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Aurum 999,9 MagBook – Summer 2022

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GRABEN 13 . 1010 WIEN


SEITZERGASSE 1-3 . 1010 WIEN


jean-poivre.com


TIMELESS FRAGRANCES. FOR THE ICONS OF TODAY.


EDITORIAL<br />

Liebe AURUM <strong>999</strong>,9-Community!<br />

„ Eine Hommage an<br />

den Sommer, eine<br />

Ode an das Wasser, die<br />

Sonne und glamouröse<br />

Feste, die ausgelassen<br />

gefeiert werden sollen“<br />

<strong>Summer</strong> is calling <strong>–</strong> und zwar laut und deutlich!<br />

Die Sommermonate sind eine wunderbare<br />

Zeit, mit der wahrscheinlich nicht nur<br />

ich viele schöne Erinnerungen verbinde: aufregende Reisen, ausgelassene<br />

Partys unter freiem Himmel, laue Abende mit Freunden,<br />

Familienfeste und einmalig romantische Sonnenuntergänge.<br />

Sie merken schon, ich lechze bereits danach, einen Gang runterzuschalten,<br />

um meine Akkus wieder aufzuladen. Mich irgendwo am<br />

Strand völlig zu entspannen, den Alltag zu Hause zurückzulassen, als<br />

wäre er ein lästiges Anhängsel, das man dringend loswerden möchte.<br />

Und das ist er doch manchmal auch, nicht wahr? Leider ist das oft<br />

leichter gesagt als getan, wenn die Gedanken noch um die letzten<br />

problematischen E-Mails kreisen. Aber ehrlicherweise ist es von Zeit<br />

zu Zeit einfach notwendig, den „Pause“-Knopf zu drücken. Exakt<br />

dieses Take-a-break-Feeling haben wir für unsere aktuelle Ausgabe<br />

eingefangen. Wenn Sie so wollen, eine Hommage an den Sommer,<br />

eine Ode an das Wasser, die Sonne und glamouröse Feste, die ausgelassen<br />

gefeiert werden sollen.<br />

Nicht umsonst befinden sich an den Küsten noble Lifestyle-Hotspots<br />

wie Monaco, Saint-Tropez oder Cannes. Mit Letzterem, dem malerischen<br />

Ort an der Côte d’Azur, bringen wir gedanklich doch automatisch<br />

die Filmfestspiele und den damit einhergehenden Starauflauf<br />

an der Croisette in Verbindung. Heuer jährt sich das Spektakel zum 75.<br />

Mal, die prominente Partnerschaft mit der Uhren- und Schmuckmanufaktur<br />

Chopard darf 25-Jahr-Jubiläum feiern. Grund genug, um<br />

einen Blick vor und hinter die Kulissen der wohl berühmtesten Filmfestspiele<br />

der Welt zu werfen. Auch auf der anderen Seite des Großen<br />

Teichs, in den USA, gibt es Gründe, um mit einem Glas Champagner<br />

anzustoßen. Endlich war es dem Costume Institute des Metropolitan<br />

Museum of Art in New York vergönnt, sein 75-jähriges Bestehen<br />

gebührend zu feiern. Anlässlich der weltbekannten Mode-Gala im Met<br />

haben wir Museumsdirektor Max Hollein zu einem exklusiven Talk<br />

getroffen. Es war aber nicht das einzige Highlight der Fashion-Branche,<br />

das zelebriert werden sollte: Wir blicken zurück auf 40 Jahre<br />

Dolce&Gabbana, eine Retrospektive voller kreativer Exkurse und<br />

sizilianischer Lebensfreude.<br />

Und gerade an heißen Tagen ist ein Sprung ins kalte Nass eine Wohltat<br />

für Körper und Geist. Ein Refugium am Wasser ist dafür natürlich<br />

ideal, purer Luxus und ein Privileg für jene, die es ihr Eigen nennen<br />

dürfen. Für alle, die noch auf der Suche sind, haben wir idyllische<br />

Domizile in Ufernähe und dazu passende Interieur-Highlights kuratiert.<br />

Denn seit jeher wird der Mensch von diesem Element angezogen,<br />

wie die Motten vom Licht.<br />

Last but definitely not least, möchten wir einer wahrhaft außergewöhnlichen<br />

Persönlichkeit unsere Aufwartung machen und widmen<br />

ihr das Cover unserer Sommerausgabe: Wir gratulieren Queen<br />

Elizabeth II. zum Platin-Thronjubiläum. 70 Jahre Regentschaft, die<br />

ihresgleichen sucht, einer beeindruckenden Frau, die ihr Leben der<br />

Krone verschrieben hat. In diesem Zusammenhang gilt mein besonderer<br />

Dank dem österreichischen Künstler Andreas Reimann. Der<br />

Visual Artist hat eigens für unser Coverdesign die Serie „Queen 70th“<br />

geschaffen.<br />

Jetzt bleibt mir nur noch, Ihnen einen fantastischen Sommer zu<br />

wünschen. Egal ob Sie nun am See, am Meer, zu Hause oder auf einer<br />

Yacht relaxen, ich hoffe, unser aktuelles AURUM <strong>999</strong>,9 ist ein<br />

inspirierender Begleiter.<br />

Ihr Reinhard Neussner<br />

Fotos: Jürgen Hammerschmid<br />

FOLGEN SIE UNS AUF @aurum.magbook @<strong>Aurum</strong><strong>MagBook</strong><br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

7


INHALT<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

14<br />

40<br />

FASHION<br />

14 PORTRAIT<br />

Im Duett mit dem Mozart der Modewelt: Dolce&Gabbana<br />

30 SHOWROOM<br />

Klassik trifft Contemporary<br />

32 LUXURY PIECE for Women<br />

34 ACCESSOIRES<br />

True Blue<br />

40 PORTRAIT<br />

Rekordmacht Mode: 75 Jahre The Costume Institute<br />

48 INTERVIEW<br />

Mode ist etwas sehr Bewegtes: Max Hollein<br />

50 LUXURY PIECE for Men<br />

ART<br />

52 EINE FILMREIFE LIAISON<br />

Doppeljubiläum in Cannes<br />

58 PORTRAIT<br />

Andreas Reimann<br />

HISTORY<br />

68 DIE WINDSORS<br />

Wie britisch sind die Royals wirklich?<br />

ARCHITEKTUR<br />

86 WASSER-KRAFT<br />

Lebensader und Privileg<br />

96 DIE TOP 9 AM WASSER<br />

Domizile, die für Abkühlung sorgen<br />

102 IMMOBILIEN ROUND TABLE<br />

104 PORTRAIT<br />

Immobilienentwickler Maxim Zhiganov von WK-Development<br />

110 HIGHLIGHT<br />

Dünenzauber<br />

LIVING<br />

128 SHOWROOM INTERNATIONAL<br />

Giorgetti in der Stadt der Superlative<br />

130 NAH AM WASSER<br />

Wohnzimmer, Küche, Esszimmer, Schlafzimmer, Bad, Outdoor<br />

140 SHOWROOM NATIONAL<br />

Mediterranes Lebensgefühl bei Natuzzi Italia<br />

142 STATUSSYMBOL NATURSTEIN<br />

Manfred und Kristina Breitwieser im Interview<br />

146 MEER IN SICHT<br />

Edler Purismus an der kroatischen Küste<br />

BEAUTY<br />

154 MADE IN AUSTRIA<br />

Ein olfaktorisches Revival<br />

156 SUMMER SPLASH<br />

Pflegespezialisten für den perfekten Sommer<br />

158 BON VOYAGE<br />

Beauty-Sets für leichtes Gepäck<br />

Fotos: Courtesy of Dolce&Gabbana, The Metropolitan Museum of Art, Photograph by Hufton+Crow, Petrovsky & Ramone, Inge Prader, Adobe Stock<br />

8


INHALT<br />

110<br />

204<br />

178<br />

160<br />

170<br />

COFFEE TABLE BOOK<br />

170 PEACE & FREEDOM<br />

Eine bildgewaltige Hommage an Ibiza<br />

KULINARIK<br />

178 ZU BESUCH BEI<br />

Schatz der Botanik<br />

181 BEST OF<br />

Für die Ewigkeit<br />

182 NEW IN TOWN<br />

185 MENU À LA CHEF<br />

Juan Amador ist alles, nur nicht leise<br />

KOLUMNEN<br />

66 HANS HARRER<br />

Ohne Klimabewusstsein gibt es keine starke Wirtschaft<br />

114 ELKE REITMAYER<br />

Die Kunst magischer Orte<br />

152 TATJANA LACKNER<br />

Dein Duft ist ein Statement<br />

TRAVEL<br />

192 EINFACH AUF UND DAVON<br />

Elisabeth Muth und ihr Reisekompromiss<br />

194 KÖNIGIN DER NORDSEE<br />

Sylt ist ein Paradies, um durchzuatmen<br />

200 DEM HIMMEL SO NAH<br />

Zypern, die Insel zwischen Orient und Okzident<br />

204 WALKING ON SUNSHINE<br />

<strong>Summer</strong> in the City<br />

222 TRAVEL WITH THE STARS<br />

Laucala Island von Dietrich Mateschitz<br />

224 NEW PLACES<br />

PHOTOGRAPHY<br />

76 PORTRAIT CLEMENS PORIKYS<br />

118 PORTRAIT LORENZ HOLDER<br />

160 PORTRAIT INGE PRADER<br />

IMPRESSUM<br />

Medieninhaber: Reinhard Neussner Management und Beteiligungs GmbH, Kaasgrabengasse 86/4/40A, 1190 Wien, office@aurum-magbook.com<br />

Verlags- und Redaktionsadresse: Kaasgrabengasse 86/4/40A, 1190 Wien<br />

Herausgeber, Chefredakteur, Geschäftsführer: Reinhard Neussner. Redaktionsteam: Bernhard Musil, Brigitte R. Winkler, Christoph Kulmer,<br />

Elisabeth Habitzl, Elisabeth Muth, Percival Pachta-Rayhofen, Reinhard Neussner, Rosemarie Pescheck. Redaktionsassistentin: Marily Elmezoglou.<br />

Chef vom Dienst: Christoph Kulmer. Art Direction & Design: Florian Reichel. Grafik: Doris Wegener, Stefan Stockinger. Lektorat: Julia Friehs, Hildegard Atzinger.<br />

Autoren dieser Ausgabe: Tatjana Lackner, Elke Reitmayer, Hans Harrer, Alice Mandel, Jürgen Rumpler. Herstellungsort: Wien. Druck: Holzhausen/Gerin Druck GmbH.<br />

Blattlinie: AURUM <strong>999</strong>,9 <strong>MagBook</strong> ist eine Verschmelzung der Genres Coffee Table Book & Magazin. Das Redaktionsteam berichtet 4-mal jährlich<br />

für seine exklusive Member-Community über Wissenswertes, Exklusives und Aufregendes. Die Luxus-Lifestyle-Themen reichen von Architektur,<br />

Design, Fotografie, Kunst, Mode, Genuss, Reisen und Mobilität bis hin zu Business und History.<br />

Für unverlangt eingesandtes Text- und Bildmaterial wird keine Haftung übernommen. Alle angegebenen Preise sind Richtpreise,<br />

redaktionelle Sonderwerbeformen sind mit dem Wort Advertorial gekennzeichnet.<br />

Offenlegung: www.aurum-magbook.com/impressum<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

9


and


Seit 40 Jahren<br />

ein innovatives,<br />

weltberühmtes<br />

Duo der Modewelt:<br />

Domenico Dolce aus<br />

Sizilien und Stefano<br />

Gabbana aus Venedig<br />

Foto: Alan Gelati/Courtesy of Dolce&Gabbana


FASHION | PORTRAIT<br />

IM DUETT<br />

MIT DEM<br />

MOZART<br />

DER<br />

MODE-<br />

WELT<br />

Eigentlich feiern sie heuer ihr 40-Jahr-Jubiläum in Sachen Damenmode.<br />

Als Duo traten Domenico Dolce und Stefano Gabbana aber erst 1985 ins helle Licht der<br />

Öffentlichkeit. Demnächst plant das inzwischen weltbekannte Modepaar nach Wien zu<br />

kommen, auch um seine bereits im April wiedereröffnete Boutique zu besuchen<br />

Von Brigitte R. Winkler<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

15


FASHION | PORTRAIT<br />

k<br />

Der BH als Schmuckstück gehört<br />

von Beginn an zu den Markenzeichen<br />

von Dolce&Gabbana: hier in der<br />

Herbst/Winter-Kollektion <strong>2022</strong>/23<br />

„Designen<br />

erwies sich<br />

als eine<br />

Möglichkeit,<br />

DAS<br />

ZU TUN,<br />

WOVON<br />

ICH<br />

TRÄUMTE“<br />

Bei Domenico Dolce fing alles schon zu<br />

Hause an. Im Schneiderladen des<br />

Vaters. In Sizilien. Geboren wurde er<br />

am 13. August 1958 in der kleinen<br />

Stadt Polizzi Generosa in der Nähe<br />

von Palermo. Bereits als Sechsjähriger nahm<br />

Domenico mit Begeisterung Nadel und Faden in<br />

die Hand und bastelte aus kleinen Stoffresten originelle<br />

Kleidchen. Das unübersehbare Talent<br />

führte dazu, dass Bekannte ihm den Spitznamen<br />

„Mozart“ gaben. Noch heute schwärmt er von<br />

dieser Zeit. Am liebsten erinnert er sich an die<br />

Nachmittage, als die Leute zur Anprobe in die<br />

Schneiderei kamen. Vor allem das Zuschauen,<br />

wenn die Stoffe ausgesucht wurden, das genaue<br />

Maßnehmen und das dafür notwendige Stillhalten<br />

begeisterten ihn. Domenico: „Ich habe<br />

meinen Vater bei der Arbeit beobachtet, dadurch<br />

habe ich viel über das Schneidern gelernt. Für<br />

mich als Kind war das eine verzauberte,<br />

anziehende Welt. Ich bin davon besessen, genau<br />

zu sein, präzise auf die Proportionen und Details<br />

zu achten.“ Heute sagt er: „Ich verdanke meiner<br />

Familie so viel. Durch sie habe ich nicht nur das<br />

Handwerk gelernt, sie lehrte mich auch, es zu<br />

lieben und ein Schneider zu sein in allem, was ich tue.“ Und:<br />

„Designen erwies sich als eine Möglichkeit, das zu tun, wovon ich<br />

träumte. Es ist wie der Job eines Psychologen. Als Designer fange ich<br />

ein, was Menschen fühlen, übersetze es in die Sprache der Mode und<br />

sorge sogar dafür, dass ihre Wünsche wahr werden, bevor sie wissen,<br />

was sie wollen.“<br />

Stefano Gabbana liebte Mode ebenfalls. Aber aus einem ganz<br />

anderen Blickwinkel. Er wurde am 14. November 1962 in Venedig<br />

geboren. Bald zog die Familie nach Mailand. Mode interessierte ihn<br />

zunächst nur als Konsument. Er war ein großer Fan des damals vor<br />

allem von der Jugend für seine bunten Kollektionen verehrten Modeschöpfers<br />

Elio Fiorucci. Stefano sammelte dessen Produkte sogar<br />

(und lud ihn später zu den Modeschauen ein). Seine größte Leidenschaft<br />

war das Zeichnen: Er besuchte eine Kunsthochschule, schloss<br />

sein Grafikstudium mit einem Diplom ab und begann in einem<br />

Designstudio in Mailand zu arbeiten. Anfang der 1980er-Jahre<br />

bewarb sich dort ein gewisser Signor Dolce und wurde aufgenommen.<br />

Das Treffen mit Domenico veränderte für Stefano alles. Stefano: „Ich<br />

hatte Glück, denn der Designer nahm mich unter seine Fittiche und<br />

half mir, die Welt der Mode zu verstehen. Domenico hat mir darüber<br />

fast alles beigebracht. Und je mehr ich lernte, desto mehr verliebte<br />

ich mich <strong>–</strong> in Design, in das Kreieren von Kleidung, in das Anziehen<br />

von Menschen.“ Ansonsten gab es allerdings bereits viele Gemeinsamkeiten.<br />

Beide lieben das Barock, Filme von Rossellini und Visconti,<br />

verehren Sophia Loren, Gina Lollobrigida und Anna Magnani. Und<br />

obwohl nicht dort geboren, kannte Stefano die Kultur Siziliens durch<br />

zahlreiche Urlaube auf der Insel. Also verliebten sich die beiden<br />

ineinander und beschlossen, eine eigene Modelinie zu gründen.<br />

Domenico Dolce<br />

Dafür brachten sie gerade einmal zwei Millionen<br />

Lire auf. Das mag nach viel Geld klingen <strong>–</strong> heute<br />

sind das 1.000 Euro. Die erste Modeschau veranstalteten<br />

sie in einem Café in Mailand. Über<br />

ihre Zusammenarbeit verrieten sie: „Wir haben<br />

verschiedene Geschmäcker, was bedeutet, dass<br />

wir nach einer Kombination tasten. Manchmal<br />

können wir etwas mehr im Geist von Gabbana<br />

kreieren, manchmal mehr im Geist von Dolce.<br />

Aber alles, was wir tun, ist das Ergebnis eines<br />

gewissen Kompromisses.“ Bald wurden sie vom<br />

Begründer der Mailänder Modewoche, Beppe<br />

Modenese, entdeckt. Er konnte alle großartigen<br />

Modeschöpferinnen und Modeschöpfer Italiens<br />

davon überzeugen, seiner Einladung nach Mailand<br />

zu folgen. Von Giorgio Armani über Krizia<br />

bis Missoni. Davor waren ja Florenz und die „Sala<br />

Bianca“ im Palazzo Pitti das Zentrum der italienischen<br />

Mode gewesen.<br />

MIT EINEM DUETT VON<br />

WEIBLICH UND MÄNNLICH<br />

Domenico und Stefano nahmen die Einladung<br />

an, und die Teilnahme 1985 an der Milano<br />

Collezione <strong>–</strong> New Talents brachte den Durchbruch. Die sizilianische<br />

Ästhetik von Dolce&Gabbana, wie sich das Duo jetzt nannte, war<br />

dabei unübersehbar <strong>–</strong> und begeisterte. Ganz offensichtlich waren die<br />

beiden inspiriert von schwarzen Witwenkleidern und Gangsterkostümen,<br />

von Streifen und Fedora-Hüten. Viele der Outfits waren<br />

inspiriert von Domenicos Kindheitseindrücken: So trug seine Mutter<br />

einst bei der Arbeit im Haushalt einen alten Anzug ihres Vaters über<br />

der Unterwäsche. Ein Sporttrikot zu tragen, war einer Frau damals ja<br />

nicht erlaubt. Dolce&Gabbana machten daraus einen Herrenanzug,<br />

der von einem Model über Spitzenunterwäsche getragen wurde …<br />

Welche Frau es sich als Kundin vorstellte, beschrieb das Duo so:<br />

„Die Dolce&Gabbana-Frau hat eine starke Persönlichkeit. Sie mag sich<br />

selbst und weiß, was anderen gefällt. Sie ist weltoffen und reist um<br />

die ganze Welt. Aber sie besinnt sich auf ihre Wurzeln.“ Und: „Manchmal<br />

merkt eine Frau gar nicht, wie sexy sie ist, bis sie unsere Modelle<br />

trägt. Und dann, wenn sie in der Umkleidekabine vor dem Spiegel<br />

steht, wird ihr plötzlich klar: Ich habe einen wunderschönen Körper.“<br />

Schauspielerin Isabella Rossellini, von Anfang an ein großer Fan des<br />

Duos, wurde <strong>–</strong> ohne viel Zutun des Designerpaares <strong>–</strong> gleich einmal<br />

zum Werbestar. Und begründete das so: „Ich war erstaunt, wie sie es<br />

geschafft haben, zwei absolut unvereinbare Dinge an einem Ort zu<br />

kombinieren <strong>–</strong> Sizilien und Innovation. Sizilien <strong>–</strong> die alte Welt, wo<br />

alte Traditionen noch heilig verehrt werden: Jungfrauen, Vendetten<br />

(Blutrache), Witwen, die ihren toten Ehemännern treu bleiben. Mode<br />

ist nicht denkbar ohne Verführung, leuchtende Farben, Eitelkeit <strong>–</strong><br />

alles, was die alten sizilianischen Regeln verurteilen. Aber diese<br />

beiden haben immer noch einen Weg gefunden, die beiden Welten<br />

miteinander zu verbinden.“ Rossellini kaufte sich gleich aus den<br />

Foto: Courtesy of Dolce&Gabbana<br />

16 SUMMER <strong>2022</strong>


SUMMER <strong>2022</strong><br />

17


v<br />

Herbst/Winter-Kollektion <strong>2022</strong>/23:<br />

männlich und weiblich, sexy und<br />

immer wieder mit BH-Versionen<br />

FASHION | PORTRAIT<br />

Fotos: Courtesy of Dolce&Gabbana (9)<br />

ersten Kollektionen eine weiße Bluse mit<br />

besticktem Kragen und beschrieb deren Wirkung,<br />

wie sehr sie ihre Oberweite größer<br />

erscheinen lassen habe. Damit habe sie „wilde<br />

Erfolge“ gehabt. In der ers ten Dokumentation<br />

ihrer Arbeit, im 1995 veröffentlichten Buch<br />

„10 Years of Dolce&Gabbana“, kann man neben<br />

Cindy Crawford und Madonna auch Isabella<br />

Rossellini nicht nur als Model, sondern auch als<br />

Verfasserin des Vorworts bewundern. 2018 gab<br />

es für das treue Publikum ein Wiedersehen auf<br />

dem Laufsteg.<br />

Was heute zu den Spitzentrends der Mode<br />

gehört, gehörte bei Domenico und Stefano von<br />

Beginn an zu den Hauptmerkmalen in ihren<br />

Kollektionen. Sie verstanden es schon damals,<br />

weibliche und männliche Prinzipien in einer<br />

Kleidung zu vereinen. Ein anmutiges Kleid<br />

wurde da mit Militärstiefeln kombiniert, Männer<br />

trugen zum formalen Anzug einen rosa<br />

Schal. Gerade erst schritten bei der aktuellen<br />

Kollektion Models in sexy Jeans über den Laufsteg.<br />

Dazu trugen sie cool verzierte Nadelstreifsakkos<br />

und -westen. Denn, so das Duo, in allen<br />

Frauen stecke ein Stück Männlichkeit und in<br />

Männern ein Stück Weiblichkeit. Mann müsse<br />

nur tiefer in sich hineinschauen, um dieses<br />

Stück zu finden. Warum sonst hätten Männer im 17. Jahrhundert<br />

schon High Heels getragen, sich geschminkt und hätten trotzdem<br />

unglaublich männlich gewirkt? Unglaublich weiblich ist dafür die<br />

Haute Couture des Hauses, in Italien Alta Moda genannt. Kein<br />

Wunder, dass die beiden dafür ein Faible haben, gehört Handarbeit<br />

doch ebenfalls von Beginn an zu ihren Markenzeichen. Wie<br />

auch das Träumen von etwas so Schönem! Also stellte man im<br />

Sommer 2012 in Sizilien <strong>–</strong> wo sonst <strong>–</strong> die erste Einzelstücke-<br />

Kollektion vor. In einigen der weltweiten Geschäfte und Boutiquen<br />

der Marke kann man sich sein auserwähltes Modell auf den<br />

Körper schneidern lassen. 2020 war Florenz der Austragungsort<br />

der Alta-Moda-Show, 2021 Venedig. Das Zehn-Jahr-Jubiläum wird<br />

heuer im Juli in Sizilien gefeiert. Wo sonst?!<br />

VOM DUETT ZUM ORCHESTER<br />

Der durchschlagende Erfolg der ersten Kollektion führte dazu, dass<br />

Dolce&Gabbana bereits ein Jahr später ihr erstes Geschäft in<br />

Mailand eröffneten und 1989 die erste Boutique in Japan. Es<br />

folgten sehr bald Seoul, Singapur und Hongkong. Im gleichen Jahr<br />

stellte man die erste Dessous- und Bademodenkollektion vor. 1990<br />

stieg man auch in die Männermode ein, die bereits im Jahr 1991 mit<br />

dem angesehenen Woolmark Prize ausgezeichnet wurde. Und<br />

„Ich war<br />

erstaunt,<br />

wie sie es<br />

geschafft haben,<br />

ZWEI<br />

ABSOLUT<br />

UNVEREIN-<br />

BARE DINGE<br />

an einem<br />

Ort zu<br />

kombinieren <strong>–</strong><br />

Sizilien und<br />

Innovation“<br />

wenn die Mode auch nach wie vor die erste Geige<br />

im Leben des Duos spielt, so wuchs das Angebot<br />

sehr schnell und wurde immer größer. Zum<br />

Modeduett erarbeiteten die beiden sich in wenigen<br />

Jahren ein ganzes Orchester an Utensilien samt<br />

Gesangssolisten und Opersynthesen. 1992 brachte<br />

man das erste Parfüm für Damen, „Dolce&Gabbana<br />

Parfum“, auf den Markt, schon 1993 wurde es von<br />

der Perfume Academy ausgezeichnet. Also ließ<br />

man 1996 „Dolce&Gabbana pour Homme“ folgen.<br />

Und auch dieses Parfum wurde ausgezeichnet.<br />

Natürlich hatte es etwas mit Musik zu tun, als dem<br />

Duo ein unglaublicher Bekanntheitsschub weltweit<br />

zuteilwurde: die Partnerschaft mit Madonna.<br />

Offenbar war die Queen of Pop zunächst von den<br />

sexy Outfits von Domenico und Stefano begeistert.<br />

Brachten die beiden doch immer wieder den BH in<br />

ganz speziellen Gestaltungen auf den Laufsteg.<br />

Dazu Domenico Dolce: „Der BH ist ein Symbol<br />

unserer Geschichte. Er ist etwas sehr Spezielles<br />

und Wichtiges für uns, weil er die Weiblichkeit<br />

einer Frau umfasst. Er umschließt die Brust, die ein<br />

Symbol für Mütterlichkeit, Kraft, Erotik und Sex<br />

ist.“ Und Gabbana fährt fort: „Die Brust beinhaltet<br />

alles, Vergnügen, Sex, Leben. Der Büstenhalter ist<br />

ein Juwelenbehälter, der den kostbarsten Körperteil<br />

der Frau schützt.“ Anlässlich der Präsentation<br />

der Frühjahrskollektion 1993 saß Madonna in Mailand in der ersten<br />

Reihe. Da die italienischen Gazetten das angekündigt hatten, gab es<br />

rund um die Via Santa Cecilia, wo die Modeschau stattfand, einen ungeheuren<br />

Massenansturm. Das Pech der Fans: Es gab an diesem Tag zwei<br />

Shows von Dolce&Gabbana, und Madonna kam erst zur zweiten am<br />

Nachmittag. Trotz Regens und Polizeieinsatzes harrten ihre Anbeterinnen<br />

und Anbeter getreulich bis zu ihrem Erscheinen aus und<br />

blockierten beharrlich alle Straßen.<br />

Wer die Kollektion nicht zu sehen bekam, hatte dann bei den<br />

Madonna-Konzerten ausreichend Gelegenheit dazu. Ging man doch<br />

eine Zusammenarbeit ein, und Dolce&Gabbana entwarfen 1993 die Kostüme<br />

für Madonnas Welttournee. 1.500 Stück tanzten bei der „Girlie<br />

Show“ auf den Bühnen dieser Welt. Es sollte nicht die letzte gemeinsame<br />

Sache bleiben. 2010 lachte das Material Girl als Werbegesicht für<br />

Dolce&Gabbana aus Küchen und von T-Shirts. Darüber hinaus gab es<br />

sogar eine Sonnenbrillenkollektion von Madonna, genannt MDG. Kein<br />

Wunder, dass es Dolce&Gabbana in nur zehn Jahren vom Duett zum<br />

Orchester, vom kleinen Atelier zum internationalen Modeimperium mit<br />

unzähligen Geschäften in mehr als 80 Ländern dieser Welt schafften.<br />

Weiter ging es mit Brillen, Schuhen, Accessoires, Haushaltswaren,<br />

Uhren, Schmuck und einer Kosmetiklinie. Für Letztere machte gleich<br />

einmal Scarlett Johansson Werbung. 2005 kam es zu einer Zusammenarbeit<br />

mit Motorola, 2009 auch mit Sony Ericsson, in deren Rahmen das<br />

Isabella Rossellini<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

19


h<br />

Dolce&Gabbana lieben und fördern<br />

Handarbeit: ein Sakko aus der<br />

Frühjahr/Sommer-Kollektion <strong>2022</strong><br />

k<br />

Fatto a mano <strong>–</strong> handgemacht: Können,<br />

Geduld und Zeit dafür gehören zum Kern<br />

der DNA von Dolce&Gabbana<br />

20


FASHION | PORTRAIT<br />

Fotos: Courtesy of Dolce&Gabbana (2)<br />

„DIE OPER<br />

hat tatsächlich viele unserer<br />

Ready-to-wear- und<br />

Alta-Moda-Kollektionen<br />

INSPIRIERT“<br />

Domenico Dolce<br />

Hermès-Taschen<br />

sind variantenreich,<br />

Ikonen werden immer<br />

wieder aktualisiert<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

21


k<br />

Das Duo fördert Jugend: Im Februar<br />

präsentierte es die Kollektion<br />

der südkoreanischen<br />

Modeschöpferin Miss Sohee<br />

x<br />

Stargast bei der Alta-Moda-Show<br />

im August 2021 in Venedig: Model<br />

Lady Kitty Spencer, die Nichte von<br />

Prinzessin Diana, die globale<br />

Botschafterin von Dolce&Gabbana<br />

xl<br />

Stefano und Domenico zeigen sich<br />

nach jeder Show: hier in Venedig<br />

nach der Alta-Moda-Show 2021<br />

xll<br />

Von Kopf bis Fuß in Alta Moda<br />

zur Alta-Moda-Show in Venedig:<br />

Jennifer Lopez, die auch schon für<br />

die Brillen von Dolce&Gabbana<br />

Werbung gemacht hat


FASHION | PORTRAIT<br />

Fotos: Courtesy of Dolce&Gabbana (4)<br />

Dou für die Sonderversion des Mobiltelefons<br />

„Jalou“ mit Details aus 24 Karat Gold verantwortlich<br />

zeichnete. In beiden Fällen trugen goldene<br />

Handys zu erklecklichen Verkaufserlösen bei.<br />

2009 gab es auch zwei Automodelle für Citroën,<br />

deren Innenräume mit Swarovski-Steinchen verziert<br />

wurden. Die Zusammenarbeit mit Swarovski<br />

währte bereits viele Jahre, als sich 2018 Nadja<br />

Swarovski, damals noch Mitglied des Swarovski<br />

Executive Boards, für die Debütantinnen des<br />

Wiener Opernballs eine Tiara von Dolce&Gabbana<br />

wünschte.<br />

INSPIRATION OPER<br />

Was für eine Freude für Musik- und Opernfans, in<br />

einer Modeschau von Dolce&Gabbana zu sitzen.<br />

Jede beginnt mit lyrischen Opernklängen. Bevor<br />

das erste Modell zu aktuellster Popmusik den<br />

Laufsteg betritt, erklingt jedes Mal und minutenlang<br />

das berühmte Intermezzo aus Pietro<br />

Mascagnis „Cavalleria rusticana“. Wenn man weiß,<br />

dass dieser Einakter in einem sizilianischen Dorf<br />

spielt, wundert einen das nicht. Und wenn man weiß, wie sehr die<br />

beiden Musik und Oper mögen, schon gar nicht. Domenico einst in<br />

einem Interview mit der Autorin: „Ich liebe Oper! Don Carlos, Otello,<br />

Falstaff <strong>–</strong> alle großen Helden Verdis sind meine Favoriten. Mailand<br />

hat eines der großartigsten Opernhäuser der Welt, La Scala. Die Oper<br />

hat tatsächlich viele unserer Ready-to-wear- und Alta-Moda-<br />

Kollektionen inspiriert.“ Und Stefano Gabbana: „Ich liebe vor allem<br />

Puccini <strong>–</strong> ‚La Bohème‘, ‚Madame Butterfly‘, ‚Tosca‘ und ‚Turandot‘. Es<br />

war ein Traum, der wahr geworden ist, als wir 2015 Supporting<br />

Founder der Scala wurden. Das alles macht uns sehr stolz darauf, Italiener<br />

zu sein.“ Kein Wunder, dass das Duo „extrem erfreut“ war, als<br />

Nadja Swarovski bei ihnen wegen der Opernball-Tiara anfragte. Und<br />

was wählten die beiden damals als Inspiration? Etwas Italienisches?<br />

Oh nein! Vielleicht kam da Domenicos Spitzname ins Spiel. Es war<br />

„Die Hochzeit des Figaro“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Mit einem<br />

ganz besonderen Bezug zu einer Textzeile aus der achten Szene im<br />

ersten Akt: „Giovani liete <strong>–</strong> fiori spargete“, auf Deutsch „Muntere<br />

Jugend, streue Blumen“. Daher trafen auf dem Krönchen für die<br />

Debütantinnen des Wiener Opernballs 2018 zarte Blumen auf<br />

organisch geschwungene Blätter. Das wunderbare Diadem bestand<br />

aus 702 Swarovski-Kristallen, sechs rosafarbenen Blüten aus<br />

Emaille und kleinen goldenen Blättern. Die damalige Organisatorin<br />

des Opernballs, Maria Großbauer, war überglücklich: „Dass<br />

Dolce&Gabbana sich aus einer Zeile von ‚Le nozze di Figaro‘ inspirieren<br />

lassen haben, ist die Krönung unseres Gesamt konzepts<br />

‚Alles Oper!‘.“<br />

Nach 2015 zeigten Dolce&Gabbana ihre Alta-Moda-Show wieder<br />

zu Opernmusik auf der Bühne der Mailänder Scala. Diesmal waren<br />

die 159 Modelle quasi als Kostüme für zwölf Opern entworfen. Da<br />

schritt zum Beispiel Violetta Valéry überirdisch gekleidet zu<br />

„Aber alles,<br />

was wir tun,<br />

ist das<br />

ERGEBNIS<br />

EINES<br />

GEWISSEN<br />

KOMPRO-<br />

MISSES“<br />

Dolce&Gabbana<br />

Giuseppe Verdis „La Traviata“-Arien über den<br />

Laufsteg, gefolgt von Baron Scarpia in einem<br />

Brokat-Gehrock und einer goldfarbenen Perücke.<br />

Unverkennbar auch Giulietta zu Vincenzo Bellinis<br />

Musik aus „I Capuleti e i Mon tecchi“, gefolgt<br />

von ihrem geliebten Romeo in bestickter<br />

schwarzer Hose, glitzernden Schuhen und mit<br />

einer goldenen Krone. Unübersehbar die<br />

gestickten Worte auf überbordenden Roben:<br />

Teatro alla Scala, Sabato, 7. Dicembre 2019 Milan<br />

„Tosca“ oder „Aida“ und „Turandot“. Auch in ihren<br />

Alta-Moda-Kollektionen setzen Dolce&Gabbana<br />

hemmungslos auf Weiblich und Männlich. Was<br />

unter anderem zur Folge hat, das über 50 Prozent<br />

ihrer Couture-Kunden Männer sind.<br />

DER LAUFSTEG ALS<br />

WELTTHEATER<br />

Es ist bei fast allen Modeschauen üblich, dass<br />

Stars die erste Reihe zieren. Das ist auch bei<br />

Dolce&Gabbana nicht anders. Es begann in den<br />

1980er-Jahren mit Madonna und dem von<br />

Stefano verehrten Modeschöpfer Elio Fiorucci, setzte sich mit Beppe<br />

Modenese, bekannten Models und weiteren Stars, von Cardi B und<br />

Liam Payne bis Stevie Wonder, fort. Viel spektakulärer ist aber, was<br />

die beiden auf den Laufstegen inszenieren. Natürlich sind da Models<br />

zu sehen, aber nicht nur. Immer wieder waren Domenico und Stefano<br />

mit Innovationen zur Stelle. Ihre Schauen erinnern sehr an Oper oder<br />

Theater und was sich da abspielt.<br />

Unvergessen ihre Herbst/Winter-Show 2015, die als Hommage an<br />

Mütter gedacht war. Das konnte man einerseits an Liebesnotizen auf<br />

den Kleidern ablesen. „Ich liebe Dich, Mutter“, stand da in Kursivbuchstaben<br />

auf Italienisch, Englisch und Französisch. Dazu regnete<br />

es rote Rosen, die internationale Blume der Liebe. Als Stoffdruck, als<br />

Stickerei fast bis hin zu Dreidimensionalität. Aber das Schönste an<br />

der Show war, dass einige Models mit kleinen Mädchen, also als<br />

Mutter-Tochter-Duo, daherspazierten. Oder sogar mit einem Baby<br />

auf dem Arm. Manche der Kinder genossen die Aufmerksamkeit sehr.<br />

Ein schwangeres Model betrat den Laufsteg in einem coolen, engen<br />

Nude-Kleid. Oft zeigten die Modelle auch Kinderzeichnungen. Das<br />

erinnerte an Angelina Jolies Brautkleid, auf das sie Zeichnungen ihrer<br />

Kinder geheftet hatte. 2017 dann eine weitere wunderbare Idee. Da<br />

schickten Dolce&Gabbana modisch gesehen unzählige Tiere über<br />

den Laufsteg <strong>–</strong> in Form von Rucksäcken. „The King is back“, hieß es<br />

da auf einer Jeansjacke, daher offenbar auch Löwen-, Tiger-, Adler-<br />

Uniformen. Vor allem bewundernswert von der Handarbeit her.<br />

Dafür engagierten Dolce&Gabbana viele ältere Damen in Sizilien und<br />

rund um Mailand. Vorgeführt wurde die Kollektion von Töchtern und<br />

Söhnen weltberühmter Persönlichkeiten, von Cindy Crawford z. B.<br />

(heute ist Kaia Gerber bereits ein Model-Star) oder von Sylvester<br />

Stallone, Jude Law und Pamela Anderson. Dazu Blogger und Influencer<br />

wie Caro Daur. Die Musik kam live von Austin Mahone, der<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

23


v<br />

So sieht estate italiana,<br />

ein italienischer<br />

Hochsommer,<br />

heuer für Männer aus<br />

k<br />

Bunt ist die Pre-Kollektion<br />

für den Herbst <strong>2022</strong> auch<br />

für Frauen: Neben der Mode<br />

gibt es Schmuck und Brillen<br />

von Dolce&Gabbana


FASHION | PORTRAIT<br />

Fotos: Courtesy of Dolce&Gabbana (2)<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

25


FASHION | PORTRAIT<br />

Seit April kann man<br />

auch seine Wohnung<br />

mit Produkten von<br />

Dolce&Gabbana verschönern:<br />

Hier ein Blick in die<br />

„Casa Boutique“ in Mailand,<br />

Corso Venezia 7,<br />

wo es Geschirr, Gläser,<br />

Tischtücher, Pölster,<br />

Steppdecken und Möbel gibt<br />

Fotos: Courtesy of Dolce&Gabbana (7)<br />

26 SUMMER <strong>2022</strong>


Ohne Animal-Prints geht es bei Dolce&Gabbana<br />

auch in den Casa-Kollektionen nicht<br />

h<br />

Wunderbar von Sizilien inspiriert: ein Blick in<br />

den bunten Nebenraum des „Corso Venezia“, wo<br />

man die besten Möbel zur Verschönerung eines<br />

Zimmers erwerben kann<br />

v<br />

Schmuck, so bunt wie Blumen: ein A-Anhänger<br />

aus der „Fine Jewellery Alphabet“-Kollektion<br />

k<br />

Neben Leopard, Jaguar und Tiger beherrscht<br />

das Zebra die Musterwelt von Dolce&Gabbana:<br />

auch auf Schultertüchern aus Kaschmir<br />

c<br />

Ein Einkaufserlebnis: in der mondänsten Straße<br />

von Paris, der Avenue Montaigne<br />

l<br />

Auch die Uhren von Dolce&Gabbana treiben<br />

es bunt: Uhr „Iris“ aus Roségold mit Edelsteinen<br />

in verschiedenen Farben und Minidiamanten


FASHION | PORTRAIT<br />

v<br />

Von der Unterwäsche bis zum warmen<br />

Mantel: Laufstegfoto von der Herbst/<br />

Winter-Kollektion <strong>2022</strong>/23<br />

„Unsere Kunden<br />

suchen Träume.<br />

WIR<br />

VERWIRKLICHEN<br />

TRÄUME <strong>–</strong><br />

vom Märchen bis zur<br />

überdrehten Seifenoper“<br />

Dolce&Gabbana<br />

zwischen den Model-Probanden herumspazierte und sang. Für die<br />

Frühjahr/Sommer-Kollektion 2019 gab es noch eine Steigerung. Da<br />

kamen zu manchen Kindern auch die Eltern hinzu und dazu auch<br />

ehemalige Supermodels. Isabella Rossellini ging samt Familie über<br />

den Laufsteg. Aber auch Monica Bellucci, Carla Bruni, Eva Herzigova<br />

oder Lady Kitty Spencer. Ein Jahr späte wieder eine neue Idee.<br />

Zunächst hieß es, wir alle müssten unsere mobilen Datenverbindungen<br />

sowie die Verbindungen zum WLAN abschalten. Dann begann<br />

die Show mit einer ungeheuren 45-Minuten-Verspätung. Allerdings<br />

vergaß man das sehr schnell, als zunächst <strong>–</strong> nach dem Erklingen des<br />

Intermezzos aus „Cavalleria rusticana“ natürlich <strong>–</strong> die neue Taschenkollektion<br />

vorgeführt wurde. Von Drohnen! Erst danach begann die<br />

„normale“ Modeschau …<br />

Seit Februar 2021 ist Lady Kitty Spencer, die bildhübsche blonde<br />

Nichte von Prinzessin Diana, übrigens die offizielle globale Botschafterin<br />

von Dolce&Gabbana.<br />

GLÄNZENDE ZEITEN<br />

Mit einer eigenen Uhrenkollektion begannen Dolce&Gabbana im<br />

Jahr 2000. Die Schmuckkollektion folgte 2008. Mit unterschiedlichen<br />

Sparten. Seither gibt es natürlich immer wieder Neuerungen. Einige<br />

unverkennbare Merkmale bleiben aber. So wie die beiden markanten<br />

Buchstaben des Logos, das D und das G, mit denen man herrlich<br />

spielen kann.<br />

Bei den Uhren sticht unter den kleinen Exemplaren neben der<br />

runden „Iris“ die viereckige „Sofia“ hervor. Im August 2021 wurde die<br />

beliebte Stahluhr mit Diamanten versetzt. Italienische Kreativität<br />

und Eleganz treffen hier auf das Know-how schweizerischer Uhrmacherkunst.<br />

Das Quarzwerk ist von einem quadratisches Edelstahlgehäuse<br />

von meist 24 Millimeter Größe umschlossen. Dies wiederum<br />

ist bedeckt von einem gewölbten Saphirglas, die Lünette ist mit farblosen<br />

Diamanten besetzt. Das Seidensatin-Armband verfügt über<br />

einen Spangenverschluss, der die Herkunft verrät: Dolce&Gabbana.<br />

Das Perlmutt-Zifferblatt weist bei sechs Uhr das Logo auf. Diese Version<br />

der „Sofia“ gibt es in acht Farben, von Schwarz über Schokoladebraun<br />

bis Grün und Altrosa. Farblich perfekt auf das Armband<br />

abgestimmt.<br />

Beim Schmuck gibt es seit November vergangenen Jahres eine<br />

coole Neuigkeit: die „Fine Jewellery Alphabet“-Kollektion, ergänzt<br />

durch die Ziffern von null bis neun. Dolce&Gabbana versprechen sich<br />

davon eine neue Art der Kommunikation. Buchstaben haben etwas<br />

zu sagen, und Glückszahlen schon überhaupt. Sowohl die Buchstaben<br />

als auch die Zahlen zeichnen sich durch ein wunderbares Zusammenspiel<br />

von verschiedensten Farben der handwerklich zusammengefügten<br />

Edelsteine aus. Da wurden Topase an Amethyste gefügt,<br />

Turmaline an Citrine und Peridot an Granatstein. Dazu kommen die<br />

verschiedenen Formate, die ein lebendiges Bild ergeben. Erstmals<br />

gibt es auch unter den Edelstein-Schmuckstücken das abgekürzte<br />

Logo, DG. Zu den Buchstaben und Zahlen gibt es Ketten, Ohr- und<br />

Fingerringe. Wer will, kann sich ganz auf das Logo konzentrieren,<br />

gibt es doch jetzt auch die „Fine Jewellery Logo“-Kollektion. Sie<br />

zeichnet sich durch zeitlose Eleganz aus. Armbänder, kurze und lange<br />

Halsketten gibt es in Gelb-, Weiß- und Roségold. Wer will, wählt<br />

sich ein Exemplar aus, das mit Südseeperlen bestückt ist. Charakteristisch<br />

sind die zwei gekreuzten Buchstaben, das D und das G, die<br />

man ebenfalls in verschiedenen Größen wählen kann. Wer will, kann<br />

sich auf Wunsch auch noch kleine Farbspielereien extra anfertigen<br />

lassen. Will man farblose Diamanten oder doch ein bisschen Braun<br />

oder sogar stärkere Töne mit den entsprechenden Edelsteinen?<br />

Wem Mode, Accessoires, Uhren und Schmuck von Dolce&Gabbana<br />

zu wenig sind, kann sich seit Kurzem auch seine Wohnung von den<br />

kreativen Italienern mitgestalten lassen. Im April haben die beiden<br />

ihrem Orchester noch ein weiteres Instrument der Verschönerungsmöglichkeit<br />

hinzugefügt: Dolce&Gabbana Casa. Wer Italien und<br />

womöglich im Speziellen Sizilien liebt, wird davon restlos begeistert<br />

sein. Tragen all die unter diesem Namen erwerbbaren Gegenstände<br />

doch unverkennbar diese Handschrift. Die neuen Geschäfte in Mailand<br />

findet man am Corso Venezia 7 und in der Via Durini 23. Und in<br />

ihnen entdeckt man Möbel und Einrichtungsgegenstände, Twill- und<br />

Duchesse-Kissen, bedruckte Steppdecken, Sets von Gläsern aus<br />

Murano, also mundgeblasen. Dazu Accessoires aus lackiertem Holz,<br />

die die italienische Handwerkskunst zu zelebrieren scheinen. Alles,<br />

was Dolce&Gabbana ausmacht, strahlt einem da entgegen: bunte<br />

Farben, Mittelmeerblau, Leopard und Zebra. Ohne Animalprints geht<br />

bei Dolce&Gabbana doch gar nichts! <br />

p<br />

Foto: Courtesy of Dolce&Gabbana<br />

28 SUMMER <strong>2022</strong>


S A L Z B U R G - G S T A A D - L O N D O N - H O N G K O N G<br />

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Pure Freude: Exquisite Marken<br />

und eine persönliche Beratung<br />

sorgen für ein Wohlfühlerlebnis<br />

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Zentral: Diva Salzburg in der<br />

Sigmund-Haffner-Gasse 5, 5020 Salzburg<br />

k<br />

Stilbrecher: Der Bereich „D[The Base]“ im<br />

Untergeschoß mit spannenden Contemporary Brands<br />

30


FASHION | SHOWROOM<br />

trifft<br />

Klassik<br />

Contemporary<br />

2020 hat Katrin Koller-van Eersel das Mode-Eldorado Diva Salzburg übernommen.<br />

Ihre Vision ist ein Place to be für Stilbewusste, der High Fashion und progressive<br />

Kreationen von Jungdesignern vereint<br />

h<br />

Gut sortiert: Im Fokus stehen<br />

die Kreationen der Designer<br />

k<br />

Mix it: Gelungene Symbiose aus<br />

Klassik und Contemporary<br />

Redaktion: Christoph Kulmer, Fotos: Diva Salzburg<br />

Die Stadt Salzburg ist weltweit vor allem als „Mozartstadt“ oder „Festspielstadt“<br />

bekannt, gerecht wird man ihr damit aber nicht. Denn nicht erst seit<br />

Karl Lagerfeld 2015 im Schloss Leopoldskron vor 200 erlesenen Gästen<br />

seine Pre-Fall-Kollektion für Chanel präsentierte, überzeugt sie auch als<br />

Modestadt und mit einer elitären Auswahl an High-Fashion-Boutiquen.<br />

Diva Salzburg sticht dabei besonders heraus und überrascht mit einer gelungenen<br />

Symbiose aus Klassik und Contemporary. Katrin Koller-van Eersel hat<br />

im Juni 2020 Gründerin Marianne Köhler nach vielen erfolgreichen Jahren<br />

abgelöst und ein neues Zeitalter eingeläutet. Als Erstes stand ein Re-Branding<br />

an, und aus Diva by makole wurde Diva Salzburg. Koller-van Eersel<br />

erklärt das so: „Die Namensänderung war mein persönlicher Wunsch, um<br />

das Unternehmen nicht nur internationaler klingen zu lassen, sondern auch<br />

unsere Klientel dahingehend zu erweitern. Salzburg bietet dafür eine sehr<br />

gute Plattform.“ Ein virtuoser Mix aus internationalen Marken wie<br />

Dolce & Gabbana, Max Mara, Missoni, Stella McCartney oder Tom Ford und<br />

interessanten Contemporary Brands wie Ganni, Acne oder Iro erzeugt ein<br />

spannendes Flair. Dabei ist es ganz besonders wichtig, stets am Puls der Zeit<br />

zu sein und Trends zu erkennen, wie die kreative Inhaberin zugibt: „Ja, wir<br />

sind ständig im Wandel. Für die neue Herbst/Winter-Saison haben wir Jil<br />

Sander, Brunello Cucinelli und Patou neu ins Sortiment aufgenommen.“ Die<br />

persönliche Beratung wird durch einen modernen Onlineshop ergänzt, und<br />

auf den Social-Media-Kanälen kann man sich laufend inspirieren lassen.<br />

h<br />

<strong>Summer</strong> time: „Dancer<br />

Flutter Playsuit“<br />

von Zimmermann<br />

Glänzend:<br />

Mules mit<br />

Absatz von<br />

Gianvito Rossi<br />

x<br />

Katrin Koller-van<br />

Eersel von Diva<br />

Salzburg verrät<br />

AURUM <strong>999</strong>,9<br />

ihre Favorites<br />

„Ich persönlich liebe Zimmermann,<br />

ein aufstrebendes Label zweier<br />

wunderbarer Schwestern aus<br />

Australien <strong>–</strong> die Stoffe, die Schnitte,<br />

einfach besonders gelungen.<br />

Loewe, das spanische First-Line-<br />

Label mit dem begabten Designer<br />

Jonathan Anderson dahinter, ist<br />

ein absolutes Must-have, vor allem<br />

auch im Taschensegment. Meine<br />

Favorite Bag ist die ‚Flamenco<br />

Bag‘, stylish, funktionell zu tragen<br />

und immer ein Hingucker! Im<br />

Schuhbereich stehe ich persönlich<br />

auf Gianvito Rossi <strong>–</strong> höchste italienische<br />

Qualität, bester Komfort<br />

und modisch immer vorn dabei!“<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

31


LUXURY PIECE | WOMEN<br />

Mut<br />

ZUR FARBE<br />

Das ikonische Seidenfoulard von Versace diente als Inspiration für die aktuelle Frühjahr/Sommer-<br />

Kollektion der Maison. Muster, Materialien, Farben und Kontraste wurden unübersehbar daraus<br />

entlehnt und mutig in Szene gesetzt. Donatella Versace hat die einst verträumten Hingucker völlig neu<br />

erfunden und so provokativ drapiert, wie nur sie es kann. Vor allem die knalligen Farben ziehen sich<br />

durch alle Kreationen. Auch diese eleganten „Medusa Chain“-Sandalen ziert ihre Handschrift, sie sind<br />

ein bunter Eyecatcher für warme Sommernächte. Ein Must-have aus geschmeidigem Nappaleder in<br />

Zuckerlrosa oder Meerblau, strahlend verziert mit einer goldfarbenen Kette, die für neidische Blicke<br />

sorgen wird.<br />

Redaktion: Christoph Kulmer, Fotos: Hersteller<br />

32 SUMMER <strong>2022</strong>


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der Ergebnisse dar und stellt keinen Anspruch auf Reproduzierbarkeit. Die Testperson hat die folgende Hautpflege Routine angewendet: Hy Öl + Phyto Reactivating,<br />

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Bulgari<br />

Maritime Schönheit: 2.400 Stunden hat die Fertigstellung des Meisterwerks<br />

„Mediterranean Queen“ in Anspruch genommen. Fünf wunderbare ovale<br />

Paraiba-Turmaline im Kissenschliff mit insgesamt etwa 500 Karat sind durch<br />

gewundene, geschwungene Elemente mit Cabochon-Smaragden und<br />

Diamanten elegant verbunden. Eine Ode ans Meer.<br />

Collier aus der „Magnifica“-Kollektion<br />

Fotos: Hersteller, Aufmacherbild: Shutterstock


ACCESSOIRES<br />

Leinen los und Segel hoch! Egal ob Cannes, Saint-Tropez, Monaco,<br />

Dubai oder Capri <strong>–</strong> im Sommer zieht es uns hinaus aufs Meer.<br />

Prächtige Preziosen in maritimen Blauschattierungen sorgen<br />

für einen strahlenden Auftritt bei der nächsten Yacht-Party<br />

Von Christoph Kulmer<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

35


ACCESSOIRES<br />

1<br />

2<br />

3<br />

5<br />

4<br />

1 | Cartier<br />

Reine Opulenz: Der legendäre Panther wurde<br />

mit 228 Diamanten, einem Saphir, zwei<br />

Smaragden und 16 Onyxen beeindruckend in<br />

Szene gesetzt. Gefertigt aus 18 Karat Weißgold.<br />

Ohrringe aus der „Panthère“-Kollektion<br />

2 | Piaget<br />

Dream-Team: Eine wunderbare Symbiose<br />

aus Tradition und Kühnheit repräsentiert die<br />

Magie einer lauen Sommernacht. Besetzt mit<br />

schimmernden Saphiren in Blau-Nuancen<br />

und Diamanten. Ring „Celestial Ballet“<br />

3 | Dior<br />

Couture der Stunde: Das Design dieses<br />

Chronometers ist von den Ballkleidern von<br />

Christian Dior inspiriert. Es dominieren<br />

Akzente aus Rotgold mit Diamanten im<br />

Rundschliff. Uhr „Grand Bal Miss Dior“<br />

4 | Atelier Heldwein<br />

Stein der Könige: 24 azurblaue Kugeln aus<br />

Lapislazuli zieren eine prächtige, fast schon<br />

majestätische Kreation. Ein zusätzlicher<br />

Blickfang ist die Schließe aus 18-karätigem<br />

Gold. Halskette „Lapislazuli“<br />

5 | Bucherer<br />

Magische Strahlkraft: 18 Karat nobles Weißgold,<br />

oval geschliffene Saphire und zwölf<br />

Diamanten haben sich zu einem blauen<br />

Leuchtfeuer vereint, das einen in den Bann<br />

zieht! Ring aus der „Fine Jewellery“-Kollektion<br />

36<br />

SUMMER <strong>2022</strong>


www.bykilian.com


ACCESSOIRES<br />

2<br />

1<br />

3<br />

5<br />

4<br />

1 | Rozet & Fischmeister<br />

Glücksstern: Hier trifft Vintage auf Moderne<br />

und präzise Handwerkskunst. Diese einzigartige<br />

Brosche ist aus 18-karätigem Weißgold<br />

gefertigt und begeistert mit neun Saphiren<br />

sowie unzähligen Diamanten.<br />

2 | Louis Vuitton<br />

Wellenreiten: 18 Karat Weiß-, Gelb- und<br />

Roségold sowie 82 Diamanten bringen<br />

„Vivienne“ in Surflaune und uns in Urlaubsstimmung.<br />

Kann als Anhänger oder Brosche<br />

getragen werden. Anhänger „Vivienne Surfer“<br />

3 | Boucheron<br />

Zeitlose Freiheit: Saphire und Amethyste<br />

lassen den Fisch auf dieser Uhren-Ikone<br />

strahlen. 18 Karat Weißgold und ein Armband<br />

aus Alligatorleder veredeln das Unikat.<br />

Uhr „Epure Tourbillon Ama“<br />

4 | Tiffany & Co.<br />

Ikonische Hommage: Zum 50. Geburtstag<br />

wird das legendäre Design von Elsa Peretti in<br />

18 Karat Gelbgold neu interpretiert. Jeder<br />

Stein wird per Handarbeit in die gewünschte<br />

Form gebracht. Armreif „Small Bone Cuff“<br />

5 | Buccellati<br />

Tropische Brise: Mehr als nur eine perfekte<br />

Kombination! 18 Karat Gelbgold und die hellblauen<br />

Akzente des Steins Chalzedon versprühen<br />

eine sommerliche Leichtigkeit.<br />

Ohrringe „Hawaii Color Pendant“<br />

38 SUMMER <strong>2022</strong>


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Rekordmacht<br />

Mode<br />

Extra für die Met Gala angefertigt:<br />

Kendall Jenner in Prada auf der Stiege des<br />

Metropolitan Museum of Art in New York


FASHION | PORTRAIT<br />

75 Jahre Costume Institute des Metropolitan Museum of Art in New York:<br />

1946 klein begonnen, zählen seine Ausstellungen heute zu den bestbesuchten<br />

des Hauses. Endlich kann wieder gebührend gefeiert werden <strong>–</strong><br />

mit dem zweiten Teil der Jubiläumsausstellung und natürlich der Met Gala,<br />

einem Laufsteg für die internationale Society<br />

Von Brigitte R. Winkler<br />

MET GALA<br />

Foto: Courtesy of Prada<br />

Man war es seit Jahren gewohnt: Am ersten<br />

Montag im Mai feierte das Metropolitan<br />

Museum of Art in New York mit einer immer<br />

populärer werdenden Gala die Eröffnung<br />

seiner alljährlichen Modeausstellung. Kaum<br />

eine Modegröße, die sich dort nicht zeigte.<br />

Von Yves Saint Laurent <strong>–</strong> ihm war 1983 die<br />

erste Ausstellung, die einer lebenden Mode-<br />

Ikone galt, gewidmet <strong>–</strong> und Karl Lagerfeld<br />

über Miuccia Prada bis zu Oscar de la Renta<br />

und Marc Jacobs. Aber auch der Adel und<br />

jede Art von sonstigen Stars. Auf den gewaltigen,<br />

für diesen Zweck mit einem riesigen<br />

Zelt überdachten Stiegen des Museums<br />

spielten sich die tollsten Auftrittsszenen ab,<br />

die natürlich im Fernsehen und auf diversen<br />

Modekanälen live übertragen wurden. Von<br />

Jackie Onassis über Liz Taylor, Prinzessin<br />

Diana, Charlotte Casiraghi, Andy Warhol,<br />

Paloma Picasso, Cate Blanchett und Madon-<br />

na über Rihanna und Elton John bis Lady<br />

Gaga. Für die Gala gibt es auch alljährlich<br />

einen zum Thema der Ausstellung passenden<br />

Dresscode, der oft unübersehbar eingehalten<br />

wird. Heuer war es „Gilded<br />

Glamour“, abgeleitet von Gilded Age, der<br />

Periode von 1870 bis 1900 in den USA, in der<br />

sich vieles verändert hat, von der Wirtschaft<br />

bis zu Kunst und Mode. Ganz wichtig für die<br />

Berichterstattung: Wer trug die auffallendste<br />

Robe welchen Modehauses? Immer wieder<br />

wurden die Met Gala und ihr Glanz und Glamour<br />

mit der Oscar-Nacht Hollywoods verglichen<br />

und damit gleichgesetzt. Nach dem<br />

Stiegenaufgang ist übrigens Schluss mit Filmen<br />

und Fotografieren. Während der Gala<br />

mit wunderbarem Essen, Drinks und Auftritten<br />

von anwesenden KünstlerInnen<br />

(Madonna zum Beispiel) gilt dann sogar<br />

Handy-Verbot …<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

41


DAS COSTUME INSTITUTE UND SEINE GESCHICHTE<br />

Die Met Gala<br />

ist der größte<br />

Fundraising-Event<br />

des Museums<br />

und bringt jedes<br />

Mal rund<br />

17 Millionen<br />

Dollar als<br />

Unterstützung<br />

für das Costume<br />

Institute ein. Max Hollein<br />

Was 1937 in kleinen Räumlichkeiten im<br />

Untergeschoß des Museums begonnen hat,<br />

die 1946 zum Costume Institute ernannt<br />

wurden, heißt nach einer zweijährigen Renovierung<br />

seit 2014 Anna Wintour Costume<br />

Center. Bereits 1995 hatte die Chefin der US-<br />

„Vogue“ bei den Modeausstellungen als Co-<br />

Vorsitzende mitzuwirken begonnen. Abgesehen<br />

von ihrem sonstigen Input machte sie<br />

aus dem einst erschwinglichen Mitternachtsmenü<br />

der Eröffnung die Modegala <strong>–</strong> einen<br />

finanziell unfassbar gewinnbringenden Charity-Event,<br />

dessen Gästeliste unter ihrer Kontrolle<br />

steht. Ohne ihre Zustimmung können<br />

die circa 600 Celebritys sich weder den<br />

Zugang zu einem der sündteuren Tische für<br />

zehn Personen kaufen (ca. 275.000 Dollar)<br />

noch einen der wenigen Einzelplätze<br />

(ca. 30.000 Dollar). 2019 verkündete man<br />

die Einnahme von 15 Millionen Dollar. Eine<br />

Rekordsumme, die inzwischen überboten<br />

wurde und über die sich seit 2018 der neue<br />

Chef des Museums, Max Hollein (siehe Interview<br />

auf den Seiten 48 und 49), freuen kann.<br />

Am Vormittag des 2. Mai freute sich der geborene<br />

Wiener besonders, da diesmal die First<br />

Lady der USA, Dr. Jill Biden, zur Eröffnung<br />

des zweiten Teils der Modeausstellung kam<br />

und eine begeisternde Rede hielt. Danach ließ<br />

sie sich die beiden Teile der Ausstellung zeigen<br />

und war restlos angetan. Am Abend ging<br />

Max Hollein auch heuer wieder mit seiner<br />

Frau Nina (ebenfalls Wienerin) zur Gala. In<br />

einem einst natürlich in Amerika angefertigten<br />

Frack, dazu Hemd und Fliege von Thom<br />

Browne und Bund von Brooks Brothers.<br />

Modeschöpferin Nina Hollein natürlich in<br />

einer wunderbaren, wie immer von ihr selbst<br />

angefertigten Robe aus tiefblauem Chiffon<br />

mit einem latex-metallischen Unterkleid.<br />

Damit wollte sie „bewusst eine etwas zurückhaltendere<br />

Eleganz und einen Glamour ohne<br />

Gold, Glitter und Pomp treffen“.<br />

Unter Diana Vreeland, einer Ikone der<br />

damaligen Modeberichterstattung, als Special<br />

Consultant (von 1972 bis 1989) gab es<br />

bereits großartige Ausstellungen wie „The<br />

World of Balenciaga“ oder „Vanity Fair“. Seit<br />

2002 fungiert Andrew Bolton als Kurator,<br />

und seither gehören die Modeausstellungen<br />

mitunter zu den bestbesuchten Ausstellungen<br />

des Museums. Wie zum Beispiel 2011 die<br />

hinreißende Schau „Alexander McQueen:<br />

Savage Beauty“. 2005 war „Chanel“ zu sehen,<br />

2012 „Schiaparelli and Prada: Impossible<br />

Conversations“, 2013 „PUNK: Chaos to Couture“,<br />

2019 „Camp: Notes on Fashion“.<br />

Auch Mode aus Österreich spielte immer<br />

wieder eine Rolle. 1979 sogar im (zum Teil<br />

fehlerhaft geschriebenen) Titel „Fashions of<br />

the Hapsburg Era: Austria-Hungary“ einer<br />

Schau, bei der es hauptsächlich um Mode<br />

ging, die damals in Wien und Budapest<br />

getragen wurde. Unübersehbar bei der Ausstellung<br />

„Camp: Notes of Fashion“, mit der<br />

das Gender-Thema gefeiert wurde, ein Frack<br />

von Knize aus Wien von circa 1950, den einst<br />

Marlene Dietrich getragen hatte (ausgeborgt<br />

von der Marlene-Dietrich-Stiftung Berlin).<br />

Immer wieder war auch Rudi Gernreich, ein<br />

geborener, in die USA geflohener Österreicher<br />

und Erfinder des Monokinis, mit seinen<br />

großartigen Entwürfen Teil der Ausstellungen.<br />

In der aktuellen Schau „In America: A<br />

Lexicon of Fashion“ ist ebenfalls ein Modell<br />

von Rudi Gernreich zu sehen. Im kürzlich<br />

eröffneten zweiten Teil der Modeausstellung<br />

„In America: An Anthology of Fashion“ hingegen<br />

ist ein Kleid von Hattie Carnegie (1880<br />

in Wien als Henrietta Kanengeiser geboren)<br />

einem Modell von Christian Dior gegenübergestellt.<br />

Insgesamt verfügt das Costume<br />

Institute heute über 33.000 Modeobjekte,<br />

Kleidung und Accessoires für Frauen, Männer<br />

und Kinder vom 15. Jahrhundert bis heute.<br />

After<br />

Party<br />

Fotos: Angela Pham/BFA.com (5), Getty Images (2), Louis Vuitton (2), Gucci/Courtesy of Getty, Chanel<br />

42


FASHION | PORTRAIT<br />

hb<br />

In prächtigem Louis Vuitton:<br />

Chloë Grace Moretz<br />

hh<br />

Hochelegantes Ehepaar: Miranda<br />

Kerr in Oscar de la Renta,<br />

Evan Spiegel im Frack von Dior<br />

hj<br />

Fast wie Zwillinge dagegen Gucci-<br />

Designer Alessandro Michele und<br />

Jared Leto: beide in Gucci<br />

hjj<br />

Durchsichtiges Chanel: Maggie Rogers<br />

in Seidenorganza<br />

v<br />

Extravagantes Couple, total in Marni:<br />

Top-Soul-Sängerin Erykah Badu<br />

als Gast von Marni-Kreativdirektor<br />

Francesco Risso<br />

Red<br />

Carpet<br />

v<br />

Auch in Louis-Vuitton-Pracht:<br />

die britische Schauspielerin und<br />

Sängerin Cynthia Erivo<br />

h<br />

Wildes Outfit von Jackson<br />

Wiederhoeft: Dragqueen Aquaria<br />

hj<br />

Bei der Instagram-After-Show-<br />

Party nach der Met Gala: die mit<br />

18 Jahren bereits gefeierte Künstlerin<br />

Diana Sinclaire mit perlengeschmückter<br />

Begleitung<br />

v<br />

Schauen, fotografieren: After-Show-<br />

Party im James B. Duke House<br />

k<br />

James B. Duke House: eingerichtet im<br />

Stil französischer Klassik<br />

kk<br />

Cool gestylt für die After-Show-Party:<br />

Achieng Agutu<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

43


hj<br />

Im ersten Teil der Ausstellung<br />

„In America: A Lexicon of Fashion“<br />

wird jedes Modell in einem<br />

Glaswürfel präsentiert<br />

v<br />

Auch Sweatshirts<br />

(links,<br />

von Ralph<br />

Lauren)<br />

und Kunst<br />

sind zu<br />

sehen<br />

k<br />

EIN LEXIKON DER AMERIKANISCHEN MODE<br />

Zuerst war es die Pandemie, die zu Verschiebungen<br />

und Änderungen des Ausstellungsrituals<br />

führte. Heuer kam noch der furchtbare<br />

Krieg in der Ukraine dazu. Vergangenes<br />

Jahr wurde die Modeausstellung „In America:<br />

A Lexicon of Fashion“ erst im September<br />

eröffnet. Wo sonst hauptsächlich internationale<br />

Mode gefeiert wird, stellte man anlässlich<br />

des 75-Jahr-Jubiläums des Costume<br />

Institute Amerika und seine Mode in den<br />

Mittelpunkt. Diese erste Folge reicht von den<br />

1940er-Jahren bis heute mit einer Fülle von<br />

Arbeiten auch aktueller junger Designer, die<br />

kaum bekannt sind. Jedes der ausgestellten<br />

Kleidungsstücke ist in einen Glaswürfel eingeschlossen.<br />

h<br />

Aus dem Jahr 1929: Ein Modell<br />

von Claire McCardell<br />

k<br />

Von 1982: Ein cooles Ensemble<br />

von Ralph Lauren<br />

Der erste Teil, das „Lexicon“, ist in zwölf<br />

Abschnitte gruppiert, die die Mode als Stimmungsbarometer<br />

darstellen und ihre emotionalen<br />

Qualitäten wie Nostalgie, Liebe,<br />

Angst, Sicherheit oder Intimität hervorheben<br />

sollen. Anstelle der gewohnten Kopfbedeckungen<br />

tragen die Modepuppen einen dieser<br />

Begriffe, gestaltet vom genialen Hutmacher<br />

Stephen Jones, auf dem Kopf. Da gibt es<br />

das berühmte Wickelkleid von Diane von<br />

Fürstenberg von 1975 zu bewundern oder die<br />

so amerikanische Sportswear von Perry Ellis<br />

von 1978. Natürlich sind Michael Kors und<br />

44


FASHION | PORTRAIT<br />

v<br />

Tag und Abend<br />

toll kombiniert<br />

zum Ensemble:<br />

Aus der Herbst/<br />

Winter-Kollektion<br />

1985/86 von<br />

Donna Karan<br />

Emotion &<br />

Bewusstsein<br />

k<br />

Overall von<br />

Rudi Gernreich:<br />

Amerikaner mit<br />

österreichischen<br />

Wurzeln<br />

„VEIL FLAG“: So sieht der Künstler Sterling Ruby die amerikanische Flagge<br />

Fotos: Metropolitan Museum of Art (9), Melanie Schiff<br />

Marc Jacobs vertreten sowie Ralph Lauren,<br />

Donna Karan und Calvin Klein, Isabel Toledo,<br />

Norman Norell und so weiter und so fort.<br />

Bereits mitten während der einjährigen<br />

Ausstellung hat das Museum den Refresh-<br />

Knopf gedrückt. Siebzig Prozent der 100 Teile<br />

wurden ausgetauscht, sodass nun Entwürfe<br />

von etwa 35 Designern, darunter viele aufstrebende,<br />

in der neuen Rotation sind. Der<br />

erschütternd frühe Tod einer bis dahin<br />

strahlenden Modepersönlichkeit, Virgil<br />

Abloh, führte zu einer weiteren Änderung<br />

der Gestaltung der Ausstellung. Gleich am<br />

Fuß der Treppe zur Hauptgalerie erwartet<br />

seither die Besucherinnen und Besucher ein<br />

Kleid aus weißem Baumwollstrick und<br />

cremefarbenem Seidenchiffon. Es war vor<br />

fast zwei Jahren beim Off-White-Gründer in<br />

Auftrag gegeben worden und sollte erst im<br />

zweiten Teil der Ausstellung zu sehen sein.<br />

Nach Ablohs unerwartetem Tod im November<br />

2021 im Alter von 41 Jahren beschloss<br />

man, sein Leben und seinen Beitrag zur<br />

Mode sofort prominent hervorzuheben.<br />

Abloh habe davon gesprochen, dass Wattestäbchen<br />

seine Lieblingsblume seien. Das<br />

Stück spiegelt <strong>–</strong> laut Kurator Bolton <strong>–</strong> die<br />

Schönheit und Brutalität der Baumwollproduktion<br />

und -verarbeitung vom 19. Jahrhundert<br />

bis in die Gegenwart wider. Der ausladende<br />

Rock von Ablohs Robe ist wie ein<br />

Graffiti in Blau besprüht. Das soll aber auch<br />

„Fragility“ vermitteln, ein weiteres der zwölf<br />

übergreifenden Themen der Ausstellung.<br />

In Übereinstimmung mit dem Thema<br />

„Bewusstsein“ zeigt die letzte Galerie Nachhaltigkeitstechniken<br />

und ethische Produktion.<br />

Dazu die stellvertretende Kuratorin<br />

Amanda Garfinkel: „So viele junge Designer<br />

verwenden nachhaltige Techniken oder bemühen<br />

sich, nachhaltig zu produzieren. Es<br />

wird immer häufiger.“ Und: „Traditionell war<br />

die amerikanische Mode von Idealen und<br />

Prinzipien der Praktikabilität und Anpassungsfähigkeit<br />

geprägt, basierend auf der<br />

Gebrauchstauglichkeit. Wir versuchen jedoch,<br />

in dieser Show eine neue Art und Weise zu<br />

entwickeln, uns mit Kleidungsstücken auseinanderzusetzen,<br />

und Kleidungsstücke mit<br />

ihrem emotionalen Ausdruck und den Emotionen<br />

zu interpretieren, die sie bei Zuschauern<br />

und Trägern hervorrufen <strong>–</strong> und auch den<br />

Emotionen, die die Designer zu projizieren<br />

versuchen. Es war wirklich befriedigend, uns<br />

zu vertiefen, unseren Horizont zu erweitern<br />

und neue Designer zu entdecken, insbesondere<br />

eben mit dem Fokus auf amerikanische<br />

Designer. Und es zweimal in einem Jahr zu<br />

tun, war eine Herausforderung, aber es war<br />

aufregend.“<br />

k<br />

Aus der Frühjahr/<br />

Sommer-Kollektio 2018:<br />

Mantel von Andre Walker<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

45


EINE ANTHOLOGIE DER AMERIKANISCHEN MODE<br />

Und obwohl die zweite Ausgabe der Ausstellung<br />

von amerikanischer Mode immer<br />

Teil des ursprünglichen Plans war, wurden<br />

heuer schon vor der Eröffnung Anfang Mai<br />

wegen der russischen Invasion in der Ukraine<br />

auch daran Änderungen vorgenommen. So<br />

wurde gleich einmal das Anna Wintour Costume<br />

Center um ein Kleid der ukrainischen<br />

Designerin Valentina Sanina Schlee, die einfach<br />

als „Valentina“ bekannt ist, erweitert.<br />

„Mode ist die einzige Kunstform, die aufgrund<br />

ihrer Vergänglichkeit so schnell und<br />

direkt auf die Zeit reagieren kann, in der wir<br />

leben“, sagte dazu Andrew Bolton, der Kurator<br />

auch des zweiten Teils der Ausstellung.<br />

Neben so bekannten Namen wie Charles<br />

James, Oscar de la Renta oder Halston werden<br />

auch in Teil zwei zahlreiche unbekannte<br />

Modeschöpferinnen und Modeschöpfer<br />

gezeigt.<br />

Es ist enorm wichtig für das Met,<br />

nicht nur Mode zu reflektieren,<br />

sondern die Kreativität und<br />

die Kunst der Mode als einen Teil<br />

des wesentlichen Kanons der<br />

Kunst gerade auch des 19. und<br />

20. Jahrhunderts zu feiern. Max Hollein<br />

v<br />

Abendensemble einer Ikone:<br />

Halston 1973<br />

Das Besondere von „Part Two, In America:<br />

An Anthology of Fashion“ ist ansonsten<br />

schon einmal der Ort, an dem diese Modeobjekte<br />

ausgestellt werden. Und das auch<br />

noch mit einer ganz speziellen Begleiterscheinung:<br />

Es wurden acht Filmregisseure <strong>–</strong> unter<br />

ihnen Martin Scorsese, Sofia Coppola und<br />

Tom Ford <strong>–</strong> eingeladen, Erzählungen zu konzipieren,<br />

die in den his to rischen Räumen des<br />

American Wing des Museums inszeniert<br />

werden. Vom 19. bis zur Mitte des späten<br />

20. Jahrhunderts behandelt der zweite Teil<br />

der Ausstellung die Grundlagen der amerikanischen<br />

Mode in Bezug auf die komplexe<br />

Geschichte dieser Räume. Es sind keine Filme<br />

zu sehen, sondern zu den Räumen passende<br />

Modepuppen in der entsprechenden<br />

historischen Kleidung, die von den Regisseurinnen<br />

und Regisseuren platziert wurden, als<br />

wären sie miteinander im Gespräch. Jeder der<br />

wunderbar gestalteten Räume erinnert so an<br />

eine Einzelbildaufnahme.<br />

Gewöhnt an die Arbeit mit lebenden und<br />

atmenden Menschen, die gelenkt und bezüglich<br />

des Ausdrucks beraten werden können,<br />

im Gegensatz zu Modepuppen, war die<br />

Arbeit laut Andrew Bolton „ein bisschen frustrierend<br />

für die Filmemacher“. Dies habe aber<br />

zu einem interessanten Einfallsreichtum<br />

geführt. Bolton: „Tom Ford hat einige Mannequin-Puppen<br />

mit einer Firma in Japan entwickelt,<br />

von der wir nichts wussten. Es war<br />

wirklich interessant.“ Durch das Engagement<br />

der Filmemacher erhofft man sich, das Interesse<br />

am Museum zusätzlich zu steigern,<br />

werden darin doch soziale, kulturelle und<br />

politische Ereignisse dargestellt, die die<br />

Mode beeinflusst haben. Der filmische<br />

Ansatz soll nicht nur Besucher in den oft<br />

übersehenen American Wing locken, sondern<br />

auch Erstbesucher ansprechen. Wie bei<br />

vielen großen Kulturinstitutionen haben die<br />

monatelangen erzwungenen vorübergehenden<br />

Schließungen und reduzierten Kapazitäten<br />

aufgrund der Pandemie die Besucherzahlen<br />

und die Personalausstattung auch des<br />

Met in Mitleidenschaft gezogen. Aber Mode<br />

hat schon öfter bewiesen, dass sie die Macht<br />

hat, Menschen anzulocken, die sich sonst von<br />

Museen nicht so angezogen fühlen.<br />

Eva Chen, Vizepräsidentin für Mode- und<br />

Einkaufspartnerschaften bei Instagram, dem<br />

Hauptsponsor beider Ausstellungsteile, half<br />

dabei auf ihre ganz spezielle Weise mit.<br />

Wurden doch im September 2021 anlässlich<br />

der Eröffnung des ersten Teils Videos mit<br />

dem Hashtag „The Met Gala“ innerhalb einer<br />

Woche mehr als eine Milliarde Mal abgespielt.<br />

Das erhofft man sich jetzt auch für Teil zwei<br />

und den American Wing.<br />

Kein Wunder, dass sogar Influencerinnen,<br />

Influencer und Youtuber zur Met Gala eingeladen<br />

wurden. Wer will, kann sich darüber<br />

auf Instagram @metcostumeinstitute bestens<br />

informieren. <br />

p<br />

46


FASHION | PORTRAIT<br />

h<br />

Von Claire McCardell:<br />

unübersehbar amerikanische<br />

Schlichtheit aus dem Jahr 1949<br />

k<br />

Charles James nannte sein<br />

Ballkleid von 1955 „Butterfly“<br />

Fotos: The Metropolitan Museum of Art (7), Dario Calmese, 2021. Image courtesy of the Metropolitan Museum of Art<br />

hh<br />

Gestaltet von Martin Scorsese:<br />

„Frank Lloyd Wright Room“ mit Mode<br />

von Charles James<br />

h<br />

Platziert im „Rococo Revival“-Salon:<br />

Ballkleid von Marguery Bolhagen,<br />

vermutlich aus dem Jahr 1961<br />

jh<br />

Raumgestaltung mit Puppen von<br />

Filmemacherin Sofia Coppola: Die<br />

Regisseurin wählte die „McKim, Mead &<br />

White Stair Hall“ im American Wing<br />

k<br />

Regisseurin Julie Dash ließ den<br />

„Greek Revival“-Salon aufleben<br />

kk<br />

Modeschöpfer und Filmemacher Tom<br />

Ford spielt Modekampf in Versailles<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

47


„MODE IST<br />

ETWAS SEHR<br />

BEWEGTES“<br />

Anlässlich der weltberühmten Modegala<br />

hat sich Brigitte R. Winkler für AURUM <strong>999</strong>,9 mit Max Hollein,<br />

dem Direktor des Metropolitan Museum of Art,<br />

zu einem exklusiven Talk in New York getroffen<br />

Herr Hollein, Sie sind seit 2018 Direktor des Metropolitan Museum of<br />

Art in New York. Wie sehen Sie Ihre jetzt doch schon beinahe vier<br />

Jahre in dieser Funktion, natürlich auch im Schatten der Pandemie?<br />

Ja, ich denke, es war eine besondere Zeit bis jetzt. Es war eine Zeit<br />

voller Herausforderungen, aber auch großer Chancen. Wir haben das<br />

Museum enorm weiterentwickelt in einer Zeit, in der es grundsätzlich<br />

auch Fragen gab über das Museum. Wie das Museum sich im Grunde<br />

für die Zukunft vorbereitet, was uns wesentlich und wichtig ist.<br />

Wir haben darauf starke Antworten gefunden. Das hat es erst möglich<br />

gemacht, dass das Met sich in den letzten vier Jahren wahrscheinlich<br />

mehr entwickelt hat als in vielen Jahrzehnten zuvor.<br />

Ein Teil des Museums ist der Mode gewidmet. Wie sehen Sie das?<br />

Ich denke, das ist enorm wichtig für das Met, nicht nur Mode zu<br />

reflektieren, sondern die Kreativität und die Kunst der Mode als<br />

einen Teil des wesentlichen Kanons der Kunst gerade auch des 19.<br />

und 20. Jahrhunderts zu feiern, zu reflektieren und auch mit der<br />

gleichen kuratorischen Sorgfalt zu betrachten.<br />

„In America: An Anthology of Fashion“ zeigt die Entstehung eines<br />

unübersehbaren amerikanischen Stils auf, dessen zugrunde liegende<br />

Geschichte oft nicht erkannt wird.<br />

Mit den beiden Ausstellungen wollen wir eine zeitgerechte Konversation<br />

entzünden, über die enormen kulturellen Beiträge von<br />

Modeschöpferinnen und Modeschöpfern, die in Amerika gearbeitet<br />

haben und arbeiten, und die spezifische Definition der amerikanischen<br />

Ästhetik.<br />

Sie konnten weder das 150-Jahr-Jubiläum des Museums noch das<br />

75-Jahr-Jubiläum des Costume Institute pünktlich feiern. Es war<br />

wahrscheinlich keine leichte Situation. Wie sehen Sie es aus der Retrospektive?<br />

In der Zeit, als Covid begonnen hat, waren unsere Prioritäten natürlich<br />

andere. Es ging darum, Sicherheit herzustellen. Sicherheit für<br />

unsere Mitarbeiter, Sicherheit für die Öffentlichkeit. Es war kein<br />

Moment zu feiern, sondern auch ein Moment für viele, durch eine<br />

existenzielle Krise zu kommen. Wir haben das gemeinsam gemacht,<br />

und wir stehen jetzt als Institution besser da. Aber jetzt ist der<br />

Moment da, die Met, die Met Gala, das Costume Institute zu feiern.<br />

Was bedeutet Ihnen persönlich Mode?<br />

Als Direktor ist Mode ein ganz wesentlicher Bestandteil des Met, weil<br />

sie ein wesentlicher Bestandteil der kulturellen Vielfalt und Aussagekraft<br />

der Menschen ist. Als Privatmensch bemühe ich mich auch in<br />

Sachen Mode und bin mit Mode besonders verbunden. Insbesondere<br />

durch meine Frau, die eine Modeschöpferin ist und eine ganz enge<br />

Verbindung hält zur Mode.<br />

Haben Sie in Bezug auf die Modeausstellung als neuer Direktor des<br />

Museums etwas grundlegend geändert, oder denken Sie daran?<br />

Seit ich hier bin, habe ich mit dem Modekurator des Museums,<br />

Andrew Bolton, oft darüber geredet. Es geht darum, Modeausstellungen<br />

auch komplex zu machen. Ihnen verschiedene Lesbarkeiten zu<br />

geben. Es soll nicht nur die Feier einer Modeschöpferin, eines Modeschöpfers<br />

oder einer Moderichtung sein. Sondern das Aufzeigen, dass<br />

Mode oft wie keine andere kulturelle Ausdrucksform die Reflexion<br />

unserer kulturellen Geschichte darstellt, auch der Komplexitäten der<br />

Zeit. Das sie entsteht durch die Kollaboration vieler, die da hineinverwoben<br />

sind. Da steckt eine ganze Anzahl von unterschiedlichen kulturellen<br />

Geschichten und auch Auseinandersetzungen drinnen. All<br />

das kommt in unseren Ausstellungen mittlerweile vor.<br />

Inwieweit bringen Sie sich mit Vorschlägen und Ideen in die Konzeption<br />

der Modeausstellungen ein?<br />

Sowohl Vorschläge als auch Perspektiven. Als ich noch in San Francisco<br />

war (Anm.: Max Hollein leitete von 2016 bis 2018 das Fine Arts<br />

Museums of San Francisco), haben wir dort eine Ausstellung gemacht<br />

über die Mode des Islam. Es geht mir darum, hier auch ein Partner zu<br />

sein für Andrew Bolton in dieser Entwicklung.<br />

Wie komplex kann man sich die Organisation der Modeausstellungen<br />

vorstellen, und welchen Stellenwert haben sie im Gesamtkontext?<br />

Modeausstellungen sind bei uns weit im Voraus geplant. Wir machen<br />

ja zwei bedeutende Modeausstellungen im Jahr, und daran werden wir<br />

weiter festhalten. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil nicht nur<br />

unseres Ausstellungsprogramms, sondern auch der Identität und der<br />

Ausstrahlungskraft des Museums als solches. Das bringt natürlich insbesondere<br />

die Met Gala mit sich.<br />

Fotos: The Metropolitan Museum of Art (2), Taylor Hill, Brigitte R. Winkler<br />

48


FASHION | INTERVIEW<br />

Bei der Eröffnung der Ausstellung „In America:<br />

An Anthology of Fashion“:<br />

Max Hollein, Brigitte R. Winkler<br />

x<br />

Max Hollein mit seiner Frau, der Modeschöpferin<br />

Nina Hollein (in Nina Hollein), auf dem Weg zur Met Gala<br />

l<br />

Haben Sie eine Lieblingsmodeschöpferin<br />

oder einen<br />

Lieblingsmodeschöpfer?<br />

Eine<br />

Lieblingsmodeschöpferin?<br />

Da gibt es<br />

nur eine<br />

Einzige.<br />

Und das ist<br />

meine Frau,<br />

Nina Hollein!<br />

Die Met Gala war für das Museum in den letzten Jahren mehr als<br />

lukrativ. Stimmt das nach wie vor?<br />

Sie ist tatsächlich der größte Fundraising-Event des Museums und<br />

bringt jedes Mal rund 17 Millionen Dollar als Unterstützung für das<br />

Costume Institute. Insofern ist die Gala natürlich ein wesentlicher<br />

Bestandteil unserer Finanzierung.<br />

Aufgrund der Pandemie musste 2020 die große Modegala ausfallen.<br />

2021 fand sie unter schwierigen Bedingungen und auch zu einem<br />

anderen Zeitpunkt statt. War das aus finanzieller Sicht tragbar?<br />

Ja, das stimmt, und das war für uns natürlich eine finanzielle Einbuße.<br />

Das mussten wir kompensieren.<br />

Welche Änderungen oder Innovationen planen Sie für die Zukunft?<br />

Es sind ja sowohl die Ausstellungen als auch die Met Gala in einer Entwicklung.<br />

Es ist immer etwas, worüber wir reflektieren, wo wir sind, wo<br />

wir hinwollen. Da sind immer auch Änderungen dabei, neue Gedanken,<br />

neue Inspirationen. Gerade auch in diesem Bereich. Mode ist etwas<br />

sehr Bewegtes, etwas, das sich rasch entwickelt. Genauso auch unsere<br />

Ausstellungen, genauso das Denken unseres Costume Institute.<br />

h<br />

Das Metropolitan Museum ohne<br />

das Zelt der Met Gala<br />

über den ausladenden Stiegen<br />

k<br />

First Lady Dr. Jill Biden<br />

sprach bei der Eröffnung<br />

Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit Anna Wintour?<br />

Anna Wintour ist nicht nur eine großartige Mitarbeiterin des Met. Sie<br />

ist ein Motor, sie ist eine enthusiastische Unterstützerin. Und natürlich<br />

auch jemand, der weiß, wie man Dinge durchsetzt, umsetzt und<br />

bestens realisiert.<br />

Und mit dem Kurator der Modeausstellungen, Andrew Bolton?<br />

Andrew Bolton ist ein genialer Ausstellungskurator, der mit höchster<br />

Sensibilität, unglaublicher Einfallskraft, aber auch kuratorischer Ambition<br />

eine Ausstellung nach der anderen macht, die im Grunde Maßstäbe<br />

setzen. Sie lenken den gesamten Diskurs in der Modewelt mit.<br />

Ist eine Ausstellung mit Helmut Lang angedacht? Wäre das nicht<br />

schon längst fällig?<br />

Helmut Lang ist natürlich eine ganz wesentliche Figur. Er war schon in<br />

unserer Ausstellung „About Time“ prominent gefeaturt und ist sicher<br />

jemand, mit dem wir uns noch eingehender beschäftigen müssen.<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

49


LUXURY PIECE | MEN<br />

MEER<br />

TIEFGANG<br />

Unser Ozean ist ein Mysterium mit unzähligen<br />

Lebewesen und seltenen Pflanzenarten. Mit<br />

„Project Neptune“ lässt sich diese atemberaubende<br />

Welt auf intime und luxuriöse Weise erkunden.<br />

Triton Submarines LLC aus Florida, spezialisiert<br />

auf die Entwicklung von leistungsstarken<br />

Tiefseebooten, haben in Kooperation mit dem<br />

britischen Sportwagenhersteller Aston Martin<br />

ein elegantes, zugleich sportliches Unterwasserfahrzeug<br />

für drei Personen konzipiert. Es ermöglicht,<br />

bis zu acht Stunden in maximal 500 Meter<br />

Tiefe abzutauchen. Eine tief verwurzelte Leidenschaft<br />

für moderne Technologie und zeitloses<br />

Design eint die beiden Unternehmen <strong>–</strong> das<br />

Resultat ist ein Mini-U-Boot in limitierter Auflage,<br />

ein Must-have für Forscher, Entdecker und<br />

Superyachtbesitzer.<br />

Redaktion: Christoph Kulmer, Fotos: Hersteller<br />

50 SUMMER <strong>2022</strong>


US-Sängerin Rihanna 2017 auf dem Red Carpet in einer opulenten<br />

Robe von Dior und funkelnden Preziosen von Chopard<br />

Fotos: Chopard, Shutterstock<br />

52


ART<br />

Cannes aus der Vogelperspektive: Die berühmten 24 Stufen<br />

zum Palais des Festivals et des Congrès<br />

x<br />

EINE<br />

FILMREIFE<br />

LIAISON<br />

An der Croisette gab es heuer einiges zu feiern:<br />

75 Jahre Filmfestspiele Cannes, 25 Jahre der beständigen<br />

Liebschaft mit Chopard, eine funkelnde Version der<br />

Palme d’Or und natürlich viele filmische Meisterwerke.<br />

Grund genug für eine Retrospektive<br />

Von Christoph Kulmer<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

53


ART<br />

v<br />

Charlize Theron 2017: Die Meisterwerke von<br />

Chopard bilden einen funkelnden Kontrast zum<br />

schlichten schwarzen Kleid<br />

2018 beeindruckte Jane Fonda in einem<br />

Valentino-Kleid und einem Collier von Chopard<br />

x<br />

h<br />

Eva Longoria glänzte <strong>2022</strong> auf dem roten Teppich in einem<br />

Kleid von Cristina Ottaviano und Schmuckstücken von Chopard<br />

Cannes an der Côte d’Azur ist ein<br />

Eldorado für den internationalen<br />

Jetset. Extravagant, elitär<br />

und wunderbar glamourös.<br />

Nirgendwo auf der Welt entspannt<br />

man exklusiver in einem<br />

der unzähligen Beachclubs oder sticht nobler<br />

mit der Privatyacht in See als hier. Aber an elf<br />

Tagen im Jahr, wenn sich das Who’s who der<br />

Filmwelt die Klinke in die Hand gibt, um seine<br />

neuesten Werke zu präsentieren, wird der<br />

übliche Luxus definitiv noch einmal übertroffen.<br />

Man erzählt sich, dass Cannes als<br />

Austragungsort für die Filmfestspiele aufgrund<br />

„seiner sonnigen und bezaubernden<br />

Atmosphäre“ gewählt wurde <strong>–</strong> nun ja, dem ist<br />

nichts hinzuzufügen. Auch heuer waren die<br />

wohl bedeutendsten Filmfestspiele der Welt,<br />

von 17. bis 28. Mai, wieder ein fulminantes<br />

Fest und ein Schaulaufen von Stars wie Tilda<br />

Swinton, Kristen Stewart, Eva Longoria, Tom<br />

Cruise, Bella Hadid oder Helen Mirren, die<br />

das Geschehen am berühmten Boulevard de<br />

la Croisette dominierten. Zur Eröffnung<br />

schritt die Prominenz über einen sechzig<br />

Meter langen roten Teppich, der am Ende<br />

über 24 Stufen direkt in das Palais des Festivals<br />

et des Congrès führt. Hier im Inneren,<br />

unter Ausschluss der Öffentlichkeit, finden<br />

die eigentlichen Filmfestspiele statt. Dabei<br />

sind Direktor Thierry Frémaux und sein<br />

Fotos: Chopard<br />

54


Team um Diversität bemüht, das Programm<br />

sollte einen Mix aus berühmten, etablierten<br />

Autoren und noch nicht so bekannten Neuentdeckungen<br />

bilden. Begutachtet haben sie<br />

dafür über 2.200 Filme. Der diesjährige Eröffnungsfilm,<br />

eine Zombiekomödie des Franzosen<br />

Michel Hazanavicius, sorgte aufgrund des<br />

Titels „Z (comme) Z“ bereits im Vorfeld für<br />

mehr Aufsehen, als vielleicht gewünscht war.<br />

Wurde der Buchstabe Z doch zu einem Symbol<br />

für den russischen Angriffskrieg gegen die<br />

Ukraine. Aus Respekt hat sich Hazana vicius<br />

dazu entschlossen, den Namen in „Coupez!“<br />

zu ändern <strong>–</strong> frei übersetzt heißt das so viel<br />

wie „schneidet“ und bezieht sich sowohl auf<br />

das Filmhandwerk als auch auf die Untoten<br />

im Werk. Mit der jungen und kreativen Regisseurin<br />

Marie Kreutzer war auch Österreich<br />

vertreten, die in ihrem Film „Corsage“ die<br />

gealterte Habsburger-Kaiserin Elisabeth in<br />

den Fokus rückt. Weitere Line-up-Highlights<br />

waren „Top Gun 2: Maverick“, das Musik-Biopic<br />

„Elvis“ oder „Stars at Noon“ von Claire<br />

Denis. Die Goldene Palme für den besten<br />

Film konnte sich der Schwede Ruben Östlund<br />

für seine Sozialsatire „Triangle of Sadness“<br />

sichern. Aber dieses Jahr gab es noch mehr zu<br />

feiern, ein Doppeljubiläum, wenn man so will.<br />

Zum einen begeistern die Filmfestspiele von<br />

Cannes bereits seit 75 Jahren, und zum anderen<br />

jährte sich die beständige Partnerschaft<br />

h<br />

„Trophée Chopard“-Award <strong>2022</strong>:<br />

Thierry Frémaux, Karl-Friedrich Scheufele,<br />

Caroline Scheufele, Sheila Atim, Jack Lowden,<br />

Julia Roberts und Pierre Lescure (v. l. n. r.)<br />

k<br />

Für das Doppeljubiläum <strong>2022</strong> hat Chopard<br />

ein Blatt der Palme d’Or mit 75 und ein<br />

weiteres mit 25 Diamanten besetzt<br />

mit der Schweizer Uhren- und Schmuckmanufaktur<br />

Chopard zum 25. Mal. Wagen<br />

wir also eine ikonische und funkelnde Retrospektive.<br />

Die Idee zu dem Event hatte Ende der<br />

1930er-Jahre der Bildungs- und Kulturminister<br />

Jean Zay, sozusagen als französisches<br />

Pendant zu den Internationalen Filmfestspielen<br />

von Venedig, die bereits 1932 gegründet<br />

worden waren. Nicht wie geplant 1939,<br />

sondern erst 1946 wurde Premiere gefeiert.<br />

Noch nicht so prächtig und pompös wie<br />

heute, aber durchaus mit beachtlichem Erfolg<br />

in der Branche. Da man keinen geeigneten<br />

Ort für die Austragung gefunden hatte, fanden<br />

die ersten Festivals im alten Casino statt.<br />

1949 wurde dann das neue Festspielgebäude<br />

an der Promenade de la Croisette eingeweiht.<br />

Mittlerweile ist auch dieses nicht mehr im<br />

Einsatz und wurde bereits abgerissen, das<br />

neue Palais des Festivals, nach den Plänen<br />

der Architekten Sir Hubert Bennett und<br />

François Druet, wurde 1982 eröffnet und ist<br />

noch heute Schauplatz der Festspiele. Die<br />

erste Auszeichnung, den „Grand Prix“ wie er<br />

damals noch genannt wurde, gewann 1946<br />

Roberto Rossellini mit seinem Film „Rom,<br />

offene Stadt“, der dem italienischen Neorealismus<br />

zuzuordnen ist. Erst 1955, damals<br />

hatte auch Brigitte Bardot ihren ersten großen<br />

Auftritt auf dem roten Teppich, wurde<br />

die weltberühmte Goldene Palme als Trophäe<br />

für den besten Film strahlend aus der<br />

Taufe gehoben. Das Motiv ist an das Stadtwappen<br />

von Cannes angelehnt und hat somit<br />

einen Bezug zum Austragungsort, ähnlich<br />

wie der Goldene Löwe bei den Filmfestspielen<br />

von Venedig und der Goldene Bär der Berlinale.<br />

Auf Initiative von Robert Favre Le Bret,<br />

damaliger Direktor der Filmfestspiele, lud<br />

das Organisationskomitee mehrere Juweliere<br />

ein, Entwürfe zu präsentieren.<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

55


ART<br />

h<br />

Paradiesisch war das Chopard-Dinner<br />

im Rahmen der Filmfestspiele von Cannes 2021<br />

Aus der Red Carpet<br />

Collection <strong>2022</strong><br />

„Chopard Loves<br />

Cinema“<br />

hh<br />

Collier aus 24-karätigem<br />

Weißgold, veredelt mit Diamanten<br />

h<br />

Ring aus 18-karätigem Weißgold.<br />

Die Blütenblätter sind mit rosa<br />

Saphiren besetzt, in der Mitte strahlt<br />

ein Zwei-Karat-Diamant<br />

b<br />

Inspiriert vom Märchen „Aschen puttel“,<br />

lässt sich der Kürbis öffnen und gibt<br />

den Blick auf einen Diamantschuh frei<br />

Das Rennen machte die elegante Kreation<br />

der französischen Designerin Lucienne<br />

Lazon. Über die Jahre wurde sie mehrfach<br />

umgestaltet und dem Zeitgeist angepasst.<br />

Das letzte Mal 1997, zum 50. Geburtstag der<br />

Veranstaltung. Treibende Kraft war damals<br />

Caroline Scheufele, Co-Präsidentin und<br />

künstlerische Direktorin der Schweizer<br />

Uhren- und Schmuckmanufaktur Chopard.<br />

Sie hatte bereits einige Zeit zuvor das<br />

Potenzial einer Symbiose erkannt.<br />

Scheufele reiste daher mit unzähligen<br />

Schmuckstücken nach Cannes, drapierte<br />

die Preziosen strahlend in<br />

einem exklusiven Hotelzimmer<br />

und lud die Künstler dazu ein,<br />

diese auf dem roten Teppich zu<br />

tragen. Ein Erfolg auf ganzer Linie.<br />

Seither ist die „Red Carpet Collection“<br />

von Chopard ein fester Bestandteil der<br />

Festspiele. Heuer steht sie unter dem<br />

Motto „Chopard Loves Cinema“, umfasst<br />

exakt 75 Unikate und ist inspiriert von den<br />

Meisterwerken der Filmgeschichte. Diese<br />

glänzenden Einzelstücke, gefertigt aus puristischem<br />

Gold und mit seltenen Edelsteinen<br />

besetzt, strahlten auf dem roten Teppich farbenfroh<br />

mit der Sonne sowie ihren Trägerinnen<br />

um die Wette.<br />

1997, bei einem Treffen mit dem Direktor<br />

der Festspiele, Pierre Viot, konnte ihn die<br />

kreative Visionärin davon überzeugen, der<br />

Palme d’Or neuen Glanz einzuhauchen. Es<br />

war der Beginn einer beständigen Liaison<br />

zwischen dem Filmfestival und Chopard, die<br />

nunmehr ihr 25-Jahr-Jubiläum feiert. Die<br />

Designerin kreierte einen 19-blättrigen Palmwedel<br />

aus 24 Karat Gold und setzte diesen auf<br />

einen schlichten, von Hand zu einem Rechteck<br />

geschliffenen Solitär aus Bergkristall. Es<br />

war die Geburtsstunde einer Ikone. Als<br />

strahlende Hommage an das Engagement des<br />

Hauses für nachhaltigen Luxus wird die Trophäe<br />

seit 2014 aus Fairmined-zertifiziertem<br />

Gold gefertigt und ist damit die einzige ethische<br />

Trophäe in der Welt des Kinos. Eigentlich<br />

ist es ja unmöglich, Perfektion zu perfektionieren,<br />

doch <strong>2022</strong> ist es tatsächlich gelungen.<br />

Um das aktuelle Jubiläum gebührend zu<br />

würdigen, hat die Maison zwei Blätter der<br />

Goldenen Palme mit Diamanten besetzt,<br />

eines mit 75 Steinen und das andere mit 25,<br />

zudem ruht die Palme nicht wie üblich auf<br />

einem Bergkristall, sondern auf Rosenquarz.<br />

In den Haute-Joaillerie-Werkstätten des Hauses<br />

Chopard wird auch der „Trophée Chopard“-<br />

Award hergestellt, ein goldenes Prachtstück,<br />

das an eine Filmspule erinnert. Dieser Preis<br />

wird auf Initiative von Chopard von Filmlegenden,<br />

die als Paten fungieren, an aufstrebende<br />

Talente der nächsten Generation verliehen.<br />

Schauspieler, die in den letzten zwanzig<br />

Jahren damit geehrt wurden, sind zum<br />

Beispiel Marion Cotillard, Léa Seydoux, Paz<br />

Vega oder Diane Kruger. <strong>2022</strong> hatte Julia<br />

Roberts die Ehre, ihn an die Jungstars Sheila<br />

Atim und Jack Lowden zu überreichen.<br />

Die Filmfestspiele von Cannes und das<br />

Traditionshaus Chopard haben wieder einmal<br />

eindrucksvoll gezeigt, was die Vielfalt der<br />

Kunst und ein ausdrucksstarkes Handwerk<br />

bewirken können. <br />

p<br />

Fotos: Chopard<br />

56 SUMMER <strong>2022</strong>


„Palm Springs 2“, Unikat, 2014,<br />

Original mixed media on board<br />

Redaktion: Elisabeth Muth, Fotos: Andreas Reimann<br />

58


ART | PORTRAIT<br />

SIMPLY<br />

THE BEST<br />

Eine Geschichte, wie sie nur das Leben schreiben kann. Andreas Reimann zog von<br />

Wien aus in die weite Welt und kehrte als Künstler wieder nach Hause zurück<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

59


ART | PORTRAIT<br />

h<br />

„Tina Hot Legs“, Unikat, 2020,<br />

Original mixed media on wood<br />

Inspiration: Tina Turner und<br />

Andreas Reimann<br />

O<br />

Andreas Reimann ist ein Weltenbummler.<br />

Vor allem Columbia im US-Bundesstaat<br />

South Carolina war lange sein Home away<br />

from Home. Hier kam es in den 1980er-<br />

Jahren zu einem Schlüsselerlebnis, das sein<br />

Leben prägen sollte. Auf einem Konzert der<br />

Pop-Ikone Tina Turner hielt er im Zuschauerraum<br />

eines seiner Werke von ihr hoch, sie<br />

ergriff es und präsentierte es live on stage<br />

tausenden Fans. Das bewog Reimann, sich<br />

fortan voll und ganz auf seine künstlerische<br />

Laufbahn zu konzentrieren.<br />

1989 kam er wieder zurück nach Europa<br />

und eröffnete 1994 seinen ersten Showroom<br />

in Wien, zentral an der hippen Praterstraße<br />

gelegen. „Pop-Art modifiziert“ könnte man<br />

seine Werke nennen, eine Bildwelt zwischen<br />

Warhol und Rauschenberg, aber immer klar<br />

ein „Reimann“. Er selbst sieht sich oft als DJ,<br />

der resampelt und remixt und so vielschichtige<br />

Arbeiten, größtenteils im Siebdruckverfahren,<br />

kreiert, die in den USA, in Deutschland,<br />

der Schweiz und Liechtenstein höchst<br />

gefragt sind. Fließende Übergänge der<br />

Mixed-Media-Elemente, die versteckten<br />

Details, eine feine Vielschichtigkeit und die<br />

einzigartigen Farbkombinationen prägen<br />

seine Kunst. Dabei versteht er es geschickt,<br />

Formen, Fotografien, Werbung, Film und<br />

Natur zu mischen. Seine Hommage-Serien<br />

an Romy Schneider, Tina Turner, Elton John,<br />

Sophia Loren, David Bowie, um nur einige zu<br />

nennen, sind legendär und inzwischen längst<br />

rund um den Globus zu Sammlerstücken<br />

geworden. In den Vereinigten Staaten punktete<br />

der Autodidakt zudem mit Auftragsarbeiten<br />

für spezielle Räume, traumhafte<br />

Wohnungen und Villen am Meer.<br />

Andreas Reimann hat sich in den letzten<br />

Jahren in Neusiedl ein Atelier eingerichtet.<br />

Dort ist ausreichend Platz für seine großflächigen<br />

Bilder und seine Musik, außerdem<br />

zieht er Inspiration aus der naturbelassenen<br />

Landschaft. An diesem Ort wird richtig<br />

„gearbeitet“, wie er es selbst beschreibt: „Bilder<br />

entstehen nicht aus einem genialen<br />

Moment und sind dann gleich fertig, Bilder<br />

sind eine Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten,<br />

ein Verfolgen von Vorstellungen,<br />

ein Verwerfen von Fortschritten, die Irrwege<br />

waren. Ein beharrliches Sichauseinandersetzen<br />

mit Motiven, Ideen, Inspirationen. Bis<br />

sich am Ende Zufriedenheit, Freude und<br />

Stolz auf das Erreichte einstellen.“<br />

Fotos: Andreas Reimann<br />

60 SUMMER <strong>2022</strong>


THE CONCEPT STUDIO<br />

FINE JEWELLERY <strong>–</strong> CONTEMPORARY ART <strong>–</strong> GOLD & GEMSTONES <strong>–</strong> BAR- & SILVERWARE<br />

LITERATURE <strong>–</strong> GIFTING <strong>–</strong> GAMES <strong>–</strong> ACCESSORIES <strong>–</strong> FINE SPIRITS.<br />

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ART | PORTRAIT<br />

h<br />

„Perfume“, Unikat, 2016/2021, Original mixed<br />

media on wood<br />

k<br />

„Tosca“, Unikat, 2020, Original mixed media<br />

on wood<br />

v<br />

„Marlene Reichstag Reloaded“, serielles<br />

Unikat, 2021, Original mixed media on wood<br />

Fotos: Andreas Reimann<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

63


ART | PORTRAIT<br />

Versteckte Details,<br />

eine feine Vielschichtigkeit<br />

und einzigartige<br />

Farbkombinationen<br />

prägen seine Kunst<br />

hh<br />

„Aqua Romy“, wall composition, Unikat, 2019, Original mixed media on wood<br />

h<br />

Artist at work<br />

Seit über 20 Jahren ist die Ausstattung des<br />

legendären Hotel Savoy in Köln eines seiner<br />

Vorzeigeprojekte. Mehrere Etagen, das<br />

Boarding-House und der Bar- und Loungebereich<br />

wurden von ihm ausgestattet. Zudem<br />

hängen in allen Zimmern seine Kreationen,<br />

in die Gesichter und Figuren integriert sind,<br />

damit sich ein Gast, der ankommt, nie allein<br />

fühlt. Dieses Projekt war und ist für den<br />

Künstler eine besondere Herausforderung,<br />

da es immer noch an dauert.<br />

Wer jedoch tief in die Kunstwelt von<br />

Andreas Reimann eintauchen möchte, sollte<br />

einen seiner Showrooms besuchen. Diese<br />

sind nicht einfach nur Galerien, sondern<br />

Meeting-Points, Schaufenster zur Welt, Plätze<br />

zum Austausch und für gute Gespräche,<br />

Orte zum Zusammenkommen. Sein neuestes<br />

Aushängeschild ist die Location „Andreas<br />

Reimann On Stage“ in Kitzbühel, wo sich all<br />

dies wunderbar erleben lässt. Ein kleines<br />

Museum, wie er selbst sagt, das einen Querschnitt<br />

seiner Arbeiten und somit auch seiner<br />

selbst zeigt. <br />

p<br />

andreas-reimann.com<br />

Fotos: Andreas Reimann, Sabine Pata<br />

64 SUMMER <strong>2022</strong>


Finanzdienstleistungen<br />

aus erster Hand.<br />

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First Advisory Group


Ohne<br />

Klimabewusstsein<br />

gibt es keine starke<br />

Wirtschaft<br />

Von Hans Harrer<br />

Vorstand des Senats der Wirtschaft<br />

M<br />

it der „Klimaallianz“ und ihren ExpertInnen<br />

unterstützen wir EntscheiderInnen in Unternehmen<br />

mit Zukunftsorientierung dabei, jetzt<br />

zu handeln und sich ökologisch auszurichten.<br />

Es ist wichtig, dass Unternehmen ihre ernst gemeinten Strategien als<br />

Kern der CSR- und Kommunikationsaktivitäten nutzen, um spürbare<br />

Wettbewerbsvorteile zu erzielen. Denn eines zeigt sich jetzt schon<br />

klar: Der Markt bevorzugt jene Unternehmen, die ihre Nachhaltigkeitsstrategie<br />

glaubwürdig manifestieren und dabei eine sinnvolle<br />

Verbindung zwischen Ökologie und Ökonomie schaffen. Insbesondere<br />

Industrie-, Produktions- und Dienstleistungsunternehmen werden<br />

an ihren klimaschutzrelevanten Maßnahmen gemessen.<br />

Das bedeutet aber auch, dass verantwortungsvolle Unternehmen<br />

als attraktivere Arbeitgeber gelten, die im Rennen um gute Fachkräfte<br />

federführend sind <strong>–</strong> ein wichtiger Aspekt im Zusammenhang mit<br />

dem derzeit herrschenden Fachkräftemangel in fast jeder Branche.<br />

Darüber hinaus erhöht nachhaltiges Handeln die Kundenbindung<br />

und hilft beim Erschließen neuer Kundengruppen. Zudem wächst im<br />

Handel die Bedeutung von sozioökologischen Standards in der Lieferkette.<br />

Energie- und ressourceneffizientes Wirtschaften hat nicht nur<br />

positive ökologische Auswirkungen, sondern reduziert auch Kosten.<br />

Unmittelbare Wettbewerbsvorteile entstehen durch frühzeitige<br />

Anpassungen hinsichtlich ansteigender Energiekosten, Rohstoffknappheit<br />

oder strengerer Umweltregularien. Und ein wichtiger wirtschaftlicher<br />

Aspekt ist, dass langfristig orientierte AnlegerInnen immer häufiger<br />

in Unternehmen, die nachhaltig verantwortungsvoll wirtschaften,<br />

investieren.<br />

Es ist jetzt an der Zeit, dass Unternehmen konkrete Schritte setzen<br />

und damit einen Wettbewerbsvorteil generieren. Das Zeitbudget ist<br />

aufgebraucht! Wir haben weltweit so lange gewartet, dass wir nun<br />

keine Alternativen haben. Wenn wir es daher jetzt nicht schaffen, zu<br />

verstehen, dass wir unser Wirtschaften dramatisch ändern müssen,<br />

um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen, wird das Klima unser Wirtschaften<br />

noch viel dramatischer ändern. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten<br />

für Unternehmen, klimafreundlicher zu wirtschaften. Die „Klimaallianz“<br />

fokussiert auf Energieeffizienz sowie auf die Berechnung des<br />

CO₂-Fußabdrucks und dessen Ausgleich durch hochwertige Klimaschutzprojekte.<br />

Klimaneutrales Wirtschaften bedeutet so effizient<br />

mit Ressourcen umzugehen wie möglich und das CO₂, das hierbei<br />

entsteht, an anderer Stelle zu vermeiden.<br />

Nur wer nachhaltig wirtschaftet, bleibt langfristig erfolgreich. Der<br />

wirtschaftliche Erfolg von Betrieben ist dem Senat der Wirtschaft ein<br />

großes Anliegen, denn nur gesunde Unternehmen haben die Kapazität<br />

und Energie, einen aktiven Beitrag zur Verbreitung der ökosozialen<br />

Marktwirtschaft zu leisten. In diesem Sinne möchte der Senat der<br />

Wirtschaft mit der „Klimaallianz“ Unternehmen motivieren und dabei<br />

unterstützen, Nachhaltigkeit als Hauptfokus zu forcieren. Bei der Entwicklung<br />

einer Nachhaltigkeitsstrategie stellt die Wesentlichkeitsanalyse<br />

ein wichtiges Instrument dar. Die Wesentlichkeitsanalyse identifiziert<br />

die relevanten Nachhaltigkeitsthemen, die für das Unter nehmen<br />

von Bedeutung sind und somit im Fokus des Nachhaltigkeitsmanagements<br />

stehen sollten. Im Endeffekt geht es immer um das Tun. Anwendungsorientierte<br />

Projekte in den Unternehmen stecken vielfach noch<br />

Foto: www.richardtanzer.com<br />

66


KOLUMNE<br />

„Oft ist der Wille da,<br />

aber es fehlt den<br />

Unternehmen das Wissen,<br />

wie sie sich ökologisch<br />

ausrichten sollen“<br />

in den Kinderschuhen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass sich<br />

Unter nehmen auf einer Werteplattform wie jener des Senats der Wirtschaft<br />

zusammenschließen, um auf Gegenseitigkeit beruhend anwendungsorientierte<br />

Lösungen für die jeweiligen Unternehmen zu finden.<br />

Die Brisanz von Nachhaltigkeit im Zusammenhang mit alternativen<br />

Energien wird insbesondere durch den Ukraine-Krieg und die<br />

damit einhergehenden Sanktionen gegen die Russische Föderation<br />

evident und für jeden spürbar. Steigende Energiepreise und die dringende<br />

Notwendigkeit, aus der Versorgungsabhängigkeit herauszukommen,<br />

erfordern Strategien, die unmittelbar umgesetzt werden<br />

können und müssen. Der Senat der Wirtschaft fordert daher den beschleunigten<br />

Ausbau von Energiegemeinschaften, denn das ist ein<br />

wichtiger Weg, um die Energiepreise auf einem vernünftigen Niveau<br />

zu stabilisieren, Energiesicherheit für den Standort zu erlangen und so<br />

wenigstens bei den Energiekosten den Standort zu stärken. Der Großteil<br />

des Energiebedarfs kann so regional aus eigener Stromge winnung<br />

gedeckt werden, während überschüssige Energie ins Netz eingespeist<br />

wird. Ziel muss es sein, den Ausbau der erneuerbaren Energieversorgung<br />

regional voranzutreiben. Das Potenzial ist enorm, die gesetzlichen<br />

Rahmenbedingungen sind dank der EAG-Novelle gegeben, nur<br />

müssten vom zuständigen Ministerium auch endlich die zahlreichen<br />

Blockaden für den Infrastrukturausbau beseitigt werden.<br />

Um die Gründung und Realisierung von Energiegemeinschaften für<br />

Gemeinden, Unternehmen und private Haushalte so einfach wie<br />

möglich zu gestalten, haben sich das Senatsmitglied Power Solutions,<br />

der Österreichische Genossenschaftsverband (ÖGV), accilium, we act!<br />

und SPES Zukunftsakademie zu einer zentralen Plattform zusammengeschlossen.<br />

Die Initiative „Ecoquadrat“ bietet eine One-Stop-<br />

Shop-Lösung an und unterstützt bei den ersten Fragen zur Gründung<br />

Erneuerbarer-Energie-Gemeinschaften bis hin zum laufenden Betrieb.<br />

Nachhaltiges Wirtschaften muss sichtbar gemacht werden. Der<br />

vom Senat ins Leben gerufene Austrian SDG-Award, der sich an den<br />

Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen orientiert,<br />

ist der einzige österreichische Nachhaltigkeitspreis für nachhaltige<br />

Projekte und Initiativen, der vorbildhaft agierende Unternehmen<br />

vor den Vorhang holt.<br />

Um die SDGs zu erreichen, brauchen wir rasches, kollektives Handeln,<br />

die Schaffung von Problembewusstsein sowie innovative Lösungen<br />

für eine enkeltaugliche Zukunft. In diesem Sinne verleiht der Senat<br />

der Wirtschaft jedes Jahr gemeinsam mit seinem Ethik-Beirat einen<br />

Award an Hidden Champions aus der österreichischen Unternehmenslandschaft,<br />

an Gemeinden, Initiativen von und für die Jugend sowie<br />

Medien und JournalistInnen, die sich den SDGs verschrieben haben.<br />

Mit dem SDG-Award sollen Best-Practice-Beispiele, neue Ideen<br />

und nachhaltige Lösungen hervorgehoben werden und mit ihrer<br />

Vorbildwirkung in Österreich eine Hebelfunktion erfüllen, um das<br />

Erreichen der SDGs voranzutreiben. Mit dieser Auszeichnung beweisen<br />

die Nominierten, dass es einen Weg gibt vom Tagesgeschäft hin<br />

zu Projekten, die Österreich als beispielgebend für nachhaltiges Wirtschaften<br />

langfristig voranbringen können, ganz im Sinne des Senats<br />

der Wirtschaft.<br />

www.senat.at<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

67


Die Royals am Balkon des<br />

Buckingham Palastes, 1988<br />

Fotos: / Alamy, Adobe Stock<br />

68


HISTORY<br />

Die maßgebliche königliche<br />

Familie unserer Zeit,<br />

Symbol für Großbritanniens<br />

Kontinuität und alles<br />

Britische, fast täglich in den<br />

Boulevardblättern … doch<br />

wie englisch-britisch<br />

sind die Windsor-Royals<br />

eigentlich in Wirklichkeit?<br />

Von Percival Pachta-Rayhofen<br />

SUMMER <strong>2022</strong>


HISTORY<br />

in Blick zurück in die frühe<br />

Geschichte Englands zeigt,<br />

dass die Liste nichtenglischer,<br />

also ausländischer Monarchen<br />

überraschend lang ist:<br />

Da wäre in grauer Vorzeit Knut,<br />

genannt der Große, König von<br />

Dänemark und Norwegen, im<br />

11. Jahrhundert auch englischer<br />

König in einer Zeit andauernder<br />

Kämpfe der heimischen Angelsachsen<br />

gegen die teils plündernden, teils<br />

siedelnden Wikinger. Da war<br />

Wilhelm der Eroberer, ein Normanne,<br />

der als Herzog der<br />

Normandie mit einer Armee<br />

nach England übersetzte, die<br />

Sachsen schlug und die Herrschaft<br />

normannischer Könige in England<br />

begründete. Selbst der als urenglisch empfundene<br />

Richard I. Löwenherz, Sohn der<br />

Herzogin Eleonore von Aquitanien und<br />

Heinrich des II., sprach nur schlecht Englisch<br />

und hielt sich angeblich lediglich sechs<br />

Monate in England auf, da ihm Kriegszüge,<br />

aber auch das südliche Klima Aquitaniens<br />

sympathischer waren. Überhaupt war er als<br />

Spross des Hauses Anjou, später genannt<br />

Plantagenêt, ohnehin eigentlich nach heutigen<br />

Begriffen ein Franzose, denn sowohl<br />

Anjou wie auch Aquitanien liegen im heutigen<br />

Frankreich.<br />

Später sehen wir die schottischen Stuarts<br />

und schließlich, als diese den Engländern zu<br />

schottisch und zu katholisch waren, Wilhelm<br />

III. von Oranien, also einen Niederländer, auf<br />

dem englischen Thron.<br />

j<br />

Robert Alexander Hillingford: „König Georg II. in der Schlacht<br />

von Dettingen 1743“, 1902<br />

k<br />

Im Jahre 1714 erklärte das englische Parlament Georg Ludwig,<br />

Kurfürst von Hannover zum englischen König Georg I.<br />

Fotos: Alamy<br />

70


Im Jahre 1714 erklärte das englische Parlament<br />

Georg Ludwig, Kurfürst von Hannover<br />

zum englischen König. Wie konnte es<br />

dazu kommen, dass ein wenig herausragender<br />

Fürst aus einem vergleichsweise unbedeutenden<br />

Fürstentum, der weder Englisch<br />

sprach noch später bereit war, es zu erlernen,<br />

zum englischen König proklamiert wurde?<br />

Dazu muss man sich einerseits vor Augen<br />

halten, dass das englische Parlament traditionell<br />

über weit mehr verfassungsmäßige<br />

Macht verfügte, als dies in anderen europäischen<br />

Staaten der Fall war, wo die Monarchen<br />

größtenteils absolutistisch herrschten.<br />

Weiters wurde ein Ausweg gesucht, um<br />

eine Spaltung des Landes aufgrund der ewigen<br />

Querelen zwischen Anglikanern und<br />

Katholiken und zwischen Schotten und Engländern<br />

zu verhindern. König James II. Stuart<br />

hatte sich offen zum Katholizismus bekannt,<br />

DAS HAUS HANNOVER<br />

was auf erbitterten Widerstand beider Parlamentsparteien<br />

stieß, sodass man auf einen<br />

Stuart-Verwandten zurückgriff, eben Wilhelm<br />

von Oranien. Dessen Tochter, Königin<br />

Anne, verstarb kinderlos, womit Georg Ludwig<br />

von Hannover, dessen Großmutter eine<br />

Stuart war und der als Protestant den „richtigen“<br />

Glauben aus anglikanischer Sicht hatte,<br />

der nächste infrage kommende Thronprätendent<br />

war. Er begründete als Georg I. von England<br />

die Reihe deutscher Fürsten auf dem<br />

englischen Thron, denn ihm sollten noch<br />

weitere drei „King George“ und ein König<br />

William folgen.<br />

Weder die Engländer noch die Hannoveraner<br />

noch der neue König selbst waren<br />

von dieser Lösung begeistert. König Georg<br />

ließ sich daher auch viel Zeit, bevor er nach<br />

England übersiedelte, und unternahm auch<br />

danach noch ausgedehnte Reisen in seine<br />

Heimat Hannover, um dort die Regierungsgeschäfte<br />

zu leiten. So verstarb er auch auf<br />

einem seiner zahlreichen Ausflüge nach<br />

Hannover und wurde, einmalig in der englischen<br />

Geschichte, außerhalb Englands in<br />

seinem geliebten Kurfürstentum bestattet.<br />

Sein Sohn, Georg II., erfreute sich bereits<br />

größerer Beliebtheit bei den Engländern,<br />

sprach er doch bereits Englisch und konnte<br />

für sich in Anspruch nehmen, der letzte „englische“<br />

(seine Mutter war ebenfalls eine<br />

Deutsche) Monarch zu sein, der ein Heer persönlich<br />

in die Schlacht führte und zudem<br />

noch einen Sieg, nämlich bei Dettingen im<br />

Österreichischen Erbfolgekrieg 1743, erringen<br />

konnte.<br />

Über die weiteren Könige aus dem Haus<br />

Hannover ist ebenfalls zu bemerken, dass sie<br />

alle ausnahmslos mit Prinzessinnen aus<br />

deutschen Fürstenhäusern verheiratet waren.<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

71


DAS HAUS SACHSEN-COBURG UND GOTHA<br />

Mit nur knapp 18 Jahren folgte Victoria, eine<br />

Nichte des Königs William IV., Tochter eines<br />

Prinzen aus dem Haus Hannover und seiner<br />

Gemahlin von Sachsen-Coburg-Saalfeld, auf<br />

den britischen Thron. Da in den deutschen<br />

Ländern seit dem Mittelalter das Salische<br />

Erbrecht galt, war sie als Frau nicht auch zur<br />

Thronfolge in Hannover berechtigt. Damit<br />

endete die gemeinsame Geschichte Großbritanniens<br />

und Hannovers.<br />

Victoria sollte nicht nur bei ihrer Krönung<br />

die jüngste Monarchin in der britischen<br />

Geschichte sein, sondern mit 64 Jahren auf<br />

dem Thron auch eine der längsten bekannten<br />

Regierungszeiten der Neuzeit vollenden,<br />

nur übertroffen von Kaiser Franz Joseph I.<br />

mit 68 Regierungsjahren. Allerdings hat<br />

Elizabeth II. kürzlich bereits beide ausgestochen.<br />

Victorias lange Regentschaft prägte ein<br />

ganzes Zeitalter, das als das „viktorianische“<br />

bezeichnet wird.<br />

Großbritannien feierte sich als weltumspannendes<br />

Imperium, unterhielt ständige<br />

Kriege rund um den Globus, und Victoria<br />

wurde so zusätzlich Kaiserin von Indien. Von<br />

ihrem Onkel Leopold aus dem Hause Sachsen-Coburg<br />

geschickt eingefädelt, verliebte<br />

sich Königin Victoria prompt in den stattlichen<br />

Prinzen Albert von Sachsen-Coburg<br />

und Gotha, Spross eines weiteren deutschen<br />

Fürstentums. Es folgte eine echte Liebesheirat,<br />

eine bemerkenswerte Ausnahme in den<br />

dynastischen Verbindungen dieser Zeit.<br />

Nicht weniger als neun Kinder gingen aus<br />

dieser Ehe hervor, die also zur Hälfte hannoversches,<br />

teils sachsen-coburgisches Blut in<br />

sich tragen, somit als ausgesprochen deutsch<br />

anzusehen sind. Wenig bekannt, wenn auch<br />

nicht besonders verwunderlich ist daher die<br />

Tatsache, dass innerhalb der Königsfamilie<br />

viel Deutsch gesprochen wurde.<br />

Victoria liebte Deutschland, insbesondere<br />

Alberts Geburtsschloss Rosenau bei Coburg,<br />

aber auch Schottland und seine Einwohner.<br />

Daher erwarb sie Schloss Balmoral, das auch<br />

heute noch den Royals als vom Trubel etwas<br />

abgelegener Erholungsort dient.<br />

Fotos: Alamy, Shutterstock<br />

72


HISTORY<br />

Prinz Albert war der jungen Königin eine<br />

echte Stütze, da er sie mit außerordentlichem<br />

Fleiß, Gewissenhaftigkeit und Gerechtigkeitssinn<br />

sowie einer sozialen Ader in den<br />

Regierungsgeschäften beriet. Überhaupt<br />

kam er mit der Rolle eines Prinzgemahls<br />

besser zurecht als später Prinz Philipp, da<br />

ihm Königin Victoria weit mehr Verantwortung<br />

übertrug als es Elizabeth II. tat.<br />

Sein vorzeitiger Tod mit 42 Jahren<br />

erschütterte die Königin zutiefst, sodass sie<br />

für den Rest ihres langen Lebens Trauerkleidung<br />

trug. Der wohl treffendste Nachruf auf<br />

Prinz Albert stammt vom fähigen Premierminister<br />

Benjamin Disraeli: „Dieser deutsche<br />

Prinz hat England 21 Jahre lang mit einer<br />

Weisheit und Energie regiert, wie keiner<br />

unserer Könige es je gezeigt hat!“<br />

Victoria starb mit 82 Jahren friedlich im<br />

Arm ihres Lieblingsenkels, des deutschen<br />

Kaisers Wilhelm II., der sich es nicht nehmen<br />

ließ, ans Sterbebett seiner „english grandma“<br />

zu eilen. Noch waren ja die verwandtschaftlichen<br />

wie außenpolitischen britisch-deutschen<br />

Beziehungen intakt, das sollte sich<br />

jedoch bald ändern.<br />

Erst mit 60 Jahren konnte Victorias ältester<br />

Sohn, ein Bonvivant, Freund der Frauen<br />

und guten Essens, als Edward VII. den britischen<br />

Thron besteigen. Mit leichter Ironie ist<br />

zu bemerken, dass seine langjährige Mätresse<br />

Alice Keppel die Urgroßmutter von Camilla<br />

Parker-Bowles war <strong>–</strong> wie sich die Geschichte<br />

doch wiederholt!<br />

Unter dem Einfluss seiner Ehefrau Alexandra<br />

von Dänemark, die die Deutschen<br />

hasste, kam es zu ersten Rissen in den bisher<br />

engen Beziehungen zwischen den britischen<br />

Royals und den deutschen Fürstenhäusern.<br />

Ansonsten ist er eher für seinen die Herrenmode<br />

prägenden Kleidungsstil bekannt,<br />

denn für staatsmännischen Leistungen.<br />

DAS HAUS WINDSOR ENTSTEHT<br />

b<br />

Franz Xaver Winterhalter: „Königin Victoria und<br />

Prinz Albert mit fünf ihrer Kinder“, 1846<br />

v<br />

Balmoral Castle, königliche Residenz, Schottland<br />

hh<br />

Königin Victoria, Ende 19. Jh.<br />

h<br />

König George V., „Begründer“ des Hauses<br />

Windsor, in Krönungsrobe 1911<br />

Am Vorabend des Ersten Weltkrieges<br />

wird 1910 George V. zum König<br />

von Großbritannien gekrönt.<br />

Unvorbereitet auf diese Verantwortung,<br />

da ja sein vorzeitig verstorbener<br />

Bruder der vorgesehene<br />

Thronfolger war, sollte er sein Land<br />

in schwierigen Zeiten regieren, denn<br />

die königliche Familie sah sich im Laufe<br />

des Ersten Weltkrieges mit zunehmender<br />

Deutschenfeindlichkeit konfrontiert. Dass<br />

auch des Königs Ehefrau, Maria von Teck,<br />

ebenfalls aus einem kleinen deutschen Fürstenhaus<br />

stammte, trug ein Weiteres dazu bei.<br />

George V. versuchte im allgemeinen<br />

Kriegstaumel mäßigend einzuwirken und<br />

trat für eine menschliche, „gentlemanlike“<br />

Kriegsführung ein. Dies trug ihm den Verdacht<br />

unpassender Deutschfreundlichkeit<br />

ein. Der überbordende Deutschenhass sowie<br />

republikanische Strömungen, das Schreckensbild<br />

der Russischen Revolution und<br />

Arbeiterstreiks ließen ihn jedoch ernsthaft für<br />

den Bestand seiner Dynastie fürchten, sodass<br />

er sich zu radikalen Schritten genötigt sah:<br />

Fortan versuchte das Königshaus alle deutschen<br />

Wurzeln zu leugnen und zu kappen.<br />

Ein neuer Name statt des deutschen Sachsen-<br />

Coburg-Gotha musste her und wurde mit<br />

dem Stammschloss der königlichen Familie<br />

nahe London gefunden: Windsor.<br />

Durch königliches Dekret trennte sich<br />

1917 das Königshaus von seinen deutschen<br />

Wurzeln und ist seither das Haus Windsor.<br />

Ebenso wurden die Brüder der Königin in<br />

englisch klingende Lords umgetauft.<br />

Kaiser Wilhelm II. entlockte diese Charade<br />

nur ein Lächeln, und er bemerkte dazu<br />

trocken, er freue sich auf die nächste Aufführung<br />

von Shakespeares „Die lustigen<br />

Weiber von Sachsen-Coburg-Gotha“.<br />

SUMMER <strong>2022</strong>


HISTORY<br />

Schloss Windsor nahe London<br />

König Edward VIII musste abdanken, weil es<br />

zu seiner Zeit undenkbar war, als König von<br />

Großbritannien und Oberhaupt der anglikanischen<br />

Kirche eine geschiedene Frau, noch<br />

dazu Amerikanerin, zu heiraten. Sein Bruder<br />

trat als George VI. an seine Stelle und verlieh<br />

seinem Bruder den Titel Herzog von Windsor.<br />

Geradezu ausnahmsweise mit einer<br />

Tochter aus schottischem Adel verheiratet,<br />

nämlich Elizabeth Bowes-Lyon, allseits als<br />

„Queen Mum“ bekannt, bekam er doch wieder<br />

einen deutschstämmigen Schwiegersohn:<br />

Denn seine Tochter Elizabeth, die heutige<br />

Queen Elizabeth II., verliebte sich in Prinz<br />

Philip von Battenberg, der wiederum über<br />

das Haus Hessen-Darmstadt mit Sachsen-<br />

Coburg-Gotha direkt verwandt war. Diese<br />

„Peinlichkeit“ wurde ausgeräumt, indem<br />

Philip auf seine deutschen Titel verzichtete,<br />

sich ebenfalls Mountbatten nannte und fortan<br />

mit dem Titel Herzog von Edinburgh<br />

bedacht wurde.<br />

Noch einmal holte die deutsche Geschichte<br />

das Königshaus ein, als nämlich ein ernstes<br />

Zerwürfnis zwischen der Königin und ihrem<br />

Prinzgemahl entstand, der nicht akzeptieren<br />

wollte, dass seine Kinder nicht seinen Familiennamen<br />

tragen sollten. Jedoch entschied<br />

Königin Elisabeth II. unter dem Eindruck<br />

eines kurz nach dem Zweiten Weltkrieg<br />

immer noch aktuellen Deutschenhasses und<br />

auf Anraten von Premier Winston Churchill,<br />

per Dekret festzuhalten, dass ihre Kinder<br />

weiterhin den Namen Windsor tragen sollen.<br />

Später wurde zur Genugtuung von Prinz<br />

Philip und seines Onkels Admiral Lord Louis<br />

Mountbatten erklärt, dass nicht in direkter<br />

Thronfolge stehende Nachkommen, die<br />

somit nicht den Anspruch auf die Anrede<br />

DIE ROYALS HEUTE<br />

h<br />

Elizabeth II. und Prinz Philip<br />

anlässlich der Taufe<br />

von Prinz Charles 1948<br />

k<br />

Elizabeth II., 2010<br />

„Your Royal Highness“ haben, den Namen<br />

Mountbatten-Windsor führen dürften. Diesen<br />

Namen führen nun Prinz Edwards Kinder<br />

Louise und James.<br />

Im Laufe eines einmaligen Rekords von<br />

nunmehr 70 Regierungsjahren schaffte es die<br />

„Queen“ durch eiserne Disziplin und konstante<br />

Überparteilichkeit, das Königshaus<br />

aus politischen Querelen herauszuhalten und<br />

dabei unerschütterlich mit all den zahlreichen<br />

innerfamiliären Turbulenzen fertigzuwerden,<br />

sodass die Royals auch in heutiger<br />

Zeit noch für Konstanz und Zusammenhalt<br />

im ganzen Commonwealth stehen. p<br />

Fotos: Alamy, Shutterstock<br />

74 SUMMER <strong>2022</strong>


JOHAN Natur Design Wohnen GmbH | Zollergasse 13, 1070 Wien<br />

+43 1 92 36 728 | info@johan-wohnen.at | www.johan-wohnen.at


Redaktion: Bernhard Musil, Fotos: Clemens Porikys, Porträtfoto: Straulino


PHOTOGRAPHY | PORTRAIT<br />

Clemens Porikys<br />

Der Moment ist immer wichtiger als technische Details“, ist<br />

Clemens Porikys’ Credo. Der Society-Fotograf ist sich<br />

selten für etwas zu schade <strong>–</strong> ein Ziel hat Vorrang: Er will<br />

den richtigen Zeitpunkt einfangen. So entsteht ein perfekter Mix<br />

daraus, wie er die abgebildeten Personen sieht und wie sich diese im<br />

Fegefeuer der Eitelkeiten selbst inszenieren.<br />

Porikys <strong>–</strong> 1985 in Potsdam geboren <strong>–</strong> bekam bereits mit sechs<br />

Jahren von seiner Großmutter die erste Kamera geschenkt. Seine<br />

Berufswahl war quasi Bestimmung. Wenn man berufen wird, braucht<br />

es kein Diplom, um beweisen zu können, dass man für diese Tätigkeit<br />

geboren wurde. Sein Know-how sammelte er sich daher lieber durch<br />

Arbeit denn durch trockene Theorie an. Jahrelang assistierte er Fotografen<br />

wie Straulino und Martin Bauendahl, die ihm dabei halfen,<br />

sein Auge zu schulen und Selbstsicherheit im eigenen kreativen<br />

Prozess zu finden. Er liebt starke Kontraste, das harte Licht eines Aufsteckblitzes<br />

und überbelichtete Bilder. Auch wenn Kritiker das als<br />

technisch fehlerhaft interpretieren könnten, sind es Stilmittel, die er<br />

bewusst wählt. In seinen Augen wirkt das Werk dadurch roh und vermittelt<br />

Nähe. Genau durch diese Herangehensweise sticht er hervor.<br />

Sie macht seine Bilder authentisch und sorgt dafür, dass Menschen,<br />

die im Zentrum des öffentlichen Interesses stehen, seinem Auge vertrauen.<br />

Zu diesen Prominenten zählen Anna Maria Mühe, Franziska<br />

Knuppe oder Hannah Herzsprung.<br />

Extrovertierte Persönlichkeiten inspirieren Porikys. „Bei jedem<br />

Event stürze ich mich aufs Neue ins Ungewisse. Trotz des Medienrummels<br />

schaffe ich vor meiner Kamera einen intimen Ort und gebe<br />

meinem Gegenüber genug Freiraum, um ein Zusammenspiel zu<br />

generieren.“ So gelingt es ihm, näher an das Wesentliche zu kommen<br />

als viele andere, die das Geschehen dokumentieren. Porikys’ Bilder<br />

sind emotional, unmittelbar und echt. Das erklärt auch seinen Erfolg.<br />

Sein Können schätzen sowohl Magazine wie „Gala“, „Bunte“ und<br />

„Monopol“ als auch Kunden wie Chanel, Dior, der Deutsche Filmpreis<br />

und 20th Century Fox.<br />

clemens-porikys.de<br />

O<br />

Stephanie Stumph<br />

Gala Spa Awards, Baden-Baden<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

77


PHOTOGRAPHY | PORTRAIT<br />

k<br />

Kida Khodr Ramadan und Elyas M’Barek<br />

Jupiter Award, Berlin<br />

O<br />

Tom Wlaschiha,<br />

Gala Berlinale Opening Night, Berlin<br />

h<br />

Wotan Wilke Möhring<br />

Gala Berlinale Opening Night, Berlin<br />

k<br />

Stefan Konarske<br />

Berlinale Opening Night, Berlin<br />

78 SUMMER <strong>2022</strong>


Zoe Wees<br />

Becker-Kerner-Stiftung<br />

Elbphilharmonie, Hamburg


Luna Wedler<br />

Medienboard-Empfang Berlinale, Berlin


PHOTOGRAPHY | PORTRAIT<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

81


Florian David Fitz<br />

Deutscher Filmpreis, Berlin


PHOTOGRAPHY | PORTRAIT<br />

k<br />

Iris Berben<br />

„Gala“-Magazin<br />

Botanischer Garten, Berlin<br />

O<br />

Uli Beck und Michi Beck<br />

(Die Fantastischen Vier)<br />

Gala Spa Awards, Baden-Baden<br />

h<br />

Tilda Swinton<br />

Chanel Métiers d’Art Aftershow-Party, Hamburg<br />

k<br />

Heike Makatsch und Daniel Brühl<br />

Medienboard-Empfang Berlinale, Berlin<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

83


PHOTOGRAPHY | PORTRAIT<br />

Emilia Schüle<br />

Publikumspreis Goldene Henne, Leipzig<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

85


Das Projekt „AIDA“ ist eine Ode an das herrliche Meer von Oman und die<br />

unberührte Natur, wo hohe, geschwungene Klippen auf tiefes Wasser treffen.<br />

Realisiert wird es von Dar Al Arkan und der OMRAN-Gruppe<br />

Foto: Dar Al Arkan<br />

86


ARCHITEKTUR<br />

Wasser-<br />

KRAFT<br />

Die Erde ist zu 71 Prozent mit Wasser bedeckt, nur 29 Prozent sind Landmasse.<br />

Eine Tatsache, der sie auch den Kosename Blauer Planet verdankt.<br />

Seit jeher wird der Mensch von der Macht dieses Elements angezogen<br />

Von Christoph Kulmer<br />

SUMMER <strong>2022</strong> 87


Wasser, ein winziges Molekül als Elixier des<br />

Lebens. Es ist leicht, wandelbar, unglaublich<br />

mächtig, formt Landschaften, gräbt tiefe Canyons<br />

und gestaltet ganze Küsten. Ständig in Bewegung, wandert es in<br />

einem gewaltigen Kreislauf rund um den Globus. Als Motor fungiert<br />

die Sonne. Sie erwärmt das Wasser, bis es verdunstet, die feuchte Luft<br />

steigt nach oben, wo sich winzige Wassertröpfchen sammeln und<br />

Wolken bilden. Als Regen prasselt das Wasser wieder auf die Erde,<br />

gelangt zurück in Flüsse und schließlich ins Meer. Man kann es also<br />

nicht verbrauchen, es kommt nichts hinzu, aber es geht auch nichts<br />

verloren. Schon die Dinosaurier haben dasselbe Wasser getrunken, an<br />

dem wir uns heute erfrischen. Spannend, kraftvoll, sagenumwoben,<br />

essenziell <strong>–</strong> ein Faszinosum, das die Menschheit seit Jahrtausenden in<br />

den Bann zieht. Primär hatte es aber eher praktische als ästhetische<br />

Gründe, sich an Uferregionen niederzulassen. Gewässer waren Trinkund<br />

Nutzwasserquellen für den Lebensalltag, Barrieren gegenüber<br />

Feinden, praktische Transportwege für Waren aller Art, und zusätzlich<br />

sicherten fruchtbare Böden ertragreiche Ernten. Das Tor zur Welt und<br />

das Fundament für eine pulsierende Zivilisation. So gut wie jede<br />

Metropole nahm ihren Ursprung an einem reißenden Strom, egal ob<br />

nun Wien an der Donau, Paris an der Seine, London an der Themse,<br />

Tokio am Sumida oder Kairo am Nil. Am Wasser zu residieren, ist aber<br />

auch ein Privileg. Vor allem der Adel entdeckte das früh für sich. Von<br />

der Loire in Frankreich über Italien, die Schweiz bis hinauf in den<br />

hohen Norden sind prächtige Schlösser und Burgen an den Ufern<br />

unübersehbare Statussymbole europäischer Adelsgeschlechter.<br />

Fotos: Chelsea Waterfront-Balcony, Chelsea Waterfront-Front Cover, Dar Al Arkan<br />

88


ARCHITEKTUR<br />

v<br />

Tief durchatmen und den Blick über das Wasser<br />

schweifen lassen kann man in den luxuriösen<br />

Apartments im „Chelsea Waterfront“<br />

Die beiden gläsernen Türme in Chelsea, am Ufer der<br />

Themse, gehören zur den neuen Wahrzeichen von London<br />

x<br />

v<br />

„AIDA“ im Oman bietet Wohn-, Unterhaltungs-,<br />

Kultur- und Freizeitangebot mit Blick auf einen<br />

der atemberaubendsten Horizonte der Welt<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

89


ARCHITEKTUR<br />

Die Farbe<br />

Blau steht für<br />

den Traum<br />

von Freiheit,<br />

unendliche<br />

Weiten, aber<br />

auch für den<br />

Rückzug ins<br />

eigene Ich<br />

hh<br />

Direkt am Meer in Schwedens Hauptstadt<br />

Stockholm liegt dieses Meisterwerk<br />

h<br />

Ein eigener Helikopterlandeplatz am Pier ist nur<br />

eines von vielen Highlights in diesem Refugium<br />

Eines der ältesten Beispiele ist das majestätische Schloss „Chillon“, es<br />

ziert das Ufer des Genfer Sees und wurde Ende des 13. Jahrhunderts<br />

für den Grafen von Savoyen erbaut. Ebenso erhaben thront das<br />

Schloss „Miramare“ auf einer Felsklippe vor der Bucht von Grignano<br />

an der Adria. Mitte des 19. Jahrhunderts haben sich Erzherzog Ferdinand<br />

Maximilian von Österreich und seine Gattin Charlotte von Belgien<br />

mit diesem Meisterwerk ein Denkmal gesetzt. Konzipiert vom<br />

Architekten und Zivilingenieur Carl Junker, der auch intensiv am<br />

Planungsprozess zur Ersten Wiener Hochquellenleitung beteiligt<br />

war <strong>–</strong> ein Mammutprojekt, das den Trinkwasserbedarf für die österreichische<br />

Hauptstadt sichern sollte. Eröffnet wurde die 95 Kilometer<br />

lange Leitung am 24. Oktober 1873 und liefert rund 62 Millionen<br />

Kubikmeter Wasser pro Jahr aus den Quellen im Rax- und Schneeberggebiet<br />

im südlichen Niederösterreich und in der Steiermark.<br />

Eigentlich farblos, erscheint uns Wasser in Meer, Fluss oder See in<br />

magischen Blautönen, von Ultramarin über Azur bis Türkis. Der<br />

Zauber des Wassers macht einfach fröhlich, entspannt und führt<br />

unbewusst zu einem gesteigerten Wohlbefinden. Berühmte Kurorte<br />

auf der ganzen Welt, von Sylt über Vichy bis Bath, nutzen geschickt<br />

diesen Erholungs- und Therapieeffekt. Es überkommt einen das<br />

magische Gefühl der Schwerelosigkeit, es trägt einen gefühlvoll<br />

dahin, Alltagssorgen treiben unendlich weit weg. Exakt das spiegelt<br />

auch die Farbe Blau in all ihren wunderbaren Nuancen wider. Im<br />

Christentum, als Couleur des Himmels, hatte sie schon immer einen<br />

starken Bezug zum Göttlichen und zum Überirdischen. Im Gegensatz<br />

zum irdischen Rot symbolisiert Blau somit das Irreale und steht<br />

für den Traum von Freiheit, unendliche Weiten, aber auch für den<br />

Rückzug ins eigene Ich.<br />

Fotos: Sweden Sotheby’s International Realty<br />

90 SUMMER <strong>2022</strong>


ARCHITEKTUR<br />

In Katar wurde das Interieur der „Les Vagues Residences“<br />

vom weltberühmten Designer Elie Saab gestaltet<br />

h<br />

In der „Villa Apollon“ auf der Insel Lefkada<br />

dominieren natürliche Materialien. Eine Anspielung<br />

auf die wilde mediterrane Vegetation<br />

Gleichzeitig steht die Farbe auch für Besonnenheit, Objektivität,<br />

Neutralität und Klarheit. Eigenschaften, die Vertrauen schaffen und<br />

ein Gefühl von Sicherheit vermitteln. Also ist am Wasser der ideale<br />

Platz für die eigenen vier Wände. In Stockholm findet man eine dieser<br />

begehrenswerten Raritäten direkt am Meer. Sie beeindruckt mit<br />

großen Fensterfronten und Glastüren, die auf bemerkenswerte Art<br />

und Weise Himmel, Meer und Natur zu einem in sich stimmigen<br />

Ganzen vereinen. Auf insgesamt 1.000 Quadratmeter Wohnfläche<br />

lässt es sich wunderbar residieren, darüber hinaus verfügt dieses<br />

Luxus-Masterpiece über einen Infinity-Pool und einen Pier, der mit<br />

persönlichem Hubschrauberlandeplatz brilliert. Als Plug-and-Play<br />

der Superlative wird das Refugium mit maßgefertigtem Mobiliar,<br />

Smart-Home-Technologie, einer Reihe von Fitnessgeräten und sogar<br />

einer elitären Weinsammlung für knapp 15 Millionen Euro verkauft.<br />

Auf der griechischen Insel Lefkada beeindruckt die „Villa Apollon“<br />

mit einem traumhaften Blick auf das Ionische Meer. Konzipiert vom<br />

Architekturbüro Block722, bekannt für seine Entwürfe, die griechisches<br />

und skandinavisches Erbe zu einer Einheit verschmelzen lassen,<br />

wie auch beim Design der „Villa Apollon“. Es folgt den natürlichen<br />

topografischen Linien und gewährleistet, dass sich das Anwesen<br />

respektvoll in die Landschaft einfügt.<br />

Aber auch in den Metropolen hat man den Luxus am Wasser in den<br />

letzten Jahren für sich entdeckt. Futuristische Wohntürme, die künftigen<br />

Bewohnern jeden nur erdenklichen Komfort bieten, wachsen in<br />

den ehemals weniger begehrten Ufer- und Hafenlagen in schwindelerregende<br />

Höhen. „Chelsea Waterfront“, ein Stadtentwicklungsprojekt<br />

in London mit zehn Gebäuden und insgesamt 710 Wohnungen<br />

auf dem letzten unverbaut gebliebenen Flussufer zwischen Chelsea<br />

und der City, ist ein Paradebeispiel für diesen Trend. Aus einem Problemviertel,<br />

das jahrzehntelang brachlag, wird ein hippes Territorium<br />

mit Wohlfühlfaktor. Dabei rahmen zwei gläserne Tower die historische<br />

Lots Road Power Station, ein ehemaliges Kraftwerk, das von<br />

1905 bis 2002 die Londoner U-Bahn mit Elektrizität versorgte.<br />

Fotos: Dar Al Arkan, Yiorgos Kordakis<br />

92 SUMMER <strong>2022</strong>


N E W S H O W R O O M<br />

Casa del design<br />

Währinger Straße 53, 1090 Vienna<br />

DI <strong>–</strong> FR | 10:00 <strong>–</strong> 18:00 UHR<br />

SA | 10:00 <strong>–</strong> 17:00 UHR<br />

+43 1 523 60 30<br />

/casadeldesign<br />

office@casadeldesign.at<br />

www.casadeldesign.at /casadeldesign<br />

Casa del design


ARCHITEKTUR<br />

O<br />

„Elisium“ in den weltberühmten<br />

Ocean Club<br />

Estates auf den Bahamas<br />

überzeugt nicht nur durch<br />

neun Schlafzimmer und elf<br />

Bäder, sondern auch mit<br />

einem gepflegten<br />

Privatstrand<br />

Wasser hat eine<br />

gespaltene<br />

Persönlichkeit <strong>–</strong><br />

ähnlich wie der<br />

Protagonist in der<br />

Novelle<br />

„Der seltsame<br />

Fall des Dr. Jekyll<br />

und Mr. Hyde“<br />

Wasser hat eine gespaltene Persönlichkeit, ähnlich wie der Protagonist<br />

in der bekannten Novelle des schottischen Schriftstellers Robert<br />

Louis Stevenson „Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde“. Auf<br />

der einen Seite sanftmütig, elegant, gefühlvoll, andererseits mächtig,<br />

wild, brachial. Das gravierendste Problem ist zweifelsohne der Klimawandel,<br />

einhergehend mit dem Anstieg des Meeresspiegels und<br />

unvorhersehbaren zerstörerischen Wetterphänomenen. Im jüngsten<br />

Sonderbericht des Weltklimarats wird prophezeit, dass die Ozeane<br />

bis zum Jahr 2100 um 30 bis 60 Zentimeter ansteigen könnten, in<br />

anderen Horrorszenarien sogar um einen Meter. New York, eine der<br />

bevölkerungsreichsten Städte der Welt, versucht sich gegen das Unvermeidbare<br />

bereits zu wappnen: Überflutungen als Folge der Klimaveränderung.<br />

Einen ersten Vorgeschmack gab es 2012, als Hurrikan<br />

Sandy über die Megacity hinwegfegte, aber auch die Stürme Ida und<br />

Henri haben für Schäden in Millionenhöhe gesorgt. Man möchte die<br />

Bevölkerung und das wirtschaftliche Zentrum nun besser schützen.<br />

2021 wurde auf einem vier Kilometer langen Abschnitt im Südosten<br />

von Manhattan damit begonnen, ein System aus erhöhten Parkanlagen,<br />

Flutmauern, Deichen und beweglichen Fluttoren zu errichten.<br />

Aber das ist erst der Anfang, insgesamt will der Big Apple fast 20 Milliarden<br />

Euro in den Flutschutz investieren. Darüber hinaus machen<br />

sich natürlich seit Jahren Experten Gedanken darüber, wie in Zukunft<br />

ein Leben am und im besten Fall mit dem Wasser möglich sein wird.<br />

Einige Visionäre meinen, eine Lösung gefunden zu haben: schwimmende<br />

Städte. Zum Beispiel hat sich das US-amerikanische Unternehmen<br />

Oceanix dieser Idee verschrieben. Zunächst wären diese schwimmenden<br />

Wohn blöcke, mit einer Größe von jeweils zwei Hek tar und<br />

einer Kapazität für 300 Bewohner, als Erweiterung für urbane Re gionen,<br />

in denen bereits jetzt die Küsten vom steigenden Meeresspiegel<br />

bedroht sind, gedacht. Im späteren Verlauf sollen sich die Blöcke<br />

dann zu immer größeren Komplexen zusammenschließen lassen, auf<br />

denen theoretisch mehrere Millionen Menschen leben könnten. Meeresbiologen<br />

und andere renommierte Wissenschaftler warnen jedoch<br />

vor den Folgen für das Ökosystem. Obwohl aktuell noch Fiktion,<br />

zeigen diese futuristischen Ansätze deutlich, dass der Mensch sich<br />

trotz aller Gefahren der Magie des Wassers nicht entziehen kann. p<br />

Fotos: Damianos Sotheby’s International Realty<br />

94 SUMMER <strong>2022</strong>


PENTHOUSE<br />

SUNRISE<br />

VIENNA<br />

HIGH<br />

QUALITY<br />

OF LIFE<br />

CONCIERGE*<br />

CATERING STATION*<br />

FITNESS CENTER**<br />

HOME CINEMA<br />

GUEST LOUNGE*<br />

PENTHOUSES.MARINATOWER.AT<br />

HWB 22-27 kWH/m²a | fGEE 0,75-0,77 | @ ZOOMVP<br />

Disclaimer: Non-binding visualisations for projects being built or planned. Subjects to change without notice.<br />

No legal claim derivable. * partly chargeable ** planned with external partners


AUSZEIT AM WÖRTHERSEE<br />

THE HAMPTONS<br />

Dellach am Wörthersee | 9082 | Kärnten<br />

Highlights: Seezugang, maritimer Architekturstil<br />

angelehnt an die New Yorker Hamptons<br />

Wohnungsgrößen: ab 475 m 2<br />

Fertigstellung: Herbst 2023<br />

livingdeluxe.com<br />

Redaktion: Christoph Kulmer, Fotos: WF-International AG, Zeiger Marketing, Attersee Exclusiv


ARCHITEKTUR<br />

Ein Sprung ins kalte Nass ist an heißen Sommertagen eine Wohltat!<br />

Deshalb hat sich AURUM <strong>999</strong>,9 in Österreich umgesehen, um die<br />

prächtigsten Domizile am Wasser zu entdecken. Einer Abkühlung<br />

steht somit nichts mehr im Wege<br />

REFUGIUM AM ATTERSEE<br />

Attersee | 4864 | Oberösterreich<br />

Highlights: Bootseinstellplatz<br />

für jede Wohnung<br />

Wohnungsgrößen: ca. 180 m 2<br />

Fertigstellung: 2024<br />

amattersee.at<br />

WOHNTRAUM AN DER DONAU<br />

THE SHORE<br />

Kuchelauer Hafenstraße 98 | 1190 | Wien<br />

Highlights: Concierge-Service, Privatstrand<br />

Wohnungsgrößen: 50 m 2 bis 350 m 2<br />

Fertigstellung: Ende <strong>2022</strong><br />

theshore.at<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

97


ARCHITEKTUR<br />

h<br />

IDYLLE AM NEUSIEDLER SEE<br />

AM HAFEN<br />

Neusiedl am See | 7100 | Burgenland<br />

Highlights: Bootsstellplätze,<br />

raumhohe Panoramaverglasung<br />

Wohnungsgrößen: bis 360 m 2<br />

Fertigstellung: bezugsfertig<br />

amhafen.at<br />

v<br />

KRAFTPLATZ AM OSSIACHER SEE<br />

SEEBLICKRESIDENZEN<br />

Steindorf am Ossiacher See | 9552 | Kärnten<br />

Highlights: Seezugang, Ruheparadies<br />

Wohnungsgrößen: bis 111 m 2<br />

Fertigstellung: Herbst <strong>2022</strong><br />

atv-immobilien.at<br />

Fotos: Neusiedl am See Projektentwicklung GmbH, ZOOMVP.AT<br />

98<br />

SUMMER <strong>2022</strong>


JUWEL AM TRAUNSEE<br />

K7 APPARTEMENTS & BOOTSHAUS<br />

Gmunden | 4810 | Oberösterreich<br />

Highlights: Tiefgarage mit 23 Bootsliegeplätzen<br />

Wohnungsgrößen: bis 220 m 2<br />

Fertigstellung: Frühjahr 2023<br />

k7-bootshaus.at


ARCHITEKTUR<br />

v<br />

RESIDENZ AM<br />

KEUTSCHACHER SEE<br />

WOHNTRAUM AM SEE<br />

Keutschach am See | 9074 | Kärnten<br />

Highlights: wunderschöne Eigengärten,<br />

Seeblick<br />

Wohnungsgrößen: 50 m 2 bis 257 m 2<br />

Fertigstellung: bezugsfertig<br />

wohntraumamsee.at<br />

v<br />

PRIVATISSIMUM AM TEICH<br />

THE PEARL<br />

Achau | 2481 | Niederösterreich<br />

Highlights: privates Schwimmbiotop,<br />

eigener Badesteg<br />

Wohnungsgrößen: 123 m 2 bis 165 m 2<br />

Fertigstellung: Mitte 2023<br />

thepearl.at<br />

k<br />

LUXUS-HIDEAWAY ÜBER DEM MONDSEE<br />

SKY PREMIUM & GROUNDED LIVING<br />

Mondsee|| 5310 | Oberösterreich<br />

Highlights: Sky-Spa mit Pool,<br />

Panoramablick über den Mondsee<br />

Wohnungsgrößen: 213 m 2 und 255 m 2<br />

Fertigstellung: 2023/24<br />

remax-premium.at<br />

Fotos: pro-jects.com, ATV-Immobilien GmbH, RE/MAX Premium Group, Ebster Bau<br />

100 SUMMER <strong>2022</strong>


Italian Masterpieces<br />

The Secret Garden Collection designed by Roberto Lazzeroni<br />

poltronafrau.com<br />

POLTRONA FRAU WIEN by Faulmann und Zeilinger GmbH<br />

Salztorgasse 6 Wien<br />

T. 01 890 69 64<br />

office@at.poltronafrau.com | poltronafrau.com


IMMOBILIEN<br />

Round Table<br />

Wasser trennt Orte, Stadtteile und ganze Kontinente, Brücken können als<br />

Bindeglieder fungieren. Tagtäglich schaffen wir auch Verbindungen von Mensch<br />

zu Mensch, um nicht das Trennende, sondern das Miteinander in den Mittelpunkt<br />

zu rücken. Für AURUM <strong>999</strong>,9 analysieren Immobilien-Insider die essenziellen<br />

Pfeiler dieser symbolischen Brücken: Solidarität, Wertschätzung und Empathie.<br />

Von Christoph Kulmer<br />

Alexandra<br />

Kassler<br />

Geschäftsführerin Wohnsalon<br />

Immobilien GmbH<br />

Solidarität bedeutet für mich, Schulter an<br />

Schulter, Herz an Herz mit Menschen zu stehen,<br />

die ähnliche Werte, Ziele, Visionen und Vorstellungen<br />

haben. Gerade in der Immobilienbranche sieht es<br />

von außen oft nach „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ aus.<br />

Dem kann ich zwar nicht immer widersprechen, jedoch habe ich in<br />

meinen mittlerweile 19 Jahren der Immobilienleidenschaft erfahren<br />

dürfen, dass ein Mit- und Füreinander absolut möglich und vor allem<br />

auch vielfach zielführender ist.<br />

Solidarität ist mein eigenes Team, in dem ausschließlich starke<br />

Frauen gemeinsam an einem Strang ziehen. Wir widerlegen somit<br />

gleich mehrere Klischees: dass es Solidarität unter Frauen nicht gibt<br />

und schon gar nicht in einem Haifischbecken wie der Immobilienwirtschaft.<br />

Solidarität ist, wenn wir täglich füreinander die jeweiligen<br />

Stärken einsetzen, Schwächen ausmerzen und so unseren Kunden,<br />

Partnern und Kollegen ein Lächeln ins Gesicht zaubern.<br />

Solidarität erlebe ich aber nicht nur innerhalb meines Teams,<br />

sondern auch innerhalb der Branche. Im Wort Solidarität steckt auch<br />

das Wort „solide“. Solide sollte vor allem das Fundament sein, auf das<br />

Projekte gebaut werden. Wie schlussendlich das Endergebnis aussieht<br />

<strong>–</strong> ob futuristisch, konservativ, massiv, künstlerisch oder waghalsig<br />

<strong>–</strong>, hat seinen Ursprung immer im Fundament. So entstehen in<br />

solidarischer Zusammenarbeit innerhalb der Branche <strong>–</strong> mit Bauträgern,<br />

Architekten, Finanzierern, Investoren,<br />

Anwälten, Fotografen, Technikern, Innenausstattern,<br />

Home-Stagern, Maklern <strong>–</strong> großartige Projekte,<br />

die am Ende des Tages ein gemeinsames Ziel<br />

haben: Menschen glücklich zu machen, indem sie ein Zuhause<br />

finden, in dem sie sich wohlfühlen.<br />

Solidarität bedeutet, Rücksicht aufeinander zu nehmen, auch<br />

wenn sich daraus kein eigener Vorteil ergibt, oder noch kein eigener<br />

Vorteil. Füreinander da zu sein, auch ohne Gegenleistung, ist aus<br />

meiner Erfahrung wie das Einzahlen in eine Karma- und Gefallensbank.<br />

Nahezu niemand vergisst Menschen, die etwas für einen getan,<br />

die einem die Hand gereicht und sozusagen „Brücken gebaut“ haben.<br />

Ich bin davon überzeugt, dass Gutes zu einem zurückkehrt <strong>–</strong> über<br />

unterschiedliche Wege, die auch nicht zwangsläufig in einer direkten<br />

Verbindung stehen müssen.<br />

Solidarität bedeutet letztendlich aber auch, selbst entscheiden zu<br />

können, wem oder welcher Sache gegenüber man sich solidarisch<br />

erklärt. Ehrliche und tiefe Solidarität kann nur dort sein, wo das Herz<br />

wohnt, man sich wiedererkennt und für etwas brennt. Und aus diesem<br />

Brennen kann vieles entstehen: Netzwerke, Projekte, eine<br />

Bewegung, neue Ideen <strong>–</strong> ein fruchtbringendes Für- und Miteinander<br />

zwischen unterschiedlichen Kulturen, sozialen Schichten und<br />

Branchen, grenzübergreifend.<br />

Fotos: Christina Anzenberger-Fink, Anna Blau, Melanie Köhler<br />

102


ARCHITEKTUR<br />

Christiane<br />

Weissenborn<br />

Geschäftsführerin Valinor<br />

Estates GmbH & Co KG<br />

Wertschätzung macht glücklich. Ich bin<br />

Immobilien-Projektentwicklerin mit ganzem<br />

Herzen. Egal, ob es Hotel- oder Wohnprojekte<br />

sind, mein Beruf ist Berufung. Seit<br />

über 20 Jahren mache ich den Spagat zwischen<br />

den Wünschen meiner KundInnen, den<br />

Anforderungen der Technik, den leider oft überaus<br />

fantasie- und originalitätsbeschränkenden Vorschriften<br />

der Bauordnung, den Gegebenheiten der<br />

Flächenwidmung und den Unbilden der Baukosten. Am<br />

leichtesten fällt es mir, die Bedürfnisse, Sehnsüchte und Träume<br />

der KundInnen und GenießerInnen unserer Immobilienprojekte zu<br />

verstehen, nachzuvollziehen und sie zu realisieren.<br />

Bei all diesen Tätigkeiten ist jedoch die soziale Interaktion in<br />

dieser (Immobilien-)Welt das Essenziellste. Die besten Ideen bringen<br />

nichts, wenn man niemanden hat, der sie mit dir gemeinsam realisieren<br />

kann <strong>–</strong> und vor allem will. Deshalb ist die Wertschätzung aller<br />

PartnerInnen, ob Architekt, Statiker, HKLSE-Planer, MA-37-Referent,<br />

Baumeister und so weiter, das absolut Wichtigste. Egal ob beim<br />

Ankauf der Liegenschaft, bei der Projektplanung, Projektrealisierung<br />

am Bau oder beim Verkauf <strong>–</strong> die Begegnung auf Augenhöhe, das<br />

gegenseitige Verstehen, das Gemeinsam-an-einem-Strang-Ziehen<br />

und der natürliche Respekt voreinander sind eine fundamentale Notwendigkeit,<br />

um erfolgreich zu handeln. Wie sollte ich jemandem vertrauen<br />

können, wenn ich die Person nicht wertschätze? Wie kann ich<br />

ohne Vertrauen ein Projekt erfolgreich abschließen?<br />

Lob und Anerkennung, wichtige Bestandteile der Wertschätzung,<br />

sind für mich kein Luxus, vielmehr Komponenten jeder guten<br />

Kooperation, sie bilden den Grundstein für ein gutes gemeinsames<br />

Agieren, und: Sie machen glücklich! Nicht nur die Person, die sie<br />

erhält, sondern auch diejenige, die sie vergibt. Wertschätzung erhöht<br />

das Wohlbefinden, stärkt Beziehungen und steigert die Leistungskraft.<br />

Gerade in Zeiten, in denen immer mehr Menschen an Depressionen<br />

und Burnout leiden, könnten wir es uns zur Aufgabe machen,<br />

andere einfach mehr wertzuschätzen und es ihnen vor allem<br />

auch mitzuteilen! Denn auch in schwierigen Situationen<br />

müssen gemeinsam Lösungen gefunden und Kompromisse<br />

geschlossen werden. Ob es um komplexe<br />

Umbaupläne oder Meinungsunterschiede in<br />

technischen Details geht, auch im Baubusiness<br />

ist es nicht ausreichend, nur miteinander zu<br />

arbeiten, es muss gemeinsam gedacht werden.<br />

Da gehört es auch dazu und erleichtert<br />

auch vieles, wenn man im richtigen Moment<br />

der Meinung des Gegenübers vertrauen und<br />

nachgeben kann, da man einander eben<br />

wertschätzt, respektiert und vielleicht sogar<br />

einfach gernhat.<br />

Melanie Köhler<br />

Architektin und staatlich befugte und beeidete Ziviltechnikerin<br />

Empathie, ein Begriff, den wir alle kennen, doch was bedeutet er<br />

eigentlich? Es ist die Fähigkeit, den emotionalen Zustand oder die<br />

emotionale Situation einer anderen Person, egal ob nun positiv oder<br />

negativ behaftet, zu teilen oder zu verstehen. Aber sind wir überhaupt<br />

noch fähig, Empathie zu empfinden, und welche Konsequenzen<br />

hat das für unser tägliches Leben?<br />

Ich möchte es einmal so formulieren: Wenn man mit Menschen<br />

arbeitet, sollte Empathie eine Selbstverständlichkeit sein. Nicht<br />

etwas, das man erst einfordern oder für ein geregeltes zwischenmenschliches<br />

Miteinander auferlegen muss. Für mich als Architektin<br />

ist es unumgänglich, mich in andere Personen, wie zum Beispiel<br />

meinen Auftraggeber, hineinzuversetzen.<br />

Aber bedauerlicherweise wird Empathie auch oft zur Manipulation<br />

genutzt. Sei es in der Werbung oder im Berufsleben, Ziel ist<br />

immer dasselbe: einen Vorteil, meist finanzieller Natur, für sich zu<br />

lukrieren. Denn wenn wir ehrlich sind: Das gute österreichische<br />

Jammern findet auf sehr hohem Niveau statt. Auch die täglichen<br />

Nachrichten in Radio, TV und Internet setzen auf denselben Effekt<br />

und sind gespickt mit tragischen Bildern, unermesslichem Leid und<br />

unzähligen Meldungen über betrügerische Handlungen. Sich dem zu<br />

entziehen, ist nahezu unmöglich und auch nicht die Lösung.<br />

Das Resultat aber ist eine Reizüberflutung, wir stumpfen<br />

emotional ab. Wir sind zwar betroffen von dem,<br />

was wir hören oder sehen, aber an unserem<br />

Handeln ändert sich nichts, denn Selbstschutz<br />

und antrainierte Mechanismen sind<br />

stärker. Daher ist es nicht verwunderlich,<br />

dass oft eine Flucht vor der physischen<br />

Konfrontation in eine anonyme digitale<br />

Scheinwelt erfolgt, die auch als Flucht vor<br />

sich selbst gewertet werden kann.<br />

Zum anderen ist Empathie aber ein<br />

unverzichtbares Mittel, um gerade auch<br />

im beruflichen Alltag die bestmöglichen<br />

Lösungen finden zu können. Hier ist zwar<br />

der monetäre Aspekt ein ganz wesentlicher,<br />

aber es ist auch die Herausforderung, entsprechende<br />

Alternativen zu erarbeiten und Dinge<br />

möglich zu machen. Es kann eine Chance sein, andere<br />

Wege zu beschreiten, von den geprägten Pfaden abzuweichen<br />

und einen neuen Blick auf gewisse Dinge zu wagen. Meist<br />

verbindet man Empathie aber mit der Reaktion auf eher negative<br />

Gefühle wie Trauer, Mitleid oder Schmerz. Deshalb wäre es aus meiner<br />

Sicht wünschenswert, wenn der Begriff mit mehr positiven Emotionen<br />

assoziiert werden würde.<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

103


ARCHITEKTUR | PORTRAIT<br />

MORE THAN DESIGN<br />

WK-Development steht seit knapp zehn Jahren für eine innovative Symbiose aus<br />

Qualität, funktionalem Design und Think-forward-Visionen. Ein Porträt über den<br />

Gründer und Geschäftsführer Maxim Zhiganov<br />

Von Reinhard Neussner<br />

v<br />

In der Kandlgasse in Wien entstehen neben<br />

stilgerechten Altbauwohnungen auch exklusive<br />

Loft-Apartments mit wunderschönen Freiflächen<br />

c<br />

Erbaut 1910 von Ernst Epstein, wird<br />

der Kandlhof nun mit viel Liebe zum<br />

Detail aufwendig revitalisiert<br />

Maxim Zhiganov, Gründer und Geschäftsführer<br />

von WK-Development<br />

x<br />

Sportliche Statur, der Anzug sitzt wie maßgeschneidert,<br />

die Schuhe sind perfekt darauf<br />

abgestimmt und die Frisur akkurat: Der erste<br />

Eindruck von Maxim Zhiganov, seines Zeichens<br />

Gründer und Geschäftsführer von WK-<br />

Development, zeugt von einer Passion für<br />

Design und Ästhetik. Etwas, das auch jedes<br />

seiner Immobilienprojekte repräsentiert. Wir<br />

konnten bei einem inspirierenden Gespräch<br />

mit dem kreativen Kopf einen Blick hinter die<br />

Fassade werfen. Vorweg muss man sagen,<br />

Maxim Zhiganov war der Weg in die Immo-<br />

Welt keineswegs vorbestimmt, wie er selbst<br />

erklärt: „Ich bin in Sankt Petersburg geboren,<br />

habe in Stockholm studiert und komme<br />

eigentlich aus dem Finanzsektor. Eine Affinität<br />

für Immobilien war aber immer vorhanden,<br />

ich habe auch kleine Wohnungen gekauft und<br />

vermietet. In die Branche bin ich dann eher<br />

zufällig gerutscht.“ 2013 hat er mit seinem<br />

ehemaligen Geschäftspartner, einem Baumeister,<br />

die WK-Development gegründet. Ein<br />

Erfolg auf ganzer Linie. Das aktuelle Investitionsvolumen<br />

von ungefähr 30 Millionen Euro<br />

pro Jahr, zehn Mitarbeiter und fünf Projekte,<br />

die in der Regel parallel entstehen, geben ihm<br />

recht. Aber natürlich war man in den ersten<br />

Jahren auch mit Herausforderungen konfrontiert,<br />

wie Zhiganov zugibt: „Bei der Altbaurevitalisierung<br />

stößt man regelmäßig auf<br />

Hürden, baulicher wie auch technischer Natur.<br />

Vorhersagen sind wirklich ungemein schwierig,<br />

man weiß nie, was man findet, und bei<br />

jedem Bauabschnitt können sich neue Überraschungen<br />

auftun. Das macht es auch schwer,<br />

die Kosten realistisch zu berechnen.“ Dementsprechend<br />

werden alle Gebäude vor dem<br />

Erwerb akribisch unter die Lupe genommen<br />

und einem umfangreichen Prüfprozess unterzogen,<br />

bevor Hand angelegt wird.<br />

Fotos: Zeiger Marketing<br />

SUMMER <strong>2022</strong>


culture of light<br />

culture of light<br />

Alma Hasun and Mads Mikkelsen<br />

illuminated by Mito aura.<br />

Watch the movie on occhio.com<br />

Occhio gallery by WienLicht<br />

Vorlaufstrasse 1 | 1010 Wien<br />

Tel. + 43 1 533 86 70 0<br />

wienlicht.at


ARCHITEKTUR | PORTRAIT<br />

v<br />

Über den Dächern der Stadt:<br />

Rooftop-Terrasse der Superlative im<br />

Palais Kolin<br />

Ein glanzvoller Abschluss ist die<br />

goldene Fassade des Penthouse im<br />

Palais Kolin<br />

x<br />

Der Experte präzisiert: „Standard ist ein Fragenkatalog,<br />

der Punkt für Punkt abgearbeitet<br />

wird. Mit den Architekten in unserem Team<br />

schauen wir uns den Flächenwidmungsplan<br />

im Detail an, nehmen Einsicht ins Grundbuch<br />

und studieren, was vom Plan aus möglich<br />

wäre. Wenn diese erste Überprüfung<br />

erfolgversprechend war, wird ein externes<br />

Unternehmen engagiert, das ein genaues<br />

Gutachten erstellen soll. Zeitgleich inspizieren<br />

Zivilingenieure das Grundstück und<br />

Juristen erledigen einen Pre-Check. Erst<br />

wenn all das positiv verläuft, wird eventuell<br />

über eine Finanzierung diskutiert.“ Zweifellos<br />

aufwendig und arbeitsintensiv, aber unerlässlich,<br />

bevor man darüber nachdenkt, in<br />

eine Immobilie zu investieren. 95 Prozent<br />

aller Objekte scheitern an dieser Erstprüfung<br />

und werden als uninteressant verworfen.<br />

Dieser Wert hat sich in den letzten Jahren<br />

leicht erhöht, da Angebote schon aufgrund<br />

der teilweise völlig unrealistischen Preisvorstellungen<br />

der Verkäufer im Müllkorb landen.<br />

Es ist buchstäblich die berühmte Suche nach<br />

der Nadel im Heuhaufen. Aber wenn das<br />

ideale Objekt gefunden wurde, bei dem alle<br />

Parameter stimmen, steht WK-Development<br />

für eine innovative Mischung aus Funktionalität,<br />

Design, Qualität und Nachhaltigkeit.<br />

„Wir möchten funktionale Räume konzipieren.<br />

Hierbei lasse ich mich persönlich von<br />

internationalen Vorbildern in New York,<br />

London oder Berlin inspirieren“, beschreibt<br />

der Visionär seine penible Herangehensweise,<br />

wenn es um den Designanspruch seiner<br />

Projekte geht, und fügt hinzu: „Vor allem die<br />

Bauwerke in den USA sind interessant. Dort<br />

wird am meisten in die Architektonik und<br />

das nötige Marketing investiert. Unser Team<br />

hat dann die ehrenvolle Aufgabe, es auf diesem<br />

High-End-Niveau umzusetzen. Außerdem<br />

beweist unsere Marketing-Agentur,<br />

Zeiger Marketing, ein außergewöhnliches<br />

Fingerspitzengefühl in Bezug auf Ästhetik.“<br />

Das Credo von WK-Development, das sich<br />

wie ein roter Faden durchzieht, ist, die Messlatte<br />

hoch anzulegen, das Minimum ist definitiv<br />

nicht genug. Man möchte eigene<br />

Qualitäts standards setzen, innovative Ideen<br />

für die Zukunft in den Fokus rücken und vor<br />

allem Wohnkomfort kreieren. Dazu gehören<br />

großzügige Freiflächen in allen Variationen.<br />

Balkone, Terrassen und Gärten vergrößern<br />

den Wohnbereich und tragen zur Erholung<br />

und Entspannung maßgeblich bei. Ein weiterer<br />

Ansatz sind Räumlichkeiten, die gemeinschaftlich<br />

genutzt werden können, wie etwa<br />

für private Feiern, Business-Events oder als<br />

Co-Working-Spaces. State of the Art muss<br />

auch die Elektronik sein, wie der Technik-<br />

Fan erläutert: „Ich persönlich bin ein Liebhaber<br />

von Smart-Home-Systemen. Hier<br />

schreitet die Entwicklung sehr rasch voran,<br />

deshalb ist es unumgänglich, Vorbereitungen<br />

für die Zukunft zu treffen. Es geht um banale<br />

Dinge wie umfangreiche Leerverrohrungen.<br />

106 SUMMER <strong>2022</strong>


Moderne Villa mit rahmenlosen Design-Schiebetüren<br />

Livingbox mit rahmenlosen Design-Schiebetüren<br />

Alte Villa mit modernem Zubau und raumhohen Schiebetüren<br />

Unbegrenzter Blick durch minimal windows<br />

Pavillon am See mit barrierefreien Schiebetüren<br />

Poolhaus mit rahmenlosen, komplett öffenbaren Design-Schiebetüren<br />

Rahmenlose Design-Schiebetüren • Livingbox moderner Wintergarten<br />

livingglas GmbH • 2521 Trumau • Dr. Theodor-Körner-Str. 51<br />

Schauraum Wien 1 • Schottenring 31 • Terminvereinbarung erforderlich!<br />

T: +43 2253 22 300 • F: -55 • E: office@livingglas.at • www.livingglas.at


ARCHITEKTUR | PORTRAIT<br />

h<br />

Die „Park Suites“ im 18. Bezirk<br />

in Wien sind eine Oase im Grünen<br />

v<br />

Auf den großzügigen Balkonen<br />

der „Park Suites“ kann man<br />

die Natur in vollen Zügen genießen<br />

Idyllisch am Wasser liegt<br />

das Projekt „The Shore“ in Wien-Döbling<br />

x<br />

Nachrüstungen und Updates werden<br />

dadurch später immens erleichtert. In der<br />

Bauphase kostet es lediglich um ein paar<br />

Euro mehr, nichts Dramatisches, aber man<br />

muss es bedenken.“ Repräsentative Projekte<br />

wie das „Palais Kolin“ in Wien-Alsergrund<br />

oder „Park Suites“ in Wien-Währing spiegeln<br />

diese Think-forward-Philosophie wider.<br />

Auch „The Shore“ im 19. Bezirk in Wien ist<br />

ein Meisterwerk für sich. Nicht nur die idyllische<br />

Lage an einem Seitenarm der Donau<br />

und das moderne Design begeistern, auch<br />

ein Concierge-Service wird sich um die<br />

Anliegen der künftigen Bewohner kümmern<br />

und sie im Alltag unterstützen. Der Entwickler<br />

sieht diesen Trend definitiv in Wien angekommen:<br />

„Ab einer bestimmten Immobiliengröße<br />

macht das Sinn, und die Nachfrage ist<br />

absolut da. Wir wollen den Eigentümern<br />

zusätzliche Features anbieten, und ab einem<br />

gewissen Preissegment gehören Service- und<br />

Wohlfühlangebote zum gewünschten<br />

Gesamtpaket.“ So bietet das Traumdomizil in<br />

Döbling auch einen privaten Wasserzugang,<br />

20 Liegeplätze für kleine Boote, Indoor- und<br />

Outdoor-Fitnessmöglichkeiten sowie einen<br />

wunderschön angelegten Außenbereich mit<br />

vielen Grünpflanzen und Bäumen zur natürlichen<br />

Beschattung. Auch privat bevorzugt<br />

Zhiganov ein Refugium am kühlen Nass und<br />

genießt die Vorzüge am Stadtrand in vollen<br />

Zügen, wie er sagt: „Die Lage am Wasser<br />

begleitet mich fast mein ganzes Leben. Ich<br />

komme aus Sankt Petersburg und meine<br />

Großmutter aus Schweden <strong>–</strong> beide Destinationen<br />

liegen am Wasser. Studiert habe ich<br />

wiederum in Stockholm. In Wien habe ich<br />

anfangs diesen Link verloren und bin erst seit<br />

einigen Jahren durch einen Zufall wieder am<br />

Wasser gelandet. Seitdem kann ich es mir<br />

ohne die Möglichkeit, in der Früh oder am<br />

Abend schwimmen zu können, nicht mehr<br />

vorstellen.“ Eine Auszeit gönnt sich der<br />

Workaholic selten, aber wenn, dann mit der<br />

Familie oder beim Sport. Er ist ein begeisterter<br />

Radfahrer, aber auch Kung-Fu und Yoga<br />

stehen auf seinem Freizeitplan, um fit zu<br />

bleiben und abzuschalten. Wie immer haben<br />

wir am Ende des Interviews gefragt, welches<br />

Bauwerk er in Wien neu inszenieren würde,<br />

völlig out of the box gedacht. Hier hatte<br />

Maxim Zhiganov eine schnelle Antwort<br />

parat: „Ja, da gibt es tatsächlich eines. Ein<br />

grauenhaftes Gebäude am Schwedenplatz,<br />

wahrscheinlich aus den 70er-Jahren. Am<br />

liebsten würde ich es abreißen und etwas<br />

neues Schönes entstehen lassen, ein würdiges<br />

Entree für die Innenstadt sozusagen.“ p<br />

108 SUMMER <strong>2022</strong>


SEHNSUCHTSORT GARTEN<br />

GÄRTEN UND TERRASSEN<br />

Orte, die uns berühren<br />

Wir haben alle Erinnerungen an<br />

Sehnsuchtsorte in uns. Meist sind<br />

es schöne Orte, verknüpft mit positiven<br />

Erlebnissen. Diese Erinnerungen,<br />

die uns seit unserer Kindheit<br />

begleiten sind für uns Hinweise<br />

darauf, wer wir sind und was uns<br />

stärkt und motiviert.<br />

Für uns ist so ein Ort ein Garten,<br />

der den Geist seiner Entstehungszeit<br />

atmet aber nicht gleich vom<br />

nächsten neuen Trend fortgeweht<br />

wird. Er ist nicht ganz von dieser<br />

Welt und ruht doch in Ihr. Ein Ort,<br />

den man betritt und sofort das Besondere<br />

spürt. Ein Ort, an dem man<br />

sich einfach gerne fallen lässt.<br />

Im Sommer gleicht er einer kühlen<br />

Oase und sogar im Winter ist<br />

er noch bunt und voll von Leben.<br />

Während er Frühjahr zu explodieren<br />

scheint ist er im Herbst voll Wärme<br />

und Feuer.<br />

MÖBEL & AUSSTATTUNG<br />

im Garten zuhause sein<br />

Im Sommer würden wir<br />

am liebsten im Garten<br />

wohnen, essen<br />

und schlafen. Darum<br />

spielen unsere Möbel<br />

und Tröge auch eine<br />

tragende Rolle in<br />

unseren Projekten.<br />

Gemeinsam mit Licht,<br />

Schatten, Düften<br />

und Geräuschen prägen<br />

sie die Stimmung<br />

unserer Projekte.<br />

VERDARIUM GmbH 3400 Weidling, Hauptstrasse 286 www.verdarium.at


Dünenzauber<br />

Dieses Wunderwerk der Technik orientiert sich an den organischen<br />

Formen der Al-Sajaa-Wüste in Schardscha und nutzt die Kraft<br />

der täglich vom Himmel brennenden Sonne. Magie pur,<br />

wenn die kühnen Visionen von Zaha Hadid Realität werden<br />

Von Christoph Kulmer<br />

Fotos: Photograph by Hufton + Crow


ARCHITEKTUR | HIGHLIGHT<br />

Zaha Hadid Architects haben dem neuen BEEAH-Headquarter<br />

ein futuristisches Design verpasst. Fertiggestellt <strong>2022</strong><br />

SUMMER <strong>2022</strong> 111


hh<br />

Minimalismus und Aspekte der Wüste ziehen<br />

sich von Raum zu Raum. Erdige Naturtöne<br />

werden dabei mit kühlem Weiß kombiniert<br />

j<br />

Die organischen Formen des Bauwerks fügen<br />

sich geschmeidig in die Dünenlandschaft<br />

h<br />

Auch die Außenanlage<br />

mit einem Teich im Eingangsbereich greift<br />

das Gebäudedesign wieder auf. Es entsteht<br />

ein homogenes Gesamtkunstwerk<br />

Schardscha ist mit knapp<br />

1,4 Millionen Einwohnern<br />

das drittgrößte der sieben<br />

Emirate in den Vereinigten<br />

Arabischen Emiraten. Der Großteil der Bevölkerung<br />

lebt in der gleichnamigen Hauptstadt,<br />

die seit 2009 um 600.000 Menschen gewachsen<br />

ist. Nun steht sie vor gigantischen<br />

Herausforderungen hinsichtlich der Infrastruktur<br />

<strong>–</strong> kein leichtes Unterfangen, sind die<br />

Vereinigten Arabischen Emirate doch zu zwei<br />

Drittel von trockener Sandwüste bedeckt. Die<br />

BEEAH Group, gegründet 2007, hat sich<br />

einiger dieser Schwierigkeiten angenommen<br />

und gilt in der Region als Pionier für Nachhaltigkeit,<br />

bahnbrechende Umweltinnovationen<br />

und intelligente Lösungen für zukunftsfähige<br />

Städte in den Bereichen erneuerbare<br />

Energie, grüne Mobilität und Bildung. 2013<br />

wurden im Anschluss an einen internationalen<br />

Designwettbewerb Zaha Hadid und ihr<br />

Team damit beauftragt, den neuen Hauptsitz<br />

des Unternehmens in der Wüste Al Sajaa in<br />

Schardscha zu entwerfen. Ist Hadid doch<br />

bekannt für ihre spektakulären und futuristisch-progressiven<br />

Architekturkreationen<br />

rund um den Globus: einzigartig, skurril,<br />

faszinierend und definitiv immer ein Unikat.<br />

Kein Haus gleicht dem anderen, weder innen<br />

noch außen. Rechte Winkel haben keinen<br />

Platz, und eine geordnete Symmetrie findet<br />

Zaha Hadid langweilig. Dabei hat jedes ihrer<br />

Gebäude die Vorstellungen davon, was mit<br />

Beton, Stahl und Glas konzipiert werden<br />

kann, revolutioniert. Ihren Stil beschrieb sie<br />

selbst so: „Das Wichtigste ist die Bewegung,<br />

der Fluss der Dinge, eine nicht-euklidische<br />

Geometrie, in der sich nichts wiederholt.“<br />

Mitte der 1990er-Jahre wurde ihr deshalb<br />

sogar unterstellt, ihre Entwürfe seien nicht<br />

zu realisieren, sozusagen „unbaubar“. Renommierte<br />

Statiker widerlegten diese Behauptungen<br />

jedoch rasch und bestätigten die Stabilität.<br />

Heute gilt Hadid als Ikone. Eine Galionsfigur,<br />

die 2016 leider viel zu früh von uns<br />

gegangen ist. Aber zuvor hat sie noch zusammen<br />

mit ihrem Kollegen Patrik Schumacher<br />

dem neuen BEEAH-Headquarter ihre unverwechselbare<br />

Handschrift verpasst. Das Design<br />

reagiert auf seine Umgebung, spiegelt die<br />

organischen Formen der Wüstenlandschaft<br />

wider und gleicht einer Reihe von miteinander<br />

verbundenen Dünen. Das 9.000 Qua dratmeter<br />

große Meisterwerk steht ganz im Zeichen<br />

der Nachhaltigkeit. Für reichlich Tageslicht<br />

in den Innenräumen zu sorgen, aber<br />

gleichzeitig Verglasungen, die der aggressiven<br />

Sonne ausgesetzt sind, zu begrenzen, war<br />

die Crux bei der Sache. Glasfaserverstärkte<br />

Paneele reduzieren die Sonneneinstrahlung,<br />

während Platten- und Glaskühlung die<br />

Innentemperatur für optimalen Komfort<br />

regulieren. Ein intelligentes Managementsystem<br />

passt diese automatisch je nach Belegung<br />

und Tageszeit an. Zusätzlich filtert eine<br />

Aufbereitungsanlage das Abwasser, um den<br />

Verbrauch zu minimieren, eine moderne<br />

Solaranlage lädt Tesla-Batterien auf, um den<br />

Energiebedarf Tag und Nacht zu decken,<br />

Türen öffnen sich automatisch, um berührungslose<br />

Wege zu gewähr leisten, und den<br />

Mitarbeitern stehen ein virtueller Concierge<br />

und eine praktische App für die täglichen<br />

Aufgaben zur Verfügung. Fertigstellung war<br />

<strong>2022</strong>. Zaha Hadid hat wieder einmal ihre Vormachtstellung<br />

unter Beweis gestellt und mit<br />

ihrem Team eine Hightech-Landmark mitten<br />

in der Wüste geschaffen. <br />

p<br />

112 SUMMER <strong>2022</strong>


ARCHITEKTUR | HIGHLIGHT<br />

Die Lobby ist ein lichtdurchflutetes Designhighlight<br />

113


Die Kunst<br />

magischer Orte<br />

Von DI Elke Reitmayer<br />

Architektin und Wohnpsychologische Expertin<br />

T<br />

ief in uns drinnen sind sie noch zu finden <strong>–</strong> die<br />

Erinnerungen an unsere Kindheit, an Sommertage<br />

voller Unbeschwertheit, blauer Flecken auf den<br />

Knien und Kuchen mit frisch gepflückten Ribiseln.<br />

Ein Sommer wie damals, nach dem sich viele von uns immer noch<br />

verzehren. Woran erinnern Sie sich? An Versteckspiele in Omas Garten,<br />

an wilde Abenteuer am nahe gelegenen Bach oder an das erste<br />

Eis der Saison, für das man gefühlt ewig anstehen musste? Wenn wir<br />

auf unser Leben oder auch nur auf die letzten Wochen zurückblicken,<br />

sind diese Tage immer gefüllt mit Erinnerungen. Unsere Retrospektiven<br />

sind komplex <strong>–</strong> Düfte, Geräusche, Empfindungen. Das, was wir<br />

sehen und wahrnehmen, all das füllt unseren Erinnerungsspeicher<br />

im Gehirn. Manche davon bleiben uns ewig im Gedächtnis andere<br />

verschwinden wieder ganz schnell. Das betrifft nicht nur die Erlebnisse,<br />

die wir mit anderen Menschen teilen, es betrifft unser gesamtes<br />

Umfeld und somit auch den Ort, an dem wir leben. Unser Zuhause<br />

schafft Erinnerungen und prägt den Geschmack und unsere Vorstellungen<br />

von schönem Wohnen für unser weiteres Leben. Dies betrifft<br />

vor allem Kinder.<br />

Ganz gleich, ob Sie als Familie mit Kindern zusammenleben, als<br />

Paar oder in einem Singlehaushalt <strong>–</strong> jeder von uns schafft sich heute<br />

die Erinnerungen von morgen. Jedes Material, jeder Geruch, jede<br />

Farbe in Ihrem Umfeld wird sich in Ihr Gedächtnis einbrennen.<br />

Machen Sie sich Gedanken darüber, welche das sein sollen. Ist es<br />

das Knirschen des Kieses unter Ihren Füßen, wenn Sie nach Hause<br />

kommen? Ist es der Duft von Lavendel, wenn Sie auf der Terrasse Ihren<br />

Kaffee trinken, oder die imposante Weide, die so viele Geschichten aus<br />

der Kindheit zu erzählen weiß? Wenn Sie sich erinnern an Großmutters<br />

Garten, die schönen Parkanlagen aus dem letzten Urlaub <strong>–</strong> dann<br />

waren es allesamt Plätze, an denen es etwas zu entdecken gab. Ein<br />

Abenteuer, bei dem man nicht voraussagen konnte, was hinter der<br />

nächsten Weggabelung zum Vorschein kommen wird. Der geheime<br />

Obstgarten von Opa, in dem es die besten Kirschen überhaupt gab,<br />

tief versteckt hinter den sorgfältig gehegten Sträuchern, wo im Sommer<br />

fast kein Durchkommen mehr möglich war. Erinnerungen, die<br />

fest in unserem geistigen Tagebuch festgeschrieben sind.<br />

Auch wenn Minimalismus und Geradlinigkeit als Stilelemente<br />

ganz groß im Trend sind, lassen Sie sich nicht nur davon inspirieren.<br />

Für unser Gehirn ist es von zentraler Bedeutung und Notwendigkeit,<br />

dass es stimuliert wird und unsere Augen Lust haben, wie bei einem<br />

Kunstwerk von Pinselstrich zu Pinselstrich zu huschen, bis sich das<br />

gesamte Gemälde vor unseren Augen präsentiert. In der Landschaftsgestaltung<br />

arbeitet man stark mit Anziehungspunkten <strong>–</strong> Fixpunkte,<br />

die das Interesse der Bestaunenden wecken sollen, um sie wie magisch<br />

angezogen dorthin zu führen. Wenn sie dann am Platz der Begierde<br />

angelangt sind, entfaltet der Ort sein gut gehütetes Geheimnis. Vor<br />

den Augen der Betrachter öffnet sich ein geheimes Reich. Eine versteckte<br />

Skulptur, dicht eingebettet zwischen wilden Lupinen, tritt<br />

zutage, oder ein idyllisch angelegter Brunnen verrät den Ursprung<br />

des sanften Plätscherns, das man schon von Weitem gehört hatte. Ein<br />

Platz, den man zuvor noch nicht gesehen hatte, der dem Besucher erst<br />

erlebbar gemacht wurde, als er begonnen hatte, den Garten zu entdecken.<br />

Besonders Menschen mit einem stressigen und hektischen<br />

Alltag schätzen idyllische Orte, um die Seele baumeln zu lassen und<br />

sich dieser Faszination hinzugeben. Die kindliche Neugier in uns<br />

weckt unseren Entdeckergeist und treibt uns beständig dazu an, Orte<br />

Foto: Maria Prichner Fotografie<br />

114


KOLUMNE<br />

„Unser Zuhause schafft<br />

Erinnerungen und prägt<br />

den Geschmack und unsere<br />

Vorstellungen von schönem<br />

Wohnen für unser<br />

weiteres Leben“<br />

zu erkunden. Würde der Garten auf den ersten Blick all seine Schätze<br />

preisgeben, wäre er nur halb so interessant, um nicht fast zu sagen<br />

langweilig. Was für einen anregenden Außenbereich Gültigkeit hat,<br />

das gilt auch für den Innenraum. Kramen Sie in der Trickkiste der<br />

Landschaftsplaner und machen Sie sich diese zu eigen. Suchen Sie<br />

Sichtachsen in Ihrer Wohnung und in Ihrem Haus. Wenn Sie sich in<br />

der Küche befinden, was sehen Sie? Versuchen Sie, Ankerpunkte zu<br />

schaffen, die die Aufmerksamkeit erregen und den Betrachter ganz<br />

automatisch in diese Richtung leiten. Versuchen Sie, entlang dieser<br />

gedachten Linie Ihren roten Faden an mindestens drei verschiedenen<br />

Punkten wiederkehren zu lassen. Den roten Faden können ein wiederkehrendes<br />

Material, eine Lieblingsfarbe oder Merkmale einer<br />

Designepoche, die Ihrem Haus entspricht, bilden. Frida Ramstedt,<br />

eine von Schwedens führenden Innendesignerinnen, nennt diese<br />

gestalterische Finesse die Wow-Aha-Brücke. Eine gelungene Anwendung<br />

könnte so aussehen: Wenn Sie den Ankerpunkt erreicht haben,<br />

zeigt sich der Raum in seiner vollen Größe, wie ein geheimer Ort, den<br />

man gerade entdeckt hat. Sie sehen zum Beispiel eine Farbe an der<br />

Wand, die Sie nicht erwartet hätten, einen Stilbruch oder einen Ausblick<br />

in die Landschaft, der Sie überrascht. Wow, mit dieser salbeifarbenen<br />

Wand hätten Sie nicht gerechnet. Ihre Augen schweifen<br />

weiter im Raum umher, entlang der Sichtachse entdecken Sie ein<br />

pittoreskes Landschaftsgemälde mit allem, was die grüne Farbpalette<br />

hergibt, und Sie denken: Aha, deswegen wurde diese schöne Wandfarbe<br />

gewählt. Wenn Sie dann entlang der gedachten Achse grüne<br />

Akzente positionieren, bildet das die Brücke zwischen Wow und Aha,<br />

und Ihr Bild wird stimmig. Ihr verwunschener, geheimer Platz wurde<br />

zum Leben erweckt.<br />

Machen Sie eine Bestandsaufnahme. Farben, Materialien und Textilien,<br />

die bereits vorhanden sind, sollten in ein harmonisches Ganzes<br />

umgewandelt werden. Dafür können Sie sich der Kunstgeschichte,<br />

insbesondere der Farbenlehre, bedienen. Harmonie durch Komplementärfarben<br />

wirkt extravagant und mondän, man kann damit<br />

sowohl belebende als auch beruhigende Harmonien erzeugen. Hier<br />

werden die zwei Gegenfarben aus dem Farbkreis verwendet, was zu<br />

beeindruckenden Ergebnissen führen kann. Ein sattes Blaugrün an<br />

der Wand und pinke Dahlien im Vordergrund lassen den Raum sommerlich<br />

frisch und anregend erstrahlen. Ton-in-Ton-Kombinationen<br />

bringen Balance und Ruhe in einen Raum. Bei dieser Komposition<br />

wird nicht dieselbe Farbe immer wieder verwendet, sondern lediglich<br />

Farben, die dieselbe Helligkeit und Vergrauung aufweisen, in kalten<br />

und warmen Tönen. Starten Sie mit Ihrer Lieblingsfarbe und suchen<br />

die anderen Farben nach den genannten Prinzipien aus, um mit einer<br />

harmonischen Systematik mehr Wohlbefinden und Atmosphäre in<br />

Ihr Refugium zu bringen. Wenn Sie sich diesen Schritt ersparen wollen,<br />

nehmen Sie einfach Ihr Lieblingsbild zur Hand und nutzen die<br />

Farbkomposition des Künstlers. Drei Farbtöne sollten für ein stimmiges<br />

Gesamtbild ausreichen.<br />

Entdecken Sie Ihr Domizil neu <strong>–</strong> mit all Ihren Sinnen <strong>–</strong> und sehen<br />

Sie Ihre Umgebung aus der Sicht eines Kindes, das die Welt noch<br />

entdecken möchte. Schaffen Sie Wow-Aha-Momente, spielen Sie<br />

gekonnt mit inszenierten Ausblicken und überlegen Sie, was Ihnen<br />

und Ihren Besuchern wohl in Erinnerung bleiben wird.<br />

elke-reitmayer.at<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

115


Architektenvilla der<br />

SUPERLATIVE<br />

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PHOTOGRAPHY | PORTRAIT<br />

Lorenz Holder<br />

Redaktion: Bernhard Musil, Fotos: Lorenz Holder, Porträt: Anne Eaton<br />

O<br />

„Inception Flip“ <strong>–</strong> Vladik Scholz <strong>–</strong> Balcombe <strong>–</strong> England<br />

Was ist das perfekte Action-Foto? Für Lorenz Holder ist<br />

es die Symbiose aus spektakulären Momentaufnahmen<br />

von Athleten und einem imposanten Landschafts- oder<br />

Architekturfoto. Er erschafft Szenerien, die den Betrachter in ihren<br />

Bann ziehen, und kombiniert sie mit der Welt des Sports. Letzteres<br />

ist oft nicht gleich sichtbar. Er ist Meister darin, Bewegung und Statik<br />

zu vereinen, und fängt Momente auf Film ein, die eine Geschichte<br />

erzählen bzw. einen ganzen Tag in einem Bild zusammenfassen.<br />

Zur Fotografie kam Holder nach einem Snowboardunfall, der ihn<br />

eine Saison lang von der Piste fernhielt. Das war der Auftakt für eine<br />

nun schon über 15 Jahre andauernde, internationale Karriere. Red<br />

Bull, BMW, Mini und Nitro Snowboards zählen zu seinen Arbeitgebern.<br />

Noch mehr Beachtung fanden seine Arbeiten durch zahlreiche<br />

Auszeichnungen: unter anderem Siege bei Red Bull Illume, The<br />

Open oder dem Pro Photographer Showdown. „Der Ort <strong>–</strong> also der<br />

Hintergrund meiner Action-Fotos <strong>–</strong> ist entscheidend dafür, ob mir<br />

später ein Foto gefällt oder nicht“, meint der 1979 in München geborene<br />

Familienvater. Es verwundert also kaum, dass ihm die Ideen für<br />

seine Bilder gerade an ungewöhnlichen Orten kommen, die ihn<br />

besonders fesseln.<br />

Holders Arbeiten zeichnen sich durch hohen konzeptionellen<br />

Aufwand aus. Sie wirken oft erst richtig, wenn sie groß vor einem<br />

hängen. Seine perfektionistische Liebe zu Printverfahren führte ihn<br />

mit WhiteWall zusammen, deren hochwertige Ausarbeitungsprozesse<br />

ihn beeindruckten. Seit nun gut zwei Jahren ist er fixer Bestandteil<br />

des WhiteWall-Ambassador-Teams <strong>–</strong> eine fruchtbare Kooperation,<br />

die Holders Bilder in all ihrer Brillanz real existent werden lässt.<br />

lorenzholder.com<br />

whitewall.com<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

119


PHOTOGRAPHY | PORTRAIT<br />

k<br />

„Parking Lot“ <strong>–</strong> Vladik Scholz <strong>–</strong><br />

Köln <strong>–</strong> Deutschland<br />

O<br />

„Shadow Games“ <strong>–</strong> Senad Grosic <strong>–</strong><br />

München <strong>–</strong> Deutschland<br />

k<br />

„Kings Road“ <strong>–</strong> Senad Grosic <strong>–</strong><br />

The Dark Hedges <strong>–</strong> Nordirland<br />

120 SUMMER <strong>2022</strong>


„Many Ways“ <strong>–</strong> Patrick Beeskow <strong>–</strong><br />

München <strong>–</strong> Deutschland


PHOTOGRAPHY | PORTRAIT<br />

SUMMER <strong>2022</strong> 123


PHOTOGRAPHY | PORTRAIT<br />

k<br />

„Autumn Circle“ <strong>–</strong><br />

Senad Grosic <strong>–</strong> Gablenz <strong>–</strong><br />

Deutschland<br />

O<br />

„Stairset“ <strong>–</strong> Senad Grosic <strong>–</strong><br />

Senftenberg <strong>–</strong> Deutschland<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

125


PHOTOGRAPHY | PORTRAIT<br />

hh<br />

„Wood Flip“ <strong>–</strong> Josef Ramsbacher <strong>–</strong><br />

München <strong>–</strong> Deutschland<br />

h<br />

„The Wall“ <strong>–</strong> Paul Thölen <strong>–</strong><br />

Gauting <strong>–</strong> Deutschland<br />

126 SUMMER <strong>2022</strong>


FERTIGSTELLUNG<br />

ENDE <strong>2022</strong><br />

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Italian Style: Giorgetti<br />

präsentiert im Wohnturm<br />

„The Centrale“ in<br />

Manhattan italienisches<br />

Interior-Design in<br />

Hochform <strong>–</strong> etwa das<br />

elegante Sideboard<br />

„Skyline“ von Carlo<br />

Colombo sowie den<br />

kurvigen Armsessel<br />

„Hug“ von Rossella<br />

Pugliatti


LIVING | SHOWROOM INTERNATIONAL<br />

LA GRANDE BELLEZZA<br />

Italienische Eleganz in New York<br />

„Made in Italy“ ist für Interior-Designs mehr Adelstitel als Gütesiegel. Giorgetti führt<br />

diese hohe Schule des Handwerks zur Perfektion. In der Stadt der Superlative wächst<br />

die Luxusmarke über sich hinaus und präsentiert High-End-Möbel on top<br />

Von Alice Mandel<br />

Als Zentrum des Designs „Made in Italy“ ist<br />

die lombardische Provinz Brianza international<br />

bekannt. In Meda hat Giorgetti seinen<br />

Hauptsitz, die heutige Weltmarke entstammt<br />

einer kleinen, 1898 gegründeten Tischlerei.<br />

In dieser langen Firmentradition wurde die<br />

Handwerkskunst bis zum Optimum verfeinert,<br />

und ab den 1980er-Jahren katapultierte<br />

sich das Unternehmen durch Kreativkooperationen<br />

mit renommierten Gestaltern ins<br />

Spitzenfeld des Premiumdesigns. Seither<br />

säumen nicht nur etliche Klassiker den<br />

Erfolgsweg der Nobelschreinerei, sondern<br />

auch makellose, aufwendig und umweltfreundlich<br />

gefertigte Kollektionen, die mit<br />

exzellentem Stil, wertvollen Materialien und<br />

purer Eleganz beeindrucken. Bei Giorgetti<br />

wirkt alles feinsinnig und zeitgemäß, sophisticated<br />

und funktional.<br />

Unbestritten brauchen kultivierte Meisterstücke<br />

wie diese einen besonderen Präsentationsort.<br />

Keinen konventionellen Showroom,<br />

lieber einen, der ganz on top ist. Dieser<br />

befindet sich in New York. Im 71-stöckigen<br />

Wohnturm „The Centrale“ in Manhattan zeigt<br />

die Marke ihre Bandbreite und ihre Definition<br />

eines modernen Lifestyles: Praxisnah in einer<br />

Modellresidenz mit raumhohen Fenstern vorgestellt,<br />

wartet hier Luxusinterieur zum<br />

Ansehen und Anfassen als animierendes<br />

Amuse-Gueule für das eigene Domizil. So<br />

bilden das Sofa „Skyline“, die Glasleuchte<br />

„Kendama“ und der Teppich „Kaleido“ das<br />

Wohnzimmer. Im Schlafraum stehen das Bett<br />

„Pegaso“ und das Sideboard „Skyline“ aus<br />

Canaletto-Nussbaumholz und Marmor, im<br />

Homeoffice nimmt man am Schreibtisch<br />

„Alma“ und auf „Baron“-Sesseln Platz. Den<br />

Koch- und Essbereich veredeln die Sitzgelegenheiten<br />

„Ode“ und „Tiche“. Alle Kreationen<br />

sind den internationalen Kunstwerken an den<br />

Wänden in ihrer Schönheit gewiss ebenbürtig.<br />

Immerhin stammt das Mobiliar von Größen<br />

wie Roberto Lazzeroni, Rossella Pugliatti, Carlo<br />

Colombo, Chi Wing Lo oder Pamela Amine.<br />

Ein Besuch ist nur gegen Voranmeldung möglich,<br />

die individuelle Beratung obligatorisch.<br />

giorgettimeda.com<br />

k<br />

Formvollendet: Roberto<br />

Lazzeroni entwarf den<br />

Sessel „Baron“ aus<br />

Nussbaumholz und Stoff<br />

High Class: Die Modellresidenz bietet<br />

eine herrliche Aussicht, im Vordergrund<br />

das Bett „Pegaso“ von Roberto Lazzeroni<br />

h<br />

Highlights sind das<br />

modulare Sofa „Skyline“<br />

von Carlo Colombo und<br />

der von Hand getuftete<br />

Teppich „Kaleido“ aus<br />

Bambusseide und Leinen<br />

Fotos: Rich Caplan/Giorgetti<br />

O<br />

Uplifting: Den<br />

imposanten Leuchter<br />

„Kendama“ aus<br />

brüniertem Metall und<br />

Glas schuf Massimo<br />

Zazzeron, Carlo Colombo<br />

den Sessel „Tiche“<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

129


1<br />

2<br />

4<br />

5<br />

3<br />

6<br />

1 Alle an Bord: Von der Schifffahrt inspiriert sind die klaren Linien des Bücherregals „Sailor“ aus Stahl und Canaletto-Walnussholz, Design:<br />

David Lopez Quincoces, von Living Divani, livingdivani.it 2 Die perfekte Welle: Mit den fließenden, gewellten Formen des Sofas „Gala“ zitiert<br />

Top-Designerin Cristina Celestino die retrofuturistischen Seventies, von Saba Italia, sabaitalia.it 3 Wie ein Versteck im Schilf: extravagantes<br />

Sofa „Yoda“ aus Rattan von Kenneth Cobonpue, kennethcobonpue.com 4 Munter wie ein Fisch im Wasser: Glaskünstlerin Vanessa Mitrani<br />

verewigt ozeanische Gefühle mit der Vase „No Limit“ aus mundgeblasenem Glas und Porzellan von Roche Bobois, roche-bobois.com<br />

5 Korallenriff: Buchstütze „Coral“ mit Bronzesockel mit 24-karätigem Goldüberzug und roten Cabochons von L’Objet, l-objet.com<br />

Fotos: Hersteller, Claudio Rocci/Saba Italia<br />

130


LIVING<br />

11<br />

10<br />

9<br />

NAH AM<br />

WASSER<br />

Wohnzimmer<br />

8<br />

7<br />

6 Schillernde Blautöne und ein sechseckiges Metallgestell machen Giuseppe Viganòs Sideboard „Shade“ aus Holz elegant, von Bonaldo,<br />

bonaldo.com 7 Ruheinselparadies: Zum Ausspannen lädt der gepolsterte „Paradise Bird Lounge Chair“ mit luftigem Metallgestell und passendem<br />

Hocker ein, von Luca Nichetto für Wittmann, wittmann.at 8 Leinen los: Segel im Wind stellt das kunstvolle Gestell des Couchtischs „Voiles“ aus<br />

Glas, Chrom und Metall von Maurice Barilone dar, von Roche Bobois, roche-bobois.com 9 Schwanensee: Arne Jacobsens legendärer Sessel „Swan“<br />

im Stoff „Christianshavn“ von Fritz Hansen, fritzhansen.com 10 Fliegende Fische: Daran lassen die organischen Muranoglaselemente der Leuchte<br />

„Vita“ denken, von Reflex, reflexangelo.com 11 Kühle Brise: Der „Purifier Humidify + Cool“ reinigt und befeuchtet die Luft, von Dyson, dyson.at<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

131


1<br />

3<br />

2<br />

NAH AM<br />

WASSER<br />

Küche & Esszimmer<br />

6<br />

5<br />

4<br />

1 Cool Water: Das innovative „PerfectFresh Active“-System hält im Kühlschrank Obst und Gemüse mit Wassernebelduschen frisch, von Miele,<br />

miele.com 2 Guter Fang: Stardesignerin Paola Navone kreierte die grüne Glasschale „Fish & Fish“ von Serax, serax.com 3 Für Drinks unter<br />

Palmen: Die Seychellen-Kokosnuss gab der edlen Bar-Anrichte „Coco de Mer“ aus Holz und Marmorglas Form und Namen, von Riccardo<br />

Lucatello für Reflex, reflexangelo.com 4 Cookinsel: Die hochwertigen „work’s: Islands“ aus Aluminium erschaffen eine private Küchenwerkstatt,<br />

von Eggersmann, gesehen bei Preloschnik, eggersmann.com, preloschnik.at 5 Hot Water: preisgekrönter Wasserkocher „Emma“ von<br />

HolmbäckNordentoft für Stelton, stelton.com 6 Wie Meereswellen: Kreativ und avantgardistisch ist der von Julia Chiaramonti entworfene<br />

Fotos: Hersteller, Artedona<br />

132


LIVING<br />

12<br />

11<br />

11<br />

10<br />

9<br />

7<br />

8<br />

blau-grüne Tisch „Tavolo 2“ aus Glas und Stahl, von Pulpo, pulpoproducts.com 7 An Land: Sebastian Deschs Highboard „cubus pure“ aus<br />

Naturholz gibt es in vielen Versionen von Team 7, team7-home.com 8 Sit-in: lässig stapelbarer Sessel „Arva Light“ von KFF, kff.de<br />

9 Klar: Wassergläser „Cannage Miss Dior“ aus Kristallglas in Türkis und Blau von Cordelia de Castellane für Dior Maison, dior.com 10 Blue Mood:<br />

Exklusiv veredeln die „Les Couleurs® Le Corbusier“-Farben die modernen Küchen von Leicht, leicht.com 11 Azur: Bei Krug und Becher „Rowan“<br />

aus Kunstharz sieht der Marmoreffekt aus wie Gischt, von Armani/Casa, armani.com 12 Maritim: Die „Cristobal Marine“-Serie aus<br />

Limoges-Porzellan mit Feingold zitiert Alberto Pintos bekanntes Korallendekor für Raynaud, gesehen bei Artedona, raynaud.fr, artedona.com<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

133


1<br />

3<br />

2<br />

5<br />

4<br />

1 Sicherer Hafen: Handgefertigt ist die limitierte Ausgabe des Luxusbetts „Lana“ mit welligem Kopfteil und zertifizierter Exmoor-Horn-Schafwolle<br />

von Vispring, vispring.com 2 Strandgut: Tischleuchte „5321“ aus poliertem Messing mit ikonischer Muschelform und Glühbirne als Perle,<br />

von Paavo Tynell 1941 entworfen. Von Gubi, gubi.com 3 Nautisch: Italienisches Kunsthandwerk prägt das Baumwollkissen „Nauta“<br />

aus der „Amalfi“-Kollektion von Yacht & Loft, yachtandloft.com 4 Wie ein Seerosenblatt rundete Niccolò Devetag den Schreib- und Schminktisch<br />

„Ninfea“ aus Canaletto-Walnussholz für Porada, porada.it 5 Fließend: Dynamischen Schwung verlieh Designer Frank Chou seinem Sofa<br />

„Signature“ aus Canvas und Leder von Louis Vuitton, louisvuitton.com 6 Meeresschätze: Von Kreativdirektorin Maria Grazia Chiuri stammt die<br />

Fotos: Hersteller<br />

134


LIVING<br />

11<br />

10<br />

NAH AM<br />

WASSER<br />

Schlafzimmer<br />

9<br />

7<br />

6<br />

8<br />

Schmuckschale „O“ wie „Ozean“ aus Limoges-Porzellan aus der „ABCDior“-Linie von Dior Maison, dior.com 7 Seeduft schnuppern: Die Kerze<br />

„Elements“ riecht mit Wassermelone, Zedern- und Mineralwassernoten nach salzigem Meer. Von Tom Dixon, tomdixon.net 8 Küsten-Chic:<br />

Eine Hommage an die Amalfiküste ist der handgeknüpfte Teppich „Costiera“ aus Himalaja-Wolle, Seide und Leinen von Cristina Celestino<br />

für CC-Tapis, cc-tapis.com 9 Sea you: Raumteiler „Vela“ aus gehärtetem Glas von Bernhardt & Vella für Arflex, arflex.it 10 Im Fluss: Koloman<br />

Mosers Muster „Donauwellen“ im Farbton „Gänsehäufel“ ziert die handbedruckte Tapete der Wiener Manufaktur Zeuxis & Parrhasius,<br />

zeuxis-parrhasius.com 11 Sagenhaft: Leuchte „Atlantis“ aus unzähligen schimmernden Ketten von Barlas Baylar. Von Terzani, terzani.com<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

135


LIVING<br />

9<br />

1<br />

8<br />

2<br />

NAH AM<br />

WASSER<br />

Badezimmer<br />

7<br />

6<br />

3<br />

4<br />

5<br />

1 Wasserfarben: Aquarelle sind das Vorbild des runden, bedruckten Spiegels von Studio Roso für Fritz Hansen, fritzhansen.com 2 New Wave:<br />

leichtes Cape „Ragnar“ mit Wellenmuster von Armani/Casa, armani.com 3 Blaumachen: Loungesessel „Sam Son“ aus Kunststoff für in- und<br />

outdoor von Konstantin Grcic. Von Magis, magisdesign.com 4 Blaue Lagune: Eine Kreation von Gumdesign ist die frei stehende Badewanne<br />

„Borghi“ aus Cristalmood von Antoniolupi, antoniolupi.it 5 Clean: cremeweißer Badezimmerschrank „Plissè“ in Canneté-Optik von Sbordoni,<br />

sbordoniceramica.com 6 Bad-Butler: Filippo Dinis Tabletttisch „Elba“ aus Zebuhorn und elfenbeinfarben lackiertem Holz von der Manufaktur<br />

Arcahorn, gesehen bei Artedona, arcahorn.com, artedona.com 7 Wasser marsch: verchromte Armatur „Nice“ mit buntem Acrylglas des<br />

Designer-Duos Matteo Thun & Antonio Rodriguez für Fantini, fantini.it 8 Rein: rundes Waschbecken „Artis“ in „Ocean“ aus TitanCeram von<br />

Villeroy & Boch, villeroy-boch.at 9 Seerosen: LED-Leuchte „Ninfee“ aus Murano- und Spiegelglas von Tulczinsky für Reflex, reflexangelo.com<br />

Fotos: Hersteller, Artedona, Santi Caleca/Fantini<br />

136 SUMMER <strong>2022</strong>


www.largilla.at<br />

GRAZ . WIEN . KLAGENFURT . SALZBURG


1<br />

2<br />

4<br />

3<br />

1 Schwerelos: Ludovica + Roberto Palomba gestalteten den Hängesessel „Panama Egg“, von Talenti, talentispa.com 2 Licht am Ufer: Schilfrohr<br />

verkörpern die Außenleuchten „Reeds“ von Klaus Begasse, von Artemide, artemide.com 3 Chill-out-Area: Nach einem Strand in Uruguay<br />

benannte Daniel Germani das runde Daybed „Solanas“ aus Stoff und Metall, von Gandía Blasco, gandiablasco.com 4 Relaxzone: elegantes Sofa<br />

„Kasbah“ aus Burma-Teakholz von David Lopez Quincoces für Living Divani, livingdivani.it 5 Seegrün: Patrick Norguet schuf den Pouf „Swing“<br />

aus Teak mit Polster in „Green Sardinia“, von Ethimo, ethimo.com 6 Sanftes Schaukeln: Japanische Stäbchen lieferten die Inspiration für Federica<br />

Biasis Sessel „Hashi“ aus Iroko-Holz von Gervasoni, gesehen bei Casa del Design, gervasoni1882.com, casadeldesign.at 7 Hotspot: modulare<br />

Outdoorküche „Àtria“ aus Edelstahl von Studio Delineo und Massimo Rosati für Abimis, abimis.com 8 Sommerfit: Bank „Ace“aus Teak und Alu<br />

von Patrick Norguet für Sport im Freien von Ethimo, ethimo.com 9 Schattig: verstellbarer Sonnenschirm „One“ von Poggesi, poggesi.com<br />

138


LIVING<br />

9<br />

NAH AM<br />

WASSER<br />

Outdoor<br />

8<br />

7<br />

Fotos: Hersteller, Cesare Chimenti/Living Divani<br />

5<br />

6<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

139


h<br />

Das stimmige Gesamtkonzept des Concept-Stores vermittelt<br />

die Stilprinzipien von Natuzzi Italia in eleganter Atmosphäre<br />

Fließende Linien, organische Formen und die Farben Blau und<br />

Weiß erinnern an Apulien und das Mittelmeer<br />

k<br />

v<br />

Harmonielehre: Exklusive Premiumsofas und luxuriöse<br />

High-End-Sessel bieten perfekten Komfort, ausgesuchte<br />

Accessoires ergänzen den „Made in Italy“-Chic<br />

Text: Alice Mandel, Fotos: Natuzzi Italia<br />

140


LIVING | SHOWROOM NATIONAL<br />

Mediterranes<br />

LEBENS-<br />

GEFÜHL<br />

Seit über 60 Jahren feiert Natuzzi Italia seine Heimat Apulien, die<br />

Schönheit der Natur und des Meeres, aber auch die genuine Lebensart<br />

und Kultur. Sie spiegeln sich in den Farben, Formen und Materialien<br />

wider und sind tief verankert in der Firmen-DNA. Der in der Nähe von<br />

Bari ansässige Global Player zählt zu einer der bekanntesten Möbelmarken<br />

überhaupt. Mit einer Werkstatt in Tarent legte Pasquale<br />

Natuzzi 1959 dafür den Grundstein, seither hält man mit Premiumprodukten<br />

konsequent an der Tradition und italienischen Handwerkskunst<br />

fest. In den 1980er-Jahren eroberte das börsennotierte Unternehmen<br />

die Welt mit modernen Ledersofas, heute führt es Sitz-,<br />

Wohnzimmer- und Küchenmöbel sowie Betten, Leuchten, Accessoires<br />

und Heimtextilien. Mit dem „Made in Italy“-Kodex bekennt man sich<br />

zu Qualität, Handwerk, Innovation <strong>–</strong> und Regionalem: Organische<br />

Formen, fließende Linien, helle Nuancen und warme Farben stehen<br />

für Apulien und die mediterrane Leichtigkeit, wie Produktnamen wie<br />

„Posidonia“, „Wave“ und „Dolcevita“ belegen. Zudem ist die Brand<br />

mehrfach mit Nachhaltigkeitszertifikaten ausgezeichnet.<br />

Vor Kurzem wurde endlich der österreichweit erste Natuzzi-Italia-<br />

Concept-Store in der Wiener City eröffnet. Dazu erläutert Chief<br />

Creative Officer Pasquale Junior Natuzzi: „Wien steht für eine reiche<br />

Geschichte an ikonischen Designs und stilprägenden Gestaltungsepochen.<br />

Wir freuen uns darauf, mit Natuzzi Italia ein Stück italienischen<br />

Lebensstil in diese außergewöhnlich schöne Stadt zu bringen.“<br />

Im mehr als 240 Quadratmeter großen Schauraum kann man ausgewählte<br />

Kreationen und wichtige Grundprinzipien ausgiebig bewundern.<br />

Der Store besticht durch die kreative und elegante Gestaltung<br />

von Architekt Fabio Novembre, im Zentrum steht die aktuelle Kollektion<br />

„Circle of Harmony“. Dafür haben acht Designstars ihre Interpretationen<br />

der Markenzeichen verwirklicht: den Reiz Apuliens, die<br />

typische Eleganz und den anspruchsvollen Komfort. Essenzieller Leitgedanke<br />

des Labels war, dass die Entwürfe eine neue Harmonie für<br />

unsere Zeit entwickeln sollten <strong>–</strong> eine Balance von Ethik und Ästhetik,<br />

etwa mit innovativen Ideen und Textilien, Nachhaltigkeit und Regionalität.<br />

Dass diese gelungen ist, davon erzählen die edlen Möbel von<br />

Paola Navone, Claudio Bellini, Mauro Lipparini, Nika Zupanc, Maurizio<br />

Manzoni, Marcantonio, Fabio Novembre sowie ByBorre. Sie lassen<br />

auch zu Hause einen entspannt-bewussten Lifestyle einziehen.<br />

Adresse: 1010 Wien, Mahlerstraße 7<br />

natuzzi.com<br />

j<br />

Unter den Entwürfen renommierter Designer findet<br />

sich auch das Sofa „Eufolia“ von Marcel Wanders Studio<br />

v<br />

Molta fortuna! An traditionelle apulische Glücksbringer angelehnt<br />

sind die dekorativen Glasobjekte „Pumi“<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

141


h<br />

Die ganze Vielfalt: In der Breitwieser „Stone World“ gibt<br />

es zumindest in Sachen Stein fast nichts, was es nicht gibt<br />

Family-Business: Manfred und Kristina Breitwieser sind die<br />

Masterminds hinter dem Erfolg des Tullner Unternehmens<br />

x<br />

Fotos: Katsey, Felix Hohagen<br />

142


LIVING | STATUSSYMBOL<br />

DER<br />

SCHÖNE<br />

STEIN<br />

Manfred und Kristina Breitwieser im Gespräch über<br />

ein exklusives Naturmaterial, den besonderen Rahmen,<br />

den es verdient, und Einzelstücke als ultimativen Luxus<br />

Von Jürgen Rumpler<br />

v<br />

Älter geht’s nicht: „Primus“, wie er<br />

liebevoll genannt wird, ist mit seinen<br />

4,2 Milliarden Jahren der älteste<br />

käuflich erhältliche Stein der Welt<br />

Man stelle sich eine Zeitspanne von 30 Millionen<br />

Jahren vor. Eine kleine Hilfe zum Vergleich:<br />

Den Homo sapiens gibt es auf der<br />

Erde seit etwa 300.000 Jahren. 99 Prozent<br />

der Zeit vergehen also, bevor der moderne<br />

Mensch in der Geschichte auftaucht. So alt,<br />

rund 30 Millionen Jahre, ist der weiße Marmor,<br />

Inbegriff des steinernen Luxus. Mit dem<br />

feinen Kalkstein kleideten schon die alten<br />

Römer ihre Bäder aus, für Könige und Kaiser<br />

wurde er aus den Steinbrüchen Italiens und<br />

der Welt geholt und in Denkmäler und<br />

monumentale Architektur verwandelt, die<br />

uns noch heute begleitet. Und dennoch würde<br />

das weiße Gold unter seinen steinernen<br />

Artgenossen als Jungspund gelten und ist<br />

gewissermaßen ein Allerweltsstein im Vergleich.<br />

Hunderte Millionen oder gar Milliarden<br />

Jahre lang wurde mancher von ihnen von<br />

den Urkräften tektonischer Plattenverschiebung<br />

und dem Druck ganzer Kontinente<br />

geformt. Das Ergebnis solchen gigantischen<br />

Zeit- und Energieaufwands holen die Menschen<br />

schon seit Jahrtausenden als Blöcke<br />

aus dem Felsen, um daraus Häuser zu bauen,<br />

damit Straßen zu pflastern und auch um mit<br />

den exklusivsten, speziellsten Steinen ihre<br />

Wohnräume zu gestalten. Bis heute. Die<br />

Palette reicht vom Marmor-Waschtisch über<br />

den Natursteinboden bis hin zur exklusiven<br />

Granitarbeitsplatte.<br />

Breitwieser hat das alles im Programm.<br />

Und noch viel mehr. Was vor über 50 Jahren<br />

mit der Herstellung von Betonwaren begonnen<br />

hat, ist heute ein Natursteinspezialist<br />

von internationalem Ruf. In der „Stone World“,<br />

dem Headquarter des Familienbetriebs im<br />

niederösterreichischen Tulln, ist auf über<br />

6.000 Quadratmetern exklusiver Stein in all<br />

seinen Facetten zu bewundern. Dort haben<br />

wir Manfred und Kristina Breitwieser auch<br />

zum Gespräch über ein echtes Statussymbol<br />

getroffen.<br />

Ich war von außen schon ganz angetan, aber<br />

von innen ist die „Stone World“ wirklich<br />

beeindruckend …<br />

Manfred Breitwieser: Vielen Dank. Für uns<br />

ist es essenziell, unsere Steine in den Mittelpunkt<br />

zu rücken, ihnen die Bühne zu bieten,<br />

die sie verdienen. Jeder einzelne ist mit Emotionen<br />

behaftet und muss sich entfalten<br />

können. Je schöner ein Produkt ist, desto aufregender<br />

sollte auch der Rahmen sein.<br />

Kristina Breitwieser: Wahrscheinlich erwartet<br />

der Besucher bei einem Steinmetz etwas<br />

anderes. Der aktuelle Showroom, die „Stone<br />

World“, ist auch kein Vergleich zu früher.<br />

Unsere allererste Halle war ein finsteres Ding,<br />

aber wir waren trotzdem richtig stolz darauf.<br />

Seitdem hat sich ganz offenkundig viel verändert<br />

…<br />

MB: Ja, bei uns hat sich in den letzten Jahren<br />

wirklich viel getan, aber auch die Ansprüche<br />

der Kunden haben sich weiterentwickelt.<br />

Anstatt des Preises steht nun die Qualität,<br />

eine fachmännische Beratung und die persönliche<br />

Betreuung im Fokus. Damit unterscheiden<br />

wir uns maßgeblich zu Mitbewerbern<br />

aus anderen Ländern wie China.<br />

Wie nachhaltig ist Stein?<br />

MB: Stein ist als Naturprodukt rundum nachhaltig.<br />

Im Vergleich zur Herstellung von keramischen<br />

Fliesen werden bei der Verarbeitung<br />

von Stein lediglich zehn Prozent der Energie<br />

benötigt. Der Stein ist als Teil der Natur ja<br />

bereits existent. Ihn mit einem Seil herauszuschneiden<br />

geht somit mit einem denkbar<br />

geringen Energieaufwand einher. Selbst<br />

wenn er irgendwann nicht mehr gefällt, kann<br />

man ihn zum Beispiel zu Kies verwerten. Für<br />

die Produktion verwenden wir ausschließlich<br />

gesammeltes und aufbereitetes Regenwasser,<br />

geheizt wird bei uns mit Erdwärme, und mit<br />

unserem Vorhaben, einer umfangreichen<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

143


Photovoltaikanlage, werden wir komplett<br />

autark. Somit produzieren wir in Zukunft,<br />

ohne einen CO2-Fußabdruck zu hinterlassen.<br />

Woher kommt Ihre Stein-Vielfalt?<br />

MB: Fast ausschließlich aus Europa. Momentan<br />

sind wir vor allem in Kroatien sehr aktiv<br />

auf der Suche, denn dort findet man einzigartige<br />

Dolit-Vorkommen. Ein wunderbarer<br />

Stein, der praktisch kein Wasser aufnimmt<br />

und sich kaum erwärmt <strong>–</strong> diese Eigenschaften<br />

machen ihn für den Außenbereich nahezu<br />

perfekt. Aktuell dürfen wir ihn bei der<br />

Neugestaltung des berühmten Wien<br />

Museums einsetzen. Eine im Vorfeld durchgeführte<br />

Studie hat gezeigt, dass diese Steinfassade<br />

im Vergleich zu Glas einen positiven<br />

Temperatureffekt von bis zu zehn Grad aufweist.<br />

In Zeiten von urbanen Hitzeinseln ist<br />

das ein erfreuliches Ergebnis.<br />

Ist es korrekt, dass jedes dieser prächtigen<br />

Stücke ein Unikat darstellt?<br />

MB: Das ist richtig. Jeder Stein sieht anders aus<br />

und das ist auch unser Vorteil. Ich erkläre es<br />

immer so: Wenn sich zwei Nachbarn, die beide<br />

unglaublich vermögend sind, einen Bugatti<br />

kaufen, dann sind die Fahrzeuge, bis auf die<br />

Farbe, identisch. Aber ein Badezimmer von<br />

Breitwieser, das gibt es immer nur ein einziges<br />

Mal, jedes weitere würde sich unterscheiden.<br />

h<br />

Natur in edler Form: Mit der „CO/CO“-Küche von Lucy.D<br />

wird das Kochen im Freien zum echten Erlebnis<br />

Prickelndes Design: Martin Mostböcks „Enzo“ macht den<br />

Champagner-Empfang gleich noch ein Stück nobler<br />

x<br />

Aber könnte man, wenn man wollte, alles aus<br />

Stein fertigen?<br />

MB: Stein ist ein puristischer Alleskönner.<br />

Obwohl sich jedes dieser Einzelstücke beim<br />

Schneiden und Verarbeiten individuell verhält,<br />

ist es uns mittlerweile möglich, fast alles<br />

daraus zu fertigen. Das macht uns stolz,<br />

denn wir haben persönlich dazu beigetragen<br />

diese Grenzen zu verschieben.<br />

KB: Mit unseren „Objects“ können wir exakt<br />

dieses diverse Spektrum abbilden. Zum Beispiel<br />

haben wir gemeinsam mit dem<br />

Designer Norbert Wangen die soeben vorgestellte<br />

Outdoor-Küche „Rax“ konzipiert.<br />

Die Umsetzung war eine Herausforderung in<br />

vielerlei Hinsicht, aber das Ergebnis spricht<br />

für sich und war die Mühen definitiv Wert.<br />

Die Kreation ist geradlinig, geradezu minimalistisch<br />

und wunderbar einzig in ihrer Art.<br />

Sie haben gerade Norbert Wangen erwähnt.<br />

Für Ihre „Objects by Breitwieser“-Linie<br />

arbeiten Sie mit renommierten Designern an<br />

außergewöhnlichen Stücken, vom Regal bis<br />

zum Sektkühler. Wie kommen diese Ideen<br />

zustande?<br />

KB: Bei uns ist das ein fließender und organischer<br />

Prozess. Mit Martin Mostböck zum Beispiel,<br />

der mittlerweile ein Freund geworden<br />

ist, saßen wir eines Tages zusammen und<br />

philosophierten über das spannende Naturmaterial<br />

Stein. Er meinte, dass er gerne damit<br />

arbeiten würde, und in einem kreativen Austausch<br />

sind wir auf den Champagnerkühler<br />

gekommen. In nur wenigen Minuten hat<br />

Martin eine schnelle Skizze von Hand<br />

gezeichnet, und so war der „Enzo“ geboren.<br />

Fotos: Lucy.D/Rendering, Katsey, Breitwieser, Felix Hohagen


LIVING | STATUSSYMBOL<br />

MB: Es versteht sich von selbst, dass wir auch<br />

unsere persönlichen Visionen einbringen.<br />

Ein gutes Exempel ist die „Rax“. Uns gefiel<br />

die Idee einer Outdoorküche, also haben wir<br />

das Projekt vorangetrieben, die Gestaltung<br />

liegt jedoch in den Händen des Designers.<br />

Dafür öffnen wir gerne unser Repertoire als<br />

Spielwiese. Durch den technischen Fortschritt<br />

sind die Möglichkeiten schier grenzenlos,<br />

und wir können mittlerweile fast alles<br />

aus einem Block schneiden. Durch die<br />

Lösung von komplexen Aufgaben gewinnen<br />

wir wertvolle Erfahrungen, die uns von der<br />

Konkurrenz abheben und somit einen Vorsprung<br />

verschaffen.<br />

Wie viele verschiedene Steinarten lagern hier,<br />

und haben Sie wirklich alle im Kopf?<br />

MB: Bei uns im Haus befinden sich ungefähr<br />

500 bis 600 verschiedene Steinarten. Einen<br />

Großteil davon habe ich immer im Gedächtnis,<br />

denn wir kaufen die Produkte selbst ein<br />

und wissen, woher sie kommen. Wir kennen<br />

die Menschen in den jeweiligen Steinbrüchen<br />

und auch die Geschichte zu jedem Stein.<br />

Wenn Sie einen Kunstsammler fragen, ob er<br />

weiß, welche Bilder er besitzt, wird er sich<br />

wahrscheinlich auch an jedes einzelne erinnern.<br />

Bei uns ist es ähnlich.<br />

KB: Wir sind auch Sammler.<br />

Stichwort sammeln: Finden Sie dann auch<br />

noch manchmal Neues?<br />

MB: Ja natürlich, neue Steine sind begehrt,<br />

ein Trend, wenn man so will. Denn der technische<br />

Fortschritt öffnet Tür und Tor für die<br />

Verarbeitung „komplizierterer“ Steine. Dazu<br />

kommt, überspitzt gesagt, dass wenn in Brasilien<br />

ein Bauer einen ungewöhnlich aussehenden<br />

Stein aus dem Acker zieht, er mittlerweile<br />

weiß, dass er da vielleicht etwas<br />

Kostbares entdeckt hat, das sich zu fördern<br />

lohnt.<br />

Da gibt es dann nur einen einzigen Her steller?<br />

MB: Der Black Beauty, ein feingemaserter,<br />

schwarzer Granit, kommt aus einem einzigen<br />

Steinbruch. Die Frau, die diesen betreibt,<br />

produziert lediglich zehn Blöcke im Jahr. Der<br />

Stein wird nicht verkauft, er wird handverlesen<br />

vergeben. Sie allein entscheidet, wer<br />

etwas von dem guten Stück erhält. Wir<br />

bekommen jedes Jahr einen Block. Derartige<br />

Steinbrüche führen vor Augen, dass es in der<br />

Regel keine riesigen Unternehmen sind, sondern<br />

dass diese eher überschaubar und klein<br />

strukturiert sind.<br />

KB: Seit Kurzem sind wir in der privilegierten<br />

Situation, dass auch der älteste Stein der<br />

Welt in unserer „Stone World“ residieren darf.<br />

Er ist 4,2 Milliarden Jahre alt, und wir haben<br />

nur exakt elf Platten davon erhalten. Ich<br />

freue mich schon, zu sehen, welche Liebhaber<br />

sich dafür entscheiden werden und wo<br />

er sein neues Zuhause finden wird. p<br />

h<br />

Messerblock mal anders: Passend zur Küche gibt es für die<br />

„CO/CO“-Kollektion natürlich die richtigen Accessoires<br />

v<br />

Aus einem Stück: Hier ist das Regal selbst der Star, nicht das, was darauf<br />

steht: „AEON“ von Rainer Mutsch, gefertigt aus einem einzelnen Marmorblock<br />

Aus zwei mach mehr: Die „Blending Marble“-Kollektion von Soda Designers<br />

schafft ganz neue <strong>–</strong> kombinierte <strong>–</strong> Steinerlebnisse<br />

x<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

145


Ein Haus am Meer als perfektes Urlaubsdomizil: Vor grandioser Naturkulisse<br />

blickt man vom dunkel verfliesten Überlaufpool direkt auf die Adria<br />

Fotos: © Roider<br />

146


LIVING<br />

MEER<br />

IN SICHT<br />

Die Adria und die pittoreske<br />

kroatische Küste sind eine<br />

fantastische Szenerie für<br />

die Strandvilla F in Zadar.<br />

Mit Liebe zum Detail hat<br />

die Manufaktur Steininger<br />

sie mit edlem Purismus<br />

und exklusiven Materialien<br />

ausgestattet und regionale<br />

Schätze miteinbezogen<br />

Die Fassade besteht aus dem berühmten Naturstein von Brac.<br />

Eine fünf Meter hohe Glasfront lässt sich komplett öffnen und<br />

verbindet die Terrasse mit den Innenräumen<br />

x<br />

k<br />

Open-Air-Lounge: Eine großzügige<br />

Sofalandschaft ist der Mittelpunkt der Terrasse<br />

SUMMER <strong>2022</strong> 147


h<br />

V. l. n. r.: Eleganter Purismus in den Farben Anthrazit und<br />

Weiß zieht sich in der Strandvilla F durch alle Räume bis<br />

ins Schlafzimmer. Klare geometrische Linien und runde<br />

Leuchten prägen die ausgewogene Ästhetik<br />

Das Meer direkt vor der Haustür, der Duft<br />

von Salzwasser in der Luft und über allem<br />

Sonne und ein strahlend blauer Himmel:<br />

In unseren Breiten ist das für viele ein absoluter<br />

Traum. Diesen hat Steininger wahr<br />

gemacht und dabei alle Ansprüche erfüllt,<br />

die man an ein Traumhaus stellen kann. Im<br />

Urlaubsparadies Kroatien liegt die Strandvilla<br />

F an der Küste von Zadar mit der Adria<br />

zu Füßen, und sie ist ein modernes Kleinod.<br />

Zur Gänze konzipiert, gestaltet und realisiert<br />

wurde das luxuriöse Privatrefugium für<br />

die Hausbesitzer von der namhaften Designmanufaktur<br />

aus Oberösterreich, und sogar<br />

bei der Inneneinrichtung war sie federführend.<br />

So entstand ein einmalig durchgestyltes<br />

Projekt: Vom Pool bis zu den<br />

kleinsten Accessoires ist das gesamte<br />

Urlaubsdomizil durchkomponiert, wie aus<br />

einem Guss und vollkommen einem angenehmen<br />

Minima lismus verpflichtet, in den<br />

die Ansprüche und Vorlieben der Bewohner<br />

perfekt integriert sind.<br />

Der ganzheitliche Ansatz zeigt sich in überlegten<br />

Details, im Respekt vor der Region,<br />

im Einsatz besonderer Materialien <strong>–</strong> und<br />

auch schon von außen. Für die geometrische<br />

Fassade wurde ein für Monumente in aller<br />

Welt beliebter und berühmter kroatischer<br />

Stein aus Brač verwendet <strong>–</strong> ideal für Kunst<br />

am Bau, der die Signatur von Mastermind<br />

Martin Steininger trägt.<br />

Fotos: © Roider<br />

148


L IVING<br />

h<br />

Die modern ausgestattete Küche wurde individuell angefertigt.<br />

Ihr Nonplusultra sind die Oberflächen aus dem Nanotech-<br />

Material Fenix <strong>–</strong> enorm robust und leicht zu reinigen<br />

Harmonisch und minimalistisch sind das Interieur und das<br />

Smarthome technisch auf dem neuesten Stand<br />

x<br />

SUMMER <strong>2022</strong> 149


LIVING<br />

w<br />

Ein Gesamtkunstwerk,<br />

das ausgesuchten<br />

Minimalismus, exzellenten<br />

Komfort und Laisser-faire<br />

verbindet, direkt am Meer<br />

hh<br />

Reine Lehre: Im Badezimmer beeindrucken<br />

Geradlinigkeit, monochrome Fronten und<br />

die frei stehende Wanne<br />

h<br />

Ständiger Begleiter bei Lunch<br />

und Dinner unter freiem Himmel:<br />

der grandiose Ausblick auf<br />

die kroatische Adria<br />

Trotz der eingesetzten schweren Natursteinplatten<br />

wohnt der 157 Quadratmeter<br />

großen Villa adriatische Leichtigkeit inne.<br />

Von allen Seiten blickt man auf das Meer<br />

und bleibt dennoch durch einen raffiniert<br />

konstruierten Sichtschutz abgeschirmt von<br />

außen. In ruhiger Privatsphäre kann man<br />

eine unbeschwerte Zeit am dunkel verfliesten<br />

Pool genießen <strong>–</strong> oder ein ausgedehntes<br />

Dinner al fresco. Denn die überdachte<br />

Terrasse bietet einen Essbereich<br />

und eine elegante Lounge für ein komfortables<br />

Leben im Freien. Außerdem kann<br />

der Bereich mit einem Vorhang abgeschlossen<br />

werden. Öffnet man die fünf<br />

Meter hohe Glasfront komplett, dann<br />

gehen das sommerliche Draußen und der<br />

innere Ess- und Wohnbereich fließend<br />

ineinander über.<br />

Indoor empfängt einen hingegen ein puristisches<br />

Ambiente in Anthrazit und Weiß. Die<br />

klaren, geraden Linien werden von runden<br />

Leuchten ergänzt und kontrastiert. Absolutes<br />

Herzstück des zentral gesteuerten<br />

Smarthomes ist die Küche: Das maßangefertigte,<br />

ultramoderne Prunkstück weist<br />

eine exklusive Ausstattung und spezielle<br />

Oberflächen aus dem äußerst robusten<br />

Nanotech-Material Fenix auf. Gekühlt und<br />

geheizt wird das Stahlbetonhaus mit einer<br />

Luftwärmepumpe. Stufen trennen den<br />

Wohnbereich von den Schlafräumen, und im<br />

Bad setzt sich die reduziert-minimalistische<br />

Ausrichtung fort. Umgeben von einem Garten<br />

mit Kunst, aromatischen Kräuterbeeten<br />

und regionalen Pflanzen dreht sich die<br />

Beachvilla jedoch ganz um einen Star: das<br />

traumhafte Mittelmeer.<br />

p<br />

Fotos: © Roider<br />

150 SUMMER <strong>2022</strong>


Provisionsfrei,<br />

direkt vom Bauträger!<br />

EXKLUSIVES WOHNEN<br />

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Dein Duft ist<br />

ein Statement<br />

Von Dr. Tatjana Lackner<br />

Kommunikations- & Verhaltens-Profilerin<br />

K<br />

örpersprache besteht nicht nur aus dem Blickkontakt,<br />

der Haltung, dem Gang oder der Mimik<br />

eines Menschen. Zur olfaktorischen und damit<br />

nonverbalen Kommunikation gehört auch unser<br />

Duft. Egal, ob Eau de Toilette oder Parfüm <strong>–</strong> Gerüche lösen im Hirn<br />

Reaktionen aus, und wir speichern sie gemeinsam mit Erinnerungen<br />

ab. Assoziationen aus der Kindheit legen Erlebtes offen. Dabei unterscheiden<br />

sich die Zuordnungen, ob etwas als wohltuend, ungut oder<br />

angenehm empfunden wird, von Person zu Person. Für mich beispielsweise<br />

riechen blühende Holunderbüsche nach Kindheit. Meine<br />

Tochter verbindet damit vor allem ihre Allergie, und meinen Mann<br />

erinnert dieser Duft gar an ein Urinal.<br />

Ich habe mich im Internationalen Museum der Parfümerie in<br />

Grasse bei den französischen „Nasen“ einmal umgesehen. Auf<br />

3.500 Quadratmetern bietet sich dem schnüffelnden Besucher eine<br />

lustvolle olfaktorische Reise. Wie riechen Kokain und Heroin? Wie<br />

Opium? Und wo wächst das von mir heiß geliebte Süßgras Vetiver?<br />

Mein eigenes Parfüm „Juniper Sling“ riecht übrigens sanft nach<br />

London Dry Gin und stammt aus der exquisiten Penhaligon’s-Serie.<br />

Auch darin findet sich ein Hauch von Vetiver. Gefühlte hundert Mal<br />

wurde ich schon auf diesen besonderen Duft angesprochen, und ich<br />

liebe die Komposition, bestehend aus Wacholder, schwarzem Pfeffer,<br />

Zimt, Orangenbrand, braunem Zucker und Kardamom, nach so vielen<br />

Jahren immer noch. Wahrscheinlich liegt der Zauber am olfaktorisch<br />

gelungenen abgemischten Akkord aus Kopf-, Herz und Basisnote. Die<br />

Kopfnote ist für die unmittelbare Entfaltung beim Aufsprühen zuständig.<br />

Sie verflüchtigt sich nach 15 Minuten, und die Herznote übernimmt.<br />

Sie bildet den sogenannten Duftkörper. Sie ist es auch, die darüber entscheidet,<br />

wie andere den Duft wahrnehmen. Wohingegen die Basisnote<br />

das Zusammenspiel aus Aromen und Haut organisiert. Alter, pH-<br />

Wert der Haut, Ernährung, ja selbst der Hormonstatus spielen bei der<br />

Duftentwicklung eines Menschen eine Rolle. In der Basisnote finden<br />

sich oft würzig-holzige Aromen. Ich selbst kenne das Gefühl, wenn<br />

meine Tochter einen tollen Duft ausprobiert, der bei mir völlig anders<br />

riecht und mich nicht mehr überzeugt. Auch dafür ist die Basisnote<br />

verantwortlich. Sie ist die Individualistin unter den drei Duftnoten.<br />

Den Tipp für „Juniper Sling“ erhielt ich von einem eleganten und viel<br />

reisenden männlichen Kunden, dem ich vor Jahren mein Leid darüber<br />

klagte, dass mein damaliges Eau de Toilette „Bogner Man Classic“<br />

plötzlich eingestellt wurde. Ich gehöre von jeher zu den Frauen, denen<br />

Damendüfte tendenziell zu süß riechen und die sich lieber mit raffinierten<br />

Herrendüften umgeben <strong>–</strong> wieder der Basisnote wegen. Im<br />

Frühsommer liegen in Südfrankreich so viele geniale Düfte in der Luft.<br />

In eigenen Gärten wachsen die Blüten, die darauf warten, aufwendig<br />

extrahiert zu werden. Rosen, Mimosen, Orangen und Zitrusfrüchte<br />

haben den reizenden Ort Grasse berühmt gemacht. Die Literatur half<br />

zusätzlich nach. Patrick Süskind hat mit seinem Roman „Das Parfüm“<br />

Foto: Die Schule des Sprechens GmbH<br />

152


KOLUMNE<br />

„Was helfen dir Sakko<br />

und Parfüm von Boss,<br />

wenn du sprichst wie<br />

ein Hugo“<br />

weltweit Furore gemacht. Die bekannte Geschichte des Frauenmörders,<br />

der Düfte sammelt, spielt ebenfalls in Grasse. Drei weitere Namen sind<br />

mit der Gegend südwestlich von Nizza verbunden: Fragonard, Molinard<br />

und Galimard. Im Mittelalter ging es vor allem darum, die stinkenden<br />

Handschuhe und ihren üblen Geruch von gegerbter Tierhaut<br />

zu übertünchen; dann wurde aus der Not eine Tugend und schließlich<br />

eine Kunst. Gerber Galimard kam angeblich als Erster auf die Idee, die<br />

Lederhandschuhe der Damen in ein Blütenbad zu legen. Das machte<br />

Schule, und man übertrumpfte sich schon bald mit cleveren Kombinationen<br />

aus Lavendel, Orangen und anderen Blüten aus den Duftgärten.<br />

Vieles lernt man hier über die Destillation von ätherischen Ölen.<br />

Wie wird der Duft der Rosen konserviert? Warum bezog Stilikone<br />

Madame Coco den teuren Jasmin für ihr legendäres Chanel Nr. 5 ausgerechnet<br />

aus Grasse? Besuchern werden Workshops zur Parfümherstellung<br />

angeboten, und im „Atelier de Tarinologie“ bei Molinard kann<br />

man sich sogar sein eigenes Parfüm zusammenstellen lassen.<br />

Die nonverbale Kommunikation erzählt bei „Fragrance Marke 08/15“<br />

aus dem Drogeriemarkt eine gänzlich andere Geschichte als beim persönlichen<br />

Parfüm aus dem eigenen Flakon. Ist jemand olfaktorischer<br />

Mainstream, Billigduftie oder Anhänger einer eher exklusiven Duftkomposition?<br />

Geld stinkt eben nicht <strong>–</strong> es hat meist sogar einen durchaus<br />

exquisiten Duft. Egal ob in der luxuriösen Automobilbranche, in<br />

der Hotellerie, in Einkaufszentren oder in der Haute Cuisine <strong>–</strong> überall<br />

sind ganze Heerscharen von Geruchsspezialisten damit beschäftigt,<br />

unsere Nasen zu erfreuen. An die Fähigkeit, etwas mit der Nase wahrzunehmen,<br />

erinnern uns sogar Redewendungen: „Herr Maier hatte<br />

ein Näschen für das Geschäft“ bedeutet, er konnte etwas voraussehen<br />

oder eine Geschäftsentwicklung erahnen. „Ich habe die Nase voll von<br />

deinem Gemeckere!“ oder „Ich kann ihn im Augenblick nicht riechen“ <strong>–</strong><br />

in beiden Fällen droht „dicke Luft“. Wenn etwas „anrüchig“ ist, dann ist<br />

es wohl dubios oder zweifelhaft. Wenn etwas „zum Himmel stinkt“,<br />

dann ist etwas faul an der Sache, und man sollte lieber „verduften“.<br />

Fazit: Die nonverbale Kommunikation umfasst auch, wie sich<br />

jemand olfaktorisch präsentiert. Denn manchmal hätten wir auf den<br />

ersten Blick an einem oder einer Fremden gar nichts auszusetzen,<br />

wäre sein Rasierwasser oder ihr Parfüm nicht so aufdringlich, süß oder<br />

schwer. Gerade in einem Land mit Jahreszeiten tragen viele einen<br />

Winterduft und ein Sommerparfüm. Das Problem: Im nächsten Winter<br />

ist dieser Duft möglicherweise gekippt. Selbst die teuersten Öle<br />

können mit der Zeit ranzig werden, die Farbe und die Basisnote verändern<br />

sich. Sobald die Flüssigkeit dunkler aussieht, ist Vorsicht<br />

geboten. Das ist einer der Gründe, warum es im Parfümmuseum in<br />

Grasse eher dunkel zugeht. Auch unsere Flakons sollten vor Licht und<br />

Hitze geschützt werden, um länger zu halten. Und wer weiß, vielleicht<br />

hatte Heinrich Heine recht: „Düfte sind die Gefühle der Blumen.“<br />

sprechen.com<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

153


2<br />

1<br />

3<br />

4<br />

5<br />

1 | Fragrantarium<br />

„Poet’s Jasmin“<br />

Zu Beginn stand der Wunsch, das traumhafte Aroma von Jasmin für<br />

die Ewigkeit einzufangen. Am besten am Morgen nach einem kräftigen<br />

Sommerschauer, wenn der Nebel aufsteigt. Eine einzigartige<br />

Essenz mit Kopfnoten von Regen, nasser Erde und Veilchenblättern.<br />

2 | CWC<br />

„Grüner Hirsch“<br />

Frisch, leicht und lebendig, wie ein Spaziergang barfuß durch die<br />

feuchte Wiese. Salbei, Rosmarin und Edelhölzer kreieren ein dezentes<br />

Parfüm und erinnern dabei an glasklare Seen oder ein wundervolles<br />

Bergpanorama in den Alpen.<br />

3 | Estoras<br />

„Antal“<br />

Eine duftende Hommage an den Abenteurer Prinz Antal Esterházy <strong>–</strong><br />

konzipiert von niemand Geringerem als seinem Enkel Paul-Anton<br />

Esterházy. Aromen von Rosa Pfeffer, Rose, Weihrauch, Vetiver und<br />

Patschuli versprechen eine olfaktorische Erlebnisreise.<br />

4 | Arve<br />

„Eau de Parfum“<br />

Die kräftige und unverkennbare Note des Zirbenöls steht hier unbestritten<br />

im Fokus. Intensiv, aber zu keiner Zeit aufdringlich und in<br />

perfektem Einklang mit Akzenten von der Zimtrinde aus Ceylon,<br />

bulgarischem Lavendel und Muskatnuss.<br />

5 | Sven Strasser<br />

„Narziss“<br />

Nur wer sich selbst liebt, kann auch andere lieben und verführen. Das<br />

ist die Botschaft dieser Duftkreation, handgemacht im Weinviertel.<br />

Galbanum, Neroli, Rote Pfefferbeeren, Karottensamen und Narzisse<br />

verbinden sich zu einem frischen, leichten Klassiker.<br />

Fotos: Hersteller<br />

154


BEAUTY | DUFT<br />

Made in Austria<br />

Duftkompositionen aus Österreich haben eine lange Tradition.<br />

Aktuell starten junge und talentierte Designer mit frischen Kreationen ein Revival.<br />

Eine olfaktorische Symbiose aus Weltoffenheit, Diversität und<br />

einer Prise Heimatliebe<br />

Von Christoph Kulmer<br />

7<br />

9<br />

6<br />

8<br />

6 | Anno 1555<br />

„Geschein“<br />

Inspiriert vom Duft der Rebblüte in einem vom Mondlicht durchfluteten<br />

Weingarten, ist dieses Eau de Parfum eine prickelnde Versuchung<br />

aus Grapefruit- und Litschinoten mit grünem Matetee und<br />

Kaschmir-Akzenten. Die Natur sendet einen Liebesbrief an die Sinne.<br />

7 | Pauline R.<br />

„4. Le Quatrième“<br />

Zart und doch geheimnisvoll, sozusagen eine sinnliche Artikulation<br />

der Liebe. Diese blumig-fruchtige Balance aus ätherischen Ölen,<br />

Balsam aus Peru, Bergamotte aus Kalabrien und Orangenblüten aus<br />

Tunesien steht für eine glückselige Verbindung.<br />

8 | Landluvt<br />

„Klu“<br />

Pure Lebensfreude mit Wow-Effekt. Diversität, Kultur und Lokalität<br />

vereinen sich in dieser Kombination aus Zitrusfrüchten, Harzen und<br />

Hölzern. Der außergewöhnliche Flakon kann jederzeit nachgefüllt<br />

werden. Eine ehrliche Ode an die Heimat.<br />

9 | Meckiie<br />

„NoPlan“<br />

Eine offene, arbiträre Komposition, die dennoch ein klares und unverwechselbares<br />

Statement setzt: die Freiheit zu leben und zu lieben.<br />

Dabei vereinen sich Patschuli, Vanille, Weihrauch, Zeder und Lindenblüten<br />

mit einem Schuss Gin zu einem Sommernachtstraum.<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

155


<strong>Summer</strong> Splash<br />

Wie man sich dreht und wendet, der Sonne sind wir mit Haut und<br />

Haar ausgeliefert. Zugegeben, es klingt dramatischer, als es ist!<br />

Pflegespezialisten helfen uns dabei,<br />

uns vor schädlicher UV-Strahlung und Dehydration zu schützen.<br />

Der perfekte Sommer kann kommen<br />

Von Christoph Kulmer<br />

2<br />

1<br />

4<br />

3<br />

5<br />

1 | La Prairie<br />

„Cellular Swiss UV Protection Veil“<br />

Anti-Aging de luxe: Die Pflegeformel beinhaltet Extrakte aus Schweizer<br />

Edelweiß, einer äußerst widerstandsfähigen Pflanze, die der Haut<br />

dabei hilft, sich schädlicher UV-Strahlung und anderen externen<br />

Stress faktoren besser widersetzen zu können.<br />

2 | Shiseido<br />

„Future Solution LX <strong>–</strong> Infinite Treatment Primer“<br />

Time to shine: Dieses Multitalent vereint die Vorteile einer Hautpflege<br />

mit einem makellosen Make-up-Finish. Es kaschiert Poren<br />

und lässt den Teint ebenmäßiger erscheinen, während die Haut vor<br />

UV-Strahlung geschützt wird. Perlmuttschimmer lässt sie strahlen.<br />

3 | Hermès<br />

„Les Mains Hermès <strong>–</strong> Rose Incarnat“<br />

Tonangeber: Ein knalliges Pink für einen unvergesslichen Sommer!<br />

Die flüssige Textur hinterlässt eine feine und absolut makellose<br />

Schicht. Inspiriert von den Farben von Emaille, ist dieser lang anhaltende<br />

Nagellack eine mutige Ergänzung für einen stilsicheren Look.<br />

4 | La Mer<br />

„The Soft Fluid Long Wear Foundation“<br />

Gute Basis: Diese Foundation versorgt die Haut mit tiefenwirksamer<br />

Feuchtigkeit. Feine Linien, unschöne Poren und Unreinheiten werden<br />

augenblicklich überdeckt <strong>–</strong> ein Frischekick für das Gesicht. Der<br />

UV-Schutz ist eine praktische Ergänzung.<br />

5 | Gucci<br />

„Rouge de Beauté Brillant“<br />

Lips don’t lie: Luxuriöse Blütenöle, wie von der Schwarzen Rose, in<br />

wohltuender Verbindung mit Karitébutter und Hyaluronsäure versorgen<br />

die Lippen 24 Stunden mit ausreichend Feuchtigkeit. „Sally<br />

Soft Honey“ ist die verführerische Trendfarbe des Sommers.<br />

Fotos: Hersteller<br />

156


BEAUTY | PFLEGE<br />

8<br />

9<br />

9<br />

6<br />

7<br />

10<br />

11<br />

6 | Chanel<br />

„UV Essentiel“<br />

Like ice in the sunshine: Egal ob wir die Sonne am Strand oder in der<br />

City genießen, unsere Gesichtshaut muss geschützt sein! Hochwertige<br />

Inhaltsstoffe wie ein Extrakt aus der Wüstenhefe ergänzen den<br />

UV-Schutz und wirken gegen Pigmentflecke.<br />

7 | La Biosthetique<br />

„After Sun Hydrating Hair Mask“<br />

Care for your Hair: Die Sonne strapaziert die Haare, das ist kein Geheim<br />

nis. Dieser Geheimtipp schafft Abhilfe: eine intensive Haarmaske,<br />

die repariert und Schäden vorbeugt. Polyphenole der Sonnenblume<br />

und Orangenschalenwachs schützen vor UV-Schädigung.<br />

8 | Dior<br />

„Dior Bronze <strong>–</strong> Beautifying Protective Creme“<br />

Der Hautverschönerer: Eine kraftvolle Kombination aus Lichtschutzfiltern<br />

und Antioxidantien sorgt für essenziellen Sonnenschutz und<br />

ein angenehmes Refreshing. Der „Tan Beautifier Complex“ unterstützt<br />

den natürlichen Bräunungsprozess für einen strahlenden Teint.<br />

9 | Guerlain<br />

„Abeille Royale <strong>–</strong> Eye R Repair Serum“<br />

Eyes only: Fokus auf die Augen bei der täglichen Beauty-Routine!<br />

Dieses kostbare Serum mit vorwiegend natürlichen Inhaltsstoffen<br />

kreiert einen frischen und jugendlichen Augenaufschlag. Dafür sorgen<br />

fleißige Bienchen mit Honig und Gelée royale.<br />

10 | Sensai<br />

„After Sun Glowing Cream“<br />

Verwöhnungsmoment: Nach einem langen Tag in der Sonne braucht<br />

die Haut ein besonders wohltuendes Pflegeprogramm. Hiermit wird<br />

sonnengestresste Haut beruhigt und durchfeuchtet. Zusätzlich wird<br />

der Bräune ein seidiger Schimmer verliehen.<br />

11 | Clarins<br />

„Sun Care“<br />

Transparentes Finish: Ein Sonnenschutzspray mit fabelhaft leichter<br />

Textur, das sofort einzieht und ein angenehmes und wohltuendes<br />

Gefühl auf der Haut hinterlässt. Hoher Schutz, Feuchtigkeitsspender<br />

und Erfrischung für den Körper an heißen Tagen!<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

157


BEAUTY | MEN<br />

Bon Voyage<br />

Mit leichtem Gepäck einmal um den Globus!<br />

Diese praktischen Pflegesets für unterwegs versorgen den Mann von Welt<br />

mit allem Nötigen für die tägliche Beauty-Routine away from home<br />

Von Christoph Kulmer<br />

Kilian<br />

Für eine dufte Reise<br />

sorgt dieser praktische Travel-Spray<br />

mit elegantem Magnetverschluss und<br />

insgesamt vier Nachfüllungen.<br />

Das Parfüm „Black Phantom <strong>–</strong> Memento<br />

Mori“ ist eine extravagante Kombination<br />

aus Mandel, Patschuli und Kaffee.<br />

Acqua di Parma<br />

Der prall gefüllte gelbe Reisebegleiter<br />

überzeugt mit einer klassischen<br />

Rasiercreme, der wohltuenden After-<br />

Shave-Emulsion, einem erfrischenden<br />

Duschgel, einem Deodorant-Spray<br />

sowie dem ikonischen<br />

Eau de Cologne „Colonia“.<br />

Barbor<br />

Diese Power-Kombination für<br />

on Tour macht müde Männer<br />

wieder munter. Sie enthält ein<br />

After-Shave-Serum, eine beruhigende<br />

Gesichts- und Augencreme sowie passend<br />

dazu ein Gesichts- und Augengel und ein<br />

Shampoo für Körper und Haare.<br />

Fotos: Hersteller<br />

158 SUMMER <strong>2022</strong>


… wenn Träume wahr werden!<br />

Edelstahlpool: Luxus im eigenen Garten<br />

Gassner GmbH | Betriebsstraße 6 | 4523 Neuzeug | Telefon: +43 7259 23 88 | www.edelstahl-pool.at


PHOTOGRAPHY | PORTRAIT<br />

Inge Prader<br />

Redaktion: Bernhard Musil, Fotos: Paul Prader (Porträtbild rechts), Inge Prader<br />

v<br />

Bundy Bundy Frisurentrends 2019<br />

Wer einmal in den Genuss kam, vor Inge Praders Linse zu<br />

stehen, wird dieses Erlebnis sein Leben lang nicht vergessen.<br />

Die 1956 in Lienz geborene Osttirolerin brilliert nicht nur<br />

durch technische Fähigkeiten, die ihresgleichen suchen. Dank ihres<br />

großen Einfühlungsvermögens gelingt es ihr auch, selbst den fotoscheuesten<br />

Menschen ein Gefühl von Geborgenheit vor ihrer Kamera<br />

zu vermitteln. Prader ist ein Fixstern der österreichischen Mode- und<br />

Porträtwelt. Nicht umsonst gilt sie als die Grande Dame der Wiener<br />

Fotografie. Ihr Kundenstamm ist mannigfaltig. So setzte sie unter<br />

anderem Kampagnen für „Wunderkind“ by Wolfgang Joop, Hanro,<br />

Schella Kann oder Casinos Austria um und porträtierte prominente<br />

Gesichter wie Anthony Hopkins, Isabella Rossellini und Anna<br />

Netrebko.<br />

Ehrgeiz sieht Prader als wichtige Tugend, allerdings nur dann,<br />

wenn man nicht alles zu ernst nimmt und mit dem nötigen Maß an<br />

Lebenslust und Gelassenheit dem Leben und den beruflichen<br />

Herausforderungen entgegentritt. Der Startschuss zu ihrer beeindruckenden<br />

Karriere war streng genommen dem Zufall geschuldet.<br />

Sie wollte lediglich eine Lehre beginnen, landete auf diesem Wege<br />

bei einem Fotografen in Lienz, und kurz darauf war klar, welcher Weg<br />

ihr vorgegeben war. Ihre Leidenschaft für die Fotografie war geweckt,<br />

begann immer heftiger zu lodern und erlosch nie mehr. Sie machte<br />

ihren Abschluss an der Höheren Graphischen Bundes-Lehr- und<br />

Versuchsanstalt in Wien und eröffnete gemeinsam mit ihrem Ehemann<br />

Paul ein Studio, in dem sich über Dekaden Topmodels, Modekoryphäen,<br />

Szenegrößen und Celebritys tummelten.<br />

Inge Prader ist eine Vorreiterin des „female gaze“ <strong>–</strong> des weiblichen<br />

Blicks <strong>–</strong>, denn dank ihres Talents und ihrer unbändigen Willenskraft<br />

etablierte sie sich in einer damals fast ausschließlich von Männern<br />

dominierten Branche. Prader wollte sich nie Konventionen<br />

unterordnen. Sie bewies, dass eine Neupositionierung des Status quo<br />

nicht nur nötig, sondern gesellschaftlich förderlich ist, und ebnete<br />

durch ihr Schaffen den Weg für aufkommende Fotografinnen in<br />

unterschiedlichsten Bereichen.<br />

prader.at<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

161


Wunderkind Kampagne 2008<br />

Schella Kann Kampagne SS <strong>2022</strong> Schella Kann Kampagne SS <strong>2022</strong>


PHOTOGRAPHY | PORTRAIT<br />

Schella Kann Kampagne SS 2019<br />

Schella Kann Kampagne FW 2021/22<br />

Life Ball Style Bible 2014<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

163


PHOTOGRAPHY | PORTRAIT<br />

h<br />

Life Ball Style Bible 2015<br />

k<br />

Life Ball Style Bible 2014<br />

Editorial News Magazin 2017<br />

x<br />

k<br />

Editorial MAG Magazin 2015<br />

164 SUMMER <strong>2022</strong>


Life Ball Style Bible 2015<br />

166


PHOTOGRAPHY | PORTRAIT<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

167


PHOTOGRAPHY | PORTRAIT<br />

h<br />

Austria <strong>–</strong> Tierschutzkalender 2021 <strong>–</strong> Ziege<br />

k<br />

Austria <strong>–</strong> Tierschutzkalender 2021 <strong>–</strong> Kaninchen<br />

Austria <strong>–</strong> Tierschutzkalender 2021 <strong>–</strong> Nutria<br />

x<br />

168 SUMMER <strong>2022</strong>


DAHEIM.<br />

IN MIETE ODER EIGENTUM.<br />

WILLKOMMEN IM WOHNSALON.<br />

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VERKAUF ÜBER EMOTIONEN<br />

STAGING „LOOK AND FEEL“<br />

CUSTOM EXPERIENCE


Der Bildband „Ibiza Bohemia“ ist eine Hommage an die wunderschöne<br />

Mittelmeerinsel. Seit jeher gilt sie als Zuhause für Künstler, Musiker und Kreative<br />

Von Elisabeth Muth<br />

PEACE &<br />

FREEDOM<br />

Fotos: Petrovsky & Ramone, Renu Kashyap<br />

170


COFFEE TABLE BOOK<br />

„IBIZA Bohemia“ ist<br />

im Assouline-Verlag<br />

erschienen<br />

Die Hippies sind seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil des kollektiven<br />

Gedächtnisses von Ibiza. Aber um das Wie und das Warum der<br />

Hippie-Invasion auf Ibiza wirklich zu verstehen, muss man bis in die<br />

goldenen Jahre Hollywoods zurückgehen, als eine Gruppe von<br />

Boheme-Schauspielern und -Anhängern ein Boot vom spanischen<br />

Festland nahm, um dieses Inselparadies zu entdecken.<br />

Errol Flynn flüchtete sich vor seinen neuesten Skandalen, kurze<br />

Zeit später folgten Elizabeth Taylor und Ursula Andress und in den<br />

50er-Jahren die jungen englischen Aristokraten und auch Diana Rigg<br />

und Maggie Smith. Sie alle legten den Grundstein für das Ibiza, das<br />

man heute kennt. Sie alle waren Nonkonformisten, künstlerisch in<br />

Literatur, Musik oder bildender Kunst begabt, sie ebneten den Weg<br />

für die Blumenkinder der späten 60er- und 70er-Jahre. Und alle<br />

hatten sie eines gemeinsam, nämlich ein entgegen den Normen ausgerichtetes,<br />

„freies“ Leben zu führen, Sie werden heute wie früher als<br />

„Bohemians“ bezeichnet. Ibiza ist der Inbegriff eines mediterranen<br />

Hotspots, in dem Yoga-Retreats und ein ausuferndes Nachtleben die<br />

gleiche Berechtigung haben. Früher für die Stars der Nachkriegszeit,<br />

die ihre Ruhe suchten, für Hippies während des <strong>Summer</strong> of Love,<br />

später für Rocklegenden wie Pink Floyd, Freddie Mercury und Joni<br />

Mitchell und in jüngster Zeit für Meinungsbildner wie Kate Moss und<br />

Jade Jagger.<br />

Der Bildband „Ibiza Bohemia“ aus dem Assouline-Verlag erkundet<br />

diese bunte Welt mit ihren malerischen Klippen, den legendären<br />

Charakteren und den typischen Interieurs, die den unverwechselbaren<br />

Stil der Insel ausmachen. Die Autorin Maya Boyd ist Reiseschriftstellerin<br />

und arbeitet unter anderem für „Condé Nast Traveller“,<br />

„Elle“ und „The Guardian“. Sie ist Gründerin des kulturellen und historischen<br />

Forums Ibiza Insights und hat schon als Kind ihre endlosen<br />

Sommerferien mit ihrem Vater auf der Insel verbracht. Fotografin<br />

Renu Kashyap ist Modestylistin und Redakteurin, die jahrelang auf<br />

der ganzen Welt arbeitete, bis sie 2012 mit ihrem Mann und ihrer<br />

Tochter nach Ibiza zog. Sie ist Partnerin bei Caramba Productions,<br />

einem Unternehmen mit Sitz auf Ibiza. Dieses Feel-good Coffee Table<br />

Book haben wir bei Select, Seitzergasse 1<strong>–</strong>3, 1010 Wien, entdeckt.<br />

assouline.com<br />

SUMMER <strong>2022</strong> 171


EDITORIAL<br />

Fotos: Duy Vo, Renu Kashyap, Anne Dokter


COFFEE TABLE BOOK<br />

v<br />

Der Baum des Lebens: Duncan, Lisca, June und Phoenix und Pixie<br />

Stutterheim aus Amsterdam<br />

Pure Lebensfreude, das ist es, was Ibiza schon immer vermittelt hat.<br />

Das gilt auch heute noch und macht die Insel zum begehrten Hotspot<br />

für Party-People und all diejenigen, die Freiheit leben wollen<br />

x<br />

SUMMER <strong>2022</strong> 173


„IBIZA IS<br />

ALWAYS<br />

A GOOD IDEA<br />

JUST LOVE<br />

PEACE AND<br />

HAPPINESS“<br />

Fotos: Anne Menke, Duy Vo, Renu Kashyap


k<br />

Das deutsche Model<br />

Vanessa Breuer mit Tochter<br />

Luca am Strand<br />

in Utopia<br />

COFFEE TABLE BOOK<br />

Eine der vielen<br />

schmalen Straßen<br />

in Dalt Vila<br />

v<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

175


COFFEE TABLE BOOK<br />

hh<br />

Ibiza war schon immer der Treffpunkt von Künstlern und<br />

Intellektuellen, die hier ihre Freiheit ausleben konnten<br />

h<br />

Den Wind, das Wasser und die Wellen spüren und sich einfach<br />

fallen lassen! So genießt man das Leben richtig und pur<br />

b<br />

Einmal Hippie, immer Hippie! Der unverkennbare Ibiza-<br />

Lifestyle ist ein Garant für gute Laune<br />

Fotos: Renu Kashyap, Anne Dokter, Philippe Vogelenzang, Petrovsky & Ramone<br />

176


ADVERTORIAL<br />

Discover<br />

your fertility<br />

Mit seinem Institut für Familien- und Fruchtbarkeitsvorsorge<br />

unter dem klingenden Namen Family & Fertility Kolleg startet<br />

Dr. Alexander Just eine österreichweite Kampagne<br />

Fotos: Bernhard Musil, Art by Jonathan Berkh<br />

Mit seinem Family & Fertility Kolleg rückt der renommierte Gynäkologe<br />

und Familienvorsorge-Experte Dr. Alexander Just das so wichtige<br />

Thema für Frauen und Männer ab 25 Jahren klar in den Mittelpunkt<br />

des Gesundheitsbewusstseins. Weg von „Hätte ich gewusst …“<br />

und „Wäre mir gesagt worden …“, hin zu einer selbstbestimmten<br />

Zukunft für eine Familie und gesunde, natürliche Fruchtbarkeit. Es<br />

ist ihm ein persönliches Anliegen, zur Bewusstseinsbildung beizutragen<br />

und den ersten Schritt <strong>–</strong> „JUST ONE STEP“, wie er seine<br />

eigens entwickelte Untersuchungsmethode nennt <strong>–</strong> als regelmäßige<br />

Vorsorgeuntersuchung, die so selbstverständlich werden sollte wie<br />

die jährliche Gesundenuntersuchung, zu etablieren. Um den Status<br />

seiner eigenen, natürlichen Fruchtbarkeit frühzeitig zu erkennen und<br />

altersentsprechend zu handeln. Weil: Wann ist „später“ zu spät?<br />

Frauen können während ihrer gesamten reproduktiven Zeit nur<br />

auf eine begrenzte Anzahl von Eizellen zurückgreifen. Bis zum<br />

30. Lebensjahr haben alle Frauen ihre bestmögliche Eizellenqualität.<br />

Doch Frauen nutzen diese biologisch wichtige Phase in ihrem Körper<br />

immer weniger für das erste Kind, aber leider auch nicht zur Vorsorge<br />

für dieses so wichtige Herzensthema von uns Menschen. Der Wunsch<br />

nach Kindern wird anderen Lebenszielen oft zeitlich nachgereiht.<br />

Frauen und Männer, die den Status ihrer Fertilität nicht kennen, stehen<br />

später oft vor persönlich kaum lösbaren Problemen. Sich selbst<br />

für fruchtbar zu halten, ohne es tatsächlich zu wissen, führt immer<br />

öfter in eine biologische Einbahnstraße, aus der selbst die moderne<br />

Reproduktionsmedizin keinen wirklichen Ausweg aufzeigen kann.<br />

Für den Mediziner ist es zutiefst unbefriedigend, oft wenig tun zu<br />

können <strong>–</strong> als Mensch, als Arzt und vor allem als Spezialist für Reproduktionsmedizin.<br />

Biologisch und medizinisch sind ihm die Hände<br />

gebunden, denn er kann zwei Dinge nicht: Eizellen nachwachsen<br />

lassen und Frauen verjüngen. Wenn bei einer Frau im Alter von beispielsweise<br />

ab 35 Jahren nur noch wenige eigene Eizellen vorhanden<br />

sind, fehlt die medizinische Alternative. Discover your fertility!<br />

wunsch-kinder.at<br />

family-fertility.at<br />

„Ich kann<br />

vieles, aber<br />

keine Eizellen<br />

nachwachsen<br />

lassen!“<br />

Dr. Alexander Just, Experte für<br />

Reproduktive Vorsorge<br />

und Kinderwunsch<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

177


KULINARIK | ZU BESUCH BEI<br />

Dieser wunderbare Garten birgt<br />

viele Geheimnisse, die es zu lüften<br />

und zu entdecken gilt<br />

SchatzDER<br />

Botanik<br />

Der Schilterner Schlossgarten, bereits 1706 namentlich erwähnt,<br />

beherbergt seit nunmehr 30 Jahren den Verein Arche Noah,<br />

der sich um den Erhalt und die Entwicklung der Kulturpflanzenvielfalt<br />

kümmert. Ein zauberhafter Schaugarten für Jung und Alt<br />

Es ist definitiv ein Vorzeigeprojekt, das seinesgleichen sucht. Mit<br />

einer der größten privaten Kulturpflanzensamenbanken in ganz<br />

Europa setzt sich der gemeinnützige Verein Arche Noah für mehr<br />

Diversität in Gärten, auf Äckern und Märkten ein <strong>–</strong> und das mit sensationellem<br />

Erfolg. Darüber hinaus engagiert er sich auch für den<br />

verantwortungsvollen Umgang in Politik und Wirtschaft mit den<br />

knappen Ressourcen unseres Planeten und vermittelt Wissen rund<br />

um alte Pflanzensorten. AURUM <strong>999</strong>,9 hat sich mit Geschäftsführer<br />

Volker Plass zu einem inspirierenden Austausch getroffen.<br />

Herr Plass, wie steht es um unsere Kulturpflanzenvielfalt?<br />

Leider sehr schlecht, die UNO schätzt, dass ungefähr 75 Prozent<br />

davon unwiederbringlich verloren gegangen sind. Das ist der Grund,<br />

warum wir von Arche Noah tausende gefährdete Gemüse-, Obst- und<br />

Getreidesorten bewahren und weiterentwickeln.<br />

Wie würden Sie Ihre Aufgaben definieren?<br />

Wir sind ein gemeinnütziger Verein und engagieren uns seit über<br />

30 Jahren für die Erhaltung von Vielfalt und wollen dieses Wissen auch<br />

in unserem Schaugarten weitergeben. Lokal angepasste Sorten sind<br />

meist robuster als globale Industriesorten. Wir sind im Zeitalter des<br />

Klimawandels darauf angewiesen, dass die seit Jahrtausenden entwickelte<br />

Kulturpflanzenvielfalt auch erhalten bleibt, ebenso wie deren<br />

wild wachsende Verwandte und die gesamte botanische Biodiversität.<br />

Wie können wir uns Ihren botanischen Schatz vorstellen?<br />

Unser Archiv ist eine Sammlung von circa 5.500 verschiedenen<br />

Samen, Zwiebeln und Knollen. Etwas Besonderes sind unter anderem<br />

die sogenannten Landsorten, die jahrhundertelang durch nachbarschaftlichen<br />

Tausch weitergegeben wurden. Diese sind heute gefährdet,<br />

da sich die Lebensmittelproduktion komplett verändert hat. Und<br />

natürlich haben wir auch Samen von historischen Kulturpflanzen, die<br />

längst aus unseren Gärten verschwunden sind. Die Sortenerhaltung<br />

ist für uns Bewahrung von Kulturgut im wahrsten Sinne.<br />

Das heißt, längst vergessene Sorten feiern bei Ihnen ein Revival?<br />

Ja, entweder als Saatgut oder als Jungpflanze. Es ist wirklich essenziell,<br />

die Vielfalt in jedem Garten zu fördern, damit sie auch für die kommenden<br />

Generationen erhalten bleibt. Ich kann nur jedem empfehlen,<br />

uns in Schiltern zu besuchen. In unserem Schaugarten wachsen jedes<br />

Jahr hunderte seltene Gemüse- und Obstsorten, wir haben tolle Gartenführungen,<br />

und in der Gartenküche kann man die Raritäten auch<br />

kulinarisch entdecken. So lernt man viel über Anbau und Verwendung,<br />

hört Geschichten über fast vergessene Pflanzen und kann sich selbst<br />

ein Bild davon machen, wie wichtig unser Engagement ist. Generell<br />

gilt es, die Vielfältigkeit zu schützen, diese Pflanzen sind die Grundlage<br />

für unsere Ernährung. Das gilt für jetzt, aber auch für die Zukunft.<br />

arche-noah.at<br />

Redaktion: Elisabeth Muth, Foto: Rupert Pessl<br />

178 SUMMER <strong>2022</strong>


Cook & Sound<br />

Garten und Küche sind zwei ganz besondere Orte, die man perfekt kombinieren kann.<br />

FLAM.E verbindet diese beiden Elemente miteinander und ermöglicht stilvolles<br />

Kochen im Freien <strong>–</strong> das ganze Jahr über. Mit der Sound & Cook genießen Sie höchste Qualität vereint<br />

mit sattem Sound und indirekter Beleuchtung, kurzum den vollen Luxus einer Outdoor-Küche.<br />

Wir erweitern Lebensräume: www.flam-e.at


k47.wien Art-Edition<br />

Design by Green Dog für k47.wien<br />

Event-Penthouse k47.wien<br />

Franz-Josefs-Kai 47 | 1010 Wien<br />

+43-1-22 600 28<br />

www.k47.wien


KULINARIK | BEST OF<br />

h<br />

Das perfekte Duo:<br />

Elias Metaxa und Konstantinos Raptis<br />

v<br />

Auf Samos gedeiht die<br />

Muskatellertraube bestens<br />

Weniger ist mehr. Der streng limitierte „AEN Three Generations“ ist<br />

eine intensive Hommage an die traditionsreiche Geschichte der Familie<br />

Metaxa und gewährt einen verführerischen Blick in die Zukunft<br />

Redaktion: Elisabeth Muth, Fotos: Metaxa<br />

Alles begann 1888, als die Marke Metaxa von Spyros Metaxa gegründet<br />

wurde. Nach Generationen prägt nun Spyros’ Enkel Elias Metaxa<br />

den Prozess der Herstellung und verleiht der Destillation seine persönliche<br />

Note. Der „Metaxa AEN Three Generations“ wurde 1980 von<br />

Elias aus speziellen Blends hergestellt, die jahrzehntelang zur Reifung<br />

aufbewahrt wurden. Gemeinsam mit dem jetzigen Metaxa-Master<br />

Konstantinos Raptis, einem engen Vertrauten von Elias, beschloss<br />

man, den edlen Tropfen 2020 mit der Welt zu teilen. Schließlich hat<br />

die Abfüllung den ihr gebührenden Platz an der Spitze der wertvollsten<br />

limitierten Editionen des Hauses Metaxa verdient.<br />

AEN bedeutet ewig und symbolisiert den lebendigen Geist des<br />

Hauses, der von einer Generation zur nächsten weitergegeben wird <strong>–</strong><br />

so auch die Philosophie innerhalb der Metaxa-Familie. Der „Metaxa<br />

AEN Three Generations“ ist die Krönung jahrhundertelanger Hingabe<br />

und nicht nur eine Hommage an die berühmte Familie, deren<br />

Ursprung auf der Insel Samos liegt, sondern auch an das griechische<br />

Terroir. Die Bedingungen dort sind ideal für das Gedeihen der Muskatellertrauben,<br />

die für die aromatischen, süßen Muskatweine verwendet<br />

werden, die wiederum als Basis für den markanten Geschmack<br />

von Metaxa dienen. Sie reifen seit jeher in den Kellern des Hauses,<br />

früher in Piräus, heute in Kifissia, und werden dann mit den feinsten<br />

gealterten Weindestillaten und einer Infusion von mediterranen<br />

Kräutern vermischt, die für die einzigartige Tiefe verantwortlich<br />

zeichnen. Im „Metaxa AEN Three Generations“ werden diese harmonischen<br />

Zutaten, die durch den langen Reifeprozess im Laufe der<br />

Jahrzehnte an Intensität und Geschmack gewonnen haben, zu einer<br />

vielschichtigen Spirituose zusammengeführt.<br />

„Metaxa AEN Three Generations“ ist die Krönung eines über<br />

mehrere Generationen hinausreichenden Engagements für Kreation,<br />

Entdeckung und Entwicklung. Für Österreich gibt es ein limitiertes<br />

Kontingent von zwölf Flaschen, zu entdecken im ausgesuchten Spirituosenfachhandel<br />

zu je 2.000 Euro.<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

181


KULINARIK<br />

New<br />

in town<br />

AURUM <strong>999</strong>,9 präsentiert die neuen Hotspots<br />

für einen perfekten Sommer in der City<br />

Up in the Sky<br />

mariatrink Rooftop-Bar<br />

Einen neuen Wiener Hotspot haben die Betreiber des Lifestyle-Hotels<br />

„Jaz in the City“ mit ihrer hippen Rooftop-Bar „mariatrink“ geschaffen.<br />

Hier hat man einen einzigartigen Blick über die Dächer Wiens. Zentral<br />

zwischen Mariahilfer Straße und Naschmarkt gelegen, wird hier<br />

cooler Sound gelebt: Sowohl das Hotel als auch die Bar sind offen für<br />

Musiker, die Platz für Shootings, Aufnahmen oder Präsentationen<br />

benötigen. Auf der kultverdächtigen Dachterrasse genießen die Gäste<br />

neben außergewöhnlichen Cocktails auch wunderbares Soulfood.<br />

Und wie es sich im Innenbereich einer Bar gehört, laden kuschelige<br />

Sitzgelegenheiten aus Samt zum Relaxen und Verweilen ein. Laue<br />

Sommernächte mit Rundumblick <strong>–</strong> was will man mehr?<br />

jaz-hotel.com<br />

Sommerfrische in the City<br />

Picknick-Pop-up der Heldenbar auf dem Heldenplatz<br />

Die Sonnenstrahlen locken und lassen den Wunsch nach der früher<br />

so viel geliebten Sommerfrische wieder aufleben. Dazu muss man<br />

nun nicht unbedingt in die Peripherie, denn Paul Rittenauer und sein<br />

Team rufen bereits zum zweiten Mal zum legendären Picknick-Popup<br />

der „Heldenbar“ auf dem Heldenplatz mitten in der Wiener<br />

Innenstadt. Wunderbar gefüllte Gourmet-Picknickkörbe warten auf<br />

Sonnen- und Freilufthungrige an diesem magischen Outdoor-Hotspot.<br />

Und man hat die Wahl, denn entweder bleibt man mit seinem<br />

Korb auf der Wiese vor Ort oder zieht in einen der vielen Parks in der<br />

Nähe weiter. Und sollten die Getränke ausgehen, können sie jederzeit<br />

an der „Heldenbar“ nachgeordert werden. Wer sich jetzt Sorgen um<br />

sein Business-Outfit macht <strong>–</strong> für Decken ist natürlich gesorgt. Wir<br />

finden es ganz wunderbar!<br />

heldenbar.at<br />

Wohnzimmerflair<br />

Mixology Bar im Park Hyatt Vienna<br />

Die ehemalige Zigarrenlounge im Luxushotel „Park Hyatt Vienna“<br />

hat nun eine neue Bestimmung gefunden. In der „Mixology Bar“<br />

wurde ein gewohnt gemütliches Ambiente kreiert, in dem Whisky,<br />

Whisky-Drinks sowie Cocktails maßgeschneidert zubereitet werden.<br />

Auf dem eigens dafür anfertigten Manhattan-Trolley mischen Bar-<br />

Manager Martin Holzer und sein Team fantastische Kreationen direkt<br />

vor den Augen der Gäste. Auf diese Weise können sie auf die individuellen<br />

Geschmäcker eingehen. Einer der Signature-Drinks ist<br />

sicherlich der „Living Room Manhattan“, ein Cocktail, der die Komplexität<br />

von Whisky exzellent in den Fokus rückt. Selbstverständlich<br />

werden auch edle Champagner und erlesene Weine kredenzt. Leidenschaft<br />

und höchste Qualität sind die Grundlagen im „Mixology“<br />

und werden Wiens Kosmopoliten begeistern.<br />

hyatt.com<br />

Redaktion: Elisabeth Muth, Fotos: Heldenbar/Colin Cyrus, Jaz in the City/Jürgen Hammerschmid, Park Hyatt Vienna<br />

182 SUMMER <strong>2022</strong>


Showroom<br />

Bäckerstr. 3/6A, 1010 wien<br />

Köllnerhofgasse 2, 1010 wien<br />

Gumpendorferstraße 124 + 137, 1060 wien<br />

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VERANTWORTUNGSVOLLER GENUSS AB 18 JAHREN.


KULINARIK | MENU À LA CHEF<br />

Alles,<br />

nur nicht leise<br />

Juan Amador steht mit drei Michelin-Sternen erneut<br />

an der Spitze der kulinarischen Hierarchie und überrascht<br />

seine Gäste mit unerwarteten Geschmackskreationen<br />

Hochdekorierter<br />

Spitzenkoch: Juan Amador<br />

Redaktion: Elisabeth Muth, Fotos: Lucas Kirchgasser, Porträt: Inge Prader<br />

Im beeindruckenden Gewölbe mit<br />

Backsteinmauern hat man eine<br />

gute Sicht auf den Fasskeller<br />

Wer einmal im „Amador“ essen war, weiß, dass er bei<br />

einem Ausnahmetalent speiste. Seit 2016 hat sich<br />

das Restaurant in Wien einen absoluten Spitzenplatz<br />

erobert und ist ein luxuriöser und entspannter<br />

Treffpunkt für ein Mittag- oder Abendessen im<br />

Grünen im 19. Bezirk. Das umgebaute Weinkellergewölbe des Winzers<br />

Hajszan Neumann hat nur 30 Sitzplätze und einen exklusiven<br />

„Krug-Tisch“. Bemerkenswert sind auch die umfangreiche Sammlung<br />

an Prestige-Champagnern und ein Weinkeller mit 1.200 Flaschen.<br />

Juan Amador, ein Deutscher mit spanischen Wurzeln, der der Liebe<br />

wegen nach Österreich gezogen ist, spielt mit Temperaturen, Texturen<br />

und Garbedingungen. Nicht die Technik, sondern ein Produkt<br />

von herausragender Qualität gibt den Ton an und bildet die Basis für<br />

die beste Zubereitung. Je einfacher ein Gericht erscheint, desto komplexer<br />

ist es. Es reizt Amador, subtil zu kombinieren und zu verschmelzen.<br />

Denn eines ist ihm wirklich wichtig <strong>–</strong> er möchte, dass<br />

seine „Werke“ in den Köpfen der Gäste verankert bleiben. Der einzigartige<br />

Geschmack und die Ästhetik sollen unverwechselbar sein. Und<br />

das ist im voll und ganz gelungen.<br />

In der Küche trifft sein spanisches Temperament auf deutsche<br />

Tugenden. Seine farbenfrohen Gerichte sind kraftvoll, intensiv und<br />

aromatisch. Und immer handwerklich präzise. Er spielt mit der Wahrnehmung<br />

seiner Gäste und überrascht sie mit ungewöhnlichen<br />

Kreationen, wie zum Beispiel geeister Beurre blanc, Mieral-Taube mit<br />

Purpur-Curry oder dem „Grünen Laubfrosch“ mit Jakobsmuschel und<br />

Petersilie. Seine Kreationen sind kein stilles Vergnügen, sie verlangen<br />

volle Aufmerksamkeit. Sie sind alles, nur nicht leise. Genauso wie<br />

Juan Amador, der mit seinem Engagement auch <strong>2022</strong> wieder der<br />

unangefochtene Spitzenreiter der Branche bleibt. Er folgt in der<br />

Zubereitung keiner Mode und keinen Trends, hier gibt es nichts zu<br />

verstecken, nur zu entdecken. Und sich voll und ganz auf Juan<br />

Amador und sein Team einzulassen.<br />

Im nachfolgenden Menü à la Chef präsentiert AURUM <strong>999</strong>,9 eine<br />

Auswahl der einzigartigen Kreationen von Juan Amador und hofft,<br />

Sie damit inspirieren zu können. Buon appetito!<br />

restaurant-amador.com<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

185


Portugiesische ungestopfte<br />

Gänseleber von Eduardo Sousa<br />

Sauternes | Weintrauben<br />

Chiriboga-Blue-Käse aus Bayern


KULINARIK | MENU À LA CHEF<br />

Bretonischer Steinbutt<br />

Topinambur | Boudin Noir | Liebstöckel<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

187


KULINARIK | MENU À LA CHEF<br />

Kaisergranat<br />

Kalbskopf / Schwarzer Senf / Nussbutter<br />

Mieral-Taube „The next Chapter“<br />

Mango | Coconut | Curry<br />

188 SUMMER <strong>2022</strong>


Des Kaisers Schmarrn<br />

Quitte<br />

Tahiti-Vanille<br />

Keine Rosinen


Der Polarstern gilt seit Jahrhunderten als<br />

Wegweiser. Umso wichtiger ist er, wenn man<br />

ausgetretene Pfade verlassen möchte. Oder auch,<br />

wenn man bereit ist, Innovationen zu verwirklichen<br />

Der junge schwedische Hersteller von Premium-Elektro-Performance-Fahrzeugen<br />

hat sich zur Aufgabe gemacht, als Leitstern die<br />

Industrie herauszufordern und ihr neue Orientierung zu geben:<br />

Polestar treibt einen Wandel in der Autobranche, aber auch in der<br />

Gesellschaft voran. Alles begann im Oktober 2017, als die neue Marke<br />

Polestar ihr „Halo Car“ enthüllte. Polestar 1 ist ein Plug-in-Hybrid, der<br />

seinesgleichen sucht: Nicht nur, weil er über einen hochentwickelten,<br />

technisch innovativen Antriebsstrang und eine Karosserie aus carbonfaserverstärktem<br />

Kunststoff verfügt, sondern vor allem, weil er in<br />

autoaffinen Kreisen großes Interesse geweckt hat. Weltweit waren<br />

von dem mehrfach ausgezeichneten, 609 PS starken Performance GT<br />

nur 1.500 Stück erhältlich, ehe die Produktion Ende 2021 eingestellt<br />

wurde. In Österreich gibt es eine Handvoll Polestar 1, der letzte<br />

wurde kürzlich verkauft.<br />

Wahres Sammlerstück<br />

Worum es Polestar bei diesem Fahrzeug ging? Nicht nur darum, sich<br />

als Marke vorzustellen und zu positionieren, sondern auch darum,<br />

die Grenzen des Machbaren zu verschieben. Für die Optimierung der<br />

Aerodynamik haben die Schweden keine Kosten und Mühen<br />

gescheut und den Polestar 1 in einen 163 Meter langen Stahltunnel<br />

und vor einen drei Tonnen schweren Ventilator gestellt. Stundenlange<br />

Computersimulationen und eine Menge Flüssigstickstoff später<br />

setzt der Polestar 1 ein innovatives Zeichen und gilt als besonderes<br />

Sammlerstück. Dieser Bezeichnung wird er nur zu gern gerecht: Mit<br />

der einzigartigen Initiative „Art for Art“ bot Polestar sein Meisterwerk<br />

zum Tausch an. Kunstschaffende und Sammler hatten die<br />

Möglichkeit, Kunst gegen einen Polestar 1 zu tauschen. Sozusagen<br />

ein Sammlerstück für ein Sammlerstück. Polestar erhielt mehr als<br />

500 Angebote aus aller Welt, darunter Gemälde, Skulpturen, Fotografien<br />

und mehr. Der erste Tausch fand im März <strong>2022</strong> statt <strong>–</strong> zwischen<br />

Polestar und einem anonymen Sammler von Street-Art, der ein<br />

Originalkunstwerk gegen einen Polestar 1 getauscht hat.<br />

Wohin die Reise geht<br />

Wo eine 1, da auch eine 2 und bald eine 3. Im Polestar Produktportfolio<br />

gibt es aktuell Polestar 2, das erste Serienmodell der Marke. Die<br />

elektrische Fließhecklimousine überzeugt mit skandinavischem<br />

Fotos: Polestar<br />

190


ADVERTORIAL<br />

j<br />

Hochwertige Verarbeitung trifft im<br />

Konzeptfahrzeug Polestar O 2 auf<br />

nachhaltige Materialien<br />

v<br />

Der streng limitierte Polestar 1 ist in<br />

jeder Hinsicht besonders und gilt als<br />

begehrtes Sammlerstück<br />

k<br />

Der Polestar O 2 definiert den<br />

Sportwagen für das Elektrozeitalter neu<br />

Design und satter Performance, womit sie sich in vielen Aspekten an<br />

ihrem Vorgänger orientiert. Für <strong>2022</strong> ist außerdem bereits der vollelektrische<br />

Premium-Elektro-SUV Polestar 3 angekündigt. Mit einer<br />

aerodynamischen Karosserie auf einer eigens für elektrifizierte Fahrzeuge<br />

entwickelten Plattform soll er neue Maßstäbe für SUVs im<br />

Elektrozeitalter setzen <strong>–</strong> sowohl in Sachen Nachhaltigkeit als auch<br />

Leistung und Fahrspaß. Möglich ist das durch kompromissloses<br />

Design, hochwertigste Materialien und den Einsatz innovativer<br />

Technologien. So wird der Polestar 3 dank LiDAR-Sensor und zentraler<br />

NVIDIA-Rechenleistung etwa autonomes Fahren auf Autobahnen<br />

ermöglichen. Auch Polestar 4 und Polestar 5 warten bereits<br />

im Designstudio in Göteborg auf ihre Enthüllung. Für Letzteren<br />

stand der ursprünglich als Studie präsentierte Polestar Precept<br />

Modell <strong>–</strong> eine viertürige vollelektrische Sportlimousine, die 2024 in<br />

Produktion gehen wird. Apropos Studie: Jüngst hat Polestar sein<br />

zweites Konzeptfahrzeug vorgestellt, das auf der Designsprache des<br />

Precept aufbaut. Das Hardtop-Cabrio Polestar O₂ definiert den Sportwagen-Roadster<br />

für das Elektrozeitalter neu und bringt die Vision<br />

von Performance und einem aufregenden Fahrerlebnis zum Ausdruck.<br />

Er ist ein Vorgeschmack auf das, was Polestar noch so im<br />

Köcher hat und wie sich die Marke sowohl in Sachen Design als auch<br />

Fahrdynamik und Technologie entwickeln will.<br />

Showroom in der Herrengasse<br />

Polestar setzt auf reinen Onlinevertrieb. Wer sich persönlich ein Bild<br />

von der Marke und ihren Modellen machen möchte, kann dies im<br />

Polestar Space tun: Im Hochhaus Herrengasse lädt der Schauraum dazu<br />

ein, sich zu informieren und beraten zu lassen. Weitere Probefahrtmöglichkeiten<br />

gibt es in Wiener Neudorf, Linz, Graz und Innsbruck.<br />

Polestar Space<br />

Wallnerstraße 5 | 1010 Wien<br />

polestar.com<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

191


TRAVEL<br />

EINFACH AUF<br />

UND DAVON<br />

ch weiß ja nicht, wie es Ihnen geht, aber manchmal muss ich<br />

einfach ganz spontan für ein verlängertes Wochenende raus<br />

aus dem Alltag. Eintauchen in eine pulsierende Metropole,<br />

die vor Leben sprüht, um mich und alle meine Sinne wieder<br />

intensiv wahrzunehmen. Es ist mein individuelles Rezept,<br />

um abzuschalten und neue Perspektiven zu erkennen. Als würde ich<br />

ein Fenster öffnen und neue Visionen in den Raum lassen. So sicher<br />

wie ich damit meine Kreativität fördere, so gewiss ist auch die Diskussion<br />

mit meinem Liebsten im Vorfeld. Sogar jetzt höre ich seine<br />

Stimme in meinem inneren Ohr laut und deutlich seine Botschaft<br />

vertreten: „Jetzt im Sommer willst du von einer heißen Stadt in die<br />

andere? Wollen wir nicht stattdessen lieber aufs Land fahren?“<br />

Verstehen Sie mich nicht falsch, ich liebe das Landleben, es erdet<br />

mich und ist mein persönlicher Ruhepol. Aber manchmal brauche ich<br />

einfach das bunte Leben in all seinen Facetten, den Trubel und die<br />

kulturelle Diversität, möchte eben das Flair einer Metropole mit allen<br />

Sinnen spüren. Als ich mir Rat bei Freunden für diese verzwickte<br />

Situation holen wollte, musste ich feststellen: Ihnen geht es nicht<br />

anders. Unstimmigkeiten in Bezug auf die Urlaubsdestination scheinen<br />

bei Paaren keine Seltenheit zu sein. Der eine will sich den ganzen<br />

Tag im Beachclub bräunen, der andere möchte an die Nordsee,<br />

wieder andere die Luxusboutiquen an der Fifth Avenue plündern,<br />

einen Abenteuertrip nach Australien machen <strong>–</strong> oder wie auch immer,<br />

die Liste ist vielfältig. Ich war überrascht, aber gleichzeitig erleichtert,<br />

dass es auch anderen so ergeht, und stellte mir die Frage: „Was nun?“<br />

Um die wohlverdiente Auszeit nicht allein antreten zu müssen, muss<br />

man sich doch irgendwie einigen, oder? An dieser Stelle würde ich<br />

Ihnen gerne einen fancy Geheimtipp verraten, aber leider kann ich<br />

damit nicht dienen. Stattdessen bin ich eine langweilige Spielverderberin<br />

und rate Ihnen, der gute alte Kompromiss sollte das Mittel der<br />

Wahl sein. In meinem Fall jettet mein Liebster mit mir in die Stadt<br />

meiner Träume, und dafür ist ihm der nächste Kurztrip in die Peripherie<br />

sicher. Nun liegt es an mir, dieses Arrangement so attraktiv<br />

wie möglich zu gestalten. Nichts einfacher als das, denn gerade im<br />

Sommer locken die Metropolen mit intimen Konzerten unter freiem<br />

Himmel, Festivals in Parks, kulturellen Sonderausstellungen, Rooftop-Bars<br />

und vielen weiteren Highlights. Dabei erkunden wir liebend<br />

gerne die Straßen und Gassen zu Fuß, um in das Leben der Menschen<br />

einzutauchen. Sich einfach treiben lassen, die Energie spüren<br />

und den Moment genießen ist das Credo. Und ganz ehrlich, um diese<br />

besonderen Augenblicke gemeinsam erleben zu dürfen, geht man<br />

doch gerne einen Kompromiss ein.<br />

Ihre Elisabeth Muth<br />

Fotos: Jürgen Hammerschmid, Adobe Stock<br />

192 SUMMER <strong>2022</strong>


Reha & Präventionstraining<br />

Functionaltraining<br />

Kettlebelltraining<br />

ManagerTraining<br />

Bodyshaping<br />

Pilates<br />

Yoga<br />

STEFAN ESDERS PLATZ 7 | 1190 WIEN<br />

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Umgeben von Sand, Dünen und Meer: der Leuchtturm in List, im Norden von Sylt


TRAVEL<br />

Mit dem Wattenmeer im Osten, der Nordsee im<br />

Westen, kilometerlangen Sandstränden und hell<br />

leuchtenden Dünenketten ist Sylt eine faszinierende<br />

Enklave der Ruhe. Ein Paradies, um durchzuatmen<br />

Von Christoph Kulmer<br />

Fotos: Karl-Heinz Althaus<br />

Sylt ist zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert.<br />

Im Frühjahr kann man die Natur beim Erwachen<br />

beobachten, im Sommer laden die Strände<br />

zum Baden ein, der Herbst ist bekannt für<br />

die Ruhe nach dem Trubel, und im Winter<br />

sind die verschneiten Dünen ein märchenhafter<br />

Anblick. Mit knapp 99 Qua drat kilometern<br />

ist Sylt die größte der Nordfriesischen Inseln<br />

und nach Rügen, Usedom und Fehmarn sogar<br />

die viertgrößte Insel Deutschlands. Wie ein<br />

Wellenbrecher liegt sie kolossal vor dem Festland<br />

und fasziniert Einheimische wie Touristen<br />

gleichermaßen. Einer der Toröffner, damit Sylt<br />

zu einem Publikumsmagneten avancieren<br />

konnte, ist der am 1. Juli 1927 eröffnete Hindenburg<br />

damm <strong>–</strong> eine direkte Eisenbahnver bindung<br />

zum Festland. Also die optimale Strecke,<br />

um sich von Wien mit dem Nachtzug auf den<br />

Weg zu machen, denn Reisen mit der Bahn<br />

erlebt gerade eine echte Renaissance. Nicht nur,<br />

weil es schlichtweg eine der umweltfreundlichsten<br />

Arten ist, sich von A nach B zu bewegen,<br />

sondern weil es auch ungemein kom fortabel<br />

ist. Man wird über Nacht in alle nur<br />

erdenklichen Himmelsrichtungen entführt<br />

und kommt aus ge schlafen an seiner Wunschdestination<br />

an. Die Österreichischen Bundesbahnen<br />

sind hierbei internationaler Vorreiter<br />

und bieten viele Verbindungen in die schönsten<br />

Metropolen Europas an. Für einen Abstecher<br />

nach Sylt ist der Nightjet nach Hamburg<br />

die Wahl der Stunde. Kurz nach 20 Uhr ist<br />

Abfahrt am Hauptbahnhof in Wien. Man wird<br />

vom Team der ÖBB herzlich empfangen und<br />

zu den je wei ligen Schlafabteilen geführt, wo<br />

bereits alles für die kommende Nacht, im<br />

wahrsten Sinne des Wortes, auf Schiene ist:<br />

Die Betten sind frisch bezogen, stilles Wasser<br />

und Hausschuhe bereitgestellt, und zwei<br />

Fläschchen Prosecco versprechen einen angenehmen<br />

Abend. Am nächsten Mor gen wird<br />

man freund lich geweckt und ge nießt das<br />

Frühstück, während die Landschaft an einem<br />

vorbeizieht. Angekommen in Hamburg-<br />

Altona, hat man stündlich eine Zuganbindung<br />

nach Sylt-Westerland. Sobald der Zug hinter<br />

dem beschaulichen Ort Klanxbüll das<br />

Festland verlässt und sich über den<br />

Hindenburgdamm Sylt annähert, stellt<br />

sich eine innere Ruhe ein. Man wird von der<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

195


eeindruckenden Naturkulisse schlichtweg<br />

in den Bann gezogen und nicht mehr losgelassen.<br />

Schafe grasen idyllisch auf ihren<br />

Weiden, Vögel staksen im Watt, und am<br />

Horizont ist bereits die lang gezogene Silhouette<br />

der Insel zu erkennen. So lässt es sich<br />

gemütlich, fit und vital in den Urlaub starten,<br />

und die Umweltbilanz kann sich ebenso<br />

sehen lassen. Im Vergleich zum Auto sparen<br />

vier Personen für die Hin- und Rückfahrt<br />

mehr als 1,8 Tonnen CO₂. Eine imposante<br />

Zahl.<br />

Für alle, die es exklusiv, elegant und<br />

gleichzeitig traditionell friesisch mögen, ist<br />

das „Severins Resort und Spa“ definitiv die<br />

richtige Adresse. Dieses Hoteljuwel liegt in<br />

Keitum, das aufgrund seiner Historie bis<br />

heute als das Kapitänsdorf bekannt ist. Entzückende<br />

Friesenhäuser, akkurat gepflegte<br />

Gärten, wunderschöne Alleen mit altem<br />

Baumbestand und die Lage am Wattenmeer<br />

versprechen Sylt-Feeling par excellence. Auch<br />

das Luxusrefugium „Severins“ begeistert im<br />

ortstypischen Stil. Bereits aus der Ferne stechen<br />

die Reetdächer und die klassischen<br />

Sprossenfenster ins Auge, ebenso dürfen<br />

Strandkörbe in maritimen Rot- und Blau-<br />

Kombinationen in den Gärten nicht fehlen.<br />

Sogar ein Friesenwall, darunter versteht man<br />

nicht verfugte, sondern lose aufeinandergelegte<br />

Steine, die oben mit einer Erdschicht<br />

abschließen, säumt die lange Einfahrt zum<br />

Haupthaus. Es verfügt über 62 Zimmer und<br />

Suiten sowie fünf Häuser und Villen. Die<br />

Liebe zum Detail ist im gesamten Anwesen<br />

nicht nur sichtbar, sondern auch spürbar. Perfekt<br />

positionierte Accessoires, zurückhaltende<br />

Naturtöne im Interieur, helle und großzügige<br />

Räumlichkeiten sowie ein Serviceteam,<br />

das Wünsche von den Augen abliest, sorgen<br />

für ein Wohlfühlgefühl ab der ersten Sekunde.<br />

Will man sich von ausgiebigen Entdeckungstouren<br />

erholen, aufwärmen und die Seele<br />

baumeln lassen, bietet der 2.000 Quadratmeter<br />

große Wellnessbereich genügend Platz<br />

und jeden erdenklichen Luxus: etwa einen<br />

orientalischen Hamam, drei Themensaunen,<br />

einen mit Glas überdachten Pool und einen<br />

offenen Kamin. Im Mittelpunkt der Spa-Philosophie<br />

„Aussteigen auf Zeit“ steht der Gast<br />

mit seinen individuellen Bedürfnissen. Um<br />

diese zu erkennen, entwickelte die Spa-Managerin<br />

Madlen Prior den Sylter Kräftekompass.<br />

Die vier Sylter Naturlandschaften symbolisieren<br />

dabei die Pole auf dem Seefahrerinstrument:<br />

Die Dünenlandschaft im Norden steht<br />

für die Schönheitskraft, die Heidelandschaft<br />

im Osten für die Naturkraft, der Strand im<br />

Süden für die Sonnenkraft und das Meer im<br />

Westen für die Wasserkraft. Aber hier lässt es<br />

sich nicht nur hervorragend entspannen,<br />

sondern auch kulinarische Hochgenüsse<br />

Fotos: Tom Kohler, Axel Steinbach, Severins Resort & Spa, ÖBB<br />

196


TRAVEL<br />

h<br />

Im Wohnbereich der Suite sorgen Beigetöne und ein<br />

offener Kamin für Wohlfühlstimmung<br />

v<br />

Typisch friesisch mit Reetdach und Strandkörben<br />

präsentiert sich der Außenbereich des „Severins<br />

Resort & Spa“<br />

c<br />

Komfortabel und umweltfreundlich reist man mit<br />

dem ÖBB Nightjet über Nacht von Wien nach<br />

Hamburg. Von hier aus geht es ausgeschlafen weiter<br />

mit dem Zug nach Sylt<br />

Der Wellnessbereich im „Severins Resort & Spa“ ist<br />

der perfekte Ort, um die Seele baumeln zu lassen<br />

x<br />

können erlebt werden. Die beiden Restaurantnamen<br />

„Tipken’s“ und „Hoog“ gehen auf<br />

die sagenumwobene Grabstätte des Sylter<br />

Riesen „Tipkenhoog“ zurück. Im „Tipken’s“<br />

genießen Gäste das reichhaltige und umfangreiche<br />

Frühstücksbuffet, und abends verwandelt<br />

es sich in einen angesagten Dinner-<br />

Hotspot. Das Restaurant „Hoog“ mit nordisch<br />

angehauchtem Flair bietet eine unkomplizierte<br />

Küche mit den besten Produkten aus der<br />

Region. Typische Sylter Spezialitäten wie die<br />

Keitumer Fischsuppe, fangfrischer Fisch und<br />

andere saisonale Gerichte sind elementarer<br />

Bestandteil der Kochkultur des Restaurants.<br />

Dieses Luxus-Hideaway ist der ideale Ausgangspunkt,<br />

um voll und ganz in das Inselleben<br />

einzutauchen und es von Norden bis<br />

Süden zu erkunden. Am Ellenbogen in List<br />

macht die unberührte Landschaft aus Wasser,<br />

Wellen, Sand und einsamen Dünen sprachlos.<br />

Tief durchatmen kann man bei ausgedehnten<br />

Spaziergängen am kilometerlangen Strand.<br />

Hier liegt Gesundheit in der Luft, denn die<br />

Meeresbrise ist eine Wohltat für unsere<br />

Bronchien. Schwimmen sollte man in diesem<br />

Bereich aufgrund der gefährlichen Strömungen<br />

hingegen eher nicht, treffen doch an der<br />

Ostspitze dieses Naturschutzgebiets die<br />

offene Nordsee und das Wattenmeer aufeinander<br />

<strong>–</strong> deutlich zu erkennen an schaumgekrönten<br />

Wirbeln im Wasser.<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

197


TRAVEL<br />

Pflichtprogramm auf einer Frieseninsel ist<br />

selbstverständlich eine Wattwanderung. Das<br />

Wattenmeer ist eine im Wirkungsbereich der<br />

Gezeiten liegende Landschaft, wobei der frei<br />

liegende Grund bei Niedrigwasser als Watt<br />

bezeichnet wird. Zweimal am Tag wird das<br />

Watt während des Hochwassers überflutet<br />

und fällt bei Niedrigwasser wieder trocken.<br />

Seit 2009 gehört es zum UNESCO-Weltnaturerbe.<br />

Meist ist beim ersten neugierigen<br />

Blick über den Deich nur wenig zu entdecken,<br />

doch ein sachkundiger Wattführer gibt spannende<br />

Einblicke in eines der faszinierendsten<br />

Ökosysteme der Welt. Ebenso beeindruckend<br />

strahlt das Rote Kliff westlich von Kampen.<br />

Die ungefähr 30 Meter hohe Steilküste verdankt<br />

ihren Namen dem eisenhaltigen Lehm,<br />

der sich hier durch Oxidation rot verfärbt <strong>–</strong><br />

vor allem bei Sonnenuntergang bietet er ein<br />

unvergessliches Farbenspiel. Der Ort Kampen<br />

selbst hat sich ab den späten 1950er-Jahren<br />

zum Place to be der Hautevolee gemausert.<br />

Die Prominenz aus Film und Fernsehen fand<br />

den kleinen Ort mit seinen traditionellen<br />

Klinkerbauten chic, und daran hat sich bis<br />

heute auch nichts geändert. Der Beweis<br />

sind Luxusboutiquen von Hermès, Brunello<br />

Cucinelli oder Burberry in kleinen, entzückenden<br />

Friesenhäusern. In der Hauptstadt<br />

Westerland weicht diese Idylle einem pulsierenden<br />

Hotspot. Vor allem in den Sommer-<br />

monaten ist die Strandpromenade mit<br />

unzähligen Lokalen, Geschäften und einer<br />

Open-Air-Bühne für Kunst- und Kulturveranstaltungen<br />

ein beliebter Treffpunkt. Zwischen<br />

Ende September und Anfang Oktober<br />

kann man jedes Jahr die besten Windsurfer<br />

der Welt am Brandenburger Strand in Westerland<br />

bewundern. Seit 35 Jahren mischen<br />

sich tausende Besucher unter die 130 Fahrer<br />

aus 25 Nationen beim „Windsurf World Cup<br />

Sylt“. Die Insel ist auch der einzige Stopp des<br />

„Kitesurf World Cup <strong>2022</strong>“ in Deutschland in<br />

diesen Sommer. Vom Trubel unbeeindruckt,<br />

zieren fünf Leuchttürme die Küsten. Aber<br />

nur in eines dieser maritimen Wahrzeichen,<br />

jenes in Hörnum ganz im Süden, kann man<br />

auch einen Blick hineinwerfen. Führungen<br />

geben Einsicht in diese Monumente, die<br />

Wind und Wetter trotzen und einst lebensrettende<br />

Wegweiser für die Seefahrt darstellten.<br />

Sylt ist ein Faszinosum. Je häufiger man es<br />

besucht, desto weniger kann man sich der<br />

Magie entziehen. Im Kopf baut man sich<br />

bereits ein Friesenhaus mit Reetdach,<br />

bepflanzt den Friesendamm mit einer bunten<br />

Blumenpracht und unternimmt endlose Spaziergänge<br />

mit dem Hund am Strand <strong>–</strong> bis uns<br />

eine Windböe aus der Gedankenidylle zurück<br />

in die Realität holt. Sylt, du bist wunderbar,<br />

bis zum nächsten Mal. <br />

p<br />

Fotos: Theresa Friedrich, Holger Bulk, Thomas Burblies<br />

198


h<br />

Das Rote Kliff ist eine etwa<br />

30 Meter hohe Steilküste. Vor<br />

allem bei Sonnenuntergang ein<br />

Erlebnis<br />

k<br />

Beim „Kitesurf World Cup“ auf<br />

Sylt, an der Küste der Hauptstadt<br />

Westerland, trifft sich diesen<br />

Sommer die Wassersportelite<br />

v<br />

Das beeindruckende 1.800 Meter<br />

lange und bis zu 21 Meter hohe<br />

Morsum-Kliff steht bereits seit<br />

1923 unter Naturschutz<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

199


h<br />

Geschichtsträchtig und beeindruckend ist die Basilika in der Ausgrabungsstätte Kourion in Lemesos<br />

h<br />

Der weitläufige Salon in der „Presidential Suite“<br />

des „Amara Hotel“ ist einfach wunderbar<br />

v<br />

Elegante Entspannung mit Weitblick auf<br />

der eigenen Terrasse mit integriertem Pool<br />

Fotos: Amara Hotel, Louis Sinclair<br />

200


TRAVEL<br />

DEM<br />

HIMMEL<br />

SO NAH<br />

Zypern, die Insel<br />

am Schnittpunkt zwischen<br />

Orient und Okzident, wo die Liebesgöttin<br />

Aphrodite dem Meer entstiegen sein soll,<br />

ist gesegnet mit mildem Mittelmeerklima,<br />

einladenden Stränden, grünen Gebirgszügen<br />

und bietet Kultur, Kulinarik sowie Erholung<br />

Von Elisabeth Muth<br />

Schon vor 9.000 Jahren besiedelt und in der<br />

Antike bekannt für die reichen Kupfer vorkommen,<br />

von denen sich ihr heutiger Name<br />

herleitet <strong>–</strong> „Kypros“, Kupfer <strong>–</strong>, liegt die Insel<br />

Zypern am Schnittpunkt der Handelswege<br />

zwischen Europa, Asien und Afrika. Diese<br />

perfekte Lage hat ihr sowohl Reichtum als<br />

auch zahlreiche Eroberer beschert. Griechen<br />

und Römer, Byzantiner, Araber und normannische<br />

Kreuzfahrer, Genuesen und Venezianer,<br />

Osmanen und ägyptische Mamelucken,<br />

zuletzt Briten und schließlich Türken: Sie alle<br />

haben Zypern umkämpft, erobert, besetzt<br />

und in ihren Machtbereich ein bezogen.<br />

Neben vielen anderen Besonderheiten<br />

dieses Schmelztiegels der Nationen muss<br />

man erwähnen, dass auf Zypern die einzige<br />

Hochzeit eines englischen Königs außerhalb<br />

seiner Heimat stattgefunden hat. König<br />

Richard I. Löwenherz befand sich zu Beginn<br />

des dritten Kreuzzugs auf dem Weg ins<br />

Heilige Land, als das Schiff seiner Braut<br />

Berengaria von Navarra durch einen Sturm<br />

nach Zypern verschlagen wurde. Da sich der<br />

zypriotische Potentat Isaak Komnenos feindselig<br />

gegenüber Berengaria verhielt, beschloss<br />

König Ric hard kurzerhand, die Insel<br />

zu erobern. Danach fanden die Hochzeit und<br />

die Krönung Berengarias in Limassol statt.<br />

Seit dieser Zeit beherrschten Tempelritter,<br />

die Lusignans, eine französische Adelsfamilie,<br />

die auch den König von Jerusalem stellte,<br />

sowie die Johanniter die begehrte Insel.<br />

Letztere kreierten außerdem einen bekannten<br />

kulinarischen Exportartikel, nämlich den<br />

„Commandaria“, einen in ganz Europa damals<br />

wie heute bekannten Rotwein.<br />

An der südöstlichen Küste Zyperns, nur<br />

wenige Minuten vom lieblichen und pulsierenden<br />

Hafenstädtchen Limassol entfernt,<br />

lädt ein ganz besonderes Luxusresort, das<br />

„Amara“, zu einer Entdeckungstour ein.<br />

„Amara“ leitet sich vom altgriechischen Wort<br />

„Amarantos“ ab und bedeutet „ewig“. Und<br />

man wird dieses wundervolle Resort auch<br />

wirklich ewig in Erinnerung behalten. Unaufdringlicher<br />

Luxus gepaart mit außergewöhnlichen<br />

Kunstwerken sowie die perfekte Gastfreundschaft<br />

des gesamten Teams machen<br />

diesen Ort und den Aufenthalt zu einem<br />

eindrücklichen Erlebnis. Und wirklich alle<br />

Suiten und Lodges bieten einen traumhaften<br />

180-Grad-Blick auf die See.<br />

Besonders erwähnenswert sind die drei<br />

Gourmetrestaurants des Luxushotels, die<br />

auch von allen auf der Insel ansässigen<br />

Zyprioten und deren Gästen gern besucht<br />

werden. Sei es zum exklusiven Dinner oder<br />

auf einen Drink in der eleganten Rooftop-<br />

Bar mit atemberaubendem Blick über das<br />

Mittelmeer.<br />

Das Konzept des Restaurants „Matsuhisa<br />

Limassol“ hat der weltbekannte Küchenchef<br />

Nobu Matsuhisa mit dem „Amara“-Küchenteam<br />

ersonnen. Die Karte bietet japanischperuanische<br />

Fusion-Gerichte und enthält<br />

auch eine Auswahl an legendären Signature-<br />

Dishes des „Nobu“. Im „Ristorante Locatelli“<br />

darf man sich über italienische Küche vom<br />

Feinsten freuen, konzipiert vom italienischen<br />

Sternekoch Giorgio Locatelli, der mehrere<br />

Restaurants weltweit führt. Im „Armyra by<br />

Papaioannou“ speisen die Gäste in einer<br />

Freiluft-Fischtaverne frischen Fisch und<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

201


k<br />

Einen Ausflug wert ist das Theater<br />

von Kourion in Lemesos<br />

x<br />

Das Kastell in Paphos hat im Lauf<br />

der Jahrhunderte wohl schon viele<br />

Gäste beherbergt<br />

Meeresfrüchte, zubereitet mit Zutaten der<br />

Region nach dem Konzept des griechischen<br />

Chefkochs George Papaioannou. Die gastronomische<br />

Vielfalt war den Besitzern, der<br />

Stademos-Familie, und dem Managing Director<br />

Demos Demosthenous ein wirkliches<br />

Anliegen, und man hat es durch die hohe<br />

Qualität geschafft, nicht „nur“ als Hotelrestaurant<br />

gesehen zu werden.<br />

Auch Entspannung suchende Gäste kommen<br />

im „Amara“ voll auf ihre Rechnung,<br />

denn das 3.000 Quadratmeter große<br />

„Cosmedex-Spa“ bietet einen Indoor- und<br />

zwei Infinity-Outdoor-Pools, Whirlpool,<br />

Sauna, Hamam, Spa-Meerwasserbecken und<br />

eine Vielzahl an Beauty- und Massagebehandlungen.<br />

Die großzügige Anlage verfügt<br />

über einen Friseursalon, Ernährungsberater,<br />

ein Fitnesscenter und einen hoteleigenen<br />

Tennisplatz, der sich auf dem Dach des Ballrooms<br />

befindet.<br />

Bei einem Spaziergang nach Limassol <strong>–</strong><br />

dem Meer entlang, vorbei an Ausgrabungen,<br />

202


TRAVEL<br />

k<br />

Im Restaurant „Armyra“ genießt man<br />

nicht nur perfekten Fisch, sondern auch<br />

einen beeindruckenden Sonnenuntergang<br />

h<br />

Ein morgendlicher Blick aus einer der Suiten lässt<br />

den Tag gleich wunderbar beginnen und macht Lust<br />

auf eine Entdeckungsreise rund um die Insel<br />

die es zu besichtigen gilt <strong>–</strong> fällt einem eines<br />

besonders auf: Die Insel ist von auffallend vielen<br />

Katzen besiedelt. Der Legende nach wurden<br />

im vierten Jahrhundert im Auftrag des<br />

byzan tinischen Kaisers Konstantin des Großen<br />

tausende Katzen ausgesetzt, um eine Giftschlangenplage<br />

zu bekämpfen. Da dieses<br />

Vorgehen sehr erfolgreich war, haben die<br />

Zyprioten ihre Katzen quasi zu Familienmitgliedern<br />

erklärt und empfinden bis heute eine<br />

gewisse Dankbarkeit.<br />

Zu erkunden gibt es viel auf Zypern, wie beispielsweise<br />

die zauberhafte Bucht von Agios<br />

Georgios, den archäologischen Park und die<br />

imposanten Königsgräber in Paphos, die Ausgrabungsstätte<br />

Kourion und die Hochburg in<br />

Lemesos oder den Nationalpark Kap Greco in<br />

Ammochostos, um nur einige zu nennen.<br />

Man kann sich gut vorstellen, warum Aphrodite,<br />

die Göttin der Liebe, der Schönheit und<br />

der Fruchtbarkeit, die als Tochter des Gottes<br />

Uranos im Meer aus Schaum geboren wurde,<br />

ausgerechnet Zypern betrat. Die drittgrößte<br />

Mittelmeerinsel nach Sizilien und Sardinien<br />

ist wirklich ein wunderschönes Fleckchen<br />

Erde, die verschiedenen Kulturen, die im<br />

Lauf der Jahrhunderte auf die Insel eingewirkt<br />

haben, haben diesen Ort zu einem<br />

Schmelztiegel der Kulturen gemacht, aus<br />

dem sich auch die wunderbare Gastfreundschaft<br />

entwickelte, die allen Zyprioten zu<br />

eigen ist und die die Stademos-Gruppe als<br />

Familienunternehmen in ihren Luxushotels<br />

perfekt umsetzt.<br />

Sie besitzt und betreibt neben dem luxuriösen<br />

Fünf-Sterne-Hotel „Amara“ in Limassol<br />

auch das stattliche Fünf-Sterne-Hotel<br />

„Elysium“ in Paphos und das beliebte Vier-<br />

Sterne-Hotel „Mediterranean“, ebenfalls in<br />

Limassol. Ziel der Eigentümer ist es, den<br />

Gästen in den jeweiligen Hotels außergewöhnliche<br />

Urlaubserlebnisse, herzliche<br />

Gastfreundschaft und entspannten Luxus auf<br />

höchstem Niveau zu bieten und jedem<br />

Interes sierten die historischen Wunder der<br />

Insel näherzubringen. Zypern lockt mit<br />

einem hervorragendem Mix aus Natur, Kultur<br />

und Stränden zum Baden und ist einen<br />

Besuch auf jeden Fall wert! <br />

p<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

203


Foto: Adobe Stock


TRAVEL<br />

Das Flair einer Metropole ist einfach elektrisierend,<br />

aufregend und anziehend. Hat doch jede Stadt ihre<br />

kleinen Geheimnisse, die es zu entdecken gilt <strong>–</strong> gerade<br />

auch im Sommer. Gärten, Cocktailbars, Strände und<br />

Rooftop-Pools sorgen dabei für die nötige Erfrischung<br />

Von Elisabeth Muth<br />

SUMMER <strong>2022</strong> 205


TRAVEL<br />

Dubai: Relaxen<br />

on the highest<br />

heights<br />

ONE & ONLY THE PALM<br />

High-End-Luxus im Inselrefugium: „One & Only The Palm“ ist ein<br />

eleganter Rückzugsort mit eigenem Yachthafen, der nur per Boot zu<br />

erreichen ist, sich aber dennoch nur wenige Minuten vom Herzen<br />

Dubais entfernt befindet. Das extravagante Hotel verbindet nahöstliche<br />

Einflüsse mit der Moderne und interpretiert arabeskes Design<br />

für den anspruchsvollen Reisenden neu. 90 Gästezimmer und Suiten<br />

sowie vier opulente Villen direkt am Strand machen das „One & Only<br />

The Palm“ superexklusiv und zugleich intim, der 450 Meter lange<br />

Privatstrand zeugt von der Weitläufigkeit des Geländes. Im obersten<br />

Stockwerk des Haupthauses befindet sich die 250 Quadratmeter<br />

große Grand Palm Suite, die das Herzstück des Luxustempels bildet.<br />

Völlige Abgeschiedenheit erlebt man sicherlich in einer der vier<br />

325 Quadratmeter großen Villen auf zwei Etagen mit üppigen Gärten<br />

rundherum. Kulinarisch verwöhnt wird der Gast von Yannick Alléno,<br />

dem mit drei Michelin-Sternen ausgezeichneten Küchenchef, in<br />

einem der beiden hauseigenen Restaurants „ZEST“ oder „STAY“, wo<br />

Fine Dining eine völlig neue Bedeutung bekommt. Auch die<br />

„101 Dining Lounge und Marina“ untersteht seinem kulinarischen<br />

Team, sie thront mit einer Überwasserterrasse über dem privaten<br />

Yachthafen. Ein hochmodernes, 120 Quadratmeter großes Fitnesscenter,<br />

Tennisplätze und der eigene Schönheitssalon runden das<br />

Angebot ab.<br />

Cool-down-Faktor: Aufgrund der Möglichkeit, am Privatstrand<br />

und in den diversen Pools in absoluter Privatsphäre zu baden, gibt es<br />

kaum einen Grund, das Hotel zu verlassen. Wer dennoch Neues ausprobieren<br />

möchte, besucht die „Aura Skypool Lounge“ mit dem<br />

360-Grad-Infinity-Pool in 200 Meter Höhe. Was man hier definitiv<br />

nicht haben sollte, ist Höhenangst.<br />

oneandonlyresorts.com<br />

Die „Mansion Palm Beach Executive<br />

Suite“ perfektioniert Luxus in<br />

Design und Ausstattung<br />

Fotos: One & Only The Palm Dubai<br />

206 SUMMER <strong>2022</strong>


h<br />

In der Abenddämmerung wirkt der<br />

Hauptpool besonders einladend<br />

k<br />

Auf den luxuriösen Sonnenbetten<br />

lässt es sich perfekt relaxen<br />

207


TRAVEL<br />

Prag: Architektonischer<br />

Melting Pot<br />

HOTEL ANDAZ<br />

Fotos: Andaz Praha


Liebevoll in Szene gesetzt, ruhen die Gäste in geschmackvollem Ambiente<br />

h<br />

Die stilsichere Relax-Oase besticht durch Applikationen aus Gold und<br />

schafft damit eine luxuriöse Wohlfühlatmosphäre<br />

Brandneu und mit perfektem Luxus-Lifestyle öffnete das Fünf-Sterne-Hotel<br />

„Andaz Prague“ kürzlich seine Pforten im Gebäude des<br />

ehemaligen Zuckerpalastes. Das 1916 erbaute neoklassizistische Bauwerk<br />

zählt zu den Wahrzeichen Prags und spiegelt die vielfältige und<br />

facettenreiche Geschichte der Stadt wider. Jetzt setzt das engagierte<br />

Team alles daran, Hotelgäste sowie lokale Kosmopoliten zu beeindrucken.<br />

Sowohl gastronomisch mit dem herausragenden Restaurant<br />

„ZEM“ und der Bar „MEZ“ als auch durch das einzigartige Design, das<br />

tschechische Kunstwerke und das handwerkliche Erbe des Landes in<br />

den Fokus rückt. Das exklusive Hotel verfügt über 152 Zimmer,<br />

24 Suiten, fünf Veranstaltungsräume und natürlich einen großen<br />

Fitness- und Spa-Bereich. Die Räumlichkeiten wurden geschmackvoll<br />

gestaltet und präsentieren sich luftig und lichtdurchflutet. Dafür<br />

wurde der Zuckerpalast in enger Abstimmung mit Vertretern der<br />

Denkmalpflege bis ins kleinste Detail liebevoll restauriert und wiederbelebt.<br />

Das Madrider Designstudio Brime Robbins zeichnet für<br />

das Design verantwortlich und lässt, sehr sensibel, Geschichte auf<br />

neueste Trends und Technologien treffen.<br />

Cool-down-Faktor: Abkühlen lässt es sich bei diesem City-Trip<br />

perfekt in den Palastgärten unter der Prager Burg, die mit einem einzigartigen<br />

Ambiente punkten. Beschränkt durch die damalige Prager<br />

Stadtfläche wurden die Gärten vom Adel fast hängend angelegt und<br />

durch Treppen, Terrassen und Brücken miteinander verbunden.<br />

Brunnen, kleine Skulpturen und Statuen, künstliche Grotten und<br />

Gartensäle geben den Palastgärten eine intime Atmosphäre.<br />

hyatt.com<br />

v<br />

Perfekt inszenierte Gemütlichkeit auf höchstem Niveau bietet die<br />

wunderbare „Historic Suite“<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

209


v<br />

Outdoor speisen im hauseigenen Restaurant ist besonders romantisch<br />

k<br />

Perfekt gelungen ist die Ausstattung der großzügigen Zimmer<br />

Im Pool auf der Terrasse finden Sonnenhungrige erfrischende Abkühlung<br />

x<br />

Palma:<br />

Mallorquinische<br />

Genussmomente<br />

SANT FRANCESC HOTEL SINGULAR<br />

Inmitten der Altstadt von Palma liegt ein ganz besonderes Juwel, das<br />

einst, 1881, ein mallorquinischer Privatpalast war. Das „Sant Francesc<br />

Hotel Singular“ ist nun ein luxuriöses Boutiquehotel, in dem man<br />

erstklassigen Service bietet und es wunderbar verstanden hat, dem<br />

Flair eines historischen Gemäuers mit modernen und antiken<br />

Designer möbeln sowie viel Eleganz neues Leben einzuhauchen.<br />

Wert wurde auch auf den Erhalt der ursprünglichen Substanz gelegt:<br />

Antike Steinböden, alte Holzkassettendecken, Fresken und Wandbilder<br />

wurden in das aktuelle Design integriert. 32 geräumige Zimmer<br />

und zehn Suiten mit bis zu 60 Quadratmetern stehen Gästen zur<br />

Verfügung. Die historische Altstadt von Palma lädt dazu ein, sie zu<br />

erkunden und das vielfältige kulturelle Angebot zu entdecken. Im<br />

herrschaftlichen Stadtpalais kommt auch die gastronomische Vielfalt<br />

nicht zu kurz. Küchenchef Alvar Albaladejo bietet mit seinem Team<br />

im „Quadrat Restaurant“ Kulinarik rund um das Mittelmeer und verwöhnt<br />

die Gäste mit ausgesuchten Degustationsmenüs. Zur Cocktailstunde<br />

trifft man sich im Innenhof „Patio Mallorquin“ zu leckeren<br />

Drinks. Und für das Seelenwohl stehen im Spa-Bereich neben speziellen<br />

Treatments auf Wunsch auch Personal Trainer und Yoga-<br />

Lehrer zur Verfügung.<br />

Cool-down-Faktor: An heißen Tagen lockt die „Singular Rooftop<br />

Terrace“ mit Swimmingpool und atemberaubendem Blick über die<br />

Dächer von Palma. Oder man besucht zum Abkühlen die „Jardines de<br />

Alfabia“, die zu den schönsten historischen Gärten Spaniens zählen<br />

und deren Geschichte bis in die Zeit der Araber zurückreicht.<br />

hotelsantfrancesc.com<br />

Fotos: Sant Francesc Hotel Singular<br />

210


TRAVEL<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

211


TRAVEL<br />

Boston: Urbane Gartenoase<br />

FOUR SEASONS HOTEL<br />

Boston, die Metropole an der amerikanischen Ostküste, lädt zu<br />

einem etwas längeren Aufenthalt ein. Besonders empfiehlt sich der<br />

unvergleichliche Service im luxuriösen „Four Seasons Hotel Boston“,<br />

das neben viktorianischen Brownstone-Häusern mitten im Back-Bay-<br />

Viertel liegt. Das Hotel ist der perfekte Ausgangspunkt für die Erkundung<br />

von „America’s Walking City“, denn die wichtigsten Sehenswürdigkeiten<br />

sind nur ein paar Schritte entfernt und somit zu Fuß<br />

erreichbar. Viele der 196 Zimmer und 77 Suiten bieten eine wunderschöne<br />

Aussicht auf den Public Garden oder den Beacon Hill. Unverwechselbar<br />

und beeindruckend ist die Lobby mit großen Messingskulpturen<br />

und eleganten Blumendekorationen. Der einladende<br />

Wellness-Bereich bietet eine Auswahl an wohltuenden Massagen und<br />

Feel-good-Anwendungen. Die großartige Küche des hoteleigenen<br />

Restaurants „Bristol“ begeistert nicht nur internationale Globetrotter,<br />

sondern auch die Bostoner Gesellschaft, die sich dort gern zum klassischen<br />

Brunch trifft.<br />

Cool-down-Faktor: Der „Boston Public Garden“ ist sicherlich<br />

einer der schönsten botanischen Gärten der Vereinigten Staaten und<br />

wurde 1837 vom Philanthropen Horace Gray gegründet. 1862 wurde<br />

der See fertiggestellt, der noch heute mit Vergnügungsbooten<br />

befahren werden kann. Auf rund 97.000 Quadratmetern kommen<br />

Botaniker und Erholungssuchende voll auf ihre Kosten!<br />

www.fourseasons.com/boston<br />

h<br />

Perfekt chillen nach einem Stadtrundgang<br />

lässt es sich an der Hotelbar<br />

Mitten im Grünen und der Natur nah ist<br />

man durch die großflächigen Fenster<br />

x<br />

Fotos: Quentin Bacon, Don Riddle<br />

212 SUMMER <strong>2022</strong>


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214 SUMMER <strong>2022</strong><br />

Fotos: Excelsior Hotel Gallia


TRAVEL<br />

Mailand:<br />

Modische<br />

Lebensfreude<br />

EXCELSIOR HOTEL GALLIA,<br />

A LUXURY COLLECTION HOTEL<br />

Majestätisch und unverwechselbar ist das „Excelsior Hotel Gallia“<br />

selbst ein Wahrzeichen in dieser wunderschönen Stadt der Mode und<br />

der Kultur. Avantgarde, Kulinarik und ikonisches Design treffen hier<br />

aufeinander <strong>–</strong> der Titel „Excelsior“ wird nur den bedeutendsten<br />

Hotels in italienischen Städten verliehen. Die beeindruckende Belle-<br />

Époque-Fassade und die kontrastierenden Innenräume stellen die<br />

perfekte Mischung aus Alt und Neu dar. Die 182 Gästezimmer sind<br />

eine Hommage an die italienische Handwerkskunst und wurden mit<br />

Stücken von lokalen Ateliers ausgestattet. Rund 51 Themensuiten,<br />

jede mit einer persönlichen Note, laden Gäste aus aller Welt zum Verweilen<br />

ein. Das Highlight ist die 1.000 Quadratmeter große „Katara<br />

Suite“ im siebten Stock, die über einen privaten Tagungsraum, zwei<br />

eigene Terrassen, ein Pagoden-Spa mit Jacuzzi unter der Kuppel und<br />

vier Schlafzimmer verfügt. Über einen separaten Eingang erhalten<br />

Gäste direkten Zugang zu der Suite. Auch kulinarisch hat das luxuriöse<br />

Haus einiges zu bieten: Das „Terrazza Gallia“ auf der Dachterrasse<br />

wird von den Lebano-Brüdern in Kooperation mit der mit drei Michelin-Sternen<br />

ausgezeichneten Cerea-Familie betrieben. Und im exklusiven<br />

Shiseido-Spa treffen japanische Wellness-Rituale auf italienische<br />

Gastfreundschaft.<br />

Cool-down-Faktor: An der „Terrazza Bar“ lässt es sich ganz wunderbar<br />

chillen, oder man geht auf das wohl beste Eis der Welt in die<br />

„Grom-Gelateria“, wo die zwei Freunde Federico Grom und Guido<br />

Martinetti pur und authentisch einfach großartiges Eis produzieren.<br />

marriott.com<br />

h<br />

Wahrlich beeindruckend ist die<br />

„Katara Suite“ im siebten Stock<br />

k<br />

Speisen im Sternelokal „Terrazza<br />

Gallia“ auf der Dachterrasse<br />

v<br />

Die Belle-Époque-Fassade lädt zum<br />

ausgiebigen Bestaunen ein


TRAVEL<br />

Kapstadt: Treffpunkt der Ozeane<br />

HOTEL TAJ CAPE TOWN<br />

Fotos: Taj Cape Town<br />

216


h<br />

In dieser Suite hat man den perfekten Blick auf den Tafelberg<br />

v<br />

In der „Bombay Brasserie“ mit eigenem Fine-Dining-Bereich<br />

lassen sich nicht nur Hotelgäste kulinarisch verwöhnen<br />

Opulent und eindrucksvoll ist das „Taj Cape Town“ mitten im Zentrum<br />

der Altstadt, das sich nun in der ehemaligen South African<br />

Reserve Bank und den Temple Chambers, beides denkmalgeschützte<br />

Gebäude, die zusammengelegt wurden, befindet. 176 individuell eingerichtete<br />

Zimmer in dem Fünf-Sterne-Hotel in Kapstadt bieten<br />

einen unvergleichlichen Panoramablick auf die Stadt und den Tafelberg.<br />

Die prächtige Einrichtung trifft auf modernste Ausstattung und<br />

garantiert Luxus vom Feinsten. Die Suiten im „Tower Wing“ präsentieren<br />

sich mit raumhohen Glasschiebetüren, einem eigenen Balkon<br />

und sind mit allerlei Annehmlichkeiten bestückt. Die 200 Quadratmeter<br />

große Präsidentensuite beeindruckt mit einem ungehinderten<br />

Rundumblick, zwei Schlafzimmern mit separaten Eingängen, einem<br />

prunkvollen Esszimmer, Arbeitszimmer und auch sonst viel Platz für<br />

allerlei Bequemlichkeiten. Kulinarisch verwöhnen lässt man sich in<br />

der „Bombay Brasserie“, dem indischen Fine-Dining-Restaurant mit<br />

internationaler Küche, das authentische und unverfälschte Erlebnisse<br />

garantiert. Auch das preisgekrönte „Jiva Spa“ basiert auf der Kultur<br />

und dem Lebensstil von indischen Königen, die Treatments bringen<br />

Körper, Geist und Seele in Einklang.<br />

Cool-down-Faktor: In Kapstadt wird der erfrischende Spaziergang<br />

im botanischen Garten „Kirstenbosch“ zum Erlebnis. Er<br />

erstreckt sich über 36 Hektar am Fuß des Tafelbergs und gehört zum<br />

UNESCO-Weltkulturerbe. Hier lässt sich die einheimische Pflanzenvielfalt<br />

bewundern und erforschen. Ein besonderer Tipp: das eigene<br />

Herbarium.<br />

tajhotels.com<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

217


TRAVEL<br />

Kopenhagen:<br />

Dänische Gemütlichkeit<br />

HOTEL SANDERS<br />

So leidenschaftlich wie Alexander Kolpin seinen Beruf ausgeübt hat <strong>–</strong><br />

er zählte zu den besten Balletttänzern der Welt <strong>–</strong>, mit so viel Liebe<br />

zum Detail leitet er nun das „Sanders“ in Kopenhagen, in dem Eleganz<br />

und subtile Perfektion gelebt werden. Wahrscheinlich mit ein<br />

Grund, warum es bereits zwei Mal in Folge zu „Denmark’s Leading<br />

Hotel“ gekürt wurde. Kunstliebhaber und anspruchsvolle Gäste<br />

schätzen die beflügelnde Atmosphäre und geschickte Inszenierung.<br />

Ein besonderes Highlight ist die hauseigene Cocktailbar „TATA“,<br />

benannt nach dem von den Darstellern so getauften roten Samtvorhang<br />

im historischen „Kongelige Teater“. Denn das „Sanders“ befindet<br />

sich in einem neoklassizistischen Jugendstilgebäude gegenüber dem<br />

Königlichen Dänischen Theater, in dem Alexander Kolpin früher<br />

getanzt hat. Die 54 Zimmer wurden vom Londoner Designduo<br />

Pernille Lind und Richy Almond gestaltet. In den kleinen Sofagruppen<br />

in der Lobby treffen sich Kopenhagens Kulturfreunde und<br />

dänische Schauspieler sowie Gäste aus aller Welt, die Qualität und<br />

guten Geschmack lieben.<br />

Cool-down-Faktor: Das „Islands Brygge Harbour Bath“ bietet fünf<br />

Schwimmbecken mit drei Sprung türmen und eine große Liegewiese.<br />

Das bekannte Bad ist ein beliebter Treffpunkt an sonnigen Tagen.<br />

hotelsanders.com<br />

h<br />

Für eine hyggelige Atmosphäre sorgen natürliche<br />

Materialien, kuschelige Felle und Kerzenlicht<br />

Im „Sanders“ wird dänische Gemütlichkeit perfekt<br />

gelebt, hier fühlt man sich richtig wohl<br />

x<br />

Fotos: Hotel Sanders<br />

218 SUMMER <strong>2022</strong>


Please savour responsibly<br />

Crafted without compromise<br />

from American and European<br />

oak sherry seasoned casks.<br />

THE MACALLAN DOUBLE CASK RANGE<br />

Photography by Steve McCurry


TRAVEL<br />

Barcelona: Magische Wasserspiele<br />

HOTEL EL PALACE<br />

Fotos: El Palace Barcelona


k<br />

Der Salon „Cugat“ lädt zum<br />

Verweilen auf einen Drink<br />

l<br />

Der Dachgarten mit Sonnenterrasse<br />

und Pool ist das Highlight des Hauses<br />

Stilvoll und elegant ist die<br />

„Ruben Ortiz Hall“<br />

x<br />

Ikonischer Luxus für ganz besondere Momente <strong>–</strong> das Fünf-Sterne-<br />

Hotel „El Palace Barcelona“ gehört zu den „Leading Hotels of the<br />

World“, wo schon Stars wie Frank Sinatra, Woody Allen oder Sofia<br />

Loren abgestiegen sind und den exklusiven Service genossen haben.<br />

Das einzigartige Haus liegt im Herzen der Millionenstadt, nur wenige<br />

Minuten von den wichtigsten kulturellen und touristischen Attraktionen<br />

entfernt. Alle 120 Zimmer und Suiten sind inspiriert vom Stil<br />

des Neoklassizismus. Die sechs außergewöhnlichen „Art-Suites“ sind<br />

jeweils einem berühmten Künstler gewidmet, hier tauchen Gäste ein<br />

in die Welt von Ronnie Wood, Salvador Dalí, Joan Miró und Josephine<br />

Baker. Das gastronomische Angebot lässt keine Wünsche offen: Das<br />

Frühstück wird im „Jardin“ serviert, ganztägige Mahlzeiten und den<br />

beliebten Afternoon-Tea gibt es in der „Großen Halle“, das „Amar<br />

Barcelona“, ein brandneues Restaurant mit dem renommierten Chefkoch<br />

Rafa Zafra, wurde im Frühjahr <strong>2022</strong> eröffnet. Wer Entspannung<br />

und Erholung sucht, zieht sich in das „Mayan Luxury Spa“ zurück<br />

und genießt das reichhaltige Treatment-Angebot.<br />

Cool-down-Faktor: Der 1.500 Quadratmeter große Dachgarten<br />

mit bequemer Terrasse lockt an heißen Tagen mit kühlem Nass.<br />

Denn im siebten Stock des „El Palace Barcelona“ ist der Swimmingpool<br />

sicher das Nonplusultra. Und wer gern einen Ausflug macht,<br />

besucht den größten Springbrunnen der Stadt, den „Font Màgica“ mit<br />

seiner magischen Brunnenshow mit Musik, Wasserakrobatik und<br />

Licht.<br />

hotelpalacebarcelona.com<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

221


h<br />

Einfach märchenhaft ist diese<br />

Aussicht auf eines der Luxusrefugien<br />

auf Laucala Island<br />

j<br />

Das private Spa-Steinbad im Freien<br />

als perfekter Ruhepol für<br />

Erholungssuchende<br />

v<br />

Großartiger Genuss und<br />

aufsehenerregende Architektur <strong>–</strong><br />

so lassen sich relaxte Lunches und<br />

Dinner richtig zelebrieren<br />

Redaktion: Elisabeth Muth, Fotos: Vladi Private Islands<br />

222


TRAVEL | WITH THE STARS<br />

EINE<br />

REISE<br />

Laucala Island, die private Fidschi-Insel<br />

des Unternehmers Dietrich Mateschitz,<br />

definiert Luxus neu und entführt in<br />

eine andere Welt <strong>–</strong> fast meint man, ein<br />

Gemälde von Paul Gauguin zu betreten<br />

Er gilt als zurückhaltend und medienscheu. Kein Wunder also, dass<br />

sich der österreichische Unternehmer und Milliardär ein Paradies<br />

geschaffen hat, das nicht so leicht zu erreichen ist und wo man sicher<br />

sein kann, dass die Privatsphäre gewahrt bleibt. Nämlich auf Laucala<br />

Island mitten im Fidschi-Archipel, einer Insel, die sich der Red-Bull-<br />

Gründer 2003 für eine kolportierte Summe von zehn Millionen US-<br />

Dollar aus dem Nachlass des amerikanischen Verlegers Malcolm<br />

Forbes gekauft hat.<br />

Die Anreise in das brandneue Resort „Como Laucala Island“,<br />

eröffnet 2021, erfolgt stilsicher mit dem hauseigenen Privatflugzeug<br />

über den internationalen Flughafen Nadi. Im Paradies gelandet, stehen<br />

25 großzügige Luxusresidenzen bereit. Jede davon liegt an einem<br />

einzigartigen Platz der Insel und verfügt über einen Privatstrand,<br />

einen Pool, einen eigenen Butler und jede Menge Privatsphäre. Beim<br />

Bau wurde sorgfältig darauf geachtet, nach Möglichkeit lokale Materialien<br />

zu verwenden, die Unterkünfte sind im südpazifischen Stil<br />

gebaut und fügen sich somit nahtlos in die üppige Natur ein. Neben<br />

der Entspannung steht ein breites Angebot an Aktivitäten zur Verfügung:<br />

von Reiten, Tennis, Yoga bis hin zu einer Golfrunde auf dem<br />

atemberaubenden tropischen 18-Loch-Golfplatz. Sehr beliebt ist das<br />

verträumte Sammeln von Strandgut. Selbstverständlich kommen<br />

auch Erholungssuchende nicht zu kurz. Das Angebot des weitläufigen<br />

Spas ist der Philosophie „Heilung durch Wasser“ verschrieben.<br />

Die Mahlzeiten können in der eigenen Residenz oder in einem<br />

der exklusiven Restaurants eingenommen werden. Ob Fine Dining,<br />

panasiatische Küche oder ein Barbecue mit fangfrischem Fisch <strong>–</strong><br />

eines ist gewiss: Hier wird nachhaltig gekocht. Die frischen Produkte<br />

stammen von der 240 Hektar großen Farm des Resorts. In Gewächshäusern,<br />

im Kräutergarten und auf Obstplantagen wächst alles, was<br />

man zum Zubereiten der fantastischen Gerichte braucht. Tiere wie<br />

Wagyū-Rinder, Schafe und Sulmtaler Hühner, die der Red-Bull-Chef<br />

extra aus Österreich einfliegen ließ, finden sich in den Stallungen.<br />

Die Fische und Meeresfrüchte sind natürlich fangfrisch aus dem<br />

Ozean vor der Tür. Insider erzählen, dass der Unternehmer zumindest<br />

ein Mal pro Jahr persönlich auf das Eiland kommt und im Hilltop<br />

Estate auf dem höchsten Punkt der Insel residiert, das aus mehreren<br />

Villen auf einem 11.000 Quadratmeter großen Areal besteht. Auch<br />

wenn man ihn nicht persönlich antrifft, dieses Ausnahmeresort ist auf<br />

jeden Fall einen Besuch wert.<br />

comohotels.com<br />

SUMMER <strong>2022</strong><br />

223


TRAVEL<br />

New<br />

Places<br />

AURUM <strong>999</strong>,9 präsentiert internationale Neueröffnungen<br />

und Top-Destinationen, die man unbedingt sehen sollte<br />

Avani Hotels & Resorts Muscat<br />

Osmanisches Feeling für City-Reisende<br />

Mitten im Herzen der osmanischen Hauptstadt Maskat wurde soeben<br />

das „Avani Muscat“ der asiatischen Hotelmarke Avani Hotels &<br />

Resorts eröffnet. Es bietet Geschäftsreisenden und Touristen eine<br />

ideale Basis für das Erkunden der aufregenden Stadt. Das Stadthotel<br />

mit 161 Zimmern und 45 Studios sowie Serviced Apartments mit bis<br />

zu drei Zimmern eignet sich auch ideal für Langzeitaufenthalte und<br />

für Familien, die die Stadt zu Fuß erkunden möchten. In insgesamt<br />

drei Restaurants lassen sich sowohl authentische lokale Spezialitäten<br />

als auch internationale Küche genießen, ein großzügiger Außenpool<br />

und das speziell konzipierte Fitnessstudio runden das Angebot ab.<br />

Maskats größtes Einkaufszentrum, die Mall of Muscat, liegt in unmittelbarer<br />

Nähe <strong>–</strong> dort können Shopaholics voll auf ihre Rechnung<br />

kommen. Wir sagen: Salam alaikum, Oman!<br />

avanihotels.com<br />

Shangri-La Shougang Park, Peking<br />

Luxus pur im Reich der Mitte<br />

Wenn Designer Piero Lissoni verantwortlich zeichnet, wird sogar ein<br />

ehemaliges Kraftwerk zum urbanen Lebensraum mit Luxus-Feeling.<br />

Die asiatische Hotelgruppe Shangri-La Hotels and Resorts hat mit<br />

dem „Shangri-La Shougang Park“ einen architektonisch besonderen<br />

Platz geschaffen. Das Gerüst des ursprünglichen Konstrukts blieb<br />

erhalten und wurde mit einer Glasfassade versehen, durch die viel<br />

natürliches Licht in den Innenraum fällt. Eine rote Wendeltreppe aus<br />

Stahl verbindet die öffentlichen Bereiche, immergrüne Pflanzen<br />

zieren den Indoor-Garten im Atrium. In den 283 Zimmern und<br />

Suiten vereint der Designer gekonnt asiatische Deko-Elemente mit<br />

minimalistischer Ästhetik. Großzügig sind auch die hauseigenen<br />

Kongressräumlichkeiten konzipiert, allein der Ballsaal fasst bis zu<br />

700 Personen. Ein architektonisches Meisterwerk!<br />

shangri-la.com<br />

Hotel La Palma, Capri<br />

Dolce Vita für alle Sinne<br />

50 Zimmer und Suiten umfasst das elegante und glamouröse Hotel<br />

„La Palma“ im Zentrum Capris, das kürzlich als Masterpiece-Hotel<br />

von Oetker Collection und Reuben Brothers komplett umgestaltet<br />

wurde. Bei der Neuinterpretation des ikonischen, 1822 erbauten<br />

Hotels wurde besonderer Wert darauf gelegt, seine Geschichte als<br />

erstes und ältestes Hotel der Insel zu würdigen. Der zeitlose und elegante<br />

Rückzugsort sowie die herzliche Gastfreundschaft machen<br />

einen Aufenthalt unvergesslich <strong>–</strong> ebenso wie das Rooftop-Restaurant<br />

und die Rooftop-Bar mit ihrem atemberaubenden Blick auf das Meer.<br />

Die gastronomische Leitung hat Chefkoch Gennaro Esposito übernommen,<br />

der sich mit seinem mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichneten<br />

„Torre del Saracino“ international einen Namen gemacht hat.<br />

Hier wird la Dolce Vita wahrhaft gelebt!<br />

oetkercollection.com<br />

Redaktion: Elisabeth Muth, Fotos: Avani Hotels & Resorts, Oetker Collection, Shangri-La Hotels and Resorts<br />

224 SUMMER <strong>2022</strong>


ALPINE EAGLE<br />

- Handgefertigt aus ethischem Gold -<br />

Die elegante und sportliche Uhr Alpine Eagle ist die zeitgemäße Interpretation einer unserer<br />

historischen Ikonen. In ihrem 41 mm großen Gehäuse arbeitet ein als Chronometer zertifiziertes<br />

Automatikwerk, das Kaliber Chopard 01.01-C. Dieser mit Stolz von unseren Kunsthandwerkern<br />

entwickelte und gefertigte Zeitmesser der Extraklasse bezeugt die Expertise und den<br />

Erfindergeist unserer Manufaktur.<br />

CHOPARD BOUTIQUE WIEN<br />

KOHLMARKT 16, +43 (0)1 533 719 719, BOUTIQUE@CHOPARD.AT

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