SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli-August 2021

vogelmediabremen

ISSN 2197-5450 JULI | AUGUST 2021

SCHWACHHAUSEN

GANS GLÜCKSELIG

Alles was das Kinderherz begehrt

FRISCHE VOM FELD

Der Kleine Hofladen

EIN GESTALTER „DURCH UND DURCH“

Ralf Möller - neuer Ortsamtsleiter Schwachhausen/Vahr

KAUFHAUS MADE IN BREMEN

Julia Schulze-Windhoff mit dem Blick für das Besondere

WWW.MAGAZINEFUERBREMEN.DE


EDITORIAL

Liebe Leserinnen

und Leser!

Lena Blum

Leiterin der Freiwilligen-Agentur Bremen

Sie stehen sonntags als Übungsleiterin auf dem

Sportplatz, bringen mittwochs den Spielplatz

einer Kita auf den neusten Stand, packen in Krisensituationen

mit an, stellen Kulturveranstaltungen

auf die Beine, bringen sich regelmäßig

in Beiräten und Vereinen ein und kümmern

sich um diejenigen in unserer Gesellschaft, die

ein Ohr, eine unterstützende Hand oder einfach

nur Gesellschaft und Anteilnahme benötigen.

Vielleicht haben Sie sich wiedererkannt? Dann

sind Sie eine von rund 200.000 Freiwilligen in

Bremen, die versuchen, im Kleinen einen Unterschied

ums Ganze zu machen.

„Warum machen die das eigentlich, so ohne

Geld“, fragte mich vor kurzem mein achtjähriger

Sohn. Gute Frage – der jüngst erschienene

Freiwilligensurvey, die größte regelmäßig erscheinende

Studie zum Engagement in

Deutschland, gibt darauf Antworten. Ums Geld

und ums Ansehen geht es schon mal nicht. Sondern

vielmehr darum, Spaß und Freude zu erleben,

zu helfen, die Gesellschaft zumindest im

Kleinen mitzugestalten, etwas zurückzugeben

und mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen.

Für Jüngere ist zudem die Möglichkeit,

sich beruflich zu qualifizieren nicht unwichtig.

Wie wichtig das Miteinander ist und wie sehr

doch gerade das kulturelle, soziale Leben, das

maßgeblich auch durch Freiwilligenarbeit möglich

wird, dies überhaupt erst bunt, abwechslungsreich

und reizvoll macht, haben wir wohl

alle in den letzten eineinhalb Jahren bitter vor

Augen geführt bekommen. Zeit also für einen

Neustart, um wieder gemeinsam anzupacken,

etwas auf die Beine zu stellen und in den Austausch

mit anderen zu gehen. Wie das geht?

Als Freiwilligen-Agentur Bremen sind wir im

Dammweg 18-20 und im Internet eine Anlaufstelle

für alle, die etwas bewegen wollen

in Bremen. In der digitalen Engagementbörse

findet man über 300 Tätigkeiten, für die es

sich lohnt, aktiv zu werden – in Schwachhausen,

aber auch in allen anderen Stadtteilen

Bremens. Von der redaktionellen Mitarbeit in

einer Zeitung, der Übernahme einer Patenschaft

oder Lesehilfe für ein Kind, der Mitarbeit

in einem Museum, der Begleitung von

Reisen mit Menschen mit Handicap – alles ist

möglich.

Damit das auch mit dem Alltag vereinbar ist,

gibt es inzwischen viel mehr Möglichkeiten,

sich auch punktuell zu engagieren. Freiwilliges

Engagement hat viele Gesichter. Auch digitales

Engagement ist mehr und mehr

gefragt.

Vielleicht ist ja auch für Sie etwas Passendes

dabei? Bremen würde es sicherlich freuen.

Herzlich,


INHALTSVERZEICHNIS

RALF MÖLLER

Ein Portrait des neuen Ortsamtsleiters

Schwachhausen-Vahr

28

EIN HOFLADEN

DER BESONDEREN ART

Leckere Beeren, engagierten

Frauen und die Liebe zum Produkt

40

ALLES WAS DAS

KINDERHERZ BEGEHRT

Kathrin Kaiser bereichert

mit ihrem Kinder-Concept-Store

die Shoppingmeile in der

Wachmannstraße

22

FRISCH GEMISCHTES

06 Aktuell, informativ, menschlich:

unser buntes Stadtteilleben

GANS GLÜCKSELIG

22 Ein Kinder-Concept-Store mit

besonderen Labels und vielen

schönen außergewöhnlichen

Dingen

FRISCH UND REGIONAL

28 Der Kleine Hofladen kooperiert

mit regionalen Landwirten und

hat viele tolle und frische

Produkte aus der Region im

Sortiment

HANSEATISCH-BREMISCH

EINKAUFEN

34 Die Ideen und Konzepte der

Julia Schulze-Windhoff

EINE LEIDENSCHAFT

FÜR GRÜNE THEMEN

40 Der neue Ortsamtsleiter

Schwachhausen/Vahr

Ralf Möller im Gespräch

KUNSTHALLE BREMEN

47 Mit den Augen riechen. Geruchsbilder

seit der Renaissance. Die

Kunsthalle Bremen rückt die

Geschichte des Riechens, Stinkens

und Duftens in der Bildenden

Kunst in den Mittelpunkt.

NUKLEARMEDIZIN

48 Eine Schwangerschaft übt großen

Einfluss auf die Schilddrüsenfunktion

aus

RUNDUM GESUND

50 Begegnungen mit Zecken lassen

sich nicht vermeiden – was im

Fall der Fälle zu tun ist, stellen

wir auf Seite 50 vor

4

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INHALTSVERZEICHNIS

34

KAUFHAUS

MADE IN BREMEN

Julia Schulze-Windhoff

hat ein neues Kaufhaus-

Konzept entwickelt

FAMILIE & CO.

Endlich wieder

Programm! In der

Stadt können sich

Familien mit Kindern

auf viele Kinder-

Theateraktionen

freuen

54

FAMILIE & CO.

54 Der Sommer kann kommen!

Für viel Spaß sorgt ein

umfangreiches Kindertheaterprogramm

in der Stadt

NEWS VON BREMEN 1860

62 Immer in Bewegung

IMPRESSUM

66 Wer, was und wann

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FRISCH GEDRUCKT

Katharina Pasternak

Draußen-Deko

DIY-Projekte für Garten,

Terrasse und Balkon

Nicht nur das eigene Haus,

sondern auch Balkon, Garten

oder Terrasse in eine

Wohlfühloase verwandeln!

Katharina Pasternak verleiht

dazu mit ihrem Buch

neue Impulse. Ideenreiche

Projekte, Dekoideen für alle

Jahreszeiten sowie passende

Anleitungen machen

Lust auf eigene Kreativität.

DIY – „Do it yourself“ –

lautet die Devise, wenn es

gilt, passende Deko zu finden.

Im Sommer lädt ein

hängender Erdbeergarten

zum Ernten und Genießen

am feinen Teetisch ein.

Zu den herbstlichen Dekoideen

zählt eine stilvolle

Weinkistenbank;

formschöne Windlichter passen zu jeder Jahreszeit. Die Arbeiten sind

meist mit wenigen Mitteln einfach durchzuführen, laden zum Entspannen ein und

vermitteln ein neues Lebensgefühl.

Autor Katharina Pasternak

ISBN 978-3-86355-974-8

Seiten 144

Format 23,5 x 20 cm

Ausstattung Hardcover

Preis 15,00 Euro

»»» emf-verlag.de

Verlosung!

2 x „Draußen-Deko“

Einfach eine E-Mail bis

zum 15. August an:

gewinnen@schwachhausenmagazin.de

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Der betrogene Kadi

Gartenoper

der Familie Castringius

im Fockes Pavillon

Die Opernaufführungen der Familie Castringius gehören fest zum Programm der

Pavillon-Konzerte im Park des Focke-Museums. Am Sonntag, den 1. August von

11.30 Uhr bis 12.30 Uhr wird Christoph Willibald Glucks einaktige Oper „Der betrogene

Kadi“ gegeben, ein komisches Singspiel, das 1761 in Wien uraufgeführt

wurde. Hauptperson ist ein türkischer Würdenträger, der Kadi, der zum missfallen

seiner Frau Fatima die unwillige Zelmire als Zweitfrau heiraten möchte. Aber Zelmire

ist in Nuradin verliebt. Intrigen sorgen für heitere Verwicklungen rund um die

charakterliche Festigkeit der Figuren.

Der Eintritt kostet 15 Euro, ermässigt 10 Euro. Eine Anmeldung ist erforderlich

unter Telefon (0421) 699 600-0 oder per E-Mail an kasse@focke-museum.de. 150

Sitzplätze stehen zur Verfügung. Es besteht freie Platzwahl, eine Platzreservierung

kann leider nicht vorgenommen werden.

»»» focke-museum.de

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FRISCH GEMISCHTES FÜR SCHWACHHAUSEN

Eine farbenfrohe Sommerausstellung erwartet die Besucher der Galerie

Corona Unger

Jürgen Jansen –

to the start of forever

Ausstellung

verlängert bis 15. August

Ein großformatiges Gemälde in leuchtenden Magenta-, Violett- und Blautönen mit

dem Titel „Summertime“ unterstreicht die sommerliche Atmosphäre dieser Ausstellung.

Es zeichnet sich – wie viele Werke des Künstlers Jürgen Jansen – neben

besonderen koloristischen Qualitäten durch suggestive Bewegungsmomente aus.

Die Dynamisierung resultiert aus der Überlagerung und Verschiebung farbiger Elemente.

„Ich versuche genau den Moment zu erreichen, in dem Auflösung deutlich wird.

Der verdeutlicht, dass alles im nächsten Augenblick anders sein kann, und der

meine Bilder in Bewegung versetzt.“

Jürgen Jansen hat sich einer non-figurativen Bildsprache verschrieben und überlässt

die Deutung seiner unergründlichen, scheinbar von innen heraus leuchtenden

Farbkörper der Imagination des Betrachters. Amorphe Strukturen, die

zahlreichen Assoziationen Raum geben, kennzeichnen sie ebenso wie die Addition

übereinander liegender, irisierender Lasuren. Sie schaffen eine Malerei von außerordentlicher

Strahlkraft. Charakteristisch ist ihre Transparenz – Jürgen Jansen gestaltet

durchscheinende Motive und Bildebenen mit schimmernden Oberflächen, in

deren Tiefe der Blick sogartig eintauchen möchte. Der helle oder dunkle Grund

scheint Teile der jeweiligen Darstellung hinter einem Schleier zu verbergen und

verleiht ihr eine komplexe, räumlich-zeitliche Tiefe.

Unsere farbenfrohe Sommerausstellung vereint Gemälde aus sechs Werkgruppen

des Künstlers und zeigt damit einen umfassenden Querschnitt seines facettenreichen

Oeuvres. Sie geleitet die Besucher zudem in die oberen Galerieetagen.

Veranstaltungshinweise

Sonntag, 01.08.2021, 15 Uhr | Pulsierende Farben | Vortrag Corona Unger

Sonntag, 15.08.2021, 15 Uhr | Finissage | Führung, Sekt und Süßikeiten

zum Ausklang der Ausstellung

»»» galerie-corona-unger.de

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FRISCH GEMISCHTES FÜR SCHWACHHAUSEN

Die Pochers live

Mittwoch 18.08.

Seebühne Bremen

Die Pochers zieht es diesen Sommer wieder auf die Live-Bühnen der Republik –

nicht nur den bekannten Comedian und TV-Moderator Oliver Pocher, sondern auch

seine Frau Amira. Und wer die Pochers verfolgt, der weiß: Es gibt einiges zu berichten!

Oliver Pocher verspricht die schonungslose Wahrheit, Amira sieht sich

schon die Scherben zusammenkehren. Die Pochers haben zuletzt mit einem Podcast

auf sich aufmerksam gemacht – und ihre Hörer dabei mehr als einmal zum

Lachen gebracht. „Schuld“ daran hatte übrigens einmal mehr die Corona-Pandemie:

Während sie im Frühjahr 2020 in Quarantäne waren, unterhielten sie täglich

zehntausende via Instagram – kurz darauf gab es dann den entsprechenden Podcast.

Titel: „Die Pochers hier!“ Der 1978 in Hannover geborene Pocher, der mit seiner

Familie heute in Köln lebt, hat im deutschen Fernsehen schon zahlreiche

Formate moderiert, unter anderem „Die Oliver Pocher Show“ und „Mein Mann

kann“.

»»» seebuehne-bremen.de

Ein Zug fährt durch eine Landschaft, die aus Zeitungspapier gemacht ist. Die Installation

Landscape Europe 2021 wird ab dem 27. August präsentiert und der

Weserburg als Schenkung hinterlassen. (Bild: Mateo Maté)

Landscape Europe 2021

Eine Installation des spanischen

Künstlers Mateo Maté

Im Auftrag des Instituto Cervantes Bremen hat der spanische Künstler Mateo Maté

die Arbeit Landscape Europe 2020-21 eigens für das Weserburg Museum angefertigt.

Die Installation Landscape Europe 2021 wird ab dem 27. August präsentiert

und der Weserburg als Schenkung überlassen.

Ein Zug fährt durch eine Landschaft, die aus Zeitungspapier gemacht ist. Der Reisende

sieht Neuigkeiten, Ereignisse und Charaktere, die die Wirklichkeit dieses

Moments ausmachen. Politik und menschliche Konflikte sind kurze Augenblicke, die

unsere Alltagslandschaft bestimmen. Sie werden in unserer Erinnerung als ein

Stratum der endlichen Geschichte bestehen bleiben. Ein Projektor, der mit einer

Kamera verbunden ist, die im Zug angebracht ist, zeigt auf einem Bildschirm, was

dieser in Echtzeit erfasst. Die Änderung im Maßstab verwandelt die Landschaft in

etwas Reales, eine Reise durch Täler und europäische Städte. Jeder sieht die Realität,

die auf seinen eigenen Zwangsvorstellungen basiert. Subjektivität macht unsere

Beziehung zur Welt in dieser Archäologie unserer inneren Visionen aus.

»»» instituto.cervantes.es

Ihre

persönliche

Rechtsanwältin im

Mühlenviertel

Heike Leonhardt-Langhammer

Rechtsanwältin

§

• Allgemeinanwältin

• Familienrecht

• Scheidung - Trennung

• Medizinrecht - Ärzteberatung

• Hausbesuche nach Vereinbarung

§ §

Gerold-Janssen-Str. 2A · 28359 Bremen · Tel. (0421) 169 00 22 · Fax (0421) 169 00 20

E-Mail: rain-leonhardt@email.de · www.heikeleonhardt.de

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SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021


FRISCH GEMISCHTES FÜR SCHWACHHAUSEN

Andreas Elster von STILPLUS OPTIC und Dr. Peter Valtink, Vorstand Bremer

Suppenengel e. V. bei der Spendenübergabe

Solidarität ist das Salz

in der Suppe

STILPLUS OPTIC spendet 1.500

Euro an die Bremer Suppenengel

Die Bremer Suppenengel versorgen bereits seit 1997 Obdachlose, Bedürftige und

Menschen in sozialen Notlagen mit Essen. Freie und ehrenamtlichen Helfer gehören

zum Stadtbild und sind eine feste Größe zwischen Domsheide und Hauptbahnhof,

um mit Spezial-Fahrrädern eine frisch gekochte Suppe, belegte Brote,

frische Salate und Kaffee auszugeben. Das Angebot wird mittlerweile von mehr als

200 Personen dankbar angenommen.

Der Verein organisiert neben der mobilen Essensversorgung vor Ort Hilfe zur Selbsthilfe

in verschiedenen Problemfeldern, ist gleichermaßen Ansprechpartner für Fragen

rund um die Wohnungssuche und medizinische Hilfe sowie bei Informationen

zu Behördengängen.

COVID-19 war und ist für viele von uns eine große Herausforderung. Für Menschen

ohne Obdach kam erschwerend hinzu, dass während der Lockdown-Phasen ihre

wichtigen Einnahmequellen wegfielen. Die Bremer City und die ansonsten stark

frequentierten Straßen und Plätze waren verwaist. Keine Chance, nach Kleingeld zu

fragen, Pfandflaschen zu finden oder Zeitungen zu verkaufen.

Herzhafte Hilfe

STILPLUS OPTIC hatte im zweiten Halbjahr 2020 seine Kundinnen und Kunden gebeten,

die reduzierte Mehrwertsteuer für verschiedene soziale Projekte zu spenden.

Auf der Habenseite der Bremer Suppenengel konnte der City-Optiker einen von ihm

großzügig aufgestockten Betrag in Höhe von 1.500 Euro verbuchen.

»»» stilplus.de

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FRISCH GEMISCHTES FÜR SCHWACHHAUSEN

Ein genauer Blick auf das Programm, welches auch täglich wechselnde Zusatzangebote

der Musikwerkstatt der Bremer Philharmoniker und Mal- und Kreativworkshops

beinhaltet und zu allen anderen Veranstaltungen der CityInitiative in

der Bremer City lohnt sich

Summerfeeling pur

Viel Abwechslung in

der Bremer City

Den Sommer genießen heißt abtauchen, neues entdecken, sich etwas gönnen, lekkeres

Essen, Unterhaltung und Spaß – einfach mal anders. Erleben Sie die historische

Kulisse des Schnoors und der Böttcherstraße, machen Sie sich auf eine

Shoppingtour durch die Obernstraße, die Sögestraße und die Einkaufspassagen,

verweilen Sie mit Ihren Kindern an den City-Sandkästen oder bei den Hochbeeten

auf dem Ansgarikirchhof und Hanseatenhof und genießen Sie die Sonne. Es gibt

in diesem Sommer viele Gründe, sich auf den Weg in die Innenstadt zu machen,

denn dort gibt es gleich mehrere Highlights.

Die CityInitiative organisiert viele Aktionstage unter dem Motto „Summerfeeling“

für alle, die den Stadtbesuch zum Erlebnis machen möchten. Die gesamte Innenstadt

wird dabei zur Bühne: In den unterschiedlichen Quartieren der Innenstadt,

die es auch immer wieder für Bremerinnen und Bremer neu zu entdecken gilt, finden

Konzerte, Straßenkunst, ein Skateevent, Genussaktionen und noch vieles mehr

statt. Die Aktionen finden jeweils samstags statt und werden natürlich unter Einhaltung

der Corona-Hygienestandards geplant und durchgeführt. Im Juli und August

dürfen sich die Innenstadtbesucher auf zahlreiche Aktionen freuen, die Lust

auf mehr erleben machen, mehr Sommergefühle aufkommen lassen und dabei

neue Lieblingsorte wieder neu zu entdecken. Die CityInitiative lädt ein: zu Frühshoppen-Konzerten

auf dem Ansgarikirchhof in Kooperation mit dem BID Ansgari, Urban

Gardening, Urban Fun & Action Day, der vorwiegend die jungen Leute ansprechen

wird, Classic & Delicious, die einmalige Verbindung aus klassischen Oldtimern

und hochwertigen Delikatessen, Zauberhafte City, City-Sandkästen, Bremen liest,

Büchermeile und zum Kinder-Spaß-Tag. Eine Menge Spaß haben die Kleinen auch

im neu eröffneten Kinderspielparadies „Pöks“ in der Knochenhauerstraße 9. Auf

über 150 qm wird eine kostenfreie Kinderbetreuung angeboten. Während die Eltern

also entspannt shoppen und Besorgungen erledigen, werden die Kinder durch geschultes

und liebevolles Personal betreut.

»»» bremen-city.de

Der Wein für Bremen

Sied an Sied för Fründskupp

un Hülp in Bremen

Die Bremer Serviceclubs Ladies‘ Circle 101 und Round Table 2 haben Seite an Seite

erstmalig „Den Wein für Bremen“ ins Leben gerufen. Ein Fundraising Projekt, welches

bedürftige Frauen und Kinder in Bremen unterstützt und somit direkt dort

Hilfe leistet, wo sie am meisten gebraucht wird.

Die Serviceclubs engagieren sich ehrenamtlich für verschiedene soziale Projekte in

Bremen. Freundschaft und Hilfsbereitschaft stehen hierbei im Vordergrund, ebenso

ein enger Austausch unter den Mitgliedern. Ein besonders spannendes Projekt

konnte dieses Jahr umgesetzt werden: Seite an Seite haben die Clubs einen eigenen

Wein kreiert, dessen Erlös gezielt den sozialen Projekten der Vereine zu Gute

kommt.

In Zusammenarbeit mit dem Weingut Bietighöfer aus der Südpfalz, dessen Inhaber

Stefan Bietighöfer ebenfalls Mitglied bei Round Table ist, haben die BremerInnen

einen fruchtig aromatischen Weißburgunder gestaltet. Der Wein wird nach

strengen Bio-Vorschriften hergestellt und ist ebenso Demeter zertifiziert. „Wir wollten

einen Wein für die BremerInnen anbieten, der einfach Spaß macht: fruchtig

und angenehm zu trinken, sodass man schnell Lust auf mehr bekommt. Der ideale

Begleiter zu einem gemütlichen Abendessen oder einem entspannten Sun-Downer

auf dem Balkon. Einfach genießen und dabei noch Gutes tun“, sagen Julia und

Tobias Scholtes und Arijalda Mujkovic, die das Projekt als Gemeinschaftsprojekt der

beiden Clubs ins Leben gerufen haben.

Ein besonderes Augenmerk soll auch auf der Flaschengestaltung liegen, denn auf

dem Etikett sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Wahrzeichen unserer

Hansestadt zu sehen. „Uns war es besonders wichtig, dass sich die Menschen mit

unserem Produkt identifizieren können. Bremen hat als Handelsstadt eine große

Weintradition und grade deswegen hat es uns besonders gefreut, dass wir eine

Zeichnung einer lokalen Künstlerin mit bedeutenden Bremer Wahrzeichen für unser

Etikett verwenden durften.“

Der Wein ist bei ausgewählten Händlern in der Region aber auch ganz einfach über

den Online Shop des Ladies‘ Circle 101: bremen.ladiescircle.de oder über E-Mail

zu bestellen: DerWeinFuerBremen@gmail.com

Mit dem Kauf des Weins unterstützt man direkt bedürftige Frauen und Kinder in

Bremen: Der Ladies‘ Circle und Round Table arbeiten eng mit Kinder -und Behindertenheimen

sowie Bremer Frauenhäusern zusammen.

»»» bremen.ladiescircle.de

»»» rt2.de

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SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021


FRISCH GEMISCHTES FÜR SCHWACHHAUSEN

Auf ins Freibad!

Verkauf von

Eintrittskarten im

Webshop der Bremer

Bäder GmbH

Das lange Warten hatte Anfang Juni endlich ein Ende: Die Bremer Freibäder durften

in die Open-Air-Saison starten. Seitdem können Besucherinnen und Besucher

wieder einen Ausflug in das Stadionbad, das Freibad Blumenthal, das Freibad des

Schloßparkbades und in den Außenbereich des Westbades unternehmen. Pandemiebedingt

öffnen die Freibäder wie im vergangenen Jahr in Zeitzonen, die Pausen

werden zur Reinigung und Desinfizierung der Anlagen benötigt. Die Öffnungszeiten

lauten von Montag bis Freitag 06.30 bis 12.00 Uhr und 13.00 bis 18.00 Uhr,

samstags und sonntags 09.00 bis 13.00 Uhr sowie 14.00 bis 18.00 Uhr.

Die Eintrittspreise bleiben unverändert, sodass beispielsweise Kinder und Jugendliche

bis einschließlich 15 Jahren weiterhin einen Euro bezahlen. Eine detaillierte

Übersicht ist auf www.bremer-baeder.de zu finden. Tickets werden im Webshop

(shop.bremer-baeder.de, eine Weiterleitung gibt es auch auf der Internetseite der

Bremer Bäder GmbH) sowie im Bremer Bäder-Shop bei SportScheck verkauft. An

den Schwimmbadkassen können nur in Ausnahmen Eintrittskarten erworben werden.

Vorerst stehen wieder nur beschränkte Ticketkontingente zur Verfügung. Um

garantiert Zutritt zu erhalten – und um größere Ansammlungen vor den Eingängen

zu vermeiden – wird dringlich empfohlen, die Buchung bereits zu Hause abzuschließen.

Es gelten die allgemein bekannten Hygiene- und Abstandsregeln sowie die jeweils

aktuell gültigen Corona-Bestimmungen. Zu beachten sind die Hinweise an den

Schwimmbadkassen, auf den Aushängen in den Bädern und im Webshop der Bädergesellschaft.

»»» bremer-baeder.de

SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021 11


FRISCH GEMISCHTES FÜR SCHWACHHAUSEN

Seit Mitte März steht der Baum nun in unmittelbarer Nähe zum Franz-Schütte-Denkmal und erfreut ebenso wie die stimmungsvollen Hornkonzerte Friedrich Müllers

die flanierenden Bürgerparkbesucher (Foto: René Beckmann)

Baumpflanzung im Bürgerpark

Mit Hornkonzerten Spenden für neuen Baum gesammelt

Viele Hundert Spaziergänger hat Friedrich Müller, Hornist bei den Bremer Philharmonikern,

in den vergangenen Monaten durch seine spontanen Bürgerparkständchen

erfreut. Mit den dabei gesammelten Spenden konnte der Bürgerparkverein

nun in direkter Nachbarschaft hinter Müllers improvisierter Open-Air-Bühne einen

neuen Baum pflanzen.

„Mir ist es eine wahre Herzensangelegenheit, dem Park für die wunderbaren Stunden,

die ich hier verbringen kann, zu danken. Was ist also naheliegender als die

Parkverwaltung beim Erhalt dieser grünen Oase zu unterstützen?! Mit meiner Musik

kann ich das am authentischsten und beglücke damit zusätzlich auch noch viele

Parkbesucher, die zufällig während meiner kleinen Konzerte vorbeikommen“, so

Friedrich Müller, der selbst nicht nur ausgiebige Spaziergänge im Park liebt, sondern

dort auch viel Zeit mit seinen Kindern auf den abwechslungsreichen Spielplätzen

verbringt. Dass die Spendenbereitschaft bei seinen Zuhörern so groß war,

dass es jetzt sogar zu einer Baumpflanzung reicht, freut ihn ganz besonders.

Parkdirektor Tim Großmann hat für die Neupflanzung eine bereits 4 bis5 Meter hohe

Rot-Buche ausgewählt – nicht ohne Grund, denn: „Die Rot-Buchen sind zusammen

mit den Stieleichen die prägenden Bäume im Bürgerpark, das heißt, sie geben

dem Park sein Gesicht. Gerade die Buchen verleihen den Gehölzflächen im Park

ihren schönen, waldartigen Charakter. Der neue Baum ersetzt eine Buche aus der

Anfangszeit des Parks, der aus Altersgründen in diesem Frühjahr gefällt werden

musste“, erklärt Tim Grossmann und dankt Friedrich Müller herzlich für sein Engagement

„Der Bürgerparkverein ist hocherfreut über die Auftritte von Herrn Müller.

Zu normalen Zeiten sind diese eine passende Bereicherung für den Park. Im

zurückliegenden Corona-Jahr stellten die kleinen Konzerte von Herrn Müller für viele

Besucher einen Lichtblick in schwierigen Zeiten dar.“

»»» buergerpark.de

»»» bremer-philharmoniker.de

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SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021


FRISCH GEMISCHTES FÜR SCHWACHHAUSEN

Mit einem bunten Programm von rund 200 Veranstaltungen steht der KulturSommer Summarum wieder in voller Pracht da

Bremer KulturSommer Summarum

Verwandelt ganz Bremen in ein Gesamtkunstwerk

Der KulturSommer Summarum steht wieder in voller Pracht da. Alles, was die Initiatoren

im letzten Jahr „gepflanzt“, sprießt und blüht und wächst noch größer

als 2020. Vom Kultur-Notfallprogramm kann schon lange keine Rede mehr sein!

Rund 200 Veranstaltungen präsentiert der Kultursommer Summarum an rund 40

Spielorten.

2020 hatte ein Team von Bremer Kulturakteuren kurzentschlossen ein Open Air Kulturprogramm

initiiert, damit Künstler, die durch die Pandemie praktisch monatelang

unter Auftrittsverbot zu leiden hatten, wieder eine Bühne zu geben. Open Air

und begrenzte Zuschauerzahl, dafür aber mehrere und kürzere Auftritte – das war

das Erfolgsrezept, das auch in diesem Jahr wieder aufgeht. Ganz nebenbei kann das

Publikum wieder ungewöhnliche, kaum bekannte Outdoor-Locations kennenlernen,

von denen sich viele als wahre Open Air Highlights entpuppten.

Wieder dabei sind deshalb z. B. das Institut francais, wo ein „Sommerliches Quartettkonzert“

am 27. Juli dargeboten wird. „Ohneland“ mit Johannes Haase und Ingo

Bohne verzaubern in Fockes Museumsgarten mit effektvollen und hypnotischen

Klängen und das Kulturzentrum Schlachthof zeigt, was er an Kindertheater alles zu

bieten hat. Einen großen Raum nehmen die zahlreichen Musikdarbietungen ein,

die in diesem Jahr sogar ein eigenes Label, „Musiksommer Summarum“ tragen.

Noch mehr als im letzten Jahr wachsen die Veranstaltungen in die Innenstadt hinein,

zum Beispiel auf den Theaterberg in den Wallanlagen und auf den Domshof.

Die Innenstadt braucht nach der Pandemie eine Herzmassage, deshalb findet eine

Show mit dem Titel „Schöne neue Innenstadt“ genau dort im Theatergarten in den

Wallanlagen statt. Und für die kommende Generation ist in der Innenstadt auch gesorgt.

Das Kindertheaterfestival „Theater för Lütte“ findet ebenfalls in der Theatergarten-Saison

vom 22. Juli bis zum 29. August statt. Mit einem poetischen

Gartenspektakel wartet die „Blaue Stunde“ auf: berührendes Maskentheater und

sphärische Licht- und Klangkunst verzaubern die Wallgärten in eine surreale Landschaft.

Aber Bremen ist auch eine Stadt am Wasser. Vom 9. bis zum 15. August präsentieren

sich auf der Seebühne an der Waterfront unterschiedliche Stars der Musikszene:

der Bremer RathsChor mit dem Barockorchester, die Deutsche

Kammerphilharmonie mit Mark Scheibe und ein Jazz Special, Conic Rose mit Uli

Beckerhoff. Der KulturSommer Summarum verwandelt ganz Bremen in ein Gesamtkunstwerk!

Alle Tickets gibt es nur im Vorverkauf bei Nordwest Ticket.

»»» sommer-summarum.de

SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021 13


FRISCH GEMISCHTES FÜR SCHWACHHAUSEN

Ein stark vergrößerter Korallenpolyp im Übersee Museum

(Foto: Volker Beinhorn)

Renate Kiekebusch:

Nich argern – blots wunnern

Een Feernseher, over dree Feernbedenen dorto? Dien Telefonanbeeder hett di ut Versehn

vun‘n Rest vun de Welt afknippst un du hest söss Weken keen Telefon un keen

Internet? Oder den Urlaub gifft dat nich wegen enen ne’en Virus? Man kunn sik

jümmer blots argern, mutt man over nich... Renate Kiekebusch hett för dat een

oder annere Problem jümmers enen plietschen Utweg... Un... ene Krüüzfohrt moken

kann man ook tohuus!

Blangen plattdüütsche Böker schrifft se ok för de plattdüütsche Kolumne in dat

Stader Tageblatt un wiest Gäste Stood un dat Oole Land. 2012 hett se för ehren Text

»Auf den Spuren der Familie - eine Reise nach Stuhm« den

Stuhmer Kulturpries kregen, de von’n Landkreis

Rodenborg vergeven warrt. Se leevt in Düünbeudel

un ok ehr Böker hannelt

faken von dat Leven in Düünbeudel.

96 Seiten gebunden

Artikelnummer:

978-3-8378-7061-9

Preis: 9,90 Euro

»»» edition-temmen.de

Verlosung!

2 x „Nich argern –

blots wunnern“

Einfach eine E-Mail bis

zum 15. August an:

gewinnen@schwachhausenmagazin.de

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Korallenriffe

vielfältig. verletzlich. verloren?

Ausstellung im Kabinett Übersee

und der Ozeanien-Ausstellung

Farbenfroh, lebendig, artenreich – das ist unser Bild von Korallenriffen. Sie zählen

zu den wichtigsten Ökosystemen der Erde. Sie sind Kinderstube für rund 25 Prozent

aller Meeresbewohner. Sie sichern die wirtschaftliche Existenz von etwa 500 Millionen

Menschen. Sie schützen tropische Küsten vor der Kraft der Wellen und sind

Quelle neuer Wirkstoffe für die Medizin. Doch der Lebensraum Korallenriff und seine

Bewohner sind in Gefahr. Der fortschreitende Klimawandel, die zunehmende Verschmutzung

unserer Ozeane, Massentourismus oder Fischfang per Chemie und Dynamit

bedrohen diese unverzichtbaren Zentren der Artenvielfalt und -erhaltung.

Die Ausstellung führt ein in die Bedeutung der Korallenriffe, klärt auf über globale

und lokale Gefahren, denen die marinen Ökosysteme ausgesetzt sind und gibt Einblick

in verschiedene Lösungsansätze und -möglichkeiten zur ihrer Rettung.

„Korallenriffe – vielfältig. verletzlich. verloren?“ findet begleitend zur 14. und 15.

Weltkorallenriffkonferenz 2021/2022 (International Coral Reef Symposium, ICRS)

statt und wurde gemeinsam mit dem Deutschen Meeresmuseum in Stralsund und

der Universität Bremen realisiert. Ausstellung im Kabinett Übersee und der Ozeanien-Ausstellung

geht bis 10. Juli 2022.

»»» uebersee-museum.de

14

SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021


Ulrich Kaiser, Leiter des Knabenchores Unser Lieben Frauen, hat im Staatsarchiv

eine spannende Entdeckung gemacht

Rätsel um Joachim

Neanders Grab gelöst

Beisetzung des Dichters von Lobe den

Herren fand 1680 auf dem Kirchhof von

Unser Lieben Frauen statt

„Hier ist ein Pastor vergessen. Joachim Neander“ – Was sich als Nachtrag in einer

historischen Pastorenliste von St. Martini findet, könnte auch für die Bremische

Neander-Rezeption im Allgemeinen gelten: Besonders viel Aufhebens wird um den

Dichter des weltberühmten Lobe den Herren in seiner Heimatstadt nicht gemacht.

Doch damit will sich der 2018 nach Bremen gekommene Kirchenmusiker und Leiter

des Knabenchores an Unser Lieben Frauen, Ulrich Kaiser, nicht abfinden. „Als

ich nach einer Aufführung der Bach-Kantate Lobe den Herren zufällig von Neanders

Taufe in unserer Kirche hörte, konnte ich es zuerst kaum glauben.“ Zunächst

machte sich Ulrich Kaiser auf die Suche nach dem bisher unbekannten Geburtstag

Neanders im Jahr 1650. Das dazugehörige Taufbuch war allerdings schon im

19. Jahrhundert als vermisst gemeldet, ein nahezu hoffnungsloser Fall also.

Doch im Rahmen von monatelangen Recherchen stieß Ulrich Kaiser auf die Information,

dass es seinerzeit bei Beerdigungen keinen „Parochialzwang“ gab: Sie

mussten also nicht (anders als bei Taufen und Trauungen) in der eigenen Gemeinde

erfolgen. „Und zum Glück spielten die Einnahmen auch damals schon eine Rolle“,

schmunzelt Ulrich Kaiser, dem die Dokumentation der 2 Taler Begräbnisgebühren

den entscheidenden Hinweis lieferten. Dieser fand sich im Staatsarchiv auf einer

von hunderten handgeschriebenen Karteikarten, auf denen Namen und Begräbnisorte

aus einem alten U.L.F.-Rechnungsbuch zusammengestellt waren: Neander

Joachimus ULF.

Die Sensation war perfekt! Alle bisherigen Biographen wussten von keiner Ruhestätte

oder vermuteten sie in St. Martini, wo der Dichter das letzte Jahr seines nur

29-jährigen Lebens lediglich als Hilfsprediger beschäftigt war. „Der Fundort selbst

ist frei zugänglich und gar nicht so wahnsinnig spektakulär. Aber dass von den

zahlreichen engagierten Neander-Forschern an dieser Stelle noch keiner gegraben

hat, ist schon kurios“, wundert sich Ulrich Kaiser. „Und wer hätte gedacht, dass

sich den Archiven auch nach fast dreieinhalb Jahrhunderten noch solche atemberaubenden

Entdeckungen entlocken lassen?“

Nun ist man in Unser Lieben Frauen sichtlich stolz, dass der Schöpfer des weltweit

wohl meistgesungenen Kirchenliedes in Unser Lieben Frauen nicht nur getauft,

sondern am 3.6.1680, drei Tage nach seinem Tod, auf dem Friedhof neben der Kirche

begraben wurde. „Die Verbindung Joachim Neanders zu unserer Kirche erscheint

jetzt in noch viel hellerem Licht“, freut sich Pastor Stephan Kreutz und fügt

begeistert hinzu: „Ab heute wird bei uns kein Pastor mehr vergessen!“

SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021 15


FRISCH GEMISCHTES FÜR SCHWACHHAUSEN

Am 1. September 2021 öffnet Trauerland zum ersten Mal seine Türen am neuen Standort in der Schwachhauser-Heerstraße 268a.

In den Gruppen haben Kinder einen geschützten Raum für ihre Trauer.

Tag der offenen Tür bei Trauerland

Verein öffnet Türen am neuen Standort

Der gemeinnützige Bremer Verein „Trauerland – Zentrum für trauernde Kinder und

Jugendliche e.V.“ lädt am Mittwoch, den 1. September in der Zeit von 16 bis 19

Uhr zum Tag der offenen Tür ein. Die Veranstaltung findet am neuen Standort in der

Schwachhauser Heerstraße 268a statt.

Seit Ende letzten Jahres ist der Verein „Trauerland“ nun schon am neuen Standort

in Horn. „Die Pandemie hat es bisher verhindert, uns persönlich vorzustellen. Jetzt

haben wir endlich die Gelegenheit, unsere Türen zu öffnen“, berichtet Beate Alefeld-

Gerges, Gründerin des Vereins. Interessierte haben an diesem Tag die Möglichkeit,

mehr über das Thema Kindertrauer und das kostenfreie Hilfsangebot von Trauerland

zu erfahren. Das Trauerland-Team aus Haupt- und Ehrenamtlichen bietet bei

Führungen durch die Räumlichkeiten Einblicke in die verschiedenen Spiel- und

Gruppenangebote. Die einzelnen Bereiche des Vereins stellen sich ebenfalls vor

und beantworten Fragen. Neben der beratenden und begleitenden Arbeit des pädagogischen

Teams zählen dazu auch die Bereiche, die die inhaltliche Arbeit ermöglichen

– das Ehrenamt, Fundraising, Öffentlichkeitsarbeit sowie unser

Kompetenzzentrum trauerland bildung. Alle, die an einer ehrenamtlichen Mitarbeit

interessiert sind, sich über das vielfältige Beratungsangebot informieren wollen

oder mehr über Unterstützungsmöglichkeiten erfahren möchten, sind herzlich willkommen.

»»» trauerland.org

16

SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021


FRISCH GEMISCHTES FÜR SCHWACHHAUSEN

P E R S Ö N L I C H E S

MILA CRESPO PICÓ

Direktorin des Instituto Cervantes

ICH LEBE GERNE IN BREMEN, WEIL ...

Es eine ruhige Stadt ist, mit vielen schönen Grünflächen,

die zum Spaziergang einladen.

DAS GEFÄLLT MIR AN MEINER TÄTIGKEIT ALS

DIREKTORIN IM INSTITUTO CERVANTES...

Die hispanoamerikanischen Kulturen und die spanische

Sprache im Dialog mit den bremischen Institutionen

den Bremerinnen und Bremern näher zu

bringen, um ein qualitatives, angemessenes und

zeitgemäßes Bild Spaniens in den Bundesländern

Bremen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen

gemeinsam zu gestalten.

GUT FÜR BREMEN WÄRE ...

Innovative Firmen anzusiedeln, um das Stellenangebot

auf dem Arbeitsmarkt auszuweitern und zu

stabilisieren.

HIERFÜR SETZE ICH MICH EIN ...

Für keine Diskriminierung, für Toleranz und friedliches

Zusammenleben.

DAS WÜRDE ICH IN SCHWACHHAUSEN VERÄNDERN ...

Als Neuling in Schwachhausen - ich lebe und arbeite

im Stadtteil - bin ich nicht die geeignete Person,

etwas zu verändern, da ich durch die Pandemie

vieles noch nicht kennenlernen konnte. Vielleicht

vermisse ich nur einige kleinere Geschäfte oder

mehr Cafés oder Bistros mit schönen Terrassen...

EIN SCHÖNER TAG FÜR MICH ...

Sonnig, warm, mit viel Licht. Ein Tag mit Freunden,

ein gutes Essen und ein guter Wein. Und Lachen,

viel lachen.

ENTSPANNUNG IST FÜR MICH ...

Während meines Urlaubs in meiner Heimat den Alltag

erleben.

EINE REISE WERT IST ...

Die ganze Welt ist eine Reise wert, aber für alle, die

es noch nicht kennen, auf jeden Fall Spanien und

Lateinamerika.

EIN GUTES ZITAT ...

Mir gefällt dieser Satz von Miguel Ángel Asturias

sehr: „Los corazones, como los ladrones, no devuelven

las cosas olvidadas“ („Herzen geben wie Diebe

keine vergessenen Dinge zurück“).

EIN GLÜCKSMOMENT ...

Mein Leben ist voll von kleinen Glücksmomenten.

Ich könnte sagen, dass ich meistens in einem

glücklichen Zustand lebe: das Grün vom Fenster

aus zu sehen oder von meinem Wohnzimmer aus

dem starken Regen lauschen, die Augen schließen,

wenn die Sonne auf mich scheint, Zeit mit meiner

Familie in Spanien verbringen... schöne Veranstaltungen

im Instituto planen...

EIN WUNSCH ...

In diesem Moment, Gesundheit für alle, dann Arbeit

und das Zusammensein mit den Menschen im Instituto

Cervantes.

EIN ZIEL ...

Dass viele Bremer die Veranstaltungen des Instituto

Cervantes genießen, sei es ein Spanischkurs für

ihre Kinder oder für sie selbst, ein DELE-Zertifikat

erwerben, unserer Bibliothek einen Besuch abstatten

oder an den zahlreichen kulturellen Veranstaltungen

teilnehmen.

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SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021 17


FRISCH GEMISCHTES FÜR SCHWACHHAUSEN

Es ist angerichtet!

Praxisschulungen für Auszubildende im Gastgewerbe schließen Lernrückstände

Die Hotellerie und Gastronomie waren massiv von coronabedingt angeordneten

Schließungen betroffen, was zu fehlenden Praxiserfahrungen in der Berufsausbildung

geführt hat. Von den mehr als 600 Auszubildenden im Gastgewerbe im Land

Bremen gaben im letzten Jahr auf Nachfrage der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-

Gaststätten (NGG) rund 200 Auszubildende an, coronabedingt fast ausschließlich

ausbildungsfremde Tätigkeiten zu erledigen, nicht mehr ausgebildet zu werden

und auch keine Praxisschulungen zu erhalten. Auf Initiative der Gewerkschaft NGG

haben sich der Deutsche Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA Bremen) und

die Handelskammer Bremen – IHK für Bremen und Bremerhaven, sowie das Schulzentrum

Rübekamp zusammengetan, um den Auszubildenden im Gastgewerbe

mehr Praxiseinheiten in der Ausbildung zu ermöglichen. Dafür konnten der Landesverband

der Hotel- und Restaurantfachkräfte in Bremen (Ho.Re.B.) sowie der

Koch-Club Bremen gewonnen werden, vermehrt Praxisschulungen durchzuführen,

um ausgefallene Inhalte für Auszubildende zu vermitteln.

Das Schulungskonzept wird seit Dezember 2020 stetig ausgeweitet und umfasst

zusätzlich Praxisnachmittage für Köche am Schulzentrum Rübekamp sowie gesonderte

Plätze bei der Akademie Überlingen. Die Koordination übernimmt der Bildungsdienstleister

inab Ausbildungs- und Beschäftigungsgesellschaft des bfw,

die Finanzierung kommt aus dem Hause der Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und

Europa. Iris Münkel, Gewerkschaftssekretärin der Gewerkschaft NGG, ist vom Wert

des Schulungsangebots überzeugt: „Es ist viel Zeit vergangen und die Auszubildenden

haben viel verpasst. Jetzt ist es an den Betrieben diese Chance der betrieblichen

Ausbildung zu nutzen und ihren Auszubildenden mit Unterstützung dieses

Angebotes die so dringend notwendige Praxis zu vermitteln.“

Auch Nathalie Rübsteck, Hauptgeschäftsführerin des DEHOGA Bremen, freut sich

über das Schulungsangebot: „Mit Unterstützung etlicher Betriebe haben wir schon

diverse Schulungen organisiert, um coronabedingte Lernrückstände der Auszubildenden

zu kompensieren. Dabei sind die finanziellen Möglichkeiten in der Branche

aktuell begrenzt, sodass die neu hinzugekommene Finanzierung aus dem Hause der

Wirtschaftssenatorin sicher hilfreich ist.“ Björn Reichenbach, Teamleiter im Bereich

Aus- und Weiterbildung der Handelskammer, bestätigt diese Einschätzung:

„Die Praxisnähe ist ein wichtiger Erfolgsfaktor der dualen Berufsausbildung. Wir

freuen uns, dass ein breites Bündnis gemeinsam Wege gesucht und gefunden hat,

um den besonderen Herausforderungen der Branche zu begegnen. Die Schulungen

haben eine hohe Bedeutung für erfolgreiche Berufsabschlüsse, zumal das Gastgewerbe

nach Corona dringend wieder gut qualifizierte Fachkräfte benötigt.“ Börje

Horn, Direktor des Schulzentrums am Rübekamp, ergänzt: „Diese Zusammenarbeit

der Ausbildungspartner im Gastgewerbe, DEHOGA, NGG, Handelskammer und

Berufsschule zeigt eindrucksvoll, wie pragmatisch, zielführend und flexibel in Bremen

auch größere Herausforderungen der Branche gemeinsam mit weiteren Akteuren

erfolgreich gemeistert werden können.“

»»» dehoga-bremen.de

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SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021


FRISCH GEMISCHTES FÜR SCHWACHHAUSEN

Das Festival startet am 28. August rund um den illuminierten Marktplatz

32. Musikfest

Bremen

Drei prall gefüllte Wochen

mit Live-Musik!

Nach Monaten einer analogen kulturellen Zwangsentwöhnung lockt nun endlich

wieder die Verheißung auf vielfältige musikalische Entdeckungsreisen – live, authentisch,

hautnah! Ob populäre Meisterwerke oder spannende Raritäten, ob etablierte

Stars ihrer Zunft oder vielversprechende Newcomer, das 32. Musikfest

Bremen verspricht exquisiten Musikgenuss. Vom 28. August bis zum 18. September

bieten 47 Konzerte Musik von der Renaissance bis zur Gegenwart in Bremen,

Bremerhaven und ausgewählten Spielstätten im Nordwesten.

Der Eröffnungsabend „Eine große Nachtmusik“ ist unter Corona-Bedingungen in

den zeitlichen und räumlichen Abläufen entzerrt, der aufregende Mix aus Stilen,

Epochen und Genres bleibt dabei jedoch vollkommen erhalten! An 9 Spielstätten

rund um den illuminierten Marktplatz finden je 9 Konzerte à 60 Minuten zeitversetzt

in zwei Zeitschienen statt. Für diese Konzerte kündigt sich ein illustres „Who is

who“ der internationalen Musikszene an: das Orchester Les Siècles und François-

Xavier Roth, das Dunedin Consort, The Gesualdo Six, Europa Galante und Fabio Biondi,

das franz ensemble, Nicolas Altstaedt, das Shalosh Trio, die Band Electro

Deluxe und das Janoska Ensemble.

Zu den hochkarätigen Darbietungen in den folgenden drei Wochen zählen zwei Klavierabende

mit Daniil Trifonov, eine franko-flämische Vokalnacht mit The Tallis

Scholars, ein Strauss-Tschaikowski-Programm mit Diana Damrau, der Deutschen

Kammerphilharmonie Bremen und Jérémie Rhorer, das multimediale „Pastoral for

the Planet“-Projekt rund um Beethovens „Pastorale“-Sinfonie von Carlus Padrissa

und seinem Künstlerkollektiv La Fura dels Baus, ein Programm zum Orpheus-Mythos

mit Rolando Villazón, Christina Pluhar und L’Arpeggiata sowie Gastspiele des

diesjährigen Musikfest-Preisträgers Philippe Herreweghe mit dem Collegium Vocale

Gent und dem Orchestre des Champs-Elysées. Das Abschlusskonzert gestalten

Teodor Currentzis und das SWR Symphonieorchester. Zusätzlich bürgt die Reihe

MUSIKFEST SUPRISE für neue musikalische Grenzüberschreitungen und unerwartete

Brückenschläge in der Überseestadt, während das Arp-Schnitger-Festival erneut

das Orgelparadies rund um Bremen in den Fokus rückt.

TICKETS & INFO: Ticket-Service in der Glocke (Tel. 0421 / 33 66 99, Mo-Fr 10-18 Uhr,

Sa 10-15 Uhr) sowie unter www.musikfest-bremen.de

»»» musikfest-bremen.de

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SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021 19


FRISCH GEMISCHTES FÜR SCHWACHHAUSEN

Im Mittelpunkt des Konzertes mit dem Posaunenquartett der Bremer Philharmoniker

steht ein Werk des niederländischen Komponisten Jan Koetsier mit dem

Titel “Max und Moritz“

Die Reihe Fockes Pavillon bietet jedes Jahr im Sommer ein bunt gemischtes Veranstaltungsprogramm

aus Konzerten, Lesungen, Theaterstücken und Opern. Im

Mittelpunkt des Konzertes mit dem Posaunenquartett der Bremer Philharmoniker

am 29. August von 11.30 bis 12.30 Uhr steht ein Werk des niederländischen Komponisten

Jan Koetsier mit dem Titel "Max und Moritz". Darin vertont er die Geschichte

der beiden Lausbuben aus dem Kinderbuch von Wilhelm Busch. Auf dem

Programm stehen außerdem Geniestreiche von Ludwig van Beethoven und Claude

Debussy.

Der Eintritt kostet 15 Euro, ermässigt 10 Euro. Eine Anmeldung ist erforderlich

unter Telefon (0421) 699 600-0 oder per E-Mail an kasse@focke-museum.de. 150

Sitzplätze stehen zur Verfügung. Es besteht freie Platzwahl, eine Platzreservierung

kann leider nicht vorgenommen werden.

»»» focke-museum.de

Posaunen-

Streiche

Konzert aus der Reihe

Fockes Pavillon

Sieben Themenareale formulieren künstlerische Annäherungen an die

Darstellung des Menschen (Bild: Amoako Boafo, Steve Mekoudja, 2019,

Miettinen Collection)

So wie wir sind 3.0

Ausstellung in der Weserburg

So wie wir sind 3.0 stellt mehr als 190 Werke aus unterschiedlichen Zeiten und

Kontexten unter inhaltlichen und formalen Fragestellungen zusammen. Sieben Themenareale

formulieren künstlerische Annäherungen an die Darstellung des Menschen,

entwerfen ein aktuelles Bild von Deutschland, inszenieren ein vielfältiges

Spiel mit dem Alltag oder dem Medium Buch und spüren minimalistischen Tendenzen,

fotografischen Verfahren oder ästhetischem Widerspruch nach. Räume von

Kapwani Kiwanga, Joyce Pensato, Claudia Piepenbrock und Norbert Schwontkowski

geben darüber hinaus einen konzentrierten Einblick in vier künstlerische Ansätze

mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten. Und mit Mel Chin zieht sogar eine

Künstlerbar ein.

So entwirft ein Themenbereich mit Hilfe von Film, Skulptur, Audio, Malerei, Fotografie

oder Installation ein vielgestaltiges Bild von Deutschland, das sich von Nationalsozialismus,

Atmosphären der Nachkriegszeit und Migration über Bezüge auf

Romantik, Brutalismus und Celebrity Culture bis zu Wiedervereinigung, politischer

Macht, globalisierter Wirtschaft und rechtsradikalen Tendenzen spannt. An anderer

Stelle werden ikonische Positionen der Minimal Art von Carl André, Richard

Serra, Elsworth Kelly, Fred Sandback oder Charlotte Posenenske durch aktuelle Arbeiten

in die Gegenwart erweitert und gegen den Strich gebürstet. Alt trifft auf neu

und tritt in einen Dialog, der historische Stränge im Neuen und Überraschendes im

Bekannten aufspürt. Da eignet sich z.B. Amoako Boafo „weiße“ Malereitraditionen

für seine Portrait-Darstellungen von People of Colour an, während Kasia Fudakowski

der Gattung so humorvoll wie klug gleich mit Mop und Putzeimer zu Leibe

rückt.

Wolfgang Tillmans dagegen löst sich von der herkömmlichen Darstellungsverpflichtung

der Fotografie, wenn er Staub und Schlieren in der Entwicklerflüssigkeit

ein zufälliges und abstraktes Abbild schaffen lässt, während Monica Bonvicini die

BesucherInnen mit den überzogenen Erwartungshaltungen unserer Gesellschaft

konfrontiert. Die Ausstellung geht bis zum 23. Januar 2022. Kuratiert von Ingo

Clauß und Janneke de Vries

»»» weserburg.de

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SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021


FRISCH GEMISCHTES FÜR SCHWACHHAUSEN

Von knackigen Brötchen über schmackhafte Brote bis zu saftigem Kuchen und

Stückgebäck stammen alle Produkte bei Müller & Egerer aus eigener handwerklicher

Herstellung

Neu: Müller & Egerer-

Bäckereifiliale bei Lestra

Neueröffnung

„Deine Backstube“

Die familiengeführte Handwerksbäckerei Müller & Egerer hat kürzlich eine neue Filiale

im Kaufhaus Lestra, Horner Heerstraße 29-31, eröffnet. Kundinnen und Kunden

konnten die Backwaren des Unternehmens bereits seit Anfang vergangenen

Jahres im Verkaufspavillon vor dem Hauptgebäude kennenlernen. In Bremen ist

das Bäckereiunternehmen mit Hauptsitz in Rastede (Ammerland) nun mit insgesamt

15 Filialen vertreten. Die neue Filiale in Horn liegt direkt an der Haltestelle Horner

Kirche und kann somit optimal mit dem öffentlichen Nahverkehr angesteuert

werden.

„Ladenbacken ist eine unserer Kompetenzen“, betont Geschäftsführer Jan-Christoph

Egerer, der den Familienbetrieb aus Rastede in dritter Generation führt. Im

Steinbackofen werden die frischen Teiglinge vor den Augen der Kunden gebacken

und laden gut duftend zum Kauf ein. Auch die Brotqualität ist ein Schlüsselmerkmal

des Unternehmens. Backstubenleiter und Qualitätsmanagement arbeiten beständig

an neuen Strategien, welche die Bekömmlichkeit und Frischhaltung der

Brote und Brötchen optimieren. „Unsere Brotkompetenz ist etwas auf das wir als

Handwerksbäckerei sehr stolz sind. Lange Teigreifezeiten, hochwertige Rohstoffe

und die Erweiterung unseres Bio-Sortiments stehen für uns im Fokus“, fügt Jan-

Christoph Egerer hinzu. Filialleiterin Nadine Schimanski-Masuud und ihr Team

freuen sich darauf, ihre Kunden in der neuen Filiale zu begrüßen. „Unsere Kunden

konnten uns im vergangenen Jahr bereits ein wenig kennenlernen. Nun können wir

ihnen endlich das Gesamtpaket Müller & Egerer präsentieren“, so Nadine Schimanski-Masuud.

Das Ladendesign schafft das typische und bei Kunden so beliebte

Müller-Egerer-Ambiente.

Müller & Egerer bei Lestra in der Horner Heerstraße hat montags bis sonnabends

von 7 Uhr bis 21 Uhr sowie sonntags von 8 Uhr bis 12 Uhr geöffnet und ist unter

der Rufnummer (0421) 204655 erreichbar.

»»» mueller-egerer.de

SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021 21


Kathrin Kaiser bereichert mit Ihrem Kinder Concept-

Store die Shoppingmeile in der Wachmannstraße

Hier werden nicht nur Eltern und Großeltern auf der

Suche nach schönen Kindersachen fündig

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SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021


GANS GLÜCKSELIG

Concept Store

„Gans Glückselig“

Alles was das Kinderherz begehrt

Schon von außen bin ich „gans“ angetan - dieses

Wortspiel muss sein - von dem Ambiente und es

macht neugierig auf mehr. Geht man die paar Stufen

runter, landet man in einem kleinen feinen Kinder-

und Elternparadies. Die Farben, die Auswahl,

die Dekoration – alles ist einfach zauberhaft. Oft betreten

Kunden den Laden und es folgen „Oh, ah,

und wie niedlich“, erzählt die Inhaberin Kathrin

Kaiser. Hier findet man lauter schöne und besondere

Dinge für Kinder, aber auch für die Mutter.

Spielsachen, Holzspielzeug, wunderschöne Kinderkleidung,

Decken und Kissen, Geschenkartikel,

Wohn-Accessoires, Schmuck, Malbücher, Stifte,

Freundschaftsbücher und so viel mehr gibt es zu

entdecken. Auch alles rund um die Einschulung ist

im Angebot. Alles ist persönlich ausgesucht, für den

Alltag oder für „gans“ besondere Momente. Ob für

sich und die eigenen Kinder oder als Geschenk –

hier findet jeder etwas. Auch ich gehe nicht ohne

Einkaufstüte hinaus. Alles liebevoll als Geschenk

verpackt.

„Hier oder gar nicht“

Seit rund zwei Jahren bereichert Kathrin Kaiser mit

ihrem Geschäft „Gans Glückselig“ die Shoppingmeile

in der Wachmannstrasse. In dem Ladengeschäft

hatte vorher das ebenfalls sehr ansprechende

Geschäft „Glanz und Gloria“ seine Heimat. Die Inhaberin

ist mit ihrem Laden auf die andere Straßenseite

gezogen und die Räumlichkeiten wurden

frei. Da ergriff Kathrin Kaiser die Chance, nahm mit

dem Vermieter Kontakt auf, renovierte vier Monate

alles nach ihren Wünschen und startete durch.

Damit erfüllte sie sich einen großen Traum. „Hier

oder gar nicht“, erzählt die Schwachhauserin, die

seit sechs Jahren hier lebt und sich gleich in den

Stadtteil verliebt hat. Sie mag das Urlaubsfeeling in

der Wachmannstrasse mit den Geschäften und der

Gastronomie und fühlte sich sofort toll aufgenommen

in der Nachbarschaft und von den Kunden.

TEXT | IRA SCHEIDIG

FOTOS | VERA DÖPCKE

SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021 23


GANS GLÜCKSELIG

Nicht nur bei der Auswahl und beim Dekorieren kann Kathrin Kaiser ihre Kreativität ausleben. Sie hat sogar selbst eine hübsche Musselin-Bluse entworfen, die auch

im Laden zu bekommen ist.

Concept-Store für Kinder

Der Charakter ihres Ladens war für sie immer klar: ein Kinder-Concept-

Store mit besonderen Labels und vielen schönen außergewöhnlichen Dingen.

Ein Mix aus Kleidung für die Kleinen und für die Mama, Spielzeug,

Babyausstattung, Kuscheltiere, Schmuck oder Partyausstattung für den

Kindergeburtstag. Vieles ist im Retro-Design. „Als meine älteste Tochter,

heute 17 Jahre alt, noch ganz klein war, hatte ich schon ein Faible für

schöne Spielsachen, Kleidung und Einrichtung“, erzählt die Inhaberin.

Sie war selbst immer auf der Suche nach schönen Dingen für ihre beiden

Kinder, aber einen eigenen Laden zu eröffnen, das hat sich nie ergeben,

auch wenn die Idee seit über 15 Jahren immer mal wieder in ihrem Kopf

herumschwirrte. Eigentlich ist sie Schifffahrtskauffrau. Die kaufmännischen

Kenntnisse sind nun von Vorteil.

Besondere Marken und Bremer Labels

Das Besondere ist Kathrin Kaiser wichtig. „Wir finden das, was andere

nicht haben, das ist mein Ziel.“ Damit unterscheidet sie sich sehr vom

klassischen Babyfachhandel. Hier gibt es nichts von der Stange, vieles ist

Handmade und nicht oft zu finden in Bremen. Die Lieferanten, mit denen

sie zusammenarbeitet, kennt sie alle persönlich, da legt sie Wert drauf.

Marken wie Little Dutch, Lilli-Marleen und de Boer Kids schmücken die

Auslage. Auch viele kleine Bremer Firmen wie das Label Louicito mit

wunderschönen Postkarten und Scherenschnitten sind vertreten. Sie

haben auch das Logo entworfen. Ebenso Schmuck von Ann Lace oder die

Halstücher von Glüxwurm. Kathrin Kaiser hält immer Ausschau nach

weiteren Entdeckungen Bremer Kleinunternehmen.

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SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021


GANS GLÜCKSELIG

Liebevoll und voller Freude an ihrer Arbeit kümmert sich Kathrin Kaiser um

kleine und große Kunden

Die eigenen Kinder inspirieren sie

Wie findet sie denn die ganzen wunderschönen Dinge, möchte ich von

Kathrin Kaiser wissen. „Beim privaten Shoppen in anderen Städten oder

im Urlaub entdecke ich viele Sachen und auf Messen. Da steuere ich

immer gleich die kleinen Stände von kleinen Firmen an“, erzählt sie lächelnd.

Und ihre beiden Töchter sind natürlich ebenso Inspiration.

Manchmal ist ihre kleine siebenjährige Tochter auch mit im Laden und

wohl genauso begeistert von den vielen schönen Dingen wie ihre Mutter

und die Kunden. Dass es übrigens in ihrem Laden mehr Dinge für Mädchen

als für Jungen gibt, liegt an den Herstellern, die oft einfach mehr

Mädchensachen anbieten, erklärt die Ladenbesitzerin die Auswahl und

das Angebot. Ein Lager hat sie übrigens nicht. Alles was sie hat, kann man

im Laden sehen.

Das Außergewöhnliche zu fairen Preisen

Wer nun meint, für diese besonderen Dinge tief in die Tasche greifen zu

müssen, der irrt. Denn sie achtet sehr darauf, dass ihre ausgesuchten

Waren auch für alle bezahlbar sind. Sie hat sich nämlich beim Einkaufen

selbst oft gefragt, warum die schönen Sachen immer so teuer sein müssen

und hat festgestellt, müssen sie nicht. Es ist ihr eine Herzensangelegenheit,

dass ihre Produkte schön, aber bezahlbar sind.

SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021 25


GANS GLÜCKSELIG

Kleidung, Wohn-Accessoires, Kuscheltiere, Spielzeug, Malbücher – Großes und Kleines ist im Angebot

Sie liebt, was sie tut

Kathrin Kaiser hat gut zu tun, unterstützt wird sie von einer Mitarbeiterin.

Aber die Zeit vergeht wie im Fluge, findet sie. „Es fühlt sich nicht an

wie Arbeit. Wenn ich morgens die Tür aufschließe und meine ganzen kleinen

Schätze sehe, bin ich glücklich.“ Nicht nur bei der Auswahl und beim

Dekorieren kann sie ihre Kreativität ausleben. Sie hat sogar selbst eine

hübsche Musselin-Bluse entworfen, die auch im Laden zu bekommen ist.

„Ich liebe den Freiraum, den ich hier habe. Ich kann selbst entscheiden,

was ich heute machen möchte, ob ich das Fenster dekoriere oder eine

Bluse entwerfe“, lacht sie. Sie mag ihre Freiheit hier und dass sie so viele

unterschiedliche Sachen machen kann. Wie sehr sie ihre Arbeit liebt, weiß

man, wenn man in ihr strahlendes Gesicht schaut, während sie voller Begeisterung

erzählt.

Zum Namen kam sie eher zufällig, nachdem sie schon eine Agentur beauftragt

hatte. Dann meinte ihr Bruder irgendwann, was macht dein

Laden, der sei ja ganz niedlich. Aus ganz niedlich entstand der heutige

Name „Gans Glückselig“. Dieses Wortspiel taucht im Laden auch immer

wieder auf. Wenn geschlossen ist, hängt zum Beispiel an der Tür ein

Schild „Gans zu“.

Es hat Karthrin Kaiser überrascht, wie gut ihr Laden gleich angenommen

wurde und wie viele Menschen Lust haben, das Liebevolle und Kleinteilige

in ihrem Geschäft zu entdecken. Das freut sie sehr. Denn es ist für sie

ein echtes Herzensprojekt.

www.gans-glueckselig.de

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SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021


SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021 27


DER KLEINE HOFLADEN

Leckere Beeren, engagierte Frauen

und die Liebe zum Produkt

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SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021


DER KLEINE HOFLADEN

Ein Hofladen der

besonderen Art

TEXT & FOTOS | FRIEDERIKE HOLTMANN

Der Kleine Hofladen in der Metzer Straße hat

seit April diesen Jahres geöffnet. Südöstlich von

Bremen in Groß Köhren bei Beckeln liegt der

Hof der Alfkens. Dieser ist seit der 9. Generation

im Familienbesitz. Seit 2017 ist der Hof nun

unter der Leitung der Tochter Sonja Alfken und

ihrem Mann. Die sehr engagierte Landwirtin

hat, bevor sie sich doch dazu entschlossen hat

den Hof zu übernehmen, Gartenbau studiert.

Nun betreibt sie seit ein paar Jahren den Hof,

der für Frische Und Qualität steht. „Wir bauen

Spargel, Erdbeeren, Heidelbeeren und Himbeeren

an und freuen uns darüber, dass es uns gelungen

ist, immer für besondere Frische zu

stehen, da wir unsere Produkte nur im Direktvertrieb

zum Kunden bringen“, erklärt Sonja Alfken.

Regionalität, kurze Wege für die Produkte

sind ihr wichtig. „Es ist das Ziel, dass die Produkte

schnell aus ihrer Region an die Kunden

kommen, kurze Wege bedeutet Frische und weniger

Transportkosten sowie Immission. Wenn

das Gemüse erst zum Großmarkt kommt, um

dann von den Händlern gekauft zu werden, um

sie erst dann in einem Supermarkt zu vertreiben,

vergeht viel Zeit“, betont die Landwirtin.

Darüber hinaus ist besonders der Spargel von

hoher Qualität, denn er wird in 14 verschiedenen

Kategorien eingeteilt, der Supermarkt-

Spargel nur in drei. Da wird viel genauer hingeschaut,

welcher Qualität der Spargel entspricht

und das schmeckt man.

Mithalten mit den Dumpingpreisen der großen

Ketten kann sowieso keiner und so ist es eben

nicht nur mit Milchprodukten und Fleisch, sondern

auch mit allen anderen Produkten. „Wir

SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021 29


DER KLEINE HOFLADEN

Nicht nur für die Frische der Produkte steht der Laden, sondern auch

für ausgesuchte regionale Produkte

möchten den regionalen Markt stärken und suchen

bewusst Partnerinnen und Partner, die regional

nachhaltige Produkte mit hoher Qualität

anbieten“, erklärt sie und übergibt damit sozusagen

das Wort an ihre Schwester Susanne Alfken.

Bei unserem netten Gespräch mit dem guten

Kaffee aus dem eigenen Sortiment sitzen wir auf

der Terrasse des Hauses in der Metzer Straße 3

in Bremen Schwachhausen. „Letztes Jahr mitten

in der Corona-Zeit haben wir das Haus gekauft,

unten war ein großer Raum – ideal als

Ladenfläche – und mir war sofort klar, da kommt

der Hofladen hinein“, erzählt Susanne Alfken.

Sie ist Klimaforscherin und arbeitet im Marum

an der Universität Bremen. Im April 2021

haben sie dann den Laden eröffnet. „Natürlich

war der Start nicht leicht, aber wir sind hoch

motiviert und wissen, dass es zur Etablierung

eines solchen Ladens auch Zeit braucht“, beschreibt

sie ihren Hofladen-Start. Man merkt

beiden Schwestern ihre Begeisterung und ihr

Engagement an. „Wir haben ja schon Verkaufsstände

in ganz Bremen und Umzu und unseren

eigenen Hofladen direkt am Hof, aber einen

Hofladen im eigenen Haus, das ist noch einmal

etwas anderes“, erklärt die junge Ladenbetreiberin.

Die Idee Landwirtschaft nachhaltiger und vor

allem regionaler zu machen, die Preise so zu gestalten,

dass die Landwirte auch davon leben

können, ist für beide Schwestern ein Thema.

Susanne Alfken ist allerdings nicht mehr am

Hof tätig. „Na, jedenfalls offiziell, natürlich bin

ich dort, wenn Hilfe nötig ist, das ist eben das

schöne am Landleben, man hilft sich gegenseitig“,

erzählt sie.

Im Sortiment haben die Zwei aber nicht ausschließlich

Produkte vom eigenen Hof. „Wir kooperieren

mit einigen regionalen Landwirten.

Die Fleischprodukte beziehen wir vom Hof

Pleus, die ihre Tiere im nah gelegenen Schlacht-

30

SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021


DER KLEINE HOFLADEN

Es gibt nie den perfekten Moment. Aber

es gibt den richtigen Zeitpunkt für Veränderungen

und dieser ist nach wunderbaren

41 Jahren gekommen. Zum 31. Dezember

2021 gebe ich meine Kassenzulassung

zurück.

Dessen ungeachtet stehe ich weiterhin für

Sie im privatzahnärztlichen Bereich mit

meinem Wissen, Erfahrungsschatz und

außergewöhnlichen Therapiemöglichkeiten

uneingeschränkt zur Verfügung.

Ich danke allen Patienten, die mir immer

wieder Ihr Vertrauen schenken und sehe

mit einem Lächeln in die Zukunft.

Der „Kleine Hofladen“ in der Metzer Straße in Bremen-Schwachhausen lädt

Montag bis Samstag von 8 bis 18 Uhr und sonntags von 9 bis 13 Uhr zum

Schauen, Staunen und Kaufen ein

Dr. med. dent Carsten Molsen - Privatzahnarzt -

in Organisationsgemeinschaft mit

Dr. med. dent. Ulla Molsen | ZA Michael Manthey | Dr. med. dent. Robert Theurer

& Dr. Dr. med. dent. Dieter Edinger - Alle Kassen -

Rockwinkeler Heerstraße 118 | 28355 Bremen

Telefon: 0421-205520 | Telefax: 0421-2055223 | praxis@mundstil.de

hof schlachten, und dann das Fleisch selbst verarbeiten. Die Eier sind Bio-

Eier aus der Region. Wir arbeiten mit einem Imker aus unserer Gegend zusammen

sowie einer kleinen feinen Rösterei in Bücken und natürlich das

unschlagbare Eis vom Hof Kaemena sowie Kartoffeln vom Hof Winte aus

Syke, eben alles Erzeuger, hinter denen wir voll stehen können“, erklärt

Sonja Alfken. Sogar fast regionalen Wein bieten sie an, von einer Kellerei

aus Schleswig-Holstein. Und eigene am Hof produzierte Produkte bereichern

noch zusätzlich das Sortiment.

„Ja wir haben ein sehr gutes Erdbeerchutney und viele Marmeladen, die

von einer unserer langjährigen Angestellten hergestellt werden, sowie Eierlikör

von Karin, den wir besonders zu Eis und Erdbeeren und zum Kaffee

empfehlen können“, beschreibt Sonja Alfken das Angebot.

SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021 31


DER KLEINE HOFLADEN

Sonja und Susanne Alfken freuen sich über ihren Hofladen, der seit April 2021 eröffnet ist und die wunderbaren Produkte ihres Hofes und anderer ausgesuchter

regionaler Erzeuger anbietet

Der Laden ist wirklich ein kleiner Schatz. Schon der Vorgarten ist liebevoll

angelegt, das Haus erstrahlt in frischem sonnengelb. Alles wird ansprechend

vorgestellt, es gibt kleine Rezept-Empfehlungen und eine nette

junge Dame im Verkauf. Der Laden ist nur während der Saison bis Mitte

August geöffnet. Die Öffnungszeiten sind von Montag bis Samstag von 8

bis 18 Uhr und am Sonntag von 9 bis 13 Uhr.

Ich kann natürlich auch nicht widerstehen und nehme bei der Verabschiedung

noch einen leckeren Ziegenkäse und grünen Spargel mit und

war nach der Verkostung sehr begeistert. Ein kleiner Ausflug in die Metzer

Straße kann ich nur wärmstens empfehlen.

www.alfkens-hof.de

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SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021


SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021 33


Das Innere der historischen Stadtwaage

wurde liebevoll und detailreich zum

„Made in Bremen“ Kaufhaus umgestaltet

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SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021


Der Blick

fürs Besondere

TEXT | GABRIELE WIESENHAVERN FOTOS | JULIA SCHULZE-WINDHOFF & M. IHLE

Als die Schwachhauserin Julia Windhoff – damals noch ohne Schulze – Anfang der 90er Jahre

ihre Ausbildung zur Werbe- und Industriefotografin beendete, hätte sie jeden für verrückt erklärt,

der behauptet hätte, dass sie eines Tages in einem der schönsten und geschichtsträchtigsten

Gebäude der Stadt ein ganz besonderes Kaufhaus eröffnen würde. Im Gegenteil,

wahrscheinlich hätte sie sich an die Stirn getippt und behauptet, mit 50 würde sie Hollywood-

Stars so auf die Titelbilder der Magazine bringen, wie sie noch nie jemand gesehen hat. Oder

die armen Seelen portraitieren, die in der Glitzerstadt Las Vegas gescheitert sind und jenseits

des Glamours in Mülltonnen nach Essensresten suchen. Fotografie, auf jeden Fall, immer mit

dem Blick für das Besondere, das Andere, das Ungewöhnliche. Aber einen Laden für alles, was

„Made in Bremen“ ist? Das nicht.

SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021 35


MADE IN BREMEN

Das ehemalige Sparkassengebäude war eine Vorzeigefiliale, und das in den

60er und 70er Jahren angesiedelte Flair kommt durch die neuen Nutzer noch

einmal richtig zur Geltung

Das Innere der historische Stadtwaage, im 16. Jahrhundert von Lüder von

Bentheim erbaut, ist liebevoll hergerichtet. Wobei die Betonung durchaus

auch auf der zweiten Silbe liegen darf, denn eine unglaubliche Fülle

von regional produzierten Waren wartet auf Käuferinnen und Käufer. Das

ehemalige Sparkassengebäude war eine Vorzeigefiliale, und das in den

60er und 70er Jahren angesiedelte Flair kommt durch die neuen Nutzer

noch einmal richtig zur Geltung. Geschickt sind Tische, Regale, Aufsteller

platziert, sodass die Kundinnen und Kunden beim Rundgang die komplette

Palette des regionalen Schaffens im ur-bremischen, hanseatischen

Ambiente erkunden können.

Eine neue Ladung wird gerade von der Langenstraße hereingeschafft, und

Julia Schulze-Windhoff, ihr Mann Stevie Schulze und Kompagnon Florian

Wolff packen kräftig an, um Eierlikör, T-Shirts, Bücher, Marmeladen und

handgefertigte Textilien in dem altehrwürdigen Gemäuer unterzubringen

und schön zu präsentieren. Vielleicht ist es gerade der Blick der Fotografin

für das Besondere, der die Schwachhauserin zum Erfolg führt. Denn

die Details sind wichtig, und das spürt man in allem, was sie anfasst. Nicht

einfach nach Gruppen sortieren, also Bücher zu Büchern, Tees und

Schnaps zu Kulinarischem oder alle Textilien in eine Ecke – so funktioniere

es nicht, findet sie. „Eine Geschichte über einen Piraten, einen schönen

Gin dazu, ein Seesack, ein Wal-T-Shirt und Salmiakpastillen, dann

wird ein Schuh draus.“ So lässt sich auch der Erfolg der Bremer Boxen erklären,

die sowohl in der Stadtwaage als auch im Made in Bremen Online-

Shop und in ausgewählten Geschäften erhältlich sind. Die

Kohl-und-Pinkel-Box, die Gluckhennen-Box, die Gin-Box – diese und auch

die anderen Bremer Boxen enthalten regional erzeugte Produkte, die in

dieser durchdachten, witzigen Art und Weise noch nie zusammen verkauft

wurden. Echte Charme-Pakete, die viel mehr sind als die Summe

ihrer Teile.

Der Weg in die Stadtwaage war weder absehbar noch gerade. Aber mit der

ihr eigenen Hartnäckigkeit überwand Julia Schulze-Windhoff auch das

holprigste Kopfsteinpflaster, um das Ziel zu erreichen. „Angefangen hat

es mit der ‚Verraten & Gekauft‘-Seite in der Sonntagsausgabe des Weser

Kuriers“, erzählt sie. „Zwei Jahre haben wir besondere Ideen und Produkte

aus Bremen und umzu vorgestellt. Und dann hatte ich die Idee,

das Ganze auf einer Messe zu präsentieren. Alles unter dem Motto ‚Made

in Bremen‘.“ Aus der Messe wurde corona-bedingt bisher leider nichts.

Aber alle zeitintensiven, mühseligen Vorbereitungen in den Wind schießen

oder abwarten? Niemals. „Wir haben uns stattdessen die Boxen ausgedacht,

um schöne Ideen und Produkte gebündelt anbieten zu können.

Aus den Bestellmöglichkeiten entwickelte sich dann später der Online-

Shop. ‚Made in Bremen‘ als Dachmarke für die Schaffenskraft der Menschen

aus dieser Region – das ist die Idee, sowohl bei der Messe als auch

im Kaufhaus und im Online-Shop.“ Gesagt, getan; geht nicht gibt’s nicht:

So ist das im Hause Schulze-Windhoff. „Nur war es von Zuhause aus bei

der steigenden Nachfrage irgendwann nicht mehr zu schaffen, alle Bestellungen

abzuwickeln. Außerdem sah das Haus aus wie ein Warenlager,

überall standen Kisten und Kästen. Wir hatten niemals Feierabend.“ Das

sei zwar immer noch oft so, aber um das Familienleben aus der Schneise

des Wirbelsturms zu rücken, überlegten die drei Made-in-Bremen-Schaffer

Julia Schulze-Windhoff und ihr Mann Stevie Schulze zusammen mit

Florian Wolff, wohin man das Geschehen auslagern könnte. „Der Schnoor

war so eine Idee, doch dort etwas Passendes zu finden, ist nicht einfach.“

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SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021


MADE IN BREMEN

Das „Made in Bremen“- Team vor der Stadtwaage: Florian Wolff,

Julia Schulze-Windhoff und Stevie Schulze

Die zündende Idee präsentierte sich mit dem Umbau des Balgequartiers

und das Angebot durch den Investor Johann Christian Jacobs. Die historische

Stadtwaage, zusammen mit Kontor- und Essighaus Bestandteil des

neuzugestaltenden Gebäudeensembles, stand leer. „Ich war schon immer

verliebt in dieses Haus“, erzählt Schulze-Windhoff. „Und es passt doch

wirklich perfekt: Die Stadtwaage ist ur-bremisch, historisch genau zum

Zweck der Wareninspektion gebaut und das Einfallstor zum Markt, auf

dem die Waren dann verkauft wurden.“ Und so kam zunächst temporär

zusammen, was zusammengehört: Von Mitte November bis zum Lockdown

zwei Wochen vor Weihnachten zog der Made in Bremen Pop-up-

Store in das leerstehende Gebäude ein. „Das Jacobs-Team war von

unseren Ideen überzeugt. Und mit dem für sechs Wochen geplanten Popup-Store

war das Risiko ja auch überschaubar.“

Überzeugend aufzutreten sei nicht schwierig, so Schulze-Windhoff, wenn

man selbst so begeistert von dem ganzen Konzept ist. „Bremerinnen und

Bremer haben allen Grund, selbstbewusst zu sein. Wenn man hier gebündelt

sieht, was die Region an Kreativität und Erfindungsgeist zu bieten

hat, braucht man sich nicht vor großen Nachbarn zu verstecken. Es

musste nur jemand den Blick für das Besondere haben und alles zusammenbringen.“

Julia-Schulze-Windhoff hat das Auge für das regional-liebenswerte

bereits zuvor unter Beweis gestellt, als sie vier Jahre als

Herausgeberin des Familienmagazins Grünschnabel die Region im Nordwesten

Deutschlands beleuchtete. „Auch hier haben manche Menschen

gesagt, ein neues Stadtmagazin für Familien – das braucht niemand. Aber

als Mutter einer damals kleinen Tochter habe ich gemerkt, dass mir etwas

fehlt: Freizeitmöglichkeiten, Erziehungsangebote, Kindergarten- und

Schulthemen, Kunst und Kultur … Alles auf Familien bezogen und regional

gedacht. So etwas wollte ich für meine und andere Familien machen.“

Genauso verhält es sich mit dem gemeinsamen Dach, das Schulze-Windhoff

nun für die regionalen Produzentinnen und Produzenten und ihren

Waren, Ideen und Kulturgütern erschaffen hat. Das gab es vorher noch

nicht in dieser Größenordnung. Handgefertigte Kacheln in Delfter Tradition,

Seifen aus einer hiesigen Manufaktur und Süßigkeiten aus lokaler

Produktion gehören genauso in die ehrwürdigen Hallen der Stadtwaage

wie die Design-Ideen hier beheimateter Grafikerinnen und Textilgestalter.

Verlage, Autorinnen und Autoren präsentieren ihre Werke neben Imkern,

Kunsthandwerkenden und Schnapsbrennerinnen. Es gilt, Synergien

herzustellen, so Schulze-Windhoff, denn eins sei klar: „Gerade Hersteller

und Herstellerinnen, die in kleinerem Rahmen arbeiten und produzieren,

SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021 37


MADE IN BREMEN

Der Blick der Fotografin fürs Besondere verspricht ein durchdachtes Kaufhaus-Konzept,

denn die Details sind wichtig, und das spürt man in allem, was sie anfasst

haben so die Möglichkeit, Teil von etwas Größerem zu sein. Gerade in Krisenzeiten

ist es gut, kein Einzelkämpfer sein zu müssen.“

Zusammenhalt ist wichtig, findet sie – und er biete neue Chancen: „Es

geht mir auch darum, ein Netzwerk zu schaffen, in dem sich die Produzentinnen

und Produzenten untereinander kennenlernen und zusammen

neue Ideen entwickeln können“ erklärt Julia Schulze-Windhoff. „Deshalb

kann jemand, der für uns Messestände und Verkaufsmodule konzipiert

und anfertigt, auch Verbindungen zu weiteren neuen Auftraggebern aus

Wirtschaft und Handel knüpfen. Oder eine Verpackungsgestalterin entwirft

für einen anderen hiesigen Produzenten neue Labels für die Produkte.

Die Möglichkeiten eines solchen Netzwerks sind endlos.“

Zwar nicht endlos, aber über zwei Jahre läuft der frisch abgeschlossene

Mietvertrag für die Stadtwaage. So lange wird der Umbau an den anderen

Gebäuden des neu entstehenden Balgequartiers in etwa dauern, und

dann erst wird auch die Stadtwaage für das von Jacobs‘ geplante Gesamtkonzept

zwischen Obern- und Martinistraße renoviert. Bis dahin wird

sie Heimat des Made-in-Bremen Kaufhauses sein. „Wir hoffen, dass die

Impfsituation sich so weit verbessert, dass wir endlich wieder über Click

& Collect hinaus ein sicheres und schönes Verkaufserlebnis bieten können“,

so Schulze-Windhoff. Der Online-Shop unter www.madeinbremen.com

sei natürlich auch ein tolles Projekt und enorm viel Arbeit in der

Umsetzung. „Aber die ganze Bandbreite dessen, was die Menschen von

hier für die Menschen von hier zu bieten haben, sozusagen der Herzschlag

der regionalen Produktivität, ist in der Stadtwaage am schönsten zu

spüren.“

Die von Ehemann Stevie Schulze grafisch aufbereitete und von Administratorin

Mirja Wenkelewsky betreute Made-in-Bremen-Internetseite nebst

Shop ist einen Besuch wert: Optisch durchgestylt und mit Witz und

Charme werden unzählige regionale Perlen angeboten. In Szene gesetzt

und fotografiert natürlich meistens von Julia Schulze-Windhoff höchstpersönlich.

Denn die Kamera ist nie weit entfernt. Und was wird aus mit

dem Hollywood Boulevard und dem Caesar’s Palace? „Die nächsten zwei

Jahre bin ich hier im wunderschönen Bremen und zeige den Menschen

das Besondere direkt vor ihrer Haustür. Aber, wer weiß … etwas Bremisches

nach Amerika verpflanzen? Vielleicht eine Grünkohltour an der

Route 66? Könnte funktionieren!“

www.madeinbremen.com

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SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021


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PERSÖNLICHKEIT

RALF MÖLLER

alf möller

Ein Gestalter „durch und durch“

Ein Portrait des neuen Ortsamtsleiters

Schwachhausen/Vahr Ralf Möller

TEXT & FOTOS | FRIEDERIKE HOLTMANN, BIRGIT REHDERS

Treffpunkt für das Interview ist „Emma am See“.

Wir treffen uns schon am Fahrrad-Parkplatz und

tauschen uns erst einmal fachgerecht über E-Bikes

aus. Früher habe ich darüber gelästert, heute

schweige ich und freue mich über die Leichtigkeit

des Fahrens bei Gegenwind.

Ralf Möller ist eigentlich gebürtiger Rheinländer,

was man ihm wirklich nicht anmerkt und lebt „gefühlt“

schon immer in Bremen. „Meine Mutter ist

Bremerin sowie auch mein Großvater, und mein

Vater kommt aus Schleswig-Holstein. Sie sind damals

der Arbeit wegen nach Düsseldorf gegangen

und ich bin dort, bis ich 16 Jahre alt war, aufgewachsen“,

erklärt Ralf Möller.

Es ist wirklich ein besonderer Werdegang, den er

durchlaufen hat. Aufgewachsen im engen Stadtraum

ohne Garten, entschloss er sich mit 16 Jahren

eine Lehre zum Gärtner zu machen. „Meine Eltern

konnten das nicht wirklich glauben, aber sie ließen

mich machen. Ich wollte draußen arbeiten und

bauen“, schildert der Ortsamtsleiter den Beginn seiner

Laufbahn. Als er dann in Bremen durch Zufall

an dem Plan zum Rhododendron-Park beteiligt war,

wurde ihm klar; genau das wollte er machen: „planen“.

Also holte er das Abitur nach und studierte

Landespflege in Osnabrück. Während dieser Zeit

hat er viele Erfahrungen in Planungsbüros sammeln

können. Sein Weg führte ihn nach erfolgreich bestandenem

Studium zunächst in ein interdisziplinäres

Planungsbüro nach Rheine, in dem er, die

Wiedervereinigung lag erst wenige Monate zurück,

als Freiraumplaner bei der Sanierung und Umgestaltung

ostdeutscher Dörfer und Städte beteiligt

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Ralf Möller hat als gelernter Gärtner

und studierter Landespfleger eine

Nähe zu „grünen Themen“

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PERSÖNLICHKEIT

Das Ortsamt Schwachhausen/Vahr ist die neue Wirkungsstätte von Ralf Möller

war. Die Auftragslage war gut, die Projekte interessant,

dennoch hatte das Büro Zahlungsschwierigkeiten.

Ralf Möller orientierte sich um,

wollte in den Norden und wechselte in ein Garten-

und Landschaftsbaubetrieb nach Itzehoe.

Aber dort fühlte er sich nicht wirklich wohl,

denn es ging vorwiegend um Umsetzung und

das Planerische blieb außen vor. Von dort aus hat

er sich dann beim „Stadtgrün Bremen“ beworben.

Dann folgten so spannende Projekte wie die

Umsetzung des Parkpflegewerks der Altstadtswallanlagen

und die des Nelson-Mandela-Parks

und der Wechsel ins Management der Grünflächenunterhaltung.

„Und irgendwie kam die

Weiterentwicklung für mich immer ganz von alleine,

bis zu meiner jetzigen Position“, erläutert

Ralf Möller seinen Werdegang. Ich glaube ihm

das sofort. Ralf Möller ist neugierig, interessiert

und möchte, dass sich die Dinge entwickeln.

Beste Voraussetzungen für die Tätigkeiten, die

auf ihn warten. Aber wie wird man denn nun

Ortsamtsleiter?

„Ich habe viele Gespräche im Vorhinein geführt

und wusste was mich erwartet, und ich wusste

auch, dass ich große Lust auf diese Aufgaben

habe“, erklärt Ralf Möller, der parteilose Ortsamtsleiter.

„Und ja ich bin natürlich den Grünen-Themen

verpflichtet, und es ist klar, dass

wir für eine lebenswerte Stadt Grün brauchen,

schon als Kühlanlage und Luftreiniger. Wir stehen

vor der Situation, dass sich durch Klimawandel

die Grundwassersituation sehr

verschlechtert hat, dass wir immer weniger

Platz in den Straßen haben, weil Autos immer

noch mehr und größer werden“, erläutert er.

Aber Ralf Möller geht es vor diesem Hintergrund

immer darum Visionen aufzuzeigen.

„Zeigen wie es besser gehen könnte, die Menschen

mitnehmen und im Kleinen beginnen,

Dinge die man verändern und verbessern kann

auch um zu setzen“, so sieht sein sehr realistischer

Ansatz aus.

Während seiner Zeit bei den Umweltbetrieben

Bremen hat er die Krokusse in der Franz-

Schütte Allee pflanzen lassen – bis heute ein

wunderbarer Frühjahrsbegleiter. „Ich hatte

immer die Idee, aber nie darüber gesprochen,

und in einem Interview, ähnlich wie mit Ihnen

jetzt, sprach ich davon und dann nahmen die

Dinge ihren Lauf“, schildert Ralf Möller dieses

Projekt. „Begeisterung ist ansteckend und dann

gibt es unverhofft Menschen, mit deren Hilfe

sich große Dinge erst realisieren lassen.“ Wenn

das nicht gestalterischer Wille ist.

„Mir liegt auch ganz besonders das Gemeinwohl

am Herzen. Die Menschen in den Stadtteilen,

die sich ehrenamtlich engagieren, sei es

für die Essensausgabe für Bedürftige oder sich

als Beiräte ehrenamtlich engagieren und vieles

mehr. Menschen, ohne die so manches nicht

möglich wäre“, führt er weiter sein Anliegen als

Ortsamtsleiter aus.

In der Verkehrsplanung geht es auch darum

allen Menschen Bewegungsfreiheit zu gewährleiten

und da haben wir, so die Sichtweise von

Ralf Möller, einen besonderen Auftrag gegenüber

den eingeschränkten Menschen, wie RollstuhlfahrerInnen,

älteren Menschen mit

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SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021


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PERSÖNLICHKEIT

Die engen Straßen Schwachhausens sind eine Herausforderung; hier soll ein gutes Verhältnis von Bepflanzung und Verkehrsteilnehmenden sowie den Anliegen der

Bewohnern entstehen

Gehhilfen aber auch Eltern mit Kinderwagen.

Die Bedürfnisse aller zu berücksichtigen und ein

ausgewogenes Miteinander zu kreieren, das

wäre wohl zu kurz gedacht, so das Anliegen von

Ralf Möller. „Und ich bin mir sicher, dass das

geht, man muss die Menschen motivieren und

mitnehmen, das will ich gerne tun“, beschreibt

der Ortsamtsleiter sein Engagement.

Ralf Möller hat eine starke Verbindung zu Bäumen

und Pflanzen. Wie kann man in Schwachhausen

das Verhältnis von Pflanze oder Baum,

zu Auto, Rad und Fußgängern verbessern? In

einer typischen Wohnstraße Schwachhausens

sehen wir sehr gut, worum es geht: altes Kopfsteinpflaster

erschwert es den Radfahrenden,

die Fahrradwege sind zugeparkt und löchrig.

Die Bäume sind zum Teil schon trocken und befallen.

Es gibt Lücken im Bestand und dann ist

leider auch manch einer fehl am Platz. „Die Platanen

wurden damals gepflanzt, was allerdings

für solch enge Straßen ein viel zu ausladender

Baum ist. Ja und die Trockenheit macht den

Stadtbäumen zu schaffen, da haben wir noch

eine große Aufgabe vor uns“, erklärt Ralf Möller.

Ich bekomme „by the way“ noch eine Einführung

in die Gattung „Städtische Bäume“, da

habe ich wirklich etwas dazugelernt.

www.ortsamtschwachhausenvahr.

bremen.de

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SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021


SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021 45


Mit den Augen riechen.

Geruchsbilder seit der Renaissance

Im Rahmen von „Smell it!“, einer Kooperation von zehn Bremer Kunstinstitutionen

zum Geruch in der zeitgenössischen Kunst, zeigt die Kunsthalle

Bremen historische Darstellungen von Geruch und Duft seit dem

16. Jahrhundert und bringt sie in einen Dialog mit einem neuen Werk

des zeitgenössischen kolumbianischen Künstlers Oswaldo Maciá (*1960).

Wie lässt sich Geruch in Bilder fassen? Gerüche begleiten den Alltag und

besondere Momente, aber als unsichtbare und flüchtige Sinneserscheinungen

sind sie ein herausforderndes Thema für die Kunst. Die Kunsthalle

Bremen macht einen großen geschichtlichen Bogen auf und zeigt

Geruchsbilder seit dem 16. Jahrhundert. So lädt die Ausstellung dazu ein,

mit den Augen zu riechen: Welche Gestalt hat Geruch? Wie erkennen wir

durch ihn die Welt? Und wie wird Geruch im menschlichen Miteinander

inszeniert? Gemälde, Graphiken, Fotografien und Skulpturen aus verschiedenen

Jahrhunderten kommen dafür in der Ausstellung zusammen.

Darunter sind farbintensive Gemälde von Malerinnen wie Paula Modersohn-Becker

und Aline von Kapff, die über die Augen – für manche –

auch den Geruchssinn ansprechen können; Darstellungen des Geruchssinns

als Personifikation, wie etwa von Georg Pencz; detailreiche Graphiken

von Hans Weiditz und Albrecht Altdorfer, die von der religiösen

und weltlichen Verwendung von Düften in der Renaissance erzählen; humorvolle

Blätter von William Hogarth und Honoré Daumier, die Schnüffeln

und Stinken in den Mittelpunkt rücken, ebenso wie etwa das

„JOB“-Plakat von Alphonse Mucha, das den sinnlichen Genuss von Geruch

stilisiert; und schließlich auch Zeichnungen von Günter Grass, der

Riechendes zeigt, um soziale Ungerechtigkeiten anzuprangern, sowie jüngere

Objekte und Fotografien von Andreas Slominski und Tom Wood.

Speziell für die Ausstellung in Bremen kreiert der kolumbianische Geruchskünstler

Oswaldo Maciá (*1960) dazu als zeitgenössische Arbeit

eine neue raumgreifende Installation. Dabei spricht er Augen, Nase und

Ohren an: „Rieche und höre, du wirst sehen“, lautet das Motto des Künstlers.

Die verschiedenen Sinne stehen in seinem Schaffen gleichberechtigt

nebeneinander. BesucherInnen können ganzheitlich in die Erfahrung der

Installation eintauchen. Maciás Werk „New Cartographies of Smell Migration“

stellt globale Verbindungen durch verschiedene Arten von Bewegung

in den Mittelpunkt. Der weltweite Handel mit mittelamerikanischen

Geruchsstoffen spielt dabei genauso eine Rolle wie natürliche

Bewegungen und Verknüpfungen durch Winde oder durch Insekten,

die Pflanzen bestäuben.

Geruch und Klang sind die zentralen künstlerischen Materialien von Oswaldo

Maciá. Damit hinterfragt er nicht zuletzt die traditionelle Vorstellung

von Kunst als Seherlebnis und dem Museum als Ort des Betrachtens.

Die Ausstellung ist Teil des Gemeinschaftsprojekts „Smell it! Geruch in

der Kunst“. Anlässlich dieser Kooperation von zehn Bremer Kunstinstitutionen

rückt die Kunsthalle Bremen die Geschichte des Riechens, Stinkens

und Duftens in der Bildenden Kunst in den Mittelpunkt. Kuratorin

ist Mara-Lisa Kinne.

www.kunsthalle-bremen.de

Installationsansichten Oswaldo Maciá

Oswaldo Maciá, New Cartographies of Smell Migration, 2021

Installationsansicht Kunsthalle Bremen: „Mit den Augen riechen. Geruchsbilder

seit der Renaissance“ (12.06.– 15.08.2021)

© Oswaldo Maciá, Foto: Franziska von den Driesch

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SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021


SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021 47


Schilddrüse, Schwangerschaft

und Hashimoto

Die Schilddrüse ist ein hormonproduzierendes Organ,

was hauptsächlich der Regulierung der Stoffwechselprozesse

im Körper dient. Bei extremen Situationen benötigt

der Körper mehr Energie. Dann produziert die

gesunde Schilddrüse entsprechend mehr Hormone.

Eine solche, extreme Situation stellt für die Schilddüse

die Schwangerschaft dar. Sie übt erheblichen Einfluss

auf die Schilddrüsenfunktion aus. Das liegt unter anderem

am Schwangerschaftshormon humanes Choriongonadotropin,

kurz hCG. Dieses Hormon übernimmt

die Kontrolle über die mütterliche Schilddrüse. So

steigt der Jodbedarf der Schilddrüse zeitweise um

100%, die Produktion des Schilddrüsenhormons Thyroxin

um etwa 50%, das Schilddrüsenvolumen nimmt

zu.

Wenn die Schilddrüse nicht richtig arbeitet, kann diese

extreme Situation, den hormonellen Regelkreis komplett

durcheinanderbringen. Aus dem Grund manifestieren

sich Schilddrüsenfunktionsstörungen der

Mutter häufig erstmalig in der Schwangerschaft.

Dabei handelt es sich meistens um Schilddrüsenunterfunktionen.

In 2/3 der Fälle entstehen diese auf dem

Boden einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse,

einer sogenannten Hashimoto-Thyreoiditis.

In der Schwangerschaft können Schilddrüsenunterfunktionen

besonders problematisch sein, da vermehrt

Schwangerschaftskomplikationen wie Fehloder

Frühgeburten auftreten können. Des Weiteren

können sie zu geistigen und körperlichen Fehlentwicklungen

des Fötus führen. Aus diesen Gründen

muss eine Schilddrüsenunterfunktion der Schwangeren

rechtzeitig erkannt und mit Schilddrüsenhormon

behandelt werden.

Dabei war lange Zeit nicht klar, ab welchem TSH-Wert

die Gabe von Schilddrüsenhormon-Tabletten eingeleitet

werden muss. Bis vor kurzem hatten wir bei

Schwangeren, getrieben durch die Angst die Entwicklung

des Fötus zu gefährden, sehr großzügig

Schilddrüsenhormontabletten verschrieben. Standardmäßig

wurde bei Schwangeren, auch bei solchen

mit einem hochnormalen TSH-Wert und somit definitionsgemäß

eine normale Schilddrüsenfunktion, sogenannte

Euthyreose, ein TSH-Wert im unteren

Normbereich angestrebt.

Große internationale Studien haben jedoch gezeigt,

dass bei gesunden Schwangeren mit TSH-Werten von

2,5 bis 4,0 mU/l (Normbereich 0,4-4,0 mU/l) weder

Fehlgeburten noch kindliche Fehlbildungen zunehmen

oder Einbußen bei den kognitiven Fähigkeiten des Ungeborenen

zu befürchten sind. Somit besteht bei

Schwangeren mit einer gesunden Schilddrüse und

einem hochnormalen TSH-Wert keine Notwendigkeit,

Schilddrüsenhormone zu verordnen. “Was jedoch bei

Schwangeren ein Muss bleibt, ist die Einnahme von

Jodid. Der hohe Bedarf an Jod während Schwangerschaft

und Stillzeit kann nicht adäquat durch die alimentäre

Jodaufnahme abgedeckt werden. Damit

keine Minderversorgung entsteht, wird die tägliche

Einnahme von 150 µg Jodid zur Unterstützung der

Schilddrüsenfunktion empfohlen”, betont Dr. Georgios

Farmakis, Facharzt für Nuklearmedizin an dem Zentrum

für Nuklearmedizin und PET/CT, langjähriger

Oberarzt an der Klinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums

des Saarlandes. „Diese kann z.B. in

Kombination mit Folsäure erfolgen“.

Aber wie sollen Schwangeren konkret vorgehen, um

eine Schilddrüsenfunktionsstörung zu erkennen? Im

Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge wird vom

Frauenarzt im ersten Schwangerschaftsdrittel der

TSH-Wert bestimmt. Ein erhöhter TSH-Wert weist auf

eine Unterfunktion hin. Ab einem TSH-Wert von 2,5

mU/l halten wir weitere diagnostische Maßnahmen

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SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021


NUKLEARMEDIZIN BREMEN

Dr. med. Norbert Czech FEBNM

für ratsam. Diese Diagnostik umfasst die ausführliche

Anamnese der Schwangeren und ihrer Familie,

eine körperliche Untersuchung, einen Ultraschall der

Schilddrüse sowie ausführliche Schilddrüsenlabortests.

„Hier ist die Bestimmung der Schilddrüsenantikörper

von besonderer Bedeutung“, erklärt Dr.

Farmakis. Stellt sich heraus, dass die Schwangere

tatsächlich an einer Autoimmunerkrankung wie der

Hashimoto-Thyreoiditis leidet, ist eine Verordnung von

Schildrüsenhormonpräparaten ab einem TSH-Wert

von über 4,0 mU/l zwingend.

Wie sieht es aber mit dem unerfüllten Kinderwunsch

aus? Auch hier liegt meistens eine Schilddrüsenfunktionsstörung

vor, in der Regel eine Unterfunktion.

So findet sich unter Frauen mit einer Schilddrüsenunterfunktion

ein Anteil von bis zu 60 Prozent, die ihre

Monatsblutung nur unregelmäßig bekommen. Davon

sind wiederum etwa dreizehn Prozent unfruchtbar.

Grundsätzlich gilt: Ein niedriger TSH-Wert erhöht die

Chancen auf eine Schwangerschaft. Wir wissen, dass

eine Schwangerschaft am besten bei einem TSH-Wert

um 1,0 eintritt. Dieser Wert ist ideal für alle Frauen

mit Kinderwunsch.

„Bei unerfülltem Kinderwunsch bleiben wir deshalb

bei der Verordnung von Schilddrüsenhormonen besonders

großzügig“, meint Dr. Farmakis. Wieso ein

niedriger TSH-Wert, so wichtig bei Kinderwunsch ist,

ist nicht ganz klar. Es wird angenommen, dass der

TSH-Wert einen Einfluss auf den Vorgang des Einnistens

des Embryos in die Gebärmutter hat. Andockstellen

für TSH sind in der Gebärmutterschleimhaut

vorhanden, und man fand die meisten Andockstellen

in der Einnistungsphase. Man darf’s aber nicht übertreiben.

Eine Erniedrigung des TSH-Wertes durch

übermäßige Hormoneinnahme kann eine gewünschte

Schwangerschaft verhindern.

Natürlich stellt die Schilddrüse nicht das einzige Problem

bei unerfülltem Kinderwunsch dar. Neben einer

Schilddrüsen-Fehlfunktion sollte im Fall einer ausbleibenden

Schwangerschaft anfänglich auch gleich

abgeklärt werden, ob bei der Patientin ein polyzystisches

Ovar-Syndrom (PCOS) vorliegt. Darunter leiden

nach Schätzungen ca. 5-10 Prozent der gebärfähigen

Frauen in Deutschland.

„Die enge Zusammenarbeit des Frauenarztes und des

Nuklearmediziners oder Endokrinologen ist sicherlich

zielführend bei unerfülltem Kinderwunsch“, betont Dr.

Farmakis. Nicht vergessen werden darf im Weiteren

auch nicht die Hashimoto-Thyreoiditis der Frau im

mittleren Alter, etwa von 40 bis 50 Jahren. „Die Erkrankung

ist chronisch, flammt aber meist im Frühjahr

auf, wenn sich das Immunsystem umstellt,

Infekte bekämpft oder auf Pollen reagiert“, so Dr.

Czech, Facharzt für Nuklearmedizin und PET/CT, ein

Kollege von Dr. Farmakis. Aus bisher nicht genau erforschten

Gründen wendet sich die Körperabwehr

plötzlich gegen das eigene Schilddrüsengewebe und

zerstört es allmählich. In der Folge sinkt die Produktion

der Schilddrüsenhormone, was nach und nach

die Beschwerden wie bei einer Schilddrüsenunterfunktion

auslöst. „Weil die Erkrankung meist

schmerzlos abläuft und sich mit allgemeinen Symptomen

äußert, wird sie leicht übersehen“, so Dr.

Czech.

Dabei ist die Diagnose Schilddrüsenunterfunktion

bzw. Hashimoto-Thyreoiditis Spezialisten für Schilddrüsenerkrankungen,

etwa durch einen Endokrinologen

oder Nuklearmediziner schnell gestellt. Die

Schilddrüsenspezialisten leiten auch die Therapie ein.

Weil die Schilddrüsenhormone grundsätzlich wichtig

für den Energiehaushalt im Körper sind, müssen sie

bei sinkender Produktion von außen zugeführt werden.

Meistens nehmen die Patienten ein Leben lang

morgens eine Tablette auf nüchternen Magen mit

etwas Wasser ein. „Bei einer guten Einstellung, die

durch regelmäßige Blutwertkontrollen überprüft wer-

Dr. med. Georgios Farmakis

den sollte, ist der Patient beschwerdefrei und die Lebenserwartung

nicht vermindert“, erläutern gemeinsam

Czech und Farmakis. Nebenwirkungen treten bei

korrekter Dosierung nicht auf. „Dennoch fühlt sich ein

Teil der Patienten mit Hashimoto-Thyreoiditis nicht

gesund, obwohl der Hormonhaushalt den Laborwerten

zufolge ausgeglichen ist“. In diesen Fällen kann

die zusätzliche Einnahme von Selen hilfreich sein.

Das Spurenelement, das für die Funktion der Schilddrüse

unverzichtbar ist, lindert die Entzündungsaktivitäten

und balanciert das Immunsystem aus. „Die

Patienten fühlen sich fitter, haben mehr Energie, das

Allgemeinbefinden bessert sich“, so Farmakis und

Czech. Die Einnahme von Selen kommt vor allem für

Patienten in Frage, deren Antikörper-Konzentrationen

sehr hoch sind.

Schwachhauser Heerstraße 54

28209 Bremen

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SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021 49


Der richtige

Zeckenschutz

50

SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021


Rundum

GESUND

Die Gesundheits-Tipps

TEXT & FOTOS | (C) PFIZER | WWW.ZECKEN.DE

Kopfschmerzen, hohes Fieber, bleibende

Spätschäden – das können die schlimmen

Folgen eines Zeckenstiches sein. Wer Vorsorge

treffen möchte, um Krankheiten, die

nach einem Zeckenstich auftreten könnten,

zu verhindern, kann verschiedene Maßnahmen,

wie die Wahl geeigneter Kleidung oder

auch insektenabweisende Sprays, anwenden.

Doch dabei sollte bedacht werden, dass viele

Hausmittel oder natürliche Mittel wie

Schwarzkümmelöl gegen Zecken nur wenig

Wirkung zeigen.

Warum sollte ich mich gegen

Zecken schützen?

Zecken übertragen die Viren, die zur gefährlichen

Frühsommer-Meningoenzephalitis

(FSME) führen können, und Bakterien, die

Borreliose verursachen. Gegen beide durch

einen Zeckenstich verursachte Krankheiten

ist die Medizin nur bedingt gerüstet: Bei der

FSME helfen keine Medikamente, wenn die

Krankheit erst einmal ausgebrochen ist. Es

gibt aber eine Impfung, die dazu beitragen

kann, das Risiko einer FSME-Erkrankung

nach einem Zeckenstich zu verringern. Bei

der Borreliose ist es genau umgekehrt: Die

Krankheit kann gut mit Antibiotika behandelt

werden. Einen zugelassenen Impfstoff gibt es

bislang nicht.

Wer vorbeugen möchte, sollte Zeckenstiche,

fälschlicherweise auch oft Zeckenbisse genannt,

daher so gut es geht vermeiden. Wie

das geht, zeigen folgende wichtige Tipps.

• Halten Sie sich möglichst nicht im hohen

Gras oder im Unterholz auf. In der Laubstreu

im Wald fühlen sich Zecken besonders wohl,

da die Temperaturen auch im Winter moderat

sind und die Luftfeuchtigkeit hoch. Abseits

der befestigten Wege besteht im Wald

daher immer erhöhte Zeckengefahr. Auch die

langen Grashalme auf nicht gemähten Wiesen,

am Wegesrand oder am Flussufer werden

von Zecken gern genutzt, um nach potenziellen

Wirten Ausschau zu halten.

• Auch Kleidung kann als Zeckenschutz dienen:

Tragen Sie geschlossene Kleidung mit

langen Ärmeln und langen Hosen und ziehen

Sie die Socken über die Hosenbeine. Zecken

klettern nicht höher als 1,50 Meter und

klammern sich daher mit Vorliebe an den Hosenbeinen

fest. Auch Gummistiefel können

dazu beitragen, Zecken den Zugang zur Haut

zu erschweren.

• Kommen Sie den Zecken zuvor: mit heller

Kleidung! Zecken lassen sich auf heller Kleidung

besser erkennen. Rechtzeitig bemerkt,

können Sie die Zecke sogar noch entfernen,

bevor sie zusticht.

• Verwenden Sie insektenabweisende Mittel

gegen Zecken, sogenannte Repellentien.

Diese halten Ihnen nicht nur lästige Stechmücken,

sondern auch Zecken für eine Weile

vom Leib. Stiftung Warentest hat die effektivsten

Mittel für Sie getestet.

• Suchen Sie Ihren ganzen Körper nach Zekken

ab, nachdem Sie sich in der Natur aufgehalten

haben. Zecken sind winzig klein

und krabbeln auf dem Körper und der Kleidung

herum, um eine geeignete Einstichstelle

für das Blutsaugen zu finden. Sie

bevorzugen dünne und warme Hautstellen.

Deshalb sollten Sie sich in den Kniekehlen,

im Bauch- und Brustbereich sowie im Schritt

gründlich nach Zecken absuchen. Bei Kindern

sind außerdem Kopf, Haaransatz und

Nacken häufig betroffen.

Zeckenstich trotz Zeckenschutz –

was soll ich jetzt tun?

Aller Vorsicht zum Trotz: Ein Zeckenstich

lässt sich nicht mit 100-prozentiger Sicherheit

vermeiden. Neben den oben aufgeführten

Maßnahmen gehört auch eine

SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021 51


Rundum

GESUND

Die Gesundheits-Tipps

FSME-Impfung zu möglichen Vorbeugungsmethoden.

Sie kann dabei helfen, das Risiko

einer FSME-Erkrankung zu mindern. Vor

allem für Menschen, die in einem FSME-Risikogebiet

leben, ist besondere Vorsicht geboten.

Die Ständige Impfkommission (STIKO)

empfiehlt Bewohnern sowie Reisenden in Risikogebiete

die FSME-Impfung.

Bei der Borreliose hat man dagegen noch eine

kleine Schonzeit, wenn die Zecke schon zugestochen

hat: Der Erreger braucht mindestens

12 Stunden, um in den menschlichen

Organismus übertragen zu werden. Wird eine

Zecke schnell wieder entfernt, kann das helfen,

diesen Krankheitserreger zu vermeiden.

Natürliche Mittel gegen Zecken

Ob Hausmittel gegen Zecken helfen, ist wissenschaftlich

nicht abschließend geklärt. Zur

Wirksamkeit von Schwarzkümmelöl, Kokosöl

und anderen Hausmitteln gegen Zecken findet

jedoch in verschiedenen Onlineforen oder

auf Social-Media-Kanälen ein reger Austausch

statt.

Zeckenstiche bei Kindern vermeiden

Kinder haben eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit,

von Zecken gestochen zu werden,

sind nach dem Stich aber nicht stärker

gefährdet, an FSME oder Borreliose zu erkranken.

Gern streifen sie im Sommer durch

Wiesen und Wälder, bauen Baumhäuser im

Garten. Auch Spielplätze sind nicht unbedingt

zeckenfrei, besonders wenn sie naturnah

angelegt sind. Da überrascht es nicht,

dass laut Robert Koch-Institut relativ viele

Kinder Borrelien-Antikörper im Blut haben.

Sie wurden also mindestens einmal im Leben

von einer infizierten Zecke gestochen – auch

wenn die Krankheit nicht immer ausbricht.

Ein kleiner Trost: Eine FSME verläuft bei Kindern

meist milder als bei Erwachsenen. Während

bei den Erwachsenen rund zwei Drittel

der FSME-Patienten im Krankenhaus behandelt

werden müssen, muss bei den Kindern

nur jedes zweite ins Krankenhaus. Ein Kinderimpfstoff

kann gegen FSME helfen und ist

gut verträglich. Er ist für Kinder ab einem

Jahr erhältlich.

Sebastian Köhler e.K.

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52

SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021


Zeckenschnelltest Borrelien, FSME und

Ko-Infektionen im Medizinischen Labor Bremen

In ganz Deutschland und in Europa sind Zecken weit verbreitet und

können während des Blutsaugens Bakterien und Viren übertragen. Infektionen

durch Borrelia burgdorferi spielen dabei die größte Rolle,

bedeutsam sind aber auch die Viren der Frühsommer-Meningoenzephalitis

(FSME). Etwa 20% aller Zecken tragen Borrelien in sich. Die

Keimdichte in positiven Zecken beträgt meist 1.000 bis 100.000 Borrelien

pro Zecke, aber manche haben sogar 10.000.000 Keime in sich!

Je stärker der Keimbefall, und je länger die Kontaktzeit, desto größer

ist das Infektionsrisiko. Doppel- oder Mehrfachinfektionen mit dem

FSME-Virus, mit Anaplasmen, Rickettsien und Babesien sind möglich.

Sie werden auch als Ko-Infektionen bezeichnet und können wahrscheinlich

schwerere Verlaufsformen beim Menschen hervorrufen als

der Einzelbefall.

Zeckenschnelltest mit der PCR

Wenn man von einer Zecke gestochen worden ist, sollte man diese so

schnell wie möglich komplett von der Haut entfernen, ohne sie zu

quetschen! Im Medizinischen Labor Bremen kann man diese mit

einem hochsensitiven, wissenschaftlich fundierten, qualitätskontrollierten,

molekularbiologischen PCR-Schnelltest untersuchen lassen,

ob Borrelien, FSME-Viren oder Erreger der Ko-Infektionen enthalten

sind. Der Test funktioniert bei lebenden, frischen und alten, eingetrockneten

Zecken gleich gut und ist den simplen, immunologischen

Do-it-yourself-Verfahren für Zuhause, wie man sie im Internet oder

der Apotheke findet, drastisch überlegen. Neben einer viel besseren

Nachweisempfindlichkeit liefert das Medizinische Labor Bremen bei

Borrelien-positiven Zecken auch noch die Keimzahl, und meistens

kann auch die vorliegende Borrelien-Unterart benannt werden.

Die Vorgehensweise

Die Zecke mit einer Spezialpinzette oder einer Zeckenkarte vorsichtig

unter gleichmäßigem Zug aus der Haut herausziehen. Achtung: Die

Zecke nicht quetschen, da dann erst recht Erreger übertragen werden

können! Die Zecke vollständig (komplett oder alle Einzelteile) in einen

verschließbaren Kunststoffbeutel geben und diesen gut verschließen.

Bis zu 2 Zecken können in einem Untersuchungsgang bearbeitet werden.

Das Befundergebnis liegt in aller Regel ein bis zwei Tage nach

Eingang der Zecke im Labor vor und wird per Post, Fax oder E-Mail

mitgeteilt. Nähere Informationen zu allen diesen Infektionen findet

man auf der Homepage www.mlhb.de.

Medizinisches Labor

Bremen GmbH

ZECKENLABOR

Haferwende 12

28357 Bremen

SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021 53


„Familie & Co“

✺ ✿

Grafik by sketchnotes-by-diana.com

TEXT | FRIEDERIKE HOLTMANN

FOTOS | FRIEDERIKE HOLTMANN, KINDERTHEATER SCHNURZEPIEPE & GEBRÜDER JEHN

„Theater för Lütte“ –

Kindertheater im Theatergarten

Alex Gesch, Dramaturgin, Produktionsleiterin,

Tanz-Theaterpädagogin aus Leidenschaft stellt sich

und das Netzwerk vor


Unsere

„Familie & Co“

Seiten

„Herzlich Willkommen! Es

war einmal… und habt ihr

gute Laune mitgebracht?“

Endlich geht es nach einer langen

Zeit pandemiebedingter Ruhepause

wieder los! Es darf wieder

gespielt, gezaubert, gesungen und getanzt

werden. Und das möchte das Kindertheater

Bremen gerne im Juli und August

mit den Kindern und ihren Familien wieder tun.

Im Zuge des Aktionsprogramms Innenstadt, ein Programm zur Wiederbelebung

der Innenstadt, wird auf der Theaterbühne in den Wallanlagen

im „Theatergarten“ (nahe der Bischofsnadel) ein buntes Programm für

Kinder und Erwachsene präsentiert. Vom 27. Juli bis zum 8. August wird

es jeden Nachmittag um 15 Uhr und an den Wochenenden zusätzlich

vormittags eine Vorstellung um 11 Uhr geben. Vom Puppenspiel, zu Improtheater,

Zauberei und Jazz für Kids ist alles dabei.

Ein Jahr lang haben die KindertheatermacherInnen nicht gespielt, sich

ausschließlich in Zoom-Meetings getroffen, um sich auszutauschen und

Pläne zu schmieden. Diese Netzwerktreffen hat der „Landesverband darstellender

Künste Bremen“ ermöglicht und begleitet. Seit einiger Zeit nun

nennt sich dieser Zusammenschluss der freien Kindertheaterszene Bremens

„Theater för Lütte“.

Unter diesem Label werden sie nun ihre Netzwerkarbeit verstärken. Dabei

unterstützt sie professionell die Dramaturgin, Produktionsleiterin und

Tanz-Theaterpädagogin Alex Gesch. „Ich finde es absolut lohnend, diese

vielschichtige freie Kindertheaterszene zu vernetzen und zu unterstützen.

Wir sind dabei, für nächstes Jahr ein Kindertheater-Festival über mehrere

Tage zu planen. Dabei wird es natürlich auch um ein vielfältiges

Programm für Kinder und Erwachsene gehen, aber auch um künstlerische

Workshops und auch Workshops für die DarstellerInnen aus Tanz,

Schauspiel und Musik selbst“, erklärt die Organisatorin.

„Familie & Co“


Gerade hat sie gemeinsam mit Karina Schieck vom Kindertheater im

Schlachthof, ein Programm mit kurzen Auszügen aus den verschiedenen

Stücken des Netzwerks „Theater för Lütte“ in der Reihe „Rausgehen“ in

der Arena des Schlachthofes gezeigt. „Sozusagen als Appetizer für den

jetzt anstehenden Sommer. Mit dem Veranstaltungsformaten „Sommer

Summarum“ und „Sommertheatergarten“ kommt viel Kindertheater auf

die Bühnen der Stadt, das ist wirklich eine gute Chance jetzt wieder los

legen zu können. Die letzten Monate waren für alle Theaterschaffenden,

besonders für die frei Arbeitenden, sehr schwer, weil es so gut wie keine

Arbeitsmöglichkeiten gab“, beschreibt die freie Theaterpädagogin.

Auch sie hat ihren Job, der sie von Leipzig nach Bremen zog, erst einmal

wieder pandemiebedingt verloren. „Aber mir gefällt Bremen so gut, ich

will hierbleiben und mein Herz hat hier auch seinen Platz gefunden. Außerdem

sehe ich es als große Chance, dass sich die Szene so geöffnet hat,

und ich freue mich in Zukunft hier viel mitzugestalten“, erzählt sie. Die

umtriebige Theaterfrau hat unter anderem Kommunikationswissenschaft

und Theater in Bochum studiert, ein Diplom für Tanz hat sie sich noch in

Leipzig erarbeitet. In der Folge hat sie sich dann weitergebildet zur Theaterpädagogin

in Essen. Sie ist viel „getingelt“, hat in vielen verschiedenen

Städten in Deutschland gearbeitet und nicht nur hier sondern auch in Kanada

und Brasilien an Schulen und Bildungseinrichtungen theaterpädagogische

Projekte durchgeführt.

„Mir ist der theaterpädagogische Ansatz für die Entwicklung der Kinder

enorm wichtig. Sie können dabei so unendlich viel lernen, das ist jedenfalls

meine Erfahrung. Aber am liebsten würde ich irgendwann einmal

eine eigene Schule mit einem Schwerpunkt auf kultureller Bildung in allen

Fächern gründen“, erzählt die engagierte Planerin, die in diesem Feld gerade

noch ein Studium in Marburg begonnen hat. Überhaupt hat man das

Gefühl, dass Alex Gesch irgendeinen geheimen Energiespeicher hat. Und

die Idee, Kinder über das aktive, körperliche Erfahrene lernen zu lassen,

statt wie seit Corona noch verstärkt sitzend am Bildschirm, scheint mir

eine wirklich gute Idee.

Das Netzwerk „Theater för Lütte“ hat sich im Corona-Lockdown gegründet und hat nun so einiges vor in der Stadt Bremen


„Familie & Co“


Die Kindertheatertage im Theatergarten, unter anderem mit den Gebrüdern

Jehn (Foto), sind Teil des Kultursommers Bremen und finanziert vom Aktionsprogramm

Innenstadt der Wirtschaftsförderung Bremen

Aber nun geht es zunächst darum, Publikum und die KünstlerInnen wieder

zusammen und Kultur wieder in die Stadt zu bringen und im Zuge des

Aktionsprogramms Innenstadt sich auch Gedanken darüber zu machen,

wie sich die Innenstadt entwickeln soll und kann. Das ist das Ziel des Aktionsprogramms

Innenstadt einem Förderprogramm der Wirtschaftsförderung

Bremen. Und so wird es unter anderem den ganzen Sommer lang

Veranstaltungen mitten in den Wallanlagen geben.

Das Programm findet man unter www.sommer-summarum.de. Tickets

bekommt man auf Grund der Corona-Richtlinien online über die Webseite.

Gruppen z.B. aus der Ferienbetreuung sollten sich ebenfalls dort anmelden.

Es gibt allerdings für Kurzentschlossene die Möglichkeit, sich an

der Kasse registrieren zu lassen, dafür benötigt man allerdings eine App.

Die Veranstaltungen im Sommertheatergarten sind kostenfrei und werden

zu hundert Prozent von der Stadt Bremen über das Aktionsprogramm

Innenstadt gefördert. Insofern ist das ein tolles Angebot, um mit Kind und

Kegel zahlreich zu einer der Veranstaltungen im Rahmen des Sommertheatergartens

oder Kultursommers Bremen zu kommen.

Spielplan Kindertheater

vom 27. Juli bis 8. August im Theatergarten

27.7. 15 Uhr Tinka Klindtwort, Julia Klein:

Geschichtenerfinderinnen

28.7. 15 Uhr Geschichtenhändlerin:

Der Kirschbaum hinterm Haus -

Klingende Geschichten

29.7. 15 Uhr Theaterwerk: Probiers mal mit Gemütlichkeit

30.7. 15 Uhr Tinka Klindtwort, Julia Klein:

Geschichtenerfinderinnen

31.7. 11 Uhr Friedrich der Zaubererr: Hokus Pokus Omnibus,

15 Uhr Bremer Tourneetheater: Ein Sams zuviel

1.8. 11 Uhr Kindertheater Schnurzepiepe:

Rotkäppchen und der gute Wolf

15 Uhr Kindertheater Schnurzepiepe: Nordseepiraten

2.8. 15 Uhr Das Köfferchen: Als Minou die Farben fand

3.8. 15 Uhr Bremer Tourneetheater: Ein Sams zuviel

4.8. 15 Uhr Bremer Tourneetheater: (K)eine Vogelhochzeit

5.8. 15 Uhr Das Köfferchen:

Minou und die Reise zu den verlorenen Farben

6.8. 15 Uhr Friedrich der Zaubererrr: Hokus Pokus Omnibus

7.8. 11 Uhr Puppenthater Regenbogen:

Kroberto, ein komisches Huhn

15 Uhr Fabelhaft: Jazz für Kids

8.8. 11 Uhr Gebrüder Jehn: Was macht die Maus im Sommer

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SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021


„Familie & Co“




Das Universum ® Bremen verspricht Wissen zum Anfassen für Groß und Klein!

(Bild: Universum ® Bremen)

Mitreißende Challenge

im Universum ® Bremen

Kleiner Anstoß,

große Wirkung!


Eine wahrlich mitreißende Herausforderung erwartet die Gäste in den Sommerferien

im Universum ® Bremen: Ab Donnerstag, 22. Juli, können sie individuelle

Kettenreaktionsmaschinen bauen und mit einer kleinen Billardkugel

kunterbunte Alltagsgegenstände vom Skateboard bis zum Campingbecher zu Fall

bringen. Dabei werden Familien, Freunden, Paaren und anderen Kleingruppen an

sechs separaten Stationen mit dem nötigen Abstand zueinander über 100 Utensilien

und zusätzliche Verbindungsmaterialien zur Verfügung gestellt, um mit Teamgeist,

Geschicklichkeit und Geduld möglichst kreative Wege zu ertüfteln. Wenn die

Kugel unterwegs sogar ein Glockenspiel zum Klingen bringt oder eine Wippe meistert,

sind Freude und Stolz garantiert groß!

Sommerferienkurs


in der Kunsthalle

Luftsprünge &

Drahtseilakte

Achtung, Achtung, Manege frei! Dieser Sommerferienkurs in der Kunsthalle

Bremen mit Vanessa Hartmann am Dienstag, 31. August und Mittwoch, 01.

September bietet Kindern an den beiden letzten Sommerferientagen noch einmal

Kunstgenuss vor den Originalen! Die Kosten für den Kurs betragen pro Kind 40

Euro bzw. 35 Euro für Kinder/Mitglied und für Geschwisterkind(er) 35 Euro bzw. 30

Euro für Geschwisterkind(er)/Mitglied.

Anmelden kann man sich über die Homepage der Kunsthalle Bremen.


www.kunsthalle-bremen.de

Wie für das Universum ® üblich, haben die Teilnehmenden nicht nur eine Menge

Spaß, sondern lernen auch noch etwas: Lageenergie, Spannenergie, Bewegungsenergie:

Wo steckt sie drin? Wo kommt sie her? Wie wird sie weitergeben? Bei dieser

Sommer-Challenge ist Teamwork genauso wichtig wie Geschicklichkeit und

Geduld. Apropos: Auch im Weltall ist Teamwork das A und O. Dies vermittelt die

aktuelle Sonderausstellung „Up to Space“ an zahlreichen interaktiven Stationen.

Hier greifen kleine und große Gäste nach den Sternen. Wie sieht der Alltag auf der

Internationalen Raumstation ISS aus? Welche Fähigkeiten müssen künftige Astronautinnen

und Raumfahrer mitbringen? Und wie riecht es eigentlich im All? Umgeben

von echtem Mondstaub und virtuellen Mondlandschaften gibt es viel zu

entdecken. Raumfahrt-Fans können sich optisch auf die ISS beamen und davon ein

Selfie machen. Oder wie wäre es mit einem Virtual-Reality-Spaziergang auf dem

Mond? Bis zum 30. August 2021 hat das Universum ® täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.


Weitere Informationen gibt es auf der Webseite!

www.universum-bremen.de

SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021 57


„Familie & Co“




Natürlich phänomenal!


Experimente im Wachstumslabor: Jeden Sonntag ab 15.30 Uhr kann man

überraschende Erkenntnisse und spielerische Experimente im interaktiven

Entdeckerzentrum der botanika erleben. Treffpunkt ist das Wachstumslabor in der

unteren Ebene des Entdeckerzentrums. Die nächsten Termine sind am 1., 8., 15.,

22. und 29. August.

Für jedes Alter geeignet / Im Eintritt enthalten

Kleine Forscher & Gewinner

Das Landesinstitut für Schule und

die botanika prämieren Papierfalter

zum „Tag der kleinen Forscher“


In den letzten Wochen haben rund 20 Bremer Kitas und Grundschulen mit

Papier geforscht. Unter dem Motto „Papier – das fetzt!“ wurden unzählige

Schmetterlinge gefaltet, geklebt und konstruiert. Die kleinen und großen Kunstwerke

sind ein Beitrag zum bundesweiten „Tag der kleinen Forscher“, der jedes

Jahr im Juni stattfindet. Jetzt wurden die besten Einsendungen prämiert und zwar

vom Landesinstitut für Schule (LIS) und der botanika Bremen, die gemeinsam zu

diesem Forschungsprojekt aufgerufen hatten. Die kleinen Forscher haben herausgefunden,

welche Materialien sich besonders gut eignen, welche Konstruktionen am

haltbarsten sind und welche am besten fliegen. „Wir sind überwältigt von der Zahl

und der Qualität der Papierfalter und Forschungsfragen, die uns erreicht haben“,

verrät Dr. Claudia Börger, Referentin am LIS und Koordinatorin des Netzwerks

„Kleine Forscher in Bremer Grundschulen“. Als Jurorin hat sie die Werke der kleinen

Forscher begutachtet und darüber entschieden, welche Gruppen in Kürze einen

tollen Forschertag in der botanika verbringen dürfen.

www.botanika-bremen.de

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SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021

Spielspaß pur und Natur satt gibt es auf dem Gelände des NABU Bremen bei

vielen spannenden Aktivitäten (Foto: © NABU Bremen)

NABU-Kinderprogramm

Ferien & Abenteuer


Endlich ist das verordnete Alleinsein für Kinder und Jugendliche zu Ende

und der NABU fährt seine jungen Angebote wieder hoch. Die Naturschützer

erweitern jetzt sogar ihre Kindergruppen und bieten freie Aktionen rund um den

Vahrer Feldweg an. Und natürlich sind auch die großen Ferien schon in Sicht, in

denen die Naturschützer ein Ferienprogramm auf ihrem Gelände und Ferienlager

im Schullandheim Dreptefarm in Wulsbüttel anbieten. „Die Kinder nehmen die Angebote

unglaublich dankbar an, für sie ist das eine echte Befreiung“, betont die

Umweltbildnerin Annette Siegert vom NABU.

Schon in den vergangenen Tagen gab es eine Pfingstfreizeit und betreute Ferientage.

Ganz handwerklich geht es beim neuen Projekt „Basteln for future“ zu: Ob Upcycling

von T-Shirts oder Wurmkistenbau, hier können die Kinder Bastelspaß und

Umweltschutz verbinden. Neben der schon seit Jahren bestehenden Kindergruppe

von 8 bis 12 Jahre jeweils montags ab 17 Uhr hat der NABU nun auch am Mittwoch

ab 16:30 Uhr eine Gruppe für Kinder ab sechs Jahre gegründet. Zusätzlich gibt es

die regelmäßigen Treffen der Jugendgruppe zwischen 12 und 17 Jahre alle zwei

Wochen donnerstags und monatlich das Treffen der „alten Hasen“ in der Naturschutzjugend

NAJU von 18 bis 27 Jahre. Für die Allerkleinsten im Kitaalter bietet

der NABU Eltern-Kind-Stündchen an, bei denen die behutsame Gewöhnung an die

Tiere im Vahrer Feldweg im Mittelpunkt steht. Neben zwei Eseln hält der NABU auch

eine bunte Schafherde und Hühner auf seinem Gelände und natürlich gibt es auch

viele Vögel beim Einflug in die Nistkästen oder an den Futtersäulen zu beobachten.

Für das große, wochenweise buchbare Ferienlager gibt es derzeit noch Plätze. Es

geht in das Schullandheim Dreptefarm zwischen Bremen und Bremerhaven, wo

der NABU seit mittlerweile 22 Jahren in allen Ferien Abenteuer, Spiele und Badespaß

bietet. Die Ferienbetreuung im Vahrer Feldweg ist bereits in einigen Wochen

ausgebucht, hier gibt es nur noch Restplätze ✿unter (04 21) 48 44 48 70.

www.NABU-Bremen.de




„Familie & Co“

Expedition Vitamine

Mein erstes Gartenbuch fürs ganze Jahr


Werde zum Gärtner! Mit »Expedition Vitamine« gehst du auf Enteckungstour

in deinem Garten und kannst Obst und Gemüse ganz leicht selber anbauen.

Was passiert im Kompost, wie baut man seinen eigenen Rasensprenger und welche

Blumen lieben Bienen? Mit Gummistiefeln, Schaufel und Co. kannst du dann

loslegen und Kartoffeln im Frühling, Erdbeeren im Sommer, Paprika im Herbst und

Rosenkohl im Winter ernten. Zaubere daraus leckere Gerichte wie Pizza, Muffins

und Smoothies. Klingt lecker? Dann an die Schaufeln, fertig – los!

· Kinderleichter Anbau von Obst und Gemüse: mit Saisonkalender und Übersicht

der Grundausstattung

· Das kommt aus meinem Garten: mehr als 10 einfache Rezepte –

gesund und lecker

· Einblicke in Natur und Nachhaltigkeit: kleine

und große Projekte sowie Bastelideen


ISBN 978-3-7459-0520-5

Seiten 96

Format 26 x 21 cm


Ausstattung Hardcover

Preis 8,99 Euro

www.emf-verlag.de

Verlosung!

2 x „Expedition

Vitamine“

Einfach eine E-Mail bis

zum 15. August an:

gewinnen@schwachhausenmagazin.de

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021 59


„Familie & Co“




Ferienspaß mit der

Stadtbibliothek Bremen

53°? Das ist Bremens Breitengrad

und das kostenlose

SommerFerienProgramm der

Stadtbibliothek Bremen


Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 12 Jahren können beim 53°-SommerFerienClub

mitmachen. Alle Clubmitglieder haben ein besonderes Vorrecht

und dürfen aus einem exklusiven Bestand brandneuer Bücher, Games,

Hörbücher und Filme ausleihen – und das in den gesamten Sommerferien! Egal ob

Erstleser, Fantasy-Fan, Krimi-Experte, begeisterter Gamer oder Cineast – es ist

für jeden Geschmack etwas dabei. Außerdem gibt es extra für die 53°-TeilnehmerInnen

ein cooles, kostenloses Mitmachangebot mit Workshops für GamerInnen und

BastlerInnen sowie einen tollen Kreativ-Wettbewerb.

Die Teilnahme am Wettbewerb geht ganz einfach und jeder darf das tun, was ihr

oder ihm besonderen Spaß bereitet. Es können Kreativ-Beiträge aller Art eingereicht

werden, sei es ein gezeichnetes Bild, ein selbstgeschriebener Text, ein eigener

Song, eine Tanzperformance, etwas Gestricktes, ein Zeichentrickfilm, ein digital

oder von Hand gezeichneter Comic und sogar ein kleiner Kurzfilm.

Alle Ideen sind frei umsetzbar. Sie sollten sich allerdings auf ein Buch, Film, Hörbuch

oder Game aus unserem 53°-Bestand unter dem Motto „Spielend durch den

Sommer“ beziehen. Alle, die sich beim 53°-Club kreativ beteiligen, bekommen

einen kleinen Preis und die schönsten und einfallsreichsten Kreativ-Beiträge werden

mit einem tollen Hauptpreis geehrt! Das Ferienprogramm geht vom 16. Juli

bis zum 3. September.

Teilnehmende Bibliotheken: Zentralbibliothek und die Bibliotheken Osterholz, Vahr,

Huchting, Lesum, Vegesack und Gröpelingen der Stadtbibliothek Bremen.

Weitere Informationen unter: www.53grad-hb.de

Mit Frieda und Franz die Ausstellung entdecken und viel Spannendes über die

Zeit um 1900 erfahren

Rätselspaß im

Focke Museum

Mit dem Mediaguide

durchs Schaumagazin

Schnappt Euch einen Mediaguide und erforscht das Schaumagazin. Hier sind 8.000

Ausstellungsstücke zu entdecken. Die Fragen könnt Ihr mit Hilfe des Mediaguides

beantworten. Ihr erhaltet ihn kostenfrei an der Kasse. Am Ende wartet ein

✪ kleines Geschenk für diejenigen, die die Rallyefragen beantwortet haben.

Die Rallye könnt Ihr jeden Tag während der Öffnungszeiten (Dienstag bis Sonntag

von 10 bis 17 Uhr) absolvieren. Es ist für Kinder ab 8 Jahren konzipiert. Eltern oder

Großeltern dürfen gerne miträtseln.

Auf den Spuren von Frieda und Franz

Mit den (fiktiven) Geschwistern Frieda und Franz entdeckt Ihr die Ausstellung auf

spannende und kreative Weise. Die beiden Geschwister zeigen Euch, wie die Bremer

Häuser damals aussahen und was es um 1900 sonst noch Neues und Modernes

gab. An der Museumskasse erhaltet Ihr zwei Blätter mit Bildern und ein Blatt

mit Text. An acht Stationen könnt Ihr nun die jeweils richtigen Bildausschnitte suchen.

Habt Ihr ihn gefunden, kreist Ihr ihn ein. Und weiter geht’s! Das Suchspiel

könnt Ihr jeden Tag während der Öffnungszeiten (Dienstag bis Sonntag von 10 bis

17 Uhr) absolvieren. Sie ist für Kinder ab 4 Jahren konzipiert. Eltern oder Großeltern

dürfen gerne miträtseln und die Fragen vorlesen.

Beide Angebote sind kostenlos. Der Eintritt für Kinder und Jugendliche ist dank der

Förderung durch die Sparkasse Bremen kostenfrei.

www.focke-museum.de

60

SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021


„Familie & Co“


SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021 61


CrossFit 1860: der Schlüssel zu Fitness und Gesundheit

Bremen 1860 eröffnet seine ersehnte CrossFit Box

Im September ist die Eröffnung der offiziellen CrossFit Box bei Bremen

1860 am Baumschulenweg geplant. Unter der Leitung von Giannis Geiss

werden die Räumlichkeiten über Halle 2 umgestaltet und die Umsetzung

geplant. Giannis Geiss ist Sportwissenschaftler & Head of Programming

bei Berlin Throwdown und CrossFit Icke. Nach seinem Sportstudium an

der Universität Potsdam wurde Giannis zu einem der Owner von Cross-

Fit Icke. Als Headcoach ist er seit fast zehn Jahren für das Class-Programming

verantwortlich. Darüber hinaus hat Giannis sowohl Erfahrung als

Competitor auf den großen CrossFit-Bühnen Europas, als auch als Event

Organizer hinter den Kulissen. In den letzten Jahren richtete er als Head

of Competition den Berlin Throwdown aus. Im Jahr 2019 war er technischer

Leiter beim Elfit Egypt. Als gebürtiger Bremer und mit seiner langjährigen

Erfahrung auf dem Gebiet ist der 35-jährige CrossFit-Trainierende

eine Bereicherung für den Verein.

Headcoach von CrossFit 1860 wird Sean Albers, der bereits seit seiner

Kindheit Mitglied bei Bremen 1860 ist. Vom Kinderturnen zum Taekwondo,

dann zum Rugby. Aufgrund einer Verletzung musste er dann

pausieren. Sport stand aber bald wieder an oberster Stelle. Mittlerweile ist

er selbstständiger Personaltrainer und ist seit acht Jahren Headcoach für

Functional Fitness im Verein. Die Idee eines CrossFit Angebots steht seit

2013. „Den Start machten wir damals mit dem Vereinsangebot Functional

Fitness“, erinnert sich der 33-jährige Strongman Sportler. „Vor dem

ersten Lockdown 2021 hatte ich zum Teil bis zu 60 Teilnehmer in meinem

Kurs. Bei derart vielen Sportlern geht die Qualität des Angebots verloren.

Ich freue mich unseren ambitionierten Sportlern ein

personalisiertes, hoch intensives Angebot in einer frisch renovierten, modernen

Box zu ermöglichen und werde jeden von ihnen gerne an seine

Grenzen bringen und für ein effektives Training sorgen. Aber vor allem die

Gemeinschaft sowohl der Trainer als auch der Teilnehmer ist mir wichtig.

An erster Stelle steht ein gutes Flair. Der Rest kommt dann von selbst“,

versichert Sean Albers.

CrossFit stellt sich zusammen aus den Sportarten Gewichtheben, gymnastisches

Turnen und Ausdauersport. Alle Übungen sind leicht auf das

Können der Sportler skalierbar und aus diesem Grund auch für jedes Alter

und Fitnesslevel geeignet. Das Training findet in Gruppen von maximal

acht Teilnehmern statt, damit eine saubere Technik und individualisiertes

Training gewährleistet werden kann. Das Training ist funktionell und

hoch-intensiv, daher lernen die Sportler sich gesünder durch den Alltag zu

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SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021


Projektleiter Giannis Geiss und Headcoach

Sean Albers freuen sich auf die Eröffnung der

offiziellen CrossFit Box im September

bewegen und durch den erhöhten Trainingsreiz schneller und bessere Erfolge

zu erzielen.

Beim CrossFit gibt es keinen Trainingsplan. Die Workouts bzw. das Trainingsprogramm

wird vom Coach vorgeschrieben. Jeden Tag steht ein anderes

Programm an der Tafel. Das Gruppentraining dauert insgesamt 60

Minuten, die aus einem Warm-up, einem technischen Warm-up und dem

WOD (workout of the day) bestehen. Der Trainer führt die Sportler durch

die Class und kontrolliert und korrigiert sie. Zusätzlich wird es einen

Weightliftingbereich geben. Hier darf frei trainiert werden, sei es für Begeisterte

der Disziplinen Gewichtheben, Powerlifting, Strongman oder für

Anfänger, die an ihrer Technik arbeiten möchten.

Bremen 1860 legt großen Wert darauf Kinder aktiv zu halten. Was wäre

seine CrossFit Box ohne Kinder? Kinder von vier bis zehn Jahren erlernen

in der Class die Grundlagen und Techniken des CrossFits auf spielerische

Art, um dann bei den Teens von 11 bis 17 Jahre mehr in Richtung Leistung

zu gehen. Ob als eigenständige Sportart oder als Extratraining, um

im eigenen Sport herauszuragen. Bewegungsqualität und die Entwicklung

eines herausragenden Körpergefühls stehen im Vordergrund. Durch das

Erlernen von Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination wird der Grundstein

für einen aktiven und sportlichen Lebensstil im Erwachsenenalter

gelegt.

Die Kinder- und Teens Kurse finden an Wochentagen in der Nachmittagszeit

statt. Erwachsene trainieren am frühen Morgen, nach Feierabend

oder am Wochenende. Für Mitglieder des Vereins gibt es fixe Monatspreise.

Nichtmitglieder haben Zugang auf Drop-in Preise oder 10er Karten.

Mehr Infos unter www.crossfit1860.de und auf Social Media. Fragen

gerne an info@crossfit1860.de

BREMEN 1860

Baumschulenweg 6

28213 Bremen

Tel. (0421) 21 18 60

www.bremen1860.de

SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021 63


Beim Sportkompass rotieren Kinder in kleinen Gruppen auf vier Stationen und lernen verschiedene Sportarten kennen (Foto: Jonas Kröger)

Neues Angebot: Sportkompass

Bremen 1860 zeigt schnelle Umsetzung & Kreativität

Die Pandemie hat Viele vor Herausforderungen gestellt. Der Bremer Sportverein

ist keine Ausnahme. Für Bremen 1860 fühlte sich im Frühjahr alles

wieder etwas normaler an, als die Lockerungen ihnen die Möglichkeit

gab mit 10 Kindern im Freien kontaktfrei Sport zu treiben. Doch plötzlich

wurde die Obergrenze auf fünf Kinder gesetzt. Ein weiteres Mal standen

die Mitarbeiter des Bremer Sportvereins vor der Herausforderung ein

Sportangebot zu erstellen, das der neuen Regelung entspricht und den

Kindern zugleich Freude bringt. Das Team von 1860 erfand ein neues

Konzept, das sowohl den Bestimmungen folgte als auch die Kinder bei

guter Laune hielt. Der Sportkompass: Kinder rotieren in kleinen Gruppen

auf vier Stationen und lernen verschiedene Sportarten kennen. „Wir wissen,

wie schwer es den Familien aufgrund der Pandemie und den damit

verbundenen Einschränkungen gefallen ist, ihre Kinder aktiv zu halten

und zu Sport und Bewegung zu bringen.

Viele Kinder haben das Interesse an ihrer eigenen Sportart verloren, weil

diesen online an Reiz fehlte oder teilweise nicht stattgefunden haben. Vorrang

hatte für uns, die Kinder wieder zurück in den Verein zu holen,

damit sie selbst erleben wie viel Freude Bewegung bringt. Der Sportkompass

gibt uns diese Möglichkeit, ihnen spielerisch die verschiedensten

Sportarten zu vermitteln. Trainer aus unterschiedlichen Sparten

haben sich auf diese neue Trainingsmethode eingelassen. Das Angebot

wurden so gut angenommen, dass sie ständig ausgebucht waren“, berichtet

Sebastian Stern, Geschäftsführer von Bremen 1860. Momentan

findet der Sportkompass mit bis zu zehn Kindern von vier bis sechs Jahre

und sieben bis zehn Jahre pro Feld statt.

Eine Erweiterung des Sportkompasses für ältere Kinder ist der Fitnesskompass

für Pre-Teens und Teens, der den Teilnehmern verschiedene Fitnessvarianten

zeigt. „Es ist schön den Kindern wieder zu begegnen und

sie mit Spiel und Spaß in Bewegung zu halten. Aufgrund der Vorschriften

konnte unser KiBS (Kinderbewegungsschule) Angebot nicht stattfinden.

Mit dem Sportkompass konnten wir bekannte Kinder wieder zu uns holen

und deren Freunde begeistern. Ich freue mich darauf, sie nach den Sommerferien

auch wieder in der Kinderbewegungsschule begrüßen zu dürfen“,

erzählt Arne Tschorn, Leiter des Kinderbewegungszentrums und

KiBs von Bremen 1860. Der Sportkompass wird bis zu den Sommerferien

weiterlaufen. Am 07.08.2021 ist die Abnahme des Sportabzeichens

geplant. Wer Lust hat kann gerne die ersten Wochen in den Sommerferien

zum Sportkompass kommen, um zu üben. Mehr Infos unter www.bremen1860.de

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SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021


Sean Albers (am Conan Wheel) und sein Team bei der Eröffnungsfeier des neuen Outdoorgyms (Foto: Christian Markwort)

Neues Sportangebot bei Bremen 1860

Bremen 1860 eröffnet sein Outdoorgym „1860 B.C.

Functional Fitness“ mit einer Veranstaltung im Steinzeitstil

Auf dem Rasenplatz des Bremer Sportvereins am Baumschulenweg versammelten

sich am 12. Juni an die 120 Besucher, die ihr Interesse an dem

innovativen Outdoorgym zeigten und sich an den Steinzeitgeräten versuchten.

Es wurden Baumstämme gehoben, Steine geworfen, das Conan

Wheel gedreht und sogar Handstände auf Baumstämmen versucht. Die

ungenutzte verwilderte Fläche hat der Verein in ein nachhaltiges Outdoorgym

verwandelt, um so das Sportangebot zu erweitern. Das durch

Bäume und Büsche geschützte Gelände ist ein perfekter Ort, um mitten

in der Stadt runterzukommen und sich in nachhaltiger Umgebung auszupowern.

Projektleiter Sean Albers und sein Team haben das Outdoorgym

eigen Hands gebaut und bepflanzt. Finanziert wurde das Projekt mit

einem Crowdfunding und die Baumstämme hat ein befreundeter Förster,

Mitglied des Vereins gespendet. Die Geräte der Stationen hat der 33-jährige

Kraftsportler in seinem Garten selbst entworfen und gebaut. Seit dem

21. Juni läuft das Sportangebot. „Trotz des regnerischen Wetters, haben

sich bereits ein paar Sportler auf der Anlage des 1860 BC eingefunden

und ihr Können bewiesen. Die Teilnehmer kommen aus ganz unterschiedlichen

Richtungen, manche sehr sportlich, andere Anfänger und

trotzdem trainieren sie 60 Minuten motiviert gemeinsam. Wir laden alle

ein sich anzumelden, um diese einzigartige Art zu trainieren auszuprobieren

und Teil einer motivierten Community zu werden“, lädt Sean Albers,

Projektleiter und Headcoach ein.

Auf dem Platz erwartet die Teilnehmer ein Gruppentraining, das Functional

Fitness und Strongman-Sport vereint. Auf sechs Stationen werden

unter anderem Steine geworfen, Baumstämme gehoben und das Conan

Wheel getragen. Trainiert wird dabei immer der ganze Körper, so dass das

Training gleichermaßen für Frauen und Männer gedacht ist, egal ob Anfänger

oder erfahrene Sportler. Die Übungen werden entsprechend angepasst.

Mindestalter ist jedoch, aufgrund der schweren Geräte, 16 Jahre.

Das „1860 B.C. Functional Fitness“-Angebot wird angesichts der Wetterlage

von März bis September laufen und in diesen Monaten bei Wind und

Wetter durchgezogen. Dank der großzügigen Bepflanzung des Geländes

ist das Training sowohl bei hohen Temperaturen als auch bei Regen geschützt.

Die Kurse finden momentan drei Mal die Woche statt und kosten

für Mitglieder zusätzlich 4,70 Euro und für Gäste 9,70 Euro pro Kurs.

Anmeldungen laufen über die Homepage www.bremen1860.de

SCHWACHHAUSEN Magazin | Juli - August 2021 65


WIR, DIE MENSCHEN AUS SCHWACHHAUSEN

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