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moneyeditorial

EDITORIAL

Ein Lob auf den

Fortschritt

GEORG MECK

Chefredakteur

FOCUS-MONEY

nein, wir wollen nicht schon wieder mit den Fax-Geräten in den Gesundheitsämtern

anfangen. Das traurige Lied ist oft genug gesungen. Die wahre Misere

geht tiefer: Deutschland, das Land der Denker und Ingenieure, verliert seine

Stellung als Hightech-Standort. Der Befund stammt nicht von schnöseligen

Silicon-Valley-Aposteln, sondern von der Bundesregierung selbst. Das macht

es nicht besser. Wohlstand in Gefahr!, alarmiert die bundeseigene Gesellschaft

für Außenwirtschaft und Standortmarketing, demnach hat sich der Anteil

Deutschlands an den weltweit exportierten Hightech-Produkten seit 1990

nahezu halbiert. Wir schauen hilflos zu, wie andere an uns vorbeiziehen. Was

helfen salbungsvolle Hightech-Initiativen, wenn der Fortschritt ansonsten

verteufelt, Unternehmertum diskreditiert und Wirtschaftswachstum als unanständig

geschmäht wird?

Deutschland büßt so über kurz oder lang den Status als Industrienation ein,

wie Großbritannien in den 1970er-Jahren. Dabei ist klar: „Wir können nicht

davon leben, uns gegenseitig die Haare zu schneiden“, wie Agenda-Kanzler

Gerhard Schröder einst gewarnt hat. Mit dem Abstieg als Hightech-Standort

verlieren wir die technologische wie ökonomische Souveränität. Die wertvollsten

Konzerne der Welt, die Giganten des Internet, die unser tägliches Leben

bestimmen, sitzen in Amerika – und demnächst auch in China. Vermeldet

Deutschland Neuzugänge in den Dax, dann sind das zu oft radelnde Pizzaboten

und Kochboxen-Versender. Das ist auf Dauer nicht genug! Die Gründung

von SAP, des jüngsten deutschen Konzerns von Weltrang, ist nun auch schon

wieder ein halbes Jahrhundert her. Die Produktion von Unterhaltungsgeräten

ist unwiderruflich verloren, die Herstellung von Computern sowieso. Die Atomenergie

schalten wir gerade ab, in der kühnen Annahme, dass Wind und Sonne

uns schon mit Energie versorgen werden, zu welchem Preis auch immer. Die

Gentechnik ist ob des garstigen gesellschaftlichen Klimas längst abgewandert

in freundlichere Gefilde, das Wort von Deutschland als Apotheke der Welt nur

noch eine blasse Erinnerung.

Doch halt, es gibt Hoffnung: die Impfpioniere von Biontech aus Mainz. Ein

Beispiel, das Mut macht, dieser Start-up-Spirit ist nicht genug zu loben.

Das wollen wir tun. Wir feiern den Fortschritt, den Gründergeist. In einer

gemeinsamen Serie loten FOCUS-MONEY und FOCUS die Chancen

für ein neues deutsches Wirtschaftswunder aus, und damit

auch die Chancen für Ihr Depot. Zum Auftakt stellen wir mit BMW

ein Traditionsunternehmen vor, das zeigt: Innovationen entstehen

nicht nur in Garagen in Kalifornien.

Herzlich, Ihr

NEUE

GRÜNDERZEIT

EINE SERIE VON FOCUS

Teil 1

& FOCUS MONE Y

Aus aktuellem Anlass!

Lesen Sie FOCUS-MONEY bequem zu Hause

Liebe Leserinnen und Leser,

die Inflation steigt auf lange nicht mehr erreichte Werte, in

Amerika wie in Europa. Bange blicken die Börsianer auf die

Notenbanken: Kommt die Zinswende doch schneller als bereits

erwartet? Wie geht es weiter mit den Aktienkursen, wenn die expansive

Geldpolitik an ihre Grenzen stößt? Mein Tipp: Sie erfahren

alles Wichtige in FOCUS-MONEY. Den portofreien Kombi-Bezug (Print

und Digital) für 1 Jahr erhalten Sie zum Vorzugspreis von nur 185,25 €*

(statt 242,25 € – Sie sparen 24 %) und sichern sich einmalig eine

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FOCUS-MONEY 4/2022

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Foto: F. Röth 3


moneyinhalt

19. JANUAR 2022 www.money.de

8

Strategiewechsel

In volatilen Zeiten ist Sicherheit gefragt.

Anleger finden sie in Unternehmen mit hohen

und nachhaltigen Ausschüttungen. FOCUS-

MONEY kennt die besten Werte

moneykompakt

6 Brennpunkt: Wer 2021 an der

Börse wie abgeschnitten hat

54 Biotech-Ticker: Bietet Omikron

einen Ausweg aus der Pandemie?

98 Andis Börsenbarometer: Die

Fed-Sitzungen sind entscheidend

18

Wertvolle Begleiter

Mit den Dogs of the Dow kassieren

Sie nicht nur Jahr für Jahr

eine hohe Dividendenrendite. Sie

können sogar langfristig den

Markt schlagen

moneytitel

8 Wende zur Dividende: In schwankenden

Aktienmärkten bringen

Papiere mit hoher Gewinnbeteiligung

die beste Rendite. Zeit für

einen Strategiewechsel

10 Dividendenkalender: Die laufende

Dividendensaison bietet fünf,

sechs und mehr Prozent Rendite

14 Wöchentlich Dividenden:

Diese Kombi aus 14 US-Aktien

bringt jede Woche Bares aufs

Konto

18 Dogs of the Dow: Hohe

Dividendenrenditen erzielen und

noch den Markt schlagen? So

geht’s

22 Aristokraten: Adlige Dividendenzahler

zum Spottpreis

26 Zertifikate: Bonus statt Dividende

und der Steuerstress hat ein Ende

28 Old School: Aktionäre, aufgepasst!

So einfach sind zweistellige

Dividendenrenditen möglich

32 Allianz: Der Versicherer verspricht

jedes Jahr mehr Dividende

35 Europa: Das sind die Dividendenperlen

außerhalb der Heimat

38 Auslandsdividende: Ärger mit

der Quellensteuer auf Dividenden?

Das sollten Anleger wissen

42 Dividendenfonds und -ETFs:

Wer das Zusammenspiel aus

Investition und Ausschüttung

am besten beherrscht

4 Titel: Composing: FOCUS-MONEY FOCUS-MONEY 4/2022


50

Streben an die globale Spitze

Immer einen Schritt voraus sein und dabei die

Mobilität der Zukunft gestalten – der

Autobauer BMW hat ehrgeizige Ziele und will

sie mit innovativen Lösungen erreichen

moneymarkets

46 Finanzmärkte: Noch bekommen

die Aktienkurse reichlich Rückenwind,

aber stürmischere Zeiten

stehen bevor – so halten Anleger

Kurs gegen Inflation und Zinsen

50 Innovationen: Der Münchner

Automobilhersteller BMW beweist:

Tradition und Start-up-Spirit

müssen keine Gegensätze sein

53 Wolftank-Adisa: Der Spezialist aus

Österreich steht vor einer deutlichen

Umsatz- und Gewinnsteigerung

56 Fisch: Corona hat den Höhenflug

von Lachs-Aktien vorerst gestoppt.

Ein günstiger Einstiegszeitpunkt

58 Low Volatility: Eine Untersuchung

von 30 Fonds zeigt:

Mit diesen vier Aktien investieren

Anleger extrem gechillt

61 Mic: Das Unternehmen

wächst durch clevere Zukäufe

im Hightech-Sektor

66 ElringKlinger: Der Auto-Zulieferer

scheint den Umstieg auf

die Elektromobilität zu meistern

68 Rohstoffe: Die Preise für Öl,

Kupfer & Co. steigen weiter.

Wie Anleger davon profitieren

moneydigital

62 Moneymotion: Die besten Tricks

für mehr Gehalt

63 Aktienanalyse: Der Baudienstleister

Helma Eigenheimbau im

profunden Anlage-Check

72 Chartsignal: Bei Intel könnte sich

schon bald ein Licht am Ende des

Tunnels abzeichnen

72 Börsenwissen: Was Anleger jetzt

über „Value“ und „Growth“ wissen

müssen

moneyanlegerschutz

46

73 Adva: Verlässt ein weiterer

Technologieführer Deutschland?

Was Anteilseigner wissen

sollten

68

Mitverdienen!

Wer von den weiter

steigenden Rohstoffpreisen

profitieren will,

kann das mit börsengehandelten

Rohstoffzertifikaten

(ETC) besonders

einfach und

kostengünstig. Vielversprechende

Produkte

auf Energieträger und

Industriemetalle

moneyservice

74 Private Krankenversicherung:

Corona stellt auch die PKV vor

Herausforderungen. Welche

Anbieter fair agieren

moneyanalyse

81 Fonds

82 Deutsche Aktien

90 Internationale Aktien

96 ETFs

97 Zertifikate

moneyrubriken

3 Editorial

80 Leserbriefe – Impressum

98 Termine

„Ich sehe derzeit eher die Gefahr, dass die Inflationsrate

länger erhöht bleiben könnte als gegenwärtig erwartet“

JOACHIM NAGEL, NEUER BUNDESBANK-CHEF

Inhalt: Illustrationen: VectorStock; Fotos: Depositphotos, BMW, Salzgitter, Bundesbank Composing: FOCUS-MONEY

5


moneytitel

TITEL

WENDE

ZUR DIVIDENDE

8 Illustration: VectorStock

Composing: FOCUS-MONEY

FOCUS-MONEY 4/2022


Schritt für Schritt zu höheren

Ausschüttungen: Wenn schwankende

Aktienmärkte die Kurs-Chancen

gefährden, bringen Papiere mit hoher

Gewinnbeteiligung die beste Rendite.

Zeit für einen Strategiewechsel

von GREGOR DOLAK

Auf und ab schwanken die Märkte. Zins- und Inflationsängste

bewegen die Kurse, im Hintergrund

die Krypto-Talfahrt, Omikron-Sorgen.

Dann wieder rollen Euphoriewellen an, die

Dow, Dax & Co. über vormalige Rekordmarken

heben. Unruhiges Gewässer. Wer die richtigen

Titel herausfischt, kann natürlich schöne Erträge einfahren.

Aber mit erhöhtem Risiko, dass der Fischzug misslingt.

Ein guter Zeitpunkt also, die Anlagestrategie neu zu justieren.

Anleihen als Alternative zum Aktienmarkt bringen

selten Zinsen, eher garantierte Verluste. Deshalb: Dividenden

bringen genau die Erträge ein, die über steigende Kurse

oder Verzinsung womöglich erst mal nicht zu holen sind. Gesucht

sind die Unternehmen mit hohen und nachhaltigen

Ausschüttungen. „Die Dividende ist uns heilig“, versichert

immer wieder der Allianz-Vorstandsvorsitzende Oliver Bäte.

Passenderweise kündigt sein Versicherungskonzern an,

nun jedes Jahr mehr an die Aktionäre auszuzahlen. Im Jahr

2020 lag die Dividendensumme bei vier Milliarden Euro.

Die Summe soll jetzt jedes Jahr zuverlässig um fünf Prozent

wachsen. Die Allianz-Aktie versetzt die Ankündigung

prompt in den Hausse-Modus, sodass Rendite sogar über Dividende

und steigenden Kurs hereinkommt (siehe Seite 32).

Für die optimale Strategie hat FOCUS-MONEY aus dem

weltweiten Aktienangebot die Edelpapiere herausgefiltert,

die in volatilen Zeiten sichere Ausschüttungen bringen (Seite

22). Auf dem Titel versprechen wir mit zehn Prozent zweistellige

Dividendenrenditen – es sind nach den Prognosen

durchaus 15 Prozent und mehr, ein großer Sicherheitsabschlag

(S. 28). Die „Dogs of the Dow“-Strategie ermittelt entsprechend,

von Intel bis IBM, die größten Profit-Auszahler

der Wall Street (Seite 18). Wer ein gutes Dutzend von US-Aktien

mit vierteljährlicher Erfolgsprämie geschickt kombiniert,

kann sogar jede Woche mit Barzufuhr auf

dem Konto rechnen (Seite 14).

Unser Dividendenkalender 2022 zeigt, wann

im ersten Halbjahr Deutschlands renditestärkste

Unternehmen ihre Hauptversammlung abhalten

(Seite 10). Mögen die Wogen um die Anleger

auch hochschlagen – die gute Hoffnung

auf wachsende Gewinnanteile hält viele Seefahrer

über Wasser.

PROFIT AUS DER BILANZ:

Solide Dividenden erhöhen den

Ertrag einschlägiger Top-Aktien

FOCUS-MONEY 4/2022

9


moneymarkets

INNERE BALANCE: Dafür

sorgen unsere vier

Low-Vola-Kandidaten

STRATEGIE

Gechillte Aktien

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt? Nicht unbedingt! Wir verraten, warum es sich für Anleger

richtig lohnen kann, auf Titel mit geringen Schwankungen zu setzen

von ISABEL SCHOMMERS

Es existiert ein Klischee, das sich hartnäckig in den Köpfen

vieler Anleger hält: Ein hohes Risiko birgt hohe

Chancen, ein geringes führt zu weniger Rendite. Intuitiv

mag das richtig klingen, die Forschung sagt allerdings etwas

anderes. Schon 1970 entdeckte der US-amerikanische

Ökonom Fischer Black die „Low Volatility“-Anomalie: Er beobachtete,

dass gerade Aktien mit einer niedrigen Schwankungsbreite

– die damit als risikoärmer eingestuft wurden –

eine bessere Performance hinlegten als ihre hochvolatilen

Pendants. Ein Erklärungsansatz dafür stammt aus der Behavioral

Finance, die sich mit menschlichem Verhalten in wirtschaftlichen

Situationen befasst. Sie geht davon aus, dass Investoren

eine irrationale Präferenz für Vermögenswerte mit

stärkeren Schwankungen aufweisen, da diese scheinbar einen

höheren Gewinn versprechen. Das führt dazu, dass volatilere

Aktien tendenziell öfter gekauft und im Depot über-

gewichtet werden – das wiederum treibt die Marktpreise

nach oben und führt zu geringeren Renditen. Kurz gesagt:

Sie sehen, Anteilscheine mit der „richtigen Balance“ können

sich im Portfolio wirklich lohnen.

Die Auslese. Um die besten Aktien für diese Strategie zu

finden, haben wir 30 Fonds analysiert, die eine Low-Volatility-Strategie

verfolgen, und ausgewertet, welche vier Titel

sich am häufigsten unter den zehn größten Positionen befinden.

Dabei sind wir auf vier Unternehmen gestoßen, die Sie

nicht nur nachts ruhig schlafen lassen, sondern die noch wesentlich

mehr auf dem Kasten haben. Erstens: Allein in den

letzten zwölf Monaten sorgten sie für eine hervorragende

Rendite. Zweitens: Top-Ausschüttungen, zwei davon gehören

sogar zum Dividendenadel. Drittens: Auch die fundamentalen

Kennzahlen und die starke Marktpositionierung

überzeugen. Also – zurücklehnen und Profit genießen!

58 Illustration: VectorStock

FOCUS-MONEY 4/2022


NOVO NORDISK

Der Diabetes-Weltmarktführer

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und zusätzliche Infos

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Präsentiert von

Das Unternehmen: 1921 gelang es kanadischen Forschern erstmals, Insulin

aus der Bauchspeicheldrüse von Hunden zu isolieren – der Grundstein für

die Behandlung von Diabetes war gelegt. 1923 erhielt das Ehepaar August

und Marie Krogh – die selbst von der Krankheit betroffen war – die erste Genehmigung

dafür, den Stoff zu vertreiben. Das Unternehmen Nordisk war geboren.

Heute ist es schon seit vielen Jahren Weltmarktführer auf dem Gebiet

der Diabetes-Arzneien. Inzwischen stellen auch Medikamente gegen Adipositas

einen wichtigen Wachstumstreiber dar, daneben produziert der Konzern

Wachstumshormone sowie Mittel gegen Blutgerinnung.

Die Zahlen: Im letzten Quartal schnitt Novo Nordisk besser ab, als die Analysten

erwartet hätten. Der Umsatz stieg um 15 Prozent auf 4,8 Milliarden

Euro – die Experten hatten nur mit einem Plus von zwölf Prozent gerechnet.

Der Nettogewinn erhöhte sich von 1,4 Milliarden auf 1,6 Milliarden Euro und

lag damit über der Konsensschätzung von 1,5 Milliarden Euro.

Die Vision: Grund für die hervorragenden Zahlen war die hohe Nachfrage

nach dem neuartigen Medikament Wegovy. Das Präparat wird zur Behandlung

von Fettleibigkeit eingesetzt und ist laut dem Unternehmen das einzige

Mittel, das nur einmal die Woche gespritzt werden muss. In den USA fand

Novo Nordisk damit großen Anklang. Durch aktuelle Lieferengpässe dürfte

es dieses Jahr allerdings noch etwas dauern, bis sich der Erfolg in der Bilanz

widerspiegelt

Quelle: Bloomberg

Stark und solide

Novo Nordisk gilt seit Jahren als stabiler

Wert, der für saftige Renditen sorgt: Seit 2016

hat sich die Aktie verdoppelt – in den letzten

zwölf Monaten wurden Anleger mit einem

Plus von 53,6 Prozent belohnt.

Novo Nordisk

Aktienkurs in Euro

2016 17 18 19 20 2021

WKN/ISIN A1XA8R/DK0060534915

Börsenwert 203,6 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2021/22e 31,9/28,2

Dividendenrendite 2021/22e 1,6/1,7 %

Kursziel/Stoppkurs 98,82/74,70 €

Risiko Kurspotenzial 11,9 %

90

70

50

30

e = erwartet

MERCK KGAA

Pharma mit Tradition

Das Unternehmen: Das weltweit erste Schilddrüsenmittel, das Standardwerk

für chemische Substanzen, die Vermarktung von Vitamin B1 – all diese

Meilensteine gehen auf das älteste Pharma-Unternehmen der Welt zurück:

Merck KGaA. Heutzutage gliedert sich das operative Geschäft in drei Kernbereiche

auf. Erstens: Healthcare – das Segment umfasst zahlreiche Präparate

und Geräte, die in der Allgemeinmedizin, Onkologie, Kinderwunschbehandlung

und vielen weiteren Gebieten eingesetzt werden. Zweitens: Life

Science – in dieser Sparte produziert Merck Werkzeuge und Rohstoffe für

die Forschung. Drittens: Electronics – darunter fallen unter anderem Materialien

für Halbleiter, Displays oder die Automobilbranche.

Die Zahlen: Im dritten Quartal 2021 verbuchte Merck erneut zweistellige

Wachstumszahlen. So nahm der Konzernumsatz um 11,8 Prozent auf fünf Milliarden

Euro zu. Der größte Treiber war der Bereich Life Science, der fast die

Hälfte der Erlöse ausmachte und im letzten Dreimonatsviertel ein saftiges

Plus von 17,7 Prozent erzielte. Verwunderlich ist das nicht, schließlich zählte

Merck zu den wichtigen Zulieferern für viele Impfstoff-Hersteller – das Unternehmen

produziert unter anderem Lipide für das Biontech-Vakzin.

Die Vision: Erst vor Kurzem wurde bekannt, dass Merck das US-amerikanischen

Biopharma-Unternehmen Exelead für 686 Millionen Euro übernehmen

will. Durch den Deal soll das Geschäft mit mRNA-Technologie weiter ausgebaut

werden. Schon Anfang 2021 hatte der Dax-Gigant Amptec gekauft, einen

Hamburger Spezialisten auf diesem Gebiet.

FOCUS-MONEY 4/2022

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Präsentiert von

Quelle: Bloomberg

Steil nach oben

Bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie

spielt Merck als Impfstoff-Zulieferer eine

wichtige Rolle. Das gab auch dem Kurs kräftigen

Rückenwind: Im letzten Jahr kletterte der

Wert um fast 40 Prozent nach oben.

Merck

Aktienkurs in Euro

220

180

140

100

60

2016 17 18 19 20 2021

WKN/ISIN

659990/DE0006599905

Börsenwert 90,2 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2021/22e 23,8/22,5

Dividendenrendite 2021/22e 0,8/0,9 %

Kursziel/Stoppkurs 185,00/169,70 €

Risiko Kurspotenzial 20,2 %

59

e = erwartet


moneymarkets

ELRINGKLINGER

ELRINGKLINGER-MITARBEITER: neue Aufträge für Zukunftsgeschäfte

Elektroantrieb statt Verbrenner

Der Umstieg von Benzin- und Diesel- auf Elektromotoren stellt die Autohersteller und ihre Zulieferer

vor enorme Herausforderungen. ElringKlinger scheint diese zu meistern

Wachsende Elektromobilität

Der Bereich Elektromobilität ist noch recht klein, hat

aber seinen Anteil am gesamten Geschäft im Jahr

2020 auf vier Prozent glatt verdoppelt. Auch andere

Sparten bieten Komponenten für E-Autos an.

Konzernumsatz 2020 nach Sparten

Anteile in Prozent

Elektromobilität

4

Ersatzteile

Abschirmtechnik

Quelle: ElringKlinger

12

20

Sonstige

7

28

29

Leichtbau

Metal Sealing Systems &

Drivetrain Components

von LUDWIG BÖHM

In der Automobilindustrie geht die Post ab – und zwar sowohl

kurz- als auch langfristig. Auf kurze Sicht macht

BMW, Daimler & Co. der anhaltende Mangel bei Halbleitern

zu schaffen. Dadurch können sie nicht so viele Fahrzeuge fertigen,

wie sie verkaufen könnten. Es ist allerdings nur eine

Frage der Zeit, wann sich die Versorgung mit den begehrten

Chips wieder normalisiert. Dann dürfte es bei den Verkäufen

spürbare Nachholeffekte geben.

Deutlich schwieriger gestaltet sich der Wandel hin zur

Elektromobilität. Vor allem die Batterietechnologie gilt als

ausgesprochen komplex. Die Akkus entscheiden über wichtige

Merkmale der Autos wie Beschleunigung, Reichweite

oder Ladegeschwindigkeit. Außerdem machen neue Anbieter

wie Start-ups, beispielsweise Nio aus China, und Tech-

66

Foto: ElringKlinger

FOCUS-MONEY 4/2022

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