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Aurum 999,9 MagBook – Autumn 2021

The Coffee Table MagBook

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EDITORIAL<br />

L<br />

Liebe <strong>Aurum</strong> <strong>999</strong>,9-Community,<br />

Ihnen dieses Editorial zu schreiben, ist mir eine ganz besondere Freude!<br />

In der letzten Ausgabe hat sich Andy Gaiser bei Ihnen mit einem<br />

lachenden und einem weinenden Auge als Herausgeber verabschiedet und<br />

damit sein geliebtes <strong>Aurum</strong> <strong>999</strong>,9 in meine Hände gelegt. An dieser<br />

Stelle möchte ich mich nochmals für sein Vertrauen und auch für die<br />

Unter stützung in den letzten Monaten herzlichst bedanken.<br />

Wo soll ich nun beginnen? Es liegen wirklich spannende und ereignisreiche<br />

Wochen hinter meinem Team und mir. Wir haben mit vollem Engagement<br />

einen neuen zeitgemäßen Wegbegleiter für Sie kreiert. Unsere<br />

Interpretation von <strong>Aurum</strong> <strong>999</strong>,9 ist eine faszinierende Fusion von Magazin<br />

und Coffee Table Book, eine innovative Verschmelzung zweier Genres<br />

zu einem neuen, in sich stimmigen Ganzen: ein luxuriöses und nachhaltiges<br />

Coffee Table <strong>MagBook</strong>.<br />

Die ersten Eindrücke dieser Verwandlung haben Sie vermutlich bereits<br />

am Cover wahrgenommen <strong>–</strong> das neue Logo und der Einband liefern<br />

schon Hinweise. Wir haben uns aber nicht nur mit Äußerlichkeiten<br />

beschäftigt. Mit einer DNA-Analyse sind wir tief in unsere inhaltliche<br />

Genetik vorgedrungen. Begleiten Sie uns nun auf einer Reise um die<br />

Welt. Eine Reise durch die Vergangenheit und in die Zukunft. Eine<br />

Reise hoch hinauf und weit hinunter und eine Expedition zu kreativen<br />

Machern, architektonischen Besonderheiten, wunderschönen Musthaves<br />

und paradiesischen Sehnsuchtsorten.<br />

„Eine innovative<br />

Verschmelzung<br />

zweier Genres zu<br />

einem neuen, in sich<br />

stimmigen Ganzen:<br />

ein luxuriöses und<br />

nachhaltiges Coffee<br />

Table <strong>MagBook</strong>“<br />

Vor exakt 200 Jahren hat Louis Vuitton das Licht der Welt erblickt<br />

und Napoleon ist verstorben. Wir erinnern in zwei Retrospektiven an<br />

diese großen Persönlichkeiten, deren Erbe bis heute nachwirkt. Als visionär<br />

kann man ebenso das Schaffen der Architekten und Bauherren von<br />

noblen Penthäusern bezeichnen. Ich freue mich, Sie in diese schwindelerregenden<br />

und eleganten Höhen entführen zu dürfen. Mit allem, was<br />

dazugehört, um den Penthouse-Traum zu genießen und den Lifestyle zu<br />

leben. Ähnlich opulent präsentiert sich unser Architektur-Highlight <strong>–</strong> es<br />

erhebt sich futuristisch aus dem Wasser, direkt am historischen Pier 54,<br />

wo einst die Überlebenden der Titanic-Katastrophe erstmals wieder<br />

festen Boden unter den Füßen hatten. Apropos Wasser: Nachdem wir<br />

gemeinsam hoch oben einen Blick über die Skylines der Metropolen<br />

geworfen haben, tauchen wir nun ab in ein Faszinosum aus mehr Meer,<br />

endloser Weite und köstlicher Kulinarik. Für all jene, die lieber am Steuer<br />

sitzen oder bequem im Fond Platz nehmen, haben wir in unserer<br />

neuen Serie „Test the Best“ Luxuslimousinen wie den Rolls-Royce<br />

Ghost für kostenfreie Ausfahrten reserviert!<br />

Sie sehen, auch das neue <strong>Aurum</strong> <strong>999</strong>,9 <strong>MagBook</strong> ist der Philosophie<br />

treu geblieben, Ihnen und unserer gesamten Community die<br />

schönsten, exklu sivsten und luxuriösesten Dinge all around the world<br />

näherzu bringen sowie interessante Menschen und sehenswerte Destinationen<br />

in den Mittelpunkt zu rücken. Wir möchten Sie sprichwörtlich<br />

aus dem Alltag reißen und auf eine inspirierende Reise mitnehmen.<br />

Seite für Seite. Geschichte für Geschichte. Bild für Bild.<br />

Nun wünsche ich Ihnen goldene Zeiten mit Ihrem neuen <strong>Aurum</strong> <strong>999</strong>,9<br />

<strong>MagBook</strong> und natürlich viel Spaß beim Lesen und Entdecken!<br />

Ihr<br />

Foto: Jürgen Hammerschid<br />

Reinhard Neussner<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

7


EDITORIAL | TEAM<br />

Percival Pachta-Rayhofen<br />

x<br />

v<br />

Christoph Kulmer<br />

v<br />

Elisabeth Habitzl<br />

k<br />

Elisabeth Muth<br />

j<br />

Marily Elmezoglou<br />

v<br />

Florian Reichel<br />

h<br />

Rosemarie Pescheck<br />

j<br />

Bernhard Musil<br />

h<br />

Brigitte R. Winkler<br />

v<br />

Clouseau<br />

Euch gilt mein ganz besonderer Dank! Euch, meinem Team. Unglaublich, dass wir es geschafft<br />

haben! Hinter uns liegen intensive Wochen und Monate. Es war ein Kraftakt und es war definitiv<br />

nicht immer leicht <strong>–</strong> doch ich habe jede Sekunde genossen. Was macht ein erfolgreiches Team<br />

aus? Für mich ist es der Zusammenhalt und dass alle gemeinsam an einem Strang ziehen, das<br />

Zusammenwirken von unterschiedlichen Menschen und ihren kreativen Ideen, Gedanken und<br />

Erfahrungen. Das Resultat ist ein spannender, innovativer Melting Pot an tollen Geschichten.<br />

Dieser unermüdliche Einsatz von euch war für mich immer das Licht am Ende des Tunnels.<br />

Euer Engagement hat mir wirklich imponiert. Ich denke, der Wunsch, für unsere Community<br />

ein zeitgemäßes und wunderschönes Coffee Table <strong>MagBook</strong> zu kreieren, hat uns zu Höchstleistungen<br />

angespornt <strong>–</strong> und das sieht und spürt man auf jeder einzelnen Seite. Deshalb ziehe ich<br />

meinen Hut vor euch. Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen und macht Lust auf mehr!<br />

Vielen Dank,<br />

Euer Reinhard<br />

Fotos: Jürgen Hammerschmid<br />

8


DNA-ANALYSE<br />

DNA<br />

Analyse #1<br />

Der angestammte Platz für unser Coffee Table <strong>MagBook</strong> ist natürlich<br />

ein Coffee Table <strong>–</strong> das liegt sozusagen in den Genen! Deshalb präsentiert<br />

<strong>Aurum</strong> <strong>999</strong>,9 hier die schönsten und exklusivsten Beistelltische, um sich<br />

stilecht in Szene zu setzen<br />

Fotos von Jürgen Hammerschmid<br />

„Bell Side Table“<br />

ClassiCon<br />

Design: Sebastian Herkner<br />

Glassockel mit Metallaufsatz aus Stahl, Platte aus Kristallglas,<br />

beides schwarz lackiert.<br />

Gesehen bei mood Wien, Schleifmühlgasse 13, 1040 Wien<br />

www.classicon.com<br />

Kugeldosen von Lobmeyr<br />

Design: Oswald Haerdtl<br />

COFFEE TABLES<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

9


DNA-ANALYSE<br />

„Ilary“<br />

Poltrona Frau<br />

Design: Jean-Marie Massaud<br />

Gestell aus satiniertem und brüniertem Stahl, die Tischplatte<br />

ist mit Sattelleder bezogen.<br />

Gesehen bei Poltrona Frau Wien, Salztorgasse 6, 1010 Wien<br />

www.poltronafrau.com<br />

Blumenvasen von Lobmeyr<br />

Design: Stefan Rath<br />

Wasserkrug und Becher von Lobmeyr<br />

Design: Hans Harald Rath<br />

10 AUTUMN <strong>2021</strong>


„Fold Coffee Table“<br />

Steininger Designers<br />

Design: Martin Steininger<br />

Entwurf aus Metall Tombak.<br />

www.steiningerdesigners.com<br />

Vase „Under Rosso Sfumato Cristallo“ von Venini<br />

Design: Ron Arad


„Antilles Verde“<br />

Wittmann<br />

Design: Luca Nichetto<br />

Gefertigt aus Marmor und Leder.<br />

www.wittmann.at<br />

Blumenvase von Lobmeyr<br />

Design: Stefan Rath


DNA-ANALYSE<br />

„Sengu“<br />

Cassina<br />

Design: Patricia Urquiola<br />

Der Sockel ist aus Carnico-Marmor, die Platte lackiert.<br />

www.cassina.com<br />

Birnendose, Zitronendose und Ananasdose, alle<br />

Goldpunkt, von Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

13


DNA-ANALYSE<br />

„Cicladi“<br />

Edra<br />

Design: Jacopo Foggini<br />

Das Gestell besteht aus Metall im Farbton Ruthenium,<br />

die Tischplatte aus Alabaster.<br />

Gesehen bei mood Wien, Schleifmühlgasse 13, 1040 Wien<br />

www.edra.com<br />

Figur „Kapuzineraffe“ von Porzellanmanufaktur Augarten<br />

14 AUTUMN <strong>2021</strong>


„Flirt“<br />

Minotti<br />

Design: Rodolfo Dordoni<br />

Die glänzende Edelstahlplatte ist in Gold und Black-Nickel lackiert.<br />

Gesehen im Minotti Showroom, Parkring 20, 1010 Wien<br />

www.minotti.com<br />

Ananasdose, Goldpunkt mit Glanzgold von<br />

Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen


INHALT<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

22<br />

DNA ANALYSE<br />

Unser <strong>MagBook</strong> gehört auf einen Coffee Table<br />

9 BEST OF COFFEE TABLES #1<br />

149 BEST OF COFFEE TABLES #2<br />

FASHION<br />

22 PORTRAIT<br />

Zu Fuß zum Weltreich<br />

200 Jahre Louis Vuitton<br />

44 SHOWROOM<br />

Ein Eldorado der Mode in Wien<br />

46 LUXURY PIECE for Women<br />

48 ACCESSOIRES<br />

Goldene Zeiten<br />

54 PORTRAIT<br />

Qualität geht Petar Petrov über alles<br />

58 LUXURY PIECE for Men<br />

ART<br />

68 DAS TOR ZUR WELT<br />

Raoul Haspel öffnet Türen, die andere nicht sehen<br />

70 TRIO FANTASTIQUE<br />

Alles neu macht der Herbst an der Bayerischen Staatsoper<br />

72 IT’S ALL ABOUT ART<br />

Neuer Kunst-Hotspot für Sammler in Wien<br />

74 PORTRAIT<br />

SA-PO<br />

HISTORY<br />

82 MYTHOS NAPOLEON<br />

Eine Retrospektive zum 200. Todestag<br />

ARCHITEKTUR<br />

90 THE SKY IS THE LIMIT<br />

Aufstieg vom Bachelor-Paradise zum Luxus-Must-have<br />

98 DIE TOP 9 VON WIEN<br />

Die luxuriösesten Penthäuser der Stadt<br />

108 IMMOBILIEN ROUND TABLE<br />

110 PORTRAIT<br />

Immobilienentwickler-Duo Clemens und Gregor Rauhs von Liv<br />

114 HIGHLIGHT<br />

Grüne Insel für urbane Kunst<br />

LIVING<br />

118 SHOWROOM INTERNATIONAL<br />

Edra Showroom Palazzo Durini<br />

121 PENTHOUSE LIVING<br />

Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche & Esszimmer, Bad<br />

132 SHOWROOM NATIONAL<br />

Die Eleganz von Minotti<br />

134 STATUSSYMBOL DACHGARTEN<br />

Paradies zwischen Himmel und Erde<br />

142 VILLA<br />

Klare Verhältnisse in der Villa R<br />

COFFEE TABLE BOOK<br />

158 LUXUS AN BORD<br />

Hier geraten nicht nur Yacht-Liebhaber ins Schwärmen<br />

BEAUTY<br />

164 CRÈME DE LA CRÈME<br />

Ultimative Pflegespezialisten für Gentlewomen<br />

168 DERNIER CRI<br />

Duftneuheiten für den Herbst<br />

173 MEN<br />

Verwöhnmomente für den modernen Gentlemen<br />

Fotos: © Louis Vuitton, © Archives Louis Vuitton Malletier, Williams New York, Hersteller, The Nautilus Maledives<br />

16


INHALT<br />

182<br />

92<br />

208<br />

MOBILITY<br />

182 TEST THE BEST LIMOUSINES<br />

Rolls-Royce, Mercedes-Benz, BMW und Volvo<br />

KULINARIK<br />

192 DER GOLDSTANDARD GUTEN GESCHMACKS<br />

Der meistprämierte Single Malt Scotch Whiskey der Welt<br />

195 ZU BESUCH BEI<br />

Trüffeljäger Luca Miliffi<br />

196 NEW IN TOWN<br />

197 MENU À LA CHEF<br />

Das Beste zweier Welten im Shiki<br />

TRAVEL<br />

202 THE DEEP BLUE<br />

Die Sehnsucht nach dem Meer<br />

204 DAS LEBEN LEBEN<br />

in Südfrankreich<br />

206 WELLNESS IN DER WACHAU<br />

Spa-Luxus in Krems an der Donau<br />

208 EINFACH MEHR MEER<br />

Sehnsuchtsorte über und unter Wasser<br />

222 TRAVEL WITH THE STARS<br />

Musha Cay Island von David Copperfield<br />

224 NEW PLACES<br />

KOLUMNEN<br />

66 TATJANA LACKNER<br />

Geschenke sprechen Bände<br />

156 ELKE REITMAYER<br />

Wieviel psychologisches Know-how benötigt unsere Architektur?<br />

190 IRMGARD QUERFELD-MICKO<br />

Denklabor Kaffeehaus<br />

PHOTOGRAPHY<br />

60 PORTRAIT JULIA SPICKER<br />

176 PORTRAIT ELSA OKAZAKI<br />

IMPRESSUM<br />

Medieninhaber: Reinhard Neussner Management und Beteiligungs GmbH, Kaasgrabengasse 86/4/40A, 1190 Wien, office@aurum-magbook.com<br />

Verlags- und Redaktionsadresse: Kaasgrabengasse 86/4/40A, 1190 Wien<br />

Herausgeber, Chefredakteur, Geschäftsführer: Reinhard Neussner. Redaktionsteam: Bernhard Musil, Brigitte R. Winkler, Christoph Kulmer,<br />

Elisabeth Habitzl, Elisabeth Muth, Percival Pachta-Rayhofen, Reinhard Neussner, Rosemarie Pescheck. Redaktionsassistentin: Marily Elmezoglou.<br />

Chef vom Dienst: Christoph Kulmer. Art Director: Florian Reichel. Textchefin: Elisabeth Habitzl. Autoren dieser Ausgabe: Tatjana Lackner,<br />

Elke Reitmayer, Irmgard Querfeld-Micko, Alice Mandel. Herstellungsort: Wien. Druck: Holzhausen/Gerin Druck GmbH.<br />

Blattlinie: <strong>Aurum</strong> <strong>999</strong>,9 <strong>MagBook</strong> ist eine Verschmelzung der Genres Coffee Table Book & Magazin. Das Redaktionsteam berichtet 4-mal jährlich<br />

für seine exklusive Member-Community über Wissenswertes, Exklusives und Aufregendes. Die Luxus-Lifestyle-Themen reichen von Architektur,<br />

Design, Fotografie, Kunst, Mode, Genuss, Reisen und Mobilität bis hin zu Business und History.<br />

Für unverlangt eingesandtes Text- und Bildmaterial wird keine Haftung übernommen. Alle angegebenen Preise sind Richtpreise,<br />

redaktionelle Sonderwerbeformen sind mit dem Wort Advertorial gekennzeichnet.<br />

Offenlegung: www.aurum-magbook.com/impressum<br />

AUTUMN <strong>2021</strong> 17


Mah Jong. Modulares Sofa, Design Hans Hopfer.<br />

Bezogen mit Stoffen von<br />

, Kollektion Constellation.<br />

Basis aus gebeiztem Holz, Alezan Ausführung.<br />

Contemporains Wipplingerstraße 27 1010 Wien<br />

Tel. 01 533 79 00, wien@roche-bobois.com<br />

Nouveaux Classiques Helferstorferstraße 4 1010 Wien<br />

Tel. 01 532 22 56, wien-nc@roche-bobois.com<br />

In diesem Jahr feiert Roche Bobois das 50-jährige Bestehen des<br />

Mah Jong Sofas. Zu diesem Anlass hüllt sich das Mah Jong in neue<br />

Designer Stoffe und nimmt auf einer eleganten Basis Platz, welche<br />

dessen Linie und Komfort unterstreichen. Ein ultra-modulares Sofa,<br />

avantgardistisch zur Zeit seiner Entstehung, ikonisch heute.<br />

Einrichtungsberatung und 3D-Design Service im Showroom


Fotos: Michel Gibert und Baptiste Le Quiniou, unverbindlich. Editionen Zulma.<br />

Stoffe<br />

« Mah Jong Sofa 3D » app


FASHION | PORTRAIT<br />

ZU<br />

FUSS<br />

ZUM<br />

WELT-<br />

REICH<br />

200 Jahre Louis Vuitton<br />

Porträt von Louis Vuitton © Louis Vuitton<br />

Alles begann mit einem Koffer. Dann ging es mit unglaublich<br />

innovativen Ideen weiter. Damit begeisterte Louis Vuitton auch<br />

Kaiserinnen und Afrikaforscher, prominente Schauspielerinnen,<br />

Schriftsteller und Präsidenten. Seine Nachkommen taten es ihm gleich.<br />

Durch Bernard Arnault gehört das überwältigend profitable<br />

Unternehmen heute zum Luxuskonzern LVMH. Am 4. August <strong>2021</strong><br />

jährte sich der Geburtstag des genialen Louis Vuitton zum 200. Mal <strong>–</strong><br />

ein Rück- und Vorausblick auf das Modeimperium<br />

Von Brigitte R. Winkler<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

23


Dem Vater war es gar nicht recht. Er wollte, dass sein Sohn etwas<br />

Vernünftiges lerne. Trotzdem machte sich Louis Vuitton im Alter<br />

von 13 Jahren auf den Weg nach Paris. Im Frühjahr 1835. Zu Fuß.<br />

Insgesamt 441 Kilometer galt es zu bewältigen. Louis verdiente sich<br />

unterwegs seinen Unterhalt mit kleinen Arbeiten, schlief oft einfach im<br />

Wald. Seine große Liebe: Koffer. In Paris angekommen, begann er 1837<br />

eine Lehre bei einem Gepäckhersteller, Monsieur Maréchal. Und schon<br />

bald wurde er aufgrund seines Talents der exklusive Kofferpacker von<br />

Kaiserin Eugénie am Hofe Napoléons III.<br />

Doch der Reihe nach: Geboren wurde Louis Vuitton in der französischen<br />

Kleinstadt Anchay im Département Jura am 4. August 1821.<br />

Es ist also genau 200 Jahre her, dass dieses unglaubliche Genie das Licht<br />

der Welt erblickte. Mit 33 Jahren eröffnete er 1854 unweit der Place<br />

Vendôme in der Pariser Rue Neuve-des-Capucines 4 (heute Rue des<br />

Capucines) sein eigenes Geschäft: Louis Vuitton Malletier. Und Malletier<br />

heißt auf Deutsch natürlich nichts anderes als Kofferhersteller.<br />

441<br />

Kilometer<br />

zum Ruhm<br />

j<br />

Auch im Flieger braucht man<br />

praktisches Reisegepäck:<br />

Vuitton-Koffer kann man stapeln<br />

Historische Werbung mit Models: Man fährt jetzt mit dem Zug<br />

Aber was für einer! Fast genau bis zu diesem Zeitpunkt waren<br />

Reisende auf Pferde und Kutschen angewiesen gewesen. Die Koffer<br />

lagen obenauf im Freien und hatten einen gewölbten Deckel, damit<br />

das Regenwasser ablaufen konnte. Doch Mitte des 19. Jahrhunderts<br />

trat die Eisenbahn ihren Siegeszug an und auch Schiffe kamen in<br />

Mode. In den neuen Verkehrsmitteln mussten die Gepäckstücke nun<br />

gestapelt werden können. Das hatte Louis Vuitton vorhergesehen<br />

und verkaufte in seinem Laden hochpreisige flache Koffer.<br />

Die noch dazu leicht, luft- und wasserdicht waren. Für die Rahmen<br />

wurde (und wird nach wie vor) jahrelang gelagertes Pappelholz,<br />

für Boden und Deckel exotisches Sperrholz und für die Leisten<br />

Buchenholz verwendet. Alle Messingnägel wurden händisch<br />

mit dem Hammer eingeschlagen.<br />

Fotos: © Louis Vuitton, © Archives Louis Vuitton Malletier<br />

24


FASHION | PORTRAIT<br />

Louis Vuitton ließ sich 1859 eine eigene Fabrik in einem<br />

Vorort von Paris bauen<br />

Asnières <strong>–</strong><br />

Beginn einer Erfolgsreise<br />

Um der wachsenden Nachfrage Genüge leisten zu können, baute<br />

Louis Vuitton 1859 im Pariser Vorort Asnières eine Fabrik. Zunächst<br />

stellten dort zwanzig Mitarbeiter seine modernen, wasserabweisenden<br />

und strapazierfähigen Koffer her. Um die Jahrhundertwende waren<br />

es bereits hundert. Heute sind es etwa 150 Mitarbeiter und die Fabrik<br />

gibt es <strong>–</strong> neben rund zwanzig weiteren weltweit <strong>–</strong> immer noch.<br />

Dort werden inzwischen die hochwertigsten Louis-Vuitton-Kreationen<br />

hergestellt, wie zum Beispiel der Trophäenkoffer des diesjährigen<br />

Formel 1 Grand Prix von Monaco. Unter dem Motto „Victory travels in<br />

Louis Vuitton“ wurde damit eine mehr jährige Partnerschaft mit dem<br />

Automobile Club de Monaco gestartet.<br />

h<br />

Dieser Text war auf dem Etikett im Koffer zu lesen: Louis Vuitton,<br />

Koffermacher mit einem Geschäft auf den Champs-Élysées 70 in Paris<br />

k<br />

Louis und Georges (auf dem Kutschbock) sowie Gaston-Louis Vuitton<br />

(auf einem Kofferbett sitzend) mit ihren Mitarbeiterinnen und<br />

Mitarbeitern im Innenhof der Fabrik in Asnières-sur-Seine, 1888<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

25


k<br />

Wenn der Koffer zum Kasten wird:<br />

Louis Vuittons historischer<br />

Schrankkoffer „Wardrobe“<br />

Aus dem Koffer entsteht sogar ein Bett:<br />

Spezialanfertigung für den Afrikaforscher<br />

Pierre Savorgnan de Brazza, 1879<br />

c<br />

Kreative Koffer für<br />

Globetrotter<br />

Nur „normale“ Koffer zu erzeugen, befriedigte Louis Vuitton von<br />

Anfang an nicht. Als der französische Afrikaforscher Pierre Savorgnan de<br />

Brazza in den Jahren 1879/80 den Kongo erforschte, konnte er dabei ein<br />

von Vuitton im Jahr 1876 entwickeltes „Kofferbett für Entdeckungsreisende“<br />

mit sich führen. Der gar nicht so große Koffer enthielt ein faltbares<br />

Bett gestell, eine Rosshaarmatratze, zwei Decken und vier Betttücher.<br />

Klar, dass auch der Schriftsteller Jules Verne („Die Reise zum Mittelpunkt<br />

der Erde“, „In 80 Tagen um die Welt“) zu Louis Vuittons Kunden<br />

zählte. Genauso wie Maharadschas, Sultane, Künstler und Könige. Denn<br />

die aufklappbaren Schrankkoffer, die Kabinenkoffer für Schiffsreisende,<br />

die kofferartigen Hutschachteln und Koffer mit herausnehmbaren Innenaufteilungen<br />

waren nicht nur großartig anzusehen, sondern auch unglaublich<br />

praktisch zum Reisen. Da ließen sich im „Wardrobe“-Schrankkoffer<br />

Kleidungsstücke wie in einem Kasten aufhängen oder in kleineren Innovationen<br />

etwa Kämme und Bürsten samt Cremen und Parfüms, Schuhe,<br />

Bücher und mehr sicher, problemlos und griffbereit unterbringen. Dass die<br />

weltweit geliebten und begehrten Produkte tatsächlich wasserdicht waren,<br />

zeigte eine erschütternde Tatsache: Nach dem Untergang der Titanic 1912<br />

schwammen noch tagelang wuchtige braune Koffer auf dem Nordatlantik.<br />

h<br />

Wenn der Koffer zur Teestunde mit<br />

Kuchen einlädt: „High Tea Trunk“<br />

h<br />

Der Koffer verwandelt sich in einen Frisiersalon samt<br />

Schminktisch: die Spezialanfertigung „Malle Coiffeuse“<br />

Wenn der Koffer als Bücherschrank dient:<br />

der „Library Trunk“ für Ernest Hemingway<br />

v<br />

Fotos: © Louis Vuitton, © Patrick Gries<br />

26


FASHION | PORTRAIT<br />

1867<br />

k<br />

Premiere in englischer Sprache:<br />

Louis Vuitton erfindet auch den Kundenkatalog<br />

nahm das Werbegenie Louis Vuitton an der Weltausstellung<br />

in Paris teil. Und schließlich eröffnete der Unternehmer 1885<br />

sein erstes Geschäft außerhalb von Frankreich <strong>–</strong> in Londons<br />

nobler Oxford Street. Nur ein Jahr später entwickelte er zusammen mit<br />

seinem nicht minder einfallsreichen und talentierten Sohn Georges,<br />

der 1857 geboren worden war, ein innovatives Kofferschloss. Das fünfzackige,<br />

aufbruchsichere Schloss wird seit 1890 unverändert in jeden<br />

Koffer eingenietet. Seither wird auch jeder Kunde eines Vuitton-Koffers<br />

namentlich und mit seiner Schlüsselnummer in einer Liste verzeichnet.<br />

In den unzähligen Jahresbänden dieser Tabellen finden sich<br />

berühmte Namen von damals bis heute. Sie stammen aus dem englischen<br />

Königshaus ebenso wie von französischen Staatsmännern wie<br />

Georges Clemenceau oder François Mitterand, von Literaturgrößen wie<br />

Ernest Hemingway und von Stars wie der Mistinguett, Lauren Bacall<br />

oder Sophia Loren und sie reichen von Coco Chanel über Catherine<br />

Deneuve und Angelina Jolie bis zu Rihanna.<br />

Im Jahr 1888 wurde der wasserfeste Leinenstoff auf den Koffern mit<br />

dem schachbrettartigen „Damier“-Muster bedruckt. Doch 1892 verstarb<br />

der große Louis Vuitton 71-jährig. Sein Sohn Georges stellte nur ein Jahr<br />

später alle Produkte des Hauses auf der Weltausstellung in Chicago vor.<br />

Und hatte dann eine Idee, die man eigentlich als Treppenwitz der<br />

(Kopier-)Geschichte bezeichnen kann: Nachdem die erfolgreichen<br />

Koffer des Familienunternehmens zunehmend kopiert wurden, wollte<br />

Georges Vuitton dem etwas entgegensetzen.<br />

Also kreierte er 1896 das LV-Signet. Er ließ es zu den stilisierten<br />

Blüten auf den Leinenstoff seiner Koffer und Taschen aufdrucken und<br />

gesetzlich schützen. Auch das berühmte Signature-Muster <strong>–</strong> inspiriert<br />

von Details historischer Architektur und der damals gerade unglaublich<br />

aktuellen Liebe zur japanischen Kultur, dem Japonismus <strong>–</strong> hatte er sich<br />

schon einfallen lassen, um sich wirksam gegen Imitationen zu wappnen.<br />

v<br />

Bei der Weltausstellung in Paris 1889:<br />

Goldmedaille für Monsieur Vuitton<br />

b<br />

Inspiration für das legendäre LV-Muster:<br />

Details von Kirchen- und Museumsgebäuden<br />

h<br />

Auch manche Muster auf Fliesen in Asnières waren<br />

wichtige Einflüsse für Georges Vuitton<br />

k<br />

Zertifikat vom Pariser Handelsgericht für das<br />

berühmte „Monogram Canvas“: Im Oktober 1908<br />

wurde das Muster vor Kopien geschützt<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

27


Vom Koffer<br />

zur Tasche<br />

Dass das unverwechselbare Muster und das unverkennbare Monogramm<br />

nur noch reger und bis heute weltweit für zahllose Kopien<br />

sorgen, ist ja hinlänglich bekannt.<br />

1996 wurde es <strong>–</strong> anlässlich seines 100. Geburtstag <strong>–</strong> dennoch entsprechend<br />

gefeiert. Dazu lud man sechs weltbekannte Modeschöpferinnen<br />

und Modeschöpfer ein, einen (später limitierten) Entwurf mit dem<br />

„Monogram Canvas“ zu kreieren. Darunter waren Vivienne Westwood,<br />

Romeo Gigli sowie Azzedine Alaïa <strong>–</strong> und Helmut Lang, der sich einen<br />

DJ-Koffer für Schallplatten und CDs einfallen ließ. Langs Kommentar<br />

danach: „Es war großartig, mit Louis Vuitton die Hingabe zu Qualität,<br />

Form und Volumen zu teilen.“<br />

Doch davor erfand Georges Vuitton 1901 die „Steamer Bag“, eine<br />

quaderförmige Reisetasche im Hochkantformat mit Falzverschluss<br />

und Henkeln, die problemlos in eine größere gestellt werden konnte.<br />

Die Tasche wurde ein Verkaufshit und gilt als Vorläufer der Soft Bags.<br />

1914 eröffnete er das größte Geschäft für Reisewaren in der Avenue<br />

des Champs-Élysées in Paris. Es besteht noch heute und wird <strong>–</strong> außer<br />

bei einem Lockdown <strong>–</strong> immer wieder von wartenden Kunden geradezu<br />

umzingelt. Bereits kurz nach Beginn des Ersten Weltkriegs kamen wei ­<br />

tere Geschäfte in New York, Bombay, London und Los Angeles hinzu.<br />

Und weiter ging es mit großartigen Ideen: 1925 fertigte die Luxusmarke<br />

für die Sängerin Lily Pons einen Koffer, der 36 Paaren ihrer<br />

zahlreichen Schuhe Platz bot. Heute gibt es ähnliche Versionen für<br />

unzählige Sneaker. Bald darauf kam ein „Tea Case“ für Autofahrer auf<br />

den Markt. Seine Innenaufteilung enthielt alles, was man zur Teezubereitung<br />

braucht: einen Brennspirituskocher, eine Teekanne und einen<br />

Wasserbehälter. In den Folgejahren erweiterten die ersten Reisetaschen<br />

aus Leder oder Leinenstoff das Portfolio, darunter 1930 die „Keepall“<br />

(ursprünglich genannt „Tien-tout“, auf Deutsch: „Hält alles“) und 1932<br />

das Modell „Noé“, das ebenso sofort zum Kassenschlager wurde. Die<br />

Tasche in Form eines handlichen Sacks mit Tunnelzugverschluss und<br />

Schulterriemen wurde ursprünglich konzipiert, um genau fünf Flaschen<br />

Champagner transportieren zu können. Sie avancierte zur ersten wirklichen<br />

Damenhandtasche aus dem Hause Louis Vuitton.<br />

Kurze Zeit später wurde die inzwischen weltbekannte „Speedy“-<br />

Handtasche lanciert, deren Design in etwa einem heutzutage gebräuchlichen<br />

Kosmetikkoffer mit zwei Henkeln ähnelt. Auf Anfrage von<br />

Audrey Hepburn, ob man „Speedy“ auch in einer kleineren Version<br />

bekommen könnte, reagierte Vuitton schnell. Mittlerweile gibt es vier<br />

Größen und verschiedene Tragegurte. Jetzt fehlten von den bis heute<br />

begehrten Klassikern nur noch die Modelle „Alma“ und „Pochette“. Nach<br />

dem Tod von Georges Vuitton trat 1936 sein Sohn Gaston-Louis Vuitton<br />

(1883 <strong>–</strong> 1970) als Unternehmensleiter in dessen Fußstapfen.<br />

k<br />

Ururenkel Patrick-Louis Vuitton (2019 verstorben) mit seinem Sohn<br />

Benoit-Louis (rechts), der für das Unternehmen Uhren entwirft<br />

j<br />

1901 begann Georges Vuitton auch Reisetaschen zu entwerfen: Das Ergebnis ist<br />

die „Steamer Bag“<br />

Moderne Versionen klassischer LV-Taschen: „Speedy“ (links), „Keepall Bandouliere“<br />

(rechts) und „Monogram Cerises Neo Deauville“ (Mitte) mit Takashi-Murakami-Muster<br />

c<br />

Um das Sortiment erneut auszubauen, arbeitete die Firma 1959<br />

am „Monogram Canvas“-Dessin, damit es sich auch für Geldbeutel,<br />

Brief- und Handtaschen eignete. Der ursprüngliche Leinenstoff<br />

wurde durch ein widerstandsfähiges, in Polyvinylchlorid getränktes<br />

Baumwollgewebe (Toile beziehungsweise Canvas) ersetzt. Im Jahr<br />

1966 feierte das Unternehmen Louis Vuitton die Einführung einer<br />

zylinderförmigen Handtasche im Querformat mit langen Henkeln,<br />

genannt „Papillon”, die bis heute sehr gefragt ist.<br />

Auf Gaston-Louis folgte 1971 dessen Enkel Patrick-Louis Vuitton.<br />

Er leitete die Spezialabteilung für besondere Kundenwünsche im<br />

Atelier des Hauses in Asnières. Dem Ururenkel von Louis Vuitton<br />

war kein langes Leben vergönnt, er verstarb im November 2019 im<br />

Alter von 68 Jahren in Paris.<br />

Bereits 1977 übernahm Henry Racamier, der Ehemann von<br />

Gaston-Louis’ Tochter Odile Vuitton, auf Bitten der Familie die<br />

Firmenleitung. Er und sein Mitarbeiter Alain Chevalier kauften<br />

1986 den Champagnerhersteller Veuve Clicquot, die Parfümmarke<br />

Givenchy und Teile des Kosmetiklabels Guerlain. Zum Schutz vor<br />

einer feindlichen Übernahme kam es zum Zusammenschluss von<br />

Louis Vuitton mit dem französischen Spirituosenunternehmen<br />

Moët Hennessy. Es entstand der legendäre Konzern LVMH (Moët<br />

Hennessy <strong>–</strong> Louis Vuitton SE), zu dem sich im Lauf der Zeit bis in die<br />

Gegenwart zahlreiche bekannte Markennamen gesellten. Doch zuvor<br />

kam ein Name ins Spiel, der nichts mit der Familie Louis Vuitton an<br />

sich zu tun hatte, jedoch alles ändern sollte: Bernard Arnault.<br />

Fotos: © Louis Vuitton, © Louis Vuitton Malletier Alain Beule<br />

28


FASHION | PORTRAIT<br />

Vom<br />

Malletier<br />

zur<br />

Marke<br />

k<br />

1859 ließ sich Louis Vuitton in<br />

Asnières-sur-Seine nieder:<br />

die Villa mit Garten (l.) und in<br />

einer Zeichnung (r.)<br />

kh<br />

In jedem Raum der Villa können<br />

Besucher viel Biografisches der<br />

Vuittons entdecken<br />

vx<br />

Hier wohnte die Familie Vuitton bis 1954,<br />

später wurde das Haus in ein Museum umgestaltet.<br />

Ein Rundgang im wunderschönen Gebäude mit<br />

Art-dèco-Elementen ist ein spannendes Erlebnis<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

29


v<br />

Hoher Besuch: die offizielle Wiedereröffnung des legendären<br />

Kaufhauses „La Samaritaine” am 21. Juni diesen Jahres in Paris<br />

mit Präsident Emmanuel Macron und Besitzer Bernard Arnault<br />

Die Louis-Vuitton-Dependance vor Ort<br />

x<br />

k<br />

Im Nobelkaufhaus sind zudem Möbel und Interior-Accessoires aus der<br />

„Objets Nomades“-Kollektion von Louis Vuitton ausgestellt<br />

Goldenes Portal: der Eingang zur<br />

Louis-Vuitton-Boutique im „Samaritaine“<br />

x<br />

Fotos: © Louis Vuitton, © Gabriele de la Chapelle via Louis Vuitton LVMH © Louis Vuitton Malletier Alain Beule<br />

30


FASHION | PORTRAIT<br />

Inzwischen ist er samt Familie laut dem Wirtschaftsmagazin „Forbes”<br />

der reichste Mann Frankreichs, Europas und <strong>–</strong> abwechselnd mit<br />

Amazon-Gründer Jeff Bezos und Tesla-Erfinder Elon Musk <strong>–</strong> auch<br />

der Welt. Mit angeblich einmal 150 Milliarden US-Dollar, dann sogar<br />

197,5 und dann wieder „nur“ 182,7 Milliarden zumindest der zweit- oder<br />

drittreichste Mensch der Erde. Betrachtet man die Karriere von Bernard<br />

Arnault, verwundert es nicht. Mit dem Gründer Louis Vuitton kann<br />

man den jetzigen Vorstandsvorsitzenden des französischen Luxusgüter-<br />

Konzerns LVMH vielleicht insoferne vergleichen, als dass Arnault ebenfalls<br />

mit einer innovativen Idee ein Weltreich startete: Er war der erste<br />

Geschäftsmann der Welt, der den Einfall hatte, prestigeträchtige Luxuslabels<br />

zu sammeln. Was Louis Vuitton auch weiterhin<br />

hauptsächlich mit Kreativität erreicht, gelingt Bernard<br />

Arnault mit gnadenlos hartem Verhandlungsgeschick.<br />

Am 5. März 1949 in Roubaix in Nordfrankreich<br />

geboren, studierte Bernard zunächst Ingenieurwissenschaften<br />

und stieg dann in das Immobilienunternehmen<br />

seines Vaters ein, das er bis 1984 führte.<br />

Als im Jahr 1988 Alain Chevalier <strong>–</strong> damals schon<br />

Präsident des erst ein Jahr zuvor gegründeten<br />

Konzerns LVMH <strong>–</strong> mit seinem Stellvertreter Henry<br />

Racamier in Streit geriet, rief dieser Bernard Arnault<br />

zu Hilfe. Er sollte Anteile von LVMH übernehmen<br />

und damit Racamiers Position stärken. Die gegenseitigen<br />

Unterstützer wurden jedoch schnell zu Feinden<br />

im eigenen Haus: Mit Hilfe der Investmentbank<br />

Lazard Frères und Guinness erwarb Bernard Arnault<br />

schließlich 45 Prozent von LVMH. Ein Rechtsstreit<br />

mit Henry Racamier folgte (Alain Chevalier war<br />

inzwischen ausgeschieden), aus dem Arnault als<br />

Sieger hervorging. Somit konnte er 1989 gegen den<br />

Willen der Vuitton- und Hennessy-Familienmitglieder<br />

Präsident des Konzerns werden.<br />

Ähnlich war er schon bei Dior und später bei weiteren Luxusmaisons<br />

vorgegangen. Zweimal sollte er allerdings auch scheitern. Vermutlich<br />

ärgert es den Mode-Milliardär noch heute, dass er 1994, als man ihm das<br />

gerade nicht mehr so blendend dastehende Florentiner Unternehmen<br />

Gucci aufdrängen wollte, nicht eingewilligt hatte. Als bald darauf Tom<br />

Ford zum Chefdesigner von Gucci wurde, schossen die Gewinne in die<br />

Höhe. Und beim Haus Hermès nützten ihm seine bewährten Tricks<br />

ausnahmsweise nichts. Ab 2001 erwarb LVMH immer wieder mehr<br />

oder minder heimlich Aktienanteile an dem erfolgreichen französischen<br />

Konkurrenten. Vergeblich. Die Hermès-Eigentümer wehrten<br />

sich <strong>–</strong> offenbar war diese Familie durch die Vorgänge bei Louis Vuitton,<br />

Dior und Co zur Vorsicht und Nachdenklichkeit angeregt worden.<br />

Schließlich musste Arnault acht Millionen Euro Strafe an die französische<br />

Börsenaufsicht AMF, die 2010 Ermittlungen eingeleitet hatte,<br />

zahlen. Eine Summe, die es in dieser Höhe vorher noch nie gegeben<br />

hatte <strong>–</strong> für Multimilliardär Bernard Arnault ein Flaps.<br />

Wunderbar die Überschriften in den Medien, die damals darüber<br />

berichteten: Das ging von „Luxuskrieg in Paris“ über „Schlammschlacht<br />

in Lederrock und Kaschmirschal“ und „Ende des Handtaschenkrieges“<br />

bis zu „Die Luxus-Streithähne schließen Frieden“.<br />

DIE<br />

FAMILIE<br />

ARNAULT<br />

Die Ehefrau des französischen Präsidenten trägt gerne Louis Vuitton:<br />

Gemeinsamer Auftritt von Hélène und Bernard Arnault, Brigitte Macron,<br />

LV-Chefdesigner Nicolas Ghesquière, Brigitte und Michael Burke,<br />

CEO von Louis Vuitton (v.l.n.r.) x<br />

Keine öffentlichen Probleme gab es dagegen, obwohl auch aus altem<br />

Familienbesitz, 1<strong>999</strong> beim Erwerb des Schlosses Château d‘Yquem,<br />

das eines der weltberühmtesten Weingüter Frankreichs ist. Seine<br />

Geschichte geht auf das Jahr 1593 zurück. Somit ist es die älteste Marke<br />

des Konzerns. Glatt verlief ebenso der Kauf des italienischen Luxuslabels<br />

Bulgari, bei dem drei Milliarden Euro den Besitzer wechselten.<br />

Der bisher letzte Superkauf von Monsieur Arnault war allerdings<br />

wieder von Scharmützeln begleitet: Tiffany & Co. Dabei kam dem<br />

genialen Deal-Maker ausgerechnet Covid-19 zu Hilfe. Zunächst bot<br />

er für den weltbekannten Nobeljuwelier rund 16 Milliarden Dollar.<br />

Dann brach die Pandemie aus und verminderte natürlich auch den<br />

Umsatz von Tiffany & Co. Dadurch kam es zu allen möglichen<br />

Reibereien, vom Beinahe-Abbruch der Verkaufs- bis zu drohenden<br />

Gerichtsverhandlungen. Schließlich einigte man sich auf einen neuen<br />

Preis von 15,8 Milliarden Dollar. Doch Bernard Arnault ersparte sich<br />

dadurch immerhin satte 420 Millionen Dollar. Der Wert seines Luxus-<br />

Konglomerats <strong>2021</strong> beträgt an der Börse inzwischen 322 Milliarden<br />

Euro. Nicht zuletzt deshalb, weil der Netto gewinn im ersten Halb jahr<br />

um sagenhafte 62 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum<br />

im Jahr 2019 gestiegen ist. Hauptsächlich ergab er sich bei Modeund<br />

Lederwaren.<br />

Bemerkenswert und unübersehbar ist das Denkmal, das sich der<br />

Kunstliebhaber und -sammler Arnault bereits 2014 von der Architekten-Ikone<br />

Frank Gehry bauen ließ. Und zwar mitten im Pariser Bois<br />

de Boulogne, in dem sonst kein Quadratmeter bebaut werden darf. Das<br />

aufsehenerregende Museum Fondation Louis Vuitton lädt seither regelmäßig<br />

zu renommierten Ausstellungen und Mode-Events ein. Hin und<br />

wieder kümmert sich der Kulturliebhaber aber auch um Dinge, die nicht<br />

zu seinem Unternehmen gehören. So spendete Arnault für den Wiederaufbau<br />

der 2019 durch einen Brand zerstörten Pariser Kathedrale und<br />

Legende Notre-Dame 200 Millionen Euro.<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

31


Denkmal für<br />

Bernard Arnault<br />

k<br />

Frank Gehry vor einem seiner<br />

legendärsten von ihm entworfenen Gebäude:<br />

der Fondation Louis Vuitton in Paris<br />

Aktuell gehören zum größten Luxuskonzern der Welt nunmehr<br />

75 bekannte Marken, die auf der ganzen Welt erfolgreich vertrieben<br />

werden. Das Portfolio umfasst hochwertige Lederwaren (Louis Vuitton)<br />

und Mode (etwa Dior, Givenchy, Fendi, Céline, Berluti, Loewe, Loro<br />

Piana, Kenzo oder Marc Jacobs), Parfüms und Beauty (unter anderem<br />

Guerlain, Aqua di Parma, Make Up For Ever), ebenso Uhren und<br />

Schmuck (etwa Tiffany & Co, Bulgari, Maison Chaumet, Tag Heuer,<br />

Hublot, Zenith) sowie erstklassige Weine und Spirituosen (darunter<br />

Moët & Chandon, Ruinart, Dom Perignon, Veuve Clicquot, Krug,<br />

Château d‘Yquem und Domaine Chandon).<br />

Kein Wunder, dass es dadurch relativ einfach zu Kooperationen<br />

kommen kann, wie zum Beispiel im Juli diesen Jahres bekannt gegeben<br />

wurde: „Fendi kollaboriert erneut mit der legendären Luxusgepäckmarke<br />

Rimowa und lanciert zwei einzigartige Koffer. Langjährige Handwerkskunst<br />

und industrielles Know-how von Rimowa werden mit<br />

hoch wertigen, luxuriösen Fendi-Details kombiniert.“<br />

Außerdem engagiert sich das Unternehmen in verschiedenen<br />

Medien, unter anderem den Zeitungen „Les Echos“ und „Les Parisien“,<br />

den Magazinen „Investir“ und „Paris Match“ sowie dem Radiosender<br />

„Radio Classique“, und im Einzelhandel. Diesen Juni wurde zum Beispiel<br />

h<br />

Die „Glaswolke“ im Bois de Boulogne in Paris: So nennt Architekt<br />

Frank Gehry seinen Entwurf der Fondation Louis Vuitton<br />

das Pariser Traditionskaufhaus „La Samaritaine“ wiedereröffnet. Es war<br />

zwanzig Jahre zuvor erworben und nach 16 Jahren toprenoviert worden,<br />

denn es gab immer wieder endlose Streits wegen der Bauarbeiten. Das<br />

benachbarte Art-dèco-Gebäude, welches früher einen Teil des Kaufhauses<br />

bildete, ist jetzt ein Luxushotel der Cheval-Blanc-Kette. Als quasi<br />

drittes Bauwerk ließ Arnault den bekannten Architekten Kazuyo Sejima<br />

einen von Glas beherrschten Neubau errichten.<br />

Neben bekannten Modemarken, darunter auch Petar Petrov aus<br />

Wien, beherbergen die drei Gebäude auch Restaurants, Büros und noch<br />

viel wichtiger, um Touristen anzulocken, das größte noch existierende,<br />

monumentale Jugendstilgemälde der Welt. Das jetzt historische Wandbilddenkmal<br />

mit Pfauen wurde von Francis Jourdain, dem Sohn des<br />

„La Samaritaine“-Architekten Frantz Jourdain gemalt.<br />

Und wer kam zur Eröffnung? Emmanuel Macron samt Gattin<br />

Brigitte. Beim Rundgang traf der Präsident dabei auf eine seiner<br />

Nichten, die im legendären Konsumtempel arbeitet. Davon wusste<br />

Macron bis zu diesem Zeitpunkt allerdings nichts, wie Arnault der<br />

Presse danach lächelnd erzählte. Am nächsten Tag kamen allerdings<br />

Aktivisten einer bekannten Organisation für soziale Gerechtigkeit in<br />

die Rue du Pont Neuf, entfalteten ein riesiges Banner über den Hauptsitz<br />

von LVMH und sprühten schwarze Farbe auf die Fenster des gegenüberliegenden<br />

Kaufhauses. Attac wollte solcherart „gegen die schamlose<br />

Bereicherung der Milliardäre während der Pandemie“ protestieren.<br />

Eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger hat Arnault noch nicht<br />

bestimmt. Allerdings hat er seine fünf Kinder aus zwei Ehen beruflich<br />

und 2017 auch finanziell in sein Unternehmen eingebunden. Jedes<br />

erhielt, sozusagen als Weihnachtsgeschenk, Anteile am LVMH-Konzern<br />

und dem Modehaus Christian Dior im Wert von je 73 Millionen Euro,<br />

insgesamt also 365 Millionen Euro.<br />

Vier seiner Kinder sind bereits fest in den Luxusbetrieb eingestiegen.<br />

Antoine und Delphine Arnault, Sohn und Tochter aus erster Ehe mit<br />

Anne Dewavrin, sind beide Mitglieder des LVMH-Vorstands und er hielten<br />

jeweils 189.000 Anteile, was genau einem Fünftel entspricht.<br />

Delphine Arnault agiert als Direktorin und stellvertretende Vorsitzende<br />

von Louis Vuitton, während ihr Bruder Geschäftsführer der französischen<br />

Luxus-Männermodemarke Berluti und Vorsitzender des italienischen<br />

Premium-Labels Loro Piana ist.<br />

Delphine Arnault brachte 2014 auch einen Louis-Vuitton-Award in<br />

die Modewelt ein und leitet ihn seither auch. Die Gewinnerin oder der<br />

Gewinner bekommt 300.000 Euro und jede Menge weitere Unterstützungen.<br />

Damit wurde der „LVMH Prize“ zur wichtigsten und einflussreichsten<br />

Auszeichnung der Branche. Schon wenn man von einer<br />

hochkarätigen Jury zu den Finalisten gewählt wird, profitiert man davon<br />

enorm. Nicht zuletzt ein gewisser Virgil Abloh, der den Preis 2015 dann<br />

auch erhielt. Seit 2018 ist der US-Amerikaner der Chefdesigner der<br />

Herrenmodelinie von Louis Vuitton.<br />

Von Arnaults Söhnen aus zweiter Ehe mit der Pianistin Hélène<br />

Mercier <strong>–</strong> auch Bernard spielt gerne und gut Klavier <strong>–</strong> ist der älteste,<br />

Alexandre, im Jahr 2016 nach der Übernahme des deutschen Reisegepäckherstellers<br />

Rimowa mit nur 24 Jahren Geschäftsführer der Marke<br />

geworden. Im Jänner <strong>2021</strong> ernannte ihn der Vater auch bei Tiffany & Co<br />

zum Vizechef. Sein jüngerer Bruder Frédéric verbrachte während des<br />

Studiums ein Sabbatical bei Tag Heuer, ehe er 2020 <strong>–</strong> ebenfalls erst<br />

24-jährig <strong>–</strong> zum CEO aufstieg. Der jüngste Sohn Jean, geboren 1998,<br />

Fotos: © Louis Vuitton, © Todd Eberle<br />

32


FASHION | PORTRAIT<br />

Anteile für<br />

den Nachwuchs<br />

studiert noch, hat aber bereits ein Praktikum in der Louis-Vuitton-Boutique auf den<br />

Champs-Elysées absolviert.<br />

Preise und Auszeichnungen hat Bernard Arnault schon einige eingeheimst.<br />

So wurde er 2007 etwa zum Kommandeur ernannt, 2011 zum Großritter der<br />

französischen Ehrenlegion. Weiters bekam er den nationalen Verdienstorden Frankreichs<br />

verliehen. Zuletzt, im Jänner 2020, nur eine Woche, nachdem die Marktkapitalisierung<br />

von LVMH 250 Milliarden Euro erreichte <strong>–</strong> ein Rekord an der Pariser<br />

Börse <strong>–</strong>, wählte ihn der französische Wirtschaftsnachrichtensender BFM Business<br />

zum „Manager des Jahrzehnts“.<br />

Als BFM Business damals feststellte, dass LVMH in den vergangenen zehn Jahren<br />

den Umsatz verdreifacht und den Gewinn vervierfacht hatte, bestand Arnault darauf,<br />

dass Gewinn zu machen, keines seiner Ziele sei. LVMHs globales Netzwerk von<br />

Delphine Arnault (Zweite von links) mit prominenten Werbegesichtern,<br />

den Schauspielerinnen Léa Seydoux und Alicia Vikander (r.)<br />

Glückliches Ehepaar: das frühere Topmodel Natalia Vodianova und<br />

Antoine Arnault<br />

Bernard Arnault mit zwei seiner Kinder: Tochter Delphine und<br />

Sohn Alexandre<br />

Beruflich gerne gemeinsam: Natalia Vodianova, Chefdesigner<br />

Nicolas Ghesquière, Delphine und Antoine Arnault (v. l. n. r.)<br />

fast 5.000 Geschäften habe es ihm ermöglicht, den Schock der Pandemie besser zu<br />

absorbieren als kleinere Konkurrenten. Im Interview mit dem Radiosender formulierte<br />

Bernard Arnault es so: „Ich möchte nicht anmaßend wirken, aber es stimmt,<br />

dass eine Gruppe wie unsere gestärkt aus einer Krise hervorgeht, weil ihr wirtschaftliches<br />

Gewicht es ihr ermöglicht, diese schwierigen Momente besser zu überstehen.“<br />

Wunderbar seine Antwort auf die Frage, ob LVMH nach dem Kauf des US-Juweliers<br />

Tiffany & Co noch weitere Akquisitionen plane: „Ich bin von Natur aus ein Träumer.“<br />

Und der Träumer schlug in diesem Mai mit 75 Millionen Euro wieder zu und<br />

erwarb dabei ein Aktienpaket von 6,8 Prozent am italienischen Unternehmen Tod‘s,<br />

das im Besitz der Familie Della Valle steht. Somit verfügt Arnault bereits über zehn<br />

Prozent des Modekonzerns, zu dem auch die Brands Fay, Hogan und Roger Vivier<br />

gehören. Kurze Zeit später unterstützte LVMH als Minderheiteninvestor die<br />

gefeierte Modeschöpferin Phoebe Philo, die von 2008 bis 2017 Céline zur begehrten<br />

Kultmarke gemacht hatte, bei der Gründung ihres eigenen Unternehmens.<br />

Um sich bald darauf als Mehrheitseigentümer an der Eigenmarke des hausinternen<br />

Menswear-Kreativdirektors bei Louis Vuitton, Virgil Abloh, zu etablieren. Jetzt sind<br />

60 Prozent seines Labels Off-White im Besitz von LVMH, was einen weiteren Vorteil<br />

in sich birgt <strong>–</strong> ist doch die italienische Holding New Guards Group der Lizenznehmer<br />

von Off-White. Und es finden sich in der Holding doch noch weitere acht weltbekannte<br />

Modemarken als Tochtergesellschaften. Die Dachorganisation ist die Onlinehandelsplattform<br />

Farfetch, die die Gruppe 2019 um rund 700 Millionen Euro gekauft<br />

hatte, um ihr eigenes Business auszubauen. Das hat Bernard Arnault offenbar<br />

gefallen und jetzt hat er durch Off-White einen Fuß in der Tür. Virgil Abloh hingegen<br />

darf Chef der Männermodelinie von Louis Vuitton bleiben, soll aber auch weitere<br />

Marken lancieren und Partnerschaften über die gesamte Bandbreite der Aktivitäten<br />

des Luxuskonzerns über die Mode hinaus besiegeln.<br />

Das LVMH sich von Akquisitionen auch wieder trennt, kommt vor, allerdings<br />

eher selten. Dazu zählen die Namen Christian Lacroix, Donna Karan, Michael Kors<br />

und das mit Ali Hewson, Ehefrau des U2-Sängers Bono, gegründete ethische Modelabel<br />

Edun. Überraschend war in jüngster Vergangenheit, dass ausgerechnet das erst<br />

vor Kurzem gemeinsam ins Leben gerufene Fashion-Start-up Fenty mit Superstar<br />

Rihanna auf unbestimmte Zeit in eine Pause geschickt wurde. Der Betrieb des New<br />

Yorker Hemdenmachers Thomas Pink hingegen wurde eingestellt.<br />

Bereits 2019 hatte LVMH eine Plattform initiiert, die den Verbrauchern direkten<br />

Zugriff auf die Produkthistorie, den Eigentumsnachweis, die Garantie und die<br />

Wartungsaufzeichnungen von Marken gibt. Im April <strong>2021</strong> beschlossen auch zwei<br />

Konkurrenten, nämlich die Prada Group und die Compagnie Financière Richemont,<br />

sich dem Aura Blockchain Consortium anzuschließen. Damit sind bereits Bulgari,<br />

Cartier, Hublot, Louis Vuitton und Prada in die Plattform eingebunden. Auf diese<br />

Weise will man das Vertrauen der Kunden in die nachhaltigen Praktiken und die<br />

Produktbeschaffung der Marken erhöhen sowie ihrem Wunsch nach mehr Information<br />

über das, was sie kaufen, nachkommen.<br />

Dass Technologie immer wichtiger wird und auch und gerade in einen Luxuskonzern<br />

einbezogen werden muss, bewies LVMH durch eine weitere Initiative:<br />

Mitte Juni kündigte man eine fünfjährige strategische Partnerschaft mit Google<br />

Cloud an. Man wolle vor allem das digitale Kundenerlebnis durch Bereitstellung<br />

personalisierter Inhalte verbessern, damit auch der Online-Einkauf zum<br />

„einzigartigen und unvergesslichen Erlebnis“ werde.<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

33


MIT<br />

MARC JACOBS<br />

IN DEN<br />

MODEOLYMP<br />

Ein Buch über den ersten, unglaublich<br />

erfolgreichen Modedesigner des Hauses:<br />

Marc Jacobs für Louis Vuitton<br />

Fotos: © Louis Vuitton, © Todd Eberle<br />

34


FASHION | PORTRAIT<br />

Die letzte große Show von Marc-Jacobs-Nachfolger Nicolas Ghesquière vor<br />

der Pandemie 2020 mit einem Chor in historischen Kostümen<br />

x<br />

Die<br />

Verbindung<br />

von Kunst<br />

und Mode<br />

v<br />

„Speedy“ mit Graffiti-Monogramm von Stephen Sprouse (links)<br />

und „Multicolor Monogram Bag“ von Takashi Murakami (rechts)<br />

Brachte Künstler mit Louis Vuitton zusammen: Modeschöpfer<br />

Marc Jacobs (rechts) mit Takashi Murakami aus Japan (links)<br />

x<br />

Als sich im Konzern die Erkenntnis, dass man allein mit Koffern<br />

nicht mehr das ganz große Geschäft machen könne, durchzusetzen<br />

begann, mussten neue Konzepte her. So entschloss man sich 1997,<br />

unter der Marke Louis Vuitton auch Mode zu kreieren. Vermutlich<br />

nahm man sich das italienische Koffer-, Taschen- und Lederwarenunternehmen<br />

Prada, bei dem die Enkelin des Gründers, Miuccia<br />

Prada, 1988 ihre erste Modekollektion vorstellte, zum Vorbild.<br />

Also engagierte man den US-amerikanischen Designer Marc<br />

Jacobs (und fügte sein Label gleich einmal zum Konzern von LVMH<br />

dazu). Im März 1998 wurde die internationale Modemeute erstmals<br />

zu einer Prêt-à-porter-Schau von Louis Vuitton in Paris eingeladen.<br />

Seither findet sie <strong>–</strong> wie in der Branche bis zur Pandemie und danach<br />

wieder üblich <strong>–</strong> regelmäßig vier Mal im Jahr statt. Im Jänner gibt es<br />

die Herbstmode für Männer zu sehen, im März jene für Frauen. Im<br />

Juni ist wieder die Frühjahrsmode der Männer dran, im September<br />

die der Frauen. Wenn nicht physisch, dann eben digital.<br />

Marc Jacobs’ erste Kollektion war mutig, hauptsächlich in<br />

Schwarz, Weiß und Grau, aber noch nicht überzeugend. Das sollte<br />

sich jedoch bald ändern. Fulminante Visionen hatte der nunmehrige<br />

künstlerische Leiter des Hauses Louis Vuitton auch für die<br />

übrigen Produktsortiments, die er allerdings nicht ohne Weiteres<br />

umsetzen durfte. Er suchte sich grandiose Künstler aus, die Louis-<br />

Vuitton-Taschen mitgestalten sollten <strong>–</strong> was offenbar nicht sofort auf<br />

Gegenliebe im Konzern stieß. Bei einem Interview mit der Autorin<br />

echauffierte sich Marc Jacobs damals darüber, dass Manager sich<br />

in seine Pläne eingemischt und ihm davon abgeraten hätten, als er<br />

für die Entwürfe der Taschen der Frühjahr/Sommerkollektion 2001<br />

den Designer und Graffitikünstler Stephen Sprouse holen wollte.<br />

Dessen Idee: Anstelle des weltberühmten Monogramms wollte er<br />

den Namen Louis Vuitton ausschreiben und zwar in seiner prägnantkunstvollen<br />

Schrift. Marc Jacobs ließ Monsieur Arnault wissen:<br />

„Entweder wird Stephen Sprouse engagiert oder ich verlasse das Haus.“<br />

Daraufhin ließ Bernard Arnault ihn gewähren. Die Taschen mit Stephen<br />

Sprouses Graffiti-Schriftzug wurden zu Bestsellern und schlussendlich<br />

die Manager gefeuert. Gleichzeitig hatte sich Jacobs auch noch<br />

beschwert, dass er zu wenig bezahlt bekäme. Auch das änderte sich<br />

durch seinen Auftritt beim Chef, wie er erzählte. Bereuen musste<br />

Arnault seine Entscheidung nicht. Ganz im Gegenteil.<br />

Auf Sprouse, der 2004 mit 50 Jahren verstarb, ließ Marc Jacobs die<br />

Künstler Takashi Murakami, Richard Prince, Rei Kawakubo und Yayoi<br />

Kusama folgen. Die Umsätze des Hauses Louis Vuitton gingen rasant<br />

nach oben. Der Designer verwandelte das leicht verstaubte Koffer- und<br />

Taschenunternehmen in eine weltbekannte, begehrte Lifestyle-Marke<br />

mit Willhaben-Effekt. Doch auch die Künstler profitierten von den<br />

Kooperationen. Insbesondere Kusama. Seit ihre markanten Punkte<br />

2012 die berühmten Taschen überzogen, ist sie auch als Künstlerin<br />

weltweit populärer, gefragter und im Wert unglaublich gestiegen.<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

35


Model Edie Campbell mit Graffiti-Körperbemalung<br />

bei der Frühjahr/Sommer-Show 2014 <strong>–</strong> die letzte<br />

Kollektion von Marc Jacobs für das Haus Louis Vuitton<br />

Fotos: © Louis Vuitton, © Brigitte R. Winkler, © Karim Sadli<br />

36


FASHION | PORTRAIT<br />

Bereits 2005 wurde Jacobs der niederländische Designer Paul<br />

Helbers als Studiodirektor für die Herrenmode an die Seite gestellt.<br />

Und 2011 übernahm diese Rolle dann Kim Jones. Womit in dieser Sparte<br />

fast so etwas wie ein Bäumchen-wechsel-dich-Spiel begann. Nicht so in<br />

der Womenswear: Als Marc Jacobs im Jahr 2013 Louis Vuitton verließ,<br />

um sich intensiver seiner eigenen Marke zu widmen, wurde Nicolas<br />

Ghesquière sein Nachfolger <strong>–</strong> und ist es nach wie vor.<br />

In der Menswear-Abteilung hingegen wurde Kim Jones 2018 gegen<br />

den US-Amerikaner Virgil Abloh ausgetauscht. Nach dem Gewinn<br />

des „LVMH Prize“ hatte er zunächst das Streetwear-Label Off-White<br />

gegründet und war daneben ein langjähriger Geschäftspartner von<br />

Kanye West. Kein Wunder, dass <strong>–</strong> zumindest bis zur Scheidung <strong>–</strong> der<br />

Hip-Hop-Star und seine Ehefrau Kim Kardashian regelmäßig bei Ablohs<br />

Modeschauen in der ersten Reihe saßen. Dafür bekam der großartige<br />

Kim Jones als neuen Arbeitsplatz die Herrenlinie-Kreativdirektion bei<br />

Dior. Und vor nicht all zu langer Zeit auch bei der italienischen Marke<br />

Fendi, die noch immer unter dem Verlust von Karl Lagerfeld litt, der<br />

dem Haus 55 Jahre als Chefdesigner diente. Eine Treue, die heute nicht<br />

Star-Designer<br />

mehr möglich und offenbar gar nicht gewünscht ist.<br />

Schon unter Marc Jacobs zählten die Runway-Shows von Louis<br />

Vuitton bald zu den aufwendigsten Events während der Fashion Weeks.<br />

v<br />

Leitete die<br />

Herrenkollektionen<br />

für Louis Vuitton<br />

von 2011 bis 2018:<br />

Modeschöpfer<br />

Kim Jones<br />

k<br />

Begegnung bei der<br />

Premiere 2018: LV-<br />

Herrenmode-Designer<br />

Virgil Abloh und<br />

Brigitte R. Winkler<br />

Für die passende Präsentation seiner bald überzeugenden und damit<br />

auch überaus begehrten Kollektionen dachte sich Marc Jacobs tolle<br />

Inszenierungen aus.<br />

So wurde etwa für die Frühjahr/Sommerkollektion 2012 ein riesiges<br />

Karussell aufgebaut, auf dem Models posierten. Für die folgende Herbst/<br />

Winterkollektion fuhr eine klassische Dampflokomotive samt Wagon in<br />

eine eigens dafür angelegte Halle ein. Drinnen waren Sitzplätze für die<br />

Einkäuferinnen und Einkäufer sowie Medienleute wie in einem Theater<br />

angelegt worden. Dann entstiegen die Models dem Zug. Ihre Louis-<br />

Vuitton-Koffer und -Gepäcktaschen wurden ihnen vom „Bahnhofspersonal“,<br />

das ebenfalls in Louis Vuitton gekleidet war, abgenommen.<br />

Im Frühjahr darauf ließ Jacobs die Mannequins über vier nebeneinander<br />

aufgebaute Rolltreppen zunächst hinauf-, dann wieder herunterfahren.<br />

Nicolas Ghesquière begann <strong>–</strong> ähnlich wie einst Marc Jacobs <strong>–</strong> nach<br />

seiner Zeit bei Balenciaga seine Arbeit bei Louis Vuitton sehr zurückhaltend.<br />

Die Models erschienen in äußerst tragbaren, schlichten Modellen,<br />

allerdings in Minilänge. Er setzte auf schmale Hosen, geometrische<br />

Muster und sportliche Eleganz. Man könnte sagen, es war eine interessante,<br />

aber brave Kollektion. In der ersten Reihe saß dafür ein sehr<br />

spezieller Gast: Fürstin Charlène von Monaco.<br />

Großartig Ghesquières letzte Show vor Ausbruch der Pandemie<br />

Anfang März 2020: Er thematisierte darin für den Herbst auf spektakuläre<br />

Weise das Verhältnis von Mode und Zeit. Zu Beginn der Schau<br />

im Innenhof des Louvre war da am Ende des Laufstegs zunächst ein<br />

riesiger schwarzer Vorhang zu sehen. Als dieser langsam aufging,<br />

erblickte man 200 Personen, die mit leichtem Abstand nebeneinandersaßen.<br />

Der gemischte Chor <strong>–</strong> es wurde nicht nur ein Livekonzert<br />

geboten und das Orchester von einer Frau dirigiert, sondern<br />

auch gesungen <strong>–</strong> war in unterschiedlichste historische Kostüme aus<br />

350 Jahren eingekleidet. Entworfen hatte sie Stanley Kubricks Kostümdesignerin<br />

Milena Canonero, die etwa an der Filmausstattung von<br />

„A Clockwork Orange“ mitgearbeitet hatte. Dazu kam Musik im Zeiten-<br />

Mix von Woodkid und Bryce Dessner mit dem Titel „Three Hundred<br />

and Twenty “, die sich teils auf die Komposition von Nicolas de Grigny,<br />

einem Zeitgenossen von Johann Sebastian Bach, bezog.<br />

Auf dem Laufsteg sah man dann die Mode von heute, ja von morgen.<br />

Doch nicht ohne den Blick auf die Vergangenheit: Da trafen mit Juwelen<br />

besetzte Boleros auf Fallschirmhosen, gutbürgerliche Schneiderkunst<br />

auf Sporttrikots. Unter Nadelstreifenanzügen und Motherboard-<br />

Tanktops trug ein Model Rüschenpetticoats, ein anderes kunstvoll<br />

geraffte und gekräuselte Boxenstopp-Overalls. Der musikalische und<br />

optische Zusammenprall von Jahrhunderten und Stilen war so konfrontativ,<br />

mitreißend, ja regelrecht erschütternd und zugleich kathartisch.<br />

h<br />

Seit 2014 der Nachfolger von Marc Jacobs bei<br />

der LV-Frauenmodelinie: Nicolas Ghesquière<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

37


Männermodekollektion<br />

Herbst/Winter <strong>2021</strong>/22:<br />

Virgil Abloh konnte sie<br />

wegen der Pandemie nur<br />

digital zeigen<br />

Schwarz-Weiß Farbe,<br />

oder<br />

das ist die Frage<br />

Dazu meinte Nicolas Ghesquière: „Fragen Sie nicht, wessen Schuld<br />

es ist, dass wir dort sind, wo wir sind. Fragen Sie stattdessen, wohin<br />

wir als Nächstes gehen.“ Und: „Das Thema meiner Show ist die Zeit<br />

an sich. Vor allem die Frage, was wäre, wenn uns die Vergangenheit<br />

sehen könnte. Was wäre, wenn wir im gegenwärtigen Moment die<br />

Geschichte mit zeitgenössischen Freiheiten konfrontieren könnten,<br />

die für das reine Vergnügen der Mode inszeniert werden?“ Und weiter:<br />

„Als Modeschöpfer habe ich immer versucht, Silhouetten, Techniken,<br />

Erinnerungen und Eindrücke von der Vergangenheit mit den aktuellsten<br />

Technologien zu verheiraten, um Mode für das Heute zu kreieren,<br />

welche die Zukunft anspricht.“<br />

Für seine Herbst/Winterkollektion <strong>2021</strong>/22 ging der Modeschöpfer<br />

eine Kooperation mit der Interior-Designmarke Fornasetti ein. Deren<br />

berühmte Muster in Schwarz-Weiß fanden sich auf Jacken, Kleidern,<br />

Mänteln und Taschen <strong>–</strong> und dabei spielte er mit Silhouetten und<br />

Volumen. Es gab ausufernde Daunenjacken, breitschultrige Blazermäntel,<br />

Egg-Shape-Capes und kastige Kleider. Man könnte sie<br />

insgesamt auch gut mit der Beschreibung „antike Rüstungen in<br />

modernem Gewand“ charakterisieren.<br />

Und die Herrenmode? Während Paul Helbers noch nicht so markant<br />

in die Gestaltung der Menswear für Louis Vuitton eingriff, wurde das<br />

unter Kim Jones schon gewaltig anders. Lange bevor der noch junge<br />

Begriff „Athleisure“ zum Trendwort in der Mode wurde, setzte er genau<br />

auf diese nun populäre Kombination von athletischen, sprich sportlichen<br />

Details und Freizeitkleidung, also „Leisure wear“. Kim Jones war auch<br />

der Erste, der den Skater-Giganten Supreme zu einer Zusammenarbeit<br />

ins Traditionshaus holte. Zigfach prangte der Begriff (und Markenname)<br />

„Supreme“ auf Taschen, Jacken und Oberteilen. Bald darauf gab es fast<br />

kein bekanntes Modelabel, dass nicht mit Supreme gemeinsame Sache<br />

machte. Was Kim Jones kurz danach den Spitznamen „Messias der<br />

Männermode“ bescherte. Wie bereits erwähnt, bringt er sein geniales<br />

Können seit 2018 bei Dior und nun auch bei Fendi ein.<br />

Überraschend großartig zeigte sich dann gleich einmal die erste<br />

Herrenmode-Show von Virgil Abloh. Allein die Gestaltung des<br />

„Laufstegs“ war überwältigend und er damit 2018 seiner Zeit voraus:<br />

Ein unendlich langer Weg im Park des Palais Royal in Paris war<br />

abschnittsweise in alle Farben des Regenbogens getunkt worden. Alles!<br />

Der Boden, die Wiese, die Bänke und die T-Shirts, die auf jedem Sitz<br />

eingerollt in durchsichtigen Plastikbehältern lagen. Dazu bekam jeder<br />

eine Weltkarte, auf der alle Orte eingezeichnet waren, aus denen die<br />

Models und ihre Eltern stammten.<br />

Abloh startete seine Kollektion zunächst ganz in Weiß, ehe sie<br />

in Farben und interessante Drucke überging. Sie bot weite Hosen zu<br />

schmalen Blazern und kastige Hemden zu engen Westen, Elegantes<br />

mischte sich mit Arbeitskleidung, Extravagantes mit Alltäglichem.<br />

Wunderbar seine Botschaften: Es ist egal, woher du kommst, welchem<br />

Geschlecht du angehören möchtest, was immer du anziehst, es ist alles<br />

okay. Du bist okay, so wie du bist und so wie du angezogen bist.<br />

Bedingt durch die Pandemie, die es unmöglich machte, Publikum zu<br />

den Shows einzuladen, mussten sich die Modeschaffenden einen Ersatz<br />

für die Laufstegschauen ausdenken. So stellte Abloh seine Herbst/<br />

Winterkollektion <strong>2021</strong>/22 mit Hilfe eines Kurzfilms im Internet vor.<br />

Hauptakteure neben den Models: die Hip-Hop-Künstler Yasiin Bey, einst<br />

Mos Def, und Saul Williams. Beide tauchten in der Kulisse, die einem<br />

Flughafen ähnelte, immer wieder auf und unterbrachen die Models bei<br />

ihrer Präsentation. Weil manche Models auch saßen, standen oder gar so<br />

taten, als schliefen sie, konnte man die Details richtig bewundern:<br />

Oversize-Brillen, riesige Gürtelschnallen, Bandanas unter hohen Hüten<br />

und ausgefallenen Statement-Schmuck. Dazu prägnant geschnittene<br />

Mäntel und Anzüge, dann wieder sehr Verspieltes <strong>–</strong> ein Mantel hatte<br />

kleine Flugzeuge statt Knöpfen und manche Mäntel waren so lang, dass<br />

sie wie eine Schleppe am Boden schleiften. Auffallend war auch eine<br />

neue Art von Aktenkoffer, genannt „Président“, den man wegen seines<br />

hohen Wertes mit einer massiven Panzerkette am Arm anhängen kann.<br />

Dass sich der Entschluss, ein Modelabel zu gründen, lohnte, geht<br />

aus den Umsatzzahlen von LVMH klar hervor. Ist doch Louis Vuitton im<br />

Bereich Lederwaren und Mode der Hauptumsatzträger der Gruppe. Um<br />

diesen Bereich weltweit bewerben zu können, wurden immer wieder<br />

die Prominentesten ihrer Zeit gebucht. Als Werbegesichter fungierten<br />

zunächst Gisele Bündchen, Jennifer Lopez und Naomi Campbell. Später<br />

gesellten sich Vielreisende wie Tennisstar Steffi Graf mit Ehemann<br />

Andre Agassi oder Catherine Deneuve, aber auch Politiker wie Michail<br />

Gorbatschow oder Popstars wie Keith Richards von den Rolling Stones<br />

und Madonna dazu. Auch Sean Connery, Mikhail Baryshnikov, Bono<br />

mit Ehefrau Ali Hewson, die Fußballer Zinédine Zidan, Pelé und Diego<br />

Die Cruise-Kollektion 2022:<br />

Auch Nicolas Ghesquière musste sie im<br />

Juni <strong>2021</strong> rein digital präsentieren<br />

Fotos: © Louis Vuitton<br />

38


FASHION | PORTRAIT<br />

k<br />

Lässig mit<br />

Sean Connery 2008<br />

Naomi Campbell 2010 präsentiert den<br />

„FIFA Trophy Case“<br />

x<br />

Catherine Deneuve mit<br />

„Twist Epi Denim Bag“<br />

x<br />

Angelina Jolie trägt<br />

eine „Alto Bag“ 2011<br />

x<br />

k<br />

Steffi Graf<br />

und Andre<br />

Agassi in<br />

inniger<br />

Umarmung 2007<br />

Werbe-Topstars<br />

Maradona sowie Angelina Jolie traten für Louis Vuitton vor die Kamera<br />

von Starfotografen wie Annie Leibovitz und Steven Meisel.<br />

Eine groß angelegte Werbekampagne etwa zeigte ab 2005 die<br />

Schauspielerin Uma Thurman, deren Gesicht unter anderem weltweit<br />

in überdimensionaler Größe von ausgewählten Häuserfassaden über<br />

Louis-Vuitton-Boutiquen prangte. Star einer der jüngsten Promotions<br />

für die „Capucines“-Handtasche ist Léa Seydoux, die in den Fotos von<br />

Steven Meisel sehr an Marilyn Monroe erinnert. Davor hatte sie unter<br />

anderem Werbung für Parfüms des Hauses gemacht.<br />

Ein wichtiges Kapitel in der Geschichte des Luxuskonzerns war und<br />

ist das Problem, dass seine Produkte kopiert werden. Unter den weltweit<br />

gefälschten Markennamen nimmt Louis Vuitton den Spitzenplatz<br />

ein. Dafür beschäftigt das Unternehmen eine eigene Abteilung,<br />

welche rund um den Globus die Produktionsstätten von Fälscherware<br />

aufspürt und mit rechtlichen Mitteln zu bekämpfen versucht.<br />

Im Jahr 2008 strengte man beispielsweise <strong>–</strong> laut Wikipedia <strong>–</strong> international<br />

13.000 Verfahren gegen Produktfälscher an und veranlasste über<br />

6.000 Durchsuchungen von Geschäftsräumen. Die Marke geht dabei<br />

gegen jegliche nachgewiesenen oder vermuteten Verkaufsmöglichkeiten<br />

von Produktfälschungen wie eBay, aber auch gegen andere Betreiber<br />

von Onlineshops, gegen Schwarzmarktverkäufer oder gegen Endverbraucher,<br />

die gefälschte Ware erwerben, vor.<br />

So forderten Anwälte des Unternehmens 2009 von einem Secondhandladen<br />

des Deutschen Roten Kreuzes in Marburg eine Strafzahlung<br />

von 2.600 Euro wegen des Verkaufs einer gefälschten Louis-Vuitton-<br />

Tasche. Sie war dem Geschäft gespendet worden. Etwas früher, im Jahr<br />

2007, kam es zum Rechtsstreit zwischen Sony BMG und Louis Vuitton.<br />

Grund war ein Musikvideo von Britney Spears, in dem sie mit dem<br />

Finger auf eine Autoablage klopft, die mit einem gefälschten „Cherry<br />

Blossom“-Muster bezogen ist. Louis Vuitton erwirkte die Absetzung des<br />

Videos auf MTV und jegliche weitere Vermarktung des Videos. Sony<br />

BMG, die Tochterfirma Zomba und der Sender MTV mussten an Louis<br />

Vuitton 80.000 Euro Entschädigung zahlen. Außerdem wurde ihnen<br />

h<br />

Jennifer Lopez mit Murakami-Taschen 2003<br />

auferlegt, dass sie das Video nicht verbreiten und auch nicht damit<br />

handeln durften, vor allem nicht über das Internet.<br />

Die dänische Künstlerin Nadia Plesner bildete auf ihrem politischen<br />

Gemälde „Darfurnica“ eine Tragtasche des nach EG-Geschmacksmusterverordnung<br />

geschützten „Multicolore Canvas“-Designs ab. Ihr Werk<br />

ist eine Adaption von Pablo Picassos „Guernica“, mit der die Künstlerin<br />

darauf hinweisen will, dass die mediale Aufmerksamkeit zu sehr auf<br />

Luxus und Celebritys und zu wenig auf Hunger und Armut in Krisengebieten<br />

wie der sudanesischen Provinz Darfur liegt.<br />

Ein Element von „Darfurnica“ ist das schon zuvor unter dem Titel<br />

„Simply Living“ erstellte Bild mit einem abgemagerten sudanesischen<br />

Jungen mit dem Chihuahua von Paris Hilton auf dem Arm und einer<br />

dem Louis-Vuitton-Modell stark ähnelnden Tasche um das Handgelenk.<br />

Dieses Motiv wurde als Poster und T-Shirt verkauft, wobei der Erlös<br />

an eine karitative Organisation mit Engagement in Darfur ging.<br />

Dafür wurde es als Blickfang verwendet.<br />

Das Luxuslabel klagte und berief sich auf sein Eigentumsrecht nach<br />

Artikel 1 des Zusatzprotokolls zur Europäischen Menschenrechtskonvention.<br />

Das Bezirksgericht Den Haag entschied anderweitig, hob damit<br />

die einstweilige Verfügung auf und gab der Kunst- und Meinungsfreiheit<br />

nach Artikel 10 der EMRK den Vorrang. Solange nicht der Ruf<br />

bewusst zu kommerziellen Zwecken ausgenutzt und das Unternehmen<br />

in einen falschen Kontext gesetzt werde, sei eine solche Darstellung<br />

zulässig, lautete das Urteil. Vor allem weltweit bekannte Firmen<br />

müssten mit einer kritischen Verwendung ihrer Produkte rechnen.<br />

Louis Vuitton geht aber auch regelmäßig gegen branchenfremde<br />

Dinge vor, wenn diese Ähnlichkeiten mit den Kreationen oder dem<br />

Namen der Marke haben. So wurde zum Beispiel ein südkoreanischer<br />

Imbissbetreiber auf insgesamt 11.000 Euro Schadenersatz verklagt, denn<br />

er hatte seinen Hähnchengrill in Seoul „Louisvui Ton Dak“ genannt .<br />

Eine Anspielung auf „tonqdak“, den koreanischen Begriff<br />

für „ganzes Hähnchen“. Und in Österreich ging Louis Vuitton 2018<br />

anwaltlich gegen mehrere Konditoren und private Tortenbäcker vor,<br />

die ohne vorherige Erlaubnis des französischen Luxusgiganten Kuchen<br />

mit LV-Markenzeichen, so genannte „Taschentorten”, produziert und<br />

Fotos davon im Internet veröffentlicht hatten.<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

39


„Stellar Times“-Kollektion 2020:<br />

Hier entsteht eine exklusive Schmuckkreation<br />

x<br />

Die kostbare Weißgolduhr „Damier Absolu Rivière“<br />

strahlt mit einer diamantbesetzten Lünette<br />

k<br />

k<br />

Das LV-Maskottchen<br />

„Vivienne“ 2020 als<br />

Schmuckstück: Sie ist<br />

seit 4. August zum<br />

200-jährigen Jubiläum im<br />

Internet zu verfolgen<br />

h<br />

Armreife aus der<br />

„B Blossom“-Kollektion<br />

v<br />

Die exklusive Roségolduhr<br />

„Tambour Monogram<br />

Forever“<br />

vv<br />

Purer Luxus: die High-<br />

End-Schmuckkollektion<br />

„Pure V“ <strong>2021</strong><br />

SCHMUCK<br />

UND DUFT<br />

Und wieder war es Marc Jacobs, der dem Konzern mit einer<br />

kreativen Idee zu noch mehr Geld verhalf. Waren es früher in erster<br />

Linie Taschen, Schuhe und Parfüms, mit denen Modefirmen das meiste<br />

Geld verdienten, so kamen vor ein paar Jahren zwei wesentliche Dinge<br />

hinzu: Schmuck und Uhren.<br />

Mit dem Charms-Armband hatte Marc Jacobs die hochpreisige<br />

Schmucksparte von Louis Vuitton 2001 ins Leben gerufen. Und diese<br />

Charms-Armbänder sowie die dazugehörigen Anhänger, die je nach<br />

Ausführung bis zu 50.000 Euro kosten können, sind weiterhin im<br />

Sortiment. Im Jahr 2009 stieg Louis Vuitton in die Haute-Joaillerie-<br />

Branche mit kostbarem Schmuck aus Perlen, Edelmetallen und -steinen<br />

ein. Mitte 2012 wurde auf der eleganten Place Vendôme in Paris, an<br />

der viele namhafte Nobeljuweliere und Uhrenmarken <strong>–</strong> wie Cartier,<br />

Bulgari (das Haus gehört inzwischen ja ohnedies auch zu LVMH), Van<br />

Cleef & Arpels, Mikimoto, die Schmuckboutiquen von Chanel und<br />

Dior sowie Patek Philippe, Piaget, Breguet SA oder Rolex <strong>–</strong> ansässig<br />

sind, ein edles Juwelen- und Schmuckgeschäft eröffnet. Hier werden<br />

zudem Armbanduhren für Damen und Herren angeboten <strong>–</strong> abgesehen<br />

von Foulards, Schals, Handschuhen, Gürteln, Sonnenbrillen, Kopfbedeckungen,<br />

Krawatten, Manschettenknöpfen, Modeschmuck, Schlüsselanhängern,<br />

Billardtisch und Tischfußball, Kopfhörern etc.<br />

Wer die Monogramm-Blume liebt, wird an der „B Blossom“-Linie<br />

Gefallen finden. Eine Neuinterpretation erweitert das Angebot: In<br />

einem kreativen Medley aus bunten Steinen wie grünem Malachit, rosa<br />

Opal, schwarzem Onyx und weißen Achatsteinen umfasst die neue<br />

Kollektion 13 neue Teile, darunter Armbänder, Ohrringe und Anhänger<br />

aus poliertem Gelb- und Roségold. Die charakteristischen Monogramm-<br />

Blüten <strong>–</strong> das Wappen des Hauses <strong>–</strong> finden sich auch in einzigartigen<br />

Versionen von Sammelarmbändern wieder, während leichte Kettenanhänger<br />

zum Layering anregen. Gefasste Diamanten verleihen den<br />

Preziosen eine n strahlenden Feinschliff.<br />

Etwas später, nämlich 2011, kündigte das Unternehmen seine<br />

Rückkehr in den Parfümbereich an. Denn Louis Vuitton hatte doch<br />

schon von den 1920er-Jahren bis 1946 bereits Duftwässer erzeugt.<br />

Die vier Düfte hießen „Heures d‘Absence“, „Je, Tu, Il“, „Reminiscences“<br />

und „Eau de Voyage“.<br />

Die Wiedereinführung von Parfüms war für Ende 2013 geplant,<br />

wurde jedoch erst im September 2016 vollzogen. Jacques Cavallier-<br />

Belletrud aus Grasse entwickelte im Auftrag von Louis Vuitton mehrere<br />

Damendüfte, von denen zuletzt sieben für eine Parfümserie der<br />

gehobenen Preisklasse ausgewählt wurden. Wobei der Spitzen-<br />

Parfümeur für „Les Parfums Louis Vuitton“ innerhalb von vier Jahren<br />

exklusive, neuartige Inhaltsstoffe entwickelt hatte. Darunter befand sich<br />

natürlich eine Infusion aus Louis-Vuitton-Leder. Eine innovative Extraktionsmethode<br />

auf Alkoholbasis, die auf das <strong>–</strong> auch nach einer eigenen<br />

Methode <strong>–</strong> in Asnières gegerbte helle Leder angewandt wurde.<br />

Dafür wurde dem Duftspezialisten Cavallier-Belletrud in Grasse ein<br />

eigenes Forschungszentrum namens Les Fontaines Parfumées in einem<br />

Gebäude aus dem 17. Jahrhundert errichtet. Wo unter anderem auch der<br />

kostbare Jasmin aus Grasse mit flüssigem Kohlendioxid gewaschen wird:<br />

Durch diese Methode kommt der einzigartige Jasminduft so deutlich<br />

wie sonst nie zum Tragen.<br />

Fotos: © Louis Vuitton<br />

40


FASHION | PORTRAIT<br />

k<br />

Gruppenbild der ersten Serie von<br />

Louis Vuittons Parfüm-Comeback:<br />

Die Düfte sind „haut de gamme“,<br />

also Spitzenprodukte, der<br />

Designer Marc Newson kreierte<br />

die klaren Trademark-Flakons<br />

Wahre<br />

Geschichten<br />

auf der Haut<br />

erzählen<br />

k<br />

Seit 2012 für Louis Vuitton<br />

am innovativen Duftwerk:<br />

Jacques Cavallier-Belletrud<br />

Mitte 2018 wurde eine ebenso von Cavallier-Belletrud konzipierte<br />

fünfteilige Louis-Vuitton-Duftlinie für Herren auf den Markt gebracht,<br />

die auch diesmal in Flakons, die der Designer Marc Newson entworfen<br />

hat, abgefüllt wurde. Die Flakons sind schlicht und ohne verspielte<br />

Details, außerdem sogar nachfüllbar. Lediglich die Farben der Fläschchen<br />

variieren je nach Parfüm und Duftnoten.<br />

So hat beispielsweise der Flakon von „On the Beach“ (mit Yuzu,<br />

Thymian, Nelken und Rosmarin) einen rotorangen Farbton, während<br />

bei „Afternoon Swim“ (mit Orange, Mandarine, Bergamotte und Ingwer)<br />

das Blau stark an den Ozean erinnert. Der gelbe Flakon von „Sun Song“<br />

(ein Mix aus Orangenblüte, Moschus und Zitrus) ist den Sonnenstrahlen<br />

nachempfunden und der tiefgrüne „Cactus Garden“ (mit Mate-Blättern,<br />

Zitronengras und Bergamotte) bezieht sich auf Wälder und Wiesen.<br />

Verkauft werden die Düfte exklusiv in Louis-Vuitton-Boutiquen, sonst<br />

sollten sie eigentlich nirgends erhältlich sein.<br />

Wie Grasse zur Welthauptstadt des Parfüms aufstieg, kommt Louis<br />

Vuitton dabei sehr zugute. Im 15. und 16. Jahrhundert gab es dort wegen<br />

des Wasserreichtums viele Gerber. Daher wurde Grasse zunächst zur<br />

Welthauptstadt der Handschuhmacher. Durch Katharina von Medici<br />

wurde es üblich, Handschuhe zu parfümieren. Und so begann man in<br />

dem provenzalischen Städtchen, nebenbei Düfte herzustellen. Jetzt<br />

pflegt Louis Vuitton hier die Verbindung von Leder und Parfüm auf eine<br />

etwas andere, direktere Weise.<br />

Und hier gelang auch Jacques Cavallier-Belletrud 2019 nach dreijähriger<br />

Versuchstätigkeit wieder eine Besonderheit. Es hatte ihn schon<br />

immer frustriert, dass Eau de Cologne und Parfüm so unterschiedliche<br />

Qualitäten haben. Er wollte die Leichtigkeit und Frische eines Colognes<br />

mit der Haltbarkeit des Parfüms verbinden. Seither gibt es drei Parfums<br />

de Cologne von erfrischender Spritzigkeit, die jedoch nicht so schnell<br />

verfliegt: „Sun Song“, „Cactus Garden“ und „Afternoon Swim“.<br />

Es glückte ihm aber noch etwas: Er schuf eine Neuauflage des ersten<br />

Duft des Hauses „Heures d‘Absence“. Und dann kamen noch „Imagination“<br />

und „On The Beach“ in die Läden <strong>–</strong> Unisex-Düfte, die einen „von<br />

warmen Sommertagen träumen lassen und mit dem man sich eine<br />

Weltreise auf die Haut sprühen kann“, so der Meister-Parfümeur.<br />

Wer dann auch noch im Meer tauchen will, kann das mit einer neuen<br />

Uhrenreihe von Louis Vuitton tun. Die „Tambour Street Diver“ ist eine<br />

Uhr zwischen Tauchgang und Streetwear, zwischen Sportlichkeit und<br />

Eleganz. Die vier verschiedenen Modelle haben jeweils ein Edelstahlgehäuse<br />

und sind allesamt bis auf 100 Meter wasserdicht. Mithilfe eines<br />

sogenannten „Quick-Change Strap-Systems“ können außerdem die<br />

Armbänder blitzschnell ausgetauscht werden. Wer ein Fan von Virgil<br />

Abloh ist, kommt um die „Tambour Damier Graphite Race“ nicht herum:<br />

Diese dynamische Uhr trägt seine Handschrift.<br />

Überlegt man sich jetzt, was aus dem monatelangen Fußweg des<br />

14-jährigen Louis Vuitton geworden ist, hier noch eine Schlussfolgerung.<br />

Sagen wir, etwas zum Nachdenken <strong>–</strong> speziell für Mütter und Väter:<br />

Ist es nicht immer noch vielen Eltern wichtig, dass ihre Kinder etwas<br />

lernen, was sie für vernünftig halten?<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

41


FASHION | PORTRAIT<br />

200 Jahre<br />

große Momente<br />

Zum 200. Geburtstag wurde man bei Louis Vuitton natürlich<br />

besonders kreativ. Exakt am 4. August <strong>2021</strong> launchte man die iOS- und<br />

Android-App „Louis The Game“. Lädt man das Spiel herunter, verrät<br />

es auf Englisch und Chinesisch alles Wissenswerte über den Ursprung<br />

des Modeimperiums und die großen Momente des Werdegangs von<br />

Louis Vuitton. Vorgespielt werden einem die Geschichten von Vivienne.<br />

Das unverkennbare Monogramm-Maskottchen ist auf der Suche nach<br />

200 Kerzen für den 200. Geburtstag und hat dabei 200 Erlebnisse, die<br />

sich jeweils auf die abenteuerreiche Erfolgsgeschichte des französischen<br />

Modehauses beziehen.<br />

Und nachdem Louis Vuitton sozusagen von Beginn an auch für<br />

innovative Schaufenstergestaltungen bekannt ist, sorgen seit dem<br />

4. August bis ins Jahr 2022 insgesamt 200 Künstlerinnen und Künstler<br />

der unterschiedlichsten Genres auch auf diesem Gebiet sicher für<br />

erhöhte Aufmerksamkeit bei Passanten.<br />

Unter den Gestaltern finden sich zum Beispiel etliche Maler,<br />

darunter ist auch einer aus Österreich vertreten, nämlich Johann Garber<br />

aus dem Art/Brut Center Gugging. Seine Arbeit wird im September<br />

in den Auslagen zu sehen sein. Doch mit dabei sind auch Tänzer,<br />

ein Astronaut, eine Food-Designerin, Handschuhmacher, Musiker,<br />

h<br />

„Louis The Game“: Mit Monogram-Maskottchen<br />

Vivienne von<br />

Abenteuer zu Abenteuer<br />

v<br />

In den Schaufenstern von Louis-<br />

Vuitton-Stores weltweit abwechselnd<br />

zu sehen sind die Arbeiten<br />

von 200 Künstlern<br />

Astrologen, Paralympic-Schwimmer, ein Countertenor, eine Dragqueen,<br />

Stylisten und mehr. Sie alle wurden eingeladen, ein dreidimensionales<br />

Objekt <strong>–</strong> quasi eine Nachbildung des ersten Koffers mit flachem Deckel<br />

von 1850 in der Größe 50 x 50 x 100 cm <strong>–</strong> zu kreieren. So hat Johann<br />

Garber es mit seinen Kunstwerken beklebt, Architekt Peter Marino hat<br />

daraus eine Tasche gefertigt usw. Daneben wurde ein Dokumentarfilm<br />

mit dem Titel „Looking for Louis“, der die Abenteuer des jungen<br />

Entrepreneurs nachzeichnet, gedreht, der ab Dezember auf Apple TV<br />

ausgestrahlt wird. Weiters gibt es ein großformatiges Triptychon des<br />

amerikanischen Künstlers Alex Katz, das irgendwann im Herbst enthüllt<br />

wird. Und eine „Cuvée Spéciale“-Edition der LVMH-eigenen Champagnermarke<br />

Veuve Clicquot, die ebenfalls irgendwann …<br />

Und <strong>–</strong> womit wir wieder beim Schmuck wären <strong>–</strong> mit „Bravery“,<br />

be stehend aus 90 Stücken, kommt die bisher größte Juwelenkollektion<br />

der Marke auf den Markt. Entworfen hat sie Francesca Amfitheatrof, die<br />

künstlerische Leiterin der Uhren- und Schmuckabteilung. Inspirieren<br />

ließ sie sich dafür vom aufregenden Leben des Gründers. Und Nicolas<br />

Ghesquière engagierte dafür die Schauspielerin Alicia Vikander als<br />

Werbegesicht für Louis Vuitton. p<br />

www.louisvuitton.com<br />

www.instagram.com/louisvuitton<br />

.<br />

h<br />

Ein Kunstwerk aus Österreich,<br />

gemalt von Johann Garber aus dem<br />

Art/Brut Center Gugging<br />

v<br />

Was immer den Künstlern<br />

einfällt: Es muss in die<br />

Form des ersten Koffers von<br />

Louis Vuitton gebracht werden<br />

Fotos: © Louis Vuitton<br />

42 AUTUMN <strong>2021</strong>


THE CONCEPT STUDIO<br />

FINE JEWELLERY <strong>–</strong> CONTEMPORARY ART <strong>–</strong> GOLD & GEMSTONES <strong>–</strong> BAR- & SILVERWARE<br />

LITERATURE <strong>–</strong> GIFTING <strong>–</strong> GAMES <strong>–</strong> ACCESSORIES <strong>–</strong> FINE SPIRITS.<br />

SELECT the concept studio | Seitzergasse 1-3 | 1010 Vienna<br />

Follow us on Instagram: www.instagram.com/select.xyz


EIN<br />

ELDORADO<br />

DER MODE<br />

Immer am Zeitgeist, jedoch mit der nötigen Kontinuität, die es<br />

braucht, um sich als Fashion-Hotspot zu etablieren: Amicis begeistert<br />

seit über 25 Jahren Stilbewusste in Wien und darüber hinaus<br />

h<br />

Einblicke in die Boutique Amicis Men,<br />

Tuchlauben 14, 1010 Wien<br />

v<br />

Exklusiv und stilvoll: Amicis Deuxieme<br />

im Goldenen Quartier, Tuchlaubenhof 10, 1010 Wien<br />

44


FASHION | SHOWROOM<br />

h<br />

Die edle und elegante Damenboutique,<br />

Tuchlauben 11, 1010 Wien<br />

v<br />

Anfang des Jahres 1995 öffnete Amicis, einer der exklusivsten<br />

Places-to-be in Sachen Mode in Wien, seine Pforten. Und<br />

seither setzt die edle Shopkette mit einem untrüglichen<br />

Gespür für Trends, luxuriösen Ambientes und einem exzellenten<br />

Service beständig Maß stäbe. Die mittlerweile vier Boutiquen <strong>–</strong> Women,<br />

Men und Deuxieme sowie ein Outlet <strong>–</strong> befinden sich allesamt in bester<br />

Lage in der Wiener City und jede für sich ist ein Paradies für anspruchsvolle<br />

Modefans.<br />

„Unsere Vision war und ist es, die beste Auswahl an High-End-<br />

Designern zu bieten“, erklärt Zoé Daie von Amicis und hat damit absolut<br />

recht. Denn das Markenportfolio umfasst das Who’s who der<br />

Fashionwelt von Alexander McQueen, Balenciaga und Dior über<br />

Dries Van Noten bis zu Marc Jacobs, Givenchy und Victoria Beckham.<br />

So vielfältig die Brands sind, so schnörkelfrei, fast schon clean präsentieren<br />

sich die Geschäfte selbst. Es dominieren gedeckte Farben wie<br />

Weiß, Schwarz oder Braun und geben durch diese Zurückhaltung der<br />

Mode den Raum, sich zu entfalten, zu wirken und in den Mittelpunkt zu<br />

treten. Auf diese Weise werden stilvolle Wohlfühloasen geschaffen, in<br />

denen man sich von aktuellen Trends inspirieren, aber auch von zeitlosen<br />

Klassikern neu in den Bann ziehen lassen kann. Ab Herbst gibt es<br />

hier zudem die Kollektionen von Petar Petrov und Marine Serre zu entdecken<br />

<strong>–</strong> wunderschöne Entwürfe, die man keinesfalls verpassen sollte.<br />

Redaktion: Christoph Kulmer, Fotos: Amicis<br />

Amicis verrät <strong>Aurum</strong> <strong>999</strong>,9 seine Favorites<br />

Unser absolutes Must-have sind die Taschen von Bottega Veneta. Die Qualität des Leders ist unglaublich<br />

und vor allem bei den „Intrecciato“-Modellen spürt man das italienische Kunsthandwerk in seiner Vollendung.<br />

Bei Schuhen sind es die Modelle von Amina Muaddi, die es uns angetan haben. Diese It-Pieces sind<br />

aktuell jedoch sehr schnell vergriffen. Um einen extravaganten Look zu perfektionieren, kommt man an<br />

den Kleidern von Zimmermann nicht vorbei <strong>–</strong> man kann sie zu jedem Event tragen und sie lassen sich easy<br />

kombinieren. Last but definitely not least würden wir für den Winter den Clean Chic von The Row,<br />

Khaite oder Totême wählen: zeitlose Basics in wunderschönen Farben für die kühlere Jahreszeit.<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

45


LUXURY PIECE | WOMEN<br />

Verpixelte<br />

Preziosen<br />

Es sind kostbare Kontraste, die sich bei dem prachtvollen Collier „Pixelage“ von Cartier, mehr als nur<br />

ergänzen. Das Design ruft den legendären Panther, dessen Fellzeichnung bereits seit 1914 als Inspiration<br />

für kreative Meisterwerke der Luxus-Maison dient, erneut ins Gedächtnis. Bei diesem Schmuckstück wird<br />

die dunkle Marmorierung der eleganten Raubkatze wie verpixelt in poliertem Onyx dargestellt und der<br />

Pelz in weißen, gelben und organgefarbenen Diamanten. Abgerundet wird die makellose Komposition<br />

durch drei goldbraune Topase in der Mitte, mit insgesamt 27,34 Karat. Diese formvollendete Schönheit ist<br />

nur eines von sieben faszinierenden Glanzstücken aus der neuen Kollektion „Sixième Sens Par Cartier“ <strong>–</strong><br />

eine Hommage an unsere Sinne und intuitive Wahrnehmung.<br />

Redaktion: Christoph Kulmer Fotos: Hersteller<br />

46<br />

AUTUMN <strong>2021</strong>


www.jomalone.eu


48<br />

Fotos: Shayne Laverdiére, Hersteller


ACCESSOIRES<br />

Goldene<br />

ZEITEN<br />

Eine exklusive Armbanduhr ist viel mehr als nur ein<br />

klassisches Accessoire, das man am Handgelenk trägt.<br />

Es ist ein Statement und Passion zugleich.<br />

Allen voran ist es eine tiefgehende Leidenschaft zu<br />

traditioneller Handwerkskunst, formvollendeten<br />

Designs, seltenen Juwelen und hochwertigen Edelmetallen.<br />

Die Königsklasse ist natürlich eine Golduhr in<br />

all ihren Facetten und Nuancen <strong>–</strong> vom schimmernden<br />

Gelbgold über verspieltes Roségold bis hin zum edlen<br />

Rotgold und neutralen Weißgold. Hier ist definitiv<br />

alles Gold, was glänzt, versprochen!<br />

Von Christoph Kulmer<br />

SWING O’CLOCK<br />

Julia Roberts strahlt mit diesem<br />

Klassiker um die Wette! Es ist eine<br />

Uhren-Ikone mit fünf beweglichen<br />

Diamanten zwischen zwei<br />

Saphirgläsern über dem Zifferblatt.<br />

Die verschiedenen Designs<br />

der Kollektion „Happy Sport“<br />

sind ein raffinierter Clou:<br />

Dieses Modell ist in glanzvollem<br />

Roségold gehalten und der<br />

Inbegriff von Weiblichkeit mit<br />

einem Hauch zeitloser Eleganz<br />

und sportivem Chic.<br />

Von Chopard, um 35.100 Euro<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

49


ACCESSOIRES<br />

Goldene<br />

ZEITEN<br />

Women<br />

ZEITREISE<br />

Das Design des kissenförmigen<br />

Gehäuses aus 18 Karat Rotgold<br />

geht auf die frühen 1920er-Jahre<br />

zurück. Dessen polierter Boden<br />

bietet viel Platz für persönliche<br />

Widmungen und Gravuren.<br />

Doch das Nonplusultra ist eine<br />

feine Guillochierung auf dem<br />

weißen Perlmuttzifferblatt.<br />

„Pavonina“ von Glashütte<br />

Original, um 23.300 Euro<br />

GOLDREGEN<br />

Diese außergewöhnliche Variante<br />

der „Reine de Naples“ von<br />

Breguet weiß mit insgesamt<br />

139 Diamanten an der Lünette,<br />

dem Höhenring sowie dem<br />

Bandanstoß zu überzeugen. Ein<br />

zusätzlicher Blickfang ist die<br />

Armbandkette aus 18-karätigem<br />

Gelbgold: Lange Glieder davon<br />

fallen lose über Zifferblatt und<br />

Handgelenk und erinnern an die<br />

Fransen der Charleston-Kleider<br />

aus den Goldenen Zwanziger<br />

Jahren. „Reine de Naples Mini<br />

Charleston“, von Breguet,<br />

um 64.700 Euro<br />

DIAMANTENFIEBER<br />

Ein Chronometer der Superlative:<br />

Das Meisterwerk aus 18 Karat<br />

Gelbgold bezaubert mit<br />

158 Diamenten am Gehäuse,<br />

weitere 44 Diamanten zieren die<br />

Lünette. Mit 596 Diamanten ist<br />

das Armband besetzt und ein Pavé<br />

aus 291 Diamanten bringt das<br />

Zifferblatt zum Funkeln.<br />

„Lady-Datejust“, von Rolex.<br />

Gesehen bei Juwelier Wagner,<br />

Preis auf Anfrage<br />

KUNST DER STUNDE<br />

Das brandneue Modell in Rotgold<br />

aus der „Villeret“-Kollektion überrascht<br />

unter anderem mit dem<br />

ovalen Datumfenster und rundlicheren<br />

Ziffern. Die sorgfältig<br />

abgestimmten Proportionen<br />

ergeben eine perfekte Harmonie<br />

der einzelnen Elemente. Durch<br />

den Saphirboden kann das<br />

Bienenwaben-Guillochis, ein<br />

traditionelles Dekormotiv, auf<br />

der Schwingmasse bewundert<br />

werden. „Villeret Date“ von<br />

Blancpain, um 30.140 Euro<br />

Fotos: Hersteller<br />

50 AUTUMN <strong>2021</strong>


Italian Masterpieces<br />

In The Mood sofa designed by Jean-Marie Massaud<br />

Pierre low table designed by Jean-Marie Massaud<br />

Marth rocking armchair designed by Roberto Lazzeroni<br />

Plot room divider designed by GamFratesi<br />

poltronafrau.com<br />

POLTRONA FRAU WIEN by Faulmann und Zeilinger GmbH<br />

Salztorgasse 6, 1010 Wien<br />

T. 01 890 69 64<br />

office@at.poltronafrau.com | poltronafrau.com


ACCESSOIRES<br />

Goldene<br />

ZEITEN<br />

Men<br />

BREITLING MEETS<br />

BENTLEY<br />

Einer fast zwei Jahrzehnte langen<br />

Partnerschaft ist ein wahres<br />

Uhrenjuwel entsprungen.<br />

Dieses Stil-Highlight aus 18 Karat<br />

Rotgold präsentiert sich mit einem<br />

Zifferblatt in der Farbe „British<br />

Racing Green“ sowie einem goldbraunen<br />

Alligatorenarmband<br />

und ist auf exklusive 25 Stück<br />

streng limitiert! „Premier B21<br />

Chronograph Tourbillon 42<br />

Bentley Limited Edition“ von<br />

Breitling, um 49.000 Euro<br />

NOBLER<br />

DURCHBLICK<br />

Kühn, kreativ und absolut am<br />

Puls der Zeit: Das Räderwerk der<br />

„Grande Seconde Skelet-One“<br />

scheint komplett zu schweben<br />

und ist nur an den skelettierten<br />

grauen Brücken des Uhrwerks<br />

befestigt. Umgeben ist dieses<br />

von einem Gehäuse aus warmem<br />

18 Karat Rotgold. Von Jaquet Droz,<br />

um 34.400 Euro<br />

UNDERWATER LOVE<br />

Die eindrucksvolle Taucheruhr<br />

für den Mann, der es sowohl<br />

unter dem Meerespiegel als auch<br />

darüber gerne stilvoll hat. Die<br />

duale Ästhetik wird zudem durch<br />

den transparenten Gehäuseboden<br />

unterstrichen, der den Blick auf das<br />

Manufakturwerk freigibt. „Black<br />

Bay Fifty-Eight 18K“ mit Gehäuse<br />

aus 18-karätigem Gelbgold von<br />

Tudor, um 15.750 Euro<br />

UHRGESCHICHTE<br />

Schlicht, aber mit raffinierten<br />

Details <strong>–</strong> ein echter Klassiker, der<br />

es nicht nötig hat, Trends hinterherzulaufen.<br />

Die Neuauflage des<br />

Portugieser-Chronografen schafft<br />

eine vornehme Symbiose aus<br />

dem 18-karätigem rotgoldenen<br />

Gehäuse, goldenen Appliken und<br />

einem maskulinen, ardoisefarbenen<br />

Zifferblatt. „Portugieser<br />

Tourbillon Rétro-grade Chronograph<br />

Boutique Edition“ von IWC<br />

Schaffhausen, um 18.100 Euro<br />

Fotos: Hersteller<br />

52 AUTUMN <strong>2021</strong>


QUALITÄT ALS<br />

LEBENSGEFÜHL<br />

Statt mit einem Diplom in Wien beendete Petar Petrov sein Studium mit einer<br />

erfolgreichen Schau in Paris. Seiner Herrenlinie ließ er bald Damenmode folgen, auf<br />

Paris London und auf seine erfolgreichen Outfits eine stets noch bessere Kollektion.<br />

Kein Wunder, dass er als „Wiens angesagtester Modeexport“ bezeichnet wird<br />

Von Brigitte R. Winkler<br />

Ein Markenzeichen von<br />

Petar Petrov ist Leder<br />

x<br />

v<br />

Fließendes Outfit mit<br />

unverkennbaren Petrov-Details<br />

h<br />

Look aus der umjubelten<br />

Show im Februar 2020 in<br />

London: ein Mantelkleid<br />

h<br />

Flauschiger Mantel in Maxilänge:<br />

Eleganz ist essenziell<br />

v<br />

Vom Scheitel bis zu<br />

den Schuhsohlen: Alles ist<br />

so typisch Petar Petrov<br />

Fotos: Petar Petrov, Brigitte R. Winkler<br />

54


FASHION | PORTRAIT<br />

k<br />

Backstage nach<br />

dem gelungenen<br />

Showdebüt in London:<br />

Petar Petrov mit<br />

seinen Models<br />

Seine Markenzeichen:<br />

Kreativität und<br />

Konsequenz<br />

Was haben Louis Vuitton und Petar Petrov gemeinsam?<br />

Einiges! Geboren in der Ukraine und aufgewachsen in Bulgarien<br />

erobert sich der junge Modeschöpfer mit seinem Partner<br />

Christoph Pirnbacher von Wien aus über Paris und London die internationale<br />

Modewelt vor allem mit zwei Ks: Kreativität und Konsequenz.<br />

Sucht man im Internet nach Petar Petrov, bekommt man sofort Dinge<br />

zu lesen, die für Qualität sprechen. Abgesehen von seiner offiziellen<br />

Webseite und Kaufangeboten wird da gelobt und bejubelt. In der Online-„Vogue“<br />

schwärmt Sarah Mower über seine Herbst/Winterkollektion<br />

<strong>2021</strong>/22: „Die Zuschauer dieser Generation werden Patti Smith und die<br />

vage Aura der Underground-Rockstar-Eleganz in seinen taillierten Mänteln<br />

und extralangen Ärmeln erkennen. All diese Ästhetik wurde geglättet<br />

und zu einer zeitgemäßen Garderobe aufgewertet.“ Die gleiche Kollektion<br />

analysiert Natalie Theodosi in der US-amerikanischen Modezeitung<br />

„WWD“: „Petrov hat eine überzeugende Aussage darüber gemacht, wo<br />

wir stehen und wohin wir uns bewegen. Indem er Neuland betrat, sei es<br />

Denim, Strick oder figurbetonte Kleider, unterstrich er auch das Potenzial<br />

seiner Marke, über seine charakteristischen Anzüge hinauszuwachsen.“<br />

Da ist von „fließenden femininen Silhouetten“ und von „makelloser<br />

Schneiderkunst“ (www.net-a-porter.com) die Rede oder vom „angesagten<br />

Sortiment von Petar Petrov“ im Onlineshop von Breuninger. Das bekannte<br />

E-Commerce-Unternehmen Farfetch, das Designermode von Boutiquen<br />

aus der ganzen Welt verkauft, bezeichnet ihn als „Der Geheimtipp unter<br />

Fashionexperten“ und preist seine Mode wie folgt an: „Was geschieht,<br />

wenn ein in der Ukraine geborenes Fashion-Talent in Bulgarien aufwächst<br />

und in Österreich studiert? Es wird wie Petar Petrov zum angesagtesten<br />

Fashion-Export Wiens. Die Smoking-Blazer, fließenden Kleider mit<br />

Zipfelsäumen sowie schimmernden Tops samt Schleifenkragen sind trotz<br />

ihrer komplexen Designs sehr casual und leicht zu tragen.“<br />

Bereits 2017 schreibt Frances Wasem im Interview mit Petar Petrov<br />

für „Global Blue“: „Der in Wien lebende Petar Petrov ist für seine herausragenden<br />

Stücke in der Modeelite bekannt geworden. Lernen Sie den<br />

zurückhaltenden Designer kennen, der die Modewelt in seinen Bann<br />

gezogen hat.“<br />

Und was haben Louis Vuitton und Petar Petrov jetzt tatsächlich gemeinsam?<br />

Der Franzose ließ sich bereits mit 13 Jahren nicht einmal von<br />

seinem Vater daran hindern, das zu tun, was er für richtig hielt. Nämlich<br />

nach Paris zu gehen. Petar Petrov studierte noch an der Universität für angewandte<br />

Kunst in Wien (zunächst bei Paolo Piva, dann bei Viktor & Rolf,<br />

schlussendlich bei Raf Simons), als er 2003 nach Paris ging, um dort seine<br />

erste Männer modenschau zu zeigen <strong>–</strong> während der offiziellen Fashion<br />

Week natürlich. Ein voller Erfolg. Hatte der Designer bereits während des<br />

Studiums mehr auf sein Herz und Hirn gehört als auf die Angebote und<br />

Wünsche der Lehrenden, umso mehr dann nach diesem Erfolg. Anstatt<br />

zum Abschluss des Studiums zum Diplom anzutreten, betrachtete er die<br />

Modenschau in Paris als ein solches und arbeitete lieber an seinen Ideen<br />

weiter. Die ihn danach regelmäßig nach Paris führten: Seit 2004 scheint<br />

er dort im offiziellen Showkalender des Chambre Syndicale auf.<br />

Und wieder gab es eine wichtige Entscheidung: 2009 wechselte<br />

Petrov von der Herren- zur Damenmode. Zugleich beendete er seine wilden<br />

Schauen und zeigt seine Kollektionen seither in unterschiedlichen<br />

Showrooms in Paris. Und der Erfolg gab ihm recht. Womit wir wieder<br />

bei Louis Vuitton wären. Okay, bei Kaiserinnen und Königen als Kunden<br />

kann Petar Petrov jetzt nicht mithalten, aber bei den Schauspielerinnen<br />

und sonstigen internationalen Stars sehr wohl. Eines der ersten großen<br />

Kaliber, die zu seinen Fans zählen, ist Anne Hathaway. Unübersehbar<br />

war der wunderbare rote Hosenanzug, in dem sie 2019 an der Seite von<br />

Matthew McConaughey zum Werbeauftritt für den Film „Serenity“ kam.<br />

Es folgten Helen Mirren, Solange Knowles, Caroline de Maigret, die<br />

indische Schauspielerin Sonam Kapoor Ahuja und unzählige weitere<br />

Stars. Zuletzt das Model Hailey Baldwin, seit ihrer Hochzeit mit Justin,<br />

Hailey Bieber.<br />

Kaum schlüpft ein solcher Megastar in ein Petar-Petrov-Outfit,<br />

kommen unzählige Anfragen von weiteren Celebrities. Die er zumeist<br />

konsequent ablehnt. Denn da gibt es noch ein wichtiges Wort, das seine<br />

Arbeit anbelangt: Qualität. Sowohl was seine Mode betrifft <strong>–</strong> da muss ganz<br />

einfach alles seinen hohen Ansprüchen entsprechen <strong>–</strong> als auch bei den<br />

Followern, die bei seiner Agentin anklopfen. Und genauso, wenn es um<br />

Boutiquen geht, die seine Kollektionen führen wollen, etwa das ikonische<br />

Kaufhaus „La Samaritaine“ in Paris. Es bedurfte mehrerer Monate und<br />

mehrerer Anläufe des dort zuständigen Managers, ehe Petrov zusagte.<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

55


Jetzt gehört seine Mode zum Sortiment des frisch eröffneten Luxustempels.<br />

Damit reiht sich das Nobelkaufhaus in eine Liga mit Printemps<br />

in Paris, mit Bergdorf Goodman in New York, mit Harrods, Selfridges und<br />

Harvey Nichols in London, mit vielen Lane-Crawford-Läden in Hongkong<br />

und China sowie mit Apropos The Concept Store in Köln und weiteren.<br />

Hierzulande bekommt man Petar Petrovs coole Mode seit Jahren in Österreichs<br />

erstem Concept Store, der auf avantgardistische Mode spezialisierten<br />

Boutique Park. Und ab sofort ist sie auch im Shop Amicis Women<br />

erhältlich, der auf seiner Homepage über Petar Petrov schwärmt: „Die<br />

Ästhetik der Marke bietet Weiblichkeit, Eleganz und Leidenschaft durch<br />

hochwertige, fließende Stoffe.“ Kurz gesagt, das Label gibt es in allen relevanten<br />

Geschäften<strong>–</strong> mit Ausnahme von Italien <strong>–</strong> weltweit. Dazu kommen<br />

renommierte Online-Portale wie Farfetch, Net-a-Porter oder Mytheresa.<br />

Begonnen hat alles, wie gesagt, an der Universität für angewandte<br />

Kunst in Wien. Wobei Petrov vorher Wirtschaft und Bankwesen studiert<br />

hatte, ehe er von der Angewandten erfuhr und dorthin wechselte. Die<br />

Liebe zur Mode hat er wohl von seiner Mutter, einer gelernten Schneiderin,<br />

geerbt. Vor allem aber hat er das Handwerk zu Hause kennengelernt.<br />

Seine Produktionsstätten in Bulgarien standen zunächst unter der<br />

Aufsicht seiner Mutter und auch jetzt ist sie nach wie vor involviert.<br />

Auch fast von Anfang an dabei und inzwischen an fast allen Bereichen<br />

beteiligt ist Christoph Pirnbacher. Der Stylist und brillante Fotograf arbeitet<br />

seit 2004 für Petar Petrov und war zunächst für das Styling und die<br />

Lookbooks zuständig. Jetzt ist er vor allem bei Farben, Materialien und<br />

Prints aktiv und macht gemeinsam mit Petar die Fittings. Am Schnitt<br />

arbeitet er nicht mit, denn, so Christoph Pirnbacher: „Das kann ich gar<br />

nicht.“ Dafür kann er sehr gut mit Kreativen kommunizieren, die dann zur<br />

Beratung kommen, Castings organisieren, fotografieren oder für sonstige<br />

Tätigkeiten kooperieren.<br />

h<br />

Trademark-Design:<br />

Diese drei Farben<br />

fehlen in keiner<br />

Kollektion des<br />

Modeschöpfers<br />

v<br />

Ganz wichtig für<br />

Petar Petrov:<br />

die Qualität seiner<br />

Materialien<br />

Ob bei Jacken, Hosen,<br />

Kleidern oder Mänteln:<br />

Leder ist immer dabei<br />

x<br />

„Es hat mir sicher geholfen, aus dem<br />

Osten zu stammen und mit<br />

wenig Geld auszukommen.“<br />

Kunstvolle<br />

Drapierungen prägen<br />

die elegante<br />

Mischung<br />

aus Hosenanzug<br />

und Kleid<br />

Befragt man Petar Petrov zu seiner nunmehr fast 20-jährigen Laufbahn<br />

im Modebusiness, kommen noch sehr interessante Details seines<br />

Erfolges ans Tageslicht: „Ich habe immer auf das Produkt gesetzt. Für die<br />

Männerkollektionen bin ich ja eigentlich ohne jede Erfahrung ins kalte<br />

Wasser gesprungen und habe gleich in Paris gezeigt. Was ich dabei gelernt<br />

habe, konnte ich dann für die Damenmode einsetzen, diese besser machen<br />

und darauf achten, dass wir immer ein gutes Produkt haben. Wenn<br />

die Leute dafür viel Geld zahlen, sollte es ihnen auch das Gefühl geben,<br />

dass es vielleicht sogar zeitlos ist. Ich habe ständig intensiv daran gearbeitet,<br />

dass wir gute Partner haben, gute Netzwerker, gute Produzenten.<br />

Das war die schwierigste Phase am Anfang. Wenn man ein kleines Label<br />

ist, dann ist das sehr schwer. Niemand will einem so richtig helfen. Die<br />

Leute wollten ja durch mich Geld verdienen, sie wollen Umsatz erzielen<br />

und sind profitorientiert. Trotzdem will man das machen, was man selbst<br />

möchte und seine Ideen verwirklichen. Da muss man dann sehr flexibel<br />

sein. Da hat es mir sicher geholfen, dass ich aus dem Osten stamme und<br />

gewohnt war, mit wenig Geld auszukommen. Wir haben uns unseren Namen<br />

eigentlich über unseren Retail-Partner aufgebaut.“ Und wer war das?<br />

Petrov: „Die erste große Firma, die uns unterstützt und auf ein total<br />

anderes Level katapultiert hat, war Net-a-Porter. Das Schwierigste zu Beginn<br />

war, Leute und Shops davon zu überzeugen, dass das Produkt etwas<br />

kann und gut ist. Als Net-a-Porter dazukam, haben wir gemerkt, dass alles<br />

andere Dimensionen annimmt, andere Umsätze. Ich wollte immer etwas<br />

machen, was die Leute wollen, was sie gerne anziehen <strong>–</strong> ich will nicht den<br />

Leuten die Zukunft vorhersagen und sie verstehen mich nicht. Denn ich<br />

möchte den Leuten etwas anbieten, was sie jetzt verstehen, was sie jetzt<br />

brauchen. Wir machen Kleidung und keine Kunst. Man muss einfach seine<br />

Umgebung reflektieren und schauen, was die Menschen brauchen.“<br />

Fotos: Petar Petrov, Brigitte R. Winkler<br />

56


FASHION | PORTRAIT<br />

Wie alles begann:<br />

Looks von den<br />

Menswear-Schauen in Paris<br />

x<br />

v<br />

Wichtige Merkmale schon bei<br />

der Männermode: Eleganz und<br />

charakteristische Details<br />

Lieber begehrt<br />

als berühmt<br />

Offenbar hat er die Gabe, das genau zu erkennen. Petar Petrov: „Frauen<br />

möchten überrascht werden. Männer kaufen ganz anders ein. Frauen<br />

suchen immer etwas, in dem sie sich besser fühlen. Man hat ein anderes<br />

Gefühl, wenn etwas neu ist. Kleidung kann ein Lebensgefühl vermitteln.<br />

Auch wenn es einem nicht wichtig ist, setzt man ein Statement mit<br />

dem, was man trägt und womit man auf die Straße geht. Von Designern<br />

wird erwartet, dass sie die Leute überraschen. Das ist der hauptsächliche<br />

Druck, den wir haben. Aber die Leute bemerken auch, ob man sich<br />

treu ist. Für mich war es immer wichtig, meine Stärken und Schwächen<br />

zu erkennen und daran zu arbeiten, was ich am besten kann, was wir am<br />

besten können. Ich habe gewisse Produktgruppen nicht gelauncht, wenn<br />

ich keine gute Idee hatte oder wenn ich erkannt habe, dass das Produkt<br />

nicht konkurrenzfähig ist. Irgendwann habe ich registriert, dass mit meinen<br />

Ressourcen, mit meinen Interessen ein Mittel-Produkt aufgrund der<br />

Produzenten und Mengen nicht funktioniert. Da habe ich entschieden:<br />

Fokussieren wir uns auf ein Luxusprodukt. Machen wir das, wozu wir die<br />

Mittel und Ressourcen haben, um das beste Produkt zu kreieren. Und<br />

lernen wir in der Zwischenzeit, was man noch verbessern könnte."<br />

Ein wohl überlegter Prozess: „Es war mir immer wichtig, das Label<br />

langsam aufzubauen. Bestimmte Sachen dauern natürlich länger, wenn<br />

man gewisse Netzwerke nicht hinter sich hat. Es ist ebenso ein Luxus,<br />

alles zur Verfügung zu haben, was man braucht. Aber das birgt auch<br />

Gefahren. Es war mir immer wichtig, gut zu liefern und zeitgerecht. Wir<br />

haben über die Jahre gute Erfahrungswerte gesammelt und haben so<br />

gut wie nie Qualitätsprobleme. Das dauert eben, bis man so weit ist.“<br />

k<br />

Immer sehr stimmig:<br />

die Proportionen bei<br />

Petar Petrovs Entwürfen<br />

Zu seiner Arbeitsweise meint der Modeschöpfer: „Für mich war nie<br />

ein Muster oder ein Schnitt wichtig, sondern ein Lebensgefühl. Daher ist<br />

es auch schwierig für mich, wenn ich meine Entwürfe beschreiben müsste.<br />

Denn ich entwerfe immer noch sehr intuitiv. Auch im Studium hatte<br />

ich nie ein Thema <strong>–</strong> es geht um die Kollektion, um das Lebensgefühl. Oft<br />

war es den Leuten zu wechselhaft, was wir machen, und ich habe gesagt:<br />

Ja, das haben wir gut verkauft, das hat gut funktioniert <strong>–</strong> trotzdem gibt es<br />

jetzt etwas Neues, man muss aber daran glauben. Ich bin eben schnell gelangweilt.<br />

Ab und zu könnte ich länger das Gleiche machen, doch dann<br />

denke ich mir: Warum? Man kann stattdessen auch ständig in Bewegung<br />

bleiben, andere Ideen haben und diese verwirklichen.“<br />

Im Februar 2020 hatte Petar Petrov beschlossen, seine Herbstkollektion<br />

in London zu zeigen. Was der Grund dafür war, erklärt der Designer:<br />

„Mein Netzwerk, das ich habe, geht über London, nicht über Paris. Unser<br />

Sales-Showroom ist in London und wir haben die meiste Unterstützung<br />

von dort.“ Und es war ein enormer Erfolg: Alle wichtigen Medien<br />

und Journalisten kamen, darunter Suzy Menkes persönlich, eine der Ikonen<br />

der Modeberichterstattung. Und dann brach die Pandemie aus. Jetzt<br />

ist Petar Petrov gerade wieder am Nachdenken. Wo soll er seine nächste<br />

Schau zeigen? In Mailand, um endlich auch Italien für seine Werke zu begeistern?<br />

Doch wenn die Entscheidung für Februar 2022 gefallen ist, kann<br />

man sich eines sicher sein: Sie wird makellos konsequent umgesetzt! p<br />

www.petarpetrov.com<br />

instagram: @petarpetrovofficial<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

57


LUXURY PIECE | MEN<br />

Smarter<br />

Schatzhüter<br />

Der „Guardian“, ein tragbarer (Uhren-)Safe, gefertigt von der deutschen Manufaktur Döttling, ist der<br />

sichere Begleiter für den Mann von Welt. In einer eleganten und hochwertigen Lederhülle verbirgt sich<br />

das doppelwandige Hochsicherheitsrohr und somit das Herzstück dieses Accessoires. Die Metallkomponente<br />

ist fast so hart wie Diamant und dadurch so gut wie unzerstörbar. Nur mithilfe eines dreistelligen<br />

Codes lässt sich die kleine Tresortür öffnen. Sollte einem dieses besondere Stück doch einmal abhanden<br />

kommen, kann es jederzeit mit dem integrierten GPS-Sender geortet werden. Es bietet Platz für bis<br />

zu sechs Armbanduhren, Schmuck sowie Bargeld oder wichtige Dokumente. Nur zirka vier Kilogramm<br />

schwer ist es ein echtes Hightech-Security-Leichtgewicht, das auf Reisen keinesfalls fehlen darf.<br />

Gesehen bei Select, Seitzergasse 1 <strong>–</strong> 3, 1010 Wien.<br />

Redaktion: Christoph Kulmer Fotos: Hersteller<br />

58 AUTUMN <strong>2021</strong>


Please savour responsibly<br />

Crafted without compromise<br />

from American and European<br />

oak sherry seasoned casks.<br />

THE MACALLAN DOUBLE CASK RANGE<br />

Photography by Steve McCurry


PHOTOGRAPHY | PORTRAIT<br />

Julia Spicker<br />

Redaktion: Bernhard Musil, Marily Elmezoglou, Fotos: Tina Herzl (Porträtbild), Julia Spicker<br />

v<br />

Nadine Wolfbeisser für „1st Magazin“<br />

Produktion: Michaela Darer<br />

Styling: Barbara Zach<br />

Make-up: Christopher Koller<br />

Die Oberösterreicherin Julia Spicker wusste schon sehr früh, dass für<br />

sie nur ein kreativer Beruf infrage kommt. Ihre Begeisterung, etwas<br />

gestalten und inszenieren zu können, aber gleichzeitig diese besonderen<br />

Momente festzuhalten, hat sie im Endeffekt zur Fotografie gebracht.<br />

Julia Spicker legt den Fokus auf Mode-, Werbe- und Porträtfotografie.<br />

Zu ihren Karrierehighlights gehören zahlreiche Editorials für internationale<br />

Zeitschriften und Magazine sowie eine wunderschöne Kampagne für<br />

die „Vienna Awards for Fashion and Lifestyle“, in der das Leben von Kaiserin<br />

Elisabeth von Österreich neu interpretiert und von Topmodel Emma<br />

Heming-Willis als Sisi inszeniert wurde. Im Jahr 2014 konnte sie selbst<br />

diese begehrte Trophäe als „Photographer of the Year“ erhalten <strong>–</strong> übrigens<br />

als erste Frau in dieser Kategorie.<br />

Zu den bekannten Persönlichkeiten, die sie bereits ablichten durfte,<br />

zählen Schauspielerin Nina Proll, Model Lena Gercke oder Opernsängerin<br />

Lena Belkina. Das Ausnahmetalent hat aber keine favorisierte Person,<br />

die sie unbedingt einmal vor der Kamera haben möchte, denn es<br />

ist ständig auf der Suche nach interessanten Menschen und Gesichtern.<br />

Julia Spicker sieht ihre Berufung, also die Fotografie, in einem ständigen<br />

Entwicklungsprozess. Dieser Wandel wird natürlich äußerlich von<br />

Trends und Technik beherrscht. Aber bloß darum geht es nicht. Für sie<br />

sind auch Faktoren entscheidend wie die eigene Persönlichkeit, die Herangehensweise,<br />

die Einstellung zu unterschiedlichen Themen oder die Empfindung<br />

und Wahrnehmung von Schönheit und Ästhetik. „Veränderungen<br />

in uns und um uns lassen Kunst immer wieder neu entstehen. Sich und<br />

seine Arbeit neu zu entdecken, zu verwerfen und wieder neu zu erschaffen,<br />

das macht für mich den Reiz und die Faszination an der Fotografie<br />

aus“, schildert sie die kreative Motivation für ihre spannenden Arbeiten.<br />

www.juliaspicker.at<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

61


Fotos: Julia Spicker


PHOTOGRAPHY | PORTRAIT<br />

Nadine Wolfbeisser für „1st Magazin“<br />

Produktion: Michaela Darer<br />

Styling: Barbara Zach<br />

Make-up: Christopher Koller<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

63


PHOTOGRAPHY | PORTRAIT<br />

Model: Martina @ Wiener Models<br />

Styling: Sonia Shaieb @ Tatendrang, Make-up: Sophie Chudzikowski @ perfectprops<br />

Model: Dominika Kryszczyska<br />

Styling: Nina Kepplinger, Make-up: Jody Cuberli @ perfectprops<br />

Fotos: Julia Spicker<br />

64<br />

AUTUMN <strong>2021</strong>


Model: Kati Tutavac<br />

für „Die Presse Schaufenster“<br />

Styling: Barbara Zach<br />

Make-up: Patrick Glatthaar<br />

@ Total World


Geschenke sprechen Bände<br />

Von<br />

Dr. Tatjana Lackner, MBA<br />

Kommunikations- & Verhaltens-Profilerin<br />

Fotos: Die Schule des Sprechens GmbH<br />

66


KOLUMNE<br />

Auch Geschenke sind Kommunikation. Wir unterscheiden<br />

zwischen Souvenir, Mitbringsel, einer nett gemeinten Geste für<br />

die Einladung bei den Nachbarn zum Essen und einem hochwertigen<br />

Präsent. Nicht immer muss ein wertvolles Geschenk viel Geld<br />

kosten. Vielmehr geht es darum, dass sich der Beschenkte wirklich von<br />

uns gelesen und in seinen Wünschen erkannt fühlt. Selbst gebastelte, gekochte<br />

oder gebackene Geschenke fallen meistens nur unter kleine Aufmerksamkeiten<br />

<strong>–</strong> außer es handelt sich um die große Hochzeitstorte oder<br />

einen aufwendig kreierten Geburtstagsmotivkuchen. „Schau, was ich dir<br />

mitgebracht habe. Wir hatten so viele Nüsse und Ringlotten im Garten.<br />

Du magst das eh, gell?“ In jedem Fall sollten wir sicher sein, dass der selbst<br />

gemachte Nusslikör oder die Ringlottenmarmelade von Tante Herta auch<br />

nachgefragt und willkommen sind.<br />

Ein Geschenk sagt schließlich eine Menge über uns und das Verhältnis<br />

zum Jubilar aus: „Jö, ein Bademantel. Dabei hab ich doch erst letzte Weihnachten<br />

einen neuen bekommen!“ „Ja, Oma <strong>–</strong> ich habe das Pickerl dran gelassen.<br />

Du kannst alles umtauschen!“ In<br />

vielen Beziehungen hat das falsche Geschenk<br />

schon mal zur Enttäu schung geführt,<br />

weil es vielleicht zu praktisch war<br />

und zu wenig beziehungs bin dend oder<br />

kaum persönlich: „Ich habe mir zum dritten<br />

Hochzeitstag keinen Staubsauger-<br />

Roboter mit Wischfunktion gewünscht, Heinz!“<br />

Freude schenken<br />

Die Art, wie und was wir zum Geburtstag, zu Ostern, dem Jahrestag<br />

etc. überreichen, spricht Bände und gibt eine Menge über uns<br />

preis: Stilsicherheit, Geschmack, das Verhältnis zum Beschenkten,<br />

unser Budget und was uns der andere in Wahrheit wert ist. Gelungene<br />

Geschenke brauchen vor allem gedankliche Vorbereitung. Der<br />

finanzielle oder zeitliche Aufwand für die Besorgung des Präsentes sind<br />

ebenso wenig zu vernachlässigen wie eine hübsche Verpackung. Am<br />

wichtigsten ist allerdings, dass mit jeder Gabe eine klare Aussage verbunden<br />

ist und so ein liebevoller persönlicher Bezug zum Beschenkten<br />

hergestellt wird. Doch was schenkt man einem Menschen, der sich selbst<br />

ohnehin alles leisten kann?<br />

Wenn der Podcast-Biograf läutet …<br />

… entsteht eine klangvolle „Talking Biography“ <strong>–</strong> das persönlichste Geschenk.<br />

Unser Leben: eine Gesprächsbiografie. Dafür muss nicht zwingend<br />

Weihnachten sein. Vielleicht steht der Pensionsantritt eines lieben<br />

Mit arbeiters vor der Türe oder die Geburt des ersten Enkelkindes. Vielleicht<br />

möchten Sie sich einfach selbst endlich mal ein paar Stunden ein<br />

ganz besonderes Profiling gönnen. Wie wohltuend, mal psychisch „aufzuräumen“.<br />

Dafür braucht es nicht immer gleich eine Therapie, sondern<br />

lieber mal ein gut geleitetes Gespräch durch das eigene Leben.<br />

Der wohltuende Blick zurück<br />

Lehnen Sie sich zurück und lassen Sie sich im Podcast-Interview Frage<br />

für Frage leiten und auf Ihren interessanten Lebensweg schauen: Wo waren<br />

Sie als Kind am glücklichsten? Wann haben Sie Geschichte erlebt?<br />

„Zurückblicken“ hat viel mit seelischer Reinigung und Orientierung zu<br />

tun. Im Zuge eines Lebens drehen wir uns immer wieder um. Das tut<br />

uns manchmal richtig gut. Wir haben schließlich alle auch schwere Zeiten<br />

hinter uns gebracht. Wie von einem Gipfel ins Tal blickend, so sehen wir<br />

tief unten den Weg, der sich zu uns heraufschlängelt. Tausende Schritte<br />

mussten wir gehen und mit hunderten Menschen Worte wechseln.<br />

Der professionelle Rückblick bietet eine völlig neue Qualität: Wir<br />

erleben unser Leben wie eine Dokumentation. Im Gespräch mit einem<br />

Podcast-Biografen oder -Biografin wird die persönliche Lebensgestaltung<br />

herausgearbeitet. Wer bin ich eigentlich? Von wo aus bin ich gestartet?<br />

Wie wurde ich erzogen? Was hat mich geprägt? Was wird wohl von mir<br />

bleiben? Die Podcast-Biograf:innen fangen dabei berührende, witzige<br />

„Ein Geschenk sagt schließlich<br />

eine Menge über uns und das<br />

Verhältnis zum Jubilar aus.“<br />

und gescheite Momente ein. Liebevoll werden durch die Methode des<br />

„Memoiren-Profilings“ persönliche Anekdoten, wichtige Begegnungen<br />

und nennenswerte Wendepunkte gesammelt. Man fühlt sich fast wie ein<br />

Zeitzeuge auf der eigenen biografischen Dokumentationsreise. Einige<br />

Gesprächsstunden dauert es schon, um sicher durch den Themenwald<br />

geführt zu werden und das eigene Leben zu reflektieren. „Talking Biographies“<br />

sind nicht zu verwechseln mit einem Fotoalbum oder schriftlichen<br />

Memoiren. Man bekommt viel mehr <strong>–</strong> und das vertont!<br />

Lieblingsrezepte finden sich darin vielleicht ebenso wie einige Zeilen,<br />

die aus einem handgeschriebenen<br />

Liebesbrief vorgelesen werden. Manche<br />

sprechen über ihren Familienstammbaum,<br />

während sie alte Fotos durchblättern<br />

und so jüngeren Fami lienmitgliedern<br />

wertvolle Informationen<br />

weiterreichen. Jede „Talking Bio gra phy“<br />

ist wie ein Schatz und völlig anders als die andere. Warum? Weil, schließlich<br />

jedes Leben einzigartig ist! Sie gibt Auskunft über den bunten Pfad des<br />

Lebens und die Stationen, die einem wichtig erscheinen. Vielleicht hat<br />

jemand noch seinen ersten Gehaltszettel aufgehoben, ein anderer eine Konzertkarte<br />

aus alten Tagen als Andenken an einen unvergesslichen Abend<br />

mit der Jugendliebe. Das „Memoiren-Profiling“ garantiert ein Gespräch<br />

in vertrauter Atmosphäre. Alle „Talking Biographies“ sind Unikate und<br />

werden von professionellen Sprechern vertont. Am Ende sind gleich drei<br />

Seiten stolz über einen sehr individuell gestalteten biografischen Doku:<br />

Der Schenker, der Podcast-Biograf und natürlich der Beschenkte selbst.<br />

Ihre Stimme ist ein Geschenk<br />

Eltern, die sich beim Schenken Mühe geben und dem Fortpflanz vorleben,<br />

welche Gedanken man sich im Vorfeld macht, werden die Früchte<br />

ihrer Bemühungen hoffentlich eines Tages selbst ernten können. Wer Kinder<br />

jedoch mit Geldgeschenken, Kontoüberweisungen und Gutscheinen<br />

abspeist, der darf sich nicht wundern, wenn es am Muttertag wenig<br />

kreativ oder liebloser zugeht. Wenn das Kind nämlich nur gelernt hat,<br />

„irgendwas“ zu schenken, dann wird es das auch als Erwachsener so<br />

weiterführen.<br />

Wie wäre es deshalb für die Kleinsten statt der Toniebox mal mit etwas<br />

Selbstgelesenem? Dank Kindergarten und Volksschule basteln unsere<br />

Kiddies für uns, und wir …? Wir kaufen!<br />

Sprechen Sie für Ihren Liebling die schönsten Geschichten oder Witze<br />

in Form eines Podcasts auf! Kinder mögen es, wenn sie ihren Namen hören.<br />

Je persönlicher sie angesprochen werden, umso begeisterter sind sie.<br />

Diesen individuellen Bezug wird eine professionell abgemischte Märchen-<br />

CD aus dem Kaufhaus nie erreichen. Genauso verhält es sich mit selbst<br />

vertonten Fotoalben. Kinder lieben die alten Geschichten rund um ihr<br />

Älterwerden und können sie nicht oft genug hören. Kaum blättert man<br />

die Seite um, schon hört man eine neue Anekdote aus der eigenen Kindheit:<br />

„Und hier sitzt du grinsend auf einem Esel. Der Ausflug in den Nationalpark<br />

hat damals mit Starkregen geendet, weißt Du das noch …?“<br />

Was tröstet die Kleinen, wenn wir abends nicht zu Hause sind, um<br />

ihnen vorlesen zu können? Am besten die Babysitterin spielt selbst besprochene<br />

Files von Mama, Papa oder Omi ab und das Kind lauscht den<br />

vertrauten Stimmen.<br />

Fazit: Schenken bleibt immer eine persönliche Angelegenheit <strong>–</strong> egal<br />

in welchem Alter. Mit Podcasts lassen sich tolle Geschenke zaubern. Bei<br />

„Talking Biographies“ helfen uns die Profisprecher, bei den eigenen<br />

Kindern sollten wir selbst ans Mikrofon.<br />

www.sprechen.com<br />

soundcloud.com/die-schule-des-sprechens<br />

www.youtube.com/user/SCHULEdesSPRECHENS<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

67


ART<br />

DAS TOR<br />

ZUR WELT<br />

Der Wiener Künstler Raoul Haspel öffnet Türen,<br />

die andere nicht sehen <strong>–</strong> anlässlich des Jubiläums<br />

275 Jahre Theresianische Akademie<br />

Redaktion: Elisabeth Muth, Fotos: Raoul Haspel/Atelier Haspel-Mahir<br />

Die Theresianische Akademie, in Wien liebevoll „Theresianum“<br />

genannt, feiert 275-jähriges Jubliläum <strong>–</strong> und das mit einer<br />

dauerhaften künstlerischen Intervention von Raoul Haspel.<br />

Ein imposanter Torbogen aus Stahl thront ab sofort auf einem scheinbar<br />

endlosen roten Teppich direkt über der Feststiege. Die Idee hinter dem<br />

Kunstwerk lautet: „Der Weg hinaus führt in die Welt“. Durch den Torbogen<br />

blickt man von der traditionellen Historie über die Gegenwart in die<br />

Zukunft. „Es war eine Herausforderung, die Installation statisch fix zu<br />

verankern“, so Raoul Haspel. „Ich möchte mit dem Tor zeigen, dass man<br />

für das Leben lernt, mit der Welt interagiert, hinausgeht und neue Möglichkeiten<br />

erkennt, neue Einblicke gewinnt und sein Können, das man in<br />

der Schule gelernt hat, hinausträgt.“<br />

Sein Ansatz ist: Künstler öffnen Türen, die andere nicht sehen. Der<br />

durch das Tor verlaufende rote Teppich scheint in der Reflexion weiterzuführen,<br />

durch die Balustrade hindurch, über die Feststiege, zum gegenüberliegenden<br />

Fenster <strong>–</strong> und schließlich hinaus in die Welt. Das Lichtkonzept,<br />

das verdeckt in die Skulptur verbaut wurde, beleuchtet den historischen<br />

Saal und die Decke in neuer Weise und wird von der spiegelnden Oberfläche<br />

reflektiert. Das Objekt beherrscht nicht den Raum, sondern lenkt das<br />

Augenmerk auf seine Besonderheiten und bereichert ihn dadurch.<br />

Der österreichische Künstler wuchs nur wenige Kilometer von dieser<br />

Institution entfernt auf. Mit seinem Projekt „Schweigeminute (Traiskirchen)“<br />

erlangte er 2015 nationale wie internationale Bekanntheit und hat<br />

seither einen Fixplatz in der heimischen Kunstszene. Neben Fine Art und<br />

Designprojekten kooperiert er regelmäßig mit bekannten Brands. Meisterhafte<br />

Vielfalt, ungewöhnliche Techniken und Materialien, die er zu visionären<br />

Kreationen vereint, zeichnen sein Œuvre aus. Haspels unkonventionelle<br />

Herangehensweise eröffnet neue Perspektiven und resultiert in<br />

großflächen Installationen und künstlerischen Interventionen im öffentlichen<br />

Raum. In jüngster Zeit arbeitet er verstärkt an großflächiger Kunst<br />

im Bereich Architektur und setzt damit seinen Weg der Verbindung von<br />

bildender und angewandter Kunst konsequent fort <strong>–</strong> in die Welt hinaus.<br />

www.raoulhaspel.com<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

69


TRIO<br />

FANTASTIQUE<br />

„Drei sind einer zuviel“ <strong>–</strong> dieser Spruch trifft<br />

hier ganz und gar nicht zu. Denn Serge Dorny,<br />

Vladimir Jurowski und Igor Zelensky, das neue<br />

Dream-Team an der Bayerischen Staatsoper,<br />

überzeugen mit einem vielversprechenden<br />

Programm und interessanten Premieren für die<br />

kommende Saison. Alles neu macht der Herbst!<br />

Von Rosemarie Pescheck<br />

Der neue Intentant<br />

Eine faszinierende Perspektive von der Technik über die Bühne bis<br />

zum Publikumsraum: Backstage-Einblicke der besonderen Art<br />

Dem deutschen Repertoiresystem verpflichtet ist die Bayerische Staatsoper.<br />

Ihre Leitung übernimmt ab September als Nachfolger des Österreichers<br />

Nikolaus Bachler der von der Opéra National de Lyon kommende<br />

gebürtige Belgier Serge Dorny. Nach dem Studium von Architektur, Kunstgeschichte,<br />

Archäologie, Komposition und Musikanalyse in Gent wurde<br />

er 1983 als Dramaturg in das Team von Gerard Mortier an der Brüsseler<br />

Oper La Monnaie aufgenommen. Von ihm hat sich Dorny nach eigener<br />

Aussage die Besessenheit für Musik angeeignet. Zwischen 2003 und <strong>2021</strong><br />

war er äußerst erfolgreich als Intendant an der Oper von Lyon tätig, wo er<br />

künstlerisch vorbildliche Arbeit leistete, neue thematische Schwerpunkte<br />

setzte und Bekanntes mit Unbekanntem geschickt mischte. Damit gelang<br />

es nicht nur, das dortige Publikum radikal zu verjüngen, sondern aus dem<br />

eher verschlafenen Haus ein pulsierendes kulturelles und soziales Zentrum<br />

der Stadt zu machen. Daraus erkennt man seine Stärke und Mission:<br />

Leute in die Oper holen.<br />

Im Gegensatz zu dem in München gepflegten Repertoiresystem mit<br />

täglich wechselnden Aufführungen bekennt sich Serge Dorny zu dem allgemein<br />

üblichen Stagione-Theater, das immer nur ein Stück erarbeitet<br />

und dieses anschließend mehrmals en suite spielt. Es ist allerdings einleuchtend,<br />

dass nicht alles, was in Lyon funktioniert hat, nach München<br />

exportiert werden kann. Das beabsichtigt Dorny auch nicht, da seiner Ansicht<br />

nach die Welt und die Menschen in ständiger Bewegung sind und<br />

Veränderungen unterliegen. Diesen Tatsachen sollte Rechnung getragen<br />

werden. Deshalb meint er auch, dass es im Musiktheater nichts Richtiges<br />

oder Falsches gibt, aber immer Fragen gestellt werden müssen. Sein Credo:<br />

Musiktheater ist eine Form des Diskurses, des gemeinsamen Nachdenkens<br />

über die allgemein gültigen und aktuellen Probleme der Menschheit.<br />

v<br />

Lichtgestalt für Klassikfans:<br />

Außenansicht der Bayerischen Staatsoper am Abend<br />

70


ART<br />

Das Trio Fantastique:<br />

Vladimir Jurowski, Serge Dorny und Igor Zelensky (v. l. n. r.)<br />

x<br />

h<br />

Das wunderschöne Ballett „Die Kameliendame“<br />

mit farbenfrohen Kostümen<br />

Fotos: Wilfried Hoesl, S. Gherciu<br />

Der neue Generalmusikdirektor<br />

Zeitgleich mit Serge Dorny wurde auch der gebürtige Moskauer Vladimir<br />

Jurowski als Generalmusikdirektor an die Bayerische Staatsoper berufen<br />

und nimmt am 1. September seine Tätigkeit auf. Ausgebildet wurde er<br />

zunächst bei seinem Vater Michail Jurowski am Konservatorium seiner<br />

Heimatstadt, dann bei Rolf Reuter und Sir Colin Davis in Dresden und<br />

Berlin. Weltweit war er als Gastdirigent an bedeutenden Opernhäusern<br />

engagiert. Mit der Oper „Der feurige Engel“ von Sergej Prokofjew gab<br />

Jurowski bereits vor sechs Jahren mit großem Erfolg ein viel bejubeltes<br />

Debüt in München. Erstmals trat er international 1995 beim Wexford<br />

Festival auf, ein Jahr später stand er in Convent Garden am Pult. Nach<br />

Kurt Masur war er von 2007 bis Ende der Spielzeit 2020/21 Chefdirigent<br />

des London Philharmonic Orchestra und tritt nunmehr in die Fußstapfen<br />

von Kirill Petrenko als Generalmusikdirektor in München.<br />

Beim Vergleich der Verpflichtung von Petrenko durch Bachler 2013 für<br />

diese Position und bei der diesjährigen Berufung von Jurowski fällt eine<br />

frappierende Ähnlichkeit auf und kann als bedeutender Schritt sowohl für<br />

München als auch den Dirigenten angesehen werden. Vladimir Jurowski<br />

befindet sich wie damals Petrenko in einer ähnlichen Phase seiner Karriere:<br />

Als Dirigent ist er erfahren, aber eben noch kein Weltstar. Er hat jedoch<br />

beste Voraussetzungen dazu, einer zu werden, denn er brennt für das Theater<br />

und wird dies <strong>–</strong> ebenso wie Petrenko seinerzeit <strong>–</strong> beweisen wollen.<br />

Wenn die Zusammenarbeit zwischen Jurowski und Serge Dorny ebenso<br />

gut funktionieren wird, wie dies zwischen Bachler und Petrenko bis zur<br />

Übergabe ihrer Funktionen der Fall war, stehen die Chancen gut, dass die<br />

Bayerische Staatsoper ihre Erfolgsgeschichte fulminant fortsetzen kann.<br />

Der neue bzw. alte Ballettdirektor<br />

Als Dritter des Leading Teams ist Igor Zelensky zu nennen. Seit 2016<br />

amtiert er als Leiter des Bayerischen Staatsballetts und sein Vertrag<br />

wurde nun bis 2026 verlängert. Der in Labinsk in Russland geborene,<br />

in Tiflis und Sankt Peterburg ausgebildete Tänzer gab 1988 sein Debüt<br />

am Marinsky-Theater, an dem er für viele Jahre Star des Balletts war.<br />

Darüber hinaus tanzte er nicht nur als Principal Dancer am New York City<br />

Ballet, sondern auch als gefragter Gastsolist auf weiteren internationalen<br />

Bühnen. Zwischen 2006 und 2015 fungierte er als künstlerischer Leiter der<br />

Compagnie in Novosibirsk, von 2011 bis 2016 betreute er als künstlerischer<br />

Direktor die zweite Moskauer Ballettcompagnie am Stanislawski-<br />

Nemirowitsch-Theater. Mit dem Bayerischen Staatsballett präsentiert er<br />

neben klassischen Werken in der Reihe „Heute ist Morgen“ auch zukunftsweisende<br />

Neukreationen der jüngeren Generation.<br />

Ein Premierenreigen<br />

Das Programm für die Spielzeit <strong>2021</strong>/22 bringt die Philosophie der Verantwortlichen<br />

deutlich zum Ausdruck: Es wird weniger Wert auf Glamour<br />

und Starqualitäten gelegt, also bei Premieren etwa auf Verdi oder Größen<br />

wie Jonas Kaufmann verzichtet. Vielmehr wird grundlegender, mutiger<br />

und erdender Humanismus herausgekehrt. Die Aufführungen sollen als<br />

Spiegel der Gesellschaft ein Ort der Unterhaltung, Reflexion, Auseinandersetzung<br />

und des Austausches sein. Im Mittelpunkt steht der irrende,<br />

suchende, kämpfende und nackte Mensch, der immer in Bewegung ist.<br />

Dorny stellt seine erste Spielzeit mit der Auswahl seiner Premieren stücke<br />

unter das Motto „Feier des 20. Jahrhunderts“. Er präsentiert Musik desselben<br />

und rückt soziale und politische Fragen in den Mittelpunkt.<br />

PREMIEREN<br />

24. 10. <strong>2021</strong> „Die Nase“ von Dmitri Schostakowitsch<br />

18. 12. <strong>2021</strong> „Giuditta“ von Franz Lehar<br />

30. 01. 2022 „Das schlaue Füchslein“ von Leos Janacek<br />

28. 02. 2022 „Peter Grimes“ von Benjamin Britten<br />

09. 05. 2022 „Les Troyens“ von Hector Berlioz<br />

FESTSPIEL-PREMIEREN<br />

27. 06. 2022 „Die Teufel von Loudun“ von Krysztof Penderecki<br />

17. 07. 2022 „Capriccio“ von Richard Strauss<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

71


h<br />

Roy Lichtenstein, „Shipboard Girl“,<br />

1965<br />

v<br />

Andy Warhol, „Liz II.6“,<br />

1964 <strong>–</strong> 1968<br />

Andy Warhol, „Mao II.93“,<br />

1972<br />

x<br />

Redaktion: Elisabeth Muth, Fotos: © OSME Fine Art, Mischa Nawrata<br />

72


ART<br />

IT’S ALL<br />

ABOUT<br />

ART<br />

KUNST FINDET STADT: EIN<br />

NEUER ART-HOTSPOT IN WIEN<br />

FÜR SAMMLER & EINSTEIGER<br />

v<br />

Othmar und<br />

Sandra Schimek<br />

Kunst befindet sich ständig im Wandel. Auch das<br />

international agierende Kunsthandelsunternehmen<br />

OSME Fine Art wechselt seinen Standort<br />

und zieht in den 1. Wiener Bezirk. Gegründet hat<br />

es Othmar Schimek, der seit über 15 Jahren als<br />

Kunsthändler und Sammlungsberater in London,<br />

Miami und Wien tätig ist. Ab September präsentieren<br />

Othmar und Sandra Schimek ausgewählte Werke von Andy Warhol,<br />

Keith Haring, Roy Lichtenstein, KAWS und anderen namhaften Künstlern<br />

an der neuen Adresse Tiefer Graben 19, wie er im Interview verrät:<br />

Herr Schimek, Sie unterstützen seit vielen Jahren Ihre Kundinnen und<br />

Kunden darin, Kunstsammlungen aufzubauen und zu erweitern. Worin<br />

sehen sie den Schwerpunkt von OSME Fine Art?<br />

Er liegt vor allem darin, österreichischen und internationalen Kunden<br />

durch unsere Erfahrung und unseren umfassenden Service das Sammeln<br />

von hochwertigen Kunstwerken zum Vergnügen zu machen. Denn Kunst<br />

zu sammeln macht dann am meisten Spaß, wenn<br />

man das richtige Werk im bestmöglichen Zustand<br />

und zum fairen Preis erwerben kann. Wir<br />

übernehmen für unsere Sammler die Recherchen<br />

über die Verfügbarkeit, die Provenienz und<br />

den Zustand der gesuchten Werke. Unser über<br />

viele Jahre aufgebautes Netzwerk an Kunden<br />

und Partnern, zu dem auch Galerien und Auktionshäuser gehören, ermöglicht<br />

es uns, An- und Verkäufe für unsere Kunden optimal und reibungslos<br />

zu organisieren. An erster Stelle steht bei uns die positive Erfahrung<br />

unserer Kunden beim Kunstkauf. Wir beraten Sammler, die ein bestimmtes<br />

Werk suchen, sich grundsätzlich über die Marktsituation gewisser<br />

Künstler informieren wollen oder über ein Investment in „Blue-Chip Art“<br />

nachdenken. Aufgrund unserer Expertise betreffend die Werke von Andy<br />

Warhol und anderer Künstler*innen <strong>–</strong> wie zum Beispiel Keith Haring,<br />

Jean-Michel Basquiat, Yayoi Kusama, Günther Förg und Bridget Riley,<br />

um nur einige zu nennen <strong>–</strong> können wir Kunstinteressierten eine sehr<br />

genaue Vorstellung von sinnvollen Investitionen für den Aufbau ihrer<br />

Sammlungen vermitteln.<br />

Demnächst sind Sie an einem neuen Standort anzutreffen. Worauf<br />

dürfen sich Ihre Besucher freuen?<br />

Unser neuer Standort soll Sammlern die Gelegenheit bieten, sich im<br />

Gespräch mit uns über ihre Interessen auszutauschen. In den zentral<br />

gelegenen neuen Räumlichkeiten können wir unseren Kunden <strong>–</strong> neben<br />

unserer beratenden Tätigkeit <strong>–</strong> Arbeiten von Andy Warhol und anderen<br />

bedeutenden Künstlern im Original vorstellen. Wir freuen uns darauf, in<br />

unserem Schauraum weitbekannte Werke zeigen zu können.<br />

www.osme.at<br />

h<br />

Andy Warhol, „Campbell’s Soup I“,<br />

1968<br />

k<br />

Keith Haring, „Subway Drawing“,<br />

ca. 1982-1984<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

73


ART | PORTRAIT<br />

Redaktion: Bernhard Musil, Marily Elmezoglou, Fotos: Christiane Mader (Porträtbild), SA-PO<br />

v<br />

„Synthesia Overdose", 2014<br />

SA-PO<br />

Das Kunstkollektiv SA-PO, das sich aus Sven Sauer und Igor Posavec<br />

formiert, erkundet den menschlichen Drang nach Identität und Intimität.<br />

Sie konzentrieren sich auf das Zusammenspiel zwischen sozialen<br />

Bewegungen und lokalen Strukturen in Megastädten wie Tokio, New<br />

York oder Seoul <strong>–</strong> daraus entstehen seit 2012 berauschende Kunstwerke,<br />

die auf ein bis maximal fünf Exemplare limitiert sind. Das Duo agiert zum<br />

einen aus Berlin, dem kreativen Zentrum für Design in Deutschland, und<br />

aus Wiesbaden, wo sich die beiden Masterminds im Jahr 2005 im Atelier<br />

von Igor Posavec auch kennenlernten. Sie waren damals Nachbarn,<br />

die zeitgleich an ähnlichen Ideen arbeiteten. Man könnte also sagen, das<br />

Schicksal hat einen berühmten Matte-Painting-Künstler mit einem 3-D-<br />

Designer zusammengebracht und das Ergebnis ist aufregende, stimmige<br />

und hochwertige Kunst.<br />

Sven Sauer kommt aus der Filmbranche und trägt maßgeblich dazu<br />

bei, Szenenbilder zu visuellen Highlights werden zu lassen. Sein Können<br />

demonstrierte er unter anderem in Produktionen wie „Game of Thrones“<br />

und er erhielt bereits mehrere Auszeichnungen, darunter einen Oscar in<br />

der Kategorie „Best Visual Effects“ für seine Arbeit bei Martin Scorseses<br />

Film „Hugo“. Igor Posavec ist ein genialer 3-D-Designer sowie Dozent für<br />

Digitale Kunst und Technologie. Er schöpft aus einem über 20-jährigen<br />

Erfahrungsschatz in den Bereichen Design, Produktdesign und Game Art.<br />

Für beide Künstler ist es eine wichtige Komponente, sich ständig weiterzuentwickeln,<br />

auch wenn einem oftmals die Realität entgegensteht.<br />

Während der Pandemie ist vor allem die Ungewissheit für viele ein Hindernis.<br />

SA-PO haben jedoch neue Wege gefunden, sich zu präsentieren.<br />

Für kommende Ausstellungen planen die beiden Visionäre eine Echtzeit-<br />

Galerie auf ihrer Website, damit interessierte Käufer direkt mit ihnen und<br />

ihrer Kunst in Kontakt treten können.<br />

www.sa-po.de<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

75


Fotos: SA-PO


ART | PORTRAIT<br />

„Grubenvogel“, 2014<br />

AUTUMN <strong>2021</strong> 77


ART | PORTRAIT<br />

v<br />

„Electric sheep<br />

dreaming“, 2014<br />

„Moon“, 2014<br />

x<br />

„Amor fati“, 2013<br />

x<br />

Fotos: SA-PO<br />

78 AUTUMN <strong>2021</strong>


„Future fatigue“, 2013


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200<br />

François Gérard: „Napoléon bei der Schlacht von Austerlitz, 2. Dezember 1805“, 1810<br />

Fotos: Alamy Stock Foto<br />

82


HISTORY<br />

Mythos<br />

NAPOLEON<br />

Von Percival Pachta-Rayhofen<br />

Er war Feldherr und Staatsmann,<br />

Revolutionär und Monarchist,<br />

Friedensfürst und Kriegsherr,<br />

Organisator und Propagandist,<br />

Liebhaber der Künste und<br />

der Frauen. Eine Retrospektive<br />

zum 200. Todestag<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

83


Die Literatur über die Märchenkarriere des „petit Caporal“, der zum<br />

Kaiser der Franzosen und Beherrscher Europas von Spanien bis<br />

zur russischen Grenze aufstieg, ist unübersehbar und übertrifft alle<br />

anderen historischen Persönlichkeiten. Angeblich ist lediglich<br />

über Jesus Christus mehr geschrieben worden als über Napoleon.<br />

Jedes Kind kennt seinen Namen und viele uns heute bekannte<br />

Dinge und Institutionen gehen auf ihn zurück.<br />

Und wie bei allen Größen in der Geschichte stehen sich Bewunderer<br />

und Kritiker leidenschaftlich argumentierend gegenüber. Was war er<br />

nun, Genie oder Ungeheuer?<br />

Apropos Größe: Rein körperlich war Napoleon mit 1,68 Meter<br />

absolut im Durchschnitt der damaligen Zeit. Unbestritten ist er ein<br />

genialer Feldherr, der über 60 Schlachten schlug, die allermeisten davon<br />

gewann und damit Macht über ganz Europa erlangte. Neben taktischem<br />

Geschick und strategischem Weitblick verdankt er seine Erfolge zwei<br />

weiteren Eigenschaften, die wohl auch heute in Politik und Wirtschaft<br />

entscheidend sind: Er war stets bereit, ein Risiko auf sich zu nehmen,<br />

und er sorgte virtuos für seine eigene PR.<br />

Beispielhaft dafür ist sein legendärer Einsatz auf der Brücke von<br />

Arcole, als er seinen Soldaten im österreichischen Kugelhagel voranstürmte.<br />

Er landete zwar unrühmlich im Sumpf und musste herausgezogen<br />

werden, aber die Schlacht war gewonnen und ein wichtiger<br />

Meilenstein zum Sieg in Italien gesetzt. Neben den von ihm sorgfältig<br />

selbst verfassten Bulletins bewirkte auch das Gemälde von<br />

Antoine-Jean Gros, dass seine Taten im rechten Licht erstrahlten.<br />

Zeitgenossen<br />

sagten über ihn,<br />

dass er unter all<br />

den Generalen am<br />

wenigsten wie ein<br />

Militär aussah<br />

Zeitgenossen sagten über ihn, dass er unter all den Generalen am<br />

wenigsten wie ein Militär aussah. Er selbst verstand sich ebenfalls<br />

mehr als wohlwollender Staatenlenker, der <strong>–</strong> wo auch immer er war <strong>–</strong><br />

bleibende Erfolge bewirkte. Die Jahre seines Konsulats und der beginnenden<br />

Kaiserzeit gelten in Frankreich als goldene Jahre: Chaos und<br />

Terror der Französischen Revolution wurden beseitigt, Religionsfreiheit<br />

wieder eingeführt sowie die Ordnung und innerer Frieden wiederhergestellt.<br />

Zudem wurde ein wirtschaftlicher sowie kultureller Aufschwung<br />

durch seine klugen Maßnahmen bewirkt. Dazu gehören unter vielem<br />

anderen die Gründung der Banque de France ebenso wie die Förderung<br />

von Künstlern, Oper und Theater, teilweise sogar mit finanziellen<br />

Mitteln aus seiner eigenen Tasche.<br />

h<br />

Antoine-Jean Gros:<br />

„Bonaparte an der Brücke von Arcole“, 1796<br />

v<br />

Jean-Auguste-Dominique Ingres:<br />

„Napoleon Bonaparte als Erster Konsul von Frankreich“, 1803 <strong>–</strong> 1804<br />

Fotos: Alamy Stock Foto<br />

84


HISTORY<br />

Napoleon <strong>–</strong><br />

Staatsmann,<br />

Gesetzgeber,<br />

Organisator<br />

k<br />

Anne-Louis Girodet<br />

de Roucy-Trioson:<br />

„Napoleon Bonaparte im<br />

Krönungsgewand“, 1804<br />

Als Gesetzeswerk beeinflusst der Code Civil, der aufgrund Napoleons<br />

Veranlassung und auch tatkräftiger Mitwirkung zu Recht „Code<br />

Napoléon“ genannt wird, bis zum heutigen Tag die Rechtsprechung in<br />

Frankreich, aber auch in vielen anderen Ländern in Europa und Übersee.<br />

Die Insel Elba, der Ort seiner ersten Verbannung, profitiert noch heute<br />

von den wirtschaftlichen Initiativen, die er während seines kurzen<br />

Aufenthaltes dort ergriff. Auch in Ägypten setzte er sofort Akzente, um<br />

das Los der Bevölkerung zu verbessern. An dieser Stelle sei erwähnt,<br />

dass Napoleon sich als überzeugter Liberaler stets gegen Rassismus und<br />

Diskriminierung engagierte.<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

85


HISTORY<br />

Napoleon <strong>–</strong><br />

Friedensfürst<br />

statt<br />

Kriegstreiber?<br />

h<br />

Napoleon grüßt seine Kavallerie: Gemälde „Napoleon Bonaparte in<br />

der Schlacht von Friedland, 1807“ von Ernest Meissonier<br />

j<br />

Hippolyte Bellangé und Adrien Dauzats: „Französische Kaisergarde,<br />

Parade vor dem Louvre, 1810“, 1852<br />

U<br />

ngeachtet seiner Genialität und bleibenden Verdienste in vielen<br />

Belangen besteht weiterhin die Hauptkritik an Napoleon, Europa<br />

20 Jahre lang in blutige Kriege verwickelt zu haben, die auch<br />

seinen Namen tragen. Betrachten wir aber seine militärische Seite<br />

einmal näher: Die Großmächte England, Österreich, Russland und<br />

Preußen standen Frankreich seit der Revolution schon deshalb feindlich<br />

gegenüber, weil sie ein Überschwappen des liberalen und egalitären<br />

Gedankengutes befürchteten. Frankreich war daher schon vor seiner<br />

Regentschaft den Angriffen dieser Mächte ausgesetzt.<br />

Als 1802 endlich ein dauerhafter Friede in Reichweite war, stellte<br />

sich England entschieden dagegen, denn man meinte dort, Frieden mit<br />

Frankreich sei weitaus gefährlicher als ein Krieg. Fortan verhinderte es<br />

alle Friedensbemühungen und schmiedete mit englischem Geld weitere<br />

anti-französische Koalitionen. Mit Fug und Recht kann man daher festhalten,<br />

dass die Napoleonischen Kriege <strong>–</strong> vielleicht mit der Ausnahme<br />

des Einmarsches in Russland 1812 <strong>–</strong> reine Verteidigungskriege Frankreichs<br />

unter der Führung Napoleons waren.<br />

Er selbst sagte oft, dass er viel lieber Frankreich weiter auf dem Weg in<br />

die Prosperität geführt hätte, als unablässig Kriege zu führen.<br />

Napoleon <strong>–</strong><br />

Architekt und<br />

Städteplaner<br />

Vieles verdankt die Nachwelt auch dem baulichen Gestaltungswillen<br />

Napoleons, insbesondere Paris stand im Mittelpunkt seiner Visionen.<br />

Selbstverständlich galt es, seinen Ruhm und den seiner Grande<br />

Armée zu verewigen: So wurden gleich zwei Triumphbögen errichtet,<br />

der kleinere beim Tuilerien-Palast und der größere am Place de l’Étoile,<br />

ein weithin bekanntes Wahrzeichen von Paris. Allerdings hat er dessen<br />

Fertigstellung nicht mehr erlebt. Der breite Straßengürtel rund um das<br />

Pariser Zentrum trägt die Namen seiner Marschälle und an seine Siege<br />

erinnern der Gare d’Austerlitz, die Rue de Rivoli und viele andere.<br />

Aber es ging ihm nicht nur um Ruhm und Ehre, sondern auch um <strong>–</strong><br />

wie man heute sagen würde <strong>–</strong> Nachhaltigkeit. Er wollte Paris nicht nur<br />

schöner, sondern auch gesünder machen. Dazu wurden auf seine Veranlassung<br />

hin Wasserleitungen und Abwasserkanäle errichtet und die<br />

stinkenden Gassen wichen breiten grünen Boulevards. Und letztlich<br />

sollten seine Soldaten im Schatten marschieren können, somit wurden<br />

in ganz Frankreich Alleebäume gepflanzt. Viele kolossale Visionen für<br />

ein „Über-Paris“ schwebten ihm noch vor <strong>–</strong> Europas Hauptstadt, die ein<br />

zweites Rom werden sollte. Doch dazu fehlte ihm letztlich die Zeit.<br />

Fotos: Everett Collection/Shutterstock.com, Alamy Stock Foto<br />

86 AUTUMN <strong>2021</strong>


Bilder:© schreinerkastler


HISTORY<br />

Napoleon <strong>–</strong><br />

die Frauen<br />

und die Liebe<br />

N<br />

apoleon galt als „Womanizer" und manche Damen waren regelrecht<br />

Groupies des mächtigen Korsen, wobei einige nach dem intimen<br />

Tête-à-Tête kurzerhand weggeschickt wurden, während er sich<br />

wieder seinem Schreibtisch und Staatsangelegenheiten zuwandte.<br />

Ab und zu fanden willige Gefährtinnen gar keine Beachtung.<br />

Einige Frauen spielten aber neben Laetitia Buonaparte, der stets im<br />

Hintergrund präsenten hochverehrten „Madame Mère“, durchaus eine<br />

wichtige Rolle in seinem Leben: Da wäre zunächst Désirée Clary zu<br />

nennen, seine erste Liebe. Er wandte sich bald Joséphine de Beauharnais<br />

zu, doch aus Verbundenheit verheiratete er Désirée mit General Bernadotte<br />

und machte diesen zum Marschall und Prinzen von Pontecorvo.<br />

Und dies, obwohl dessen Loyalität wie auch seine militärischen Fähigkeiten<br />

umstritten waren. Diesem Umstand verdankt jedoch Schweden<br />

sein derzeitiges Königshaus, denn Bernadotte wurde nach dem<br />

Aussterben des Hauses Wasa die Königswürde von Schweden angeboten.<br />

Désirée Bernadotte wurde somit Königin von Schweden.<br />

Joséphine de Beauharnais, die sechs Jahre ältere Witwe und Mutter<br />

zweier Kinder, entflammte die Leidenschaft des jungen Generals<br />

Bonaparte, wobei ihre exzellenten politischen Verbindungen zu<br />

Paul de Barras durchaus ebenfalls eine Rolle gespielt haben dürften.<br />

Trotz Eifersuchtsdramen eines feschen Husarenoffiziers heiratete<br />

er sie und machte sie schließlich zur Kaiserin von Frankreich.<br />

Sein erstes bedeutendes Kommando und Sprungbrett für seinen<br />

Aufstieg, nämlich 1796 über die Italienarmee, hatte er nicht zuletzt<br />

ihren Kontakten zu verdanken.<br />

j<br />

Guillaume Guillon Lethiére: Porträt von Joséphine de Beauharnais, die<br />

erste Frau von Napoléon Bonaparte 1763 <strong>–</strong> 1814<br />

Napoleon mit Kaiserin Marie Louise von Österreich und Sohn Napoleon II.,<br />

Herzog von Reichstadt und König von Rom, in den Gärten der Tuilerien<br />

(anonymes Gemälde)<br />

x<br />

Auf die polnische Gräfin Maria Walewska hatte Napoleon ein Auge geworfen<br />

und es entstand eine Liaison, der ein Sohn namens Alexandre<br />

entsprang. Unklar ist bis heute, ob diese Beziehung, die immerhin<br />

halboffiziell war, da ja die Gräfin dem Kaiser bisweilen nachreiste, eine<br />

gegenseitige Leidenschaft war oder ob die junge Maria nur aus patriotischen<br />

Gründen seine Mätresse wurde, um ein unabhängiges Polen von<br />

Napoleons Gnaden zu begünstigen. Kaiserin Joséphine störte die Beziehung<br />

wohl eher wenig, da sie ohnehin von Anfang an wenig Zurückhaltung<br />

mit Lieb habern zeigte. Dennoch zögerte der Kaiser lange, bis<br />

er 1810 die Scheidung der kinderlos gebliebenen Ehe mit Joséphine<br />

verlangte. Der kleine Sohn mit Maria Walewska war für ihn letztlich der<br />

schlagende Beweis, dass die Kinderlosigkeit nicht an ihm liegen könne.<br />

Marie Louise, Tochter des österreichischen Kaisers Franz, war<br />

schließlich eine politische Verbindung, um Österreich als Bündnispartner<br />

zu gewinnen. Obwohl man die junge Erzherzogin daheim am<br />

Wiener Hof von Napoleon nur als „korsisches Monster“ oder „Krampus“<br />

reden hörte, gestaltete sich die Ehe mit ihr <strong>–</strong> wohl für beide Seiten überraschend<br />

<strong>–</strong> glücklich, insbesondere, als sich mit dem gemeinsamen Sohn<br />

Napoleon I., König von Rom, der heiß ersehnte Nachwuchs zur Sicherung<br />

der Dynastie Bonaparte einstellte. Dieser Umstand stimmte auch<br />

die Franzosen wohlwollender, obwohl ja aufgrund ihrer Verwandtschaft<br />

zu Großtante Marie Antoinette gewisse Ressentiments gegen eine<br />

weitere „Autrichienne“ herrschten.<br />

Bemerkenswert ist jedenfalls, dass Napoleon trotz seines dringenden<br />

Wunsches nach einem die Dynastie erhaltenden Nachfolger in einem<br />

kritischen Moment der Geburt auf die Frage der Ärzte, wer gegebenenfalls<br />

gerettet werden sollte, seiner Marie Louise den Vorzug vor dem<br />

lange erhofften Thronfolger gab. Seine Zuneigung zu ihr muss also doch<br />

sehr groß gewesen sein. p<br />

Fotos: Alamy Stock Foto<br />

88 AUTUMN <strong>2021</strong>


© MK Communication Design • www.kundt.at<br />

PREMIUM SUITES<br />

Exklusive Lage im Herzen Laxenburgs nur 200 m vom Schlosspark entfernt.<br />

16 moderne Signature-Suiten im Zentrum von Laxenburg. Unweit der ehemaligen Kaiserresidenz<br />

entsteht derzeit auf der rund 1.400 m 2 großen Liegenschaft der Herzog-Albrecht-Straße 14-16 eine<br />

exklusive Wohnhausanlage mit 16 Premium- Suiten für ein anspruchsvolles Publikum. Ein Hauptoder<br />

Zweitwohnsitz in Laxenburg bietet eine geradezu ideale Kombination aus Citynähe, ländlicher<br />

Umgebung, attraktivem Freizeitangebot, perfekter Naherholung und überkompletter Infrastruktur.<br />

EIN PROJEKT VON<br />

Whitestone<br />

GROUP<br />

Premium Living. Jetzt. Tel. +43 (0)1 7432100-12 • www.mirabellesuites.at


The sky<br />

is the limit<br />

Aussichtsreich: die Penthouse-Loggia im Steinway Tower mit<br />

beeindruckendem Blick auf den Central Park<br />

Fotos: Binyan Studios<br />

90


ARCHITEKTUR<br />

Ungestörte private Atmosphäre, weitab von der Hektik der Metropolen,<br />

doch trotzdem mittendrin im bunten Treiben <strong>–</strong> eine urbane Enklave<br />

der Ruhe sozusagen: Es sind exakt jene Sehnsuchtsgedanken, die das<br />

Penthouse zum begehrten Nonplusultra machen<br />

Von Christoph Kulmer<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

91


Moderne, offene Treppen bestimmen David Hotsons<br />

Designvisionen für eines der ältesten Penthäuser<br />

von New York: „The Pinnacle“<br />

x<br />

Die Sonne scheint hell durch die bodentiefen Glasfronten in<br />

den imposanten Wohnbereich. Sie schafft eine fast schon<br />

magische, kunstvolle Lichtstimmung, die sich aufgrund des<br />

loftartigen Grundrisses im gesamten Apartment verbreitet. Der Ausblick<br />

bis zum Horizont ist gigantisch. Und für eine Abkühlung lockt ein eigener<br />

Infinity-Pool auf der Rooftop-Terrasse, fernab vom lärmenden Großstadttrubel,<br />

aber trotzdem mitten im pulsierenden, urbanen Zentrum.<br />

Das Penthouse ist für so manchen Architekturliebhaber der absolute<br />

Inbegriff von Luxus und Eleganz. Es ist das Nice-to-have für den modernen<br />

Kosmopoliten, der schlichte und klare Konturen bevorzugt, den Weitblick<br />

über die Dächer der Metropolen liebt und die Erhabenheit, ganz oben angekommen<br />

zu sein, schätzt.<br />

Der präzisen Definition nach ist ein Penthouse eine Wohnung in der<br />

obersten Etage eines Gebäudes, die gegenüber den unteren Stockwerken<br />

zurückspringt und dadurch rundum begehbar wird. Es entsteht der Eindruck<br />

eines eigenen, separaten Baukörpers, der an die Spitze gesetzt wurde<br />

<strong>–</strong> ein Haus auf dem Haus sozusagen. Oder wie es das mittelenglische<br />

Wort „pentis“ beschreibt, von dem sich „Penthouse“ ableitet: ein kleiner<br />

Anbau. In der täglichen Praxis werden die Begrifflichkeiten jedoch nicht<br />

ganz so streng genommen und oft wird jede Dachgeschoßwohnung mit<br />

exklusiverer Ausstattung im städtischen Bereich einfach als Penthouse bezeichnet.<br />

Ein Etikett, das Flair und Esprit versprüht, verkauft eben besser.<br />

Woher kommt aber dieser Penthouse-Lifestyle, der uns in seinen<br />

Bann zieht? Nun ja, es war zumindest kein einfacher Start in der Masterclass<br />

der Immo-Welt. Dieser Wohntypus musste sich, obwohl er sich<br />

ohnehin ganz oben befindet, erst in die Gunst der Bewohner emporkämpfen.<br />

Man könnte sagen, das Penthouse ist die Beletage des 20. und<br />

21. Jahrhunderts. Denn Räumlichkeiten direkt unter dem Dach waren bis<br />

in die 1920er-Jahre nicht sehr populär und schon gar nicht luxuriös. Sie<br />

hatten wenige und kleine Fenster, waren dadurch dunkel, hatten viele<br />

Schrägen und man musste etliche Treppen bezwingen, bis man in seinen<br />

Gemächern angekommen war. Kurz gesagt, sie waren dem Personal<br />

vorbehalten. Die betuchten Hausherrinnen und Hausherren bevorzugten<br />

die komfortableren unteren Geschoße, eben die Beletage, für sich.<br />

W<br />

Hell, gemütlich und mit offenem Kamin:<br />

„The Pinnacle“ zeigt, wie wohnlich der Penthouse-Stil sein kann<br />

Doch die Zeit verändert vieles und wer es sich heutzutage leisten kann,<br />

will hoch hinaus. Was hat nun diesen Wandel ermöglicht? Der Hauptinitiator<br />

für den Siegeszug des Penthouse war ohne Frage eine technische<br />

Errungenschaft <strong>–</strong> nämlich die des Aufzugs. Der Vorläufer unseres allseits<br />

bekannten Personenlifts ist zurückzuführen auf Elisha Graves Otis,<br />

der diesen bereits 1853 präsentierte. Der Clou seiner Erfindung war das<br />

Sicherheitssystem, das einen Absturz verhindern sollte. Die Otis Elevator<br />

Company existiert noch heute und verbaute seine Anlagen in bekannten<br />

Gebäuden wie dem Eiffelturm in Paris oder dem Burj Khalifa in Dubai.<br />

Genau dieses Novum führte Anfang des 20. Jahrhunderts zu einem<br />

regelrechten Bauboom. In den USA hat man das Potenzial, das sich aus<br />

der Möglichkeit, in die Höhe zu wachsen, ergeben hat, sehr früh erkannt.<br />

Einer der wahrscheinlich ikonischsten Outputs dieser Zeit ist das Woolworth<br />

Building in New York City, das mit seinen 271 Metern von 1913<br />

bis 1930 als höchstes Gebäude der Welt galt. Besondere Berühmtheit erlangte<br />

das Dachapartment des Besitzers F. W. Woolworth ab der 50. Etage.<br />

„The Pinnacle“, wie es aufgrund seiner Form genannt wird, verfügt über<br />

knapp 900 Quadratmeter Wohnfläche auf fünf Geschoßen sowie eine eigene<br />

Aussichtsplattform und ist im Moment wieder für knapp 80 Millionen<br />

Dollar zu haben. Architekt David Hotson wurde eigens engagiert,<br />

um mit modernen Visualisierungen die Möglichkeiten der altehrwürdigen<br />

Räumlichkeiten zu verdeutlichen. Das Resultat ist ein, könnte man sagen,<br />

Fotos: Williams New York, Binyan Studios<br />

92


ARCHITEKTUR<br />

Aufstieg<br />

vom Bachelor-<br />

Paradise zum<br />

Luxus-Must-have<br />

typischer Penthouse-Stil: klare Linien, helle Farben und viel Glas, kombiniert<br />

mit gemütlichen Elementen wie einer großzügigen Sofalandschaft,<br />

stilvollen Teppichen und einem offenen Kamin.<br />

Der Gedanke, dem Design ein Touch-Up zu verleihen und damit ins<br />

Hier und Jetzt zu katapultieren, kommt nicht von ungefähr. Domizile wie<br />

„The Pinnacle“ litten lange Zeit unter Imageproblemen und wurden vor<br />

allem mit Macht, Einfluss und Maskulinität assoziiert. Es war ein Statussymbol<br />

für den ungebundenen Junggesellen oder für jenen, der es vorgab<br />

zu sein. Bereits 1956 spielte das weltweit bekannte Männermagazin von<br />

Hugh Hefner in seiner US-Fernsehshow „Playboy’s Penthouse“ mit diesem<br />

Sittenbild. Das Luxus-Penthouse wurde zur Bachelor-Spielwiese mit<br />

freizügigen Frauen als (aus damaliger Sicht) hübsches „Beiwerk“. Und es<br />

ist bestimmt auch kein Zufall, dass eine andere, recht ähnlich gelagerte<br />

Illustrierte ausgerechnet „Penthouse“ heißt.<br />

Der gigantische Steinway Tower dominiert die<br />

Skyline entlang der Billionaires’ Row in New York<br />

Einige kreative Querdenkende aus der Designwelt haben in den<br />

letzten Jahrzehnten jedoch dazu beigetragen, dieses verstaubte Image aufzubrechen.<br />

Eine davon war Stararchitektin Zaha Hadid. Sie war und ist<br />

bekannt für ihre klaren Strukturen und ihren minimalistischen Stil. Eines<br />

der vielleicht besten Beispiele für ihr persönliches Rollenverständnis ist das<br />

nicht von ihr entworfene, aber neu gestaltete „Clerkenwell Penthouse“ in<br />

London, in dem sie selbst gewohnt und gearbeitet hat. Obwohl gewohnt<br />

ist vielleicht zu viel gesagt.<br />

Hadid war ein Workaholic, ständig auf Reisen und auf der ganzen Welt<br />

zu Hause. Die Farbe Weiß ist im kompletten Apartment die dominierende<br />

Konstante. Zugleich hat die Gestalterin alle möglichen Geschlechterklischees<br />

ausgespart und dadurch eine cleane Unisex-Atmosphäre geschaffen.<br />

Gänzlich weggelassen hat sie auch die Küche: „Nicht nötig, ich<br />

esse ohnehin immer auswärts“, soll sie gesagt haben. Die unverheiratete,<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

93


ARCHITEKTUR<br />

Weltspitze:<br />

Das teuerste<br />

Penthouse<br />

residiert in<br />

Monaco<br />

W<br />

Die pittoreske Bucht von Monaco liegt dem<br />

gläsernen Odéon Tower und seinem<br />

imposanten „Sky Penthouse“ zu Füßen<br />

kinderlose Visionärin hat mit ihrer Kunst und ihrer kompromisslosen<br />

Haltung der liberalen, modernen Frau zweifelsfrei ein diverses Rollenverständnis<br />

in unserer Gesellschaft geprägt <strong>–</strong> und damit auch die Sicht auf<br />

Architektur verändert.<br />

Ein weiterer Aspekt, der Auswirkungen auf die Gestaltung unserer Lebens-<br />

und Wohnräume hat, ist das Faktum, dass immer mehr Menschen in<br />

Städten leben. Der Trend geht also eindeutig in Richtung Urbanisierung.<br />

Wobei erwähnt werden soll, dass eine Stadt je nach Staat unterschiedlich<br />

definiert wird. In Österreich gelten Gemeinden mit über 10.000 Einwohnern<br />

als solche. Statistiken zeigen, dass im Jahr 2020 bereits 58,75 Prozent<br />

der österreichischen Gesamtbevölkerung in urbanen Zentren ihren<br />

Lebensmittelpunkt hatten. Experten gehen davon aus, dass dieser Wert bis<br />

Ende 2050 auf fast 70 Prozent steigen wird. Eine Antwort <strong>–</strong> oder vielmehr<br />

eine Problemlösung <strong>–</strong> soll die vertikale Verdichtung sein. Ein bezeichnendes<br />

Beispiel dafür sind die enorm schlanken Wohntürme der Billionaires’<br />

Row in New York. Es handelt sich hierbei um eine Reihe von High-End-<br />

Luxuswolkenkratzern in Manhattan, die auf einer vergleichsweise kleinen<br />

Grundfläche bis zu 470 Meter in die Höhe ragen <strong>–</strong> jedoch nicht ohne<br />

Probleme. Bewohner berichten von starken Schwankungen, lauten Windgeräuschen<br />

und häufigen Ausfällen der Liftanlagen. Trotzdem erreichen<br />

die Verkaufspreise neue Superlative: Ein Penthouse im 96. Stockwerk der<br />

432 Park Avenue hat für 87,7 Millionen Dollar die Besitzer gewechselt,<br />

ein anderes an der Adresse 220 Central Park South für 100 Millionen Dollar.<br />

Ein besonders eindrucksvolles Exempel dieser Baukunst ist auch der<br />

Steinway Tower. New-York-Fans und Design-Bewunderer haben Glück,<br />

denn die beiden Penthouses darin sind um je etwa 60 Millionen Dollar<br />

noch erhältlich. Die Wohnungen bieten natürlich die klassischen Musthaves<br />

wie einen Privatlift in die eigenen vier Wände sowie faszi nierende<br />

On-top-Highlights wie eine Loggia mit einem gigantischen 360-Grad-<br />

Panoramablick auf den Big Apple, der sprachlos macht.<br />

Allerdings können nicht nur die USA mit Mega-Penthouses protzen. In<br />

den „Wallich Residences“ in Singapur beeindruckt das Rooftop-Apartment<br />

auf drei Etagen mit einem eigenen Swimmingpool, Jacuzzi und Barbecue-<br />

Pit für gemütliche Abende. Im Jahr 2019 wurde es für 54,2 Millionen Dollar<br />

verkauft. Das jedoch mit Abstand teuerste Penthouse befindet sich<br />

in Europa: Im „Tour Odéon Sky Penthouse“ in Monaco wird einem auf<br />

einer 3.300 Quadratmeter großen Wohnfläche für knapp 380 Millionen<br />

Dollar wirklich jeder erdenkliche Luxus geboten <strong>–</strong> vom Privatchauffeur<br />

über den 24/7-Concierge-Service bis zum eigenen Wellnessbereich mit<br />

Spa, Hammam, verschiedenen Saunen und Fitnesscenter.<br />

In Wien haben wir diese Höhen noch lange nicht erreicht, weder preislich<br />

noch architektonisch. Die Nachfrage von Penthouses in der Donaumetropole<br />

ist jedoch ungebrochen. Und steigt womöglich noch: Denn<br />

inzwischen ist das Penthouse vom Bachelor-Paradise zum It-Piece für<br />

moderne, stilvolle Kosmopoliten und Großstädter avanciert. p<br />

Fotos: SCI Odéon/Touillon<br />

94


ADVERTORIAL<br />

Stilvolle<br />

Wohlfühlbereiche<br />

im eigenen<br />

Wohnambiente<br />

Von Südtirol über Dubai bis Shanghai: Seit über 45 Jahren sorgt das<br />

italienische Traditionsunternehmen Starpool mit Premium Well-<br />

Being-Konzepten, einzigartigen Wellness-Produkten und modernsten<br />

Technologien immer wieder für Aufsehen. Die Experten realisieren<br />

maßgeschneiderte Wellnessbereiche und bieten über 20.000<br />

mögliche Konfigurationen für Dampfbäder, Saunen und Wärmebäder<br />

sowie Reaktionsbäder und Floating-Liegen.<br />

Die Sauna-Spezialisten aus dem Val di Fiemme im Trentino können<br />

noch mehr. Sie überzeugen mit individueller Beratung, stilvollem<br />

italienischem Design und professioneller Konzeption. Auch bei der Umsetzung<br />

eines individuellen Private Spas. Denn mittlerweile findet man<br />

die exklusiven Produkte nicht mehr nur in den besten Wellness-Hotels<br />

der Welt, in Fitnessstudios oder Spas, sondern auch im gehobenen Privatbereich.<br />

„Wir möchten vor allem unsere privaten Kunden unterstützen, ein<br />

individuelles und maßgeschneidertes Wellness-Erlebnis für ihr eigenes<br />

Zuhause zu realisieren. Als Ansprechpartner von der Ideenfindung bis zur<br />

Umsetzung“, betont Starpool-Geschäftsführer Riccardo Turri.<br />

Mit Erfolg. In den vergangenen zehn Jahren hat Starpool über 1.900<br />

individuelle Spa-Konzepte entwickelt. Viele davon in privaten Häusern<br />

und Wohnungen. Starpool schafft es, selbst in Schlafzimmern oder<br />

Bädern stilvolle Premium-Wellnessbereiche in das Wohnambiente zu<br />

integrieren. Dabei werden die Anforderungen an Räumlichkeiten und den<br />

persönlichen Wohnstil genauso einbezogen wie die innovative Steuerung<br />

und das Energiemanagement. Dafür hat Starpool praktische Smart Home<br />

Lösungen entwickelt. Einfacher geht entspannen nicht.<br />

Schweglerstraße 47-49/GL2<br />

A-1150 Wien<br />

+43 664 4018518<br />

www.starpool.com<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

95


Österreich mit eigener Repräsentanz!<br />

Ob Stressbewältigung oder Steigerung des Wohlbefindens <strong>–</strong> die Starpool<br />

Sauna- und Spa-Konzepte sind zum Glück nicht nur Wellness-Hotels vorbehalten.<br />

Die Experten aus dem italienischen Val di Fiemme bieten auch für private<br />

Räumlichkeiten kleine, individuelle und maßgeschneiderte Lösungen an. Genauso<br />

wie die großen SPAs, überzeugen sie durch stilvolles Design, hochwertige Materialien<br />

und smarte Technologien. Seit 2018 steht den österreichischen Kunden<br />

der SPA Experte Andreas Poschalko als Starpool Consulent für Beratung, Konzeption<br />

und Umsetzung zur Seite. Zum Beginn des Jahres <strong>2021</strong> wurde mit der<br />

ANTIRI GMBH eine eigene Generalvertretung Österreich realisiert. CEO<br />

Andreas Poschalko und sein Team verwirklichen Starpool Wohlfühl-Oasen der<br />

Extraklasse. Damit aber nicht genug. Ganz dem neuen Wohntrend Cocooning<br />

entsprechend, verwandeln die Starpool Produkte das eigene Zuhause in einen<br />

stilvollen Wohlfühlort an den man sich gerne zurückzieht. So wird selbst aus<br />

einem überschaubaren Badezimmer, dank des nur drei Quadratmeter großen<br />

Sweet Dampfbads, ein exklusives Mini-Spa. Und die Sauna aus der eleganten<br />

Soul Collection lässt sich gleich einem Einrichtungsobjekt im Schlafzimmer<br />

unterbringen. Ein echter Design-Hingucker.<br />

Egal ob nach einem anstrengenden Tag im Büro oder nach dem Sport, ob<br />

alleine oder mit Freunden <strong>–</strong> Starpool hat immer die richtige Wohlfühl-Lösung<br />

parat. „Wir haben langjährige Erfahrung mit Wellness-Bereichen aller Größen<br />

und Anforderungen. Wir können unseren Kunden schon bei der Konzeption<br />

einen echten Mehrwert bieten, um Fehler von vorneherein zu vermeiden“,<br />

versichert der Starpool-Geschäftsführer.


ADVERTORIAL<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

97


98<br />

Fotos: Sangreal Properties


ARCHITEKTUR<br />

DIE TOP 9<br />

VON WIEN<br />

<strong>Aurum</strong> <strong>999</strong>,9 wagt sich<br />

hoch hinauf <strong>–</strong> und hat die<br />

luxuriösesten Penthäuser<br />

der Stadt entdeckt<br />

Von Christoph Kulmer<br />

STERNENBLICK<br />

TELEGRAPH YARDS Als Post und Telegraphenzentrale wurde dieses<br />

Gründerzeithaus in der Zollergasse im 7. Bezirk einst errichtet. Nun entstehen<br />

hier stilvolle Apartments, wobei die denkmalgeschützte, historische Fassade<br />

erhalten bleibt und die LNR Projektentwicklung GmbH moderne Wohnstandards<br />

mit der wunderschönen Altsubstanz eines geschichtsträchtigen<br />

Gebäudes gekonnt kombiniert. Die innovative Innenarchitektur überzeugt<br />

mit High-End-Technologien sowie qualitativ hochwertigen Materialien und<br />

schafft ein wahres Immobilienkunstwerk. Den Beweis dafür liefern auch die<br />

beiden traumhaften „Skyview“-Penthouses. Deren offene Dachkonstruktion<br />

ist ein wahrlich einzigartiges Element: Untertags kann man den Blick<br />

über Wien schweifen lassen und nach Sonnenuntergang leuchten die Sterne<br />

geradewegs in die Wohnräume.<br />

ZOLLERGASSE 7<br />

1070 WIEN<br />

Wohnungsgrößen: ab 270 m 2<br />

Freiflächen: 90 m 2<br />

Fertigstellung: Sommer 2023<br />

www.telegraphyards.at<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

99


ARCHITEKTUR<br />

LUXUS HOCH 33<br />

TRIIIPLE Direkt am Donaukanal befindet sich im Bezirk Landstraße<br />

ein beispielloses Waterfront-Projekt in Bau. Es handelt sich<br />

um drei spektakuläre Wohntürme mit insgesamt über 4.000 Quadratmetern<br />

Gemeinschaftsflächen für die Bewohner. Unter<br />

anderem stehen eine Party- und Barbecue-Lounge zur Verfügung,<br />

eine Bocciabahn sowie ein Spiel-, Sport- und Basketballplatz. Das<br />

Ziel der Architekten Henke Schreieck ist es, höchste Lebensqualität<br />

zu bieten, jedoch mit großem Respekt vor der Umwelt und<br />

dem Menschen. Eine moderne Flusswasserkühlung sorgt für angenehme<br />

Temperaturen in den Wohnungen und spart gleichzeitig<br />

2.100 Tonnen CO₂ pro Jahr ein. Wenn man trotzdem eine Abkühlung<br />

benötigt, lockt der allen Bewohnern zugängliche Rooftop-Pool.<br />

Das Grande Finale befindet sich in „Turm 1“. Hier begeistert das<br />

Penthaus in der 33. Etage mit hohen Räumen, einem durchdachten<br />

Grundriss, viel Licht und einer unvergleichlichen Aussicht über die<br />

ganze Stadt. In diesem Luxusapartment ist man definitiv ganz oben<br />

angekommen. Im wahrsten Sinne des Wortes.<br />

SCHNIRCHGASSE 13<br />

1030 WIEN<br />

Wohnungsgröße: 160 m 2<br />

Freifläche: 46 m 2<br />

Fertigstellung: Herbst <strong>2021</strong><br />

www.triiiple.at<br />

KULTIVIERTE<br />

WOHNSYMPHONIE<br />

OPERNRESIDENZ Wien wird weltweit mit Kunst, Kultur und<br />

Klassik in Verbindung gebracht. Die historische Innenstadt, prachtvolle<br />

Barock- und Jugendstilbauten, die verschiedenen Museen<br />

und die unzähligen Bühnen für Theater, Oper und Musical schaffen<br />

eine optimale Basis für einen kultivierten und urbanen Lifestyle.<br />

Nahe der Wiener Staatsoper liegt ein ganz besonderes architektonisches<br />

Glanzstück. Es ist 1863 von Anton Hefft erbaut worden<br />

und beheimatet bis heute die Ballettschule der Wiener Staatsoper<br />

und die Kostümwerkstatt. Ein Aufzug führt bis ins oberste Stockwerk,<br />

wo es ein traumhaftes Penthouse auf internationalem Niveau<br />

zu entdecken gibt. Das Domizil erstreckt sich auf einer Ebene<br />

mit offenem Kamin, drei Schlafzimmern und zwei Bädern sowie<br />

einem offenen und großzügigen Wohn- und Essbereich. Absolutes<br />

Penthouse-Flair versprühen jedoch die 166 Quadratmeter große<br />

Terrasse und ein begrüntes Atrium. Für kulturbegeisterte Design-<br />

Aficionados ein absolutes Must-have!<br />

GOETHEGASSE 1<br />

1010 WIEN<br />

Wohnungsgröße: 207 m 2<br />

Freifläche: 166 m 2<br />

Fertigstellung: bezugsfertig<br />

www.opernresidenz.at<br />

Fotos: ZOOMVP, Findmyhome<br />

100 AUTUMN <strong>2021</strong>


CONNERY SEATING SYSTEM | RODOLFO DORDONI DESIGN<br />

TORII ARMCHAIR | NENDO<br />

LIAM COFFEE TABLE | RODOLFO DORDONI DESIGN<br />

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MINOTTI WIEN.<br />

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& Handwerk GmbH<br />

A-1010 Wien. Parkring 20<br />

T +43 (0)1 - 513 42 60<br />

info@minotti-wien.at<br />

www.minotti-wien.at


ARCHITEKTUR<br />

URBANE RUHEOASE<br />

LUXURY AT 7TH <strong>–</strong> ÜBER DEN LINDEN Es ist schon lange hinreichend<br />

bekannt, dass Farben unseren Alltag und unser Wohlbefinden<br />

beeinflussen. Die Natur bringen wir mit grünen und braunen<br />

Tönen in Verbindung, urbane Zentren eher mit grauen Nuancen.<br />

Die Strabag schafft bei diesem eindrucksvollen Neubauprojekt<br />

einen spannenden und erwünschten Brückenschlag zwischen kosmopolitischer<br />

Großstadt und unbeschwerter Natur. Die offene und<br />

luftige Außengestaltung mit großzügigen Balkonen fällt sofort ins<br />

Auge. Denn die warmen Erd- und Bronzetöne der Fassade vermitteln<br />

auf Anhieb ein angenehmes Gefühl von bodenständigem<br />

Luxus. Vor allem das Penthouse „Über den Linden“ ist ein wahres<br />

Architekturjuwel mit exklusivem Weitblick über die Dächer der<br />

Metropole und besticht durch Eleganz, Finesse und Funktionalität.<br />

Für die persönliche Entspannung und erholsame Me-Time sorgen<br />

der eigene Fitnessraum, Sauna und Infrarotkabine.<br />

LINDENGASSE 52<br />

1070 WIEN<br />

Wohnungsgröße: 230 m 2<br />

Freifläche: 280 m 2<br />

Fertigstellung: bezugsfertig<br />

www.luxuryat7th.at<br />

LUXUS-HOCHBLÜTE<br />

AM STADTPARK<br />

ALMANAC RESIDENCES Zwei einzigartige Penthouse-Residenzen<br />

mit den blumigen Namen „Silent Rose“ und „Royal Lily“<br />

beherbergt das neue Luxushotel Almanac Vienna, gleich gegenüber<br />

vom Stadtpark. Sie verbinden außergewöhnliches Wohn-Flair mit<br />

den exklusiven Services eines Fünf-Sterne-Hotels. Die Schmuckstücke<br />

sind am Parkring 14 in einem historischen Stadtpalais, das<br />

1872 von Johann Romano von Ringe entworfen und von August<br />

Schwendenwein von Lanauberg erbaut wurde, ansässig. Die<br />

Geschichte besagt, dass es ein Geschenk des Industriellen Hugo<br />

Henckel von Donnersmarck an seine Frau Laura war. Heute beeindruckt<br />

dieses revitalisierte Immobilienhighlight mit erstklassigen<br />

Materialien wie Naturstein und Holzdielenböden sowie einem extravaganten<br />

Interieur. Das Optimum bei diesen faszinierenden Domizilen<br />

ist das umfangreiche Serviceangebot des Hotels Almanac.<br />

Darin enthalten sind etwa ein Wellness- und Spa-Bereich, ein Gourmetrestaurant,<br />

ein persönlicher Concierge-Service sowie ein privates<br />

Entrée für die Apartmenteigentümer. Mehr Luxus geht nicht.<br />

PARKRING 14<br />

1010 WIEN<br />

Wohnungsgrößen: bis zu 351 m 2<br />

Freiflächen: bis zu 165 m 2<br />

Fertigstellung: bezugsfertig<br />

www.almanacresidences.com<br />

Fotos: Strabag Real Estate GmbH, Terzo Piano Srl<br />

102 AUTUMN <strong>2021</strong>


waltl & waltl<br />

KEIN HAUS WIE DAS ANDERE<br />

WEIL KEIN MENSCH DEM ANDEREN GLEICHT<br />

Natürliches Holz. Formschöne, individuelle Architektur.<br />

Einzigartige Raumlösungen.<br />

Das Leben genießen <strong>–</strong> in Häusern von Magnum Vollholz.Design.<br />

*Dieser Gutschein gilt nur beim Kauf eines Magnum-Einfamilienwohnhauses und ist nicht in bar ablösbar oder an<br />

Dritte übertragbar. Nur einlösbar beim Designstudio Nowak in 7301 Deutschkreutz oder 1020 Wien. Gültigkeit bis<br />

zu 1 Jahr nach Vertragsabschlussdatum mit der Fa. Magnum Vollholzdesign. Satz- und Druckfehler vorbehalten.<br />

MAGNUM vollholzdesign GmbH<br />

Fertighauspark Blaue Lagune Parz. 66, A-2334 Vösendorf Süd<br />

T: +43 2236 677 099, info@vollholzdesign.at<br />

www.vollholzdesign.at<br />

NR 1325


PARK-AVENUE-FLAIR<br />

NO10 Im historischen Kern der Wiener Innenstadt residiert dieser<br />

bemerkenswerte Apartmentkomplex. Die interessante Optik ist bei<br />

jedem Stadtspaziergang einen oder mehrere Blicke wert. Für die<br />

außergewöhnliche Architektur dieses Landmarks zeichnet das<br />

renommierte dänische Team 3XN Architects verantwortlich und es<br />

hat ein Objekt von internationalem Format geschaffen. Ziel war es,<br />

das organisch geschwungene Design ins Zentrum zu rücken, um<br />

damit seine volle Strahlkraft entfalten zu können. Dafür hat man<br />

reduzierte Farben verwendet, auf weiße Wände gesetzt und zurückhaltende<br />

Dielenböden aus Eiche für die Wohnräume gewählt,<br />

die von Naturstein und messingfarbenen Armaturen in den Badezimmern<br />

komplettiert werden. Diese Liebe zum Detail spürt man<br />

auch im Penthouse. Es versprüht eine wunderbare Atmospäre aus<br />

Schönheit und Qualität und schafft somit einen Wohnkomfort, der<br />

seinesgleichen sucht. Getoppt wird all das jedoch von der Terrasse<br />

mit fantastischem Ausblick. Ausgewählte Inhouse-Facilities wie<br />

ein eigener Doorman runden den High-Class-Anspruch ab.<br />

RENNGASSE 10<br />

1010 WIEN<br />

Wohnungsgröße: 207 m 2<br />

Freifläche: 46 m 2<br />

Fertigstellung: bezugsfertig<br />

www.no10.at<br />

DESIGN FÜR<br />

FREIGEISTER<br />

KARMELITA Das unvergleichliche Gefühl von Freiheit und Leichtigkeit<br />

ist der Wunsch vieler Menschen, die eine Metropole als Lebensmittelpunkt<br />

wählen. Das beeindruckende Projekt, das von der<br />

3Si Immogroup nach den Plänen der Haas Architektur ZT GmbH<br />

entwickelt wird, bietet den glücklichen Bewohnern in Zukunft luxuriöse<br />

Besonderheiten für ein extravagantes Lebensgefühl. Der<br />

revitalisierte Stilaltbau weiß mit einem wunderschönen Penthouse<br />

inklusive einer 80 Quadratmeter großen Terrasse zu glänzen.<br />

Noble Materialien wie Eichenholzparkett und ein zeitgemäßes<br />

Design der Räume vervollständigen dieses Meisterwerk und verwirklichen<br />

eine elegante Ästhetik direkt am Genuss-Hotspot<br />

Karmelitermarkt in der Leopoldstadt. Doch auch auf nachhaltige<br />

Elemente wurde geachtet: Der Sonnenschutz hat einen Solarantrieb<br />

und die Button-Intelligent-Living-Steuerung ermöglicht es,<br />

den Energieeinsatz ressourcenschonend und optimal zu regulieren.<br />

GROSSE PFARRGASSE 6<br />

1020 WIEN<br />

Wohnungsgröße: 122 m 2<br />

Freifläche: 82 m 2<br />

Fertigstellung: Sommer 2022<br />

www.karmelita.at<br />

Fotos: JP Immobilien, 3SI Immogroup | JamJam, ZOOMVP, JamJam<br />

104


ARCHITEKTUR<br />

RESIDIEREN MIT<br />

WEITSICHT<br />

MARINA TOWER Wohnen im Turm, hoch über der Stadt in individuellen<br />

Penthäusern <strong>–</strong> das versprechen die modernen Luxusapartments,<br />

die im Moment von der Buwog erbaut werden. Entworfen<br />

wurde der Tower von Zechner & Zechner ZT GmbH. Und bereits<br />

die Namen der sechs exklusiven Rooftop-Residenzen wecken<br />

Emotionen und beschreiben zugleich deren unterschiedlichen<br />

Charakter. Interessentierte können wählen zwischen „Sunrise“,<br />

„Sunset“, „Skyline“, „Aqua“, „Infintiy“ und „Citylights“. Jedes Penthouse<br />

ist auf drei Ebenen aufgeteilt <strong>–</strong> zwei zum Wohnen und eine<br />

mit groß zügigen Freiflächen. Die Wohnungen verfügen über drei<br />

bis vier Schlafzimmer, die meisten mit Bad en-suite und bodentiefen<br />

Glasfronten, die einen endlosen und freien Blick auf die Donau und<br />

Wien schenken. Individualität ist ein entscheidender Faktor für ein<br />

angenehmes Wohngefühl, deshalb kann man mit Sonderwünschen<br />

bis ins kleinste Detail den neuen vier Wänden seinen persönlichen<br />

Stempel aufdrücken. Die Eigentümer erwartet auch ein eigener<br />

Zugang zur Donau sowie eine hauseigene Infrastruktur vom<br />

Kindergarten bis zum Ärzte zentrum. Komfortables Wohnen am<br />

Puls der Zeit.<br />

WEHLISTRASSE 291<br />

1020 WIEN<br />

Wohnungsgrößen: bis zu 300 m 2<br />

Freiflächen: bis zu 120 m 2<br />

Fertigstellung: Sommer 2022<br />

www.penthouses.marinatower.at<br />

WEINREFUGIUM<br />

DE LUXE<br />

CUVÉE 49 Das Penthouse am Südhang des bekannten Kahlenbergs<br />

kombiniert zeitgemäßen Wohnkomfort mit erfrischendem<br />

Naturgenuss. Über einen privaten Liftzugang erreicht man komfortabel<br />

das Refugium und sobald man aussteigt, erwartet einen<br />

ein atemberaubender Blick über die Döblinger Weinberge. Das neu<br />

erbaute Wohnprojekt von Winegg stellt eine einzigartige Symbiose<br />

aus Stadtleben, Entspannung und Erholung pur dar. Weitläufige<br />

Außenbereiche, Raumhöhen von bis zu 2,68 Metern, eine elegante<br />

Gestaltung und die funktionale Beschaffenheit dieses Vorstadtjuwels<br />

lassen keine Wünsche offen. Eine ganz besondere Überraschung<br />

verbirgt sich jedoch im Untergeschoß: Der hauseigene<br />

Weinkeller mit einem persönlichen Abteil für jedes Apartment und<br />

einem traditionellen Verkostungsraum. Zusätzlich wird den Bewohnern<br />

der Alltag mit einem Boxensystem für Paketlieferungen und<br />

einem Smart-Home-System erleichtert. Darauf stoßen wir an!<br />

UNTERER SCHREIBERWEG 49<br />

1190 WIEN<br />

Wohnungsgröße: 169 m 2<br />

Freifläche: 93 m 2<br />

Fertigstellung: Herbst <strong>2021</strong><br />

www.cuvee49.at<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

105


Naturstein<br />

in seiner<br />

schönsten<br />

Form.<br />

d.signwerk.com / Foto: Felix Hohagen


eitwieser.com


IMMOBILIEN<br />

Round Table<br />

Bei einem Penthouse handelt es sich nicht einfach um irgendein Domizil <strong>–</strong><br />

man assoziiert damit einen extravaganten Lifestyle aus luxuriöser Freiheit,<br />

unbeschwerter Leichtigkeit und kosmopolitischer Urbanität.<br />

<strong>Aurum</strong> <strong>999</strong>,9 analysiert mit den Immobilien- und Architekturinsidern<br />

Peter Marschall, Maria Planegger und Michaela Thul den Hype um das<br />

Wohnen hoch über den Dächern der Großstadt<br />

Von Christoph Kulmer<br />

PETER MARSCHALL<br />

Immobilienprofi und geschäftsführender<br />

Gesellschafter von Marschall Real Estates<br />

Die klassische Definition eines Penthouses ist ein<br />

Apartment in der obersten Etage eines Wohnturms,<br />

die im Vergleich zu den unteren Stockwerken<br />

zurückspringt und dadurch rundum begehbar<br />

wird. Es entsteht der Eindruck eines eigenen Baukörpers<br />

auf dem eigentlichen Gebäude. In der Praxis werden<br />

jedoch Begriffe wie Dachgeschoßwohnung damit vermischt <strong>–</strong><br />

was macht für Sie als Experte den Unterschied?<br />

Zum einen ist ein Penthouse nur dann ein echtes Penthouse, wenn es<br />

die gesamte oberste Etage eines Gebäudes umfasst. Doch zum anderen<br />

stimmt es schon: In der Alltagssprache werden auch sehr große und<br />

luxuriöse Dachgeschoßwohnungen gerne als Penthouse bezeichnet, was<br />

natürlich, wenn man die korrekte Definition betrachtet, falsch ist. Für<br />

mich persönlich definiert sich ein Penthouse aber noch durch eine außergewöhnliche<br />

Deluxe-Ausstattung, eine lichtdurchflutete Großzügigkeit<br />

und einen fantastischen Blick in die Ferne.<br />

Worauf legen Ihre Kunden, die sich für ein Penthouse interessieren,<br />

besonders viel Wert?<br />

Ein entscheidendes Argument sind tatsächlich die Außenbereiche. Die<br />

Klassiker in diesem Zusammenhang sind natürlich die weitläufigen Terrassenflächen<br />

sowie der Ausblick. Bei den Wohnräumen wird häufig<br />

darauf geachtet, dass sich alles auf einer Ebene befindet, ein gewisser<br />

Grad an Uneinsehbarkeit und Privatsphäre gegeben ist sowie auf höchste<br />

Ausstattungsqualität und einen großräumigen, offenen Grundriss. Die<br />

Lage ist nach wie vor eine sehr wichtige Kaufentscheidung. Neue Trends,<br />

die wir beobachten, sind die starke Nachfrage nach Inhouse-Annehmlichkeiten<br />

wie etwa Concierge-Service, Wellnessbereichen, Fitnessmöglichkeiten<br />

oder einer Spa-Area. Eine andere Entwicklung, die wir<br />

zur Zeit gespannt verfolgen, ist das große Interesse an Wohntürmen, die<br />

in ehemals nicht sehr gefragten Lagen entstehen.<br />

Wer ist aktuell die relevante Zielgruppe für Penthäuser, welche Beobachtungen<br />

haben Sie in diesem Zusammenhang gemacht?<br />

Nach wie vor eine sehr wohlhabende Käuferklientel, die den urbanen<br />

Lifestyle schätzt. Besonders Singles oder Paare jeder Altersgruppe interessieren<br />

sich für diesen Wohnungstypus. Die Nachfrage bei Familien mit<br />

Kindern hingegen ist eher gering.<br />

Fotos: Marschall Immobilien, Sabine Hauswirth, Akos Burg<br />

108


ARCHITEKTUR<br />

MARIA PLANEGGER<br />

Architektin und geschäftsführende<br />

Gesellschafterin bei A01 Architects<br />

Was macht für Sie als Architektin das Penthouse<br />

zum Penthouse? Welche Faktoren oder Aspekte<br />

versuchen Sie im Planungsprozess zu berücksichtigen<br />

und welche entscheidenden Entwicklungen<br />

oder Trends gibt es aktuell?<br />

Das Thema ist ja nicht unbedingt neu. Grundsätzlich<br />

ist der Wohnraum im obersten Geschoß eines<br />

Gebäudes <strong>–</strong> mit all seinen Vor- und Nachteilen <strong>–</strong> in<br />

der Stadt seit Langem begehrt. Was ein Penthouse zum<br />

Penthouse macht, ist jedoch sicher das Lebensgefühl, das<br />

man damit kauft. Hier spreche ich von offenen, lichtdurchfluteten<br />

und möglichst hohen Räumen, von einer komfortablen Großzügigkeit<br />

und natürlich einer imposanten Aussicht. Aber wenn man es<br />

sich leisten kann, und das kann man, wenn man ein Penthouse hat, dann<br />

sollte man nicht jeden Quadratmeter in Nutzfläche verwandeln. Wichtig<br />

sind hierbei Terrassen, Balkone, Grünräume und etwas mehr freie Flächen<br />

als üblich. Dieses Verständnis vom Raum als Luxusgut hat sicherlich in<br />

den letzten Jahren zugenommen. Als Architektin sehe ich das Penthouse<br />

aber vor allem auch als Volumen <strong>–</strong> als dreidimensionales Gebilde auf einem<br />

Haus in der Stadt. Begrünte Freiflächen, wo man die unterschiedlichen<br />

Jahreszeiten erleben kann, bringen natürlich einen erheblichen Mehrwert.<br />

Die sogenannte vertikale Verdichtung ist vor allem im Städtebau ein<br />

großes Thema. Worauf sollen oder müssen Architekten bei der Planung<br />

von Hochhäusern achten, damit der Penthouse-Traum nicht zum<br />

veritablen Alptraum wird?<br />

Für einen Tower gilt dasselbe wie für jedes andere Gebäude auch: Es ist gut<br />

geplant oder eben nicht. Wir bauen im Moment das Projekt „Danube Flats“<br />

in Wien. Mit 170 Metern Höhe und 48 Stockwerken wird es der höchste<br />

Wohnturm Europas. Direkt am Donauufer und mit begrünter Fassade sind<br />

wir bei diesem Bau vor vielen Herausforderungen gestanden. Bereits die<br />

Form des Bauwerks hat sich aufgrund der Aspekte wie Wind und Schallreduktion<br />

ergeben und generiert. Dies wird durch die abgerundeten Gebäudekanten,<br />

die aerodynamische Form und die ausschwenkenden, umlaufenden<br />

Terrassen erreicht. Es waren monatelange Windberechnungen<br />

notwendig, um gegebenenfalls im Planungsprozess noch darauf reagieren<br />

zu können. In der Entwicklung sind jedoch noch viele weitere, grundlegende<br />

Komponenten zu bedenken wie Sonneneinstrahlung, Begrünung,<br />

Haustechnik, Tragwerksplanung etc. Was ich aber eigentlich damit sagen<br />

möchte, ist, dass Architektur niemals „nur“ Getaltung oder Design ist. Vor<br />

allem ein Hochhaus ist ein spezielles, hochtechnologisches, ausgeklügeltes<br />

und statisches Gebilde, das neben vielen Funktionen<br />

auch vielerlei Ansprüchen genügen muss. Das Penthouse<br />

ist dabei nur das Sahnehäubchen, aber natürlich<br />

Bestandteil des großen Ganzen.<br />

Wie viel Quadratmeter sind für ein Penthouse in<br />

Österreich eine sinnvolle Größe?<br />

Welche Größenordnung sinnvoll ist, entscheidet<br />

der Bauherr aufgrund seiner Platzbedürfnisse.<br />

Alles ist möglich, wenn es der Raum und das<br />

Budget zulassen. Aber wenn man ein Penthouse-<br />

Feeling haben möchte, zählt weniger die Nutzfläche<br />

als die freie Fläche <strong>–</strong> und um diese Großzügigkeit zu<br />

erreichen, würde ich von mindestens 200 bis 400 Quadratmetern<br />

ausgehen.<br />

MICHAELA THUL<br />

(Innen-)Architektin und geschäftsführende Gesellschafterin<br />

bei mood Einrichtungs- und Planungs GmbH<br />

Die Wohnnutzflächen einer klassischen Villa und eines Penthouses<br />

sind oftmals vergleichbar. Doch welche Unterschiede sehen Sie bei der<br />

Inszenierung der Räume?<br />

Eine Villa hat in erster Linie ein anderes Raumkonzept als ein Penthouse.<br />

Letzteres ist offener angelegt, besitzt meistens große Räume, in denen<br />

zum Beispiel die Bereiche Essen, Wohnen und Lounge ineinander übergehen<br />

und bodentiefe Fensterfronten die Architektur bestimmen. Das<br />

Interieur sollte daher diesem offenen Grundriss in seiner Gesamtheit angepasst<br />

werden und in sich stimmig sein. Damit es nicht zu monoton oder<br />

gar langweilig wirkt, ist es ratsam, einzelne Akzente zu setzen. Bei einer<br />

kleinteiligeren Aufgliederung wie in manchen Villen, können die Räume<br />

unterschiedlicher und individueller gestaltet werden <strong>–</strong> sollten aber dennoch<br />

am Ende ein harmonisches Ganzes ergeben.<br />

Treffen diese Unterschiede ebenso auf die Freiflächen zu? Welche Erfahrungen<br />

haben Sie etwa bei der Gestaltung der Außenbereiche eines<br />

Penthouses gesammelt?<br />

Eine Villa hat in der Regel einen größeren Garten als ein Penthouse. Bei<br />

der Outdoormöblierung sollte man jedoch keinen Unterschied machen:<br />

Die Terrasse stellt in den warmen Monaten ein weiteres Zimmer dar <strong>–</strong><br />

bietet also Platz für einen gemütlichen Loungebereich für Familie und<br />

Freun de, einen großen Esstisch oder eine ruhige Leseecke. Die Auswahl an<br />

hochwertigen, komfortablen und wetterbeständigen Möbeln ist riesig.<br />

Man sollte sich jedoch schon bewusst sein, dass ein Dachgarten anderen<br />

Regeln folgt als die grüne Oase einer Villa. So ist das Thema Beschattung<br />

bei einem Penthouse sehr wichtig und unumgänglich.<br />

Wie würden Sie einen klassischen Penthousebewohner<br />

definieren?<br />

Er will Urbanität und im Zentrum einer Stadt leben,<br />

gleichzeitig aber nicht auf einen Garten, in diesem<br />

Fall Dachgarten, und einen Pool verzichten.<br />

Außerdem gewähren die oft zurückgesetzten<br />

Penthousewohnungen viel Privatsphäre.<br />

Zeichnen sich diese Personen durch einen speziellen<br />

Interiorstil aus?<br />

Einen bestimmten Stil bei der Einrichtung eines Penthouses<br />

gibt es nicht. Zum Glück sind die Geschmäcker<br />

höchst verschieden. Da solche Wohnungen jedoch nicht<br />

sehr häufig vertreten sind, ist die Ausstattung meistens sehr<br />

exklusiv und der Ausbau oft modern und geradlinig mit großen Fensterflächen<br />

<strong>–</strong> dieses Bild spiegelt sich dann auch bei der Einrichtung wider.<br />

Viele Bewohner wählen Möbel mit klaren Linien und Formen. Üppigkeit<br />

würde in den meisten Fällen nur den tollen Ausblick stören, den man in<br />

der Regel in Penthousewohnungen hat.<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

109


ARCHITEKTUR | PORTRAIT<br />

AMANFANG<br />

STEHT IMMER<br />

EINEVISION<br />

Die Brüder Clemens und Gregor Rauhs haben mit modernen Impulsen<br />

und viel Empathie ein innovatives Immobilienunternehmen geschaffen.<br />

Ein Porträt über die Masterminds der spannenden Marke Liv<br />

Von Reinhard Neussner<br />

Ausblick aus<br />

dem Penthouse<br />

„An der alten Donau“<br />

in 1210 Wien<br />

x<br />

W<br />

Die Masterminds hinter der Marke Liv:<br />

die Brüder Clemens und Gregor Rauhs<br />

Es war eine Idee. Ein grundsolider und menschlicher Gedanke, der<br />

eine neue Form des Wohnens und Arbeitens schaffen sollte. Ein<br />

engagiertes Immobilienprojekt, das ein nachhaltiges Gegenmodell<br />

zu Ausgrenzung und Verdrängung darstellt. An einem der buntesten<br />

und belebtesten Plätze von Wien, rund um den Yppenplatz in Hernals,<br />

entsteht zurzeit auf 12.500 Quadratmetern ein innovativer Lebensraum.<br />

Die Rede ist vom „Apfelbaum“. Wachsen lassem ihn die Immobilien-Visionäre<br />

Clemens und Gregor Rauhs und ihrem gemeinsamen Unternehmen<br />

Liv. Doch nun der Reihe nach und wieder auf Anfang.<br />

Bei Clemens Rauhs spürt man sofort eine starke Faszination und Hingabe<br />

zur Stadt, in der er geboren worden und aufgewachsen ist. „Mein<br />

Interesse für Wien, seine Entwicklung und Planung war schon sehr früh<br />

stark ausgeprägt“, schildert er und fügt hinzu, er sei eigentlich Jurist und<br />

habe seine ersten beruflichen Erfahrungen in einer internationalen Unternehmensberatung<br />

gemacht. Er bezeichnet sich selbst als Quereinsteiger<br />

in der Entwickler-Branche, in der er sich durch Neugierde und Begeisterung<br />

das nötige Detailwissen aneignete. Die Firma, welche er gemeinsam<br />

mit seinem Bruder Gregor Rauhs führt, zählt mittlerweile 30 Mitarbeiter.<br />

Die Marke Liv, die 2003 kreiert wurde, sollte ein positives Lebensgefühl<br />

vermitteln. Es ist keine Abkürzung, mit dem Namen wollte man einfach<br />

etwas Neues und Spezielles schaffen, bei dem nicht sofort auf der Hand<br />

liegt, was es bedeutet. Die Vermutung liegt jedoch nahe, dass es „Living<br />

in Vienna“ heißen könnte, gibt Clemens Rauhs zu und erklärt: „Ich bin<br />

überzeugt davon, dass man für eine Entwicklung und ein Marketing, die<br />

Erfolg haben, den Markt und das Umfeld kennen und verstehen sollte.<br />

W<br />

Eindrucksvoller Dachausbau im<br />

„Strozzihof“ in 1080 Wien<br />

W<br />

Innenhof des Projekts<br />

„Piaristengasse“ in 1080 Wien<br />

Deshalb agieren wir derzeit auch ausschließlich in Wien und der direkten<br />

Umgebung.“ Liv versteht sich als Bauträger und als Immobilienvermarkter.<br />

Ein essenzieller Aspekt hierbei ist die enge Zusammenarbeit zwischen<br />

Architekten, Landschaftsplanern und Interiorexperten sowie<br />

Ingenieuren. Denn, so Clemens Rauhs: „Dieses gebündelte Know-how<br />

garantiert ein gutes und zeitloses Design, das auf Funktionalität und Qualität<br />

trifft.“ Dem Immo-Duo ist es ein Anliegen, einen Mehrwert für die<br />

Stadt entwicklung zu generieren, indem man bewusst das gesamte Grätzl<br />

miteinbezieht. Darunter verstehen sie etwa, die Erdgeschoßflächen nicht<br />

zu vernachlässigen, Grünoasen und Gemeinschaftsflächen zu inte grieren<br />

und auch Autoparkplätze unter die Erde zu verlegen.<br />

Fotos: Liv<br />

110 AUTUMN <strong>2021</strong>


CONNERY SEATING SYSTEM | RODOLFO DORDONI DESIGN<br />

TORII ARMCHAIR | NENDO<br />

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ARCHITEKTUR | PORTRAIT<br />

Wichtig sei es zu verstehen, für wen man baut. „Nur wenn man richtig<br />

in den Standort eintaucht <strong>–</strong> auch in die Sehnsüchte der künftigen Bewohner<strong>–</strong><br />

kann man das optimale Gebäude entwickeln, in dem ein Wohlfühlgefühl<br />

entsteht. Ich denke, diese Empathie zum Ort und zum Käufer<br />

macht uns aus“, präzisiert der Vordenker das Erfolgsmodell der Brüder und<br />

verdeutlich einmal mehr, dass sie hohe Maßstäbe an sich setzen, indem<br />

sie sich stets selbst reflektieren, um sich zu verbessern. Dabei versuchen<br />

sie, Trends und Entwicklungen am Markt frühzeitig zu erkennen und zukunftsweisende<br />

Ideen zu konzipieren. Mit Liv worx etwa haben sie auf<br />

Veränderungen am Arbeitsplatz reagiert und sagen: „Wir entwickeln Büros<br />

mit Charisma als Gegenpol zum Homeoffice: ein Ort, wo man sich gerne<br />

trifft und austauscht. Eine Begegnungszone, wo man wieder aufblüht<br />

und die Trennung von beruflichem und privatem Leben bewusst schätzt.“<br />

„Der ‚Apfelbaum‘ ist<br />

ein Ort, der verschiedene<br />

Personen mit unterschiedlichen<br />

Bedürfnissen<br />

zusammenbringt und<br />

verbindet.“<br />

Visualisierung des Projekts<br />

„Apfelbaum“ rund um den Yppenplatz in 1170 Wien<br />

x<br />

Clemens Rauhs setzt zusammen mit seiner Ehefrau Katharina und seinen<br />

vier Kindern beim Wohnen vor allem auf durchdachte Blickachsen<br />

und großzügige Freiflächen. Eine inspirierende Mischung aus Alt und<br />

Neu <strong>–</strong> sowohl bei der Architektur selbst als auch beim Interior <strong>–</strong> schafft<br />

für ihn eine spannende Komponente für das eigene Wohlbefinden.<br />

Besondere Herzensprojekte für ihn und seine Frau sind der Verein und<br />

das Immobilienprojekt „Apfelbaum“. Im Februar 2015 haben die Eltern eines<br />

Sohnes mit Behinderung diesen Verein gegründet und verwirklichen<br />

nun ein progressives Bauprojekt. Der Antrieb war, ihrem ältesten Sohn<br />

Johannes ein selbstbestimmtes Leben in einer neuen Form des Wohnens<br />

und des Arbeitens zu ermöglichen. Der Familienmensch Clemens Rauhs<br />

beschreibt den „Apfelbaum“ selbst so: „Es ist ein Ort, der verschiedene<br />

Personen mit unterschiedlichen Bedürfnissen zusammenbringt und verbindet.<br />

Im Grunde wie die Diversität des Apfels. Es sollte ein Dorf in der<br />

Stadt sein, in dem gegenseitige Unterstützung, das Miteinander und die<br />

Freude aneinander im Vordergrund stehen. Die vielen Gemeinschaftsflächen<br />

als Begegnungszone spielen hierbei eine entscheidende Rolle.“ Das<br />

Projekt ist sozusagen von der Idee bis zur Realisierung stetig natürlich<br />

gewachsen. Denn vom Zeitpunkt des Erwerbs der ersten Immobilie im<br />

besagten Grätzl in Hernals rund um den lebendigen Yppenplatz konnten<br />

über zehn Jahre hinweg weitere angrenzende Liegenschaften hinzugewonnen<br />

werden <strong>–</strong> mittlerweile sind es eben bereits insgesamt 12.500 Quadratmeter.<br />

Die Fertigstellung dieser bemerkenswerten Anlage ist für das<br />

Jahr 2023 geplant.<br />

Die spürbare Empathie, die Liebe zum Detail und die Hingabe zur<br />

eigenen Stadt, in die man ja mit jedem Bauwerk optisch eingreift, machen<br />

den Immo-Mastermind ungemein sympathisch. Seine Kreativität schöpft<br />

er dabei aus Aufenthalten in der Natur. Inspirationen holt er sich aus der<br />

Kunst, denn Museen und Ausstellungen verändern den Blickwinkel, wie<br />

er sagt. Außerdem umgibt er sich gerne mit begeisterten Menschen:<br />

„Leidenschaft ist eine großartige Kraftquelle.“<br />

Auf die Frage, welches Objekt er gerne entwickeln würde, wenn er<br />

ganz frei, spontan und ohne Grenzen und Auflagen daran arbeiten und<br />

es umsetzen könnte, antwortet er, ohne lange zu überlegen, mit einem<br />

Schmunzeln: „Na ja, das AKH-Gebäude kann eigentlich nur ansehnlicher<br />

werden.“ Und spricht damit wohl vielen Wienern aus der Seele.<br />

Die Brüder Clemens und Gregor Rauhs haben zusammen ein Unternehmen<br />

geschaffen, das Immobilien ganzheitlich betrachtet: nämlich im<br />

Einklang mit dem Menschen, der Umgebung, der Umwelt <strong>–</strong> und seiner<br />

eigentlichen Bestimmung. <br />

p<br />

Fotos: JamJam<br />

112 AUTUMN <strong>2021</strong>


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Wichtige Hinweise: Marketingmitteilung gemäß Wertpapieraufsichtsgesetz.<br />

Diese Information ist keine Finanzanalyse und stellt weder eine Anlageberatung<br />

noch ein Angebot oder eine Empfehlung beziehungsweise eine Einladung zur<br />

Angebotsstellung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten oder Veranlagungen<br />

dar. Diese Information ersetzt nicht die persönliche Beratung und Risikoaufklärung<br />

durch die Kundenbetreuerin oder den Kundenbetreuer im Rahmen<br />

eines Beratungsgesprächs. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass<br />

Finanzinstrumente und Veranlagungen teilweise erhebliche Risiken bergen, bis<br />

hin zum Verlust oder Totalverlust des eingesetzten Kapitals.<br />

Impressum: Medieninhaber:<br />

Raiffeisen-Landeswerbung Niederösterreich-Wien, F.-W.-Raiffeisen-Platz 1, 1020 Wien. Stand: Oktober 2020


ARCHITEKTUR | HIGHLIGHT<br />

Fotos: Michael Grimm<br />

114


GRÜNE INSEL<br />

FÜR URBANE<br />

KUNST<br />

Little Island ist ein eindrucksvoll auf Stelzen<br />

schwebender öffentlicher Park in New York City.<br />

Und eine kosmopolitische Ruheoase auf fast<br />

10.000 Quadratmetern, die Kreativen<br />

eine besondere Bühne bietet<br />

Von Christoph Kulmer<br />

Insel im Fluss: Stararchitekt Thomas Heatherwick pflanzte<br />

Betonbtulpen in den Hudson. Little Island verbindet Stadt<br />

und Ruhe, Kunst und Natur vor der Skyline Manhattans<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

115


h<br />

Das Amphitheater bietet Platz für 687 Personen<br />

und stellt New Yorks Kunstschaffenden eine<br />

faszinierende Bühne bereit<br />

Aufgrund der unterschiedlichen Formen und Höhen<br />

der „Betontulpen“ entsteht ein individueller<br />

Landschaftsgarten<br />

v<br />

Am historischen Pier 54 und dem benachbarten<br />

Pier 55 wächst Little Island aus dem Wasser<br />

x<br />

Fotos: Michael Grimm<br />

116


ARCHITEKTUR | HIGHLIGHT<br />

Am Pier 55, West 13th Street, wächst dieses Bauwerk, das vom<br />

britischen Stararchitekten Thomas Heatherwick entworfen<br />

wurde, modern und futuristisch aus dem Hudson River.<br />

Es hat den Anschein, als würde es sich direkt aus dem Wasser erheben.<br />

Dadurch strahlt es Extravaganz und Erhabenheit aus sowie eine Stärke,<br />

sich allen Widrigkeiten und Mächten des Flusses, der wenige Meter weiter<br />

direkt in den Atlantik mündet, entgegenzustellen. Initiator und Entwickler<br />

dieses beeindruckenden Architektur-Highlights ist Barry Diller,<br />

ein US-amerikanischer Medienunternehmer, der das Projekt mit seiner<br />

Privatstiftung The Diller-von Furstenberg Family Foundation finanzierte.<br />

Eine Institution, die auch viele andere Public Areas schafft und unterstützt.<br />

Dem Mastermind schwebte eine grüne Oase vor, die für alle Menschen in<br />

New York ein inspirierender und lebendiger Ort sein sollte.<br />

Dieser ist auch aus historischer Sicht von Bedeutung. Bis Mitte der<br />

1930er-Jahre war der Pier 54 für die britische Cunard-White Star Line der<br />

Abfahrts- und Anlegesteg bei transatlantischen Schifffahrtsrouten. Traurige<br />

Berühmtheit erlangte er im Jahr 1912, als hier die Überlebenden der<br />

Titanic-Katastrophe von Bord der RMS Carpathia, von der sie aufgenommen<br />

und gerettet worden waren, an Land gingen. Ein Jahrhundert später,<br />

2012, hat Hurrican Sandy den Steg jedoch völlig zerstört und die Stimmen,<br />

die auf eine Revitalisierung drängten, wurden immer lauter.<br />

Ein Naturjuwel<br />

in einer der<br />

pulsierendsten<br />

Metropolen<br />

der Welt<br />

Genau an dieser Stelle, dem geschichtsträchtigen Pier 54 und dem benachbarten<br />

Pier 55, ist nun ein urbanes Naherholungsgebiet entstanden.<br />

Es wird von insgesamt 280 Betonstelzen getragen, die zwischen den übrig<br />

gebliebenen Holzpflöcken von Pier 54 hervortreten. Die Pflöcke der<br />

Anlegestelle wurden großteils erhalten, um den Lebensraum der Wassertiere<br />

zu schützen und zu fördern. Auf den Beton- und Holzstelzen bilden<br />

132 „Tulpen“ aus Beton die Struktur des Parks. Aufgrund ihrer unterschiedlichen<br />

Formen und Höhen wurde ein individueller Landschaftsgarten mit<br />

hügeligen Rasenflächen und Aussichtspunkten geschaffen, eingebettet<br />

von mehr als 350 Arten von Blumen, Bäumen und Sträuchern.<br />

Dadurch ergibt sich ein wahres Naturjuwel in einer der pulsierendsten<br />

Metropolen dieser Welt <strong>–</strong> mit vielen Kulturschätzen: etwa einem Amphitheater,<br />

das 687 Sitzplätze umfasst, einer intimen Bühne, vielen Verweilund<br />

Picknickmöglichkeiten sowie natürlich einem atemberaubenden Blick<br />

auf den Hudson River und nicht zuletzt die Skyline von New York.<br />

Aus der Vogelperspektive erkennt man die<br />

Konstruktion und Größe dieses Parks am Hudson River<br />

in vollem Ausmaß<br />

x<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

117


Sessel-Galerie mit Edra-Ikonen wie „Gina“, „Gilda B“ und ‚Ella“<br />

von Jacopo Foggini, Armsessel „Blue Velvet“ von Fernando and Humberto Campana


LIVING | SHOWROOM INTERNATIONAL<br />

PALAST DER<br />

MÖBELTRÄUME<br />

Edra Showroom Palazzo Durini<br />

Von Alice Mandel<br />

Schönheit bedingt Schönheit. Ein Satz, der auf Edras neue Dependance<br />

im altehrwürdigen Palazzo Durini Caproni di Taliedo zutrifft. Mitten in<br />

Mailands berühmten Designviertel steht dieses architektonische Juwel aus<br />

dem 17. Jahrhundert, das durch seine wechselvolle Geschichte nichts an Glanz<br />

und Ausstrahlung verloren hat. Die Innenräume des Palais sind spektakulär:<br />

Trompe-l‘œil-Malereien, aufwendige Fresken, Holz decken mit vergoldetem<br />

Schnitzwerk und Gemälde bilden ein beeindruckendes Ensemble. Über eine<br />

Treppe aus rotem Veroneser Marmor gelangt man in die Beletage und den<br />

Showroom. Die italienische Luxusmöbelmarke hat hier mit Vago Furniture ein<br />

Reich makelloser Eleganz geschaffen, in dem Historie auf Moderne trifft.<br />

Das Ambiente aus Spiegeln, Marmor und Licht wird zur Bühne für<br />

die Kollektionen des 1987 von Valerio und Monica Mazzei in der Toskana<br />

gegründeten Premium-Labels. In den Sälen arrangiert sind die Sofa-Ikonen<br />

namhafter Designer wie Francesco Binfaré und Jacopo Foggini sowie die kreativen<br />

Meisterwerke von Fernando & Humberto Campana. Wie Skulpturen<br />

inszeniert werden sie von Tischen, Sideboards und Accessoires umrahmt.<br />

Einer Installation gleichen die legendären Sesselmodelle, darunter „Ella“<br />

und „Gilda B“ <strong>–</strong> und alles gemeinsam ergibt ein virtuoses Zusammenspiel.<br />

Oder wie es Monica Mazzei beschreibt: „Es ist unmöglich zu sagen, ob es ein<br />

Lieblingsprodukt im Ausstellungsraum gibt. Die Kombination aller unserer<br />

Produkte ist notwendig und außergewöhnlich für Edra. Die Edra-Kollektion<br />

ist wie ein Orchester, jedes Element ist für die Harmonie des Klangs wichtig.“<br />

Demgemäß sind Highlights wie das großzügige Sofa „Grand Soffice“ oder<br />

Sondereditionen mit Swarovski-Kristallen zu bewundern <strong>–</strong> sowie der Palazzo<br />

selbst. Ein wichtiger Punkt für Monica Mazzei: „Wir waren auf der Suche<br />

nach einem Raum, der die Werte unseres Unternehmens vermitteln sollte. Wir<br />

wollten einen ‚gemütlichen‘ Raum, in dem sich auch jeder willkommen fühlt.“<br />

Und bleibende Werte schätzt <strong>–</strong> wie die Möbel von Edra.<br />

h<br />

Samtiges Schneckenhaus: Sofa „Tatlin“,<br />

Design: Mario Cananzi und Roberto Semprini<br />

Adresse: Via Durini, 24, I-20122 Milano<br />

www.edra.com<br />

Fotos: Alessandro Moggi, Edra<br />

v<br />

Möbelkunst: Sofa „Boa“, weißes<br />

Sofa „Cipria“ und Beistelltisch<br />

„Brasilia“ von Fernando & Humberto<br />

Campana. Vorne und rechts:<br />

Tisch „Egeo“, Sessel „Ella“ und<br />

Leuchte „Ines“ von Jacopo Foggini<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

119


8. - 10. OKT <strong>2021</strong><br />

DESIGN<br />

BRAUCHT<br />

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Illustration: Blagovesta Bakardjieva<br />

8.- 10. OKT<br />

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LIVING<br />

Higher Living: Das Penthouse „Über den Linden“ bietet viel Freiraum<br />

mit 230 Quadratmetern Wohnfläche und einer 98 Quadratmeter großen<br />

Dachterrasse, entwickelt von Strabag, www.luxuryat7th.at<br />

x<br />

HEADLINE<br />

VOPRSPANN<br />

HABITZL<br />

PENTHOUSE<br />

LIVING<br />

Redaktion: Alice Mandel, Fotos: Eva Kelety, Hersteller<br />

Hell, luftig, weitläufig: Penthouses bieten viel Platz <strong>–</strong><br />

gerade schönen Dingen. Beim Interieur assoziiert<br />

man den typischen Penthouse-Stil mit minimalistischen<br />

Designs und zurückhaltenden Farben. Doch<br />

in Wahrheit braucht er zusätzlich eine Dosis Exklusivität<br />

und einen Hauch geschmackvollen Glamour.<br />

Zur dezenten Farbpalette von Weiß, Grau,<br />

Braun und Schwarz wirken Akzente in Gold elegant.<br />

Unverzichtbar sind wertvolle Materialien wie Marmor,<br />

Naturstein, edle Hölzer und Metalle, die man<br />

mit Leder, Kristallglas oder handgeknüpften Teppichen<br />

ergänzt. Sofas, Leuchten, Tische und Schränke<br />

dürfen Größe zeigen und in- wie outdoor stilvolle<br />

Lounge- und Spabereiche nicht fehlen. Llimi tierte<br />

Designerstücke und ausgefallene Eyecatcher-Objekte<br />

verleihen Räumen zudem eine individuelle Note.<br />

Hier finden Sie Vorschläge für Interior und Accessoires<br />

im Penthouse-Stil <strong>–</strong> vom Wohnzimmer bis zur<br />

Dachterrasse<br />

Giorgetti<br />

Refllex<br />

Vartian<br />

Moooi<br />

Armani/Casa<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

121


PENTHOUSE<br />

LIVING<br />

Wohnzimmer<br />

1<br />

2<br />

5<br />

3<br />

4<br />

1 Op-Art: grafisch gemusterte Tapete „Ensemble“ von Debonademeo für Wall & decò, wallanddeco.com 2 Trickreiches Innenleben:<br />

Der Barschrank „Houdini“ von Roberto Lazzeroni mixt Holz und Glas, von Giorgetti, giorgetti.com 3 High Glass: Marcel Wanders Studio kreierte<br />

das vulkangraue Sideboard „Echo“ aus Holz mit Intarsien aus Glas von Fiam, fiam.com 4 Soundskulptur: limitierter Lautsprecher „Beoplay A9“ mit<br />

polierten Alubeinen von Saint Laurent x Bang & Olufsen, ysl.com, bang-olufsen.com 5 Kunstvoll gefaltete Metallvasen „Fold“ von Martin Steininger<br />

in mehreren Größen und Formen von Steininger, steiningerdesigners.com 6 Handgeknüpft: Den Teppich „Milano Stomped“ hat Jan Kath<br />

entworfen, von Rahimi & Rahimi, rahimi.at 7 Brillant: facettierter Ganzkörperspiegel „Diamond XL Mirror Silver“ von Reflections Copenhagen,<br />

Fotos Hersteller<br />

122


LIVING<br />

6<br />

7<br />

8<br />

9<br />

10<br />

11<br />

12<br />

13<br />

reflections-copenhagen.com 8 Glamourös: Der Kronleuchter „Hollywood“ (Design von William Brand und Annet Van Egmond) macht Licht<br />

und Eindruck, von Brand van Egmond, brandvanegmond.com 9 Playtime: Schachspiel von Marcel Wanders Studio mit Marmorintarsien und<br />

Kristallglasfiguren, nummerierte Auflage von Baccarat, baccarat.fr 10 Swingt: Sessel „Ribbon Dance“ von André Fu aus der „Objets Nomades“-<br />

Kollektion von Louis Vuitton, louisvuitton.com 11 Wolkenweich und -weiß: Modulsofa „Saint-Germain“ von Jean-Marie Massaud für<br />

Poliform, poliform.it 12 Couch-Trabant: vielseitiger Beistelltisch „Moon Eclipse“ von Mist-o aus Holz von Living Divani, livingdivani.it<br />

13 Edelstein: Jeder „Infinito“-Tisch aus feinem Carrara-Marmor von Roberto Lazzeroni ist ein Unikat von Poltrona Frau, poltronafrau.com<br />

AUTUMN <strong>2021</strong> 123


PENTHOUSE<br />

LIVING<br />

Schlafzimmer<br />

1<br />

2<br />

3<br />

4<br />

5<br />

6<br />

1 Goldig: Vide-poche „Eaux d’Or“ aus Limoges-Porzellan mit Goldfischmotiv von Bernardaud, bernardaud.com 2 Glanzstück:<br />

handgeknüpfter Teppich „Sympony Taupe Gold“ aus echter Tibetwolle und Seide von Vartian, vartian-carpets.com 3 Schönmacher: Schminktisch<br />

„Olympia" von Nika Zupanc mit glänzender Keramikplatte und zwei Spiegeln von Sé, se-collections.com 4 Limitiertes Sammlerstück: Parfüm<br />

„Collectible Crystal Flacon Cascade“ im Kristallflakon von Lalique, lalique.com 5 Erhellt 1.001 Nacht und mehr: Stehleuchte „Mille Nuits<br />

Kandelaber“ aus geschliffenem Kristallglas von Baccarat, baccarat.fr 6 Ornamental: Die Kommode „Antigua“ aus massivem Nussbaumholz und<br />

Weißeschenfurnier hat Luca Nichetto designt, von Wittmann, wittmann.at 7 Traumhaft: Viele Details am Luxusbett „Diamond Majesty“ sind<br />

Fotos: Herstller<br />

124


LIVING<br />

8<br />

9<br />

7<br />

10<br />

11<br />

12<br />

13<br />

Fotos: Victor Robyn, Hersteller<br />

handgefertigt und aus wertvollen Materialien wie Kaschmir, Seide, Vikunja-Wolle oder Bambus. Von Vispring, vispring.com 8 Strahlend:<br />

formschöner Kronleuchter „Meshmatics“ von Rick Tegelaar aus Stahlgeflecht und Messing mit LED-Leuchtmitteln von Moooi, moooi.com<br />

9 Schirmt ab: Paravent „Ombra“ aus Walnussholz mit Spiegelpaneelen von Armani/Casa, armani.com 10 Meeresbrise: Duftkerze „Oceans“ in edlem<br />

Kristallglas von Lalique, lalique.com 11 Night & Day: Nachttisch „Lambert“ aus lackiertem Holz mit Marmorplatte und gerundeten Kanten von<br />

Fendi Casa, fendi.com 12 Entspannungsbogen: Chaiselongue „Onda“ aus Massivholz und Leder von Armani/Casa, armani.com 13 Fashionable:<br />

Vase und Tischleuchte zugleich sind die „Various“-Objekte aus Glas und Holz von Modedesignerin Ann Demeulemeester für Serax, serax.com<br />

AUTUMN <strong>2021</strong> 125


PENTHOUSE<br />

LIVING<br />

Küche & Esszimmer<br />

2<br />

1<br />

3<br />

1 Frisch aus dem Meer: dekoratives Teller-Set „Cheval Blanc Saint Barthelemy“ aus Limoges-Porzellan von Dior Maison, dior.com<br />

2 Stets zu Diensten: Servierwagen „Come As You Are” von Christophe de la Fontaine aus pulverbeschichtetem Stahl mit getönten Glaseinsätzen<br />

von Dante Goods and Bads, dante.lu 3 Wohltemperiert: Der Weinklimaschrank „Vario 400“-Serie aus Edelstahl und Aluminium von Gaggenau ist<br />

mit einem Designpreis ausgezeichnet, gaggenau.at 4 Schöner Mittelpunkt: kunstvoller Tafelaufsatz aus Silber und Glas aus der Kooperation des<br />

Designers Bodo Sperlein mit den Manufakturen Lobmeyr und Jarosinski & Vaugoin. Von Lobmeyr, lobmeyr.at 5 Heißes Design: Wasserkocher<br />

„Via Roma“ aus Edelstahl mit Lederhülle von Casa Bugatti über Artemest, artemest.com 6 Light up my life: smarter LED-Kronleuchter<br />

4<br />

5<br />

Fotos: © Manuel Cacciatore, © John Day, Strasser Steine, Hersteller<br />

126


LIVING<br />

6<br />

7<br />

8<br />

9<br />

10<br />

11<br />

Fotos: Dior, Hersteller<br />

„The Knight“ von Marco Dessí in Kupfer von Lobmeyr, lobmeyr.at 7 Schrank „Midnight“ mit vergoldeten Alutüren, Rosa-Portogallo-Marmor<br />

und Walnussholz von Armani/Dada, armani.com, dada-kitchens.com 8 Faltkunst: Anrichte „Origami Maxi buffet“ von R & C Reflex aus Holz in<br />

Metalloptik von Reflex, reflexangelo.com 9 Haute Cuisine: monolithische Küche „ST-ONE Unit XL500” im „Moraine Leather Look“ aus Naturstein<br />

mit Massivholzkorpus von Strasser, strasser-steine.at 10 Zartschmelzend: Der Schalenstuhl „Gilda B“ aus bernsteinfarbenem Polykarbonat ist ein<br />

Meisterstück von Jacopo Foggini für Edra, edra.com 11 Innovativ: Esstisch „Corail“ mit Standbein mit 3-D-gedrucktem Flechtwerk aus Beton und<br />

Glasplatte, gestaltet von Antoine Fritsch & Vivien Durisotti für Roche Bobois, roche-bobois.com<br />

AUTUMN <strong>2021</strong> 127


LIVING<br />

PENTHOUSE<br />

LIVING<br />

Bad<br />

2<br />

1<br />

4<br />

3<br />

5<br />

6<br />

1 Schaustück: Den großen Spiegel „La Plus Belle“ von Philippe Starck umgibt ein Aluminiumrahmen mit integrierten LED von Flos, flos.com<br />

2 Sauber: formschönes Zubehör-Set „Water Bath Collection" aus Kunstharz mit Lederdetails von Tina Frey, tinafreydesigns.com 3 Wasser-Farben:<br />

Waschbecken „Ago“ aus Kunstharz von Antoniolupi, antoniolupi.it 4 Edler Rahmen: Marmor meets Gold bei den Fliesen „Coleos Calacactta Gold“<br />

für Wand und Boden von L’Argilla, largilla.at 5 Farbbad: Wanne „Barcelona 2“ in „RAL 1014 Elfenbein” aus der Sonderfarbedition mit dem Magazin<br />

„Wallpaper,“ von Victoria + Albert, vandabaths.com 6 Reines Kleinod: Doppel-Waschtischkonsole „Kobol Anniversary“ mit Edelstahl, emaillierten<br />

Keramikbecken, verchromtem Messing und Marmor von Antolini. Entwurf von Alessandro La Spada für Visionnaire, visionnaire-home.com<br />

Fotos: Hersteller<br />

128 AUTUMN <strong>2021</strong>


KETTENBRÜCKENGASSE 22<br />

1040 Wien / coming soon<br />

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1230 Wien / in Verkauf<br />

39 EIGENTUMSWOHNUNGEN<br />

2 <strong>–</strong> 4 ZIMMER, CA. 37 BIS 103 m 2<br />

HWB 30,5 kWh/m 2 a<br />

HOHENBERGSTRASSE 20<br />

1120 Wien / in Verkauf<br />

37 EIGENTUMSWOHNUNGEN, 2 TOWNHOUSES<br />

2 <strong>–</strong> 4 ZIMMER CA. 39 BIS 101 m 2<br />

HWB 32,95 kWh/m 2 a<br />

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WINEGG.AT


LIVING<br />

PENTHOUSE<br />

LIVING<br />

Bad<br />

1<br />

2<br />

3<br />

4<br />

5<br />

1 Elegantes Licht fürs Bad: Ein Meisterstück ist der „Bonnington Chandelier“ mit Kristallglasstäben und Messing von Aerin, aerin.com<br />

2 Privates Spa zum Wohlfühlen: „Soul Steam“ ist Dampfbad, Dusche und Wasserkaskade in einem und kreiert von Cristiano Mino für Starpool,<br />

starpool.com 3 Klare Ordnung: Vitrinenschrank „Strato” aus Aluminium, lackiertem Holz und Glas, von Inbani, inbani.com 4 Aufgedreht:<br />

Die c-förmige Armatur „CYO“ in Messing- oder Platin-Finish (oberes Foto) besitzt austauschbare Griffeinsätze in verschiedenen Designs<br />

(unteres Foto) von Dornbracht, dornbracht.com 5 Pure Wellness: Die „Horizontaldusche“ verfügt dank „Ambiance Tuning Technique“ über<br />

sechs verschiedene Wasserstrahlarten von belebend bis entspannend. Von Dornbracht, dornbracht.com<br />

4<br />

Fotos: Santi Caleca, Dornbracht/Gerhardt Kellermann, Hersteller<br />

130 AUTUMN <strong>2021</strong>


SEHNSUCHTSORT GARTEN<br />

WORK<br />

wir planen und bauen<br />

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POOLS UND TEICHE<br />

MÖBEL & AUSSTATTUNG<br />

stilvoll relaxen<br />

VERDARIUM GmbH 3400 Weidling, Hauptstrasse 286 www.verdarium.at 01/21 21 309


132<br />

Text: Alice Mandel, Fotos: Michaela Gritsch, Minotti


LIVING | SHOWROOM NATIONAL<br />

INTERIOR-<br />

COUTURE<br />

Die Eleganz von Minotti<br />

An der Haute Couture orientieren sich die hochwertigen Stoffe und die<br />

erfahrene Schneiderkunst von Minotti. Sie bilden ebenso die Quintessenz<br />

des Premium-Labes wie elegante, exklusive High-End-Möbel zwischen<br />

Volumen und Geometrie, die oft die Handschrift des Haus- und<br />

Sta rdesigners Rodolfo Dordoni tragen. Das vor über 70 Jahren gegründete<br />

italienische Familienunternehmen ist international äußerst erfolgreich.<br />

Alle Produkte sind traditionsreiche Made-in-Italy-Wertarbeit, sie werden<br />

in Meda gefertigt und in die ganze Welt exportiert, so auch nach Wien.<br />

Dort landen sie im Monobrand-Store Minotti Wien, den Marianne und<br />

Harald Spätauf sowie Marlies Schaden-Spätauf und Isabella Hoffelner-<br />

Spätauf mit fachlicher Expertise und Passion für die raffinierten Designkonzepte<br />

der Marke führen. Im Vorjahr wurde dieser unter der<br />

kreativen Ägide von Susanne Minotti neu gestaltet. Nun stellt ein spannendes<br />

Hell-Dunkel-Konzept auf zwei Etagen Sofas, Sessel, Tische und Betten<br />

ins Rampenlicht. Präsentiert werden die aktuelle Kollektion mit Highlights<br />

wie dem Esstisch „Linha“ oder die vom japanischen Designer Nendo<br />

kreierte Serie „Torii“ <strong>–</strong> und natürlich die exquisiten Materialien, Leder und<br />

Bezugsstoffe. Ein Interior-Expertenteam berät bei der Auswahl und der<br />

Einrichtung vom Boden bis zur Beleuchtung. Denn Minotti ist auch eine<br />

Art Lebensgefühl <strong>–</strong> elegant und sophisticated.<br />

Adresse: Parkring 20, 1010 Wien<br />

www.minotti-wien.at<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

133


134


LIVING | STATUSSYMBOL<br />

PARADIES<br />

ZWISCHEN<br />

HIMMEL<br />

UND ERDE<br />

Grünes Rooftop-Glück<br />

Der ultimative Luxus eines Penthouse:<br />

ein großzügiger Dachgarten für ein<br />

himmlisches Leben im Freien.<br />

Drei Experten erklären, wie man sich<br />

eine stilechte Grünoase on top schafft<br />

Von Alice Mandel<br />

Fotos: Alamy Stock Foto, katesey.org (Kramer & Kramer)<br />

Penthäuser bestechen mit einem atemberaubenden Ausblick.<br />

Die schönste und angenehmste Art, ihn zu genießen, ist im<br />

eigenen weitläufigen Dachgarten, den man in ein Paradies unter<br />

freiem Himmel verwandeln kann. Die Rückbesinnung zu mehr Natur<br />

und Nachhaltigkeit wird auch im Wohnbereich entscheidend. Gerade<br />

Gärten werden immer wichtiger und zunehmend zum intensiv genutzten<br />

Lebensraum, sodass beim Wohnen die Grenzen zwischen Drinnen und<br />

Draußen regelrecht verschwimmen. Bei Premium-Apartments sind sie<br />

ein wesent liches Luxuskriterium <strong>–</strong> und für den urbanen Bereich sogar essenziell.<br />

Denn Grünflächen haben einen enorm positiven Einfluss auf das<br />

Mikroklima. Vom Urban bis zum Vertical Gardening und dicht bepflanzten<br />

Häuserfassaden kommen gerade begrünten Dächern und Rooftop-Gärten<br />

eine wichtige Rolle zu, auch als Lebensraum für (inzwischen oft bedrohte)<br />

nützliche Insekten und bunt schillernde Schmetterlinge.<br />

Doch primär steigern sie das Wohlbefinden und fördern die körperliche<br />

und mentale Entspannung. Mit exklusiver Ausstattung avancieren<br />

zu wahren Luxusoasen, die sich vielfältig nutzen lassen <strong>–</strong> etwa als Privat-<br />

Spa, Lounge, Freibad mit Pool, Küche und Esszimmer. Für die stimmige<br />

Gestaltung braucht es ausgewählte Pflanzen, Möbel, Licht und dekorative<br />

Accessoires. Daneben gilt es ganz Grundlegendes zu beachten,<br />

wie Böden, Bewässerung, Sicht- und Sonnenschutz und vieles mehr.<br />

<strong>Aurum</strong> <strong>999</strong>,9 hat drei Experten gefragt, welche Luxustrends beim Rooftop-<br />

Garden zurzeit besonders en vogue sind.<br />

Vor allem gewinnt er an Bedeutung als multifunktionaler Lebensraum,<br />

meint Jörg Zecha von Begründer, dem Spezialisten für Gartenund<br />

Landschaftsbau: „Der wichtigste Trend geht dahin, einen vollwertigen<br />

Gartenraum zu erhalten <strong>–</strong> dieser soll vor allem ein Rückzugsort sein.<br />

Je nach Möglichkeit sind idealerweise ein Außen- oder Whirlpool, Sauna<br />

und Outdoorküche inbegriffen, ein Loungebereich ist Standard. Und die<br />

v<br />

Die Rooftop-Terrasse als privater Wellnesstempel<br />

h<br />

Der Dachgarten wird durch einen stilvollen<br />

Loungebereich zum Rückzugsort. Design: Kramer & Kramer<br />

Dachterrasse wird auch immer mehr als Homeoffice im Freien betrachtet.“<br />

Dabei stehen die individuellen Interessen im Vordergrund, sagt Clemens<br />

Lutz von Verdarium, Experte in Gartengestaltung: „Mir geht es immer darum,<br />

mit den Bauherren gemeinsam deren Sehnsuchtsort zu definieren<br />

und soweit wie möglich umzusetzen. Trends von heute bzw. morgen entstehen<br />

für mich daher durch Änderungen in den Köpfen meiner AuftrageberInnen.<br />

Es entstehen Wünsche und Sehnsüchte. Diese versuche ich<br />

herauszuarbeiten und in meinen Projekten zu realisieren.“<br />

Hat man zusammen mit dem Gartenarchitekten oder -berater für sich<br />

definiert, welche Ansprüche man an die Rooftop-Oase hat und wie man<br />

sie am liebsten nutzen will, dann geht es zuerst an eine solide Basis wie<br />

Böden und ans Grüne. Hier ist Vielfalt <strong>–</strong> vom Blumenbeet über Gräser bis<br />

zum Baum <strong>–</strong> erlaubt, gefragt und angesagt, meint Bernhard Kramer von<br />

Kramer & Kramer, Concept Store mit Gartenarchitektur und Baumschule:<br />

„Zu den bekannten Terrassenbelägen aus Holz oder Naturstein werden<br />

Bereiche aus extensiv oder intensiv bepflanzten Flächen kombiniert <strong>–</strong> und<br />

natürlich üppige Pflanzenkompositionen in hochwertigen Gefäßen aus<br />

Keramik oder Messing, aber auch große Bäume als Schattenspender und<br />

Strukturgeber über den Dächern. Dies ist aber abhängig von der Statik<br />

und bedarf dementsprechend einer Vorabprüfung der Gegebenheiten.“<br />

Der sogenannte Biophilia-Trend und die Liebe zu Grünpflanzen inund<br />

outdoor in jeder Form ist für Clemens Lutz Ausdruck des aktuellen<br />

Zeitgeists: „Heutzutage ist das wohl der Einfluss der Klimakrise auf unser<br />

Denken. Die Pflanzungen sollten <strong>–</strong> neben anderen Qualitäten <strong>–</strong> gesund<br />

und resilient sein, wenig Wasser benötigen und darüber hinaus im Idealfall<br />

auch einen kleinen, aber positiven Beitrag für unsere Klimabilanz schaffen.<br />

Die (grüne) Beschattung kühlt die Stadt und auch die Wohnung, reduziert<br />

die Temperaturspitzen und damit auch den Einsatz von Klimaanlagen.“<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

135


LIVING | STATUSSYMBOL<br />

h<br />

Relaxen und abtauchen! Der Rooftop-Garten als Sonnendeck mit Pool,<br />

gestaltet von Verdarium<br />

Wegen der exponierten Lage ist Abkühlung durch schattige und wasserreiche<br />

Plätze ein wichtiges Kriterium: „Schatten und Wasser, etwa auch<br />

Brunnen“, sind für Clemens Lutz bei einer Dach-Oase schlicht unverzichtbar.<br />

Genauso sieht es Bernhard Kramer: „Abkühlung steht immer mehr<br />

im Vordergrund, vor allem da ja auch die Sommer im urbanen Raum<br />

immer heißer werden. Pools, Swim-Spas, Whirlpools oder hochwertige<br />

Outdoor-Duschen können da Abhilfe schaffen. Und generell ist das nasse<br />

Element wieder im Trend <strong>–</strong> sei es funktional oder nur optisch <strong>–</strong> in Form<br />

eines Brunnens oder Wassertisches.“<br />

Ein Traum sind natürlich eigene Pools oder ein Verwöhn-Spa.<br />

Klarerweise lässt er sich erfüllen, so Bernhard Kramer: „Wichtig ist, entsprechende<br />

Bereiche für die jeweilige Funktion zu definieren und dann<br />

für eine passende Ausstattung wie verschiedene Wasserelemente oder<br />

eine Outdoor-Sauna, zum Beispiel ein Container-Sauna-Modell, zu sorgen.<br />

Dazu gehören ein Entspannungsbereich mit Daybeds und Sonnenliegen<br />

sowie eine Lounge zur Kommunikation und für ein paar Drinks.“<br />

Neben kalten Cocktails dürfen kühle Zonen nicht fehlen, denn: „Nicht<br />

zu vernachlässigen ist dabei auch die Beschattung durch Sonnenschirme<br />

und -segel, Cabanas, Pergolas etc. Zudem kreieren ein abgestimmtes<br />

Beleuchtungskonzept für die Abendstunden und auch eine Soundanlage<br />

für draußen die entsprechende Atmosphäre.“<br />

Wenn man schon einen ganzen Tag am Dach verbringt, möchte<br />

man gleich open-air kochen und essen und ihn lauschig ausklingen<br />

lassen. „Früher war das Outdoor-Cooking in erster Linie mit<br />

Grillen assoziiert“, erklärt Jörg Zecha. „Jetzt werden vollwertige Küchen<br />

installiert und die Außenküche muss denselben Anforderungen<br />

gerecht werden wie indoor <strong>–</strong> von Induktionskochfeldern über Gasoder<br />

Teppanyaki-Grill, Kühlschrank, Weinkühler, Bar und mehr. Für<br />

einen Diningroom in luftiger Höhe gelten für den Experten ähnliche<br />

h<br />

Eine lauschige Naturoase mit Sträuchern, einem Baum und<br />

viel Holz zum Entspannen von Begründer<br />

Aspekte wie bei Relaxzonen, nämlich: „Ein wichtiger Punkt sind vor<br />

allem die Faktoren Sonne und Wind. Einerseits soll der repräsentative<br />

Ausblick gewährleistet sein, andererseits sollte man geschützt sitzen<br />

können. Ein Pavillon gibt durch seitliche Lamellen oder Verglasungen<br />

Wind- und bei Bedarf Sichtschutz. Mit einem gedeckten Dach schafft<br />

man Sonnen- und Windschutz bzw. auch die Möglichkeit einer guten<br />

Beleuchtung von oben, die den Esstisch gedimmt in Szene setzen kann.<br />

Diese gut inszenierte Lichtstimmung ergänzt eine Akustikplanung mit<br />

einem effizienten Soundsystem, etwa von Bose.“ Dann ist für ein wunderbares<br />

Leben im Freien mit allem Komfort gesorgt.<br />

www.begruender.at<br />

www.kramerundkramer.at<br />

www.verdarium.at<br />

Fotos: Manfred Seidl (Verdarium), Unart (Begründer)<br />

136 AUTUMN <strong>2021</strong>


LIVING | STATUSSYMBOL<br />

PENTHOUSE LIVING<br />

DACHGARTEN<br />

Möbel & Accessoires<br />

2<br />

3<br />

1<br />

4<br />

6<br />

5<br />

7<br />

8<br />

1 Tagtraum: Gepolstertes Daybed „Casilda“ mit Baldachin, Holz und Marmor, Design: Ramón Esteve. Von Talenti, talentisrl.com 2 Sommerfrisch:<br />

Sonnenschirm „Riviera“ aus Kiefernholz und Baumwolle mit „Toile de Jouy“-Motiv von Dior Maison, dior.com 3 Relax: Hängematte „Dioriviera“ aus<br />

Eschenholz und Baumwolle mit „Toile de Jouy“-Motiv von Dior Maison, dior.com 4 Im Fluss: wellige Outdoor-Badewanne „DR Cemento“ von<br />

Studio Mk27, Marcio Kogan, Mariana Ruzante von Agape, agapedesign.it 5 Hell: Laterne aus Holz mit Ledergeflecht von Zanellato/Bortotto GM<br />

aus der „Objets Nomades“-Kollektion von Louis Vuitton, louisvuitton.com 6 Heiß: schwarze Outdoor-Küche aus Naturstein von Breitwieser,<br />

breitwieser.com 7 Schwungvoll: Outdoor-Sofa „Trampoline“ von Patricia Urquiola mit nachhaltigen Materialien von Cassina, cassina.com<br />

8 Unikate: Die Keramikbeistelltische „Calatini“ von Marco Merendi werden von Nicolò Morale handbemalt. Von Paola Lenti, paolalenti.it<br />

Fotos: Hersteller<br />

138 AUTUMN <strong>2021</strong>


Ein schöner<br />

Garten ist eine<br />

office@begruender.at | www.begründer.at | T: 02773/42540<br />

BÜRO: 3033 Hochstraß 599 | SCHAURAUM: 1010 Wien, Schottenring 31


ADA AUSTRIA premium, Sitzgruppe Sacramento W<br />

NATÜRLICH UND URBAN<br />

Lifestyle: Natürliche Schönheit und innere Werte <strong>–</strong><br />

der Trend zum Natural Living ist ungebrochen.<br />

Schon seit einigen Jahren ist die Natur Vorbild vieler Einrichtungskonzepte.<br />

Dabei stehen vor allem naturbelassene Materialien, sanfte Farben und<br />

eine weiche, aber klare Formensprache im Mittelpunkt. Gleichzeitig setzt<br />

der natürliche Lifestyle auf eine hohe Qualität, die einerseits auf erlesenen<br />

Hölzern, Stoffen und Ledern sowie andererseits auf einer sorgsamen Fertigung<br />

beruht. So wird das Ursprüngliche, Echte der Natur in das Zuhause<br />

gebracht und damit ein Ort der Geborgenheit geschaffen. Möbelauswahl,<br />

Farbgebung und Arrangement werden heute aber nicht nur von einem<br />

Trend bestimmt. Vielmehr fließen viele Stile, harmonisch miteinander<br />

kombiniert, in die Gestaltung ein. Geprägt durch engere Raumverhältnisse<br />

in den Städten, wächst auch der Einfluss des Urban Living: Multifunktionale,<br />

flexible Möbel werden den Ansprüchen kleiner Grundrisse gerecht<br />

und kühler Stahl und geometrische Formen spiegeln die nüchterne<br />

Eleganz des Städtischen wider.<br />

Fotos: ADA Möbelwerke<br />

140


ADVERTORIAL<br />

Sitzgruppen<br />

mit natürlichem Look<br />

Mit der Natur zieht Wohnlichkeit in die eigenen vier Wände ein. Warme<br />

Sand- und Erdtöne, aber auch sanfte Blau- und Grünnuancen sorgen für<br />

eine behagliche Atmosphäre. Dazu kommen Leder sowie Stoffe aus Wolle<br />

und Baumwolle, durch die Polstermöbel, Kissen, Decken und Teppiche<br />

besonders anschmiegsam werden. Auf die sorgfältige Auswahl seiner<br />

Materialien ist auch der Polstermöbelhersteller ADA bedacht, denn mit<br />

seinen Möbeln soll man sich vor allem wohl und geborgen fühlen. Die<br />

aufwendige Handwerkskunst, mit der hier gefertigt wird, schafft perfekt<br />

gepolsterte Wohnlandschaften, die höchsten Komfort und eine lauschige<br />

Behaglichkeit bieten <strong>–</strong> individuell, wohnlich und mit natürlicher Ästhetik.<br />

Eine Vorziehbank erweitert<br />

die Sitzfläche.<br />

x<br />

Natural Living:<br />

Holz zieht in Ihr Zuhause ein<br />

Edle Vollholzelemente setzen wohnlich-warme Akzente und sorgen<br />

gleichzeitig für ein angenehmes Raumklima. Dazu kommen feine Stoffe<br />

und naturbelassene Leder, die mit ihrer weichen Haptik die Sinne ansprechen.<br />

Eine solche natürliche Ruheinsel ist das Modell Sacramento.<br />

Das elegante Design aus zeitloser Formensprache und schlanken Metallfüßen<br />

fügt sich harmonisch in den Wohnraum ein. Zudem bereichern raffinierte<br />

Funktionen den Komfort: Auf Knopfdruck erweitert eine elektrische<br />

Vorziehbank die Sitzfläche und je nach gewünschter Position sind<br />

die Nackenstützen beliebig verstellbar.<br />

W ADA AUSTRIA premium, Sitzgruppe Messina<br />

Urban Living:<br />

Platzsparendes Sofa-Design<br />

Auf den ersten Blick gegensätzlich wird die gemütliche Atmosphäre des<br />

Natural Living durch das nüchterne Flair des Urban Living facettenreich<br />

ergänzt <strong>–</strong> denn spannende Kontraste gehören zum aktuellen Lifestyle.<br />

Minimalistisches Design und geometrische Formen aus kühlen Materialien<br />

wie Stahl spielen zusammen mit weichen Polstern aus natürlichen<br />

Materialien und bringen Eleganz in die Wohnbereiche. Gleichzeit zeichnet<br />

sich der urbane Stil durch durchdachte Funktionalität aus, die die<br />

Anforderungen des städtischen Lebens auf kleinem Raum erfüllen. Ob<br />

Auszugstische oder Schlafsofas <strong>–</strong> gefragt sind flexible Möbel, die sich der<br />

jeweiligen Situation und den sich verändernden Bedürfnissen anpassen.<br />

Stauraumwunder:<br />

Sitzgruppe Messina<br />

So ein Multifunktionstalent ist etwa das Ecksofa Messina von ADA. Durch<br />

sein elegantes, aber platzsparendes Design eignet es sich gerade für kleine<br />

Grundrisse. Im Inneren verbirgt sich eine komfortable Vorziehbank zum<br />

Beine-hochlegen und Relaxen. Für Gäste verwandelt sich das Sofa mit der<br />

Schlaffunktion schnell und unkompliziert in eine großzügige Liegefläche<br />

mit vollwertigem Bettkomfort. Bettwäsche, Kissen und Topper können<br />

bequem im geräumigen Bettkasten verstaut werden.<br />

Aus der Verbindung von Natürlichem und Urbanen entstehen individuelle<br />

Wohnkonzepte mit dem gewissen Etwas. Dabei gehen Design und<br />

Qualität, Wohnlichkeit und Funktionalität Hand in Hand.<br />

www.ada.at<br />

W Sitgruppe Messina mit integriertem Stauraum und Schlaffunktion.<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

141


Privater Schauraum: Die 100-Quadratmeter-Garderobe ist mit dem<br />

„Storage"-Schranksystem mit Melaminfronten und Drehtüren „Iron"<br />

ausgestattet, Entwurf von Piero Lissoni. Die „Pivot“-Tür von<br />

Decoma Design geht direkt ins Schlafzimmer. Alles von Porro<br />

Text: Alice Mandel, Fotos: Steininger Designers<br />

142


LIVING | VILLA<br />

KLARE<br />

VERHÄLTNISSE<br />

Minimalismus und Behaglichkeit, Luxus ohne Prunk <strong>–</strong><br />

diese Vorgaben erfüllten Steininger Designers bravourös<br />

in der Moskauer Villa R in formvollendeter Harmonie:<br />

ein luzider Wohntraum mit klarem Konzept<br />

AUTUMN <strong>2021</strong> 143


LIVING | VILLA<br />

h<br />

Geschmackvoll: Die Kücheninsel „Modul" in weiß-grauem Beton prägt den<br />

Koch- und Essbereich und bildet einen edlen Kontrast zum Hochschrank<br />

„Wall" in Eiche Tinte, beide von Steininger Designers<br />

Minimalismus und Behaglichkeit klingen zunächst nach Gegensatz.<br />

Wie man beides in Wohnräumen verbindet, beweist eindrucksvoll<br />

die Villa R, für die Martin Steininger mit seinem<br />

Team ein in sich stimmiges Konzept der Luxusklasse realisierte. In nobler<br />

Lage bei Moskau ist sie das Domizil eines Ehepaars mit zwei Kindern und<br />

einer Kunstsammlung. Der Bau zeigt auf vier Ebenen Eleganz und Großzügigkeit,<br />

die weitläufigen 2.000 Quadratmeter Wohnfläche verströmen<br />

eine klare, reduzierte Ästhetik. Verantwortlich dafür ist eine Kombination<br />

aus hellen und dunklen Elementen, die in verschiedenen Variationen alle<br />

Räumlichkeiten optisch miteinander vereint. Sie strahlen Perfektion und<br />

eine geradezu ultimative Balance aus.<br />

Die Bewohner legten Wert auf eine anspruchsvolle Innenarchitektur:<br />

ein Ambiente, das zwar puristisch und modern gestaltet ist, aber trotz<br />

der Dimensionen eine intime und komfortable Atmosphäre bietet. Dafür<br />

müssen viele Komponenten aufeinander abgestimmt werden und<br />

perfekt zusammenspielen <strong>–</strong> ausgewählte Farben und Materialien ebenso<br />

wie passende Möbel, Lichtlösungen und handverlesene Accessoires. Die<br />

Exklusivität des Designs ist in vielen Details spürbar und beginnt bei einer<br />

durchdachten Definition der Wohnebenen: So wurden zum einen Rückzugsorte<br />

für Eltern, Kinder, Gäste und Personal angelegt, zum anderen<br />

wurden entsprechende Räume für Aktivitäten und Feste konzipiert. Soziales<br />

Zentrum im Wohnsalon ist eine ausladende Sofalandschaft, die vor einem<br />

Kamin eine behagliche Ruheinsel bildet. Daran schließt ein Koch- und<br />

Essbereich der Extraklasse an: Hier thront ein maßgearbeiteter Küchenblock<br />

aus Beton von Steininger Designers, der mit perfekter Geradlinigkeit<br />

besticht. Ausgekleidet ist der Diningroom mit weißen Wänden und hellen<br />

Böden aus großformatigen Fliesen, die sich zudem im Eingangs- und<br />

Außenbereich wiederfinden. Markant und elegant heben sich davon<br />

Schränke und Raumverkleidungen aus dunklen Edelhölzern, matt lackierte<br />

Wandpaneele und mit Leder tapezierte Flächen ab, die zugleich<br />

als Orientierungshilfen im Haus dienen. Modernen Charakter hat ebenso<br />

der subtile Umgang der Innenarchitekten mit der Farbe Schwarz: Er<br />

stilisiert Panoramafensterrahmen, Regale, Einbauten und verschiedene<br />

Accessoires zu effektvollen Interiorelementen.<br />

Besonders edel wirken diese ausgeklügelten Finessen im Master-Bad:<br />

Ein fünf Meter langer Waschtisch aus Weißbeton mit einem überdimensionalen<br />

Spiegel erstreckt sich über die gesamte Wand. Zu dunklen Regalen<br />

h<br />

Fine Dining de luxe: Der Esstisch „Share“ in Räuchereiche<br />

und das maßgefertigte, dunkelbraun lackierte Sideboard mit<br />

Glas stammen von Steininger Designers. Den ovalen schwarzen<br />

Tisch „Synapsis“ hat Jean-Marie Massaud für Porro entworfen<br />

v<br />

Die Villa umfasst 2.000 Quadratmeter und vier Ebenen.<br />

Fast nahtlose Übergänge bis zum Pool schaffen durchgängige<br />

Boden- und Lichtlösungen<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

145


LIVING | VILLA<br />

als Kontrapunkt strahlt er umso heller und eine Aura der absoluten Reinheit<br />

aus. Auch im Kinder- und Gästebad gibt es dunklere Wandverkleidungen.<br />

Angenehme Wärme und Wohlgefühl vermitteln Holzböden in<br />

freundlichen Tönen, die im Master-Schlafzimmer, Kinder- und Gästezimmer<br />

sowie im TV-Room verlegt wurden. Ein Raum, der die luxuriöse<br />

Ausstattung der Villa und Vornehmheit des Interieurs vielleicht am<br />

besten versinnbildlicht, ist die begehbare Garderobe: Auf 100 Quadratmetern<br />

mit 4,5 Meter hohen Wänden bewahren stilvolle Kleider- und Schuhschränke<br />

mit integrierter Beleuchtung mondäne Mode und mehr auf.<br />

Durch den raffinierten Einsatz von Licht <strong>–</strong> von den Zimmerdecken<br />

bis zu den Treppen oder mittels Glasfronten <strong>–</strong> sowie weißem Beton ist<br />

man durchgängig von einer Atmosphäre der Klarheit und Schwerelosigkeit<br />

umgeben. Diese wird durch erstklassige und naturverbundene Materialien<br />

wie hochwertige Hölzer und Leder in gedeckten Farben geerdet.<br />

Infolge entsteht ein exklusives, bis ins kleinste Detail durchkomponiertes<br />

Gesamtbild, das sich bis in den Outdoorbereich erstreckt. Bewusst wollen<br />

W<br />

Relax-Refugium: Die Sofas „Chester Moon“ und „Budapest“ sowie die<br />

Sessel „Housse Extra“ hat Paola Navone designt. Beistelltische:<br />

„Loren“ und „Liquid sind Entwürfe von Draga & Aurel, „Miroir“ von<br />

Matteo Thun und Antonio Rodriguez. Alles von Baxter<br />

Steininger Designers die Trennung zwischen Innen und Außen auflösen.<br />

So ziehen sich die hellen Fliesenböden bis ins Freie und verstärken das Gefühl<br />

von Offenheit und Transparenz. Spektakulär und repräsenativ ist die<br />

Villa R, dennoch hat alles einen äußerst wohnlichen Charakter, was sich der<br />

Kreativität und dem Know-how von Martin Steininger verdankt: „Ziel<br />

guter Gestaltung und Architektur ist es, gute Orte wie diesen entstehen<br />

zu lassen, die den Nutzern dienen und ja <strong>–</strong> auch ihr Leben verschönern.<br />

Das ist der Anspruch bei allem, was wir machen.“<br />

v<br />

Die in- und outdoor verwendeten<br />

Bodenbeläge aus hellen Fliesen in<br />

großflächigen Formaten heben die<br />

Grenzen zwischen Innen und Außen auf<br />

Design: steininger.designers<br />

Fotocredits: steininger.designers<br />

Fotograf: Vitaly Riesler<br />

146 AUTUMN <strong>2021</strong>


HWB (kwh/m²/Jahr): 32 <strong>–</strong> 36,9 / HWB Energieklasse: B / fGEE: 0,69 <strong>–</strong> 0,74 / fGEE Energieklasse: A<br />

Lassen Sie sich inspirieren: Die neuen exklusiven Apartments<br />

entstehen - bis zum Ende des Sommers werden die ersten<br />

Rohbauten bereits fertig sein.<br />

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Die WILLIAM Empfehlung…<br />

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DNA-ANALYSE<br />

DNA<br />

Analyse #2<br />

Der angestammte Platz für unser Coffee Table <strong>MagBook</strong> ist natürlich<br />

ein Coffee Table <strong>–</strong> das liegt sozusagen in den Genen! Deshalb präsentiert<br />

<strong>Aurum</strong> <strong>999</strong>,9 hier die schönsten und exklusivsten Beistelltische, um sich<br />

stilecht in Szene zu setzen<br />

Fotos von Jürgen Hammerschmid<br />

„Coin“<br />

Roche Bobois<br />

Design: Dmitry Kozinenko<br />

Tisch aus Metall mit aufgesetzter Glasplatte, außen<br />

mit dem Stoff „Sole“ bezogen.<br />

www.roche-bobois.com<br />

„DOF Becher schwer I.NEO/cut/ off IV-I” von Lobmeyr<br />

Design: Martino Gamper<br />

COFFEE TABLES<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

149


„Islands Low Table“<br />

Living Divani<br />

Design: Stephen Burks<br />

Das Gestell und die Lamellen sind aus schwarz<br />

lackiertem Metall, die Platte in Steineiche furniert.<br />

www.livingdivani.it<br />

Kugeldose von Lobmeyr<br />

Design: Oswald Haerdtl


DNA-ANALYSE<br />

„Blending Marble“<br />

Objects by Breitwieser<br />

Design: Soda Designers <strong>–</strong> Nasrallah & Horner<br />

Entwurf aus pulverbeschichteten Stahl und Marmor.<br />

www.breitwieser.com<br />

Wasserkrug und Becher aus der Kollektion<br />

„Paradiesgarten“ von Lobmeyr<br />

Design: Tatiana de Nicolay<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

151


DNA-ANALYSE<br />

„Sengu“<br />

Cassina<br />

Design: Patricia Urquiola<br />

Der Sockel ist aus Carnico-Marmor und die Platte aus<br />

schwarz gebeizter Esche.<br />

Gesehen bei mood Wien, Schleifmühlgasse 13, 1040 Wien<br />

www.cassina.com<br />

Vase „Gletscher “von Lobmeyr<br />

Design: Sebastian Menschhorn<br />

152 AUTUMN <strong>2021</strong>


„Next 147“<br />

Gervasoni<br />

Design: Paola Navone<br />

Gestell aus Gussaluminium poliert, Platte gehämmert.<br />

Gesehen bei Casa del design, Breite Gasse 13, 1070 Wien<br />

www.gervasoni1882.it


„Sidekick“<br />

Team 7<br />

Design: Stefan Radinger<br />

Entwurf aus Massivholz in Nussbaum, geeölt.<br />

www.team7-home.com


DNA-ANALYSE<br />

„Ilda“<br />

Poliform<br />

Design: Jean-Marie Massaud<br />

Das Gestell ist aus goldpoliertem Messingguss, die Platte aus<br />

Onyx-Bernstein.<br />

Gesehen im Poliform Showroom, Franz-Josefs-Kai 47, 1010 Wien<br />

www.poliform.it<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

155


Wie viel psychologisches Know-how<br />

benötigt unsere Architektur?<br />

Von<br />

DI Elke Reitmayer<br />

Architektin und Wohnpsychologische Expertin<br />

Foto: Maria Pirchner Fotografie<br />

156


KOLUMNE<br />

Tag für Tag machen wir Erfahrungen mit Architektur, die uns<br />

umgibt. In unserem Zuhause, auf dem Weg zur Arbeit und auch<br />

in unserer Freizeit kommen wir nicht umhin, in einen ständigen<br />

Austausch mit unserer gebauten Umwelt zu treten <strong>–</strong> ob nun bewusst oder<br />

unbewusst. Auf öffentlichen Plätzen, in Cafés oder auch in Büros nehmen<br />

wir die Wirkung von Architektur vielleicht nur passiv wahr, sobald wir<br />

jedoch ein eindrucksvolles Bauwerk betreten, werden wir uns der Mächtigkeit<br />

und dem immensen Einfluss von derartiger Baukunst auf unsere<br />

Empfindungen bewusst.<br />

Als ich zum ersten Mal die Sagrada Família von Antonio Gaudí in<br />

Barcelona besichtigte, sah ich, wie die Besucher beim Anblick der gigantischen<br />

Gewölbe, die von steinernen Säulen getragenen werden, ein<br />

und derselbe Gesichtsausdruck ereilte: Es war eine erfrischend ehrliche<br />

Mischung aus Achtung und Staunen. Beim Betreten dieses imposanten<br />

Monuments spüren wir alle dieselbe Ehrfurcht, die bereits so viele vor<br />

uns vernommen haben, aber auch dieselbe Stille und die wohltuende<br />

Entschleunigung, die sich in uns ausbreitet. Es lässt sich erahnen, dass<br />

diese Bauwerke gezielt so geplant und errichtet wurden, um unsere Gefühle,<br />

unser Denken und unser Handeln zu beeinflussen. Manchmal<br />

suchen wir gerade deshalb diese kraftvollen Plätze auf, um genau jene<br />

Emotionen wahrzunehmen <strong>–</strong> ganz egal, ob wir nun religiös sind oder nicht.<br />

Doch obwohl wir alle tagtäglich<br />

mit einer Vielzahl von unterschiedlichen<br />

Sentiments konfrontiert sind,<br />

hinterfragen wir meist nicht, woher<br />

diese kommen und bringen sie erst<br />

recht nicht mit der Architektur von<br />

Gebäuden oder mit der Beschaffenheit<br />

von Orten in Verbindung.<br />

„Gute Architektur ist also nicht<br />

wirklich eine Frage des Geschmacks,<br />

sondern vielmehr, ob und wie sie ihre<br />

Bestimmung erfüllt.“<br />

Denken Sie nur daran, wie geschickt Einkaufszentren oder Geschäfte<br />

unser Konsumverhalten manipulieren. In lauschiger Atmosphäre mit<br />

wohltuenden Düften und entspannter Musik kommen wir oftmals mit<br />

mehr Tragetaschen nach Hause, als wir es ursprünglich vorhatten.<br />

All das ist möglich aufgrund von Psychologie. Je besser wir den Menschen<br />

und sein Handeln verstehen, desto eher können wir ihn lenken.<br />

Hierbei ist jedoch nicht gemeint, ihm etwas aufzuzwingen, das er nicht<br />

möchte. Vielmehr geht es darum, auf Bedürfnisse zu reagieren und<br />

gewünschte Verhaltensweisen positiv zu fördern.<br />

Genau an diesem Punkt kommt meine Person ins Spiel. Ich bin<br />

Architektin und habe mich auf den spannenden, vielseitigen und vor allem<br />

wichtigen Bereich der Architekturpsychologie spezialisiert. Meine Aufgabe<br />

ist es, diese Welten miteinander zu verknüpfen. Kurzum, es geht um<br />

die sinnvolle Symbiose aus Architektur,<br />

Design und Umweltpsychologie.<br />

Denn nur wenn man verstanden hat,<br />

wie der Mensch sich bewegt, welche<br />

Grundbedürfnisse und Verhaltensmuster<br />

ihm zugrunde liegen, kann<br />

man geeignete Architektur schaffen,<br />

die ihre Bestimmung erfüllt.<br />

Gute Architektur ist also nicht wirklich eine Frage des Geschmacks,<br />

sondern vielmehr, ob und wie diese ihre Bestimmung erfüllt. Zum Beispiel<br />

sollen Bürogebäude einen Raum schaffen, an dem wir ungestört<br />

unserer Arbeit nachgehen können. Bei Baukörpern dieser Art ist es<br />

also essenziell, eine optimale Umgebung zu konzipieren, um die Konzentration<br />

zu fördern, die Arbeitsleistung der Mitarbeitenden zu steigern,<br />

das Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber darzustellen und<br />

noch viele weitere Aspekte. Wenn das Objekt zwar optisch einem<br />

Design-Highlight gleicht, es aber seine ureigene Bestimmung verfehlt<br />

hat <strong>–</strong> in unserem Exempel nämlich adäquate Arbeitsbedingungen zu<br />

ermöglichen <strong>–</strong>, dann kann man nicht von guter Architektur sprechen.<br />

Was macht nun also den Unterschied?<br />

Ich frage Sie ganz einfach direkt: Inwiefern würden sich Ihr Verständnis<br />

für und Zugang zu Architektur verändern, wenn Ihnen bewusst werden<br />

würde, dass wir den Sitzplatz in einem Restaurant nicht zufällig auswählen?<br />

Dass Emotionen, die wir in einer Kirche fühlen und erleben, nicht<br />

beiläufig geschehen, sondern tatsächlich gewollt und geplant wurden?<br />

Was würde es für Ihre Wertschätzung der um uns herum geschaffenen<br />

Bauwerke bedeuten, wenn ich Ihnen sage, dass der gebaute Raum unser<br />

Verhalten und Handeln steuern kann und somit die Entscheidungen, die<br />

wir im Minutentakt treffen, nicht auf der Gunst des Schicksals beruhen?<br />

Wenn man die Prinzipien der Architekturpsychologie einmal begriffen<br />

hat, fragt man sich, wie die Ausbildung von Architekten jemals ohne<br />

dieses Wissen auskommen konnte und kann <strong>–</strong> denn im klassischen Architekturstudium<br />

werden diese Inhalte noch immer nicht vermittelt. Ein<br />

hilfreicher Indikator in diesem Zusammenhang sind Beschreibungen von<br />

neu entstandenen Bauwerken. In diesen Exposés findet man häufig übliche<br />

Floskeln wie „fügt sich ein in die Landschaft“, „bildet eine reizvolle<br />

städtebauliche Kante“, „schafft Identität“ usw. Wo aber steht zum Beispiel<br />

geschrieben: „Es wurde alles unternommen, damit das Gebäude seine<br />

Bestimmung für den Menschen erfüllt“?<br />

Für mich persönlich ist es nicht nachvollziehbar, wie man Lebensraum<br />

entwickeln kann, ohne sich wirklich mit den Bedürfnissen der Personen<br />

und der Gesellschaft auseinandergesetzt zu haben, die diesen nutzen sollen.<br />

Ein Klassiker in jenem Fall sind die Gesundheitsbauten. Es gäbe viele<br />

Möglichkeiten, durch kleinere und größere bauliche Veränderungen, die<br />

im besten Falle bereits in der Planungsphase berücksichtigt werden, die<br />

Gesundheit und damit einhergehend die Genesung der Patienten zu fördern<br />

und Stresssymptome des Personals zu vermindern.<br />

Wir könnten also problemlos Gebäude und Räume konzipieren, die<br />

uns den Alltag erleichtern, die Konzentration steigern, Erholung und<br />

Entspannung bringen oder aber auch die Vereinsamung älterer Mitmenschen<br />

in Pflegeheimen verringern. Die eigenen vier Wände sind hierbei<br />

keine Ausnahme. Das Zuhause kann unser Wohlbefinden und unsere<br />

Zufriedenheit steigern oder im umgekehrten Sinne Depressionen begünstigen,<br />

Konflikte verstärken und die Entwicklung unserer Kinder beeinträchtigen.<br />

Mit einer zweckgemäßen Planung und dem richtigen Wissen<br />

kann somit unser Lebensbereich zu einer wirklichen Stütze werden und<br />

familiäre Spannungen reduzieren.<br />

All das könnten wir erreichen, wenn wir mehr Psychologie in der<br />

Architektur hätten. Oder anders gesagt: Wenn wir mehr Psychologie in<br />

der Architektur zulassen würden.<br />

www.elke-reitmayer.at<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

157


Fotos: Assouline Verlag/ featuring photography by Guillaume Plisson


COFFEE TABLE BOOK<br />

LUXUS<br />

AN BORD<br />

„YACHTS:<br />

THE IMPOSSIBLE<br />

COLLECTION“<br />

k<br />

Das Buch ist<br />

neu erschienen<br />

im Assouline Verlag<br />

<strong>Aurum</strong> <strong>999</strong>,9 in<br />

bester Gesellschaft!<br />

Wir präsentieren ein<br />

wunderschönes<br />

Coffee Table Book, bei dem<br />

nicht nur Yacht-Liebhaber<br />

ins Schwärmen geraten<br />

Von Elisabeth Muth<br />

Schon Sir Francis Drake, der Freibeuter von Königin Elisabeth<br />

I.,hatte es richtig erkannt: „Es ist nicht so, dass mir das<br />

Leben an Land zuwider wäre. Aber das Leben auf See ist besser!“<br />

Menschen wurden schon immer vom Wasser angezogen. Von dem<br />

Gefühl der Freiheit, des Dahingleitens, der unendlichen Weite. Und schon<br />

immer verbrachten Monarchen und wohlhabende Adelige ihre Freizeit auf<br />

dem Wasser und investierten viel Zeit und Geld in die Entwicklung und<br />

Konzeption von Schiffen und Yachten. Das beste Beispiel ist sicherlich die<br />

royale Yacht „Britannia“ ihrer Majestät Königin Elisabeth II, auf die sich die<br />

königliche Familie für ihre Reisen sehr gerne zurückgezogen hat. Auch die<br />

„Nahlin“ kann über eine weitreichende Geschichte zurückblicken, war sie<br />

doch die Yacht, die von König Edward VIII. mit seiner Geliebten und späteren<br />

Frau Wallis Simpson gechartert wurde. Die damalige High-Society<br />

hatte den Sommer mit Vorliebe auf Yachten verbracht und dort gelebt,<br />

legendäre Partys wurden gefeiert wie diejenigen von Aristoteles Onassis<br />

an Bord der „Christina O“.<br />

Viele dieser legendären Schiffe gibt es inzwischen nicht mehr in der<br />

weltweiten Flotte von über dreitausend großen Yachten. Der Bildband<br />

„Yachts: The Impossible Collection“ ist eine eklektische und von der<br />

Autorin Miriam Carin sorgfältig kuratierte Anthologie dieser speziellen<br />

Schiffe, die teilweise Geschichte geschrieben haben. Sie spannt den<br />

Bogen von den originalen „J-Class“-Yachten der frühen 1900er-Jahre<br />

bis hin zu Hightech-Megayachten und zeigt Klassiker mit zeitlosen<br />

Silhouetten ebenso wie aufsehenerregende Modelle, die mit gewagtem<br />

Design den Rahmen sprengen und ihre Ära neu definieren. All das ist<br />

perfekt aufbereitet vom bekannten Assouline Verlag.<br />

Solange es blaue Ozeane zum Erforschen und Menschen mit den<br />

nötigen Mitteln gibt, wird auch die Nachfrage nach diesen schönen, fast<br />

unmöglich designten Schiffen geben, die sowohl die Grenzen der Technologie<br />

als auch des Luxus und der Dekadenz aushebeln. Hier wird es fast<br />

unumgänglich sein, diesen neuen Yachten in Zukunft ein weiteres Buch<br />

zu widmen. Und weitere Geschichte(n) zu schreiben.<br />

O<br />

Yachten an der Küste Capris<br />

eu.assouline.com/products/yachts-the-impossible-collection<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

159


COFFEE TABLE BOOK<br />

Die „Moonbeam IV“ mit ihrer Racing Crew.<br />

Abenteuer pur!<br />

x<br />

R<br />

High-End-Technik ist bei modernen<br />

Yachten das Um und Auf<br />

Fotos: Assouline Verlag/ featuring photography by Guillaume Plisson<br />

160


CAN’T<br />

CHANGE<br />

THE<br />

WIND<br />

Unendliche<br />

Freiheit mit dem<br />

Wind in der Nase<br />

Ein Sprung ins Meer von der<br />

„Cloudbreak“, eine der exklusivsten<br />

Yachten der Welt<br />

x<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

161


COFFEE TABLE BOOK<br />

Das große Games-Deck auf der „Faith"<br />

lädt zu Tennis, Fußball und Volleyball<br />

x<br />

Sonnenbaden auf einer der<br />

wohl spektakulärsten<br />

Yachten: der „Excellence"<br />

x<br />

W<br />

Der Pool mit Glasboden auf der „Faith"<br />

liegt genau über der Lounge<br />

Fotos: Assouline Verlag/ featuring photography by Guillaume Plisson<br />

162


Das Leben in allen<br />

Facetten spüren<br />

und genießen<br />

ADVENTURES<br />

GUARANTEED!<br />

AUTUMN <strong>2021</strong> 163


BEAUTY | PFLEGE<br />

Crème<br />

de la<br />

Crème<br />

L<br />

Jahrelange intensive Forschung, innovatives Know-how, hochwertige<br />

und seltene Inhaltsstoffe sowie Pflege in Perfektion <strong>–</strong><br />

das adelt eine Creme zur Creme aller Cremen. Wertvolle Ingredienzen<br />

wie schwarzer Trüffel, feine Goldpartikel, natürliche Mikroalgen,<br />

grüne Seide oder ein Extrakt aus Kirschblütenblättern bewirken für die<br />

Haut wahre Wunder. Hier eine Auslese<br />

Estée Lauder<br />

„Re-Nutriv Ultimate Diamond“<br />

Black-Diamond-Trüffel, ein seltener Schatz aus der<br />

Natur, verstärkt das natürliche Kollagen und verhilft<br />

somit zu einer leuchtenden und ebenmäßigen<br />

Haut <strong>–</strong> der perfekte Pflege-Booster bei einem<br />

anspruchsvollen Lebensstil.<br />

Sensai<br />

„Ultimate <strong>–</strong> The Cream“<br />

Dieses Beauty-Meisterwerk basiert auf einer<br />

23-jährigen DNA-Forschung. Der daraus entwickelte<br />

„Sakura Eternal Complex“, ein Extrakt aus den Blättern<br />

der Kirschblüte, ermöglicht eine nachhaltige Reparatur<br />

der Zellfunktionen und optimiert die Energieproduktion<br />

der Haut. Die absolute Anti-Aging-Wunderwaffe.<br />

Redaktion: Christoph Kulmer, Marily Elmezoglou, Fotos: Hersteller<br />

164<br />

AUTUMN <strong>2021</strong>


MORE POWER<br />

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durchfeuchtete Haut*<br />

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**Instrumentelle Messung nach 7 Tage Anwendung an 30 Probanden


BEAUTY | PFLEGE<br />

„Vielleicht gibt es<br />

schönere Zeiten,<br />

aber diese ist die unsere.“<br />

Jean-Paul Sartre<br />

1<br />

2<br />

4<br />

5<br />

3<br />

1<br />

Shiseido<br />

„Future Solution LX Legendary Enmei <strong>–</strong><br />

Ultimate Renewing Cream“<br />

Mit zwei legendären Inhaltsstoffen stellt Shiseido die neueste<br />

„Renewing Cream“ vor: zum einen Enmei-Herb aus den Wäldern des<br />

heiligen Berges Koya und zum anderen hochwertige grüne Seide vom<br />

japanischen Eichenseidenspinner. Diese bewährte Kombination erzielt<br />

einen spürbaren Anti-Aging-Effekt und duftet wunderbar.<br />

2<br />

Barbor<br />

„Sea Creation <strong>–</strong> The Cream“<br />

Die innovative Essenz aus grünen Mikroalgen, tief aus dem Meer,<br />

schützt die Haut vor oxidativem Stress und bewirkt eine Reduktion<br />

sichtbarer und hartnäckiger Mimikfalten. Die Schönheit der Haut<br />

wird auf diese Weise lange und effektiv bewahrt.<br />

4<br />

Clarins<br />

„Nutri-Lumière Nuit“<br />

Die gehaltvolle, geschmeidige Creme-in-Öl-Textur mit biologischem,<br />

aus der Rosskastanie gewonnenem Blütenextrakt bringt die Haut<br />

wieder zum Strahlen und baut aktiv das Mikronährstoffnetzwerk auf.<br />

Man kann sich auf das Comeback ihrer natürlichen Leuchtkraft freuen.<br />

3<br />

JK7<br />

„24H Cream Day & Night Face Care“<br />

JK7 steht für einen ganzheitlichen und nachhaltigen Beauty-Lifestyle.<br />

Die organische Allroundcreme mit Vanille und Rosenöl, australischem<br />

und hawaiianischem Sandelholzöl sowie natürlichem Vitamin E ist eine<br />

wahre Powerkombination für geschädigte Haut <strong>–</strong> den ganzen Tag lang.<br />

5<br />

La Prairie<br />

„Pure Gold <strong>–</strong> Radiance Cream“<br />

Diese Luxuskomposition von La Prairie sorgt mit feinsten Goldpartikeln<br />

in Verbindung mit regenerierenden Wirkstoffen konzentriert für eine<br />

langfristige Hautrekonstruktion. Der Teint wird revitalisiert, mit Feuchtigkeit<br />

intensiv gepflegt und strahlt die Anmut der goldenen Stunde aus.<br />

Fotos: Hersteller<br />

166<br />

AUTUMN <strong>2021</strong>


ENTDECKEN SIE<br />

DIE KRÄFTE<br />

IHRER HAUT<br />

Crème de la Mer<br />

Tauchen Sie ein, in eine Welt voller strahlender Möglichkeiten.<br />

Infundiert mit dem zellerneuernden Miracle Broth, spendet Crème de la Mer<br />

tiefe, heilende Feuchtigkeit und energetisiert die natürliche Reparatur.<br />

Die Haut fühlt sich straffer und gesünder an<br />

und sieht sichtbar erneuert aus.<br />

Lamer.eu/at<br />

#CrèmedelaMer


BEAUTY | DUFT<br />

Dernier Cri<br />

M<br />

Die aktuellen Duftneuheiten sind ein vielfältiges, mutiges,<br />

überraschendes und aromatisches Ensemble. Nicht nur leichte<br />

und fruchtige Noten betören in diesem Herbst, sondern auch<br />

holzige und ledrige Akkorde rücken in den Mittelpunkt. Die Parfümeure<br />

haben, jeder für sich, neuerlich wahre Meisterwerke kreiert<br />

Von Christoph Kulmer<br />

Dolce & Gabbana<br />

„The One For Men Gold“<br />

Der exklusive goldene Flakon fängt die brillante Leuchtkraft von Frauen<br />

und Männern ein und repräsentiert selbstbewusste, charismatische<br />

Persönlichkeiten. Bergamotte, Blutorange und roter Ingwer sind die<br />

Aromen für den Gentleman. Die frischen Zitrusnoten entwickeln sich<br />

mit einem maskulinen Herz aus Muskatellersalbei und<br />

Kardamomessenz zu einer wahren Faszination.<br />

Dolce & Gabbana<br />

„The One Gold“<br />

Bei der Komposition des Pendants für Damen trifft spritzige Mandarine<br />

auf reife Pflaume und rosa Pfeffer. Die Basisnote besteht aus geheimnisvollem<br />

Patschuli sowie weißem Moschus und spiegelt die kraftvolle und<br />

moderne Weiblichkeit wider. Das Ergebnis ist ein fruchtig-floraler Duft,<br />

der auch mit einem lieblichen Hauch von Vanille zu überraschen weiß<br />

und für pure Lebensfreude steht.<br />

Fotos: Hersteller<br />

168<br />

AUTUMN <strong>2021</strong>


Spüre<br />

die Kraft<br />

der Natur.<br />

Elīna GaranČa, Opern-Weltstar & Master Lin-Markenbotschafterin<br />

Master Lin setzt ausschließlich natürliche Inhaltsstoffe ein <strong>–</strong> aus Überzeugung<br />

und Respekt vor der Natur. Master Lin-Produkte vereinen das Wissen der<br />

Traditionellen Chinesischen Medizin mit dem Know-how des 21. Jahrhunderts.<br />

www.masterlin.com<br />

eine marke der<br />

familie


BEAUTY | DUFT<br />

„Wer unersetzbar sein will,<br />

muss vor allem<br />

anders sein.“<br />

Coco Chanel<br />

1<br />

2<br />

4<br />

6<br />

5<br />

3<br />

7<br />

1<br />

Hermès<br />

„Twilly d’Hermès Eau Ginger“<br />

Temperamentvoll, fröhlich und strahlend: So lässt sich diese glanzvolle<br />

Kreation der französischen Maison aus aufregender Pfingstrose,<br />

kandiertem Ingwer und lebhafter Zeder wohl am besten beschreiben.<br />

2<br />

Givenchy<br />

„Irresistible“<br />

Blumig, holzig und fruchtig zugleich lädt dieser Duft zum Loslassen ein.<br />

Spritzige Rose, holzige und Moschusakkorde in Kombination mit<br />

Birne und einer verführerischen Note aus Ambretto sind gedacht für<br />

eine elektrisierende Frau, der man überallhin folgen möchte.<br />

5<br />

Gucci<br />

„Flora Gorgeous Gardenia“<br />

Eine Legende besagt, dass die Gardenie in der Vergangenheit für<br />

Zaubertränke verwendet wurde. Davon inspiriert hat Gucci eine mystische<br />

Symphonie aus der Gardenie, Jasmin und Birnenblütenakkorden<br />

kreiert. Eine blumige und süße Wohltat.<br />

3<br />

Penhaligon`s<br />

„Constantinople“<br />

East meets West: Inspiriert von der Königin der Städte werden warme<br />

Sinnlichkeit mit kühler Luftigkeit kombiniert. Noten von Kiefer,<br />

Lavendel, Iris und Moos mit einem Schuss Vanille schaffen einen<br />

betörenden, holzig-orientalischen Klassiker.<br />

6<br />

Maison Francis Kurkdjian<br />

„Aqua Celestia“<br />

Ein zartsüßes und erfrischendes Gefühl verleihen die Aromen von<br />

Limette und Johannisbeere. Mit Minze aus England und Mimose aus der<br />

Provence als Herznote sowie Moschusakkorden als Basis ist eine neue<br />

Leichtigkeit entstanden. Entdeckt bei Nägele & Strubell.<br />

4<br />

Jean Poivre<br />

„Walk into the sunrise“<br />

Fein aufeinander abgestimmte Aromen von Zitrusfrüchten, Minze,<br />

würzigem Pfeffer und honigsüßem Neroli beleben den Geist. Aber nicht<br />

nur der Inhalt ist außergewöhnlich <strong>–</strong> der Flakon erinnert mit seinem<br />

eleganten Schliff an kostbare Kristallgläser.<br />

7<br />

Tom Ford<br />

„Ombré Leather“<br />

Tiefe und zugleich weiche Leder- und Holznoten bilden einen<br />

interessanten Kontrast zu blumigen Akzenten von Veilchenblatt, Jasmin<br />

und Iris. All das entwickelt eine geradezu süchtig machende<br />

Anziehungskraft aus Leidenschaft und Zärtlichkeit.<br />

Fotos: Hersteller<br />

170<br />

AUTUMN <strong>2021</strong>


www.largilla.at<br />

GRAZ . WIEN . KLAGENFURT . SALZBURG


Reha & Präventionstraining<br />

Functionaltraining<br />

Kettlebelltraining<br />

ManagerTraining<br />

Bodyshaping<br />

Pilates<br />

Yoga<br />

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www.thebag.at


BEAUTY | MEN<br />

Kosmische<br />

FEEL-GOOD-VIBES<br />

Redaktion: Christoph Kulmer, Fotos: Hersteller<br />

Paco Rabanne<br />

„Phantom“<br />

So riecht die Zukunft: Diese futuristische, selbstbewusste Duftessenz ist ein<br />

aromatisches It-Piece für den energiegeladenen Mann <strong>–</strong> egal von welchem<br />

Planeten er kommt. Das Zusammentreffen von unwiderstehlich cremigem<br />

Lavendel, anregend spritziger Zitrone und verführerischer Vanille garantiert<br />

eine Gute-Laune-Komposition für lange Nächte!<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

173


BEAUTY | MEN<br />

Face<br />

TIME<br />

So wunderbar wohltuend der Sommer für unseren Energiehaushalt auch war,<br />

so strapaziös sind Einflüsse wie UV-Strahlung, Chlorwasser oder lange<br />

Urlaubsnächte für unsere Haut. Bei Männern wird sie noch zusätzlich<br />

durch die tägliche Rasur beansprucht. Hier heißt es, erst mal das Gesicht<br />

wahren. Intensiv wirkende Pflegespezialisten helfen dabei!<br />

3<br />

1<br />

2<br />

1<br />

Doctor Mi!<br />

„Night“<br />

Verjüngt im Schlaf: Diese wohltuende und reparierende Nachtcreme<br />

verfeinert die Poren, wirkt entzündungshemmend und bekämpft<br />

gezielt oxidativen Stress. Eine spezielle Tiefentechnologie sorgt dafür,<br />

dass Inhaltsstoffe wie Retinol bis in die untere Hautschicht eindringen<br />

können. Anti-Aging at it’s best.<br />

5<br />

4<br />

2<br />

Declaré<br />

„Vitamineral After Shave Soothing Concentrate“<br />

Mit diesem Konzentrat ist die Haut ideal für die nächste Rasur<br />

gewappnet. Die sorgfältig ausgewählten Ingredienzen, allen voran die<br />

Heilsubstanz Allantoin, sind entzündungshemmend, wundheilend und<br />

beruhigend. Das Konzentrat wird direkt nach der Rasur aufgetragen, ein<br />

angenehmes Entspannungsgefühl der Haut ist sofort spürbar.<br />

3<br />

Shiseido<br />

„Energizing Moisturizer Extra Light Fluid“<br />

Die hydratisierende Pflege fördert die Selbsterneuerungskraft der Haut<br />

und balanciert gezielt den Feuchtigkeitsgehalt aus. Nach der Reinigung<br />

reichen zwei Pumpstöße Serum für das Gesicht <strong>–</strong> und es spendet<br />

Feuchtigkeit für bis zu 32 Stunden. Dieses Highlight lässt sich auch<br />

als Augencreme anwenden.<br />

4<br />

Chanel<br />

„Boy De Chanel Anti-Shine Toning Lotion“<br />

Optimal für den stilvollen Mann, der mit anderen Attributen glänzen<br />

möchte als mit seiner öligen Haut: Die Lotion sorgt für einen matten<br />

Teint, verhindert Austrocknung und schützt vor Unbehagen nach der<br />

Rasur. Ein ultrafeines Puder und Annatto-Extrakt in der Formel<br />

verfeinern sofort das Hautbild und minimieren Unregelmäßigkeiten.<br />

5<br />

Dovo<br />

„Rasierer Merkur 24G“<br />

Die klassische Nassrasur ist noch immer die Nummer Eins bei den<br />

Herren. Um diese so effizient, gründlich und angenehm wie möglich zu<br />

gestalten, ist dieser Hobel ein absolutes Must-have. Sein nobles goldenes<br />

Design wird durch hochwertige, in Solingen hergestellte Klingen mit<br />

geradem Schnitt perfektioniert.<br />

Redaktion: Christoph Kulmer, Fotos: Hersteller<br />

174<br />

AUTUMN <strong>2021</strong>


L I V I N G A T I T S B E S T<br />

Exklusive Villa mit Pool,<br />

Luxusapartments mit Terrassen und Eigengärten,<br />

Toplage inmitten der Weingärten mit<br />

atemberaubendem Panoramablick über Wien<br />

Kaufpreis auf Anfrage.<br />

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PHOTOGRAPHY | PORTRAIT<br />

Redaktion: Bernhard Musil, Marily Elmezoglou, Fotos: Elsa Okazaki<br />

v<br />

„the future is INTROSPECTIVE“<br />

Produziert für die Kampagne des Take Festivals 2019<br />

Artdirection: Christian Schlager und Anouk Rehorek @ studio VIE<br />

Model: Franziska Bachofen<br />

Styling: Max Märzinger<br />

Haare/Make-up: Sophie Chudzikowski @ perfectprops<br />

Artwork: Milan Mladenovic<br />

Wien, 2019<br />

Elsa Okazaki<br />

Die Künstlerin wurde 1976 in Frankreich geboren und hat sowohl<br />

französische als auch japanische Wurzeln. Seit etlichen Jahren ist<br />

ihr privater wie auch beruflicher Lebensmittelpunkt Wien.<br />

Bevor sich Elsa Okazaki der visuellen Kunst vollends verschrieben hat,<br />

war sie mehrere Jahre lang in der Film- und Werbebranche tätig. Schließlich<br />

begann sie 2005 an der Akademie der bildenden Künste Wien ein<br />

Studium und wechselte 2007 in die Klasse für Kunst und Fotografie unter<br />

der Professur von Matthias Kogler. Es war sozusagen der Startschuss für<br />

eine eindrucksvolle Karriere. Seitdem ist sie hauptsächlich in den Bereichen<br />

Fotografie und Videoproduktion sowie als Kuratorin tätig. Im Laufe<br />

ihres beruflichen Schaffens hat die Fotografin interessante Porträtaufnahmen<br />

von bekannten Persönlichkeiten wie Marina Abramović, Stromae<br />

und Inna Shevchenko gemacht und beeindruckte mit zahlreichen Ausstellungen<br />

national sowie international.<br />

Nun war es an der Zeit für ihr erstes Buch <strong>–</strong> ein Resümee, wenn man<br />

so will. Wie in einem Tagebuch sind die Bilder von 2009 bis 2019 chronologisch<br />

geordnet. Elsa Okazaki hatte diese wundervolle Idee, ihre<br />

Analogfotografien in einem Band zusammenzufassen, bereits länger im<br />

Kopf. Die Entscheidung wurde aber erst 2019 getroffen, während des<br />

Festivals „Les Rencontres de la Photographie d‘Arles“, als sie ihre gesamte<br />

Arbeit einer Kuratorin zeigte, die von den Werken begeistert war.<br />

In der Edition „Analoge Augenblicke“ werden 353 Fotos auf 360 Seiten<br />

präsentiert. Auf Text wurde hingegen komplett verzichtet. Die Bilder<br />

sollten für sich selbst stehen und für sich sprechen. Somit ist man nicht<br />

von Informationen abgelenkt und jedem bleibt die Freiheit der eigenen<br />

Interpretation.<br />

Es ist eine eindrucksvolle Sammlung von klassischen Porträts, spontanen<br />

Snapshots sowie persönlichen Momenten und Begegnungen der<br />

Künstlerin. In diesen zehn Jahren hat die Ausnahmefotografin mehr<br />

als 9.000 analoge Fotos geschaffen <strong>–</strong> die Auswahl für das spannende<br />

Buchdebüt war somit sicher nicht ganz einfach.<br />

www.elsaokazaki.com<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

177


v<br />

Installation von Renate Bertlmann<br />

Model: Lili Epply<br />

Styling: Max Märzinger<br />

Haare/Make-up: Nelly Gschwandtner<br />

Wien, 2016<br />

Sigrid Renner<br />

Haare/Make-up: Sophie Chudzikowski @<br />

perfectprops<br />

Wien,2012<br />

k<br />

Fotos: Elsa Okazaki


PHOTOGRAPHY | PORTRAIT<br />

v<br />

Edgar Retro<br />

Wien, 2011<br />

Installation von Mario Grubisic<br />

Volksgarten, Wien, 2016<br />

k<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

179


PHOTOGRAPHY | PORTRAIT<br />

Kaya Papaya<br />

Wien, 2019<br />

k<br />

Rue Nicolas Appert<br />

Paris, 2015<br />

x<br />

Fotos: Elsa Okazaki<br />

180 AUTUMN <strong>2021</strong>


„the future is VISIONS“<br />

Produziert für die Kampagne des Take Festivals 2019<br />

Artdirection: Christian Schlager<br />

und Anouk Rehorek @ studio VIE<br />

Model: Franziska Bachofen<br />

Styling: Max Märzinger<br />

Haare/Make-up: Sophie Chudzikowski @ perfectprops<br />

Artwork: Milan Mladenovic<br />

Wien, 2019


MOBILITY<br />

TEST<br />

THE BEST<br />

Limousines<br />

Exzellenter Fahrgenuss mit kaum zu überbietender<br />

Eleganz: Für die <strong>Aurum</strong> <strong>999</strong>,9-Community haben<br />

wir eine Auswahl der neuesten, schönsten und<br />

luxuriösesten Limousinen zusammengestellt.<br />

Frei nach dem Motto „Das muss man selbst<br />

erleben“ ist für Sie zudem eine exklusive<br />

Wochenendausfahrt mit diesen<br />

Meisterwerken reserviert<br />

Wir freuen uns auf Ihre E-Mail an:<br />

testit@aurum-magbook.com<br />

Unter allen Teilnehmer*innen wird pro Fahrzeug eine<br />

Wochenendausfahrt (Freitag bis Sonntag) vergeben.<br />

Das jeweilige Datum ist nicht frei wählbar.<br />

Teilnahmeschluss ist der 20.10.<strong>2021</strong>.<br />

Die teilnehmenden Personen werden zeitnah<br />

schriftlich verständigt. Der Rechtsweg ist<br />

ausgeschlossen. Eine Barablöse ist nicht möglich.<br />

Redaktion: Reinhard Neussner, Marily Elmezoglou, Fotos: Hersteller<br />

182


PERFEKTION PAR EXCELLENCE<br />

Rolls-Royce: Ghost<br />

Formvollendet, dynamisch, komfortabel und perfekt in seinem<br />

Minimalismus <strong>–</strong> Rolls-Royce setzt stets hohe Maßstäbe, übertrifft<br />

diese jedoch mit dem neuen Ghost problemlos. Liebhaber und Kenner<br />

schätzen seit dem ersten Phantom-Modell die selbstschließenden<br />

Türen. Diese wurden nun für den Ghost weiterentwickelt und<br />

lassen sich zum ersten Mal auch elektrisch öffnen. Ein neues Micro-<br />

Environment-Reinigungssystem erkennt durch hochsensible Sensoren<br />

Verschmutzungen und erfasst die Qualität der Umgebungsluft.<br />

Gegebenenfalls kann die Innenraumluft in weniger als zwei Minuten<br />

gereinigt werden. Der technologisch bisher fortschrittlichste Rolls-Royce<br />

präsentiert neben zahlreichen innovativen Charakteristika das<br />

weltweit erste Planar-Federungssystem für maximale Agilität.<br />

Diese First-Class-Luxuslimousine ist mehr als nur ein<br />

Chauffeurerlebnis <strong>–</strong> man muss sie selbst gefahren haben.<br />

AUTUMN <strong>2021</strong>


MOBILITY<br />

h<br />

Die konsequente Reduzierung der Bedienelemente schafft<br />

ein minimalistisches und nobles Erscheinungsbild<br />

Fotos: Hersteller<br />

184


DER SMARTE KLASSIKER<br />

Mercedes-Benz: S-Klasse<br />

Mercedes-Benz kann seine Reputation als Topkonstrukteur exklusivster<br />

Limousinen mit der neuen S-Klasse wieder einmal mühelos<br />

verteidigen. Auch hier lässt sich der Trend zu ausgeklügelten Assistenzsystemen<br />

erkennen und die Vision des automatisierten Fahrens rückt<br />

ein großes Stück näher. Der Drive Pilot kann bei hohem Verkehrsaufkommen<br />

oder Stausituationen auf geeigneten Autobahn abschnitten<br />

sozusagen das Steuer übernehmen. Somit ist es möglich, den Fahrer zu<br />

entlasten. Der Clou ist jedoch, dass diese Technologien sogar Smart-<br />

Home-Systeme unterstützen. Mit der Mercedes-Benz User Experience<br />

regeln Sie von unterwegs zu Hause die Temperatur oder die Beleuchtung.<br />

Dieses smarte Fahrvergnügen muss man selbst ausprobiert haben.<br />

AUTUMN <strong>2021</strong>


MOBILITY<br />

Die elegante Steppung des Nappaleders unterstreicht<br />

das Luxusambiente und harmoniert optimal mit den<br />

Interieurleisten aus amerikanischer Eiche<br />

x<br />

Fotos: Hersteller<br />

186


TIME T0 RELAX<br />

BMW: 7er-Reihe<br />

Die sportlichen Proportionen optimieren die progressive Interpretation<br />

von Luxus und die klassische Eleganz, die man von der 7er-Reihe<br />

seit vielen Jahren gewohnt ist. Die Neuauflage setzt deutliche Akzente<br />

für eine innovative Technologie in den Bereichen Bedienung,<br />

Fahrerassistenz und Vernetzung. Serienmäßig ist der neue 7er mit<br />

dem BMW Intelligent Personal Assistant ausgestattet und<br />

untermauert damit wieder einmal seinen Status im Luxussegment.<br />

Besondere Highlights: Das „Vitalize“- sowie „Relax-Programm“, mit<br />

Funktionen wie einer Sitzmassage, Duft oder Musik, die den Fahrer<br />

unterwegs erfrischen oder entspannen sollen. Das muss man selbst<br />

erlebt haben <strong>–</strong> mit einem einfachen „Hey, BMW“.<br />

AUTUMN <strong>2021</strong>


MOBILITY<br />

h<br />

Das klassische, skandinavische Innenraumdesign<br />

in Kombination mit modernsten Technikhighlights<br />

revolutionieren das Fahrvergnügen<br />

DAS HYBRID-WUNDER<br />

Volvo: S60<br />

Im Innenraum setzt die luxuriöse Limousine von Volvo auf klare,<br />

skandinavische Designelemente. Natürliche Materialien ergänzen die<br />

neuen Details am Armaturenbrett und auf der Instrumententafel.<br />

Der S60 ist das erste Volvo-Fahrzeug, das ohne Dieselmotor verkauft<br />

wird. Der Antrieb funktioniert über einen Drive-E-Benzinmotor <strong>–</strong><br />

hierbei handelt es sich um ein Hybridsystem mit einem emissions armen<br />

Benzinmotor und einem Elektromotor. Die technische Krönung ist jedoch<br />

die City Safety-Funktion: Es ist das einzige Assistenz-Feature am<br />

Markt, das Fußgänger, Radfahrer und große Tiere erkennt. Das sichere<br />

Fahrerlebnis mit diesem Limousinen-Highlight sollte man selbst testen.<br />

Fotos: Hersteller<br />

188<br />

AUTUMN <strong>2021</strong>


Real Estate - OG<br />

Immobilientreuhänder<br />

Zuerst der MENSCH<br />

und dann die Immobilie<br />

Seit dem Jahre 2002 sind WIR sehr<br />

erfolgreich für unsere Kunden in<br />

Kitzbühel tätig und betreuen SIE<br />

rund um das Thema WOHNEN.<br />

Als staatlich geprüfte Immobilientreuhänder<br />

stehen WIR Ihnen jederzeit mit unserem<br />

Fachwissen zur Verfügung.<br />

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staatl. gepr. Immobilientreuhänder - Makler - Verwalter - Bauträger<br />

6370 Kitzbühel, Im Gries 27 | Tel. +43 676 7047120 | office@kitzimmo.at | www.kitzimmo.at


Denklabor Kaffeehaus<br />

Zeit, die Perspektive zu wechseln!<br />

Wenn nicht jetzt, wann dann?<br />

Von<br />

Irmgard Querfeld-Micko<br />

Cafetiére und Gärtnerin<br />

Foto: Caro Strasnik<br />

190


KOLUMNE<br />

Ich bin eine „Gastronomie-Quereinsteigerin“. Mein Beruf ist eigentlich<br />

Gärtnerin. Ich bin mit der Liebe zu Pflanzen aufgewachsen, da<br />

meine Eltern eine Baumschule und ein Gartencenter in der Steiermark<br />

besitzen. Mein Mann hat mich zur Gastronomie gebracht, als er damals<br />

das Café Residenz im Schloss Schönbrunn eröffnete und ich ihn dabei<br />

unterstützt habe, soweit ich das <strong>–</strong> bis dahin völlig unerfahren <strong>–</strong> konnte.<br />

Wie von selbst bekam ich plötzlich richtig große Lust auf das Arbeiten mit<br />

vielen verschiedenen Menschen und ich war interessiert an den vielen unterschiedlichen<br />

Abläufen. Die neue Herausforderung in der Gastronomie<br />

fand ich so spannend, ich wurde gefangen von dieser Vielseitigkeit und<br />

Abwechslung. Unser Familienbetrieb entwickelte sich und heute gehören<br />

zehn unterschiedliche Gastronomieunternehmen vom Wiener Kaffeehaus<br />

bis zum Bootshaus und über 300 Mitarbeiter zu uns.<br />

So weit, so gut.<br />

Stillstand<br />

Mit dem Ausbruch der Pandemie in Österreich und auf der ganzen Welt<br />

war von heute auf morgen alles anders und auf den Kopf gestellt. Alles<br />

stand still. Wir als Familie waren sofort im Krisenmodus und konnten<br />

uns keine Schockstarre erlauben, da stand zu viel auf dem Spiel. Wir bewiesen<br />

uns gegenseitig, wie gut wir als Einheit funktionieren, und waren<br />

unheimlich gut eingespielt, jeder übernahm verantwortungsvoll<br />

seinen Part. Waren wir am Anfang der Krise einfach mit der wirtschaftlichen<br />

Über lebensfrage beschäftigt, so mussten wir nach zwei Monaten<br />

Zwangsschließung und der Wiedereröffnung<br />

erkennen, dass es<br />

sich hier um keine Unsicherheit,<br />

die uns jetzt nur noch ein paar<br />

Tage begleiten wird, handelt. Im<br />

Gegenteil, es ging und geht um<br />

einen sehr langen Zeitraum, der<br />

die wirtschaftlichen Systeme ins<br />

Ungleichgewicht gebracht hat und<br />

weiterhin bringen wird.<br />

Unsicherheit<br />

Da war es wichtig zu begreifen, dass vieles neu gedacht werden muss.<br />

Aber wie? Es gab dazu keine Bilder im Kopf und auch keine Anleitungen.<br />

Dieser Zustand von Unsicherheit fühlt sich sehr unangenehm<br />

an <strong>–</strong> es ist ein schwammiges Gefühl, so als hätte man keinen Boden mehr<br />

unter den Füßen und gewohnte Konturen verschwimmen. Aber auch Wut,<br />

Ärger, Ungerechtigkeit und Kränkung waren Gefühle, die es zu beherrschen<br />

galt. Dieser inkohärente Zustand in meinem Gehirn verbrauchte<br />

viel zu viel Energie.<br />

Also wandte ich mich an unseren Firmencoach Marcus Josef Weiss<br />

und an Gerald Ziegler, unseren langjährigen Partner und Spezialisten für<br />

Change Management. Wir sprachen intensiv über die aktuellen Vorgänge<br />

in unseren Gehirnen. Und dass die Unsicherheit nicht bedeutet, dass gleich<br />

etwas Schlimmes passiert. Es bedeutete erst mal nur, dass hier etwas Neues<br />

passiert. Und es braucht wieder viel Aufmerksamkeit und Bewusstsein,<br />

um in ein neues Gleichgewicht zu kommen. Wir sprachen darüber, wie es<br />

uns allen gelingen könnte, wieder offen und zukunftsgerichtet vorwärts<br />

zu denken, wie Denkgrenzen gesprengt werden und wir alle Möglichkeiten<br />

unserer Intelligenzen einsetzen können. Indem ich mir diese und noch<br />

mehr Fragen stellte, schaffte ich ein Reframing und änderte mein Mindset.<br />

Ich konnte meinem Leitspruch wieder gerecht werden: „Du kannst den<br />

Wind nicht ändern, aber du kannst die Segel anders setzen“ (Aristoteles).<br />

„Wir sprachen darüber, wie es uns allen<br />

gelingen könnte, wieder offen und<br />

zukunftsgerichtet vorwärts zu denken,<br />

wie Denkgrenzen gesprengt werden<br />

und wir alle Möglichkeiten unserer<br />

Intelligenzen einsetzen können.“<br />

Damals im Juni 2020 wussten Marcus, Gerald und ich noch nicht, dass<br />

wir die ersten Samen unseres Salon7 säten, indem wir uns Zeit für neue<br />

Perspektiven schenkten. Wir hatten erkannt, dass gerade etwas Neues<br />

passiert und dass hier die ganze Gesellschaft wieder kreativ am Werk sein<br />

muss. In einer so unsicheren Situation ist lediglich Kreativität gefragt.<br />

Wenn wir die Historie betrachten, so können wir zuversichtlich sein, denn<br />

der Menschheit ist es immer gelungen, etwas Neues zu entwickeln, um<br />

sich einer ungewohnten Situation anzupassen.<br />

Gerald, Marcus und ich haben <strong>–</strong> wie viele andere auch <strong>–</strong> erkannt,<br />

dass wir an einem Scheideweg stehen: Der eine Weg führt in eine bessere<br />

Welt, die integrativer, gerechter, respektvoller ist. Der andere Weg führt<br />

zurück in die Welt vor Corona, nur schlimmer und mit noch mehr unschönen<br />

Überraschungen.<br />

Ein Virus hat bedeutsame Veränderungen herbeigeführt, Bruchlinien<br />

vergrößert. Es hat Herausforderungen, die es bereits vor der Pandemie gab,<br />

beschleunigt sichtbarer gemacht und zu einer Krise geführt. Wir können<br />

nicht wissen, wie die Welt in Zukunft aussehen wird, wir merken nur, wir<br />

müssen Dinge ändern. Die Pandemie gibt uns eine seltene Chance: ein<br />

gefühlt enges Zeitfenster zum Umdenken, Neuerfinden und Neustarten.<br />

Salonkultur<br />

Diese Idee der Gründung des Salon7<br />

ist im Kaffeehaus entstanden.<br />

Im Wiener Kaffeehaus, wo die Welt<br />

seit eh und je neu erfunden wurde.<br />

Stefan Zweig sprach davon, dass das<br />

Kaffeehaus die beste Bildungsstätte<br />

sei. Das Kaffeehaus ist ein echtes<br />

soziales Netzwerk und produziert<br />

jeden Tag Ideen, die die Welt verändern,<br />

meistens verbessern. Unser Anliegen ist eine Neuauflage der Salonkultur<br />

in der heutigen Zeit, um diese Tradition erfolgreich wiederzubeleben.<br />

Das Kaffeehaus soll wieder ein gefragter Ort sein, um abseits von der<br />

öffentlichen Meinung seine Gedanken auszutauschen und Neues auszuprobieren,<br />

ohne gleich „bestehen“ zu müssen.<br />

In unserem Salon7 im Café Museum stellen wir den Raum und den<br />

Rahmen zu Ver fügung, damit sich Menschen aus unterschiedlichen<br />

Disziplinen und Altersgruppen für spannende Vernetzungen treffen und<br />

austauschen können. Ein Zusammentreffen von Menschen aus der Wirtschaft<br />

und Politik, aus Sport und Kultur, die auf Augenhöhe miteinander<br />

kommunizieren. Wir zeigen, wie man vorgehen kann, das Neue zu sehen<br />

und zu verstehen: neue Denkmuster, neue Orientierung und neue Perspektiven.<br />

Allesamt Bausteine, die notwendig sind, um frei zu bleiben und<br />

auch auf Neues wieder reagieren zu können, denn Routineabläufe der<br />

„alten Normalität“ funktionieren nicht mehr.<br />

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass einem dadurch Ideen „zufallen“<br />

werden und man danach eigentlich nicht mehr genau weiß, wie einem<br />

das jetzt eingefallen ist. Es ist eine integrale Prozessmethodik, die angewendet<br />

wird, deren Wirkmechanismen so fein aufeinander abgestimmt<br />

sind, dass es für die Teilnehmer des Salon7 völlig mühelos möglich wird,<br />

ihr breites und tiefes Intelligenzspektrum zu nutzen und abzu rufen. All<br />

das hat mein Denken verändert und ich habe mich gefragt, was wäre,<br />

wenn alles möglich wäre? Ist dann das Café Museum ein Denk labor<br />

für den Neustart? Kann sich eine neue europäische Bewegung in den<br />

Kaffeehäusern Wiens formieren?<br />

Auf jeden Fall ist es Zeit für neue Sichtweisen, um gemeinsam<br />

den richtigen Weg zu gehen und mit Freude zu wachsen.<br />

Jetzt!<br />

www.cafe-wien.at<br />

www.salon7.at<br />

AUTUMN <strong>2021</strong> 191


KULINARIK | BEST OF<br />

Der Goldstandard<br />

des guten Geschmacks<br />

Er ist der meistprämierte Single Malt Scotch Whisky der Welt.<br />

Als Krönung präsentiert sich „Grande Couronne“ jetzt in einer exquisiten,<br />

26 Jahre alten Abfüllung mit Finishing in französischen Cognacfässern<br />

Aromatisch, lebhaft, mit intensiver toastiger Eichensüße <strong>–</strong> so präsentiert<br />

sich das Premiumprodukt aus dem Hause Glenfiddich. Ganz<br />

exklusiv wird es nur bei ausgesuchten Whiskyhändlern und in der<br />

High-Class-Gastronomie zu verkosten und zu erstehen sein.<br />

Mit der exklusiven Verbindung zweier glamouröser Genusswelten<br />

hinterfragt die innovative Whisky-Marke einmal mehr die Konventionen<br />

in der Branche: „Grande Couronne“ ist ein 26 Jahre alter Whisky,<br />

der in amerikanischen und europäischen Eichenfässern in der Destillerie<br />

Glenfiddich in Dufftown, Schottland, zu seinem krönenden Abschluss<br />

heranreifte. Ein verlängertes Finishing von bis zu zwei Jahren in sorgsam<br />

ausgewählten französischen Cognacfässern verleiht ihm einen wahrhaft<br />

eleganten Geschmack.<br />

Er fügt sich perfekt in die „Grand“-Serie von Glenfiddich ein. Sie ist<br />

eine extravagante Reihe von Single Malts, die sich durch Opulenz auszeichnet<br />

mit dem Ziel, exklusiven Anlässen und besonderen Momenten<br />

wahren Glanz zu verleihen. Der jüngste Neuzugang dieser Serie ist eben<br />

„Grand Couronne“, die noch zwei weitere Kostbarkeiten umfasst: nämlich<br />

den Glenfiddich „Grand Cru“, der 23 Jahre lang in amerikanischen<br />

und europäischen Eichenfässern reifte und danach in französischen<br />

Cuvée-Weinfässern verfeinert wurde, sowie den „Gran Reserva“, der<br />

21 Jahre geduldig in Ex-Bourbonfässern auf sein fulminantes Finale in<br />

karibischen Rumfässern wartete.<br />

Sowohl die Flasche als auch die Verpackung sind mit einer dekorativen<br />

goldenen Filigranarbeit verziert, während in der Box kunstvolle Illustrationen,<br />

die an große Renaissancegemälde erinnern, zu bewundern sind.<br />

Für alle Liebhaber von Reichhaltigkeit und eines einzigartigen Whiskygeschmacks<br />

ist der „Grande Couronne” ein Must-have in der Luxuswelt.<br />

In Österreich werden lediglich 130 Flaschen dieser edlen Kompo sition<br />

ab Herbst <strong>2021</strong> im gehobenen Whiskyfachhandel um etwa 549 Euro pro<br />

Stück erhältlich sein.<br />

Redaktion: Elisabeth Muth, Fotos: Glenfiddich<br />

192<br />

AUTUMN <strong>2021</strong>


k47.wien Art-Edition<br />

Design by Green Dog für k47.wien<br />

Event-Penthouse k47.wien<br />

Franz-Josefs-Kai 47 | 1010 Wien<br />

+43-1-22 600 28<br />

www.k47.wien


KULINARIK | ZU BESUCH BEI<br />

Der<br />

Trüffeljäger<br />

Wenn Leidenschaft<br />

für das Echte<br />

zur Berufung wird<br />

Luca Miliffi CEO von Cibus Italy<br />

Redaktion: Elisabeth Muth, Fotos: Cibus Italy<br />

Tartufo è felicità <strong>–</strong> der Trüffel ist einfach Ausdruck einer schlichten<br />

und naturbewussten Lebensweise!“ So beschreibt Luca Miliffi, bekannt<br />

als „Trüffelpapst und Trüffelbotschafter“, seine Leidenschaft<br />

für die kleinen Knollen, die er nur zu gern höchstpersönlich aus dem Wald<br />

holt. <strong>Aurum</strong> <strong>999</strong>,9 hat ihn zu einem kurzen Talk getroffen.<br />

Luca, was hat dich ausgerechnet nach Österreich gezogen?<br />

Das ist relativ einfach erklärt. In den 1980er-Jahren lernte mein Vater Arnaldo<br />

Miliffi, Ex-Pilot der italienischen Luftwaffe und brillanter Projektingenieur<br />

der ENI, Österreich <strong>–</strong> und insbesondere Wien <strong>–</strong> kennen. Schon<br />

damals war unsere Familie mehr als Trüffel-affin und er schenkte Wien<br />

etwas ganz Besonderes: Er stellte hier die weiße Qualitäts-Trüffel vor. Und<br />

ab diesem Zeitpunkt galt er in Österreich als Trüffelpionier.<br />

Wie war das für dich als Kind?<br />

Von Anfang an stand ich mit Stolz und Begeisterung an der Seite meines<br />

Vaters. Und ich eignete mir schon früh das Wissen darüber an, wofür unser<br />

Delikatessengeschäft und Restaurantgroßhandel Cibus Italy heute steht:<br />

die Kultur des Geschmacks, der Echtheit und der gesunden Produkte.<br />

Und welche Ausbildung hattest du?<br />

Das war die Schule des Lebens und die großartige Küche meiner Nonna!<br />

Meine Universität war die der authentischen Dinge, des Wertes der Früchte<br />

der Erde und der Arbeit. Bis heute habe ich viele bäuerliche Produzenten<br />

kennengelernt und bin immer noch auf der Suche nach Neuem. So<br />

habe ich auch meine Heimat Italien erkundet, das Italien des Genusses.<br />

Man nennt dich auch den Botschafter des weißen Alba-Trüffels.<br />

Ja, ich habe in der österreichischen Gastronomie eine Herkunftszertifizierung<br />

eingeführt, die auch von der Academia Italiana del Tartufo<br />

anerkannt wird. Es ist einfach wichtig zu wissen, wo die Trüffel herkommen.<br />

Denn nur ein gesunder Boden und ein gesundes Umfeld bringen<br />

wirklich gute Trüffel hervor.<br />

Was ist dir als CEO von Cibus Italy und deinem Team besonders wichtig?<br />

Es sind unsere Familien, unsere Freunde und die Menschen, denen wir<br />

jeden Tag begegnen. Die großartigen Produzenten, mit denen wir zusammenarbeiten<br />

dürfen und die Cibus mit ihrem Wissen bereichern. Und<br />

natürlich auch unsere Kunden, deren Meinung uns total wichtig ist, damit<br />

wir uns ständig weiter verbessern können. Wir setzen <strong>–</strong> in diesem Zeitalter<br />

der großen Lebensmittelindustrialisierung <strong>–</strong> mehr denn je auf das echte<br />

Handwerk mit Spitzenqualität. Das ist für uns ganz essenziell.<br />

Und was macht dich besonders glücklich?<br />

Das lässt sich ganz einfach beschreiben: Jedes Jahr erfahre ich von September<br />

bis zum 31. Dezember dieses ganz besondere Glück, den weißen<br />

Trüffel aus Alba zu erleben und seinen einzigartigen Duft zu riechen. Es<br />

ist eine unbeschreibliche Emotion und erinnert mich an meine spezielle<br />

Verbundenheit, die ich zur Natur und zu allem Natürlichen habe.<br />

cibusitaly.it<br />

Gourmet-Event<br />

Luca Miliffi ist im November <strong>2021</strong> zu<br />

Gast bei „Tartufo Totale“ im VIENNA<br />

Ballhaus, Berggasse 5, 1090 Wien<br />

Infos: viennaballhaus.com<br />

Eintritt frei!<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

195


KULINARIK<br />

NEW<br />

IN TOWN<br />

Der gute Fang<br />

Hannah Neunteufel erobert mit einem<br />

großen Projekt den Donaulido in Ybbs<br />

Was sie macht, macht sie ganz <strong>–</strong> oder gar nicht. Alles richtig macht sie<br />

allerdings im September. Dann nimmt Hannah Neunteufel in der Stadthalle<br />

Ybbs ihr neues Gastroprojekt in Betrieb. Es umfasst ein Gourmetrestaurant,<br />

ein Ganztages-Bistro, zwei Donaugärten sowie das exklusive<br />

Catering der Eventhalle für 1.200 Personen, dazu kommen ein Radler-<br />

Kiosk und Tourismusshop. Aufgrund der einzigartigen Lage, der günstigen<br />

infrastrukturellen Rahmenbedingungen und des zeitgemäßen Konzepts<br />

wird dieser Gastrotempel buchstäblich konkurrenzlos sein. Und ab<br />

jetzt ist diese Location direkt an der Donau auch ein echter Geheimtipp.<br />

dergutefang.at<br />

Lamée Minibar<br />

Reduce it to the max!<br />

Weniger ist mehr. Dieser bekannte Slogan bewahrheitet sich einmal mehr<br />

bei diesem Opening. Denn die Hauptstadt ist nun um ein neues Bar-Juwel<br />

reicher: Die „Lamée Minibar“ glänzt mit preisgekrönter Architektur und<br />

einem einzigartigen, bereits von den Hotels Topazz und Lamée bekannten<br />

Design. Zurecht wird sie Frühaufsteher und Nachtschwärmer gleichermaßen<br />

begeistern und das althergebrachte Bild einer Bar völlig auf den<br />

Kopf stellen. Geöffnet ist das Lokal-Kleinod täglich von 8 bis 22 Uhr.<br />

lameerooftop.com/lamee-minibar<br />

Boutiquehotel Motto<br />

Pure Gastlichkeit und perfekte Gastronomie<br />

Diesen Herbst eröffnet Wiens Top-Gastronom Bernd Schlacher einen<br />

neuen Hotspot: In der quirligen Mariahilferstraße gelegen verbindet das<br />

Boutiquehotel Motto den Pariser Flair der 1920er-Jahre mit modernem<br />

Wiener Lebensgefühl und skandinavischer Gemütlichkeit. Das Haus verfügt<br />

über 91 Zimmer und Suiten und eine Eventfläche von 140 Quadratmetern.<br />

Ein perfekt abgestimmtes Zusammenspiel aus Wohnräumen und<br />

Gastronomie mit Bar-Restaurant, Dachterrasse und eigener Bio-Bäckerei<br />

schafft einen vielschichtigen Mikrokosmos, der Luxus und Quali tät<br />

vereint. Ein weiteres Vorzeigeprojekt im großartigen Motto-Konzept!<br />

www.hotelmotto.at<br />

Redaktion: Elisabeth Muth, Fotos: Der Gute Fang, Lenikus, Motto Group<br />

196


KULINARIK | MENU À LA CHEF<br />

DAS BESTE<br />

zweier<br />

Welten<br />

Japan trifft Europa: Das Fine-Dining-Restaurant „Shiki" kreiert mit echter Passion außergewöhnliche<br />

Fusion-Haute-Cuisine, die Geschmack neu definiert. Für seine raffinierten Interpretationen<br />

wurde Top-Koch Alois Traint bereits mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet<br />

Redaktion: Elisabeth Muth, Fotos: Shiki<br />

Joji Hattori und Alois Traint mit gemeinsamer Vision:<br />

zeitgemäße japanische Spitzenküche mit europäischen Akzenten<br />

Was haben Küchenchef Alois Traint und Inhaber Joji Hattori gemeinsam?<br />

Diese Frage lässt sich einfach beantworten: Beide dirigieren<br />

ihre Teams <strong>–</strong> der eine die ambitionierte Küchenmannschaft<br />

des „Shiki“, das 2018 als erstes japanisches Restaurant in Österreich einen<br />

Michelin-Stern erhielt, und der andere internationale Orchester.<br />

Das „Shiki“, viel gelobter Gourmet-Hotspot und Kultlokal, befindet<br />

sich mitten in der Wiener Innenstadt, nur einen Steinwurf entfernt von<br />

der Staatsoper. Geboren in Japan und aufgewachsen in Österreich kehrte<br />

der im In- und Ausland erfolgreiche Dirigent und Geiger Joji Hattori<br />

nach rund 20 Jahren in London nach Wien zurück und erfüllte sich hier<br />

umgehend seinen Traum <strong>–</strong> ein Restaurant zu eröffnen, welches das Beste<br />

aus der japanischen und europäischen Kultur vereint und in vielen Details<br />

seine Handschrift trägt. So bedeutet das japanische Wort „shiki“ neben<br />

„Vier Jahreszeiten“ auch „dirigieren“.<br />

Der Anspruch: zeitgemäße japanische Spitzenküche mit europäischen<br />

Akzenten und erstklassigem Service. Bei weitestgehender Verwendung<br />

regionaler und saisonaler Zutaten, einer innovativen Interpretation authentisch<br />

japanischer Zubereitungsarten und einer einzigartig großen<br />

Auswahl an veganen Gerichten präsentiert man hier eine Form moderner<br />

japanischer Haute Cuisine, wie es sie hierzulande noch nicht gab. Die<br />

Gäste können sowohl mittags als auch abends zwischen Brasserie & Bar<br />

im vorderen Teil des Restaurants oder dem eleganten Fine-Dining-Bereich<br />

wählen. Für geschlossene Gesellschaften steht darüber hinaus Platz und<br />

Raum für exklusives Private Dining zur Verfügung. Die Bar mit Blick auf<br />

die Krugerstraße sorgt mit köstlichen Drinks für eine entspannte Umgebung<br />

für den Aperitif und kleine Speisen für zwischendurch. Das Restaurant<br />

selbst zeichnet sich durch eine schicke, moderne Atmosphäre aus. Im<br />

Sommer wird das Ambiente von Brasserie und Bar, deren Glaswände ganz<br />

geöffnet werden können, im Gastgarten fortgesetzt.<br />

Die Servicekultur ist klassisch-europäisch und auf hohem Niveau.<br />

Kosmopolitisch präsentiert sich die besonders umfangreiche Weinkarte:<br />

Neben einer exklusiven Selektion von Sake in verschiedenen Qualitätsstufen<br />

umfasst sie eine große Auswahl österreichischer und französischer<br />

Weine von Top-Winzern. Passend dazu ist auch das Interieur, das von den<br />

in Wien ansässigen BEHF Corporate Architects gestaltet wurde, einzigartig:<br />

Ziel war nicht, den klassischen Stil japanischer Restaurants passend<br />

zum „Shiki“ zu interpretieren. Vielmehr dienten vornehme Restaurants in<br />

Tokio, deren Küchenlinie von europäischen Einflüssen geprägt ist, als Vorbild.<br />

Das minimalistische Design in gehobener Atmosphäre überzeugte<br />

2017 auch die Jury des „Finest Interior Awards“, die den Preis in der Kategorie<br />

Restaurants an BEHF verliehen hat.<br />

Alois Traint zeigt mit seinem Menü à la Chef in <strong>Aurum</strong> <strong>999</strong>,9 eine Auswahl<br />

seiner Kreationen der aktuellen Saison <strong>–</strong> eine kulinarische Symphonie<br />

aus frischem Salat, Trüffel, Ente und veganem Dessert um Abschluss.<br />

www.shiki.at<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

197


KULINARIK | MENU À LA CHEF<br />

v<br />

Sengiri (= 1.000 Streifen)<br />

Das leichte Entrée<br />

Der Salat aus Karotten, gelben Rüben und Daikon mit einem Dressing mit Sesamund<br />

Miso-Noten läutet das Menü elegant ein und sorgt für einen perfekten Start.<br />

h<br />

Gobo & Trüffel<br />

Genuss pur!<br />

Trüffel-Liebhaber aufgepasst. Es warten Geschmacksexplosionen,<br />

wenn in Portwein geschmorte Schwarzwurzeln (Gobo) auf<br />

Schwarzwurzelcreme mit Trüffel-Miso-Jus und Salzkaramell<br />

angerichtet wird.<br />

Fotos: Shiki<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

199


KULINARIK | MENU À LA CHEF<br />

v<br />

Ente einmal ganz anders<br />

Faszinierende Kombinationen<br />

Das Crossover ist optimal gelungen und schmeckt einfach hervorragend!<br />

In Saikyo-Miso eingelegte Ente aus dem Backrohr trifft auf marinierten Kürbis,<br />

Preiselbeeren und eine Mirin-Honigwabe. Die Zitrusnote gibt einen feinen Touch.<br />

h<br />

Matcha-Schnitte<br />

Ein veganes Highlight<br />

Als verführerisches Dessert rundet die Matcha-Schnitte die<br />

vorhergehenden Gerichte ideal ab: Die Frische der Matcha, der dezente<br />

Geschmack von Cashewkernen und ein Hauch Zartbitterschokolade<br />

bilden den krönenden Abschluss des wunderbaren Menüs.<br />

Fotos: Shiki<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

201


TRAVEL<br />

The<br />

Deep<br />

Blue<br />

Im Rausch der Tiefe<br />

oder: Die Sehnsucht<br />

nach dem Meer<br />

Das letzte, sehr schwierige Jahr hat uns vieles gelehrt: über Freundschaften,<br />

die geblieben sind, Menschen, die näher gerückt sind,<br />

Menschen, die sich entfernt haben. Über gegenseitiges Helfen, eine<br />

neue Art des Arbeitens, eine andere Qualität des Lebens, nämlich der,<br />

sich auch wieder verstärkt an den kleinen Dingen zu erfreuen. Und wir<br />

haben uns auch gefragt: Wird Reisen jemals wieder so unbeschwert wie<br />

früher sein? Wann dürfen wir wieder voller Vorfreude an einen wunderbaren<br />

Urlaub denken?<br />

Wie gerne wäre ich in den letzten Monaten am Meer gewesen. Ich<br />

hätte einfach nur auf das Wasser geschaut, den Wellen gelauscht, das<br />

Gesicht in den Wind gehalten, die Zehen im Sand vergraben. Ich hätte die<br />

Freiheit genossen, den Strand, die frische Brise, den Blick auf das ewige<br />

Blau. Das Meer ermöglicht uns das Erlebnis von Unendlichkeit <strong>–</strong> der weite<br />

Horizont vermittelt uns ein Gefühl des grenzenlosen Loslassens. Und<br />

das Abtauchen in die Tiefe befreit von jeglichem Ballast, man spürt die<br />

Strömung und nimmt die Brandung wahr.<br />

Wir haben uns in dieser Ausgabe für Sie auf die Suche nach den schönsten<br />

Destinationen rund um den Globus gemacht: Im ersten Teil unseres<br />

Heftes präsentieren wir die höchsten Penthouses, hier nun alles am, im<br />

und unter Wasser. Wir erkunden das neu eröffnete The TownHouse in Mykonos<br />

und stilvolles Design im historischen Gebäude von Can Ferrereta in<br />

Mallorca, um dann im Unterwasserrestaurant im Huvafen Fushi auf den<br />

Malediven zu dinieren oder mit Mantarochen beim Aufenthalt im Nautilus<br />

auf der maledivischen Insel Milaidhoo zu tauchen. Die Fari Islands locken<br />

mit dem Patina Hotel & Resort, auf Bali erleben wir atemberaubende<br />

Natur und Luxus im Bvlgari Resort. Und was wären Urlaubsträume ohne<br />

Hideaways wie David Copperfields Musha Cay Island, das private tropische<br />

Inselreich für zutiefst magische Momente! Und für diejenigen unter<br />

Ihnen, die noch nicht unbedingt für Fernreisen in ein Flugzeug steigen<br />

möchten, machen wir kurz halt zum Entspannen im Coquillade Provence<br />

Resort & Spa und im Steigenberger Hotel & Spa Krems in der Wachau!<br />

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Freude beim Durchblättern<br />

der aktuellen Ausgabe und hoffe, Sie damit zu inspirieren. Und ja <strong>–</strong><br />

dieser Urlaub auf den kommenden Seiten wird völlig unbeschwert sein!<br />

Ihre Elisabeth Muth<br />

Foto: Jürgen Hammerschmid<br />

202 AUTUMN <strong>2021</strong>


… wenn Träume wahr werden!<br />

Edelstahlpool: Luxus im eigenen Garten<br />

Gassner GmbH | Betriebsstraße 6 | 4523 Neuzeug | Telefon: +43 7259 23 88 | www.edelstahl-pool.at


Südfrankreich pur:<br />

Das Leben<br />

leben<br />

Luberon <strong>–</strong> der Gebirgszug im<br />

Norden von Marseille verzauberte<br />

schon viele Künstler. Albert Camus<br />

und Peter Mayle liebten das<br />

ruhige Leben inmitten von<br />

Eichen- und Pinienwäldern<br />

Von Elisabeth Muth


TRAVEL<br />

Ein erfrischender Einblick<br />

in die neue Spa-Area<br />

Fotos: Coquillade Provence Resort & Spa<br />

Umgeben von 90 Hektar Weinbergen, üppigen Lavendelfeldern und<br />

übersät von Olivenhainen <strong>–</strong> mitten im Nationalpark Luberon vermittelt<br />

das Coquillade Provence Resort & Spa provenzalisches Lebensgefühl<br />

par excellence.<br />

Fast schon majestätisch thront das Coquillade Provence Resort & Spa<br />

auf einem Hügel mit Blick auf den Nationalpark und verkörpert provenzalische<br />

Gastfreundschaft auf höchstem Niveau. Das Fünf-Sterne-Relais-<br />

&-Châteaux-Resort liegt in der Nähe von Gargas, nur knapp 50 Kilometer<br />

östlich von Avignon. Insgesamt 63 Zimmer und Suiten, die sich auf<br />

mehrere französische Landhäuser verteilen, die einst einen Weiler bildeten,<br />

und zum Teil in 2015 hinzugekommenen südlichen Neubauten, bieten<br />

Gästen eine authentische und ruhige Provence-Erfahrung. Das älteste<br />

Gebäude auf diesem Gelände stammt aus dem 11. Jahrhundert und wurde<br />

der Legende nach von Zisterziensermönchen der Abtei Sénanque erbaut.<br />

Kulinarik at it’s best<br />

Das Fünf-Sterne-Haus verfügt über drei bemerkenswerte Restaurants und<br />

Bars, die die provenzalische Küche mit einem „Vom Garten zum Tisch“-<br />

Konzept perfekt zelebrieren. Im Restaurant „Les Vignes et son Jardin“<br />

genießen Gäste lokale und saisonale Produkte <strong>–</strong> teilweise direkt aus dem<br />

eigenen Garten gepflückt <strong>–</strong> und den tollen Blick auf den fantastischen<br />

Garten. Hier wird vor allem die einheimische provenzalische Kochkunst<br />

sowie das tägliche Frühstück serviert.<br />

Sans souci <strong>–</strong><br />

ohne Sorgen<br />

Im brandneuen Fine-Dining-Restaurant „Avelan“ gehen die Gäste auf<br />

eine Erkundungstour durch verschiedenste Küchen der Welt, während<br />

im italienischen Restaurant „Cipressa“ authentische italienische Köstlichkeiten<br />

in sizilianischem Ambiente serviert werden. Nach dem köstlichen<br />

Essen lädt die neu eröffnete Bar „Lalique“ zu exzellenten Cocktails, genialen<br />

Digestifs und langen Gesprächen ein.<br />

Ein Urlaub in der Provence verspricht blühende Lavendelfelder, silbergrüne<br />

Olivenhaine, duftende Kräuter, verwunschene Dörfer und malerische<br />

Altstädte <strong>–</strong> und vor allem authentische Erlebnisse vor Ort. Zweifellos<br />

besticht die Provence als Reiseziel zu jeder Jahreszeit und zählt dank des<br />

milden Mittelmeerklimas mit rund 2.600 bis 3.000 Sonnenstunden pro<br />

Jahr zur sonnenreichsten Gegend Frankreichs.<br />

Das Coquillade Provence Resort & Spa ist ein perfekter, authentischer<br />

Rückzugsort in einer der schönsten Gegenden Frankreichs. Sei es zum<br />

Entspannen in den hauseigenen Spa-Welten oder zum ausgiebigen Sporterlebnis<br />

mit großartigen Radtouren begleitet durch erfahrene Radsporttrainer.<br />

In jedem Fall ist dieses wunderbare Resort einen Besuch wert und<br />

wartet nur darauf, erkundet zu werden!<br />

www.relaischateaux.com/de/frankreich/<br />

coquillade-vaucluse-gargas<br />

AUTUMN <strong>2021</strong> 205


Wellness in<br />

der Wachau<br />

Grüner geht’s nicht! Smaragdene Weinberge, Wälder,<br />

Veltliner <strong>–</strong> es gibt viele gute Gründe, ins Welterbe Wachau<br />

zu reisen. Ein ganz besonderer: die neue Wellnessoase für<br />

indviduelle Entspannung in Krems an der Donau<br />

Von Elisabeth Muth<br />

Die Wellnessoase ist eingebettet in die<br />

malerische Landschaft der Wachau<br />

Fotos: Gregor Tietze


TRAVEL<br />

Wer einfach ausgezeichnet relaxen und entspannen will, braucht von<br />

Wien aus nicht weit zu fahren: Das Steigenberger Hotel & Spa in<br />

Krems bietet auf 3.000 Quadratmetern Wohlfühlfläche eine exklusive<br />

„Spa World Luxury“, die ihresgleichen sucht. Das überaus großzügig<br />

angelegte Areal bietet seinen Gästen Erholung pur. Mitten in die Weinberge<br />

eingebettet und mit viel Ausblick lockt das Wellnesshotel vor allem<br />

Urlauber, die ein perfektes Gesundheits- und Beautyangebot suchen.<br />

Die „Spa World Luxury“ hat durch einen großräumigen Anbau eine<br />

neue Ebene erhalten, im weitläufigen Entspannungs- und Ruhebereich<br />

warten nun zahlreiche Relax-Oasen und Rückzugsmöglichkeiten. Dort<br />

verleiten innovative Schaukelbetten zum Träumen, bequeme Chaiselonguen<br />

zum Chillen und ein Bereich mit Tischen und Lehnsesseln schafft<br />

eine heimelige Wohnzimmeratmosphäre. Ein separater Ruheraum im<br />

Bibliotheksstil mit Stehleuchten ist für Erwachsene reserviert, während<br />

das Spa-Bistro gesunde Snacks und Erfrischungen bietet.<br />

Im gesamten Bereich wurde auf die Auswahl und Verwendung natürlicher<br />

und regionaltypischer Materialien viel Wert gelegt. Infolge schaffen<br />

hochwertige Stoffe und warmes Licht viel Behaglichkeit, das reduzierte<br />

Design sorgt auch optisch für Entspannung <strong>–</strong> und der herrliche Ausblick<br />

ins Grüne war klarerweise von vornherein mit eingeplant.<br />

Im Zuge der Hotelerweiterung entstand ein neuer Gebäudeteil mit<br />

16 luxuriösen Suiten sowie 16 Doppelzimmern, die alle über einen eigenen<br />

Outdoorbereich verfügen. Eine Waldsauna und ein Außenbecken mit<br />

Panoramapool runden das hervorragende Angebot ab. Für Erholungssuchende,<br />

die einfach einmal ein Wochenende ausspannen wollen und dabei<br />

auch einen Ausflug zu den ansässigen Winzern in der Wachau unternehmen<br />

möchten, ist das Steigenberger Hotel & Spa die ideale Location.<br />

Doch natürlich kann man hier gerne auch länger bleiben.<br />

www.steigenberger.com<br />

j<br />

Völlig losgelöst: Im Spa und in<br />

Relaxräumen kommt man wieder in Balance<br />

k<br />

Weite spüren: Die 50 Quadratmeter<br />

große „Goldberg Suite“ besticht<br />

mit Komfort und Panoramabalkon<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

207


Fotos: Adobe Stock


TRAVEL<br />

Into the blue:<br />

Sehnsuchtsorte<br />

am, über und<br />

unter Wasser<br />

Am Meer hat man das Gefühl von Freiheit, weil man<br />

so weit auf den Horizont schauen kann <strong>–</strong> im Meer<br />

beim Schwimmen mit bunten Fischen und Rochen.<br />

In faszinierenden Unterwasserrestaurants erlebt<br />

man die maritime Welt hautnah. Hier können<br />

Gedanken fließen, es entsteht Raum für neue Ideen<br />

und das Meeresrauschen und tiefe Blau beruhigen.<br />

Entdecken Sie hier die schönsten Strandresorts zum<br />

Ein- und Abtauchen: Allein der Anblick weckt<br />

ozeanische Gefühle und Sehnsucht nach mehr<br />

Von Elisabeth Muth<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

209


W<br />

Mehr Wasser in Sicht: blaue Wellen<br />

mal zwei vor einer der Pool-Villen<br />

v<br />

Fast eine Ebene bildet das<br />

Schlafzimmer mit dem weißen Sand<br />

Fotos: Patina Maledives<br />

210


TRAVEL<br />

Find yourself:<br />

Fari Islands<br />

Patina Maledives<br />

W<br />

Die 90 Villen des Patina Resorts,<br />

entworfen vom brasilianischen Architekten<br />

Marcio Kogan, aus der Vogelperspektive<br />

j<br />

Design-Villa mit eigenem Pool<br />

für maximale Privatsphäre<br />

Auf Reisen lernt man nicht nur Neues, sondern auch sich selber kennen.<br />

Etwas Selbstfindung ist im Resort Patina Maledives regelrecht erwünscht.<br />

Gezielt richtet man sich an „sozial- und umweltbewusste Reisende“, die<br />

eine Verbindung zu Natur, Kreativität, Schönheit und Urlaub mit Tiefgang<br />

suchen. Ein durchdachtes Design soll dabei helfen, das Hotelteam<br />

geht sanft und intuitiv auf die individuellen Bedürfnisse von jedem Gast<br />

ein. In allen Details steht das Fünf-Sterne-Resort für anspruchsvollen<br />

Lifestyle. Entworfen hat die Anlage der brasilianische Architekt Marcio<br />

Kogan, sie umfasst 90 zeitgenössische „Beach Pool“- und „Water Pool“-<br />

Villen mit ein bis drei Schlafzimmern, zusätzlich gibt es noch 20 Studios<br />

sowie eine mietbare „Beach Collection“ für absolute Privatheit. Hier im<br />

Nord- Malé-Atoll taucht man in eine völlig neue Perspektive des Insellebens<br />

ein: Maßgeschneiderte Wellnessprogramme, interaktive Musikerlebnisse<br />

und die „Skyspace"-Skulptur des Künstlers James Turrell machen<br />

den Aufenthalt im Patina Maledives einzigartig.<br />

Nur 45 Minuten vom internationalen Flughafen Velana entfernt bilden<br />

vier Inseln ein Archipel von einmaliger Qualität und besonderem<br />

Charakter. Nachhaltigkeit in allen Belangen wird hier großgeschrieben.<br />

Top-Luxusfaktor: die Reise zu sich selbst.<br />

www.patinahotels.com<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

211


TRAVEL<br />

Tauchen mit<br />

Mantarochen:<br />

Thiladhoo,<br />

Malediven<br />

The Nautilus<br />

Einfach eine Traumdestination: The Nautilus befindet sich auf der maledivischen<br />

Privatinsel Thiladhoo im UNESCO-Biosphärenreservat des<br />

Baa-Atolls. Direkt an einem natürlichen Riff liegend ist es eines der exklusivsten<br />

Resorts der Welt und das einzige Relais & Châteaux-Mitglied<br />

auf den Malediven. Seinen Gästen gewährt es<strong>–</strong> zum Beispiel hinsichtlich<br />

der Öffnungszeiten der Restaurants, der Menüs und der Spa-Behandlungen<br />

<strong>–</strong> absolute Flexibilität und Freiheit. Wohnen und schlafen kann man in<br />

26 sehr privaten „Beach Houses“ und „Ocean Houses“ sowie großzügigen<br />

„Residences“ im Boho-de-luxe-Stil, dinieren in einem der drei Restaurants.<br />

Das Fünf-Sterne-Inselresort bietet den höchsten Standard bei Service,<br />

Komfort und Privatsphäre. So ist bei jedem „House“ und jeder „Residence“<br />

ein eigener temperaturgeregelter Pool sowie ein Butler inbegriffen.<br />

Alle Ankommenden werden direkt vom Flugzeug abgeholt, das Hotelteam<br />

kümmert sich um die Einreiseformalitäten sowie das Gepäck, danach<br />

werden sie von einem privaten Wasserflugzeug zur Insel gebracht.<br />

Zudem verfügt The Nautilus über zwei luxuriöse Yachten, die für Ausflüge<br />

gebucht werden können. Aber das wirkliche Highlight ist sicherlich<br />

das Tauchen mit den Mantarochen <strong>–</strong> zwischen Mai und November<br />

erlebt man hier ein unvergessliches Naturschauspiel. Denn in der vergangenen<br />

Saison wurden mehr als 1.600 Mantarochen im Baa-Atoll gesichtet.<br />

Top-Luxusfaktor: eindrucksvolle Tauchgänge im türkisblauen Meer.<br />

www.thenautilusmaldives.com<br />

W<br />

Perfektes Inselglück: Der Open-Air-Livingroom<br />

lädt zum Ausspannen ein<br />

b<br />

Rundum wohlfühlen: Luxus-Hideaway mit höchster<br />

Privatatmospäre auf Thiladhoo Island<br />

Fotos: The Nautilus Maledives<br />

212


W<br />

Verbunden mit der Natur: Tauchen<br />

mit Mantarochen im Indischen Ozean<br />

ist ein besonderes Erlebnis<br />

v<br />

Nah am Wasser gebaut: Das private<br />

Dinner bei Sonnen untergang sorgt<br />

für romantische Momente<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

213


TRAVEL<br />

Luxus mit Tiefgang:<br />

Maadhoo & Bolufushi<br />

Ozen Life Maadhoo und<br />

Ozen Reserve Bolufushi<br />

Im Unterwasserrestaurant „M6m“ speist man<br />

umgeben von farbenprächtigen Fischschwärmen<br />

Malerische Strände, tropische Vegetation und besonderer Service: Sowohl<br />

das Ozen Life Maadhoo als auch das brandneue Ozen Reserve Bolifushi<br />

offerieren ultraexklusive Packages, welche die Unterkunft in einer Villa,<br />

Kulinarik und Freizeitaktivitäten umfassen.<br />

Darüber hinaus bietet das Ozen Life Maadhoo wunderbares Fine<br />

Dining in einem der sechs Restaurants, unter anderem im besonders spektakulären<br />

„M6m“ (was „Minus 6 Meters" bedeutet), dem ersten Unterwasserrestaurant<br />

im Malé-Atoll. Im Ozen Reserve Bolifushi vereint der<br />

sogenannte „Reserve Plan“ einen erlesenen Mix aus gehobener Küche,<br />

fein selektierten Getränken und exklusiven Angeboten und Programmen.<br />

So kann man täglich zwischen vier verschiedenen Restaurants wählen<br />

und ein unglaubliches Sortiment an großartigen Drinks und Weinen<br />

genießen. In beiden Resorts gehört die Erkundung der Unterwasserwelten<br />

inklusive der kompletten Schnorchelausrüstung zum Standard. Zusätzlich<br />

stehen bei der Buchung der „Reserve Experience“ ein privater<br />

Buggy, ein persönlicher Butler-Service und In-Villa-Dining zur Verfügung.<br />

Top-Luxusfaktor: individuell maßgeschneiderte Packages.<br />

www.theozencollection.com/ozenlife-maadhoo<br />

www.theozencollection.com/ozenreserve-bolifushi<br />

W<br />

Pool trifft Meer:<br />

Der Erkundung der<br />

Unterwasserwelten<br />

steht nichts im Wege<br />

v<br />

Inselträume werden im<br />

Ozen Life Resort auf<br />

Maadhoo wahr<br />

Fotos: Ozen Life<br />

214<br />

AUTUMN <strong>2021</strong>


W<br />

Eleganz à la Bvlgari: Anspruchsvoll und luxuriös<br />

ist die Ausstattung des einzigartigen Resorts<br />

v<br />

Alle Villen verfügen über einen fantastischen<br />

Ausblick auf das offene Meer<br />

Fotos: Bulgari Bali<br />

216


TRAVEL<br />

Design-Refugium<br />

im Naturparadies:<br />

Uluwatu, Bali<br />

Bvlgari Resort Bali<br />

W<br />

Dinner am Pool mit Aussicht und<br />

herrlichem Sonnenuntergang<br />

j<br />

Der Cliff-Edge-Pool fasziniert<br />

alle Gäste gleichermaßen<br />

Das Bvlgari Resort befindet sich in der Nähe des Dorfes Pecatu und der<br />

beeindruckenden Klippenanlage des Pura Luhur Uluwatu Tempels an der<br />

äußersten Südwestspitze Balis. Die Jimbaran-Bucht und der internationale<br />

Flughafen liegen etwa 20 Kilometer nördlich des Resorts. Diese einzigartige<br />

Lage, nämlich mehr als 150 Meter über der Küste, bietet einen unvergleichlichen<br />

Blick auf den Indischen Ozean. Eingebettet zwischen der<br />

Klippe und dem Meer ist der eineinhalb Kilometer lange Strand nur über<br />

den Schrägaufzug der Hotelanlage erreichbar.<br />

Das Luxusresort besteht aus 58 Villen mit Meerblick, fünf Villen mit<br />

drei bis fünf Schlafzimmern und der 1.300 Quadratmeter großen „Bvlgari<br />

Villa“. Alle Unterkünfte verfügen über einen Plunge-Pool und eine Terrasse<br />

mit abgeschiedenem tropischen Garten, obligatorisch sind eine Hightech-Ausstattung<br />

und umfangreiche Palette an Annehmlichkeiten. Neben<br />

der unvergleichlichen Natur rund um die Hotelanlage kann man hier auch<br />

anspruchsvolle Einrichtungen genießen wie ein italienisches und indonesisches<br />

Restaurant, die Lounge-Bar, ein wunderbares Spa und den Cliff-<br />

Edge-Pool, die als pulsierender Mittelpunkt des Resorts geplant wurden.<br />

Der grandiose Entwurf der Stararchitekten Antonio Citterio Patricia Viel<br />

besticht auf allen Linien. So bezieht das Gesamtdesign des Resorts die<br />

geschichtsträchtige Kultur und natürliche Umgebung des Ortes mit ein.<br />

Top-Luxusfaktor: Elegantes Design trifft atemberaubende Natur.<br />

www.bulgarihotels.com/en_US/bali<br />

AUTUMN <strong>2021</strong> 217


TRAVEL<br />

Spa und Dinner<br />

unter Wasser:<br />

Huaven Fushi<br />

Nord-Malé-Atoll, Malediven<br />

Paradies unter Palmen für<br />

Luxus-Fans und Hedonisten<br />

Acht Meter unter dem Meeresspiegel erwartet die Urlauber auf Huvafen<br />

Fushi eine kulinarische Reise in die Tiefe. Im exklusiven Fine-Dining-<br />

Restaurant „Latitude 4°“ speist man mitten im Indischen Ozean und nur<br />

vier Grad vom Äquator entfernt entweder beim exklusiven Candle-Light-<br />

Dinner zu zweit oder am nächsten Morgen beim privaten Frühstück.<br />

Dabei tummeln sich hinter einem überdimensionalen Panoramafenster<br />

die Fische im Korallenriff. Mitten im Raum steht die nobel gedeckte<br />

Tafel und Küchenchef Abdulla Rifza begeistert selbst Gourmets mit individuell<br />

auf Wunsch kreierten Menüs und entsprechend exzellenter Weinbegleitung<br />

durch den Sommelier.<br />

Huvafen Fushi, was übersetzt „Trauminsel“ bedeutet, gilt als Ikone<br />

der maledivischen Luxushotels. Das Resort mit Wohlfühlgarantie verspricht<br />

Zweisamkeit, Ruhe und Privatsphäre. Highlight unter den Residenzen<br />

am Strand ist der 800 Quadratmeter große Luxusbungalow „Cube“<br />

mit hauseigenem Butler inklusive. Zudem kann man im weltweit ersten<br />

Unterwasser-Spa im wahrsten Sinn abtauchen und wohltuende Treatments<br />

genießen. Kulinarisch verwöhnen unter anderem die Restaurants „Celsius“,<br />

in dem das Frühstück serviert wird, „Forno“ mit knisterndem Holzofen<br />

unter Palmendächern und das japanische Izakaya-Restaurant „Salt“.<br />

Top-Luxusfaktor: Spa und Privatdinner unter Wasser.<br />

www.huvafenfushi.com<br />

W<br />

Das bekannte Resort<br />

Huvafen Fushi bietet<br />

Fine Dining unter dem<br />

Meer und Luxus pur<br />

W<br />

Fast schon ikonisch:<br />

die Anordnung der Villas<br />

über dem blauen Ozean<br />

Fotos: Huvafen Fushi<br />

218<br />

AUTUMN <strong>2021</strong>


TRAVEL<br />

Auf maritimer<br />

Umweltmission:<br />

Frégate, Seychellen<br />

Fregate Island Private<br />

Eine Insel, sieben Strände, 17 Villen <strong>–</strong> das ist das Resort Fregate Island Private.<br />

Die Insel Frégate im Indischen Ozean gehört zu den Seychellen und<br />

zählt über 3.500 Aldabra-Riesenschildkröten zu ihren Bewohnern. Hier<br />

wird naturnaher Tourismus konsequent und bewusst gelebt: Ein eigenes<br />

Conservation Team kümmert sich um Flora und Fauna des pittoresken<br />

Eilands und realisiert internationale Artenschutzprojekte. Auch der<br />

Garten wird streng biologisch bewirtschaftet. Das Resort ist daher seit<br />

seiner Eröffnung ein Vorzeigeprojekt für umweltbewussten Luxustourismus.<br />

Während Urlauber die Privatsphäre, die Weitläufigkeit und den<br />

persönlichen Service der Sechs-Sterne-Anlage schätzen, steht das Inselteam<br />

für ein nachhaltiges Management, das endemische Pflanzen- und<br />

Tierarten schützt und die Schätze der Insel bewahrt. Die Privatinsel liegt<br />

55 Kilometer östlich von Mahé, der Hauptinsel der Seychellen, und ist per<br />

Helikopter oder Boot zu erreichen.<br />

Gemeinsam mit der Schweizer Uhrenmarke Blancpain, der wissenschaftlichen<br />

Unterstützung der Schweizer Organisation Coralive.org und<br />

der auf den Philippinen ansässigen Initiative BlueNomads.org hat Fregate<br />

Island Private ein nachhaltiges Korallenschutzprogramm ins Leben gerufen:<br />

Mit einer zweijährigen Studie werden verschiedene Methoden zur<br />

Riffrestaurierung getestet. Nach der ersten positiven Bilanz läutet man<br />

nun die zweite Phase ein. Das große Ziel des Pilotprojektes ist es, den<br />

Fortbestand der Korallenriffe und deren Wiederaufbau zu gewährleisten.<br />

Top-Luxusfaktor: sanfter Tourismus mit Schutz der unberührten Natur.<br />

www.fregate.com<br />

b<br />

Konsequenter naturschonender Tourismus zum<br />

Schutz von Flora und Fauna der Insel<br />

Fotos: Fregate Island Private<br />

220


W<br />

Filmreife Kulisse mit tropischem<br />

Farbenspiel: einer der sieben<br />

Strände auf Fregate Island<br />

W<br />

Endlose Weite und Wasser bis zum<br />

Horizont. Das Tauchen wird zum<br />

einzigartigen Erlebnis<br />

AUTUMN <strong>2021</strong><br />

221


Die Kunst<br />

der Magie<br />

Ein karibisches Inselparadies ganz für sich<br />

und seine Freunde alleine? Dieser Wunsch lässt<br />

sich in David Copperfields privatem Refugium<br />

Musha Cay Island leicht erfüllen!<br />

Von Elisabeth Muth<br />

Fotos: Vladi Private Islands


TRAVEL | WITH THE STARS<br />

MUSHA<br />

CAY<br />

ISLAND<br />

von David<br />

Copperfield<br />

Der wohl legendärste Illusionist der Welt hat sich ein einzigartiges<br />

Paradies geschaffen <strong>–</strong> ein weitläufiges, sehr privates und<br />

exklusives tropisches Inselreich erwartet Gäste, die die Magie<br />

des Augenblicks mit allen Sinnen erleben wollen.<br />

Musha Cay ist das Zauberwort, das den Traum einer eigenen Insel,<br />

wenn auch nur für einen Urlaub, wahr werden lässt. Und wer hat davon<br />

nicht schon einmal geträumt! Etwa 137 Kilometer südöstlich von Nassau<br />

auf den Bahamas gelegen, verfügt das Resort über fünf verschiedene elegante,<br />

luxuriöse und beeindruckende Villen für insgesamt 24 Gäste, die<br />

hier das ganze Inselparadies für sich alleine haben.<br />

Dieser höchst private tropische Rückzugsort ist nur für exklusive Vermietung<br />

verfügbar und schafft ganz sicher bleibende Urlaubserinnerungen.<br />

Musha Cay besteht aus 700 üppig bepflanzten Hekar Land, die sich<br />

über elf Inseln mit 40 abgelegenen weißen Sandstränden erstrecken. Hier<br />

kann man die zauberhafte Atmosphäre des Ortes jede Minute aufs Neue<br />

erleben, zum Beispiel beim Schnorcheln und Tauchen rund um eine Drei-<br />

Meilen-Sandbank, die nur für wenige Stunden am Tag sichtbar ist. Man<br />

spürt sie ebenso, wenn man das unberührte Korallenriff erkundet, Angelund<br />

Segelausflüge auf dem türkisblauen Meer macht und anschließend die<br />

hervorragende Küche genießt. Insgesamt 30 Angestellte stehen Tag und<br />

Nacht bereit, jeden Wunsch zu erfüllen, und im Restaurant „The Landings“<br />

verwöhnen Spitzenköche die Urlaubsgäste mit kulinarischen Genüssen.<br />

Die magischen Momente beim Dinner am Meer, begleitet von spektakulären<br />

Sonnenuntergängen, werden wohl ewig in Erinnerung bleiben.<br />

Die Anreise erfolgt über den in der Nähe gelegenen Flughafen Georgetown,<br />

Great Exuma. Von dort landet man in 15 Minuten per Charterflug<br />

auf der privaten, etwa 67 Meter langen Landepiste von Musha Cay.<br />

Als beste Reisezeit ist Mitte Oktober bis Ende Juli zu empfehlen, damit<br />

umgeht man die Hurrican-Saison. It’s just magic!<br />

www.vladi-private-islands.de<br />

h<br />

Perfekt traditionell eingerichtet ist die Lobby<br />

v<br />

Karibisches Feeling: Schon beim Aufwachen umfängt<br />

einen der Zauber des Inselparadieses<br />

AUTUMN <strong>2021</strong> 223


TRAVEL<br />

New<br />

Places<br />

<strong>Aurum</strong> <strong>999</strong>,9 präsentiert internationale Neueröffnungen und Hotspots,<br />

die auf jede Bucket-List gehören<br />

The TownHouse Mykonos<br />

Ehrwürdiges Stadtpalais als Boutiquehotel<br />

Das bezaubernde Adults-Only-Hotel, das diesen Mai eröffnet hat, befindet<br />

sich in einem aristokratischen Palais des 18. Jahrhunderts und punktet<br />

mit einer Mischung aus griechischer Architektur, edlem Design und<br />

zeitgemäßem, schlichtem Luxus. Elegante 19 Zimmer und Suiten in unterschiedlichen<br />

Größen, die einzige Rooftop-Terrasse im Herzen der Altstadt<br />

mit atemberaubenden Ausblick sowie ein Premium-Fitnesstudio begeistern<br />

Gäste aus aller Welt. Ein weiteres Highlight ist sicherlich auch der<br />

erstklassige Concierge-Service. Und wer gerne mit Freunden und Familie<br />

feiern möchte, zum Beispiel Hochzeiten, Jubiläen oder Geburtstage: Das<br />

Hotel kann ganz exklusiv für diverse Anlässe gebucht werden.<br />

www.mykonostownhousehotel.com<br />

Il Sereno Lago di Como<br />

Hotspot für Design-Liebhaber<br />

Can Ferrereta Mallorca<br />

Stilvolles Ambiente in historischen Gemäuern<br />

Das wunderschöne Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert residiert im<br />

Südosten der Insel am Eingang des Ortes Santanyí. Bei der Renovierung<br />

blieb der ursprüngliche Charakter des Gebäudes perfekt erhalten und<br />

verschmilzt harmonisch mit zeitgenössischem Interieur, Kunst und regionalem<br />

Handwerk. Das Fünf-Sterne-Domizil beherbergt 32 Zimmer,<br />

zwei Restaurants und eine Bar. Saisonale Mittelmeerküche mit frischen<br />

Spitzenprodukten garantiert einzigartige Geschmackserlebnisse. Für entspannte<br />

Momente sorgt das Spa „Sa Calma“ mit beheiztem Pool, Sauna,<br />

Hammam und Fitnesscenter. Und die gut bestückte Bibliothek, kuratiert<br />

von einem Expertenteam der Maison Assouline London, lässt Buchfans<br />

voll auf ihre Kosten kommen. Unsere Empfehlung: unbedingt besuchen!<br />

www.hotelcanferrereta.com/de/<br />

Dolce Vita im Il Sereno! Die spanische Architektin Patricia Urquiola<br />

zeichnet für das Design des Hotels am Ostufer des Comer Sees verantwortlich.<br />

Dieses Jahr präsentiert sie die neue 150 Quadratmeter große<br />

„Concept Penthouse Suite“ im Look-and-feel der glamourösen 50er-Jahre.<br />

Das exklusive Haus verfügt lediglich über 30 Suiten, luxuriöses Understatement<br />

zieht sich durch alle Räumlichkeiten. Zu den Specials zählt<br />

das mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete Restaurant „Berton Al<br />

Lago“, in dem Chefkoch Andrea Berton klassische norditalienische Küche<br />

mit modernem Twist serviert. Das edle Valmont-Spa, ein Privatstrand, ein<br />

über 18 Meter langer Infinity-Pool sowie eine eigene Anlagestelle für die<br />

hoteleigenen Boote versprechen einen Auszeit-Genuss der Sonderklasse.<br />

www.serenohotels.com<br />

Redaktion: Elisabeth Muth, Fotos: The TownHouse Mykonos, Sereno Hotels, Arturo + Lauren/Can Ferrereta Hotel<br />

224<br />

AUTUMN <strong>2021</strong>


GHOST<br />

Rolls-Royce Motor Cars Berlin<br />

Riller & Schnauck GmbH<br />

+49 30 7900 95612<br />

rolls-roycemotorcars.com/berlin<br />

Rolls-Royce Motor Cars Munich<br />

Schmidt Premium Cars GmbH<br />

+49 89 4522 4180<br />

rolls-roycemotorcars.com/munich<br />

Rolls-Royce Motor Cars Dresden<br />

Thomas Exclusive Cars GmbH<br />

+49 351 404 640<br />

rolls-roycemotorcars.com/dresden<br />

Rolls-Royce Motor Cars Cologne<br />

Procar Automobile GmbH & Co. KG<br />

+49 223 491 5127<br />

rolls-roycemotorcars.com/cologne<br />

Fuel economy and CO2 results for Ghost: 343 g/km (*); 359-347 g/km (#).<br />

Combined consumption: 18.8 mpg / 15.0 ltr/100 km (*); 17.9-18.6 mpg / 15.8-15.2 ltr/100 km (#).<br />

The fuel efficiency specifications are determined according to the European Regulation (EC) 715/2007 in the version applicable at the time of type approval. The figures shown consider<br />

optional equipment and the different size of wheels and tyres available on the selected model. Changes of the configuration can lead to changes of the values. The figures marked with<br />

(*) are based on the new test (WLTP) and are translated back into outgoing test (NEDC) in order to ensure a comparison between the vehicles. The figures marked with (#) are already<br />

based on the new test (WLTP). For vehicle related taxes or other duties based (at least inter alia) on CO 2<br />

emissions the CO 2<br />

values may differ to the values stated here. They do not<br />

relate to any one particular vehicle, nor are they part of any offer made, rather they are solely for the purpose of comparing different kinds of vehicle. Further information about<br />

the official fuel consumption and the specific CO 2<br />

emissions of new passenger cars can be taken out of the “Guide to Fuel Consumption, CO 2<br />

Emissions and Electricity<br />

Consumption of New Passenger Cars”, which is available at all selling points and at http://carfueldata.direct.gov.uk/ in the United Kingdom,<br />

http://www.dat.de/angebote/verlagsprodukte/leitfaden-kraftstoffverbrauch.html in Germany and or your local government authority.<br />

© Copyright Rolls-Royce Motor Cars Limited <strong>2021</strong>. The Rolls-Royce name and logo are registered trademarks.

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