Ausbildungsplätzen.

Dabei geht sie den

Weg über Projekte

wie Willkommensund

Bildungslotsen,

Ausbildungsoffensive

im Handwerk

oder „Passgenaue

Besetzung“.

Neben der dualen Ausbildung

gibt es im Handwerk

noch das duale Studium (Aus-

Beste Karriereaussichten im

Handwerk, zum Beispiel als

Elektroniker*in.

Foto: Jürgen Eckert

Shopping! Der Handel steht vor großen

Veränderungen. Von E-Commerce

über Groß- und Außenhandel bis hin

zum klassischen Einzelhandel.

Foto: business-888146.jpg

WOLL Elternratgeber - 9


IHK-Präsident Andreas Rother

Quelle: Tom Linke

„Duale Ausbildung ist

Herzensangelegenheit”

- Andreas Rother

bildung mit Abschluss und Studium

mit Bachelor) sowie die triale Ausbildung

mit Ausbildung, Studium und

Meisterbrief. Das duale Studium und

die triale Ausbildung richten sich vor

allem an Abiturienten und Fachabiturienten.

Hotel- und Gaststättengewerbe

ist Jobmotor

Ein Riesenmarkt für Azubis ist auch

das Hotel- und Gaststättengewerbe.

Es ist ein Jobmotor, besonders im

Sauerland mit den Zentren Winterberg

und Schmallenberg. Der Hochsauerlandkreis

weist 445 Übernachtungsbetriebe

mit 26.227 Betten auf,

im Kreis Soest sind es 153 mit 8.274

Betten (Betriebe ab zehn Betten, August

2020). In der Gastronomie sieht

es wie folgt aus: Im HSK gibt es 191

anerkannte Ausbildungsbetriebe, im

Kreis Soest sind es 158. Die Ausbildungspalette

mit verschiedenen Weiterbildungsmöglichkeiten

und Qualifizierungen

ist groß: Koch/Köchin,

Hotelfachmann/-frau, Hotelkaufmann/-frau,

Fachkraft für Systemgastronomie,

Restaurantfachmann/-frau,

Fachkraft im Gastgewerbe. „Der

Fachkräftemangel in der Gastronomie

droht nicht, er ist schon längst da“,

betont Angela Rademacher von der

IHK Hellweg-Sauerland.

Handel mit

Aufstiegschancen

Auch der Handel, speziell der Einzelhandel,

ist ein attraktiver Ausbildungsmarkt

mit sehr guten

Aufstiegschancen. Der Beruf Einzelhandelskaufmann/-frau

ist begehrt

und landet in der „Hitliste“ der beliebtesten

Ausbildungsberufe regelmäßig

auf vorderen Plätzen. Dieser Beruf in

den Branchen Elektronik, Kosmetik,

Möbel, Lebensmittel und Bekleidung

lässt sich nach der Ausbildung gut mit

einem Studium kombinieren.

„Spurwechsel –

Karriere anders denken“

Für junge Menschen, die nicht studieren

wollen, bietet sich ein prall

gefüllter Ausbildungsmarkt unterschiedlicher

Couleur - mit glänzenden

Perspektiven. Er ist auch für Studienzweifler

und Studienabbrecher offen.

Die Agentur für Arbeit Meschede-

Soest, die Handwerkskammer

Südwestfalen und die IHK Hellweg-Sauerland

arbeiten gemeinsam

im Netzwerk „Spurwechsel – Karriere

anders denken“. In diesem Netzwerk

erhalten junge Menschen individuelle

Unterstützung und Beratung beim

Studienfach- oder Hochschulwechsel,

bei der Suche nach einer Ausbildungsoder

Arbeitsstelle und nach finanziellen

Fördermöglichkeiten. ■

10 - WOLL Elternratgeber


Mit Sicherheit

IN DIE ZUKUNFT

Die Zukunft ist ein Sprung ins Ungewisse.

Wie wäre da ein Ausbildungsbetrieb, der die Sicherheit bietet,

flexibel sein zu können?

Ein sicherer Arbeitsplatz ist Gold wert. Das

merken wir insbesondere in Krisenzeiten. Der

Öffentliche Dienst – und somit auch die Bezirksregierung

Arnsberg – gehört nicht nur zum

größten Arbeitgeber in Deutschland, sondern

auch zum sichersten. Mit unseren rund 1.800

Mitarbeiter*innen sind wir für die mehr als 3,5

Millionen Einwohner*innen in unserem knapp

8.000 km 2 großen Regierungsbezirk zuständig.

Eine große Verantwortung.

Unseren Mitarbeiter*innen bieten wir darum ein

hohes Maß an Flexibilität: Homeoffice, Vereinbarkeit

von Beruf und Freizeit sowie gleitende

Arbeitszeit sind für uns kein Neuland, sondern

seit vielen Jahren fester Bestandteil unserer

Philosophie. Und das Beste daran? Arbeiten in

einem tollen Team und ein Einsatz für das Gemeinwohl.

Denn bei uns kann man nicht nur die

eigene Zukunft, sondern auch die eines ganzen

Landes mitgestalten.

Mehr Infos unter: www.bra.nrw.de/karriere

Verantwortung übernehmen und aktiv die Region

auf die Zukunft vorbereiten – das sind große Aufgaben,

die wir nicht alleine übernehmen können.

Darum suchen wir ständig Verstärkung für unser

Team als:

• Verwaltungsfachangestellte*r

• Verwaltungswirt*in

• Regierungsinspektor*in (Bachelor of Laws)

• Verwaltungsinformatiker*in (Bachelor of Arts)

• Fachinformatiker*in

• Geomatiker*in

WOLL Elternratgeber - 11


Gemeinsam geht es besser: das richtige Berufsfeld erschnuppern.

Foto: AdobeStock_208707332

GEMEINSAM DAS RICHTIGE

BERUFSFELD ERSCHNUPPERN

Jugendpsychologin Jutta Sniehotta zur Rolle der Eltern

Christel Zidi

S. Droste

I

hr Kind ist in der 10. Klasse und weiß noch nicht,

was es werden will? Viel Zeit ist nicht mehr. Es müssen

Bewerbungen geschrieben werden. Aber für welchen Beruf?

So langsam werden die Eltern ungeduldig und stellen

sich die Frage: Sind die anderen Jugendlichen auch so unentschlossen

und nur ihr Spross hinkt hinterher?

Die Jugendpsychologin Jutta Sniehotta kennt diese Probleme

und hat Tipps für die Eltern. Der wichtigste: „Gemeinsam das

richtige Berufsfeld erschnuppern und eine positive Motivation

aufbauen.“ „Es ist völlig normal, wenn Jugendliche mit 16 Jahren

noch keine Vorstellung vom Berufsleben und ihrer eigenen Zukunft

haben“, erklärt die Jugendpsychologin Jutta Sniehotta aus

„Eine positive Motivation aufbauen“

- Jutta Sniehotta

Warstein. „Viele sind mit 16 Jahren noch völlig unreif.“ Diese

Unreife und Ratlosigkeit erlebt sie auch oft bei Abiturienten, die

noch gar nicht wissen, in welche Richtung sie sich entscheiden

sollen. Es sei eine unglaublich schwerwiegende Entscheidung,

die ein junger Mensch in dieser Phase seines Lebens zu treffen

habe: In einer Phase, mit 16 oder 17 Jahren, in der er vielleicht

den Girls- oder Boysday mitgemacht hat, mit etwas Glück ein

Praktikum, so die Psychologin. Wie können Eltern ihre Kinder

da unterstützen?

Bei ihren Patienten geht Sniehotta klientenzentriert vor. So stellt

sie sich auch den idealen Umgang der Eltern mit deren Kindern

vor. „Man muss Fragen stellen. Was wünscht du dir? Wovon

träumst du? Erst wenn dieses - nennen wir es mal Brainstorming

- erfolgt ist, kann man abklopfen, ob der Berufswunsch realisier-

12 - WOLL Elternratgeber


ar ist.“ Und sie betont: „Ganz wichtig ist, dass man eine positive

Motivation aufbaut, damit die Jugendlichen erzählen, wovon sie

träumen. Nicht gleich sagen, das ist unrealistisch, das schaffst

du nicht.“ Die Kinder müssen spüren, dass auch die Eltern wollen,

dass ihr Kind einen Beruf ergreift, der zu ihm passt. Auf

keinen Fall sollten sie ihnen ihre eigenen Wunschvorstellungen

aufdrücken.

Eltern müssen sich immer wieder mit ihren Kindern auf die

Berufssuche begeben, immer wieder das Gespräch suchen und

Anregungen geben, so Jutta Sniehotta. Aber dem Kind soll auch

Zeit gelassen werden, damit es auch selbst überlegen kann, welcher

Beruf ihm liegt. Teilweise dauert das bis zu drei Jahren, bis

ein junger Mensch eine Idee davon entwickelt hat, wo er sich

beruflich sieht, wenn er erwachsen ist. Deshalb rät die Psychologin:

Man fängt mit der Suche am besten schon an, wenn das

Kind in der 8. Klasse ist. Durch die richtigen Fragen komme

es zu einem Annäherungsprozess, das Feld werde immer enger.

„Und hinterher landet man bei zwei, drei Berufen, die dann in

Frage kommen könnten. Und dann kann man sagen: Komm,

jetzt mach doch mal ein Praktikum.“

Fleißkärtchen oder ein Eis als Belohnung dafür, dass sie sich für

Englisch interessieren, das funktioniert nicht mehr.“ Anders liege

der Fall, wenn der Jugendliche z. B. englische Songtexte selbst

übersetzen will. In diesem Moment würde er erkennen, welchen

Nutzen ihm das Englischlernen bringt.

Die Anschlussverpflichtung der Schulen

Jutta Sniehotta betont auch die besondere Rolle der Schulen bei

der Berufsorientierung Die Schulen können und sollten mithelfen,

das richtige Berufsfeld „vorsichtig und abwartend zu

erschnuppern“. Die große Verantwortung und Verpflichtung

sei, das zu ergänzen, was das Elternhaus vorlegt – oder auch

nicht. Erschwerend - so Jutta Sniehotta - komme hinzu, dass

sich die Berufsfelder und Berufsbezeichnungen inzwischen

auch dramatisch geändert haben. Die Orientierung zu finden,

sei unglaublich schwierig. „Es gibt keine Elektriker mehr, keine

Gut sei es, wenn Eltern die Talente ihrer Kinder sehen oder

erspüren können. Das funktioniere z. B., wenn ein Elternteil

handwerklich sehr begabt ist und sein Kind mit in die Werkstatt

oder auch in die eigene Gartenwerkstatt mitnimmt. Aber nicht

alle Eltern haben die Möglichkeit, das auszutesten und Talente

zu erkennen. Erschwerend komme hinzu, dass viele Kinder vor

allem in der jetzigen Krise nur noch zuhause sitzen, sich wenig

bewegen und nur noch mit digitalen Medien arbeiten. Eltern

können Tipps geben, wie „Du könntest ins Soziale passen“.

Wenn der Jugendliche sich das auch vorstellen kann, sollte man

das am besten mal durch ein Praktikum austesten. Überhaupt

können Praktika immens entscheidend sein. „Mit etwas Glück

ergib sich aus einem Praktikumsverhältnis später ein Ausbildungsverhältnis.“

Jugendliche brauchen „intrinsische Motivation“

In der Psychologie spricht man von intrinsischer und extrinsischer

Motivation. Eine extrinsische Motivation ist z. B. das Verteilen

von Fleißkärtchen oder Stempeln an Grundschüler. Die

Kinder lernen: Wenn ich etwas mache, bekomme ich etwas

dafür. Belohnung für Leistung funktioniere gut bei den Kleinen,

Pubertierende aber seien mit Belohnungen kaum mehr

zu ködern. „Sie brauchen eine intrinsische Motivation“, erklärt

Jutta Sniehotta, „weil sie noch nicht wissen, was sie wollen. Ein

Dipl.-Psych. Jutta Sniehotta, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin

aus Warstein

WOLL Elternratgeber - 13


„Talente der Kinder erspüren“

- Jutta Sniehotta

Schlosser. Selbst wir Eltern haben manchmal Schwierigkeiten

auf Fragen zu antworten, was z. B. ein Mechatroniker macht.“

Deutliche Worte findet Jutta Sniehotta auch zum Thema Null-

Bock-Generation: „Es gibt in jeder Generation Jugendliche, die

sich erst einmal finden müssen und eine Zeitlang dafür brauchen.

Eine Generation als Null-Bock-Generation zu bezeichnen,

das würde ich nicht tun.“ Eltern sollten sich von der scheinbaren

Coolness der Kinder nicht blenden lassen. Hinter einem „Ach,

ist mir doch egal“ stecke oft die Unsicherheit introvertierter junger

Menschen, die sie hinter dieser Maske verbergen.

Eltern benötigten immer wieder viel Fingerspitzengefühl,

sind vielleicht auch mal geschockt, wenn die Kinder mit dem

Wunsch ankommen, einen Beruf zu erlernen, bei dem sie sich

„einen Porsche leisten können“. Die Eltern könnten dann beispielsweise

so argumentieren: „Mmh. Dann brauchst du einen

Beruf, mit dem du richtig viel Geld verdienen kannst. Mehrere

tausend Euro brauchst du im Monat, damit du auch gut sparen

kann. Wo kannst du so viel verdienen? Höchstwahrscheinlich

reicht dein Hauptschulabschluss nicht, sondern du brauchst

einen Beruf, der höher qualifiziert ist. Kannst du dir vorstellen,

noch zwei Jahre zur Schule zu gehen?“

Problematischer Akademisierungswahn

Den Akademisierungswahn hält die Psychologin für problematisch.

„Wir haben heute viele Berufe, die akademisiert sind, in

denen man dann den Bachelor macht, aber trotzdem nicht für

den Beruf qualifiziert ist. Es gibt einfach Kinder, die sind nicht

so intellektuell, sie sind aber handwerklich sehr gut. Ganz wichtig

ist: Das was das Kind tut, muss zum Kind passen, nicht zu

den Wünschen der Eltern.“

Wenn Jugendliche nach dem Gymnasium mit einem Studium,

besonders in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften,

Technik) beginnen, sei das sehr schwer. „Die

Jugendlichen wissen noch nicht wirklich, was Studium bedeutet.

Das lockere Studentenleben früherer Zeiten gibt es nicht mehr.

Zwei Schnuppertage während der Schule reichen noch nicht aus,

zu verstehen, was Studium bedeutet.“ Das Lernen an der Uni sei

so rasant schnell. Die Zahl der Studienabbrecher sei hoch. Ein

junger Mensch, der vielleicht Ingenieur werden will, ist möglicherweise

an der Fachhochschule wesentlich besser aufgehoben,

weil das praxisbezogene Lernen eher seinem Lernstil entspricht.

Oder er könne eine Lehre beginnen. Ein solcher „Spurwechsel“

sei ein guter Wechsel. Das mache auch nichts mit dem Ego. „Wer

rechtzeitig erkennt, dass ihn das Studium überfordert, ist kein

intellektueller Versager, sondern er handelt weitsichtiger“, betont

Jutta Sniehotta.

Das Vorstellungsgespräch mit Eltern?

Sollten Eltern eigentlich beim Vorstellungsgespräch mit dabei

sein? „Das ist ein Würfelspiel“, sagt die Warsteiner Psychologin.

Die Frage sei: Wie wird das von den Arbeitgebern ausgelegt?

Wirkt mein Kind unselbständig, wie ein Muttersöhnchen, das

nicht in der Lage ist, sich selbst zu präsentieren. Oder wird es

als positiv ausgelegt, wenn sich die Eltern kümmern? „Auf jeden

Fall ist es gut für die Motivation des Jugendlichen, wenn er den

Schritt allein geschafft hat.“ ■

Pubertät und Adoleszenz

Pubertät bezeichnet die Entwicklung s-

phase junger Menschen (Mädchen 10-

14 Jahre, Jungen 12-16 Jahre), die die

anatomische und physiologische Reifung

des Körpers umfasst.

Während es in der Pubertät mehr um

körperliche Veränderungen geht, entwickelt

sich in der anschließenden Entwicklungsstufe,

der Adoleszenz, die geistig-seelische

Reife. Schüchternheit und

Unsicherheit ist ein deutliches Zeichen

der mittleren Adoleszenz (14-17 Jahre).

In der Zeit der späten Adoleszenz (16 bis

ca. 20 Jahre) stellt sich für gewöhnlich

auch ein gewisses Verantwortungsgefühl

für die eigene Zukunft ein. Der junge

Mensch hat nun einen gewissen Grad

an Reife erreicht und kann bereits seine

Fähigkeiten und Grenzen einschätzen.

14 - WOLL Elternratgeber


KRISENSICHER IN DIE ZUKUNFT.

www.dreifaltigkeits-hospital.de/karriere

Karrierestart? Wir bilden aus:

- Pflegefachfrau/-mann

(Ausbildungsbeginn: August und Oktober)

Pflegeschule vor Ort in Lippstadt

- Operationstechnische/r Assistent/in (OTA)

(Ausbildungsbeginn: August)

Unschlüssig? Einfach mal reinschnuppern:

- Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ)

- Bundesfreiwilligendienst (BFD)

- Jahrespraktikum (FOS)

- Schülerpraktikum

Schon Erfahrung? Wir stellen ein:

Gesundheits- und Krankenpfleger/in

- für den Pflegedienst unterschiedlicher

Fachdisziplinen

- für die Intensivpflege

- für den Operationsdienst (auch OTA)

- für verschiedene Funktionsdienste

Wir bieten attraktive Arbeitszeitregelungen mit

zahlreichen flexiblen Modellen von Vollzeit bis

hin zu geringen Teilzeitbeschäftigungen.

Bewerben Sie sich jetzt!

WOLL Elternratgeber - 15


FALKE – WITH YOU EVERY STEP

Unsere Produkte begleiten unsere Kundinnen und Kunden seit 125 Jahren in jeder Lebenslage und auch als Ausbildungsbetrieb

begleiten wir junge Menschen seit jeher bei ihren ersten Karriereschritten.

Ein attraktiver Arbeitsplatz mit Zukunft

Auf der Suche nach einem passenden Ausbildungsbetrieb und Arbeitgeber sind neben spannenden Aufgabenbereichen,

einem angenehmen Arbeitsklima und Aufstiegschancen Sicherheit und Zukunftsperspektiven wichtige Faktoren

für die Entscheidung. FALKE ist ein Unternehmen mit einem breiten Angebot an Ausbildungsberufen und vielfältigen

Tätigkeitsfeldern. In vierter Familiengeneration geführt, mit über 125-jähriger Erfahrung und international ausgerichtet

bietet das Unternehmen mit ca. 3.000 Mitarbeiter/innen beste Voraussetzungen für den Start ins Berufsleben.

Ausbildung bei FALKE: Professionelle Betreuung von Anfang an

Unsere Auszubildenden profitieren von der kompetenten

Betreuung durch erfahrene Ausbilder/innen innerhalb

der einzelnen Fachbereiche und lernen die Entstehungsgeschichte

der hochwertigen FALKE Produkte kennen - angefangen

bei der ersten Idee bis hin zum weltweiten Vertrieb

in den Bereichen Legwear, Bekleidung und Sport.

Neben dem Einsatz in den Fachabteilungen werden zahlreiche

interne und externe Schulungsmaßnahmen, abgestimmt

auf den Ausbildungsstand, angeboten und Sozialund

Methodenkompetenz weiterentwickelt.

Das breite Spektrum von Ausbildungsberufen bei FALKE spricht

viele verschiedene Interessen und Stärken an. Grundsätzlich

unterscheiden wir zwischen kaufmännischen und gewerblichtechnischen

Ausbildungen.

Neben bekannten Berufen wie Industriekaufleuten, Fachinformatikern/innen

und Industriemechanikern/innen, bildet FALKE

unter anderem auch Textillaborant/innen, Produktveredler/innen

und Textil- und Modenäher/innen bzw. -schneider/innen aus.

Seit 2019 bieten wir zudem neu entstandenen Ausbildungsberuf

Kaufmann/-frau im E-Commerce an. In Zeiten des digitalen

Wandels und des aufstrebenden Online Handels ein Beruf

mit starker Zukunftsperspektive sowie spannenden und hochmodernen

Aufgabenfeldern.

Die Nachwuchsförderung hat bei FALKE einen sehr hohen Stellenwert

– denn diese sichert die erfolgreiche Zukunft unseres

Unternehmens. Interessierten, engagierten und begeisterungsfähigen

Schüler/innen und Schulabgänger/innen bieten wir

im Rahmen von Praktika, Berufsfelderkundungstagen oder Betriebserkundungen

vielfältige Möglichkeiten, Einblicke in die

Berufspraxis eines internationalen, innovativen und inhabergeführten

Markenunternehmens der Textilbranche zu erlangen.

16 - WOLL Elternratgeber


Übernahme nach Ausbildung

Die Ausbildung bei FALKE ist bedarfs- und zukunftsorientiert ausgerichtet. Daraus ergeben sich hohe Übernahmechancen

nach einer erfolgreich abgeschlossenen Berufsausbildung. Die Einsatzmöglichkeiten nach der Ausbildung sind so

vielfältig wie das Unternehmen und seine Produkte selbst. Je nach Stärken und Interessen finden wir gemeinsam mit den

ehemaligen Auszubildenden ein passendes Einsatzgebiet und entwickeln sie dort zu Fachspezialisten/innen.

Perspektiven für die Zukunft

Zielgerichtetes, motiviertes Arbeiten ist bei FALKE wichtig und wird durch Personalentwicklungsinstrumente sowie jährliche

Mitarbeitergespräche und Zielvereinbarungen unterstützt. Individuelle Fortbildungen und berufsbegleitende Studien

unterstützen wir gern. Es gilt das Prinzip Fördern und Fordern – dann sind der Entwicklung keine Grenzen gesetzt.

Teil der FALKE Family werden

FALKE begleitet Menschen jeden Alters und in jeder Lebensphase auf Schritt und Tritt mit neuen Ideen und modernen

Produkten. Diese entstehen dank der Mitarbeiter/innen, die tagtäglich ihr Bestes geben und dabei über sich hinauswachsen.

FALKE ist immer auf der Suche nach engagierten Menschen, die Teil der FALKE Family werden und zum

Unternehmenserfolg beitragen möchten.

FALKE – Zahlen und Fakten:

• 1895 gegründet

• Über 3.000 Mitarbeiter/innen weltweit an 7 Standorten

• 240 Mio. Euro Umsatz in 2019 – davon 50% im

Ausland

• FALKE Produkte sind in fünf Kontinenten und

in über 60 Ländern verfügbar.

Angebote für Azubis – diese Ausbildungsberufe

gibt es bei FALKE:

• Duales Studium zum Bachelor of Arts BWL (m/w/d)

• Fachinformatiker Anwendungsentwicklung (m/w/d)

• Fachinformatiker Systemintegration (m/w/d)

• Kaufleute im E-Commerce (m/w/d)

• Industriekaufleute (m/w/d)

• Industriemechaniker (m/w/d)

• Produktveredler Textil (m/w/d)

• Textillaboranten (m/w/d)

• Textil- und Modenäher /-schneider (m/w/d)

Nähere Informationen zu den einzelnen Ausbildungsberufen

gibt es auf unserer Homepage unter:

https://www.falke.com/de_de/company/karriere/

Vorteile durch eine Ausbildung bei FALKE

auf einen Blick:

• Ein sicherer Ausbildungsplatz mit guten Übernahmechancen

in einen traditionsreichen, international

ausgerichtetem Familienunternehmen

• Unmittelbare Einblicke in die Modebranche, mit

direkter Nähe zum Produkt

• Eine intensive und individuell zugeschnittene

Betreuung durch erfahrene Ausbilder/innen und

Ausbildungsbeauftragte

• Innerbetriebliche Schulungen und externe Seminare

abgestimmt auf die Ausbildungsinhalte sowie eine

gezielte Prüfungsvorbereitung

• Spannende Blicke über den Tellerrand in andere

Unternehmenseinheiten

• Regelmäßiger, bereichsübergreifender Austausch

mit anderen Auszubildenden

• Eine gute Ausbildungsvergütung plus Jahressonderzahlung

und Urlaubsgeld

• Vertrauensarbeitszeit, vermögenswirksame Leistungen

und Fahrtkostenzuschüsse

• Günstige Einkaufsoptionen in unserem

FALKE Werksverkauf

Fragen rund um das Thema Ausbildung beantworten wir gern. Kontaktieren Sie uns!

Personalreferentin Aus- und Weiterbildung · Elisabeth Naujoks · Tel: 02972 / 799-340 · Email: humanresources@FALKE.com

WOLL Elternratgeber - 17


AKADEMIKERELTERN –

HANDWERKERKINDER?

Christel Zidi

I

mmer mehr junge Menschen studieren. Die Zahl

der Studierenden in Deutschland ist von 2,2 auf

2,7* Millionen angestiegen. Einige sprechen in diesem

Zusammenhang gar von „Akademisierungswahn“.

„Bildung für alle!“. Warum allerdings stammen nur

27 % der Studierenden aus Arbeiter- und Handwerkerfamilien?**

Was läuft falsch?

Können sich Akademikerkinder wirklich frei für ein Studium

entscheiden oder sitzen ihnen die Eltern „im Nacken“?

Und: Führt dieser Druck nicht zwangsläufig zu einem Studienabbruch?

Noch immer halten Akademikereltern ihre

Kinder zum Studium an, Nicht-Akademikereltern raten

zu einer „handfesten und soliden“ Ausbildung. Die Schere

zwischen den Milieus klafft in diesem Bereich immer noch

weit auseinander.

Akademikereltern haben natürlich mehr Ressourcen, um

ihre Kinder zu fördern. Wobei Nicht-Akademiker die

Kosten oftmals überschätzen. Eine gute Beratung diesbezüglich

ist sicherlich empfehlenswert. Letztlich hat ein

Hochschulabschluss noch immer einen sehr hohen sozialen

Stellenwert.

Aber gleich in welche Richtung die Beratung zielt, entscheidend

sollte der Wille des Kindes und dessen Fähigkeiten

und Talente sein. Wenn ein junger Mensch auf Anraten

seiner Eltern einen für ihn falschen Weg gegangen

ist und feststellen muss, dass ein Studium nicht das Richtige

für ihn ist, sollte er sich nicht unnötigerweise länger

damit herumquälen, sondern nach Möglichkeiten suchen,

anders zu seinem Traumberuf zu kommen. Außerdem ist

es für Studienabbrecher in der Regel kein Problem, einen

Ausbildungsplatz zu bekommen. Jeder dritte Betrieb hat

schon einmal einen Studenten ohne Abschluss als Azubi

eingestellt, belegt eine aktuelle Studie des Bundesinstituts

für Berufsbildung (BIBB). Mehr als drei Viertel der Unternehmen

sind bereit, Studienabbrecher auszubilden. „Sie

sind die Führungskräfte und Unternehmensnachfolger

von morgen“.

Zum Schluss sollte man auch einmal die Ausdrucksweise

überdenken, wenn wieder von „bildungsfernen“ Familien

die Rede ist. Ein Handwerksmeister oder Techniker als

bildungsfern zu bezeichnen, entspricht nicht der Realität.

Selbst ein einfacher Arbeiter kann sich neben seinem Beruf

zeitlebens weitergebildet haben und es durchaus mit dem

einen oder anderen Akademiker aufnehmen. ■

Quellen:

* Statistisches Bundesamt, Fachserie 11, Reihe 4.1, SS 2020

**Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung GmbH

(DZHW)

Mit dualen Studiengängen bieten

Universitäten Brücken zum

Ausbildungsmarkt an

18 - WOLL Elternratgeber


ELTERN SIND BEI

DER BERUFS-

ORIENTIERUNG

IHRER KINDER DIE

MIT ABSTAND

WICHTIGSTEN

´INFLUENCER´


#azubi2021

Wir bilden dich wahlweise zum ker, Hörakustiker und Brillen-Fachverkäufer

(m|w|d),

Augenopti-


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Durchblick zu bieten

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... wenn du für einen perfekten Sound

oder besten Durchblick sorgen möchtest!

Wir bilden dich zum Augenoptiker, Hörakustiker oder

Brillen-Fachverkäufer (m|w|d) aus!

V&K Optik GmbH | Julia Scheibler | Brüderstraße 28

59555 Lippstadt | julia.scheibler@vundk-optik.de

www.Hörgeräte-Kuhnert.de

Weitere Informationen:

www.brille-nrw.de

Zeit, das Richtige zu tun.

Beim Bundesfreiwilligendienst haben alle die Chance, das Richtige zu tun:

für Kinder und Jugendliche, für Flüchtlinge, Senioren, Menschen mit

Behinderung, für Kultur, Sport, Integration und Umweltschutz.

Seien Sie dabei!

www.bundesfreiwilligendienst.de

WOLL Elternratgeber - 19


Lisa Plum und Florian Krampe (r.) begleiten Jugendlichen bei

den ersten Schritten in die Arbeitswelt, Roman Bohle ist

Leiter des IHK-Bildungsinstituts.

JUGENDLICHE WOLLEN

WERTSCHÄTZUNG ERFAHREN

IHK-Azubi-Finder vermitteln passgenau duale Ausbildungsstellen

Paul Senske

Marc Niemeyer

J

ugendliche bei der Suche nach dem passen den

Ausbildungsberuf zu unterstützen und ihnen

berufliche Türen zu öffnen: Die Azubi-Finder der

IHK Arnsberg vermitteln mit großem Erfolg duale

Ausbildungsstellen in den Bereichen Industrie, Handel

und Dienstleistungen. In persönlichen Beratungsgesprächen

mit Jugendlichen, den Eltern und in engem

Kontakt mit den Betrieben werden wichtige Weichen

gestellt und Impulse gegeben. „Jeder, der kommt, erhält

Unterstützung“, sagt Florian Krampe. „Die Eltern sind

die Chefberater der Jugendlichen, wir sind die Begleiter.“

Krampe ist Mitglied des Teams der Azubi-Finder, die seit

2010 junge Menschen bei den ersten Schritten in die breit

aufgestellte, heimische Berufswelt der kaufmännischen,

technisch-gewerblichen und gastronomischen Bereiche

begleiten. Über 130 Ausbildungsberufe aus rund 1.500

Ausbildungsbetrieben umfasst das Angebot und ist für

junge Menschen schwer zu durchschauen. Lisa Plum,

Wirtschaftspsychologin und Krampes Kollegin, fasst den

Leitgedanken der Begleitung so zusammen: „Wie können

wir helfen?“ Beratung und Begleitung sind anspruchsvolle

Aufgaben für die Azubi-Finder. „Die Jugendlichen wollen

20 - WOLL Elternratgeber


wissen und verstehen, wohin der berufliche Weg geht. Sie

wollen vor allem Wertschätzung erfahren. Auf Augenhöhe

mit ihnen zu sprechen, ist uns ein wichtiges Anliegen.“

Krampe sieht bei den jungen Menschen ein großes „Harmoniebedürfnis.

Wer einen Azubi haben will, der muss

ihn auch mit Respekt behandeln.“

Der wichtigste Teil der Begleitung ist das individuelle

Gespräch mit den künftigen Auszubildenden. „Die Jugendlichen

können sich bei uns online registrieren, werden dann

kontaktiert und zu einem persönlichen Gespräch eingeladen.

Wir investieren in der Regel rund eine Stunde in das

Gespräch“, so Krampe. Bei diesem Kontakt werden individuelle

Karrierechancen ausgelotet, geschaut, welche freie

Ausbildungsstellen passen und

zur Verfügung stehen, Denkanstöße

für mögliche

berufliche Alternativen

sowie Tipps für ein

Bewerbungsgespräch

gegeben und insbesondere

die Bewerbungsunterlagen

als

„wichtige Visitenkarte“

geprüft.

Soft Skills immer wichtiger

„Wir weisen die Jugendlichen darauf hin, dass sie in den

Unterlagen auch ihre Hobbys oder ehrenamtlichen Tätigkeiten

erwähnen“, betont Plum. „Mit diesen Kompetenzen

können sie punkten. Auf diese sogenannten Soft Skills

wie Teamfähigkeit legen die Arbeitgeber verstärkt Wert.“

Wichtig ist auch, dass sich die Jugendlichen nach dem

Gespräch weiter bewerben und in Kontakt mit den Azubi-Findern

bleiben.

Lisa Plum

„Arbeitgeber legen verstärkt Wert

auf Soft Skills“ - Lisa Plum

Florian Kampe

„Eltern sind die Chefberater“

- Florian Krampe

An den Gesprächen können auch die Eltern teilnehmen,

die eine wichtige Instanz in der beruflichen Orientierung

ihrer Kinder und - wie Krampe es ausdrückt - „die Chefberater“

sind. Die Eltern haben auch die Möglichkeit,

ohne ihre Kinder kostenlosen Kontakt zum IHK-Team

aufzunehmen und berufliche Perspektiven zu erörtern. Sie

erhalten dabei „wertvolle Impulse“ für die berufliche Orientierung

der Kinder.

Um möglichst vielen Jugendlichen beim Berufseinstieg zu

helfen, sind die Azubi-Finder – gemeinsam mit den Betrieben

– verstärkt im Ausbildungsmarketing unterwegs

und über alle Kanäle erreichbar. Bei der Vermittlung von

Azu bistellen sieht sich das Team in einem Boot mit der

Arbeits agentur für Arbeit. „Im Netzwerk Karriere-hier arbeiten

alle Partner zusammen“, erklärt Plum. „Da ist die

Region vorbildlich aufgestellt.“

Nähere Informationen zu den Azubi-Findern unter

www.azubi-finder.de ■

Die schnellste Vermittlung eines Ausbildungsplatzes dauerte

übrigens drei Stunden. „Wir hatten sofort die passende

Stelle für den Jugendlichen, der bei uns einen Super Eindruck

hinterlassen und auch den Arbeitgeber über zeugt

hat“, betont Krampe.

WOLL Elternratgeber - 21


„WIR SUCHEN

NICHT NUR DIE

OLYMPIATEILNEHMER“

Metall- und Elektro-Industrie bietet glänzende

Ausbildungs- und Berufsperspektiven

Paul Senske

Marc Niemeyer

Die Metall- und Elektro-Industrie gilt als „das

Herz der Wirtschaft“ mit sehr guten Ausbildungs-

und Berufsperspektiven. Damit „dieses

Herz weiter im Takt schlägt“, nimmt die Ausbildung

des Nachwuchses eine bedeutende Rolle ein. Die Zahlen

für die M+E-Unternehmen im Hochsauerlandkreis

und Kreis Soest sind beeindruckend: Die Ausbildungssituation

ist trotz der pandemiebedingten Krise mit 1,6

Stellen für eine Bewerbung mehr als gefestigt, der Anteil

der Auszubildenden beträgt gute fünf Prozent der Gesamtbelegschaft.

„Unsere Unternehmen zeichnet ein hohes

Ausbildungsengagement aus“, erklären Egbert Neuhaus

und Dr. Volker Verch. „Eigene, gut ausgebildete

Azubis sind ein Pfund für die Zukunft, auch vor dem

Hintergrund des Fachkräftemangels in der Region.“

22 - WOLL Elternratgeber


„Arbeitsmarktpolitik ist auch

Schulpolitik“ - Volker Verch

EINSTIEG MIT

AUSBLICK!

Ausbildung bei BMS.

Wir suchen engagierte Auszubildende, die gerne abwechslungsreiche

Aufgaben übernehmen und unseren

Erfolg aktiv mitgestalten möchten. Dafür bieten

wir euch attraktive Fördermaßnahmen für einen

guten Start ins Berufsleben. Bewerbt euch jetzt bei

BMS und werdet Teil unserer Erfolgsgeschichte!

Volker Verch und Egbert Neuhaus (v.l.)

Egbert Neuhaus ist (ehrenamtlicher) Vorsitzender,

Dr. Vol ker Verch Geschäftsführer des Unternehmensverbandes

Westfalen-Mitte, der im Hochsauerlandkreis, im

Kreis Soest, in der Region Hamm sowie im Kreis Unna die

Interessen von 360 Betrieben mit 60.000 Beschäftigten vertritt

und ihnen ein breites Leistungsspektrum anbietet. Neuhaus

und Verch wissen, wovon sie reden und registrieren,

dass sich „der Ausbildungsmarkt zu einem Nachfragemarkt“

entwi ckelt hat. Die demografische Entwicklung und die

Tatsache, dass immer mehr junge Menschen studieren (wollen),

berei ten den Unternehmen Probleme. „Das Studium

ist nicht das Maß aller Dinge“, so Verch. „Die duale Ausbildung

in der Metall- und Elektro-Industrie bietet genug

Möglichkeiten junge Menschen zu fördern, sich nach der

Ausbildung wei terzubilden und auch zu studieren.“

Wir suchen:

• Konstruktionsmechaniker (m/w/d)

• Technischer Systemplaner (m/w/d)

• Bauzeichner (m/w/d)

Wer wir sind:

Als inhabergeführtes, mittelständisches Unternehmen

aus dem Sauerland haben wir uns auf passgenauen

Industriebau spezialisiert. Wir liefern

unseren Kunden schlüsselfertige, nachhaltige und

zukunftsorientierte Lösungen in den Bereichen

Verwaltungsbauten, Industrie- und Logistikhallen.

BMS Industriebau GmbH

Alte Heeresstraße 25 I 59929 Brilon

Tel: +49 2961 980-200

bewerbung@bms-industriebau.de

WOLL Elternratgeber - 23


MINT-Fächer spielen

eine wichtige Rolle

Vor diesem Hintergrund nimmt die Nachwuchswerbung

beim Unternehmensverband eine bedeutende Rolle ein,

der Verband geht buchstäblich voran. „Mit großer Freude“

erinnern Neuhaus und Verch sich an ihre Besuche in Kindergärten

und Grundschulen. „Diese landesweite Aktion

war eine Riesensache, Kinder für technische Berufe zu

begeistern und zu zeigen, dass Technik kein Zauberwerk

ist.“ Großen Wert legt der Verband auf die Vermittlung

von Kenntnissen in den sogenannten der MINT-Fächern

(Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik)

und unterstützt entsprechende Projekte in Kindergärten,

Grundschulen und allen weiterführenden Schulen. Die

landesweit für Aufsehen sorgenden, riesigen M+E-Info-

Trucks informieren über die zahlreichen Ausbildungsmöglichkeiten.

Erfolgreich arbeiten auch die Arbeitskreise

Wirtschaft/Schule, in denen sich

die Lehrkräfte u. a. über

die Berufsfelder in den

Betrieben informieren

und ihre Erfahrungen

und

Er kenntnisse

den Schülerinnen

und

Schülern

weitervermitteln

können.

Apropos Schulen:

Sie nehmen

bei der Berufsvorbereitung

eine bedeutende

Rolle ein. „Die Weggabelung

findet im Elternhaus und in der

Schule statt“, betont Verch. „Die Grundverantwortung

liegt im Elternhaus, die Schulen haben aber eine besondere

Verantwortung, einen Ergänzungsauftrag.“ Für

den Unternehmensverband steht klipp und klar fest: „Die

Arbeitsmarktpolitik ist auch Schulpolitik.“ Daher begrüßen

Neuhaus und Verch insbesondere die NRW-weite Initiative

„Kein Abschluss ohne Anschluss“, mit der die Schülerinnen

und Schüler ab der 8. Jahrgangsstufe bei der Berufs- und

Studienorientierung unterstützt werden. Der Unterneh-

Volker Verch

Egbert Neuhaus

„Die soziale Herkunft darf kein

Kriterium sein“ - Egbert Neuhaus

mensverband pflegt engen Kontakt zur Bezirksregierung in

Arnsberg, die diese Initiative seit Jahren umsetzt.

Der Unternehmensverband ist sich in diesem Zusammenhang

seiner sozialen und gesamtgesellschaft lichen Verantwortung

bewusst: „Die soziale Herkunft darf kein Kriterium

bei der Berufs- und Studienwahl sein“, erklärt Neuhaus mit

Nachdruck. „Für Schülerinnen und Schüler, die vor dem

Antritt einer Lehre schulischen und sozialen Nachholbedarf

haben, gibt es für die M+E-Betriebe einen Tarifvertrag

zur Förderung der Ausbildungsfähigkeit.“ Schulische

Defizite sollen abgebaut und soziale Kompetenzen erworben

werden, um Ausbildungsfähigkeit zu erwerben. „Wir

suchen als Nachwuchs nicht nur die Olympiateilnehmer“,

meint Verch. Die Metall- und Elektroindustrie bietet rund

40 Ausbildungsberufe mit hoher Übernahm-Quote in den

Betrieben. Die Palette reicht vom Anlagenmechaniker über

Industriekaufmann, Mikrotechnologe und Werkstoffprüfer

bis zum Zerspanungsmechaniker. Als „besonderes Beispiel“

nennt Verch den Beruf des Gießereimechanikers „mit exzellenten

Entwicklungschancen, die auch zur Promotion

führen können.

Gießerei mechaniker sind begehrt.“ Was die Bezahlung der

Azubis betrifft, so liegen die Gehälter in der M+E-Industrie

vielfach höher als in anderen Branchen. Ein(e) Industriemechaniker(in)

und ein(e) Industriekaufmann/frau

erhalten im Tarifbezirk NRW im ersten Ausbildungsjahr

rund 1.000 Euro. Ein Facharbeiter kann im Laufe seines

Berufslebens in der M+E-Industrie auf einen Verdienst von

gut 55.000 Euro kommen. ■

24 - WOLL Elternratgeber


Ein Unternehmen - viele Möglichkeiten!

Impuls Küchen und puris Bad – das sind bekannte, attraktive,

verlässliche und erfolgreiche Briloner Arbeitgeber mit familiärem

Background.

Beide Marken zeichnen sich durch einen sympathischen

Mix aus Design und Funktionalität für

Ihre Küchen- und Badmöbel aus. Leidenschaft,

Vertrauen und flache Hirarchien –

das ist die Philosophie beider Unternehmen.

„Hier kann jeder Mitarbeitende

seine Ideen mit einbringen“, sagt Georg

Billert, Geschäftsführender Gesellschafter

beider Unternehmen und

auch der Briloner Möbel Werke.

puris.de

Arbeitgeber „Briloner Möbel Werke“.

Wer sich für die Ausbildung bei

Impuls Küchen oder puris Bad entscheidet,

der entscheidet sich für eine

Ausbildung bei den Briloner Möbel

Werken. Für den persönlichen Karrierehorizont

ist dies ein wichtiger Faktor. Für die insgesamt

550 Mitarbeiter bieten sich somit vielseitige

Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten innerhalb der

Briloner Möbel Werke.

„Durch unsere Infrastruktur vor Ort sind wir in der Lage

unsere Mitarbeiter von der Ausbildung an weiterzuentwickeln.

Da entstehen oft Arbeitsbeziehungen fürs Leben“,

freut sich Georg Billert über die Nachhaltigkeit der gruppeninternen

Personalpolitik.

Ökologische Nachhaltigkeit.

Neben der gelebten Nachhaltigkeit im Bereich der Personalentwicklung

setzen die Briloner Möbel Werke außerdem

auf einen verantwortungsvollen Umgang mit den

vorhandenen Ressourcen. So werden Holzreste

zur Energierückgewinnung genutzt und

fast die komplette Dachfläche der Produktionshallen

sind mit Photovoltaikanlagen

versehen. Der ökologische Fußabdruck

unserer Unternehmen ist ein wichtiger

DNA Bestandteil. Dies ist auch weiterhin

ein elementarer Faktor der Unternehmensausrichtung.

impuls-kuechen.de

Vielseitige Ausbildungsmöglichkeiten.

Die Briloner Möbel Werke bieten auch für 2021 zahlreiche

Ausbildungsbereiche im technischen, handwerklichen oder

wirtschaftlichen Bereich an.


MÜLLMANN VOR

HOCHSCHUL­

PROFESSOR!

Ein bisschen Statistik gefällig?

Christel Zidi

Ein bisschen Statistik gefällig?

Obwohl viele Menschen Statistiken

gegenüber sehr skepschlechterverteilung.

Und die sieht immer

tragsabschlüsse auch anhand der Ge-

In einer Grafik sieht das dann so aus:

Müllmann

tisch sind,

vor

ist es

Hochschulprofessor!

doch immer noch recht traditionell aus: Mädchen haben

Pflegeberufe – immer

wieder Text: Christel interessant, Zidi einen Blick da rauf

zu werfen. Besonders dann, wenn

man vor der Qual der Wahl steht.

sich meist für das Büromanagement,

den Beruf der Medizinischen Fachangestellten

oder für eine Ausbildung im Einzelhandel

wichtiger und immer beliebter

Das Statistische Bundesamt gab auch

sehr entschieden. skeptisch sind, Automobilkauf-

ist es doch immer bekannt, dass 2019 71.300 Menschen

Obwohl viele Menschen Statistiken gegenüber

wieder interessant, einen Blick darauf zu werfen. Besonders dann, wenn man vor der Qual

Das Statistische Bundesamt veröffentlichte

in diesem Jahr die Zahl der Ver-

Bei den Jungs stehen nach wie vor tech-

begannen. 8,2 % mehr als im Vorjahr.

frau steht bei ihnen erst auf Platz 19. eine Ausbildung in einem Pflegeberuf

der Wahl steht.

tragsabschlüsse (2019) im Ausbildungsbereich.

nische Berufe an erster Stelle. Allen voran Seit 2009 ist die Zahl somit um 25 %

Das Statistische Und so Bundesamt sieht das Ranking veröffentlichte aus: in der diesem Kfz-Mechatroniker, Jahr die Zahl der Vertragsabschlüsse es folgenden der (2019) gestiegen. im

Das Ausbildungsbereich. Bundesamt entschlüsselte Und so sieht die das Ver-

Ranking Fachinformatiker aus: und der Elektroniker.

Ausbildungsberuf Anzahl %

1 Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel 26.109 5,1

2 Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement 26.061 5,1

3 Kraftfahrzeugmechatroniker/in 22.113 4,3

4 Verkäufer/in 21.360 4,2

5 Industriekaufmann/-kauffrau 16.899 3,3

6 Fachinformatiker/in 16.212 3,2

7 Medizinische(r) Fachangestellte(r) 16.176 3,2

8 Elektroniker/in 14.340 2,8

9 Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik 12.918 2,5

10 Kaufmann/Kauffrau im Groß- und Außenhandel 12.714 2,5

11 Industriemechaniker/in 12.615 2,5

12 Zahnmedizinische(r) Fachangestellte(r) 12.255 2,4

13 Fachkraft für Lagerlogistik 10.572 2,1

14 Bankkaufmann/-kauffrau 9.048 1,8

15 Friseur/in 9.042 1,8

16 Mechatroniker/in 8.565 1,7

17 Hotelfachmann/-fachfrau 8.142 1,6

18 Tischler/in 7.893 1,5

19 Koch/Köchin 7.800 1,5

20 Elektroniker/in für Betriebstechnik 7.062 1,4

75 % der Anfänger sind weiblichen Geschlechts.

Aber die Männer holen auf:

2009 lag dieser Wert bei 19 %, jetzt immerhin

schon bei 25. Mit 41 % hat dabei

besonders die Altenpflege in den Jahren

von 2009 bis 2019 einen starken Zuwachs

zu verzeichnen.

Gute Verdienstchancen

Wenn es darum geht, in welchem Beruf

man später richtig gut verdienen kann,

kommt es natürlich stark auf die Neigung

und das Talent an, manchmal auch

auf die körperliche Konstitution. Gut

verdienen kann man auf jeden Fall als

26 Das

- WOLL

Bundesamt

Elternratgeber

entschlüsselte die Vertragsabschlüsse auch anhand der Geschlechterverteilung. Und

die sieht immer noch recht traditionell aus: Mädchen haben sich meist für das Büromanagement, den

Beruf der Medizinischen Fachgestellen oder für eine Ausbildung im Einzelhandel entschieden.


Elektroniker

für Betriebsoder

Automatisierungstechnik,

aber man

muss schon recht technikaffin

sein. Bei Berufen in Richtung Informatik

kommt man ohne das Interesse an

mathematischen Zusammenhängen und

guten Englischkenntnissen nicht aus.

Auch der Straßenbauer verdient nicht

schlecht, muss aber auch kräftig zupacken

können. Ach ja, der Bankkaufmann bzw.

die Bankkauffrau ist finanziell recht gut

gestellt. Aber wie gesagt – auch diese Art

von Tätigkeit muss einem liegen.

Ehre, wem Ehre gebührt

Bei einer Forsa-Umfrage aus dem Jahre

2019 ging es darum, welche Berufe in

der Bevölkerung ein besonderes Ansehen

genießen. Spitzenreiter: der Feuerwehrmann!

Ihm folgen Arzt, Kranken- und

Altenpfleger. Danach die Polizisten und

Erzieher – noch vor dem Richter.

Dann ein Platz, der schon für Verwunderung

sorgt: Wenn es um das Ansehen

geht, liegt der Beruf des Müllmanns noch

vor dem des Piloten und Hochschulprofessors!

Berufe im Trend

Die vielen Veränderungen in unserem

Alltagsleben, die Globalisierung und Digitalisierung

machen sich auch bei den

Berufen bemerkbar. Von der Homepage

gehalt.de wurde vor Kurzem eine Liste

der „Trendberufe“ veröffentlicht. Performance-Marketing-Manager

im Social

Commerce, Cloud-Architekten und

Pflegefachkräfte in der Beatmungs- und

Intensivpflege sind demnach besonders

nachgefragt.

Und wer sich (noch) nichts darunter vorstellen

kann: Cloud-Architekten kümmern

sich um die Vernetzung und Verwaltung

der komplexen Cloud-Strukturen,

die für den Homeoffice-Bereich immer

wichtiger werden. Der Performance-Marketing-Manager

hat besonders mit dem

Social Commerce zu tun, also dem Verkauf

über Social-Media-Plattformen.

Aufgrund der jüngsten Entwicklungen

hat sich gezeigt, dass verstärkt Pflegefachkräfte

in der Intensivpflege, Laborassistenten

und Virologen benötigt werden.

Zukunftsfähig sind demnach auch Berufe

in der Lebensmitteltechnik und Spieleentwicklung.

Die meisten davon können

auch ohne Studium erlernt werden. ■

Pflegeberufe – immer wichtiger und immer beliebter

WOLL Elternratgeber - 27


Die Digitalisierung wird in Zukunft

alle Branchen verändern.

Wie die Digitalisierung die Ausbildung verändert

Sonja Nürnberger

DIGITAL IN DIE ZUKUNFT

Die Digitalisierung schreitet stetig voran. Das

merkt man in vielen Bereichen des Lebens und

wirkt sich natürlich auch auf die Berufsausbildung

aus: Bewerbungsabläufe, Lernmethoden und

Arbeitsfelder verändern sich oder werden neu geschaffen.

Die jungen Leute und auch die Betriebe müssen

sich anpassen.

Schon für die Suche nach der richtigen Ausbildungsstelle

ist digitales Knowhow gefragt – zur Zeit mehr denn je. Die

Agentur für Arbeit hat sich in den vergangenen Monaten an

die veränderte Situation angepasst und vermehrt digitale Angebote

für Ausbildungsstellensuchende geschaffen: Berufsberatung,

Berufsfelderkundungstage, die Aktionswoche der

Ausbildung, Elterncafés oder Podcasts – alles online.

Bewerbungen über Onlineportale

Digitale Skills sind einfach unerlässlich: Bewerbungen

werden digital verschickt oder über ein unternehmenseigenes

Onlineportal – teilweise mit digitalem Eignungstest

– versendet. „Am Ende ist die heutige Bewerbung nichts

anderes als die frühere – nur eben digital“, so Torsten Milinski,

Berufsberater der Agentur für Arbeit an den Gymnasien

im Arnsberger Raum. „Auch Bewerbungsgespräche,

die per Videotelefonie stattfinden, müssen am Ende genauso

ernst genommen werden, wie die in Präsenz. Ein ordentliches

Auftreten und Redebereitschaft vor der Kamera werden

ganz selbstverständlich vorausgesetzt.“

Vor allem müssen die Ausbildungsstellensuchenden ganz

genau wissen, auf welchen Beruf sie sich bewerben. Denn

manchmal ist es gar nicht mehr so eindeutig, was hinter

welcher Berufsbezeichnung steckt. Manche Berufsfelder

haben sich durch die Digitalisierung drastisch verändert,

manche sind weggefallen und manche ganz neu entstanden.

Andreas Canisius, Teamleiter in der Berufsberatung bei der

Agentur für Arbeit Meschede-Soest, weiß: „Es ist wichtig,

dass man sich nicht nur die altbekannten Berufe anschaut,

sondern auch ganz gezielt die neuen, die vielleicht viel besser

zu den eigenen Interessen passen.“ Torsten Milinski ergänzt:

„Jugendliche, die das Digitale nicht nur zum Spielen nutzen,

haben nun große Vorteile. So wie früher ein Tastaturschreibkurs

erwartet wurde, wird heute vorausgesetzt, dass die Bewerber

beispielsweise MS Office beherrschen.“ Das wird

jedoch nicht immer in der Schule vermittelt und so ist auch

Eigeninitiative gefragt.

Vorteile für Schule und Arbeitsplatz

Gerade während der Pandemie zeigt sich, wie hilfreich die

Digitalisierung ist, wenn es etwa um ortsunabhängiges Ar-

28 - WOLL Elternratgeber


„So wie früher ein Tastaturschreibkurs

erwartet wurde, wird heute vorausgesetzt,

dass die Bewerber beispielsweise

MS Office beherrschen.“

- Torsten Milinski

AZUBIS

GESUCHT

HANDS-ON

TROTZ

A B S T A N D

beiten und Lernen geht. „Wir arbeiten schon länger mit einem

komplett papierlosen Büro. So ist der Zugriff schneller

und jederzeit möglich, was den Arbeitsalltag enorm

erleichtert“, erzählt Melanie Süggeler, Auszubildende als

Industriekauffrau bei JUMA. Auch Denis Weigel, der

eine Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration

absolviert, meint: „Dadurch, dass wir ein zentrales

IT-System haben, in dem alle Anfragen zu finden sind,

die bislang abgewickelt wurden, und zusätzlich mit einer

Art internem Wiki ausgestattet sind, in dem alle Prozesse

abgespeichert sind, ist es auch für einen Auszubildenden

beinahe von Anfang an möglich, komplett selbstständig

zu arbeiten.“

Noah Kunisch, Auszubildender als Industriekaufmann,

erzählt: „Ich habe mein Notebook und kann es überall im

Betrieb anschließen. Einen festen Arbeitsplatz brauche ich

nicht mehr.“ Diese Vorteile, die durch die Digitalisierung

entstehen, gelten aber natürlich nicht nur für den Arbeitsplatz,

sondern auch für die Berufsschule. Neue digitale

Lernmittel wie Lernvideos, spezielle Apps oder Plattformen

werden spätestens seit dem vergangenen Jahr überall

eingesetzt. „Wir nutzen in der Schule digitale Tools wie

MS Teams oder One Note, auf die jeder jederzeit und von

überall Zugriff hat. Dort können Dinge noch einmal nachgelesen

werden und auch die Kommunikation zwi schen

Schülern und Lehrern ist damit an vielen Stellen einfacher

und schneller geworden ist.“ Die dafür benötigten digitalen

Tools und Devices werden von Schule und Arbeitgeber

zur Verfügung gestellt.

Die Digitalisierung wird in Zukunft alle Branchen verändern.

„Sie schreitet jetzt unaufhaltbar voran. Auch die

Generation, die immer noch das Ruder in der Hand hält,

hat erkannt, dass es kein Zurück mehr gibt“, so Torsten

Milinski. „Wenn die jungen Leute da am Ball bleiben und

sich auch eigenständig fortbilden, sind sie auf einem guten

Weg. Der junge Weg der Digitalisierung wurde endlich

eingeschlagen. Und er geht hoffentlich auch weiter.“ ■

OHRMANN MONTAGETECHNIK steht seit über 30 Jahren für

innovativen Sondermaschinenbau. Mit rund 180 Mitarbeitern

stellen wir am Standort in Möhnesee Montagemaschinen für

Armaturenhersteller, die Automobil- und Elektroindustrie sowie die

Medizintechnik her.

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TECHNISCHER PRODUKTDESIGNER (m/w/d)

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Weitere Informationen zu unseren Ausbildungsberufen findest Du

auf unserer Homepage www.ohrmann.de in der Rubrik Karriere.

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WOLL Elternratgeber - 29


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Schon als Kind war der 25-jährige Fabian

Hömberg von Technik fasziniert

DER MIX MACHT’S

Aus- und Weiterbildung im öffentlichen

Dienst beim Landesbetrieb Straßen NRW

Spannend und kommunikativ, teamorientiert

und eigenverantwortlich, kreativ und zukunftssicher

– das sind die Beschäftigungsmöglichkeiten

beim Landesbetrieb Straßenbau NRW. Aber was macht

überhaupt der Landesbetrieb Straßenbau NRW? Kurz

gesagt, plant, baut und betreibt er die Bundes- und

Landesstraßen. „In unserer Regionalniederlassung,

die die Kreise Höxter, Paderborn, Soest und den Hochsauerlandkreis

(HSK) umfasst, sind das allein für die

beiden letztgenannten 414 Kilometer Bundesstraßen

und 1059 Kilometer Landesstraßen“, berichtet Sven

Koerner, Leiter der Niederlassung Sauerland-Hochstift.

Hinzu kommen die zugehörigen Radwege. Mehr als 400

Mit arbeiter*innen in Innen- und Außendienst kümmern

sich darum, das Straßen- und Radwegenetz zu

unterhalten. Zum Innendienst gehören Planungs- und

Bauingenieure*innen sowie Kollegen, die sich mit der

Vermessung, dem Betrieb der Straßen und dem Verkehr

beschäftigen. Zudem sorgen an acht Standorten unsere

Straßenwärter*innen für eine sichere und ordnungsgemäße

Straße. Junge, motivierte Menschen in spannenden

Berufsfeldern auszubilden, hat sich der Landesbetrieb

ebenfalls zur Aufgabe gemacht.

erfolgreich abgeschlossen. Seitdem ist er in der Planung

am Standort Meschede tätig. „In der Ausbildung habe ich

das Arbeiten mit verschiedener Software gelernt und habe

verschiedene Abteilungen durchlaufen“, erklärt er. Als

Grundlage hat Floren in seiner Lehrzeit nicht nur Vermessungsarbeiten

durchgeführt oder Straßen- und Verkehrsführungen

errechnet. Auch das Erstellen von Gelände- und

Entwurfsplänen für Straßen, Bauwerke, Geh- und Radwege

standen auf dem Plan. „Radwege sind heute mein Spezialgebiet“,

erklärt der 31-Jährige. „Aber ich arbeite auch

an Ausschreibungen mit, stelle Kostenberechnungen auf

oder schaue mal bei laufenden Baumaßnahmen vorbei –

die Abwechslung ist es, die meinen Job ausmacht“, weiß er.

Seit kurzem bietet die Regionalniederlassung Sauerland-Hochstift

auch ein Duales Studium zum Bauingenieurwesen/Bauzeichner*in

an.

„Mein Traum ist es, als Bauleiter die

unterschiedlichen Baustellen zu überwachen

und zu koordinieren“

„Radwege sind heute mein Spezialgebiet“,

sagt Marvin Floren

Abwechslungsreich – der Ausbildungsberuf als

Fachkraft für Straßen und Verkehrstechnik

Seine Ausbildung zur Fachkraft für Straßen- und Verkehrstechnik

hat Marvin Floren bereits vor sieben Jahren

30 - WOLL Elternratgeber


„Als Kind war Legotechnik meine große Leidenschaft“,

erklärt Fabian Hömberg. Die Technik-Faszination hat den

25-jährigen im Berufsleben immer begleitet. Und so wundert

es nicht, dass der gebürtige Lennestädter heute als Bauingenieur

in der Abteilung Betrieb & Verkehr bei Straßen.

NRW tätig ist. „Nach dem Abitur wusste ich nicht, was ich

werden wollte und hatte meinen Fokus zunächst auf eine

Ausbildung gelegt“, erläutert Hömberg. Ein Hinweis aus

dem Bekanntenkreis ließ ihn umschwenken. Er begann vor

rund vier Jahren sein Duales Studium zum Bauingenieur/

Bauzeichner bei Straßen.NRW. An vier unterschiedlichen

Ausbildungsstätten, der Regionalniederlassung Südwestfalen,

der Berufsschule und der Uni Siegen sowie einem

externen Ausbildungszentrum lernte Hömberg nicht nur

in Fächern wie Statik, Straßenbautechnik oder Bauchemie

wichtige Grundlagen für den späteren Berufsalltag. Auch

der praktische Anteil kam mit Einsätzen auf Baustellen, in

der Bauüberwachung oder Planung nicht zu kurz. Hinzu

kamen die Ausbildungsphase mit dem Berufsabschluss des

Bauzeichners sowie die praxisnahen Ausbildungsteile im Bildungszentrum

mit den berufsnahen Handwerkstätigkeiten

von Maurer, Schreiner und Co. „Ich würde das duale Studium

jedem empfehlen, der technisches Interesse, mathematisches

und naturwissenschaftliches Verständnis und Spaß an

allen Bereichen des Bauwesens hat“, so der Hobby-Mountainbiker.

Bevor Floren und Hömberg überhaupt mit ihrer Planung

beginnen können, benötigen sie die Daten des örtlichen

Geländes. Eine Aufgabe, die der Vermessungsbereich des

Landesbetriebs Straßenbau NRW übernimmt und eine Vielzahl

von Ausbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten bietet.

An erster Stelle steht der Ausbildungsberuf des Vermessungstechnikers.

Eine Aufgabe, die der Vermessungsbereich

des Landesbetriebs übernimmt. Auch hier gibt es eine Vielzahl

von Ausbildung- und Entwicklungsmöglichkeiten.

Gerade Technik begeisterte junge Menschen kommen voll

auf ihre Kosten. Denn mit hochmodernen Geräten wie

Tachymeter, Satelliten gestützten Empfängern, Laserscannern

und innovativen Vermessungsdrohnen können sie die

Umgebung aus einem neuen Blickwinkel erfassen. „Vom

Ausbildungsberuf des Vermessungstechnikers über das duale

Studium mit Fachrichtung Vermessungswesen bis hin zur Inspektorenausbildung

im Vermessungsbereich – hier ist einiges

möglich“, weiß Koerner.

Theorie und Praxis vereint –

der Ausbildungsberuf Straßenwärter*in

Reizvoll ist es für viele auch, die Straßen und Wege in

Schuss zu halten. Der abwechslungsreiche Beruf als Straßenwärter*in

kann im Landebetrieb in einer dreijährigen Ausbildung

erlernt werden. „Ich wollte immer einen Job, in

dem ich praktisch und draußen arbeiten kann“, erklärt Jan

Rademacher, Auszubildender als Straßenwärter. Sein Traum

hat sich erfüllt. Der 16-Jährige ist im ersten Ausbildungsjahr

und erlernt die theoretischen Grundlagen der Baustoffkunde

und Geometrie in der Berufsschule. Daneben erlangt er

die praktischen Fertigkeiten in seinem Berufsalltag auf der

Straße sowie in Fortbildungs kursen für einzelne Hand werke,

wie zum Beispiel des Gärtner- oder Maurer-Handwerks.

Von Pflasterarbeiten über den Umgang mit Beton und Asphalt

über die Grünpflege bis hin zum Großgeräteeinsatz

von Baggern und Bankettfräsmaschinen, sein Job ist zu jeder

Jahreszeit von Abwechslung geprägt. „Heute kleine Ausbesserungsarbeiten,

morgen Grünschnitt oder ein plötzlicher

Wintereinbruch – das ist das Spannende an meiner Ausbildung

als Straßenwärter“, fasst Rademacher zusammen. ■

Vom Ausbildungsberuf des Vermessungstechnikers

bis zur Inspektorenausbildung

im Vermessungsbereich

Jan Rademacher, Auszubildender

zum Straßenwärter

Regionalniederlassung Sauerland-Hochstift

Lanfertsweg 2 | 59872 Meschede

Telefon: 0291-298-108

E-Mail: BEWERBUNG.RNL.SH@STRASSEN.NRW.DE

www.nrw-verbinden.de

WOLL Elternratgeber - 31


Ingo Maschoty, Maria Büse-Dallmann und Andreas Kremer (v. l.).

„ES GIBT NIEMANDEN,

DER NICHTS KANN“

Mit KAoA Perspektiven aufzeigen und Kompetenzen entfalten:

Berufliche Orientierung ein Kernbereich an NRW-Schulen

Paul Senske

S. Droste

J

unge Menschen frühzeitig

auf lebenslanges Lernen vorbereiten,

berufliche Perspektiven

aufzeigen und vor allem

Kompetenzen erkennen und entfalten:

Die Berufliche Orientierung

nimmt an allen NRW-Schulen der

Sekundarstufe I und II inzwischen

eine überragende Rolle ein, hat

große gesellschaftliche Relevanz und

macht die Schulen lebensnäher und

lebendiger. Mit der NRW-Landesinitiative

„Kein Abschluss ohne Anschluss

– Übergang Schule - Beruf in

NRW“ (KAoA) ab der 8. Klasse aller

Schulformen, wurde ein einheitliches

und effizientes Übergangssystem

von der Schule in Ausbildung und

Studium geschaffen. Ein Schwerpunkt

ist die Steigerung der Attraktivität

der dualen Ausbildung.

„Die jungen Menschen sollen bei der

Beruflichen Orientierung so früh wie

möglich in den Schulen unterstützt

werden“, sagt Maria Büse-Dallmann,

Leitende Regierungsschuldirektorin

bei der Bezirksregierung Arnsberg.

„Sie sollen ihre Kompetenzen, Talente

und Ressourcen erkennen. Ihnen sollen

Wege der dualen Ausbildung, des

Studiums und berufliche Perspektiven

aufgezeigt werden. Dabei geht es um

die Entfaltung der eigenen Persönlichkeit

und auch um Wertschät -

z ung für Berufe und Tätigkeiten jeder

Art.“ Ingo Maschoty, Fachberater der

„Koordinierungsstelle Berufliche Orientierung“

der Arnsberger Behörde,

die gemeinsam mit den zwölf Kommunalen

Koordinierungen den KAoA-Prozess

begleitet und unterstützt,

bezeichnet den Ansatz so: „Für die

Jugendlichen ist es wichtig, den Blick

darauf zu werfen, was er kann. Denn

egal, welche berufliche Ausbildung er

macht, sie ist immer der Startpunkt in

eine erfolgreiche Karriere. Es gibt nur

den richtigen individuellen Weg.“ Für

Dezernent Andreas Kremer, zuständig

für die Gesamt- und Sekundarschulen

32 - WOLL Elternratgeber


im Kreis Olpe und Siegen-Wittgenstein,

steht fest: „Es gibt niemanden,

der nichts kann.“

KAoA bei der Bezirksregierung

hoch angesiedelt

Das Landesvorhaben KAoA, 2011

vom Ausbildungskonsens NRW

(„Jeder junge Mensch in NRW, der

ausgebildet werden will, wird ausgebildet“)

ins Leben gerufen, ist bei

der Bezirksregierung hoch angesiedelt

und wird gemeinsam mit den kommunalen

Akteuren mit großem Engagement

umgesetzt. Die rasche Integration

aller Jugendlichen mit und

ohne Förderbedarf in Ausbildung, Arbeitswelt

oder Studium ist gerade vor

dem Hintergrund des Fachkräftemangels

von großer Bedeutung. „Mit dem

Elternhaus und der Schule gibt es zwei

Leitplanken für die Entwicklung der

Jugendlichen. Den größten Einfluss

haben die Eltern, die Schule berät

und informiert“, so Maria Büse-Dallmann.

„Die Einbindung der Eltern in

den Prozess der Beruflichen Orientierung

ist für uns elementar.“

Mit KAoA geht NRW neue Wege.

„Ein Lebensweltbezug und damit auch

die Arbeitswelt ist eine Grundlage für

jeden Unterricht“, betont Andreas

Kremer. „Die Berufliche Orientierung

mit Erkennen und Entwicklung von

überfachlichen Kompetenzen ist

Querschnitts- und Gemeinschaftsaufgabe

für alle Schulfächer, in denen

auch diese Kompetenzen vermittelt

werden.“ Wichtig seien soziale Kompetenzen.

„In allen Unterrichtsfächern

werden auch soziale Kompetenzen

(Teamgeist, Fairness …) entwi ckelt,

die im Berufsleben wichtig sind.

Und der Besuch eines Bauernhofes

im Erdkundeunterricht der 5. Klasse

beinhaltet auch erste Einblicke in die

Lebens- und Arbeitswelt“, so Kremer.

Für die Berufliche Orientierung gibt

es an jeder Schule eine Koordinatorin

bzw. einen Koordinator (StuBo) oder

ein Stubo-Team.

Potenzialanalyse ist

wichtige Säule

Der Berufsorientierungs-Prozess an allen

Schulen ab der Klasse 8 ist strukturiert,

standardisiert und verbindlich.

Nach der Elterninformation startet der

Prozess mit einer Potenzialanalyse der

Schülerinnen und Schüler. Sie findet

eintägig bei außerschulischen Bildungsträgern

statt. In der Analyse werden

persönliche Potenziale wie Motivation

oder Leistungsbereitschaft, praktische

Kompetenzen (Handgeschicklichkeit,

Sprachkompetenz), methodische

im Finanzamt

Bei uns

bekommst Du beides.

Ausgezeichnete berufliche Perspektiven

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MEHR INFOS:

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Ausbildung Finanzwirt/in (m/w/d)

Ausbildungsbeginn September 2022

Wir erwarten:

Fachoberschulreife oder einen

vergleichbaren Bildungsabschluss

Wir bieten:

• eine zweijährige duale Ausbildung im

Finanzamt kombiniert mit Unterricht

an der Landesfinanzschule NRW

in Wuppertal oder Bonn

• berufliche Sicherheit

• mtl. Ausbildungsbezüge

von ca. 1.300,- Euro

MEHR INFOS:

PLUS VIDEOS

Studium Diplom-Finanzwirt/in FH (m/w/d)

Studienbeginn September 2022

Wir erwarten:

Allgemeine Hochschulreife

oder Fachhochschulreife

Wir bieten:

• ein dreijähriges duales Studium

an der Hochschule für Finanzen NRW

in Nordkirchen, Hamminkeln oder Herford –

mit Praxisteilen im Finanzamt

• berufliche Sicherheit

• mtl. Ausbildungsbezüge von ca. 1.350,- Euro

auch während der Studienzeiten

WOLL Elternratgeber - 33

Erwünscht sind auch Bewerbungen von Schwerbehinderten und ihnen gleichgestellten Menschen. Diese Ausschreibung wendet sich ebenfalls ausdrücklich an Menschen

mit Migrationshintergrund. Du solltest im Zeitpunkt der Einstellung eine Staatsangehörigkeit eines EU-Staates bzw. eines Staats mit einem EU-Rechtsabkommen besitzen.


„Unabhängig von Corona ist eine Ausbildung auch in den nächsten

Jahren eine der besten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Berufseinstieg

und ein sicheres berufliches Weiterkommen. Weniger junge

Leute und mehr Ältere, die in Rente gehen, führen gerade in den Kreisen

Hochsauerland, Soest und Olpe im Vergleich mit anderen Regionen

zu besonders guten Chancen, einen Ausbildungsplatz zu finden. Ausbildungsbetriebe

einerseits und Schülerinnen und Schüler andererseits

sollten alle Möglichkeiten nutzen, sich gegenseitig kennenzulernen und

vorzustellen zum Beispiel auch durch Praxisphasen in den Betrieben oder

durch Videokonferenzen. Die Betriebe können dem Fachkräftemangel

entgegenwirken, wenn sie sich mit ihren beruflichen Angeboten den jungen

Nachwuchskräften präsentieren, sich um sie bemühen und den Wert

der dualen Ausbildung oder eines dualen Studiums

Hans-Josef Vogel, Regierungspräsident Arnsberg

aufzeigen.“

Potenziale (strukturiertes Vorgehen

oder Aufgabenverständnis) und soziale

Potenziale wie Team- und Kommunikationsfähigkeit

beobachtet.

Die Potenzialanalyse wird durch die

Schule vor- und nachbereitet. Die

Eltern und die Bundesagentur für

Arbeit werden miteinbezogen. Die

Ergebnisse sind Grundlage für den

weiteren Prozessverlauf. Dieser wird

mit einer dreitätigen betrieblichen

Berufsfelderkundung in mindestens

drei Berufsfeldern fortgesetzt. „Die

Schülerinnen und Schüler schnuppern

in der Berufswelt“, betont Maria

Büse-Dallmann. „Sie erhalten erste

praxisnahe Einblicke.“

Als weitere Stufe folgt in der Jahrgangsstufe

9 oder auch 10 ein zweibis

dreiwöchiges Betriebspraktikum

in Betrieben, Verwaltung oder Institutionen.

Es besteht zudem die

Möglich keit eines zweiten verbindlichen

Schülerbetriebspraktikums,

die Ent scheidung darüber fällt die

Schulkonferenz. Weitere Kurzzeit-

praktika sind an allen Schulformen

möglich. Schülerinnen und Schüler

mit gymnasialer Oberstufe können

ein Praktikum durchführen,

das akade mische Berufsfelder oder

entspre chend ge eignete duale Ausbildungskurse

in den Blick nimmt.

Jugendliche mit Handicaps können

an Praxiskursen teilnehmen und die

KAoA-STAR-Angebote nutzen, die

sie entsprechend ihrer individuellen

Bedarfe begleiten.

Konkrete

Anschlussvereinbarung

Der Prozess wird mit der Erarbeitung

einer individuellen Anschlussperspektive

abgeschlossen. Diese wird mit einer

konkreten Anschlussvereinbarung

dokumentiert. Ein „persönlicher und

zugleich wichtiger Begleiter“ im Orientierungsprozess

der Jugendlichen ist

der Berufswahl-Pass, ein Ordner mit

farbigen Registerblättern. Er ist ein

wichtiges Informations-, Planungsund

Dokumentations-Instrument,

mit dem die Jugendlichen ihr Lernen

eigenverantwortlich gestalten und

sich vor allem ihr Kompetenz-Profil

bewusst machen. Er richtet sich auch

an die Eltern.

Kein Abschluss ohne Anschluss:

KAoA gilt inzwischen als Erfolgsmodell

mit Vorbildcharakter in den unterschiedlichen

(Aus-)Bildungswegen.

„Wir haben in NRW vor dem Hintergrund

des lebenslangen Lernens

ein hervorragendes Bildungssystem

mit vielen Säulen, Übergängen und

großer Durchlässigkeit“, sagt Andreas

Kremer. „Vor allem wegen der dualen

Ausbildung werden wir weltweit beneidet.“


34 - WOLL Elternratgeber


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Raumklima bei minimalem Energieverbrauch zu erreichen.

Unsere führenden Marken IMI Pneumatex, IMI TA und

IMI Heimeier wurden bereits in über 100.000 Bauprojekte

weltweit eingesetzt. Wir bieten Produkte und Lösungen in

drei Schlüsselbereichen: Druckhaltung und Wasserqualität,

Einregulierung, Regelung und Stellantriebe sowie thermostatische

Regelung. Seit 1995 gehört das Unternehmen zur

britischen IMI-Gruppe, die etwa 11.000 Mitarbeiter beschäftigt.

In der Sparte Hydronic ziehen wir unsere Stärke

aus über 2.000 talentierten Mitarbeitern, die in mehr als 34

Ländern vertreten sind und somit ein reichhaltiges und vielfältiges

Umfeld für Teamarbeit und Entwicklung bieten.

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Wir suchen Schulabgänger*innen, die genau so sind wie wir:

engagiert, lernbereit, motiviert, offen und verantwortungsbewusst.

Je nach Berufssparte sollten Bewerber*innen mit

einem gutem Schulabschluss Interesse an Technik bzw. an

betriebswirtschaftlichen Themen mitbringen. Fremdsprachenkenntnisse

sind wünschenswert, da wir regelmäßig

auch mit unseren internationalen Teams in Kontakt treten.

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Im Jahr 2021/ 2022 bieten wir an unserem Standort in Erwitte

Ausbildungsplätze an, und zwar für folgende Berufe:

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Schleiftechnik und Automatendrehtechnik

• Produktionstechnologe (m/w/d)

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Während der gesamten Ausbildung erfolgt eine intensive

Betreuung. Durch die „Welcome Tage“ lernen alle Berufsstarter*innen

unser Unternehmen, die Produkte und wichtige

Ansprechpartner gleich zu Beginn kennen. Regelmäßig

tauschen sich unsere Azubis auch untereinander aus. Ein/e

Pate*in aus höherem Ausbildungsjahr betreut bei Fragen und

Herausforderungen. Während der gesamten Ausbildung

nehmen unsere Auszubildenden aktiv an verschiedenen Projekten

und Aktionen teil.

Eine Ausbildung bei IMI Hydronic Engineering ist von

Anfang an spannend. Also starte Deinen Berufsweg bei

uns und geh mit uns in die Zukunft! Als Mitglied der

Charta der Vielfalt haben wir uns der Diversität verschrieben

und freuen uns über Bewerbungen von Angehörigen jeden

Geschlechts. ■

WOLL Elternratgeber - 35


Duales Studium mit guten

Studienbedingungen und

Übernahme-Chancen

Praxisbezug

ist größter

Pluspunkt

Paul Senske

FH SWF/Michael May

ist ein Modell mit wertvoller Mischung aus

akademischem Wissen und praktischer

Es Unternehmenserfahrung: Das duale Studium

mit rund 1.500 Studiengängen an bundesweit

über 200 Hochschulen erlebt einen regelrechten Boom

und gilt als eines der Erfolgsmodelle der Bildungslandschaft.

Größer Pluspunkt ist der Praxisbezug für die

Studierenden - und für die Arbeitgeber, die frühzeitig

Fach- und Führungskräfte an sich binden können.

Nach dem Studium wechseln 90 Prozent der Absolventen

direkt in den Beruf.

Die Studiengänge beim dualen Studium beziehen sich primär

auf die Bereiche Technik, Wirtschaft und Gesundheitswesen.

Das duale Studium wird an Universitäten, (Fach-) Hochschulen,

Dualen Hochschulen und Berufsakademien angeboten.

Grundsätzlich ist das Studium mit Bachelor-Abschluss

angelegt. Wenige Hochschulen bieten auch ein

duales Masterstudium an. Die Studiengänge beziehen sich

primär auf die Bereiche Technik, Wirtschaft und Gesundheitswesen.

Kunst-, Geistes- und Naturwissenschaften

sind kaum vorhanden. BWL, Wirtschaftsingenieurwesen,

Pflegema nagement, Maschinenbau, Bauingenieurwesen,

Tourismusmanagement und soziale Arbeit werden bevorzugt

studiert. BWL ist mit 101 dualen Studiengängen

an 68 Hochschulen offensichtlich der Renner.

Fachhochschule Südwestfalen bietet

duales Studium an

Im Prinzip ist das Studium mit zwei Abschlüssen vorgesehen:

Bachelor und die berufliche Ausbildung. Die gängigste

Form ist das ausbildungsintegrierende duale Studium

mit der Parallelität von Studium und beruflicher Ausbildung

mit Abschluss. Beim praxisintegrierenden dualen

Studium absolviert der Studierende ein Langzeitpraktikum

in einem Betrieb. Der Nachteil: Er erreicht neben

dem Bachelor keinen zusätzlichen Berufsabschluss. Eine

dritte Möglichkeit ist das berufsintegrierende duale Studi-

36 - WOLL Elternratgeber


um. Der Student ist bereits berufstätig. Der Berufsalltag ist

fester Bestands teil des Studiengangs, der zum beruflichen

Aufgabenpro fil passt. Die zeitliche und finanzielle Unterstützung

durch den Arbeit geber bildet den Unterschied

zum nebenberuflichen Studiengang und zum klassischen

Fernstudium. Die Fachhochschule Südwestfalen bietet an

ihren Standorten in Meschede und Soest das ausbildungsund

praxisorientie rende duale Studium an.

Studium mit Ausbildungs- oder Praktikumsvertrag

Die Voraussetzungen für ein duales Studium sind Abitur

und Fachabitur. Aber auch ohne diese Voraussetzungen

kann man studieren. Eine abgeschlossene Berufsausbildung

mit mindestens dreijähriger beruflicher Tätigkeit,

der Meisterbrief, der Abschluss als Techniker oder Betriebswirt

und ähnliche Fortbildungsabschlüsse öffnen

ebenfalls den Zugang. Die Studierenden bewerben sich in

der Regel bei den Betrieben, die Partnerschaften mit den

Hochschulen unterhalten. Wichtig für die Zulassung ist

ein Ausbildungs- bzw. Praktikumsvertrag.

Das größte Plus des dualen Studiums ist der enge Praxisbezug

und die damit verbundene früh erworbene Berufserfahrung.

90 Prozent der Studierenden werden übernommen bzw. bleiben

im Unternehmen. Die Studienbedingungen sind gut.

Überfüllte Hörsäle wie beim Vollstudium sind selten. Die

Finanzierung ist durch den Arbeitgeber gesichert. Durch die

Doppelbelastung lernen die Studierenden unter Druck zu

arbeiten, sich selbst gut und zielgerichtet zu organisieren und

wechselnde Bedingungen im Beruf und Studium zu lösen.

Semesterferien gibt es nicht

Auf der anderen Seite können die komprimierte Wissensvermittlung

mit straffen Stundenplänen und der hohe Arbeitsaufwand

auch belastend sein, zumal es keine Semesterferien

gibt, sondern nur den „normalen Urlaub“. Durch die frühe

Festlegung auf einen Arbeitsbereich und die daraus resultierende

„Einengung“ fehlt zudem der befreiende Blick über den

Tellerrand hinaus. Auch ein Abbruch des Studiums kann zu

Problemen führen. Der Arbeitgeber könnte zum Beispiel die

von ihm übernommenen Studiengebühren zurückfordern. ■

Noëlle B.

Auszubildende aus Siegen

„Ich bin unglaublich glücklich, eine

Ausbildung bei der BA zu machen.

Hier gibt es tolle Entwick lungs- und

Aufstiegsmöglichkeiten für mich!“

Ausbildung oder duales Studium

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WOLL Elternratgeber - 37


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Josefsheim

Bigge

Josefsheim Bigge

Ausbildung im Bereich Wohnen

oder in den Werkstätten

Britta Melgert

S. Droste

Ein erfüllter Berufsweg, für Menschen da sein, etwas bewirken können, Vielfältigkeit und Sinn im Leben – Gedanken,

die heute wie selten zuvor die Entscheidung für die angestrebte berufliche Laufbahn beeinflussen. Eine

Perspektive dafür bietet sich im Josefsheim Bigge.

Andrea Asshauer, Ausbildungskoordinatorin für die Unternehmensstandorte

in Lipperode, Sundern und Olsberg-Bigge,

kennt die Wege, wie der Start ins Josefsheim-Berufsleben

gelingt.

„Klassische Berufsausbildungen wie Erzieher:in, Sozialassistent:in

oder Heilerziehungspfleger:in

spielen bei uns eine wichtige Rolle. Als

Dienstleister für Menschen mit Behinderungen

bieten wir zudem

Praktikas/ Stellen im Rahmen der

Fachoberschule, des Bundesfreiwilligendienstes

(BfD), im Freiwilligen

Sozialen Jahr (FSJ) oder als Anerkennungsjahr bei

schulischen Ausbildungen. Die Möglichkeiten BfD und FSJ

sind ideal für junge Menschen, die beispielsweise Wartezeiten

nach dem (Fach-) Abitur sinnvoll überbrücken oder die

berufliche Entscheidung in einer Orientierungsphase reifen

lassen möchten. Oftmals erfolgt dann das „JA“ zur anschließenden

Ausbildung im Josefsheim Bigge,

einem der größten sozialen Arbeitgeber in

Südwestfalen.“ Andrea Asshauer, die als

langjährige Abteilungsleiterin im Bereich

der Werkstatt für behinderte

Menschen viele jungen Menschen

in ihre berufliche Professionalität

38 - WOLL Elternratgeber


egleitet hat, fügt hinzu: „Natürlich ist jede Ausbildungsund

Kennlernmöglichkeit individuell abstimmbar und in der

Dauer variabel. So bieten wir die Möglichkeit, unser Unternehmen

während eines Praktikums in Lipperode, Sundern

oder Olsberg-Bigge in wenigen Wochen oder in drei bis zwölf

Monaten kennenzulernen.“

Josefsheim gGmbH

Eine zukunftsorientierte Ausbildung erklärt A. Asshauer am

Beispiel der Heilerziehungspfleger:in: „Je nach Schulabschluss

erlangen unsere Azubis bei uns multiprofessionelle Erfahrungen

während der Tätigkeit mit behinderten Menschen. In

unterschiedlichsten Geschäftsbereichen, beispielsweise wie

in der Werkstatt für behinderte Menschen oder in Lebens-

Wohngemeinschaften, haben wir Lernfelder definiert, um

später als Heilerziehungspfleger:in die fundierten Kenntnisse

vielschichtig einsetzen zu können. Sich unter motivierten Kollegen

als wertvolles Teammitglied zu beweisen, gibt nicht nur

Sinn, sondern auch Erfolg, der nach den Vergütungsrichtlinien

des AVR sowie vielen Zusatzleistungen entsprechend gut

honoriert wird. Zudem“, so versichert die Josefsheim-Ausbildungskoordinatorin,

„wird nach erfolgreichem Abschluss bieten

wir oftmals die Übernahme in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis

für die Zeit nach der Ausbildung an.“ ■

Heinrich-Sommer-Straße 13

59939 Olsberg | Tel.: 02962 800-0

info@josefsheim-bigge.de

Ausbildung für Berufserfahrene:

Sie suchen eine neue berufliche Heimat? Sehr gut,

denn wir sind auf der Suche nach Berufserfahrenen

verschiedenster Bereiche. Ihre Erfahrungen

sind für uns kostbar, auch wenn Sie sich beruflich

verändern möchten. Egal, ob Sie einen Beruf

anstreben mit dem Schwerpunkt der direkten

persönlichen Unterstützung von Menschen mit

Behinderung oder der indirekten Dienstleistung

im Bereich Leben, Wohnen oder Arbeiten. Wir

sind der richtige Arbeitgeber für die berufliche

Neuausrichtung. Lernen Sie uns kennen, zum

Beispiel während einer Hospitation in Sundern,

Lipperode oder Olsberg.

Josefsheim

Bigge

Josefsheim gGmbH

KONTAKT

Bei uns sind engagierte und interessierte

ausbildung@josefsheim-bigge.de

Menschen immer herzlich willkommen!

Heinrich-Sommer-Straße 13

Telefon 02962 800 2080

Alle Infos: www.josefsheim-bigge.de

59939 Olsberg | Tel.: 02962 800-0

info@josefsheim-bigge.de

Ausbildungs- und Kennlern-Angebote:

Heilerziehungspfleger:in oder Erzieher:in (Anerkennungsjahr

oder 3-jährige integrierte Ausbildung)

∙ Sozialassistenz/ Heilerziehungspflegehelfer

(2-jährige schulische Ausbildung) ∙

Pflegefachmann/frau (nur als Kooperation regionaler

Krankenpflegeschulen) ∙ FOS-Praktikum

(12 Monate) ∙ Freiwilliges Soziales Jahr (12

Monate, bis max. 27 Jahre möglich) ∙ Bundesfreiwilligendienst

(wahlweise 3 bis 18 Monate, keine

Altersbeschränkung, auch in Teilzeit möglich)

∙ Hospitation oder Praktikum (individuell nach

Absprache)

WOLL Elternratgeber - 39


Jugendlichen helfen und sie

motivieren: Willi Linn.

Helfen, motivieren und dranbleiben

Ausbildungsabbrüche verhindern: Senior Willi Linn begleitet

Azubis in schwierigen Situationen

Paul Senske

S. Droste

W

illi Linn aus Arnsberg

ist 80 Jahre alt, ein berufs-

und lebenserfahrener

Mann, der sein Wissen und Können

auch und besonders an die junge

Generation weitergibt, all das ehrenamtlich.

Linn ist Joblotse beim

Bürgerschaftlichem Engagement der

Stadt Arnsberg, engagiert sich beim

Mentoren-Service der IHK und als

heimischer Ansprechpartner bei der

Initiative VerA, die für die Verhinderung

von Ausbildungsabbrüchen ins

Leben gerufen wurde. „Helfen, motivieren

und dranbleiben“, so lautet

sein Credo. „Ich habe die Motivation

und die Kraft, ich mache das.“

Dieses Leitmotiv steht insbesondere für

sein Engagement für Auszubildende,

die in Schwierigkeiten geraten sind,

die beispielsweise Ärger bei der Arbeit,

schlechte Noten in der Berufsschule

oder Prüfungsangst haben und die

möglicherweise ihre Ausbildung beenden

wollen.

Als regionaler Ansprechpartner von

VerA – einer Initiative des bundesweiten

Senior Experten Service (SES)

– kümmert er sich um die Azubis, die

sich bzw. ihre Eltern an den SES in

Bonn oder an Linn persönlich wenden

können. „Ich helfe den jungen Menschen,

damit sie buchstäblich dranbleiben

und ermutige sie, an sich selbst und

ihre Kompetenzen zu glauben.“ Die

Arbeit des gebürtigen Oeventropers

und gelernten Stahlbauschlossers, der

als Techniker im Außendienst und als

Kundenberater bei Honsel (heute Martinrea

Honsel) auch europaweit unterwegs

war, geschieht in engem Kontakt

mit dem SES, Protokolle des Engagements

eingeschlossen.

Eine “erfüllende Aufgabe”

Der 80-Jährige, zehn Jahre auch Vorsitzender

des Tenniskreises Sauerland,

spricht von einer „erfüllenden Aufgabe“,

jungen Menschen zu helfen. Linn

erinnert sich an zwei Auszubildende im

Beruf Elektroniker (Energie- und Gebäudetechnik),

denen er bis zur erfolgreichen

Prüfung geholfen hat. Im ersten

Fall hatte die Mutter („Sie kämpfte

wie eine Löwin um ihren Sohn“) ihr

Kind angemeldet. „Ich habe ihm im

Fach Elektronik Nachhilfe gegeben, er

lernte gut, wir haben auch ein fruchtbares

Gespräch mit dem Arbeitgeber

geführt: Der Junge bestand schließlich

40 - WOLL Elternratgeber


die Prüfung.“ Das galt auch für den zweiten Elektroniker-

Azubi: Er hatte in der Berufsschule Schwierigkeiten in einem

Prüfungsfach, dank der Nachhilfe seines Ausbildungsbegleiters

klappte es schließlich. Aus seiner Tätigkeit als Joblotse

hatte Linn einen Mann ins VerA-Programm übernommen:

„Er wollte unbedingt Tischler werden und eine Ausbildung

absolvieren. Ich habe ihn bis zur Prüfung begleitet, die er

auch bestanden hat.“ Mit einer angehenden Bäckerin, die

sich bei VerA gemeldet hatte, ging Linn erfolgreich den

Berufsschulstoff durch. Ein besonderer Fall war der eines

jungen Mannes, der unbedingt LKW-Fahrer werden wollte,

bei der theoretischen Fahrprüfung aber zwei Mal durchgefallen

war. Dank Linns Nachhilfe bestand der junge Mann

schließlich die Prüfung und erhielt den Führerschein. ■

Mit berufs- und lebenserfahrenen

Senioren Ausbildung meistern

Der Senior Experten Service (SES) - eine bedeutende

Ehrenamtsorganisation für Fach- und Führungskräfte

im Ruhestand – hat Ende 2008 gemeinsam mit den

Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft und freien

Berufen die Initiative VerA ins Le ben gerufen. VerA

steht für Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen.

VerA ist ein Angebot für alle, die in der Ausbildung

Schwierigkeiten haben und daran denken, ihre Lehre

abzubrechen. Diesen Jugendlichen stellt der SES mit

Sitz in Bonn berufs- und le benserfahrene Senior-Expertinnen

und -Experten zur Seite. Sie beantworten u. a.

fachliche Fragen, sie kümmern sich um den Ausgleich

sprachlicher Defizite, sie fördern soziale Kompetenzen

und helfen bei der Vorbereitung auf die Prüfungen. Die

Ausbildungsbegleiter arbeiten ehren amtlich und helfen

individuell. Die VerA-Ausbildungsbegleitung ist für die

Azubis und die Betriebe kostenlos. Die Initiative wird

vom Bundesmi nisterium für Bildung und Forschung

gefördert. Azubis und Eltern können sich direkt an den

SES in Bonn oder den Ausbildungsberater der Region

wenden. Willi Linn (Arnsberg) ist der Ansprechpartner

für unsere Region.

Aktuelle Ausbildungsplätze

Fachlagerist:in

Produktionstechnologe:in

Verfahrensmechaniker:in

für Kunststoff- und Kautschuktechnik

(m/w/d)

Werde Teil des Teams!

#dallmererleben

#wearedallmer

Für mehr Infos besuche uns

auf dallmer.com/karriere

Initiative VerA beim Senior Experten Service,

Buschstraße 2, 53113 Bonn,

E-Mail: vera@ses-bonn.de, www.vera.ses-bonn.de,

Willi Linn (Arnsberg): E-Mail: info@willi-linn.de,

www.willi-linn.de

dallmer.official

dallmer_official

WOLL Elternratgeber - 41


UNBELIEBT -

UND GUT BEZAHLT

Für alle, die Nervenkitzel mögen:

der Beruf des Industrietauchers.

Christel Zidi

Besondere Berufe

S

chnell gutes Geld verdienen.

Auch das kann ein entscheidendes

Kriterium für die Berufswahl

sein. Manch einer ist dazu bereit,

auch weniger angenehme, unter

Umständen auch gefährliche Arbeiten

zu übernehmen. Hier einige Beispiele

aus der Liste der unbeliebtesten, aber

gut bezahlten Berufe.

Stellen Sie sich einmal vor, Sie würden

jeden Monat um die 10.000 Euro verdienen.

Welche Jobs kommen da in

Frage? Politiker, Börsenmakler, Künstler…

Berufe, bei denen ein Studium,

ein erstklassiger Schulabschluss oder

großes Talent Voraussetzung sind. Nun

ja, beim Künstler reichen manchmal

auch gute Kontakte. Aber selbst Studienabschluss

und großes Talent bieten

keine Erfolgsgarantie: Glück und Zufall

sind ebenso entscheidend.

Aber was, wenn Sie all das nicht besitzen?

Bleibt dann der Traum vom guten

Einkommen weiter ein Traum? Das

muss nicht sein, denn es gibt schließlich

auch Berufe, mit denen man sehr

gut verdient, sich dafür aber schon mal

die Hände schmutzig machen muss.

Allerdings nicht im übertragenen Sinne

– denn mit solchen Berufen möchten

wir nichts zu tun haben - sondern

schmutzige Hände im wortwörtlichen

Sinn.

Beim ersten Job, den wir Ihnen vorstellen

möchten, darf man auf gar keinen

Fall zart besaitet sein. Denn ein Tatortreiniger

bekommt Dinge zu sehen,

mit denen wir hoffentlich nie zu tun

haben werden. Wenn Polizei und Spurensicherung

ihren Job gemacht haben,

rückt er an. Dieser „spezialisierte Gebäudereiniger“

entfernt die Spuren von

Gewaltverbrechen und Suiziden, Unfallspuren

und auch die nach natürlichen

Todesfällen. Körperflüssigkeiten,

Ungeziefer, Verwesungsrückstände.

Okay, gehen wir nicht weiter ins Detail.

Wenden wir uns lieber dem Gehalt

zu, das bei monatlich bis zu 3.200 Euro

liegt. Nicht schlecht für den, der starke

Nerven und einen guten Magen besitzt.

Einen festgelegten Ausbildungsweg

gibt es nicht, aber wer Erfahrung

als Gebäudereiniger mitbringt, ist

da sicherlich schon einiges gewöhnt.

Außerdem kann man sich in wenigen

Wochen zum Desinfektor weiterbilden.

Desinfektor… Hört sich doch

gut, woll? Desinfektor, der Inspektor…

klingt zumindest ähnlich.

Nicht ganz so nervenaufreibend ist der

Beruf des Bestatters. Wer eine natürliche

Einstellung zum Tod hat und

42 - WOLL Elternratgeber


sich nicht scheut, an Leichnamen zu

arbeiten, ist hier gut aufgehoben. Es

geht normalerweise nicht sehr hektisch

zu und der Beruf ist extrem krisensicher,

denn „gestorben wird immer“.

Das Bruttogehalt liegt bei bis zu 2.650

Euro. Auch kann man sich zum Bestattermeister

weiterbilden.

Für den Müllentsorger fängt der Tag

früh an, dafür hat er auch früh Feierabend.

Eine gute körperliche Konstitution

ist Bedingung, denn die vollen

Tonnen zu bewegen, ist nicht so ganz

einfach. Aber für das, was dann später

auf dem Konto landet, muss man

sich schon ein bisschen anstrengen.

Dafür verdient z. B. ein Müllentsorger

in München an die 6.000 Euro! Wer

dann noch den Müllwagen selber fahren

kann und darf, bekommt zusätzlich

noch etwas drauf. Und noch etwas: Wer

schon bei einer kleinen Maus auf den

Tisch steigt, ist in diesem Beruf vielleicht

nicht so gut aufgehoben, denn

ein Müllentsorger bekommt manchmal

schon den ein oder anderen größeren

Nager, sprich fette Ratten, zu Gesicht.

Wer Nervenkitzel mag, sollte einen

Blick auf den Beruf des Industrietauchers

werfen. Hier kann es tatsächlich

richtig gefährlich werden.

Die Arbeit unter Wasser ist recht

schwierig, außerdem bestehen gesundheitliche

Risiken durch die ständige

Druckbelastung beim Tauchen. Die

Einsatzbereiche sind sehr unterschiedlich,

manche Industrietaucher müssen

Wartungs-, Bau- und Reparaturarbeiten

unter Wasser in Klärwerken und

Bergminen erledigen. Spannend wird

es bei Einsätzen von Feuerwehr, Militär

und Polizei. Da kann es durchaus

mal vorkommen, dass Sprengstoff

entschärft werden muss. Deshalb sind

nicht nur gute Nerven eine zwingende

Voraussetzung, sondern auch eine

entsprechende Ausbildung in diesem

Bereich. Wer eine Ausbildung zum Industrietaucher

beginnen möchte, die in

der Regel zwei Jahre dauert, sollte eine

abgeschlossenen Ausbildung als Handwerker

mitbringen. Die Notwendigkeit

dieses Berufes - mit dem verbundenen

Risiko – wird gut bezahlt. 10.000 Euro

sind der monatliche Durchschnittsverdienst.

Nicht unter, sondern auf dem Wasser zu

arbeiten, kann auch recht lukrativ sein.

Dann nämlich, wenn der Arbeitsplatz

eine Bohrinsel ist. „Roustabouts“, wie

man die Bohrhelfer auch nennt, müssen

schwere, körperliche Arbeiten verrichten,

können sich dann zum Bohrarbeiter,

dem „Roughneck“ hocharbeiten,

der vier- bis sechsköpfige Teams leitet.

Das englische Wort Roughneck steht

übrigens auch für Raubein. Durch die

Arbeit an der frischen, manchmal auch

rauen Meeresluft, kann man sich den

Besuch bei der Kosmetikerin sparen.

Wer als Bohrhelfer anfängt, kann auch

ohne Ausbildung schon bis zu 3.000

Euro (netto) verdienen, mit Ausbildung

geht der Verdienst aber schneller in die

Höhe. Ein Bohrgeräteführer mit fünf

Jahren Berufserfahrung auf Bohrinseln

verdient schon mal um die 7.000 Euro

netto im Monat. Dafür ist man aber

auch oft längere Zeit von Familie und

Freunde getrennt.

Wer hätte das gedacht? Regelmäßig

taucht in den Top Ten der unbeliebtesten

Berufe der Versicherungsvertreter

auf. Relativ wenige schlagen diesen

Berufsweg ein. Wahrscheinlich, weil

diesem Beruf noch immer das Image

des Klinkenputzens anhaftet. Wer gut

verkaufen kann – und wir sprechen

hier von verkaufen, nicht vom Überden-Tisch-ziehen

– ist in diesem Beruf

gut aufgehoben und kann sich mit

Ehrlichkeit und Verkaufstalent einen

treuen Kundenstamm erarbeiten. Die

Verdienstmöglichkeiten sind gar nicht

schlecht: Für knapp 3.500 Euro kann

man das Image des Versicherungsvertreters

wieder blank polieren – und

schmutzige Hände bekommt man auch

nicht. ■

Arbeiten auf einer Bohrinsel: Auch

ohne Ausbildung schon gut bezahlt.


Nivejan Kuneswaran Julian Penczak Lee Anne Windmüller

LWL-Berufsbildungswerk Soest

Blinde und sehbehinderte Jugendliche nehmen

ihre berufliche Zukunft selbst in die Hand

Helmut Gaida

Blinden und sehbehinderten Jugendlichen und

jungen Erwachsenen sowie jungen Menschen

mit Autismus-Spektrum-Störung bietet das

LWL-Berufsbildungswerk die Möglichkeit zur beruflichen

und sozialen Rehabilitation. An ihre Bedürfnisse

angepasste Ausbildungsberufe aus den Bereichen

Wirtschaft und Verwaltung, Ernährung und

Hauswirtschaft und Metalltechnik stehen zur Auswahl.

Viele Absolventen und Absolventinnen erhalten anschließend

einen Arbeitsplatz auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.

Das Berufsbildungswerk in Soest bietet im Berufsfeld

„Ernährung und Hauswirtschaft“ fünf, im Berufsfeld

„Wirtschaft und Verwaltung“ drei Ausbildungsberufe an.

Insgesamt verfügt das LWL-BBW über 140 Ausbildungsund

124 Wohnheimplätze. Vier der Auszubildenden haben

uns „ihren“ Ausbildungsberuf einmal vorgestellt und

uns durch ihre positive und in die Zukunft gerichtete Einstellung

nachhaltig beeindruckt.

LWL-Berufsbildungswerk Soest

Ausbildungstage beginnen mit einem Lächeln

„Mir gefällt im LWL-Berufsbildungswerk sehr gut, dass

ich individuell gefördert werden kann und alles auf meine

Bedürfnisse angepasst ist“, berichtet Lee Anne Windmüller,

die z. Zt. eine kaufmännische Ausbildung absolviert. Sie

hat sich über das Ausbildungsangebot vom LWL-BBW

gefreut und sich zu einer kaufmännischen Ausbildung

entschieden. Aufgrund ihrer Geh-, Hör- und Sehbehinderung

hatte sie nur eine geringe Auswahl an Berufsausbildungsangeboten.

„Den Beruf Kauffrau für Büromanagement

finde ich interessant, weil ich mich später mit diesem

erlernten Beruf in verschiedenen Branchen weiterentwickeln

kann“, so Lee Anne. Ihrer beruflichen Zukunft

sieht sie, trotz Einschränkungen, sehr positiv entgegen,

da Unternehmen inzwischen gezielt auf die besonderen

Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter eingehen.

Und noch etwas gefällt ihr: „Seitdem ich im Berufsbildungswerk

Soest bin, kann ich die Ausbildungstage mit

44 - WOLL Elternratgeber


„Wenn die Teilnehmer und Teilnehmerinnen

eine gute Prüfung ablegen und sich damit

eine gute Ausgangslage für ihre Zukunft

schaffen, freue ich mich sehr darüber“

- Sigrid Kuhn

Ausbilderin Sigrid Kuhn

einem Lächeln beginnen. Die Ausbilderin bringt uns die

Inhalte sehr gut nahe und kann uns somit eine Menge

lehren, zudem hat sie immer einen lustigen Spruch auf Lager.

Außerdem gefällt mir das Miteinander in der Ausbildungsgruppe

– wir lachen oft gemeinsam.“

Große Pläne nach der Ausbildung

Für Julian Penczak, Azubi der Hauswirtschaft, war der Start

in die Ausbildung der richtige Schritt in seinem Leben.

„Toll finde ich es, dass wir regionale, nationale und internationale

Gerichte kennen- und kochen lernen. Es motiviert

mich sehr, dass ich eigenständig Rezepte vorschlagen

und ausprobieren kann.

Sein Können nutzt er auch außerhalb der Schulzeit:

„Meine Mutter ernährt sich vegan, daher macht es mir

immer Freude, vegane Gerichte auszuprobieren. Letztens

habe ich im Rahmen meiner Ausbildung einen Burger aus

Kidneybohnen gemacht – der war superlecker.“

Zukunftsängste sieht Julian für sich nicht. „Nach meiner

Ausbildung werde ich auf dem Hof meines Vaters eine

zweite Ausbildung zum Landwirt starten, damit ich mein

eigenes Restaurant eröffnen kann, in dem ich die Produkte

verarbeite, die ich selber angebaut und gezüchtet habe.“

Wunsch nach einem Berufsleben

im Öffentlichen Dienst

Nivejan Kuneswaran, Azubi in der kaufmännischen Ausbildung,

berichtet voller Anerkennung, dass alles an seine

besonderen Lernbedürfnisse angepasst ist. Darüber hinaus

„ist das Arbeitsklima toll - mit netten Kollegen und

Kolleginnen.“ Für seine berufliche Zukunft betont er ausdrücklich:

„Seitdem ich beim LWL-BBW bin, weiß ich,

dass ich mein Leben lang im Öffentlichen Dienst beschäftigt

sein möchte“.

Gelerntes Können und Wissen an Computerarbeitsplätzen

zeigen und anwenden

Auch Ümmügülsüm Hotan (ohne Foto), Azubi kaufmännische

Ausbildung, kann sagen: „Ich fühle mich gut betreut

und habe das Gefühl, eine gute berufliche Qualifikation zu

erhalten“. Ihre Kenntnisse kann sie schon jetzt und mit

voller Begeisterung am Computerarbeitsplatz entfalten.

Krönung der Ausbildung: Die Abschlussprüfung

„Sicher ist es eine große Herausforderung, die Lerngebiete

so aufzuarbeiten, dass unabhängig von der Behinderung

jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin damit arbeiten

kann“, gibt Sigrid Kuhn zu. Aber die Arbeit bringt der Ausbilderin

im Kaufmännischen Bereich auch viel Freude und

„hält mich in meiner Einstellung jung, weil ich regelmäßigen

Umgang mit jungen Menschen habe.“ Gleichzeitig

muss sie sich ständig weiterbilden, um den Anforderungen

gerecht zu werden: „Ich bleibe also immer auf dem

neusten Stand.“ Die engagierte Ausbilderin ist nicht nur

eine besonders sympathische, sondern auch eine sehr empathische:

„Wenn die Teilnehmer und Teilnehmerinnen

eine gute Prüfung ablegen und sich damit eine gute Ausgangslage

für ihre Zukunft schaffen, freue ich mich sehr

darüber.“ Darüber und sicher auch über die Anerkennung

der IHK durch „Besten Ehrung“. ■

Die Auszubildenden arbeiten an Computerarbeitsplätzen,

die genau auf ihre jeweiligen Bedürfnisse und

Fähigkeiten abgestimmt sind. Diese Technologie steht

ihnen auch bei den Betriebspraktika und während der

betrieblichen Ausbildungsphasen zur Verfügung.

WOLL Elternratgeber - 45


BERUFSSCHULEN BEI

DER DIGITALI SIERUNG

BESSER AUSRÜSTEN

DGB-Ausbildungsreport: 70 Prozent

sind mit der Ausbildung zufrieden

Paul Senske

Der DGB-Ausbildungsreport 2020 zeigt: 70

Prozent der Jugendlichen sind mit ihrer

Ausbildung zufrieden. Der Deutsche

Gewerkschaftsbund (DGB) sieht eine leichte Verbesserung

gegenüber der letzten Befragung, beklagt

aber, dass angesichts der Pandemie „bei vielen die

praktische Ausbildung auf der Strecke bleibt“.

Im WOLL-Interview bezeichnet Marij ke Garretsen,

DGB-Jugendbildungsreferentin Dortmund-Hellweg,

die Ausstattung der Berufsschulen

im Bereich der Digitalisierung als „teilweise

desaströs“. Das Azubi-Ticket sieht sie als

„wichtigen Schritt für die Mobilität junger

Menschen“.

46 - WOLL Elternratgeber


WOLL: Den Ausbildungsreport der DGB Jugend NRW

gibt es seit 13 Jahren. Im letzten Jahr haben gut 5.000

Auszubildende in NRW daran teilgenommen: Wie war

die Resonanz im Kreis Soest?

Marijke Garretsen: Wir freuen uns immer sehr über rege

Teilnahme an unseren Azubi-Umfragen. Je mehr wir befragen

können, umso genauere Aussagen können wir natürlich

über die Situation der Auszubildenden machen. Häufig

wird leider nur über Auszubildende geredet, aber die

selber kommen nicht zu Wort, das ist bei unserem Fragebogen

anders, da die Auszubildenden uns direkt Feedback

geben. Über die Resonanz speziell in Soest kann ich keine

valide Zahl nenne, da wir erstmals keinen Unterschied

zwischen den Kommunen machen. Es gibt einen bundesweiten

Ausbildungsreport und einen, extra für die Situation

der Auszubildenden in NRW, aber wir differenzieren

nicht darüber hinaus. Die Umfragen sind anonym.

Eigene vier Wände während der Ausbildung

WOLL: Ein Ergebnis ist, das 70 Prozent der Jugendlichen

mit ihrer Ausbildung zufrieden, 30 Prozent eher

unzufrieden sind: Wie bewerten Sie dieses Ergebnis? Ist

eher eine Verbesserung eingetreten?

Marijke Garretsen: Pauschal ist dies immer schwer zu

sagen. Es kommt durchaus auf die Branche an. Darüber

hinaus schwanken die Zahlen leicht von Jahr zu Jahr. Alles

in allem würde ich sagen, dass eine leichte Besserung zu

sehen ist für den letzten Befragungszeitraum. Angesichts

der Coronapandemie machen wir uns aber große Sorgen

um die Auszubildenden. Die praktische Ausbildung bleibt

bei vielen auf der Strecke. Homeschooling kann eine solide

Ausbildung nicht ersetzen.

WOLL: Das Thema „Wohnen und Mobilität“ war der

Schwerpunkt der Umfrage. Viele Azubis wollen in ihren

eigenen vier Wänden wohnen, auch als Zeichen einer

beginnenden Selbstständigkeit: Wie ist die Situation im

Kreis Soest? Reicht die Ausbildungsvergütung aus Sicht

der befragten Jugendlichen dafür aus?

Marijke Garretsen: Auch hier ist es wieder von Branche

zu Branche unterschiedlich. Was wir sehen ist, dass Auszubildende

in der Industrie, die tariflich gebunden sind,

DU PASST

Bereit für deinen

KARRIERE-

SPRUNG?

www.wiegers-gabelstapler.de

AUSZUBILDENDEN

(m-w-d)

Bewerbungen: Wiegers-Gabelstapler GmbH & Co. KG

Unterm Ohmberg 15 · 34431 Marsberg · Tel.: +49 (0)2992 / 9703-0

info@wiegers-gabelstapler.de

Der Kreisverband Brilon e.V. des Deutschen Roten Kreuzes

ist in der freien Wohlfahrtspflege tätig und bietet

aktuell folgende Ausbildungsberufe an:

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HAUSWIRTSCHAFTER

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Ansprechpartnerin

Theresa Hauschulte

Tel: 02961 96 55 - 12

Theresa.Hauschulte@DRK-Brilon.de

WOLL Elternratgeber - 47


deutlich besser dastehen als Auszubildende beispielsweise

in der Gastronomie. Letztere können sich selten leisten, in

eigene vier Wände zu ziehen und dann auch noch genug

Geld zum Leben und für die gesellschaftliche Teilhabe

übrig zu haben.

WOLL: Das Thema Mobilität ist gerade in den ländlichen

Gebieten von großer Bedeutung. Wie sieht es

damit am Hellweg aus? Seit 2019 gibt es ja ein günstiges

Azubi-Ticket…

Marijke Garretsen: Das Azubi-Ticket ist wirklich ein

wichtiger Schritt für die Mobilität von jungen Menschen.

Das zeigt auch die hohe Nachfrage im Kreis Soest. Dass

es so gut ankommt, ist für uns ein Indiz, dass wir mit der

Forderung und Durchsetzung des Azubi-Tickets genau

richtig lagen. Was uns aber auch nicht überrascht, denn

in vielen Umfragen und Gesprächen vorab haben wir

gemerkt, dass ein solches Ticket, ähnlich einem ja schon

lange existierenden Semesterticket, längst überfällig ist.

WOLL: Wie sieht Ihre Vision für den Ausbildungsmarkt

der Zukunft aus – auch und besonders vor dem

Hintergrund der Digitalisierung?

Marijke Garretsen: Deutschland ist für die duale Ausbildung

weltweit bekannt. Dass diese qualitativ auch

gut bleibt, ist enorm wichtig. Das heißt, dass die Ausbildungsorte

auch mit der Zeit gehen müssen. Ich selber

habe in meiner Ausbildung in den überbetrieblichen

Kursen an Maschinen gearbeitet, die teilweise so alt waren

wie ich. Und da ich vorher schon studiert habe, war ich

deutlich älter als der Durchschnitt meiner Mitschüler und

Mitschülerinnen. Das kann nicht sein. Die Coronapandemie

und der Distanzunterricht führen uns gerade vor

Augen, wie desaströs teilweise die Ausstattung der Berufsschulen

im Bereich der Digitalisierung ist. Der Umgang

mit digitaler Technik ist aber heutzutage aus keinem

Berufszweig mehr wegzudenken. Die berufliche Ausbildung

muss da entsprechend ausgerüstet sein, damit die

duale Ausbildung ihren guten Ruf nicht verliert. ■

Bedeutung der Digitalisierung für die Zukunft

WOLL: Der DGB fordert seit Jahren eine Ausbildungsgarantie:

Allen Jugendlichen müsse auf jeden Fall der

Eintritt ins erste Ausbildungsjahr möglich sein – über

berufliche Schulen oder bei beruflichen Ausbildungsstellen.

Im zweiten Jahr sollen sie möglichst in einen

Betrieb wechseln. Im Kreis Soest, so die Bilanz im

letzten Jahr, gibt es auf einen Bewerber im Schnitt gut

zwei mögliche Ausbildungsstellen. Das heißt, hier ist

die Situation doch relativ komfortabel für die Auszubildenden…

„Das Azubi-Ticket ist ein

wichtiger Schritt“

- Marijke Garretsen

Marijke Garretsen: Das ist richtig. Zumindest war es bis

jetzt so. Wie sich das nach der Coronapandemie verhält,

wird sich zeigen. Wir sind natürlich happy, wenn es eine

solche Situation gibt, leider sieht es in den meisten Regionen

Deutschlands aber anders aus und gerade für die

jungen Menschen dort, setzen wir uns mit einer solchen

Forderung ein. Es hat sich in der Vergangenheit gezeigt,

dass eine freiwillige Verpflichtung da leider nicht viel

bringt.

48 - WOLL Elternratgeber


Großer Einsatz für die jungen Menschen in der Region: Dietmar Stemann.

Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe: Ausbildungs-

Coach Dietmar Stemann „brennt“ für seinen Beruf

„Die Region lebt nur, wenn die Menschen

eine Chance auf Ausbildung haben“

Paul Senske

Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe

Jungen Menschen so früh wie möglich berufliche

und damit Lebensperspektiven aufzuzeigen, sie

beim schwierigen Übergang Schule – Beruf zu unterstützen

und sie während der Ausbildung zu begleiten,

für Dietmar Stemann sind diese Weichenstellungen eine

„Herzensangelegenheit“. Stemann ist Ausbildungs-Coach

der Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe mit einem

klar definierten Leitmotiv: „Wir müssen die Region stark

machen, sie muss leben. Sie kann das aber nur, wenn die

Menschen die Chance auf Ausbildung und die Perspektive

haben, ihren Lebensunterhalt zu verdienen.“

Für diese Aufgabe „brennt“ der Diplom-Sozialarbeiter, der

seit 1992 bei der Kreishandwerkerschaft arbeitet und in der

Region inzwischen „wie ein bunter Hund bekannt“ ist. „Für

uns ist nicht wichtig, woher die jungen Menschen kommen,

sondern wohin sie wollen“, so beschreibt Stemann ein weiteres

Leitmotiv. „Wir begleiten junge Leute, die am Handwerk

interessiert und bereit sind, für sich und was fürs Handwerk

zu tun. Im Handwerk mit all seinen Möglichkeiten, mit seiner

profunden Ausbildung und den Weiterbildungsmöglichkeiten

brauchen wir uns vor keinem anderen Beruf zu verstecken.“

WOLL Elternratgeber - 49


Jungen Menschen berufliche und damit Lebensperspektiven

zu eröffnen, ihnen praxisorientierte Fundamente wie die duale

Ausbildung zu ermöglichen und die Region zu stärken,

geschieht auch und besonders vor dem Hintergrund des sich

abzeichnenden und in einigen Handwerksbereichen vorhandenen

Fachkräftemangels. Thomas Behrning, der Leiter der

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, spricht von einer „teilweise

angespannten Lage“. Auszubildende werden gesucht. Der

Blick auf die Ausbildungsbörse der Kreishandwerkerschaft

mit 39 Innungen und rund 2.600 Mitgliedsbetrieben weist

derzeit über 150 freie Stellen auf, Ausbildungsstart 1. August

2021.

Match‘ deinen

Ausbildungsplatz

im Handwerk!

Scan den

QR-Code und

Ausbildungs-Coach

Dietmar Stemann

bringt dich auf

den Weg in deine

berufliche Zukunft!

„Den Eltern verdeutlichen,

wie modern Handwerk ist“

(Thomas Behrning)

Das Portfolio der Ausbildungsberatung der Kreishandwerkerschaft

ist breit aufgestellt, setzt so früh wie möglich bei

den jungen Menschen in den Schulen ein, auch persönlich

und individuell und nimmt die Eltern mit ins Boot. „Auch

für die Eltern sind wir Ansprechpartner“, erklärt Stemann.

„Die Eltern spielen eine bedeutende Rolle im Berufsfindungs-Prozess

ihrer Kinder.“ Für Behrning ist es wichtig,

„den Eltern zu verdeutlichen, wie modern Handwerk heute

ist“. Die Kreishandwerkerschaft ist zudem auch bei Ausstellungen

und auf Messen vertreten.

So früh wie möglich mit der Beratung beginnen: Ein erster

Einstieg ist die Beteiligung am Projekt „Komm auf Tour –

Meine Stärken, meine Zukunft.“ Es ist ein Projekt zur Stärkeentwicklung,

Berufsorientierung und Lebensplanung ab

der 7. Klasse. An unterschiedlichen Stationen wie bei Bühnenauftritten

mit Eltern entdecken die Schülerinnen und

Schüler „spielerisch“ ihre Stärken und verbinden sie mit Berufsfeldern.

Das Projekt ist ein Angebot u.a. des Kreises, der

Agentur für Arbeit, der Schulträger sowie der Kreishandwerkerschaft

und findet traditionsgemäß im „Haus des Handwerks“

in Soest statt. Bei der Veranstaltung im November

2018 nahmen beispielweise 1.450 Schülerinnen und Schüler

aus 22 Schulen des Kreises teil.

„Wir fordern in der 9. Klasse einen Lebenslauf ein“

(Dietmar Stemann)

Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe

Tel.: 02921 892-226 | www.kh-hl.de

Die Schulen spielen eine bedeutende Rolle bei der Ausbildungs-Beratung,

speziell den Jahrgangsstufen 8, 9 und 10

50 - WOLL Elternratgeber


Den Eltern erklären, wie modern Handwerk ist: Thomas Behrning.

Appetit auf Ausbildung machen und den jungen Menschen

in dieser Schul- und Lebensphase Wege aufzuzeigen, Stemann

„brennt für diese Aufgabe“. Er stellt Handwerksberufe

vor, leistet Unterstützung bei der Suche nach geeigneten

Betriebspraktika und Ausbildungsstellen und führt Einzelgespräche,

auf die er „großen Wert“ legt. Auch in der Ausbildung

begleitet er die Jugendlichen. Der Austausch mit

Eltern nimmt ebenfalls eine bedeutende Rolle ein. Stemann

fördert, aber er fordert auch: In der 9. Klasse erwartet er,

dass die Schülerinnen und Schüler ihm einen Lebenslauf

präsentieren, „egal wie der aussieht. Wir setzen die Schwelle

so niedrig wie möglich an. Wir fordern aber auch was ein.“

Natürlich werde der Lebenslauf besprochen. Wichtig sei,

dass die Schülerinnen und Schüler auch ihre Kompetenzen

erwähnen, wie die Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr

oder im Sportverein.

Angesprochen auf die Besonderheiten der heutigen jungen

Menschen, sagt Stemann: „Sie sind anders als wir früher.

Sie legen mehr Wert auf den Lebensstil.“ Wichtig sei, den

Kreishandwerkerschaft

Hellweg-Lippe

Die Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe ist die

Dachorganisation für das Handwerk in den Kreisen

Soest, Unna (außer Lünen) sowie in der Stadt

Hamm. Als Körperschaft des öffentlichen Rechts gilt

sie als Ansprechpartnerin für 39 Innungen und rund

2.600 Mitgliedsbetriebe. Die Mitgliedschaft be ruht

auf Freiwilligkeit. Ein bedeutender Schwerpunkt

ist die rechtliche Beratung. Die Kreishandwerkerschaft

gehört auch dem Netzwerk „Karriere hier“ an

und gilt als „starker Player“ in Sachen Ausbildungsberatung.

Mit Soest, Hamm und Unna unterhält sie

drei Geschäftsstellen.

Lebensstil in Einklang mit Ausbildung und Beruf zu bringen.

„Dann haben die Jugendlichen einen langfristigen und

nachhaltigen Lebensstil.“

Informationen über das Lehrstellenangebot unter https://

kh-hl.de/ausbildungsboerse/. ■

WOLL Elternratgeber - 51


Quelle: AdobeStock_277985361_tadamichi

Kooperation von Arbeitsagentur, IHK und Handwerkskammer:

„Spurwechsel“ zeigt Perspektiven auf

Paul Senske

STUDIENAUSSTIEG AUCH ALS CHANCE

Allein die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache:

Fast jeder dritte Studierende bricht vor allem an

Universitäten das Studium ab. Das betrifft auch

junge Erwachsene aus Akademikerfamilien, die offensichtlich

unter besonderem Druck der Eltern stehen. „Es gibt

einen großen Ehrgeiz unter Akademikern nach dem Motto:

Wir haben alle studiert und Du studierst auch“, sagte Ricarda

Steinmayr in einem Gespräch mit der WELT am 21.

März 2021. Aber nicht alle Kinder seien in der Lage, eine

akademische Laufbahn einzuschlagen. Die Eltern müssten

auch die Kompetenzen der Kinder berücksichtigen, betont

die Professorin für pädagogische Psychologie an der Technischen

Universität Dortmund. „Es ist eine große Fehlannahme

des Bildungsbürgertums, dass nur der eigene, akademische

Weg zum Erfolg führt.“

Auch wenn der sogenannte „Akademisierungswahn“ (Münchner

Philosoph Julian Nida-Rümelin) weiter anhält, Industrie,

Handwerk und Gewerbe haben längst das große Potenzial

der Studienabbrecher erkannt. „Auch Studienabbrecher sind

willkommen“, heißt es vermehrt in Stellenanzeigen der Betriebe.

Die „Absteiger“ mit einer hohen schulischen Qualifikation

können für die Wirtschaft ein attraktives Führungs- und

Fachkräftepotenzial enzwickeln. Und vor allem: Die jungen

Erwachsenen wissen nach dem Abbruch und dem vermeintlichen

Abstieg, was sie wollen.

Vor diesem Hintergrund und auch des Fachkräftemangels haben

sich die Netzwerke „Spurwechsel“ gegründet. Im Hochsauerlandkreis

und Kreis Soest wurde das Netzwerk – Agentur

für Arbeit, Handwerkskammer und IHK – 2015 aus der Taufe

gehoben. Es zeigt mit großem Erfolg Anschluss-Perspektiven

auf und ermöglicht den vermeintlichen „Absteigern einen Aufstieg“.

Studienfachwechsel, duale Ausbildung, duales Studium

oder Seiteneinstieg: Die Palette der Angebote und Vermittlungen

ist vielfältig. Viele Wege führen im breitgefächerten

deutschen Bildungssystem zum beruflichen Erfolg: „Karriere

anders denken“, nach Enttäuschungen, die sich bietenden

Chancen zu ergreifen und das eigene Potenzial zu entfalten,

wie beim Spurwechsel. ■

E-Mail HSK:

Meschede.Spurwechsel-HSK@arbeitsagentur.de

E-Mail Soest:

Meschede-Soest.Spurwechsel-Kreis-Soest@arbeitsagentur.de

52 - WOLL Elternratgeber


für Eltern, Schüler/-innen und Lehrkräfte

Orientierbar - der neue Podcast

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Die Region Hellweg-Sauerland mit ihren Ausbildungsbetrieben bietet vielfältige und

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Haustür. Grund genug, diese Themen rund um Ausbildung, Bewerbungszeit und

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UND ÜBERALL WO ES PODCASTS GIBT.

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Karriere-hier ist eine Initiative des Ausbildungskonsens Hellweg-Sauerland.

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WOLL Elternratgeber - 53


Das Berufskolleg

Hubertus-Schwartz-Berufskolleg in Soest

“Auf Hubertus” den Weg zum beruflichen Erfolg finden

Monika Loerchner

Matthias Koprek

Der Kreis Soest ist Träger des Börde-, Lippe- und

Hubertus-Schwartz-Berufskolleg. Letzteres hat

seinen Schwerpunkt in Wirtschaft und Verwaltung.

Neben unterschiedlichsten Schulabschlüssen (9.

Klasse Hauptschule bis Abitur am Wirtschaftsgymnasium)

können vierzehn duale Ausbildungsberufe im Bereich

Kaufmännisches und Verwaltung am Kolleg erlernt

werden.

„Als vollschulische Abschlüsse bieten wir die Assistentenbildungsgänge

an“, erzählt Direktor Thomas Busch. Die

Ausbildung zum/zur Kaufmännische(n) Assistent(in) für

Informationsverarbeitung dauert drei Jahre, die zum/zur

Kaufmännische(n) Assistent(in) für Fremdsprachen (Englisch

und Spanisch oder Französisch) je nach Schulabschluss

zwei oder drei Jahre.

Rund 1.700 Schüler und über 100 Lehrer

„Wir wollen die Schüler auf internationale Begegnungen

vorbereiten“, so Thomas Busch. Wer sich an einem als

Europaschule zertifizierten Kolleg für die Ausbildung zum

Fremdsprachenkorrespondent entscheidet, bekommt die

Möglichkeit, zweimal für vier Wochen ein Erasmus-Praktikum

im europäischen Ausland zu absolvieren. Eine der Zusatzqualifikationen,

die „auf Hubertus“ erworben werden

können, ist die des/der Europa-Kaufmanns/frau.

Für die Betreuung der rund 1.700 Schüler steht Direktor

Busch ein Team aus über hundert Lehrern, drei Sozialarbeitern,

fünf Sekretärinnen und zwei Hausmeistern zur Verfügung.

Die meisten Schüler kommen aus dem Raum HSK;

das Berufskolleg ist aber auch national gefragt: Jedes Jahr

schicken Handwerkskammern aus ganz Deutschland ihre

Azubis für zweimal sechs Wochen nach Soest. Das hauseigene

Internat bietet den jungen Leuten währenddessen

eine Unterkunft, „wie”, so Busch, „ich sie selbst früher gern

gehabt hätte“.

Der Schuldirektor selbst stammt aus Brilon, machte das 2.

Staatsexamen in den Fächern Mathe und BWL in Dortmund.

„Ich halte es aber für sehr empfehlenswert, auch vor

einem Studium erst mal eine klassische Berufsausbildung zu

machen“, erklärt er. So könnten wertvolle Berufseinblicke

54 - WOLL Elternratgeber


„Ich halte es aber für sehr empfehlenswert,

auch vor einem Studium erst mal eine

klassische Berufsausbildung zu machen“

- Thomas Busch

gewonnen werden. „Es muss ja auch nicht jeder mit Abitur

studieren gehen.“

Berufswahlsiegel und SAP-Stützpunkt

„Wir sind eine kaufmännische Schule, versuchen aber dennoch,

Jugendliche in alle Richtungen auf den richtigen

Weg zu bringen“, bringt Thomas Busch die Einstellung der

Schule auf den Punkt. Dafür werden zahlreiche Projekte

auf den Weg gebracht, selbst eine eigene Schülerfirma wurde

gegründet. Außerdem ist das Kolleg seit einem Jahr SAP-

Stützpunkt. „Wir streben immer nach oben, um mehr zu erreichen.“

Mit Erfolg: 2019 wurde dem Berufskolleg als eine

von zwei Schulen in ganz NRW das Berufswahlsiegel verliehen.

Damit wurde die Schule dafür ausgezeichnet, dass

sie sich in besonders engagierter Weise für die berufliche

Orientierung ihrer Schüler und Schülerinnen einsetzt. ■

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Eine Ausbildung im öffentlichen Dienst

bei der Stadt Soest – hat Zukunft!

Im Jahr 2022 werden voraussichtlich folgende Berufe

bei der Stadtverwaltung Soest ausgebildet (m/w/d):

Ausbildung

Verwaltungsfachangestellte/-r

Gärtner / Straßenwärter

Fachinformatiker f.

Systemintegration

Duales Studium:

Bachelor of Laws

(Stadtinspektor/-in)

Informationen zu aktuellen Ausschreibungen

fin d e n S i e a u f u n s e re r H o m e p a g e :

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Direktor Thomas Busch möchte

die Schüler auf internationale

Begegnungen vorbereiten.

Stadt Soest | Ausbildung | Frau Schmidt

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WOLL Elternratgeber - 55


BAU, ARCHITEKTUR UND VERMESSUNG

Top Berufe

∙ Feinwerkmechaniker/-in

∙ Bauzeichner/in

∙ Beton- und Stahlbetonbauer/in

∙ Dachdecker/in

∙ Fachkraft - Straßenund

Verkehrstechnik

∙ Geomatiker/in

∙ Gerüstbauer/in

∙ Gleisbauer/in

∙ Hochbaufacharbeiter/in

∙ Maurer/in

∙ Straßenbauer/in

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56 - WOLL Elternratgeber










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WOLL Elternratgeber - 57


Madita beweist sich in

einer Männerdomäne

Madita Kloke macht eine Ausbildung

zur Tischlerin in Ense-Ruhne

„Man muss nicht immer

Klischees erfüllen!“

Anne von Heydebrand

Oliver Beckmann

Baustellen werde ich

von fremden Handwerkern

oft unterschätzt „Auf

und da kommt auch schon mal der ein

oder andere Spruch. Aber wenn sie

dann sehen, dass ich anpacken kann,

dann sind sie ganz schnell ruhig“,

erzählt Madita Kloke aus ihrem Arbeitsalltag

in einem Beruf, der zu 90

Prozent von Männern ausgeübt wird.

Sie wird in diesem Sommer ihre Ausbildung

zur Tischlerin bei der Tischlerei

Gebrüder Stamen in Ense-Ruhne

abschließen. Und sie macht auch

anderen Mädchen Mut ihren eigenen

Weg zu gehen. „Lasst euch nicht aufhalten!“

Dabei wollte die junge Frau ursprünglich

auch einen ganz anderen Weg gehen.

Während ihrer Schulzeit war sie

sich sicher, dass sie in einem sozialen

Beruf arbeiten würde, doch nach ihrem

Praktikum in einem Kindergarten orientierte

sie sich um. Sie entschied sich

für ein Handwerk und folgte damit

den Spuren ihres Vaters und sogar ihres

Opas.

Einen Schritt, den sie bis heute nicht

bereut, auch wenn ihr die Ausbildung

in der Tischlerei viel abverlangt. „Als

Tischlerin muss man körperlich sehr fit

sein. Die Arbeit ist schon anstrengend.

Man muss in der Lage sein, schweres

Material zu tragen. Das kann auf die

Dauer auch auf die Knochen gehen“,

gibt Madita Kloke zu bedenken. Doch

neben der körperlichen Fitness sollten

Bewerber vor allem über räumliches

und logisches Denken verfügen, glaubt

die Auszubildende, die aktuell schon ihr

Gesellinnenstück vorbereitet.

Obwohl sie ihre Ausbildung bald abschließt,

hat die Faszination für das

Naturmaterial Holz noch immer nicht

nachgelassen. „Es ist faszinierend, was

aus einem Baum alles entstehen kann.

Und wenn man dann mit einem Projekt

fertig ist, ist man auch unglaublich stolz

auf seine Arbeit.“ Auch die Atmosphäre

58 - WOLL Elternratgeber


im Team weiß sie zu schätzen. „Der Umgang untereinander

ist toll und es herrscht eine lockere Atmosphäre.

Wir haben hier echt einen super Zusammenhalt“, erzählt

Madita Kloke.

Einfach machen

Und was möchte sie anderen jungen Mädchen in

Handwerksberufen mit auf den Weg geben? „Ich will

ihnen sagen, dass sie keine Klischees erfüllen müssen.

Sie müssen nicht immer klassische Mädchenberufe erlernen.

Ich habe selbst oft Vorurteile zu hören bekommen…

Aber wenn ihr den Beruf wirklich machen

wollt, dann macht es einfach. Lasst euch nicht aufhalten!“

Man merkt, dass ihr das Thema am Herzen liegt

und sie ist froh, dass die Zahl der weiblichen Azubis

im Handwerk zunimmt. „Am Berufskolleg Olsberg

sind wir zwar nur vier Mädchen in unserem Jahrgang,

aber ich habe das Gefühl, dass es immer mehr werden“,

glaubt Kloke.

Obwohl sie nach ihrer Prüfung noch eine Ausbildung

im Einzelhandel beginnen möchte, will sie die Zeit in

der Tischlerei Gebrüder Stamen niemals missen. Sie

habe ein ganz anderes Bewusstsein für gute Qualität

bekommen und glaubt, dass das auch für ihre kommende

Ausbildung sehr hilfreich sein wird. ■

Tischler/in

Die praktische Ausbildung im Betrieb steht

im Mittelpunkt einer Tischler-Lehre. Sie wird

ergänzt durch den Berufsschulunterricht. Im

Unterricht lernen die Auszubildenden die Materialien,

Arbeitsverfahren, Technologien und

handwerklichen Konstruktionen noch besser

kennen. Hier werden auch das Lesen und Erstellen

von Skizzen und Zeichnungen sowie das

notwendige mathematische Rüstzeug vermittelt.

Ergänzt wird die betriebliche Ausbildung

im Meisterbetrieb auch durch überbetriebliche

Lehrgänge.


ELEKTROTECHNIK

Top Berufe

∙ Elektroniker/-in

- Automatisierungstechnik

- Betriebstechnik

- Energie- und Gebäudetechnik

- Geräte und Systeme

∙ Fertigungsmechaniker/-in

∙ Hörakustiker/-in

∙ IT-Systemelektroniker/-in

∙ Mechatroniker/-in

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Kilian Haverbeck (19) macht

eine Ausbildung zum

Elektroniker bei Elektro

Müller in Warstein-Belecke

„Viel mehr als nur

Strippen ziehen“

Monika Loerchner

S. Droste

Konzentration ist wichtig: Kilian Haverbeck hat

Spaß an seiner Ausbildung zum Elektroniker.

60 - WOLL Elternratgeber


W

ir treffen den 19-jährigen Kilian Haverbeck.

Nach seinem Realschulabschluss begann er seine

Lehre als Elektroniker bei Elektro Müller in

Warstein-Belecke. Mit dabei sind die Geschäftsführer Björn

Müller und Andreas Grunwald, die sich zusammen mit den

Gesellen um die Ausbildung der jungen Leute kümmern.

Kilian Haverbeck hatte eine Reihe von Praktika absolviert, um

in verschiedene Berufe hineinzuschauen. „Der Kilian war so

gut, dass sofort glasklar war, dass das hier der richtige Beruf für

ihn ist“, erzählt Andreas Grunwald. Mittlerweile ist Kilian Haverbeck

im dritten Jahr. „Eigentlich hatte ich mir den Schwerpunkt

Energie- und Gebäudetechnik gesetzt und wollte nur auf

Baustelle sein“, erzählt er. Doch dann bekam er die Möglichkeit,

oben in der Firma Schaltanlagenbau zu machen. Das gefällt

dem Azubi noch besser, gerade bei schlechtem Wetter und

weil er dabei auch mal für sich sein kann. Aber auch Teamwork

und Fahrten auf Baustellen stehen bei ihm auf dem Programm,

„um auch mal rauszukommen.“

Sicherheit ist das A und O

Als gefährlich sieht der Lehrling seine Arbeit nicht an, da er

noch nicht mit so großen Strömen arbeitet. Björn Müller aber

betont: „Was wir tun, sieht man nicht, riecht man nicht, und

wenn man es spürt, ist es schon zu spät. Daher werden unsere

Azubis schon am ersten Tag in Sachen Sicherheit geschult.“

Auch die Arbeitskleidung sorgt für Schutz: neben einem Blaumann

aus funkenabweisender Baumwolle sind Arbeitsschuhe

mit Stahlkappe, Gummisohle und Durchtrittsschutz gegen

Nägel Pflicht. Trotz aller Vorsicht hat auch Kilian Haverbeck

schon mal einen gewischt bekommen. „Ich hatte an einer abgeschalteten

Steckdose gearbeitet. Daneben war ein Kabelbaum

und durch das entstandene Magnetfeld kam noch Spannung

an“, erzählt er. „Das waren aber nur 12 Volt.“ Die meisten Unfälle

passieren aber gar nicht durch den Strom an sich, weiß Firmenchef

Björn Müller, „sondern während man zum Beispiel auf

einer Leiter steht und dann herunterfällt.“ Schwere Unfälle hat

es in seinem Unternehmen aber zum Glück noch nie gegeben.

„Man braucht ein Fingerspitzengefühl”

„Man muss zielstrebig und sorgfältig sein und muss hochkonzentriert

arbeiten können“, befindet der Azubi. Und die Feinmotorik?

Björn Müller lacht. „Sie haben doch die Anlagen in

der Halle gesehen, oder?“ Haben wir – und die sahen ganz

schön “fuckelig” aus! Kilian Haverbeck beruhigt uns: „Man

braucht schon ein Fingerspitzengefühl, aber das fällt einem immer

leichter mit der Zeit.“

Der Lehrling hat für die Zeit nach vollendeter Ausbildung bereits

weitere Pläne. Der Warsteiner geht mit einem Kollegen für

einige Zeit nach Serbien. Die Firma Elektro Müller baut dort an

einer Anlage mit, die Flugzeugteile auf Risse prüft. Und danach

möchte er irgendwann seinen Meister machen.

Lehrling und Ausbilder blicken positiv in die Zukunft. „Elektronik

ist ein intelligentes Gewerbe, heute noch mehr als vor 20

Jahren. Das ist viel mehr als nur Strippen ziehen“, betont Björn

Müller und Andreas Grundwald. Das sieht Kilian Haverbeck

genauso. „All unsere Helfer funktionieren ja mit Elektronik.

Das gilt auch für Dinge, die erst noch erfunden werden, sogar

für Hilfsroboter.“ Egal, wie weit der technische Fortschritt geht –

der Elektroniker geht mit. ■

Elektroniker/in

Ein Elektroniker braucht Fingerspitzengefühl.

Die duale Ausbildung zum/r Elektroniker/in dauert

dreieinhalb Jahre. Nach dem ersten Lehrjahr kann sich

der/die Auszubildende auf eine Fachrichtung spezialisieren.

Es gibt die Bereiche Automatisierungstechnik,

Betriebstechnik, Geräte und Systeme, Energie- und

Gebäudetechnik (ehemals Elektroinstallateur), Informations-

und Telekommunikationstechnik, Maschinen

und Antriebstechnik, luftfahrttechnische Systeme und

Gebäude- und Infrastruktursysteme. Anstellung findet

der/die Elektroniker/in je nach Spezialisierung sowohl

in Handwerksbetrieben als auch in der Industrie.


PFLEGE UND GESUNDHEITSPRÄVENTION

Top Berufe

∙ Augenoptiker/-in

∙ Fachangestellte/r für

Bäderbetriebe

∙ Kaufmann/frau-

Gesundheitswesen

∙ Pflegefachmann/-frau

∙ Orthopädieschuhmacher/-in

∙ Sport- und Fitnesskaufmann/frau

∙ Medizinische/r

Fachangestellte/r

∙ Tiermedizinische/r

Fachangestellte/r

∙ Zahnmedizinische/r

Fachangestellte/r

∙ Zahntechniker/-in

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Pflegeschüler nutzen Freiwilliges Soziales

Jahr als „Sprungbrett“ zur Ausbildung

„Man freut sich mit

den Patienten“

Daniela Weber

Dreifaltigkeits-Hospital Lippstadt

Als FSJler darf man bereits den Blutdruck messen.

62 - WOLL Elternratgeber


Dazu beitragen, dass es Menschen besser geht – das

treibt die Pflegeschüler Lea-Marie Dräger (20),

Julian Bronnert (19), Diane Wieseler (21) und

Malina Matusiak (21) bei ihrer Arbeit im Dreifaltigkeits-

Hospital in Lippstadt an und macht sie auch „ein wenig

stolz“. Alle vier haben vor ihrer Ausbildung zur/zum Pflegefachmann/Pflegefachfrau

entweder ein Jahrespraktikum

oder ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert. „Das

ist ein guter Zugang zur Ausbildung“, betont Erna Spuling,

Assistentin der Pflegedirektion.

Malina war schon immer ein Fan von Arztserien. Und auch

wenn „die Realität natürlich nicht ganz so ist“, haben Serien

wie „Grey‘s Anatomy“ bei der 21-Jährigen das Interesse

für den Pflegeberuf geweckt. „Ich dachte, der Beruf ist auf

jeden Fall spannend.“ Und so entschied sie sich nach dem

Abitur für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ). Dass sie als

„FSJler“ auf den Stationen „voll integriert“ war, war für sie

ein Glücksgriff: „Ich durfte zum Beispiel Blutdruck messen.

Das war für mich dann zu Beginn der Ausbildung ein Vorteil.

Ich kannte das schon. Andere Pflegeschüler sind dabei

anfangs sehr unsicher.“

Lea-Marie und Julian wollten eigentlich in der Verwaltung

arbeiten. „Wir haben dann aber festgestellt, dass die Arbeit

auf der Station viel spannender ist.“ Beide wissen, wie wichtig

es ist, sich vor der Ausbildung ein Bild von der Arbeit in

der Pflege zu machen und schätzen daher die Erfahrungswerte

aus ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr: „Es kann sein,

dass man sonst schnell überfordert ist. Es ist gut, vor der

Ausbildung zu wissen, worauf man sich einlässt.“ Julian ergänzt:

„Es ist schließlich körperliche und auch psychische

Arbeit.“

Erfahrungen vor der Ausbildung wichtig

Der Übergang in die Ausbildung verlief bei allen fließend.

Das Freiwillige Soziale Jahr, ein Jahrespraktikum oder den

Bundesfreiwilligendienst als „Sprungbrett“ zur Ausbildung

in der Pflege zu nutzen, ist keine Seltenheit. Von den insgesamt

16 FSJlern oder Bufdis des Jahrgangs 2019/2020 haben

13 eine Ausbildung in der Klinik begonnen. „Wir setzen voraus,

dass unsere Pflegeschüler schon erste Erfahrungen in

der Pflege mitbringen. Das ist enorm wichtig. Nicht jeder ist

für diesen Beruf gemacht und in einem Jahr bekommt man

schon sehr viel mit und merkt, ob das der richtige Beruf für

einen ist. Und auch wir sehen natürlich, ob der Jugendliche

der Aufgabe gewachsen ist“, betont Erna Spuling.

Freude an den „sichtbaren Erfolgen“

An der Ausbildung gefällt den Pflegeschülern vor allem der

Kontakt zu den Menschen und „die sichtbaren Erfolge.“

„Mir macht die Arbeit in der Geriatrie zum Beispiel sehr

viel Freude. Man sieht, wie jemand, der nicht mehr laufen

konnte, wieder aufstehen kann“, sagt Diane, die kurz vor

ihrem Examen steht, mit einem Lächeln im Gesicht. Malina

ergänzt: „Man begleitet den Prozess mit und freut sich mit

den Patienten.“

Für alle, die sich vorstellen können, eine Ausbildung in der

Pflege zu machen, haben die Azubis auch einige Tipps parat:

„Man sollte etwas Ruhe mitbringen. Denn manchmal ist der

Bär los. Aber egal wie stressig es ist, mit den richtigen Leuten

ist alles zu schaffen“, betont Julian. Außerdem sollten Pflegeschüler

teamfähig sein und Interesse haben, etwas zu lernen.

Ob jemand schüchtern oder kommunikativ ist, spielt keine

Rolle: „Ich war auch anfangs zurückhaltend. Man wächst

mit seinen Aufgaben“, bringt es Diane abschließend auf den

Punkt. ■

Pflegefachmann/Pflegefachfrau

Pflegefachleute betreuen und versorgen Menschen

in allen Versorgungsbereichen der Pflege (Kran ken-,

Kinderkranken- und Altenpflege). Außerdem führen

sie ärztliche Anordnungen durch, assistieren bei ärztlichen

Maßnahmen, dokumentieren Patientendaten und

wirken bei der Qualitätssicherung mit. Pflegefachmann/-frau

ist eine bundesweit einheitlich geregelte Ausbildung

an Berufsfachschulen für Pflege sowie an Krankenhäusern

und Pflegeeinrichtungen. Sie dauert drei

Jahre und führt zu einer staatlichen Abschlussprüfung.

WOLL Elternratgeber - 63


KARRIERESTART

IM KLINIKUM

WIR SUCHEN AUSZUBILDENDE FÜR DEN START AB 1.4., 1.8. UND 1.10.

Ausbildung zum Pflegefachmann /

zur Pflegefachfrau (m/w/d) in Voll- und Teilzeit

Was bringst du mit?

• Du hast die Fachoberschulreife oder eine sonstige zehnjährige allgemeine Schulbildung

und bist mind. 17 Jahre alt

• Den richtigen Mix aus Teamgeist, Flexibilität, Empathie und Offenheit im Umgang mit

unseren Patienten

• Du bist mobil, um die verschiedenen Standorte selbst erreichen zu können

Was erwartet dich bei uns?

• Du arbeitest mit Menschen, daher ist kein Tag wie der andere. Zudem übernimmst du

viele unterschiedliche Aufgaben- von der Pflege über medizinische Tätigkeiten bis hin

zu sozialen Interaktionen

• Teamwork ist in der Pflege unverzichtbar. Du arbeitest mit deinen Kolleginnen und

Kollegen und weiteren Gesundheitsexperten eng zusammen

• Du lernst die vielfältigen Aufgabenfelder des Pflegeberufs kennen und arbeitest

innovativ mit modernster Pflege und Medizin

• Wir bieten dir einen sicheren Arbeitsplatz mit hoher Übernahmechance im Anschluss

an deine Ausbildung

Ausbildungsvergütung Pflege in Vollzeit: 1.140,69 € im 1. Ausbildungsjahr bis 1.303,38 €

im 3. Ausbildungsjahr

Die Ausbildung ist auch in TEILZEIT möglich, dauert vier Jahre und ist auf eine wöchentliche

Arbeitszeit von 28,8 Stunden ausgelegt. Unsere Auszubildenden in Teilzeit haben die

Möglichkeit zur Mitbestimmung der Arbeitsmodelle, um Familie und Job zu verbinden.

Welche Perspektiven gibt es für dich?

Wenn du höher hinaus willst, stehen dir viele Möglichkeiten offen. So unterstützen wir

unsere Auszubildenden bei dem Erreichen Ihrer Ziele und fördern mit umfassenden Fortund

Weiterbildungsmöglichkeiten. NEU ist das Studium Pflege B.A. am FOM Hochschulzentrum

in Arnsberg. Das Studium kann ausbildungs- und berufsbegleitend erfolgen und

dauert (bei Anrechnung der Ausbildung) 5 Semester. Ein Start ist nach dem ersten Ausbildungsjahr

oder im Anschluss an die abgeschlossene Ausbildung möglich. Bei geeigneter

Qualifikation bieten wir dir ein Stipendium.

Deine Benefits bei uns: Tarifbindung (AVR-Caritas) – arbeitgeberfinanzierte Zusatzversorgung

– strukturierte Anleitung durch Praxisanleiter – Betriebssport – Mitarbeitervergünstigungen

und Rabatte bei Unternehmen in der Region sowie bei stetig wechselnden

Online-Partnern – Firmenfeste und vieles mehr.

64 - WOLL Elternratgeber

Alle Informationen: www.klinikum-hochsauerland.de/karriere

Fakten zum Klinikum

• Grund- und Regelversorgung

Schwerpunktzentren für fast

jede Erkrankung

• 4 Standorte mit 32 Kliniken in

Arnsberg und Meschede / 927

Betten

• 40.000 stationäre und 65.000

ambulante Patienten pro Jahr

• Mehr als 2.600 Beschäftigte

• Bildungsakademie mit 400

Ausbildungsplätzen in der Pflege

• Viele weitere Ausbildungsberufe

• 3 Medizinische Versorgungszentren

• 1 Pflegezentrum mit 80 Betten

sowie 12 Tagespflegeplätzen

Online Ausbildungsberatung immer

mittwochs in der Zeit von 13 bis 14

Uhr! Weitere Infos findest du auf

unserer Homepage!

Bitte bewirb dich online unter

www.klinikum-hochsauerland.de/

karriere-bildung/jobs oder per E-Mail an:

Ihre Ansprechpartnerin

Frau Alina Biasotto

Personalentwicklung

02932 980-248114

A.Biasotto@klinikumhochsauerland.de


Pflegeschulen im HSK und Kreis Soest bilden

zum Pflegefachmann/zur Pflegefachfrau aus

„DIE PFLEGE IST EIN

SICHERES BERUFSFELD“

Z

ahlreiche Pflegeschulen sorgen im Kreis Soest

und dem HSK dafür, dass auch morgen noch ältere

und kranke Menschen versorgt werden können.

Seit dem 1. Januar 2020 werden die Berufsausbildungen

des/r Altenpflegers/in, des/r Gesundheits- und Krankenpfleger/in

und des/r Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in

zu einer generalistischen Pflegeausbildung zusammengefasst.

Die Ausbildung zum „Pflegefachmann“

beziehungsweise zur „Pflegefachfrau“ dauert drei Jahre

und ist EU-weit anerkannt. In manchen Pflegeschulen

kann zudem eine einjährige Ausbildung zum/r Pflegeassistent/in

gemacht werden.

LWL-Akademie für Gesundheitsund

Pflegeberufe Marsberg

Andrea Eckelsbach, Leiterin der LWL-Pflegeschule Marsberg,

sieht im zusammengeführten Ausbildungsberuf Pflegefachmann/frau

eine Chance: „Durch die generalistischen Berufsausbildung

ist man viel breiter aufgestellt und kann besser woanders

anknüpfen.“

Die Akademie ist eine von insgesamt vier Bildungseinrichtungen

für Pflegeberufe im LWL- Psychiatrieverbund. Für die

In der Pflegeschule Maria Hilf

Brilon wird Praxis und Theorie

optimal verknüpft.

Monika Loerchner

Jürgen Eckert &

Matthias Haslauer

neue generalistische Ausbildung wurden viele Umgestaltungen

und Anpassungen vollzogen. So wurde eigens ein schulinternes

Curriculum entwickelt. Am Anfang der Ausbildung

steht dabei ein mehrwöchiger Schulblock, um erste Grundlagen

für die folgende Praxis zu vermitteln. Geht es dann um

die tatsächliche Anwendung des Gelernten, profitieren die

Schüler/innen der Pflegeschulen von einer engen Kooperation

verschiedener Einrichtungen. Dabei lernen sie die Berufspraxis

nicht nur in Krankenhäuser und Kliniken kennen.

„Der praktische Einsatz unserer Auszubildenden findet auch

in der ambulanten Pflege und in Pflegeeinrichtungen statt“,

erzählt Andrea Eckelsbach. „Die Vielfalt der Ausbildung spiegelt

sich in den Außeneinsätzen wider.“

So durchlaufen die Schüler/innen in Marsberg alle wichtigen

Bereiche wie die stationäre und ambulante Akut- und Langzeitpflege,

die pädiatrischen Versorgung und die psychiatrischen

Fachbereiche. Nach der generalistischen Ausbildung

kann spezifischeres Wissen erworben und vertieft werden. Die

Marsberger LWL-Einrichtungen bieten gute Karrierechancen

und sind bereits mehrfach mit dem „Beruf und Familie-Zertifikat“

ausgezeichnet worden. Die Ausbildung zum/r Pflegefachmann/frau

beginnt hier jedes Jahr im Oktober.

WOLL Elternratgeber - 65


LWL-Akademie für Gesundheitsund

Pflegeberufe Lippstadt

„Wir haben uns hinsichtlich der Ausbildung für die Goldene

Mitte entschieden“, erzählt Danica Goy von der LWL-Pflegeschule

in Lippstadt. So durchlaufen angehenden Pflegefachmänner

und -frauen dort zunächst alle wichtigen Bereiche der

generalisierten Ausbildung. Zusätzlich jedoch besteht je nach

Träger die Möglichkeit, sich im dritten Ausbildungsjahr zu

spezialisieren. Die Kooperationspartner dafür finden sich in

Hamm, in den Kreisen Soest und Paderborn und im HSK.

„Die Auszubildenden lernen eine berufliche Handlungskompetenz,

um verantwortungsbewusst und selbstständig in den

Berufssituationen bestehen zu können“, erklärt Schulleiterin

Anja Henrichs.

Für die theoretische Ausbildung setzt die Akademie dabei

zunehmend auf die Möglichkeiten digitaler Medien wie das

Online-Lernportal und die LWL-Cloud. Mit Erfolg: Seit

2021 ist die Pflegeschule in den Bereichen Aus-, Fort- und

Weiterbildung in Pflegeberufen zertifiziert. Die LWL-Akademie

Lippstadt bietet zweimal im Jahr, immer im August

und Oktober, jeweils 35 Schülern/innen einen Ausbildungsplatz

an. „Die Pflege ist ein sicheres Berufsfeld mit hervorragenden

Zukunftsperspektiven bis hin zu Akademisierung“,

so Anja Henrichs. Für den Erwerb weitere Qualifikationen

arbeitet die Pflegeschule eng mit dem LWL-Fort- und Weiterbildungszentrum

in Warstein zusammen. Außerdem besteht

die Möglichkeit einer berufspädagogischen Weiterbildung

zum/r Praxisanleiter/in in der Pflege.

Pflegeschule Maria Hilf in Brilon

- jährlich 25

Menschen zu

examinierten

Pflegefachfrauen

und -männern

ausgebildet. Im theoretischen

Teil stehen den

Schülern/innen unter anderem

ein PC-Raum mit 15 Arbeitsplätzen und die Nutzung einer

professionellen Lernplattform zur Verfügung.

„Damit die Verzahnung zwischen Theorie und Praxis optimal

gelingt“, hebt Petra Vorderwirsch, Leiterin der Pflegeschule

Maria Hilf, hervor, „werden die Auszubildenden in der Praxis

von einer hauptamtlichen Praxisanleitung begleitet.“

Ein fester Bestandteil der Ausbildung am Maria Hilf-Krankenhaus

sind außerdem Projekte wie „Schüler leiten Schüler

an“ oder „Schüler leiten eine Station“, bei dem die Auszubildenden

für acht Tage eine Station übernehmen. Dabei stehen

ihnen natürlich die Praxisanleiter/innen und examinierte

Pflegekräfte zur Seite, um eine optimale Patientenversorgung

zu gewährleisten.

Klinikum Hochsauerland

Pflegeschüler in der

LWL-Akademie Lippstadt

Die Pflegeschüler des Klinikum Hochsauerland absolvieren

den theoretischen Teil ihrer Ausbildung an der Bildungsakademie

der Gesundheits- und Sozialwirtschaft Hochsauerland

Mit circa 450 Auszubildenen an zwei Standorten in Arnsberg

und Meschede zählt sie zu den größten Ausbildungszentren

der Region. ■

Als erste Klinik im Hochsauerlandkreis bildet das Krankenhaus

Maria-Hilf in Brilon seit dem 01. April 2019 auch Pflegefachassistenten/innen

(Gesundheits- und Krankenpflegeassistenten)

aus. Damit richtet sich die Klinik vor allem an

Berufsanfänger/innen, Rückkehrer/innen und Umschüler/

innen. 25 Schüler/innen pro Jahr lernen während der einjährigen

Ausbildung die Assistenz im Bereich Pflege und Versorgung

alter Menschen, Unterstützung im ambulanten

Bereich und Behindertenhilfe. Die Ausbildung startet

jeweils am 1. April eines Jahres. Auch pflegerische Fachweiterbildungen

bis hin zum Bachelorstudium „Pflege

dual“ sind hier möglich.

Im Briloner Bildungszentrum für Gesundheitsberufe

werden außerdem – ebenfalls immer ab Oktober

66 - WOLL Elternratgeber

Pflegeschüler werden in der Praxis

von einer Praxisanleitung begleitet.


Anzeige

Krankenhaus Maria Hilf in Brilon

„Wichtig ist die persönliche Note in

der Begleitung der Auszubildenden.“

(Petra Vorderwisch, Schulleiterin)

Freie Ausbildungsplätze:

Ab Oktober 2021:

Pflegefachmann/ Pflegefachfrau

(generalistische Pflegeausbildung)

Mehr Infos unter:

www.karriere.krankenhaus-brilon.de

Christel Zidi

Jürgen Eckert

Im

Briloner Krankenhaus

Maria Hilf legt man

großen Wert auf eine

qualifizierte Ausbildung der Pflegefachmänner/-frauen

und Gesundheits-

und Krankenpflegeassistenten

(zukünftig Pflegefachassistenten) Aktuell

gibt es 100 Ausbildungsplätze,

geplant ist eine Erweiterung auf 150.

Damit einher geht auch eine bauliche

Erweiterung des Schulgebäudes.

„Die Freude am Umgang und in der

Arbeit mit Menschen sind enorm wichtig.

Ebenso aber auch ein ausgeprägtes

Verantwortungsbewusstsein und Zuverlässigkeit“,

betont Schulleiterin Petra

Vorderwisch. Dem Team um Petra Vorderwisch

ist wichtig, ein vertrauensvolles

Miteinander mit viel Freude und Motivation

in der Zusammenarbeit mit den

erwachsenen Auszubildenden zu fördern.

Damit die Verzahnung zwischen Theorie

und Praxis optimal gelingt, werden die

Auszubildenden in der Praxis von einer

hauptamtlichen Praxisanleitung begleitet.

Im theoretischen Teil stehen u. a.

ein PC-Raum mit 15 Arbeitsplätzen und

die Nutzung einer professionellen Lernplattform

zur Verfügung. Zudem gibt

es eine Vielzahl an Projekten, die auf die

späteren Anforderungen des Berufes vorbereiten.

Verlässlichkeit und Ansprechbarkeit in

der Gestaltung der Ausbildung sind ein

besonderes Anliegen. „Eine offene Gesprächskultur,

die Raum für Diskussionen

lässt und gleichzeitig die Auseinandersetzung

mit den herausfordernden

Bedingungen in der Pflege zulässt, sind

wichtige Bestandteile unseres Unterrichtens“,

so Petra Vorderwisch.

Pflegerische Fachweiterbildungen bis

zum Studium sind möglich. Zum Beispiel

der Studiengang „Pflege dual“ an

der FH Münster, der bereits während

der Ausbildung begonnen werden kann,

und mit einem „Bachelor Pflege“ abschließt.

Er schließt viele Möglichkeiten

einer Karriereplanung im Krankenhaus

Maria-Hilf mit ein. Dazu erklärt Schulleiterin

Petra Vorderwisch abschließend:

„Das Schöne ist auch, dass spätere Wirkungsbereiche

in der Pflege sehr vielseitig

und flexibel gestaltet werden können.

Ein wirklich unerschöpfliches Angebot

für den Dienst am und für Menschen in

vielen unterschiedlichen Kontexten.“ ■

Schulleitung: Petra Vorderwisch

Bildungszentrum für Gesundheitsberufe

am städtischen Krankenhaus

Maria-Hilf Brilon gGmbH

Am Schönschede 1

59929 Brilon

Tel.: 02961 780 1447

Mail: petra.vorderwisch@kh-brilon.de

WOLL Elternratgeber - 67


PRODUKTION UND FERTIGUNG

Top Berufe

∙ Bäcker/-in

∙ Brauer/-in und Mälzer/-in

∙ Chemikant/-in

∙ Fleischer/-in

∙ Konditor/-in

∙ Holzbearbeitungsmechaniker/-in

∙ Holzmechaniker/-in

∙ Produktionstechnologe/-in

∙ Medientechnologe/-in

∙ Packmitteltechnologe/-in

∙ Papiertechnologe/-in

∙ Verfahrensmechaniker/-in

Dieses Berufsfeld

erkunden auf

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Firmenportraits und

Ausbildungsangebote

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www.imsauerland.de

68 - WOLL Elternratgeber


Jetzt bewerben!

Foto: © iStockphoto/industryview

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Wir suchen zum 01.08.2021 sowie zum 01.08.2022 Auszubildende zum Beruf des/der Verfahrensmechanikers/

Verfahrensmechanikerin für Kunststoff- und Kautschuktechnik/Fachrichtung Compound- und Masterbatchherstellung

Ausbildungsinhalte:

Überwachen von Produktionsprozessen

eines internationalen Industrieunternehmens

Einrichten von Maschinen und Anlagen

Prüfung der Qualität der Erzeugnisse

Erlernen von Verfahrenstechniken

Vermittlung von Kenntnissen über Materialien und ihre

Nutzung

Manuelle und maschinelle Be- und Nachbearbeitung

Selbstständige Mitarbeit im Tagesgeschäft

Ihr Profil:

Erfolgreich abgeschlossener Haupt- oder Realschulabschluss,

Fachhochschulreife oder Abitur

Technisches Verständnis und Interesse an Maschinen

Verantwortungsbewusstsein, sorgfältige Arbeitsweise

und Lernbereitschaft

Teamfähigkeit

Gute Mathematik- und Chemie-Kenntnisse

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Eine praxisnahe Ausbildung mit Betreuung durch

erfahrene Ausbilder und Ausbildungsbeauftragte

unserer jeweiligen Fachabteilungen

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Entwicklung

Senden Sie uns gerne Ihre schriftliche Bewerbung:

CONSTAB Polyolefin Additives GmbH

Personalabteilung – Frau Korb

Industriestraße Möhnetal 16 | 59602 Rüthen

Oder per E-Mail an: working@constab.com

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir Ihre Online-

Bewerbung ausschließlich im Dateiformat PDF entgegennehmen.


Sergej Krutsch macht eine

Ausbildung zum Verfahrensmechaniker

für Kunststoff

und Kautschuktechnik

INS BERUFLICHE

„GLÜCK“ GERUTSCHT

Helmut Gaida

Constab

Sergej Krutsch

Sergej Krutsch hat sich für eine Ausbildung als Verfahrensmechaniker

für Kunststoff und Kautschuktechnik

bei der Firma Constab Polyolefin Additives

in Rüthen entschieden. Vor Ausbildungsbeginn hatte er

keine richtige Vorstellung von den Aufgaben und Arbeitsinhalten

eines Verfahrensmechanikers.

Sergej Krutsch hatte schon immer den Wunsch einmal praktisch

zu arbeiten. „Von Constab hörte ich, dass die Ausbildung

dort einen guten Ruf hat - und so bin ich in die Verfahrensmechanik

hineingerutscht’“. Vor Ausbildungsbeginn

hatte er noch keine richtige Vorstellung, vor allem nicht von

der Vielseitigkeit dieses außergewöhnlichen Berufes. Seine

Firma bietet Masterbatch (= Kunststoffhilfs- und Zusatzstoffe)

und Compound (Verbundwerkstoff mit Kunststoffanteil)

für Folien, Fasern und vieles mehr an.

“Die Wahl erwies sich im Nachhinein als Glücksgriff. Die

praktische Arbeit entspricht meinen Fähigkeiten und Neigungen

und es gibt viele Möglichkeiten noch mehr zu lernen.”

Sergej ist begeistert davon, dass Azubis sofort in den

Produktionsprozess miteinbezogen werden und somit die

Verbindung zu den schulischen Inhalten hergestellt wird.

Da stimmt auch der ehemalige Azubi Max Salesski zu und

greift noch zwei nicht unwesentliche Aspekte auf: Die gute

Bezahlung und ein sicherer Arbeitsplatz.

70 - WOLL Elternratgeber


Max Salesski

„Gutes Team mit starkem Zusammenhalt”

Max Salesski erinnert sich an ein schönes Ereignis während

seiner Ausbildung: „Das war der Bau einer Modell-Lokomotive

mit eigenem Antrieb. Die Überlegungen wie die

Lokomotive aussehen soll und dann das praktische Bauen

der Lokomotive mit meinem Ausbilder hatten mir sehr viel

Spaß gemacht.“ Ihm gefällt auch, dass seine Arbeit spannend

ist, Monotonie nie aufkommt und „wir sind ein sehr

gutes Team mit starkem Zusammenhalt“. Das ist seiner

Meinung nach auch notwendig, um die ständig neuen Herausforderungen

bewältigen zu können.

Von einer anderen praktischen Einbindung der Azubis weiß

Sergej Krutsch schmunzelnd zu berichten: „Auf einer Weihnachtsfeier

musste ich mit der Personalverantwortlichen und

der Einkaufsleiterin tanzen“. Auch so macht Ausbildung

Spaß! Und wie geht es für Sergej weiter? „Erst einmal möchte

ich in dem erlernten Beruf arbeiten und später vielleicht

eine Weiterbildung in Richtung Techniker absolvieren.“ ■

Verfahrensmechaniker/in für

Kunststoff und Kautschuktechnik

In den sieben Fachrichtungen werden verschiedene

Bearbeitungsverfahren und Werkstoffe verwendet

und unterschiedliche Ergebnisse erzielt. Die Palette

der Produkte, die ein Verfahrensmechaniker herstellt,

ist breit gefächert: Über Rohrleitungen, Bauteile,

Kunststoff-Mischstoffe zur Weiterverarbeitung,

Formteile wie Stoßstangen und Fahrzeugverkleidungen

bis hin zu medizinischen Apparaten, Fenster- und

Türrahmen, Folien und Kautschuk-Mischstoffen für

die Fahrzeugausstattung oder für Implantate wird alles

gefertigt, was komplett oder in Teilen aus Kunststoff

und Kautschuk besteht.

Wir suchen für August 2022 einen

Auszubildenden (m/w/d)

Oberflächenbeschichter/-in

Mit uns kannst Du glänzen!

WIOTEC ist einer der führenden und leistungsstärksten

dekorativen Oberflächenbeschichter

in Europa. Wir sind der Spezialist für Oberflächenveredelung

und Metallbearbeitung, und

bearbeiten Kleinstteile und Langteile bis zu

sechs Metern. Als Marktneuheit starten wir gerade

ein umweltfreundliches Kunststoffveredelungsverfahren,

für die Veredelung von Sonderkunststoffen.

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Deine Ausbildung bei uns!

Du solltest Folgendes mitbringen:

» Interesse an physikalischen und chemischen

Vorgängen

» Technisches Verständnis

» Erweiterter Hauptschulabschluss (Klasse 10

oder höher)

» Zuverlässigkeit

» keine Nickelallergie

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Melde Dich gerne bei uns, um ein paar Tage

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Schreib uns einfach eine Mail!

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59469 Ense-Höingen • 02938 97833-0 • info@wiotec.com


Praktikum im Ausland: Niko Remmert hat vier

Wochen in einem Betrieb in China gearbeitet.

Niko Remmert absolvierte mit dem Programm

AusbildungWeltweit“ ein Auslandspraktikum

Anke Kemper

S. Droste & Privat

Ein unbeschreibliches

Erlebnis in China

heißt das Förderprogramm

des Bundesministeriums für

AusbildungWeltweit“

Bildung und Forschung (BMBF), das

Auszubildenen aus allen Bereichen ermöglicht, eine

praxisorientierte Fortbildung in einem Land ihrer

Wahl zu absolvieren. Niko Remmert aus Werl entschied

sich für China und setzte alle Hebel in Bewegung,

in seinem zweiten Ausbildungsjahr als Industriekaufmann

diesen Schritt zu setzen.

„Da war schon einiges an Planung, Organisation und Eigeninitiative

nötig“, beginnt der 24-Jährige. Die Kooperation

des Berufskolleg Berliner Platz des HSK mit seinem Ausbildungsbetrieb

Tillmann & Schroyen in Arnsberg machte

es für den angehenden Industriekaufmann möglich. „Für

die meisten Ausbildungsbetriebe ist das alles Neuland. Ich

bin bei meinen Ausbildern und der Geschäftsleitung mit

meiner Idee sofort auf offene Ohren gestoßen und bekam

hierfür grünes Licht“, erzählt er weiter. Nicht zuletzt wegen

des Einsatzes der stellvertretenden Schulleiterin des

Berufskollegs, Uta Heitmann, die für die Lernaufenthalte

der Schüler im Rahmen des Förderprogrammes Erasmus+

und AusbildungWeltweit verantwortlich ist und diese mit

Leidenschaft an die jungen Erwachsenen heranträgt.

Nanjing, China – ein komplett

anderes Arbeitsleben

Eine fremde Kultur, eine völlig andere Arbeitsweise und

eine strikt gegliederte Hierarchie: Niko Remmert arbeitete

vier Wochen in einem Betrieb mit 2.000 Mitarbeitern.

Größtenteils in der Abteilung Materialwirtschaft und Disposition,

teilweise auch in der Produktion. Anweisungen

bekam er ausschließlich von seinem direkten Vorgesetzten

und es galt, diese ohne Wenn und Aber auszuführen. Mit

Englisch konnte er sich mit seinen Kollegen gut verständigen

und auch außerhalb der Arbeit die Kultur, das Land

und seine Bewohner kennenlernen. Ein unbeschreibliches

Erlebnis für den Auszubildenen. Die gewonnenen Eindrücke

sind eine wertvolle Erfahrung für ihn und auch

für den Ausbildungsbetrieb bedeutet die persönliche und

berufliche Weiterentwicklung einen enormen Mehrwert.

72 - WOLL Elternratgeber


Einladung nach Berlin

Im November 2019 wurde Niko Remmert mit vier weiteren

Absolventen des Programmes AusbildungWeltweit

nach Berlin ins Ministerium für Bildung und Forschung

eingeladen. Deutschlandweit hatten in dem Jahr allein aus

dem kaufmännischen Bereich 155 Personen die Möglichkeit,

an diesem Förderprogramm teilzunehmen. Neben

Fachinformationen standen die Erfahrungsberichte von

Vertretern der Ausbildungsbetriebe und der Auszubildenen

im Zentrum der Veranstaltung. Niko Remmerts

Fazit: „Man sollte auf jeden Fall einen Auslandsaufenthalt

machen! Man muss es gut vorbereiten – aber es lohnt sich

und ich würde es wieder tun.“ Das bestätigten auch die

anderen vier anwesenden Azubis und deren Ausbilder.

Im Jahr 2020 konnte Niko Remmert seine Ausbildung

zum Industriekaufmann erfolgreich abschließen und

wurde von seinem Ausbildungsbetrieb übernommen. Jetzt

arbeitet er dort im Vertrieb. Wohin die Reise auch gehen

mag, Niko Remmert kann auf eine lehrreiche Zeit zurückblicken

und durch einen Erfahrungsschatz gestärkt in die

Zukunft gehen. ■

AusbildungWeltweit des

Bundesministeriums für

Bildung und Forschung:

www.ausbildung-weltweit.de

Erasmus+ - EU-

Programm für allgemeine

und berufliche Bildungt:

www.erasmusplus.de

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WOLL Elternratgeber - 73


Das Zeitalter von Industrie 4.0: Elektronische Steuerungen

prägen sowohl das Arbeitsleben als auch den Alltag.

Christel Zidi

INDUSTRIE 4.0 UND DIE ZUKUNFT DER FACHARBEITER

W

ir sind im Zeitalter Industrie 4.0. angekommen.

Im Zeitalter der elektronischen Steuerungen

und smarten Techniken. Längst sind diese

Technologien weit fortgeschritten. Wer zukunftsgerichtet

denkt, hat sich in diesen Bereichen fortgebildet. Aber es

gibt auch sehr viele, die die Digitalisierung verunsichert

hat. Erleichtern smarte Technologien die Arbeitsprozesse

oder führen sie dazu, dass viele Berufe überflüssig werden?

Seit der Industrialisierung (1.0) zu Beginn des 19. Jahrhunderts

hat sich viel verändert. Viele zuvor von Hand durchgeführte

Arbeiten wurden nach und nach von Maschinen ersetzt. 1833

wurden die ersten Fließbänder in den Werkhallen eingebaut,

die Arbeiten erfolgten im Takt der Maschinen (Industrie 2.0),

1941 begann mit der ersten programmgesteuerten binären

Rechenmaschine von Konrad Zuse das Computerzeitalter (Industrie

3.0).

2021 befinden wir uns im Zeitalter 4.0. Und das nicht nur

im Arbeitsleben, sondern auch in unserem Zuhause. Elektronische

Steuerungen sind selbst in den alltäglichsten Dingen eingebaut:

Fernseher, Waschmaschinen und auch in Kühlschränken.

Sie alle sind „smart“ geworden. Smart bedeutet intelligent,

bei smarten Technologien bedeutet das, dass der Eingriff von

Menschen (-händen) kaum noch erforderlich ist. Befördert sich

der Mensch also selbst aus dem Arbeitsleben heraus?

Professor Jürgen Bechtloff aus Eversberg hat sich mit den technischen,

betriebswirtschaftlichen und strategischen Herausforderungen

der „Industrie 4.0“ ausgiebig auseinandergesetzt.

Er ist der Meinung, dass „die vierte industrielle Revolution /

Industrie 4.0 gerade bei den Facharbeitern zu einer sich weiterentwickelnden

Zukunft führt.“ Und er erklärt: „Sie werden

durch den fortschreitenden Einsatz von cyberphysischen Systemen

von Routinearbeiten entlastet. Sie steuern und organisieren

die Produktionsprozesse stärker, was die Tätigkeiten

abwechslungsreicher, aber auch anspruchsvoller machen wird.“

KI-Systeme zur Unterstützung

Also keine Panik, dass Facharbeiter angesichts der vielen neuen

und vor allem smarten Technologien irgendwann überflüssig

sein werden? Professor Bechtloff: „Umso besser die

Facharbeiter qualifiziert sind, umso wichtiger werden sie in

der Produktion. Ihr Einsatz wird flexibler, abwechslungsreicher

und projektbezogen. Entscheidungen werden auch in

74 - WOLL Elternratgeber


Zukunft nicht ausschließlich von KI-Systemen (künstlicher

Intelligenz) getroffen, sondern sie werden den Facharbeiter

in seinen Entscheidungsfindungen unterstützen. Diese Entscheidungen

führen zu sichererem und zielgerichtetem praktischen

Handeln.“ Kein Grund zur Panik also. Aber Grund

zum Umdenken. Wie gut, dass da unser Bildungssystem sehr

flexibel eingestellt ist und die Zukunft im Blick hat. Die Digitalisierung

spielt in fast allen Ausbildungsberufen eine große

Rolle. Besonders jüngere Menschen sind mit Smartphone und

Co. schon so vertraut, dass Vernetzung für sie eine selbstverständliche

Angelegenheit ist.

Fortschritt wird immer weitergehen, das liegt in der Natur der

Sache. Jetzt liegt es an uns, mitzugehen – oder stehenzubleiben.

Wer mitgeht, entdeckt auch die vielfältigen neuen Möglichkeiten,

sieht, wo an die neuen Technologien angeknüpft

werden kann. Facharbeit ist und bleibt qualifiziertes Arbeiten

– im Zusammenspiel mit anderen Menschen, Maschinen und

neuen Technologien. Und: Facharbeiter gestalten ihre Umgebung

mit. Sicherlich werden manche Berufe wegfallen, aber

auch spannende neue geschaffen. Berufe, die wir uns jetzt

noch nicht vorstellen können… ■

Professor

Jürgen Bechtloff

„Umso besser die Facharbeiter

qualifiziert sind, umso wichtiger

werden sie in der Produktion.“

- Prof. Bechtloff

Quelle: FH-SWF

Wir bilden aus!

Die Risse & Co. GmbH ist ein mittelständisches Unternehmen und

steht für Glaubwürdigkeit, Zuverlässigkeit, Flexibilität und hohe

Problemlösungs- und Beratungskompetenz in der Verarbeitung von

Hochleistungskunststoffen und der Metallsubstitution bzw. dem

Metallersatz durch technische Kunststoffe.

Wir als Arbeitgeber bieten Ihnen neue berufliche Perspektiven mit

anspruchsvollen Aufgaben in einem kollegialen Betriebsklima. Mit

über 150 Mitarbeitern sind wir einer der großen Arbeitgeber im

Stadtgebiet.

Wir als Ausbildungsbetrieb erkennen unsere Verantwortung und

bilden unsere zukünftigen Fachkräfte selbst aus. Unsere

Ausbildungsquote von über 10% ist ein eindeutiger Hinweis auf die

zukunftsorientierte Ausrichtung des Unternehmens.

Verfahrensmechaniker (m/w/d) für Kunststoffund

Kautschuktechnik

Verfahrensmechaniker (m/w/d) für Kunststoff- und Kautschuktechnik

sind gefragte Fachleute im Produktionsbereich. Die Fertigung unserer

hochwertigen Kunststoffbauteile erfordert ein umfassendes

Verständnis der Werkstoffe und deren Verarbeitung. Deine Aufgabe

ist es, automatisierte Maschinen und Anlagen einzurichten und zu

bedienen. Du überwachst eigenverantwortlich den gesamten

Fertigungsprozess, behebst selbständig Störungen und wirkst an der

Optimierung der Prozesse mit.

Werkzeugmechaniker (m/w/d) Formentechnik

Als Werkzeugmechaniker (m/w/d) besitzt du Know-how, um

hochmoderne Spritzgusswerkzeuge zu fertigen, zu montieren und

auch zu reparieren. Mit Dir werden technische Ideen Wirklichkeit!

Wir bieten auch Schülerpraktika an, um Dich bei

Deiner Berufsorientierung zu unterstützen.

Werde ein Teil unseres Teams und sende uns

Deine aussagekräftige Bewerbung per E-Mail.

Risse & Co. GmbH Bewerbungen an: Telefon: 02902 970710

Zur Lütgenheide 14 personal@risse-warstein.de Telefax: 02902 970750

59581 Warstein www.risse-warstein.de

WOLL Elternratgeber - 75


LANDWIRTSCHAFT, NATUR UND UMWELT

Top Berufe

∙ Fachkraft Agrarservice

∙ Forstwirt/-in

∙ Florist/-in

∙ Gärtner/-in Garten und

Landschaftsbau

∙ Landwirt/-in

Dieses Berufsfeld

erkunden auf

karriere-hier.de

Firmenportraits und

Ausbildungsangebote

aus der Region auf

www.imsauerland.de

„Etwas mit den eigenen

Händen erschaffen“

Matthias Hoffmann berichtet von seiner

Ausbildung zum Garten- und Landschaftsbauer

Monika Loerchner

Iris Böning

M

atthias Hoffmann ist 19 Jahre alt und packt gerne

mit an. Er liebt den großen Garten seines Elternhauses,

mit Pflanzen zu arbeiten oder auch mal

etwas zu pflastern. Eigentlich logisch, dass er sich nach dem

Realabschluss für den Beruf des Gärtners entschieden hat.

Kreativ sein und anpacken: Azubi

Matthias Hoffmann liebt die Arbeit

mit den Pflanzen.

76 - WOLL Elternratgeber


Gärtner/in

Die duale Ausbildung zum/r Gärtner/in dauert

drei Jahre. Man hat dabei die Wahl zwischen sieben

Schwerpunkten: Garten- und Landschaftsbau,

Baumschule, Friedhofsgärtnerei, Obstbau, Gemüsebau,

Staudengärtnerei und Zierpflanzenbau. Neben

klassischer Bepflanzung und Pflege kümmern sich

die Gärtner um den kindergerechten Aufbau von

Spiel- und Sportplatzanlagen, die Anlage von Terrassen

und Wegen, diverse Steinarbeitensowie Zaun-,

Sicht- und Windschautzaufbau. Außerdem nehmen

sie Bodenproben zur Be stimmung des ph-Wertes,

überprüfen die Stand orte der Pflanzen, kontrollieren

Großbäume, prüfen auf Schädlinge, beraten in Sachen

Pflege und Gartengeräte, bauen und kontrollieren

Wasseranlagen, legen Teiche an und sorgen für

die richtige Beleuchtung eines Gartens.

Ob Freibad- oder Schmuddelwetter, Matthias Hoffmann und

seine Kollegen vom Gartenbaubetrieb Dahlhoff in Rüthen

sind immer unterwegs. Ist es zu kalt, um mit Baumaterial zu

arbeiten, rückt eben die Pflegekolonne aus. Nur selten heißt

es, Zuhause bleiben und Überstunden abbauen. „Wir sind

dafür geboren, draußen zu arbeiten“, kommentiert Ausbilder

Michael Vahle. Und das ist ganz schön anstrengend. „Man

merkt sofort, dass die Azubis im ersten Lehrjahr noch nicht

so ganz mitziehen können“, sagt Michael Vahle und grinst.

Lehrling Matthias Hoffmann ergänzt: „Aber man härtet sehr

schnell ab.“ Die Freude an der Ausbildung ist dem Kallen-

hardter deutlich anzusehen. Geschickt manövriert er den Minibagger

über den verwinkelten Hof. Auch Trecker und Radlader

gehören zum Fuhrpark dazu.

„Man weiß abends, was man getan hat“

Als Garten- und Landschaftsbauer in der Ausbildung ist Matthias

Hoffmann „überall mit drin“. Was er an seinem Job am

meisten mag, ist – grob gesagt – alles. „Die Arbeit mit den Pflanzen

und auch Terrassen- und Treppenbau. Dass man kreativ

sein kann.“ Zur Hilfe kommen den Gärtnern dabei moderne

Maschinen. Finger klemmen beim Pflastern gehört der Vergangenheit

an – heute wird das mit einem Vakuumsauger erledigt.

Damit die Arbeiten, die trotzdem noch von Menschen erledigt

werden müssen, auch nicht ins Kreuz gehen, heißt es für den

Azubi, auch Lehrgänge über richtiges Heben und eine Rückenschule

zu besuchen.

Denn eins ist gewiss: „Man weiß abends, was man getan hat.“

Entsprechend wird auch auf die Sportnote der Bewerber geschaut.

„Man sollte schon fit sein“, rät Michael Vahle. Neben

Teamwork ist auch Mathe gefragt. „Das braucht man dann

für Bautechnik, etwa zur Flächenberechnung“, erzählt der

Azubi. Die Praxis gefällt ihm aber viel besser. Sich um Pflanzen

kümmern, einen Radlader lenken, eine Motorsäge führen

oder eben eine Terrasse bauen: „Etwas mit den eigenen Händen

erschaffen.“ ■

WOLL Elternratgeber - 77


Angelina Boecker

und Michael Hamm

Daniela Weber

Marc Niemeyer

Angelina Boecker (18) und Michael Hamm (22)

haben ihre Berufung in der Abfallwirtschaft gefunden

„GROSSER BEITRAG ZUR CO2 REDUZIERUNG“

Die Abfallwirtschaft hatten Angelina Boecker

(18) und Michael Hamm (22) nach der Schulzeit

„nicht auf dem Schirm“, zu wenig wussten

sie von dieser Branche. Dass sich Angelina für eine Ausbildung

zur Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft

und Michael für ein duales Studium im Bereich Entsorgungstechnik

bei Lobbe in Brilon entschieden haben, war

für die beiden Marsberger aber ein Glücksgriff. „Wir haben

die Entscheidung nicht bereut.“

„Also eigentlich wollte ich zu Schulzeiten immer Kinderkrankenschwester

werden“, sagt die 18-Jährige Angelina mit einem

Schmunzeln im Gesicht. Nun dreht die lebhafte Marsbergerin

mit ihrer Lieblingsmaschine, dem Radlader, ihre Runden auf

dem Gelände von Lobbe in Brilon, gekleidet mit orangefarbener

Warnschutzkleidung und mit einem ansteckenden Lächeln

im Gesicht. Das hätte sie bis vor wenigen Jahren nicht

gedacht: „Mein Vater arbeitet hier und ich habe mir dann die

Arbeit hier im Rahmen eines Praktikums mal angeschaut.

Und ja, ich war direkt begeistert.“ Ihre Faszination gilt vor

allem den Maschinen: Radlader oder Stapler, das ist egal. Die

Auszubildende im zweiten Lehrjahr hat Spaß an der Technik.

Besonders gut gefällt ihr auch, dass sie von Anfang an „mitten

drin“ war und jeden Tag etwas Neues lernt.

Außerbetriebliche Lehrgänge mit

Dozenten aus der Praxis

„Der Beruf ist sehr vielseitig. Im ersten Lehrjahr lernt man

die Maschinen und das Basiswissen kennen, etwa welcher

Müll zu welcher Kategorie gehört. Außerdem gibt es außerbetriebliche

Lehrgänge in Essen mit Dozenten aus der Praxis.

Dort werden alle Inhalte sehr praxisnah aufgearbeitet.“ Die

Berufsschule befindet sich in Gelsenkirchen. Dort hat Angelina

mehrmals im Jahr drei- bis vierwöchige Blockveranstaltungen.

Das Schönste an ihrer Ausbildung ist für Angelina aber

die Arbeit vor Ort in Brilon, wo sie die Theorie dann in die

Praxis umsetzen kann. Eine gute Mischung aus Theorie und

Praxis war auch für Michael wichtig. Der 22-Jährige steckt in

den Endzügen seines dualen Studiums und ist jeden Tag aufs

78 - WOLL Elternratgeber


Neue fasziniert von der Abfallwirtschaft. Auch er wollte eigentlich

etwas anderes werden. Industriekaufmann stand zur

Wahl: „Aber die Abfallwirtschaft ist viel abwechslungsreicher.

Als Laie weiß man oft gar nicht, was da für Prozesse hinter

stecken. Man kann sich das nicht vorstellen.“

Zukunftspläne haben die beiden sympathischen Marsberger

auch schon. Angelina möchte im Betrieb bleiben und vielleicht

noch eine Weiterbildung zum Techniker absolvieren.

Michael wird Aufgaben in der Betriebsleitung übernehmen.

Angelina und Michael hoffen, dass sich mehr jüngere Menschen

für die Abfallwirtschaft interessieren: „Der Umweltschutzgedanke

wird ja immer bedeutender und die Abfallwirtschaft

trägt einen großen Beitrag zur CO2 Reduzierung bei.“ ■

Beide sind von den großen Maschinen fasziniert.

Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft

Fachkräfte für Kreislauf- und Abfallwirtschaft sorgen

dafür, dass Abfälle korrekt entsorgt und verwertet werden.

Sie organisieren das Sammeln und Verladen von Müll,

führen ihn der Wiederverwertung zu oder entsorgen ihn

umweltschonend. Die Ausbildung dauert drei Jahre.

Motivierte Talente gesucht!

Mit einer guten Ausbildung legst Du den ersten

Grundstein für eine erfolgreiche Karriere.

Olsberg bietet Dir als innovatives und traditionsreiches

Familienunternehmen interessante Ausbildungsmöglichkeiten

sowohl im gewerblichtechnischen

als auch im kaufmännischen Bereich.

Unsere Ausbildungsangebote (m/w/d)

Gießereimechaniker, Fachrichtung Handformguss

(Bewerbungen auch noch für den Ausbildungsstart 2021 möglich!)

Technischer Modellbauer, Fachrichtung Gießerei

Industriemechaniker, Einsatzgebiet Instandhaltung

Stanz- und Umformmechaniker

Elektroniker für Betriebstechnik

Industriekaufmann

Wir freuen uns auf deine Bewerbung!

Olsberg GmbH

Hüttenstraße 38 I 59939 Olsberg

Email: personal@olsberg.com I T 02962 805-273+274

KAMINÖFEN I FEINBLECHTECHNIK I GUSSTECHNIK

WOLL Elternratgeber - 79

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METALL UND MASCHINENBAU

Top Berufe

∙ Feinwerkmechaniker/-in

∙ Industriemechaniker/-in

∙ Maschinen- und

Anlagenführer/-in

∙ Metallbauer/-in

- Konstruktionstechnik

- Metallgestaltung

∙ Stanz- und Umformmechaniker/-in

∙ Technische/r

Produktgestalter/-in

∙ Verfahrenstechnologe/-in

∙ Werkzeugmechaniker/-in

∙ Zerspanungsmechaniker/-in

Dieses Berufsfeld

erkunden auf

karriere-hier.de

Firmenportraits und

Ausbildungsangebote

aus der Region auf

www.imsauerland.de

Andrea Kemper blickt auf ihre Ausbildung

zur Zerspanungmechanikerin zurück

„Das Schönste sind die

richtig großen Maschinen”

Monika Loerchner

Georg Giannakis

Andrea Kemper liebt die "richtig großen Maschinen".

80 - WOLL Elternratgeber


Zerspanungsmechaniker/in

Die duale Ausbildung zum/r Zerspanungsmechaniker/

in dauert dreieinhalb Jahre. Werken mit den eigenen

Händen ist dabei ebenso gefragt, wie das Programmieren

von CNC-Maschinen. Im letzten Lehrjahr kann

man sich auf eine Fachrichtung spezialisieren. Zur Auswahl

stehen Drehtechnik (CNC-Dreher), Frästechnik,

Schleiftechnik und Drehautomatentechnik. Die Arbeit

eines/r Zerspanungsmechaniker/in verlangt höchste

Präzision und Sorgfalt, da die hergestellten Bauteile

alle exakt nach Maß angefertigt werden müssen.

E

igentlich war sie mit ihrer Schulklasse bei der IMI

Hydronic Engineering in Erwitte, um den Beruf

des/r Elektronikers/in kennenzulernen. Doch dann

verliebte sich Andrea Kemper auf Anhieb in die Maschinen

der Zerspanungsmechaniker.

„Ich habe dann ein Schülerpraktikum gemacht“, erzählt die

Lippstädterin. „Das war so faszinierend und so spannend, dass

ich direkt in den Ferien danach noch ein Praktikum bei IMI

gemacht habe.“ Damit war die Lehre zur Zerspanungsmechanikerin

beschlossene Sache.

Als Schwerpunkt hatte sich Andrea Kemper die Fachrichtung

Frästechnik ausgesucht. „Das Schönste sind die richtig großen

Maschinen. Mit denen kann man viel mehr machen, hat mehr

Kraft und auch ein größeres Volumen.“

Um den richtigen Umgang mit den Maschinen zu lernen, gab

es einen eigenen Werkslehrer. „Die Ausbildungsfahrten waren

auch immer ganz toll. Da haben alle Azubis, auch die kaufmännischen,

teilgenommen und viel Spaß gehabt.“

Ansonsten war für die handwerklich begabte Andrea Kemper

die Praxis das Beste an der Ausbildung. Die Theorie am Börde-Berufskolleg

Lippstadt fiel ihr da etwas schwerer. „Das war

schon schwierig, weil man so viel auf einmal lernen muss.“

Mittlerweile hat sie ihre Ausbildung erfolgreich beendet, ist

fester Teil des Teams geworden und genießt die Atmosphäre

in der großen Halle. „Das Betriebsklima hier ist toll, ich

wollte auch nirgendwo anders hin!“ Auch mit den Schichten

kommt die Zerspanungsmechanikerin gut zurecht. „Wir haben

hier Früh- und Spätschicht alle zwei Wochen im Wechsel.“

An den Freitagen wird früher Schluss gemacht. „So hat

man auch nach einer Spätschicht noch was vom Tag.“

„Man muss immer lernfähig bleiben”

Freude am Beruf, dass man nach Feierabend sieht, was man

getan hat, dass man nichts Alltägliches tut – das liebt Andrea

Kemper an ihrem Beruf. „Man muss aber immer lernfähig

bleiben“, resümiert sie. „Es gibt ja immer neuen Fortschritt,

den man mitmachen muss, neue Maschinen und neue Programme.

Nun möchte die Zerspanungsmechanikerin erst einmal Berufserfahrung

sammeln. „Und in ein paar Jahren sehe ich

weiter.“ Neben ihrer Arbeit widmet sie sich derzeit außerdem

einem „Diversity Challenge“ Wettbewerb der „Charta

der Vielfalt e.V.“. Die eigens dafür gegründete Projektgruppe

innerhalb der IMI Erwitte besteht aus neun jungen Menschen

bis 26 Jahren, da runter auch drei Azubis. Bis Ende

Juni wollen sie gemeinsam ein Konzept erarbeiten, wie man

Diversity am Arbeitsplatz sichtbarer machen kann. ■

WOLL Elternratgeber - 81


COMPUTER UND IT

Top Berufe

∙ Fachinformatiker

- Anwendungsentwicklung

- Daten & Prozessanalyse

- digitale Vernetzung

- Systemintegration

∙ Informatikkaufmann/-frau

∙ IT-Systemelektroniker/-in

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82 - WOLL Elternratgeber


Carsten Kellerhoff macht eine

Ausbildung zum Fachinformatiker

für Systemintegration

Carsten Kellerhoff ist Auszubildender zum Fachinformatiker

für Systemintegration bei Aagon in Soest.

“WISSEN IN DER IT ABRUNDEN”

Matthias Koprek

Carsten Kellerhoff ist nicht der typische Auszubildende.

Mit seinen 30 Jahren ist er zwar alles

andere als alt, aber dennoch der älteste in seiner

Berufsschulklasse am Lippe-Berufskolleg. Kellerhoff befindet

sich im zweiten Ausbildungsjahr zum Fachinformatiker

für Systemintegration. Bevor er zu Aagon nach

Soest kam, war er fünf Jahre bei der Bundeswehr und

drei Jahre als CNC-Programmierer aktiv. Das Programmieren

hat er sich selbst beigebracht.

WOLL Elternratgeber - 83


Auf die Frage, warum er sich doch noch für eine duale Ausbildung

zum Fachinformatiker entschieden hat, antwortet

Kellerhoff klar: „Ich wollte mein Wissen in der IT abrunden

und vor allem einen Berufsabschluss erwerben.“ Das

Soester IT-Unternehmen, das Client-Management- und

Automations-Lösung entwickelt, die IT-Abteilungen dabei

unterstützt Routineaufgaben zu automatisieren, hat nach

der Bewerbung von Carsten Kellerhoff nicht lange gezögert,

sondern zugeschlagen.

„Das Alter stellt für uns gar kein Problem dar“, sagt Damian

Wolny, Head of Human Resources bei Aagon. „Ganz im

Gegenteil! Bei der Auswahl unserer Auszubildenden kommt

es nicht so sehr auf ihre Zeugnisnoten an. Wer Engagement,

Interesse und Leidenschaft zeigt, weil er schon zu Schulzeiten

an Computern schraubt, eigene Software programmiert

oder Websites erstellt, der hat gute Karten auf einen Ausbildungsplatz

bei uns.“ Aktuell zählt Aagon zehn Auszubildende,

die etwa zehn Prozent der Belegschaft ausmachen.

„Jeder Tag bringt neue Herausforderungen”

Während die Kollegen, die sich als Anwendungsentwickler

ausbilden lassen, 90 Prozent ihrer Zeit vor dem Computer

sitzen und programmieren, ist der Systemintegrator als interner

Dienstleister viel mehr in Kontakt mit den Kollegen.

Das gilt für Carsten Kellerhoff ganz besonders, denn sein

Arbeitsplatz ist in der internen IT. „Hier kümmern wir uns

um Prinzip darum, dass alle Mitarbeiter problemlos arbeiten

können. Wir konfigurieren zum Beispiel die Hardware für

neue Mitarbeiter, checken die IT-Systeme, stellen die Server

bereit und kümmern uns um regelmäßige Backups.“

Was viele angehende Systemintegratoren überrascht: Rund

20 Prozent des Arbeitsalltags bestehen aus kaufmännischen

Aufgaben, wie zum Beispiel die Kostenkalkulation und die

Beschaffung notwendiger Hard- und Softwarekomponenten.

„Mir gefällt an diesem Beruf insbesondere die Vielfalt

an Tätigkeiten“, sagt Kellerhoff. „Jeder Tag bringt neue Herausforderungen

und Überraschungen, keiner ist wie der andere.“


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Fachinformatiker/-innen für Systemintegration

sind diejenigen, die die IT am Laufen halten. Ihre

Kern aufgabe ist das Planen, Konfigurieren und

Pflegen von IT-Systemen. Das umfasst beispielsweise

die Auswahl, Einrichtung und Installation

von Hardware, Betriebssystemen und Netzwerken.

Kommt es zu technischen Problemen, sind

die Dienstleister die ersten Ansprechpartner für

Kollegen und Kunden. Das Lösen von Anwendungs-

und Systemproblemen gehört genauso zu

ihren Aufgaben wie die Schulung der Nutzer von

IT-Systemen. Die Ausbildung zum/zur Fachinformatiker/-in

dauert in der Regel unabhängig

vom Fachbereich drei Jahre.

84 - WOLL Elternratgeber


WIRTSCHAFT, VERWALTUNG UND HANDEL

Top Berufe

∙ Automobilkaufmann/-frau

∙ Bankkaufmann/-frau

∙ Fachverkäufer/-in Lebensmittelhandwerk

∙ Industriekaufmann/-frau

∙ Kaufmann/-frau

- für Büromanagement

- für Versicherungen &

Finanzen

- im Groß- und Außenhandelsmanagement

- im Einzelhandel

- im E-Commerce

∙ Steuerfachangestellte/r

∙ Verkäufer/-in

∙ Verwaltungsfachangestellte/r

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Matthias Koprek

Niklas Richter macht eine

Ausbildung zum Kaufmann

für E-Commerce

Auszubildender Niklas Richter an seinem

Arbeitsplatz in der Abteilung E-Commerce.

Einen jungen Beruf für sich entdeckt...

E

igentlich wollte Niklas Richter Industriekaufmann werden. Das war zumindest der Ausbildungsberuf, für den

er sich im letzten Jahr bei Schröder Folienfabrik & Verpackung in Möhnesee-Echtrop beworben hatte. So wie

etwa 50 andere junge Menschen. Für die Ausbildung Kaufmann/Kauffrau im E-Commerce bewarben sich gerade

einmal zwei Personen. „Den Ausbildungsberuf gibt es erst seit 2018. Er ist bisher leider nur wenigen Jugendlichen

und Eltern bekannt”, erklärt Geschäftsführer Johannes Schröder.

Also hat Schröder Bewerber, die sich eigentlich

als Industriekaufmann beworben

haben, auf den neuen Ausbildungsberuf

hingewiesen. Wer Interesse hatte,

konnte einen Tag zur Probe arbeiten,

um zumindest einige der typischen

Aufgaben kennenzulernen Dabei stellte

Niklas Richter fest, dass dies genau der

Beruf ist, den er machen möchte. An

der Seite der Online Marketing Managerin

ist er für den Onlineshop verantwortlich.

Außerdem bearbeitet Niklas

Richter digitale Kundenanfragen

und eingehende Bestellungen, pflegt

die Lagerbestände und analysiert das

Kaufverhalten der Kunden. Ein wichtiger

und vielfältiger Bereich ist das

Online-Marketing. Täglich prüft der

Vosswinkler das Kosten-Nutzen-Verhältnis

der digitalen Werbekampagnen

anhand typischer Kennzahlen und

nimmt gegebenenfalls Optimierungen

vor, um das Beste aus dem Budget herauszuholen.

86 - WOLL Elternratgeber


Planung eines

neuen Onlineshops

Schon im ersten Jahr der Ausbildung

bekommt Richter viel Verantwortung

übertragen. So ist er aktuell in

die Planung eines neuen Onlineshops

involviert. Außerdem sollen die Verpackungsprodukte

des Unternehmens

bald auch auf Marktplätzen wie

Amazon und eBay angeboten werden,

wofür unter anderem Schnittstellen

geschaffen und eine Marketingstrategie

entwickelt werden müssen. Es ist

diese Vielfalt an Aufgaben, die Niklas

Richter an seinem Ausbildungsberuf

schätzt. „Am meisten Spaß macht es

mir, die Produkte so zu präsentieren

und zu bewerben, dass sie sich gut verkaufen“,

sagt der 18-Jährige.

Nicht nur Richter ist überzeugt die

richtige Wahl getroffen zu haben. Auch

sein Chef ist sich sicher: „Der Kaufmann

im E-Commerce ist angesichts

der immensen Bedeutung des Onlinehandels

ein zukunftssicherer Job.“ Die

Aussichten auf eine Übernahme stehen

gut. ■

Kaufmann/-frau im E-Commerce

Die Ausbildung zum/zur Kaufmann/-frau

im E-Commerce dauert

drei Jahre.

Kaufleute im E-Commerce arbeiten

vorrangig im Onlinehandel,

wo sie dafür zuständig sind, Verkaufsplattformen

wie Onlineshops

und Marktplätze zu verwalten und

zu optimieren. Die Vermarktung

von Produkten und Dienstleistungen

über das Internet mit unterschiedlichen

Marketingmaßnahmen

nimmt ebenfalls einen großen

Teil des Arbeitsalltags ein. Zudem

durchlaufen die Auszubildenden

klassische kaufmännische Abteilungen

wie die Beschaffung und die

Buchhaltung.

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Julian Franke (24) blickt zufrieden

auf seine Ausbildung

zum Finanzwirt zurück

„Hinter den Zahlen

stecken Lebenssachverhalte“

Monika Loerchner

Matthias Koprek

Ausbilderin Lena Ringe und Julian Franke haben

als Finanzwirte einen krisensicheren Job.

J

ulian Franke, 24, hat beim Finanzamt Soest eine

Ausbildung zum Finanzwirt gemacht. Er besuchte

das Hubertus-Schwartz-Berufskolleg und wurde

dort über eine Jobbörse und einen Vortrag auf den

Beruf aufmerksam.

Während seiner praktischen Ausbildung im Finanzamt konnte

Julian Franke zuhause wohnen. „Ich hatte einen geregelten

Tagesablauf und Zeit für meine Freunde und Hobbys. Das

war schon toll.“ Zur theoretischen Ausbildung ging es dann

an die Landesfinanzschule nach Wuppertal, wo für die Azubis

Unterkünfte bereitstehen. „So hatte ich im Gegensatz zu

anderen Lehrlingen keine langen Fahrten“, erzählt der Werler.

„Außerdem kann man dort gegen ein geringes Entgelt in der

Kantine essen. Das ist super, weil man sich so um nichts anderes

kümmern muss und sich voll aufs Lernen konzentrieren

kann.“ Mit der Betreuung durch die Dozenten war Julian

Franke sehr zufrieden. „Wir hatten immer bis mittags Unterricht,

aber die Dozenten waren bis 16 Uhr ansprechbar und

nahmen sich viel Zeit für uns Schüler.“ Auch in den praktischen

Teilen sind die Lehrlinge bestens betreut. Ausbilder wie

Lena Ringe unterrichten angehenden Finanzwirte in lokalen

Arbeitsgemeinschaften und helfen ihnen, „einen Fuß in den

Beruf zu kriegen“.

Eine gute Note in Mathe spielt übrigens, laut Julian Franke,

nur eine untergeordnete Rolle. „Viel wichtiger ist es, teamfähig

und zuverlässig zu sein und eine hohe Lern- und Leistungsbereitschaft

mitbringen“, urteilt die Ausbilderin. Und Julian

Franke ergänzt: „Wichtig sind auch gute Deutschkenntnisse,

um die Gesetzestexte zu verstehen, die ja oft sehr kompliziert

und verklausuliert sind.“ Auch Organisationstalent und

Selbstdisziplin gehören zu den Eigenschaften, die man für

die Ausbildung mitbringen solle. Da Steuerrecht nicht immer

nur schwarz und weiß ist, gehört auch eine gewisse Entscheidungsfreudigkeit

mit zum Beruf.

88 - WOLL Elternratgeber


„Viel Teamwork und Kontakt zu den Bürgern”

Immer dieselben Formulare ausfüllen und nachprüfen – so

manch einer stellt sich die Arbeit eines Finanzwirtes langweilig

und dröge vor. Julian Franke widerspricht dem vehement:

„Das ist eine interessante, abwechslungsreiche Tätigkeit mit

viel Teamwork und Kontakt zu den Bürgern! Es geht ja um

Lebenssachverhalte, die hinter den Zahlen stecken. Und die

sind immer anders.“ Diese praktische Anwendung seiner

Kenntnisse ist es, die der Finanzwirt an seinem Beruf am

meisten mag. „Und dass er krisensicher ist.“

Ausbildung

bei der

Starte deine KARRIERE als

Da sich die Steuergesetze ständig ändern, gehören jährliche

Fortbildung zum Pflichtprogramm eines jeden Finanzwirtes.

Zum Glück fällt Julian Franke das Lernen leicht. Er

hat nach erfolgreicher Ausbildung noch ein Studium für die

Laufbahngruppe 2.1 (ehemals gehobener Dienst) absolviert.

„So habe ich einfach eine noch eine größere Vielfalt, was ich

machen kann.“

Welchen Rat würde er Schülern geben, die sich für diese

Ausbildung interessieren? „Am besten einfach mal an einem

Schnuppertag hier im Finanzamt vorbeischauen.“ ■

Finanzwirt/in

Verwaltungsfachangestellte/r

Bachelor of Laws

Straßenwärter/in

Vermessungstechniker/in

Erzieher/in

Kfz.-Mechatroniker/in

Fachangestellte für Medien- und

Informationsdienste

…und mehr

Die duale Ausbildung zum/r Finanzwirt/in dauert zwei

Jahre. Voraussetzung dafür ist ein mittlerer Bildungsabschluss

(Fachoberschulreife oder ein vergleichbarer

Abschluss). Während der theoretischen Ausbildung

werden die Schüler auf dem Campus der Landesfinanzschule

NRW (LFSch NRW) in Wuppertal untergebracht.

Der Einführungslehrgang dauert drei Monate,

der Zwischenlehrgang ca. zwei Monate und der Abschlusslehrgang

ca. drei Monate.

Die berufspraktische Ausbildungszeit von insgesamt 16

Monaten findet in einem Finanzamt statt. Währenddessen

werden die Azubis in ihrem Lehrbezirk in Kleingruppen

betreut. Die Tätigkeit eines/r Finanzwirt/in

umfasst die Bearbeitung von Steuererklärungen, Einsatz

in der Zahlungsabwicklung oder im Bereich der

Erbschaft- und Schenkungsteuerbearbeitung sowie die

Arbeit als Revisor/in in den Spielcasinos des Landes

Nordrhein-Westfalen.

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WOLL Elternratgeber - 89


GASTRONOMIE UND DIENSTLEISTUNG

Top Berufe

∙ Drogist/-in

∙ Fachkraft im Gastgewerbe

∙ Friseur/-in

∙ Hauswirtschafter/-in

∙ Hotelfachmann/-frau

∙ Koch/Köchin

∙ Restaurantfac hmann/-frau

∙ Sport- und

Fitnesskaufmann/-frau

∙ Tourismuskauf -

mann/-frau

∙ Veranstaltungskaufmann/-frau

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Larissa Adrian, Ausbilder Meinolf Griese und Gerome Mues

Matthias Koprek

Larissa Adrian und Gerome Mues absolvieren

eine Ausbildung im Gastgewerbe

Gastgeber mit Reisehunger

90 - WOLL Elternratgeber


M

it der Motivation im Gepäck, nach der Ausbildung

die weite Welt kennenzulernen, haben

sich Larissa Adrian und Gerome Mues für

eine Ausbildung im Gastgewerbe entschieden. Larissa absolviert

eine Ausbildung zur Hotelfachfrau und Gerome

lernt Koch. In ihrem Ausbildungsbetrieb, dem Haus Griese

am Möhnesee, hat die Ausbildung eine genauso lange

Tradition wie das Hotel an sich. Gemeinsam mit seiner

Frau betreibt Meinolf Griese den Betrieb direkt an der

Seetreppe in Körbecke bereits in vierter Generation.

Larissa Adrian ist den traumhaften Ausblick auf den Möhnesee

gewohnt, den man vom Restaurant und der Terrasse

des Haus Griese hat. Die 18-Jährige kommt nämlich aus der

Gemeinde. Den Tipp, sich beim Haus Griese zu bewerben,

bekam sie von ihrer Oma, die Stammgast ist und die Küche

des Hauses sehr schätzt. Auf die Frage, warum sie sich für

den Ausbildungsberuf der Hotelfachfrau entschieden hat,

gibt Adrian den Kontakt zu den Gästen an. „Ein Job, wo

man den ganzen Tag nur am Schreibtisch sitzt, wäre nichts

für mich“, sagt sie. „Und die Möglichkeit zu reisen, weil man

als Hotelfachfrau auf der ganzen Welt arbeiten kann, hat

mich sehr gereizt.“

Die Chance auf die weite Welt ist auch für Gerome Mues

einer der ausschlaggebenden Gründe gewesen. Der Soester

ist Koch im ersten Lehrjahr und würde später gern mal auf

einem Kreuzfahrtschiff arbeiten. „Auf dem Schiff lernt man

innerhalb kürzester Zeit viele verschiedene Länderküchen

kennen, weil oft mit regionalen Zutaten gekocht wird“, sagt

der 17-Jährige.

„Sofort Feedback vom Gast”

Jobs in Gastronomie und Hotellerie zählen zu den mit Abstand

anstrengendsten. Alle zwei Wochen sind auch die beiden

Auszubildenden in der Spätschicht eingeteilt und müssen

dann arbeiten, wenn andere Auszubildende längst den

Feierabend genießen. Doch dank ihrer Leidenschaft für den

Service bzw. das Kochen macht ihnen das wenig. „Es dauert

schon ein Jahr, bis die Auszubildenden eingearbeitet sind“,

erklärt Meinolf Griese. Sowohl Adrian und als auch Mues

haben Schnittmengen im Lehrplan und durchlaufen die

Abteilungen des jeweils anderen. In einem verhältnismäßig

kleinen Betrieb wie dem Haus Griese sind die Übergänge

ohnehin fließend. Flexibilität wird von den Auszubildenden

genauso gefordert wie von jedem anderen Mitarbeiter. Dafür

wird ihnen früh Verantwortung übertragen, was durchaus

motiviert. „Das Schöne ist, dass die Auszubildenden sofort

Feedback vom Gast – also vom Kunden – erhalten“, erzählt

Meinolf Griese. „Das kann nicht jeder Auszubildende von

sich behaupten und ist ein tolles Gefühl.“

Während Larissa Adrian sich derzeit am Empfang in die

EDV einarbeitet und sich unter anderem um den Check-in

der Hotelgäste kümmert, ist Gerome Mues aktuell für die

kalte Küche zuständig und bereitet unter anderem Vorspeisen,

Salate und Desserts zu. Für die Zukunft haben beide

große Pläne: Adrian möchte nach der Ausbildung ein Jahr

in ihrem Lieblingsland Spanien verbringen und irgendwann

mal ein eigenes Café eröffnen. Mues kann sich durchaus

vorstellen, ein eigenes Restaurant zu leiten – idealerweise in

seiner Lieblingsstadt Hamburg. “ ■

Hotelfachmann/-frau

Hotelfachleute sind für den reibungslosen Ablauf im

Hotel und dazugehörigen Einrichtungen wie zum

Beispiel dem Restaurant zuständig. Sie beraten und

empfangen Gäste, sind im Housekeeping tätig, organisieren

Veranstaltungen, servieren Speisen und Getränke

und erledigen diverse Verwaltungsaufgaben wie

zum Beispiel den Einkauf und den Zahlungsverkehr.

Die Ausbildung zum/zur Hotelfachmann/-frau dauert

in der Regel drei Jahre.

Koch/Köchin

Köche und Köchinnen lernen in der Ausbildung nicht

nur die fachgerechte Zubereitung von Speisen, sondern

beispielsweise auch Warenkunde und die Beschaffung,

Qualitätskontrolle und Lagerung von Zutaten. Ihre

Aufgabe ist es Arbeitsabläufe in der Küche zu organisieren

und Speisepläne zu erstellen, eigene Gerichte und

Menüs zu kreieren und Gäste bei Bedarf zu beraten.

Während der dreijährigen Ausbildung durchlaufen sie

sämtliche Posten einer Küche und lernen zudem die

Abläufe im Restaurant kennen.

WOLL Elternratgeber - 91


KUNST, GESTALTUNG, MEDIEN

Top Berufe

∙ Gestalter/-in für visuelles Marketing

∙ Mediengestalter

- Digital und Print

- Gestaltung und Technik

∙ Raumausstatter/-in

∙ Schilder- & Licht reklamehersteller/-in

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Nadine Brucker arbeitet als

Raumausstatterin

Vorher-Nachher-Effekt

sorgt für Glücksmomente

Daniela Weber

Iris Böning

Raumausstatterin aus Leidenschaft: Nadine Brucker

92 - WOLL Elternratgeber


E

igentlich wollte Nadine Brucker Schreinerin werden.

Durch ein Praktikum hat sie dann aber ihren

wahren Traumberuf gefunden: Die 30-Jährige ist

Raumausstatterin aus Leidenschaft und lebt ihre Liebe

zum Beruf als Gesellin bei Raumausstattung Becker in

Rüthen aus.

Dass sie sich nach der Schulzeit für eine Ausbildung zur

Raumausstatterin entschieden hat, bereut Nadine Brucker

keine Sekunde. Im Gegenteil: „Ich habe den richtigen Beruf

für mich gefunden“, sagt die handwerklich begabte Rüthenerin

mit voller Überzeugung. Ob Fußboden legen, Tapezieren,

Nähen, Polstermöbel beziehen oder auch Gardinen

aufhängen – für Nadine Brucker macht diese Vielfalt an

Aufgaben den Reiz des Berufs aus: „Kein Tag ist wie der

andere.“

Für besondere Glücksmomente in Nadine Bruckers Arbeitsalltag

sorgen die „Vorher-Nachher-Effekte“: „Man tüftelt mit

dem Kunden zusammen etwas aus und verschönert die Wohnung

oder das Haus. Der Kunde freut sich dann über das

Ergebnis“, schwärmt sie. Die Beratungen finden meistens bei

den Kunden statt. Um den Kunden direkt ein paar Möglichkeiten

aufzuzeigen, nimmt Nadine schon diverse Stoffe mit zu

den Terminen. „Wir gehen natürlich immer auf die Wünsche

der Kunden ein. Wir versuchen dann unsere Ideen an die Vorstellungen

der Kunden anzupassen. Natürlich haben wir auch

immer die Gegebenheiten vor Ort im Blick und schauen, was

möglich ist.“

„Es gibt immer wieder

neue Techniken“

Obwohl Nadine Brucker mittlerweile schon seit zehn Jahren

ausgelernt ist, lernt sie doch niemals aus. „Es gibt immer wieder

neue Techniken. Als ich die Ausbildung zur Raumausstatterin

gemacht habe, war zum Beispiel der Schwerpunkt Sicht- und

Sonnenschutz noch kein Ausbildungsinhalt. Heutzutage zählt

die Montage von Sicht,- Sonnen- und auch Insektenschutz zu

unseren alltäglichen Aufgaben.“ Raumausstatter/innen sollten

daher auch nach der Ausbildung bereit sein, sich weiterzuentwickeln

und sich auf Neues einzustellen.

zu tun hat. Außerdem ist auch ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen

wichtig.“

Ideen für ihre weitere berufliche Laufbahn hat sie auch bereits:

Erst einmal möchte sie weiterhin als Gesellin arbeiten.

„Aber ich könnte mir theoretisch auch vorstellen, irgendwann

die Meisterschule zu besuchen.“ ■

Raumaustatter/in

Raumausstatter/innen gestalten Räume und Polstermöbel

nach Kundenwünschen und -anforderungen. Sie

bekleiden Wände und Decken, gestalten, fertigen und

montieren Raumdekorationen, verlegen Bodenbeläge,

polstern und beziehen Polstermöbel. Die Ausbildung

dauert drei Jahre. Raumausstatter/innen arbeiten

hauptsächlich in Fachbetrieben des Raumausstatterhandwerks,

in handwerklichen Polsterwerkstätten und

in Raumausstattungsateliers.

Was angehende Raumausstatter/innen neben hoher Lernbereitschaft

noch mitbringen sollte, weiß die Gesellin ganz

genau: „Wer diesen Beruf erlernen möchte, sollte natürlich

handwerklich begabt sein und offen, da man viel mit Kunden

WOLL Elternratgeber - 93


NATURWISSENSCHAFT UND LABOR

Top Berufe

∙ Baustoffprüfer/-in

∙ Chemielaborant/-in

∙ Geomatiker/-in

∙ Werkstoffprüfer/-in

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Konzentration im Labor

Das Berufskolleg Olsberg stellt

die Weichen für eine erfolgreiche

Karriere in der Wissenschaft

Die Forscher und

Entdecker von morgen

Anne von Heydebrand

S. Droste

94 - WOLL Elternratgeber


Schutzbrille, Handschuhe, wei ßer Kittel – in den

Ausbildungslaboren des Berufskollegs Olsberg arbeiten

die angehenden Biologisch-technischen Assistenten

(kurz: BTA) konzentriert mit Gefahrenstoffen

wie ätzenden Säuren oder Laugen. Jeder falsche Schritt

kann schwerwiegende Folgen haben. Doch die Schülerinnen

und Schüler wissen genau, was sie tun. Aber Gefahrenstoffe

und Säuren – sind wir aus Versehen bei den

Chemikern gelandet?

„Unsere Biologieschüler müssen sich auch in der Chemie

auskennen und absolvieren zunächst auch ein Chemiepraktikum“,

erklärt Dr. Bernd Wilmers, der mit seinen Kollegen

für die Ausbildung der BTA am Berufskolleg Olsberg verantwortlich

ist. Aktuell absolvieren hier ca. 120 junge Menschen

diese Ausbildung und haben sich damit für einen Beruf mit

idealen Karrierechancen entschieden.

Zertifizierung werden Teile der Ausbildung an den Hochschulen

direkt anerkannt. Die Absolventen haben dank dieses

„Diploma Supplement“ die Möglichkeit, ihr Studium um bis

zu ein Jahr zu verkürzen oder es auf den Numerus Clausus

anrechnen zu lassen. Viele Studierende ergattern, auch dank

der fundierten Ausbildung am Berufskolleg, direkt einen begehrten

Job als studentische Hilfskraft ihre Universität.

Im Labor nebenan untersuchen die angehenden BTA unterdessen

die Wirkung von Antibiotika an einer mit Bakterien

infizierten Milchprobe. Sie sollen untersuchen, ob bereits Resistenzen

vorhanden sind. Ein extrem wichtiges Aufgabenfeld

in unserer heutigen Zeit. Sterilität ist oberstes Gebot. Und das

haben die Schüler bereits verinnerlicht – auch im Privatleben.

„Wenn man einmal weiß, wie viele Bakterien überall lauern

können, wäscht man sich automatisch öfter die Hände“, versichern

sie lachend. ■

„Die Berufsaussichten sind so

gut wie lange nicht mehr“

„Aktuell herrscht eine riesige Nachfrage an Fachkräften. Die

Berufsaussichten sind so gut wie lange nicht mehr“, bestätigt

Dr. Bernd Wilmers. Und dafür müssen die Absolventen später

noch nicht einmal das Sauerland verlassen. „Viele unserer

Ehemaligen arbeiten mittlerweile am Fraunhofer Institut in

Grafschaft. Aber auch in den Brauereien in der Umgebung,

bei Saatgutherstellern, in der Nahrungsmittelindustrie oder

beim Chemischen- und Veterinäruntersuchungsamt Westfalen“,

erklärt Wilmers. Die breite Aufstellung der Ausbildung

erleichtert den Berufseinstieg.

Damit die BTA immer bestmöglich auf den Berufsalltag ausgebildet

sind, werfen Dr. Bernd Wilmers und seine Kollegen

regelmäßig einen Blick in die aktuellen Stellenausschreibungen

der Unternehmen und passen auch ihren Lehrplan dementsprechend

an. Derzeit stehen vor allem Molekular-, Zellund

Mikrobiologie im Vordergrund der Ausbildung.

Im Studium direkt voll durchstarten

Doch nicht immer zieht es die Absolventen direkt ins Berufsleben.

Etwa die Hälfte der BTA beginnen nach der Ausbildung

ein Studium. Zum Beispiel in der Biologie, Humanoder

Veterinärmedizin. Für Abiturienten, die sich für eine

Ausbildung zur BTA entscheiden, bietet das Berufskolleg

Olsberg eine besondere Möglichkeit. Dank einer speziellen

Biologisch-technische

Assistenten

Das Berufskolleg Olsberg bietet in der Fachrichtung BTA

je nach Abschluss einen dreijährigen oder einen zweijährigen

Bildungsgang für Schüler mit Abitur an. In dem

dreijährigen Bildungsgang ist es möglich, eine Doppelqualifikation

zu errei chen: einen Berufsabschluss als BTA

und gleichzeitig die Fachhochschulreife. Die Ausbildung

schließt mit einer staatlichen Prüfung ab, die Klausuren,

eine mündliche Prüfung und eine praktische Prüfung beinhaltet.

Weitere Informationen unter:

www.berufskolleg-olsberg.de

WOLL Elternratgeber - 95


Mitten im Herzen von Warstein

Geballte Medien-Power im Kreativ-Verbund

Hubertus Strugholz

Rainer Grundhoff, der Geschäftsführer des

Druckservice Hellweg-Sauerland (DHS), bezieht

am 1. August sein neues Büro mitten im Herzen

von Warstein, im CreaKtiv-Center. Das hochmoderne

Gebäude im Rüllweg 4 zieht schon von außen alle Blicke

auf sich. Von innen füllt es sich zusehends mit Kreativität

und Aktivität. Seit 2020 befinden sich im CreaKtiv-

Center der Ingenieurdienstleister Kombiplan mit rund

30 Mitarbeitern. Ebenfalls am Standort ansässig ist die

Architektin Cornelia Prien-Tepas .

DHS ist auf die Produktion von Druckerzeugnissen im Bereich

Offsetdruck, Digitaldruck und Rotationsdruck spezialisiert.

Die günstigen und herausragenden Printprodukte des

Unternehmens zeugen von Klasse. Ein beeindruckendes Beispiel:

der Druck unserer WOLL-Magazine. Seinen Kunden

bietet Grundhoff ausführliche Printberatung an, Marketing

und auch Kostenanalysen. Alle Druckerzeugnisse, ob Großauflagen,

Kleinserien und sogar Einzeldrucke, werden „in

gleichbleibend hoher Qualität und das zu fairen Preisen gefertigt“,

wie Grundhoff zusichert.

Kooperationspartner vor Ort gesucht

Rainer Grundhoff sucht weitere „Medien-Köche” für frische

Ideen und erfolgreiche Medien-Menüs. Das können Start-

Ups, Soloselbstständige, mittelständige- oder auch große

Unternehmen sein, die mit ihrem Know-how, ihrer Erfahrung

und ihrem Herzblut an gemeinsamen Projekten mitarbeiten

möchten.

Ergänzt werden sollen noch die Bereiche Werbetechnik,

Fotografie sowie Textilveredelung. Und das alles von einem

gemeinsamen Standort aus. Ausreichend Platz für Meetings

zwischen den Kooperationspartnern bietet das CreAktiv-

Center mit den modernen Seminar- und Besprechungsräumen.

Mitarbeiter- und Kundenparkplätze sowie ein gemeinsamer

Empfangsbereich sind ebenfalls vorhanden. Die

Grundvoraussetzungen für eine gute Zusammenarbeit ist

also gegeben. Auch sollen demnächst wieder Ausbildungsplätze

sowie Stellen für Jahrespraktikanten angeboten werden.

Haben Sie Interesse daran, mit starken Partnern zusammenzuarbeiten?

Dann nehmen Sie direkt mit Rainer Grundhoff

Kontakt auf: info@dhs-druckservice.de.

Übrigens: Bei DHS gibt es immer reichlich Exemplare der

aktuellen WOLL-Magazine zum Mitnehmen. Ein Besuch

lohnt sich - natürlich nach den geltenden Corona-Regeln. ■

96 - WOLL Elternratgeber


VERKEHR, TECHNIK UND LOGISTIK

Top Berufe

∙ Berufskraftfahrer/-in

∙ KFZ-Mechatroniker/-in

∙ Land- und Baumaschinenmechatroniker/-in

∙ Fachkraft für Lagerlogistik

∙ Fachlagerist

∙ Kaufmann/-frau für

Spedition und Logistikdienstleistungen

Dieses Berufsfeld

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Maikel Haag und Lukas Marcholewski sind glücklich

über ihre Ausbildung zur „Fachkraft für Lagerlogistik“

„Hier lerne ich jeden Tag Neues“

Anne von Heydebrand

S. Droste

Die Hochregale sind gut gefüllt. Waren aus der

ganzen Welt stapeln sich auf über 12.000 Palettenstellplätzen

in den Hallen der Spedition Mönig

in Meschede-Enste. Und mittendrin die beiden Azubis

Maikel Haag und Lukas Marcholewski. Sie sorgen

mit ihren Kollegen dafür, dass jedes Produkt ans richtige

Ziel gelangt. Und das nicht nur in Deutschland, sondern

in ganz Europa. Ganz schön viel Verantwortung, woll?!

Lukas Marcholewski freut sich, dass er nach der

Ausbildung im Betrieb übernommen wird.

WOLL Elternratgeber - 97


Auch Maikel Haag ist immer noch beeindruckt von der Warenmenge,

die hier jeden Tag verarbeitet wird. Der 17-Jährige

befindet sich aktuell im ersten Lehrjahr seiner Ausbildung

und schwärmt von den vielfältigen Aufgabenbereichen

im Unternehmen: Wareneingang, Kommissionierung, Bestandskontrolle,

Be- und Entladung der kostspieligen Fracht.

Eines der wichtigsten Arbeitsgeräte ist der PC. „Hier lerne

ich jeden Tag etwas Neues.“ Bereits drei Monate nach Ausbildungsstart

konnte er auch schon seinen Staplerschein in

den Händen halten und er ist sich schon jetzt sicher, dass

er nach der Ausbildung weiterlernen will. Sein Ziel: Einen

Ausbilderschein absolvieren oder sogar noch den Meistertitel

erreichen.

Chancen ergreifen und voll durchstarten

Lukas Marcholewski ist da schon einen Schritt weiter. Er

schließt in diesem Jahr seine Ausbildung ab und wird im

Anschluss von der Spedition Mönig übernommen. Dabei hat

alles vor dreieinhalb Jahren mit einem Praktikum begonnen.

Damals wusste er noch gar nicht, was ihn in den Lagerhal-

len erwarten würde. Nur durch Zufall ist er bei dem Unternehmen

aus Meschede gelandet und hat gleich die Chance

ergriffen, richtig durchzustarten. Mittlerweile ist er aus dem

Unternehmen nicht mehr wegzudenken und auch er schätzt

das familiäre Verhältnis unter den Mitarbeitern. „Wir helfen

uns hier alle gegenseitig und halten zusammen“, erklärt der

22-Jährige.

Was ihn an dem Job noch immer reizt? Der Kontakt mit den

LKW-Fahrern aus ganz Europa. An manchen Tagen kommen

bis zu 20 LKWs in der Spedition an. Dann wird es nicht

nur hektischer, auch die Englischkenntnisse müssen sitzen.

Ein wichtiger Tipp für zukünftige Bewerber: „Englisch ist

extrem wichtig in unserem Beruf. Viele Fahrer können kein

Deutsch und dann wird es mit der Kommunikation schwer“,

sagt Marcholewski. Außerdem spielen Selbstständigkeit und

gewissenhaftes Arbeiten eine große Rolle im Berufsalltag.

„Wir müssen uns aufeinander verlassen können.“ Dafür erlernt

er aber auch einen wichtigen Job mit Zukunft. Denn

Lageristen werden in allen Branchen gebraucht. Schließlich

muss jeder irgendwann irgendetwas lagern. ■

Lagerlogistiker/in

Die Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik dauert

in der Regel drei Jahre und ist ein anerkannter Ausbildungsberuf

in Industrie und Handel. Fachkräfte für

Lagerlogistik finden Beschäftigung in Unternehmen

nahezu aller Wirtschaftsbereiche.

Auch Maikel Haag absolvierte vor der Ausbildung

zunächst ein Praktikum im Betrieb.

98 - WOLL Elternratgeber


Joyce Köster (21)

macht eine Ausbildung

zur Fachkraft im Fahrbetrieb

bei der RLG in Soest

„FREUNDLICH-

KEIT SIEGT“

Daniela Weber

Philipp Nolte

Busfahrerin werden, das war

schon immer der Traum von

Joyce Köster aus Soest. Die

21-Jährige absolviert im dritten Lehrjahr

eine Ausbildung zur Fachkraft

im Fahrbetrieb bei der RLG in Soest

und ist immer wieder aufs Neue fasziniert

von der Vielfalt an Aufgaben in

ihrem Beruf.

Joyce wusste schon in ihrer frühen

Jugend, welchen beruflichen Weg sie

einschlagen möchte. „Die Vorstellung,

einen Bus zu lenken, hat mich schon

immer begeistert. Aber ich dachte immer,

dass ich mit 1,57 Meter zu klein

dafür bin“, sagt die sympathische Soesterin

mit einem Schmunzeln im Gesicht..

Also absolvierte sie erst einmal

eine Ausbildung zur Sozialassistentin.

Allerdings nicht nur wegen ihrer Größe:

„Bei mir in der Familie gibt es jemanden,

der schwerbehindert ist. Ich

wollte lernen, wie ich bei der Pflege

helfen kann.“

„Man muss sich einfach trauen“

Nach ihrer ersten Ausbildung versuchte

sie dann ihr Glück bei der RLG. Mit

Erfolg. „Ich habe einfach eine Initiativbewerbung

abgeschickt und habe eine

Zusage bekommen. Da ich bereits eine

Ausbildung gemacht hatte, konnte ich

auch direkt im zweiten Ausbildungsjahr

starten.“ Dass sie etwas kleiner

ist, ist kein Problem: „Dafür habe ich

eine extra Rückenlehne“, sagt sie grinsend.

Vor ihrer ersten Fahrstunde hatte

sie etwas „Muffensausen“, aber getreu

dem Motto: Übung macht den Meister,

hatte Joyce dann schnell den Dreh

raus: „Es ist eine große Umstellung

vom PKW auf den Bus. Das hätte ich

so gar nicht erwartet. Aber nach ein

paar Stunden hinterm Steuer, gewöhnt

man sich daran. Man muss sich einfach

trauen.“

An ihrer Ausbildung gefällt ihr vor

allem die Vielfalt und, dass einem

dadurch „viele Türen offen stehen.“

Reifenwechseln in der Werkstatt, Verkehrsmanagement

im Büro oder der

Fahrbetrieb – für die Auszubildende ist

es immer wieder „erstaunlich, was man

alles in dem Beruf machen kann.“ Auch

dass sie in ihrem Beruf viel Kontakt zu

anderen Menschen hat, macht für sie

den Reiz aus. „Es ist immer so schön

WOLL Elternratgeber - 99


DU BIST GERNE UNTERWEGS?

Dann steig bei uns ein!

Mobilität für Westfalen

Mit mehr als 1.000 Omnibussen bringen die Busunternehmen

unserer Unternehmensgruppe den öffentlichen

Personennahverkehr in Westfalen ins Rollen. Ebenso sicher

erfolgt der Transport von Gütern über unsere Eisenbahnen. In

diesem Bereich verfügen wir über eine eigene Infrastruktur

und eine breite Palette an Triebfahrzeugen.

Auf den ÖPNV und den Güterverkehr kommen in den nächsten

Jahren viele spannende Aufgaben zu, die es engagiert und

fachlich fundiert umzusetzen gilt. Unsere gut ausgebildeten

und oftmals langjährigen Mitarbeiter:innen sind dabei unser

höchstes Gut. Werde auch du ein Teil des Teams!

Freie Ausbildungsstellen für 2021

Regionalverkehr Ruhr-Lippe GmbH:

Berufskraftfahrer (m/w/d) Brilon

Fachkraft im Fahrbetrieb (m/w/d) Brilon

Kfz-Mechatroniker (m/w/d) Brilon

Grundsätzlich bieten wir folgende Ausbildungsberufe in unseren

Unternehmen an:

zu sehen, wie viele Fahrgäste strahlend in den Bus hereinkommen“,

schwärmt sie. Natürlich gibt es auch mal Fahrgäste,

die unfreundlich oder mürrisch sind. Doch dafür

hat Joyce auch das richtige Motto parat: „Mein Leitspruch

lautet, ,Freundlichkeit siegt‘. Das klappt bisher ganz gut.“

Wenn sie im Sommer ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen

hat, möchte sie auf jeden Fall erst einmal im

Betrieb bleiben. Ein großes Ziel für die Zukunft hat sie

sich bereits gesteckt: „Ich möchte unbedingt Fahrlehrerin

werden. Aber zuerst möchte ich noch viel Erfahrung im

Fahrdienst sammeln.“ ■

Fachkraft im Fahrbetrieb

Fachkräfte im Fahrbetrieb führen Verkehrsmittel

des öffentlichen Personennahverkehrs und sorgen

für die sichere Beförderung der Fahrgäste sowie

die Betriebssicherheit der Fahrzeuge. Außerdem

wirken sie auch an der Fahrzeugdisposition und

Personalplanung mit. Die Ausbildung dauert

drei Jahre. Fachkräfte im Fahrbetrieb finden

Beschäftigung in Unternehmen des öffentlichen

Personennahverkehrs, z.B. in kommunalen Verkehrsbetrieben.

Westfälische Landes-Eisenbahn GmbH:

Industriemechaniker (m/w/d) Lippstadt

Kaufmann für Büromanagement (m/w/d)

Lippstadt

Verkehrsgesellschaft Kreis Unna mbH:

Kaufmann für Dialogmarketing (m/w/d) Kamen und Lünen

Kfz-Mechatroniker (m/w/d) Kamen und Lünen

Fachkraft im Fahrbetrieb (m/w/d) Kamen und Lünen

Regionalverkehr Ruhr-Lippe GmbH:

Berufskraftfahrer (m/w/d) Arnsberg, Brilon, Lippstadt und Soest

Fachkraft im Fahrbetrieb (m/w/d) Arnsberg, Brilon, Lippstadt

und Soest

Kfz-Mechatroniker (m/w/d) Arnsberg, Brilon, Lippstadt und Soest

Unsere Ausbildungsplätze schreiben wir jährlich im Herbst auf

unserer Homepage aus. Du möchtest schon vorher in unseren

Betrieb hineinschnuppern? Dann freuen wir uns auf deine Praktikumsanfrage.

Bei Fragen kannst du unsere Personalabteilung in

Münster unter folgender Telefonnummer anrufen: 0251/6270-248

Jetzt bewerben!

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100 - WOLL Elternratgeber

l f

Joyce Köster


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WOLL Elternratgeber - 101


SOZIALES UND PÄDAGOGIK

Top Berufe

∙ Erzieher/in.

∙ Erzieher/in - Jugendund

Heimerziehung.

∙ Fachlehrer/in - musisch -

technische Fächer.

∙ Förderlehrer/in.

∙ Sozialpädagogische/r Assistent/in

/ Kinderpfleger/in.

∙ Sportlehrer/in.

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Viviane Fleischer (20) hat mit

der Ausbildung zur Erzieherin

ihre Bestimmung gefunden

„Spielpartner

auf Augenhöhe“

Daniela Weber

Hermann Hoffe

Für Viviane Fleischer ist klar: Als Erzieherin muss man

auch selber noch ein bisschen Kind sein dürfen.

102 - WOLL Elternratgeber


P

ädagogisch arbeiten und auch manchmal „selber noch

ein bisschen Kind sein dürfen“ - eine Mischung, die für Viviane

Fleischer (20) den Reiz am Beruf des Erziehers/der

Erzieherin ausmacht. Zurzeit absolviert die sympathische und

offene junge Frau ihr Anerkennungsjahr im Familienzentrum St.

Severinus Möllmicke in Wenden und eines weiß sie schon jetzt

ganz genau: „Dieser Beruf liegt mir.“

Viviane Fleischer

„Guten Morgen Kinder“ - mit einem

Strahlen im Gesicht begrüßt Viviane

die Kinder vom „Kükennest“. So heißt

die Kindergartengruppe, in der die

sympathische 20-Jährige ihr Anerkennungsjahr

absolviert. Dass der Beruf

der Erzieherin ihr Traumjob werden

sollte, das war der Wendenerin nach

der zehnten Klasse aber noch nicht

klar: „Ich wusste nicht so genau, was

ich werden möchte. Ich entschied mich

dann für das Abitur Plus. So nannten

wir dieses Modell in der Schule. Ich

habe also Voll-Abi mit den Schwerpunkten

Deutsch und Erziehungswissenschaften

gemacht und direkt im

Anschluss startete das Anerkennungsjahr“,

erklärt Viviane, für die der Gedanke

Abitur und Ausbildung zu vereinen,

„genau richtig war“.

Erste Arbeitsluft schnupperte die Wendenerin

bei vier verpflichtenden Praktika

schon während der Oberstufe.

Seit August 2020 ist sie nun voll im

Arbeitsleben angekommen und fühlt

sich dabei pudelwohl. Als Erzieherin

im Anerkennungsjahr betreut sie zusammen

mit ihrer Ausbilderin fünf

Kinder in ihrer Gruppe. Ob Brettspiele,

Spaziergänge oder Projektarbeiten,

Abwechslung wird dabei genauso groß

geschrieben wie die Bedürfnisse und

Wünsche der Kinder. Als Erzieherin

ist man aber nicht nur immer „mitten

drin im Spiel“, sondern fungiert auch

als Beobachter, um zu sehen, ob die

Kinder altersentsprechend entwickelt

sind. „Und wir sind zusammen mit den

Eltern auch dafür zuständig, Werte zu

vermitteln. Wir bilden den Grundbaustein,

wie die Gesellschaft später aussieht.“

“Kinder denken nichts kaputt”

Was Viviane an ihrem Job besonders

gefällt? „Man ist eigentlich nur auf

Trab und die Kinder sind so dankbar

und fordern auch unsere Betreuung.

Wir sind Ansprechpartner bei Fragen

und Spielpartner auf Augenhöhe“,

trifft es Viviane auf den Punkt.“

Auch die Neugierde und Offenheit

der Zwei- bis Sechsjährigen begeistert

die junge Frau, denn: „Kinder denken

nichts kaputt, sie machen es einfach.“

Für alle, die sich vorstellen können, Erzieher/in

zu werden, hat Viviane auch

einige Tipps parat: „Kinder haben keine

Hemmungen und daher darf man

die Kinder nicht mit seinen eigenen

Hemmungen einschränken. Man muss

bereit sein, sich auf die Kinder einzulassen.“

Wie es nach der Ausbildung weitergeht,

weiß Viviane auch schon ganz genau.

Den Übernahmevertrag hat sie nämlich

bereits in der Tasche. „Ich könnte

mir gut vorstellen, irgendwann mal

Gruppenleiterin zu werden und ich

würde gerne eine Fortbildung zur Entspannungspädagogin

machen.“ ■

Erzieher/in

Die schulische Ausbildung zum

Erzieher/zur Erzieherin kann

an Fachschulen, Fachakademien

und Berufs kollegs absolviert

werden. Erzieher/

innen betreuen und fördern

Kinder, Jugendliche und junge

Erwachsene. Sie sind vor

allem in der vorschulischen

Erziehung, in der Kinderund

Jugendarbeit so wie in der

Heimerziehung tätig. Erzieher/

innen finden Beschäftigungen

in Kindergärten, Kinderkrippen,

in Kinder- und Jugendwohnheimen,

in Familienberatungsgestellen

und auch in

Tagesstätten oder Wohnheimen

für Menschen mit Behinderung.

WOLL Elternratgeber - 103


Anzeige

Traumberuf Erzieher*in:

Kinder brauchen Sie!

Beste Berufsaussichten in einer der 182 katholischen Kitas in der Region

3.086

,91

nach der Ausbildung? „Das ist

Euro brutto im Monat

als Berufseinsteiger direkt

immer ein großer Wow-Effekt, wenn es um die Vergütung

geht”, sagt Kirsten Tischer, Fachbereichsleiterin Personal,

zuständig für die rund 3.000 Mitarbeitenden in den katholischen

Kitas im Kreis Soest, der Stadt Hamm, dem HSK,

dem Kreis Olpe und im Kreis Siegen-Wittgenstein. „Im

Vergleich zu vielen anderen Berufen werden Erzieher und

Erzieherinnen gut bezahlt”, so Tischer weiter. Und auch

mit einem anderen Vorurteil möchte sie direkt aufräumen:

“Man kann ruhig zu seinem Partner ziehen, auch wenn

man nicht verheiratet ist, das ist völlig okay.” An diesen und

vielen anderen Punkten sind die katholischen Kita-Träger

deutlich liberaler als vielleicht angenommen.

Anspruchsvoll, krisensicher und

mit Aufstiegschancen

Die Aufgaben von Erzieher*innen sind sehr anspruchsvoll geworden,

denn es geht um viel mehr als um die reine Beschäftigung

von Kindern. „Manche Berufseinsteiger haben oft ein

verklärtes Bild darüber, was Erzieher und Erzieherinnen den

ganzen Tag machen”, sagt Michael Stratmann, neben Josef Mertens

Geschäftsführer der Kita gem. GmbHs. Es geht um vieles

mehr als um die reine Betreuung von Kindern. Erzieher*innen

leisten Bildungsarbeit und fördern die Kinder im Spiel. Dieses

erfolgt auf Basis des Entwicklungsstandes, der Motivation und

des Sozialverhaltens jedes Kindes. Mitarbeitende arbeiten sowohl

im Team der Kita zusammen wie mit externen Kooperationspartnern

(Therapeuten, Frühförderstellen, Logopäden usw.).

Elternarbeit und Kommunikation sind ebenso wesentliche Teile

der täglichen Arbeit, wie die Arbeit mit der EDV und digitalen

Medien. Die Tätigkeit in den Kindertageseinrichtungen ist

damit breit gefächert, abwechslungsreich und anspruchsvoll zugleich

Mit einer Erzieher-Ausbildung in den katholischen Kitas ist man

für die Zukunft bestens gerüstet. Spätere Leitungsfunktionen

können übernommen werden, es gibt zahlreiche Weiterbildungsangebote

für bestimmte Fachbereiche (z. B. Inklusion, U3-Betreuung,

Heilpädagogik oder Sprachförderung). Und auch der

Masterstudiengang im Bereich Frühpädagogik kann dual, also

berufsbegleitend an der FH Südwestwestfalen absolviert werden.

104 - WOLL Elternratgeber


Mehr Männer und

Quereinsteiger gesucht

Oft möchten junge Frauen den Erzieherberuf erlernen, dabei

sind Männer für die frühkindliche Erziehung eine wichtige

Bezugsgröße. Die direkte Arbeit mit Kindern ist zwar mitunter

etwas anstrengend, dafür aber besonders erfüllend und

sinngebend. Kirsten Tischer berichtet von einem Mann, einem

gelernten Banker, der in seinem Wirtschafts-Job nicht

zufrieden war und sich dann in einer katholischen Kita zu

einem Erzieher hat ausbilden lassen. „Wir erhalten regelmäßig

Bewerbungen von Quer-Einsteigern für eine Ausbildung.

Diese haben bei geeigneter Qualifikation gute Chancen, auch

wenn sie schon älter sind”, ergänzt Tischer dazu.

Zwei Ausbildungswege

Die katholischen Kitas in der Region bieten zusammen mit

den verantwortlichen Berufskollegs zwei Ausbildungswege an:

Die „klassische” Variante mit schulischer Ausbildung und Anerkennungsjahr

(EiA) sowie die neue „Praxisintegrierte Ausbildung

(PiA)”. Der Theorie-Unterricht findet dabei an zwei

bis drei Tagen pro Woche statt. In der übrigen Zeit erfolgt der

praktische Einsatz in der Kita. ■

Starke Argumente für die Ausbildung in den kath.

Kindertageseinrichtungen Hellweg, Hochsauerland-Waldeck

und Siegerland-Südsauerland:

• Circa 3.000 Mitarbeitende sind in den 182

katholischen Kitas in der Region beschäftigt

Ausbildungsvergütung im 1. Jahr der

PiA-Ausbildung: 1.165,69 €

• Vergütung im Anerkennungsjahr: 1.627,02 €

• 3.086,91 € Einstiegs-Monatsgehalt ab dem

ersten Tag nach der Ausbildung

• 13,2 Monatsgehälter (Urlaubs- und

Weihnachtsgeld + Leistungszulagen) werden

im Schnitt pro Jahr vergütet

• Bis 33 freie Tage: 31 Tage Urlaub, Heilig Abend

und Silvester zählen nicht als Urlaub, sind

dennoch frei Vermögenswirksame Leistungen

• Zusätzliche Altersversorgung durch die

kirchliche Zusatzversorgungskasse

• Freistellung für Exerzitien und Einkehrtage

• Ausschließlich unbefristete Arbeitsverträge

• Besondere Konditionen für ausgewählte

Produkte und Dienstleistungen durch die

Wirtschaftsgesellschaft der Kirchen in

Deutschland (WGKD)

Katholische Kindertageseinrichtungen

Siegerland-Südsauerland gem. GmbH

Tim Nicksteit

Tel.: 0291-9916 83760

Friedrichstraße 4 | 57462 Olpe

Katholische Kindertageseinrichtungen

Hellweg gem. GmbH

Christine Sauermann

Tel.: 0291-9916 82760

Severinstraße 12 | 59494 Soest

Katholische Kindertageseinrichtungen

Hochsauerland-Waldeck gem. GmbH

Kristin Koch

Tel.: 0291-9916 81760

Stiftsplatz 13 | 59872 Meschede

WOLL Elternratgeber - 105


Hannah Ostermann (18)

absolviert die praxisintegrierte

Ausbildung

zur Erzieherin

„Kinder brauchen

nicht viel, um

glücklich zu sein“

Daniela Weber

Matthias Koprek

Hannah Ostermann liebt die Arbeit in der Kita.

Das Hobby zum Beruf machen – für Hannah

Ostermann aus Welver ist dieser Wunsch in Erfüllung

gegangen. Die 18-Jährige absolviert im

zweiten Jahr die praxisintegrierte Ausbildung zur Erzieherin

in der Katholischen Kita St. Vinzenz in Büderich.

Erzieherin zu werden, „das war von klein auf schon mein

Traumjob.“

Wenn Hannah über ihre Ausbildung spricht, gerät die junge

Frau ins Schwärmen. Die funkelnden Kinderaugen, die sie

schon morgens um 7.00 Uhr erwartungsvoll anschauen, geben

ihr das Gefühl: „Hier gehöre ich hin. Hier fühle ich mich

wohl.“ Schon seit frühester Jugend wusste sie, was sie werden

möchte: „Ich habe schon vor circa acht Jahren mit dem Babysitten

bei meinen Nachbarn angefangen. Mit Kindern zusammen

zu sein, das macht mir einfach Spaß.“ Ihr Taschengeld

aufbessern, wollte Hannah damit nicht. Im Gegenteil:

„Ich wollte dafür kein Geld haben, ich wollte einfach nur auf

die Kinder aufpassen“, erinnert sie sich mit einem Lächeln im

Gesicht. Auch in ihrer Ausbildung spielt der finanzielle Aspekt

keine übergeordnete Rolle. „Es ist natürlich schön, dass

ich in der praxisintegrierten Ausbildung von Anfang an Geld

bekomme. Aber das ist für mich nicht das Wichtigste, auch

wenn man so natürlich das Gefühl hat, auf eigenen Beinen

zu stehen.“ Hannah Ostermann möchte möglichst praxisnah

ausgebildet werden. Daher kam die schulische Ausbildung

zur Erzieherin mit anschließendem Anerkennungsjahr für sie

nicht in Frage. Ihr gefällt die Mischung aus Theorie und Praxis.

Im zweiten Ausbildungsjahr ist sie jede Woche drei Tage

in der Kita und zwei Tage in der Berufsschule. „Man lernt

Dinge in der Schule und kann sie dann im Arbeitsalltag sofort

austesten. Das finde ich super.“

106 - WOLL Elternratgeber


„Kinder in ihrer Entwicklung begleiten“

In ihrer Ausbildung betreut sie hauptsächlich Vorschulkinder,

für die sie die verschiedensten Projekte austüftelt. Ob

Sport und Bewegung in der Turnhalle oder Plätzchen backen,

Hannah hat immer wieder neue Ideen, um für Spaß

und Abwechslung zu sorgen. Wichtig dabei: Sie zeigt den

Kindern, dass sie selber voll hinter ihren Angeboten steht.

„Nur so fällt es einem leicht, die Kinder zu motivieren.“ Der

Enthusiasmus und die Freude der Kinder begeistern Hannah

jeden Tag aufs Neue. Und sie schätzt auch, wie dankbar

diese schon über Kleinigkeiten sind: „Ich habe ihnen letztens

zum Beispiel Sticker mitgebracht. Und sie haben sich

gefreut wie Bolle. Daran merkt man, dass Kinder gar nicht

viel brauchen, um glücklich zu sein.“

Praxisintegrierte Ausbildung

zur Erzieherin

Die praxisintegrierte Ausbildung zur Erzieherin

bietet eine Kombination von Theorie

und Praxis. Die gelernte Theorie wird direkt

in der fachpraktischen Ausbildung in der Kita

angewendet. Die Ausbildung dauert drei Jahre.

Ihre Zukunft hat die sympathische Auszubildende auch

schon genau vor Augen. Sie möchte sich auf die Betreuung

von U3 Gruppen spezialisieren. „Ich finde es schön, die

Kinder in ihrer Entwicklung zu begleiten und ihnen etwas

beizubringen. Bei den ganz Kleinen kann man die Fortschritte

genau beobachten.“ ■

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WOLL Elternratgeber - 107


Engagiertes Team (v. l.): Steffen Berger, Barbara Feldmann und Daniel Keil.

Mit AmiE eine Vorreiter rolle

übernommen

Paul Senske

S. Droste

Conrad-von-Ense-Schule: Rüstzeug fürs berufliche Leben früh erwerben

M

it der Umsetzung des Landesvorhabens „Kein

Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule -

Beruf NRW“ (KAoA) spielt die berufliche Orientierung

eine zentrale Rolle. Eine Schule, die dabei voran

geht, ist die Conrad-von-Ense-Schule in Ense-Bremen.

Mit der jährlichen Ausbildungsmesse in Ense, der AmiE,

setzt die Sekundarschule Maßstäbe und ist Vorreiter. In

diesem Jahr fand sie - digital - bereits zum zehnten Mal

statt. Die Leitidee der AmiE und der beruflichen Orientierung

fasst Lehrer Daniel Keil so zusammen: „Unsere

Schülerinnen und Schüler sollen so schnell wie möglich

Erfahrungen in der Lebens- und Arbeitswelt sammeln.“

Keil gehört mit Lehrerin Barbara Feldmann und Schulsozialarbeiter

Steffen Berger zum Koordinatoren-Team für Studienund

Berufswahlorientierung (StuBo) der Schule. „Natürlich

beraten wir die Schülerinnen und Schüler auch beim und für

den Übergang ins Gymnasium, die Berufsorientierung ist

aber immer ein Schwerpunkt“, erklärt Feldmann. „Wir versuchen

alles, dass die Schülerinnen und Schüler gut orientiert

und informiert, Entscheidungen treffen, vor allem die

wichtige berufliche Entscheidung“, betont Schulsozialarbeiter

Berger.

108 - WOLL Elternratgeber


Individuelle Beratungen im Berufsorientierungs-Büro

Dabei geht es insbesondere um die duale Ausbildung und

den Kontakt zu den Betrieben. Neben den üblichen und teils

vorgeschriebenen Maßnahmen wie Girls‘- und Boys‘-Days,

ab Klasse 8 Potenzialanalysen, Berufsfelderkundung oder

Praktika engagiert sich das Team mit weiteren Maßnahmen

und „viel Herzblut“ für die berufliche Orientierung der Kinder

und Jugendlichen. Hier spielt das Berufsorientierungsbüro

(BOB) eine zentrale Rolle. In wöchentlichen Sprechstunden

werden die Schülerinnen und Schüler und auch die

Eltern beraten, einmal im Monat ist Berufsberaterin Jennifer

Kieke von der Agentur für Arbeit vor Ort. Für einige Schülerinnen

und Schüler der Klasse 9, die besonderen Hilfebedarf

haben, kommt einmal in der Woche ein Berufseinstiegsbegleiter

ins Haus. „Die individuelle Beratung spielt eine wichtige

Rolle“, so Feldmann. „Wir üben mit den Schülerinnen

und Schülern beispielsweise Bewerbungen, oder sie sollen im

BOB mit Firmen telefonieren, um Termine für ein Praktikum

zu vereinbaren. Einige haben in dieser Hinsicht verständlicherweise

noch Hemmungen.“ An den beiden Computern

im mit umfangreichen Materialien ausgestatteten

Büro können die Schülerinnen und Schüler auch ihre Bewerbungen

und Lebensläufe schreiben. Ein anderes Thema

ist die „Job-Exhibition“: Nach Berufsfeldern sortiert, stellen

sie ihr Betriebspraktikum in Form eines Präsentations-Blattes

mit kurzen Berichten vor. Die Blätter sind auch digital

verfügbar. Für jede Klasse werden die Beratungsprotokolle

in einem Logbuch festgehalten.

Wichtig sind auch die Elterninformationsabende. Beim

Ausbildungsreife-Abend“ mit Wirtschaftsvertreten geht

es um berufliche Perspektiven. Beim zweiten Informationsabend

können sich die Schülerinnen, Schüler und Eltern

über weitere schulische Bildungsgänge informieren. Beide

Elterninformationsabende sind für die Jahrgangsstufen 9

und 10 und finden alle zwei Jahre immer abwechselnd statt.

Eine Vorreiter-Rolle hat die Schule mit der jährlichen Ausbildungsmesse

in Ense (AmiE) übernommen. Sie findet immer

am Samstag nach den Osterferien in der Schule und auf

dem Schulgelände statt.

„Die Unternehmen kommen

gerne in die Schule“

- Steffen Berger

Sie hat sich zu einem Renner entwickelt, mit rund 50 Unternehmen

aus Ense und Umgebung wie aus Neheim. „Die

Unternehmen kommen gerne. Wir sorgen auch dafür, dass

die Schülerinnen und Schüler und Eltern kommen“, betont

Berger. Corona-bedingt fand die AmiE in diesem Jahr am

17. April digital statt – es war die zehnte Messe. In Form

eines sogenannten Reel-Videos haben sich die Unternehmen

mit ihren Ausbildungsmöglichkeiten präsentiert. In Form

einer nach Berufsfeldern geordneten Langversion ist es im

Youtube-Kanal, auf der Schulhomepage, auf dem Portal

„Arbeiten in Ense“ und auf Gemeindekanälen veröffentlicht.

Die AmiE digital soll auch künftig als „digitales Lexikon“

fortgeführt werden und damit der Kontakt zu den Firmen

weiter ausgebaut werden. Die Schule unterhält exzellente

Verbindungen zu den Betrieben im nahe gelegenen Industriepark

in Höingen.

Enser Naturpfad gebaut

Zum Rüstzeug fürs (berufliche) Leben gehören auch die

sogenannten „Soft Skills“ wie ehrenamtliches Engagement.

„Sozial-geniale Projekte“ sind in den Ergänzungsfächern feste

Bestandteile. Ein Beispiel an der Conrad-von-Ense-Schule

ist die Streitschlichter- und Sporthelferausbildung. „Es geht

darum, ehrenamtliche Projekte zu suchen und sie umzusetzen“,

sagt Keil. So bauten die Schülerinnen und Schüler in

Zusammenarbeit mit Enser Betrieben den am 7. Dezember

2018 eröffneten Enser Naturpfad mit Schaukästen, in denen

über Natur, Umwelt und Heimatgeschichte informiert wird.

„Der Bau des Naturpfads ist ein gelungenes Beispiel für das

frühe Erleben von Lebens- und Arbeitswelt. Das gesamte

Lehrerkollegium steht hinter dieser Philosophie.“ ■

WOLL Elternratgeber - 109


Max Luca Köhler und Söncke

Jansky absolvieren den Bundesfreiwilligendienst

beim THW Arnsberg

Freiwilligenjahr für

In der Natur im Einsatz: Die Bufdis Max Luca

Köhler (links) und Söncke Jansky setzen eine

Kröte an ihrem Laichplatz ab.

die Gesellschaft Daniela Weber S. Droste

N

ach der Schulzeit erst einmal

etwas Soziales machen,

fernab von Schulbank und

Theorie - mit dieser Motivation im

Gepäck haben Max Luca Köhler

(20) und Söncke Jansky (18) im vergangenen

August ihren Bundesfreiwilligendienst

(Bufdi) bei der THW

Regionalstelle Arnsberg begonnen.

Neben diversen Verwaltungstätigkeiten

in der Regionalstelle haben

die beiden engagierten jungen Männer

auch die Chance, eigene Projekte

auf die Beine zu stellen.

„Hier sind wieder welche“, ruft Max

Luca Köhler seinem Kollegen Söncke

Jansky zu, während er sich hinkniet

und in einen grünen Eimer greift.

Nach und nach holt der sympathische

20-Jährige vier Kröten heraus,

die beim Versuch die viel befahrene

Straße am Hellefelder Bach zu überqueren,

in den Eimer „geplumpst“

sind. „Wir vom THW unterstützen

an dieser Stelle den SGV, der diesen

Krötenzaun aufgestellt hat“, erklärt

Köhler stolz, als er zusammen mit

Söncke den rund 400 Meter langen

Zaun entlangläuft. In Wennigloh haben

die beiden Bufdis einen eigenen

Krötenzaun errichtet. „Das war ein

Tipp von einem Mitglied des SGV. Er

sagte, dass dort viele Kröten unterwegs

seien. Söncke und ich haben uns dann

direkt mit der Naturschutzbehörde in

Verbindung gesetzt und gefragt, ob

dort Bedarf sei.“ Mit dieser Idee rannten

die beiden offene Türen ein und sie

hatten somit ihr eigenes „Bufdi-Projekt“

in der Tasche.

Vielfalt an Aufgaben

Eigene Projekte realisieren und etwas

für die Gesellschaft tun - für Max Luca

Köhler und Söncke Jansky ist dieses

„selber anpacken“ und aktiv werden

genau das richtige nach der Schulzeit.

Beide entschieden sich für das Freiwilligenjahr

bei der THW Regionalstelle

Arnsberg aus verschiedenen Gründen,

jedoch mit dem gleichen Ansporn: sich

sozial zu engagieren. „Ein Freund hatte

mir vom THW erzählt. Ich dachte

zuerst über eine ehrenamtliche Tätigkeit

nach, bis ich von dem Bundesfreiwilligendienst

erfahren habe. Ich fand

die Idee, etwas für die Gesellschaft zu

machen, schön“, erinnert sich Max

Luca Köhler, der ursprünglich nach

dem Abitur für ein Jahr ins Ausland

gehen wollte, aber keine Sekunde beim

THW bereut. Söncke Jansky strebte

vor allem eine Pause von der Theorie

an, verbunden mit einem ersten Einblick

in die Arbeitswelt.

Nach einem Willkommenslehrgang in

Brandenburg zum Start ihres Bundesfreiwilligendienstes

ging für die beiden

die Arbeit in der Regionalstelle

110 - WOLL Elternratgeber


in Niedereimer los. Was den beiden

am besten gefällt, können sie gar nicht

so genau sagen: „Die Aufgaben hier

sind sehr vielseitig. Das macht es definitiv

aus.“ Von Verwaltungstätigkeiten,

über Kommissionierung bis hin

zur Umsetzung eigener Ideen reicht

das Tätigkeitsfeld der beiden Bufdis.

„Wir arbeiten zurzeit auch noch an

einer Popcornmaschine, die bei Veranstaltungen

zum Einsatz kommen

soll. Das Gesamtpaket hier ist einfach

super“, sagt Söncke Jansky mit

einem Strahlen im Gesicht. Auch die

THW-Grundausbildung lassen sich

die beiden während ihrer Zeit als Bufdis

nicht entgehen. Diese sei allerdings

freiwillig.

„THW treu bleiben”

Dass dieses Jahr, das den beiden so

viel gegeben hat, schon fast vorbei

ist, können die beiden

noch gar nicht so

richtig glauben. Noch

bis zum Juli werden sie

für das THW als Bufdis

in der Regionalstelle und

auch draußen in der Natur im

Einsatz sein. Wie es danach weitergeht,

wissen die beiden ehrgeizigen

jungen Männer auch schon ganz

genau: „Ich beginne eine Ausbildung

zum Garten- und Landschaftsgärtner“,

freut sich Max Luca auf seine bevorstehende

Lehre. Söncke hingegen hat sich

in der Zwischenzeit dazu entschieden,

weiter die Schule zu besuchen und das

Fachabitur zu machen. Jungen Menschen,

die sich ei nen Bundesfreiwilligendienst

nach der Schulzeit vorstellen

können, geben die beiden folgende

Tipps: „Man sollte auf jeden Fall sehr

motiviert sein und auch bereit sein,

mal ein paar Überstunden zu machen,

wenn eine Aufgabe doch mal länger

dauert. Außerdem muss man definitiv

Lust haben, etwas zu schaffen“, sind

sich Max Luca und Söncke einig.

Mit dem sozialen Engagement soll es

für sie nach dem Bundesfreiwilligendienst

nicht vorbei sein. „Wir bleiben

dem THW auf jeden Fall als ehrenamtliche

Helfer treu“, betonen sie

abschließend, während sie die letzte

Kröte an diesem Tag sicher über die

Landstraße tragen. ■

WOLL-

Newsletter

Hallo Wochenende!

Jeden Freitag gibt’s hier die schönsten Tipps

für’s Wochenende im Sauerland.

Jetzt anmelden unter:

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WOLL Elternratgeber - 111


Ein Bekenntnis zur

Region von Marie Ting,

Südwestfalen Agentur

Starke Region –

starke Perspektiven

Marie Ting

Michael Bahr & Sinan Muslu

Fühlt sich in Südwestfalen wohl: Marie Ting hat

hier in der Region ihren Traumberuf gefunden.

Als Eltern betrachten Sie

Ihre Kinder mit großen Augen…

Schule geschafft! Und

jetzt? Möchte Ihre Tochter bzw. Ihr

Sohn eine Ausbildung machen oder

doch lieber erst studieren? Möchte

Ihr Kind gerne in der Region bleiben,

oder will es gerne ein neues

Kapitel an einem ganz neuen Ort

aufschlagen? Ich weiß noch, dass ich

Schwierigkei ten hatte, herauszufinden,

welchen Weg ich gehen soll und

welcher Job zu mir passt. Es bieten

sich so viele Möglichkeiten nach der

Schule, so viele Gründe, sich für oder

gegen eine Variante zu entscheiden,

dass der Traumberuf unerreichbar

scheint. Es wäre schön gewesen, hätte

ich damals die Gelegenheit gehabt,

mich einfach in verschiedenen Jobs

auszutesten und ein paar Unternehmen

von innen kennenzulernen.

Vielleicht geht es Ihrem Kind genauso…

und vielleicht führen Sie derzeit

viele Dis kussionen am Küchentisch,

mal hitzig, mal nach denklich, mal

gelangweilt – und versuchen, Ihr

Kind bestmöglich zu unterstützen

und zu beraten.

Heute habe ich meinen Traumberuf

gefunden, in dem ich Projekte entwickeln

kann, die junge Menschen bei

diesen Entscheidungen unterstützen:

Zum Beispiel das „Gap Year Südwestfalen“.

Schulabgänger/innen, Hochschulabsolvent/innen

und auch junge

Menschen mit einer abgeschlossenen

Berufsausbildung können mit diesem

Programm drei Praktika bei jeweils

drei unterschiedlichen Top-Arbeitgebern

aus der Region machen. Und das

Beste daran: Man braucht nur eine Bewerbung

zu schreiben – und zwar online

unter www.gapyear-suedwestfalen.

112 - WOLL Elternratgeber


com. So kann man in relativ kurzer

Zeit viel Praxiserfahrungen sammeln,

wertvolle Kontakte in die Wirtschaft

knüpfen, neue Perspektiven entdecken

oder sogar ein berufliches Zuhause

finden. Und für diejenigen, die sich

mal im Studieren testen möchten, gibt

es die „Gap Year“-Variante „Work &

Study“. Hier kann man ein sechsmonatiges

Vorstudium an der Uni Siegen

mit einem anschließenden dreimonatigen

Praktikum verbinden.

In vielen Produkten steckt ein

Stück Südwestfalen

Denn gute Chancen gibt es hier genug:

Mehr als 150 Weltmarktführer und

zahlreiche, oftmals international ausgerichtete

Unternehmen tragen dazu

bei, dass Südwestfalen der stärkste Industriestandort

NRWs ist. Wussten Sie

zum Beispiel, dass ohne Südwestfalen

wahrscheinlich Ihr Auto nicht fahren

würde? Ja, denn über 500 Unternehmen

aus der Automotive-Branche

machen Südwestfalen zu dem Standort

für Automobilzulieferer. In vielen Produkten,

die uns im Alltag begegnen,

steckt ein Stück Südwestfalen: So ist

beispielsweise in Ihrem iPhone sehr

wahrscheinlich Technik von der Firma

Berghoff aus Drolshagen verbaut und

wenn man am Flughafen wartet, ist es

gut möglich, dass man auf Sitzen von

der Firma kusch+co aus Hallenberg

sitzt.

Hohe Ausbildungsqualität

Während andere ihre Heimat verlassen

müssen, weil es dort zu wenig

Arbeitsplätze gibt, haben junge Menschen

in Südwestfalen hier die Qual

der Wahl: Ob ein Studium an einer

der vier Hochschulen in der Region,

„Alles, was es zum Glücklichsein

braucht, findet Ihr

genau genommen direkt

vor der Haustür“

ein Praktikum in einem großen, internationalen

Unternehmen oder

in einem kleinen mittelständischen

Familienbetrieb, eine Ausbildung in

der Metall- und Elektroindustrie, im

Handwerk, in Pflegeberufen, in der

Bauwirtschaft, im IT-Bereich oder,

oder, oder... Wer sich in Südwestfalen

für eine Ausbildung entscheidet, trifft

eine gute Wahl – und sorgt für eine

solide Basis. Die Unternehmen und

Betriebe in Südwestfalen sind bekannt

für ihre hohe Ausbildungsqualität!

Danach kann es weitergehen: Mit einem

Meister, einem Studium oder

einer kontinuierlichen und verlässlichen

Mitarbeit im Unternehmen. Dass

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WOLL Elternratgeber - 113


man nach der Schule noch nicht genau

weiß, wo die Reise hingehen soll, verwundert

also nicht, schließlich gibt es

hier in Südwestfalen über 80.000 Unternehmen

und damit natürlich auch

sehr viele berufliche Möglichkeiten.

Um ein bisschen Orientierung in diesem

Meer von Möglichkeiten zu geben,

kann man sich beim „Gap Year

Südwestfalen“ einfach in verschiedenen

Jobs ausprobieren oder testen, ob

nicht doch ein Studium besser passt.

Starke Wirtschaft und

wunderschöne Natur

Aber natürlich sollte auch das Umfeld

passen, denn zu guter Lebensqualität

zählt zweifelsfrei auch die Zeit nach

dem Feierabend. Nach der Arbeit, der

Uni oder dem Praktikum raus in die

Natur und rauf aufs Bike, im Sommer

an einem der fünf Sauerland-Seen ein

paar Bahnen schwimmen und relaxen

und im Winter ab auf die Pisten.

Südwestfalen bringt starke Wirtschaft

und wunderschöne Natur zusammen.

Hinzu kommen die niedrigen Mietund

Kaufpreise für Wohnungen und

Häuser, das rege Vereinsleben und die

bodenständigen Menschen hier. All

das, was wir alle an unserer Heimat im

Sauerland oder Siegen-Wittgenstein so

schätzen.

Sagen Sie Ihren Kindern: Geht ruhig in

die Welt – aber geht nicht, ohne euch

vorher bewusst zu machen, welche

Optionen euch die Region bietet.

Und wenn ihr geht, denkt daran: Ihr

habt eine starke Heimat, auf die man

stolz sein kann. In die man zurückkehren

möchte. Oder bleibt gerne hier:

Denn alles, was es zum Glücklichsein

braucht, findet ihr genau genommen

direkt vor der Haustür. ■

Digitale

Reichweite

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Haben wir!

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Über 18,5 Millionen Impressions und mehr als 83.000 Fans +

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114 - WOLL Elternratgeber

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WOLL Elternratgeber - 115


„DIE SPRACHE IST DER SCHLÜSSEL“

Aristoteles Sebastião (20) möchte nach seiner

Ausbildung Elektrotechnik studieren

Selbstbewusst und zufrieden: Aristoteles Sebastião hat mit der Ausbildung

zum KFZ-Mechatroniker seinen beruflichen Erfolgsweg geebnet.

Daniela Weber

S. Droste

Als Aristoteles Sebastião im Januar 2017 aus

Angola nach Deutschland kam, ahnte er wohl

selber nicht, was für einen „gigantischen Weg“

er in vier Jahren in seiner neuen Heimat zurücklegen

würde. Mit der nötigen Motivation und dem Willen etwas

in seinem Leben zu erreichen, hat der 20-Jährige

mit einer dualen Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker

beim Autohaus Kaltenbach in Niedereimerfeld in Arnsberg

seinen beruflichen Erfolgsweg eingeschlagen und

beeindruckt dabei Ausbilder und Lehrer gleichermaßen.

„Um Erfolg zu haben, muss man Ziele haben“ - mit diesem

ehrgeizigen Motto im Gepäck startete Aristoteles vor vier

Jahren sein neues Leben in Deutschland. Und aller Anfang

ist ja bekanntlich schwer und so hatte auch der ehrgeizige

20-jährige Aristoteles zuerst mit einem kleinen Rückschlag

zu kämpfen: „Ich hatte in Angola bereits das 10. Schuljahr

der High School beendet, hier in Deutschland musste

ich dann meine schulische Laufbahn in der neun ten

Klasse starten. Das war schon sehr frustrierend.“ Nach

einer kurzen Phase der Frustration folgte dann aber eine

Erfolgsgeschichte, die den jungen Moosfelder stolz und

zuversichtlich zugleich macht. Nach der Ausbildungsvorbereitung

am Berufskolleg am Eichholz in Arnsberg und

einem Jahrespraktikum beim Autohaus Kaltenbach, das

ihm „sehr gut gefallen“ hat, startete Aristoteles 2018 seine

Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker. „Ich musste vorher

erst einen Einstellungstest machen. Ich saß davor und

116 - WOLL Elternratgeber


„Der Weg zur Prüfung ist

nur mit den nötigen

Sprachkenntnissen zu schaffen“

- Berthold Hohmann

dachte nur:,Was muss ich jetzt hier machen?’“, sagt er und

lacht, als er sich an diese kleine Schwierigkeit vor dem

Start der Ausbildung erinnert.

„In Deutschland steht einem alles offen“

In Angola hätte der sympathische junge Mann vermutlich

nach der Schule ein Studium begonnen: „Aber dann hätte

die Praxis gefehlt, die mir in Deutschland die duale Ausbildung

ermöglicht. In Deutschland steht einem einfach

alles offen“, freut sich der Azubi über die Möglichkeiten

in seiner Wahlheimat.

Wichtig um Erfolg in der Ausbildung zu haben, ist

die Sprache. Da sind sich Aristoteles und sein Lehrer

Berthold Hohmann, Schulleiter des Berufskollegs am

Berliner Platz, einig: „Die Sprache ist der Schlüssel“, bringen

die beiden es auf den Punkt. Aristoteles, dessen Muttersprache

portugiesisch ist, hatte mit dem Erlernen der

deutschen Sprache keine Probleme: „In Angola habe ich

bereits Englisch gelernt. Ich hab dann versucht aus dem

Englischen so einiges abzuleiten. Und ich habe auch Apps

zum Sprache lernen verwendet. Zurzeit lerne ich Französisch.

Ich habe einfach Spaß an Sprachen“, so das selbsternannte

Sprachgenie. Berthold Hohmann, der für Aristoteles

nur lobende Worte findet, weiß: „Der Weg zur Prüfung

ist nur mit den nötigen Sprachkenntnissen zu schaffen.“

Junge Zuwande rer wie Aristoteles könnten laut Hohmann

eine Lösung für den Fachkräftemangel sein: „In vielen Betrieben

sind ja bereits junge Zuwanderer eingestellt. Ein

Problem ist aber, dass außerhalb von Deutschland das System

der dualen Ausbildung nicht bekannt ist. Viele Zuwanderer

scheuen daher diesen Weg“, sagt der Schulleiter,

der in diesem Punkt noch auf eine Veränderung hofft.

Freude an komplexen Aufgaben

Aristoteles hatte keine Scheu, sich auf seine Ausbildung

einzulassen und so geht er jeden Tag mit der Ambition

zur Arbeit, „heute besser zu sein als gestern.“ Was ihm an

seiner Ausbildung am besten gefällt, kann der moti vierte

WOLL Elternratgeber - 117


Spaß an der Arbeit: Aristoteles ist

froh vor seinem Studium als Azubi

praktische Erfahrungen zu sammeln.

junge Mann gar nicht so genau sagen.

Ihm macht alles Spaß, auch die stressige

Zeit des Reifenwechsels: „Das muss

eben gemacht werden“, sagt er mit voller

Überzeugung. Am meisten entfalten

kann sich Aristoteles aber bei Aufgaben,

bei denen er richtig nachdenken muss:

„Ich mag komplexe Aufgaben, wie etwa

Motoren ersetzen oder auch die Fehlersuche

bei elektrischen Problemen.“ So

ist es auch nicht verwunderlich, dass er

nach seiner Ausbildung noch ein Studium

der Elektrotechnik dranhängen

möchte. Das benötigte Fachabitur absolviert

er zurzeit auf dem Abendgymnasium.

Dieser Ehrgeiz und „Wille zu

Lernen“ beeindruckt auch seinen Chef

Thomas Porwol, Geschäftsleiter vom

Autohaus Kaltenbach: „Ich muss gestehen,

dass ich anfangs eher skeptisch

war. Aber wenn man nun sieht, was der

Junge für einen gigantischen Weg zurückgelegt

hat, dann ist das schon der

Wahnsinn. Jetzt möchte ich ihn ehrlich

gesagt gerne behalten.“

Wohin genau es Aristoteles Sebastião

nach seiner Ausbildung verschlägt, weiß

der Azubi noch nicht ganz genau. Klar

ist nur: „Am besten in eine Großstadt.“

Mit „seinem brennenden Wunsch sich

weiterzuentwickeln“ wird er auf jeden

Fall seinen Weg gehen, da sind sich alle

einig. ■

Roman Bohle rät Absolventen

zu Eigenmarketing.

„Weiterbildung macht besser“

IHK-Bildungsinstitut Hellweg-Sauerland:

Praxisstudiengang ist der „Königsweg“

Paul Senske

Marc Niemeyer

118 - WOLL Elternratgeber


Allein die Zahlen sprechen

für sich: Rund 5000 Personen

nehmen jährlich an den

600 Veranstaltungen des IHK-Bildungsinstituts

Hellweg-Sauerland

teil. Die Nachfrage ist ungebrochen,

die Klientel wird immer jünger. Das

Bildungsinstitut mit den Standorten

Arnsberg, Lippstadt und Soest gilt

als größter Anbieter beruflicher

Bildung in der Region. Das Credo

fasst Institutsleiter Roman Bohle so

zusammen: „Weiterbildung macht

besser. Mit einem erfolg reichen Abschluss

kann man die eigene Arbeitswelt

mitbestimmen.“

Berufliche Weiterbildung auf betriebliche

Anwendung fixiert, an den

Bedürfnissen der Wirtschaft orientiert,

damit praxis- und lebensnah:

Das 1987 gegründete Bildungsinstitut

liegt mit seinen Angeboten nicht

nur im Trend, sondern leistet einen

wichtigen Beitrag zur Fachkräfteausbildung

und -sicherung in der Region

- auch vor dem Hintergrund

der herausfordernden Globalisierung

und Digitalisierung. Ein (erfreulicher)

Trend zeichnet sich seit Jahren

ab: „Die Teilnehmer der IHK-Angebote

werden immer jünger“, betont

Bohle, der seit 2017 als Nachfolger

von Franz-Josef Hinkelmann das Institut

leitet. „Sie setzen sich früh mit

der beruflichen Planung auseinander

und erkennen, dass Weiterbildung

neue berufliche Perspektiven schaffen

und zur Selbstverwirklichung beitragen

kann.“

IHK-Zertifikate sind

anerkannt und begehrt

Das Portfolio des größten Anbieters

beruflicher Bildung in der Region

Hellweg und Sauerland ist breit und

vielfältig. Ob Tagesseminare

oder

Lehrgänge: Die

IHK-Zertifikate

sind anerkannt

und begehrt. Was

die höhere berufliche

Bildung betrifft,

so bietet die IHK mit

ihren berufsbegleitenden

Praxisstudiengängen

nicht nur Alternativen

zum klassischen Hochschulstudium

an, sondern auch „Königs wege“

für Führungsaufgaben in den Betrieben.

„Abschlüsse mit IHK-Prüfung

wie Fachwirte, Fachkaufleute und

Meister sind im Deutschen Qualifikationsrahmen

(DQR) auf dem

Niveau 6 wie ein Bachelor einer

Hochschule angesiedelt und werden

als Professio nal Bachelor bezeichnet“,

erklärt Bohle. „Sie sind nicht gleichartig,

aber gleichwertig.“ Das Gleiche

gilt beispielsweise für geprüfte Betriebswirte

oder geprüfte technische

Betriebswirte, die auf dem DQR-

Niveau 7 einem akademischen Masterabschluss

entsprechen ( Professional

Master). Die höchste Stufe (8) ist

übrigens die Promotion.

Weiterbildung macht nur „besser

und eröffnet die Mög lichkeit, die eigene

Arbeitswelt mitzubestimmen“,

wie Bohle es ausdrückt: „Wichtig ist

auch, dass sich die Personen mit der

Weiterbildung identifizieren.“ Ein

Frei fahrtsschein für eine schnelle Beförderung

oder einen automatischen

Aufstieg in Führungspositionen seien

die Abschlüsse aber nicht: „Wir empfehlen

den Absolventen, sich mit dem

Abschluss selbst zu vermarkten, also

Eigenmarketing zu betreiben. Ein

IHK-Abschluss gibt aber Sicherheit

und eröffnet die Möglichkeit, diese

„Identifizierung mit

der Weiterbildung“

- Roman Bohle

Karte zu ziehen, wenn sich entsprechende

berufliche Perspektiven auftun.“

Das seit 1987 bestehende Bildungsangebot

hat sich im Lauf der Zeit

deutlich weiterentwickelt. So bietet das

Institut den Betrieben auch firmeninternes

Training („Inhouse-Training“),

Unterstützung bei Personalentwicklung

und Wirtschaftsmediation an.

IHK-Broschüre ist ein „Klassiker“

Die IHK bietet alle Facetten der

Weiterbildungsformate an: Seminare,

IHK-Zertifikatslehrgänge

(mindestens 50 Unterrichtsstunden),

Lehrgänge mit IHK-Prüfung (Praxisstudiengänge)

sowie Blended-Learning

(Online-Module und Präsenzveranstaltungen)

und Webinare

(Unterricht nur Online). Eine Konstante

ist seit der Gründung geblieben:

Das Halbjahresprogramm erscheint

weiter in gedruckter Form: „Wir sind

eine der wenigen der bundesweit 79

IHKs, die dieses Format noch pflegen“,

so Bohle. „Die Broschüre ist ein

Klassiker.“ Weitere Informationen unter

www.ihk-bildungsinstitut.de. ■

WOLL Elternratgeber - 119


„Ich habe mich

siebenmal neu

erfunden“

120 - WOLL Elternratgeber


„Self-Made-Man“ und IHK-Präsident

Andreas Rother verkörpert Aufbruch

ins digitale Zeitalter und sieht

die Berufsausbildung als

„Herzensangelegenheit“

Dirk Bannenberg & Paul Senske

Tom Linke

Er Jahren das IT-Unternehmen ahd, entwickelte es zu einer

bezeichnet sich selbst als „unführbar“, machte sich mit 23

Jahren im Bürofachhandel selbstständig, gründete vor 33

Marke und ist seit Januar 2018 Präsident der IHK Arnsberg Hellweg-

Sauerland. Andreas Rother gilt als „Self-Made-Man“ mit einer einzigartigen

Karriere. Sein Erfolgsrezept: „Die Unternehmen müssen sich

ständig hinterfragen. Ich habe mich siebenmal neu erfunden. Die IT

ist dynamisch und schnelllebig.“ Als IHK-Chef will er die Digitalisierung

weiter forcieren. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Berufsausbildung:

„Sie ist für mich eine echte Herzensangelegenheit. Nicht nur Abitur

und Studium: Es gibt auch andere Wege, um beruflich Erfolg zu haben.“

Rother selbst ist ein Musterbeispiel für diesen Weg. Der 1960 in Meschede

geborene Unternehmer legte an der Realschule in Werl die

Mittlere Reife ab, absolvierte in Soest eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann

und wurde nach dem Wehrdienst Baumarktleiter

in einem Baumarkt in Werl. 1984 machte er sich mit einem Partner

selbstständig und gründete einen Bürofachhandel. Schon damals beschäftigte

sich Rother mit Innovationen und der Weiterentwicklung

des Betriebs. 1987 wagte er den Sprung in ein neues Geschäftsfeld. Er

gründete die Hellweg Data Ingenieurgesellschaft für Datenverarbeitung

mbH, 2001 firmierte das Unternehmen in ARGE hellweg data


„Nicht nur Abitur und Studium:

Es gibt auch andere Wege, um

beruflich Erfolg zu haben“

- Andreas Rother

GmbH & Co. KG um; seit 2010 heißt das Unternehmen

ahd GmbH & Co. KG. Der Firmensitz war zunächst in

Werl, jetzt ist der Hauptsitz ein kernsaniertes und stilvolles

Mühlengebäude in Ense-Bremen.

„Die IT unterliegt einem ständigen Wandel“

(Andreas Rother)

Vor gut 30 Jahren galt ein Computer noch als exotisch.

Rother begleitete die atemberaubende Evolution, die

eigentlich eine Revolution ist, mit und baute die ahd

schrittweise aus. Er entwickelte das Unternehmen gemeinsam

mit seiner heutigen Geschäftspartnerin Elisabeth

Treier sowie dem Management der ahd - Tochter

Mirjam leitet die Unternehmenskommunikation - zu

einem bundesweit operierenden Technologie-Unternehmen,

zu einer Marke. „In der IT habe ich mich siebenmal

neu erfunden, die IT unterliegt einem ständigen

Wandel.“ Das Unternehmen sei immer auf die Zukunft

ausgerichtet. Das Kerngebiet der ahd ist die infrastrukturelle

Entwicklung sowie der Betrieb von Rechenzentren

mittelständischer Unternehmen und deren Datenmanagement.

Das Unternehmen bietet Lösungen für

Kunden in einem Umkreis von rund 150 Kilometern, die

eigene Rechenzentren vor Ort unterhalten, bundesweit

für Kunden Cloud-Services oder Lösungen im eigenen

Rechenzentrum in Frankfurt/Main, das wie die Bank

von England gesichert ist, oder in Public Clouds wie

Microsoft Azure oder Amazon Web Services. Daneben

122 - WOLL Elternratgeber


Videokonferenzen usw. waren wichtige Hilfen. Die eigene

Digitalisierung werden wir weiter ausbauen.“

ist es das Ziel, einzelne Bereiche wie die eigenen Managed

Services ebenso wie individuelle Software-Lösungen als eine

Antwort auf die Digitalisierung am Markt zu platzieren. Die

eigene Automatisierung sowie Digitalisierung werden ständig

vorangetrieben, so die Philosophie des Unternehmens,

das neben dem Hauptsitz einen weiteren, wichtigen Standort

am Dortmunder U (Zentrum für Kunst und Kreativität)

unterhält. Es geht hier insbesondere um die Nähe zur Universität.

Rund 100 Mitarbeiter arbeiten für die ahd, weitere 35

sind es in den Beteiligungen.

IHK-Präsidentschaft „ein Geschenk“

Vor diesem Hintergrund und der ahd-Erfolgsgeschichte war

es nicht verwunderlich, dass IHK-Hauptgeschäftsführerin

Dr. Ilona Lange nach dem Ausscheiden von Ralf Kersting

im Vorfeld der IHK-Vollversammlung im November 2017

bei Rother anklopfte und fragte, ob er sich das Amt des Präsidenten

vorstellen könne. Ja, Rother konnte sich das vorstellen:

„Präsident der IHK mit immerhin 39.000 Mitglieds-

Betrieben zu werden, wäre für mich ein Geschenk, meine

Persönlichkeit weiter zu entwickeln, mit ihr zu wachsen.“

Nach dem Familienrat („Meine Frau Silke stimmte zu“) und

dem OK des eigenen Firmenmanagements wurde Rother auf

der Vollversammlung zum neuen IHK-Chef und Nachfolger

von Ralf Kersting („Er hat es sehr gut gemacht“) gewählt

und trat sein Amt am 1. Januar 2018 an. Der Zeitpunkt war

mehr als günstig. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag

(DIHK) mit seinen bundesweit 79 Kammern

hatte die Digitalisierung („We go digital“) als ein zentrales

Themenfeld ausgerufen. „Das kann ich mittragen“, so Rother.

„In der Corona-Krise haben wir bei der Arnsberger

IHK das Fruchtbare der Digitalisierung erfahren können,

„Wir dürfen nicht müde werden, für die Berufsausbildung,

die jungen Menschen Spaß macht,

zu werben“ (Andreas Rother)

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Berufsausbildung im Kammerbezirk:

„Sie ist eine Herzensangelegenheit. Wir dürfen

nicht müde werden, für die Berufsausbildung zu werben.

Uns zwar für eine Ausbildung, die jungen Menschen auch

Spaß macht. Es gibt auch andere Wege, als Abitur und Studium,

um beruflichen Erfolg zu haben.“ Rother nennt in

diesem Zusammenhang auch Zahlen: Rund 50 Prozent der

Jugendlichen machen Abitur und studieren. In der Wirtschaft

brauchen wir im Verhältnis einen Akademiker und

zehn Facharbeiter. „Die Eltern wollen, dass ihre Kinder studieren.

Sie sollen es einmal besser haben.“ Rother plädiert

mit Nachdruck für das duale System mit „Arbeiten und Berufsschule“.

In Industrie und Wirtschaft seien auch Studienabbrecher

herzlich willkommen.

Beim Blick auf die Zukunft der Wirtschaft in Südwestfalen,

einer „Herzkammer der Industrie“, spricht der IHK-

Chef von großen Herausforderungen. „Wir werden lernen

müssen, uns ständig zu verändern und disruptiv zu denken.

Externe Einflüsse auf das eigene Geschäftsmodell werden

zunehmen.“ Es werde Gewinner und Verlierer geben. „Diejenigen,

die ihren Job machen, werden es schaffen.“ Was die

aktuelle Corona-Krise und die teilweise dramatischen Auswirkungen

auf die Wirtschaft betrifft, so zeigt sich Rother

optimistisch: „Ich bin stolz auf unsere Wirtschaft. Aus der

Krise 2008/2009 ist die südwestfälische Wirtschaft gestärkt

hervorgegangen. Das wird auch bei Corona der Fall sein. Die

Wirtschaft wird sich 2021 erholen – und zwar mit Wucht.“ ■

WOLL Elternratgeber - 123


&

Ausbildungsbörsen

Ausbildungs messen

von A bis Z

Arnsberg

Auf der Arnsberger Ausbildungsmesse soll Jugendlichen

eine erste Orientierung gegeben werden, welche Optionen

mit welchem Abschluss möglich sind. Außerdem erfahren

sie, wie das Angebot auf dem Ausbildungsmarkt aussieht.

Ausbildungsbotschafter“ haben im Jahre 2016 im Vorfeld

der Ausstellung ihren Beruf vorgestellt. https://www.

wfa-arnsberg.de/de/1/messen/arnsberger-ausbildungsmesse.html

Bad Sassendorf

Ob in der Ini-Gesamtschule in Bad Sassendorf in diesem

Jahr wieder die Ausbildungsmesse “Ausbildung! Zukunft”

stattfindet, stand bei Redaktionsschluss noch nicht

fest, wird aber rechtzeitig auf der Homepage der Stadt

bekanntgegeben: https://rathaus.bad-sassendorf.de/

rathaus-politik/aktuelles/ pressemitteilungen/

Bestwig

Im Firmenverzeichnis der Werbegemeinschaft „Besser

in Bestwig“ stellen Unternehmen ihre Ausbildungsbereiche

vor: https://www.besser-in-bestwig.de/

images/ werbegemeinschaft/aktionen/Ausbildungsbetriebe/20200917_WGM_Firmenverzeichnis.pdf

Brilon - Olsberg

Auf der Homepage der Stadt gibt es eine Übersicht zur

erstmaligen Orientierung; https://www.ausbildungsboerse-bo.de/ausbildungskompass/

Es ist geplant, dass die

Ausbildungsbörse Brilon-Olsberg im Sommer 2021 in der

Schützenhalle Brilon stattfindet.

Ense

Die Ausbildungsmesse (AmiE) – in Zusammenarbeit mit

dem Initiativkreis Ense - findet jedes Jahr in Ense an der

Conrad-von-Ense-Schule statt. Letztes Jahr musste sie wegen

der Pandemie ausfallen. In diesem Jahr findet sie digital

statt. Unternehmen, die nach Auszubildenden suchen,

und Schüler*innen können so trotzdem zueinander finden:

https://www.conrad-von-ense-schule.de/beispielseite/berufswahlorientierung/ausbildungsmesse-amie/

Erwitte

iDay - die schulinterne Berufemesse mit ortsnahen Betrieben

für die Jahrgangsstufen EF und Q1 am 16.06.2021

im Gymnasium Erwitte statt. Mehr Infos unter: https://

www.gymnasium-erwitte.de/aktuelles/mitteilun-

gen/termin/?rmeventkalender%5Buid%5D=436&-

cHash=0019167f5c4bfa50c198378069abe518

124 - WOLL Elternratgeber


Brilon Ausbildungsbörse: Unternehmen stellen

sich vor: Bei der Ausbildungsbörse Brilon

Olsberg können sich Schüler über

die Ausbildungsmöglichkeiten

in der Region informieren.

Quelle: BWT

Einen ersten Einblick in Berufe und Unternehmen erhalten

die Schüler auf Ausbildungsmessen wie hier auf der

Mescheder BerufsInfoBörse (Quelle:

Stadtmarketing Meschede)

Eslohe

„Wir suchen Dich“ ist auf der Homepage der Werbegemeinschaft

„Eslohe aktiv“ zu lesen. Dort findet man offene

Ausbildungsplätze in der Gemeinde Eslohe: https://www.

eslohe-aktiv.de/index.cfm?menuID=33

Geseke

AUSBILDUNGSMESSE „SAME GAME 2021” findet

coronabedingt digital statt: Mehr unter: https://www.

geseke-ausbildung.de/

Hallenberg,

Medebach, Winterberg

Zuletzt fand im Jahre 2019 im Rahmen der Medebacher

Gewerbeschau die „Interkommunale Ausbildungsbörse“

statt, zusammen mit den Kommunen Bromskirchen, Hallenberg

und Winterberg. Mehr als 100 verschiedene Ausbildungsberufe

und duale Studiengänge wurden von den

über 40 vertretenen Ausbildungsbetrieben vorgestellt.

Auch für dieses Jahr ist die Ausbildungsbörse geplant –

wenn die Corona-Beschränkungen dies zulassen.

https://www.medebach.de/wirtschaft/ausbildungsmessen/

Marsberg

Bei Redaktionsschluss stand noch nicht fest, ob die Marsberger

Berufs- und Ausbildungsmesse im Herbst 2021

stattfindet. Eventuell gibt es coronabedingt eine digitale

Ausgabe. Hier finden Sie ggfs. aktuelle Informationen

https://www.wirtschaftsfoerderung-marsberg.de/index.

php/aus-und-fortbildung/ausbildungsmesse-marsberg

Meschede

Voraussichtlich am 17. und 18.09.2021 findet in Meschede

die BerufsInfoBörse statt. Die ausstellenden Unternehmen

zeigen, wer sie sind und welche Stellenangebote sie anzubieten

haben. Weitere Informationen gibt es zu Praktikums-,

Ausbildungs- und Studienplätzen. https://www.

meschede.de/wirtschaft-karriere-bildung/berufsinfoboerse/

Olsberg

Für den Sommer ist – gemeinsam mit Brilon – eine Ausbildungsbörse

in Brilon geplant.

WOLL Elternratgeber - 125


Schmallenberg

Die nächste Ausbildungsmesse Schmallenberg findet im

März 2022 statt. Die Schmallenberger Wirtschaftsförderer

zeigen auf ihrer Homepage auf, welche Unternehmen und

Betriebe noch freie Ausbildungsstellen haben. Außerdem

gibt es Informationen rund um die Ausbildungsberufe.

https://www.schmallenberg-unternehmen-zukunft.de/

ausbildungsboerse.html

Soest/Hellweg

Nicht wie gewohnt als Präsenzveranstaltung, sondern in

einem alternativen Format findet der „Karrieretag 2021

im Herbst statt. Schüler und Professionals können hier

auf der Suche nach Bachelor- und Masterstudiengängen,

Dualen Studiengängen und dazu passenden Stellen in

Unternehmen, Praktikums- oder Ausbildungsplätzen und

nicht zuletzt Jobs fündig werden. https://www.messen.

de/de/13431/soest/karrieretag-soest/info

Der 5. Ausbildungsmarkt Hellweg findet am 25.06.2021

in der Stadthalle Soest statt. 120 regionale Aussteller stellen

160 Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten vor. https://

www.stadthalle-soest.de/kulturparties/veranstaltungskalender/detail/event/25-ausbildungsmarkt-hellweg/

Sundern

Welche Möglichkeiten und Perspektiven die Stadt Sundern

Schülern und Studierenden bietet, erfährt man auf der

Homepage einsU, einer Initiative Sunderner Unternehmen

https://einsu.de/schueler-und-azubis/

Werl

Der Aktionstag Arbeit und Ausbildung in Werl ist eine

Messe für Ausbildung, Studium, Praktika und Jobsuchende.

Zahlreiche Unternehmen und Institutionen präsentieren

sich auf dem Aktionstag und informieren Ausbildungswillige,

Studieninteressierte, deren Freunde, Eltern

und Lehrer sowie alle Arbeitssuchenden, Berufsrückkehrer

und Weiterbildungsinteressierten. Die nächsten Aktionstage

finden vom 26.10. bis 27.10.2021 in der Stadthalle

Werl statt. https://www.gws-werl.de/AktionstagArbeit-

Ausbildung.php

Wickede

Die Ausbildungsmesse Wickede ist für den November

2021 in der Sekundarschule Wickede geplant. Auf der

Homepage der Sekundarschule Wickede wird rechtzeitig

Genaueres bekanntgegeben: https://www.sk-wickede.de/

Willingen / Diemelstadt

Für einen ersten Einblick in die Berufswelt gibt es die

Praktikumsbörse: https://www.rathaus-willingen.de/

leben-in-willingen/gesellschaft-soziales/ausbildung/

praktikumsplaetze/ frei nach dem Motto: “Probieren

geht über Studieren“. Darüber hinaus führen die Gemeinden

Diemelsee und Willingen eine Berufsmesse, den

“Markt der Möglichkeiten” durch. Die teilnehmenden

Ausbildungsbetriebe informieren über Ausbildungsberufe

und Karrierechancen. ■

Weitere Möglichkeiten zur Ausbildungsplatzsuche:

Die Jobbörse der Arbeitsagentur:

www.jobboerse.arbeitsagentur.de/

prod/vamJB/stellenangeboteFinden.

html?execution=e1s1

Die Handwerkskammer

für Südwestfalen

www.hwk-swf.de/38,0,-

jobboardoffersearch.html

Die Industrie- und Handelskammer:

www.ihk-lehrstellenboerse.de/

Das Job- und Ausbildungsportal

karriere-suedwestfalen.de

www.karriere-suedwestfalen.de/

Lokale Jobangebote aus dem Sauerland:

www.jobs.imsauerland.de

Eine Übersicht über Ausbildungsmessen

und weitere Informationen zum

Ausbildungskonses in der Region

Sauerland/Hellweg gibt es hier:

www.karriere-hier.de/

126 - WOLL Elternratgeber


Im Jobportal jobs.imsauerland.de werden auch Ausbildungs- und Jobangebote von

kleinen und mittelständischen Firmen angeboten

WOLL Elternratgeber - 127


Spannende Einblicke: Bei den Betriebsbesichtigungen

schnuppern die Kinder erste Arbeitsluft.

Sonja Funke

Stadtbibliothek Brilon

Stadtbibliothek Brilon besucht mit Viert- bis Sechstklässlern

Unternehmen in der Region

„GELEBTE WIRTSCHAFTS- UND

NACHWUCHSFÖRDERUNG“

manche Maschine haben sie schon bestaunt

und zumeist hat sie kein Geringerer als der

So Chef persönlich dabei durch sein Unternehmen

geführt: Im Rahmen der Briloner Kinderuni besuchen

Vier- bis Sechstklässler einmal im Jahr ein Unternehmen.

Damit schnuppern schon 9- bis 13-Jährige

Arbeitsluft, macht das Sinn? „Unbedingt!“, sagt Bibliotheksleiterin

Ute Hachmann.

Die Stadtbibliothek Brilon steht hinter dem Konzept, gemeinsam

mit ihren Kooperationspartnern, der Briloner Unternehmensinitiative

Big Six, Fachhochschule Südwestfalen,

dem zdi–Netzwerk Bildungsregion Hochsauerlandkreis und

der FernUniversität in Hagen. „Es passt perfekt in unseren

Anspruch, dass die Kinder lernen, die Welt zu entdecken,

und zwar weit über das Lesen eines Buches hinaus“, betont

Ute Hachmann. Viermal verteilt über vier Wochen fahren

die Bibiliotheks-Mitarbeiter mit den durchweg neugierigen

Teilnehmern in die Kinderuni zu Vorlesungen an der Fachhochschule

Südwestfalen in Meschede: „Schon die Busfahrt

ist ein Erlebnis!“, sagt Ute Hachmann. Danach erfahren

sie in einer eintägigen „Wissenswerkstatt“ der Fern-Uni so

einiges zum eigenen Lerntyp. Und es folgt das Finale, der

Besuch in einem Unternehmen. 2020 fiel der Besuch wegen

Corona aus und auch 2021 macht die Pandemie der

Kinder-Uni einen Strich durch die Rechnung. „Aber danach

soll es unbedingt weitergehen“, ist Ute Hachmann ebenso

wie ihre Mitstreiter weiter Feuer und Flamme. Warum?

„Gerade in diesem Alter, eben vor der Pubertät, sind die

Kinder völlig begeisterungsfähig, der ideale Moment, um

das Feuer für Wissenschaft und Wirtschaft zu zünden. Da

bleibt etwas hängen, was sie im achten, neunten Schuljahr,

wenn es in die ersten Praktika geht, wieder abrufen können.

Dann haben sie schon mal ein Unternehmen gesehen, das

ist doch gelebte Wirtschafts- und Nachwuchsförderung.“

Wirtschaftsförderer Oliver Dülme ist mit im Boot, wenn es

um die Auswahl eines Betriebs passend zum Vorlesungsthema

geht. „Wir fragen kurzfristig an, ob wir uns im Kontext

128 - WOLL Elternratgeber


der Kinder-Uni den Betrieb anschauen können. Alle Unternehmen

haben schnell zugesagt und sie hatten richtig

Spaß dabei“, betont Ute Hachmann.

BVB-Geschäftsführer Joachim Watzke zu Gast

Alle Besuche waren total spannend, aber ein Treffen blieb

besonders hängen: „Vor ein paar Jahren hat ein Professor in

einer Vorlesung ein Trainingselement im Fußball vorgestellt.

Es feuert Bälle auf einen Fußballer ab, der schnell reagieren

muss. Da haben wir einfach BVB-Geschäftsführer Joachim

Watzke aus Marsberg gefragt, ob er uns Fragen beantwortet,

denn der BVB hat auch so eine Maschine. Er ist tatsächlich

gekommen, hat über Ausbildungen beim BVB berichtet,

über seinen Werdegang und, ja, auch darüber, wie man

Fußball-Profi wird. Das absolute Highlight war, dass er uns

alle ins Stadion zum Spiel eingeladen hat, und wir sind alle

hin!“ Kein Wunder, dass bei so viel Engagement die 20 Plätze

für die Kinderuni so gefragt sind, dass sie sogar unter den

Bewerbern ausgelost werden. Wann und wie es weitergeht,

erfahren Interessierte rechtzeitig über (soziale) Medien oder

die Homepage der Stadtbibliothek Brilon. Einfach immer

wieder mal draufschauen – es lohnt sich in jedem Fall! ■

„Gerade in diesem Alter, eben vor der Pubertät,

sind die Kinder völlig begeisterungsfähig,

der ideale Moment, um das Feuer für

Wissenschaft und Wirtschaft zu zünden“

- Ute Hachmann

Ute Hachmann

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WOLL Elternratgeber - 129


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