24.02.2022 Aufrufe

Getränke! Technologie & Marketing 1/2022

Getränke! Technologie & Marketing, Fachzeitschrift für die Getränkeindustrie, ist die Fachpublikation für Führungskräfte der industriellen Getränkeherstellung im deutschsprachigen Raum. Wir berichten mit praxisorientierten Fachbeiträgen, Kurzartikeln und Meldungen über Roh­ und Zusatzstoffe, ihre Anwendungen, Herstellungstechnologie, Verfahrensund Prozesstechnik, Automatisierung, Verpackungstechnologie und material, Lagertechnik, Logistik und über Marketing und Märkte.

Getränke! Technologie & Marketing, Fachzeitschrift für die Getränkeindustrie, ist die Fachpublikation für Führungskräfte der industriellen Getränkeherstellung im deutschsprachigen Raum. Wir berichten mit praxisorientierten Fachbeiträgen, Kurzartikeln und Meldungen über Roh­ und Zusatzstoffe, ihre Anwendungen, Herstellungstechnologie, Verfahrensund Prozesstechnik, Automatisierung, Verpackungstechnologie und material, Lagertechnik, Logistik und über Marketing und Märkte.

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27. Jahrgang | ISSN 1431-4428 | B42034

www.getraenke-tm.de

TECHNOLOGIE & MARKETING 1 | 2022

■ BRANCHEN REPORT 31. Dresdner Verpackungstage online

■ AUTOMATISIERUNG SPEZIAL Automatisierung der Intralogistik

■ ROH- UND INHALTSSTOFFE Prebiotische Getränke aus einer Lignin-Bioraffinerie

Anzeige

Die richtigen Pumpen für den gesamten Brauprozess


July 10–13, 2022

McCormick Place | Chicago, IL

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EDITORIAL

Besondere Zeiten

verlangen Veränderung

BRIGITTE HAULENA

Objektleitung GTM

Verehrte Leserinnen und Leser,

allgemein bekannt ist, dass Veränderung ständig

und überall passiert. Der Philo soph und

Psychologe Paul Watzlawick beschreibt in seinem

Buch „Change“ zum Beispiel zwei Arten

von Wandel. So wird bei der ersten Art von

Wandel eine verlorene Balance wiederhergestellt.

Dies geschieht durch allmäh liche Veränderung

mit vielen kleinen Korrekturen. Die

zweite Art von Wandel die Watzlawick beschreibt,

bewirkt, dass durch Metamor phose

der bisherige Ist-Zustand auf eine neue Ebene „springt“. Diese Veränderung

erschafft eine andere Ausgangsbasis, auf der folglich eine neue Realität

entstehen kann.

„Chance to change“

Die Wirtschaft hat erkannt, dass eine Kette nur so stark ist wie ihr schwächstes

Glied. Firmen richten sich dahingehend aus, dass als Basis für erfolgreiche

Unternehmungen Beziehungen gebildet werden, die von Vertrauen

geprägt sind und den unternehmerischen Beziehungsradius weiten. Regenerative

und innovative Ideen sind gewünscht und bieten eine Chance für

das Lösen aktueller Probleme. Kapitalströme werden bereits für die Natur

und den Menschen eingesetzt.

„Change“ haben sich viele Unternehmen – auch in unserer Branche –

auf die Fahnen geschrieben. Gemeint ist damit meist eine dynamische

voraus schauende Anpassung an die Herausforderungen der Gegenwart

und der Zukunft.

Es grüßt Sie herzlich,

Brigitte Haulena


9

24 40

Inhalt 6 ZUM TITEL

6 Empfindliche Hefe oder abrasive Kieselgur:

Brauereien - für jeden Prozessschritt die richtige Pumpe

9 BRANCHEN REPORT

9 31. Dresdner Verpackungstagung online:

Der Kreislauf nimmt Fahrt auf

14 Einsparungen durch Energiemanagement:

Brauerei nutzt Energierückgewinnnung

16 Kosten den Hahn abdrehen: Für „flüssiges Gold“ wert

18 Brauerei mit Frauen-Power auf kleinstem Raum:

Investition in Leerflaschen-Vollinspektor

20 Open Source Community: „Never walk alone“

23 AUTOMATISIERUNG

24 Automatisierung der Intralogistik: Mobile Transportroboter

26 Antriebe – Flexibel, überlastfähig und hygienisch:

Dezentrale Antriebe für die Getränkeindustrie

30 Lagerneubau: Komplexer Materialfluss kompakt automatisiert

34 Leistungsstarke Linearachsen für besondere Einsätze

47 IM FOKUS

36 Exzenterschneckenpumpen vs. Druckluft-Membranpumpen:

Förderung hochviskoser Medien

38 Online-Plattform für Getränkemaschinen:

Gebrauchtmaschinenhandel 4.0

39 Umweltschonende Verpackung: Getränkekartons vereinen

Nachhaltigkeit, Produktschutz und Convenience

40 ROH- UND INHALTSSTOFFE

40 Verbraucher wünschen vegane Getränke:

„Saftige Ideen“ für den kommenden Frühling

42 Nebenprodukte aus einer Vollverwertungskaskade:

Prebiotische Getränke aus einer Lignin-Bioraffinerie

44 MARKETING

44 ein.blick: Regeneration, Erholung und mentale Stärke:

Getränke für Körper und Geist

46 Werbemarktanalyse Mineralwasser 2021:

Mineralwasser mit großer Dynamik

48 Kommunikationsinstrument Verpackung:

„Message in a Bottle“

50 Das Wesen einer Marke kommunizieren:

Etiketten als Markenbotschafter

Foto: AdobeStock

IMPRESSUM

ISSN 1431-4428

Getränke! Technologie & Marketing

Verlag

Dr. Harnisch Verlagsgesellschaft mbH

Eschenstraße 25 | D-90441 Nürnberg

Tel.: +49 (0) 911 2018 - 0

Fax: +49 (0) 911 2018 - 100

www.getraenke-tm.de

www.harnisch.com

Geschäftsführung

Dr. Claus-Jörg Harnisch

Benno Keller

Objektleitung

Brigitte Haulena

Redaktion

Dr. Günter Arndt

Roland Hensel

Bert Pflüger

Dr. Burkhard Schäfer

Sabine Straka

Mediaberatung

Thomas Mlynarik | D-A-CH

Britta Steinberg | Digitale Werbung

Carola Weise | Ingredients

Edouard Costemend | Frankreich

Gabriele Fahlbusch | Europa

Bill Kaprelian | Nordamerika

Technische Leitung

Armin König

Erscheinungsweise 5 x jährlich

Bezugspreis

Jahresabonnement | 5 Einzelausgaben

Inland: € 62,- inkl. Porto, zzgl. MwSt.

Ausland: € 67,- inkl. Porto

Bankverbindung

HypoVereinsbank AG Nürnberg

Swift-Code: HYVEDEMM460

IBAN: DE45 7602 0070 0000 6147 18

Druck

Schleunungdruck GmbH

Eltertstraße 27 | D-97828 Marktheidenfeld

Copyright © 2022

Dr. Harnisch Verlagsgesellschaft mbH |

Nürnberg

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WATSON-MARLOW – Die

richtigen Pumpen für den

gesamten Brauprozess

www.wmftg.de

Die Berichterstattung in der Fachzeitschrift unter liegt

einer unabhängigen Redaktion. Unterzeichnete Beiträ

ge entsprechen dabei nicht unbedingt der Meinung

der Redaktionskonferenz.

4 | Getränke! 01 | 2022


ZUM TITEL | Pumpen

EMPFINDLICHE HEFE ODER ABRASIVE KIESELGUR

Brauereien - für jeden Prozessschritt

die richtige Pumpe

Bier brauen ist ein komplexer, mehrstufiger Prozess. Jeder einzelne Prozessschritt

verlangt dabei nach der für ihn passenden, zuverlässigen und nachhaltigen technischen

Lösung. Mit seiner breiten Auswahl an Verdrängerpumpen bietet Watson-Marlow

die richtige Pumpe für zahlreiche verschiedene Fluid-Handling-Aufgaben in Brauereien:

Dazu gehören unter anderem die Förderung empfindlicher Hefe mit produktschonenden

Sinuspumpen und die Dosierung von Kieselgur mit robusten und besonders wartungsarmen

Industrieschlauchpumpen.

B

eim Brauprozess fallen zahlreiche

Förderaufgaben an.

Je nach Prozessschritt werden

viskose, abrasive und scherempfindliche

Medien gepumpt, die oft

schwer zu verarbeiten sind. Zu den

anspruchsvollsten Medien für Verdrängerpumpen

gehören in Brauereien

sicherlich empfindliche Hefe

und abrasive Filtrationshilfsmittel

wie Kieselgur. Mit ihrem vielfältigen

Marken- und Produktsor timent

bietet die Watson-Marlow Fluid

Technology Group für Brauereien

jeder Größe die optimale Verdrängerpumpe

für diese Aufgaben.

Schonende Verarbeitung

empfindlicher Hefe

mit Certa Sinuspumpen

Ob Hefe von einer Braustufe zur

nächsten überführt, in den Gärbehälter

dosiert (Pitchen) oder zur

Wiederverwendung nach der Gärung

zurückgewonnen wird (Ernten):

Viele Pumpenarten stellt die

Verarbeitung von Hefe vor eine

große Herausforderung. Die Zellen

sind besonders scherempfindlich.

Bei der Förderung muss daher

auf eine möglichst schonende

und pulsations arme Pumpe mit geringen

Scherkräften geachtet werden.

Gleichzeitig muss die Pumpe

jedoch über ein hohes Saugvermögen

verfügen, vor allem für das Abziehen

der Hefe nach der Gärung,

wenn sich im konusförmigen Boden

des Gärtanks ein kompakter Bodensatz

bildet. Diesen abzuziehen ist

(abhängig von der Produktviskosität,

der Länge und Durchmesser der

Rohrleitungen sowie den Abständen

zwischen den Tanks) für viele Pumpen

eine große Herausforderung.

Produktschonende Certa Sinuspumpen eignen sich ideal für den Transfer von empfindlicher Hefe – je nach Größe

bis zu 255.000 L/h bei bis 15 bar. Foto: Watson-Marlow

Eine möglichst schonende Förderung,

ein hohes Saugvermögen,

hygienisches Design und eine sichere,

einfache und kostengünstige

Wartung mit langen Wartungsintervallen

gehören daher zum Anforderungsprofil

einer Hefepumpe.

Diese Eigenschaften vereint die

Sinus pumpe Certa von MasoSine,

eine Marke von Watson-Marlow,

wie wohl kaum eine andere Verdrängerpumpe

auf dem Markt.

Die im schwäbischen Ilsfeld produzierte

Pumpenart wurde speziell

für eine möglichst schonende För-

derung entwickelt. Ermöglicht wird

dies durch den sinusförmigen Rotor,

dem die Pumpenart ihren Namen

verdankt. Durch dessen Drehungen

entstehen vier gleich große umlaufende

Kammern, die im Ganzen verschoben

werden. Im Vergleich zu anderen

Verdrängerpumpen wird die

Scherbelastung so deutlich reduziert.

Gleichzeitig verringert sich dank

dieser innovativen Bauweise auch

die Leistungsaufnahme beim Fördern

von hochviskosen Substanzen wie

Hefe um bis zu 50 % im Vergleich zu

anderen Verdrängerpumpenarten.

6 | Getränke! 01 | 2022


ZUM TITEL | Pumpen

Speziell für Einsätze im Lebensmittel- und Getränkebereich entwickelt, bietet die Sinuspumpe Certa standardmäßig

eine Zertifizierung nach EHEDG Typ EL Class I Aseptic und 3A.

Dank des hohen Saugvermögens von 0,85 bar spart der Braumeister Zeit bei der Hefeernte. So kann die Verfügbarkeit

der Gärtanks und der Produktausstoß gesteigert werden.

Da der Rotor nicht durch das zu fördernde

Produkt schneidet, kommt es

kaum zu Reibungsverlusten. Drehmoment

und Verbrauch erhöhen sich

auch bei hochviskosen Medien nicht

nennenswert. So schafft die Pumpe

spielend hochviskose Fördermedien

mit bis zu acht Millionen mPas.

Maximales Saugvermögen,

maximale Hygiene

Dank einer besonders einfachen

Reinigung und Wartung eignen sich

Certa Sinuspumpen ideal für Einsätze

im Lebensmittel- und Getränkebereich

und bieten standardmäßig

eine Zertifizierung nach EHEDG

Typ EL Class I Aseptic und 3A.

Die Certa Reihe besteht aus insgesamt

acht Größen, mit Fördermengen

bis 255.000 l/h und einem

Druck bis 15 bar. Mit einem Saugvermögen

von 0,85 bar verfügt

Certa außerdem spielend über die

nötige Leistungsfähigkeit, um die

hochviskose Hefe bei der Ernte aus

dem Gärtank abzuziehen.

Diese Eigenschaften konnte Certa

unter anderem bei einer mittelständischen,

fränkischen Privatbrauerei unter

Beweis stellen: Bislang setzte man

dort für den Transfer der Hefe Drehkolbenpumpen

ein. Dabei kam es

häufig zu Problemen durch Ausgasen,

unter denen die Leistungsfähigkeit

der Pumpen litt und es kam zu

einer Reduzierung der Fördermenge.

Lange Ansaugleitungen zwischen

den zahlreichen Gärtanks und der

Pumpe vergrößerten diese Schwierigkeiten

zusätzlich. Durch die Installation

einer Certa Sinuspumpe konnten

diese Probleme jedoch vollständig

beseitigt werden. Dank des

hohen Saugvermögens ermöglicht

Certa ein kontinuierliches Abziehen

der Hefe aus den Gärtanks und die

Förderung in den Hefetank, selbst

bei hohen und wechselnden Viskositäten.

Dank der nahezu pulsationsfreien

Förderung vermeidet die Pumpe

dabei Turbulenzen und ein übermäßiges

Vermischen von Hefe und

Bier. Der Braumeister erkennt sofort,

wenn der Abziehprozess abgeschlossen

ist und kann den Produktverlust

auf ein Minimum reduzieren. Zusätzlich

profitiert er von der deutlich

verringerten „Hefeerntezeit“, wodurch

zusätzliche Kapazität für weitere

Brauprozesse entsteht. Dadurch

kann die MasoSine Certa Pumpe erheblich

dazu beitragen, mehr Gärprozesse

mit den bestehenden Gärtanks

zu realisieren. Durch den einfachen

Aufbau der Certa konnten

außerdem die CIP-Reinigungszyklen

verkürzt und der Verbrauch von Wasser

und Reinigungsmitteln signifikant

reduziert werden.

Bredel Industrieschlauchpumpen fördern abrasive

Medien wie Kieselgur bis zu 108.000 Liter pro Stunde

bei bis 16 bar. Fotos: Watson-Marlow

Leistungsfähige

Industrieschlauchpumpen

für Kieselgurfiltration

Der weitaus größte Teil der produzierten

Biere wird filtriert, denn die

meisten Verbraucher bevorzugen

heute klare und ungetrübte Biere.

Gleichzeitig erwarten Bierliebhaber

von „ihrer“ Biermarke eine zu jeder

Zeit gleichbleibende Optik, lange

Haltbarkeit und natürlich, besonders

wichtig, ein konstantes Geschmackserlebnis.

Aus diesen Gründen werden

durch die Filtra tion verbliebene

Hefezellen, Schwebstoffe und andere

Trübungspartikel entfernt.

Auch die verwendeten Filtrations-,

Klärungs- und Schönungsmittel

können die eingesetzten

Pumpen vor erhebliche Herausforderungen

stellen. Gerade bei der

mit Abstand am häufigsten eingesetzten

Filtrationsmethode, der Kieselguranschwemmfiltration.

Abrasive Kieselgur kann bei vielen

Pumpentypen zu vorzeitigem Verschleiß

führen. Gleichzeitig müssen

die Filtrationsmittel für eine gleichbleibende

Produktqualität mit einer

hohen Genauigkeit dosiert werden.

Mit zunehmendem Anwachsen des

Filterkuchens steigt außerdem der

Gegendruck, den die Pumpe mit einer

steigenden Fördermenge über

den Verlauf des Filtrationsprozesses

ausgleichen muss.

Aufgrund dieses umfassenden

Anforderungsprofils kommen in

sehr vielen Brauereien zum Einbringen

des Filterhilfsmittels Kieselgur

die robusten und leistungsfähigen

Bredel Pumpen von Watson-Marlow

zum Einsatz.

Industrieschlauchpumpen vereinen

aufgrund ihres Funktionsprinzips

die Fähigkeit abrasive Medien

zu verarbeiten, mit den für diese

anspruchsvolle Anwendung benötigten

Eigenschaften hinsichtlich

Getränke! 01 | 2022 | 7


ZUM TITEL | Pumpen

Die direkt gekoppelte Bredel Bauweise vereint die

Zuverlässigkeit der Lagerstuhlbauweise mit den Vorteilen

der kompakten Blockbauweise.

Druck und Genauigkeit wohl besser

als jede andere Pumpenart: Durch

die Rotation des Pumpenrotors drücken

Gleitschuhe den Pumpenschlauch

zusammen. Deren Bewegung

führt zu einer Verdrängung

des Fördermediums nach vorne. Der

Schlauch richtet sich von selbst wieder

auf, erzeugt ein Vakuum und

saugt so neues Fördermedium an.

Bredel Schlauchpumpen fördern bis

zu 108.000 Liter pro Stunde bis maximal

16 bar mit hundertprozen tiger

volumetrischer Genauigkeit. Sie

bieten also spielend die für die Anschwemmfiltration

benötigten Fördermengen,

Präzision und Druckeigenschaften.

Nur der Schlauch

berührt das Medium

Die Vorteile des Schlauchpumpenprinzips

für abrasive Medien sind offenkundig:

Anders als andere Pumpenarten

benötigen Schlauch pumpen

weder Ventile noch Dichtungen, die

verstopfen oder verkleben könnten.

Dank des geschlossenen Systems

kommen keinerlei bewegliche Teile

mit dem Medium in Berührung.

Einzig die Innenseite des Schlauchs

berührt das Medium – die ideale

Lösung für die Verarbeitung von abrasiver

Kieselgur.

Gegenüber den Industrieschlauchpumpen

anderer Hersteller verdanken

die Bredel Industrieschlauchpumpen

ihre hohe Zuverlässigkeit

insbesondere der robusten und innovativen

direkt gekoppelten Pumpenbauweise

von Bredel und den präzisionsgefertigten

Bredel Schlauchelementen.

Das direkt gekoppelte

Design vereint die Zuverlässigkeit der

Lagerstuhlbauweise mit den Vorteilen

der kompakten Blockbauweise:

Eine innovative Pufferzone schützt

das Getriebe, die Lager und den

Pumpenkopf bei Leckagen. Schwerlastlager

des Pumpenrotors nehmen

die Radialbelastung auf, die Antriebswelle

überträgt damit nur das

Drehmoment und die Drehzahl, die

für die jeweilige Anwendung benötigt

wird. Das Getriebe bietet eine

längere Lebensdauer und die Pumpe

damit ein Plus an Einsatzzeit.

Präzisionsschlauchelemente

als Herzstück

der Schlauchpumpe

Das Schlauchelement als einziges

produktberührendes Bauteil ist das

Herzstück jeder Industrieschlauchpumpe.

Als einer der wenigen Hersteller

von Schlauchpumpen verfügt

Bredel über eine eigene Produktion

von Hochleistungsschlauchelementen

– speziell und ausschließlich

für den Einsatz mit den eigenen

Schlauchpumpen. Anwender können

sich so darauf verlassen, dass

Pumpe und Schlauchelement perfekt

aufeinander abgestimmt sind

und die Pumpe die maximale Leistungsfähigkeit

bietet.

Von den Vorteilen der Industrieschlauchpumpen

für die Kieselgurförderung

konnte man sich auch bei

der walisischen Brauerei Magor, Teil

von Anheuser-Busch InBev, überzeugen.

Früher verwendete man dort

für den Transfer von Kieselgur traditionell

Hubkolbenpumpen. Allerdings

boten diese Pumpen nicht

die notwendige Zuverlässigkeit. Die

Edelstahl-Rückschlagventile auf der

Auslassseite der Hubkolbenpumpen

begannen durch die stark abrasive

Kieselgur zu verkleben. Durch die

häufige Wartung bestand die Gefahr

eines unerwünschten Sauerstoffeintrags,

mit allen negativen

Folgen für den Geschmack des Bieres.

Auf der Suche nach alternativen

Lösungen entschloss man sich zum

Test mit einer Bredel Schlauchpumpe

– mit durchschlagendem Erfolg.

Dank der Wartungsarmut der robusten

Bredel Pumpen und des

ventil- und dichtungslosen geschlossenen

Förderprinzips wird die abrasive

Kieselgur mit der nötigen Zuverlässigkeit

gefördert und der

Eintrag von gelöstem Sauerstoff zuverlässig

verhindert. Auf diese Weise

überzeugen die Pumpen nicht

zuletzt durch ihre hohe Zuverlässigkeit

und die langen Standzeiten von

Pumpe und Schlauchelement.

Ohne Ventile und Dichtungen, die verstopfen oder verkleben könnten. Nur das präzisionsgefertigte Bredel

Schlauchelement berührt das Medium. Fotos: Watson-Marlow

Mehr Informationen

www.wmftg.de

8 | Getränke! 01 | 2022


BRANCHEN REPORT | Digitale Verpackungstage 2021

31. DRESDNER VERPACKUNGSTAGUNG ONLINE

Der Kreislauf nimmt Fahrt auf

Im Rahmen der Digitalen Verpackungstage des Deutschen Verpackungsinstituts e. V.

(dvi) traf sich das Netzwerk der Verpackungswirtschaft am 2. und 3. Dezember 2021.

Beim großen Jahresabschlusstreffen der Branche beleuchteten führende Vertreter aus

Wirtschaft, Forschung, Non-Governmental Organisationen und Start-up-Unternehmen

die aktuelle Situation rund um die Kreislaufwirtschaft der Verpackung, brachten

Insights zu Recycling und Rezyklateinsatz und stellten innovative Wege zu noch mehr

Nachhaltigkeit und dem Einsatz digitaler Technologien vor.

Foto: AdobeStock

Verpackung anders denken

Winfried Batzke, Geschäftsführer

des Deutschen Verpackungsinstituts

e.V. (dvi), begrüßte die Teilnehmer

der 31. Dresdner Verpackungstagung,

die auch dieses Jahr in ihrer

virtuellen Form als Digitale Verpackungstage

stattfand, mit den Worten

„anders denken spielt zurzeit

eine große Rolle. Es geht um Verkehr

ohne Emissionen, Essen ohne

Fleisch und Verpackung ohne Abfall.

Wie können wir einen Kreislauf ohne

Ecken und Kanten für die Verpackung

umsetzen? Wo stehen wir aktuell

und welche Wege führen zum

Ziel? Dies alles thematisieren wir in

den kommenden zwei Tagen.“

Prüfstand Recyclingverfahren

Dieser Themenbereich stieß bei den

Teilnehmern auf großes Interesse.

Sie erfuhren von Top-Experten des

Instituts cyclos, der Stiftung Zen trale

Stelle Verpackungsregister, der Digital-Plattform

cirplus, des WWF und

der COMPO GmbH,

▶ wie es aktuell um das Recycling

in Deutschland steht,

▶ welche Verfahren welche Vorund

Nachteile bringen,

▶ wie der regulatorische Weg in die

Zukunft aussieht,

▶ wie sich unterschiedliche Rezyklate

in der Praxis verhalten, und

▶ wie man sich trotz massiven

Nachfrageschubs qualitativ hochwertiges

Rezyklat sichern kann

Verpackungswende jetzt!

Laura Griestop, Manager Sustainable

Business and Markets des WWF

Deutschland, stellte die Ergebnisse

einer jüngst veröffentlichten Studie

vor. Sie trägt den Titel „Verpackungswende

jetzt! So kann ein

Systemwandel hin zu einer Circular

Economy für Kunststoffe in Deutschland

funktionieren.“ Der WWF sieht

Verpackungen laut Griestop „als

Vorreitersektor für eine funktionierende

Circular Economy“. Dafür definiert

die Studie sieben zentrale

Winfried Batzke,

Geschäftsführer, Deutsches Verpackungsinstitut e. V.

Hebel (siehe Grafik 1) mit einem jeweiligen

Einspar- beziehungsweise

Veränderungspotential. Drei dieser

Hebel, die Griestop in ihrem Vortrag

hervorhob, sind:

▶ das Eliminieren und Minimieren

von Verpackungen, das den

Kunststoffverbrauch um 8 %

senken könne,

▶ der vermehrte Einsatz von Mehrweglösungen,

die den Kunststoffverpackungsabfall

um 23 % senken

könnten,

▶ und schließlich Design for Recycling,

das beispielsweise über die

Abschaffung von Multilayern den

Closed Loop im Kunststoffrecycling

um 30 % erhöhen könne.

Weiter auf der nächsten Seite.

Laura Griestop, Manager Sustainable Business

and Markets, WWF Deutschland

Getränke! 01 | 2022 | 9


BRANCHEN REPORT | Digitale Verpackungstage 2021

Grafik 1 | Sieben Hebel für den Wandel

1. Eliminieren + Minimieren

Verpackungen

Reduktion

2. Mehrweg

Reduktion von

Kunststoff-

Verpackungabfall

3. Substitution

aller Einwegkunststoffverpackungen

können ersetzt

werden

4. Design for Recycling

5. Verbesserte

Sammlung + Sortierung

6. Lebensmittelqualität

(FG)

7. Reycling

Märkte

Abschaffung von

Multilayern kann

CL-Recycling

erhöhen

Erhöhung der

CL-Menge

des Bedarfs an

Kunststoffverpackungen

– eine

der komplexesten

Gruppen

Herausforderung:

Es fehlt an hochwertigem

Angebot mit definierter +

zertifizierter Qualität

Grafik: WWF

Drop-in-Kunststoff

aus Biokunststoff

In der Diskussionsrunde, die den

ersten Tag abschloss, ging es auch

um den Bereich der sogenannten

Biokunststoffe. Für den WWF ist

es wichtig, Kreisläufe zu schließen.

Wenn die Herkunft der Rohstoffe

gut sei, also ohne Monokulturen

und Düngereinsatz auskomme, machen

Biokunststoffe nach Ansicht

von Laura Griestop durchaus Sinn.

Gunda Rachut, Vorstand, Stiftung

Zentrale Stelle Verpackungsregister,

legte Wert auf eine gute Differenzierung:

„Drop-in-Kunststoffe

sind auch aus Biokunststoff möglich.

In dem Fall sind sie recycelbar

und aus meiner Sicht gut. Aber es

bleibt die Problematik, woher der

Rohstoff kommt und wie sein Fußabdruck

ist.“ Bedenken müsse man

auch, dass „Bioabbau“ in Deutschland

schwierig sei. In Frankreich und

Italien sei dies aufgrund anderer

Verfahren und Abbauzeiten eventuell

besser. „Insgesamt ist das eine

schwierige Situa tion für gesamteuropäische

Hersteller, die alle

Märkte bedienen wollen oder müssen,“

führte Rachut aus.

Best Practice

am zweiten Tag

Am zweiten Tag führte die Tagung

ihre Teilnehmer dann stärker in konkrete

Lösungen und Best Practice.

Top-Experten, Wissenschaftler und

Gründer von HelloFresh, VYTAL,

Metsä, EPL, CCL Label und Haepsi

zeigten Innovationen für Mehrweg,

erfolgreiches Design for Recycling,

Mehrwert, Convenience und Nachhaltigkeit

durch Digitalisierung, umweltfreundliche

Lösungen für Etiketten

und Laminattuben und preisgekrönte

Take-away-Lösungen.

Brauereien

als Rohstoffquelle

Dr. Arne Roth, Leiter Innovationsfeld

Nachhaltige katalytische Prozesse

des Fraunhofer-Instituts für

Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik

IGB, legte in seinem

spannenden Vortrag dar, wie sich

Kunststoff aus CO 2

gewinnen lässt

und „Power-to-x-to-y“ für nachhaltige

Produktionsprozesse genutzt

werden kann.

Dr. Roth zeigte dazu Beispiele

für die Synthese von Ethylenoxid

aus CO 2

und Wasser unter Verwendung

erneuerbarer Energie. Dabei

wird CO 2

zu Ethylen und Wasser

zu Wasserstoffperoxid umgewandelt.

In einem elektrochemischen

Prozess entsteht daraus dann Ethylenoxid

und Ethylenglykol, das beispielsweise

für die Herstellung von

PET wichtig ist.

Die Kombination industrieller Biotechnologie

mit PtX eröffnet nach

Ansicht von Dr. Roth reichhaltige,

CO 2

-neutrale und skalierbare Möglichkeiten

der Synthetisierung für

Poly mere, Kunststoffe und Verpackungsmaterialien.

„Wir sollten CO 2

als Rohstoff begreifen und nicht

verteufeln. Es geht darum, kohlenstoffneutral

zu werden. Dazu sollten

die verschiedenen Sektoren wie

Energie, chemische Industrie, Transport,

Landwirtschaft etc. verknüpft

Gundula Rachut

Vorstand, Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister

Dr. Arne Roth, Leiter Innovationsfeld

Nachhaltige katalytische Prozesse, Fraunhofer IGB

Dr. Tim Breker

Geschäftsführer, VYTAL Global GmbH

10 | Getränke! 01 | 2022


BRANCHEN REPORT | Digitale Verpackungstage 2021

werden“, so Roth. Der Forscher des

IGB führte aus, dass „die konventionelle

Produktion von Polymeren auf

fossilen Rohstoffen basiert. Gleichzeitig

gibt es biobasierte Rohstoffe

aus nachwachsenden Quellen. Allerdings

brauchen wir dafür Biomasse,

die wir oft anderweitig benötigen,

zum Beispiel für Lebensmittel.

Eine Lösung könnte sein, den Blickwinkel

zu weiten. Nachhaltigkeit ist

nicht immer und nicht zwingend

biogen. Ausgehend von CO 2

, Wasser

und erneuerbaren Energien können

wir hier nachhal tige Alternativen

schaffen.“ Als Quellen für das

direkte „Abgreifen“ von CO 2

eignen

sich nach Ansicht von Dr. Roth

neben Zement fabriken und der direkten

Gewinnung aus der Luft vor

allem Brauereien.

Digitalgestütztes

Mehrwegsystem für

Gastronomie und Handel

Ab 2023 muss jeder Bewirtungsbetrieb,

der Speisen zum Mitnehmen

anbietet, Mehrwegverpackungen

für Speisen und Getränke im

Programm haben. Wie man Takeaway-Mehrwegbehälter

für Speisen

und Getränke mit einer Tech-Plattform

für Wirkungsmessung und

Kundenbindung verbindet, zeigte

Dr. Tim Breker, Geschäftsführer

der VYTAL Global GmbH in seinem

Vortrag. Er legte dar, wie das

digitale Mehrwegsystem seines Unternehmens

mehr Funktionalitäten

und Mehrwerte bietet und vor allem

umweltfreundlicher als Einwegvarianten

ist. Die Grundlage des Systems

ist ein digitaler Code, der jeden

Mehrwegbehälter eindeutig und individuell

kennzeichnet, so dass er

verfolgt werden kann.

VYTAL sieht sich als „Bibliothekssystem“

für Mehrwegbehälter. Gastronomen

zahlen pro Nutzung, d. h.

jedes Mal, wenn sie einen Behälter

an Konsumentinnen und Konsumenten

ausleihen. Gastronomen

können sich dabei aus den unterschiedlichen

VYTAL-Mehrwegbehälter

bedienen oder auch eigene Behälter

mit einem VYTAL-Code versehen

und in das System einspeisen.

Für Konsumentinnen und Konsumenten

ist die Nutzung kostenfrei.

Sobald sie über eine App ihr

digitales Konto bei VYTAL eröffnet

haben, können sie bei allen teilnehmenden

Partnern Take-away-Behälter

für 14 Tage kostenfrei ausleihen.

Nach Ablauf der Zeit wird ein Euro

pro Tag berechnet. Nach 14 „Zahltagen“

geht der Behälter in den Besitz

des Kunden über.

Zur Nachhaltigkeits-Bilanz seines

Mehrwegangebots führte Breker aus,

dass es bereits nach 10 Nutzungen

umweltfreundlicher sei, als entsprechende

Einweglösungen. Er betonte,

wie wichtig Umweltaspekte für

Konsumenten inzwischen geworden

seien. Darüber hinaus gehe es aber

auch um Bequemlichkeit und Convenience.

„Es muss einfach sein“, so

Breker. Pfand sei keine Lösung beziehungsweise

keine effiziente Organisationsform

für Mehrweg. „Der

Konsument muss gefühlt mehr bezahlen

und die Hürde für Mehrweg

muss jedes Mal erneut überwunden

werden, was zu einer geringeren Nutzung

führt. Außerdem führt Pfand zu

höheren Kosten, weil es unabhängig

von der Rückgabe dauer zurückbezahlt

wird, obwohl viele Behälter

nur sehr verzögert oder gar nicht zurückgegeben

werden“, gab Breker zu

verstehen. VYTAL ermögliche dagegen

einen schnellen und zuverlässi-


BRANCHEN REPORT | Digitale Verpackungstage 2021

Grafik 2 | Top Trends Nachhaltige Verpackung

Grafik: CCL Label Meerane

12 | Getränke! 01 | 2022

gen Behälter-Rücklauf. Die Nutzung

der Mehrwegbehälter habe sich von

Mai 2020 bis Mai 2021 mehr als verhundertfacht.

Schon jetzt habe man

mehr als 2,1 Millionen Einwegverpackungen

ersetzt.

Recycling:

Gute Sammelquoten und

gegenläufige Entwicklungen

Anhand konkreter Beispiele und

Zahlen über recyclinggerechtes Design

und Rezyklateinsatz, den Sachstand

Recycling im dualen System

und den Ausbau des § 21 VerpackG

in der kommenden Legislaturperiode

informierte Gunda Rachut

die Teilnehmer. Außer dem gab

Rachut einen Ausblick zu den erwartbaren

Details bei der Weiterentwicklung

des VerpackG und der

Verpackungsricht linie. Rachut vermeldete

für das Jahr 2020 einen Anstieg

in allen Sammelgruppen. Die

Quotenerfüllung werde für 2022

dennoch eine große Herausforderung,

nicht zuletzt aufgrund gegenläufiger

Tendenzen. Dazu gehören

laut Rachut folgende Faktoren:

Dr. Joachim Christiani

Geschäftsführer Institut cyclos-HTP

Marika Knorr, Head of Sustainablity &

Communication, CCL Label Meerane GmbH

▶ ein hoher Anteil von gut verwertbaren

Verpackungen, die in das

Pfand system wechseln,

▶ eine Zunahme von schwer verwertbaren

Verbunden,

▶ die Tendenz von Handelshäusern,

für verwertbare Verpackungen

die Eigenrücknahme zu starten.

Zu den faserbasierten, aber beschichteten

Verpackungen sowie

den Verbunden äußerte sich Rachut

kritisch. „Im gelben Sack nimmt das

Papier nicht zuletzt durch Restfüllgüter

Feuchtigkeit auf und fängt an zu

schimmeln. Das erschwert das Recycling“,

so Rachut. Auf die Frage, ob

die aktuellen Rahmenbedingungen

auch die Nachhaltigkeit förderten

oder nur das Recycling, wies Rachut

darauf hin, dass Nachhaltigkeit einen

anderen Fokus mitbringe. „Wenn ich

auf Nachhaltigkeit blicke, muss ich

Füllgut und Verpackung betrachten.

Der ökologische Fußabdruck des Füllguts

ist immer so viel höher, als der

der Verpackung, dass ich das anders

betrachten muss. Aber das sind dann

Fragen, die unfassbar mehrdimensional

sind. Woher kommen unsere Produkte?

Wie ist unser Konsum? Im

Moment haben wir einen Bottom-

Up-Ansatz. Vielleicht sollten wir mal

von oben drauf schauen und fragen:

Wie ist unsere Ressourcenstrategie?“

Chemisches Recycling

In Bezug auf das Chemische Recycling

gab Laura Griestop zu verstehen,

dass das für den WWF „noch

ein bisschen eine Black-Box ist.

Wir müssen den Kreislauf schließen,

aber unsere Präferenzen für

Recycling sind Vermeiden, Mehrweg

und Design“, so Griestop.

Beim Chemischen Recycling stellten

sich beispielsweise Fragen nach dem

Energieverbrauch und dem Entstehen

und Eliminieren von Schadstoffen.

Zu bedenken sei auch, wie sich

Stoffreinheit und Stoffströme erreichen

lassen und wie verhindert werden

kann, dass Materialien den anderen

Kreisläufen entzogen werden.

Auch Gunda Rachut äußerte

sich vorsichtig: „Wenn ich mit relativ

viel Energie aus Monomeren

Poly mere mache, um danach mit

viel Energie aus Polymeren Monomere

zu machen, dann stellt sich

die Frage, ob sich das lohnt? Beim

Verbrennen nutze ich zumindest

das gesamte Energiepotenzial. Mit

Stoffströmen aus reinem PET und

PP wäre Chemisches Recycling gut

vorstellbar, aber genau diese Stoffe

kann ich auch so gut recyceln. Andere

Materialien, die im klassischen

Recycling schwierig sind, sind auch

im Chemischen Recycling schwierig.

Das sind limitierende Faktoren.“

Joachim Christiani plädierte dafür,

den Entwicklern etwas Zeit zu

geben. Aber auch bei ihm herrschte

eher Skepsis vor: „Ich habe seit

30 Jahren einige Verfahren kennen-


gelernt. Und aus diesen Erfahrungen

heraus prognostiziere ich, dass es

wohl teuer werden wird. Und es wird

schwierig werden, Stoffströme zu finden,

die zum Verfahren passen. Die

Verfahren an sich sind alle nicht neu

und die Gesetzmäßigkeiten bleiben.“

Außerdem wies Christiani darauf hin,

dass man im Labor fast alles machen

könne. „Aber es zählt, was in der Praxis

funktioniert. Reale Abfallströme

sind immer noch mal was anderes“,

so Christiani.

Leitfaden für das Glas-Recycling

Gunda Rachut gab den Teilnehmern

der Tagung konkrete Hinweise und

Empfehlungen für die unterschiedlichen

Packstoffe mit auf den Weg. So

verglich sie die Recyclingfähigkeit von

transparentem, gefärbtem und lackiertem

Glas. Rachut wies auf die Bedeutung

der Sortierbarkeit für den Recyclingprozess

hin. „Mit optischen Sortiersystemen

wird „gutes Glas“ für die

Verwertung gewonnen. Transparente

Hohlgläser in den Farben weiß, grün

oder braun sind entsprechend hochgradig

recyclingfähig. Lackierte Glasbehälter

dagegen besitzen nur eine

eingeschränkte Lichtdurchlässigkeit

und werden im Prozess ausgeschleust.

Damit gehen sie dem werkstofflichen

Recycling als wertvoller Sekundärrohstoff

verloren“, so Rachut. Problematisch

seien auch Störstoffe, wie nicht

oder nur schwer ablösbare Etiketten,

da diese nur schwer abzutrennen sind

und nicht recycelt werden können.

Wie Etiketten zur

Kreislaufwirtschaft beitragen

Wie Etiketten zur Kreislaufwirtschaft

beitragen, zeigte Marika Knorr, Head

of Sustainablity & Communication, CCL

Label Meerane GmbH, im letzten Vortrag

der 31. Dresdner Verpackungstagung.

Knorr stellte zu Anfang die Top-

Trends bei nachhaltigen Verpackungen

vor und zeigte danach nachhaltige Lösungen

im Bereich Shrink Sleeve, Pressure

Sensistive Label und Stretch Sleeve.

Darunter auch das mit dem Deutschen

Verpackungspreis ausgezeichnete

EcoStretch als wiederverwendbares

Stretch Sleeve für Mehrwegsysteme.

In Bezug auf die Top-Trends (siehe

Grafik 2) nannte Knorr an erster Stelle

Design für Recycling. „80 % der Umweltauswirkungen

von Produkten entscheiden

sich bereits in der Designphase“,

so Knorr. Ein weiterer Top-Trend

sei recyceltes Material. Hier ist das Ziel

von CCL Label Meerane, mindestens

25 % recycelten Inhalt in PET-Flaschen

bis 2025 und 30 % bis 2030 zu erzielen.

Als globalen Top-Trend nannte sie

den Wechsel von Multi- zu Monomaterialien

aufgrund der besseren Recyclingfähigkeit.

Auch kompostierbare Verpackungen

zählt Knorr zu den Top-Trends.

Hier erwähnte sie die globale Selbstverpflichtung

ihres Unternehmens, 100 %

der Kunststoffverpackungen bis 2025

wiederverwendbar, recycelbar oder

kompostierbar zu machen. Auch biobasierte

Kunststoffe gehören für Knorr

zu den entscheidenden Trends. „Es gibt

eine hohe Nachfrage nach Bio-PP und

eine wachsende Nachfrage nach Bio-

PET“, betonte Knorr.

Netzwerken und

Nachwuchs gewinnen

Die Dresdner Verpackungstagung

trumpft traditionell auch mit der Beteiligung

zahlreicher Studierender aus

Deutschland und Österreich. So können

die Fachkräfte von morgen frühzeitig

ihr Netzwerk ausbauen und

Unternehmen haben die exklusive

Möglichkeit, schon heute die besten

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für

morgen kennenzulernen. Das wurde

auch bei den digitalen Verpackungstagen

so gehalten. Es konnten Studierende

aus Stuttgart, Hannover, Berlin,

Leipzig, München, Kempten, Wien,

Dresden, Karlsruhe und Bonn begrüßt

werden. Im Zentrum des Netzwerkens

stand ein digitales Matchmaking-Tool,

über das sich die Teilnehmer einzeln

oder in Gruppen besprechen und austauschen

konnten.

Die Branche ist Pionier

„Das Feedback zur Veranstaltung und

dem digitalen Matchmaking-Tool waren

sehr gut. Unsere Teilnehmer konnten

sich über die digitale Netzwerkfunktion

einzeln oder in Gruppen vernetzen.

Das wurde rege genutzt. Nicht

zuletzt, um Kontakt zu den zahlreich

vertretenen Studierenden aus Deutschland

und Österreich aufzunehmen. Die

Dresdner Verpackungstagung ist traditionell

ein Ort, um schon heute die besten

Mitarbeiter für morgen kennenzulernen“,

berichtet dvi-Geschäftsführer

Winfried Batzke. Auch das inhaltliche

Fazit des dvi- Geschäftsführers fällt positiv

aus: „Es hat sich gezeigt, dass die

Kreislaufwirtschaft sicherlich nicht an

der Verpackung scheitern wird. Im Gegenteil:

Unser Branche ist Pionier. Die

Unternehmen innovieren mit extrem

hoher Schlagzahl und Qualität.“

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BRANCHEN REPORT | Aus der Praxis

EINSPARUNGEN DURCH ENERGIEMANAGEMENT

Brauerei nutzt Energierückgewinnnung

Bierbrauen ist ein energieintensiver Prozess. Um den Verbrauch zu begrenzen, nutzen Brauereien die

Energierückgewinnung. Weitere signifikante Einsparungen ermöglicht ein Energiemanagement nach

DIN EN ISO 50001, das sich zudem durch Steuerentlastungen auszahlt. Wie sich das umsetzen und

außerdem für die Leistungssicherung, Prozessoptimierung und als Unterstützung bei Investitionsentscheidungen

nutzen lässt, zeigt die Familienbrauerei Dinkelacker-Schwaben Bräu.

Von ROLF WAGNER, Leiter Vertrieb, econ solutions GmbH

D

inkelacker schreibt sich

nicht nur 100 % Qualität

auf die Fahnen, sondern

auch 100 % Nachhaltigkeit. Dazu

gehört neben einem modernen

Mehrwertsystem und kurzen,

umweltschonenden Transportwegen

auch eine ökologische

Produktion. Hierfür hatte die

Stuttgarter Brauerei ein Energiekonzept

im Einsatz, für das über

200 Zähler händisch erfasst, die

Daten in Excel-Listen eingetragen

und hier zu Auswertungen verknüpft

wurden.

„Der Aufwand war groß, die

Auswertungen waren nur sehr

grob und mühsam zu erstellen“,

erklärt Julian Bonn, Leiter

Instandhaltung und Energie

bei Dinkelacker-Schwaben Bräu.

Zudem war das Konzept relativ

starr und ließ sich nur schwer an

geänderte Gegebenheiten anpassen.

Deshalb entschied sich

Dinkelacker im Rahmen der Einführung

eines zertifizierten Energiemanagements

nach DIN EN

ISO 50001, das Energiemanagement-System

„econ4“ von econ

solutions zu nutzen.

Innerhalb von zwei Wochen

waren fünf Energie- und Leistungsmessgeräte

„econ sens3“,

zwei Datenlogger „econ unit“

und die Software „econ4“ einsatzbereit.

„Bei der Installation

und Inbetriebnahme haben wir

keinerlei Unterstützung durch

econ solutions gebraucht, da

alle Messgeräte quasi Plug &

Play eingebunden werden können.

Nur bei der Nutzung der

Software gab es anfangs einige

Verständnisfragen, die wir

aber alle schnell geklärt haben“,

erinnert sich Julian Bonn.

Das Messgerät „econ sens3“ erfasst

detailliert alle wichtigen

Merkmale der elektrischen Leistung,

Energie, Ströme und

Spannungen. Sie werden zum

Datenlogger übertragen, an den

bis zu acht Zähler und Sensoren

mit Impuls- beziehungsweise Digitalausgang

oder vier analoge

Sensoren über standardisierte

Strom- oder Spannungsschnittstellen

angeschlossen werden

können. Die Web-basierte Software

„econ4“ liefert neben

Standardberichten viele Management-

und Spezialberichte.

Die Software entspricht der

ISO 50001, ein entsprechender

Assis tent unterstützt beim Zertifizierungsprozess.

griert, d. h. die Messdaten liefen

automatisch in die Software.

Schnell kamen weitere Lizenzen

und Geräte hinzu: Acht Messstellen

sorgten für die Klimaüberwachung

im Automatiklager,

es folgten Zähler für die

Gasmengen, die Dinkelacker bezieht.

Heute laufen alle Energiedaten

(Strom, Dampfmengen,

Gas, Wasser, Heißwasser,

Lauge) von den über 200 Zählern

verschiedener Hersteller zur

Auswertung in die Software.

„Damit haben wir Transparenz

über sämtliche Verbräuche im

gesamten Unternehmen“, ergänzt

Julian Bonn.

Ein Teil der Zähler überträgt die

Daten automatisiert an econ4,

die restlichen Zählerstände werden

mit der App „econ mobile“

und einem Tablet-PC mittels

QR-Code-Erkennung erfasst.

„Das wird von unseren Maschinisten

sehr gut aufgenommen.

Sie müssen nicht mehr bei jedem

Zähler Werte ausrechnen,

vielleicht nochmal nachrechnen,

weil sie sich irgendwo verzählt

Die Familienbrauerei Dinkelacker-Schwaben

Bräu. Foto: Dinkelacker

Modulares System für

schrittweisen Ausbau

Dinkelacker ist klein gestartet:

Aus dem Bereich der Energieerzeugung

und -umwandlung

im Maschinen- und Kesselhaus

wurden neben den

fünf Stromzählern von econ

vier Zähler für Druckluftvolumenströme

und vier Dampfzähler

in das econ-System inteoder

verrechnet haben“, erklärt

der Energieverantwort liche.

„Und: Es gibt dank der Plausibilitätsprüfung

der econ4-Software

keine Fehleingaben oder Tippfehler

mehr.“

Kennzahlen – und

noch mehr Kennzahlen

Die Energiedaten alleine sind

jedoch oft nicht aussagekräftig,

denn der Verbrauch hängt

mit anderen Faktoren zusammen,

zum Beispiel der Produktionsleistung

oder der Temperatur.

Um dies abzubilden, bedarf

es Kennzahlen. Die Bildung relevanter

Kennzahlen unterstützt

„econ4“ mit einem Kennzahleneditor.

Julian Bonn hat für

das Energiemanagement Kennziffern

wie Druckluftmenge beziehungsweise

Gesamtenergiebezug

pro Norm-Hektoliter Bier

oder Stromverbrauch für Kälte

erstellt, außerdem spezielle

Leistungskennzahlen für alle

Bereiche, die Dampf, Strom

oder Wasser beziehen. Damit

kann er Unregelmäßigkeiten –

etwa zu hohe Verbräuche – sofort

sehen und die Ursachen

zeitnah identifizieren und beheben.

Durch die Verknüpfung der

Energiemedienkosten mit den

Verbräuchen erhält er zum Beispiel

die spezifischen Stromkosten

für die Druckluftkompressoren

oder andere Anlagen beziehungsweise

Bereiche.

„Auch unser technisches Controlling

ist auf econ aufmerksam

geworden. Den Kollegen

liefern wir eigene Kennzahlen,

etwa den Stromverbrauch pro

Kubik meter Druckluft“, so Bonn.

14 | Getränke! 01 | 2022


BRANCHEN REPORT | Aus der Praxis

„Praktisch alle Kennzahlen, die man

sich vorstellen kann, lassen sich in

econ einfach selbst bilden. Auch verschiedene

Leistungsberichte lassen

sich schnell individuell zusammenstellen

und an Führungspositionen

inhouse oder an externe Dienstleister

versenden.“

Maßnahmen amortisieren

das System ganz schnell

Bei der Umsetzung der Energiesparmaßnahmen

standen anfangs die

energieintensiven Bereiche im Vordergrund,

da hier die größten Potenziale

zu erwarten sind. Das ist bei

Dinkelacker u.a. die Steuerung des

Sekundärkältekreislaufs. Die Auswertungen

haben gezeigt, dass diese

nicht dem tatsächlichen Bedarf

entsprochen hatte. Durch eine Anpassung

konnte Dinkelacker hier

deutliche Einsparungen erzielen.

Das bislang größte Potenzial im

fünfstelligen Bereich pro Jahr hob

die Brauerei bei der Wärmerückgewinnung:

Mit Daten zur Leistungsaufnahme

wird jetzt der Zustand

der Anlage bestimmt. Damit kann

die Instandsetzung genau dann erfolgen,

wenn es nötig ist, und nicht

mehr nach starren Intervallen, bei

denen es immer wieder bereits zu

Leistungseinbußen gekommen war.

„Allein damit hat sich das econ-System

schon mehrfach amortisiert“,

freut sich Julian Bonn. Auch Druckluftleckagen

fallen nun sofort auf,

das schnelle Beheben spart ebenfalls

Energie.

Aktuell steht die Reduzierung des

Druckluftverbrauchs in den Abfüllanlagen

im Fokus – ebenfalls mit prognostizierten

Einsparungen im fünfstelligen

Euro-Bereich. Hierfür werden

mit Hilfe der econ-Auswertungen

die Flaschenabfüllanlagen optimiert.

Zudem geht es um die Reduk tion

der Dampfspitzen im Sudhaus. „Nur

eine einzelne Auswertung hat gezeigt,

dass wir mehrere hundert

Tonnen Dampf unnötig verbrauchen.

Mit einer optimierten Steuerung

wollen wir das nun ändern.

Das ist allerdings ein größerer Eingriff

in den Prozess, deshalb gehen

wir das wohlüberlegt und in enger

Abstimmung mit dem Produktionsleiter

an“, beschreibt Julian Bonn.

Leistungssicherung mit dem

Energiemanagement-System

Nachdem alle Energiedaten in econ

erfasst und ausgewertet werden,

geht es um eine größere Detailtiefe.

Mittelfristiges Ziel ist die automatisierte

Erfassung der Betriebsdaten

der einzelnen Aggregate aller Linien

und deren automatisierte Übermittlung

an die econ-Software. „Damit

wollen wir eine aggregatspezifische

Störzeiterfassung erreichen, mit der

wir genau feststellen können, welches

Aggregat wann für wie lange

ausgefallen ist. Damit haben wir

eine gute Basis, um Optimierungsund

Instandhaltungsmaßnahmen zu

priorisieren.“ Für die Zukunft plant

Julian Bonn auch die aktuellen Leistungsdaten,

zum Beispiel des Füllers,

oder die Ausschussraten der

Inspektoren über das econ-System

zu erfassen und auszuwerten. „Das

geht wirklich schnell und einfach“,

berichtet Bonn.

Ein spezieller Anwendungsfall des

Systems findet sich in der Fassabfüllung:

Sinkt der Druck im Druckluftnetz

aufgrund einer Spitzenabfrage

unter einen bestimmten Wert,

entstehen kurzzeitig Schwierigkeiten

bei der Abfüllung. Bisher haben

die Arbeiter dann um die Zuschaltung

eines Ersatzkompressors gebeten.

Seit sie Zugriff auf die Auswertungen

von econ haben, können sie

sehen, welcher Bereich die Spitzenabfrage

verursacht. Meist ist das der

Filterkeller, wenn dort der Filter gespült

wird. Damit wissen die Kollegen

in der Abfüllung, dass es sich

nur um eine kurze Unterbrechung

handelt und der Ersatzkompressor

nicht nötig ist.

Basis für Investitionsentscheidungen

Darüber hinaus nutzt die Brauerei

Dinkelacker das econ-System auch

als Basis für Investitionsentscheidungen:

Aus den Kennlinien der Kompressoren

hat Julian Bonn mathematische

Modelle entwickelt, mit

denen er für verschiedene neue

Kompressorenmodelle unterschiedliche

Szenarien durchspielen und

monetär bewerten kann. „Das wäre

ohne econ gar nicht möglich“, so

Julian Bonn. „Man sieht: Wir nutzen

das System praktisch vollumfänglich

und weit über das Energiemanagement

hinaus.“

Im Dinkelacker Maschinen- und Kesselhaus liefern fünf Strom- und vier Dampfzähler sowie vier Zähler für Druckluftvolumenströme

Messdaten, die automatisch ausgewertet werden. Foto: Dinkelacker

Mehr Informationen

www.econ-solutions.de

Getränke! 01 | 2022 | 15


KOSTEN DEN HAHN ABDREHEN

Für „flüssiges Gold“ wert

Wenn aus Gerste oder Weizen „flüssiges Gold“ wird, haben Brauereien und Destillerien

nicht an guten Zutaten gespart. Dennoch plagen die Bierindustrie Absatzprobleme, die

durch die Corona-Pandemie noch drängender wurden. Vor allem die großen Unternehmen

sind herausgefordert, ihre Produktion zu optimieren. Wie sich Kosten reduzieren lassen

und dabei auch noch nachhaltiger gehandelt werden kann, hat der Einsatz von SEEPEX-

Exzenterschneckenpumpen mit dem patentierten Smart Air Injection (SAI) System

erfolgreich bei der Förderung von Treber unter Beweis gestellt.

Abb. oben:

In Großbrauereien ist ein

täglicher Energieverbrauch

von 1.000 kWh und mehr

allein für die pneumatische

Förderung keine Seltenheit.

Technisches Know-how aus

der Pils-Hochburg Ruhrgebiet

brilliert auch bei Hefeweizen,

Hellem und Co. Für den Transport

hochviskoser Materialien über lange

Strecken eignen sich hervorragend

SEEPEX-Exzenterschneckenpumpen

mit SAI. Eine ideale Ausgangsposition

also, wenn es darum geht, bei

der Bierproduktion das Restmaterial

Treber effizienter zu befördern,

als das bisher mit konventionellen

Verfahren möglich war. Schließlich

benötigt das Smart Air Injection-

System bei der Förderung von Malzund

Hopfentreber deutlich weniger

Druckluft und Energie. Es bringt das

zu riesigen Pfropfen komprimierte

Nebenprodukt mittels kurzer pneumatischer

Druckluftimpulse zu Silo

oder Speicher.

samtenergie einsparen lassen. Unsere

Technologie überzeugt auf ganzer

Linie und wird fortan dazu beitragen,

dass Brauereien und Destillerien

ihr Produkt mit deutlich reduzierten

Betriebskosten herstellen können.

Wenn man weiß, dass große

Unternehmen allein in diesem Produktionsbereich

leicht eine fünf- bis

sechsstellige Summe pro Jahr einsparen

können, ist SAI für jeden Brauerei-

und Brennereibetrieb eine wirtschaftlich

attraktive Alternative.“

▶ Verglichen mit einem konventionellen

pneumatischen Nasstreber-Fördersystem

sind die

Energiekosten für den Pumpenbetrieb

ähnlich hoch wie beim

Schneckenförderer eines Nasstreber-Förderers,

wohingegen

die Druckluftverbräuche deutlich

reduziert werden.

▶ Der Prozess des Austreberns wird

stabiler, denn mögliche Schwankungen

im Feuchtegehalt des Trebers

haben keinen Einfluss auf die

Fördercharakteristik der Exzenterschneckenpumpe.

Dadurch bleiben

die Austreber-Zeiten nach

den Erkenntnissen der Bottroper

Experten sehr konstant.

▶ Zudem lässt sich der Verschleiß

in der Rohrleitung signifikant

reduzieren – die Strömungs-

Deutlich Druckluft, Energie

und Geld gespart

Die Prozesseffizienz kann mit SAI

deutlich gesteigert werden. „Tatsächlich

können die Energiekosten

mit dem SAI-Förderprinzip nachhaltig

gesenkt werden.“, sagt Dr.-Ing.

Stephan Mottyll, Leiter Produkt Management

bei SEEPEX. „Das SAI-Förderprinzip

sorgt für einen reduzierten

Druckluftverbrauch um bis zu

90 %, wodurch sich bis zu 75 % Gegeschwindigkeiten

durch die

Propfenförderung fallen um ein

Fünffaches niedriger aus als bei

der pneumatischen Flugförderung

von konventionellen Nasstreber-Fördersystemen.

Die Aufgabe – den Treber

effizienter zur Strecke bringen

In großen Brauereiunternehmen fallen

täglich mehrere hundert Tonnen

Treber an mit einem entsprechenden

Energieverbrauch von bis zu

Smart Air Injection macht den Produktionsprozess

effizienter, ohne dass an den guten Zutaten gespart

werden muss. Fotos: SEEPEX

16 | Getränke! 01 | 2022


BRANCHEN REPORT | Aus der Praxis

1.000 kWh und mehr für die pneumatische

Förderung. Bislang wird das

Material mit konventionellen pneumatischen

Nasstreber-Fördersystemen

unter nahezu kontinuierlichem

Zusatz von Druckluft gefördert.

Nach dem Abläutern der Flüssigphase

(Würze) aus dem Sud, verbleiben

Feststoffe aus Gerste und Hopfen

im Maischbottich, Läuterbottich

oder Maischfilter, die anschließend

möglichst schnell ausgeschleust

werden sollen. Der Feuchtegehalt in

diesem Nasstreber liegt meist zwischen

75 und 85 %, bei einer Temperatur

von ca. 55 bis 70° C. Nach

dem Austrebern werden die Feststoffe

häufig über eine Strecke von

bis zu mehreren hundert Metern in

ein höher gelegenes Silo gefördert.

LKWs transportieren den Nasstreber

anschließend weiter, um als Wertstoff

in der Tierfutterherstellung

oder zur Energieerzeugung in Biogasanlagen

verwendet zu werden.

Für den Transport der enormen

Mengen an Nasstreber zwischen

Austrebern und Silo wird in der

Regel ein pneumatisches Nasstreber-Fördersystem

aus integriertem

Schneckenförderer mit anschließender

pneumatischer Flugförderung

genutzt. Bei dem konventionellen

System wird der Treber mit kontinuierlicher

Druckluftzufuhr „verblasen“

– das bedeutet allerdings auch

einen hohen Druckluftverbrauch

und letztendlich hohe Energiekosten

für die Brauerei.

Die nahezu kontinuierliche Bereitstellung

von Druckluft für das Nasstreber-Fördersystem

erzeugt hohe

Kosten. Zusammen mit dem Energiebedarf

des Schneckenförderers

summieren sich schnell Energiekosten

– ein großer Nachteil auf dem

hart umkämpften Biermarkt. Bei

Großbrauereien, die im Dauerbetrieb

24/7 arbeiten und für die pneumatische

Treberförderung Kompressoren

mit einer Leistung von circa

100 kW einsetzen sind deutliche Einsparungen

mit SAI realisierbar.

Die Lösung – kurze Impulse

und lange Pfropfen

Kurze und seltene Druckluftimpulse

fördern lange Pfropfen aus Nasstreber

mühelos. Ganz wie einst die

gute alte Rohrpost. Anstelle des

Schneckenförderers im konventionellen

System tritt bei SAI eine Exzenterschneckenpumpe

in Trichterbauform,

die sich nahtlos in die Bestandsanlage

integrieren lässt. Die

Exzenterschneckenpumpe befüllt

die Druckleitung über mehrere Minuten

mit Nasstreber-Pfropfen, bis

eine optimale Länge erreicht ist.

Die Pfropfen werden anschließend

durch Druckluftinjektionen von nur

wenigen Sekunden weiter transportiert.

Das Druckniveau in der Förderleitung

bleibt dabei dauerhaft auf

einem sehr niedrigen Niveau unterhalb

von vier bar.

Technik in Zahlen und Fakten

Im Laufe der individuellen Prozessoptimierung

testet sich das SEEPEX-

Team an den optimalen Betriebszustand

heran. Dafür wird in der

Brauerei oder Destillerie die Pfropfenlänge

des Nasstrebers sukzessive

angepasst. „Je länger die Pfropfen

sind, desto seltener wird Druckluft

verwendet und damit weniger

Normkubikmeter verbraucht.

Die Betriebssicherheit ist dabei

kein Problem, da eine ausreichende

Druckreserve immer zur Verfügung

steht. Für einen optimalen

Betriebspunkt in Bezug auf Zuverlässigkeit

und Effizienz ist die Pfropfenlänge

des Trebers von entscheidender

Bedeutung. Zum Beispiel

besitzen kurze Pfropfen eine höhere

Zuverlässigkeit aber zwangsläufig

auch eine höhere Injektionsfrequenz,

die mehr Druckluft und

somit auch Energie verbraucht“, erklärt

Mottyll.

Die Kunst besteht darin, für jeden

Anwendungsfall die optimale Position

im magischen Dreieck aus Leistungsfähigkeit,

Zuverlässigkeit und

Kosten zu finden. Durch die Vergrößerung

der Pfropfenlänge werde

der durchschnittliche Luftverbrauch

sukzessive auf ein Minimum

reduziert. Die Drosselung des Luft-

Volumenstroms weist laut Mottyll

ein weiteres Poten zial zur Optimierung

des pneumatischen Förderverhaltens

auf, da der Pfropfenfluss ruhiger

wird und sich so die Impulskräfte

reduzieren lassen. Außerdem

könne der optimale Luftverbrauch

(Nm 3 pro Injektion) leichter eingestellt

werden. Die erforderlichen

Normkubikmeter an Druckluft pro

Injektion entsprechen dabei nahezu

dem Rohrvolumen, sodass nur

ein geringer Überdruck erforderlich

ist, um die Pfropfen auch über lange

Strecke bis zum Silo zu drücken.

SAI – ein System

ideal für die Langstrecke

Die SEEPEX Smart Air Injection ist

schon in anderen Anwendungen

erfolgreich und gilt beispielsweise

auch im Umweltbereich als probate

Lösung, um hochviskose Dickstoffmedien

mit mittlerem bis hohem

Trockenstoffgehgalt zuverlässig über

lange Strecken bis zu einem Kilometer

zu befördern. Das SEEPEX-System

ist eine Kombination aus Pumpenförderung

mittels Exzenterschneckenpumpe

und pneumatischer

Dichtstromförderung. Eine hohe Prozessflexibilität

ist durch die problemlose

Medienförderung mit variablem

Feuchtegehalt von 60 bis 85 % gewährleistet

– und das bei gleichbleibender

Effizienz. Zudem kann das

System kann ganz einfach in vorhandene

Automatisierungs- und Leitsysteme

eingebunden werden.

Smart Air Injection ist ein echtes Multitalent, das in verschiedenen Industriezweigen erfolgreich eingesetzt wird.

Das System besteht aus der Kombination einer Exzenterschneckenpumpe und pneumatischer Dichtstromförderung.

Foto: SEEPEX

Mehr Informationen

www.seepex.com

Getränke! 01 | 2022 | 17


BRANCHEN REPORT | Maschinen und Anlagen

BRAUEREI MIT FRAUEN-POWER AUF KLEINSTEM RAUM

Investition in Leerflaschen-Vollinspektor

„Wir sind klein, aber oho!“, sagt Sigi Friedmann, die 1994 ihre gleichnamige Brauerei in Gräfenberg in

der fränkischen Schweiz, nördlich von Nürnberg, vom Vater übernahm. Sie behauptete sich erfolgreich

gegen sämtliche Vorurteile der männlichen Kollegen. Ein ganz wichtiger Faktor dabei: „Wir haben

ständig modernisiert.“ So auch jetzt wieder mit dem neuen Leerflaschen-Vollinspektor von der Firma

Nagel Automationstechnik aus Kaufungen bei Kassel.

Durchgesetzt

gegen Vorbehalte

Im Jahr 1875 wird die Brauerei

Friedmann erstmals urkundlich

erwähnt, 1909 beginnt dann die

50-jährige Ära von Georg Friedmann,

der Ende der 1920er Jahre

am Jägersberg, wo sich bereits

die Keller befinden, neu baute.

Revolutionäre Apparate, wie

zum Beispiel eine Kühlmaschine,

halten Einzug in das Brauhandwerk.

Nun konnte in Gräfenberg

ganzjährig gebraut werden. Sein

Sohn Ludwig, seit 1959 Chef

am Jägersberg, stellt auf Alu-

Tanks um, baut ein neues Sudhaus

und gibt die Landwirtschaft

auf. Doch Ludwig hatte keinen

männlichen Nachwuchs. Tochter

Sigi, heute 60, schlägt von vielen

Seiten Skepsis entgegen, als

sie als Doemensianerin 1982 ihren

Vater in der Firmenleitung

ablöst. Dabei war die jüngste

Braumeisterin Deutschlands eine

Musterschülerin und schnitt bei

der Prüfung besser ab als viele

männliche Kollegen. „Für mich

war klar, wir können nur überleben,

wenn wir traditionell, aber

mit moderner Technik unser

Bier sieden, brauen und abfüllen“,

sagt Friedmann. Neben einigen

neuen Bieren modernisierte

sie daher sukzessive die komplette

Brauerei. Neu ist auch der

Lagerkeller, tief in den Fels hineingeschlagen,

27 Tanks zu jeweils

42 Hektoliter Bier warten

hier bei sehr kalten Temperaturen

sechs bis acht Wochen auf

die Abfüllung. Nun sollte auch

die 2016 erneuerte Füllerei erweitert

werden, zunächst 2018

mit einem Einpacker, dann mit

einem Flascheninspektor. Doch

der Raum ist nur fünf Meter breit

und gut zehn Meter lang.

Zwei Tage sieden

und ein langer Abfülltag

„Jeder Hersteller von Inspektoren,

bei dem wir anfragten, sagte,

der Keller sei viel zu klein, um

einen Flaschen-Inspektor aufzustellen“,

berichtet Barbara Friedmann-Merkel

(36). Die Tochter

von Sigi hat als Weihenstephaner

Diplom-Braumeisterin und

Betriebswirtin im Jahr 2016 die

Brauerei übernommen. Das ganze

Jahr über werden das „Helle

Fränkische Landbier“, ein Pils,

der dunkle und malzige „ Ritter

Wirnt Trunk“ gebraut. Hinzu

kommen von April bis Oktober

„Sigis Lager“ und von November

bis Januar das kräftige Festbier.

Zu besonderen Anlässen,

wie dem 650-jährigen Stadtjubiläum,

gibt es einen Sondersud

Jubiläumsbier. Das helle

Landbier hat sich mittlerweile

zur stärksten Marke entwickelt.

Von überhopften Craft- Bieren

halten Mutter und Tochter

nichts. Außer einer übermäßigen

Bittere sei da fast kein anderes

Aroma mehr zu erkennen,

„außerdem brauen wir schon

immer handwerklich. Und das

Wichtigste: Für unsere ehrlichen

Biere nehmen wir ausschließlich

regionale Rohstoffe und wir benutzen

keinerlei Stabilisatoren“,

sagt Friedmann-Merkel.

Die Friedmanns sieden meist

am Montag und Dienstag, je

zwei Sude. Am Mittwoch wird

vorbereitet für die Abfüllung

am Donnerstag. „Da starten wir

morgens um fünf Uhr und füllen

rund 150 Hektoliter in Flaschen

und Fässer ab“, sagt Barbara

Friedmann.

Höchste Qualität

im kleinen Flaschenkeller

Da die Friedmanns auch in der

Füllerei auf höchste Qualität setzen,

fehlte ihnen noch ein Inspektor.

„Wir hatten bisher keinen

und es war schwierig einen

Maschinenbauer zu finden,

der sich zutraute, für unsere beengten

Verhältnisse eine Inspektionsmaschine

zu bauen. Doch

durch Berichte in der Fachpresse

und Gespräche mit Kollegen

und Kolleginnen kamen wir sehr

schnell auf das Unternehmen

Nagel. Und das war die für uns

absolut richtige Entscheidung“,

sagt Friedmann.

Geht nicht, gibt’s nicht

Vom Kaufungener Inspektions-

Spezialisten Nagel wurde eine

Vollinspektion mit Mündungs-,

Boden-, doppelter -Seiten wandund

HF-Laugenkontrolle nach

Gräfenberg geliefert. Die ausgelegte

Leistung der Maschine

beträgt 8.000 Flaschen in

der Stunde. Bei den beiden

von Friedmann verwendeten-

Flaschensorten 0,5-l-Euro und

0,33-l-Gourmet gibt es bei einer

Auf Grund des beengten Flaschenkellers mussten die Nagel-Techniker den Unterteil des Vollinspektors

in zwei Teile konstruieren. Am späteren Standort wurde dann alles zusammengebaut.

Auf nur einem Quadratmeter Aufstellungsfläche lieferte die Nagel Automationstechnik eine Vollinspektion

mit Boden-, Mündungs-, doppelter Seitenwandkontrolle und HF-Laugenkontrolle. Fotos: Broesele

18 | Getränke! 01 | 2022


BRANCHEN REPORT | Maschinen und Anlagen

Vom Vollinspektor ausgeleitete Flaschen werden bis zur Aufgabe der Flaschenwaschmaschine zurückgeleitet, dort

am Ausleuchter überprüft und gegebenenfalls noch einmal gewaschen. Foto: Broesele

durchschnittlichen Füllgeschwindigkeit

von gut 4.000 Fl/h also genügend

Luft nach oben. Wie gewohnt,

konnte Nagel seine Maschine auf einer

Aufstellungsfläche von rund einem

Quadratmeter platzieren, so

passte sie auch perfekt in diesen

sehr kleinen Flaschenkeller hinein.

Um allerdings die Maschine durch

eine nur zwei Meter hohe und

98 cm schmale Türe zu befördern,

konstruierten die Nagel-Techniker

das Unterteil in zwei Hälften. So

brachten sie es an Etikettierer und

Waschmaschine vorbei, wo dann

beide Teile wieder zusammengefügt

wurden. Es mussten zur Einbringung

also keine Wände gestemmt

werden. Für die kurzen Abstände

mit kurvenreichem Flaschenlauf

wurde ein spezielles Antriebskonzept

für die Inspektionsmaschine

entwickelt und eingesetzt.

Kompakt, flexibel und sicher

Schon seit über 25 Jahren hat sich

die Nagel Automationstechnik auf

Leerflaschen-Inspektionsmaschinen

spezialisiert. Schnell entschieden

sich zahlreiche Getränke- und

Lebensmittelbetriebe für den neuen

Nagel-Lösungsansatz: vollständig

transparenter Rohrunterbau,

Flächen für mögliche Schmutzablagerungen

sind weitestgehend beseitigt

und damit ein modernes Hygienedesign

verwirklicht. Eine insgesamt

extrem kompakte Maschine,

die auf kleinstem Raum mit modernster

Kameratechnik Sicherheit

und Flexibilität bietet.

Die Flaschen laufen bereits kurz

nach der Waschmaschine auf dem

Transportband in die Inspektionsmaschine

ein und werden dort von einem

hochwertigen Kontrollsystem

mit Ethernet CCD-Kameras und verschleißfreier

LED-Beleuchtungstechnik

überprüft.

Erkennen sämtlicher

Probleme am Boden

und der Seitenwand

Zunächst wird der sensible Bodenbereich

mit höchster Genauigkeit

auf Beschädigungen und Verunreinigungen

kontrolliert, dabei jegliche

Fremdkörper am Flaschenboden

erkannt. Auch bekannte und

typische Probleme, wie beispielsweise

Hefereste, Zigarettenfolien,

zu sammengedrückte Kronen korken

oder Spritzen werden sicher detektiert.

Der nächste Schritt ist die

mehrfache Überprüfung der Seitenwände

auf Beschädigungen und

Verschmutzungen. Diese Kontrolle

erfolgt über die volle Flaschendrehung,

wobei je nach Flaschendurchmesser

vier bis zehn Aufnahmen

erstellt und ausgewertet

werden: Trinkhalme, Maurerdreck,

Etikettenreste, Risse oder Schimmel

werden so sicher festgestellt.

Hochleistungs-Kameras

und Speziallösungen

Sehr wichtig im Zeichen der Produktsicherheit

sind unversehrte

Mündungen. Eine weitere Hochleistungs-Kamera

erkennt defekte oder

ausgebrochene Flaschenmündungen.

Eine Verletzungsgefahr wird

so ausgeschlossen, gleichzeitig aber

auch ein undichtes Verschließen

und Produkt-Verderben. Für Restlauge

und Restflüssigkeit hat Nagel

Speziallösungen gefunden: Selbst

geringe Mengen an Lauge (1ml)

erkennt das System mittels Hochfrequenz

Sender-Empfänger-Messprinzip

sicher.

Zweites Kontroll-Panel

Nach einer Wendung des Transportbands

um 90 Grad fahren die kontrollierten

Flaschen aus der Inspektionsmaschine

hinaus. Sämtliche

Fehler, Beschädigungen oder Verunreinigungen,

die vom System erkannt

wurden, führen zu einer zuverlässigen

Aussortierung. Die aussortierten

Flaschen werden bis zur

Aufgabe der Waschmaschine zurück

transportiert, dort manuell vor

einem Beleuchtungsschirm kontrolliert

und gegebenenfalls wieder

in die Waschmaschine eingeführt.

„Wir werden demnächst noch ein

zweites Kontroll-Panel neben der

Waschmaschine installieren, so können

wir die Anzeigen des Inspektors

von dort aus sehen und den Ablauf

steuern, wodurch für die gesamte

Linie nur eine Person benötigt

wird“, sagt Barbara Friedmann.

Zwischen Inspektor und Füller besteht

eine minimale Staustrecke von

etwa 60 cm. Auf dieser kurzen Strecke

wurde mit einer automatischen

Aufholregelung ein sicherer, unterbrechungsfreier

Lauf ohne unnötige

Stopps am Füller realisiert.

Kundenbindung

trotz Corona-Lockdown

„Durch den ersten Corona-Lockdown

wurden unsere zehn Gaststätten,

die wir beliefern, geschlossen.

Dies haben wir mit unserem

Rampenverkauf gut aufgefangen.

Das bereits abgefüllte Festbier haben

wir verschenkt, bevor wir es

weggekippt hätten. Jeder konnte

mit Gläsern, Eimern oder Wannen

kommen und sich Bier holen. Das

kam super an und diese Aktion spüren

wir bis heute nach“, berichtet

die Brauerei-Chefin.

Um die hohe Qualität auch unter

engen Produktionsbedingungen

und mit wenig Mitarbeitern halten

zu können, dafür modernisiert die

Brauerei immer wieder. „Einen ganz

wichtigen Part spielt dabei die Nagel-Inspektionsmaschine.

Vom ersten

Tag an lief sie perfekt, die ausgeschleusten

Flaschen entsprechen

genau dem, was wir vorgegeben

haben. Daher sind wir mit dieser

Investition absolut zufrieden“, sagen

die beiden Friedmann-Damen.

„Wir brauen hier wie vor 100 Jahren

– aber mit modernster Technik

und ganz viel Frauen-Power.

Mehr Informationen

www.nagel-automation.de

Getränke! 01 | 2022 | 19


BRANCHEN REPORT | Logistik

OPEN SOURCE COMMUNITY

„Never walk alone“

Um das nächste Kapitel der Digitalisierung in der Logistik aufzuschlagen, wurde 2021

die Open Logistics Foundation in Berlin gegründet. Eine derartige Technologieinitiative

ist bisher einmalig in der Logistik. Die Stiftungsgründer Dachser, DB Schenker, duisport

und Rhenus nehmen damit eine Vorreiterrolle beim Zukunftsthema Open Source ein.

Zweck der gemeinnützigen Stiftung ist der Aufbau einer europäischen Open Source

Community mit dem Ziel, die Digitalisierung in Logistik und Supply Chain Management

auf der Basis von Open Source voranzutreiben und logistische Prozesse durch De-facto-

Standards zu vereinheitlichen. Ein Gespräch mit den Gründern, über ihre Beweggründe

und dem, der sie zusammengebracht hat.

Foto: AdobeStock

Die Initiative zur Open

Logis tics Foundation war

vom Fraunhofer- Institut

für Ma te rialfluss und Logistik IML

im Rahmen seines Forschungs vorhabens

Silicon Economy ausgegangen,

welches mit 25 Millionen Euro

vom deutschen Bundesministerium

für Verkehr und digitale Infrastruktur

(BMVI) gefördert wird. Mehr

als 150 Forscher arbeiten dort an

einer Open Source Software- und

Hardware infrastruktur, die es Unternehmen

ermöglicht, ihre Geschäftstätigkeit

automatisiert abzuwickeln

und Dienste und Daten unternehmensübergreifend

über verschiedene

Plattformen hinweg sicher anzubieten

und zu nutzen. Die Soft- und

Hardware, die im Rahmen der Laufzeit

bis 2023 entsteht, bildet neben

den Entwicklungen aus der Community

den Grundstock für das Repository

der Open Logistics Foundation.

? Open Source ist überall,

nur nicht in der Logistik, wie es

scheint. Es stellt sich die Frage:

„Warum erst jetzt?“

! Markus Bangen: Michael ten

Hompel hat mit Open Source ein

Thema in der Logistik platziert, von

dem alle wissen, dass es überfällig

ist. Wir alle wissen doch, dass wir

Commodities zusammen entwickeln

müssen. Wir kamen bisher nur nicht

über die Schwelle des Wettbewerbsdenkens

hinweg. Es fanden sich einfach

immer zu viele Abers. Die Bündelung

von Ressourcen und Themen

Legen die Basis für eine Open Source Community in der Logistik. Im Bild von links: Stefan Hohm (Dachser), Prof.

Dr. Dr. h. c. Michael ten Hompel (Fraunhofer IML), Dr. Stephan Peters (Rhenus), Christian Bockelt (DB Schenker),

Markus Bangen (duisport). Foto: Open Logistics Foundation/S. Gabsch

20 | Getränke! 01 | 2022


BRANCHEN REPORT | Logistik

bietet uns die einmalige Chance, Defacto-Standards

zu setzen, anstatt

weitere Monolithen zu erschaffen.

! Christian Bockelt: Um wirklich

disruptive Innovationen aktiv voranzutreiben,

braucht es die richtigen

Weggefährten und einen ernsthaften

Anstoß. Das Fraunhofer IML

hat erkannt, dass diese Konstellation

etwas bewegen kann und

uns zusammengebracht.

! Stefan Hohm: Die Aufgaben

der Digitalisierung sind zu groß,

als dass sie ein Unternehmen allein

lösen könnte. Das geht nur gemeinsam.

Open Source hat einen ganz

entscheidenden Vorteil: Es erleichtert

den Einstieg in die Digitalisierung

und ist damit ein wichtiger Erfolgsfaktor

für die gesamte Logistikbranche.

Zugleich ist Open Source

ein Treiber für eine einheitliche Prozesslandschaft

in digitalen Wertschöpfungsketten.

! Stephan Peters: Es ist doch

häufig so, dass es ein Momentum

braucht. Gerade in den Wochen vor

der Gründung ist uns klar geworden,

dass in der Foundation genau

die zusammengekommen sind, die

im Innovationsumfeld in Dortmund

und in den Fraunhofer Labs seit Jahren

an Innovationen forschen. Wir

haben das zusammengefügt, was

zusammenpasst und woran wir seit

Jahren entwickeln. Durch diese Innovationsforschung

ist ein Vertrauen

und eine natürliche Nähe da. Als

die kritische Phase der Stiftungsgründung

mit den Juristen begann,

hat man das deutlich gespürt.

Markus Bangen, duisport

Stefan Hohm, Dachser

? Die richtigen Menschen, zur

richtigen Zeit, mit dem richtigen

Mindset am richtigen Ort. Klingt

vernünftig. Eine eigene IT-Entwicklung

ist so etwas wie der

heilige Gral der Logistik. Ist die

Branche reif für Open Source?

! Christian Bockelt: Ein Großteil

unserer Software entsteht heute

schon mit Open Source. Jetzt geht

es darum, Open Source mit Logistikaspekten

anzureichern und Standards

zu schaffen. Das ist ein sehr

spannender Aspekt ...

! Stephan Peters: ... und das Logistikwissen

in einem Repository, in

eine Open-Source-Community zusammenzubringen,

ist ein entscheidendes

Argument. Der Open-Source-Ansatz

garantiert einen offenen

Standard für die Digitalisierung

logistischer Prozesse und bietet

gleichzeitig ein hohes Maß an Flexibilität

für individuelle Anpassungen.

! Stefan Hohm: Intelligente Logistik

basiert auf leistungsfähigen

IT-Systemen. Dieser Grundsatz gilt

bei Dachser schon seit vielen Jahrzehnten

und wird auch weiterhin

Bestand haben. Deshalb ist Dachser

auch für die eigene IT-Entwicklung

bekannt. Es macht allerdings wenig

Sinn, jede Codezeile in einer Standardapplikation

selbst zu programmieren.

Das ist weder wirtschaftlich,

noch bietet es einen Wettbewerbsvorteil.

Im Gegenteil: Es verhindert

Christian Bockelt, DB Schenker

Stephan Peters, Rhenus

nicht selten sogar die pragmatische

Vernetzung von Partnern und Kunden.

Deshalb ist es für alle Beteiligten

der Supply Chain von Vorteil,

wenn ausgewählte Softwarekomponenten

künftig als Open-Source-Elemente

jedem kostenfrei zur Verfügung

stehen und über eine neutrale

Instanz weiterentwickelt werden.

! Michael ten Hompel: Die Logistikbranche

muss deutlich softwarelastiger

werden, wenn sie in

der kommenden Plattformökonomie

eine Rolle spielen und ihre Zukunft

auf der Basis europäischer

Rechtsnormen und Werte selbstbestimmt

gestalten will. Digitalisierung

ist das Ziel, Open Source der

Schlüssel, um alle Unternehmen,

gleich welcher Größe und Branche,

auf diesem Weg mitzunehmen.

? Wie viel Entwicklungszeit

und -kosten kann man durch

Open Source einsparen?

! Stephan Peters: Bei uns ist es

stark von der Applikation abhängig,

aber die Erwartungshaltung

ist deutlich zweistellig. Digitalisierung

ist kein Selbstzweck. Sie überwindet

Schnittstellen und zahlt auf

übergeordnete Ziele wie Transparenz,

Effizienz und Nachhaltigkeit

ein. Sie muss aber vor allem auch

wirtschaftlich praktikabel und am

Markt erfolgreich sein.

! Stefan Hohm: Der Fokus von

Dachser liegt auf dem Business

Case. Uns geht es darum, dass die

Anwendungen vor Ort schlanker

und einheitlicher werden. Die IT

ist für uns ein Orchestrator. Sie bedient

sich aus verschiedenen Baukästen.

Es gibt Anwendungen, die

geradezu danach schreien, von einem

Repository heruntergeladen zu

werden und einer großen Community

zur Verfügung zu stehen. Und

wenn mehr Menschen über das

Getränke! 01 | 2022 | 21


BRANCHEN REPORT | Logistik

oben? Worauf kommt es in der

Praxis an, damit Open Source in

der Logistik fliegt?

Von links:

Prof. Dr. Dr. h. c. Michael ten

Hompel ( Fraunhofer IML),

Christian Bockelt (DB Schenker),

Dr. Stephan Peters (Rhenus),

Markus Bangen (duisport),

Stefan Hohm (Dachser),

Foto: Open Logistics

Foundation/S. Gabsch

gleiche Thema nachdenken, kommt

in der Regeln auch etwas Besseres

dabei heraus.

! Christian Bockelt: Es gibt Themen,

die können wir nur gemeinsam

lösen und es gibt differenzierende

Themen, für die man eigene

Software baut. Und es wird Algorithmen

geben, die wir dem Repository

und damit der Allgemeinheit

spenden. Uns ist es wichtig, allen

Akteuren in der Branche einen Zugang

zu geben.

! Stephan Peters: Das schaffen

wir nur durch Transparenz und die

Basis dafür ist Vertrauen. Dies müssen

wir transportieren, und das, was

wir als erstes ins Repository einstellen.

? 2022 steht der Aufbau des Logistik-Repository

auf der Agenda.

Ein Repository ist eine Datenbank,

um digitale Objekte zentral

zu verwalten. Das Logistik-Repository

ist also eine Art öffentliches

Welt-Zentrallager für Open-

Source-Hard- und Softwarekomponenten.

Unternehmen können

diese dazu nutzen, um beispielsweise

eigene Plattformen zu erweitern

oder neue Produkte und

Geschäftsmodelle schneller aufzusetzen.

Ein großes Vorhaben.

Welche Projekte werden Sie initiieren

und welche Komponenten

werden Sie open source stellen?

Und wie funktioniert das?

! Stephan Peters: Wir haben im

Rhenus Lab am Fraunhofer IML einen

Tracker für die Temperatur- und

Füllstandsmessung unseres intelligenten

Behälters entwickelt, den

man woanders genauso gut einsetzen

kann. Ob man die Füllgradanzeige

nun für einen Container, einen

Abfallbehälter oder eine Rattenfalle

nutzt, die Technologie ist

die gleiche. Diesen Tracker bringen

wir in das Logistik-Repository

ein, zusammen mit einer Standardschnittstelle,

damit jeder seine eigenen

Devices anbinden kann. Wenn

wir die Software offenstellen, hoffen

wir natürlich auch, dass sie von

vielen weiterentwickelt wird.

! Christian Bockelt: Wir haben

einige Komponenten, die sich für

den Kick-off in die Open-Source-

Welt eignen würden und einige Beispiele

wurden schon genannt. Da

gehen wir mit.

! Stefan Hohm: Auch Dachser

wird Ressourcen bereitstellen, Genaueres

legen wir in den kommenden

Wochen fest, wenn das erste

Leuchtturmprojekt definiert ist.

! Stephan Peters: Es gibt zwei

Möglichkeiten, sich zu beteiligen.

Variante 1 ist es, bestehende Anwendungen

zu einer zusammenzuführen.

Variante 2 ist eine Art Supermarktregal,

in dem zum Beispiel

verschiedene Fahrer-Apps nebeneinander

stehen. Der Markt entscheidet,

wer woran weiter programmiert

und welche App sich durchsetzt. In

der Praxis wird es eine Mischung

sein. Ich persönlich favorisiere Variante

2, weil wir nicht an Dingen weiterarbeiten

müssen, wenn es bessere

Lösungen gibt. Durch das Abstimmen

mit den Füßen wird transparent,

was verfügbar ist, und was davon

wie oft genutzt wird. So könnten wir

Entwicklerkapazitäten sehr viel zielgerichteter

einsetzen.

! Stefan Hohm: Aber es sind

nicht die Stiftungsgründer, die bestimmen,

was wohl das Beste für

alle ist. Die Stiftungsleitung und die

Open Source Community werden

einen Prozess definieren, der eine

Partizipation für alle zulässt.

? Die Stiftung hat gerade ihre

Arbeit aufgenommen. Welche

Erwartungen haben Sie an die

operative Stiftungsarbeit? Was

muss auf die Agenda ganz nach

! Stefan Hohm: Kreativer Ansatz,

komplette Transparenz, gemeinsame

Applikationen, maximale Usability

und die Fragestellung, wie wir

alle Unternehmen beteiligen, damit

der richtige Business Case als

Leuchtturm gesetzt werden kann.

Darauf kommt es an.

! Markus Bangen: Die Entwickler

müssen die Plattform cool finden

und wir müssen der Community im

Repository etwas anbieten, das sie

begeistert, um möglichst viele zu

motivieren, dabei zu sein und eine

Open Source Community mit tausenden

von Entwicklern in der Logistik

nach vorne zu bringen ...

! Stephan Peters: ... und das darf

auch nicht zwölf Monate dauern.

Entweder ist das erste Projekt so

überzeugend, dass es sich lohnt,

mitzumachen, oder es wird schwerer,

die Community zu überzeugen.

! Christian Bockelt: Nicht wir

Gründer stehen im Vordergrund,

sondern die Themen, die die gesamte

Supply-Chain-Branche bewegen.

Es wird darauf ankommen, als Netzwerk

zu funktionieren und Technologien

im kontinuierlichen Austausch

mit Usern weiterzuentwickeln.

? Herr ten Hompel, Sie haben

die Stifter zusammengebracht.

Was geben Sie der Logistikbranche

mit auf den Weg?

! Michael ten Hompel: Alle Unternehmen

sollten sich eine Frage

stellen: Was machen wir eigentlich

mit Open Source? Die Logistik-

Community muss sich über eines

im Klaren sein: In der Plattformökonomie

wird das Geld mit KI verdient.

Der Softwareeinsatz wird in

kurzer Zeit exponentiell ansteigen

und das geht nur mit Open Source.

Mit der Gründung der gemeinnützigen

Open Logistics Founda tion

ist das Fundament für eine Open

Source Community gelegt. Jetzt

kommt es darauf an, dass sich die

Logistik als Branche neu positioniert

und ihre Kräfte bündelt. Mein Rat?

Never walk alone.

Mehr Informationen

www.openlogisticsfoundation.org

22 | Getränke! 01 | 2022


Automatisierung

in der Getränkeindustrie


AUTOMATISIERUNG DER INTRALOGISTIK

Mobile Transportroboter

Die Beschränkungen der Corona-Pandemie haben den florierenden Online-Handel

– auch im Lebensmittel- und Getränkebereich – nachdrücklich verstärkt. Gleichzeitig

steigen jedoch auch die Erwartungen auf Seiten der Käufer: Während Lieferungen am

nächsten Tag als selbstverständlich betrachtet werden, gilt auch der On-Demand-

Zugriff auf den Lieferstatus mittlerweile als gängig. Hinter den Kulissen sorgen diese

Bedürfnisse jedoch für große Herausforderungen in der Logistik.

24 | Getränke! 01 | 2022

Mobile Transportroboter

erhöhen die Produktivität

Unternehmen automatiseren neben

der Produktion verstärkt auch den internen

Materialfluss, um die enorme

Nachfrage zu bedienen und gleichzeitig

den anhaltenden Fachkräftemangel

zu bekämpfen. In der integrierten

Wertschöpfungskette verschmelzen

die Teilschritte Fertigung

und Logistik immer stärker. Um dabei

die Intralogistik flexibel zu gestalten

und nachhaltig zu optimieren,

setzen viele Unternehmer auf autonome

mobile Roboter (AMR).

Zuverlässige

Rückverfolgbarkeit

Nicht nur die Nachfrage wächst,

sondern auch das soziale und nachhaltige

Bewusstsein der Konsumenten.

Für viele Verbraucher ist es

Abb. oben: Automatisierte Qualitätsproben durch

Kombination von Cobot und AMR. Foto: MIR

beim Kauf entscheidend, die Herkunft

und Zutaten der gewünschten

Produkte genau zu kennen. Diese

Transparenz steht derzeit in Form

von Lieferketten- und Lebensmittelschutzgesetzen

auch in der Politik –

sowohl auf nationaler als auch europäischer

Ebene – auf der Tagesordnung.

Darüber hinaus übt auch

die stetige Optimierung des Qualitätssicherungsprozesses

der Einzelhändler

wachsenden Druck auf die

Rückverfolgbarkeitsanforderungen

an Hersteller aus. Um eine gleichbleibend

hohe Qualität sicherzustellen,

sind stichprobenartige Produkttests

essenziell. Da die neuen

Bedürfnisse jedoch mit einer hohen

zusätzlichen Arbeitslast verbunden

sind, setzen viele Unternehmer

auch hier auf die Unterstützung

durch kollaborative Robotertechnologien:

Während die Roboterarme

(kurz: Cobots) komplexe

Pick-and-Place-Anwendungen ausführen,

transportieren auto nome

mobile Roboter die entnommenen

Stichproben zur Analyse ins Labor

oder Lager – ganz ohne menschliches

Eingreifen.

Um vom Zwischenlager in die

Produktion zu gelangen, setzen

viele Unternehmen auf fahrerlose

Transportsysteme (FTS), zu denen

auch die Gabelstapler zählen. Da

FTS jedoch ein größeres Sicherheitsrisiko

bergen, dürfen sie sich ausschließlich

in designierten, abgetrennten

Bereichen bewegen. Aufgrund

von Verletzungsrisiken und

Platzmangel, sehen sich viele Un-


AUTOMATISIERUNG |

Logistik

ternehmen nach flexibleren Lösungen

für wiederholte Lieferungen

und „Last Mile“-Transporte um.

AMR überzeugen dabei durch maximale

Zuverlässigkeit und Sicherheit.

Sie navigieren auch in viel genutzten

Bereichen sicher und weichen

Hindernissen, wie Arbeitern,

Warenstapeln und anderen Geräten,

geschickt aus. Sie können dadurch

in Bereichen eingesetzt werden,

die für andere Logistiksysteme

nicht zugänglich sind. AMR lassen

sich außer dem problemlos unterschiedlichen

Aufsatzmodulen,

wie etwa mit einem Palettenlift

oder anderen maß geschneiderten

Wagenlösungen, ausstatten. Auf

diese Weise können sie sowohl kleinere

Behälter als auch ganze Paletten

mühelos transportieren. Auch

in rauen Umgebungen, in denen sie

Staub und Tropfwasser ausgesetzt

sind, können die neusten AMR von

MiR ihre Arbeit dank Schutzart IP52

zuverlässig und sicher verrichten.

Attraktive Arbeitsplätze

Neben dem Sicherheitsaspekt rücken

auch die Arbeitsumstände zu

Zeiten des Fachkräftemangels zunehmend

in den Fokus: Da viele

potenzielle Arbeit skräfte vor körperlich

anstrengenden oder stark

mono tonen Aufgaben zurückschrecken,

müssen sich Arbeitgeber neue

Strategien überlegen, um das Personal

zu entlasten und neue Fachkräfte

anzuwerben. Auch hier bieten

neue Technologien wie AMR

Lösungswege: Die autonomen

mobi len Roboter übernehmen unangenehme

Transporttätigkeiten,

sodass sich ihre mensch lichen Kollegen

höherwertigeren Aufgaben

widmen können. Zusätzlich gehören

auch allgegenwärtige Herausforderungen,

wie krankheitsbedingte

Ausfälle, der Vergangenheit an.

Autonomer mobiler Roboter MiR1000 verrichtet die

Arbeit dank Schutzart IP52 zuverlässig und sicher.

Foto: Mobile Industrial Robots

Die Automatisierung der Intra logistik

macht Unternehmen somit nicht nur

als Arbeitgeber attraktiver, sondern

erhöht auch die Produktivität.

Wettbewerbsfähig

dank Automatisierung

Die Vorteile autonomer mobiler

Roboter liegen klar auf der Hand:

Sie verringern Engpässe, verkürzen

Durchlaufzeiten und verbessern

die Arbeitssicherheit maßgeblich

– und das ohne die Notwendigkeit

großer Investitionen in die Infrastruktur

der Lager- und Produktionshallen.

Immer mehr Unternehmen

entscheiden sich daher für die

Einführung der auto nomen Transportroboter.

Teilweise setzen sie sogar

ganze Flotten von AMR ein, die

aus verschiedenen Modellen mit

unterschied lichen Nutzlasten und

Aufsatzmodulen bestehen. In Anbetracht

der Tatsache, dass sich der

Wettbewerb in den kommenden

Jahren voraussichtlich noch verschärfen

wird, werden AMR eine

noch wichtigere Rolle im Hinblick

auf die Wettbewerbs fähigkeit von

Unternehmen spielen.

Mehr Informationen

www.mobile-industrial-robots.com/de

Getränke! 01 | 2022 | 25


ANTRIEBE – FLEXIBEL, ÜBERLASTFÄHIG UND HYGIENISCH

Dezentrale Antriebe

für die Getränkeindustrie

Die Getränkebranche stellt besondere Anforderungen an die Fördereinrichtungen

und ihre Antriebe. Bei der Modernisierung ihrer Abfüll-, Sortier- und Förderanlagen

setzen Brauereien zunehmend auf energieeffiziente Antriebe im Hygienic Design.

Dabei kann SEW-Eurodrive unterschiedlichste Anforderungen erfüllen: Der

Automatisierungsbaukasten MOVI-C beinhaltet funktional identische Lösungen für

die zentrale und die dezentrale Installation.

Von UDO MARMANN, Marktmanager, SEW-Eurodrive, Bruchsal

Energiesparen ist heute eines

der wichtigsten Ziele bei der

Modernisierung von Maschinen

und Anlagen. Hier liegt oftmals

ein großes Sparpotenzial, das

letztlich bares Geld bedeutet. Beim

Retro fit der Transportanlagen in der

Getränkeindustrie tragen Antriebssysteme

von SEW-Eurodrive maßgeblich

zur Gesamtenergieeinsparung

bei. Dadurch lässt sich der

CO 2

-Ausstoß deutlich reduzieren.

Auch das Controlling kann zufrieden

sein, denn die Antriebe amortisieren

sich oftmals schon innerhalb

von weniger als zwei Jahren.

Abb. oben: Die Antriebseinheit MOVIGEAR classic kombiniert Synchronmotor und Getriebe. Sie wird mit Frequenz -

umrichtern aus dem Automatisierungsbaukasten Movi-C eingesetzt. Dadurch kann man die Vorzüge dieses

mechatronischen Antriebssystems für zentrale und dezentrale Installationen in Getränketransport anlagen nutzen.

Foto: SEW-Eurodrive

Konzepte für

Transportanwendungen

Eine entscheidende Kenngröße für

die Energieeffizienz einer Transportanlage

im Getränkebereich ist der

Gesamtwirkungsgrad des Systems.

Die Antriebstechnik – einschließlich

der intelligenten Prozesssteuerung

– nimmt hierbei einen hohen

Stellenwert ein. Durch flexible Anpassung

der Drehzahlen in einem

großen Stellbereich kann in einer

Anlage schnell und vor allem produktschonend

auf folgende Faktoren

reagiert werden:

▶ Änderungen des Durchsatzes,

▶ Änderungen des Transportguts

▶ oder des Gebindeformats.

Mögliche Stillstände und darauffolgende

Anlaufsituationen lassen

sich vermeiden. Einheitliche

Steuer- und Antriebskonzepte er-

26 | Getränke! 01 | 2022


AUTOMATISIERUNG | Energieeffiziente Antriebe

„Der Gesamtwirkungsgrad einer Anlage ist das Produkt der jeweiligen

Einzelwirkungsgrade seiner Komponenten Umrichter, Motor, Getriebe

und Kabel. ... Deutliche Energieeinsparungen können nur durch perfekt

aufeinander abgestimmte Komponenten – Mechanik, Elektronik und

Ansteuerung – erzielt werden.“

möglichen zudem eine nachhaltige

Reduzierung der laufenden Betriebskosten

bei relativ kurzfristiger

Amortisierung der Investitionen.

Die Antriebsauswahl hat auch eine

wichtige Bedeutung in Bezug auf

die Applikation. Durch den Einsatz

von Hohlwellengetrieben wird der

Antrieb direkt auf die Transporteurwelle

aufgesteckt. Dadurch vermeidet

man verlustbehaftete und wartungsintensive

Übertragungselemente

wie Ketten, Riemen usw. Darüber

hinaus werden die mechanischen

Konstruk tionen ebenso kontinuierlich

optimiert, um die Verluste

bei der Umwandlung der Rotationsenergie

der Antriebe in eine Linearbewegung

zu minimieren. Jedes

mechanische Übertragungselement

beeinflusst die Leistungsaufnahme

und muss zur Opti mierung

in Betracht gezogen werden. So

wird durch den Einsatz neuer Kettenmaterialen

und Schmiertechnologien

der Reibwert sowohl im Dauerbetrieb

als auch im Anlauf reduziert.

Allerdings liegen diese Einsparpotenziale

meist im einstelligen

Prozentbereich. Durch den Einsatz

von hocheffizienten Antriebssystemen

sind deutlich höhere Einsparungen

möglich.

Ausgeprägte Überlastfähigkeit

Im realen Betrieb kommt es prozessbedingt

zu Situationen, in denen

ein Motor beim Anlauf eine hohe

Massenträgheit kombiniert mit der

Haftreibung im System überwinden

muss, zum Beispiel wenn ein Transportband

oder ein Puffertisch komplett

mit Flaschen gefüllt ist und

dann wieder anlaufen soll. Ein Permanentmagnetmotor

kann auch in

Der dezentrale Umrichter MOVIMOT flexible ist für die

motornahe Installation. Er kann drei unterschiedliche

Motortypen ansteuern: Asynchronmotoren der Baureihe

DRN.., Synchronmotoren der Baureihe CM3C

sowie Synchronmotoren mit Getriebe der Baureihe

Movigear classic.

Die digitale Motorintegration ermöglicht bei allen

drei Motorarten, den dezentralen Umrichter MOVIMOT

flexible über ein einziges, standardisiertes Hybridkabel

anzuschließen. Dadurch werden die Leistungsversorgung

und die Datenverbindung zwischen Umrichter

und Motor hergestellt. Foto: SEW-Eurodrive

diesen Sondersituationen problemlos

anlaufen, weil er im Vergleich

zum Asynchronmotor eine deutlich

höhere Überlastfähigkeit aufweist.

Wird dies bei der Antriebsauswahl

berücksichtigt, kann der Antrieb

im Dauerbetrieb, wo ausschließlich

die Gleitreibung als Widerstand zu

überwinden ist, nahe dem Bemessungsmoment

– also bei optimalem

Wirkungsgrad – betrieben werden.

Der Permanentmagnetmotor hat

den entscheidenden Vorteil, dass er

ein konstantes Moment über seinen

gesamten Stellbereich erzeugt. Weil

die Lasten in der Regel nicht von der

Geschwindigkeit abhängen, lässt

sich der Antrieb ohne spezielle Projektierung

flexibel und effizient in

der Anlage betreiben.

Hoher Systemwirkungsgrad

Der Gesamtwirkungsgrad einer Anlage

ist das Produkt der jeweiligen

Einzelwirkungsgrade seiner Komponenten

Umrichter, Motor, Getriebe

und Kabel. Sie müssen jeweils auf

den realen Bedarf dimensioniert werden.

Die Optimierung der mechanischen

Übertragung oder des Motorwirkungsgrades

allein genügt nicht.

Deutliche Energieeinsparungen können

nur durch perfekt aufeinander

abgestimmte Komponenten – Mechanik,

Elektronik und Ansteuerung –

erzielt werden. Auch der benötigte

Schaltschrankplatz wird dank der mechatronischen

Antriebseinheiten mit

integrierten Umrichtern auf ein Minimum

reduziert. Insbesondere bei der

Planung von Neuanlagen kann dieser

Raum optimal für eine effiziente Anlagengestaltung

genutzt werden.

Bei der Entwicklung, Produk tion

und Vermarktung derartiger Antriebssysteme

nimmt SEW- Eurodrive

eine Vorreiterrolle ein. Durch die

Symbiose von energieeffizienten

Synchronmotoren mit dem neuen,

dezentralen Umrichter aus dem modularen

Automatisierungsbau kasten

MOVI-C wurden die Antriebseinheiten

MOVIGEAR und MOVIMOT weiterentwickelt.

MOVIGEAR performance,

MOVIMOT performance

und MOVIMOT flexible in Kombination

mit MOVIGEAR classic ergänzen

die bisherigen Produkte hinsichtlich

Funktionalität und Durchgängigkeit.

Sie erweitern damit die

Anwendungsmöglichkeiten der bereits

seit Jahrzehnten bewährten,

dezentralen Antriebstechnik.

Kompaktes Design

MOVIGEAR performance vereinigt

Synchronmotor, Getriebe und Frequenzumrichter

als mechatronische

Einheit in einem Gehäuse. Alle

Komponenten wurden für das gemeinsame

Zusammenwirken optimiert

– bis zur Wicklung des Motors,

der Ausführung des Getriebes

und der Eigenschaften des Umrichters.

Die maximale Integra tion dieser

Komponenten ermöglicht im

Vergleich zu klassischen, dezentralen

Antriebssystemen ein deutlich

kompakteres Design der mechatronischen

Gesamtlösung und

einen optimalen Systemwirkungsgrad.

Durch umfassende Ausnutzung

der jeweiligen Komponenteneigenschaften

lässt sich in realen

Anlagen zudem die Zahl der eingesetzten

Varianten reduzieren.

Nachhaltige

energetische Vorteile

Dank Erfüllung von IE5 gemäß IEC

TS 60034-30-2, der höchsten definierten

Energieeffizienzklasse des

Getränke! 01 | 2022 | 27


AUTOMATISIERUNG | Energieeffiziente Antriebe

Motors sowie der maximalen Systemeffizienz

gemäß IEC 61800-9-2

übertrifft MOVIGEAR performance

bisherige, marktübliche Lösungen.

Durch den Einsatz dieser Antriebe

lassen sich regelmäßig Energieeinsparungen

bis 50 % und mehr

erzielen. Dadurch können die Betriebskosten

in Brauereien nachhaltig

gesenkt werden.

Fließen diese Erkenntnisse schon in

die Anlagenplanung mit ein, lassen

sich oftmals auch der Einspeisestrom,

sogar die installierte Einspeiseleistung

ganzer Transportlinien

verringern. Gleichzeitig kann

man durch die Ent scheidung für

die Produktfamilie MOVIGEAR bisherige,

große Ersatzteil bestände

und die damit verbundenen Kosten

reduzieren. Ein weiterer Vorteil

der geräuscharmen, mechatronischen

Antriebssysteme ist die geringere

Lärmbeeinträchtigung an den

Arbeitsplätzen.

Installations- und

Kommunikationsnetzwerk

Dank der integrierten digitalen

Schnittstelle findet die Übertragung

des elektronischen Typenschilds und

diverser Sensorsignale vom Motor

zum Umrichter ohne zusätzliche Installationsaufwände

statt. Die digitale

Motorintegration ermöglicht es,

den Antrieb mit nur einem einzigen

Kabel mit dem Umrichter zu verbinden.

Durch ein standardisiertes Hybridkabel

wird die Leistungsversor-

gung sowie Datenverbindung zwischen

Umrichter und Antrieb hergestellt.

Informationen des elektronischen

Typenschildes und Diagnosedaten,

zum Beispiel Temperatursensor-

und Motorgebersignale des

Antriebs, können dadurch direkt an

den Umrichter übermittelt werden

und ermöglichen somit eine einfache

und schnelle Inbetriebnahme.

„Nicht eine einzelne Komponente, sondern mechatronische Antriebssysteme

bieten ein umfassendes Potenzial zur Anlagenoptimierung. ...

Weitere Vorteile sind die kompakte Bauweise, hohe Schutzart und geringe

Geräuschemission. Die Oberflächengestaltung im Hygienic Design

prädestiniert die mechatronischen Systeme von SEW-Eurodrive für Anwendungen

im Getränkebereich.“

Die Kommunikation zur Steuerung

erfolgt über Feldbusschnitt stellen

wie PROFINET IO, EtherNet/IP TM

und Modbus TCP sowie integrierte,

digitale Ein- und Ausgänge.

MOVIGEAR performance ist damit

der ideale Begleiter für dynamische

Förderapplikationen.

Flexibler Getriebeanbau

MOVIMOT performance vereint den

hochdynamischen Synchronmotor

der Baureihe CM3C.. mit dem bewährten

dezentralen Frequenzumrichter

zu einer kompakten, dynamischen

und überlastfähigen Antriebseinheit.

MOVIMOT performance

kann flexibel mit jedem Standardoder

Servogetriebe kombiniert werden.

Sein Einsatz als IEC-Flanschmotor

ermöglicht auch die variable Verwendung

als Direktantrieb.

Dieser Motor lässt sich an allen

gängigen Ethernet-basierten Infrastrukturen

betreiben. Dank integrierter

digitaler Schnittstelle findet

eine schnelle, einfache und komfortable

Inbetriebnahme statt – auch

bei höchster Optionsvielfalt des Ge-

triebemotors. Geber- oder Sensorsignale

können ohne zusätzlichen

Installationsaufwand ausgewertet

werden. Die Kombinierbarkeit mit

allen Standardgetrieben der Baureihen

7 und 9 ermöglicht den vielfältigen

und flexiblen Einsatz des

MOVIMOT performance. Darüber

kann die Antriebseinheit auch mit

Servogetrieben von SEW-Eurodrive

kombiniert werden. Die Integration

in verschiedene Automatisierungs-

Topologien erfolgt durchgängig zu

weiteren MOVI-C-Produkten mit allen

gängigen Kommunikationsarten.

Optionale Bremsfunktion

Durch den Wegfall der elektromechanischen

Bremse, die in horizontalen

Förderstrecken keine betriebsmäßige

Notwendigkeit hat und bei

geregelten Antriebssystem nicht zur

Verzögerung benötigt wird, reduziert

sich die Energieaufnahme des

Gesamtsystems – im Vergleich zu

Standardlösungen – weiter. Eine optionale,

elektromechanische Bremse

ist nur dort erforderlich, wo sie aufgrund

der potenziellen Energie im

System zum Halten benötigt wird,

beispielsweise bei vertikalen Applikationen.

In vielen Fällen kann auch

die optionale, elektrodynamische

Hemmfunktion Dynastop eine mechanische

Bremse ersetzen und somit

die Kosten senken und den Verschleiß

minimieren.

Hygineausstattung im

Getränkebereich

Die Ausstattung der mechatronischen

Antriebseinheiten von SEW-

Eurodrive entspricht allen Anforderungen

für den Einsatz in hygienisch

sensiblen Bereichen. Dazu gehören

eine lebensmittelverträgliche Getriebeschmierung

sowie eine Edelstahlwelle.

Außerdem bietet die Antriebseinheit

MOVIGEAR classic mit

ihrem neuen Hygienic Design die

passende Lösung für den Einsatz in

Anlagen mit speziellen Umgebungs-

Durch die Symbiose von energieeffizienten Synchronmotoren

mit dem dezentralen Umrichter aus dem modularen

Automatisierungsbaukasten MOVI-C wurde

die Antriebseinheit MOVIMOT performance weiterentwickelt.

Sie übertrifft die höchste definierte Effizienzklasse

IES2 nach IEC 61800-9-2 für das System aus

Motor und Elektronik.

MOVIMOT performance vereint den hochdynamischen

Synchronmotor der Baureihe CM3C.. mit dem

dezentralen Frequenzumrichter aus dem Automatisierungsbaukasten

Movi-C zu einer kompakten Einheit.

Eine integrierte Kommunikationsschnittstelle ermöglicht

die Anbindung des Umrichters an unterschiedliche

Steuerungssysteme. Auch die funktionale Sicherheit

kann konfiguriert werden.

Foto: SEW-Eurodrive

28 | Getränke! 01 | 2022


AUTOMATISIERUNG | Energieeffiziente Antriebe

Das mechatronische Antriebssystem MOVIGEAR performance

vereinigt Synchronmotor, Getriebe und Frequenzumrichter

als vollintegrierte Einheit in einem

kompakten Gehäuse. Es wurde speziell für die horizontale

Fördertechnik entwickelt und kommt in zahlreichen

Brauereien zum Einsatz. Foto: SEW-Eurodrive

bedingungen. Die Nassbereichsausführung

ist mit dem Oberflächenschutz

HCP200 in den Farben Papyrusweiß,

Ultramarinblau, Weißaluminium

und Tiefschwarz lieferbar.

Den Oberflächenschutz HCP200F

mit der FDA-Zertifizierung der US-

Behörde für Lebens- und Arzneimittel

gibt es in den Farben Papyrusweiß

und Tiefschwarz.

MOVIGEAR classic ist auch mit einer

neuen Nassbereichsausführung

erhältlich. Sie eignet sich besonders

für Anwendungen in Bereichen mit

regelmäßiger Reinigung oder Nassschmierung,

zum Beispiel in der Getränke-

oder Lebensmittelindustrie.

Bei dieser Ausführung in Schutzart

IP66 sind die Abtriebswelle, Schrauben

und das Entlüftungsventil aus

nichtrostendem Stahl gefertigt.

Diese Nassbereichsausführung ist

mit einer Druckausgleichsverschraubung

ausgestattet und weist eine

Abdeckhaube für die Abtriebswelle

(B-Seite) auf.

Hoher Integrationsgrad

Nicht eine einzelne Komponente,

sondern mechatronische Antriebssysteme

bieten ein umfassendes Potenzial

zur Anlagenoptimierung. Durch

die Systementwicklung und den hohen

Integrationsgrad aller Bauteile

wird eine hohe Zuverlässigkeit erzielt.

Der gute Wirkungsgrad aller Komponenten

– Getriebe, Motor, und Elektronik

– trägt zur Reduzierung der

Gesamt- und Betriebskosten von Förderanlagen

in der Getränkeindustrie

bei. Weitere Vorteile sind die kompakte

Bauweise, hohe Schutzart und

geringe Geräuschemission. Die Oberflächengestaltung

im Hygienic Design

prädestiniert die mechatronischen

Systeme von SEW-Eurodrive für Anwendungen

im Getränkebereich.

Mehr Informationen

www.sew-eurodrive.de

Steuerungsfamilie X20 Embedded bietet Intel-Atom-Performance auf nur 55 mm Breite

Kompakte Steuerungsfamilie – Platz im Schaltschrank

Die neue kompakte Steuerungsfamilie

X20 Embedded erweitert das

Portfolio der B & R Industrie- Elektronik

GmbH. Die Geräte vereinen

hohe Performance und zahlreiche

integrierte Schnittstellen in einem

Gehäuse mit nur 55 mm Breite. Damit

sind die Steuerungen nur halb

so groß wie vergleichbare Geräte.

Aufgrund der leistungsstarken

Prozessoren aus der Intel-Atom-

Reihe eignen sich die neuen Steuerungen

auch für anspruchsvolle

Applikationen mit kurzen Zykluszeiten.

Mit den kompakten Geräten

lassen sich sogar vollwer tige

Roboterapplikationen steuern.

Maschinenbauer sparen dadurch

Kosten und Platz im Schaltschrank.

Die Steuerungen verfügen standardmäßig

über zwei USB-Anschlüsse,

einen integrierten Flash-

Speicher und zwei Ethernet-Ports.

Mit dem integrierten Switch lassen

sich Daisy-Chain-Verkabelungen

einfach umsetzen. Es fallen keine

weiteren Kosten für die Netzwerkinfrastruktur

an.

Steuerungsfamilie X20 Embedded

Integrierte Schnittstellen

In den Geräten sind zudem Hardware-Schnittstellen

für POWER-

LINK und RS485 integriert. Über die

RS485-Schnittstelle kann der Anwender

zum Beispiel Frequenzumrichter

ohne weitere Hardware direkt

an die Steuerung anschließen.

Ebenso ist die Stromversorgung integriert.

Trotz der hohen Leistung

kommen die Steuerungen ohne

Lüfter und Batterie aus und sind

daher vollständig wartungsfrei.

Foto: B&R Industire-Elektronik GmbH

Optional können weitere Feldbusprotokolle

ergänzt werden. Dazu

stehen die Steuerungen wahlweise

mit einem Interface-Slot zur

Verfügung. Alle B&R- Interface-

Karten lassen sich mit den Geräten

der X20-Embedded-Serie

kombinieren. Alle X20-I/O-Module

können wie gewohnt an die

Steuerung angereiht werden.

Mehr Informationen

www.br-automation.com

Getränke! 01 | 2022 | 29


UNTERNEHMENSWACHSTUM ERFORDERT LAGERNEUBAU

Komplexer Materialfluss

kompakt automatisiert

Für 28 so klangvolle Bierspezialitäten wie Kastanien-, Honig-, Reisbier – oder nach

Bergformationen benannte Whiskys – ist die Appenzeller Traditionsbrauerei Locher

bekannt. Weil Stillstand für sie ein Fremdwort ist, setzt sie auf die Spezialität

von Westfalia Logistics Solutions Europe: automatisierte Lagerlogistik mit hoher

Umschlagleistung und komplexem Materialfluss auf engstem Raum.

Abb. oben:

Unternehmenswachstum der

Traditionsbrauerei Locher in

der Schweiz erfordert Lagerneubau.

Links der Hochleistungs-QTW.

Der Senkrechtförderer

führt zur KEG-Abfüllung

(Stahlfässer). Der Loop

hat nur eine Anbindung an

den H-QTW.

Abb. rechts:

Hauptsitz des erfolgreichen

Familienunternehmens aus

der Ostschweiz.

Fotos: Westfalia Logistics

Solutions Europe

Die mit 100 Mitarbeitern

größte eigenständige Brauerei

der Ostschweiz ist seit

fünf Generationen in Familienhand

und wächst unbeirrt mit dem Schweizer

Biermarkt. Der legte zwischen

2016 und 2019 um rund 7,4 % zu.

3,4 Millionen Hektoliter haben die

heimischen Brauereien im Jahr 2020

laut Schweizer Brauerei-Verband

produziert. Die Brauerei Locher AG

konnte mit dem nationalen Wachstum

auch ihre eigenen Absätze erhöhen.

Mit drei modernen Abfülllinien

und zwei neuen Lagertanks baut sie

ihr Sortiment aus.

Raumwunder mit

maximaler Kapazität

Westfalia entwickelte und realisierte

für die Brauerei 2017 als Generalunternehmer

ein räumlich und ökonomisch

passgenaues automatisches

Lagersystem in Silobauweise für Dosen,

Einweg- und Mehrwegflaschen,

KEG-Fässer, Verpackungsmaterial,

Handelsware und Brauerei-Werbeartikel

mit 7.003 Regalplätzen auf

neun Ebenen. Alles wird für den maximalen

Durchsatz auf bis zu einer

Tonne schweren Euro- oder Industriepaletten

transportiert, darunter

auch bis zu 2,45 Meter hoch beladene

ORBIS-Paletten. Diese Lastträger

mit 2.500 Leerdosen gelangen

zunächst in ein separates Blocklager,

von hier dann zu den Produktionslinien.

Erst als Vollgut werden die Dosen

auf Europaletten gestapelt und

in das eigentliche Hoch regallager

befördert. Die 130 Meter lange Gesamtanlage

und das neue, knapp

22 Meter hohe Hochregallager wurden

auf rund 1.500 Quadratmetern

nahtlos in die bislang manuelle Intralogistik

inte griert – manuell sind

30 | Getränke! 01 | 2022


AUTOMATISIERUNG |

Lagerlogistik

jetzt nur noch Paletten-Aufgabe,

Mischpaletten-Kommis sionierung

und LKW-Beladung.

„Die Brauerei hat die Abfüllanlagen

mit Mehrwegflaschen und

KEG-Fässern erweitert und die Versandlogistik

inklusive der Handelsware

am neuen Standort gebündelt“,

erklärt René Giger, verantwortlicher

Vertriebsmitarbeiter bei

Westfalia. „Die steigenden Umsatzzahlen

lassen sich dank der besonders

hohen Kapazität und der Umschlagleistung

der Gesamtanlage

von 212 Paletten pro Stunde bewältigen.

Selbst bei Produktionspausen

oder einem Ausfall der Abfüllung

würden der Versand und die Kommissionierung

weiterlaufen.“

Für die neue Bewegung in der

Locher-Geschichte greifen Hunderte

Förderaggregate, ein Hochleistungsquertransportwagen

zu den

Produktionslinien, je ein Quertransportwagen

an den LKW-Bereitstellungsbahnen

und an den Kommissionierbahnen,

zwei Senkrechtförderer

und drei 21,7 Meter hohe Regalbediengeräte

ineinander. Die drei

RBG mit Satelliten bilden das Herzstück

des Lagersystems. Durch die

regelmäßigen Wartungen des Westfalia

Service und einem Ersatzteilpaket

vor Ort ist die Anlage auf Jahre

als zuverlässiges System ausgelegt.

Über insgesamt drei Einlagerbahnen

im Blocklager wird Leergut aufgegeben,

über eine separate Bahn

Handelsware oder Vollgut für die

Kommissionierung. Eingeschleust

werden dort außerdem Leergutpaletten,

aber auch reklamierte Waren.

An der Aufgabestation lässt

sich per Monitor der Identifikationspunkt

bedienen, jedes Gebinde und

jede barcodelose Leerpalette zuweisen.

Ein Fördertechnikloop zwischen

Hochregallager und Produktionslinien

koordiniert die pausenlose

Palettenver- und -entsorgung

Quertransportwagen und

Savanna.NET ® im Duett

Ein zentraler Quertransportwagen

mit zwei Palettenplätzen pendelt

zwischen dem Loop und den Einlagerbahnen

der Einweglinie, Mehrweglinie

und Abfülllinie für KEG-

Fässer. Er versorgt diese mit Leergut

und transportiert Vollgut zurück

zum Fördertechnikloop vor dem

Hochregallager. Jeder Freiraum ist

bestmöglich ausgenutzt.

Freiräume links und rechts der

QTW-Gasse wurden mit Lagerplätzen

versehen, um eine schnelle

Nachversorgung der Produktionslinien

mit Leergebinden zu schaffen.

Die KEG-Linie im ersten Obergeschoss

ist über eine Förderstrecke

mit Senkrechtförderer an den Quertransportwagen

angebunden.

Die hohe Lagerkapazität schafft

Spielraum für die Ausfallsicherung.

Ersatzweise steht ein zweiter Hochleistungsquertransportwagen

in der

Nähe, um hier im Falle einer Störung

kurzfristig das Fahrzeug zu tauschen.

Alle anderthalb Jahre wird der QTW

vorsorglich im Rahmen der drei jährlichen

Wartungen getauscht. Für Effizienz

und geringen Verschleiß sorgt

aber auch die modulare Lagerverwaltungssoftware

Savanna.NET ® . Sie

vermeidet Leerfahrten, indem sie Paletten

mit gleicher Zielrichtung bündelt.

„Wir haben Savanna ® so programmiert,

dass es die Strecken des

Quertransportwagens hochgradig

effizient einsetzt“, sagt Softwareentwickler

Stephan Kleine-Hörstkamp.

„Weil jeder Kundenbedarf individuell

ist, passen wir die Savanna ® -

Basis punktgenau an.“ Die gesamte

Hardware für die Warehouse Management

Software und Kommissioniersteuerung

lieferte Westfalia über

seinen Firmenverbund gleich mit.

Hohe Lagertiefe

bei großer Sortenvielfalt

Im Lager selbst stehen sechs Lagerblöcke

bereit. Die drei Regalbediengeräte

mit Ketten-Satellit ® lagern

hier stellenweise mit einer Einlagerungstiefe

von bis zu fünf Paletten

pro Regalkanal ein und aus, möglich

wären dort zehn Paletten – ein

entscheidender Vorteil gegenüber

Standard-Regalfahrzeugen mit einer

Einlagerungstiefe von zwei Paletten

und ideal bei sortenreinen

Kanälen. Die Satelliten-Kanalfahrzeuge

bewegen sich in den Regalfächern

in speziellen Satelliten-Schienen.

Sie können sich darin besonders

weit vom Regalbediengerät

entfernen und erhöhen damit die

Einlagerungs tiefe enorm. Auf den

Schienen lagern Paletten stabiler

Mehrfachtiefe Lagerung im

Satellitenlager von Westfalia.

Fotos: Westfalia Logistics

Solutions Europe

Das Leerdosenhandling: Rechts fährt der Hochleistungs-QTW.

Auf diesen ORBIS-Paletten stapeln sich

2.500 Dosen, während sie durch einen Zwischenpuffer

zu ihrem Zielort gesteuert werden.

Weiter auf der nächsten Seite.

Getränke! 01 | 2022 | 31


AUTOMATISIERUNG |

Lagerlogistik

und schonender zugunsten der Anlagenverfügbarkeit

– optimal bei hohen

Artikelmengen und Lasten. Hinzu

kommt bei Locher aber das außergewöhnlich

vielfältige Sortiment – in

dieser Kombination eine Herausforderung

für Planer und Softwareentwickler.

„Wir mussten fehlerfrei einen

hochkomplexen Materialfluss

auf engstem Raum abbilden, dessen

zentraler Nerv der Quertransportwagen

zwischen den Abfülllinien ist.

Er darf nicht stillstehen“, erläutert

Softwareentwicklerin Kerstin Dollerschell.

Das einzigartige wie kompakte

Lagerlayout vereint nun die mehrfachtiefe

Lagerung mit dem zeitgleichen

Handling von Leergut, Abfülllinien

eines breiten Sortiments, Handelsware

sowie deren nahezu vollautomatischen

Kommissionierung.

Dynamische und

manuelle Kommissionierung

Häufig benötigte, von Kunden bestellte

Vollgutpaletten reserviert die

Warehouse Management Software

„Zum einen haben wir mit der Automatisierung das Ziel, die Durchlaufzeit

in der Flaschenabfüllung zu reduzieren, um die wöchent liche

Abfüllkapazität zu erhöhen. Zum anderen können wir aber auch

Unfallrisiken für Mitarbeiter vermindern, da der Stapler- und Ameisenverkehr

durch die Fördertechnik reduziert wurde. ...“

SEPP KOCH,

Ansprechpartner für Projekte, Brauerei Locher AG

schon im Lager für die Versand zone,

andere verfügbare Vollgutpaletten

gelangen bei Bedarf über Förderstrecken

und Senkrechtförderer zur

Kommissionierzone im ersten Obergeschoss.

Ein Quertransportwagen

nimmt dort die Paletten auf und verteilt

sie auf 42 Kommissionierbahnen

mit jeweils zwei Palettenplätzen.

Leere Plätze füllt Savanna.NET ®

selbstständig nach einer eigenständigen

Kontrollfahrt auf. Hubwagen

samt Terminal stehen den Bedienern

zur Verfügung, um auf der

Kommissionierebene Paletten neu

zusammenzustellen. Die „Mann-zu-

Ware“-Kommissionierung spart Zeit,

Strecken und entlastet das Personal.

„Ist die Ware kommis sioniert,

gelangt sie vollautomatisch über die

Fördertechnik ins Hoch regallager

und wird ausgelagert, sobald der

Auftrag erteilt wird. Oder auch sofort

in die Versandzone, wenn es

zeitkritisch ist“, beschreibt Softwareentwickler

Kleine-Hörstkamp

die Software-Leistung. In der Versandzone

versorgen ein Quertransportwagen

und zehn Gefällerollenbahnen

für 170 Paletten die fünf

LKW-Terminals. „Bis auf die Kommission

der Mischpaletten hat

Westfalia die gesamte Intralogistik

von der manuellen Palettenaufgabe

bis zur Bereitstellung für die LKW-

Verladung automatisiert“, verdeutlicht

René Giger.

Abb. oben:

Der Fördertechnikloop:

Links in der Abbildung der

Hochleistungs-Quertransportwagen.

Die Öffnungen rechts

in der Wand führen ins Hochregallager.

Der Hochleistungs-

Quertransportwagen versorgt

die Produktionslinien

mit Leergut und transportiert

Vollgut von dort zum Fördertechnikloop.

Abb. unten:

Mann-zu Ware-Kommissionierung:

Manuelle Kommissionierung

mit Flurförderzeugen,

welche mit Touchscreens

ausgestattet sind.

Fotos: Westfalia Logistics

Solutions Europe

Fazit

„Zum einen haben wir mit der

Auto matisierung das Ziel, die

Durchlaufzeit in der Flaschenabfüllung

zu reduzieren, um die wöchentliche

Abfüllkapazität zu erhöhen“,

erklärt Sepp Koch von der

Brauerei Locher AG, der dort Ansprechperson

für Projekte ist.

„Zum anderen können wir aber

auch Unfallrisiken für Mitarbeiter

vermindern, da der Stapler- und

Ameisenverkehr durch die Fördertechnik

reduziert wurde. Mit der

Inbetriebnahme von Savanna.NET ®

in der Kommissionierung konnten

wir wegkommen von den Papierkommissionierscheinen.

Wir arbeiten

jetzt alle Aufträge an den

mobilen Kommissionier-Terminals

ab. Diese Vorgehensweise hat den

administra tiven Aufwand gesenkt

und reduziert Fehler beim Kommissionieren.

Die Zusammenarbeit mit

Westfalia war stets gut“, zeigt Sepp

Koch sich zufrieden. „Von Vorteil

war, dass wir immer die gleichen

Ansprechpersonen hatten. Auf diese

Weise konnten mechanische wie

auch technische Probleme schnell

gelöst werden.“

Mehr Informationen

www.westfaliaeurope.com

32 | Getränke! 01 | 2022


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AUTOMATISIERUNG | Technik und Technologien

Die neue Generation der Profil-Lineareinheiten

Leistungsstarke Linearachsen für besondere Einsätze

Automatisierte Produktion

ohne Lineartechnik?

Undenkbar. Linearachsen sorgen für

Bewegung in Pick-und-Place-Vorrichtungen,

Be- und Entladeeinrichtungen

oder roboterunterstützten

Handling- und Bearbeitungssystemen.

Sie platzieren und positionieren

oder dienen auch mal nur als Momentenstütze.

Die RK Rose+Krieger

GmbH bietet mit ihren zahnriemen-

und spindelgetriebenen Lineareinheiten

ein stetig wachsendes

Achsportfolio, dass an Durchgängigkeit

und Vollständigkeit seinesgleichen

sucht. Jüngste Aktualisierungen

betreffen die Reinraumachse

RK DuoLine clean, die zum

zweiten Mal erfolgreich für die ISO-

Klasse 1 zugelassen wurde, und die

Achsbaureihe RK MonoLine MT für

das mittlere Belastungssegment. Sie

wurde um Modelle mit integriertem

Haltesystem zur Sicherung der Last

bei vertikaler Anordnung ergänzt.

Von Achsen für die gelegentliche

Verstellung bei niedriger Einschaltdauer

und Geschwindigkeit

über solche, die mit hohen Taktraten

und Wiederholgenauigkeit punkten,

bis hin zu besonders antriebsteifen

Lineareinheiten für hohe Positioniergenauigkeiten

und gleichförmige

Bewegungsabläufe hält der

Mindener Spezialist für kundenspezifische

lineartechnische Konstruktionen

für jede Anwendung die passende

Achse bereit. Die neue Generation

der Profil-Lineareinheiten der

beiden Baureihen RK DuoLine und

RK MonoLine passt dabei präzise zu

den Anforderungen der Industrie: Die

Achsen sind leicht, dennoch äußerst

stabil und energieeffizient sowie

– dank variablem Anbaukonzept für

fast alle Motoren – flexibel einsetzbar

und auf Wunsch in Schutzart IP40.

Zudem werden mit der Achs familie

RK DuoLine clean zertifizierte Lineareinheiten

für den Einsatz in Reinräumen

der ISO-Klasse 1 angeboten.

Lineareinheiten mit

Reinraumzertifikat

Basis der Reinraumeinheiten ist die

High-end-Achse RK DuoLine, die in

den Baugrößen 60 und 80 für den

Reinraumeinsatz optimiert wurde.

Zu den Anpassungen zählen neben

einem modifizierten Führungsprofil

und Umlenkungen auch ein spezieller

besonders abriebarmer Materialmix

aus PU-Zahnriemen, Edelstahlabdeckband

sowie vernickelten oder

Edelstahlaußenseiten und ein optionaler

Unterdruckanschluss. Die Baureihe

umfasst heute insgesamt acht

spindel- und zahnriemengetriebene

Lineareinheiten, die bereits 2016 erfolgreich

nach EN ISO 14644-1 getestet

wurden und die Zertifizierung

für Reinräume der weltweit

gültigen Iso-Klassen 1 (RK DuoLine

Clean 60 S mit Unterdruckanschluss

bei 0,5 m/s) bis 5 (RK DuoLine Clean

80 Z ohne Unterdruckanschlussbei

0,5 m/s) erhielten. Sämtliche dazu

erforderlichen Tests zum Nachweis

Aus Aluminium-Schwerlastprofilen und Linearachsen

vom Typ RK DuoLine 160 Z RK Rose+Krieger konstruierte

zwei leistungsstarke Handlingportale für

eine Leergutsortieranlage. Foto: RK Rose+Krieger

der Reinraumtauglichkeit wurden

im Fraunhofer Institut für Produktionstechnik

und Automatisierung

IPA in Stuttgart durchgeführt.

Erneute Zertifizierung für

Achsen-Upgrade genutzt

„Zertifizierungen sind ein kostspieliges

Unterfangen, das man als Unternehmen

nur in Angriff nimmt,

wenn das betreffende Produkt ein

wirtschaftlicher Erfolg ist“, erklärt

Jörg Bargheer, Produktmanager

Linear technik bei RK Rose+Krieger.

„Unsere Reinraumachse RK DuoLine

Clean ist ein solches Produkt“, fügt

er stolz hinzu. Die zweite Zertifizierung

2021 bestätigte die Ergebnisse

der ersten vollumfänglich: Die Achsen

erfüllen immer noch alle Kriterien

der Reinraum-ISO-Klasse 1, die

pro Kubikmeter maximal 10 Partikel

mit einer Größe von 0,1 µm zulässt.

„Damit ist bewiesen, dass

unsere Mitarbeiter in der Konstruktion

und Montage zuverlässig in der

Lage sind, Linearachsen für den Reinraum

in einer gleichbleibend hohen

Qualität zu konstruieren und zu fertigen.

Wir sind extrem stolz darauf,

dass unser Team das jedes Mal wieder

schafft“, meint Bargheer, der

den erneuten Zertifizierungsprozess

für ein Upgrade der Achse nutzte.

34 | Getränke! 01 | 2022


AUTOMATISIERUNG | Technik und Technologien

Sie verfügt jetzt, wie die reguläre RK

DuoLine auch, über Zentrierbohrungen

in Schlitten und Endelementen.

Konstrukteure können damit bereits

in der Entwicklungsphase die Position

von Nutzlasten festlegen. Überdies

muss der Anwender sein Wegmesssystem

nicht wieder neu anlernen,

wenn er die Nutzlast austauscht.

Durchbiegungsoptimierte

Profile für mehr Stabilität

Die kompakten, zahnriemengetriebenen

Lineareinheiten der RK Mono-

Line-Baureihe in den Baugrößen

40/60/80/120 überzeugen mit einer

hohen Leistungsdichte und einem

sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Sie wurden speziell für wiederholgenaue

Pick&Place-, Palettiersowie

Be- und Entladevorgänge im

mittleren Belastungssegment ausgelegt

und kombinieren hohe Steifigkeit

mit gleichmäßigem Laufverhalten

und einer Wiederholgenauigkeit

von +/- 0,05 mm sowie einer maximalen

Beschleunigung von 20 m/s 2 .

Seit einiger Zeit ergänzen spezielle

Lineareinheiten mit Omega-Antrieb

die Baureihe. Die Achsen vom

Typ RK MonoLine MT basieren ebenfalls

auf einem Rollführungskonzept,

unterscheiden sich allerdings

hinsichtlich des Antriebs von einer

„normalen“ RK MonoLine: Bei der

MT-Ausführung läuft der Zahnriemen

nicht um, sondern ist jeweils

an den Enden der Achse fixiert und

wird im Bereich des Führungsschlittens

angehoben. Diese Konstruktion

in Kombination mit durchbiegungsoptimierten

Profilen in den Baugrößen

80, 80 x 120 und 80 x 160 erlaubt

die Realisierung von Hüben

bis zu zwölf Metern und gestattet

Leistungsstarke Positionierachsen in der Getränkeindustrie

10.000 Kisten Leergut pro Schicht werden

in der Leergutsortieranlage einer

deutschen Brauerei automatisch sortiert

und sortenrein zwischengelagert. Dafür

sorgen zwei Handlingportale – der

„Auspacker“ und der „Einpacker“.

Sie sind in einer Fachwerkkonstru ktion

aus Aluminiumschwerlastprofilen gefertigt

und verfügen über zwei horizontale

Linearführungen (X- Achse), die wiederum

vertikale, mit Greifern bestückte

Linearachsen (Z-Achse) tragen.

Als X-Achsen setzt die Brauerei insgesamt

vier zahnriemengetriebene Kugelumlauf-Schienen-Linearachsen

vom Typ

gleichzeitig hohe Geschwindigkeiten

sowie hohe Positionier- und Wiederholgenauigkeiten.

Typische Anwendungen

sind der Einsatz als Vertikalachse

in einem Mehrachsensystem

mit verfahrendem Grundprofil und

stillstehendem Schlitten, als Gantry-

Antrieb mit zwei Vertikalachsen oder

als Horizontalachse eines Handlingportals

mit einer hohen Nutzlast auf

dem verfahrenden Schlitten. Ein weiterer

Vorteil gegenüber herkömmlichen

Achsen mit rotierendem

Zahnriemen: die Achse lässt sich mit

mehreren Schlitten bestücken. Aufgrund

dieser Eigenschaft bietet sich

die Achse beispielsweise für die Beund

Entnahme von Bauteilen in einer

Montagestraße an.

In der Leergutsortieranlage einer deutschen Brauerei

kommen Linearachsen der RK Duoline-Baureihe zum

Einsatz. Foto: RK Rose+Krieger

RK Duoline 160 Z ein – zwei mit je einem

Schlitten (Einpacker) und zwei mit je

zwei Schlitten (Auspacker) zur Aufnahme

der Linearachsen in Z-Richtung.

Die Achsen verfügen über ein gekapseltes

Führungssystem und sind dank

des Zahnriemenantriebs prädestiniert

für schnelle Positionier- und Handlingaufgaben.

Für die Z-Achsen fiel die Wahl

auf zahnriemengetriebene Profil-Lineareinheiten

vom Typ RK Duoline 120Z 3G.

Diese Achsen eignen sich aufgrund ihrer

Leistung und Präzision besonders für

dynamische Verstellungen, wie sie in der

Leergutsortierung gefragt sind.

Zuverlässige Lastensicherung

im vertikalen Einsatz

Speziell für den vertikalen Einsatz,

die häufigste Nutzungsform

der RK MonoLine MT, kombinierte

RK Rose+Krieger die Achse nun

mit dem bewährten RK Safelock-

Sicherungselement, das seit längerem

ebenfalls für die Achsen

der RK DuoLine-Baureihe zur Verfügung

steht. Die Absturzsicherung

erfüllt die Forderungen der

Maschinenrichtlinie 2006/42/EG,

nach der schwerkraftbelastete Achsen

vor einem ungewollten Absinken

bewahrt werden müssen. „Unsere

RK MonoLine MT wird vor allem

in Gantry-Systemen eingesetzt.

Dabei ist eine Sicherung der vertikalen

Achse unabdingbar“, sagt Jörg

Bargheer. „Natürlich könnten unsere

Kunden auch eigene Sicherungssysteme

entwickeln oder woanders

einkaufen. Doch mit RK Safelock

bieten wir ihnen eine nachgewiesenermaßen

funktionierende und geprüfte

Lösung, die perfekt zu den

Achsen passt.“

Zum Anbringen des Safelock-

Sicherungselements wird jeweils

die oberste Nut des Achsprofils genutzt.

Diese befindet sich – unabhängig

von der Höhe des Profils –

immer im gleichen Abstand zum

Schlitten und sie gestattet neben

der Anbindung an das Profilsystem

Blocan des weiteren auch die

Anbringung des umfangreichen

Zubehörs, das RK Rose+Krieger für

all seine Profil achsen der Baugröße

80 anbietet. Dazu zählen u. a.

Klemmleisten, Zentriersätze, Antriebs-

und Synchronwellen sowie

Motorbausätze.

Fazit

Mit seinem Portfolio an modernen

Aluminiumprofilachsen für das mittlere

und oberste Belastungssegment

erfüllt RK Rose+Krieger die Wünsche

der Industrie nach kompakten,

leistungsstarken und präzisen

Linear achsen. Dabei bieten die Mindener

Spezialisten für kundenspezifische

linear technische Konstruktionen

ein einzigartig umfassendes

Produktprogramm, das sogar

höchste Reinraum anforderungen

bedient und die Forderungen der

Maschinenrichtlinie erfüllt.

Mehr Informationen

www.rk-rose-krieger.com

Getränke! 01 | 2022 | 35


IM FOKUS | Produkte, Technik und Technologien

EXZENTERSCHNECKENPUMPEN VS. DRUCKLUFT-MEMBRANPUMPEN

Förderung hochviskoser Medien

Neben Exzenterschneckenpumpen eignen sich auch druckluftbetriebene Membranpumpen

zum Fördern hochviskoser Medien. Welches Pumpprinzip letztendlich den

Kunden überzeugt, hängt neben dessen eigenen Erfahrungen und Präferenzen

insbesondere von den Vorteilen der jeweiligen Bauart im Hinblick auf die konkrete

Anwendung ab.

Von TOBIAS JESSBERGER, Geschäftsführer, Dr. JESSBERGER GmbH, Ottobrunn bei München

36 | Getränke! 01 | 2022

Z

ahlreiche Unternehmen aus

der abfüllenden, produzierenden

oder verpackenden

Industrie müssen viskose Flüssigkeiten

aus Behältern oder Maschinen

schnell, sauber und möglichst

genau umfüllen. Neben vertikalen

oder horizontalen Exzenterschneckenpumpen

werden für derartige

Anwendungen immer mehr Druckluft-Membranpumpen

eingesetzt.

Für welches Pumpprinzip der Kunde

sich letztendlich entscheidet hängt

von zahlreichen Faktoren ab.

Seit vielen Jahren setzt ein produzierendes

Unternehmen im Bereich

der Lebensmittelindustrie mehrere

horizontale Exzenterschneckenpumpen

des Typs JP-700 HL 50 L

ein, die über einen Stator aus EPDM

und auf der Saug- und Druckseite

über Milchgewindeanschlüsse nach

DN40-DIN11851 verfügen. Bei einer

Umdrehungszahl von 350 UpM fördern

die Pumpen noch ca. 40 l/min.

Der Kunde verwendete die Exzenterschneckenpumpen

für sein gesamtes

Flüssigkeitshandling, wobei

die Anwendungsfälle sehr unterschiedlich

waren. Neben dünn- bis

dickflüssigen Lebensmittelölen wurden

auch Zuckerlösungen gefördert.

Das Prinzip der

Exzenterschneckenpumpe

In der Getränke- und Lebensmittelindustrie

hat sich als seit vielen Jahrzehnten

die am häu figsten eingesetzte

Verdrängerpumpe beim Fördern

dickflüssiger Medien bewährt.

Bei dieser Pumpenart dreht sich ein

Rotor (eine Förderschnecke aus Edelstahl)

oszillierend in einem feststehenden

Stator, der im Lebensmittelbereich

aus Elastomeren wie EPDM

beziehungsweise NBR oder auch

dem Feststoffmaterial PTFE gefertigt

wird. Aufgrund der exakt aufeinander

abgestimmten, gewendelten

Geometrie von Rotor und Stator ergeben

sich durch die Drehung des

Rotors zwischen den beiden Komponenten

gleichgroße Förderkammern.

Das Kammervolumen ist immer identisch

und wird während des Pumpvorgangs

gleichmäßig von der Saugseite

zur Druckseite der Pumpe hin

verschoben. Aufgrund der Anordnung

von Rotor und Stator entsteht

bei diesem Pumpprinzip kaum Pulsation

und es wirken auch keine großen

Scherkräfte auf das zu fördernde

Medium ein. Die Fördermenge einer

Pumpe ist proportional zur Drehzahl

des Motors, wobei die Drehzahl

nicht beliebig wählbar ist, sondern

zum einen von dem verwendeten

Material des Stators als auch von

der Viskosität und der Abrasivität des

Fördermediums abhängt.

Für den Kunden waren anfangs

die Vorteile der Exzenterschneckenpumpen

für seine Kaufentscheidung

von großer Bedeutung. Vor allem im

Lebensmittelbereich ist eine gleichbleibende,

pulsations arme und

schonende Förderung von Vorteil.

Daneben haben die kompakten

Pumpen der Baureihe 50L eine hohe

Förderleistung von bis zu 100 l/min

(bei 900 UpM) erreicht, die jederzeit

über einen Frequenzumrichter

geregelt werden konnte. Die Pum-

Exzenterschneckenpumpe JP-700 HL in Lebensmittelausführung.

Fotos: Jessberger

pen des Typs JP-700 HL 50 LL waren

ferner aufgrund des freien Durchgangs

in der Lage, auch Feststoffe

bis zu 8 mm Korngröße zu fördern

und garantierten aufgrund des immer

gleichen Kammervolumens eine

sehr hohe Dosiergenauigkeit. Für

den Kunden war daneben auch sehr

wichtig, dass es sich bei den Exzenterschneckenpumpen

von der Lautstärke

her um eine sehr ruhige Pumpenart

handelte und dass auch der

Energieverbrauch gering war.

Darüber hinaus verfügen Exzenterschneckenpumpen

über ein hohes

Saugvermögen und sind daher

sogar aus bis zu 6 bis 9 Meter Tiefe

selbstansaugend. Auch die Förderrichtung

kann sehr einfach gewechselt

werden, um die Pumpen

am Ende zu entleeren.

Horizontale Exzenterschneckenpumpen

waren daher bei dem Kunden

viele Jahre die bevorzugte Pumpenart,

wenn viskose Medien umgepumpt

oder zur Beschickung der

Abfüllanlagen gefördert werden

mussten. Die Prozesse des Kunden

waren vor vielen Jahren sehr einfach

gestaltet und die Umfüllprozesse

noch wenig automatisiert.


IM FOKUS | Produkte, Technik und Technologien

Exzenterschneckenpumpen

Natürlich bringt jedes Pumpprinzip

neben zahlreichen Vorteilen kraft

Natur der Sache auch immer Nachteile

mit sich. So mussten bei dem

Kunden mit der Zeit immer mehr

Medien mit einer Temperatur bis zu

100° C und daneben teilweise auch

sehr abrasive Medien gefördert werden.

Es ist naheliegend, dass sich

speziell die Elastomere des Stators

ab einer Mediumstemperatur von

40 bis 60° C ausdehnen und es somit

zu einer Klemmung von Rotor

und Stator kommen konnte, wenn

man nicht mit einem Untermaßrotor

gearbeitet hat, der aber bei Raumtemperatur

des Mediums wieder

auf Kosten der Dosiergenauigkeit

ging. Daneben musste beim Einsatz

von Exzenterschneckenpumpen

zwangsläufig ein Trockenlauf vermieden

werden, da ansonsten sowohl

der Stator als auch die Gleitringdichtung

zwischen der Pumpe

und dem Antriebsmotor beschädigt

werden. Darüber hinaus war

beim Beschicken der Abfüllanlagen

sicherzustellen, dass die Exzenterschneckenpumpen,

bei denen

es sich um Verdrängerpumpen mit

6 bar Ausgangsdruck handelt, nicht

gegen den geschlossenen Schieber

fördern, da es ansonsten zu einer

Beschädigung der Pumpe, der Abfüllanlage

oder einer Verletzung des

Benutzers kommen konnte.

Auch beim Fördern sehr abrasiver

Medien war trotz niedriger Pumpendrehzahl

ein erhöhter Verschleiß bei

gewissen Medien festzustellen.

Aufgrund der Tatsache, dass

die Prozesse in dem Unternehmen

im Laufe der Zeit immer komplexer

wurden und mit einer Produktionserweiterung

auch eine gewis-

Prinzip der Exzenterschneckenpumpe

Fotos: Jessberger

se Automa tisierung einherging, hat

der Kunde nach einem Besuch auf

unserem Messestand einmal Membranpumpen

getestet, um einen

Vergleich zu den bisherigen Exzenterschneckenpumpen

zu haben.

Die von uns gelieferten druckluftbetriebenen

Membranpumpen

des Modells JP-810.170 und 400

Food sind wie die Schneckenpumpen

in der Lage, über mehrere Stunden

am Stück eingesetzt zu werden

und darüber hinaus auch viskose

Medien zu fördern. Aufgrund ihrer

Kon struktion sind diese Pumpen,

wie die Exzenterschneckenpumpen,

selbstansaugend. Über die Druckluftzufuhr

kann die Leistung der

Pumpe sehr einfach geregelt werden.

Der große Vorteil ist aber für

den Kunden bei gewissen Anwendungen,

dass diese auch trockenlaufen

und gegen ein geschlossenes

Ventil arbeiten dürfen, so dass man

bauseits keinen Trockenlaufschutz

oder einen Bypass beziehungsweise

ein Überdruckventil zum Abschalten

der Pumpe einbauen muss. Eine

Membranpumpe verfügt aufgrund

ihrer Konzeption nämlich über die

Eigenschaft, automatisch stehenzubleiben,

sobald ein Absperrventil

auf der Druckseite geschlossen

wird. Sobald das Ventil wieder geöffnet

wird, läuft die Pumpe umgehend

wieder an.

Druckluft-Membranpumen

Für die Entscheidung des Kunden,

neben den vier Exzenterschneckenpumpen

auch acht druckluftbetriebene

Membranpumpen einzusetzen,

waren neben diesen auf der

Hand liegenden technischen Vorteilen

folgende Gesichtspunkte ausschlaggebend:

Die gelieferten Testpumpen

haben sich als sehr robust

erwiesen und konnten bei speziellen

Anwendungen auch einfacher

sowie schneller als Exzenterschneckenpumpen

gereinigt werden,

Jessberger Membranpumpen Food

was im Bereich der Lebensmittelindustrie

von sehr hoher Bedeutung

ist. Bei unserem Kunden fielen die

aufgrund des hohen Druckluftverbrauch

zu erwartenden höheren Betriebskosten

nicht ins Gewicht, da

die Pumpen dort nur oft sporadisch

und nicht im Dauerbetrieb eingesetzt

werden. Auch im Hinblick auf

den deutlich günstigeren Anschaffungspreis

der Pumpen und den

zu erwartenden Reparaturkosten

fällt das Argument des Energieverbrauchs

bei diesen Anwendungen

des Kunden nicht ins Gewicht.

Ein nicht zu vernachlässigender

Gesichtspunkt bei Druckluft-Membranpumpen

ist der durch die entweichende

Druckluft oder durch die

mechanische Bewegung der Pumpe

(Schlagen der Kugeln) entstehende

Lärm. Wenn große 1,5“- bis

3“-Pumpen bei vollen 7 bar Luftdruck

arbeiten, kann man sich daneben

oft nur schwer unterhalten.

Trotz der zahlreichen Vorteile von

Membranpumpen sind auch diese

Pumpen daher nicht als optimal für

alle Einsatzfälle anzusehen, da bei

ihnen neben einer überdurchschnittlich

hohen Lärmbelästigung mit einem

hohen Luftverbrauch sowie einer

starken Pul sation zu rechnen ist.

Anwendung entscheidet

Letztendlich hängt die Entscheidung

für die „richtige“ Pumpe von

vielen Faktoren ab, die oft nur der

Kunde aufgrund seiner unterschiedlichen

Produktionsabläufe kennt.

Eine Kaufentscheidung für das jeweilige

Pumpprinzip hängt neben

den grundsätzlichen Vor- und Nachteilen

der jeweiligen Pumpenart in

erster Linie immer von der konkreten

Anwendung ab.

Mehr Informationen

www.jesspumpen.de

Getränke! 01 | 2022 | 37


IM FOKUS | Produkte, Technik und Technologien

ONLINE-PLATTFORM FÜR GETRÄNKEMASCHINEN

Gebrauchtmaschinenhandel 4.0

Zur Optimierung von Produktionskapazitäten beschäftigen sich Getränkeabfüller regelmäßig mit

Ersatz- oder Neuinvestitionen. Einkäufer und Produktionsleiter fokussieren sich hierbei auf den

Neumaschinenmarkt. Warum der Gebrauchtmaschinenmarkt eine untergeordnete Rolle spielt, liegt am

fehlenden Zugang zu qualitativen Gebrauchtmaschinen sowie der intransparenten Preisbildung und

hohen Fragmentierung der Angebotsseite.

D

as Start-Up BEVMAQ verfolgt

mit seiner transaktionalen

Online-Plattform

das Ziel, Preistransparenz, Angebotsvielfalt

und Rundumservice

im Gebrauchtmaschinenhandel

mit gebrauchten Getränkemaschinen

zu etablieren.

Das Unternehmen, dass aus

dem niedersächsischen Quakenbrück

agiert, bietet Lösungen für

die zentralen Fragestellungen,

mit denen Getränkeabfüller in ihren

Produktionsplanungen konfrontiert

sind.

▶ Was kann ich noch an Wert

für meine Gebrauchtmaschine

am Markt erzielen?

▶ Macht es für mich Sinn zu verschrotten

oder zu verkaufen?

▶ Welche Vorteile habe ich eine

gebrauchte, anstatt einer

neuen Anlage zu kaufen?

▶ Welche Optionen habe ich am

Gebrauchtmaschinenmarkt?

▶ Was erwartet mich in der Verkaufs-

und Kaufabwicklung?

▶ An welche Logistikdienstleister

kann ich mich wenden?

Das transaktionale Plattformmodell

der BEVMAQ GmbH reduziert

die Komplexität, indem

von Marktwertbestimmung

über Vermarktung bis zur Logistik-

und Zahlungsabwicklung

alles gebündelt angeboten

wird. Gleichzeitig garantiert

BEVMAQ durch Back-to-Back-

Beschaffung faire Handelsmargen

in einer transparenten Preiskommunikation

mit Verkäufern

und Käufern. Über die transaktionale

Onlineplattform werden

durch ein teilautomatisiertes

Projektmanagement und

globale Vermarktungsreichweite

die Prozesskosten zum Vorteil

der Preissetzung optimiert.

„Wir haben uns vorgenommen

den Gebrauchtmaschinenhandel

als Werttreiber für die Getränke-

industrie zu etablieren und die

Vorteile nutzbar zu machen. Unser

Plattformmodell vereint genau

das, was hierfür notwendig

ist: Transparente und faire

Preise sowie globale Reichweite

und ganzheitliche Transaktionsabwicklung.

Da sind wir Pioniere

im Markt,“ unterstreicht Carsten

Hormes, geschäftsführender Gesellschafter

und Mitgründer der

BEVMAQ GmbH.

rie sowie die globale Angebotsund

Nachfragesituation baugleicher

Modelle zu kennen.

Die finale Preissetzung ergibt

sich stets im Austausch mit dem

Verkäufer. Auf Basis aller Bewertungsparameter,

gegebenen

Projektzeitfenster und Erwartungshaltung

der Entscheidungsträger

leitet BEVMAQ den

empfohlenen Ankaufspreis ab.

Dieser formt die Grundlage für

das anschließende, globale Vermarktungsprojekt.

Weltweite Vermarktung

Zur Erzielung des bestmöglichen

Marktpreises müssen zwei

Grundvoraussetzungen gegeben

sein. In Schritt 1 ist eine Maschinendokumentation

mit Bild- und

Videomaterial sowie technischen

Spezifikationen zu erstellen.

BEVMAQ übernimmt für Maschinenverkäufer

die kostenfreie

Zusammenstellung einer vermarktungsgerechten

und aussagekräftigen

Dokumentation.

In Schritt 2 sollte die zum Ver-

Carsten Hormes beim Maschinen-Check vor Ort.

Foto: BEVMAQ

Marktgerechte

Wertbestimmung

Einer der wichtigsten Schritte

im Gebrauchtmaschinenverkauf

ist die Einschätzung, ob sich

der Verkauf einer Anlage noch

lohnt. Die Wertbestimmung

von gebrauchten Maschinen

und Anlagen ist multidimensional.

Für eine marktgerechte

Preissetzung ist es wichtig,

den historischen Anschaffungspreis,

marktübliche Abschreibungswerte,

den tagesaktuellen

Zustand der Maschine, die

Service- und Wartungshistokauf

stehende Maschine auf dem

globalen Absatzmarkt mit maximaler

Sichtbarkeit angeboten

werden. Für eine effiziente Vermarktung

empfiehlt sich eine

Kombination aus Direktansprache,

Anzeigenportalen und Online-Marketing.

Der Indus trieanlagenanbieter

verfügt hierfür

über globale Netzwerk-, Vertriebs-

und Marketingpartner.

Für Maschinenverkäufer ist dieser

Service ebenfalls kostenfrei.

Ganzheitliche Abwicklung

Die Transaktionsabwicklung ist einer

der herausforderndsten und

häufig unterschätzten Schrit te im

Gebrauchtmaschinenhandel. Das

Start-Up übernimmt die vollständige

Zahlungs- und Logistikabwicklung

in jedem Projekt. „Aus

der Erfahrung wissen wir, dass

es im Gebrauchtmaschinengeschäft

häufig daran scheitert, Logistik

und Zahlungseingänge sicherzustellen.

Wir bündeln dies

zentral – sichere Bezahlung und

professionelle Logistikabwicklung

erfolgen direkt über uns“,

ergänzt Hormes. Für das Start-Up

steht der Gebrauchtmaschinenhandel

4.0 für die Verschmelzung

von Offline- und Online-

Welt sowie einem neuen Serviceversprechen,

bestehend aus

fairen Preisen, globalem Angebot

und ganzheit lichem Transaktionsmanagement

aus einer

Hand. Das transaktionale Plattformmodell

kann neue Potenziale

für die Getränke industrie

eröffnen und neuen Mehrwert

für das Management von

Produk tionskapazität bieten.

Mehr Informationen

www.bevmaq.com

38 | Getränke! 01 | 2022


IM FOKUS | Produkte, Technik und Technologien

Umweltschonende Verpackung

Getränkekartons vereinen Nachhaltigkeit, Produktschutz und Convenience

Umweltschonende

Produktverpackung

Es gibt kaum einen Getränkehersteller,

den dies nicht beschäftigt.

Elopak investiert ganz

gezielt in nachhaltige Innovationen

und sieht diese als

Wachstumstreiber und zukünftige

Erfolgsgaranten.

Die Markt- und Meinungsforschung

sieht eine klare Tendenz:

Der Anteil der Konsumenten,

die sich aktiv für Umweltschutz

engagieren und deshalb

ihren Plastikkonsum reduzieren,

wird deutlich steigen. Laut dem

Marktforschungsunternehmen

Kantar hat der Anteil der sogenannten

Eco-Actives {1} seit 2019

um 6 Prozentpunkte auf 22 %

zugenommen. Bereits 2029

wird jeder zweite Verbraucher

dieser Gruppe angehören. Viele

Unternehmen möchten daher

ihre Verpackungen schon heute

so gestalten, dass sie den Ansprüchen

dieser wichtigen Zielgruppe

gerecht werden.

Kunststoff geht

auch holzbasiert

Pure-Pak ® Getränkekartons bestehen

aktuell zu durchschnittlich

75% aus Karton, hergestellt

aus einem natürlichen,

nachwachsenden Rohstoff:

Holz. Damit Milch, Fruchtsäfte

und andere empfindliche Lebensmittel

optimal geschützt

werden, kommen noch dünne

Schichten aus Kunststoff

und teilweise Aluminium hinzu.

Allerdings ist Kunststoff nicht

gleich Kunststoff. Bereits 2014

hat Elopak als erster Getränkekartonhersteller

Verpackungen

auf den Markt gebracht,

die komplett auf erneuerbaren

Rohstoffen basieren. Dabei

werden die üblicherweise

fossilen Kunststoffe in Kartonbarriere

und -verschluss durch

Polyethylen (PE) aus nachwachsenden

Rohstoffen ersetzt. Der

Schlüssel dafür sind bei den Verpackungen

von Elopak erneuerbare

Kunststoffe auf Basis von

Tallöl. Dabei handelt es sich um

einen natür lichen Rückstand

der Zellstoff- und Papierherstellung.

Erste vollständig holzbasierte

Verpackungen sind bereits

auf dem Markt – ideal, um

die Ansprüche umweltbewusster

Konsumenten zu befriedigen

und um die Glaubhaftigkeit

von ökologisch positionierten

Marken zu unterstützen.

Natürlich brauner Look

Elopak bietet seinen Kunden

weitere umweltfreund liche Innovationen

an, wie beispielsweise

die Natural Brown Board-

Kartons für frisch und aseptisch

abgefüllte Produkte.

Foto: Elopak

Die naturbraunen Pure-Pak ® -

Kartons sind vollständig recyclingfähig

und besitzen aufgrund

des reduzierten Holzverbrauchs

und des Verzichts auf die Kreideschicht

sowie auf den Bleichprozess

des Zellstoffs einen geringeren

CO 2

-Fußabdruck als

herkömmliche weiße Kartons.

In Summe konnte Elopak damit

seit Markteinführung rund

[1]

Definition Eco-Actives: Käufer mit einem sehr hohen Umweltbewusstsein, die alles tun, um

Abfall zu reduzieren. Sie fühlen eine intrinsische Verantwortung, nachhaltiger zu handeln

als andere, das Thema aktiver zu verfolgen und bewusster damit umzugehen.

Quelle: Kantar, Europanel, GfK – Who Cares, Who Does 2021?

„Unsere Kunden kommen dem Wunsch der Verbraucher, die

Umwelt zu schützen, nach. Viele von ihnen bieten biologisch,

umweltfreundlich oder anderweitig nachhaltig hergestellte

Produkte und verlangen eine Verpackungslösung, die diese

Werte und das eigene Umweltengagement transportiert.“

PATRICK VERHELST, Chief Marketing Officer (CMO) bei Elopak

Pure-Pak ® Getränkekartons erfüllen die

Bedürfnisse umweltbewusster Verbraucher

3.000 t Treibhausgasemissionen

einsparen. Dies entspricht in

etwa 1.400 Flügen von London

nach New York und zurück.

Der Drehverschluss

Bei gekühlten Produkten können

Hersteller auch ganz auf

den Plastikverschluss verzichten.

Der Pure-Pak ® Imagine-Karton

kam 2020 auf den Markt und

ist eine moderne Version des

Pure-Pak ® -Kartons. Ausgestattet

mit dem Easy Opening Feature

enthält er rund 40 % weniger

Kunststoff als ein Karton

mit Verschluss.

Da die neu designte, wellenförmige

„Top Fin Versiegelung“

den Öffnungsmechanismus unterstützt,

lässt sich die Pure-

Pak ® Imagine-Packung bequem

ohne Schere öffnen. Gleichzeitig

ist sie vollständig holzbasiert,

klima neutral und recycelbar

und unterstützt so den Gedanken

einer emis sionsarmen

Kreislaufwirtschaft.

Es geht auch ohne Alu

Die jüngste Entwicklung bei

Elopak ist der Pure-Pak ® e Sense

für die aseptische Abfüllung.

Durch den Verzicht auf die Aluminiumbarriere

reduziert sich

der CO 2

-Fußabdruck des Kartons

um etwa 28 %. Gleichzeitig

wird das Recycling des

Verbundmaterials erleichtert.

Im Rahmen der Entwicklung

konnte das Unternehmen auf

bewährte Technologien seines

Verpackungssortiments für

frisch abgefüllte Produkte zurückgreifen.

So bleiben Produktintegrität

sowie Sicherheit

und Haltbarkeit des Inhalts

auch ohne die übliche

Alumi niumschicht gewährleistet.

Rein äußerlich ist der neue

Karton mit dem beliebten Pure-Pak

® Sense Aseptic identisch.

Marianne Groven, Director

Sustainability bei Elopak,

betont: „Die Einführung dieses

neuen, aluminiumfreien Kartons

ist ein wichtiger Schritt für

uns und unsere Kunden. Aluminium

ist eine endliche Ressource;

die Gewinnung und

Produktion von Primäraluminium

verbraucht relativ viel Energie.

Daher hat Aluminium einen

größeren CO 2

-Fußabdruck

als die anderen Materia lien in

einem Getränkekarton.”

Fest verbunden

Im Juli 2024 tritt die EU-Vorgabe

zu Tethered Caps in Kraft,

die besagt, dass Verschlüsse

an Einweg-Getränkeverpackungen

mit einem Volumen

von bis zu 3 Litern fest angebracht

sein müssen. Mit dem

Pure-TwistFlip bietet Elopak

bereits heute einen Verschluss,

der während der gesamten Nutzungsdauer

zuverlässig mit der

Verpackung verbunden bleibt.

Der kombinierte Dreh-Flip-Verschluss

erlaubt ein intuitives

Öffnen, das von einem deutlichen

Klick-Geräusch beim ersten

Öffnen begleitet wird, sowie

ein sicheres Wiederverschließen.

Um 360° drehbar,

stört er zudem nicht beim Ausgießen.

Darüber hinaus handelt

es sich um den bisher leichtesten

Schraubverschluss des

Getränkekarton-Herstellers.

All dies macht den Pure-Twist-

Flip zu einer interessanten

Lösung. Der Deckel ist mit allen

Pure-Pak ® -Getränkekartons

des Unternehmens kompatibel.

„Wir haben die Umweltbilanz

des Getränkekartons

stetig verbessert. Allein zwischen

2014 und 2020 konnten

wir den CO 2

-Fußabdruck

unseres Standard Kartons mit

Verschluss von durchschnittlich

32 auf 25 g CO 2

e reduzieren,“

so Marianne Groven.

Mehr Informationen

www.elopak.com

Getränke! 01 | 2022 | 39


ROH- UND INHALTSSTOFFE | Getränketrends

VERBRAUCHER WÜNSCHEN VEGANE GETRÄNKE

„Saftige Ideen“ für den

kommenden Frühling

„Nun ist wieder Weihnachten, und das geht nun bis Ostern so. Nein, das stimmt

gar nicht. Denn dazwischen kommt noch die Fastenzeit“ – das populär-heitere,

schwedische Weihnachtslied „Nu är det jul igen“ fasst, derart ins Deutsche übersetzt,

die Zeit zwischen Weihnachten und Ostern kurz und prägnant zusammen. Und auch

wenn in Deutschland für Fasnetsbegeisterte – in Nicht-Corona-Zeiten – noch Karneval

beziehungsweise Fasching eine wichtige Wegstrecke zwischen den Jahreszeiten

markiert, werden die unterschiedlichen Zeitabschnitte doch in diesem beliebten Song

auf den Punkt gebracht, denn auch hierzulande nimmt die Fastenzeit als wichtige

Wegstrecke im Jahresablauf eine immer größere Bedeutung ein.

40 | Getränke! 01 | 2022

Säfte zum gesundheitlich

motivierten Fasten

Gerade der bewusste Wechsel zwischen

Genuss- und Fastenzeiten hat

in vielen unterschiedlichen Kulturen

Tradition. In Zeiten, in denen eine

gesunde Lebensweise und Stichwörter

wie „Wellness“ und „Work-

Life-Balance“ in vielen Lebenskonzepten

eine Rolle spielen, rückt

auch der Nutzfaktor von Getränken

für die Gesundheit regelmäßig

in den Fokus und ist für die Konsumenten

mit kaufentscheidend.

Ob Fastenzeit, Passionszeit, Ramadan

oder Jom Kippur und Tischa

beAv – längst wird nicht mehr

nur aus religiöser Motivation heraus

gefastet, im säkularisierten Teil

der Welt erfreut sich auch das gesundheitlich

motivierte Fasten immer

größerer Beliebtheit. Viele nutzen

mittlerweile auch die Tage nach

Aschermittwoch zum Verzicht auf

ihre „persönlichen Laster“. Dabei

gibt es ganz unterschiedliche Modelle,

nach denen man auf Säfte

zum gesundheit lichen Fasten zurückgreifen

kann. Die Hamburger

Manufaktur Kale & Me GmbH hat

sich die Philosophie des regelmäßigen

Fastens förmlich in die Firmen-

Annalen geschrieben und fokussiert

ihr Angebot auf verschiedene

Packages für mehrtägige Fastenkuren.

Die von Kale & Me vorgeschlagene

Fastenkur erstreckt sich auf

einen Zeitraum zwischen drei und

sieben Tagen, in denen in Form eines

„mode rat präventiven Heilfastens“,

so Kale & Me, auf feste

Nahrung verzichtet und stattdes-

„BerryAmy“

sen der „Speiseplan“ von Obstund

Gemüse säften, Wasser, Tee

und Gemüsebrühe bestimmt wird.

Kale & Mee geben auf ihrer Website

generell weiterführende Informationen

zu den verschiedenen Formen

des Fastens, etwa auch über

das sogenannte Scheinfasten und

das Basenfasten. Bei diesen beiden

Formen wird auch noch feste Nahrung

zu sich genommen, und beim

Basenfasten wird rein auf basische,

feste Lebensmittel zurückgegriffen,

um den Körper zu entsäuern.

Ob für ein „strengeres“ Saftfasten,

ein Schein- oder Basenfasten

oder einfach als Abwechslung bei

einem Verzicht etwa auf zuckerhaltige

Getränke, bieten Kale & Me ein

breites Repertoire an Säften, die gesund

sind und jederzeit genossen

werden können. Schließlich empfehlen

Kale & Me eine Fastenkur

nur denjenigen, die unter keinerlei

Foto: Kale & Me GmbH

Vorerkranken leiden. In jedem Fall

ist es sinnvoll, vor einem mehrtägigen

Nahrungsverzicht auch seinen

Hausarzt zu fragen.

Wer aber nur eine Abwechslung

auf seinem Säfte-Plan zur Fastenzeit

– oder auch außerhalb – sucht,

der kann sich die leckeren Saftkreationen

einzeln zusammenstellen und

ins Haus liefern lassen: Hierbei steht

etwa unter dem Namen „BerryAmy“

für alle Fruchtliebhaber eine Saftmischung

aus Wasser, Erdbeere, Mandel,

Dattel und Salz zur Auswahl.

Hinter „Alavoca“ verbergen sich Birne,

Spinat, Avocado und Zitrone. Tomate,

Paprika, Sellerie und Zitrone

sind die Ingredienzien von „ Tommy

Tomato“ und bilden eine besondere

Gemüsesaftmischung, die auch

neue Geschmackserlebnisse befördert

– und dazu bietet sich „ Tommy

Tomato“ auch noch als gesundheitsfördernde

Vitamin-C-Quelle an.


ROH- UND INHALTSSTOFFE | Getränketrends

Auch eine Mischung aus Gurke, Grünkohl,

Sellerie, Petersilie, Avocado und

Zitrone, im Angebot bei Kale & Me

unter dem Namen „ Kelly Kale“, kann

probiert werden, um der Frühjahrsmüdigkeit

den Garaus zu machen.

Und wer Kürbislieb haber ist, der dürft

auf „Peter Pumpkin“ neugierig sein,

mit Kürbis, Karotte, Zitrone, Sellerie

und Ingwer. Die Hamburger Manufaktur,

gegründet 2014, errichteten

ihre Produktionsstätte 2018 im Hamburger

Alten Land, denn Regionalität

ist für das Unternehmen Trumpf.

Eine Kooperation mit Elbe-Obst und

dem Obstversand Ehlers haben unter

anderem dazu beigetragen, dass

Kale & Me im Jahr 2019 den „Regional

Star Award“ erhalten haben. Seit

2020 sind Kale & Me ein zertifiziert

klimaneutrales Unternehmen. Dies alles

unterstützt nicht nur die Nachhaltigkeit

der Produkte; ebenfalls wird

bei den Ingredienzien auf höchste

Qualität geachtet. Auch in regionalen

Supermärkten oder Bio-Supermärkten

sind die Produkte der Hamburger

Manufaktur deutschlandweit

zu erwerben. Eine rundum „saftige“

Idee, die die Wertigkeit von Obst und

Gemüse zudem stark in den Vordergrund

stellt und deshalb zu jeder passenden

Gelegenheit einen Schluck

wert ist.

„Nix da! Außer Geschmack“

Auch nach der ausgedehntesten Fastenzeit

kehrt einmal wieder die Genusszeit

ein und wer dabei vermehrt

Wert darauf legt, dass die Inhaltsstoffe

seiner Getränke hochwertig und

Bio sind, der ist ebenfalls gut beim

Bio Weingut Krauss – Zellertaler Keller

– aus dem rheinland-pfälzischen

Zellertal „aufgehoben“. Hier findet

der Genuss- und Weinliebhaber besondere

Weine aus Einzellagen, Ortsweine

und Gutsweine. Das Weingut

Krauss macht die Vielfalt des ökologischen

Weinanbaus und die schonende

Anbauweise unter den Bioland-

Richt linien sicht- und „trink“bar.

Herausragend sind auch die besonderen

Wein-Saft-Mischungen

und die alkoholfreien Krea tionen,

die einen Gaumengenuss ohne Promille

versprechen. Wer es mit einem

kleinen, 0,25-l-Fläschchen „Hannes“

versuchen möchte, bekommt

es mit einem weinhal tigen Cocktail

aus vegan verarbeitetem Bio-

Rotwein, Bio-Sauerkirschsaft und

Bio-Johannisbeersaft zu tun. Dabei

sind in dieser Wein-Saft-Mischung

5,5 % Alkohol enthalten. Eine Flasche

„ Helene“ enthält hingegen vegan

verarbeiteten Bio-Weißwein und

Bio-Birnensaft und kommt am Ende

auf 5 % Alkohol.

„Hannes“, „Helene“ und „Nix da!“

Foto: Bio Weingut Kraus

Und wer nun doch lieber ganz auf

die Promille verzichten möchte und

diesbezüglich mit dem Ausruf „Nix

da!“ daherkommt, der kann auf das

gleichnamige alkoholfreie, aromatisiere

und schäumende Bio-Getränk

auf Basis alkoholfreien Weines zurückgreifen.

Das Etikett mit einer stilisierten

Nixe im Bild und der spritzigen

Aufschrift „Nix da! Außer

Geschmack“ hebt auf humorvolle

Weise die alkoholfreie Seite des Bio-

Getränks hervor.

Selbstverständlich kann sowohl

weißer als auch roter Bioland-Traubensaft

beim Weingut Krauss erworben

werden. Und wen es schon mit

Nachdruck Richtung Frühjahr drängt,

kann sich schon einmal an einer Bio-

Maibowle gütlich tun. Mit diesem

aromatisierten weinhaltigen Bio-Getränk

samt zugesetzter Kohlensäure

hält auch der Frühling schon leise

Einzug ins traute Heim. Nicht nur bei

Lebensmitteln wird immer mehr auf

vegane Herstellungsweise wert gelegt,

sondern auch bei Getränken gilt

das Auge nmerk von immer mehr Verbrauchern

dem Umstand, dass sie ein

veganes Produkt konsumieren möchten.

Erkennbare tierische Inhaltsstoffe

wie Molkepulver werden von Veganern

ebenso abgelehnt wie versteckt

tierische Produktanteile. Also Limonaden,

Säfte oder Nektare, die mit einer

Gelatine geklärt werden, die aus Rinder-,

Schweine-, Geflügel- oder Fischbestandteilen

hergestellt werden. Da

dies im Endprodukt nicht deklarierungspflichtig

ist, ist ein klarer Ausweis

für solche Produkte etwa eine

vegane Kennzeichnung. Bei Getränken,

die mit dem V-Label lizensiert

sind, wurde im Herstellungsprozess

keine tierischen Inhaltsstoffe und keine

tierischen Hilfsstoffe verwendet.

Foto: AdobeStock

Auch Tierversuche sind zur Herstellung

dieser Produkte verboten. Die

Ausweitung der Getränke-Produktpalette

auf den veganen Markt hat

sich also naturgemäß bestimmten

Gesetzen zu unterwerfen.

Neues Jahr, neuer Markt?

Tatsächlich bringt ein neues Jahr

nicht nur jede Menge guter Vorsätze

mit sich, sondern kann auch einen

Anstoß für bisher unbekannte

Wege geben. Und wer sich von

der Einhaltung guter Vorsätze mal

eine kleine Auszeit gönnen möchte,

mag sich vielleicht an die beliebte

schwäbische Legende erinnern, wie

die Mönche des Kloster Maulbronn

(mittlerweile UNESC-Welt erbe) in ihrer

Not, als sie in der Fastenzeit ein

Stück Fleisch geschenkt bekamen,

die „Herrgotts-Bescheißerle“, also

die Maultaschen, erfunden haben

sollen. Wohl bekomm‘s! Dr. B. Sch.

Getränke! 01 | 2022 | 41


ROH- UND INHALTSSTOFFE | Lignin

NEBENPRODUKTE AUS EINER VOLLVERWERTUNGSKASKADE

Prebiotische Getränke

aus einer Lignin-Bioraffinerie

Die Bioökonomie ist der Schlüssel, wenn es um eine nachhaltige Zukunft der Wirtschaft

geht. Indem fossile Ressourcen durch verschiedene, nachwachsende Rohstoffe ersetzt

werden, können mit ihr globale Herausforderungen gelöst werden. Eine fossilfreie

Alternative ist beispielsweise das Molekül Lignin. Dieses findet sich in fast allen Pflanzen

und Gehölzen, wie Gräsern, Sträuchern und Bäumen.

L

ignin kann aufgrund seiner

chemischen Beschaffenheit

vielfältig eingesetzt werden,

beispielsweise als biobasierter Kunststoff

oder auch zur umweltfreundlichen

Gewinnung von Medikamenten

und Aromastoffen. Expertinnen

und Experten sehen in dem Rohstoff

deshalb eine Möglichkeit, die

Gesundheits- und Energiewirtschaft,

oder auch die Nahrungsmittelversorgung

zu revolutionieren. Die Herausforderung

dabei ist, die Produktion

von Lignin wirtschaftlich und konkurrenzfähig

gegenüber klassischen

Alternativen zu halten.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

der Technischen Universität

Hamburg (TUHH) forschen

in dem durch das Bundesministerium

für Bildung und Forschung geförderten

Konsortium „ELBE – NH“ [1]

an einer Vollverwertungskaskade

auch für die Nebenströme dieser

Lignin-Bioraffinerie. Eine ganze Reihe

an Stoffströmen haben ein großes

Potential für die Nutzung in der

Getränke industrie. Die Ergebnisse

stellten die Forschenden am 26. November

2021 der Öffentlichkeit vor.

Institute für Thermische Verfahrenstechnik,

Umwelttechnik und Energiewirtschaft,

sowie Bioprozessund

Biosystemtechnik an der TUHH.

Hochdruck-Vollverwertungskaskade am Institut für

Thermische Verfahrenstechnik der TUHH, Kapazität 40 l.

Foto: TU Hamburg

Großtechnische Unterstützung erfolgte

vom Fraunhofer Zentrum für

Chemisch-Biotechnologische Prozesse

CBP in Leuna.

In einer Anlage auf dem Campus

der TUHH, unter anderem aufgestellt

durch den Anlagenbauer Mothes

Hochdrucktechnik, Berlin, wird eine

wässrige Mischung dazu genutzt,

Holzreste oder Stroh unter hohem

Druck und Temperatur in ihre Grundbestandteile

zu zerlegen. Neben Lignin

fallen dabei auch Nebenprodukte

an, sogenannte Hydro lysate.

Diese sind reich an C5- und C6-

Zuckern wie Fructose und Glucose.

Von besonderem Vorteil ist hier die

ausschliessliche Nutzung unproblematischer

Reaktionsbegleitstoffe und

der Einsatz nachhaltiger Prozessbedingungen,

es gelangen lediglich

Forschungsreihe bei CENTIV GmbH zu neuen Rezepturen mit gewonnenem Hydrolyse-Xylan.

Das Prinzip: Vollständige

Verwertung von Biomasse

„In der Küche sollte bekanntlich

das ‚Nose-To-Tail‘-Prinzip angestrebt

werden. Dieses sieht vor, von einem

Tier alle Teile zu verwerten. Wir versuchen

bei der Lignin-Produktion etwas

ganz ähnliches“, so die Motivation

des Forschungsteams der drei

[1]

Das Projekt wurde unter dem Förderkennzeichen

031 B 0660 („ELBE- NH : Effizienzsteigerung von

Lignin-Bioraffinerien durch ergänzende Nutzung von

Hydrolysaten) vom BMBF finanziert.

Mehr zu ELBE-NH unter https://www.tuhh.de/v8/

research/elbe-nh.html sowie https://www.tuhh.de/

iue/forschung/projekte/elbe-nh.html

Foto/Grafik: CENTIV

42 | Getränke! 01 | 2022


ROH- UND INHALTSSTOFFE | Vollständige Verwertung von Biomasse

verdichtetes Wasser bei hohen

Temperaturen (über 100° C), verdichtetes

Kohlendioxid und Enzyme

zur Anwendung.

Die vollständige Verwertung der

Einsatzstoffe und die hohe Wertschöpfung

tragen enorm zu einer

gesteigerten Wirtschaftlichkeit

bei der Lignin-Produktion bei und

machen diese zu einer konkurrenzfähigen,

fossilfreien Alternative, so

beispielsweise auch für den Konsortialpartner

tesa SE in der Klebstoffherstellung.

Aus den geringen Abfallströmen,

die aus dem Gesamtprozess

übrig bleiben, ist es dem

Partner Verbio AG möglich, über

Biogasanlagen Energie oder Dünger

für die Landwirtschaft herzustellen.

Der Gruppe ist es gelungen, auf

kontinuierlichem Wege aus den anfallenden

Hydrolysaten Milchsäure

sowie Propionsäure, ebenso auch

weitere Feinchemikalien aus Fruktose-

und Glukose herzustellen.

Die Gewinnung der Xylane erfolgte

durch klassische thermische Trennverfahren,

der Fermentationskreislauf

aus den aufgereinigten Hydrolysaten

wurde durch den Einsatz einer

elektrochemisch unterstützten Membrantechnologie

ermöglicht (siehe

Grafik 1).

Xylan, Propionsäure und

Milchsäure als Nebenprodukte

Partner der CENTIV GmbH haben

das Potential der gewonnenen Nebenprodukte

für funktionale Nahrungsmittel

und Getränke evaluiert.

Propionsäure und Milchsäure haben

sich in der Getränke-und Lebensmittelindustrie

als Aromaverstärker bewährt,

ebenso kann die Lebensmittelhaltbarkeit,

bei einer Minimalkonzentration

von 0,125 - 0,5 %

Grafik 1 | Kontinuierliche Fermentation für Hydrolysatströme am Institut für Bioprozessund

Biosystemtechnik der TU Hamburg

Veillonella

criceti

Bacillus

coagulans

Fermentation

Fermentation

NaOH

NaOH

NaOH

„... Mit der erwarteten Post-Corona-Zeit ist ein wachsendes Interesse

an Gesundheit und Wohlbefinden entstanden, was zu einem neuen

Bedarf an funktionellen Lebensmitteln und Getränken geführt hat.

Unsere neu entwickelten Produkte zielen darauf ab, einen gesunden

Lebensstil und eine ausgewogene Ernährung mit wertvollen Inhaltsstoffen

wie Ballaststoffen, Antioxidantien, Vitaminen und Geschmack

zu unterstützen.“

DR. ING. MONICA TRIF, Food Research Department, CENTIV GmbH


0,3 M

NaOH

Na 2

SO 4

CEM AEX AEX AEX AEX CEM

+

Fermentation

Grafik: TU Hamburg

verbessert werden. In speziellen

Diäten werden 0,3 % bis max 1 %

PA Zugabe empfohlen.

Funktionale Lebensmittel sind

weiterhin mit natürlichen bioaktiven

und/oder antioxidativen Substanzen

angereichert oder enthalten

prebiotische Bestandteile. Prebiotika

sind nicht-glykosidische Oligosaccharide,

die im oberen Verdauungsbereich

keinen Angriffspunkt

für körpereigene Enzyme bieten.

Die fermentative Verwertung beziehungsweise

Aufspaltung erfolgt

erst über selektiv wirkende Darmbakterien.

Die dadurch verbesserte

Zusammensetzung der Darmbakterien

hat gesundheitsfördernde

Effekte wie Infektionshemmung

im Darm, höhere Konzentrationen

an kurzkettigen Fettsäuren in der

Darmwand und ebenso eine bessere

Mineralstoffaufnahme.

Xylan ist ein derartiges präbiotisches

Lebensmitteladditiv, welches

die Darmflora für Nahrungsmittelund

Getränkeverwertung positiv beeinflussen

kann. Bei CENTIV wird aktuell

die Anreicherung in Soft Drinks

untersucht. Das Xylan hat für die Textur

des Lebensmittels einen stabilisierenden/

verdickenden Effekt, und ist

in der energetischen Verwertung kalorienärmer

als herkömmliche Zucker.

Das Xylan hilft hierbei in der Formulierung

der Mischungspulver, es besitzt

ebenso wie Zucker den Vorteil

der guten Lösefähigkeit in Wasser.

Ein weiterer besonderer Vorteil ist

die Wechselwirkung des Kohlenhydrats

mit den phenolischen Komponenten

und Antioxidantien, welche

ebenso aus dem Lignin gewonnen

werden können.

Dr. Ing. Monica Trif, Food Research

Department, CENTIV GmbH

erläutert: „Unsere Gruppe unterstützt

die Förderung eines Gesundheitsbewusstseins,

wir registrieren,

was die Verbraucher wirklich erwarten

und genießen möchten. Mit der

erwarteten Post-Corona-Zeit ist ein

wachsendes Interesse an Gesundheit

und Wohlbefinden entstanden,

was zu einem neuen Bedarf an funktionellen

Lebensmitteln und Getränken

geführt hat. Unsere neu entwickelten

Produkte zielen darauf ab,

einen gesunden Lebensstil und eine

ausgewogene Ernährung mit wertvollen

Inhaltsstoffen wie Ballaststoffen,

Antioxidantien, Vitaminen und

Geschmack zu unterstützen.“

In Zusammenwirkung beziehungsweise

Rekombinierung mit

dem Hauptstrom der Lignin-Bioraffinerie

ermöglicht die Veredelung

des Hydrolysatstroms somit eine signifikante

Wertschöpfung für pflanzliche

Biomassen. Diese hängen jedoch

erwartungsgemäß stark von

der Vorlage, Pflanzengattung sowie

der Vorbehandlung ab.

Am Institut für Umwelttechnik

und Energiewirtschaft wird aktuell

die Effizienzsteigerung der Lignin-

Bioraffinerie quantifiziert. Ein besonderes

Augenmerk gilt hierbei

der Verwertung von Xylo-Oligosacchariden

und Xylan. Bereits relativ

kleine Bioraffinerie-Anlagen

(Durchsatz wenige 10 kt/a) können

durch eine Nutzbarmachung des

Xylanstroms als vermarktbares Produkt

die potenzielle Wertschöpfung

merklich erhöhen.

Mehr Informationen

www.tuhh.de/v8

Getränke! 01 | 2022 | 43


Eine Kolumne von

Dr. BURKHARD SCHÄFER

REGENERATION, ERHOLUNG UND MENTALE STÄRKE

Getränke für Körper und Geist

Würziger Waldduft, das Rauschen des Windes und das Knarren von Kieselsteinen

unter den Wanderschuhen: mit den länger werden der Tage im Frühjahr kann – auf

Wanderungen zwischen dichtem Nadelgehölz und kahlen Bäumen – durch das allmähliche

Zurückweichen der Dämmerung am späten Nachmittag auch zum Tagesausklang

wieder mehr Tageslicht genossen werden. Dies eröffnet für alle Naturfreunde

mehr Raum für Erholung im Freien. Denn die in der Natur wahrgenommenen Sinneseindrücke

verhelfen spürbar dazu, Körper und Geist zu erholen.

Foto: AdobeStock

44 | Getränke! 01 | 2022

G

anz gezielt wird dieser

Wunsch nach Regeneration

auch im Naturpark

Ammergauer Alpen in Bayern

unterstützt, der Erholungswilligen

einen Meditationsweg zur Verfügung

stellt. Ausgangspunkt ist die

Wieskirche in Steingaden, Endpunkt

Schloss Linderhof im Graswangtal

bei Ettal. Dazwischen bieten sich

auf der 85 km langen Wegstrecke

des Pilgerweges 15 unterschiedliche

Stationen. Bauwerke, Naturdenkmäler

und Kapellen sollen den Weg

zur inneren Einkehr und Meditation

begleiten. Vom Sonntagsspaziergang

über die Tageswanderung

bis zur Herausforderung des ganzen

Weges bieten sich viele Gelegenheiten

zur Stärkung der Gesundheit.

Tee-Ideen aus der

Salus-Teewerkstatt

Regeneration, Erholung und mentale

Stärke sind Themen, die in der

beschleunigten Gegenwart nicht

an Aktualität verloren haben. Während

auf dem Getränkesektor eine

Zeit lang der Fokus auf die Auf-

rechterhaltung von Energie und

Konzentration gelegt wurde und

zu den bisher auf dem Markt vertretenen

koffeinhaltigen Getränken

sich noch die Taurin beinhaltenden

Energy Drinks gesellten, werden

parallel dazu auch die entspannenden

Komponenten von Getränken

regelmäßig in den Vordergrund

gestellt. Hierbei bieten die „Klassiker“

wie Kamille, Lavendel, Fenchel,

Melisse und Baldrian nicht nur

den altbekannten erholsamen Teegenuss,

auch neue Teekreationen

bieten sich – gerade beim Wechsel

der Jahreszeiten – für eine entspannende

Auszeit an. So eignet

sich etwa die Zitronenmelisse nicht

nur wunderbar für eine Regenerationsphase,

sie bietet auch mit ihrem

zitrusähnlichen Geschmack

eine willkommene Abwechslung.

Als Kenner für Tees mit positivem

gesundheitlichem Nutzen hat

sich seit langem die Salus Haus

Dr. med. Otto Greither Nachf.

GmbH & Co. KG einen Namen gemacht.

Beispielhaft für den hohen

Anspruch des Hauses steht etwa

die Sorte „Abendstimmung“. Dabei

handelt es sich um eine fein aromatisierte

Kräuterteemischung mit natürlichem

Aroma. Um den Tag stimmungsvoll

und in Ruhe mit einer heißen

Tasse Tee beenden zu können,

werden für die Salus „Abendstimmung“

Rotbuschzweigspitzen, Zitronenverbeneblätter,

Frucht pulvermischung

(aus Passionsfrucht, Orange,

Johannisbrot, Zitrone und Apfel),

natürliche Aromen, Hopfenzapfen

und Ingwer zu einem wunderbar

milden Abend-Tee gemischt. Doch

Salus wäre nicht Salus, würde das

Unternehmen bei seinen beliebten

Klassikern stehenbleiben und nicht

nach neuen Wegen suchen. Und

so entwickelte Salus die „Teewerkstatt“,

in der zwölf passionierte Teetrinker

in Bruckmühl bei Salus neue

geschmackvolle Tees als Gaumenschmaus

entwickelt haben.

Ein Hoch auf die Quitte

Fünf kreative Sorten aus dieser Teewerkstatt

sind momentan für Kunden

greifbar. Dabei wurden den Produkten

so klangvolle Namen wie


„Quittenmädel“

Foto: Salus

„Huhu Wach“, „Happy India“,

„Wiesen Königin“, „ Kakao

Kuss“ oder „Quittenmädel“ gegeben.

Dieses Quittenmädel

punktet mit seinen minimalistischen

Inhaltsstoffen: enthalten

sind 75 % Quitten, 23 % Karottenwurzeln

und Zimtrinde. Der

feine Quittengeschmack dieses

Tees vermag nicht nur Kenner

der Frucht zu begeistern,

wobei die Quitte momentan

generell Herbst um Herbst immer

größere Beliebtheit erfährt.

Tatsächlich kann der Teetrinker

das Motto des Quittenmädels –

„Weniger ist manchmal mehr“ –

Schluck um Schluck selbst erfahren,

da das vollmundige Aroma

der „Cydonia oblonga“ (so der

botanische Name) in dieser außergewöhnlichen

Rezeptur sanft

zum Tragen kommt. Wer den typischen

Geschmack von Birnenoder

Apfelquitten zu schätzen

weiß, wird auch an dieser Teekreation

der Teewerkstatt-Teilnehmerinnen

Constanze, Marion

und Kristina seine Freude haben.

Eine herrliche Wanderung

und anschließend ein Glas „Quittenmädel“

bieten Labsal, Geschmack

und Entspannung für

Körper und Seele.

Die Macht der Sprache

Dass Inhalt und Form übereinstimmen

müssen, diese Erfahrung

hat manch einer bereits

mühsam machen müssen,

als er in der Schule über

einer Gedichtinterpretation

schwitzte und sich mit Versmaßen,

Enjambements oder Reimschemata

auseinandersetzen

musste. Sprachliche Finesse gehört

längst zum Grundhandwerkszeug

jeder Marketingab-

teilung und die Erarbeitung von

neuen Werbeslogans und pfiffigen

Marken-Claims zum täglich

Brot eines Texters. Wer beim

Käufer positive Narrative zu erschaffen

weiß, der hat schon einen

entscheidenden Schritt zur

Kaufentscheidung beim Konsumenten

gemacht. Hierbei gelingen

nicht alle Versuche gleich

gut, doch es gibt auch Klassiker,

die nicht nur für versierte

Sprachwissenschaftler in die Historie

der Werbesprüche eingegangen

sind, sondern es ins kollektive

Gedächtnis geschafft haben.

Werbe slogans wie „Lieber

trocken trinken als trocken feiern“

von Henkell trocken, „Nur

das Beste aus der Frucht“ von

Granini Trinkgenuss oder „Red-

Bull verleiht Flügel“ sind starke

Anwärter auf derart sprachliche

Alltime-Favourites. Die

Macht der Sprache, um mit einem

außergewöhnlichen Markennamen

auf dem Etikett auszufallen,

kann nie oft genug

hervorgehoben werden, da die

Sprache jenes Instrument ist,

das die Menschen verbindet –

und schlussendlich auch die Beziehung

zwischen Hersteller und

Kunde schafft. Wie also „ausscheren“

aus dem gewohnten

Trott und für das Produkt Aufmerksamkeit

schaffen? Christian

Dreißigacker, der seit 14 Jahren

das Weingut Dr. Koehler in

Rheinhessen leitet, hat sich für

sein Segment der Konzeptweine

drei Wortspiele ausgedacht,

die auf den Namen des Weingutes

rekurrieren und deshalb aus

den herkömmlichen Weinetiketten

hervorragen.

Ein besonders Konzept

Mit seinen Konzeptweinen

▶ „Dr. Koehler – Herr Doktor“,

▶ „Dr. Koehler – Doktorspiele“

und

▶ „Dr. Koehler – Rezeptfrei“

beweist Christian Dreißigacker

Weinkenntnis und Humor. Während

es sich bei den Varianten

„Herr Doktor“ und „Doktorspiele“

jeweils um eine Cuvèe

aus Scheurebe, Sauvignon Blanc

und Weißburgunder handelt, bei

der ein spritziger Weißwein herauskommt

(Herr Doktor), vertritt

„Doktorspiele“ die „Rosé-

Fraktion“, die, so die Empfehlung

von Christian Dreißigacker,

etwa einen frischen Melonen-

Feta-Salat abrundet. Im Gegensatz

zu den beiden Alkoholvarianten

ist die Sorte „Rezeptfrei“

ohne Alkohol im Weinregal

zu finden. Der alkoholfreie Wein

mit zugesetzter Kohlensäure

und leicht kräuterigem Aromen

eignet sich als Aperitif oder einfach

zum Genießen. Die Weinberge,

die zu Dr. Koehlers Weingut

gehören, finden sich rund

um Bechtheim und die umliegenden

Gemeinden.

Dr. Koehler-Konzeptwein „Dr. Koehler – Doktorspiele“

Hierbei wird auf nachhaltige Bewirtschaftung

der Böden strikt

geachtet, da die Standards des

ökologischen Weinbaus den

Maßstab bilden. Zu den Konzeptweinen

gliedern sich die

Weine von Dr. Koehler noch in

Guts-, Orts- und Lagenweine.

Auch hier geht Dr. Koehler bei

der Kennzeichnung der Weine

sprachlich innovative Wege.

Unter dem Slogan: „Fünf Ziffern,

ein Wein“ kann der Kunde

aus den groß auf dem Etikett

aufgedruckten Ziffern erkennen,

um welche Sorte es sich

handelt. So steht beispielsweise

14 081 L für den Dr. Koehler

Geyers berg Weißburgunder oder

die 14 019 G für den Dr. Koehler

Riesling. Tatsächlich ein Eyecatcher

im Weinregal, der für Aufmerksamkeit

beim Kunden

sorgt, wenn sein Blick durch die

Reihen wandert, da er (anstatt

mit Text) mit Zahlenkombinationen

konfrontiert wird, neben denen

in kleineren Lettern die Sorten-Bezeichnung

zu finden ist.

Kennzeichnung Dr. Koehler-Weine nach dem Slogan „Fünf Ziffern – ein Wein“

Fotos : Dr. Koehler Weine

Herausragende Qualität und ein

geschicktes Marketing sind so

stark ineinander verwoben, dass

immer wieder von vorne nachjustiert

werden muss. Ein Blick

auf die Dynamiken des Marktes

zeigen für Hersteller die neuesten

Entwicklungen und Ideen

und können somit auch gleichzeitig

wichtige Impulsgeber für

eigene Neuerungen sein – für

geistreiche Ideen in und auf der

Getränkeflasche. Dr. B. Sch.

Getränke! 01 | 2022 | 45


MARKETING | Werbemarktanlalyse

WERBEMARKTANALYSE MINERALWASSER 2021

Mineralwasser mit großer Dynamik

Die „Werbemarktanalyse Mineralwasser 2021“, herausgegeben vom Marketing analysten

research tools, untersucht die Werbemaßnahmen der Branche. Anbieter über greifende

Werbetrends werden aufgezeigt, für 100 Marken deren Ausgaben über die letzten fünf

Jahre hinweg und für zehn Top-Marken die Verteilung der Budgets auf Mediengattungen

und Jahreszeiten.

Von UWE MATZNER, Diplom-Kaufmann, Geschäftsführer des Marketinganalysten research tools.

46 | Getränke! 01 | 2022

I

nnerhalb der zwölf Monate von

August 2020 bis Juli 2021 wurden

116 Millionen Euro in die

mediale Kommunikation von Mineralwasser

investiert. Das ist ein kräftiges

Plus von 40 % verglichen mit

dem Vorjahreszeitraum. Allerdings

waren die zwölf vorangegangenen

Monate auch besonders werbeschwach.

Mit 42 Marken, die in

einem durchschnittlichen Monat

werben, fällt die Markenvielfalt im

Branchenvergleich groß aus.

85 % der Werbeausgaben der

ganzen Branche entfallen auf nur

zwei der sechs betrachteten Mediengattungen.

TV dominiert mit

einem Anteil von 61 %. Out-ofhome-Werbung

hält einen Anteil

in Höhe von 24 %. Die übrigen Mediengattungen

kommen jeweils auf

Anteile von maximal sechs Prozent.

Die Printmedien haben einen Anteil

von 7 %, Radio 3 % und Internetbanner

5%. Ausgaben für Suchmaschinenanzeigen

sowie Anzeigen in

Social Media sind hier nicht erfasst.

Im Zeitverlauf erweisen sich die

Anteile der Mediengattungen als

stabil. So bewegt sich der Anteil

Fernsehwerbung im engen Intervall

zwischen 57 % und 63 %. Auch die

andere, ausgabenstarke Mediengattung

Out-of-home hat konstant

hohe Anteile zwischen 24 % und

28 %. Die kleinen Mediengattungen

verzeichnen in keinem der fünf

Jahre auffällige Spitzen. Der höchste

Einzelanteil beträgt 8 % bei den

Zeitschriften.

Interessante Ergebnisse liefert

der Blick auf die Anzahl der eingesetzten

Werbemotive. Wo in anderen

Branchen häufig eine große Anzahl

von Internetbannern, nicht selten

über 100 verschiedene Motive,

eingesetzt werden, begrenzen sich

die Mineralwassermarken und setzen

maximal 50 unterschiedliche

Foto: AdobeStock

Motive ein. Bei Out-of-home, TV

und Zeitungen kommen bei keinem

der zehn Top-Werber mehr als zehn

Motive zu Einsatz. Zweistellige Anzahl

von Motiven sind somit bei einzelnen

Marken nur bei den Mediengattungen

Internetbanner, Radio

und Zeitschriften zu beobachten.

Ausgeprägte Saisonalität

bei Mineralwasser

Die Monate April bis Juli sind überdurchschnittlich

werbestark. Diese

vier Monate halten im Durchschnitt

der vergangenen fünf Jahre

jeweils zehn Prozent an den Gesamtausgaben

und zusammen mehr als

die Hälfte. Im Zeitraum November

bis März hingegen wird eher wenig

geworben. Regelmäßig ist der

Januar der schwächste Monat. Selbst

im Vergleich zu den anderen unterdurchschnittlichen

Monaten fällt der

Januar noch deutlich ab und kommt

durchschnittlich auf einen Anteil von

lediglich zwei Prozent an den Gesamtausgaben

des Jahres. Die starke

Saisonalität im Werbemarkt

Mineralwasser zeigt sich auch bei der

Anzahl werbender Marken. Im Januar

sind im 5-Jahres-Mittel 22 Marken

aktiv. Im Monat mit der höchsten Anzahl

werbender Marken, dem Juni,

sind dies durchschnittlich 58 Marken.

Die ausgeprägte Saisonalität in

der Branche bietet Chancen für

eine gute Werbewahrnehmung bei

mäßigen Ausgaben. Zwei Beispiele

machen das deutlich: Adelholzener

verzeichnet mit Ausgaben in Höhe

von 1,7 Millionen Euro in Dezember

2020 einen Share of Adver tising

von 61 % am Gesamtmarkt.

Gerolsteiner erreicht mit rund

700.000 Euro sogar 71 % im Januar

2021. Trotz des ausgeprägten

Werbeschwerpunkts in Frühling

und Sommer zeigt die Analyse

der zehn Top-Marken, dass gleichwohl

erhebliche Unterschiede in der

Werbestrategie bestehen. Während

sechs Marken ihren Fokus auf Frühling

und Sommer setzen, wirbt die

Marke Saskia bevorzugt im Herbst,

während drei weitere Marken eine

ausgewogenere Verteilung ihrer

Ausgaben vornehmen.

18 Marken knacken

die Millionen-Marke

Im jüngsten 12-Monats-Zeitraum

gaben 18 Mineralwasser- Marken

mehr als eine Mil lion Euro für Werbung

aus. Auf die drei Marken mit

den höchsten Werbeausgaben entfallen

trotz großer Markenvielfalt

immerhin 57 %, ein im Vergleich


MARKETING | Werbemarktanlalyse

mit anderen Branchen allerdings

nicht ungewöhnlicher hoher Anteil.

Zum Vergleich: Bei Milch beträgt

die Werbekonzentration auf die

Top drei Marken 78 %. Fruchtsäfte

verzeichnen einen Top-3-Anteil

von 62 %. In den Branchen Kaffee

(56 %) und Tee (57 %) liegt dieser

Wert in der gleichen Größenordnung

wie bei Mineralwasser.

Der große Unterschied besteht

damit weniger bei der Werbekonzentration.

Vielmehr unterscheidet

sich der Werbemarkt Mineralwasser

von den oben genannten Branchen

durch die erheblich größere Anzahl

werbender Marken. Während dies

im Mineralwassermarkt 42 Marken

im Monatsmittel sind, verzeichnen

▶ Milch (9),

▶ Fruchtsäfte (12),

▶ Tee (19) und

▶ Kaffee (22)

eine wesentlich geringere Anbietervielfalt.

Ursache für die dennoch

beträcht liche Werbekonzentra tion

im Mineral wassermarkt ist insbesondere

die dominante Marke Gerolsteiner,

die das Ausgabenranking

regelmäßig und mit deutlichem Vorsprung

anführt.

Nachdem in den Vorjahren die

ersten vier Plätze des Ausgabenrankings

an immer dieselben Marken

vergeben waren kam im jüngsten

12-Monats-Zeitraum Bewegung

in die Branche. Die Marken Saskia

und Volvic steigerten ihre Ausgaben

mehr als deutlich und brachen in die

bisherige Phalanx der Top 4 ein.

Ebenso bemerkenswert ist die große

Zahl der Newcomer. Allein im Zeitraum

August 2020 bis Juli 2021 listet

das Ausgabenranking unter den 100

Marken 23, die in diesem Zeitraum

erstmals – zumindest bezogen auf

den betrachteten Gesamtzeitraum

von fünf Jahren – Ausgaben von mindestens

2.000 Euro hatten. Auch dies

zeigt die Dynamik im Markt. Unter

den erstmals werbenden Marken finden

sich etliche, die aus dem Stand

ein Werbevolumen von 100.000 Euro

übersteigen. Beispielhaft dafür stehen

die Marken Flowkiss, Naturpark

Quelle und Wasserhelden.

Hohes Werbevolumen im

Mineralwassermarkt

Die hohe Anzahl Marken führt letztlich

auch zu einem Ausgabenunterschied

im Branchenvergleich. Für

mediale Kommunikation gaben die

Mineralwasseranbieter 116 Millionen

Euro aus. Das ist ein kräftiges

Entwicklung des Mediensplits aller Marken im 5-Jahres-Vergleich (Angaben in %)

Aug. ‘16 - Jul. ‘17

Aug. ‘17 - Jul. ‘18

Aug. ‘18 - Jul. ‘19

Aug. ‘19 - Jul. ‘20

Aug. ‘20 - Jul. ‘21

0 20 40 60 80 100

Internet Out-of-Home Radio TV Zeitschriften Zeitungen

Werbeplus von 40 % verglichen

mit dem Vorjahreszeitraum. Allerdings

war der Vorjahreszeitraum

auch ein schwaches Werbejahr, das

schwächste der vergangenen fünf

Jahre. Gleichwohl bedeuten die

116 Millionen Euro den höchsten

Wert im Gesamtzeitraum. Auf die

Anzahl der Werbungtreibenden hat

dieser Ausgabensprung keinen positiven

Einfluss. Mit monatsdurchschnittlich

42 Marken bleibt die Anzahl

annähernd konstant.

Im Vergleich zu den anderen

Getränke branchen ist der Mineralwassermarkt

bezogen auf die Werbeausgaben

der größte. 116 Millionen

Euro stehen 99 Millionen Euro

bei Kaffee gegenüber. Das Werbevolumen

bei Milch beträgt gemäß

Quelle: Analysen durch research tools auf Basis AdVision digital

Entwicklung der Werbespendings produktmarktübergreifend (Angaben in T€)

und Anzahl der Werbungtreibenden

Werbespendings

18.000

12.000

6.000

0

Anzahl

Werbungtreibende

August 2016

Oktober

Dezember

Februar 2017

April

Juni

August

Oktober

Dezember

Februar 2018

April

Juni

August

Oktober

Dezember

Februar 2019

April

Juni

August

Oktober

Dezember

Februar 2020

April

Juni

August

Oktober

Dezember

Februar 2021

April

Juni

Werbespendings

Anzahl Werbungtreibende

Quelle: Analysen durch research tools auf Basis AdVision digital

der zuletzt veröffentlichten Studie

von research tools 60 Millionen

Euro, Tee kommt auf 47 Millionen

Euro und Fruchtsäfte auf lediglich

29 Millionen Euro. Der Vergleich ist

zwar beeinträchtigt durch leicht abweichende

Analysezeiträume, die

Zahlen spiegeln jedoch die Größenordnungen

verlässlich.

Zusammenfassend lässt sich sagen,

dass der Werbemarkt Mineralwasser

zwar hinsichtlich des

Mediensplit und Saisonalität sehr

konstant ist. In Bezug auf Werbevolumen,

Top-Werbungtreibende und

Newcomer zeichnet sich der Markt

aber durch große Dynamik aus.

Mehr Informationen

www.research-tools.net

75

50

25

0

Getränke! 01 | 2022 | 47


MARKETING | Produkte mit Benefit

OMMUNIKATIONSINSTRUMENT VERPACKUNG

„Message in a Bottle“

Gesellschaftlich relevante Themen werden auch von Unternehmen aus der Getränkeindustrie

aufgegriffen und gezielt durch ihre Produkte und Verpackungen platziert.

Das Besondere an vielen Produkten: Sie sind klassisch, oft „normal“ oder bekannt,

zum Beispiel eine Limonade. Doch dahinter steckt eine besondere Message oder der

Wille, etwas zu verändern und zu helfen. Mit einem großen Benefit: Die Unternehmen

fördern mit ihren Getränken und der dahinterstehenden Unternehmensstrategie

Engagement für Soziales und Umwelt, das sie klar kommunizieren.

48 | Getränke! 01 | 2022

D

ie Vorteile von Glas als Verpackung

liegen dabei auf

der Hand: Es lässt sich individuell

gestalten – sei es durch die

Form, den Aufdruck oder ein aussagekräftiges

Etikett auf einer klassischen

Flasche. Glas ist dazu –

als Mehrwegverpackung – bis zu

50-mal wiederbefüllbar und zu

100 % unendlich oft recycelbar,

ohne Qualitätsverlust. Dank seiner

Inertheit ist Glas außerdem eines

der sichersten Verpackungsmaterialien,

denn es lässt praktisch keine

Wechselwirkung zwischen Verpackung

und Inhalt zu. Das Produkt

schmeckt, wie es schmecken

soll. Vier Unternehmen haben es mit

ihren – zunächst klassisch erscheinenden

Getränken geschafft, die

Verpackung als Kommunikationsund

Förderinstrument zu nutzen.

Mit einer ganz individuellen „Message

in a Bottle“.

Viele Produkte,

ein wichtiger Appell

Das Hamburger Unternehmen fritzkola

hat es geschafft, mit Kolas,

Limo naden und Schorlen neben internationalen

großen Playern erfolgreich

zu werden. Inzwischen bietet

fritz-kola ein breites Sortiment an –

neben verschiedenen kola-Varianten

gibt es fritz-limos, fritz-spritz-Schorlen,

mischmasch und fritz-mate,

alle in kleinen Portionsgrößen und

nur in Glas-Mehrwegflaschen. Eine

Verpackung, auf die das Unternehmen

von Anfang an zu 100 % gesetzt

hat. „Wir füllen fritz-kola seit

unserer Gründung im Jahr 2003 nur

in Glas-Mehrwegflaschen ab, weil

es für uns die ökologisch sinnvollste

Verpackung ist“, so Björn Knoop,

Leiter Unternehmenskommunikation,

PR und Nachhaltigkeit bei fritzkola.

„Der Transport und die Rei-

nigung verursachen weniger Aufwand

als die Herstellung neuer

Flaschen. Diesen Aufwand können

wir zusätzlich durch nachhaltige, regionale

Abfüllungen und effiziente

Anlagen minimieren. Und durch

den geschlossenen Recyclingkreislauf

können wir unseren Beitrag

dazu leisten, Müll und Mikroplastik

– zum Beispiel in den Ozeanen – zu

vermeiden.“ Die klassische Glasflasche

ist bei den Konsumenten bekannt

und mittlerweile ein wesentlicher

Treiber für die Aktivitäten von

fritz-kola. Mit der Initiative „Trink

aus Glas“ fordert das Unternehmen

für ganz Deutschland Getränkeregale,

in denen nur noch Glasflaschen

stehen. „Mit der ‚Trink aus

Glas‘- Initiative wollen wir einen Systemwandel

in der Getränkeindustrie

anstoßen. Wir möchten Menschen

dazu motivieren, ihre Getränke nur

noch aus Glasflaschen zu trinken“,

erzählt Lena Johe, Brandmanagerin

bei fritz-kola. „Das möchten wir

natürlich nicht alleine machen, sondern

gemeinsam mit starken Partnern,

die fritz-kola und andere Getränke

konsumieren, bewerben,

kaufen oder verkaufen. Zum Bei-

Foto: fritz-kola / André Rudolph

spiel über Aktionstage oder Beach-

Cleanups in verschiedenen Städten.

Denn dann wird der Hebel umso

größer.“ Im Rahmen der Initiative

setzt fritz-kola sich zusammen mit

der „Surfrider Foundation Europe“

und der Unterstützung der Verbraucher

dafür ein, 1.000 Strände, Seen

und Flüsse von Müll zu befreien. Mit

einer Sonderedition der bekannten

Kola, einer eigenen Investition von

100.000 Euro und einem Appell, der

durch die Glasverpackung nach außen

kommuniziert wird.

Ikonische Flasche,

neue Messages

Almdudler ist mit 99 % Markenbekanntheit

in Öster reich und 59 %

Markenbekanntheit in Deutschland

die erfolgreichste Alpenkräuterlimonade

der Welt. Doch warum lieben

viele Verbraucher das spritzige,

alkoholfreie Erfrischungsgetränk

so sehr? Valerie Semorad, Leiterin

Brandmanagement bei Almdudler,

ist sich sicher: „Es ist die Mischung

aus Produkt, Verpackung, Marke,

CSR-Engagement und klarem Statement.“

Almdudler überzeugt mit einem

konsequenten Produkt- und


MARKETING | Produkte mit Benefit

Markenauftritt. Die unverkennbare

österreichische Herkunft, die Natürlichkeit,

aber auch das Alpenfeeling

treiben die Marke an und machen

sie zu einer Lovebrand.

Die ikonische Glasflasche wurde

seit Erfindung 1957 in ihrer Form nie

verändert und hat einen hohen Wiedererkennungswert.

„Glas ist nicht

nur für uns, sondern für viele Unternehmen

mehr als eine Verpackung.

Es ist eine Emotion und Teil der DNA

unseres Unternehmens“, erzählt Semorad.

„Deswegen nutzen wir unsere

Glasflasche auch ganz bewusst,

um wichtige gesellschaftliche Themen

hervorzuheben.“

Dafür stehen Limited Editions wie

die „Pride Edition“ zum Thema Diversität

und Gleichgeschlechtlichkeit,

die „Almdudler*in“ im Zuge der

Diskussion über die Gendersprache

oder die „Life Ball“- Aids-Flasche. Allein

der Schriftzug „Almdudler*in“

zierte eine limitierte Auflage von

rund 200.000 Stück der begehrten

0,35-l-Almdudler-Glas-Mehrwegflasche.

„Almdudler ist ein Schluck

Leichtigkeit aus der Flasche – mit gutem

Gewissen und einem klaren Bekenntnis.

Nicht nur zur Glasflasche,

sondern zur Vielfalt in unserem Leben“,

fasst Semorad zusammen.

Foto: Almdudler: Almdudler Limonade A. & S. Klein GmbH & Co KG

Von der Nordsee,

für die Seenotretter

Auch kleine Unternehmen schaffen

es, ihre Produkte über eine klassische

0,33-l-Longneck-Glasflasche

gekonnt im Regal zu platzieren und

Engagement zu fördern. So zum Beispiel

die Deichlimo, die einen besonderen

Auftrag in ihrem regionalen

Markenherz verankert hat: Mit

jeder gekauften Flasche Deichlimo

geht ein Teil des Erlöses an die Seenotretter.

Das Unternehmen im Herzen

Schleswig-Holsteins liegt nicht

weit von der Nordsee entfernt, wurde

2014 gegründet und bietet mittlerweile

Deichlimos in sieben verschiedenen

Sorten an. „Wir wollten

mit unserer Deichlimo ein regionales

Produkt mit dem gewissen Etwas

anbieten, das es exklusiv in der

Gastronomie und in der Hotellerie

gibt und das einzigartig schmeckt“,

so Henning Tadsen, Gründer der

Deichlimo und Geschäftsführer der

Getränke Tadsen GmbH. „Gleichzeitig

wollten wir damit Engagement

für die Region zeigen. Gutes tun bei

leckerem Geschmack – das ist unsere

Aufgabe.“ Und das funktioniert:

Von jeder gekauften Deichlimo geht

1 Cent an die Seenotretter, deren Arbeit

auf See unerlässlich ist. Egal ob

Mensch über Bord, Brand im Maschinenraum,

Wassereinbruch auf

einem Fischkutter, ein schwer verletzter

Seemann auf einem Frachtschiff,

Ruderausfall an Bord eines

Motorbootes, Mastbruch auf einer

Segeljacht, ein erschöpfter Surfer –

die Helfer auf See sind da. Als Partner

konnte das Unternehmen die

nicht weit entfernte Husumer Mineralbrunnen

HMB GmbH dafür gewinnen,

die Deichlimo zu produzieren

und in Glas-Mehrwegflaschen

abzufüllen. Um so einen umweltbewussten,

kurzen Weg in die Gastronomie

und Hotellerie zu sichern.

Regional produziert,

regional engagiert

Dass Apfelschorle auch Gutes tun

kann, zeigt das Unternehmen

Limoment GmbH aus dem ostwestfälischen

Bielefeld: Bei der regional

und fair produzierten Apfelschorle

„Durstspender“ wird ein Drittel des

Gewinns an Umwelt- oder Sozialprojekte

in Ostwestfalen-Lippe gespendet.

„Mit unserem Durstspender haben

wir eine regional und fair produzierte

Apfelschorle auf den Markt

gebracht, die zeigt, dass uns Mensch

und Umwelt am Herzen liegen“, erzählt

Janosch Kriesten, Geschäftsführer

der Limoment GmbH. „Deswegen

spenden wir ein Drittel des

Gewinns an Umwelt- oder Sozialprojekte

in unserer Nachbarschaft. Ob

der Bau eines Bienenhotels, die Finanzierung

eines Spielgeräts für den

lokalen Kindergarten oder die Unterstützung

eines gemeinnützigen Projekts

– mit dem Durstspender möchten

wir alles möglich machen!“

Das Besondere: Die Verbraucher

können entscheiden, welche Projekte

das Unternehmen mit den Spenden

unterstützt. Dafür können Vorschläge

eingeschickt werden, über

die dann abgestimmt wird. Die naturtrübe

Apfelschorle wird mit Obst

aus Ostwestfalen-Lippe vegan und

fair produziert und in eine klassische

0,33-l-Glas-Mehrwegflasche abgefüllt

– mit einem zum Markenauftritt

passenden, natürlich gestalteten

Etikett und einem Wortspiel im Namen

selbst. „Die Wahl unserer Verpackung

ist klar auf die Glasflasche

gefallen, wie auch bei unseren anderen

Limonaden“, so Kriesten. „Sie

schützt den Geschmack unserer Produkte

optimal und hat einen großen

Vorteil in puncto Umwelt: Sie ist wiederbefüllbar

und im Anschluss recycelbar.

Was möchten wir mehr?“

Mehr Informationen

www.glasaktuell.de

Abb. links: Deichlimo

Foto: Getränke Tadsen GmbH

Abb. rechts: Limoment

Foto: Limoment GmbH

Getränke! 01 | 2022 | 49


MARKETING | Werbemittel

DAS WESEN EINER MARKE KOMMUNIZIEREN

Etiketten als Markenbotschafter

Der wachsende Sektor der Premium-Getränke bietet eine Fülle von Innovationen und Möglichkeiten, sich

mit seiner Marke zu differenzieren. Doch um eine echte Bindung zu den Verbrauchern aufzubauen, muss

man mehr tun, als nur ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen. Um ein wirklich unvergessliches Kundenerlebnis

zu schaffen, ist ein von Grund auf ganzheitlicher Ansatz erforderlich. Markeneigner müssen die Bedürfnisse

ihrer Zielgruppe verstehen, denn sie stehen beim Storytelling im Mittelpunkt der emotionalen Markenbindung.

Vor dem Hintergrund, dass Loyalität immer mehr der Vergangenheit angehört und jüngere

Generationen sich kaum noch für ein Lieblingsgetränk entscheiden und ihm jahrelang treu bleiben, stellt

sich die Frage, wie Wein- und Spirituosenhersteller die Stunde der Wahrheit verlängern können, um den

Bekanntheitsgrad zu erhöhen und das wahre Wesen ihrer Marke vermitteln können.

Von LERIDA ALLKA, Sales Manager Global Key Accounts bei All4Labels

D

er Mensch ist von Haus

ein neugieriges Wesen,

das sich leicht dazu verleiten

lässt, einen Produktcode

zu scannen, wenn man ihm

dazu mit die richtigen Hinweise

gibt. Die Tatsache, dass die Menschen

rund um die Uhr mit ihren

Smartphones verbunden sind,

macht es durchaus wahrscheinlicher,

dass eine gut aufgebaute

Mitmachaktion den Wunsch

nach Interaktion auslöst.

Smarte Technologien

Digitale Pioniere wie die All4Labels

Global Packaging Group arbeiten

eng mit Wein- und Spirituosenmarken

zusammen, um

durch den Einsatz intelligenter

Technologien, die den Wert des

Produkts steigern, zielgerichtete

und bessere Verbrauchererlebnisse

zu schaffen. Das Etikett

ist mehr als nur eine gedruckte

Information, es wird vielmehr

zum Vehikel für die Vermittlung

wertschöpfender Inhalte,

die das Vertrauen in die Marke

stärken und neue Beziehungen

zu den Verbrauchern schaffen.

Mit den Label Intelligence- Lösungen

von All4Labels können

Wein- und Spirituosenmarken

hohe Kundenbindungsraten

und eine deutlich höhere Kapitalrendite

(ROI) erzielen, indem

sie ihre Produkte über serialisierte

Smart Labels mit dem Internet

der Dinge verbinden. Diese

modularen Lösungen wer-

den auf einer skalierbaren SaaS

(Software as a Service)-Cloud-

Plattform aufgebaut, die genau

auf die Bedürfnisse der Marke

zugeschnitten ist, wobei das Benutzererlebnis

stets im Vordergrund

steht.

Das Markenerlebnis

Durch die Einbindung von intelligenten

Technologien wie QR-

Codes, Augmented Reality (AR),

NFC/RFID-Tags, Image Recognition

(IR) oder unsichtbaren Mustern

auf dem Etikett kann die

Markengeschichte mit maßgeschneiderten

mobilen Diensten

auf eine noch nie dagewesene

aussagekräftige und ansprechende

Weise zum Leben erweckt

werden. Jeder Code kann

mit einer spezifischen und einzigartigen

digitalen Identität belegt

werden, so um ein durch

und durch personalisiertes Verbraucherlebnis

zu ermöglichen.

Außergewöhnliche Markenerlebnisse

sind ein wichtiger Bestandteil

im Rahmen des gesamten

Marketing-Mix und müssen

darin vollständig integriert sein,

um das Potenzial dieser innovativen

Technologien im vollen

Umfang ausschöpfen zu können.

All4Labels bietet nicht nur

intelligente Etiketten an, sondern

arbeitet in allen Phasen des

gesamten Produktlebenszyklus

mit den Markenherstellern zusammen,

um Möglichkeiten zu

schaffen, den Verbraucher auf

eine Reise mitzunehmen, die er

nicht vergessen wird.

Die digitale Welt liegt dem

Markenhersteller zu Füßen, er

hat das Steuer in der Hand. Sicherzustellen

ist, dass die Etiketten

für das Produkt arbeien, indem

das wahre Wesen der Marke

direkt an den Verbraucher

weitergegeben und so der Dialog

in Gang gesetzt wird.

Fotos: All4Labels

Mehr Informationen

www.all4labels.com

50 | Getränke! 01 | 2022


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