19. Jänner 2022

DerGrazer

- Corona-Inzidenz in Graz erstmals mehr als 1000
- Hohe Kosten fordern heimische Landwirte
- Akademikerhilfe feiert 100 Jahre und hat noch viel vor
- ARBÖ: 15.000 Einsätze als Helfer in der Not
- Jus-Student klagt Uni Graz

19. JÄNNER 2022, E-PAPER AUSGABE

Getty

Quelle: ZAMG


Teils starker

Wind, sonst

Sonnenschein.

Die Temperaturen

in Graz

liegen morgen Donnerstag

zwischen -5 und 6 Grad.

Kurios

Ein Student klagt jetzt die Uni Graz,

weil er eine schriftliche Prüfung am

PC schreiben musste. 7

Virtuos

Der 23-jährige Pianist Florian Pichlbauer

und der 21-jährige Violinist Julian Walder

sorgen für ein Konzerthighlight. 9

Inzidenz erstmals über 1000

Corona hat Graz

fest im Griff

KK (2), LPD, STMK, MONTAGE

Negativrekord. Zum ersten Mal gibt es mit heute eine Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als tausend Fällen pro 100.000 Einwohner in Graz. Im Handel

sowie in der Gastronomie finden indes täglich zahlreiche Kontrollen der 2G-Regel durch die Polizei statt. Am Jakominiplatz gilt Maskenpflicht. SEITE 2


2 graz

www.grazer.at 19. JÄNNER 2022

Restaurant muss für Bus-Terminal

weichen & wird abgerissen. KK

Startschuss für

Bus-Terminal

■ Die GU-Gemeinde Kumberg

errichtet mit anderen

Gemeinden und dem Land

Steiermark gemeinsam ein

Bus-Terminal am Fasslberg.

Die Baustelle für das Großbauvorhaben

ist eingerichtet,

aktuell wird mit Arbeiten wie

Dachabdecken der Hausabriss

vorbereitet. Denn in rund

zwei Wochen soll dann eine

„Abrissbirne“ das Kommando

übernehmen. Die Kosten

dafür betragen rund 3,8 Millionen

Euro.

Maßnahmen inkl. Kontrollen: Auch im Stadtbild begegnet man Corona nach wie vor nahezu an jeder Ecke. LPD STEIERMARK (2), KK

Corona-Inzidenz in Graz

erstmals mehr als 1000

COVID-19. Das Coronavirus hat Graz nach wie vor fest im Griff. Heute gab

es erstmals eine Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als tausend Fällen pro

100.000 Einwohner. Die Einhaltung der Regeln wird täglich kontrolliert.

In Naturdenkmal-Gingko wurde ein

Hammer geschlagen. NATURSCHUTZBUND

Hammer in

Naturdenkmal

■ Der Grazer Naturschutzbund

schreit auf: Auf einer

Baustelle in der Grazer Elisabethstraße

wurde von Bauarbeitern

ein Hammer in ein

Naturdenkmal (siehe Foto)

geschlagen. Man fordert nun

eindringlich höhere Strafen

bei Verstößen und Verbesserungen

im Baumschutz. Das

Baumschutzreferat sowie der

Naturschutzbeauftrage der

Stadt Graz sind sofort eingeschritten.

Von Verena Leitold & Fabian Kleindienst

redaktion@grazer.at

W

ährend die Politik aktuell

über die geplante

und voraussichtlich

morgen beschlossene Impfpflicht

diskutiert (wie etwa erst

gestern im Landtag) steigen die

Ansteckungszahlen in Graz aufgrund

der Omikron-Variante

massiv an. Erst vergangenen

Donnerstag vermeldete die

Stadt, dass die 7-Tages-Inzidenz

mit 811,3 Neuinfektionen so

hoch lag wie noch nie zuvor.

Heute stiegen die Zahlen in

Graz erstmals über die 1000er-

Schwelle. Konkret vermeldet die

AGES eine Sieben-Tage-Inzidenz

von 1020,5 Infizierten pro

100.000 Einwohnern. In Graz-

Umgebung sind es 867,3, in der

Steiermark 838,0. Bisher sind in

Graz 387 im Zusammenhang mit

Corona verstorben, in Graz-Umgebung

302.

Ausfälle & Kontrollen

Aufgrund der zahlreichen Infek-

tionen musste jetzt (wie berichtet)

sogar ein Lokal in Graz vorübergehend

schließen: Im aiola

upstairs am Schloßberg war zu

viel Personal ausgefallen. Damit

das in der kritischen Infrastruktur

nicht passiert, werden aktuell

überall Notfall-Maßnahmen gesetzt.

Bei der Holding Graz bereitet

man sich beispielsweise darauf

vor, pensionierte Mitarbeiter

(auf freiwilliger Basis) zurückzuholen.

Bei der Energie Steiermark

arbeitet man in getrennten

Teams, die sich gegenseitig nicht

besuchen dürfen.

Unterdessen haben die Kontrollen

der 2G-Regel im Handel

begonnen. Seitens der Polizei,

die widerum die Durchführung

der Kontrollen durch die Betriebe

sowie die anwesenden

Kunden kontrolliert, ist man zufrieden.

In Einzelfällen hätte es

in Graz bisher Beanstandungen

gegeben, zum überwiegenden

Großteil seien die Überprüfungen

aber positiv ausgefallen.

Genaues Zahlenmaterial gibt es

derzeit noch nicht. „Die Kont-

rollen werden täglich auch von

den einzelnen Dienststellen im

Streifendienst sowie von der

Einsatzeinheit durchgeführt, da

wird sehr viel abgedeckt“, berichtet

Polizei-Sprecher Maximilian

Domanyi.

Drei Demos diese Woche

Gefordert sind die Beamten außerdem

mit regelmäßigen Demonstrationen,

bei denen die

Gemüter hochkochen. Morgen

soll ja die Impfpflicht im Nationalrat

beschlossen werden. Heute

gab es noch einen Autokorso

als Protest gegen das Vorhaben.

Ebenfalls morgen gehen dann

die Schüler streikend auf die

Straße. „Für eine faire Matura

und echte Bildung“ lautet das

Motto der ab 12 Uhr in der Innenstadt

angesetzten Demonstration

(siehe auch Seite 10).

Und am Samstag geht es dann

weiter mit einer großen Kundgebung

unter dem Titel „Gemeinsam

für Würde, Wahrheit und

Menschlichkeit, Gesundheit ohne

Impfpflicht muss das Ziel sein“.


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Hohe Kosten fordern Landwirte

TEUER. Die steigenden Kosten für Treibstoff und Futtermittel stellen die steirischen Landwirte vor

große Herausforderungen. Auch das Thema Klimawandel beschäftigt die Branche zunehmend.

Landwirtschaftskammerpräsident Franz Titschenbacher, Agrarlandesrat Hans Seitinger

und Landesbäuerin Viktoria Brandner (v.l.) beim heutigen Termin. LAND STEIERMARK/BINDER

Von Julian Bernögger

julian.bernoegger@grazer.at

Eine der größten Herausforderungen

in diesem Jahr

sind die enormen Kostensteigerungen

bei Baumaterialien,

Energie, Futter- und Düngemitteln“,

erläutert Agrarlandesrat

Hans Seitinger heute bei einer

Pressekonferenz. Konkret sind

die Kosten für Treibstoffe um

rund 25 Prozent, für Futtermittel

teilweise um 80 Prozent und

Düngemittel um durchschnittlich

70 Prozent gestiegen.

„Diese Preisexplosionen sind

für unsere Bauern wirtschaftlich

nicht mehr tragbar. Daher braucht

es in dieser angespannten Situation

einen fairen Preisausgleich

und Schulterschluss zwischen

Landwirtschaft, Handel und Kon-

sumenten. Nur so kann die Versorgungssicherheit

und Ernährungssouveränität

der Steiermark

erhalten werden“, mahnt Seitinger.

Atomkraft abgelehnt

Auch die Umwelt war heute Thema:

„Die Klimakrise ist nur durch

erneuerbare Energie zu lösen und

nicht durch Grünwaschen von

Atomkraft oder durch Nutzungseinschränkungen

und Außernutzung-Stellen

unserer Wälder“, sagte

Landwirtschaftskammerpräsident

Franz Titschenbacher. Die steirischen

Bauern versorgen schon

jetzt 237.000 steirische Haushalte

mit Wärme aus nachwachsender

Biomasse und 70.000 Haushalte

mit Ökostrom. Photovoltaik-Anlagen

auf Äckern und Grünlandflächen

lehnte Titschenbacher heute

aber entschieden ab.


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www.grazer.at 19. JÄNNER 2022

Das Heim in der Unteren Schönbrunngasse soll, weil es etwas in die Jahre

gekommen ist, saniert werden – die Planungen starten bald. AKADEMIKERHILFE

Akademikerhilfe: 100

Jahre und noch viel vor

SOZIAL. Die Akademikerhilfe bietet billigen Wohnraum

für Studenten und plant einiges für Graz.

Von Fabian Kleindienst

fabian.kleindienst@grazer.at

Es ist hundert Jahre her, da

wurde die Akademikerhilfe

gegründet – mit dem Ziel

für Studierende in ganz Österreich

kostengünstigen Wohnraum

in den Universitätsstädten

zu schaffen. „Vielen fehlen da

die finanziellen Möglichkeiten“,

erzählt Bernhard Tschrepitsch,

der Generalsekretär der Akademikerhilfe.

Anlässlich des Jubiläums

war man vergangene Woche

in Graz zu Besuch – wo mittlerweile

ganze 668 Heimplätze zur

Verfügung stehen – und wurde

unter anderem von Landeshauptmann

Hermann Schützenhöfer

und Bischof Wilhelm

Krautwaschl beglückwünscht.

Sanierungen geplant

Für die Zukunft hat man auch

in Graz noch einiges vor, denn

der Bedarf steigt. Tschrepitsch:

„Graz ist und bleibt eine sehr

interessante Studentenstadt.

Gleichzeitig wird das Wohnen

immer teurer“. So sei es für die

meisten der größte monatliche

Ausgabeposten. „Deshalb steigt

die Nachfrage nach günstigem

Wohnraum stetig an.“

668 Heimplätze gibt es an den

Standorten in der Elisabethstraße,

in der Münzgrabenstraße

und in der Unteren Schönbrunngasse.

Künftig könnten es

noch mehr werden. „Wir wollen

unsere jetzigen Plätze jedenfalls

erhalten, wenn es geht wollen

wir sogar noch etwas aufstocken“,

so der Generalsekretär

der Akademikerhilfe.

Nachdem die Häuser in der

Elisabethstraße und der Münzgrabenstraße

zuletzt schon saniert

wurden, soll bald auch der

Standort am Unteren Schönbrunnweg,

an der Reihe sein.

„Das Gebäude ist mittlerweile

schon in die Jahre gekommen2,

erzählt Tschrepitsch. Aktuell

sei man noch dabei, den Sitz

in Wien zu sanieren – dann soll

Graz folgen.

Der ARBÖ zieht eine Einsatzbilanz für das abgelaufende Jahr 2021: 41 Mal

musste man im Durchschnitt pro Tag ausfahren, um zu helfen.

ARBÖ

ARBÖ: 15.000 Einsätze

als Helfer in der Not

RÜCKBLICK. Es gab viel zu tun für den steirischen

ARBÖ im Jahr 2021: 41 Einsätze pro Tag.

Von Vojo Radkovic

vojo.radkovic@grazer.at

Der Monat Jänner eignet sich

ideal dafür Jahresbilanz für

2021 zu ziehen. Die Techniker

des steiriscchen ARBÖ rückten

im vergangenen Jahr zu rund

15.000 Einsätzen aus. Es waren liegengebliebene

Fahrzeuge, die die

Techniker am meisten auf Trab

hielten. Der ARBÖ wurde im vergangenen

Jahr durchschnittlich 41

Mal pro Tag gerufen, um Autos wieder

fit zu machen.

Klaus Eichberger, ARBÖ Präsident

Steiermark: „Dies zeigt, dass

der ARBÖ-Pannendienst ein unverzichtbarer

Mobilitätsdienstleister

ist. Die meisten ARBÖ-Mitglieder

konnten rasch weiterfahren, nachdem

sie liegengeblieben sind. Eine

Abschleppung wurde nur durchgeführt,

wenn eine sofortige Reparatur

am Einsatzort nicht möglich

war“. Der ARBÖ-Pannendienst war

auch überaus schnell vor Ort. Von

der Meldung einer Panne in der

Zentrale bis zum Eintreffen des

Pannendienstes vor Ort dauerte es

nur rund 36 Minuten.

Häufigste Gründe

Im Ranking der Einsatzgründe liegen

streikende Batterien mit 34 Prozent

auf Platz 1. Gefolgt von Elektronik-Problemen

mit 31 Prozent. Auf

Platz 3 komen Reifenreperaturen

mit dreißig Prozent. Auch Fahrzeugaufsperrungen

mussten 2021

häufig durchgeführt werden. Insbesondere

zu den klassischen Reisezeiten

waren die „weißen Bernhardiner“

– so der liebevolle Name für

den ARBÖ-Pannendienst – als Helfer

gefragt: Die einsatzstärksten Monate

waren Jänner und August. „Die

Pandemie und die Corona-Maßnahmen

haben die Arbeit in den

Prüfzentren nicht leicht gemacht.

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

mussten größtenteils mit

Maske arbeiten, wodurch die Belastung

extrem hoch war. Trotzdem

werden wir auch in diesem Jahr

wieder mit Tatkraft für unsere Mitglieder

zur Verfügung stehen“, sagt

Eichberger zum Abschluss.

derGrazer

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graz 5

C H R O N I K

Blaulicht

Report

✏ julian.bernoegger@grazer.at

Betrunkener fuhr

mit Reifenschaden

■ Gestern Vormittag verursachte

ein schwer betrunkener

33-Jähriger einen Stau beim

Plabutschtunnel auf der A9 Pyhrnautobahn:

Der Mann war

bereits im Bereich der Laßnitzhöhe

mit einem kaputten Reifen

unterwegs. Den Schaden

dürfte er aufgrund seiner Beeinträchtigung

nicht bemerkt

haben. Im Plabutschtunnel

angekommen fuhr der 33-jähriger

Wiener schon nur mehr

auf der Bremsscheibe und hielt

schlussendlich in einer Pannenbucht

an. Aufgrund dieses

Vorfalles musste der Plabutschtunnel

in Fahrtrichtung Linz

zwischen 05.45 Uhr und 06.40

Uhr gesperrt werden. Bei sei-

Die Freiwillige Feuerwehr Gratkorn-Markt musste am Montagnachmittag

diesen umgeknickten Baum vom Murradweg entfernen.

FF GRATKORN

ner Befragung durch die Polizei

gab der Mann an, dass er zuvor

in einem Lokal verschiedene alkoholische

Getränke zu sich genommen

hatte. Den Schaden an

seinem Autoreifen hätte er erst

bemerkt, als Funken am Reifen

entstanden. Ein Alkohol-Test

ergab eine schwere Alkoholisierung.

Durch die herumschleudernden

Reifen- und Felgenteile

wurde ein nachfahrendes Fahrzeug

leicht beschädigt. Der Führerscheint

ist erstmal weg.

Autobrand: Feuer

im Bezirk Gries

■ Montamittag fing ein Auto auf

einem Parkplatz im Bezirk Gries

Feuer. Ein 60-jähriger Passant

alarmierte die Einsatzkräfte und

versuchte das Feuer selbst mit

einem Feuerlöscher zu bekämpfen.

Die Berufsfeuerwehr löschte

den Brand, die Ursache dürfte

wohl ein technischer Defekt

gewesen stand. Die Höhe des

Schadens ist noch unklar.

Fett-Brand in GU:

Ofen in Flammen

■ Gegen 10.30 Uhr kam es am

Montag in der Küche eines

Hauses in Premstätten im Bezirk

Graz-Umgebung zu einem

Brand. Ein 36-Jähriger hatte

zuvor im Backofen seines

Festbrennstoffherdes in einem

Backblech Fett erhitzt. Kurz

darauf bemerkte er, dass das

Fett in Brand geraten war und

verständigte die Einsatzkräfte.

Die Freiwillige Feuerwehr

Unterpremstätten konnte das

brennende Backblech aus dem

Haus entfernen. Personen wurden

zum Glück nicht verletzt.

Baum fiel über

den Murradweg

■ Die Freiwillige Feuerwehr

Gratkorn-Markt wurde am

Montagnachmittag zu einem

umgestürzten Baum am Murradweg

alarmiert. Die Feuerwehrmänner

zersägten den

Baum mit einer Motorsäge und

machten den Radweg frei.


graz

6 www.grazer.at 19. JÄNNER 2022

Automatische Ladelösung für E-Autos:

Millionen für Grazer Firma

ERFOLG. Mit Matrix Charging bietet das Grazer Unternehmen Easelink eine vollautomatische Ladelösung

für E-Autos. Nun sicherte man sich 8,3 Millionen Euro in einer Series-A-Finanzierung.

Von Fabian Kleindienst

fabian.kleindienst@grazer.at

Ein finanzieller Coup gelang

dem Grazer Unternehmen

Easelink rund um Gründer

und CEO Hermann Stockinger.

Mit „Matrix Charging“, einer vollautomatischen

Ladelösung für

E-Autos, bei der man sich die

manuelle Ansteckung des Ladekabels

sparen kann, sorgt man

international für Aufsehen. Nun

sicherte man sich in einer Series-

A-Finanzierung 8,3 Millionen

Euro, unter anderem investierten

SET Ventures, EnBW New

Ventures, Smartworks (Wien

Energie) und Hermann Hauser

in die innovative Grazer Firma.

Mobilität der Zukunft

Mit der Finanzierung sollen das

Produktteam von Easelink weiter

ausgebaut, die Kooperationen

mit Automobil- und Infrastrukturindustrie

vertieft und die Umsetzung

eines globalen Ladestandards

fortgesetzt werden. Matrix

Charging ist schon in mehreren

Pilotprojekten im Einsatz, wie zum

Beispiel dem eTaxi Austria-Projekt

für das automatisierte Laden der

Taxiflotten in Wien und Graz.

„Automatisiertes Laden ist unverzichtbar

für die Mobilität der

Zukunft, die elektrisch, autonom

und ständig vernetzt sein wird.

Wir unterstützen die Easelink-Vision

einer vollständigen Integration

der E-Autos in ein erneuerbares

Energiesystem“, begründet

Anton Arts, geschäftsführender

Gesellschafter von SET Ventures,

das Investment in das Grazer

Unternehmen.

Jede Dose zählt in Graz

■ Die Grazer Winterwelt kooperiert

heuer erstmals mit

der Recycling-Initiative „Jede

Dose zählt“. Daher wurden,

gemeinsam mit der Initiative

und in Kooperation mit dem

Grazer Getränke-Startup KA-

WEA, vor Ort Sammelcontainer

aufgestellt, um jede dort

konsumierte Getränkedose

wieder in den Recyclingkreislauf

zurückzuführen.

„Wir wollen unseren Besuchern

nicht nur ein traumhaftes

Eislaufvergnügen bieten, sondern

sie auch animieren, auf

die Umwelt zu achten“, betont

Nina Mally von der Grazer Winterwelt.

Claudia Bierth, Sprecherin

von „Jede Dose zählt“

ergänzt: „Gerade bei Getränkedosen

ist der Mehrwert einer getrennten

Sammlung groß, denn

im Vergleich zur Neuproduktion

von Aluminium spart Recycling

rund 95 Prozent an Energie. Die

Dose ist damit ein ‚perfect fit‘ für

die Kreislaufwirtschaft.“

Am Gelände der Grazer Winterwelt wird in Kooperation mit der Initiative

„Jede Dose zählt“ und dem Startup KAWEA auf Recycling geachtet. SIMON MOESTL

Matrix Charging Pads von Easelink, für eine Ladung von E-Autos ohne Ladekabel,

können barrierefrei im öffentlichen Raum installiert werden. EASELINK

Die Holmen Iggesund-Anlage in Workington wird erneuert.

Andritz-Tech für UK

■ Der Grazer Technologiekonzern

ANDRITZ erhielt von „Holmen Iggesund

Paperboard Ltd.“, Teil der

schwedischen Holmen-Gruppe,

den Auftrag zur Lieferung einer

hochmodernen Aufbereitungslinie

für Abwässer und Schlamm

für die Anlage in Workington, UK.

Die Inbetriebnahme ist für das

erste Quartal 2023 geplant.

Im Werk wird die komplette bestehende

Abwasseraufbereitungsanlage

ersetzt, um die Effizienz

des Systems zu verbessern und

HOLMEN IGGESUND

den TSS-Gehalt (Total Suspended

Solids: Feststoffgehalt) im Abwasser

zu reduzieren. ANDRITZ liefert

dabei eine maßgeschneiderte

technologische Lösung samt Feinsiebe,

Klärbecken automatischer

Dosierung von Flockungsmitteln

sowie die Schlammentwässerung.

Die gesamte Ausrüstung wird mit

einer speziellen Oberflächenbeschichtung

zum Schutz vor den

rauen Umweltbedingungen in

Küstennähe am Standort Workington

versehen.


19. JÄNNER 2022 www.grazer.at

Musste Prüfung am PC schreiben:

graz 7

Jus-Student klagt Uni Graz

KURIOS. Der Grazer Jus-Student Wolfgang Pöltl klagt die Universität Graz, weil er eine schriftliche Prüfung

am PC schreiben musste. Da er „keine Sekretärin“ sei, könne er das aber nicht bewerkstelligen.

Von Julian Bernögger

julian.bernoegger@grazer.at

Ein skurriler Fall beschäftigt

morgen das Bundesverwaltungsgericht:

Der Grazer Jus-

Student und selbsternannte Cannabis-Rechtsexperte

Wolfgang

Pöltl klagt laut eigenen Angaben

die Universität Graz, weil er im Jahr

2020 eine schriftliche Prüfung am

Computer schreiben musste.

„Ich war als Studierender gezwungen,

schriftliche Prüfungen

im Fach Europarecht über

blitzschnelle Text-Eingabe auf

der PC-Tastatur zu schreiben.

Da ich aber keine Sekretärin bin

und aufgrund bestimmter Umstände

diese Art der Texteingabe

nicht beherrsche, war ich von

der positiven Absolvierung der

Fachprüfung ,Europarecht‘ aus-

geschlossen“, so Pöltl in einer

Presseaussendung. „An diesem

Institut ist offenbar ein Jus-Studium

ohne PC und Internetzugang

nicht möglich, schon gar nicht,

wenn man nicht blitzschnell

am PC schreiben kann. Diesen

Sachverhalt wird am 20.1.2022

das Bundesverwaltungsgericht

zu klären haben“, heißt es weiter.

Uni äußert sich nicht

Die Universität Graz wollte heute

mit Verweis auf das laufende

Verfahren keine Stellungnahme

zu der kuriosen Causa abgeben.

Pöltl selbst ist laut Aussendung

und einem Text auf seiner

Website offenbar der Meinung,

dass das gängige 10-Fingersystem

zum schnellen Schreiben

am PC im Jahr 2022 nur von Sekretärinnen

beherrscht wird.

Die Universität Graz muss sich morgen Vormittag in Wien vor dem Bundesverwaltungsgericht

einer doch recht kuriosen Klage stellen.

KK


8 graz

www.grazer.at 19. JÄNNER 2022

Mex sucht

ein Zuhause

Grazer

Pfoten

Blog

achtnull

www.grazer.at

/achtnull

Mex möchte sich mit seinem Herrchen sportlich auspowern können. KK

Mex kam in die Arche Noah, Mex wird ein erfahrenes und

weil die Besitzer überfordert

mit ihm waren. Er ist ein

sportliches Zuhause gesucht.

junger, aktiver Hund, der sehr - 3 Jahre

stürmisch ist. Bisher dürfte er - Schäferhund

noch nicht viel gelernt haben – - mag keine Hunde und

er muss die Grundkommandos Katzen

neu erlernen. Da er aber sehr

schlau ist und schnell begreift, Kontakt: Arche Noah

was man von ihm möchte, sollte

das kein Problem sein. Für Tel. 0676/84 24 17

www. aktivertierschutz.at

437

Kabashis Delikatessen haben in der Grazer Schmiedgasse eröffnet.

Brötchen-Nachschub

■ Unsere Redakteurin und

Bloggerin Valentina Gartner

testet jede Woche ein neues Lokal

in Graz und verrät ihre Meinung

dazu – wie schmeckt es,

wie ist der Preis und wie ist das

Ambiete? All das kann man jeden

Mittwoch nachlesen. Diese

Woche geht es um „Kabashi‘s

Delikatessen“ in der Schmiedgasse

34, welches kurz vor

Weihnachten eröffnet hat. Vor

Ort gibt es Brötchen aller Art,

Sandwiches, Salate, Desserts

und Getränke – zum Dort-Genießen

oder auch Mitnehmen.

Auch via Lieferando und Mjam

kann man sich die Leckereien

ganz einfach nach Hause liefern

lassen. Ob die Brötchen mit

Konkurrenten mithalten können,

hat unsere Vali getestet.

Mehr dazu und wie es ihr geschmeckt

hat, kann man schon

jetzt im Blog auf www.grazer.at/

achtnull nachlesen.

KK

Jetzt

mitdiskutieren

www.facebook.com/derGrazer

Bringt das was?

Ich frag mich ja so langsam, ob

diese Dauerdemos nicht eher

das Gegenteil bewirken von dem

was die Demonstranten wollen.

Zumindest einen ziemlichen

Widerwillen gegen sie lösen sie

mit den wiederholten Störungen

sicher aus. Schon irgendwo

witzig, das sie die Luft verpesten

egal ob sie „spazieren gehen“

oder „Auto korsieren“. So stecken

sie einander zwar nicht an, dafür

blasen‘s aber hauferts Abgas

in die Luft und greifen so die

Lunge an. Konsequent sind sie.

Mo Lux

* * *

Gleich kontrollieren

Ich würde gleich mal am Beginn

2G und Masken Kontrollen

durchführen. In dem Zuge

gleich eine Führerschein und

Fahrzeugkontrolle. Da lassen

sich sicher ein paar Euro für den

Aufwand kassieren.

Thomas Tschemernegg

* * *

Beste Zeit

Natürlich zur besten Zeit, wo jeder

nach der Arbeit nach Hause

fährt.

Hari Schweinzer

* * *

Besser zuhause streiken

Wie wär‘s mal mit einem „gemeinsamen

Skype zuhause sitzen

Streik“? Bringt genauso viel

und nervt wenigstens niemanden

und, wie in diesem Fall,

werden auch nicht sinnlose Abgase

in die eh so saubere Stadtluft

geblasen.

Stefan Herbst

Kalte Füße

Ich frage mich wo sind hier die

Grünen? Warum wird so etwas

überhaupt bewilligt, ach es ist ja

zu kalt draußen, da bekommen

sie dann kalte Füße.

Birgit Trummer

* * *

Freunde

Da macht man sich Freunde.

Michaela Julia Schreck-Deon

* * *

Wer hat die Zeit?

Es stellt sich hoffentlich nicht

nur für mich die Frage, ob das

Demonstrationsrecht diese

skandalösen Ausformungen mit

Autos alles blockieren zu dürfen,

noch deckt. Wer hat bitte Zeit

am Nachmittag aus DL, BM

oder LB mit seinem Auto nach

Graz spazieren zu fahren?

Hannes Matscheko

Meistkommentierte

Geschichte

des Tages

Nächster

Auto-Korso

heute in Graz

Am heutigen Mittwoch kam es

zwischen 15 und 20 Uhr wieder

zu Verkehrsbehinderungen

aufgrund eines Autokorsos unter

dem Motto „Wir wollen die Souveränität,

Selbstbestimmung und

freie Impfentscheidung“. Hundert

bis 200 Fahrzeuge starteten

am Tagger-Parkplatz und bewegten

sich dann durch die gesamte

Stadt. Unsere Leser finden die

Demos mittlerweile lästig.

REAKTIONEN & KOMMENTARE


19. JÄNNER 2022 www.grazer.at

graz 9

Kopfbahnhof:

Literaturhaus

LESUNG. Gerald Ganglbauer kämpf seit Jahren gegen

Parkinson. Jetzt erzählt davon im Literaturhaus.

E

twa 20.000 Menschen

leiden in Österreich an

Morbus Parkinson. Einer

von ihnen ist der Autor Gerald

Ganglbauer. Er gründete

Parkinson-Selbsthilfegruppen

und engagiert sich durch Musikprojekte

für andere Betroffene

(parkinsong.org). „Kopfbahnhof“,

sein „allerletztes

Buch“, versammelt wesentliche

Begegnungen und Stationen

aus seinem Leben, die jedoch

ganz bewusst unprätentiös geschildert

werden: Das Leben als

Sammelsurium, als Ansammlung

von Begebenheiten – Abschiede

und Wiederbegegnun-

Gerald Ganglbauer liest

und erzählt im Literaturhaus

KRANZELBINDER

Son of The Velvet Rat live

■ Die beiden Grazer Heike und

Georg Altziebler pendeln seit

Jahren zwischen Graz und der

kalifornischen Wüste. Nach einer

zweigeteilten Tour durch

Amerika und Studioaufenthalten

kommen Son Of The Velvet

Rat wieder nach Graz und

starten im Februar eine große

Deutschland/Österreich-Tournee.

Auf dieser wird auch das aktuelle

Album „Solitary Company“

live präsentiert, dazu gibt es

einen Querschnitt aus dem langjährigen

Schaffen der beiden

gen, Zufallsbekanntschaften

und Reiseabenteuer, immer mit

dabei die Krankheit Parkinson.

Ganglbauer, der auch mit Rockmusik

gegen Parkinson angeht,

titelt den Abend im Literaturhaus

ebenfalls „Kopfbahnhof“.

In der Lesung und dem anschließenden

Gespräch wirken

neben Ganglbauer auch noch

Johannes Silberschneider, der

lesen wird und Wolfgang Paterno,

der das Gespräch moderiert,

mit. Beginn ist um 19 Uhr.

Es gelten die aktuellen Corona-

Bestimmungen. Tickets reservieren

kann man auf der Literaturhaus-Website.

VOJO

Musiker. Die Tour startet in Graz

und zwar am 23. Februar in der

„Brücke“. Die ersten vier Konzerte

spielen die beiden alleine und

zusammen mit Sir Oliver Mally.

Danach sind sie mit ihrer Band

unterwegs. Graz kommt im Mai

an Reihe. Da gastieren Son Of A

Velvet Rat am 7. Mai im Orpheum.

Das ist auch zugleich der

Tourabschluss. Danach ist noch

viel zu tun, denn wie Altziebler

in einem Interview sagte, habe er

seinen besten Song noch nicht

geschrieben. Na dann... VOJO

Die Grazer Florian Pichlbauer (links) und Julian Walder werden im Volkshaus

in Frohnleiten ein besonderes Konzert spielen.

BILDMONTAGE

Konzerthighlight

in Frohnleiten

TOP. Florian Pichlbauer

am Klavier und Julian

Walder an der Violine

gastieren am 23. Jänner

im Volkshaus Frohnleiten.

Der 23-jährige Grazer Pianist

Florian Pichlbauer

spielt seit seinem sechsten

Lebensjahr Klavier und wurde

unter anderem im Grazer

Konservatorium unterrichtet.

Der mehrfache Preisträger des

österreichischen Wettbewerbs

„prima la musica“ und Gewinner

des internationalen Bela

Bartók Wettbewerbs studierte

an der Grazer Kunstuniversität

und seit 2021 an der Musikuniversität

in Ljubljana. Im Juni

2020 veröffentlichte er seine erste

Eigenkomposition, ein Fantasiestück

für Cello und Klavier in

Es-Moll, das im Arrangement für

Violine in Frohnleiten zur Aufführung

gelangt.

Der 21-jährige Violinist Julian

Walder begann seine Ausbildung

mit fünf Jahren. Er gewann

ebenfalls viele Wettbewerbe, darunter

Bewerbe in Belgien und in

New York. Er spielte schon in der

Carnegie Hall in New York und

im Bolschoi Theater in Moskau.

Am 23. Jänner gastieren beide

im Volkshaus Frohnleiten, Beginn

18 Uhr. Die Musiker spielen

u.a. Werke von Franz Liszt,

Sergej Prokofjev und Béla Bartók.

Karten gibt es im Vorverkauf

bei Ö-Ticket.

VOJO

Heike und Georg Altziebler sind Son Of The Velvet Rat und das seit vielen Jahren.

Im Februar beginnt eine Tournee – größtenteils auch mit Liveband. KK


graz

10 www.grazer.at 19. JÄNNER 2022

Ausblick

Was am Donnerstag

in Graz wichtig ist

■ Morgen Donnerstag findet der erste Gemeinderat in diesem Jahr

statt. Nur zwölf Punkte stehen auf der Tagesordnung – darunter die

Energiekostenaktion 2022 im Rahmen der Sozialcard inkl. Erhöhung

von 75 auf 100 Euro oder die formale Verlängerung des Geltungszeitraums

für Corona-Förderungen bis Ende des Jahres. Der Grundsatzbeschluss

zum Kinderjahr wird auf Februar vertagt, nachdem die

Rathauskoalition statt Stadtrat Kurt Hohensinners Schwerpunktjahr

fünf Jahre für Kinder und Jugendliche beschließen möchte.

■ Die geplante Rückkehr zur verpflichtenden mündlichen Matura

stößt bei den Schülern auf Widerstand. Morgen wird in Graz unter dem

Motto „Für eine faire Matura und echte Bildung“ in Graz protestiert.

Die Demo beginnt um 12 Uhr am Mariahilfer Platz und bewegt sich

dann über den Lendkai und die Erzherzog-Johann-Brücke sowie die

Murgasse und Sporgasse zum Karmeliterplatz. Bis ungefähr 13 Uhr

kommt es deshalb zu Verkehrsbehinderungen und Öffi-Anhaltungen.

■ Vize-Landeshauptmann und Verkehrsreferent Anton Lang präsentiert

die Sanierungsmaßnahmen auf steirischen Straßen in diesem

Jahr. Diese werden in der Sitzung der Landesregierung beschlossen.

■ Kulturlandesrat Christopher Drexler verrät das Thema für die Steiermark

Schau 2023 in einer Pressekonferenz und gibt erste Einblicke.

Morgen Donnerstag gehen die Schüler auf die Straße und streiken aufgrund

der geplanten Wiedereinführung der mündlichen Matura.

SYMBOLBILD: SCHERIAU

■ Im Nationalrat wird die ab Februar geltende Impfpflicht beschlossen.

ÖVP, Grüne, SPÖ und Neos haben das Gesetz im Gesundheitsausschuss

bereits abgesegnet.

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