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IAA Spot 2019

Das offizielle Magazin der IAA 2019 in Frankfurt

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Das offizielle Magazin<br />

*<br />

Internationale Automobil-Ausstellung <strong>2019</strong><br />

Deutschland Euro 5,00<br />

Porsche Taycan<br />

DIE STILLE REVOLUTION<br />

VW ID.3<br />

JETZT GEHT´S LOS<br />

Opel Corsa-e<br />

RAUS AUS DER NISCHE<br />

Hyundai i10:<br />

Selbstbewusster Stadtfloh<br />

Honda e:<br />

Charmanter Botschafter<br />

Škoda Kamiq:<br />

Ein cleveres SUVchen<br />

Mercedes EQS:<br />

Luxus der Zukunft


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vom 12. – 22. September <strong>2019</strong>


HALLENPLAN<br />

4<br />

Impressum<br />

Herausgeber & Chefredaktion<br />

(V.i.S.d.P)<br />

Peter Eck<br />

Günter Weigel<br />

Autoren<br />

Michael Hoffmann<br />

Holger Holzer<br />

Elfriede Munsch<br />

Wolfram Nickel<br />

Anzeigenleitung<br />

Günter Weigel<br />

Verlag<br />

SPS <strong>Spot</strong> Press Services GmbH<br />

Bahnhofstraße 25<br />

56459 Willmenrod<br />

iaa@spotpress.de<br />

Grafik & Layout<br />

Feines & Buntes Design, Köln<br />

Gabriele & Ralf Gottschalk<br />

HALLENPLAN<br />

Lektorat<br />

Jasmin Pouwels<br />

Druck<br />

LVD Limburger Vereinsdruckerei GmbH<br />

Auflage<br />

150.000 Exemplare<br />

Abbildungen<br />

Pressefotos der Unternehmen<br />

Autodrom Archiv<br />

Michael Horz<br />

Statista<br />

Alle Angaben ohne Gewähr.<br />

Alle Rechte vorbehalten.<br />

Nachdruck, Übersetzung, Speicherung,<br />

Vervielfältigung und Verwendung in<br />

elektronischen Medien sind ohne vorherige<br />

schriftliche Genehmigung des<br />

Verlages verboten und strafbar.<br />

Die Berichterstattung wurde durch<br />

Hersteller unterstützt.


SEHR GEEHRTE LESERINNEN<br />

UND LESER DES <strong>IAA</strong> SPOT,<br />

LIEBE FANS UND FREUNDE<br />

DES AUTOMOBILS,<br />

… in Bewegung war unsere Welt schon immer, doch<br />

zurzeit hat man häufig das Gefühl, dass sich unser Leben<br />

in fast jeder Beziehung rasant verändert. Dies trifft in besonderem<br />

Maß auch auf unsere Mobilität und damit auf die<br />

Automobilindustrie zu. Und das kann natürlich auch nicht<br />

ohne Wirkung auf eine Automesse wie die <strong>IAA</strong> bleiben.<br />

Natürlich ist es mehr als schade, dass einige prominente<br />

Importmarken in diesem Jahr nicht in Frankfurt vertreten<br />

sind. Es ist eine der spannendsten Fragen, wie Fachbesucher<br />

und Publikum die Umgestaltung der Messe zu einer internationalen<br />

Plattform für Mobilität goutieren werden. Und<br />

ob die vier Säulen – Exhibition, Experience, Career und<br />

Conference – die <strong>IAA</strong> in eine erfolgreiche Zukunft tragen<br />

werden.<br />

Natürlich interessieren sich die meisten Besucher ganz<br />

sicher vor allem für den klassischen Teil – die Exhibition,<br />

also für die ausgestellten Fahrzeuge.<br />

Drei Trends scheinen dabei schon jetzt absehbar<br />

zu sein:<br />

1) Die E-Mobilität kommt auf dieser <strong>IAA</strong> endgültig aus<br />

ihrer Nische. Das Angebot vergrößert sich deutlich.<br />

Vor allem aber: Neben teuren Technologieträgern gibt<br />

es auch erstmals in größerem Umfang E-Autos für den<br />

Normalverdiener zu sehen.<br />

3) Der klassische Motor lebt und selbst der Diesel ist alles<br />

andere als tot. Um den Verbrauch der Verbrenner in<br />

den Griff zu bekommen und die CO 2-Herausforderungen<br />

zu erfüllen, erhalten allerdings auch diese<br />

Motoren elektrische Unterstützung. Sei es mit leichter<br />

Elektrifizierung (48-Volt-Systeme) oder auch als klassische<br />

Hybride in der Kombination aus Elektro- und<br />

(meist) Benzinmotor.<br />

Neben diesen Produkttrends spiegelt die Messe den Wettstreit<br />

der Ideen für die Mobilität von morgen. Der findet<br />

nicht nur in neuen Autos und Technologien statt, sondern<br />

auch zwischen den klugen Köpfen, die auf den Konferenzen<br />

und Diskussionsforen um die besten Lösungen ringen.<br />

Es lohnt sich also, gerade bei dieser <strong>IAA</strong> nicht nur die ausgestellten<br />

Fahrzeuge genau anzuschauen, sondern auch<br />

über den Tellerrand zu gucken. Zum Beispiel auch auf die<br />

Ideen der Zulieferer, die mehr denn je einen wichtigen<br />

Beitrag zur Zukunft des Automobils leisten wollen und<br />

müssen.<br />

Wir wünschen Ihnen viel Spaß auf der Messe und natürlich<br />

bei der Lektüre des <strong>IAA</strong> <strong>Spot</strong>.<br />

Herzliche Grüße<br />

2) Der Trend zum SUV hält an, es kommen immer mehr<br />

mittlere und kleinere Vertreter dieser Fahrzeuggattung<br />

auf den Markt. Häufig werden dabei gerade die SUV<br />

elektrifiziert angeboten, um ihrem aufgrund von<br />

Gewicht und Stirnfläche höheren Verbrauch entgegenzuwirken.<br />

Peter Eck<br />

Günter Weigel<br />

EDITORIAL<br />

5


104<br />

24 136<br />

48<br />

72<br />

146<br />

INHALT<br />

Hallenplan/Impressum 4<br />

Editorial 5<br />

Meldungen 8<br />

Interview mit VDA-Präsident Bernhard Mattes 10<br />

<strong>IAA</strong> <strong>2019</strong>: Mit neuem Konzept in Richtung Zukunft 12<br />

E-Mobilität: Ist die Zeit endlich reif? 18<br />

Volkswagen ID.3: Jetzt geht´s los 24<br />

Modularer E-Antriebs-Baukasten (MEB):<br />

Das Rückgrat der Elektromobilität 34<br />

Volkswagen ID.R: Auf Rekordjagd 38<br />

Meldungen 40<br />

MARKTÜBERSICHT ELEKTROAUTOS:<br />

Die hier gibt es - und die hier kommen 42<br />

Fragen und Antworten zur Elektromobilität:<br />

Was E-Autofahrer wissen sollten 44<br />

Porsche Taycan: Die stille Revolution 48<br />

Porsche Cayenne Turbo S E-Hybrid: Starker Stecker 52<br />

Nachhaltigkeit verschiedener Antriebsarten:<br />

Elektroautos haben die bessere CO2-Bilanz 54<br />

Mercedes-Benz Vision EQS: Luxus der Zukunft 58<br />

Mercedes-Benz EQV: Exklusiver E-Shuttle 62<br />

Mercedes-Benz A- und B-Klasse: Kompakte Plug-ins 63<br />

Mercedes-Benz GLC 300 e 4MATIC: Frisch angeschlossen 64<br />

Mercedes-Benz GLE 350 de 4MATIC:<br />

So viel Reichweite wie noch nie 65<br />

Audi AI:Trrail quattro: Helikopter auf Rädern 66<br />

Volkswagen e-up: Stromer für die City 68<br />

Smart EQ Fortwo und Forfour: Zurück in die Zukunft 70<br />

Opel Corsa-e: Raus aus der Nische 72<br />

Opel Grandland X Hybrid4: Mit Stecker und Allrad 76<br />

Honda e: Charmanter Botschafter 78<br />

Škoda Citigo e iV und Superb iV:<br />

Der kleine und der große Stromer 82<br />

Meldungen 86<br />

ZF Getriebe-Trends: Vielfalt aus dem Baukasten 88<br />

Cupra Tavascan: SUV-Coupé mit doppelter E-Power 90<br />

Seat Tarraco FR PHEV: Familien-SUV mit Anschluss 91<br />

Hyundai Ioniq: Der Vielseitige unter den Alternativen 92<br />

Hyundai <strong>IAA</strong>-Premieren: Emotional und elektrisch 94<br />

Hyundai Bluelink: Mehr Komfort im Auto-Alltag 95<br />

Renault Zoe: Gut gerüstet 96<br />

Alternative Antriebe bei Kia: E-Power für alle Fälle 98<br />

Externer Seitenairbag von ZF: Schutz von außen 102<br />

ZF erforscht Reisekrankheit:<br />

Entspannt in den Urlaub – und ins autonome Zeitalter 103<br />

ZF Initiative: Mobilität und Leben im Gleichgewicht 104<br />

Meldungen 106<br />

VERBRENNUNGSMOTOREN:<br />

Noch lange nicht am Ende 108<br />

Volkswagen T-Roc Cabriolet: Trendsetter aus Osnabrück 112<br />

Škoda Superb: Neues Make-up, neue Technik 118<br />

Škoda Kamiq: Wie eine zweite Haut 122<br />

Škoda Scala: Mehr GLanz in der Kompaktklasse 125<br />

Audi A1 Citycarver: Die Stadt ist sein Revier 126<br />

Audi Q3 Sportback: Kraftvolle Eleganz 128<br />

Audi A4: Digital-dynamisch 130<br />

Audi RS 6/RS 7: Kraft trifft Strom 131<br />

Porsche 911: Schnelle Basis 132<br />

Porsche Macan Turbo: Power-Paket 133<br />

Mercedes-AMG-Kompaktmodelle: Leistungs-Dimensionen 134<br />

Mercedes-Benz GLE Coupé: Neues für die Nische 136<br />

Renault Clio: Besser denn je 138<br />

Opel Corsa: Neustart für den Dauerbrenner 140<br />

Opel Astra: Fit in die zweite Halbzeit 142<br />

Hyundai Kona Hybrid: Mit doppeltem Antrieb 144<br />

6<br />

INHALT


188<br />

128<br />

165<br />

SEI SCHLAU,<br />

WECHSLE ZUM<br />

PFAU!<br />

Hyundai i30 N Project C: Leichter, tiefer, schärfer 145<br />

Hyundai i10: Der selbstbewusste Floh 146<br />

Honda CR-V Hybrid: Souveräner Sparer 148<br />

Kia XCeed: Zum Crossover gewandelt 150<br />

Meldungen 152<br />

MARKT-SPOT 155<br />

Für jeden was dabei 156<br />

Nissan Juke: Der Pionier wird praktischer 159<br />

Toyota Hybridantrieb: Von der Alternative zur ersten Wahl 160<br />

Lexus UX 250h: Klare Haltung 162<br />

Lexus ES 300h: Der Business-Gleiter 163<br />

Toyota Corolla und RAV4: Neuauflage der Legenden 164<br />

Toyota GR Supra: Versprechen eingelöst 165<br />

Subaru Forester und XV: Hybrid auf Subaru-Art 166<br />

SsangYong Tivoli: Ein SUV mit Charakter 172<br />

SsangYong Korando: Ausweitung der Komfortzone 173<br />

Subaru Levorg: Der Subaru unter den Familienkombis 174<br />

Fiat 500: Das süße Leben 176<br />

Fiat Tipo: Vernetzter und eleganter 178<br />

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ohne Zusatzkosten<br />

Digitalisierung des Autohandels: Die Zukunft kauft online 180<br />

Roboterautos im Stadtverkehr: Der programmierte Stau 184<br />

ACV: Licht im Lade-Dschungel 185<br />

Die Tankstelle der Zukunft: Die grünen Energiemakler 186<br />

Classic <strong>Spot</strong>: Wie die 9 das Automobil in Fahrt brachte –<br />

Magische Jahre 188<br />

www.acv.de


3.144.333<br />

… SUV waren zum Stichtag 1. Januar <strong>2019</strong> in<br />

Deutschland zugelassen. Sieben Jahre zuvor<br />

hatte das KBA erst 835.767 SUV verzeichnet.<br />

8<br />

MELDUNGEN<br />

WER WILL AUTONOM<br />

UNTERWEGS SEIN?<br />

Die Wege auf der <strong>IAA</strong> können ganz schön weit<br />

sein. Umso besser, wenn man sich zwischendurch<br />

fahren lassen kann. Mit dem kleinen<br />

Shuttle-Bus „Cube“ von Continental schnuppert<br />

man sogar an der Zukunft. Der Cube ist rund um<br />

die Halle 10 im Pendelbetrieb zwischen zwei<br />

Haltestellen im Einsatz und zwar autonom.<br />

WENN NICHT HIER, WO DENN?<br />

Keine Frage - SUV sind beliebt. Man sitzt höher, hat einen guten<br />

Überblick übers Verkehrsgeschehen und überhaupt fühlt man sich<br />

erhaben. Aber Hand aufs Herz: Wer hat schon einmal eine richtige<br />

Offroadstrecke mit einem solchen Fahrzeug bewältigt? Gut, wir<br />

fragen nicht genauer nach. Wir sagen nur so viel. Das lässt sich<br />

nachholen! Auf der Freifläche der Agora, also zwischen den Hallen<br />

3 und 5, sind auf einem über 4.000 Quadratmeter großen Fahrgelände<br />

drei Strecken aufgebaut. Hier gilt es extreme Steigungen,<br />

Schräglagen, Buckelpisten oder eine 13 Meter lange Wippe zu<br />

meistern. Dazu warten noch Bergauf- und Bergabfahren mit steilen<br />

Rampen und Gefällstrecken. Und keine Angst! Ein erfahrener<br />

Offroad-Profi ist an Bord und fährt die Wagemutigen sicher durch<br />

den Parcours. Die Anmeldung erfolgt am zentralen Container auf<br />

der Agora.<br />

Noch hat er zwar wegen gesetzlicher Vorschriften<br />

für alle Fälle einen Sicherheits-Operator an<br />

Bord, doch dürfte dieser einen langweiligen Job<br />

haben. Denn der bis zu sechs Personen Platz<br />

bietende Shuttle erkennt mittels Sensoren, Kameras,<br />

Laser- und Radartechnologien Hindernisse<br />

wie zum Beispiel Fußgänger selbständig und<br />

bremst natürlich auch alleine. Sowohl für Mitfahrer<br />

des Busses als auch Passanten dürfte es<br />

spannend sein, den Bus und seine Fähigkeiten<br />

zu erleben. Das Shuttle fährt an allen Messetagen<br />

während der Öffnungszeiten durchgehend<br />

im Pendelbetrieb.


WER HAT NOCH NICHT?<br />

Die Möglichkeit ganz neue Modelle Probe zu fahren, gehört<br />

schon seit langer Zeit zum festen Repertoire der <strong>IAA</strong>. Und hat<br />

von ihrer Attraktivität über die Jahre nichts eingebüßt. Ganz<br />

im Gegenteil: Wo sonst kann man Fahrzeuge so vieler Hersteller<br />

ausgiebig testen? Genau! Personalausweis und Führerschein<br />

reichen und schon kann es nach einer Anmeldung auf<br />

der Freifläche 10 in den Containern der Anbieter losgehen. Das<br />

Angebot reicht von Hybrid und Plug-in-Hybrid-Modellen, Elektrofahrzeugen<br />

und Brennstoffzellenautos bis hin zu Modellen<br />

mit Diesel- und Erdgas-Antrieben. Da ist für jeden Geschmack<br />

und Geldbeutel etwas dabei. Fahrten sind auf der Freifläche<br />

sowie im Stadtgebiet Frankfurts möglich.<br />

WER HAT DIE<br />

SCHÖNSTEN WADEN?<br />

Viel frische Luft und Bewegung: Auf der <strong>IAA</strong> können Besucher<br />

auch etwas für ihre Fitness tun und sich aufs Velo schwingen,<br />

und zwar auf E-Bikes. Dass diese nicht unbedingt etwas mit behäbigem<br />

oder faulem Fahrstil zu tun haben müssen, wird schnell<br />

klar. Auf dem 1.500 Quadratmeter großen Parcours für E-Bikes<br />

auf der Agora müssen Fahrer steile Kurven, eine Rüttelstrecke<br />

und Terrain-Boxen meistern. Geschicklichkeit und trotz elektrischer<br />

Unterstützung wohl trainierte Wadenmuskel sind von<br />

Vorteil. Und wer schon immer mal einen E-Scooter ausprobieren<br />

wollte, ist hier auch an der richtigen Stelle. Trendige Tretroller<br />

stehen zu einer Probefahrt bereit.<br />

9<br />

MELDUNGEN<br />

WER ÜBT SICH FRÜH?<br />

Mit dem Fahrtraining kann eigentlich nicht früh genug begonnen<br />

werden. Bevor mit 17 beziehungsweise 18 Jahren der Pkw-Führerschein<br />

ansteht, kann man bereits zuvor auf Kirmes-Veranstaltungen<br />

sein Können auf Autoscootern unter Beweis stellen. Wer<br />

jedoch von jung an etwas regelkonformeres Fahren lernen möchte,<br />

ist bei der Legoland-Fahrschule richtig. Auf der Freifläche vor<br />

Halle 8 bietet der dänische Klötzchenhersteller wieder eine Fahrschule<br />

für Kinder bis 13 Jahre an. Gefahren wird in kleinen<br />

Hyundai-Elektroautos, die natürlich im markanten Lego-Design<br />

gebrandet sind. Wer den Parcours erfolgreich bewältigt, der<br />

übrigens mit richtigen Ampeln und Straßenschildern ausgestattet<br />

ist, erhält einen „Führerschein“. Dieser ersetzt allerdings nicht das<br />

Absolvieren einer Fahrprüfung in einigen Jahren.<br />

980.000<br />

… E-Bikes wurden 2018 gekauft. 2009 Jahre<br />

waren es erst 150.000, hat das Analyse-Institut<br />

Statista zusammengezählt. Insgesamt<br />

befinden sich rund 75,5 Millionen Fahrräder in<br />

deutschen Haushalten, darunter 4,5 Millionen<br />

E-Bikes.


Interview mit VDA-Präsident Bernhard Mattes<br />

Die Autowelt ist im Wandel. Man<br />

spricht von disruptiven Veränderungen,<br />

von den Verbrennungsmotoren<br />

bis hin zur Vermarktung. Ist eine Automobilmesse<br />

noch die richtige Bühne,<br />

um Publikum und Käufer zu erreichen?<br />

Mit Sicherheit! Wir erwarten viele Weltpremieren<br />

– darunter zahlreiche neue<br />

Modelle mit Elektroantrieb. Wie die<br />

gesamte Automobilindustrie wandelt<br />

sich auch die <strong>IAA</strong>: von einer Ausstellung<br />

hin zu einer umfassenden Plattform der<br />

Mobilität, auf der alle relevanten Akteure<br />

künftiger Mobilität präsent sein werden<br />

- Hersteller, Tech-Unternehmen, Zulieferer,<br />

Mobilitätsdienstleister, Start-Ups.<br />

„Driving tomorrow“, das ist das <strong>IAA</strong>-Leitmotiv.<br />

Das Auto an sich steht heute in der<br />

Kritik. Staugeplagte Städte haben<br />

Autos über. Knapp die Hälfte der<br />

Erwachsenen in Deutschland kann<br />

sich ein Leben ohne Auto vorstellen.<br />

Was kann eine Messe wie die <strong>IAA</strong> da<br />

bieten?<br />

Schauen wir uns die Marktzahlen an: Der<br />

Pkw-Bestand ist 2018 in Deutschland<br />

erneut gewachsen auf 47,1 Millionen.<br />

Autos. Auch in den ersten sieben Monaten<br />

des laufenden Jahres gab es ein Plus<br />

auf knapp 2,2 Millionen Pkw. Offenbar<br />

ist der Wunsch nach dem eigenen Auto<br />

weiterhin ausgeprägt. Allerdings sollte<br />

das Auto möglichst emissionsfrei unterwegs<br />

sein – und bei Qualität, Sicherheit<br />

und Design überzeugen. Solche Modelle<br />

werden auf der <strong>IAA</strong> stehen.<br />

Neue Mitspieler treten auf den Markt.<br />

Während viele klassische Autohersteller<br />

auf die Teilnahme an der Messe<br />

verzichten, nutzen Digitalkonzerne die<br />

Bühne. Was erwarten Sie von denen?<br />

Richtig, viele internationale IT- und<br />

Tech-Unternehmen sind auf der <strong>IAA</strong> präsent.<br />

Das unterstreicht die Attraktivität<br />

unseres Vier-Säulen-Konzepts. Digitalisierung<br />

ist, neben Elektromobilität, ein<br />

Innovationstreiber der Branche. Vernetztes<br />

und automatisiertes Fahren verbessert<br />

die Verkehrssicherheit, entlastet den<br />

Fahrer, senkt Emissionen und minimiert<br />

Staukosten. Internet und Mobilität gehören<br />

zusammen. Wir brauchen auch in<br />

einer vernetzten Welt Mobilität.<br />

Wir erwarten schon seit einigen Jahren<br />

den Durchbruch der E-Mobilität.<br />

Warum müsste es diesmal klappen?<br />

Weil allein die deutschen Hersteller bis<br />

zum Jahr 2023 ihr Angebot an E-Modellen<br />

auf über 150 verfünffachen,<br />

weil sie in den nächsten drei Jahren 40<br />

Milliarden Euro in die E-Mobilität investieren.<br />

Das heißt: Wir erleben immer<br />

mehr E-Modelle, die sich auch der Käufer<br />

einer Kompaktklasse leisten kann.<br />

Ladezeit, Reichweite, Kosten – all diese<br />

Fragen werden gelöst. Ich bin davon<br />

10<br />

VDA INTERVIEW


überzeugt: Die neuen Modelle werden<br />

die Ansprüche der potenziellen Kunden<br />

erfüllen.<br />

Das Problem der Infrastruktur ist aber<br />

vor allem in Städten noch nicht gelöst.<br />

Da nutzen auch Schnelllader an der<br />

Autobahn wenig.<br />

Deshalb ist es so wichtig, dass die<br />

Ladeinfrastruktur im öffentlichen und<br />

privaten Raum rasch, nachhaltig und<br />

flächendeckend ausgebaut wird. Heute<br />

haben wir 20.650 öffentliche Ladepunkte.<br />

Das ist zu wenig. Notwendig sind bis<br />

2030 rund eine Million öffentliche Ladepunkte,<br />

100.000 Schnellladepunkte und<br />

mehrere Millionen private Ladepunkte.<br />

Nur so schaffen wir eine hohe Kundenakzeptanz.<br />

Elektromobilität muss für die<br />

Bürger sichtbar sein. Auch Kommunen<br />

müssen das Thema intensiv treiben. Sie<br />

wissen am besten, wo die Nachfrage<br />

nach Ladestrom am höchsten ist, wie viel<br />

Platz notwendig ist, wie Einzelhandel<br />

und Parkhaus-Betreiber angesprochen<br />

werden können.<br />

Diese <strong>IAA</strong> findet statt in Zeiten, da<br />

„Fridays for Future“ die Diskussion<br />

beherrscht, die weltweite Klimakrise<br />

ausgerufen wird und nebenbei die<br />

Weltwirtschaft durch nationale Alleingänge<br />

zusätzlich in die Krise getrieben<br />

wird. Was unterscheidet die <strong>IAA</strong> von<br />

anderen Automessen?<br />

Das macht die <strong>IAA</strong> einzigartig: Sie zeigt<br />

die gesamte Wertschöpfungskette und<br />

integriert zudem Tech- und IT-Unternehmen.<br />

Auf ihr werden Weltneuheiten präsentiert<br />

– und mit vielen Akteuren wird<br />

über die Mobilität der Zukunft diskutiert.<br />

Ja, wir haben es mit mehreren Herausforderungen<br />

zu tun, die wir gleichzeitig<br />

meistern müssen. Den Kritikern der <strong>IAA</strong><br />

haben wir ein Dialogangebot gemacht,<br />

das auch angenommen wird. Es ist<br />

immer besser, miteinander zu reden als<br />

übereinander. In vielen Punkten sind wir<br />

gar nicht so weit auseinander: Auch wir<br />

sind für Klimaschutz und arbeiten daran,<br />

die Ziele von „Paris 2050“ zu erreichen.<br />

Aber, und das unterscheidet uns: Wir<br />

sehen auch künftig den Wunsch der<br />

Menschen nach individueller Mobilität –<br />

in Deutschland, in Europa und weltweit.<br />

Die Probleme prasseln von allen Seiten<br />

auf die Automobilindustrie ein. Wie ist<br />

ihr Ausblick?<br />

Ich spreche eher von Herausforderungen.<br />

Und ich bin zuversichtlich, dass die deutsche<br />

Automobilindustrie diese meistern<br />

wird: Wir treiben mit Macht die Elektromobilität<br />

voran und investieren massiv<br />

in die Digitalisierung. Bei den Handelsthemen<br />

erwarte ich, dass die Politik alle<br />

Anstrengungen unternimmt, um auf<br />

beiden Seiten zu guten Ergebnissen zu<br />

kommen.<br />

VDA INTERVIEW<br />

11


MIT NEUEM KONZEPT<br />

Die <strong>IAA</strong> <strong>2019</strong><br />

IN RICHTUNG ZUKUNFT<br />

12<br />

KONZEPT & NEUHEIT


DIE AUTOMOBILWELT IST IM WANDEL, DIE WELT DER AUTOMOBIL-<br />

MESSEN AUCH. WÄHREND SICH DIE HERSTELLER IM ANBRECHENDEN<br />

ELEKTROZEITALTER NEU SORTIEREN UND ETABLIEREN MÜSSEN, IST<br />

AUCH DIE INTERNATIONALE AUTOMOBIL-AUSSTELLUNG IN FRANK-<br />

FURT ALS WICHTIGSTE DEUTSCHE AUTOMESSE GEFRAGT, EINE NEUE<br />

ROLLE ZU FINDEN.<br />

Auf der <strong>IAA</strong> <strong>2019</strong><br />

laufen zwei Trends zusammen, die<br />

Branche und Messeveranstalter<br />

vor neue Herausforderungen stellen. Zum einen die Elektrifizierung, die nach Jahren in<br />

der Nische nun plötzlich ihren Durchbruch auf dem Massenmarkt feiert. Wer jetzt noch<br />

keine Verbrenner-Alternativen vorweisen kann, muss über Technik-, Plattform- und Modellkooperationen<br />

Wettbewerbsnachteile wettmachen und Rückstände aufholen.<br />

Doch nicht nur die fossile Automobiltechnik verliert an Glanz. Auch die Automobilmessen<br />

sind als Schaufenster für die neuesten Branchentrends weltweit unter Druck geraten.<br />

Viele Hersteller befürchten, dass sie auf den großen Messen ihre Botschaften nicht mehr<br />

an die Frau oder den Mann bringen können, bevorzugen und daher kleinere, vermeintlich<br />

zielgerichtetere – und wohl meist auch günstigere – Events.<br />

Die <strong>IAA</strong> <strong>2019</strong> verfolgt daher einen neuen Ansatz, der über das Präsentieren glitzernder<br />

Neuheiten hinausgeht: Unter dem Motto „Driving Tomorrow“ positioniert sich die Messe<br />

als internationale Plattform für die Mobilitätswende. Mit den neuen Formaten „<strong>IAA</strong><br />

Conference”, „<strong>IAA</strong> Exhibition”, „<strong>IAA</strong> Experience” und „<strong>IAA</strong> Career” vernetzt sie Automobilhersteller,<br />

Zulieferer, Digitalunternehmen, Mobilitätsdienstleister und Start-ups als<br />

Akteure des neuen Mobilitätszeitalters und spricht über die <strong>IAA</strong>-Stammbesucher hinaus<br />

neue Zielgruppen an.<br />

KONZEPT & NEUHEIT<br />

13


Neue Mobilitätsdienste, neue Konzepte für das nötige urbane Miteinander verschiedener<br />

Verkehrsträger – diese und viele weitere Themen jenseits des reinen Produkts wurden<br />

auf Fahrzeugmessen bislang oft nur unzureichend abgebildet. Genau hier setzt die <strong>IAA</strong><br />

<strong>2019</strong> an. Getragen wird sie von vier Säulen – und die klassische Produktpräsentation,<br />

die „<strong>IAA</strong> Exhibition“, ist nur eine davon. Natürlich weiterhin eine von überragender Bedeutung.<br />

Mit Premieren wie dem Volkswagen ID.3 oder dem Porsche Taycan wird man<br />

sich wohl auch in vielen Jahren an diese Messe als den Aufbruch ins E-Zeitalter erinnern.<br />

Vielleicht sogar daran, dass die Chinesen – neu sind etwa die Debütanten von Byton mit<br />

ihrem Elektro-SUV – hier erstmals einen ernstzunehmenden Auftritt hinlegen.<br />

Gleichwohl, und auch das zeigt die <strong>IAA</strong>: Abgesänge auf den Verbrenner wären voreilig.<br />

Konventionelle Benzin- und Dieselmotoren haben weiterhin hohes Optimierungspotenzial<br />

und bieten den Vorteil der großen Verbreitung und vergleichsweise günstiger Preise:<br />

Wer hier CO 2 einspart, erzielt eine richtig große Wirkung. Vor allem in Verbindung mit<br />

milden, kleinen und großen Hybridsystemen wird der konventionelle Fahrzeugantrieb<br />

noch lange erhalten bleiben. Vor allem die Plug-in-Hybride werden mit immer größeren<br />

elektrischen Reichweiten eine alltagstaugliche und effiziente Brückentechnologie – vorausgesetzt,<br />

man hängt das Fahrzeug regelmäßig an die Steckdose.<br />

Eng mit dem Ausstellungsbereich verzahnt ist das Format „<strong>IAA</strong> Experience“, das den<br />

Besuchern der Messe die Möglichkeit verschaffen soll, die Zukunft der Mobilität schon<br />

heute zu erleben. Die <strong>IAA</strong> Experience bringt viele verschiedene Erlebnisangebote auf das<br />

Gelände, zum Beispiel einen E-Move Track unter freiem Himmel für E-Bikes und E-Scooter,<br />

einen Outdoor-Parcours zum Mitfahren in neuen SUV-Modellen und Geländewagen oder<br />

die Kids World. Auf dem Freigelände West (F10) können die Besucher neue Modelle und<br />

Technologien der Aussteller testen und zu kostenlosen Probefahrten durch die Frankfurter<br />

Innenstadt oder über die Autobahn aufbrechen. 13 Aussteller stellen zusammen 72<br />

Fahrzeuge für die Testfahrten zur Verfügung – darunter auch die US-Elektromarke Tesla.<br />

Und der autonom fahrende Shuttle von Continental, der auf dem Messegelände verkehrt,<br />

macht die Besucher mit der Faszination des automatisierten Fahrens vertraut.<br />

„Die <strong>IAA</strong> heute und in der Zukunft ist eine Plattform, die Technologien und Innovationen<br />

nicht nur zeigt, sondern erfahrbar macht“, sagt VDA-Geschäftsführer Dr. Martin Koers:<br />

„So können alle Teilnehmer Zukunftstechnologien, die morgen auf die Straße kommen,<br />

bereits heute auf der <strong>IAA</strong> ausprobieren.” Die Vergangenheit gerät aber ebenfalls nicht in<br />

14<br />

KONZEPT & NEUHEIT


Showtime.<br />

Für das neue GLC Coupé.<br />

Das neue GLC Coupé. Dynamisch und kraftvoll wie nie macht es die Straße<br />

zur Bühne. Mit neuem Scheinwerferdesign und noch stärkerem SUV-Charakter.<br />

Den sportlichen Höhepunkt bildet die optionale AMG Line – eigenständiger<br />

und markanter designt denn je.<br />

Die SUVs von Mercedes-Benz. Ausdruck innerer Stärke.


Vergessenheit: Die Flächen der <strong>IAA</strong> Heritage bieten Raum für viele klassische Automobile<br />

und Motorräder aus dem Premium-Segment.<br />

Ein wesentlicher Pfeiler der neuen <strong>IAA</strong> ist auch die „<strong>IAA</strong> Conference“. Unter dem<br />

Motto „Beyond Mobility“ werden hier auf vier Bühnen die Themen Elektromobilität und<br />

weitere alternative Antriebe, Künstliche Intelligenz, Smart Cities, Sharing-Economy oder<br />

Infotainment diskutiert – Trends, die nicht nur prägen, wie wir in Zukunft von A nach B<br />

kommen, sondern auch wie die Gesellschaft künftig aussieht. Zu den Sprechern zählen<br />

CEOs großer und kleiner Akteure, Forscher und Wissenschaftler, Autoleute und Vertreter<br />

anderer Branchen und Felder.<br />

„Die <strong>IAA</strong> Conference ist die Umsetzung des strategischen Ziels des VDA als Veranstalter,<br />

mit allen Beteiligten den Diskurs über die Zukunft der Mobilität zu führen“, so VDA-Geschäftsführer<br />

Koers. „Wir wollen intelligente Antworten auf die dringendsten Fragen zur<br />

Mobilitätszukunft geben. Das geht nur im offenen Dialog – durchaus auch mit Kritikern<br />

der individuellen Mobilität. Und natürlich brauchen wir den branchenübergreifenden<br />

Ansatz.”<br />

Die vierte Säule des neuen Messekonzepts bildet die „<strong>IAA</strong> Career“. Sie richtet sich an<br />

Studierende, Absolventen, Berufseinsteiger und Professionals aus den Bereichen Ingenieurswesen,<br />

Maschinenbau, Elektrotechnik und IT. In Gesprächen mit Arbeitgebern und<br />

Experten aus der Mobilitätswelt informieren sie sich über die beruflichen Perspektiven,<br />

erhalten exklusive Einblicke in die Branche und können ihre ersten eigenen Netzwerke<br />

aufbauen.<br />

Weitere Informationen zur <strong>IAA</strong> <strong>2019</strong> sowie Programme und Pläne zum Download<br />

gibt es unter www.iaa.de.<br />

16<br />

KONZEPT & NEUHEIT


Honda Anzeige


E-Mobilität<br />

IST DIE ZEIT<br />

ENDLICH<br />

REIF?<br />

Der E-Motor ist der Antrieb der Zukunft.<br />

Daran gibt es zumindest in Politik und Autoindustrie<br />

kaum einen Zweifel. Doch wie sieht die<br />

Situation aus Verbrauchersicht aus?<br />

MIT DER URSPRÜNGLICH VON DER BUNDESREGIERUNG GEPLANTEN MILLION wird es bis nächstes<br />

Jahr nichts mehr. Doch aus der Exoten-Nische hat es das Elektroauto trotzdem längst heraus<br />

geschafft. Nach der Politik setzen mittlerweile selbst die lange skeptischen Autohersteller auf<br />

den Batteriebetrieb. Und auch die Kundschaft fasst langsam Zutrauen in die neue Technik. Trotzdem<br />

müssen noch ein paar Fragen und Probleme geklärt werden.<br />

DER CO 2 -FUSSABDRUCK DES E-AUTOS WIRD IN DEN<br />

NÄCHSTEN JAHREN DEUTLICH STÄRKER SINKEN ALS<br />

DER KONVENTIONELLER PKW<br />

Rund 83.000 reine Elektro-Pkw waren zum Stichtag 1. Januar <strong>2019</strong> auf Deutschlands Straßen unterwegs.<br />

Das entspricht zwar gerade mal einem Anteil von 0,2 Prozent am Gesamtbestand, doch<br />

die Flotte wächst rasant – allein gegenüber dem Vorjahr lag das Plus im Bestand bei mehr als 50<br />

Prozent, getrieben von der steigenden Zahl an Neuzulassungen. Neue und attraktive Modelle<br />

dürften die Entwicklung in den kommenden Monaten noch einmal beschleunigen.<br />

18<br />

e-MOBILITÄT


MANGELHAFTE INFRASTRUKTUR BLEIBT EIN<br />

HINDERNIS<br />

Für die Klimastatistik des Straßenverkehrs ist das eine positive Entwicklung. E-Autos belasten<br />

die CO 2-Bilanz der Bundesrepublik ebenso wenig wie die der einzelnen Fahrzeughersteller. Diese<br />

schieben die Elektromobilität auch aus diesem Grund mittlerweile kräftig an – denn nur über<br />

den Verkauf möglichst vieler Stromer können sie künftig CO 2-Strafzahlungen an die EU vermeiden.<br />

Davon dürfte nicht zuletzt der Kunde profitieren, kann er doch auf attraktive Modelle und<br />

ebensolche Preise hoffen.<br />

Bei den aktuellen und potenziellen Nutzern scheint sowieso mittlerweile mentale Entspannung<br />

eingezogen zu sein. Reichweitenangst und horrend hohe Kaufpreise spielen in der Diskussion<br />

längst keine so große Rolle mehr wie noch vor einigen Jahren, als E-Autos höchstens etwas für<br />

leidensfähige Technik-Freaks waren. Die Batteriekapazitäten erlauben heute auch längere Touren<br />

oder seltenere Tankstopps, vor allem dank größerer Batterien. Trotzdem sind die Preise gefallen.<br />

Auch wenn sie immer noch deutlich über denen vergleichbarer Benziner liegen, ist das E-Mobil<br />

mittlerweile auch für Normalverdiener in finanzieller Reichweite.<br />

Immer schon gut und auch weiterhin positiv sind zudem die regelmäßig auch in Studien abgefragten<br />

Nutzererfahrungen. Die typisch kräftige und nahtlose Beschleunigung des E-Motors<br />

hatten schon die frühen Werbestrategien der Hersteller als Lockmittel identifiziert. Jeder, der<br />

mit seinem Strom-Kleinwagen schon mal einen Sportler mit Verbrennungsmotor an der Ampel<br />

zumindest kurzzeitig abgehängt hat, dürfte dieser Einschätzung folgen. Ebenso spaßig kann<br />

es aber sein, die Reichweitenanzeige mit möglichst effizienter Fahrweise auf Höchststände zu<br />

pushen. Dazu kommt als weiterer positiver Aspekt der ausbleibende Motorlärm. Mehr als Windund<br />

Fahrgeräusche – sowie unterhalb von 20 km/h die neuen Warnpiepser – sind nicht zu hören.<br />

Bislang eher wenig in verfügbaren E-Modellen realisiert ist ein weiterer prinzipbedingter Vorteil:<br />

der viel geringere Platzbedarf des E-Antriebs im Vergleich mit einem Benziner und Diesel. Wo<br />

dort Verbrenner, Nebenaggregate, Antriebswellen und Hydraulikleitungen untergebracht werden<br />

müssen, findet der E-Autofahrer Platz für Arme, Beine und Gepäck. Allerdings nur, wenn<br />

Karosserie und Innenraum konsequent um den neuen Antrieb herum entwickelt wurden und so<br />

die Platzvorteile auch wirklich nutzen können. Noch steht der Großteil der E-Autos jedoch auf<br />

e-MOBILITÄT<br />

19


alten Verbrenner-Plattformen und schöpft das Potenzial an Raumgewinn entsprechend kaum ab.<br />

In Zukunft werden aber immer mehr originäre E-Mobile oder zumindest Modelle auf Multi-Antriebs-Plattformen<br />

auf den Markt kommen.<br />

Wichtigstes Verkaufsargument dürfte aber die Umweltfreundlichkeit des E-Antriebs sein. Die<br />

besteht zunächst einmal darin, dass das Auto keinen Auspuff hat und entsprechend beim Fahren<br />

weder CO 2 noch andere Schadstoffe ausstößt. Natürlich entstehen diese trotzdem – dann<br />

eben in der Stromproduktion. Sowohl der Fahrstrom als auch die bei der Herstellung reichlich<br />

genutzte elektrische Energie sind daher nicht blütenrein sauber. Allerdings reicht schon der<br />

aktuelle deutsche Strommix aus, um ein E-Auto in der gesamten CO 2-Bilanz von Produktion bis<br />

Verschrottung umweltfreundlicher zu machen als es ein Verbrenner wäre. Aber das dauert: Weil<br />

vor allem bei der Produktion des Akkus sehr viel Strom verbraucht wird, muss der emissionsfreie<br />

Antrieb später erst einmal richtig viel fahren, um den CO 2-Rucksack schrumpfen zu lassen. Wie<br />

weit und wie lange, hängt von vielen Faktoren ab, die meisten aktuellen Berechnungen gehen<br />

von einer gut sechsstelligen Kilometerleistung aus. Klar ist aber auch: Der CO 2-Fußabdruck des<br />

E-Autos wird in den nächsten Jahren deutlich stärker sinken als der konventioneller Pkw, sei es<br />

durch einen grüneren Strommix in der Akku-Produktion oder effizientere Fertigungstechniken.<br />

Neue Techniken sollen auch ein soziales und ökologisches Problem der E-Mobilität lösen: Den<br />

großen Bedarf an seltenen Rohstoffen, die unter teils menschenunwürdigen Bedingungen und<br />

ohne Rücksicht auf die natürliche Umgebung abgebaut werden. So haben bereits verschiedene<br />

Hersteller angekündigt, künftig großteils oder komplett auf das in dieser Hinsicht besonders<br />

umstrittene Kobalt verzichten zu können. Zudem versprechen die Unternehmen, bei ihren Rohstofflieferanten<br />

künftig stärker auf ordentliche Arbeitsbedingungen zu pochen.<br />

FAHRSTROMTARIFE<br />

SIND HÄUFIG<br />

INTRANSPARENT<br />

20<br />

e-MOBILITÄT


Neben dem Einfluss auf Klima, Umwelt und Gesellschaft spielt für den potenziellen Käufer auch<br />

der Einfluss auf das Portemonnaie eine Rolle. Und das nicht nur bei der Anschaffung, sondern<br />

auch im Betrieb. Aktuell können es nur wenige Modelle bei den realen Kosten pro Kilometer mit<br />

konventionell motorisierten Fahrzeugen aufnehmen, wie aus Berechnungen des ADAC hervorgeht,<br />

die unter anderem Kaufpreis, Wertverlust, Betriebskosten sowie Steuern und Versicherung<br />

berücksichtigen. In 27 Vergleichsgruppen (gegenübergestellt wurden jeweils ähnliche Modelle in<br />

unterschiedlichen Fahrzeugklassen) war das E-Auto nur sechs Mal der Kostensieger – und das<br />

auch nur knapp. Vor allem der hohe Kaufpreis drückt dabei auf die Bilanz, während niedrige Wartungskosten<br />

und der häufig noch günstige oder gar kostenlose Fahrstrom das nicht ausgleichen<br />

können. In Zukunft dürfte die Kosten-Nutzen-Rechnung jedoch in Richtung des E-Autos ausschlagen.<br />

Zum einen, weil wachsende Stückzahlen die Preise sinken lassen, zum anderen weil das<br />

Ende des Verbrenners vielerorts politisch gewollt ist und die finanziellen Rahmenbedingungen<br />

entsprechend modelliert werden. In Deutschland etwa durch die geplante CO 2-Steuer.<br />

Ein größeres Hindernis für das E-Auto bleibt mittelfristig trotz allgemein steigender Reichweiten<br />

die Infrastruktur. Zwar ist die Zahl der Ladestationen gegenüber dem Vorjahr zuletzt um 40<br />

Prozent auf nun rund 16.000 gestiegen, doch sie sind stark ungleichmäßig verteilt. Während in<br />

e-MOBILITÄT<br />

21


Autokonzern-Städten wie Stuttgart und München an jeder Ecke eine Steckdose steht, sieht es<br />

in den Metropolen im Osten der Republik noch ziemlich mau aus. Wer gar auf dem platten Land<br />

zwischen Berlin und Hannover tanken will, braucht viel Glück und Ortskenntnis. Weitet man die<br />

Perspektive auf ganz Europa, sieht man ein noch stärkeres Ost-West-Gefälle. 76 Prozent aller<br />

öffentlichen europäischen Stromzapfstellen verteilen sich auf die vier Länder Holland, Deutschland,<br />

Frankreich und Großbritannien. Und selbst hierzulande liegt man hinter den offiziellen<br />

Zielen: Von den im Koalitionsvertrag von der Bundesregierung für 2020 angekündigten 100.000<br />

öffentlichen Ladestationen existieren bislang gerade einmal 20.000.<br />

Hinzu kommt: Das Laden am Wohnort ist nicht für alle Deutschen eine gangbare Alternative.<br />

Die eigene Wallbox lässt sich ohne weiteres nur in Einfamilienhäusern anschließen. Wer in einem<br />

Mehrfamilienhaus wohnt, muss zuerst die Eigentümergemeinschaft von der Installation überzeugen<br />

– in vielen Fällen ist das schwierig, vor allem, wenn es sich wie häufig um mehrere Personen<br />

handelt. Der Gesetzgeber hat das längst erkannt und Änderungen angekündigt. Bislang<br />

stehen diese jedoch noch aus.<br />

Wer also gezwungen ist, im öffentlichen Raum zu laden, muss nicht nur eine freie, funktionierende<br />

und einigermaßen schnelle Säule finden, sondern auch die richtige Bezahlkarte dabei haben.<br />

Mittlerweile haben sich zwar viele Stromanbieter zu Verbünden zusammengeschlossen, die eine<br />

Karte für alle gibt es jedoch nicht. Was die Situation zusätzlich kompliziert macht: Die Tarifstrukturen<br />

der einzelnen Unternehmen sind ähnlich wie in der Frühzeit des Handys intransparent und<br />

häufig kaum zu vergleichen. Immerhin kann wer Glück hat, noch eine Gratis-Stromtankstelle<br />

finden. Vor allem Einzelhändler, Stadtwerke und Newcomer auf dem Markt geben die Elektrizität<br />

häufig zum Nulltarif ab. Das dürfte dann für die sonstige Unbill ein wenig entschädigen.<br />

Ob man unter Berücksichtigung all dieser Faktoren jetzt schon ein E-Auto kaufen will, oder den<br />

Einstieg in die strombasierte Mobilität noch eine Neuwagenkauf-Runde aufschiebt – bei dieser<br />

Entscheidung kann die <strong>IAA</strong> mit ihrem Ausblick auf kommende Modelle eine wertvolle Hilfestellung<br />

leisten.<br />

„REICHWEITEN-<br />

ANGST“ VERLIERT<br />

AN BEDEUTUNG<br />

22<br />

e-MOBILITÄT


Der vollelektrische<br />

ID.3<br />

Jetzt entdecken: <strong>IAA</strong>, Halle 3<br />

#NowYouCan<br />

Seriennahe Studie


Volkswagen ID.3<br />

JETZT<br />

Mit der Weltpremiere des ID.3 auf der Internationalen<br />

Automobil-Ausstellung beginnt eine<br />

neue Ära – für Volkswagen, aber auch für die<br />

Kunden und die Branche insgesamt. Mit Milliardeninvestitionen<br />

und einer komplett neuen<br />

Antriebs-Architektur setzt der Hersteller voll<br />

auf die Karte Elektromobilität. Der ID.3 als<br />

erstes Modell der neuen E-Familie hat das Zeug,<br />

dem Elektroantrieb in Deutschland zum Durchbruch<br />

zu verhelfen.<br />

24<br />

VOLKSWAGEN


GEHT‘S LOS<br />

VOLKSWAGEN<br />

25


DER VW ID.3 WURDE VON BEGINN AN ALS<br />

ELEKTROAUTO KONZIPIERT – DAS MACHT<br />

SEINEN REIZ AUS<br />

Der neue VW ID.3 gehört zweifellos zu den<br />

<strong>IAA</strong>-Neuheiten, die mit der größten Spannung<br />

erwartet werden – steht er doch stellvertretend<br />

für den Aufbruch von VW und<br />

der Branche insgesamt in ein neues Zeitalter.<br />

Den Kunden signalisiert er: Wenn VW ein erschwingliches<br />

Kompaktmodell mit Elektroantrieb<br />

baut, dann geht es jetzt wohl wirklich los<br />

mit der Elektromobilität.<br />

Ein Elektroauto für jedermann soll der ID.3<br />

werden, ein Fahrzeug, das ähnlich wie der Golf<br />

das Potenzial zum Modell für die Massen hat<br />

– nicht nur weil es vom größten Hersteller<br />

der Welt kommt und direkt ins Volumensegment<br />

der Kompaktfahrzeuge zielt, sondern<br />

auch weil seine Eigenschaften stimmen: Bis<br />

zu 550 Kilometer Reichweite, ein durchdachtes<br />

Packaging mit viel Platz<br />

im Innenraum, moderne Ausstattung<br />

und bezahlbare Preise ab<br />

knapp 30.000 Euro.<br />

26<br />

VOLKSWAGEN


Antrieb: elektrisch.<br />

Anspruch: Mercedes.<br />

Der neue EQC. Erleben Sie ein faszinierendes Gefühl von<br />

elektrischem Fahren. Mit dem ersten Elektroauto, in dem<br />

133 Jahre Erfahrung stecken und das vor allem eines ist:<br />

ein echter Mercedes-Benz. www.mercedes-benz.com/eqc<br />

EQC 400 4MATIC: Stromverbrauch kombiniert: 20,8–19,7 kWh/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 0 g/km.¹<br />

¹Stromverbrauch und Reichweite wurden auf der Grundlage der VO 692/2008/EG ermittelt. Stromverbrauch und Reichweite sind abhängig von der Fahrzeugkonfiguration.<br />

Anbieter: Daimler AG, Mercedesstraße 120, 70372 Stuttgart.


Der VW ID.3 wurde von Grund auf als Elektroauto<br />

konzipiert – das macht einen Großteil<br />

seines Reizes aus. Man könnte sagen, er<br />

hat den Ballast fossiler Antriebstechnologien<br />

abgeworfen und widmet die neugewonnene<br />

Freiheit dem Raumgewinn für die Passagiere.<br />

Der viertürige ID.3 ist mit 4,26 Metern insgesamt<br />

etwa so lang wie ein Golf, wächst dank<br />

der kurzen Überhänge jedoch mit einem Radstand<br />

von 2,77 Metern deutlich aus der<br />

Kompaktklasse heraus. Die Breite<br />

beträgt 1,81 Meter, die Höhe 1,55<br />

Meter. Die kompakten Abmessungen und kurzen<br />

Überhänge vorn und hinten sorgen für<br />

einen handlichen Wendekreis von 10,2 Metern.<br />

Nicht nur der lange Radstand trägt zur üppigen<br />

Bewegungsfreiheit an Bord des ID.3<br />

bei; weil der Elektromotor zusammen mit den<br />

weiteren Antriebskomponenten direkt an<br />

der angetriebenen Hinterachse sitzt, konnte<br />

auch der Mitteltunnel entfallen. Im vom Grund<br />

auf neu gedachten, fließend gestalteten und<br />

von natürlichen Formen inspirierten Interieur<br />

konnten die Designer daher den Eindruck<br />

28<br />

VOLKSWAGEN


eines offenen mobilen Raums erzeugen, dessen<br />

luftiges Raumgefühl in dieser Fahrzeugklasse<br />

neue Maßstäbe setzt. Fünf Sitzplätze<br />

gibt es an Bord, hinzu kommt ein Gepäckabteil<br />

mit 385 Litern Volumen. Platz für den<br />

Transport eines Fahrrads bietet eine spezielle<br />

Kupplung mit 75 Kilogramm Stützlast, die sich<br />

auch für andere Transportträger eignet.<br />

Die Bedienung erfolgt weitgehend über<br />

Touch-Funktionen: über das zehn Zoll große,<br />

mittig positioniertes Display, aber auch<br />

über die berührungsempfindlichen Tasten auf<br />

• erstes Modell der<br />

elektrischen<br />

ID-Familie<br />

• drei Batteriegrößen,<br />

Reichweiten bis<br />

550 km<br />

• Preise ab knapp<br />

30.000 Euro, Marktstart<br />

Mitte 2020<br />

VOLKSWAGEN<br />

29


WENN VW EIN ERSCHWINGLICHES KOMPAKT-<br />

MODELL MIT ELEKTROANTRIEB BAUT, DANN<br />

GEHT ES JETZT WOHL WIRKLICH LOS MIT DER<br />

ELEKTROMOBILITÄT<br />

dem elektrisch einstellbaren Multifunktionslenkrad.<br />

Nur Fensterhebel und Warnblinker<br />

werden noch mit klassischen Schaltern betätigt.<br />

Das optionale Augmented Reality (AR-)<br />

Head-up-Display projiziert relevante Informationen<br />

direkt auf die Windschutzscheibe<br />

– in einen Bereich, der sich optisch drei<br />

bis zehn Meter vor dem Fahrzeug befindet.<br />

Außen verleihen nicht nur die Proportionen<br />

dem ID.3 eine eigenständige Persönlichkeit:<br />

VW hat für das erste Modell der E-Familie<br />

eine neue Design-DNA entwickelt, die den Zero-Emission-Charakter<br />

zum Ausdruck bringen<br />

soll. Bestimmende Faktoren der auf das Wesentliche<br />

reduzierten Formensprache sind die<br />

nahtlosen Oberflächen, die fließenden Formen<br />

und der gezielte Einsatz von Licht.<br />

Bei der Gestaltung der Frontpartie führt der<br />

ID.3 das VW-Design gewissermaßen zurück<br />

zu seinen Ursprüngen. So wie Käfer und Bulli<br />

wegen ihres Heckmotors ohne vordere Kühlluftöffnungen<br />

auskamen, benötigt auch ein<br />

Elektroauto keinen Kühlergrill. Dies lenkt die<br />

Aufmerksamkeit des Betrachters auf andere<br />

Details – zum Beispiel die interaktiven<br />

LED-Matrix-Scheinwerfer, die einen progressiven<br />

und konzentrierten Eindruck vermitteln.<br />

Ihre Leuchtweite passen sie automatisch<br />

der Umgebung an: Über eine Kamera an der<br />

Frontscheibe wird der vorausfahrende Verkehr<br />

und der Gegenverkehr analysiert. Auf<br />

Basis dieser Daten schaltet sich das Fernlicht<br />

bei Geschwindigkeiten von mehr als 60 km/h<br />

automatisch ein und bleibt aktiv, ohne den<br />

Gegenverkehr zu blenden.<br />

In der Seitenlinie werden die gestreckten Proportionen<br />

besonders deutlich. Das Design<br />

setzt auf große homogene Flächen, Spannung<br />

bringt neben dem langen Radstand eine Charakterlinie<br />

unterhalb der Fenster. Am Heck<br />

erstreckt sich die gläserne, dunkel abgesetzte<br />

Heckklappe über die gesamte Fahrzeugbreite.<br />

Nach unten wird sie von den horizontal angeordneten,<br />

sehr schmalen LED-Rückleuchten<br />

begrenzt.<br />

An den C-Säulen fällt ein markantes Designelement<br />

ins Auge: die rautenförmige Folierung<br />

„ID. Honeycomb“. Diese ist von der<br />

30<br />

VOLKSWAGEN


Halle 8.0 - Stand A01<br />

99 Gramm CO 2<br />

pro Kilometer<br />

Selbstladender Hybrid<br />

Fährt elektrisch und mit Benzin<br />

Der Platz, den Sie brauchen und die Effizienz, die Sie wollen:<br />

Der Ford Mondeo Hybrid Turnier bietet Ihnen mit 1.508 Litern Laderaumvolumen<br />

genug Platz für Familie, Freizeit oder Job. Und dank der<br />

Kombination aus Benzin- und Elektromotor sind Sie nicht nur dynamisch,<br />

sondern auch effizient unterwegs – ganz ohne Ladekabel.<br />

Erleben Sie Ford<br />

Hybrid - jetzt bei<br />

einer Probefahrt.<br />

Bild zeigt optionale Ausstattung.<br />

Kraftstoffverbrauch (in l/100 km nach § 2 Nrn. 5, 6, 6a Pkw-EnVKV in der jeweils geltenden<br />

Fassung): Ford Mondeo Hybrid Turnier 7.0J x 17" und 215/55 R17 Reifen, 2,0-l-Benzin-motor<br />

und Elektromotor mit Systemleistung gesamt 138 kW (187 PS), Automatikgetriebe: 4,8<br />

(innerorts), 4,5 (außerorts), 4,4 (kombiniert). CO 2<br />

-Emissionen: 99 g/km (kombiniert).


Honigwabe inspiriert, einer nachhaltigen Form aus der Natur, die die Ingenieure<br />

und Designer von VW an die Vorzüge des modularen E-Antriebs-Baukastens<br />

(MEB) erinnert. Es ist die Flexibilität und Skalierbarkeit dieser technischen Basisstruktur,<br />

die beispielsweise für das intelligente Packaging des ID.3 und das<br />

großzügige Raumangebot sorgt und dafür, dass auf dieser Grundlage eine große<br />

Familie von Elektrofahrzeugen entsteht: weitere ID-Modelle, aber auch Elektrofahrzeuge<br />

bei anderen Marken innerhalb und sogar außerhalb des Konzerns<br />

(mehr zum MEB auf den Seite 34-37).<br />

Der MEB definiert die Anordnung der Antriebskomponenten: An der angetriebenen<br />

Hinterachse bildet der permanenterregte Synchronmotor mit der Leistungselektronik<br />

und dem Eingang-Getriebe eine kompakte Einheit. Die Hochvolt-Flachbatterie<br />

ist platzsparend im Unterboden angeordnet, Zusatzaggregate<br />

wie Klimakompressor oder Lenkgetriebe wurden in den Vorderwagen integriert.<br />

Die Leistungselektronik steuert den Hochvolt-Energiefluss zwischen Motor und<br />

Batterie und wandelt dabei den in der Batterie gespeicherten Gleichstrom (DC)<br />

in Wechselstrom (AC) für den Traktionsmotor um. Das 12-Volt-Gleichstrom-Bordnetz<br />

wird mit Hilfe eines DC/DC-Wandlers mit Niederspannung versorgt. Die tiefe<br />

Anordnung der Batterie im Fahrzeugboden,<br />

die optimale Gewichtsverteilung zwischen<br />

Vorder- und Hinterachse und der Heckantrieb<br />

sorgen für neutrale Handling-Eigenschaften,<br />

eine satte Straßenlage und hohe Agilität. Der<br />

Elektromotor ist in zwei Leistungsstufen mit<br />

rund 110 kW/150 PS und rund 150 kW/204 PS<br />

erhältlich, beide ermöglichen eine Höchstgeschwindigkeit<br />

von 160 km/h.<br />

Weiterer Vorteil des MEB: Er erlaubt den flexiblen<br />

Einbau verschiedener Batterien. Die<br />

Kunden des ID.3 haben die Wahl zwischen<br />

drei Batteriegrößen und können damit das<br />

Fahrzeug ihren individuellen Anforderungen<br />

anpassen: Wer sein Fahrzeug in der Regel auf<br />

kürzeren Strecken bewegt, kommt mit einer<br />

kleineren Batterie aus und kann den Fahrzeugpreis<br />

entsprechend senken; eine größere<br />

32<br />

VOLKSWAGEN


Batterie bedeutet mehr Reichweite und damit<br />

mehr Flexibilität im Alltag, aber eben auch<br />

einen höheren Preis.<br />

In der Basisversion ist der ID.3 mit einer<br />

45-kWh-Batterie ausgerüstet, die eine elektrische<br />

Reichweite von bis zu 330 Kilometern im<br />

WLTP-Zyklus ermöglicht. Das zum Start angebotene<br />

Sondermodell ID.3 1ST basiert auf der<br />

mittleren Batterievariante mit 58 kWh und<br />

bis zu 420 Kilometer Reichweite, die stärkste<br />

Ausführung besitzt einen Energiegehalt von<br />

77 kWh und ermöglicht eine Reichweite von<br />

bis zu 550 Kilometern.<br />

Nachgeladen werden kann die Batterie mit<br />

einer maximalen Ladeleistung von 7,2 kW<br />

(Wechselstrom) und 50 kW (Gleichstrom),<br />

optional steht auch das Gleichstrom-Laden<br />

mit 100 kW zur Verfügung. Dann lässt<br />

sich binnen 30 Minuten genügend Strom<br />

für weitere 290 Kilometer nachfüllen. Beim<br />

77-Wh-Akku sind Ladeleistungen von bis zu<br />

125 kW möglich. Zum Start des ID.3 bietet<br />

Volkswagen mit dem ID.Charger eine Ladestation<br />

für das Stromtanken zu Hause an – in<br />

zwei Leistungsvarianten und je nach Wunsch<br />

mit Datenverbindung, Fernzugriff und Stromzähler.<br />

Preislich sollen die Wallboxen deutlich<br />

unter den heute marktüblichen Preisen liegen.<br />

Zum Marktstart Mitte 2020 legt VW den ID.3<br />

zunächst in der Sonderedition 1ST auf, die es<br />

in drei festen Ausstattungslinien geben wird.<br />

Den Antrieb bildet jeweils der 150 kW/204 PS<br />

starke E-Motor zusammen mit der mittleren<br />

Batterie mit 58 kWh und bis zu 420 Kilometer<br />

Reichweite. Bereits die Basisversion umfasst<br />

ein Navigationssystem, ein DAB+ Digitalradio,<br />

Sitzheizung, Lenkradheizung und 18- Zoll-Alufelgen,<br />

in der Variante Plus verfügt die Sonderedition<br />

zusätzlich über eine Rückfahrkamera,<br />

die automatische Distanzregelung<br />

ACC und ein schlüsselloses Zugangssystem.<br />

Getönte Scheiben, LED-Matrix-Scheinwerfer,<br />

19-Zoll-Alufelgen und ein Style-Paket werten<br />

die Außenoptik auf, innen gibt es Designsitze,<br />

eine Mittelkonsole mit USB-C-Anschlüssen<br />

und Ambientelicht.<br />

In der Top-Version Max gehören zusätzlich<br />

das Soundsystem „Beats“, das Headup-Display,<br />

induktives Smartphone-Laden,<br />

20-Zoll-Aluräder ein Spurhalteassistent mit<br />

Emergency Assist und ein Spurwechselassistent<br />

dazu. Das ohnehin üppige Raumgefühl<br />

wird durch das glänzend schwarz eingefasste<br />

Panorama-Glasdach nochmals verstärkt: Es ist<br />

übrigens das größte der gesamten Volkswagen-Modellpalette.<br />

VOLKSWAGEN<br />

33


Modularer E-Antriebs-Baukasten (MEB)<br />

DAS RÜCKGRAT DER<br />

ELEKTROMOBILITÄT<br />

34<br />

VOLKSWAGEN


BIS ENDE 2022 STARTEN VW SOWIE<br />

DIE KONZERNMARKEN AUDI, SEAT<br />

UND ŠKODA WELTWEIT DIE PRODUKTION<br />

VON 27 ELEKTROFAHRZEUGEN<br />

Ohne ihn geht nichts: Für die im<br />

kommenden Jahr startende Elektro-Offensive<br />

von Volkswagen<br />

bildet der modulare E-Antriebs-<br />

Baukasten (MEB) die technische<br />

Basis. Die höchst flexible Struktur<br />

schafft die Voraussetzung für eine<br />

große Modellvielfalt – und dafür,<br />

dass der Konzern und seine Marken<br />

die Produktion von E-Fahrzeugen<br />

in kürzester Zeit auf ein enormes<br />

Niveau hochfahren kann.<br />

Mit dem ID.3 und dem ID. SUV startet Volkswagen<br />

2020 ins Elektro-Zeitalter – und nimmt<br />

binnen kürzester Zeit Fahrt auf. Schon im ersten<br />

Jahr will das Unternehmen rund 150.000<br />

E-Autos verkaufen – davon allein 100.000<br />

ID.3 und ID. SUV. Bis 2025 soll der Absatz auf<br />

über eine Million Fahrzeuge pro Jahr steigen,<br />

bei entsprechend ausgebauter Modellpalette:<br />

Bis Ende 2022 starten VW sowie die Konzernmarken<br />

Audi, Seat und Škoda weltweit die<br />

Produktion von 27 Elektrofahrzeugen.<br />

Das enorme Tempo und die Konsequenz, mit<br />

der VW die Ausgestaltung und Umsetzung<br />

der E-Mobilität vorantreibt, sind beeindruckend<br />

– und nur möglich, weil es mit dem<br />

modularen E-Antriebs-Baukasten (MEB) eine<br />

technische Grundlage gibt, die alle künftigen<br />

Modelle der ID.-Familie und die weiteren neuen<br />

Elektroautos im Konzern verbindet.<br />

VOLKSWAGEN<br />

35


Die speziell entwickelte Technologieplattform verzahnt die Komponenten<br />

des elektrischen Antriebssystems und das Package miteinander, erlaubt<br />

die Adaption auf verschiedene Fahrzeuggrößen und -segmente und schafft<br />

auch jene Synergien, die erforderlich sind, um die E-Modelle der neuen Generation<br />

zu erschwinglichen Preisen anzubieten. Dass der ID.3 als bezahlbares<br />

E-Modell in einer zentralen Fahrzeugklasse das Potenzial hat, der Elektromobilität<br />

zum Durchbruch zu verhelfen, ist daher ganz wesentlich der technisch<br />

zugrundeliegenden Struktur zu verdanken.<br />

Das vielleicht Faszinierendste an den neuen E-Mobilen auf MEB-Basis ist<br />

die Art und Weise, wie sie Außenabmessungen und Innenraumangebot in<br />

ein neues, bislang ungekanntes Verhältnis setzen. Befreit vom Ballast des<br />

fossilen Zeitalters ergeben sich außergewöhnlich große Radstände bei extrem<br />

kurzen Überhängen – und damit ein enorm luftiges, flexibel nutzbares<br />

Interieur. Der auf der <strong>IAA</strong> präsentierte ID.3 beweist das eindrucksvoll: Bei<br />

4,26 Metern Länge bietet der kompakte Stromer 2,76 Meter Radstand, was<br />

wiederum 15 Zentimeter mehr sind als beim Golf<br />

und schon fast auf Passat-Niveau liegt.<br />

Der Zero-Emission-Antrieb der E-Modelle auf MEB-<br />

Basis setzt sich in erster Linie aus dem in die<br />

Hinterachse integrierten E-Motor samt Leistungselektronik<br />

und Getriebe, einer platzsparend im<br />

Wagenboden angeordneten Hochvoltflachbatterie und den im Vorderwagen<br />

integrierten Zusatzaggregaten zusammen. Motor, Leistungselektronik und<br />

Eingang-Getriebe bilden dabei eine kompakte Einheit. Die Leistungselektronik<br />

steuert den Energiefluss zwischen Motor und Batterie und wandelt den<br />

in der Batterie gespeicherten Gleichstrom (DC) in Wechselstrom (AC) um. Die<br />

Bordelektronik wird wiederum über einen DC/DC-Wandler mit 12 V versorgt.<br />

Wie bei Benzin- und Dieselmotoren lässt sich<br />

der Antriebsstrang mit unterschiedlich leistungsstarken<br />

Komponenten bestücken und<br />

damit den verschiedenen Anforderungen der<br />

Modelle und Segmente anpassen. Dies gilt für<br />

die Elektromotoren ebenso wie für die Batterien.<br />

Abhängig von der Batteriegröße und dem<br />

jeweiligen Modell sind damit Reichweiten von<br />

ca. 330 bis über 550 km (nach WLTP) möglich.<br />

Wer hauptsächlich in der City unterwegs ist<br />

und nur kurze Distanzen fährt, kann eine Batterie<br />

mit einem kleineren Energiegehalt wählen<br />

und damit den Fahrzeugpreis senken. Wer<br />

häufig längere Strecken zurücklegt, entscheidet<br />

sich für eine größere Batterie und genießt<br />

die höhere Flexibilität im Alltag.<br />

MEHR PARTNER, GERINGERE KOSTEN: IM RAH-<br />

MEN VON KOOPERATIONEN KÖNNEN AUCH AN-<br />

DERE HERSTELLER DIE E-ARCHITEKTUR NUTZEN<br />

Integriert ist der Akku flach im Fahrzeugboden<br />

– das spart Platz und drückt den Schwerpunkt<br />

tief nach unten. Durch die Lage der Batterie in<br />

der Fahrzeugmitte ergibt sich zudem eine optimale<br />

Gewichtsverteilung auf die Achsen von<br />

nahezu 50:50 Prozent. Der niedrige Schwer-<br />

36<br />

VOLKSWAGEN


formen abnehmen und darauf E-Autos für<br />

Europa bauen. In etwas kleinerem Maßstab<br />

will auch die Aachener e.GO Mobile AG den<br />

Elektrifizierungsbaukasten für eigene Modelle<br />

nutzen. Dass sich die Variabilität der Architektur<br />

auch für Kleinserien eignet, hatte<br />

VW bereits im Frühjahr auf dem Genfer Salon<br />

mit dem ID.BUGGY gezeigt: Selbst wollen die<br />

Wolfsburger die Studie nicht zur Serienversion<br />

weiterentwickeln, aber vielleicht findet sich ja<br />

ein passender Partner.<br />

punkt und die ausgeglichene Gewichtsverteilung tragen zu einem ebenso<br />

dynamischen wie ausgewogenen Fahrverhalten bei.<br />

Teil der Plattform ist auch eine spezifische Elektronik-Architektur, die den<br />

klassen- und modellübergreifenden Einbau neuer Assistenz-, Komfort-, Infotainment-<br />

und Bediensysteme erlaubt. In Verbindung mit dem ebenfalls neu<br />

entwickelten Betriebssystem werden so die Voraussetzungen geschaffen für<br />

online-basierte Informationen, Dienstleistungen und Vernetzungen. Elektronik<br />

und Betriebssystem sind via Cloud update-fähig und können so über<br />

den gesamten Lebenszyklus des Fahrzeugs aktuell gehalten und um neue<br />

Funktionen ergänzt werden.<br />

Mit dem MEB will VW eine ähnlich große Modellvielfalt bieten wie mit dem<br />

modularen Querbaukasten (MQB) für konventionell angetriebene Fahrzeuge<br />

– wobei das MQB-Programm beim Polo startet und beim MEB vorerst der<br />

kompakte, eine Klasse höher angesiedelte ID.3 den Einstieg bildet. Bestätigt<br />

sind als kommende Stromer bereits ein ebenfalls 2020 startendes SUV auf<br />

Basis der Studie ID.CROZZ, sowie eine Limousine (ID.VIZZION) und ein Van<br />

mit bis zu sieben Sitzen im modernen Bulli-Stil (ID.BUZZ), die beide für 2022<br />

angekündigt sind.<br />

An der parallelen Produktstruktur aus MQB- und MEB-Modellen hält der<br />

Konzern dabei fest: Gegenüber anderen Strategien, die auf Multitraktions-Baukästen<br />

setzen (eine Plattform sowohl mit konventionellen und<br />

rein elektrischen Antrieben) sieht VW in dieser Aufteilung vor allem den<br />

genannten Vorteil, dass sich mit dem MEB das Platzangebot im Innenraum<br />

vergrößern und flexibler gestalten lässt – und dass sich auch für die Designer<br />

neue Möglichkeiten ergeben, den Elektrofahrzeugen eine eigenständige<br />

Optik zu verleihen.<br />

Nicht nur innerhalb des VW-Konzerns soll der MEB zum Standard werden:<br />

Im Rahmen von Kooperationen können auch andere Hersteller die E-Architektur<br />

nutzen, um durch die damit verbundenen Skaleneffekte die Kosten<br />

der E-Mobilität zu senken und die Verbreitung der Technik weltweit voranzutreiben.<br />

Erster großer Partner ist Ford: Ab 2023 wollen die Amerikaner<br />

über einen Zeitraum von sechs Jahren jährlich zusätzlich 100.000 MEB-Platt-<br />

Produktion<br />

IN DEUTSCHLAND UND DER WELT<br />

Die Batteriesysteme für die Elektroautos auf MEB-<br />

Basis werden überwiegend am VW-Standort Braunschweig<br />

produziert, wo künftig bis zu eine halbe Million<br />

Einheiten pro Jahr gefertigt werden sollen. Auch<br />

die Standorte Salzgitter (Batteriezellen) und Kassel<br />

(Elektroantriebe) hat das Unternehmen im Hinblick<br />

auf die E-Offensive aus- und umgebaut.<br />

Die Fahrzeuge selbst sollen weltweit an acht Standorten<br />

vom Band laufen: In Deutschland beginnt im<br />

Werk Zwickau bereits Ende <strong>2019</strong> die Produktion des<br />

kompakten ID.3, auch Emden und Hannover sollen<br />

künftig Elektrofahrzeuge fertigen. Zudem sind<br />

Dresden und Mladá Boleslav als europäische Elek-<br />

tro-Standorte vorgesehen. In China entstehen in<br />

Anting/Shanghai und Foshan zwei weitere MEB-Werke,<br />

die 2020 die Produktion aufnehmen werden; das<br />

erste in den USA produzierte MEB-Elektroauto soll<br />

2022 in Chattanooga vom Band rollen.<br />

OHNE DEN BALLAST DES FOSSILEN ZEITALTERS<br />

ERGEBEN SICH AUSSERGEWÖHNLICH GROSSE<br />

RADSTÄNDE – UND DAMIT EIN ENORM LUFTIGES,<br />

FLEXIBEL NUTZBARES INTERIEUR<br />

VOLKSWAGEN<br />

37


Volkswagen ID.R<br />

AUF<br />

REKORDJAGD<br />

Rund um den Globus auf Rekordjagd: Mit dem Elektro-Rennwagen ID.R<br />

stellt Volkswagen auf berühmten Rennstrecken eine Bestmarke nach der<br />

anderen auf – und ist dabei bisweilen schneller als die klassischen Verbrenner.<br />

Nach Pikes Peak, Goodwood und Nürburgring wartet nun das<br />

chinesische „Tor zum Himmel“.<br />

BEI SEINER REKORDJAGD IST DER ID.R BISWEILEN<br />

SOGAR SCHNELLER ALS DIE KLASSISCHEN<br />

VERBRENNER<br />

Schon 2018 konnte VW mit dem elektrisch<br />

angetriebenen Rennwagen ID.R beim „Pikes<br />

Peak“-Bergrennen in den USA eine neue<br />

Bestmarke aufstellen. Nach nur 250 Tagen<br />

Entwicklungszeit jagte Romain Dumas den<br />

E-Renner in nur 7:57,148 Minuten den Berg<br />

hinauf und blieb damit erstmals in der Geschichte<br />

des „Race to the Clouds“ unter der<br />

Acht-Minuten-Marke. Den bisherigen Streckenrekord<br />

unterbot der Franzose dabei um<br />

16 Sekunden. Ein ähnlicher Triumph gelang<br />

wenige Wochen später beim Hillclimb auf<br />

dem Goodwood Festival of Speed, wo Dumas<br />

auf Anhieb den Rekord für Elektrofahrzeuge<br />

knackte.<br />

Im Sommer dieses Jahres hat Volkswagen die<br />

Rekordjagd wieder aufgenommen. Für die Herausforderung<br />

Nürburgring wurde das Fahrzeug<br />

umfassend weiterentwickelt. Besonders im Bereich<br />

der Aerodynamik wurde die 500 kW/<br />

680 PS starke Flunder auf die Ansprüche<br />

der 20,8 Kilometer langen Nordschleife abgestimmt:<br />

Auf der wohl schwierigsten und<br />

anspruchsvollsten Rennstrecke der Welt geben<br />

weniger enge Kehren wie am Pikes Peak,<br />

sondern mehr lange Highspeed-Bereiche die<br />

38<br />

VOLKSWAGEN


von 204,96 km/h unterwegs und verbrauchte<br />

dabei nur 24,7 kWh Energie – ein Viertel der<br />

Energie, die ein GT3-Sportwagen pro Runde<br />

benötigt. Knapp zehn Prozent der Energie<br />

erzeugte der ID.R dabei durch Bremsenergie-Rückgewinnung.<br />

Darüber hinaus stand dem Fahrer ein manuell<br />

bedienbares Drag-Reduction-System (DRS)<br />

zur Verfügung, mit dem während der Fahrt<br />

ein Element des Heckflügels verstellt werden<br />

und der Luftwiderstand deutlich gesenkt<br />

werden kann. Während Dumas in Kurven auf<br />

den maximalen Anpressdruck des über zwei<br />

Meter breiten Leitwerks setzte, reduzierte das<br />

aktivierte DRS an insgesamt 23 Stellen – zum<br />

Beispiel in Beschleunigungsphasen oder auf<br />

Geraden wie der drei Kilometer langen „Döttinger<br />

Höhe“ – den Luftwiderstand des ID.R<br />

und erlaubte damit eine besonders effiziente<br />

Nutzung der in den Lithium-Ionen-Batterien<br />

gespeicherten Energie. Insgesamt war das<br />

DRS während der Rekordrunde 88,82 Sekunden<br />

lang geöffnet – das sind 24,3 Prozent der<br />

Fahrtzeit.<br />

Marschrichtung vor. Darauf war der ID.R in<br />

seiner ursprünglichen Version nicht ausgelegt.<br />

DER E-REKORD AUF DER NORDSCHLEIFE WAR<br />

GLEICHZEITIG DIE ENERGIEEFFIZIENTESTE<br />

RUNDE, DIE HIER JE GEFAHREN WURDE<br />

Schon die ersten Testfahrten einige Wochen<br />

vor dem Rekordversuch im Juni zeigen jedoch<br />

das enorme Potenzial des E-Renners<br />

auf – wenngleich die Strecke zu diesem Zeitpunkt<br />

noch eifeltypisch feucht ist. Zur Rekordjagd<br />

selbst präsentierte sich die „Grüne<br />

Hölle“ hingegen von ihrer besten, wenngleich<br />

ungewohnten Seite: Auf knochentrockenem<br />

Asphalt bei angenehmen Außentemperaturen<br />

fand das Team ideale Bedingungen vor. Auch<br />

Romain Dumas erwies sich einmal mehr als<br />

Idealbesetzung für das Cockpit des ID.R: Als<br />

viermaliger Gewinner des 24-Stunden-Rennens<br />

kennt der Porsche-Werksfahrer die Strecke<br />

natürlich bestens. In 6:05,336 Minuten<br />

umrundete er den Eifelkurs und unterbot den<br />

bis dato gültigen Bestwert für Elektrofahrzeuge<br />

dabei um rund 40 Sekunden.<br />

Danach ging es für den ID.R erneut nach<br />

Goodwood. Beim berühmten Sprintrennen<br />

im Süden Englands verbesserte Dumas im Juli<br />

nicht nur seine eigene Elektro-Bestmarke aus<br />

dem Vorjahr, sondern unterbot mit einer Zeit<br />

von 39,90 Sekunden sogar den 20 Jahre alten<br />

Gesamtstreckenrekord des Formel-1-Boliden<br />

McLaren MP4/13 um 1,7 Sekunden.<br />

Nach den Rekordfahrten in Europa und den<br />

USA nimmt Volkswagen nun China ins Visier<br />

– oder genauer: die Tianmen Shan Big Gate<br />

Road, die in 99 Kurven auf den 1.519 Meter<br />

hohen Tianmen Mountain führt. Von 200 Metern<br />

über Normalnull schlängelt sich die Straße<br />

schmal, steil und gewunden entlang steiler<br />

Felswände auf 1.300 Meter hinauf zum sogenannten<br />

„Tor zum Himmel“. Im September<br />

<strong>2019</strong> will der ID.R hier Pionierarbeit leisten<br />

– und einen weiteren Beleg für die technologische<br />

und emotionale Anziehungskraft der<br />

Elektromobilität liefern.<br />

Wie VW später errechnete, absolvierte Dumas<br />

dabei gleichzeitig auch die energieeffizienteste<br />

Runde in der Geschichte der Nordschleife.<br />

So war der Elektro-Rennwagen bei seiner<br />

Rekordfahrt mit einem Durchschnittstempo<br />

VOLKSWAGEN<br />

39


1.255.000<br />

… Fahrzeuge mit batterieelektrischen und<br />

Plug-in-Hybrid-Antrieben wurden im vergangenen<br />

Jahr in China verkauft. In den USA waren es<br />

im selben Zeitraum 361.000 und in Norwegen<br />

73.000 Fahrzeuge. Deutschland belegte mit<br />

68.000 Fahrzeugen den vierten Platz, hat das<br />

Analyse-Institut Statista gezählt.<br />

KLARE ANSAGE<br />

40<br />

MELDUNGEN Wer hätte das gedacht?<br />

DER NEUE POSTBOTE<br />

Die Auslieferung von Paketen auf der „letzten<br />

Meile“ soll künftig mit autonom und natürlich auch<br />

elektrisch agierenden Fahrzeugen erfolgen. Doch<br />

wie kommt die bestellte Ware vom Fahrzeug zum<br />

Kunden ins Haus oder in die Wohnung? Der künftige<br />

Zusteller muss nicht unbedingt über menschliche<br />

DNA verfügen. Auch ein anderer Zweibeiner<br />

könnte die Arbeit erledigen. Hersteller Ford testet<br />

in Zusammenarbeit mit dem amerikanischen<br />

Unternehmen Agility Robotics die persönliche<br />

Zustellung durch einen Digit genannten Roboter.<br />

Dieser wird im Ladeabteil eines autonom fahrenden<br />

Fahrzeugs platzsparend zusammengefaltet<br />

und am Zielort automatisch ausgeladen sowie<br />

entfaltet. Er kann bis zu 20 Kilogramm schwere<br />

Pakete vom Auto zum Bestimmungsort tragen.<br />

Sein Bewegungsmuster ähnelt dem von Menschen<br />

und er ist in der Lage, Treppen zu steigen und sich<br />

auf unwegsamem Gelände zu bewegen.<br />

Wer kennt das nicht? Endlich eine freie und auch aktive Ladesäule<br />

gefunden und dann hapert es an der richtigen Ladekarte. Unterschiedliche<br />

Bezahldienste und Abrechnungsmodelle erschweren<br />

häufig das Stromtanken. Da sind Ärger und Frust (und Stillstand)<br />

vorhersehbar. Das muss aber nicht sein, wie das Beispiel Kalifornien<br />

zeigt. Der US-Bundesstaat macht Schluss mit dem Ladekarten-Wirrwarr:<br />

Künftig müssen die dortigen Stromzapfsäulen<br />

nach Plänen der Regierung mit einem einheitlichen Bezahlsystem<br />

ausgestattet sein. Vorgeschrieben wird zum einen die Zahlung<br />

per Kreditkartenleser, als Alternative muss die Zahlung über eine<br />

gebührenfreie Telefonnummer möglich sein.<br />

GEWUSST WIE<br />

Mit Solarenergie kommt man weiter. Toyota lotet das Potenzial<br />

von Photovoltaik-Zellen aus und lässt den Prius Plug-in-<br />

Hybrid testweise seinen eigenen Strom aus Sonnenenergie<br />

produzieren. Das Dach, die Heckklappe und die Motorhaube<br />

eines Prototyps sind mit leistungsstarken Solarzellen gedeckt,<br />

die über einen Wirkungsgrad von 34 Prozent und eine Nennleistung<br />

von 860 Watt verfügen. Die Japaner setzen Photovoltaik-Zellen<br />

im Prius bereits seit längerem ein, bislang können<br />

sie den Fahrstromvorrat jedoch nur bei stehendem Fahrzeug<br />

auffüllen. Im Prototyp klappt das nun auch während der Fahrt.<br />

Die gewonnene Energie wird in einer Batterie gespeichert und<br />

für den Antrieb genutzt.


ELEKTRISCHES<br />

SCHNEEGESTÖBER<br />

Bislang hört man sie vom weiten, wenn sie meist spätabends<br />

oder frühmorgens Bahnen in den Schnee ziehen. Die Rede ist<br />

von Pistenraupen. In Zukunft könnte das leiser vonstattengehen.<br />

Der Ulmer Geländefahrzeugspezialist Kässbohrer hat mit<br />

dem PistenBully 100 E eine rein batterieelektrisch angetriebene<br />

Schneeraupe entwickelt und testet nun die Serientauglichkeit<br />

dieses Prototyps. Das Kettenfahrzeug ist mit einer 126-Kilowattstunden-Batterie<br />

gerüstet, die eine durchschnittliche<br />

Fahrzeit von 2,5 bis 3 Stunden erlauben soll. Um die Batterie<br />

wieder vollständig zu laden, gibt Kässbohrer eine Ladezeit von<br />

6,5 Stunden an. Die beiden für den Vortrieb verantwortlichen<br />

E-Motoren leisten jeweils 90 kW/122 PS.<br />

RATSCHLÄGE AUS DER WOLKE<br />

Zwischen den verschiedenen Wolkenformationen nehmen die<br />

Daten-Wolken eine immer größere Bedeutung ein. Zulieferer<br />

Bosch will nun mithilfe eines Cloud-Services Lebensdauer und<br />

Leistung von Elektroauto-Batterien verbessern. Schließlich<br />

hängen vom richtigen Batteriemanagement nicht zuletzt<br />

Reichweite und Lebensdauer eines Elektroautos ab. Als erstes<br />

Unternehmen testet der chinesische Mobilitätsdienstleister<br />

Didi die „Battery in the Cloud“. Das System sammelt und analysiert<br />

die Akku-Daten, die in deren E-Autoflotte anfallen. Die<br />

Überwachung soll unter anderem dabei helfen, den Verschleiß<br />

der teuersten Komponente eines Elektroautos um bis zu 20<br />

Prozent zu reduzieren, indem etwa einzelnen Fahrern Hinweise<br />

zur effizienteren Nutzung ihres Fahrzeugs gegeben werden.<br />

GEPIMPTER OLDIE<br />

Jaguar E-Typ-Fahrer aufgepasst: Schon bisher<br />

konnten Besitzer, die zwar die schöne Form ihres<br />

Oldtimers lieben, aber den in den 60er Jahre gebotenen<br />

Komfort und Technikstand nicht mehr zeitgemäß<br />

finden, ihr Schätzchen bei der englischen<br />

Firma „Evolution E-Types“ restaurieren und pimpen<br />

lassen. Das Unternehmen bietet unter anderem den<br />

Einbau von Klimaanlage, Servolenkung, LED-Leuchten,<br />

elektrischen Fensterhebern oder modernen<br />

Bremsanlagen sowie Fahrwerksoptimierungen an.<br />

Ab 2020 wird in Zusammenarbeit mit dem Konversionsspezialist<br />

Electrifi aus dem Oldie auf Wunsch<br />

sogar ein Elektro-Fahrzeug mit 336 kW/456 PS.<br />

Der Standardspurt soll in 4 Sekunden gelingen, die<br />

Höchstgeschwindigkeit bei 279 km/h liegen. Batteriegröße,<br />

Reichweite und Ladezeiten sind noch<br />

nicht bekannt. Wer sich für eine solche Umrüstung<br />

interessiert, sollte Zeit mitbringen. Pro Jahr schafft<br />

das Unternehmen bislang nur drei Umbauten. Ach<br />

ja, ein bisschen Geld auf der hohen Kante ist auch<br />

vonnöten. Schon der normale Umbau kostet rund<br />

400.000 Euro. Eine Elektro-Konversion dürfte mehr<br />

als das Doppelte verschlingen.<br />

37,8%<br />

41<br />

MELDUNGEN Wer hätte das gedacht?<br />

… betrug der Anteil der Stromerzeugung aus<br />

erneuerbaren Energiequellen am gesamten<br />

deutschen Bruttostromverbrauch, errechnete<br />

Statista für das Jahr 2018. Der Bruttostromverbrauch<br />

in Deutschland lag in diesem Jahr bei<br />

rund 599 Terawattstunden.


Marktübersicht Elektroautos<br />

DIE HIER GIBT ES UND<br />

Das Angebot an Elektroautos ist in den vergangenen<br />

Monaten stark gewachsen. Und es<br />

wächst weiter. Ist aktuell vor allem das Pkw-<br />

Mittelfeld zwischen teuren Luxus-Modellen<br />

und Nischenautos für die City noch dünn besetzt,<br />

kommen bis Ende 2020 zahlreiche Stromer aus der<br />

Mitte der automobilen Gesellschaft auf deutsche Straßen.<br />

Zu vertretbaren Preisen und mit alltagstauglichen Reichweiten.<br />

MODELL KLASSE MAX. REICHWEITE PREIS AB<br />

Audi E-Tron SUV 414 km (NEFZ) 80.900 €<br />

BMW i3 Kleinwagen bis zu 359 km (NEFZ) 38.000 €<br />

Citroën E-Mehari Kleinwagen 195 km (NEFZ) 25.270 €<br />

e.Go Life Kleinstwagen 184 km (NEFZ) 15.900 €<br />

Hyundai Ioniq Elektro Kompaktwagen 280 km (NEFZ) 33.300 €<br />

Hyundai Kona Elektro Mini-SUV 449 km (WLTP) 34.600 €<br />

Hyundai Nexo Fuel Cell SUV 756 km (NEFZ) 69.000 €<br />

Jaguar i-Pace SUV 470 km (WLTP) 77.850 €<br />

Kia E-Niro Mini-SUV 455 km (NEFZ) 34.290 €<br />

Kia E-Soul Mini-SUV 452 km (NEFZ) 33.990 €<br />

Mercedes EQC SUV 390 km (WLTP) 71.281 €<br />

Nissan e-NV200 Evalia Kleinbus 275 km (NEFZ) 41.035 €<br />

Nissan Leaf Kompaktwagen 385 km (WLTP) 36.800 €<br />

Opel Ampera-E Mini-SUV 520 km (NEFZ) 42.990 €<br />

Renault Kangoo ZE Hochdachkombi 270 km (NEFZ) 24.776 € (ohne Batterie)<br />

Renault Zoe Kleinwagen 316 km (WLTP) 21.900 € (ohne Batterie)<br />

Smart Forfour EQ Kleinstwagen 154 km (NEFZ) 22.600 €<br />

Smart Fortwo EQ Kleinstwagen 160 km (NEFZ) 21.940 €<br />

Tesla Model 3 Mittelklasselimousine 560 km (WLTP) 56.800 €<br />

Tesla Model S Businesslimousine 632 km (NEFZ) 71.999 €<br />

Tesla Model X SUV 565 km (NEFZ) 96.280 €<br />

Toyota Mirai Fuel Cell Businesslimousine 550 km (WLTP) 78.600 €<br />

VW E-Golf Kompaktwagen 231 km (WLTP) 35.900 €<br />

VW E-up Kleinstwagen 160 km (WLTP) 22.975 €<br />

42<br />

e-MOBILITÄT


DIE HIER KOMMEN<br />

MODELL KLASSE MAX. REICHWEITE PREIS AB MARKTSTART<br />

BMW iX3 SUV 450 km 70.000 € 2020<br />

Honda e Kleinwagen 200 km (WLTP) 35.000 € Anfang 2020<br />

Mercedes EQV Kleinbus 400 km k.A. Ende <strong>2019</strong><br />

Mini Cooper SE Kleinwagen 270 km 32.500 € Januar 2020<br />

Opel Corsa e Kleinwagen 330 km 30.000 € Februar 2020<br />

DS 3 Crossback Mini-SUV 320 km (WLTP) 39.000 € Ende <strong>2019</strong><br />

Peugeot e-208 Kleinwagen 340 km (NEFZ) 30.000 € Frühjahr 2020<br />

Polestar 2 Mittelklasselimousine 500 km 40.000 € 2020<br />

Porsche Taycan Businesslimousine 450 km (NEFZ) 100.000 € Anfang 2020<br />

Seat Mii Electric Kleinstwagen 260 km 20.000 € Ende <strong>2019</strong><br />

Škoda Citigo e Kleinstwagen 260 km 20.000 € Ende <strong>2019</strong><br />

Sono Sion Kompaktwagen 250 km 25.500 € 2. Halbjahr 2020<br />

VW E-T6 Kleinbus k.A. k.A. 2020<br />

VW ID.3 Kompaktwagen 330 km 30.000 € April 2020<br />

e-MOBILITÄT<br />

43


Fragen und Antworten zur Elektromobilität<br />

WAS E-AUTOFAHRER<br />

WISSEN SOLLTEN<br />

Auf der Straße verhalten sich Elektroautos prinzipiell nicht anders als<br />

Pkw mit Diesel oder Benziner. Vor und nach der Fahrt gibt es jedoch<br />

durchaus Unterschiede. Wir klären ein paar wichtige Fragen.<br />

44<br />

e-MOBILITÄT


Benötige ich eine Wallbox?<br />

Wer sein E-Auto regelmäßig zuhause laden<br />

will, braucht einen geeigneten Anschluss.<br />

Die normale Haushaltssteckdose ist nur eine<br />

Notlösung. Sie ist weniger sicher und in der<br />

Regel auch weniger effizient als eine Wandladestation.<br />

Die sogenannten Wallboxen<br />

gibt es in verschiedenen Leistungsklassen<br />

ab rund 500 Euro plus Montage durch eine<br />

Fachkraft. Empfehlenswert ist für die meisten<br />

Nutzer ein Gerät mit 11 kW Leistung,<br />

das einen guten Kompromiss aus relativ<br />

schnellem Laden und überschaubaren Kosten<br />

bietet.<br />

deutschlandweite Tanken bei unterschiedlichen<br />

Betreibern erlaubt. Allerdings können<br />

die Tarife an einzelnen Säulen von denen der<br />

örtlichen Anbieter abweichen. Bezahlt wird<br />

an Ladesäulen in der Regel online, Kartenschlitze<br />

oder Münzeinwürfe gibt es nicht.<br />

Sind brennende Elektroautos besonders<br />

gefährlich?<br />

Brennt ein Akku, ist er nur schwer zu löschen.<br />

Dass man ein E-Auto wie in sozialen<br />

Medien häufig behauptet daher nur komplett<br />

ausbrennen lassen kann, ist allerdings<br />

nicht korrekt. Der Deutsche Feuerwehrverband<br />

empfiehlt die Brandbekämpfung mit<br />

sehr viel Wasser zur Kühlung der brennenden<br />

Batterie. So kann die Kettenreaktion in<br />

ihrem Inneren unterbrochen werden.<br />

Wie lange dauert es, ein E-Auto zu laden?<br />

Die an der Steckdose benötigte Zeit hängt<br />

von mehreren Faktoren ab. Die wichtigste<br />

Rolle spielen die Stromquelle und das Ladegerät<br />

im Auto. Und auch das verwendete<br />

Kabel hat einen Einfluss. Aus der Haushaltssteckdose<br />

fließen lediglich 2,3 kW, die meisten<br />

privaten Wallboxen kommen auf 11 kW,<br />

an öffentlichen AC-Ladesäulen stehen meist<br />

bis zu 22 kW zur Verfügung. Flotter geht es<br />

an den DC-Stationen, die 50 kW und mehr<br />

liefern. Allerdings limitiert zusätzlich auch<br />

das Auto die Tank-Geschwindigkeit, etwa<br />

durch den verbauten Bordlader oder den<br />

aktuellen Batteriezustand. Während der<br />

Fahrt warm gewordene Akkus etwa laden<br />

deutlich langsamer.<br />

Wie teuer ist das Laden eines E-Autos am<br />

öffentlichen Ladepunkt?<br />

Die Preisstruktur an den Schnell- und Normalladesäulen<br />

ist weiterhin unübersichtlich<br />

und intransparent. Die Abrechnungsarten<br />

variieren von Anbieter zu Anbieter, neben<br />

den Kilowattkosten kommen oft noch Zeitoder<br />

Grundgebühren hinzu. An der Ladesäule<br />

selbst findet sich dazu in der Regel keine<br />

Information, will man es genau wissen, hilft<br />

nur das Durchklicken der jeweiligen Internetseite.<br />

Wer viel unterwegs ist und nicht<br />

immer beim gleichen Anbieter lädt, sollte<br />

sich eine Roaming-Karte zulegen, die das<br />

Wie lang sind die Lieferzeiten für E-Autos?<br />

Auf einige Modelle müssen Käufer bis zu ein<br />

Jahr warten, andere sind mehr oder weniger<br />

sofort zu haben. Vor allem dienstältere, stark<br />

nachgefragte Modelle stehen vergleichsweise<br />

schnell bereit – allerdings gibt es auch<br />

dort Ausnahmen. Häufige Gründe für die<br />

wenig kundenfreundlichen Lieferzeiten sind<br />

Produktionsengpässe, vor allem bei der Batterie,<br />

oder zu pessimistische Absatzplanungen<br />

der Hersteller.<br />

e-MOBILITÄT<br />

45


Wie lange hält ein E-Auto-Akku?<br />

Die Traktionsbatterien sind auf lange Lebensdauer<br />

ausgelegt, sollen in der Regel ein<br />

Autoleben lang funktionieren. Die Hersteller<br />

gewähren üblicherweise Garantien von acht<br />

Jahren oder 100.000 Kilometern Laufleistung.<br />

Auch danach sind die Energiespeicher<br />

nicht nutzlos, sie bieten aber etwas weniger<br />

Kapazität als am Anfang. Wie lange ein<br />

individueller Akku hält, hängt aber auch vom<br />

Einsatzprofil des Autos ab. Häufiges Schnellladen<br />

etwa kann den Alterungsprozess<br />

beschleunigen.<br />

Wie teuer ist der Austausch einer<br />

Batterie?<br />

Der Akku ist mit großem Vorsprung die teuerste<br />

Komponente eines E-Autos. Muss sie<br />

nach Ablauf der Garantie komplett getauscht<br />

werden, kostet das den Halter schnell einen<br />

fünfstelligen Betrag. Alternativ sollen sich<br />

bei vielen Modellen auch einzelne Zellen tauschen<br />

lassen, was deutlich billiger wäre. Wer<br />

das Risiko trotzdem scheut, kann bei einigen<br />

Herstellern die Batterie für seinen Neuwagen<br />

auch mieten.<br />

Hält das Stromnetz die wachsende Zahl an<br />

E-Autos aus?<br />

Aktuell und auf absehbare Zeit macht das<br />

E-Auto dem nationalen Stromnetz keine<br />

großen Schwierigkeiten. Sollte die Zahl der<br />

Fahrzeuge stark wachsen, müsste mehr<br />

Strom erzeugt werden – allerdings kommt<br />

der Mehrbedarf nicht über Nacht. Wallboxen<br />

müssen trotzdem schon heute beim örtlichen<br />

Energieversorger gemeldet werden, damit<br />

dieser das Netz stabil halten kann. Langfristig<br />

könnten Elektroautos sogar dabei helfen,<br />

indem sie Energie bei Bedarf zwischenspeichern<br />

oder ins Netz zurückspeisen.<br />

46<br />

e-MOBILITÄT


Für die schönsten Augenblicke<br />

Der neue Renault CLIO<br />

Neuer Renault Clio: Gesamtverbrauch kombiniert (l/100 km): 5,2–4,4; CO 2 -Emissionen kombiniert: 119–100 g/km. Energieeffizienzklasse: B–A<br />

(Werte nach Messverfahren VO [EG] 715/2007).<br />

Renault empfiehlt


Porsche Taycan<br />

DIE STILLE REVOLUTION<br />

Porsche macht Ernst mit dem E-Antrieb. Der neue Taycan<br />

ist der erste Elektrosportwagen der Marke und will die<br />

Konkurrenz nicht nur auf der Straße distanzieren, sondern<br />

auch an der Ladesäule.<br />

Mit dem Taycan enthüllt Porsche auf der <strong>IAA</strong> seinen ersten rein elektrischen<br />

Sportwagen und startet in ein neues Zeitalter. Die Stuttgarter meinen es<br />

ernst: Sechs Milliarden Euro investieren sie in die Elektromobilität, wollen<br />

dabei nicht nur emissionsfreie Autos auf die Straße bringen, sondern künftig<br />

auch die Produktion klimaneutral gestalten.<br />

Die ersten Plug-in-Hybride von Porsche sind schon länger unterwegs, aber<br />

erst der neue Taycan zeigt, wie konsequent der Sportwagenbauer die Revolution<br />

der Stille betreibt. Dabei bleibt der Taycan ein echter Porsche: bei<br />

Performance und Package über jeden Zweifel erhaben – nur eben mit vollelektrischem<br />

Antrieb.<br />

Den Auftakt machen die beiden Hochleistungs-Varianten Taycan Turbo S<br />

und Taycan Turbo zu Preisen ab rund 185.000 Euro bzw. 152.000 Euro; sie<br />

sind ab sofort bestellbar. Etwas weniger leistungsstarke Varianten sollen<br />

noch in diesem Jahr folgen, Ende 2020 will Porsche dann mit dem Taycan<br />

Cross Turismo ein geräumigeres Derivat nachlegen.<br />

Mit bis zu 560 kW/761 PS bzw. 500 kW/680 PS Overboost-Leistung bilden<br />

Taycan Turbo S und Taycan Turbo die Speerspitze der Porsche E-Baureihe<br />

und zählen zu den leistungsstärksten Serienmodellen im Produktprogramm.<br />

Dass Porsche bei seinem ersten Elektro-Renner Kompromisse eingehen würde,<br />

war ohnehin nicht zu erwarten, aber die Daten beeindrucken dann doch:<br />

Der Taycan Turbo S beschleunigt in 2,8 Sekunden von null auf 100 km/h, der<br />

Taycan Turbo in 3,2 Sekunden. Beide Modelle sind bis zu 260 km/h schnell,<br />

der Antrieb erfolgt über je einen Elektromotor auf alle vier Räder – an der<br />

Hinterachse über ein Zweigang-Getriebe.<br />

Den Wettbewerb auf Distanz halten will der Taycan aber nicht nur auf der<br />

Straße, sondern vor allem auch an der Ladestation: Als erstes Serienfahrzeug<br />

tritt der E-Porsche mit einer Systemspannung von 800 Volt anstatt<br />

der üblichen 400 Volt an und lässt sich damit deutlich schneller aufladen.<br />

An Gleichstrom-Schnellladestationen ist nach nur gut fünf Minuten wieder<br />

genug Saft für weitere 100 Kilometer im 93-kWh-Akku. Das Nachladen von<br />

fünf auf 80 Prozent der Maximalkapazität dauert unter Idealbedingungen<br />

22,5 Minuten, die maximale Ladeleistung beträgt 270 kW. Zu Hause können<br />

Taycan-Fahrer ihr Auto mit bis zu 11 kW mit Wechselstrom aufladen. Pro<br />

Akkuladung kommt man mit dem Turbo S bis zu 412 Kilometer weit, der<br />

Turbo schafft bis zu 450 Kilometer (jeweils nach WLTP).<br />

DANK EINER SYSTEM-<br />

SPANNUNG VON 800 VOLT<br />

ANSTATT DER ÜBLICHEN<br />

400 VOLT LÄSST SICH DER<br />

E-PORSCHE DEUTLICH<br />

SCHNELLER AUFLADEN<br />

48<br />

PORSCHE


PORSCHE<br />

49


In beiden Versionen des neuen Taycan arbeiten je zwei effiziente Elektromotoren.<br />

Sie sitzen an Vorder- und Hinterachse und bilden damit einen<br />

elektrischen Allradantrieb. E-Maschine, Getriebe und Pulswechselrichter sind<br />

jeweils zu einem kompakten Antriebsmodul zusammengefasst, das sich laut<br />

Hersteller durch die derzeit höchste Leistungsdichte (kW pro Liter Bauraum)<br />

aller auf dem Markt angebotenen Elektroantriebe auszeichnet. Ein Grund<br />

dafür ist die besondere Wicklung der Magnetspulen, die einen höheren Kupferanteil<br />

im Stator ermöglicht, dem unbeweglichen Teil des Elektromotors.<br />

Dadurch steigen Leistung und Drehmoment bei gleichem Volumen.<br />

Porsche Torque Vectoring Plus (PTV Plus). Vier<br />

Fahrprogramme stehen zur Wahl, mit denen<br />

der Fahrer je nach Wunsch mehr Wert auf eine<br />

möglichst große Reichweite („Range“) oder maximale<br />

Performance („Sport Plus“) legen kann.<br />

Im Modus „Individual“ können zudem einzelne<br />

Systeme nach persönlichen Vorlieben konfiguriert<br />

werden. Das Rekuperationssystem erzeugt<br />

bis zu 265 kW Leistung und kann, wie sich laut<br />

Während Elektroautos üblicherweise mit einem<br />

Eingang-Getriebe auskommen, kommt an der<br />

Hinterachse des Taycan ein von Porsche entwickeltes<br />

Zweigang-Getriebe zum Einsatz. Es<br />

ZUM EINSATZ<br />

sorgt im ersten Gang für eine noch stärkere<br />

Beschleunigung vom Start weg und soll im länger übersetzten zweiten Gang<br />

eine höhere Effizienz auch bei hohem Tempo sicherstellen.<br />

Die Fahrwerksysteme des Taycan sind komplett vernetzt und werden<br />

über die integrierte Fahrwerkregelung Porsche 4D-Chassis Control in Echtzeit<br />

analysiert und synchronisiert. Zu den Fahrwerksystemen gehören<br />

eine adaptive Luftfederung mit Dreikammer-Technologie inklusive elektronischer<br />

Dämpferregelung PASM (Porsche Active Suspension Management)<br />

sowie die elektromechanische Wankstabilisierung Porsche Dynamic<br />

Chassis Control Sport (PDCC Sport) inklusive Drehmomentverteilung<br />

AN DER HINTERACHSE DES TAYCAN KOMMT EIN<br />

VON PORSCHE ENTWICKELTES ZWEIGANG-GETRIEBE<br />

Hersteller in Fahrversuchen gezeigt hat, rund 90<br />

Prozent der Bremsvorgänge übernehmen, ohne<br />

dass zusätzlich die hydraulischen Radbremsen<br />

aktiviert werden müssen.<br />

Einen wesentlichen Beitrag zu einer möglichst<br />

effizienten Fortbewegung liefert auch das aerodynamische<br />

Design des Taycan, der auf einen<br />

c W -Wert von bis zu 0,22 kommt. An die flache<br />

und breite Front schließt sich eine schlanke Kabi-<br />

• erster Porsche<br />

mit Elektroantrieb<br />

• gut fünf Minuten<br />

Nachladen – 100 km<br />

mehr Reichweite<br />

• weitere Leistungsvarianten<br />

geplant<br />

50<br />

PORSCHE


ne und daran wiederum das von ausgeprägten<br />

Schultern betonte, kraftvolle Heck an. Die<br />

Silhouette wird von der nach hinten abfallenden<br />

Dachlinie geprägt.<br />

Während das Äußere durchaus vertraut wirkt,<br />

kommt der Aufbruch in ein neues Zeitalter,<br />

den der Taycan signalisieren will, vor allem in<br />

Innenraum zum Ausdruck. Im klar strukturierten<br />

und neu konzipierten Cockpit wurde die<br />

Zahl klassischer Bedienelemente wie Schalter<br />

oder Knöpfe stark reduziert. Stattdessen<br />

erfolgt die Steuerung per Touch-Bedienung<br />

oder Sprachsteuerung.<br />

Die Instrumente sind komplett digitalisiert:<br />

vom frei stehenden und gebogenen Kombiinstrument<br />

im 16,8-Zoll-Format mit vier verschiedenen<br />

Anzeigemodi über das zentrale,<br />

10,9 Zoll große Display für Navigation und Infotainment<br />

bis hin zum optionalen Display für<br />

den Beifahrer, der dort eigene Einstellungen<br />

vornehmen kann, ohne den Fahrer abzulenken.<br />

Alle Displays sind zu einem Glasband in<br />

schwarzer Optik zusammengefasst.<br />

Das Reisegepäck passt in das hintere Kofferraumabteil<br />

mit 366 Litern Volumen, vorne<br />

befindet sich ein weiteres Fach mit 81 Litern.<br />

Aussparungen in der Batterie schaffen zusätzlichen<br />

Fußraum für die Fondpassagiere<br />

und erlauben eine sportlich tiefe Sitzposition.<br />

Der Innenraum lässt sich erstmals bei<br />

der Marke auch komplett lederfrei ordern.<br />

Übertreiben will es Porsche mit der Revolution<br />

dann aber doch nicht: Auf der Armaturentafel<br />

thront in Verbindung mit dem Sport-Chrono-Paket<br />

nach wie vor die gute alte Analoguhr.<br />

AUF DER ARMATU-<br />

RENTAFEL THRONT<br />

NACH WIE VOR DIE<br />

GUTE ALTE ANALOG-<br />

UHR<br />

PORSCHE<br />

51


Porsche Cayenne Turbo S E-Hybrid<br />

STARKER STECKER<br />

Wie im Panamera bilden ab sofort auch im Cayenne Plug-in-Hybride<br />

die Spitze des Portfolios. Topvariante ist ein V8-Hybrid für die Steckdose<br />

mit 680 PS und umfassender Ausstattung, auch eine Version mit<br />

V6-Motor ist neu im Programm.<br />

• Plug-in-Hybrid<br />

mit V8 als<br />

Topmotorisierung<br />

für Cayenne und<br />

Cayenne Coupé<br />

verfügbar<br />

• 40 km elektrische<br />

Reichweite<br />

500 kW/680 PS Systemleistung, 900 Nm<br />

Drehmoment knapp über Leerlaufdrehzahl<br />

und Preise ab gut 172.500 Euro – in diesem<br />

Spannungsfeld bewegt man sich als Interessent<br />

am neuen Cayenne Turbo S E-Hybrid,<br />

der ab sofort als Topmodell der SUV-Baureihe<br />

fungiert. Auch für das sportlicher gezeichnete<br />

Cayenne Coupé, das im Frühjahr eingeführt<br />

wurde, ist das leistungsstarke Plug-in-System<br />

mit V8-Antrieb erhältlich; hier starten die<br />

Preise bei gut 176.000 Euro. Daneben ergänzt<br />

ein etwas, nun ja, schwächerer Plug-in-Antrieb<br />

mit V6-Benziner und 340 kW/462 PS<br />

Systemleistung das Hybridangebot in der<br />

Cayenne-Baureihe.<br />

SEINE SPORTLICHE AUSRICHTUNG BEWAHRT DER<br />

CAYENNE NATÜRLICH AUCH ALS PLUG-IN-HYBRID<br />

Ihre leistungsorientierte Ausrichtung bewahren<br />

die Cayenne-Modelle natürlich auch<br />

in der Hybridvariante. Knapp vier Sekunden<br />

vergehen im Turbo S E-Hybrid für den Sprint<br />

aus dem Stand auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit<br />

wird bei 295 km/h erreicht, und<br />

selbst im Elektromodus reichen die 100 kW/<br />

136 PS des im Gehäuse der Achtgang-<br />

Automatik integrierten E-Motors immer noch<br />

für 135 km/h.<br />

Die unterhalb des Laderaums eingebaute<br />

Lithium-Ionen-Batterie besitzt eine Kapazität<br />

von 14,1 kWh und ermöglicht bis zu 40<br />

Kilometer elektrische Reichweite. Dazu wählt<br />

der Fahrer über das serienmäßige Sport Chrono-Paket<br />

den Modus E-Power an; in den übrigen<br />

Fahrmodi „Hybrid Auto“, „Sport“ und<br />

„Sport Plus“ liefert der E-Motor einen zusätzlichen<br />

Leistungsschub für den V8-Turbo-Benziner<br />

mit 404 kW/550 PS. Den Durchschnittsverbrauch<br />

gibt Porsche mit 3,7 bis 3,9 Liter<br />

Kraftstoff plus 18,7 bis 19,6 kWh Strom pro<br />

100 Kilometer an; die Rechnung kann natürlich<br />

nur dann aufgehen, wenn fleißig nachgeladen<br />

und das dynamische Potenzial des<br />

Antriebs nicht ständig ausgenutzt wird.<br />

Die Serienausstattung des Topmodells ist<br />

üppig: die elektrische Wankstabilisierung<br />

PDCC, die Hinterachs-Quersperre PTV Plus,<br />

Keramikbremsen, die Servolenkung Plus und<br />

die adaptive Dreikammer-Luftfederung helfen<br />

dabei, die Kraft sicher, beherrschbar und<br />

komfortabel auf die Straße zu bringen. Ebenfalls<br />

an Bord sind ein vernetztes Navigationssystem<br />

mit Echtzeit-Verkehrsinformationen<br />

und Ladesäulen-Suche, eine Klimatisierung<br />

im Stand mit Vorheizen und Vorbelüftung des<br />

Fahrzeugs, LED-Scheinwerfer und ein kamerabasierter<br />

Fußgängerschutz.<br />

52<br />

PORSCHE


DER NEUE<br />

GRANDLAND X<br />

HYBRID4.<br />

Unser erster SUV als Plug-in-Hybrid.<br />

Effizienz und Leistung im Einklang.<br />

Machen Sie sich bereit.<br />

Besuchen Sie uns auf der <strong>IAA</strong>!<br />

Halle 11/Stand D31 12.–22. 09. <strong>2019</strong><br />

Abb. zeigt Sonderausstattung.<br />

Kraftstoffverbrauch* Opel Grandland X Hybrid4 kombiniert 1,6 l/100 km; CO 2 -Emission kombiniert 36 g/km. Effizienzklasse A+<br />

* Die genannten Kraftstoffverbrauchs- und CO 2-Emissionswerte sind vorläufig, wurden anhand der WLTP-Testverfahren bestimmt und in NEFZ-Werte rückgerechnet, um Vergleichbarkeit mit anderen Fahrzeugen zu<br />

gewährleisten (gemäß VO (EG) Nr. 715/2007, VO (EU) Nr. 2017/1151 und VO (EU) Nr. 2017/1153). EG-Typgenehmigung und Konformitätsbescheinigung liegen noch nicht vor. Abweichungen zwischen den Angaben<br />

und den offiziellen typgeprüften Werten sind möglich.


Nachhaltigkeit verschiedener Antriebsarten<br />

ELEKTROAUTOS<br />

HABEN DIE BESSERE<br />

CO 2 -BILANZ<br />

Während die Nachhaltigkeit der Elektromobilität immer mal wieder<br />

diskutiert wird, legt der Volkswagen-Konzern eine detaillierte Aufstellung<br />

über den gesamten Lebenszyklus vor – einschließlich Produktion,<br />

Nutzung, Demontage sowie Kraftstofferzeugung und -transport. Das<br />

Ergebnis fällt überraschend eindeutig aus.<br />

54<br />

e-MOBILITÄT


ÜBER<br />

den gesamten Lebenszyklus gerechnet ist die Klimabilanz<br />

von Elektroautos schon heute besser als die von konventionell<br />

betriebenen Modellen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des<br />

Volkswagen-Konzerns, der im Rahmen eines internationalen Normierungsverfahren<br />

am Beispiel des VW Golf berechnet hat, wie die Ökobilanzen der<br />

verschiedenen Antriebsarten im Detail aussehen. Demnach liegt ein E-Golf<br />

mit einem Wert von 119 Gramm CO 2 pro Kilometer deutlich vor einem Golf<br />

TDI, der auf 140 Gramm CO 2/km kommt.<br />

Die Produktion des aktuellen batterieelektrischen<br />

Golf verursacht 57 Gramm CO 2/km, die<br />

eines Golf mit Dieselmotor nur 29 Gramm. Ein<br />

Benziner ist mit 26 Gramm noch etwas klimafreundlicher<br />

herzustellen. Der Kraftstoff muss<br />

ebenfalls produziert werden – und auch hier sind die konventionellen Energieträger<br />

zumindest aktuell noch klimafreundlicher: Für den Diesel bilanziert<br />

VW hier weitere 11 Gramm CO 2 je Kilometer, die Erzeugung von Benzin fällt<br />

mit 27 Gramm ins Gewicht, beim strombetriebenen Golf sind es hingegen<br />

62 Gramm im europäischen Strommix. Hier besteht für die Zukunft allerdings<br />

enormes Potenzial zur weiteren Absenkung der Emissionen durch eine<br />

zunehmende Umstellung auf erneuerbare Energien.<br />

UNTERSUCHT WURDEN ALLE CO 2 -EMISSIONEN DES<br />

AUTOMOBILS ÜBER DEN GESAMTEN LEBENSZYKLUS<br />

BIS ZUR DEMONTAGE<br />

Schon jetzt punkten Elektroautos damit, dass im Fahrbetrieb keine Emissionen<br />

mehr anfallen. Im Falle des Dieselmotors belasten diese die Bilanz mit<br />

100 Gramm CO 2, beim Benziner sind es 119 Gramm. Der ebenfalls untersuchte<br />

Erdgas-Golf kam bei ähnlichen Produktionswerten auf 100 Gramm im Fahrbetrieb.<br />

Unterstellt hat Volkswagen im Rahmen des LCA-Verfahrens eine<br />

Gesamtbetriebsleistung von 200.000 Kilometern. Kein Thema der Studie,<br />

aber in diesem Zusammenhang trotzdem erwähnenswert ist die Tatsache,<br />

dass Elektroautos auch keinerlei Schadstoffe – Stickoxide, Rußpartikel etc.<br />

– emittieren, die bei konventionellen Verbrennern durch aufwendige Abgasreinigung<br />

zwar gemindert, aber nie ganz eliminiert werden.<br />

e-MOBILITÄT<br />

55


Anders als bei der zwischenzeitlich heiß diskutierten<br />

Studie des Ifo-Instituts, die unterschiedliche<br />

Modelle verschiedener Hersteller<br />

auf Basis allgemeiner Annahmen und Normverbrauchswerten<br />

verglich und im Ergebnis<br />

Elektroautos eine schlechtere Ökobilanz bescheinigte,<br />

hat Volkswagen im sogenannten<br />

Life Cycle Assessment (LCA) die CO 2-Emissionen<br />

während aller Produktstadien des Automobils,<br />

aller seiner Bauteile und des Kraftstoffes<br />

untersucht – einschließlich des Recyclings<br />

und der Entsorgung am Lebensende.<br />

Eingeflossen sind daher nicht nur die Emissionen<br />

im Fahrbetrieb, sondern auch die Rohstoffgewinnung,<br />

Komponentenproduktion<br />

und Montage, die Produktion und Bereitstellung<br />

des Kraftstoffes beziehungsweise<br />

Stroms – also auch Ölförderung und Transport<br />

– sowie die Demontage und die Einsparmöglichkeiten<br />

durch Verwertung.<br />

SCHON HEUTE SIND DIE CO 2 -EMISSIONEN BEI<br />

E-FAHRZEUGEN GERINGER – MIT POTENZIAL FÜR<br />

WEITERE VERBESSERUNG<br />

So entsteht eine lückenlose Datensammlung<br />

von der Rohstoffquelle bis zur finalen Restverwertung.<br />

Allein beim Golf beinhaltet die<br />

Datensammlung eine Tabelle mit 11.000 Zeilen<br />

und rund 40.000 erfassten Prozesse. Das<br />

LCA-Verfahren läuft international und wird<br />

von unabhängigen Prüfern zertifiziert. Die Klimadaten<br />

der verschiedenen Rohstoffe kommen<br />

von einzelnen Fachverbänden aus aller<br />

Welt und wurden gemittelt. Die Sammlung<br />

56<br />

e-MOBILITÄT


dient dabei nicht allein dem Vergleich verschiedener Antriebskonzepte, sondern<br />

auch der Freilegung weiteren Potenzials zur Senkung der Emissionen<br />

über den gesamten Lebenszyklus.<br />

Im Rahmen des Verfahrens hat Volkswagen auch eine Projektion der verschiedenen<br />

Antriebssysteme für das Jahr 2030 vorgenommen. In dieser<br />

Studie werden allen Antriebsarten noch deutliche Verbesserungen zugestanden.<br />

So verringern sich durch Hybridisierung die gesamten CO 2-Emissionen<br />

bei Dieselmodellen auf 113 Gramm je Kilometer, bei den Benzinern<br />

auf 134 Gramm. Die Produktionsdaten für alle Varianten bleiben auf dem<br />

Niveau von heute.<br />

Beim E-Golf sieht Volkswagen aber eine deutliche bessere Reichweite durch<br />

Fortschritte in der Batterieentwicklung. Zugleich sinkt die CO 2-Menge in der<br />

Akku-Produktion durch Verbesserungen der Lithium-Ionen-Batterietechnologie<br />

und Optimierungen in der Lieferkette. Allein vom untersuchten E-Golf<br />

zum ersten ID-Modell erwartet VW eine Reduzierung um mehr als 25 Prozent<br />

pro Kilowattstunde (kWh) Batteriekapazität. Kommt in der Produktion<br />

regenerative Energie zum Einsatz, sinken die Emissionen in diesem Bereich<br />

um fast 50 Prozent.<br />

der heutige E-Golf im europäischen Mix auf<br />

die genannten 119 Gramm CO 2 kommt, wären<br />

es im deutschen und im amerikanischen Mix<br />

schon 145 Gramm, im chinesischen sogar 183<br />

Gramm. Unter den aktuellen Bedingungen<br />

chinesischer Stromproduktion wäre also noch<br />

ein Golf-Diesel über 200.000 Kilometer klimafreundlicher<br />

als ein E-Golf.<br />

Andererseits: Wenn der Strom zum Fahren<br />

ausschließlich aus regenerativen Quellen<br />

gewonnen wird, sinken die CO 2-Emissionen<br />

während der Nutzungsphase, die im heutigen<br />

EU-Strommix 62 g CO 2/km betragen, auf nur<br />

noch zwei Gramm CO 2 pro Kilometer ab.<br />

Die größte Verbesserung in der Klimabilanz erfolgt aber durch eine deutliche<br />

Reduzierung der Emissionen bei der Stromerzeugung in Folge des weltweiten<br />

Ausbaus nachhaltiger Energieversorgung. Demnach würde der E-Golf<br />

des Jahres 2030 in seinem Gebrauchszyklus auf einen CO 2-Ausstoß von<br />

95 Gramm je Kilometer kommen.<br />

Wie wichtig die Herstellung des Stroms für die Ökobilanz ist, zeigt ein Blick<br />

auf die aktuellen Strommixe in den wichtigsten Weltmärkten. Während<br />

e-MOBILITÄT<br />

57


Mercedes-Benz Vision EQS<br />

LUXUS DER ZUKUNFT<br />

Mit der Studie Vision EQS blickt Mercedes-Benz auf der <strong>IAA</strong> in die Zukunft der Mobilität:<br />

Ja, sie wird elektrisch und sie wird nachhaltiger. Aber sie bietet weiterhin Raum für Emotionalität,<br />

selbstbestimmtes Fahren und den Reiz des Luxuriösen.<br />

Der Elektroantrieb setzt auf der <strong>IAA</strong> zum Durchbruch an: In immer mehr Fahrzeugklassen werden<br />

Modelle mit batterieelektrischem Antrieb vorgestellt, die lokal emissionsfreies Fahren mit<br />

alltagstauglichen Reichweiten verbinden. Mit dem Vision EQS zeigt Mercedes-Benz nun, wie eine<br />

große elektrische Luxuslimousine der Zukunft aussehen und ausgerüstet sein könnte. Eine Art<br />

elektrische S-Klasse, die über 200 km/h schnell ist, 700 Kilometer Reichweite bietet und trotz<br />

automatisierter Fahrfunktionen ein klares Statement für das Fortbestehen von selbstgelenkten<br />

Fahrzeugen abgibt.<br />

Die Technik ist das eine, die Optik das andere: Die Designer loten mit dem Vision EQS das Potenzial<br />

aus, das Elektrofahrzeuge dank der reduzierten Antriebskomponenten bieten. „One<br />

Bow“ nennt Mercedes die gestreckten bogenförmigen Proportionen des EQS, der damit die<br />

58<br />

MERCEDES-BENZ


DAS SHOWCAR GIBT EIN KLARES STATEMENT FÜR DAS<br />

FORTBESTEHEN VON SELBSTFAHRER-FAHRZEUGEN AB<br />

• Vision einer elektrischen Luxuslimousine<br />

• Außen- und Innendesign neu interpretiert<br />

• Lichtkonzept kommuniziert mit der<br />

Außenwelt<br />

Designphilosophie „Progressive Luxury“ der elektrischen EQ-Modellfamilie weiterentwickelt.<br />

Die fließenden Formen der Limousine betonen den ebenso aerodynamischen wie luxuriösen<br />

Charakter der Studie.<br />

Rings um das Fahrzeug läuft ein markantes Lichtband. Es verstärkt die optische Streckung der<br />

Limousine und erzeugt den Eindruck, als würden die schwarzen Glasflächen der Fahrgastzelle<br />

auf dem silbernen Fahrzeugkörper schweben. Vorne in das Band integriert sind Scheinwerfer<br />

mit holografischen Linsen, die eine Vielzahl unterschiedlicher Darstellungen ermöglichen. Weil<br />

die Linsenkörper mit hoher Geschwindigkeit rotieren, sind die Module und Platinen für das<br />

menschliche Auge nahezu unsichtbar: Die Leuchtdioden der Scheinwerfer scheinen damit frei<br />

und dreidimensional im Raum zu schweben.<br />

MERCEDES-BENZ<br />

59


Ähnlich kunstvoll ist das Leuchtenband am Heck ausgeführt, wo 229 kleine Sterne den Mercedes-Stern<br />

auf neue Art erstrahlen lassen. Auch die Matrix des digitalen Frontgrills leuchtet: Er<br />

besteht aus 188 Platinen mit insgesamt 940 Einzel-LEDs auf verschiedenen Tiefenebenen und<br />

kann wie die anderen Leuchtelemente zur Interaktion zwischen Fahrzeug und Umwelt genutzt<br />

werden. Das Lichtkonzept macht den EQS zu einem kommunizierenden und kooperativen Fahrzeug.<br />

Im Interieur haben sich die Designer von der Welt luxuriöser Yachten inspirieren lassen. Ziel war<br />

es, den typischen, die Insassen umschließenden Charakter der Mercedes-Innenräume auf besonders<br />

großzügige Art neu zu interpretieren. Instrumententafel, Mittelkonsole und Armauflagen<br />

sind dabei in einer gemeinsamen Struktur verbunden und vermitteln ein üppiges Raumgefühl,<br />

das einen Ausblick auf den Innenraum zukünftiger Luxuslimousinen der Marke gibt.<br />

DAS LICHTKONZEPT<br />

MACHT DEN EQS<br />

ZU EINEM KOMMU-<br />

NIZIERENDEN UND<br />

KOOPERATIVEN<br />

FAHRZEUG<br />

Die weiterentwickelte MBUX-Bedienschnittstelle zeigt digitale Inhalte auf einer großzügigen<br />

Bildschirmfläche. Über das Zentraldisplay lassen sich die Fahrzeugfunktionen nun per Touch<br />

steuern. Die Seitendisplays bieten individuelle Anzeigen und Inhalte für Fahrer und Beifahrer<br />

und erlauben damit eine Personalisierung des Fahrerlebnisses. Analog zum 360-Grad-Außenlichtband<br />

läuft ein intelligentes Lichtband durch den Innenraum und zeigt an den passenden<br />

Orten spezifische Informationen an.<br />

Den ebenso zukunftsweisenden wie umweltverträglichen Charakter des Fahrzeugs unterstreicht<br />

auch die Materialauswahl, die unter anderem nachhaltig produzierte Mikrofaser, Meeresplastik<br />

an sichtbaren Stellen am Dachhimmel sowie heimischen Riegelahorn aus ökologisch bewirtschafteten<br />

deutschen Wäldern umfasst. Die Fahrzeugstruktur setzt auf einen Materialmix aus Stahl,<br />

Aluminium und Karbon sowie nachhaltigen recycelten Materialien. Sie erfüllt höchste Ansprüche<br />

an Leichtbau, Stabilität, Kosteneffizienz und Nachhaltigkeit.<br />

IM INTERIEUR HABEN SICH DIE DESIGNER VON DER<br />

WELT LUXURIÖSER YACHTEN INSPIRIEREN LASSEN<br />

60<br />

MERCEDES-BENZ


Als Technologieträger basiert der Vision EQS auf einer völlig neuen, vollvariablen elektrischen<br />

Antriebsplattform, die sich auf viele unterschiedliche Modelle anpassen lässt. Radstand und Spurweite<br />

sowie alle übrigen Systemkomponenten, insbesondere die Batterien, sind dank des modularen<br />

Systembaukastens variabel und damit für unterschiedlichste Fahrzeugkonzepte geeignet.<br />

ALS TECHNOLOGIETRÄGER BASIERT DER VISION EQS AUF<br />

EINER VÖLLIG NEUEN, VOLLVARIABLEN ELEKTRISCHEN<br />

ANTRIEBSPLATTFORM<br />

Mit zwei kompakten Hochleistungsmotoren an beiden Achsen entwickelt das Antriebssystem<br />

eine kombinierte Leistung von mehr als 350 kW/476 PS und verleiht dem Vision EQS die Fahrleistungen<br />

eines Supersportwagens. Die vollvariable Verteilung des Antriebsmoments erfolgt<br />

dabei nicht nur mit dem Ziel maximaler Fahrdynamik, sondern auch höchster Effizienz. Während<br />

das Showcar in unter 4,5 Sekunden von null auf 100 km/h beschleunigt, beläuft sich die Reichweite<br />

pro Akkuladung auf 700 Kilometer (WLTP). Bei einer Ladeleistung von 350 kW soll das<br />

Nachladen der Batterie auf 80 Prozent weniger als 20 Minuten beanspruchen. Entwickelt und<br />

produziert wird die Lithium-Ionen-Batterie von der Daimler-Tochter Accumotive.<br />

Der Vision EQS erlaubt hochautomatisierte Fahrfunktionen des Autonomie-Levels 3, das den<br />

Fahrer beispielsweise auf langen Autobahnfahrten entlastet. Durch die Modularität der Sensorik<br />

kann das Autonomie-Level in Zukunft bis hin zum vollautomatisierten Fahren erweitert werden.<br />

Das Showcar will ein klares Statement für das Fortbestehen von Selbstfahrer-Fahrzeugen<br />

abgeben und damit auch in Zukunft dem Wunsch nach individueller Mobilität und Fahrspaß<br />

Rechnung tragen.<br />

MERCEDES-BENZ<br />

61


• erster Elektro-Van im Premium-Segment<br />

• großzügiges Raumangebot<br />

• variables Sitzkonzept<br />

Mercedes-Benz EQV<br />

EXKLUSIVER<br />

E-SHUTTLE<br />

Mercedes-Benz elektrisiert seine Großraumlimousine: Nach der im Frühjahr in Genf präsentierten<br />

Studie wird auf der <strong>IAA</strong> nun die Serienversion des EQV enthüllt. Der erste elektrische Großraum-Van<br />

der Premiumklasse bewahrt Flexibilität und Raumangebot der Verbrenner-Versionen.<br />

Die EQ-Familie wächst: Mit dem EQV zeigt<br />

Mercedes-Benz nun erstmals eine elektrifizierte<br />

Großraumlimousine. Der E-Van, der<br />

zusammen mit seinen konventionell angetriebenen<br />

Schwestermodellen V-Klasse<br />

und Vito im nordspanischen Vitoria vom<br />

Band läuft, feiert auf der <strong>IAA</strong> seine Publikumspremiere<br />

und will mit üppiger Reichweite<br />

und uneingeschränkter Praktikabilität<br />

punkten.<br />

DAS PLATZANGEBOT IM INNENRAUM BLEIBT TROTZ<br />

DER GROSSEN BATTERIE ERHALTEN<br />

So ist das Raumgebot trotz 90-kWh-Batterie,<br />

die Energie für immerhin mehr als<br />

400 Kilometer speichert, identisch mit der<br />

V-Klasse – und genauso variabel nutzbar.<br />

Die vielfältigen Konfigurationen mit bis zu<br />

acht Sitzen sollen umweltbewusste Großfamilien<br />

ebenso überzeugen wie Transport-Dienste,<br />

die mit dem EQV ein exklusives<br />

und repräsentatives Shuttle-Fahrzeug<br />

in ihren Fuhrpark aufnehmen. Zudem ist<br />

der E-Van in zwei verschiedenen Radständen<br />

erhältlich.<br />

Innen wie außen setzt der EQV eigenständige<br />

Akzente, wie sie für die wachsende<br />

Familie der Mercedes Elektrofahrzeuge<br />

typisch sind. Außen gilt das etwa<br />

für den Kühlergrill mit Chromlamellen,<br />

innen für die Akzente in Blau und in<br />

der kupferartigen Trendfarbe Roségold.<br />

Die Bedienschnittstelle bildet das<br />

MBUX-System (Mercedes-Benz User Experience)<br />

mit Zehn-Zoll-Touchscreen, lernfähiger<br />

Sprachbedienung und zahlreichen<br />

Konnektivitäts-Features.<br />

Der leistungsstarke E-Antrieb entwickelt<br />

150 kW/204 PS und ein maximales Drehmoment<br />

von 362 Nm, die Höchstgeschwindigkeit<br />

von 160 km/h soll den EQV auch<br />

zum luxuriösen Autobahngleiter qualifizieren.<br />

Der Motor sitzt zusammen mit Getriebe,<br />

Leistungselektronik und Kühlsystem<br />

an der Vorderachse, die Batterie wurde tief<br />

und zentral im Unterboden platziert, von<br />

wo aus sie zu einem stabilen Fahrverhalten<br />

beiträgt. Um die Reichweite maximal<br />

auszuschöpfen, kann der Fahrer den Grad<br />

der Bremsenergie-Rückgewinnung mit<br />

Hilfe von Schaltwippen am Lenkrad selbst<br />

beeinflussen: Je höher die gewählte Rekuperationsstufe,<br />

desto weiter kommt der<br />

EQV ohne Nachladen. Oder er überlässt die<br />

Wahl dem ECO-Assistenten, der dafür auch<br />

noch Navigationsdaten, Verkehrszeichen<br />

und sowie Radar- und Kamera-Informationen<br />

berücksichtigt.<br />

62<br />

MERCEDES-BENZ


Mercedes-Benz A- und B-Klasse<br />

KOMPAKTE PLUG-INS<br />

Mit den EQ-Power-Modellen A 250 e und B 250 e hält der<br />

Plug-in-Hybridantrieb Einzug in die Kompaktfamilie von Mercedes.<br />

Beide Modelle kommen noch in diesem Jahr auf den Markt.<br />

Auf dem Weg zum emissionsfreien Fahren<br />

können Plug-in-Hybride ein wichtiger<br />

Schritt sein: Sie bieten hohe elektrische<br />

Fahranteile und bei langen Strecken profitieren<br />

sie von der Reichweite des Verbrenners.<br />

Die niedrigen Verbrauchswerte, A-<br />

und B-Klasse liegen zwischen 1,4 und 1,6<br />

Litern plus 14,7 bis 15 kWh Stromverbrauch<br />

je 100 Kilometer, was CO 2-Emissionen von<br />

maximal 36 g/km entspricht, stehen nicht<br />

im Widerspruch zu Fahrfreude und Alltagstauglichkeit<br />

Wer die bis zu 77 Kilometer elektrische<br />

Reichweite etwa für seine täglichen Fahrten<br />

nutzt und über Nacht an der heimischen<br />

Steckdose oder Wallbox auflädt,<br />

kann den A 250 e (als Schrägheck und Limousine<br />

verfügbar) und den B 250 e entsprechend<br />

effizient betreiben.<br />

Unabhängig vom jeweiligen Einsatz wollen<br />

die kompakten Plug-in-Hybride jede<br />

Menge Fahrspaß bieten: Der Elektromotor<br />

entwickelt gemeinsam mit dem 1,33<br />

Liter großen Vierzylinder-Benziner eine<br />

Systemleistung von 160 kW/218 PS und<br />

ein Systemdrehmoment von 450 Nm. Als<br />

sprintstärkstes Modell der kompakten<br />

EQ-Familie spurtet der A 250 e als Schrägheck<br />

in nur 6,6 Sekunden auf 100 km/h,<br />

die Höchstgeschwindigkeit beträgt<br />

235 km/h, rein elektrisch sind 140 km/h<br />

möglich. Die rund 150 Kilogramm schwere,<br />

von der Daimler-Tochter Accumotive entwickelte<br />

Lithium-Ionen-Hochvoltbatterie<br />

verfügt über eine Kapazität von ca.<br />

15,6 kWh und kann mit Wechsel- oder<br />

Gleichstrom aufgeladen werden.<br />

Die neue Anordnung von Abgasanlage und<br />

Kraftstofftank ermöglichte den Einbau der<br />

Batterie unter den Rücksitzen, sodass das<br />

Kofferraumvolumen gegenüber den konventionell<br />

angetriebenen Schwestermodellen<br />

nur geringfügig eingeschränkt wird.<br />

Das Bediensystem MBUX (Mercedes-Benz<br />

User Experience) bietet spezielle Fahrprogramme,<br />

mit denen der Fahrer beispielsweise<br />

Wert auf eine möglichst elektrische<br />

oder dynamische Fahrweise legen kann.<br />

Möglich ist dadurch auch, sich elektrische<br />

Reichweite aufzusparen, um etwa am<br />

Ende einer längeren Autobahnfahrt die<br />

letzten innerstädtischen Kilometer emissionsfrei<br />

zurückzulegen.<br />

• leistungsstarker Plug-in-Hybrid<br />

für A- und B-Klasse<br />

• bis zu 77 Kilometer elektrische Reichweite<br />

• Marktstart noch in diesem Jahr<br />

MERCEDES-BENZ<br />

63


Mercedes-Benz GLC 300 e 4MATIC<br />

FRISCH ANGESCHLOSSEN<br />

Mit markanterem Design und einem leistungsfähigen Plug-in-Hybridantrieb startet der<br />

Mercedes-Benz GLC ins neue Modelljahr.<br />

Mercedes hat seine kompakte SUV-Baureihe<br />

aufgewertet: Der GLC erhält zum neuen<br />

Modelljahr ein frisches Design mit neuen<br />

Chromakzenten sowie einen leistungsfähigen<br />

Plug-in-Hybrid. Ebenfalls am Start:<br />

die neue Vierzylinder-Motorengeneration,<br />

das Multimedia-System MBUX in seiner<br />

neuesten, besonders bedienfreundlichen<br />

Ausführung sowie das erweiterte Angebot<br />

an Fahrerassistenzsystemen.<br />

Den so robusten wie eleganten Auftritt im<br />

Segment der kompakten Premium-SUV<br />

reichert der GLC mit zusätzlichen Chromakzenten<br />

an, die sich von der Front bis<br />

zum Heck ziehen. Die LED-Scheinwerfer<br />

gehören jetzt zur Serienausstattung und<br />

sind kleiner und flacher als bisher. Optional<br />

sind Multibeam-LED Scheinwerfer erhältlich.<br />

Hinten kommen neu gestaltete<br />

Voll-LED-Heckleuchten zum Einsatz. Auch<br />

das Farb- und Felgenprogramm wurde erweitert.<br />

Innen vereinfacht das weiterentwickelte<br />

Bordsystem MBUX die Interaktion des<br />

Fahrers mit dem Fahrzeug. Diese kann<br />

durch Gesten, Berührung oder Sprache<br />

erfolgen – immer mit dem Schwerpunkt<br />

auf Ergonomie, Komfort und intuitive Logik.<br />

Angezeigt werden die Informationen<br />

auf zwei Digital-Displays: dem bis zu 12,3<br />

Zoll großen Kombiinstrument und dem<br />

maximal 10,25 Zoll großen, freistehenden<br />

Multimedia-Display im Zentrum der Armaturentafel.<br />

Den Umfang der Sicherheitssysteme hat<br />

Mercedes noch einmal vergrößert. Die<br />

aktive Abstandsregelung Distronic passt<br />

die Geschwindigkeit jetzt in Kurven oder<br />

vor Kreuzungen automatisch an, der aktive<br />

Lenk-Assistent hilft beim Spurwechsel,<br />

und die Abbiegefunktion des aktiven<br />

Bremsassistenten verringert die Unfallgefahr<br />

in Kreuzungen.<br />

Die schon zur Jahresmitte erneuerte Motorenpalette,<br />

die eine neue Generation<br />

an Vierzylinder-Benzinern und -Dieselmotoren<br />

umfasst, erhält nun weiteren<br />

Zuwachs. Bestandteile des Antriebs sind<br />

der 155 kW/211 PS starke 2,0-Liter-Benzinmotor<br />

und ein Elektromotor mit 90<br />

kW/122 PS, die zusammen eine Systemleistung<br />

von 235 kW/320 PS entwickeln.<br />

Die Reichweite im Elektromodus<br />

beträgt bis zu 49 Kilometer (NEFZ). Zugleich<br />

bietet der GLC 300 e sportliche<br />

Fahrleistungen: Den Sprint von null auf<br />

AUCH FÜR DEN EINSATZ ALS ZUGFAHRZEUG EIGNET<br />

SICH DER STECKDOSEN-STROMER<br />

100 km/h absolviert er in nur 5,7 Sekunden,<br />

in der Spitze erreicht er 230 km/h.<br />

Da Mercedes den GLC von Beginn an auf<br />

eine Elektrifizierung vorbereitet hat, konnte<br />

die 13,5-kWh-Batterie platzsparend in<br />

die Fahrzeugstruktur integriert werden.<br />

Daraus resultiert ein ebener Gepäckraum,<br />

der mit 395 bis 1.445 Liter nur etwas kleiner<br />

ausfällt als bei den anderen GLC. Auch<br />

für den Einsatz als Zugfahrzeug eignet<br />

sich der Steckdosen-Stromer: Der standardmäßig<br />

mit Allradantrieb gelieferte<br />

GLC 300 e bietet eine Anhängelast von<br />

2.000 Kilogramm.<br />

• Kompakt-SUV mit aufgewertetem<br />

Design<br />

• neuer Plug-in-Hybrid ergänzt<br />

die Antriebspalette<br />

• Sicherheit und Infotainment<br />

weiterentwickelt<br />

64<br />

MERCEDES-BENZ


Mercedes-Benz GLE 350 de 4MATIC<br />

SO VIEL REICHWEITE<br />

WIE NOCH NIE<br />

• über 100 km elektrische<br />

Reichweite<br />

• großzügiger Reisekomfort<br />

• bis zu 3.500 kg Anhängelast<br />

Mercedes stößt bei den Plug-in-Hybriden in die nächste Reichweiten-Dimension vor:<br />

Der neue GLE 350 de kommt mit einer Batterieladung über 100 Kilometer weit.<br />

Das ist ein echter Brückenschlag zwischen<br />

der Hybridtechnik und rein elektrischen<br />

Fahrzeugen: Der neue Diesel-Plug-in-<br />

Hybrid der großen SUV-Baureihe, der<br />

GLE 350 de, kommt im elektrischen Fahrbetrieb<br />

unter idealen Bedingungen mehr<br />

als 100 Kilometer /NEFZ) weit. Damit setzt<br />

er im Segment der Hybride für die Steckdose<br />

einen neuen Maßstab.<br />

Verantwortlich für die hohen elektrischen<br />

Fahranteile ist die besonders leistungsfähige<br />

Batterie, die eine Kapazität von<br />

31,2 kWh aufweist. Zum möglichst schnellen<br />

Nachladen unterwegs befindet sich an<br />

der linken Fahrzeugflanke – analog zum<br />

Tankdeckel rechts – eine COMBO-Ladedose<br />

für das Laden mit Wechselstrom (AC) oder<br />

Gleichstrom (DC). Für besonders schnelles<br />

Laden ist eine DC-Ladesäule erforderlich;<br />

dort lässt sich der Akku von zehn<br />

Prozent innerhalb von ca. 20 Minuten auf<br />

80 Prozent und in ca. 30 Minuten auf 100<br />

Prozent aufladen.<br />

Die strukturellen Voraussetzungen für den<br />

Einbau der großen Batterie wurden durch<br />

einen speziellen Rohbau des Heckwagens<br />

und die modifizierte Hinterachse geschaffen.<br />

Der Kofferraum bietet weiterhin<br />

DER NEUE DIESEL FÜR DIE STECKDOSE SCHLÄGT DIE<br />

BRÜCKE ZWISCHEN DER HYBRIDTECHNIK UND REIN<br />

ELEKTRISCHEN FAHRZEUGEN<br />

einen ebenen Ladeboden ohne Stufe, das<br />

maximale Fassungsvermögen beläuft sich<br />

auf stattliche 1.915 Liter. Dafür bewahrt<br />

der Plug-in-Hybrid bei fast 3 Metern Radstand<br />

die großzügige Beinfreiheit im Fond<br />

und bietet die auf Wunsch elektrisch verstellbare<br />

zweite Sitzreihe.<br />

Damit ist der GLE für die souveräne Bewältigung<br />

langer Strecken mit viel Personal<br />

und Gepäck an Bord perfekt gerüstet.<br />

Die Kombination des 100 kW/136 PS starken<br />

Elektromotors mit dem 143 kW/194<br />

PS starken 2,0-Liter-Vierzylinder-Diesel<br />

ist dafür der ideale Partner: antrittsstark<br />

– in 6,8 Sekunden geht es von null auf<br />

100 km/h – und ausdauernd. Mit 235 kW/<br />

320 PS Systemleistung und einem Systemdrehmoment<br />

von 700 Nm schafft er ein<br />

Spitzentempo von 210 km/h, rein elektrisch<br />

sind es maximal 160 km/h.<br />

Zu den Vorzügen des Antriebs gehört auch<br />

das hohe Potenzial zur Rekuperation der<br />

Bremsenergie über alle vier Räder; je nach<br />

Fahrmodus können die meisten Fahrsituationen<br />

durch die alleinige Bedienung des<br />

Fahrpedals kontrolliert werden, ohne zu<br />

sätzlich das Bremspedal betätigen zu müssen.<br />

Einen Bestwert setzt außerdem die<br />

Anhängelast, die bis zu 3.500 Kilogramm<br />

betragen darf. Das Einparken und Rückwärtsfahren<br />

mit dem Gespann erleichtert<br />

der Anhängerrangier-Assistent.<br />

MERCEDES-BENZ<br />

65


Audi AI:Trail quattro<br />

HELIKOPTER AUF<br />

RÄDERN<br />

Nachhaltig in die Natur: Mit dem AI:Trail quattro stellt Audi auf der<br />

<strong>IAA</strong> einen elektrisch angetriebenen Offroader vor.<br />

STATT HERKÖMMLICHER SCHEINWERFER<br />

SORGEN FÜNF DROHNEN MIT INTEGRIERTEN<br />

MATRIX-LED-ELEMENTEN FÜR WEITSICHT<br />

Das Konzeptfahrzeug verbindet die Fähigkeit zum automatisierten Fahren mit ausgeprägter<br />

Geländegängigkeit. Das Stichwort lautet Verbundenheit mit der Natur: Statt die Passagiere über<br />

riesige Monitore mit On-Board-Entertainment zu berieseln, erlaubt die bis in den Bodenbereich<br />

verglaste Kabine einen unverstellten Blick auf die Umgebung und lädt zum Erkunden neuer<br />

Wege ein.<br />

Dazu braucht es einen emissionsfreien Elektroantrieb –<br />

und eine leistungsfähige Batterie, die auch weit entfernt<br />

von der nächsten Ladestation jegliche Reichweitenangst<br />

im Keim erstickt. Was in schwierigem Gelände eine enorme<br />

Herausforderung sein kann, denn der permanent erhöhte<br />

Radschlupf bedeutet hohen Energieverbrauch – und damit eine begrenzte Reichweite. Während<br />

sich Audi für den AI:Trail im Straßeneinsatz bis 400 Kilometer pro Akkuladung vorgenommen<br />

66<br />

AUDI


hat, soll es im Gelände immer noch für 250<br />

Kilometer reichen. Die Fahrzeugelektronik<br />

überwacht permanent Energiefluss und<br />

Verbrauch und sorgt damit auch im Offroad-Bereich<br />

für ein Maximum an Ökonomie.<br />

Vorsorglich hat Audi zudem die Höchstgeschwindigkeit<br />

auf 130 km/h begrenzt.<br />

Dabei hätte das eingebaute Antriebssystem<br />

durchaus Potenzial für mehr: An jedem<br />

der vier Räder sitzt ein Elektromotor.<br />

Gemeinsam machen sie den AI:Trail zu einem<br />

echten quattro und entwickeln bis<br />

zu 320 kW/436 PS Leistung und 1.000 Nm<br />

Drehmoment. Zudem zeigt das Konzeptfahrzeug,<br />

dass der Elektroantrieb den Bedarf<br />

an mechanischen Bauteilen reduziert:<br />

Dank der einzeln angetriebenen Räder<br />

kann auf Differenziale und Sperren verzichtet<br />

werden, was wiederum Gewicht<br />

und Energieverluste verringert. Fahrstabilität<br />

und Traktion werden von der Elektronik<br />

koordiniert.<br />

Dem bulligen, nur 4,15 Meter langen, aber<br />

2,15 Meter breiten AI:Trail sieht man sein<br />

Offroad-Potenzial auf den ersten Blick an.<br />

34 Zentimeter Bodenfreiheit machen Wasserdurchfahrten<br />

mit mehr als einem halben<br />

Meter Tiefe möglich und verhindern<br />

auch auf felsigem Terrain den Kontakt der<br />

in den Fahrzeugboden integrierten Batterieeinheit<br />

mit dem Untergrund.<br />

Die bis zu vier Insassen genießen derweil<br />

dank der großflächig verglasten Kabine<br />

und der um die Ecken gezogenen Frontscheibe<br />

eine Rundumsicht wie in einem<br />

Helikopter. Auch hier profitieren die Designer<br />

von den bauartbedingten Eigenschaften<br />

des elektrischen Antriebs, der Überhänge<br />

oder Anbauten überflüssig macht<br />

und damit ein organisches One-Box-Design<br />

ermöglicht. Bei Nacht sorgen statt<br />

herkömmlicher Scheinwerfer fünf elektrisch<br />

betriebene Drohnen mit integrierten<br />

Matrix-LED-Elementen für Weitsicht: Sie<br />

fliegen dem Fahrzeug voraus und leuchten<br />

den Weg aus. Gesteuert werden sie von<br />

den Insassen per Smartphone.<br />

Im Stand können die Drohnen durch das<br />

transparente Dach auch den Innenraum<br />

ausleuchten. Dieser ist betont aufgeräumt,<br />

funktional und auf das Wesentliche<br />

reduziert. Pedale, ein Steuerhorn als Lenkrad,<br />

dazu das auf der Lenksäule befestigte<br />

Smartphone, das als Anzeige und Schaltzentrale<br />

dient – mehr Bedienelemente<br />

gibt es nicht. Zugleich bringt der AI:Trail<br />

• Elektro-Geländewagen der Zukunft<br />

• vier Elektromotoren mit insgesamt 1.000 Nm Drehmoment<br />

• automatisiertes Fahren auf und abseits befestigter Wege<br />

umfassende Fähigkeiten fürs automatisierte<br />

Fahren mit. Auf der Straße schafft<br />

er die zweithöchste Autonomie-Stufe (Level<br />

4), im Gelände unterstützt er den Fahrer<br />

mit Sensorik und Assistenzsystemen<br />

bei der Bewältigung schwerer Passagen,<br />

greift zur Kollisionsvermeidung notfalls in<br />

die Bremsen ein und hält das Fahrzeug mit<br />

Lenkeingriffen in der Spur.<br />

DAS AUF DER LENKSÄULE BEFESTIGTE SMARTPHONE<br />

DIENT ALS SCHALTZENTRALE<br />

Der Audi AI:Trail quattro ist der vierte<br />

Vertreter in der Reihe von Konzept-Automobilen<br />

mit Elektroantrieb, die mit<br />

der Präsentation des AI:Con auf der<br />

<strong>IAA</strong> 2017 ihren Anfang nahm. Nach<br />

diesem für den vollautomatisierten<br />

Langstreckenverkehr konzipierten<br />

Fahrzeug der Luxusklasse debütierte<br />

2018 in Pebble Beach der Audi PB18,<br />

der auf der <strong>IAA</strong> <strong>2019</strong> nun unter der<br />

Bezeichnung AI:Race als emissionsfreier<br />

Elektro-Sportwagen gezeigt wird.<br />

Den AI:ME hat Audi im Frühjahr auf<br />

der Auto Shanghai <strong>2019</strong> als autonom<br />

fahrendes Stadtautomobil für die<br />

Mega-Cities in aller Welt entworfen,<br />

der seine Insassen im Stop-and-Go<br />

der Ballungsräume mit Vernetzung<br />

und Infotainment unterhält. Mit dem<br />

AI:Trail schließlich erweitert Audi das<br />

Einsatzspektrum der Visionsfahrzeuge<br />

nun auch auf den Bereich unbefestigter<br />

Wege.<br />

AUDI<br />

67


Volkswagen e-up<br />

STROMER FÜR<br />

DIE CITY<br />

Mehr Reichweite für weniger Geld: Den kleinen Stromer e-up hat Volkswagen in der zweiten Modellgeneration<br />

in allen Belangen attraktiver gemacht. Das neue Modell ist ab sofort bestellbar und rollt Anfang<br />

kommenden Jahres zu den Händlern.<br />

SCHON DIE BASIS-<br />

VERSION IST<br />

ATTRAKTIV<br />

AUSGESTATTET<br />

Der Einstieg in die E-Mobilität bei VW beginnt künftig bei knapp 22.000 Euro: Zu diesem Preis ist<br />

ab sofort die neue Generation des VW e-up bestellbar. Mit deutlich längerer Reichweite, neuen<br />

Konnektivitätsfunktionen und gutem Platzangebot will der Kleinstwagen die alternative Antriebsform<br />

noch attraktiver machen.<br />

Rund 1.000 Euro günstiger ist der neue VW e-up gegenüber dem 2013 gestarteten Vorgänger<br />

geworden – und bietet zugleich 100 Kilometer mehr Reichweite. Bis 260 Kilometer sind jetzt pro<br />

Akkuladung drin, was für die üblichen Fahrten von Pendlern und in der City mehr als ausreichen<br />

dürfte. Auch im gewerblichen Einsatz etwa für Liefer- und Pflegedienste kann man sich den<br />

neuen e-up damit sehr gut vorstellen.<br />

68<br />

VOLKSWAGEN


• 260 km Reichweite<br />

• Preise starten bei<br />

22.000 Euro<br />

• Marktstart Anfang 2020<br />

Grund für das Reichweitenplus ist der<br />

mehr als 70 Prozent höhere Energiegehalt<br />

der Lithium-Ionen-Batterie, die nun<br />

eine Kapazität von 32,3 kWh aufweist. Bei<br />

40 kW Gleichstrom-Ladeleistung reichen<br />

60 Minuten, um die Akkus wieder zu 80<br />

Prozent aufzuladen. An der heimischen<br />

Wallbox und öffentlichen Ladestation mit<br />

3,6 bis 22 kW Wechselstrom dauert es vier<br />

bis fünf Stunden, die Batterien zu füllen –<br />

das aber auf 100 Prozent. Das Laden lässt<br />

sich über die serienmäßige „maps + more“<br />

App und die optionale „We Connect“-<br />

App via Smartphone starten, stoppen und<br />

zeitlich programmieren; gleiches gilt für<br />

die serienmäßige Standklimatisierung des<br />

e-up.<br />

Dank der im Boden platzierten Batterie,<br />

die für einen niedrigen Fahrzeugschwerpunkt<br />

sorgt, und dem antrittsstarken<br />

E-Motor mit 61 kW/83 PS bietet der e-up<br />

zugleich jede Menge Fahrspaß. Wie jedes<br />

Elektroauto beeindruckt er beim Ampelstart<br />

mit zügigem Beschleunigen, die<br />

100-km/h-Marke wird nach 11,9 Sekunden<br />

passiert, die Spitzengeschwindigkeit liegt<br />

bei 130 km/h.<br />

Dass das elektrische Fahren mit dem e-up<br />

nicht nur attraktiver, sondern auch bezahlbarer<br />

wird, liegt an der Offensive der<br />

Wolfsburger auf diesem Gebiet. Die Zahl<br />

der konzernweit produzierten Elektromodelle<br />

steigt rapide. Damit sinken die Kosten<br />

für die Technik.<br />

Und so ist auch die Basisversion alles andere<br />

als ein Lockvogelangebot, sondern<br />

bereits attraktiv ausgestattet: Ein Audiosystem<br />

mit Bluetooth-Schnittstelle,<br />

Freisprecheinrichtung, Digitalradio DAB+,<br />

MP3- und USB-Anschluss ist ebenso an<br />

Bord wie eine Klimaautomatik („Climatronic“),<br />

der Spurhalteassistent „Lane Assist“<br />

und LED-Tagfahrlichter im spezifischen<br />

Design der E-Modelle. Eine Docking-Station<br />

mit Bluetooth-Anbindung und Ladefunktion<br />

nimmt das Smartphone des Fahrers<br />

auf. Mit Hilfe der „maps + more“-App<br />

wird das Smartphone mit dem Fahrzeug<br />

verbunden; es dient als Navigationssystem<br />

inklusive Anzeige von Ladestationen<br />

und zeigt Verkehrszeichen, Fahrdaten und<br />

den Ladestand der Batterie an. Navigation<br />

und Radiofunktionen können per Sprachbedienung<br />

gesteuert werden.<br />

Zusätzlich bietet VW den kleinen Stromer<br />

als „style“-Variante in eigenständigem<br />

Design an. Außen sorgen Dach und<br />

Außenspiegel in weißer oder schwarzer<br />

Kontrastfarbe, 15-Zoll-Leichtmetallräder,<br />

abgedunkelte hintere Scheiben und Seitenschweller<br />

in Wagenfarbe für einen<br />

hochwertigen Auftritt, innen heben eine<br />

blaue Ambientebeleuchtung, Einstiegsleisten<br />

aus Aluminium und spezielle Sitzbezüge<br />

das Ambiente. Dort finden vier<br />

Personen an Bord bequeme Platzverhältnisse<br />

vor. In den mit variablem Ladeboden<br />

ausgerüsteten Kofferraum passen 251<br />

Liter, bei Umklappen der asymmetrisch<br />

geteilten Rückbank wächst das Volumen<br />

auf 941 Liter.<br />

Mit seinem Einstiegspreis von knapp<br />

22.000 Euro gehört der neue e-up aktuell<br />

zu den erschwinglichsten Elektrofahr-<br />

zeugen auf dem deutschen Markt. Weiter<br />

drücken lässt sich der Preis durch<br />

die staatliche Förderung von 2.000 Euro<br />

und den Zuschuss über 2.380 Euro, den<br />

Volkswagen zusätzlich gewährt. Auch als<br />

Dienstwagen ist der neue e-up attraktiver<br />

als sein Vorgänger: Dank der neu geregelten<br />

Besteuerung müssen Angestellte, die<br />

ein Elektroauto als Firmenwagen nutzen,<br />

nur 0,5 statt 1,0 Prozent des Neupreises<br />

versteuern.<br />

DIE LITHIUM-IONEN-BATTERIE BESITZT EINEN<br />

70 PROZENT HÖHEREN ENERGIEGEHALT<br />

VOLKSWAGEN<br />

69


Smart EQ Fortwo und Forfour<br />

ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT<br />

• konsequent elektrisch<br />

• Smartphone als Schaltzentrale<br />

• vereinfachte Ausstattung<br />

Als erster Hersteller steigt Smart komplett auf den Elektroantrieb um – und kehrt damit zu<br />

seinen Wurzeln zurück. Auf der <strong>IAA</strong> feiern die modifizierten Modelle Fortwo und Forfour<br />

ihr Debüt.<br />

70<br />

SMART<br />

Smart gehört zu den Pionieren der Elektromobilität:<br />

Schon Visionär Nicolas Hayek hatte<br />

sich für den City-Zweisitzer eigentlich einen<br />

emissionslosen Antrieb vorgestellt. Der kam<br />

dann 2007. Seitdem bietet der Kleinwagenspezialist<br />

in jeder Generation eine vollelektrische<br />

Option an.<br />

Nun vollzieht die Marke den nächsten Schritt<br />

und steigt konsequent auf die batterieelektrische<br />

Antriebstechnologie um. Damit ist Smart<br />

der erste Automobilhersteller weltweit, der<br />

von Verbrennungsmotoren komplett auf elektrische<br />

Antriebe wechselt.<br />

Aufgrund der elektrischen Vorgeschichte ist<br />

dieser Schritt also gewissermaßen eine Reise<br />

zurück in die Zukunft. Entsprechend haben<br />

sich die Designer von den Details der ersten<br />

Modellgenerationen inspirieren lassen und<br />

kehren beispielsweise beim Zweisitzer zum<br />

emblemlosen „V-shape“-Grill in Kombina-<br />

tion mit dem darüberliegenden Smart-Schriftzug<br />

zurück. Der Viersitzer hingegen erhält<br />

einen nach unten geöffneten „A-shape“-Grill<br />

mit optional integrierten Nebelscheinwerfern.<br />

Neu für beide Modelle ist die Farbgebung:<br />

Erstmals werden die Frontgrills in der Farbe<br />

des Fahrzeugs lackiert und nicht mehr kontrastierend.<br />

Die Scheinwerfer arbeiten jetzt optional mit<br />

Voll-LED-Technik für Abblendlicht, Fernlicht<br />

und die Anzeige der Fahrtrichtung. Hinten<br />

bilden auf Wunsch hunderte LED-Leuchtelemente<br />

die Kontur der neuen Rückleuchten.<br />

Ansonsten bleibt es beim klassischen<br />

Smart-Design mit extrem kurzen Überhängen<br />

an Front und Heck und den weit außen in den<br />

breiten Radkästen stehenden Rädern.<br />

Innen sorgt eine neue Mittelkonsole für eine<br />

noch bessere Raumausnutzung. Anstelle der<br />

versteckten seitlichen Schublade gibt es vor


FÜR DIE CITY UND<br />

ANDERE URBANE<br />

UMGEBUNGEN IST<br />

DER ANTRIEB BES-<br />

TENS GERÜSTET<br />

dem Wählhebel ein großes Ablagefach,<br />

das mit einem Rollo verschlossen werden<br />

kann. Hier finden nun auch große Smartphones<br />

einen Platz. Wahlweise passen<br />

auch zwei Kaffeebecher hinein, die mit<br />

dem entnehmbaren Doppelbecherhalter<br />

einen sicheren Stand finden.<br />

Ebenfalls an Bord: die neue Generation<br />

des Infotainmentsystems connect, das<br />

mehr denn je auf eine nahtlose Integration<br />

des Smartphones setzt. Die meisten<br />

Funktionen kommen über das Telefon des<br />

Nutzers ins Auto und lassen sich über den<br />

Acht-Zoll-Touchscreen bedienen, Smart<br />

sorgt dabei für die bestmögliche Kompatibilität<br />

mit den unterschiedlichen Smartphone-Systemen.<br />

Ziel ist es, eine einfache,<br />

bezahlbare und kundenfreundliche<br />

Infotainment-Lösung anzubieten, die sich<br />

intuitiv bedienen lässt und durch die Aktualisierung<br />

von Smartphone und Apps<br />

jederzeit auf dem neuesten Stand gehalten<br />

wird.<br />

Dazu passt, dass der Hersteller die Bedienung<br />

der eigenen App optimiert und die<br />

sogenannten „ready to“-Services verbessert<br />

hat: Statusinformationen rund um<br />

das Auto abfragen, elektrisch laden, einen<br />

freien Parkplatz finden, das Fahrzeug effizient<br />

beladen, mit Freunden und Familie<br />

teilen oder zu dem in fremder Umgebung<br />

abgestellten Wagen zurückfinden: Mit der<br />

App bietet Smart eine Vielzahl vernetzter<br />

Dienste, die sich jetzt noch einfacher nutzen<br />

lassen sollen.<br />

Vereinfacht wurde auch das Ausstattungsangebot:<br />

Neben dem Basismodell stehen<br />

die drei bekannten Linien Passion, Pulse<br />

und Prime zur Auswahl, die sich jeweils mit<br />

einem von drei Paketen kombinieren lassen.<br />

Schon das kleinste Paket „Advanced“<br />

beinhaltet das neue Media-System mit<br />

Smartphone-Integration und eine akustische<br />

Einparkhilfe. Darauf aufbauend bietet<br />

das „Premium“-Paket unter anderem<br />

ein Panoramadach bzw. ein Windschott<br />

beim Cabrio sowie eine Rückfahrkamera.<br />

An der Spitze steht das „Exclusive“-Paket,<br />

das unter anderem die Voll-LED-Leuchten<br />

an Front und Heck, Regen- und Lichtsensor<br />

sowie Nebelscheinwerfer mit Abbiegelichtfunktion<br />

mitbringt.<br />

Für den Innenstadtverkehr und andere<br />

urbane Umgebungen ist der Antrieb des<br />

E-Smart bestens gerüstet: Der 60 kW/<br />

82 PS starke Elektromotor garantiert<br />

quirligen Fahrspaß im Stadtverkehr, die<br />

17,6-kWh-Batterie wird von der deutschen<br />

Daimler-Tochter Accumotive geliefert und<br />

bietet bis zu 160 Kilometer Reichweite<br />

(NEFZ). Für ein optimales Ausschöpfen des<br />

Potenzials soll die radargestützte Rekuperation<br />

sorgen, die Roll- und Bremsphasen<br />

unter Berücksichtigung des Abstands zum<br />

vorausfahrenden Fahrzeug abstimmt, um<br />

möglichst viel kinetische Energie zurückzugewinnen<br />

und in der Batterie zu speichern.<br />

Mit dem optionalen 22-kW-Bordlader mit<br />

Schnellladefunktion lassen sich die neuen<br />

Modelle in weniger als 40 Minuten wieder<br />

von zehn auf 80 Prozent Reichweite laden,<br />

ohne auf seltene Gleichstrom-Ladesäulen<br />

angewiesen zu sein. Die Kooperation<br />

mit dem Ladenetzwerk-Partner Plugsurfing<br />

soll den Kunden Zugang zu fast allen<br />

öffentlichen Ladesäulen gewähren.<br />

SMART<br />

71


Opel Corsa-e<br />

RAUS AUS DER NISCHE<br />

Dieser Stromer ist massen- und alltagstauglich: Mit dem Corsa-e will Opel<br />

der Elektromobilität in Deutschland einen Schub verleihen. Anfang<br />

2020 geht die batterieelektrische Version der neuen Kleinwagen-<br />

Generation an den Start.<br />

72<br />

OPEL


• 330 Kilometer Reichweite für unter 30.000 Euro<br />

• attraktive „First Edition“ zum Marktstart<br />

• dynamisches Fahrverhalten und niedriger<br />

Schwerpunkt<br />

Bis zu 330 Kilometer Reichweite für 30.000<br />

Euro: Als „Elektroauto für alle“ bewirbt Opel<br />

seinen neuen Stromer, der den Elektroantrieb<br />

genau dorthin bringen soll, wo er am sinnvollsten<br />

ist: bei kleinen Fahrzeugen, die sich<br />

häufiger im urbanen Umfeld als im Langstreckeneinsatz<br />

bewegen. Der Corsa-e ist Teil<br />

einer Elektro-Offensive des französischen<br />

PSA-Konzerns, der fast zeitgleich den technisch<br />

eng verwandten Peugeot e-208 ins Rennen<br />

schickt. Beide Modelle profitieren von der<br />

Flexibilität der modularen CMP-Plattform des<br />

Konzerns, die den Elektrovarianten ebenso als<br />

Basis dient wie den konventionell angetriebenen<br />

Modellen.<br />

DER CORSA-E BRINGT ALLE VORAUSSETZUNGEN<br />

FÜR EINE EXTRAPORTION FAHRSPASS MIT<br />

Dass mit dem Corsa eine echte Kleinwagen-Ikone<br />

elektrifiziert wird, dürfte dem Interesse<br />

der Kunden an der Elektromobilität<br />

gerade in Deutschland einen weiteren Schub<br />

OPEL<br />

73


verleihen. Natürlich sind um die 30.000<br />

Euro immer noch eine stattliche Investition<br />

für einen Kleinwagen. Immerhin aber<br />

lässt sich der Preis durch Zuschüsse senken<br />

– in Deutschland ist das die Elektroautoprämie,<br />

die kürzlich noch einmal verlängert<br />

wurde und die Anschaffung eines<br />

E-Autos mit 4.380 Euro unterstützt.<br />

Zudem will der Corsa-e mit einer umfangreichen<br />

Ausstattung punkten, die<br />

in der Basis „Selection“ unter anderem<br />

bereits eine Klimaautomatik mit<br />

Fernsteuerung, eine elektrische Parkbremse,<br />

ein schlüsselloses Startsystem<br />

sowie ein Multimediasystem mit 7‐Zoll-<br />

Farb-Touchscreen und Smartphone-<br />

Interation per Apple CarPlay und Android<br />

Auto umfasst. Auch Sicherheitssysteme<br />

wie der Frontkollisionswarner mit automatischer<br />

Gefahrenbremsung und Fußgängererkennung<br />

sowie der Spurhalte-<br />

Assistent sind ohne Aufpreis an Bord.<br />

Während die nächsthöhere Ausstattung<br />

„Edition“ ab 30.650 Euro kostet, ist die<br />

First Edition für 32.900 Euro das vorläufige<br />

Topmodell – mit LED-Scheinwerfern,<br />

17-Zoll-Alurädern, Zweifarblackierung und<br />

volldigitalem Cockpit. Hier bietet Opel mit<br />

monatlichen Leasingraten ab 299 Euro<br />

eine attraktive Alternative zum Kauf an.<br />

Der Corsa-e soll den E-Antrieb nicht nur<br />

massen-, sondern vor allem alltagstauglich<br />

machen. Dazu verbindet der Fünfsitzer die<br />

Vorzüge der neuen, schon sechsten Modellgeneration<br />

– geringeres Gewicht, gutes<br />

Platzangebot, ausgereiftes, erwachsen<br />

wirkendes Design – mit bis zu 330 Kilometern<br />

Reichweite (WLTP-Zyklus) und flexiblen<br />

Ladeoptionen.<br />

So lässt sich die 50-kWh-Batterie innerhalb<br />

von 30 Minuten per 100-kW-Schnellladung<br />

zu 80 Prozent wieder aufladen. Neben dem<br />

schnellen Laden kann er auch an die heim<br />

ische Steckdose oder an die Wallbox gehängt<br />

werden. Der aktuelle Ladezustand<br />

lässt sich jederzeit per App abfragen, um<br />

beispielsweise schon im Vorfeld der Reise<br />

Ladezeiten und -kosten zu planen.<br />

Wie weit er mit einer Akkuladung kommt,<br />

hat der Fahrer selbst in der Hand: Mit den<br />

drei Fahrstufen Normal, Eco und Sport kann<br />

er Ansprechverhalten und Antriebseffizienz<br />

beeinflussen und sich so zwischen<br />

maximaler Reichweite und hoher Fahrdynamik<br />

entscheiden. Die Voraussetzungen<br />

für eine Extraportion Fahrspaß bringt der<br />

Corsa-e jedenfalls mit: Der Motor entwickelt<br />

100 kW/136 PS Leistung, geht aus<br />

dem Stand mit 260 Nm Drehmoment zur<br />

Sache und beschleunigt den Kleinwagen<br />

in 8,1 Sekunden von null auf 100 km/h.<br />

Beim flotten Ampelstart vergehen bis zum<br />

Erreichen der 50-km/h-Marke nur 2,8 Sekunden.<br />

Ohnehin weckt der elektrische Corsa Lust<br />

auf eine dynamischere Gangart: Der<br />

Schwerpunkt ist – auch dank der Batterie<br />

unter den Rücksitzen – niedrig, der<br />

Fahrer sitzt fast drei Zentimeter tiefer<br />

als im Vorgänger, das Fahren fühlt sich<br />

direkter, agiler und handlicher an. Hinzu<br />

kommt das sportliche Design, das sich bei<br />

unverändert kompakten Außenmaßen<br />

DER CORSA-E BRINGT DEN STROMANTRIEB DORTHIN,<br />

WO ER DIE GRÖSSTE WIRKUNG ENTFALTET<br />

74<br />

OPEL


vom größeren Astra inspirieren ließ und<br />

dem 4,06 Meter langen Kleinwagen einen<br />

dynamischen, erwachsenen und ausgereiften<br />

Auftritt verleiht.<br />

Abgesehen von den Komponenten des<br />

Elektroantriebs unterscheidet sich der<br />

Corsa-e übrigens nicht von seinen konventionell<br />

mit Verbrennern angetriebenen<br />

Varianten, die bereits in diesem Herbst an<br />

den Start gehen (siehe Seite 140). Möglich<br />

macht es die „Multi-Energy-Plattform“<br />

der französischen Konzernmutter, die die<br />

Integration verschiedener Antriebskonzepte<br />

und die Produktion auf der gleichen<br />

Linie im spanischen Werk in Saragossa<br />

erlaubt.<br />

Mit dem konventionellen Corsa teilt sich<br />

der Stromer auch die umfangreichen Ausstattungsoptionen,<br />

die Opel zum Teil zum<br />

ersten Mal in diese Fahrzeugklasse bringt.<br />

Dies gilt insbesondere für das adaptive<br />

„IntelliLux“-LED-Matrix-Licht, das für die<br />

„First Edition“ für 700 Euro Aufpreis angeboten<br />

wird. Die acht LED-Elemente werden<br />

von einer hochauflösenden Frontkamera<br />

der neuesten Generation gesteuert und<br />

passen den Lichtstrahl automatisch und<br />

kontinuierlich der jeweiligen Verkehrssituation<br />

und Umgebung an.<br />

Hinzu kommt das hohe Sicherheitsniveau:<br />

Der serienmäßige Frontkollisionswarner<br />

mit automatischer Gefahrenbremsung und<br />

Fußgängererkennung ist ab 5 km/h aktiv<br />

und sorgt insbesondere im Stadtverkehr<br />

für mehr Sicherheit. Ebenfalls an Bord ist<br />

die neue Verkehrszeichenerkennung, die<br />

durch die Verbindung mit der neuen Frontkamera<br />

jetzt auch dynamische LED-Anzeigen<br />

erfasst. Für entspanntes Reisen<br />

auf Autobahnen sorgt der optionale radargestützte<br />

automatische Geschwindigkeits-Assistent,<br />

Hilfe beim Manövrieren<br />

in engen Innenstädten und Parkhäusern<br />

bietet der sensorgesteuerte Flankenschutz,<br />

der beispielsweise das Touchieren<br />

von Pfeilern beim Ein- und Ausparken<br />

verhindert. Komplettiert wird das<br />

Arsenal der Assistenten durch Systeme wie<br />

BEIM FLOTTEN AMPELSTART VERGEHEN BIS ZUM<br />

ERREICHEN DER 50-KM/H-MARKE NUR 2,8 SEKUNDEN<br />

den Toter-Winkel-Warner, die 180-Grad-<br />

Panorama-Rückfahrkamera sowie unterschiedliche<br />

Einparkhilfen.<br />

Viel Auswahl bietet der Corsa-e auch in<br />

Sachen Infotainment: Neben dem Multimedia-Radio<br />

mit Farb-Touchscreen im<br />

7-Zoll-Format, das schon in der Grundversion<br />

an Bord ist, bietet Opel ein Navigationssystem<br />

in Verbindung mit<br />

dem 7-Zoll-Bildschirm und als Top-Ausführung<br />

das Multimedia Navi Pro mit<br />

10-Zoll-Touchscreen an.<br />

DAS ADAPTIVE MATRIX-LICHT PASST DEN<br />

LICHTSTRAHL AUTOMATISCH DER VERKEHRS-<br />

SITUATION UND UMGEBUNG AN<br />

OPEL<br />

75


Opel Grandland X Hybrid4<br />

MIT STECKER<br />

UND ALLRAD<br />

Opel schließt den Grandland X an die Steckdose an: Im Frühjahr startet<br />

das populäre Kompakt-SUV als Plug-in-Hybrid mit zwei Elektromotoren,<br />

Achtgang-Automatik und 300 PS.<br />

IM ALLRADMODUS<br />

WIRD DIE ELEK-<br />

TRIFIZIERTE<br />

HINTERACHSE<br />

ZUGESCHALTET<br />

Elektro-Offensive, Teil zwei: Neben dem neuen Corsa elektrifiziert Opel auch den Grandland X.<br />

Während der Kleinwagen künftig in einer vollelektrischen Variante unterwegs ist, legt Opel das<br />

Kompakt-SUV als Plug-in-Hybrid auf. Marktstart für beide Modelle ist Anfang des kommenden<br />

Jahres.<br />

„Hybrid4“ nennt Opel den Grandland X für die Steckdose – darin steckt schon der Hinweis auf<br />

den Allradantrieb, der mit Hilfe von zwei Elektromotoren umgesetzt wird. Einer der beiden jeweils<br />

80 kW/109 PS leistenden E-Motoren überträgt seine Kraft über eine Achtstufen-Automatik<br />

an die Vorderräder, der andere ist zusammen mit dem Differenzial in die Hinterachse integriert.<br />

Die beiden Elektromotoren unterstützen den 147 kW/200 PS starken 1,6-Liter-Turbobenziner<br />

beim Beschleunigen, können das Kompakt-SUV aber auch allein antreiben. Bei vollem Lithium-<br />

Ionen-Akku reicht der Strom für bis zu 52 rein elektrische Kilometer (WLTP-Wert), bis zu zehn<br />

Prozent zusätzliche Reichweite sind durch die Rückgewinnung der Bremsenergie drin. Insgesamt<br />

76<br />

OPEL


• erster Plug-in-Hybrid von Opel<br />

• 52 Kilometer elektrische Reichweite<br />

• Auftakt zur Elektro-Offensive<br />

entwickelt der Antrieb eine Systemleistung<br />

von 221 kW/300 PS, den Verbrauch<br />

geben die Rüsselsheimer mit 1,6 Liter pro<br />

100 Kilometer an.<br />

Wer das maximale Effizienzpotenzial des<br />

Plug-in-Hybrids ausschöpfen und nicht<br />

nur die platzsparend unter den Rücksitzen<br />

platzierte Batterie spazieren fahren will,<br />

sollte so oft wie möglich an der Steckdose<br />

nachladen. Dies kann an der Haushaltssteckdose<br />

sowie an öffentlichen Stationen<br />

und Wallboxen erfolgen. An einer<br />

7,4-kW-Wallbox lässt sich der Energiespeicher<br />

in unter zwei Stunden füllen.<br />

Über Free2Move, die Mobilitätsmarkevon<br />

PSA, erhalten Fahrer des Grandland X<br />

Hybrid4 einen Ladepass, der den Zugriff<br />

auf mehr als 100.000 Ladepunkte in Europa<br />

erlaubt. Ein Routenplaner berücksichtigt<br />

die Lage der Ladestationen und<br />

die Restreichweite des Fahrzeugs und errechnet<br />

so den besten und effizientesten<br />

Weg zum Ziel.<br />

Sein erstes Plug-in-Hybridmodell bietet<br />

Opel zu Leasingraten ab 399 Euro monatlich<br />

sowie in der Ausstattung Innovation<br />

ab 51.165 Euro an. Den Status als künftiges<br />

Topmodell des SUV-Programms von Opel<br />

unterstreicht die auf Wunsch verfügbare<br />

exklusive Farbgebung mit schwarzer<br />

Motorhaube und zweifarbigen Leichtmetallrädern.<br />

Die Einführung von Grandland X Hybrid4<br />

und Corsa-e markiert den Auftakt zu einer<br />

wahren Offensive von Opel: Die Rüsselsheimer<br />

haben sich konsequent einer umfassenden<br />

Elektrifizierung verschrieben.<br />

Innerhalb von 20 Monaten will das Unternehmen<br />

den neuen Zafira Life, das neue<br />

Nutzfahrzeug Vivaro und den Nachfolger<br />

des Mokka X einführen – jedes Modell<br />

auch als rein batterieelektrische Version.<br />

Bis 2024 soll es dann in jeder Baureihe eine<br />

elektrifizierte Antriebsvariante geben.<br />

WER DAS EFFIZIENZPOTENZIAL DES ANTRIEBS<br />

AUSSCHÖPFEN WILL, SOLLTE SO OFT WIE MÖGLICH<br />

NACHLADEN<br />

Der Fahrer kann zwischen den<br />

vier Fahrmodi Elektro, Hybrid,<br />

Allrad und Sport wählen. Im<br />

Hybridmodus ist das SUV in<br />

der jeweils effizientesten<br />

Antriebsweise unterwegs, im<br />

Allradmodus wird die elektrifizierte<br />

Hinterachse zugeschaltet.<br />

OPEL<br />

77


Honda e<br />

CHARMANTER<br />

BOTSCHAFTER<br />

Dieser E-Mini hat das Zeug zum Verführer: Mit runden Kulleraugen<br />

und knackig-kantigen Proportionen rollt nächstes Jahr das erste Honda<br />

Elektroauto vom Band – und auf die Straßen.<br />

78<br />

DIE KOMPAKTE UND LEICHTE 35,5-KWH-<br />

BATTERIE SOLL FÜR RUND 200 KILOMETER<br />

REICHWEITE GUT SEIN<br />

HONDA<br />

Elektrifizierungspläne haben ja inzwischen<br />

fast alle Autohersteller – die einen umfassend<br />

und konkret, die anderen noch ein bisschen<br />

wolkig. Aber kaum einem gelingt es, seine<br />

Elektrooffensive so charmant zu verpacken<br />

wie Honda: Bis 2025 wollen die Japaner<br />

alle in Europa angebotenen Modelle elektrifizieren<br />

– und schicken als Botschafter und<br />

zentralen Baustein dieser Pläne einen rein<br />

elektrischen Kleinwagen ins Rennen, der auf<br />

den schlichten Namen „Honda e“ hört.<br />

Das erste batterieelektrische Modell des<br />

größten Motorenherstellers der Welt zeigt,<br />

wie der Sprung ins Elektrozeitalter gelingen<br />

könnte: mit äußerst sympathischem Design,


• erstes Elektroauto von Honda<br />

• Kameras ersetzen Außenspiegel<br />

• digitales und vernetztes Cockpit<br />

einem weitgehend digitalen, auf das Wesentliche<br />

reduzierten Innenraum, einem dynamisch<br />

ausgelegten Fahrwerk für maximale<br />

Wendigkeit, viel Fahrspaß und einem Antrieb,<br />

der zumindest für Einsätze in Städten<br />

und Ballungsräumen genügend Kapazitäten<br />

bereithält.<br />

Nach seinem Debüt auf dem Genfer Automobilsalon,<br />

bei dem sich der „Honda e“<br />

noch als Prototyp präsentierte, bereitet<br />

Honda jetzt die Einführung der Serienversion<br />

vor. Diese ist für kommendes Jahr vorgesehen.<br />

Die Ernüchterung, die sich häufig<br />

zwischen der Enthüllung eines Konzeptfahrzeugs<br />

und der Präsentation des späteren<br />

Serienfahrzeugs einstellt, bleibt beim<br />

Honda e aus: Die Ingenieure haben fast alle<br />

Design- und Technik-Gimmicks, die sie im<br />

Frühjahr vorgestellt hatten, in die Serie hinübergerettet.<br />

Allen voran das Kamerasystem, das die klassischen<br />

Außenspiegel ersetzt und hier erstmals<br />

in der Kleinwagenklasse zum Einsatz<br />

kommt. Kleinformatige Kameras übertragen<br />

dabei ihre Bilder in Echtzeit auf zwei<br />

Sechs-Zoll-Monitore im Fahrzeuginnern,<br />

die an den Seiten des Armaturenbretts positioniert<br />

sind.<br />

Außen trägt die Kameratechnik zur klaren<br />

und schlichten Ästhetik des Stadtfahrzeugs<br />

bei und verbessert die Aerodynamik: Im Unterschied<br />

zu konventionellen Seitenspiegeln<br />

ragen die Kameras nicht über die Radhäuser<br />

und damit auch nicht über die Fahrzeugbreite<br />

hinaus. Gegenüber normalen Außenspiegeln<br />

reduziert sich der Luftwiderstand<br />

um rund 90 Prozent – das entspricht einer<br />

Verbesserung für das ganze Fahrzeug<br />

von 3,8 Prozent. Ein weiterer Vorteil sind<br />

die geringeren Windgeräusche bei höheren<br />

79<br />

HONDA


Geschwindigkeiten. Die Form der Kameragehäuse<br />

und eine Beschichtung der Linsenoberfläche<br />

sollen verhindern, dass sich Wassertropfen<br />

auf der Linse bilden.<br />

Zudem verspricht Honda Vorteile in Sachen<br />

Sichtfeld: Der Fahrer kann in den Einstellungen<br />

zwischen „Normalansicht“ und<br />

„Weitwinkelansicht“ wählen und damit das<br />

Sichtfeld deutlich stärker erweitern als mit<br />

konventionellen Außenspiegeln. Tote Winkel<br />

werden in der Normalansicht um rund<br />

zehn Prozent und in der Weitwinkelansicht<br />

um etwa 50 Prozent reduziert. Hilfslinien<br />

auf den Monitoren erleichtern zudem das<br />

Rückwärtsfahren. Digitalisiert wurde außerdem<br />

der Innenspiegel: Er zeigt das Bild einer<br />

Heckkamera an.<br />

Ohnehin ist das Interieur weitgehend digital<br />

geprägt: Mehrere Bildschirme verschmelzen<br />

zu einem großen Display, das sich fast<br />

über die gesamte Breite der Armaturentafel<br />

IM INNEREN VERSCHMELZEN MEHRERE BILDSCHIRME<br />

ZU EINEM GROSSEN DISPLAY<br />

spannt und neben Fahrdaten und Apps auch<br />

Infos zum elektrischen Antrieb abbildet. Die<br />

direkt vor dem Fahrer platzierte, 8,8 Zoll<br />

große TFT-Instrumentenanzeige liefert<br />

alle wichtigen Fahrzeuginformationen wie<br />

Energie- und Ladestatus, Fahrmodus sowie<br />

Details zu den Sicherheitssystemen. Hinzu<br />

kommen zwei große 12,3-Zoll-LCD-Touchscreens,<br />

über die sich verschiedene Apps und<br />

Dienste nutzen lassen.<br />

Die Bedienung erfolgt wie beim Smartphone<br />

per Tippen und Wischen. Inhalte lassen sich<br />

bequem von einem Bildschirm auf den anderen<br />

verschieben, die Insassen können aber<br />

auch unabhängig voneinander verschiedene<br />

Apps parallel verwenden. Während der Fahrer<br />

den Instruktionen des Navis folgt, erstellt<br />

der Beifahrer beispielsweise eine musikalische<br />

Playlist. Für die Bedienung der Konnektivitäts-Anwendungen<br />

können Fahrer<br />

und Passagiere aber auch die Dienste eines<br />

Sprachassistenten in Anspruch nehmen.<br />

Eine speziell entwickelte Smartphone-App<br />

mit Ladestandsabfrage und weiteren Funk-<br />

80<br />

HONDA


DIE INGENIEURE HABEN FAST ALLE<br />

GIMMICKS AUS DEM PROTOTYPEN IN<br />

DIE SERIE HINÜBERGERETTET<br />

tionen verbindet den Nutzer aus der Ferne<br />

mit seinem Fahrzeug. Inbegriffen ist auch<br />

eine „Geofence“-Funktion, die den Halter<br />

benachrichtigt, sobald das Fahrzeug eine<br />

vorher definierte Zone verlässt.<br />

Bei allem fortschrittlichen Flair im Interieur<br />

sorgen weiche Sofastoffe an den Sitzen, eine<br />

Holzleiste unterhalb der Armaturen und ein<br />

durchgängiger flacher Boden zwischen Vorder-<br />

und Rücksitzen dafür, dass auch die Gemütlichkeit<br />

nicht zu kurz kommt. Vor Augen<br />

hatten die Innenraum-Designer die Lounge-<br />

Atmosphäre eines modernen Wohnzimmers:<br />

natürliche, vertraute und warme Materialien,<br />

verbunden mit zeitgemäßer Technik.<br />

Beim Fahren wiederum soll der Honda e eher<br />

an die Direktheit und Präzision eines Go-<br />

Karts erinnern. Mit rund 3,90 Metern Länge,<br />

kurzen Überhängen, einer ausgeglichenen<br />

Gewichtsverteilung und einem extrem niedrigen<br />

Schwerpunkt bringt der Viertürer die<br />

besten Voraussetzungen für Agilität und Dynamik<br />

auf engem Raum mit – die sich folgerichtig<br />

in einem Wendekreis von nur 8,60<br />

Metern niederschlägt. Der Hinterradantrieb<br />

sorgt dafür, dass sich der Honda e präzise<br />

und ohne Antriebseinflüsse in der Lenkung<br />

um die Ecken zirkeln lässt. Mit Einzelradaufhängung<br />

und MacPherson-Federbeinen<br />

an allen vier Rädern verspricht Honda zugleich<br />

ausgereiften Abrollkomfort. Gefahren<br />

werden kann auf Wunsch auch per Einzelpedalsteuerung:<br />

Beschleunigen und Verzögern<br />

– mit Energierückgewinnung – erfolgen<br />

dabei mit ein und demselben Pedal.<br />

Während der 110 kW/150 PS starke Elektromotor<br />

direkt ab Leerlaufdrehzahl stattliche<br />

300 Nm Drehmoment freisetzt, hatte Honda<br />

bei der Wahl der Batterie das vornehmlich innerstädtische<br />

Einsatzgebiet des Kleinwagens<br />

im Blick: Anstatt mit einem überdimensionierten<br />

Energiespeicher Gewicht und Preis<br />

in die Höhe zu treiben, setzen die Japaner<br />

eine kompakte und leichte 35,5-kWh-Batterie<br />

ein, die für rund 200 Kilometer Reichweite<br />

gut sein soll. Das reicht in den allermeisten<br />

Fällen für mehrmaliges tägliches<br />

Pendeln ohne Nachladen, auch wenn Honda<br />

damit keine Wettbewerbsvergleiche gewinnt.<br />

Die Batterie lässt sich per Typ-2-Anschluss<br />

oder CCS2-Schnellladefunktion aufladen.<br />

BIS 2025 WILL HONDA ALLE IN EUROPA<br />

ANGEBOTENEN MODELLE ELEKTRIFIZIEREN<br />

HONDA<br />

81


Škoda Citigo e iV und Superb iV<br />

DER KLEINE UND<br />

DER GROSSE STROMER<br />

Škoda startet in die Elektromobilität: Der batterieelektrische Citigo e iV und der Superb iV mit<br />

Plug-in-Hybrid sind die ersten elektrifizierten Fahrzeuge des tschechischen Herstellers und die<br />

ersten Modelle der neuen Submarke iV.<br />

DER CITIGO e iV BEENDET DIE ÄRA<br />

DER KONVENTIONELL ANGETRIEBENEN<br />

ŠKODA-KLEINSTWAGEN<br />

82<br />

ŠKODA


• erstes rein elektrisches Serienfahrzeug<br />

von Škoda<br />

• Plug-in-Hybrid ergänzt Superb-Baureihe<br />

• mindestens zehn elektrifizierte Modelle<br />

bis 2022<br />

Mit dem Citigo e iV präsentiert Škoda<br />

sein erstes rein elektrisches Serienfahrzeug.<br />

Den Antrieb des viersitzigen City-<br />

Flitzers übernimmt fortan ein 61 kW/<br />

83 PS starker Elektromotor. Der stellt<br />

seine 210 Newtonmeter vom Stand weg<br />

bereit und bringt den 3,60 Meter kurzen<br />

Citigo in 12,5 Sekunden auf Tempo 100.<br />

Gespeichert wird der Strom in einem<br />

36,8-kWh-Akku mit 168 Zellen, der bei 30<br />

Zentimetern Bauhöhe flach im Fahrzeugboden<br />

untergebracht ist; Länge und Breite<br />

der Batterie betragen übrigens 110 bzw.<br />

170 Zentimeter.<br />

Die maximale Reichweite gibt Škoda mit<br />

265 Kilometern (nach WLTP) an. Geladen<br />

werden kann der Akku per CCS-Stecker<br />

an einem 40-kW-Gleichstromlader<br />

in einer Stunde zu 80 Prozent, an einer<br />

7,2-kW-Wallbox dauert das Tanken gut<br />

vier Stunden. Wer den Citigo an eine heimische<br />

2,3-kW-Station hängt, sollte fürs<br />

Aufladen auf 80 Prozent 12 Stunden einplanen.<br />

Optisch unterscheidet sich der im slowakischen<br />

Bratislava gebaute City-Stromer<br />

von den bekannten Verbrenner-Modellen<br />

durch einen in Wagenfarbe lackierten<br />

Kühlergrill und einen überarbeiteten Stoßfänger.<br />

Die serienmäßigen 14-Zoll-Stahlräder<br />

lassen sich mit Aufpreis gegen<br />

16-Zoll-Leichtmetallfelgen eintauschen, in<br />

der Variante Style sind sie sogar serienmäßig.<br />

Im Innenraum wurden die schwarze<br />

Instrumententafel und die darüber liegende<br />

Fläche – je nach Ausstattungsvariante<br />

in Schwarz oder Silber gehalten – neu<br />

gestaltet.<br />

Klimaautomatik, eine Smartphone-Dockingstation,<br />

elektrische Fensterheber<br />

und Spurhalteassistent sind bereits in der<br />

Basisversion Ambition an Bord. In der Variante<br />

Style kommen unter anderem eine<br />

Ambientebeleuchtung an der Instrumententafel,<br />

elektrisch einstellbare und beheizbare<br />

Außenspiegel, höhenverstellbare<br />

Vordersitze sowie Lederlenkrad, -schalthebel<br />

und -handbremshebel hinzu.<br />

ŠKODA<br />

83


DER SUPERB iV ÜBER-<br />

NIMMT AUF WUNSCH<br />

DAS EINPARKEN MIT<br />

ANHÄNGER<br />

Eine weitere Premiere im Škoda-Programm<br />

markiert der Superb iV: Der erste<br />

Plug-in-Hybrid des Herstellers ist wie die<br />

übrigen Motorisierungen für Limousine und<br />

Kombi verfügbar und wird wie alle Modelle<br />

der Mittelklasse-Baureihe im Werk Kvasiny<br />

gefertigt. Die Antriebskombination aus<br />

115 kW/156 PS starkem 1,4-Liter-TSI-Benziner,<br />

Elektromotor mit 85 kW/116 PS und<br />

Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe empfiehlt<br />

sich mit einer maximalen Systemleistung<br />

von 160 kW/218 PS für das gelassensouveräne<br />

Dahingleiten auf der Autobahn.<br />

84<br />

2020 FOLGEN DIE ERSTEN BEIDEN REIN ELEKTRISCHEN<br />

FAHRZEUGE AUF BASIS DES VW-ELEKTRO-BAUKASTENS<br />

ŠKODA<br />

Die kombinierte Reichweite beträgt – trotz<br />

eines auf 50 Liter verkleinerten Kraftstofftanks<br />

– 850 Kilometer, bis zu 55 Kilometer<br />

können dabei dank 13-kWh-Batterie rein<br />

elektrisch zurückgelegt werden (WLTP).<br />

Škoda verspricht nachhaltige Mobilität<br />

ohne Einbußen bei der Dynamik, nennt<br />

aber noch keine genauen Daten zu Fahrleistungen<br />

oder Verbrauch. Die CO 2-Emissionen<br />

im offiziellen Messzyklus, der es mit<br />

Plug-in-Hybriden besonders gut meint,<br />

sollen jedenfalls unter 40 Gramm pro Kilometer<br />

liegen.<br />

Der Einbau der Batterie vor der Hinterachse<br />

im Fahrzeugboden schränkt das Kofferraumvolumen<br />

des Superb um 150 Liter ein;<br />

weil der große Tscheche aber von Natur aus<br />

besonders viel Platz mitbringt, bleiben immer<br />

noch respektable 485 Liter (Limousine)<br />

bzw. 510 Liter (Kombi) übrig. Optisch<br />

unterscheidet sich der Hybrid in Details an<br />

der Front vom Standard-Superb, außerdem<br />

macht er beim Rollen im Elektro-Modus<br />

mit dem Soundgenerator E-Noise auf sich<br />

aufmerksam.<br />

Auch innen gibt es einige Besonderheiten:<br />

beispielsweise spezifische Anzeigen für<br />

Ladestand und E-Reichweite, Tasten für<br />

die Anwahl von E- und Sport-Modus so-


wie das serienmäßige Navigationssystem<br />

Amundsen mit Acht-Zoll-Monitor. Es basiert<br />

wie das optionale System Columbus<br />

auf der neuen Generation der Infotainmentsysteme,<br />

die unter anderem neue<br />

Online-Funktionen ermöglichen.<br />

Mit dem System Columbus hält auch das<br />

digitale Cockpit mit variabler 10,25-Zoll-<br />

Anzeige Einzug in den Superb iV, der da-<br />

rüber hinaus über zwei exklusive, gegen<br />

Aufpreis lieferbare Assistenzsysteme verfügt.<br />

Der Trailer Assist übernimmt beim<br />

Einparken und Rangieren im Gespannbetrieb<br />

das Lenken und bietet damit in kniffligen<br />

Situationen eine große Hilfe. Und<br />

das Area-View-System erzeugt mit vier<br />

Kameras eine 360-Grad-Rundumsicht um<br />

das Fahrzeug und erleichtert so das Manövrieren<br />

auf engem Raum.<br />

NEUE SUBMARKE iV<br />

Elektro-Offensive auf Škoda-Art<br />

Kurze Ladezeiten, lange Reichweiten, bezahlbare Preise: So soll die Elektromobilität<br />

auf Škoda-Art aussehen. Mit der Einführung der neuen Submarke iV starten<br />

die Tschechen nun ins Elektrozeitalter. Dabei profitieren sie einerseits von der<br />

Elektro-Offensive der Konzernmutter Volkswagen, nehmen andererseits in den<br />

kommenden fünf Jahren aber auch selbst noch einmal zwei Milliarden Euro in<br />

die Hand, um Elektrofahrzeuge und neue Mobilitätsdienstleistungen zu entwickeln.<br />

Es ist das bislang größte Investitionsprogramm in der fast 125-jährigen<br />

Geschichte des Unternehmens.<br />

Der rein elektrische Stadtflitzer Citigo e iV und der Superb iV als leistungsstarker<br />

Plug-in-Hybrid für die Langstrecke machen den Anfang für eine Produktoffensive,<br />

die bis 2022 auf über zehn elektrifizierte Modelle anwachsen soll. So sollen im<br />

kommenden Jahr die ersten beiden rein elektrischen Fahrzeuge auf Basis des<br />

Elektro-Baukastens aus dem VW-Konzern eingeführt werden, darunter die Serienversion<br />

der SUV-Coupé-Studie Vision iV. Für 2025 rechnet Škoda bereits damit,<br />

dass elektrifizierte Fahrzeuge ein Viertel des Gesamtabsatzes stellen werden.<br />

Zusätzlich zur elektrifizierten Modellpalette treibt der Hersteller mit der Submarke<br />

iV auch den Aufbau eines ganzheitlichen und vernetzten Ökosystems für<br />

Elektromobilität voran. Hierzu zählen beispielsweise bezahlbare Wallboxen in<br />

verschiedenen Leistungsstufen, die ein bequemes Laden zuhause ermöglichen<br />

sollen, und mobile Online-Dienste via Škoda Connect, zu denen etwa eine<br />

intelligente Ladesäulensuche mit Vorabreservierung zählt. Die E-Charge Card<br />

soll zudem länder- und anbieterübergreifend europaweit ein unkompliziertes<br />

Bezahlen der Ladevorgänge ermöglichen.<br />

ŠKODA<br />

85


83.175<br />

… Elektrofahrzeuge im Bestand deutscher Autofahrer<br />

zählte das KBA zum Stichtag 1.1.<strong>2019</strong>.<br />

Es dürften aber bald sehr viel mehr werden:<br />

Bereits im ersten Halbjahr <strong>2019</strong> wurden über<br />

37.000 Elektroautomobile neu zugelassen.<br />

86<br />

MELDUNGEN Klein, na und?<br />

KINDER HINTERS LENKRAD<br />

„Kinder an die Macht“, titelte Herbert Grönemeyer<br />

1986. Der britische Hersteller Jaguar sorgt zwar weder<br />

auf seiner Heimatinsel noch woanders für solche<br />

Regierungsübernahmen, aber er lässt Kids immerhin<br />

legal Autofahren. Auf dem Außengelände zwischen<br />

den Hallen 11 und 9 bietet die Traditionsmarke während<br />

der Publikumstage der <strong>IAA</strong> dem Fahrernachwuchs<br />

die Möglichkeit, mit einem 294 kW/400 PS<br />

starken Jaguar i-Pace einen Parcours zu meistern.<br />

Kinder ab 11 Jahren sowie mit einer Mindestgröße<br />

von 1,42 Metern dürfen – sofern die Erziehungsberechtigten<br />

ihre Einwilligung geben – hinters<br />

Lenkrad. Auf dem Beifahrersitz nehmen erfahrene<br />

Instrukteure Platz, die ähnlich wie bei einem Fahrschulauto<br />

mittels einer doppelten Pedalarie jederzeit<br />

Einfluss aufs Bremsen und Gasgeben nehmen<br />

können. Falls die Eltern jetzt neidisch werden: Sie<br />

können eine solche Raubkatze zu Testfahrten durch<br />

die Frankfurter City im Rahmen der Aktion <strong>IAA</strong><br />

Test-Drive ordern. Gestartet wird auf dem Freigelände<br />

F10. Und wetten, dass am Ende der jeweiligen<br />

Testfahrt das Grinsen der Kinder breiter ist als das<br />

der Erwachsenen?<br />

MINI-ME MIT GEHEIMAGENTEN<br />

Der batterieelektrische, 500 kW/680 PS starke Porsche Taycan<br />

dürfte für viele Fans der Sportwagenschmiede ein unerfüllbarer<br />

Traum bleiben. Allerdings gibt es eine günstige Alternative, sofern<br />

man bereit ist, bei Größe und Fahrleistung des Fahrzeugs „ein<br />

paar“ Abstriche zu machen sowie beim Namen mit der vorangegangenen<br />

Studie des E-Sportwagens vorlieb zu nehmen. Spielwarenhersteller<br />

Playmobil bietet den im Animationsfilm „Playmobil:<br />

Der Film“ zum Einsatz kommenden Porsche Mission e als Spielset<br />

an. Er feierte 2015 auf der <strong>IAA</strong> Premiere und gab damals erste<br />

Ausblicke auf den sportlichen Stromer. Das kleine Fahrzeug wird<br />

entweder über eine Fernbedienung oder mittels Bluetooth über<br />

ein Smartphone gesteuert. Der Spielzeug-Porsche verfügt über<br />

zwei Sitzplätze sowie Front- und Heckbeleuchtung und kostet<br />

knapp 70 Euro. Unter anderem gehören neben einer Fernbedienung<br />

und einer Ladesäule auch der aus dem Kinofilm bekannte<br />

Geheimagent Rex Dasher als Spielfigur zum Lieferumfang.


WIE NIEDLICH!<br />

Elektrische und autonome Mobilität auf vier Rädern kann unterschiedlich<br />

groß ausfallen. Besonders kurz und knapp ist der Renault EZ-Pod,<br />

der der bislang kleinste Versuchsträger der EZ-Serie. Er beansprucht<br />

minimale Verkehrsfläche und soll elektrisch und autonom in Innenstädten,<br />

Einkaufszentren, auf Firmengeländen oder Hotelanlagen Güter<br />

oder Menschen bewegen. Die technische Basis stammt aus dem Serienportfolio<br />

von Renault, denn das Micromobil, das nur drei Quadratmeter<br />

Grundfläche beansprucht, basiert auf dem Twizy. Wie dieser, bietet der EZ-Pod in seiner rundum geschlossenen Kabine<br />

zwei Sitzplätze, allerdings nicht hintereinander, sondern diagonal gegenüber angeordnet. Dank einer weit öffnenden Tür<br />

verspricht Renault einen bequemen Ein- und Ausstieg. Zusätzlich wurde eine Variante für den Gütertransport entwickelt,<br />

die zum Beispiel in Logistikzentren wie auch bei der Auslieferung an Kunden zum Einsatz kommen könnte.<br />

GRÜSSE AN BOB<br />

87<br />

Die Designer des kleinen elektrischen Transporters mit dem<br />

Namen 458 haben offensichtlich als Kinder die Fernsehserie<br />

„Bob, der Baumeister“ geschaut. Der von Ari Motors angebotene<br />

nur 3,15 Meter kurze Transporter sieht einfach freundlich aus.<br />

Das rund 13.900 Euro teure Grundmodell „Pritsche“ bietet zwei<br />

Sitzplätze und eine 1,32 x 1,18 Meter große Ladefläche mit Platz<br />

für eine Europalette. Die Zuladung beträgt 450 Kilogramm. Der 7,5 kW/10 PS starke Wechselstrom-Motor an der Hinterachse<br />

erlaubt eine Höchstgeschwindigkeit von 78 km/h. Die im Basispreis enthaltene 120-Ah-Blei-Gel-Batterie ist gut<br />

für eine Reichweite von 120 Kilometern. Für 2.500 Euro Aufpreis gibt es einen Lithium-Ionen-Akku, der einen Radius von<br />

150 Kilometern verspricht. Die Ladezeiten an einer Haushaltssteckdose werden mit 6 bis 8 Stunden angegeben. Wird ein<br />

Kastenaufbau gewählt, ist auf dessen Dach gegen Zuzahlung von 1.250 Euro auch die Montage von Solarzellen möglich,<br />

die bis zu 30 Kilometer zusätzliche Reichweite generieren können.<br />

MELDUNGEN Klein, na und?<br />

GESCHRUMPFTER<br />

KURVENVERSTEHER<br />

Das holländische Dreirad Carver feiert sein Comeback. Wie beim<br />

Ur-Carver setzt auch die Neuauflage auf das Dreirad-Prinzip sowie<br />

eine schmale Kabine mit zwei hintereinander angeordneten Sitzplätzen.<br />

Optisch wurde die um gut 40 Zentimeter auf 2,89 Meter<br />

Länge geschrumpfte zweite Generation in einigen Details wie<br />

etwa beim Frontdesign überarbeitet. Entscheidender ist jedoch<br />

der neue E-Antrieb, der sich aus zwei jeweils 2 kW/2,7 PS starken<br />

Motoren zusammensetzt, die eine auf 45 km/h beschränkte<br />

Höchstgeschwindigkeit erlauben. Die soll der gut 330 Kilogramm<br />

schwere Zweisitzer in 4 Sekunden erreichen. Die Fahrgastkabine<br />

kann sich weiterhin bei Kurvenfahrten bis zu 45 Grad seitlich neigen.<br />

Die 5,3 kWh starke Batterie soll für eine Reichweite von bis zu<br />

100 Kilometern sorgen.<br />

834<br />

Mit<br />

… öffentlichen Ladepunkten für Elektrofahrzeuge<br />

führte Hamburg zum 31.12.2018 das<br />

diesbezügliche Städteranking in Deutschland<br />

an. Berlin folgt nach Zählung des Analyse-Institut<br />

Statista auf Platz 2 mit 779 Ladepunkten,<br />

München nimmt Platz 3 mit 696 Stationen ein.


ZF Getriebe-Trends<br />

VIELFALT AUS<br />

DEM BAUKASTEN<br />

88<br />

Vom sanften Mildhybrid bis zum Hochvoltantrieb für die Steckdose:<br />

Elektrifizierung bedeutet auch Diversifizierung. Für die zunehmende<br />

Vielfalt im Bereich der Antriebe rüstet sich Getriebespezialist ZF mit<br />

einem neuen Baukastensystem für Hybridgetriebe.<br />

ZF<br />

Die <strong>IAA</strong> in Frankfurt zeigt: Die Elektromobilität<br />

kommt – und nimmt ordentlich<br />

Tempo auf. Doch auch wenn die Autohersteller<br />

nun immer mehr reine Elektrofahrzeuge<br />

vorstellen und auf den Markt<br />

DIE GETRIEBEEINHEIT DECKT AUCH LEISTUNGS-<br />

TECHNISCH EIN ENORMES SPEKTRUM AB<br />

bringen: Auch in zehn Jahren wird das Bild<br />

auf unseren Straßen von Fahrzeugen bestimmt,<br />

die einen Verbrennungsmotor unter<br />

der Haube haben.<br />

Immer mehr davon werden allerdings mit<br />

Elektrounterstützung unterwegs sein.<br />

Vom Mildhybrid mit 48 Volt über Vollhybridlösungen<br />

mit überschaubarer elektrischer<br />

Reichweite bis hin zum Hochleistungs-Plug-in-Hybrid<br />

mit Hochvoltsystem<br />

und 100 Kilometern Reichweite im Elektromodus<br />

werden sich die elektrifizierten Antriebe<br />

dabei immer weiter differenzieren.<br />

Dies liegt nicht zuletzt an den Anforderungen<br />

der Kunden und an den jeweiligen<br />

Marktbedingungen – und daran, welche<br />

Technik von staatlicher Seite gefördert<br />

wird.


Getriebespezialist ZF rüstet sich für diese<br />

zunehmende Vielfalt der Antriebe mit<br />

einer neuen Getriebegeneration auf Basis<br />

eines flexiblen Baukastensystems. Anders<br />

als bisherige Hybridgetriebe, bei denen es<br />

sich in der Regel um umgebaute Wandlergetriebe<br />

handelt, ist die neue Achtgang-Automatik<br />

von Beginn an auf Hybridisierung<br />

ausgelegt und kann in Mild-,<br />

Voll- und Plug-in-Hybrid-Systemen zum<br />

Einsatz kommen.<br />

trum ab. In Plug-in-Hybridmodellen entwickelt<br />

der in das System integrierte Elektromotor<br />

bis zu 160 kW/217 PS Leistung und<br />

450 Nm Drehmoment und kann damit als<br />

starke und zeitweise alleinige Antriebsquelle<br />

fungieren. Zugleich bietet das Getriebe<br />

die nötige Flexibilität, um sich bei<br />

Mildhybrid-Systemen an unterschiedlichen<br />

Einbauorten integrieren zu lassen. Mit bis<br />

zu 25 kW/34 PS Leistung kann der Elektromotor<br />

hier den Verbrenner signifikant<br />

DIE LEISTUNGSELEKTRONIK, DIE SONST UNGEFÄHR<br />

DEN PLATZ EINES SCHUHKARTONS EINNIMMT, IST<br />

KOMPLETT IN DAS GETRIEBEGEHÄUSE INTEGRIERT<br />

Einer der Vorteile der neuen Achtgang-<br />

Automatik ist ihre kompakte Bauform. Die<br />

Leistungselektronik, die sonst ungefähr<br />

den Platz eines Schuhkartons einnimmt,<br />

ist komplett in das Getriebegehäuse integriert;<br />

der Platz dafür wurde durch die Verkleinerung<br />

der hydraulischen Steuerung<br />

geschaffen. Dies vereinfacht die Montage<br />

des Systems und reduziert den Bedarf an<br />

Hochvoltleitungen im Fahrzeug.<br />

Auch im Hinblick auf die elektrische Leistung<br />

deckt die Einheit ein enormes Spek-<br />

unterstützen und entsprechend zu Verbrauchseinsparungen<br />

beitragen.<br />

Das neue Achtgang-Automatikgetriebe<br />

ist für den Längseinbau von Motor und<br />

Getriebe ausgelegt und richtet sich daher<br />

in erster Linie an Fahrzeuge im Premiumsegment.<br />

Die Produktion soll im Jahr 2022 zunächst<br />

in Saarbrücken starten, auch eine Markteinführung<br />

in China und den USA ist geplant.<br />

GETRIEBE FÜR E-AUTOS<br />

ZF zündet<br />

die zweite Stufe<br />

Zu den Vorzügen von Elektroautos zählt<br />

man gemeinhin, dass die Kraftübertragung<br />

über ein einfaches Eingang-Getriebe<br />

erfolgen kann. ZF zeigt jetzt aber, dass ein<br />

zweiter Gang durchaus von Vorteil ist –<br />

vor allem für die Reichweite, die dadurch<br />

um bis zu fünf Prozent steigt.<br />

Elektromotoren können in der Regel den<br />

gesamten Drehzahlbereich ohne Gangwechsel<br />

abdecken und kommen daher<br />

mit einem Eingang-Getriebe aus. Das neue<br />

Antriebskonzept von ZF hingegen arbeitet<br />

mit einem zweiten Gang, der bei 70 km/h<br />

eingelegt wird und einen effizienteren<br />

Betrieb des Elektromotors erlaubt. Dadurch<br />

steigt der Wirkungsgrad des Antriebs –<br />

und als Ergebnis die Reichweite pro<br />

Akkuladung um bis zu fünf Prozent.<br />

Eingesetzt werden kann der modular<br />

aufgebaute Zweigang-Antrieb aufgrund<br />

seiner kompakten Auslegung vor allem<br />

in Modellen aus der Kompaktklasse;<br />

profitieren können aber auch sportlichere<br />

und schwerere Fahrzeuge – etwa solche,<br />

die häufiger einen Anhänger ziehen. Denn<br />

der bisher geltende Zielkonflikt zwischen<br />

einem hohen Anfahrdrehmoment und einer<br />

höheren Endgeschwindigkeit wird damit<br />

aufgelöst. Zudem bietet das Getriebe den<br />

Autoherstellern die Möglichkeit, anstelle<br />

einer Erhöhung der Reichweite bei gleichbleibender<br />

Batteriegröße einen kleineren<br />

Akku einzubauen, um damit das Fahrzeuggewicht<br />

und Kosten zu senken.<br />

• acht Gänge für alle Hybrid-Systeme<br />

• Baukastensystem erhöht Flexibilität<br />

• Marktstart 2022<br />

ZF<br />

89


Cupra Tavascan<br />

SUV-COUPÉ<br />

MIT DOPPELTER E-POWER<br />

Die Seat-Tochter Cupra bringt im kommenden Jahr ihr erstes komplett eigenständiges Modell auf den<br />

Markt. Mit der <strong>IAA</strong>-Studie Tavascan machen die Spanier nun Lust auf ein dynamisches SUV-Coupé mit<br />

vollelektrischem Antrieb.<br />

2020 soll das Jahr von Cupra werden. Die<br />

inzwischen eigenständig auftretende Marke<br />

bringt mit dem Formentor ihr erstes<br />

eigenes Modell heraus – und startet zugleich<br />

mit der Elektrifizierung. Denn der<br />

Formentor ist wie zwei weitere für kommendes<br />

Jahr vorgesehene Modelle mit<br />

einem leistungsstarken Plug-in-Hybridantrieb<br />

ausgerüstet.<br />

Noch einen Schritt weiter geht die jetzt<br />

auf der <strong>IAA</strong> enthüllte Studie: Der Tavascan<br />

ist ein schnittiges, rein elektrisch angetriebenes<br />

SUV-Coupé. Auf der Basis des<br />

modularen E-Baukastens (MEB) aus dem<br />

Volkswagen-Konzern vereint der Antrieb<br />

zwei E-Motoren – einer an jeder Achse –<br />

mit insgesamt 225 kW/306 PS und eine<br />

77 kWh starke, im Boden untergebrachte<br />

Lithium-Ionen-Batterie. Damit beschleunigt<br />

der Tavascan in weniger als 6,5 Sekunden<br />

aus dem Stand auf 100 km/h und<br />

profitiert dabei von den dynamischen Fahreigenschaften<br />

der MEB-Fahrzeuge mit<br />

niedrigem Schwerpunkt und ausgewogener<br />

Gewichtsverteilung. Die Reichweite soll<br />

bis zu 450 Kilometer betragen.<br />

Außen vereint das Konzeptfahrzeug die<br />

Eleganz eines Coupés mit der Präsenz eines<br />

SUV. Die Frontpartie prägen das tiefsitzende,<br />

beleuchtete Markenlogo und die<br />

Lufteinlässe, die je nach Bedarf die Aero-<br />

DER TAVASCAN VERFÜGT ÜBER ZWEI E-MOTOREN –<br />

EINER AN JEDER ACHSE – UND EINE 77-KWH- BATTERIE<br />

dynamik verbessern oder die Luft zur<br />

Kühlung der Batterie nach innen leiten.<br />

Auch die stattlichen 22-Zoll-Leichtmetallräder<br />

im Turbinen-Design optimieren den<br />

Luftstrom. Am Heck trägt der Diffusor zur<br />

Aerodynamik und zum sportlichen Auftritt<br />

bei. Das durchgehende Leuchtband, das<br />

auch das Heck des Formentor ziert, sorgt<br />

für eine unverwechselbare, futuristisch<br />

anmutende Optik.<br />

Moderne Linienführung in Verbindung<br />

mit dem gezielten Einsatz von Licht: Dieses<br />

Designthema findet sich auch in der<br />

Innenraumgestaltung wieder. Kontrastreiche<br />

Farben, Karbon-Elemente, hochwertige<br />

Materialien wie Leder und Alcantara<br />

sowie eine warme LED-Beleuchtung<br />

sollen ein modernes und zugleich wohliges<br />

Ambiente kreieren. Das flügelförmige<br />

Armaturenbrett beherbergt ein volldigitales<br />

12,3-Zoll-Instrumenten-Display<br />

und einen weiteren, zentral angeordneten<br />

13-Zoll-Bildschirm, die Schalensitze<br />

für Fahrer und Beifahrer verfügen über<br />

integrierte Lautsprecher und Smartphone-Anschlüsse.<br />

• SUV-Coupé-Studie mit Elektroantrieb<br />

• sportliche Fahrleistungen und 450 km Reichweite<br />

• aerodynamisches Design und modernes Ambiente<br />

90<br />

CUPRA


Seat Tarraco FR PHEV<br />

FAMILIEN-SUV<br />

MIT ANSCHLUSS<br />

• großes SUV mit Plug-in-Hybrid<br />

• bis zu 50 km Elektro-Reichweite<br />

• Marktstart 2020<br />

In Sachen Elektromobilität übernimmt Seat eine wesentliche Rolle<br />

innerhalb des VW-Konzerns. Vorbote ist der Tarraco, den die<br />

Spanier als hochwertigen Plug-in-Hybrid mit sportlicher FR-Ausstattung<br />

anbieten.<br />

Bereits bis 2021 will Seat sechs vollelektrische<br />

Fahrzeuge und Plug-in-Hybridmodelle<br />

der Marken Seat und Cupra auf<br />

den Markt bringen. Zudem entwickeln die<br />

Spanier unterhalb des Modularen E-Antriebs-Baukastens<br />

(MEB) eine eigene<br />

Elektro-Plattform für Fahrzeuge der Vier-<br />

Meter-Klasse, die dann konzernweit genutzt<br />

werden kann.<br />

Zu den Vorreitern der spanischen E-Offensive<br />

gehört neben dem Kleinwagen Mii<br />

electric, der künftig nur noch rein elektrisch<br />

unterwegs ist, auch der Tarraco. Als<br />

Hybrid für die Steckdose rollt das große<br />

SUV im Laufe des kommenden Jahres zu<br />

den Händlern.<br />

180 kW/245 PS Systemleistung und 400 Nm<br />

Drehmoment verbunden mit der sportlich-hochwertigen<br />

FR-Ausstattung: Der<br />

Plug-in-Hybrid wird zum ebenso sportlichen<br />

wie effizienten Topmodell der<br />

im Frühjahr <strong>2019</strong> eingeführten Tarraco-<br />

Baureihe. Das in Spanien bei Seat ent-<br />

wickelte und in Wolfsburg bei Volkswagen<br />

produzierte Mittelklasse-SUV beschleunigt<br />

nach vorläufigen Angaben in 7,4 Sekunden<br />

von null auf 100 km/h und erreicht ein<br />

Spitzentempo von 217 km/h – stattliche<br />

Werte für den 4,74 Meter langen Raumriesen.<br />

Je nach gewähltem Fahrmodus kann der<br />

85 kW/115 PS starke Elektromotor den<br />

Tarraco für bis zu 50 Kilometer rein elektrisch<br />

antreiben oder den 1,4-Liter-TSI-Benziner<br />

mit 110 kW/150 PS unterstützen. Die<br />

Lithium-Ionen-Batterie besitzt eine Kapazität<br />

von 13 kWh. Als CO 2-Ausstoß peilen die<br />

Spanier einen Wert von 50 g/km an.<br />

Die Rolle als Vorreiter unterstreicht das<br />

sportliche Outfit der FR-Ausstattung:<br />

Breitere Radhäuser, ein Dachspoiler, ein<br />

spezieller Kühlergrill und die FR-typischen<br />

19-Zoll-Leichtmetallfelgen verleihen dem<br />

Familien-SUV eine souveräne und dynamische<br />

Ausstrahlung. Dazu gibt es mit „Fura<br />

Grau“ eine neue exklusive Lackierung und<br />

optional sogar 20 Zoll große Räder.<br />

BEREITS BIS 2021 WILL SEAT SECHS VOLLELEKTRISCHE<br />

FAHRZEUGE UND PLUG-IN-HYBRIDMODELLE DER<br />

MARKEN SEAT UND CUPRA AUF DEN MARKT BRINGEN<br />

Innen hält erstmals im Tarraco das neue<br />

Infotainmentsystem mit 9,2-Zoll-Touchscreen<br />

Einzug. Elektrisch verstellbare<br />

Sportschalensitze – für den Fahrer mit<br />

Memory-Funktion – sowie ein Sportlenkrad<br />

und Aluminium-Pedale werden den<br />

Innenraum zusätzlich auf. Das Rangieren<br />

mit Anhänger erleichtert der neue Trailer<br />

Assist<br />

SEAT<br />

91


• einziges Modell mit drei elektrischen Antriebsvarianten<br />

• Ioniq Elektro mit mehr Reichweite<br />

• frisches Design und mehr Konnektivität für alle Varianten<br />

Hyundai Ioniq<br />

DER VIELSEITIGE UNTER DEN<br />

ALTERNATIVEN<br />

Als einziges Modell weit und breit bietet der Hyundai Ioniq die Wahl zwischen Hybrid-,<br />

Plug-in-Hybrid- und reinem Elektroantrieb. Jetzt hat der Hersteller die Baureihe überarbeitet.<br />

Gut drei Jahre nach dem Marktstart bringt Hyundai die Ioniq-Baureihe auf den neuesten<br />

Stand. Während alle Antriebsvarianten - Hybrid, Plug-in Hybrid und Elektromodell – gleichermaßen<br />

von frischem optischem Glanz profitieren, macht der Ioniq Elektro technisch<br />

den größten Sprung nach vorne. Mehr Leistung, eine größere Hochleistungsbatterie und<br />

mehr Reichweite – in allen Kernbereichen legt der Ioniq Elektro zu und macht das elektrische<br />

Fahren noch attraktiver und alltagstauglicher.<br />

So arbeitet unter dem Blechkleid jetzt eine 38 kWh starke Lithium-Polymer-Batterie (bisher<br />

28 kWh), die die Reichweite pro Akkuladung auf knapp über 300 Kilometer (WLTP)<br />

steigert. Zudem verspricht der von 88 kW/120 PS auf 100 kW/136 PS erstarkte Elektromotor<br />

mit 295 Nm Drehmoment noch mehr Fahrfreude.<br />

92<br />

Mehr Spaß macht auch das Ein-Pedal-Fahren, das nach dem Kona Elektro nun auch der<br />

Ioniq ermöglicht. Damit kann der Fahrer das Fahrzeug ohne Fußbremse bis zum Stillstand<br />

verzögern; er hält dafür einfach ein Paddel am Lenkrad fest und nutzt das regenerative<br />

HYUNDAI


DER IONIQ ELEKTRO<br />

MACHT TECHNISCH<br />

DEN GRÖSSTEN<br />

SPRUNG NACH VORNE<br />

Bremssystem. Ein paar zusätzliche Kilometer<br />

Reichweite soll außerdem der neue<br />

Fahrmodus Eco+ herausholen.<br />

Optisch präsentiert sich das Ioniq Elektro<br />

Facelift mit einem markanteren Design<br />

auf dem geschlossenen Kühlergrill, neu<br />

gestaltetem vorderen Stoßfänger und<br />

LED-Tagfahrlichtern sowie mit optionalen<br />

LED-Scheinwerfern und –Rücklichtern.<br />

Auch in den beiden Hybridvarianten mit<br />

und ohne externe Lademöglichkeit haben<br />

die Designer der 4,47 Meter langen<br />

Fließhecklimousine damit mehr optische<br />

Präsenz verliehen.<br />

Auch der Innenraum wirkt nun deutlich<br />

moderner. Der wichtigste Grund für diesen<br />

Eindruck ist ein optionaler 10,25 Zoll großer<br />

Touchscreen, der mittig und freistehend<br />

am Armaturenbrett platziert ist. Das<br />

Display macht nicht nur optisch was her,<br />

man kann es auch einfach nutzen. Wie bei<br />

einem Smartphone lässt sich die Ansicht<br />

nach eigenen Vorlieben konfigurieren. Informationen<br />

zur Fahrweise, Energiefluss<br />

und Verbrauch zeigen dem Fahrer, wie<br />

ökonomisch er unterwegs ist. Navigation<br />

mit Echtzeitfunktion ist in Verbindung<br />

mit dem großen Display Standard, in der<br />

Basisvariante verfügt der Ioniq über ein<br />

Acht-Zoll-Display.<br />

Außerdem gehört beim großen Display die<br />

neue, „Bluelink“ genannte Vernetzungs-<br />

App zum Serienumfang. Sie bietet Funktionen<br />

wie die Fernabfrage von Fahrzeuginformationen<br />

wie z.B. den Ladezustand,<br />

ermöglicht die Navi-Programmierung von<br />

zuhause aus und dient als eCall-Notrufsystem.<br />

Auch die Klimatisierung lässt sich per<br />

Smartphone steuern und der Ladezyklus<br />

programmieren. Außerdem integriert es<br />

eine natürliche Spracherkennung in das<br />

Infotainmentsystem. Auch die Klimatisierung<br />

lässt sicher per Smartphone aus der<br />

Ferne steuern und Ladezyklen programmieren.<br />

Im Zuge der Auffrischung erhält der Ioniq<br />

Hybrid auch ein Assistenzpaket mit weiteren<br />

Funktionen. Der autonome Notbremsassistent<br />

inklusive Frontkollisionswarner<br />

reagiert nun neben Fußgängern auch auf<br />

Radfahrer. Ein aktiver Spurhalteassistent<br />

ist ebenfalls serienmäßig an Bord. In den<br />

höheren Ausstattungspaketen kommen<br />

noch eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage,<br />

ein Querverkehrswarner hinten,<br />

ein Totwinkelwarner und eine Verkehrszeichenerkennung<br />

dazu.<br />

Am Antrieb hat sich in den Hybridvarianten<br />

nichts geändert: Beide verfügen über einen<br />

1,6-Liter-Benziner mit 77 kW/105 PS und<br />

einen E-Motor mit 32 kW/44 PS bzw.<br />

45 kW/61 PS; die Systemleistung beträgt<br />

104 kW/141 PS. Die Kraftübertragung<br />

übernimmt ein Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe.<br />

Den Normverbrauch des Ioniq Hybrid gibt<br />

Hyundai mit 4,2 Litern pro 100 Kilometer<br />

an, die Plug-in-Version kann dank größerer<br />

Batterie bis zu 63 Kilometer weit rein<br />

EIN PAAR ZUSÄTZLICHE KILOMETER REICHWEITE<br />

HOLT DER NEUE FAHRMODUS ECO+ HERAUS<br />

elektrisch fahren und daher im offiziellen<br />

Messzyklus mit einem Normverbrauch<br />

von 1,1 Litern punkten. Neu ist zudem hier<br />

wie im Ioniq Elektro, dass der Fahrer die<br />

Stärke der Rekuperationsbremse mit Hilfe<br />

von Schaltpaddels am Lenkrad einstellen<br />

kann.<br />

HYUNDAI<br />

93


Hyundai <strong>IAA</strong>-Premieren<br />

EMOTIONAL<br />

UND ELEKTRISCH<br />

Mit zwei weiteren Premieren blickt Hyundai auf der <strong>IAA</strong> in die Zukunft der Elektromobilität. Das<br />

Konzeptfahrzeug „45“ gibt Hinweise auf die künftige Designsprache der Elektrofahrzeuge. Zudem<br />

stellt das Unternehmen einen Elektro-Rennwagen vor.<br />

IN DER STUDIE 45 SETZT<br />

HYUNDAI DIE NEUE<br />

DESIGNSPRACHE<br />

„SENSUOUS<br />

SPORTINESS“ UM<br />

94<br />

Hyundai Elektro-Konzept 45<br />

Hingucker auf dem Hyundai-Messestand:<br />

Mit dem Elektro-Konzept „45“ gibt der<br />

Hersteller einen Ausblick darauf, wie künftige<br />

Elektromodelle der Marke aussehen<br />

könnten.<br />

Die Studie feiert auf der <strong>IAA</strong> Weltpremiere<br />

und orientiert sich an der Designsprache<br />

„Sensuous Sportiness“. Deren Ziel ist es,<br />

innovative Mobilitätslösungen auf emotionale<br />

Weise zum Ausdruck zu bringen und<br />

den Kunden in sinnlicher Form anzusprechen.<br />

In der Studie wird diese Designsprache<br />

mit klaren Linien umgesetzt, die zu<br />

einem progressiven und zukunftsorientierten<br />

Design kombiniert werden.<br />

HYUNDAI<br />

Hyundai Motorsport entwickelt Elektro-Rennwagen<br />

Der Trend zur Hybridtechnologie und Elektromobilität hat auch den Motorsport<br />

erfasst. Neue Rennserien und Reglements entstehen – und damit die<br />

Herausforderung, sich auf neuen technischen Feldern zu behaupten und die<br />

Leidenschaft für den Motorsport mit Nachhaltigkeit und ökologischer Kompetenz<br />

zu verbinden.<br />

Hyundai Motorsport stellt sich dieser Herausforderung mit der Entwicklung<br />

seines ersten rein elektrisch angetriebenen Rennwagens. Mit dem Fahrzeug,<br />

das am Firmensitz im unterfränkischen Alzenau aufgebaut wird, beginnt für<br />

das dort ansässige Unternehmen eine neue Ära. Auf der <strong>IAA</strong> wird das Fahrzeug<br />

erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.<br />

Hyundai will mit dem Schritt in Richtung Elektrifizierung neue technische<br />

Felder erschließen. Seit seiner Gründung 2012 hat sich das Unternehmen im<br />

Rallyesport und auf der Rundstrecke etabliert. In der FIA-Rallye-Weltmeisterschaft<br />

(WRC) führt das Team, das <strong>2019</strong> seine sechste Saison bestreitet,<br />

aktuell die hart umkämpfte Markenwertung an. Auch die im September 2015<br />

gegründete Kundensport-Abteilung hat bereits zahlreiche Erfolge gefeiert: Die<br />

Modelle i20 R5, i30 N TCR und Veloster N TCR sind seitdem weltweit erfolgreich<br />

auf den Rundkursen unterwegs.


Hyundai Bluelink<br />

MEHR KOMFORT IM<br />

AUTO-ALLTAG<br />

Für seine Elektro- und Hybridmodelle hat Hyundai ein neues Telematiksystem eingeführt. „Bluelink“<br />

bringt Fahrzeug-Infos aufs Handy, erleichtert die Reiseplanung und erlaubt die Ansteuerung verschiedener<br />

Funktionen aus der Ferne.<br />

Mit Bluelink führt Hyundai ein neues Telematiksystem<br />

für seine Pkw-Modelle ein.<br />

Zentraler Bestandteil ist eine App für Android-<br />

und Apple-Smartphones, mit der der<br />

Fahrer wichtige Fahrzeugdaten abrufen<br />

und einige Fahrzeugfunktionen sogar aus<br />

der Ferne ansteuern kann.<br />

Besonders hilfreich ist die App bei der<br />

Reiseorganisation. Schon zu Hause oder<br />

im Büro kann der Nutzer seine Route<br />

planen und an das Navigationssystem<br />

des Fahrzeugs senden. Fahrer der E-Modelle<br />

Ioniq Elektro und Kona Elektro sowie<br />

des Ioniq Plug-in-Hybrid können aus der<br />

Ferne auch den Ladestand der Batterie<br />

und die verbleibende Reichweite abfragen<br />

und dies in der Routenplanung entsprechend<br />

berücksichtigen.<br />

Ebenfalls bei den batterieelektrischen Fahrzeugen<br />

erlaubt die Bluelink-App ein Vorheizen<br />

oder Kühlen des Fahrzeugs per<br />

Fernsteuerung; bei allen Modellen ist zudem<br />

ein Ver- und Entriegeln der Zentralverriegelung<br />

aus der Ferne möglich. Darüber<br />

hinaus überprüft Bluelink bestimmte<br />

Fahrzeugsysteme und zeigt mögliche Fehler<br />

an.<br />

In das System integriert sind außerdem<br />

eine Sprachsteuerung mit natürlicher<br />

Spracherkennung und die Hyundai Live-<br />

Services mit Echtzeit-Verkehrsinfos, Parkplatz-,<br />

Wetter- und Tankstellen- bzw. Ladesäulen-<br />

Infos sowie einer eCall-Funktion.<br />

Diese setzt bei einem schweren Verkehrsunfall<br />

einen automatischen Notruf ab und<br />

übermittelt dabei den genauen Unfallort<br />

und -zeitpunkt sowie den Fahrzeugtyp an<br />

die Rettungsleitstelle.<br />

Das Bluelink-System soll schrittweise in<br />

verschiedene Baureihen eingeführt werden<br />

– zunächst in den elektrifizierten Modellen.<br />

Den Anfang machte die überarbeitete<br />

Ioniq-Baureihe vor dem Brennstoffzellenfahrzeug<br />

Nexo und dem Kona Elektro.<br />

Weitere Modelle folgen ab dem kommenden<br />

Jahr.<br />

HYUNDAI<br />

95


Renault Zoe<br />

GUT GERÜSTET<br />

Der Renault Zoe ist Deutschlands meistgekauftes Elektroauto und auch<br />

in Europa ein Bestseller. Mit einer Rundum-Auffrischung wappnet sich<br />

der Franzose nun gegen die wachsende Zahl an Mitbewerbern.<br />

Seit Jahren dreht der Renault Zoe seine Runden<br />

an der Spitze des europäischen Elektroauto-Segments.<br />

In Deutschland ist der Zoe<br />

mit bislang mehr als 24.000 Einheiten das<br />

Elektroauto Nummer eins.<br />

Doch langsam wird die Luft da oben dünner:<br />

Immer mehr Wettbewerber drängen mit<br />

elektrischen Fahrzeugen in die klassischen<br />

TROTZ GRÖSSEREM AKKU UND NEUER TECHNIK<br />

BEGINNEN DIE PREISE WEITERHIN BEI 21.900 EURO<br />

PLUS BATTERIEMIETE<br />

Kleinwagen- und Kompaktsegmente. Jetzt<br />

wappnen die Franzosen den Zoe mit einem<br />

umfassenden Upgrade gegen die wachsende<br />

Konkurrenz. Die Highlights: bis zu 395<br />

Kilometer Reichweite im realitätsnahen<br />

WLTP-Testzyklus, mehr Leistung, mehr Ladeflexibilität,<br />

neue Assistenzsysteme, ein neues<br />

Cockpit und ein markanteres Design. In wenigen<br />

Wochen rollt die neue Zoe-Generation in<br />

die Showräume der Renault-Partner.<br />

Im Zentrum der Modellpflege stehen natürlich<br />

Batterie und Reichweite, nach wie vor<br />

die beiden kritischen Faktoren, wenn es um<br />

die Attraktivität und Alltagstauglichkeit von<br />

Elektroautos geht. Als Basismodell bietet<br />

Renault den Zoe statt mit 22-kWh-Batterie<br />

künftig mit 41 kWh und dem 80 kW/108 PS<br />

starken Elektromotor an; in dieser Variante<br />

schafft der kleine Stromer im WLTP-Zyklus<br />

bereits bis zu 300 Kilometer pro Akkuladung.<br />

Das neue Topmodell Zoe Z.E. 50 mit neu entwickelter<br />

52-kWh-Batterie soll bis zu 395 Kilometer<br />

weit kommen, ehe es zum Aufladen an<br />

die Steckdose muss.<br />

Und auch das geht künftig einfacher: Denn<br />

zusätzlich zum Typ-2-Ladeanschluss für<br />

Wechselstrom verfügt der Zoe nun auch optional<br />

über ein CCS-Ladesystem für Gleichstrom,<br />

das bis zu 50 kW Ladeleistung verar-<br />

96<br />

RENAULT


• Basismodell künftig mit 41-kWh-Batterie<br />

• Topmodell bis zu 395 km Reichweite<br />

• Ein-Pedal-Modus steigert Fahrkomfort<br />

beiten kann. Damit ist der E-Kleinwagen<br />

auf eine noch breitere Spanne von Ladeleistungen,<br />

Stromstärken und Stationen<br />

vorbereitet: von der Wallbox zuhause über<br />

die Mehrzahl der öffentlichen Ladestationen<br />

bis hin zu den Gleichstrom-Ladepunkten<br />

fürs schnelle Aufladen an Autobahnen,<br />

wo sich in 30 Minuten neue Energie für 150<br />

weitere Kilometer zapfen lässt.<br />

Anstelle der Einstiegsversion mit 108 PS<br />

kommt auf Wunsch ein neuer Elektromotor<br />

mit 100 kW/135 PS Leistung und 245 Nm<br />

Drehmoment zum Zuge, der den Zoe in<br />

9,5 Sekunden auf 100 km/h beschleunigt.<br />

Aus dem Stand auf Tempo 50 kommt er<br />

in nur 3,6 Sekunden, was ein flottes Navigieren<br />

durch den Stadtverkehr ermöglicht.<br />

Den Fahrkomfort erhöht zudem der<br />

neue B-Modus für das Ein-Pedal-Fahren:<br />

Beschleunigen und Bremsen erfolgen dabei<br />

einfach durch Dosieren des Gaspedals;<br />

die Verzögerung erfolgt allein durch die<br />

Energierückgewinnung.<br />

Ausgebaut hat Renault im Zuge der Modellüberarbeitung<br />

auch das Sicherheitsund<br />

Komfortniveau: Der Zoe erkennt Verkehrsschilder,<br />

schaltet das serienmäßige<br />

LED-Licht automatisch zwischen Abblendund<br />

Fernlicht um, warnt vor Autos im toten<br />

Winkel, hält die Spur, parkt automatisch<br />

ein und tritt im Ernstfall auch von<br />

allein auf die Bremse. Das neu gestaltete<br />

Cockpit werten bessere Materialien und<br />

weiche Oberflächen auf, das serienmäßige<br />

digitale Kombiinstrument im Zehn-Zoll-<br />

Format und das neue Multimediasystem<br />

mit Sieben- oder 9,3-Zoll-Touchscreen versorgen<br />

den Fahrer mit allem Wissenswerten<br />

rund um Fahren, Antriebssystem und<br />

Infotainment. Smartphones lassen sich<br />

über die gängigen Schnittstellen einbinden<br />

und in den höheren Varianten induktiv<br />

laden.<br />

DER ZOE PUNKTET MIT MEHR REICH-<br />

WEITE, NEUEN LADEOPTIONEN UND<br />

NEUEM INNENRAUM<br />

Völlig neu gestaltet wurde der Innenraum.<br />

Das neue Cockpit wird geprägt vom großen<br />

9,3-Zoll-Touchscreen des vernetzten<br />

Multimediasystems Easy Link (Serie für<br />

Intens). Neben Multimedia- und Navigationsfunktionen<br />

liefert dieses spezielle Informationen<br />

wie beispielsweise die Anzeige<br />

der nächstgelegenen Ladestationen in<br />

Echtzeit. Ebenfalls neu im Zoe-Cockpit ist<br />

das Kombiinstrument mit 10-Zoll-TFT-Display.<br />

Je nach Ausstattung wird auch hier<br />

eine Navigationskarte direkt ins Blickfeld<br />

des Fahrers projiziert.<br />

Moderat fallen die Änderungen an der<br />

äußeren Optik aus: Vorne stechen die<br />

Voll-LED-Scheinwerfer mit Chromeinsätzen<br />

und die markantere Motorhaube ins<br />

Auge, hinten sorgen weit auseinander liegende<br />

LED-Leuchten für optische Breite.<br />

Neue Räder und Lackierungen komplettieren<br />

die Aktualisierung des Stromers,<br />

der mit der Fülle seiner Neuerungen dem<br />

wachsenden Konkurrenzkampf gelassen<br />

entgegensehen darf.<br />

Zumal er nicht teurer wird: Trotz größerer<br />

Batterie und neuer Technik beginnen die<br />

Preise weiterhin bei 21.900 Euro plus Batteriemiete,<br />

die nun bei 75 statt bisher 69<br />

Euro pro Monat startet. Die Ausführung<br />

mit 52-kWh-Akku gibt es ab 23.900 Euro<br />

plus Batteriemiete. Alternativ kann der<br />

Energiespeicher unabhängig von Kapazität<br />

und Fahrzeugvariante für 8.090 Euro<br />

gekauft werden.<br />

RENAULT<br />

97


Alternative Antriebe bei Kia<br />

E-POWER<br />

FÜR ALLE FÄLLE<br />

Vom Mildhybrid bis zum reinen Stromer: Die Elektrifizierung der Kia-<br />

Modellpalette ist deutlich weiter vorangeschritten als bei vielen Wettbewerbern.<br />

Das Elektro-Portfolio überzeugt mit Vielfalt, Alltagstauglichkeit und<br />

sinnvoll unterstützender Technik.<br />

98<br />

KIA


Für das jetzt anbrechende Zeitalter der Elektromobilität ist Kia bestens vorbereitet. Der<br />

koreanische Hersteller hat seine Palette an Hybrid- und Elektrofahrzeugen in den vergangenen<br />

Jahren kontinuierlich ausgebaut und gehört heute zu den führenden Anbietern<br />

von Autos mit elektrifiziertem Antrieb. In Deutschland zählte 2018 bereits jeder achte<br />

verkaufte Kia zu dieser Kategorie. Dieser Anteil dürfte in den kommenden Monaten und<br />

Jahren weiter steigen.<br />

• Elektroautos e-Niro und e-Soul in jeweils zwei Antriebsversionen<br />

• über 450 km Reichweite mit der großen Batterie<br />

• Niro auch als Hybrid und Plug-in-Hybrid erhältlich<br />

KIA<br />

99


Mit dem Niro brachte Kia vor drei Jahren<br />

das erste Modell auf den Markt, das speziell<br />

für elektrifizierte Antriebe entwickelt<br />

wurde. Nach dem Hybrid folgte ein Jahr<br />

später der Niro Plug-in-Hybrid mit externer<br />

Lademöglichkeit und höheren elektrischen<br />

Fahranteilen. Inzwischen ist der Crossover<br />

auch als rein elektrisches Modell<br />

e-Niro verfügbar. Er macht schon von außen<br />

mit geschlossenem Kühlergrill auf seinen<br />

wegweisenden Antrieb aufmerksam<br />

und punktet mit hoher Alltagstauglichkeit:<br />

einem im Vergleich zu den Hybridvarianten<br />

praktisch uneingeschränkten Platzangebot<br />

im Innenraum, einem Ladevolumen, das<br />

mit 451 Litern den Hybrid sogar übertrifft,<br />

und langstreckentauglichen Reichweiten.<br />

Zwar hat der e-Niro nur eine statische<br />

Übersetzung, trotzdem gibt es am Antriebsstrang<br />

eine Menge zu konfigurieren.<br />

Im Sport-Modus beispielsweise spricht<br />

das Fahrpedal giftiger an, darüber hinaus<br />

kann man mit den fünf Rekuperationsmodi<br />

spielen: In Stufe Drei verzögert das<br />

Gefährt schon ordentlich, wenn man nur<br />

das rechte Pedal lupft. Das klassische<br />

Bremspedal braucht man im Alltag in<br />

vielen Fällen nicht mehr, denn am Lenkrad-Paddle<br />

gezogen, bremst der Allrounder<br />

mit ansehnlicher Verzögerung bis zum<br />

Stillstand. Dabei geht der e-Niro geschmeidig<br />

vor – so virtuos dürfte manch geübter<br />

Autofahrer nicht stoppen. Neben dem regenerativen<br />

Bremssystem helfen auch das<br />

Vorheizsystem für die Batterie, die energiesparende<br />

Wärmepumpe für die Innenraumklimatisierung<br />

und der serienmäßige<br />

Stauassistent dabei, den Elektro-Crossover<br />

so effizient wie möglich zu bewegen.<br />

Während die Modellvarianten des Niro drei<br />

verschiedene Abstufungen der Elektrifizierung<br />

repräsentieren, hat sich der Kia Soul<br />

inzwischen ganz vom Verbrenner verabschiedet.<br />

Die dritte Modellgeneration des<br />

Maßstäbe setzen e-Soul und e-Niro zudem<br />

mit den markentypischen Garantieleistungen<br />

von sieben Jahren bzw. 150.000 Kilometern<br />

auf Fahrzeug und Batterie: Damit<br />

sind sie die Elektroautos mit der umfassendsten<br />

Herstellergarantie auf dem europäischen<br />

Markt.<br />

Der Niro spielt auch bei den Antrieben mit<br />

Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotor<br />

eine Hauptrolle: Neben der reinen<br />

E-Version bietet Kia den Crossover zusätzlich<br />

als Hybrid sowie als Plug-in-Hybrid an. Beide<br />

Varianten verfügen über ein Parallelhybridsystem<br />

mit Elektromotor, 1,6-Liter-Benziner,<br />

Sechsstufen-Doppelkupplungsgetriebe<br />

und 104 kW/141 PS Gesamtleistung.<br />

DIE ELEKTRIFIZIERUNG DER KIA-MODELLPALETTE IST<br />

DEUTLICH WEITER VORANGESCHRITTEN ALS BEI VIELEN<br />

WETTBEWERBERN<br />

So kommt die stärkere Version des e-Niro<br />

mit 150 kW/204 PS starkem Elektromotor<br />

und 64-kWh-Akku auf bis zu 455 Kilometer<br />

Reichweite. Die Basisvariante hat eine<br />

Batteriekapazität von 39,2 kWh und eine<br />

Reichweite von 289 Kilometern. Über den<br />

Schnellladeanschluss (CCS-Stecker) lässt<br />

sich die Batterie an einer 100-kW-Station<br />

in gut 40 Minuten von 20 auf 80 Prozent<br />

aufladen, daneben stehen weitere gängige<br />

Lademöglichkeiten zur Verfügung.<br />

kantigen Crossovers ist ausschließlich mit<br />

Elektroantrieb verfügbar – und heißt statt<br />

Soul EV nun e-Soul. Und der überzeugt<br />

mit den gleichen Qualitäten wie der etwas<br />

größere e-Niro: mit zwei verschiedenen<br />

Antriebsversionen mit bis zu 452 Kilometern<br />

Reichweite, einem dank tiefem<br />

Schwerpunkt sportlichen Fahrverhalten<br />

und einer umfangreichen Ausstattung.<br />

Seinen lebendigen und originellen Charakter<br />

bewahrt der Soul auch in der Neuauflage<br />

– nicht zuletzt wegen der sechs Zweifarb-Kombinationen,<br />

bei denen Dach und<br />

Außenspiegel in Rot, Schwarz oder Gold<br />

gehalten sind, und der im Musikrhythmus<br />

pulsierenden Ambietebeleuchtung im Innenraum.<br />

Zugleich wirkt das neue Modell<br />

bulliger, markanter und erwachsener. Das<br />

Platzangebot im Innenraum hat sich gegenüber<br />

dem Vorgänger verbessert, auch<br />

das Kofferraumvolumen hat nochmal um<br />

34 auf 315 Liter zugelegt.<br />

Während sich der Niro Hybrid mit durchschnittlich<br />

3,7 Litern Kraftstoff pro 100 Kilometer<br />

(86 g/km CO 2) begnügt, kommt<br />

der Plug-in Hybrid sogar nur auf 1,3 Liter<br />

pro 100 Kilometer (29 g/km CO 2). Das liegt<br />

an den höheren elektrischen Fahranteilen<br />

von bis zu 58 Kilometern – im Stadtverkehr<br />

soll eine Akkuladung sogar für 65 Kilometer<br />

reichen. Wegen des leistungsfähigeren<br />

Akkus muss der Niro für die Steckdose aber<br />

wiederum leichte Einbußen beim Platzangebot<br />

hinnehmen: Während der Hybrid 436<br />

Liter Kofferraumvolumen bietet, passen<br />

beim Plug-in nur 324 Liter hinein. Das ändert<br />

aber nichts daran, dass beide Modellvarianten<br />

einen effizienten elektrifizierten<br />

Antrieb mit uneingeschränkter Alltagsund<br />

Langstreckentauglichkeit verbinden;<br />

dank optionaler Anhängerkupplung lassen<br />

sie sich sogar als Zugfahrzeug einsetzen.<br />

Mehr Komfort bieten die Hybrid-Versionen<br />

des Niro mit der neuen Stop-and-Go-Funktion<br />

für die adaptive Geschwindigkeitsregelanlage.<br />

Sie übernimmt bei zähfließendem<br />

Verkehr das Bremsen und Anfahren.<br />

Der neue Stauassistent erkennt zudem<br />

die Fahrbahnmarkierungen und hält das<br />

Fahrzeug durch selbstständige Lenkein-<br />

100<br />

KIA


griffe in der Mitte der Fahrspur. Neu an<br />

Bord ist außerdem das Telematiksystem<br />

Uvo Connect, das Echtzeit-Informationen<br />

zu Verkehrslage, Wetter, Parkplätzen sowie<br />

zur Verfügbarkeit von Ladestationen<br />

liefert und über die dazugehörige App verschiedene<br />

Fernabfrage- und Fernbedienungsfunktionen<br />

bietet.<br />

Die sanfteste Form der Elektrifizierung haben<br />

die Koreaner ebenfalls im Programm:<br />

Das Kompakt-SUV Sportage ist in den<br />

beiden Dieselvarianten mit 1,6 und 2,0 Liter<br />

Hubraum mit einem 48-Volt-Mildhybrid-System<br />

erhältlich. Die sogenannte<br />

EcoDynamics+-Variante (750 Euro), lässt<br />

sich mit allen Getriebearten sowie mit<br />

Front- und Allradantrieb kombinieren und<br />

soll den Kraftstoffverbrauch um bis zu<br />

acht Prozent senken. Das System gewinnt<br />

die beim Bremsen freiwerdende Energie<br />

zurück und schaltet den Motor zum Beispiel<br />

beim Ausrollen und Bremsen ab, um<br />

Kraftstoff zu sparen.<br />

Weitere Mild- und Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge<br />

von Kia stehen bereits in den Startlöchern.<br />

Zunächst wird das 48-Volt-Mildhybrid-System<br />

für die gesamte Ceed-Familie<br />

als Option eingeführt. Anfang 2020 kommen<br />

dann der XCeed und der Ceed Sportswagon<br />

als Plug-in-Hybride nach Deutschland.<br />

E-Forum und<br />

Probefahrten<br />

Im Erdgeschoss seiner Europazentrale,<br />

die direkt neben dem Messegelände<br />

liegt, richtet Kia für die Dauer der<br />

<strong>IAA</strong> ein Forum für Elektromobilität<br />

ein. Hier gibt es detaillierte Informationen<br />

zu den Elektroautos e-Niro<br />

und e-Soul, die zudem für Probefahrten<br />

bereitstehen. Zugang zum<br />

E-Forum erhalten Messebesucher<br />

durch das Kia-eigene Tor hinter den<br />

Hallen 5 und 6.<br />

Auch die <strong>IAA</strong>-Neuheit XCeed kann auf<br />

der Messe bereits umfassend getestet<br />

werden. Gemeinsam mit weiteren<br />

Modellen wie Stinger, ProCeed und<br />

Sportage Mildhybrid steht der neue<br />

Crossover im Außenbereich F10<br />

für Probefahrten bereit. Zudem<br />

präsentiert Kia den XCeed in einem<br />

gläsernen Container direkt vor dem<br />

Haupteingang der Messe.<br />

MASSSTÄBE SETZEN DIE ELEKTROAUTOS ZUDEM MIT<br />

MARKENTYPISCH UMFASSENDEN GARANTIELEISTUNGEN<br />

KIA<br />

101


Externer Seitenairbag von ZF<br />

SCHUTZ VON AUSSEN<br />

ZF präsentiert das weltweit erste Pre-Crash-System mit externem Seitenairbag. Das System vergrößert<br />

die seitliche Knautschzone des Autos und hat das Potenzial, Menschenleben zu retten.<br />

Trotz Seitenaufprallschutz und Seitenairbags:<br />

Die Flanken bleiben bei einem Unfall<br />

eine Achillesferse des Automobils. Fast<br />

700 Menschen sterben laut Zulieferer ZF<br />

allein in Deutschland jedes Jahr bei einem<br />

Seitencrash – das entspricht einem Drittel<br />

der in Fahrzeugen getöteten Verkehrsopfer.<br />

Crashs mit Seitenaufprall gehören damit<br />

zu den gefährlichsten Arten von Verkehrsunfällen.<br />

Der Friedrichshafener Zulieferer will nun<br />

die Sicherheit der Insassen erhöhen – mit<br />

einem neuen, nach außen öffnenden Airbag<br />

in Verbindung mit einem präventiv<br />

arbeitenden Pre-Crash-System. Das Unternehmen<br />

will damit die Unfallfolgen für die<br />

Insassen um bis zu 40 Prozent mindern.<br />

Einen ersten Prototyp des neuen Systems<br />

hat ZF vor kurzem bei einem Crashtest<br />

vorgestellt.<br />

Der externe Airbag ist je nach Fahrzeug<br />

280 bis 400 Liter groß und damit fünf- bis<br />

achtmal so groß wie ein Fahrer-Airbag.<br />

Er ist im Seitenschweller versteckt, entfaltet<br />

sich beim Auslösen nach oben und<br />

bildet so eine zusätzliche Knautschzone<br />

im Bereich der Türen zwischen der A- und<br />

der C-Säule. Dadurch wird das Eindringen<br />

des Unfallgegners in die Karosserie um bis<br />

zu 30 Prozent reduziert und das Risiko<br />

schwerer Verletzungen insbesondere im<br />

Brustbereich deutlich verringert.<br />

Voraussetzung dafür, dass der externe<br />

Seitenairbag seine Wirkung zuverlässig<br />

und rechtzeitig entfalten kann, ist eine<br />

ebenso zuverlässig funktionierende Umfeldsensorik.<br />

Diese liefert mit Kamera, Radar<br />

und Lidar die nötigen Informationen<br />

über drohende Gefahren, die sich seitlich<br />

dem eigenen Fahrzeug nähern; Algorithmen<br />

rechnen aus, ob ein Zusammenstoß<br />

unmittelbar und unausweichlich bevorsteht<br />

und ob ein Aktivieren des Airbags<br />

erforderlich und sinnvoll ist. Falls ja, leitet<br />

das Steuergerät einen Impuls an die Gasgeneratoren<br />

zum Zünden des Airbags weiter.<br />

Für das alles hat das System nur 150 Millisekunden<br />

Zeit – nicht länger als den berühmten<br />

Wimpernschlag. Bei Kollisionen<br />

mit Fußgängern, Radfahrern oder Motorradfahrern<br />

löst das System nicht aus, um<br />

die anderen Verkehrsteilnehmer nicht zu<br />

gefährden. Auch bei Zusammenstößen<br />

im vorderen oder hinteren Seitenbereich<br />

bleibt der Airbag im Seitenschweller, da<br />

er keine schützende Wirkung entfalten<br />

würde.<br />

Noch befindet sich der externe Airbag in<br />

der Entwicklungsphase, vor allem die Rechentechnik<br />

nimmt noch zu viel Platz in<br />

Anspruch. Dies könnte sich mit der Weiterentwicklung<br />

hin zum autonomen Fahren<br />

ändern, denn dafür werden im Grunde die<br />

gleichen Sensoren und Systeme benötigt.<br />

Das Potenzial zur Reduzierung der Unfalltoten<br />

ist jedenfalls enorm.<br />

• Airbag steckt im Seitenschweller<br />

• komplexe Rechentechnik erforderlich<br />

• Unfallfolgen werden um bis zu 40 Prozent gemindert<br />

102<br />

ZF


ZF erforscht Reisekrankheit<br />

ENTSPANNT IN DEN URLAUB –<br />

UND INS AUTONOME ZEITALTER<br />

Das Autofahren wird immer komfortabler, aber ein Phänomen will einfach nicht verschwinden:<br />

die Reisekrankheit. Gemeinsam mit Neurotechnologen betreibt ZF nun Urachsenforschung und<br />

entwickelt Lösungen – auch mit Blick auf das autonome Fahren.<br />

Vor allem Kindern wird bei der Fahrt in den<br />

Urlaub oft übel, aber auch ältere Passagiere<br />

leiden häufig unter Schwindel oder<br />

Kopfschmerzen, gerade wenn sie hinten<br />

sitzen. Lesen oder nebenher arbeiten wird<br />

dann geradezu unmöglich, was insbesondere<br />

dann zum Ärgernis werden könnte,<br />

wenn sich eines Tages das vollautomatisierte<br />

Fahren durchsetzen sollte. Denn damit<br />

soll ja gerade den Menschen an Bord<br />

in eintönigen Verkehrssituationen die Freiheit<br />

gegeben werden, sich mit anderen<br />

Dingen als mit dem Steuern des Fahrzeugs<br />

zu beschäftigen. Blöd, wenn einem dann<br />

ständig schlecht wird.<br />

Verursacht wird die sogenannte Kinetose,<br />

die Übelkeit beim Reisen, durch eine Diskrepanz<br />

in der Wahrnehmung: Das Gleichgewichtsorgan<br />

im Innenohr fühlt eine Bewegung,<br />

die von anderen Sinnesorganen<br />

wie den Augen nicht bestätigt wird – zum<br />

Beispiel weil der Passagier konzentriert<br />

auf einen Bildschirm oder ein Buch blickt.<br />

Der menschliche Körper reagiert in dieser<br />

Situation ähnlich wie auf eine Vergiftung,<br />

wobei die Symptome von leichtem Unwohlsein<br />

bis hin zu starker Übelkeit reichen.<br />

Die Herausforderung: Unter welchen<br />

Umständen Passagieren beim Autofahren<br />

übel wird, ist höchst individuell.<br />

Um die Symptome bei gefährdeten Insassen<br />

frühzeitig zu erkennen und Gegenmaßnahmen<br />

zu ergreifen, hat ZF gemeinsam<br />

mit Neurotechnologen der Universität<br />

des Saarlandes untersucht, bei welchen<br />

körperlichen Eigenschaften die Reisekrankheit<br />

am häufigsten auftritt und welcher<br />

Zusammenhang zur Fahrdynamik des<br />

Fahrzeugs besteht.<br />

Sensoren im Innenraum und tragbare Sensoren<br />

überwachen die Versuchspersonen<br />

und messen eine Vielzahl von Werten –<br />

auch in Abhängigkeit vom jeweiligen Fahrverhalten.<br />

Im Rahmen der Studie konnte<br />

so bereits eine enorme Datenbasis erstellt<br />

werden, die zukünftig dabei helfen soll,<br />

sich auf wissenschaftliche Weise dem Phänomen<br />

Reisekrankheit zu nähern.<br />

Ziel ist es, schon früh zu erkennen, wenn<br />

beispielsweise dem Kind auf dem Rücksitz<br />

unwohl wird. Der Fahrer wird dann informiert<br />

und kann seine Fahrweise anpassen.<br />

Später können diese Informationen<br />

dann an die Steuerung des automatisierten<br />

Fahrzeugs gehen, das eine präventive<br />

Fahrweise erlernt, mit der schon im Ansatz<br />

verhindert wird, dass den Passagieren unwohl<br />

wird.<br />

ZF<br />

103


ZF Initiative<br />

MOBILITÄT UND LEBEN<br />

IM GLEICHGEWICHT<br />

ZF zeigt auf der <strong>IAA</strong> Lösungen für die nächste Generation der Mobilität.<br />

Dabei geht es nicht allein um neue Technologien für Antriebe und Fahrwerke,<br />

sondern auch um die Frage, wie Mobilität heute erlebt wird und<br />

wie man sie in Zukunft nutzerfreundlicher gestalten kann.<br />

104<br />

Das Versprechen individueller Mobilität<br />

und der damit verbundenen Freiheit gehört<br />

zu den Kernbotschaften der Automobilbranche<br />

und ihrer handelnden Akteure.<br />

Auch auf der <strong>IAA</strong> wird diese Botschaft verbreitet:<br />

zum Beispiel mit leistungsstarken<br />

Fahrzeugen, die in schön inszenierten<br />

Image-Filmen über einsame Gebirgsstraßen<br />

fahren. Mit der Realität auf unseren<br />

Straßen hat das allerdings schon lange<br />

nichts mehr zu tun. Dort dominieren allzu<br />

häufig Staus, Stress, Überforderung, Unfälle<br />

und Umweltbelastung das Geschehen.<br />

Wie sehr die versprochene und tatsächliche<br />

Mobilität aus dem Gleichgewicht geraten<br />

ist und wie technische Lösungen<br />

dazu beitragen können, diese Lücke in<br />

der Wahrnehmung zu schließen, darauf<br />

will der Zulieferer ZF mit seiner Initiative<br />

#MobilityLifeBalance aufmerksam machen.<br />

Sie zeigt auf, wie heutige und künftige<br />

Mobilitätsangebote optimiert werden und<br />

wie sie ineinander greifen können, um die<br />

Mobilität jedes Einzelnen zu verbessern.<br />

Während einerseits der Wunsch nach<br />

ständig verfügbarer, bezahlbarer, sauberer<br />

und sicherer Mobilität wächst, ist die<br />

Realität zunehmend von Staus, Emissionen<br />

und lückenhaften Angeboten geprägt.<br />

DAS VERSPRECHEN INDIVIDUELLER FREIHEIT HAT MIT<br />

DER REALITÄT AUF UNSEREN STRASSEN SCHON LANGE<br />

NICHTS MEHR ZU TUN<br />

ZF<br />

Wie sehr ihr eigenes Mobilitätsempfinden<br />

aus der Balance geraten ist, können<br />

Nutzer der Webseite (www.mobilitylife<br />

balance.com) zum Start beim Kurz-Check<br />

überprüfen: Nehmen sie ihre Mobilität im<br />

Alltag als unangenehm oder komfortabel<br />

wahr, als teuer oder günstig, als nachhaltig<br />

oder belastend?<br />

Bestandsaufnahmen und Auswege aus<br />

der Krise gibt es anschließend in Texten<br />

und Interviews, Bildern und Videos. Hier<br />

werden die Facetten heutiger Mobilität,<br />

ihre Probleme und Herausforderungen beleuchtet.<br />

Dabei geht es natürlich auch um<br />

Technologien des Friedrichshafener Zulieferers,<br />

aber nicht nur: Im Themenbereich<br />

Staus etwa kommt Verkehrs-Professor Michael<br />

Schreckenberg von der Universität<br />

Duisburg-Essen zu Wort, der menschliche<br />

Fahrfehler benennt, die zur Staubildung<br />

führen.<br />

ZF hat die Zeichen der Zeit erkannt: Wir<br />

brauchen nicht unbedingt mehr Fahrzeuge,<br />

sondern eher weniger, wenn wir unsere<br />

Mobilität erhalten wollen. Erforderlich<br />

ist daher ein Mix verschiedener Verkehrsmittel,<br />

die perfekt aufeinander abgestimmt<br />

sind. Dazu gehört selbstverständlich<br />

auch der Ausbau des öffentlichen<br />

Nahverkehrs, mehr Fläche und Vorfahrt<br />

für das Fahrrad, der vieldiskutierte E-Scooter<br />

– und das automatisierte Fahren kann<br />

ebenfalls helfen. Wenngleich Verkehrsexperte<br />

Schreckenberg mahnt, zunächst keine<br />

Wunderdinge zu erwarten, könnten<br />

autonome Bus-Shuttles und Robo-Taxis<br />

die Verkehrsflut in den Städten senken.<br />

So wird eine Studie der Beratungsfirma<br />

Berryls Strategy Advisors zitiert, wonach<br />

in München 18.000 elektrische Roboter-


Taxis 200.000 private Pkw ersetzen und<br />

damit praktisch den gesamten Innenstadtverkehr<br />

abdecken könnten.<br />

Automatisierte Fahrtechnologien können<br />

auch dazu beitragen, die Folgen der weiter<br />

rapide wachsenden Zahl von Paketzustellfahrten<br />

abzufangen. Ein von ZF entwickeltes<br />

Forschungsfahrzeug, der sogenannte<br />

Innovation Van, plant die günstigste<br />

und effizienteste Route selbst, berücksichtigt<br />

dabei kurzfristig eingegangene<br />

Kundenwünsche und steuert selbsttätig<br />

durch den Stadtverkehr. Ist am Zielort kein<br />

Parkplatz frei, setzt er den Paketboten ab,<br />

damit dieser die Lieferung zustellen kann,<br />

und sucht sich selbst eine geeignete Haltemöglichkeit.<br />

trotzdem bezahlbar bleiben. Ein Glossar<br />

der neuen Mobilität klärt in diesem Zusammenhang<br />

über Begriffe wie „Ride-<br />

Hailing“ und „Car-to-X“ auf. Aber auch<br />

klassische ZF-Themen werden vorgestellt.<br />

Es geht um moderne Fahrwerkstechnik,<br />

die die Passagiere von äußeren Einflüssen<br />

wie Schlaglöchern und Bodenwellen komplett<br />

entkoppeln kann, den zusammen mit<br />

der Aachener e.GO Mobile AG entwickelten<br />

elektrischen Kleinbus e.GO Mover oder<br />

Sicherheitssysteme, die Lkw-Unfälle mit<br />

Radfahrern verhindern und den Insassenschutz<br />

bei Seitencrashs verbessern.<br />

Weitere Informationen zur Initiative unter<br />

www.mobilitylifebalance.com und unter<br />

dem Hashtag #MobilityLifeBalance in den<br />

sozialen Medien.<br />

DIE INITIATIVE ZEIGT AUF, WIE MOBILITÄTSANGEBOTE<br />

INEINANDER GREIFEN, UM DIE PERSÖNLICHE MOBILI-<br />

TÄT JEDES EINZELNEN ZU VERBESSERN<br />

In weiteren Themenbereichen beschäftigt<br />

sich die Initiative des Zulieferers beispielsweise<br />

mit der Überforderung, die<br />

viele Verkehrsteilnehmer angesichts der<br />

Verkehrsflut, aber auch der zunehmenden<br />

Komplexität moderner Fahrzeuge empfinden,<br />

mit Reisestress und -krankheit<br />

und mit der Frage, wie sich verschiedene<br />

Transportformen bequem und pünktlich<br />

miteinander kombinieren lassen und<br />

ZF<br />

105


31.130<br />

… Euro kostete im Jahr 2018 durchschnittlich<br />

ein neuer Pkw in Deutschland. Im Jahr zuvor<br />

waren es 30.350 Euro. 2008 musste man für<br />

einen Neuwagen im Schnitt 25.990 Euro investieren,<br />

hat das Analyse-Institut Statista berechnet.<br />

106<br />

MELDUNGEN Was geht ab?<br />

WAS PASSIERT DANACH?<br />

Wer in einen Unfall verwickelt ist oder Zeuge eines<br />

Unfalls wird, leidet oftmals unter psychischen<br />

Folgen. Wie findet man zum Beispiel schnell Hilfe,<br />

wenn man nachts nicht mehr schlafen kann? Hier<br />

kommt die neue Internetseite „hilfefinder.de“<br />

ins Spiel. Das von der Bundesanstalt für Straßenwesen<br />

(BASt) in Zusammenarbeit mit dem<br />

Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) und der<br />

Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland (VOD)<br />

entwickelte Internetportal ermöglicht das schnelle<br />

Auffinden von professionellen Hilfsangeboten und<br />

Kontaktadressen für eine erste Unterstützung.<br />

Zudem lässt sich anhand eines Trauma-Checks<br />

prüfen, ob man in Folge eines Unfalls psychische<br />

Belastungssymptome aufweist.<br />

WAS SOLL´S DENN SEIN?<br />

SUV, Kleinwagen, Cabrio oder doch lieber einen Kombi? Deutsche<br />

Autofahrer haben eine recht klare Präferenz, wenn es um ihre<br />

Lieblingskarosserieform geht. Das hat eine Umfrage des Mineralölkonzerns<br />

Aral unter angehenden Autokäufern ergeben. Der<br />

Liebling ist – wenn auch ganz knapp – der Kombi. 23 Prozent der<br />

Befragten nannten den klassischen Lademeister als Favoriten.<br />

Knapp dahinter landete das SUV mit 22 Prozent. Erst auf Platz<br />

drei rangiert mit 20 Prozent die Limousine.<br />

WAS BRINGT DIE ZUKUNFT?<br />

Head-up-Displays, also Systeme, die fahrerrelevante Informationen<br />

in die Windschutzscheibe oder in einer davor platzierten<br />

Plexiglasscheibe projizieren, sind praktisch. Und ihre Entwicklung<br />

geht weiter. Jaguar Land Rover arbeitet an Head-up-Displays mit<br />

3D-Technik. Die Tiefenwirkung soll vor allem die Reaktionszeit des<br />

Fahrers auf Warnhinweise verkürzen helfen. Die Informationen<br />

der Assistenzsysteme sowie von Navigation und Infotainment<br />

erscheinen virtuell auf der vorausliegenden Fahrbahn. So entsteht<br />

ein reales Bild im Blickfeld des Fahrers mit Hinweisen und<br />

Orientierungshilfen. Zudem soll die 3D-Technik künftig auch zum<br />

Betrachten von dreidimensionalen Videos im freien Raum genutzt<br />

werden.


WAS KOMMUNIZIERT DENN IM MOTOR?<br />

Moderne Autos sind und werden immer „intelligenter“. Dass auch Motorenteile schlau<br />

werden können, muss sich dagegen noch herumsprechen. Kolbenspezialist Mahle hat<br />

Sensoren entwickelt, die den Zustand der beweglichen Teile eines Motors in Echtzeit<br />

melden. Temperatur und Druckverhältnissen in Kolben, Ventilen oder Gleitlagern<br />

werden analysiert, drohende Schäden und Überlastungen sollen damit frühzeitig<br />

erkannt werden. Zudem könnten die Betriebsgrenzen der Bauteile im realen Betrieb<br />

präziser bestimmt und der Motor ausfallsicher an seinen Grenzen betrieben werden.<br />

Dadurch soll auch der Wirkungsgrad steigen. Die Energieversorgung der Sensoren<br />

erfolgt über die Bewegung der Motorkomponenten, die Datenübertragung kabellos. Aktuell<br />

setzt Mahle die Sensoren noch in der Entwicklung ein. Künftig sollen sie in Serienmotoren zum Einsatz kommen.<br />

WAS HILFT GEGEN ÜBELKEIT?<br />

Wenn es von hinten oder von der Seite tönt: „Mir ist schlecht!“, ist<br />

es meistens schon zu spät. Mit Glück kann der Fahrer noch anhalten,<br />

bevor die Übelkeit sich ihren Weg aus dem Körper bahnt. Wie<br />

lassen sich solche unschönen Szenarien vermeiden? Zum Beispiel<br />

mit Autositzen. Diesen Ansatz verfolgt zumindest der Automobilzulieferer<br />

Faurecia, der nun eine neuartige Armlehne vorgestellt<br />

hat, die dem Lesen während der Fahrt seine Unverträglichkeit<br />

nehmen soll. Die faltbare Armstütze wird auf dem Schoß platziert<br />

und stützt die Arme vor dem Körper ab. Sie hält sie außerdem<br />

so hoch, dass Hände und Gesicht in etwa auf einer Linie liegen.<br />

Wenn der Insasse nun liest oder auf das Handy schaut, registriert<br />

das Gehirn kein Missverhältnis mehr zwischen Bewegungs- und<br />

Sichtachse – die übliche Übelkeit bleibt aus. Bei Nichtgebrauch<br />

kann die Stütze zusammengefaltet und in der Türverkleidung<br />

verstaut werden. Alternativ lässt sie sich als Tablet-Tasche nutzen.<br />

107<br />

MELDUNGEN Was geht ab?<br />

WAS TANKEN?<br />

„Pecunia non olet“ oder „Geld stinkt nicht“, befand schon der<br />

römische Kaiser Vespasian (9 bis 79 n. Chr.) und erhob eine Steuer<br />

auf die Benutzung öffentlicher Toiletten. Erdgas riecht auch nicht,<br />

auch wenn es aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt wird.<br />

Seat geht nun einen Schritt weiter und setzt testweise Biomethan<br />

aus organischen Abfällen ein. Hergestellt wird das Designer-Erdgas<br />

im Ecoparc 2 in Barcelona, wo aus dem Biomüll brauner Tonnen<br />

und den geeigneten Stoffen aus dem Hausmüll Biogas hergestellt<br />

wird, das anschließend zu Kraftstoff raffiniert wird. Aktuell<br />

werden vier Seat-Erdgasautos mit dem synthetischen Methan<br />

betrieben, nach einer Fahrleistung von jeweils 30.000 Kilometern<br />

sollen die Auswirkungen auf die Motoren untersucht werden.<br />

30.451.268<br />

… Fahrzeuge mit einem Benzinmotor waren<br />

2018 in Deutschland angemeldet. Insgesamt<br />

15.225.296 Einheiten zählte das KBA bei Fahrzeugen<br />

mit Dieselantrieb. Auf dem dritten Rang<br />

folgen mit weitem Abstand 421.283 Fahrzeuge,<br />

die mit Flüssiggas betrieben werden.


Verbrennungsmotoren<br />

Benziner und Diesel sind alles andere als tot.<br />

Vielmehr bereiten sie sich sehr lebendig auf eine<br />

saubere Zukunft vor.<br />

ALLES IST ELEKTRISCH? NICHT GANZ. Noch werden über 90 Prozent<br />

aller Neuwagen von einem Diesel oder Benziner angetrieben. Und auch für das kommende Jahrzehnt<br />

gehen Experten davon aus, dass weit mehr als die Hälfte aller in Deutschland verkauften Pkw einen<br />

Verbrennungsmotor an Bord haben wird. Die über 100 Jahre alte Technik ist also noch längst nicht<br />

tot. Sie wird und muss sich allerdings wandeln.<br />

Dass es für den Verbrenner noch etliche Jahre weitergeht, ist unumstritten. Wie lange er die dominierende<br />

Antriebsform bleibt – da gehen die Meinungen jedoch auseinander. Zuletzt hatten der<br />

Mineralölkonzern Aral und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) prognostiziert,<br />

selbst noch in 20 Jahren bliebe er im Straßenverkehr der Standard. Andere Branchenexperten und<br />

auch viele Fahrzeughersteller sind pessimistischer, was die Überlebenschancen angeht, rechnen schon<br />

für 2030 mit einer klaren Dominanz des E-Antriebs, zumindest bei den Neuzulassungen. So uneinig<br />

man sich im Detail auch ist: Von heute auf morgen wird der Verbrenner aus den Autohäusern<br />

und Zulassungsstatistiken auf jeden Fall nicht verschwinden. Und auch nicht aus den<br />

Ausstellungshallen der großen Automessen, wie nun auch die <strong>IAA</strong> wieder zeigt.<br />

Unumstritten ist aber, dass sich der Verbrenner weiter fortentwickeln muss.<br />

Das Stichwort hier: Elektrifizierung. In Form des Hybridantriebs ist das Prinzip<br />

schon seit Jahrzehnten bekannt – und hat sich zuletzt auch in Deutschland immer<br />

mehr durchgesetzt. Während die konventionelle Form der Doppelmotortechnik<br />

vor allem bei den asiatischen Marken populär ist, setzen die heimischen Hersteller<br />

auf die Sonderform des Plug-in-Hybridantriebs. Dank einer von außen aufladbaren<br />

Batterie können solche Fahrzeuge nennenswerte Strecken rein elektrisch zurücklegen, so dass<br />

im Idealfall selten mit dem Verbrenner gefahren wird.<br />

108<br />

VERBRENNUNGSMOTOREN


DIE BANDBREITE AN ELEKTRI-<br />

FIZIERUNGS-MÖGLICHKEITEN<br />

IST GROSS<br />

48 Volt Mildhybrid<br />

VON HEUTE AUF MORGEN WIRD DER<br />

VERBRENNER NICHT VERSCHWINDEN<br />

Das Problem der beiden bekanntesten Hybrid-Ansätze: Zwei parallele Antriebe, Hochvolt-Komponenten<br />

und elektrische Absicherung machen die Autos vergleichsweise teuer. Vor allem für die kleineren<br />

und preissensibleren Fahrzeugklassen gibt es daher günstigere Alternativ-Techniken. Allen voran<br />

der Mildhybrid auf 48-Volt-Technik, der ab sofort wohl im Großteil neu auf den Markt kommender<br />

Modelle angeboten wird. Bei diesem Ansatz wird der Elektromotor nicht mit mehreren Hundert,<br />

sondern lediglich mit 48 Volt Spannung betrieben, was aufwendige Schutzmaßnahmen überflüssig<br />

macht. Anders als bei anderen Hybriden ist zudem keine große Zusatzbatterie nötig, was die Kosten<br />

niedrig hält. Im Gegenzug ist der E-Motor natürlich weniger leistungsfähig, kann das Auto kaum<br />

allein bewegen. Stattdessen hilft er beim Anfahren oder beim Beschleunigen - und spart auf diesem<br />

Wege Sprit. Gleichzeitig kann die E-Technik auch für die Performance-Verbesserung genutzt werden,<br />

indem sie Turbolöcher schließt und Anfahrschwächen kaschiert, was wiederum kleinere Hubräume<br />

und somit effizientere Motoren erlauben würde.<br />

Es geht aber noch günstiger als mit 48 Volt. Denn ein prinzipiell ähnlicher, wenn auch deutlich<br />

schwächerer Effekt lässt sich auch mit der sowieso vorhandenen 12-Volt-Bordtechnik erreichen.<br />

Die Bandbreite an Elektrifizierungs-Möglichkeiten ist also groß, sie sind sowohl für große SUV und<br />

Sportwagen als auch für Klein- und Kleinstwagen verfügbar. Ohne zumindest eine dieser Formen<br />

wird künftig wohl keine Pkw-Baureihe auf dem deutschen Markt mehr angeboten werden.<br />

VERBRENNUNGSMOTOREN<br />

109


ABGASREINIGUNGS-<br />

SYSTEME MACHEN<br />

DEN SELBSTZÜNDER<br />

TEUER<br />

Dass die Elektrifizierung quasi unausweichlich ist, liegt auch<br />

an der Schwäche des Dieselmotors. Seit dem Abgas-Skandal<br />

hat sich sein Neuzulassungsanteil in Deutschland von<br />

einst rund 50 Prozent auf nur noch gut ein Drittel reduziert.<br />

Das liegt nicht nur an möglicherweise geschwundenem<br />

Vertrauen in die Technik, sondern auch an den<br />

gestiegenen Kosten. Denn die nun auch tatsächlich funktionierenden<br />

Abgasreinigungssysteme machen<br />

den Selbstzünder teuer – zu teuer für die<br />

meisten Kunden in den kleinen Segmenten.<br />

Viele Hersteller bieten in den Kleinwagenklassen<br />

und sogar im Kompaktsegment<br />

daher bereits keine Dieselvarianten<br />

mehr an. So zieht sich die Technik zunehmend<br />

in ihr eigentliches Marktsegment zurück: in das der<br />

schnellen Langstreckenautos und schweren SUV. Dort überwiegen<br />

die Spritsparvorteile im Betrieb die höheren Anschaffungskosten<br />

noch. Ob das langfristig so bleibt, hängt aber auch davon ab, ob die<br />

Vorteile bei Kfz- und Mineralölsteuer politisch weiterhin gewollt sind.<br />

Zumindest international scheint die langfristige Zukunft des Diesels vor<br />

diesem Hintergrund eher fraglich.<br />

WER HEUTE EIN AUTO MIT VERBRENNUNGS-<br />

MOTOR KAUFT, MACHT KEINEN FEHLER<br />

Langfristig könnte aber ein anderer Ansatz die Zukunft des Verbrennungsmotors sichern: die<br />

sogenannten E-Fuels. Wie schon ihre technologischen Vorgänger, die Bio-Kraftstoffe der ersten<br />

und zweiten Generation, verbrennen sie zwar nicht schadstofffrei, aber immerhin CO 2-neutral.<br />

Denn freigesetzt wird nur das Kohlendioxid, das zuvor bei der Herstellung gebunden wurde. Die<br />

für die Produktion nötige Energie kommt idealerweise aus Wind- oder Solarkraft.<br />

Prognose der Anteile der Antriebsarten an der weltweiten Produktion von<br />

Automobilen in den Jahren 2020 bis 2030<br />

Batterieelektro (BEV)<br />

Pug-in-Hybrid (PHEG)<br />

Hybridelektro<br />

Mildhybrid<br />

Diesel<br />

Anteil an der Produktion in %<br />

100%<br />

75%<br />

50%<br />

25<br />

3<br />

14<br />

78<br />

4<br />

7<br />

8<br />

10<br />

70<br />

6 7<br />

8 9<br />

8<br />

10<br />

9<br />

8<br />

67 64<br />

8 10 12<br />

4 5<br />

10<br />

11 12<br />

11<br />

12<br />

7<br />

13<br />

6<br />

6<br />

61 57<br />

53<br />

14<br />

6<br />

13<br />

15<br />

5<br />

47<br />

Benzin<br />

0%<br />

2020<br />

2024<br />

2025<br />

2026<br />

2027<br />

2028<br />

2029<br />

2030<br />

Quelle: BCG © Statista 2018<br />

110<br />

VERBRENNUNGSMOTOREN


Ergebnis ist ein Flüssigkraftstoff, der in fast allen aktuellen Verbrennungsmotoren<br />

eingesetzt werden könnte. Und auch neue Infrastruktur bräuchte es keine, denn<br />

verkauft würde der Designersprit an der bekannten Tankstelle. Vor allem Elektroauto-Kritiker<br />

propagieren den synthetischen Öko-Kraftstoff, würde er doch nicht<br />

zuletzt auch ein „Weiter-so“ in allen Mobilitäts-Bereichen ermöglichen. Viele Experten<br />

sehen darin aber auch ein Problem: Denn zumindest in den immer weiterwachsenden<br />

Großstädten der Welt ist das aktuelle Verkehrssystem auf Verbrennungsmotorbasis<br />

an eine Leistungsgrenze geraten. Ein Festhalten an der Technik könnte für<br />

die deutsche Industrie langfristig nicht die Festigung der eigenen Stärken, sondern<br />

vielmehr einen Wettbewerbsnachteil bedeuten. Dazu kommt: Zumindest mittelfristig<br />

sind saubere E-Fuels nicht in ausreichender Menge verfügbar – und dazu noch<br />

extrem teuer.<br />

E-FUELS KÖNNTEN DIE ZUKUNFT DES<br />

VERBRENNUNGSMOTORS SICHERN<br />

Wie auch immer es mit den Antriebstechniken im Straßenverkehr weiter<br />

geht: Wer heute ein Auto mit Verbrennungsmotor kauft, macht keinen<br />

Fehler. Ob der übernächste Neuwagen dann vielleicht elektrisch fährt? Das<br />

bleibt abzuwarten.<br />

VERBRENNUNGSMOTOREN<br />

111


Volkswagen T-Roc Cabriolet<br />

Trendsetter<br />

aus Osnabrück<br />

Weltpremiere auf der <strong>IAA</strong>: Mit dem T-Roc Cabriolet bringt VW den ersten offenen<br />

Crossover ins Segment der Kompakt-SUV. Gebaut am traditionsreichen ehemaligen<br />

Karmann-Standort, verbindet das neue Modell Sitzposition und Funktionalität eines SUV<br />

mit dem Frischluft-Fahrspaß eines klassischen Cabrios mit Stoffverdeck. Marktstart<br />

ist im Frühjahr 2020.<br />

112<br />

VOLKSWAGEN


• erstes Cabrio im Kompakt-SUV-Segment<br />

• vollautomatisches Stoffverdeck<br />

• zwei Motoren, zwei Ausstattungen<br />

VOLKSWAGEN<br />

113


114<br />

Der VW T-Roc ist das erfolgreichste SUV<br />

Deutschlands – zumindest in der Definition<br />

des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA), das den<br />

noch populäreren großen Bruder Tiguan<br />

dem Segment der Geländewagen zuschreibt.<br />

Hinter Tiguan und dem im November 2017<br />

eingeführten T-Roc, auf den in den ersten<br />

sieben Monaten des Jahres knapp 37.000<br />

Einheiten entfielen, kommt jedenfalls lange<br />

nichts, was mal wieder die Theorie bestätigt,<br />

dass die Wolfsburger in fast allen Fahrzeugklassen<br />

machen können, was sie wollen:<br />

Beim Autogeschmack der Deutschen treffen<br />

sie meist den Nagel auf den Kopf.<br />

OPTIONAL GIBT ES DAS CABRIO SOGAR MIT<br />

ANHÄNGERKUPPLUNG<br />

VOLKSWAGEN<br />

Oft liegt das auch daran, dass sie beim Design<br />

auf Nummer sicher gehen und sich das<br />

Entstehen neuer Segmente erst geduldig ansehen,<br />

ehe sie mit einem eigenen Beitrag<br />

auf den fahrenden Zug springen – um dann<br />

dessen Führung zu übernehmen. Beim neuen<br />

T-Roc Cabriolet ist das anders: Diesmal<br />

will VW den Trend setzen und verbindet<br />

die Optik und funktionalen Eigenschaften<br />

eines SUV mit dem emotionalen Fahrgefühl<br />

eines Cabriolets. Angesichts des in den<br />

letzten Jahren unterhalb der Mittelklasse<br />

ausgedünnten Carbiosegments ist das eine<br />

durchaus mutige Entscheidung.<br />

Gebaut wird der oben offene T-Roc am<br />

früheren, 2009 von VW übernommenen<br />

Karmann-Standort in Osnabrück, wo früher<br />

bereits die Cabrio-Versionen von Käfer<br />

und Golf vom Band liefen. Die besaßen<br />

natürlich ein Stoffverdeck – und auch beim<br />

T-Roc Cabrio faltet sich nicht etwa eine<br />

Stahlkonstruktion auf umständliche Weise<br />

ins Gepäckabteil, sondern ein gepolstertes<br />

Softtop. Aufwendig konstruiert ist es natürlich<br />

dennoch: Ziel war es, ein Aufblähen<br />

des Dachs bei höherem Tempo zu verhindern<br />

und damit Windschnittigkeit und Geräuschkomfort<br />

unter allen Bedingungen<br />

sicherzustellen.<br />

Geöffnet und geschlossen wird das Stoffdach<br />

vollautomatisch per Elektrohydraulik innerhalb<br />

von neun Sekunden; die Bedienung<br />

erfolgt über einen Schalter in der Mittelkonsole<br />

oder von außen mit dem Funkschlüssel.


ALS LIFESTYLE-CROSSOVER KANN<br />

DAS T-ROC CABRIO AUF EIN ALL-<br />

RADSYSTEM GETROST VERZICHTEN<br />

Unterwegs sind plötzliche Regengüsse kein<br />

Problem: Auch während der Fahrt lässt sich<br />

das Verdeck bei bis zu 30 km/h schließen und<br />

nach überstandenem Schauer auch wieder<br />

öffnen.<br />

Mit dem geschlossenen T-Roc teilt sich das 3<br />

Zentimeter längere Cabriolet (4,27 Meter) die<br />

konstruktive Basis des Modularen Querbaukastens<br />

(MQB), der die Voraussetzungen für die<br />

flexiblen Abmessungen sowie den kraftvollen<br />

und emotionalen Stil des Zweitürers schafft.<br />

Im markentypisch eingerichteten, wahlweise<br />

farbenfroh gestalteten Innenraum finden<br />

die Passagiere dank der erhöhten Sitzposition<br />

und des längeren Radstands (plus vier Zentimeter<br />

auf 2,63 Meter) bequeme Platzverhältnisse<br />

vor, wenngleich es im Fond naturgemäß<br />

etwas enger wird. Dass das Cabrio etwas flacher<br />

baut als der geschlossene T-Roc, tut wiederum<br />

seiner sportlichen Linie gut. Und dass<br />

in das Gepäckabteil wegen des im Heck verstauten<br />

Stoffdachs nur 284 Liter Volumen statt<br />

445 Liter wie beim normalen T-Roc passen,<br />

dafür hat VW eine ebenso pragmatische wie<br />

SUV-typisch funktionale Lösung: eine optionale<br />

Anhängerkupplung.<br />

VOLKSWAGEN<br />

115


DIESES MAL SETZT<br />

VOLKSWAGEN DEN<br />

TREND<br />

Für zusätzliche Sicherheit der Passagiere<br />

sorgen die hinter den Rücksitzen ausfahrbaren<br />

Überrollbügel, die in Sekundenbruchteilen<br />

nach oben schnellen, sobald<br />

bestimmte Grenzwerte bei der Querbeschleunigung<br />

oder Fahrzeugneigung überschritten<br />

werden. Zusätzliche Steifigkeit<br />

und Crash-Sicherheit liefern der verstärkte<br />

Frontscheibenrahmen und weitere Strukturmodifikationen<br />

etwa im Unterboden sowie<br />

in den Seitenteilen, Querträgern und Türen.<br />

Frontantrieb ist Standard: Als Lifestyle-<br />

Crossover kann das T-Roc Cabrio auf ein<br />

Allradsystem getrost verzichten, auf lebhafte<br />

Motoren jedoch nicht. Zum Marktstart im<br />

kommenden Frühjahr stehen zwei TSI-Benziner<br />

mit Turboaufladung zur Auswahl: ein<br />

1,0-Liter-Dreizylinder mit 85 kW/115 PS<br />

und 200 Nm Drehmoment und ein 1,5-Liter-Vierzylinder<br />

mit 110 kW/150 PS und<br />

250 Nm Drehmoment. Geschaltet wird<br />

per Hand über ein Sechsgang-Getriebe, für<br />

den stärkeren Motor ist zudem ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe<br />

erhältlich.<br />

Bei den Ausstattungen hat der Kunde die<br />

Wahl zwischen der designorientierten Version<br />

„Style“ und der sportlichen „R-Line“.<br />

Bei „Style“ lässt sich das Interieur in vier<br />

verschiedenen Dekorvarianten ausführen,<br />

eine Ambientebeleuchtung ist ebenso serienmäßig<br />

wie das Infotainment-System<br />

„Composition“ inklusive USB- und Bluetooth-Schnittstelle,<br />

Lederpakete in zwei Farbvarianten<br />

sind optional verfügbar. Außen<br />

unterstreichen 17-Zoll-Leichtmetallräder<br />

mit lackierter Oberfläche den individuellen<br />

Charakter.<br />

Auf Sportlichkeit getrimmt ist die Variante<br />

„R-Line“ mit straffer abgestimmtem Fahrwerk,<br />

Progressivlenkung mit geschwindigkeitsabhängiger<br />

Lenkungsregelung, Sportsitzen<br />

mit integrierten Kopfstützen und<br />

Sitzbezügen in Stoff-/Kunstlederkombination.<br />

Die sportliche Optik wird zusätzlich<br />

betont durch die Nebelscheinwerfer und die<br />

Bestandteile der R-Line Exterieur- und Interieur-Pakete,<br />

die beim T-Roc optional angeboten<br />

werden und im Cabrio in der R-Line<br />

DIE „R-LINE“-VARIANTE KOMMT<br />

MIT STRAFFER ABGESTIMMTEM<br />

FAHRWERK<br />

116<br />

VOLKSWAGEN


Version serienmäßig enthalten sind. Für<br />

zusätzlichen Komfort sorgt eine elektrisch<br />

verstellbare Lendenwirbelstütze.<br />

In allen Modellversionen an Bord sind unter<br />

anderem der „Front Assist“ mit City-Notbremsfunktion<br />

und Fußgängererkennung,<br />

die Multikollisionsbremse und der Spurhalteassistent<br />

„Lane Assist“.<br />

Natürlich erfüllt das neue Cabrio auch die<br />

neuesten Standards in Sachen Vernetzung<br />

und Digitalisierung. Die optionalen Infotainment-Systeme<br />

entstammen der jüngsten<br />

Generation, verbinden die Insassen mit<br />

der Online-Welt und holen neue vernetzte<br />

Services ins Auto. Angezeigt werden die Informationen<br />

auf dem bis zu 8,0 Zoll großen<br />

Bildschirm des Infotainment-Systems. Im<br />

Verbindung mit dem Active Info Display mit<br />

11,7 Zoll großem Bildschirm entsteht eine<br />

komplett digitale Cockpit-Landschaft. Den<br />

passenden Sound fürs Offenfahren liefert das<br />

optionale Zwölf-Kanal-Audiosystem mit 400<br />

Watt Systemleistung.<br />

VOLKSWAGEN<br />

117


Škoda Superb<br />

Neues Make-up,<br />

neue Technik<br />

Škoda hat sein Flaggschiff Superb gründlich überarbeitet. Neues Make-up wurde nur behutsam<br />

aufgetragen, sehr viel mehr hat sich dagegen bei der Technik getan: So gibt es unter anderem<br />

Matrix-Licht und viel mehr Assistenten. Und auch ein neuer Diesel ist im Programm.<br />

• Limousine und Kombi überarbeitet<br />

• neuer 2,0-Liter-Diesel<br />

• digitale Instrumente und neue<br />

Assistenzsysteme<br />

118<br />

ŠKODA


FACELIFT FÜRS FLAGGSCHIFF: DER ŠKODA SUPERB<br />

TRITT AB SOFORT OPTISCH BEHUTSAM MODERNISIERT<br />

UND MIT NEUEN TECHNIK-EXTRAS AN<br />

Facelift fürs Flaggschiff: Der als Limousine und Kombi<br />

erhältliche Škoda Superb tritt ab sofort optisch behutsam<br />

modernisiert und mit neuen Technik-Extras an, seine<br />

Erfolgsgeschichte fortzuschreiben. Seit dem Start der<br />

Baureihe im Jahr 2001 hat Škoda mehr als 1,2 Millionen<br />

Einheiten des Mittelklässlers verkauft, davon gehen allein<br />

mehr als 500.000 auf das Konto der jetzt überarbeiteten<br />

dritten Generation.<br />

Die äußeren Modifikationen am mindestens 28.850 Euro<br />

teuren Superb betreffen leichte Retuschen an Front und<br />

Heck und dürften nur dem Kenner ins Auge fallen. Der<br />

Kühlergrill ist gewachsen, die Doppelrippen ragen weiter<br />

nach unten, links und rechts flankieren ihn neue, breitere<br />

Scheinwerfer. Diese leuchten fortan immer mit LED-Technik<br />

durch die Nacht; auf Wunsch und für rund 1.800 Euro<br />

extra stehen erstmals in einem Škoda auch LED-Matrix-<br />

Lichter zur Wahl, die die Straße maximal ausleuchten,<br />

ohne den Gegenverkehr zu blenden. Auf LED-Technik<br />

setzen die Ingenieure auch am Heck, außerdem prangt<br />

hier nun auch beim Superb der ausgeschriebene, markante<br />

Škoda-Schriftzug. Für die Top-Version Laurin & Klement<br />

ist außerdem ein wenig Chromzierrat vorgesehen.<br />

Im Innenraum fallen als erstes die digitalen Instrumente<br />

mit diversen Anzeigeoptionen im 10,25-Zoll-Format auf,<br />

die allerdings nicht serienmäßig an Bord sind, sondern<br />

für knapp 400 Euro in der Optionsliste stehen. Zentral<br />

ŠKODA<br />

119


in der Mittelkonsole ist das 8-Zoll-Display<br />

des Basis-Infotainmentsystems platziert, die<br />

Top-Version mit 9,2 Zoll großem Touchscreen<br />

lässt sich per Gestensteuerung bedienen<br />

und ist auf Wunsch immer online. Das<br />

Smartphone kann in einer Phone-Box vor<br />

dem Schalthebel induktiv geladen werden,<br />

alternativ stehen mehrere USB-Anschlüsse<br />

und eine 230-Volt-Steckdose bereit.<br />

DER 2.0 TDI ENTSTAMMT EINER KOMPLETT NEUEN<br />

MOTORENGENERATION<br />

Auch bei den Fahrerassistenzsystemen haben<br />

die Tschechen nachgelegt: Wie bei seinem<br />

VW-Bruder Passat reagiert die Geschwindigkeitsregelanlage<br />

im Superb nun<br />

auf Verkehrszeichen und passt die Geschwindigkeit<br />

automatisch an das erlaubte<br />

Limit an. Auch die Spur hält er von alleine<br />

– wenngleich man natürlich die Hände am<br />

Lenkrad behalten muss. Sollte der Fahrer<br />

zum Beispiel aufgrund gesundheitlicher<br />

Probleme tatsächlich nicht mehr in der Lage<br />

sein, die Kontrolle über das Fahrzeug zu<br />

übernehmen, leitet der Superb automatisch<br />

eine Notbremsung am Fahrbahnrand ein.<br />

(Verfügbar ab Mitte 2020). Zudem verfügt<br />

das Standard-Notbremssystem jetzt über<br />

eine Fußgängererkennung.<br />

Unter der Haube stehen zukünftig nicht weniger<br />

als 9 Motor-Antriebs-Kombinationen<br />

bereit. Den Einstieg markiert ein 1,5-Liter-<br />

Benziner mit 110 kW/150 PS. Der gleichstarke<br />

2.0 TDI entwickelt zwar genauso viel<br />

Leistung wie sein Vorgänger, entstammt aber<br />

einer komplett neuen Motorengeneration<br />

– unter anderem wurden Kurbeltrieb, Abgasführung,<br />

Turbosystem, Einspritzanlage<br />

und Thermomanagement überarbeitet.<br />

Das alles soll sich positiv auf den Verbrauch<br />

auswirken, genaue Messwerte liegen aber<br />

noch nicht vor. Je nach Getriebe schickt der<br />

Vierzylinder 340 Nm (Sechsgang-Schaltgetriebe)<br />

bzw. 360 Nm Drehmoment (Siebenstufen-Doppelkupplungsgetriebe)<br />

an<br />

die Räder.<br />

Auch in den übrigen Motorisierungen ist<br />

das Siebengang-DSG zumindest optional,<br />

wenn nicht sogar serienmäßig an Bord. Das<br />

Leistungsspektrum reicht bis 200 kW/272 PS<br />

120<br />

ŠKODA


im 2.0 TSI mit Allradantrieb, der stärkste<br />

Diesel mit 140 kW/190 PS hat den 4x4-Antrieb<br />

optional. Zum Jahreswechsel startet<br />

der Superb außerdem ins Zeitalter der<br />

Elektrifizierung: In der Modellvariante iV<br />

kommt in Limousine und Kombi erstmals<br />

ein Plug-in-Hybridantrieb zum Einsatz, der<br />

eine Systemleistung von 160 kW/218 PS entwickelt<br />

und bis zu 55 Kilometer rein elektrisch<br />

zurücklegen soll.<br />

Das von Natur aus komfortable Fahrverhalten<br />

lässt sich auf Wunsch in die eine oder<br />

andere Richtung verschieben: Der Superb<br />

Sportline verfügt über ein Sportfahrwerk<br />

mit 15 Millimetern Tieferlegung und kann<br />

optional mit adaptiven Dämpfern ausgerüstet<br />

werden; diese wiederum sind im Topmodell<br />

Superb L&K in Verbindung mit einer<br />

Tieferlegung um 10 Millimeter serienmäßig<br />

an Bord.<br />

ŠKODA SUPERB SCOUT<br />

Flaggschiff für schlechte Wege<br />

Im Zuge des Facelifts erweitert Škoda die Superb-Baureihe erstmals um<br />

eine „Scout“-Ausführung im Offroad-Stil. Wie die anderen Modelle der<br />

Tschechen trägt das Markenflaggschiff in der neuen Ausstattungslinie<br />

unter anderem Schutzplanken, einen Unterfahrschutz in Alu-Optik und<br />

eine um 15 Millimeter höher gelegte Karosserie. Allradantrieb ist Standard,<br />

bei der Motorisierung kann der Kunde aus den beiden Top-Triebwerken<br />

der Palette wählen: dem 140 kW/190 PS starken 2,0-Liter-Diesel<br />

und dem 2,0-Liter-Benziner mit 200 kW/272 PS. Die Preise starten<br />

bei 46.150 Euro beziehungsweise 47.450 Euro. Die „Scout“-Ausstattung<br />

gibt es nur für den Kombi.<br />

Die robusten Karosserieelemente verbindet der neue Offroad-Superb<br />

mit eleganten Details: Schwarze Doppelrippen im Kühlergrill mit Chromrahmen<br />

prägen die Front, auch Dachreling und Fensterrahmen sind<br />

verchromt, während die Außenspiegelgehäuse in Aluminium-Optik<br />

gehalten sind. Hinzu kommen spezielle Scout-Plaketten und die exklusive<br />

Farbe Tangerine-Orange. Innen gibt es Dekorleisten in Holzoptik<br />

und spezielle Stoffsitze mit Kontrastnähten; zum Charakter als naturverbundenem<br />

Abenteurer könnten auch die optionalen Leder-Alcantara-Sitze<br />

mit braunen Nähten passen. Auf dem Display des Infotainmentsystems<br />

werden zusätzliche Offroad-Informationen angezeigt.<br />

Der Superb Scout rollt auf 18-Zoll-Leichtmetallfelgen, optional sind<br />

19-Zöller verfügbar. Das Schlechtwegepaket mit Triebwerk- und<br />

Unterbodenschutz sowie 15 Millimeter mehr Bodenfreiheit befähigen<br />

den Allrounder in Verbindung mit dem serienmäßigen Allradantrieb<br />

zu Ausflügen jenseits befestigter Straßen. Unterstützung liefert dabei<br />

der zusätzliche Offroad-Modus in der Fahrprofilauswahl Driving Mode<br />

Select. Optional steht die adaptive Fahrwerksregelung DCC zur Verfügung.<br />

ŠKODA<br />

121


Škoda Kamiq<br />

Wie eine zweite Haut<br />

Mit dem Kamiq erweitert Škoda sein SUV-Angebot nach unten. Parallel zur <strong>IAA</strong> rollt der kleine<br />

Hochbeiner nun zu den Händlern.<br />

• kleiner Softroader ergänzt SUV-Palette<br />

• gutes Platzangebot im Innenraum<br />

• Erdgasversion senkt Kraftstoffkosten<br />

Nach Kodiaq und Karoq hat auch das neueste SUV-Modell<br />

im Škoda Programm ein K am Anfang und ein Q am<br />

Ende: Kamiq heißt der kleine Softroader, der zeitgleich<br />

zur <strong>IAA</strong> zu Preisen ab 17.950 Euro in die Schauräume der<br />

Händler rollt. Wie bei seinen großen Brüdern stammt die<br />

Bezeichnung aus der Sprache der Inuit und bedeutet so<br />

viel wie „zweite Haut“. Dafür allerdings ist an Bord überraschend<br />

viel Platz.<br />

Zwar nutzt der Škoda die gleiche Basis wie die knapp geschnittenen<br />

Mini-SUV VW T-Cross und Seat Arona, liegt<br />

beim Radstand aber mit 2,65 Metern exakt auf dem Niveau<br />

des Kompaktmodells Scala, das er in Sachen Bodenfreiheit<br />

zudem um fast vier Zentimeter überragt. Auf 4,24 Metern<br />

Länge bietet der Kamiq insbesondere im Fond großzügige<br />

Platzverhältnisse: Selbst wer ein Gardemaß von fast<br />

122<br />

ŠKODA


2 Metern mitbringt, kann es sich auf der Rückbank bequem<br />

machen. Bei voller Bestuhlung nimmt der Gepäckraum<br />

klassenübliche 400 Liter Volumen auf, bei umgeklappter<br />

Rückbank passen 1.395 Liter unter die auf<br />

Wunsch elektrisch betätigte Heckklappe. Optional lässt<br />

sich auch der Beifahrersitz umlegen, dann passen fast<br />

zweieinhalb Meter lange Gegenstände in den Škoda.<br />

Der Innenraum selbst präsentiert sich markentypisch:<br />

übersichtlich, aufgeräumt und tadellos verarbeitet. Klassische<br />

Details wie der Parkscheinhalter an der Windschutzscheibe<br />

und zahlreiche Ablagen fehlen ebenso wenig wie<br />

bis zu vier USB-C-Anschlüsse. Die aus den anderen Modellen<br />

der Marke und des Konzerns bekannten volldigitalen<br />

Instrumente des sogenannten „Virtual Cockpit“ sind<br />

ebenso optional verfügbar wie das Top-Infotainmentsystem<br />

mit 9,2-Zoll-Touchscreen in der Mittelkonsole;<br />

serienmäßig gibt es ein 6,5-Zoll-Display. In der besten<br />

Ausstattung sind der Online-Zugang und ein Navigationssystem<br />

dabei, die mittlere Stufe unterstützt bereits<br />

die kabellose Smartphone-Anbindung per Apple CarPlay.<br />

Im Vergleich zur fortschrittlichen Infotainment-Generation<br />

ist die Motorenpalette des Kamiq konventioneller geraten:<br />

Sie umfasst zum Marktstart zwei Benziner und einen<br />

Diesel. Los geht es mit einem Einliter-Dreizylinder-Benziner<br />

mit wahlweise 70 kW/95 PS oder 85 kW/115 PS. Die<br />

gleichmäßige Leistungsentfaltung passt zum komfortablen<br />

Charakter des Kamiq, der geschmeidig über Unebenheiten<br />

rollt, zumindest aber in der Standardausführung des Fahrwerks<br />

nicht zu allzu dynamischen Kurvenfahrten einlädt;<br />

dafür gibt es ein optionales Sportfahrwerk mit einer um<br />

einen Zentimeter nach unten gezogenen Karosserie und<br />

Sportmodus für eine etwas direktere Gangart.<br />

ŠKODA<br />

123


Drei Ausstattungslinien stehen für den Kamiq zur Wahl,<br />

doch da die Basisversion Active ohne Klimaanlage und<br />

Sitzhöhenverstellung vorfährt, dürften die meisten Kunden<br />

mindestens zum mittleren Niveau Ambition greifen;<br />

dann sind auch ein Knie-Airbag für den Fahrer, ein Berganfahrassistent<br />

und eine Geschwindigkeitsregelanlage an<br />

Bord. Gegen Aufpreis gibt es außerdem Annehmlichkeiten<br />

wie Voll-LED-Scheinwerfer, ein beheizbares Lenkrad, digitalen<br />

Radio-Empfang und den neuen praktischen Türkantenschutz,<br />

der beim Öffnen automatisch ausfährt und den<br />

Lack vor Remplern bewahrt.<br />

Ergänzt wird das Programm vom neuen Sondermodell<br />

Monte Carlo, das auf der <strong>IAA</strong> Premiere feiert. Damit setzt<br />

Skoda die Serie der betont sportlichen, von schwarzen Design-Elementen<br />

geprägten Sondermodelle fort, mit denen<br />

die Marke an ihre Erfolge bei der Rallye Monte Carlo erinnert<br />

– und an die erste Sonderserie mit diesem Namen,<br />

die bereits 1936 aufgelegt wurde.<br />

Daneben bietet Škoda einen 1,6-Liter-Vierzylinder-Diesel<br />

mit ebenfalls 85 kW/115 PS an. Als Top-Triebwerk<br />

liefert Škoda im weiteren Jahresverlauf außerdem noch<br />

einen 1,5-Liter-Benziner mit 110 kW/150 PS Leistung und<br />

250 Nm Drehmoment nach. Während der Basisbenziner<br />

immer mit manuellem Fünfgang-Getriebe vorfährt, sind<br />

die stärkeren Motoren wahlweise mit Sechsgang-Handschalter<br />

oder siebenstufigem Doppelkupplungsgetriebe<br />

erhältlich. Angetrieben werden stets die Vorderräder, eine<br />

Allradversion ist nicht vorgesehen.<br />

Auch beim Kamiq ist die stilbildende Farbe Schwarz: Sie<br />

findet sich etwa an der Dachreling und lässt das Fahrzeug<br />

in Verbindung mit weiteren Design-Elementen emotionaler<br />

und dynamischer wirken. Zudem ist die neue Topversion<br />

an einer speziellen Plakette zu erkennen.<br />

Ebenfalls noch in diesem Jahr will Škoda mit dem Kamiq<br />

1.0 G-Tec erstmals ein SUV mit Erdgasantrieb auflegen.<br />

Das Dreizylinder-Triebwerk produziert 66 kW/90 PS, bietet<br />

gegenüber den Benzin- und Dieselvarianten Vorteile<br />

bei CO 2- und NO X-Emissionen und trägt dazu bei, Kraftstoffkosten<br />

zu sparen. Bei leerem Erdgastank lässt sich der<br />

1,0-Liter-Motor auch mit Benzin betreiben.<br />

124<br />

ŠKODA


Škoda Scala<br />

Mehr Glanz in der<br />

Kompaktklasse<br />

• erstes Škoda-Steilheck<br />

im Kompaktsegment<br />

• Erdgasvariante mit<br />

90 PS<br />

• Sondermodell<br />

Monte Carlo mit<br />

schwarzen<br />

Design-Details<br />

Mit dem Scala bietet Škoda ein sportliches Steilheckmodell<br />

in der Kompaktklasse an. Der Fünftürer ist unter anderem<br />

mit Erdgasantrieb und als sportliches Sondermodell Monte<br />

Carlo erhältlich.<br />

Škoda ist die erfolgreichste Importmarke auf dem deutschen Pkw-Markt, doch<br />

ausgerechnet ihrem bisherigen Vorschlag in der Kompaktklasse, dem etwas<br />

blassen Rapid, konnten die Deutschen nie so recht etwas abgewinnen. Mit dem<br />

Nachfolger Scala sieht die Sache anders aus: Nicht nur der Name verströmt<br />

mehr Glanz, auch der Steilheck-Fünftürer selbst wirkt mit kurzen Überhängen,<br />

breitem Heck und spitz zulaufenden Scheinwerfern entschlossener und<br />

sportiver.<br />

Dass dennoch genügend Platz für die Passagiere bleibt, liegt auch am modularen<br />

Querbaukasten aus dem VW-Konzern, den der Scala als erstes Modell der<br />

Tschechen nutzt. Bei stattlichen 4,36 Metern Länge und 2,65 Metern Radstand<br />

sitzt man selbst im Fond kommod – erst recht mit optionaler Sitzheizung für<br />

die Rücksitze – und genießt auch bei zusätzlich geordertem Panorama-Glasdach<br />

genügend Kopffreiheit. Auf Wunsch öffnet und schließt der Kofferraum elektrisch,<br />

das Ladevolumen legt gegenüber dem auch nicht gerade kleinen Rapid<br />

um rund 50 auf 467 Liter zu. Bei umgeklappter Rückbank steigt das Volumen<br />

auf bis zu 1.410 Liter.<br />

Wie konzernweit üblich, lässt sich auch der Scala mit dem virtuellen und variablen<br />

Kombiinstrument im 10,25-Zoll-Format sowie der neuen Generation von<br />

Infotainmentsystemen ausrüsten, die in verschiedenen Ausführungen erhältlich<br />

und je nach Version Smartphone-kompatibel und online-fähig sind. Der<br />

Touchscreen ist nicht mehr in der Mittelkonsole eingelassen, sondern thront<br />

freistehend auf dem Armaturenbrett, die Bildschirmdiagonale wächst je nach<br />

Variante auf bis zu 9,2 Zoll.<br />

Die Motorenpalette umfasst zwei 1,0-Liter-Benziner mit<br />

70 kW/95 PS und 85 kW/115 PS, den 1.5 TSI mit 110 kW/<br />

150 PS und Zylinderabschaltung sowie einen 1.6 TDI mit<br />

85 kW/115 PS. Noch in diesem Jahr ergänzt außerdem<br />

eine Erdgasversion mit 66 kW/90 PS das Antriebsprogramm.<br />

Handschaltung mit fünf (Einstiegs-Benziner)<br />

bzw. sechs Gängen ist überall Serie, die stärkeren Motoren<br />

sind auch mit Doppelkupplung verfügbar. Neben<br />

dem Normalfahrwerk bietet Škoda ein Schlechtwegepaket<br />

mit mehr Bodenfreiheit sowie das straffer abgestimmte<br />

Sportfahrwerk mit 15 Millimeter Tieferlegung und Sport<br />

Chassis Control, bei dem auf Knopfdruck zwischen zwei<br />

Fahrwerkeinstellungen gewechselt werden kann.<br />

In der Basisversion Active bietet der Scala unter anderem<br />

Fahrlicht- und Spurhalteassistent, Kollisionsvermeidung<br />

und einen Speedlimiter. Außerdem sind beheizbare<br />

Außenspiegel und das Infotainmentsystem mit 6,5-Touchdisplay<br />

an Bord. Exklusive sportliche Akzente setzt der<br />

Scala zudem als neues Sondermodell Monte Carlo, das auf<br />

der <strong>IAA</strong> enthüllt wird.<br />

NEBEN DEM NORMALFAHRWERK<br />

BIETET ŠKODA EIN SCHLECHT-<br />

WEGEPAKET MIT MEHR BODEN-<br />

FREIHEIT SOWIE EIN STRAFFER<br />

ABGESTIMMTES SPORTFAHR-<br />

WERK<br />

ŠKODA<br />

125


Audi A1 Citycarver<br />

Die Stadt ist sein Revier<br />

Mit seinen SUV-Details und zusätzlicher Bodenfreiheit scheint der A1 Citycarver auf den ersten Blick<br />

auf einen Ausflug ins Gelände einzuladen. Tatsächlich ist aber – wie der Name schon sagt – die Stadt<br />

sein bevorzugtes Revier.<br />

Audi stellt seinem viertürigen Kleinwagen<br />

A1 Sportback eine neue Modellvariante zur<br />

Seite. Der A1 Citycarver ist eine außergewöhnlich<br />

attraktive Option in der kleinsten<br />

Audi-Baureihe. Folgerichtig und passend<br />

zum bevorzugten Einsatzgebiet bieten die<br />

Ingolstädter ein hochmodernes Infotainment,<br />

lebendige Farben und jede Menge<br />

Spielraum zur Individualisierung.<br />

Dabei erinnert das 4,04 Meter kurze Stadt-<br />

SUV optisch durchaus auch an die großen<br />

SUV-Modelle der Marke, was vor allem in<br />

der Frontgestaltung zum Ausdruck kommt:<br />

Der große Singleframe-Kühlergrill mit<br />

dreidimensionalem Wabengitter in mattschwarzer<br />

Lackierung macht ordentlich Eindruck.<br />

Oberhalb des Grills befinden sich<br />

zwei charakteristische Schlitze, unter dem<br />

Stoßfänger erinnert ein angedeuteter Unterfahrschutz<br />

in Edelstahl-Optik an die Audi<br />

Offroad-Kompetenz. Typisch für diese Fahr-<br />

DER A1 CITYCARVER IST EINE ATTRAKTIVE OPTION<br />

IN DER KLEINSTEN AUDI-BAUREIHE<br />

zeuggattung sind außerdem die Anbauteile<br />

an Radhäusern und Seitenschwellern sowie<br />

der Heckstoßfänger.<br />

Zum prominenten Auftritt passt auch die<br />

gegenüber dem normalen A1 um 4 Zentimeter<br />

erhöhte Bodenfreiheit, das Fahrwerk<br />

wurde angepasst und es besteht ausreichend<br />

Platz für größere Räder; im Angebot<br />

sind 16- bis 18-Zöller im sportlichen Design.<br />

Neun Außenfarben stehen bereit, das<br />

Dach lässt sich auf Wunsch in Schwarz- oder<br />

Grau-Metallic absetzen.<br />

Individuell geht es auch im Innenraum zu:<br />

Die Flächen an den Lüftungsdüsen, an der<br />

Mittelkonsole und an den Türen sind in<br />

Mint, Kupfer, Orange oder Silbergrau la-<br />

ckiert, in der höchsten Ausstattung S line<br />

gibt es zusätzlich die Option Strukturgrau.<br />

Unterhalb der S line ist der Citycarver in<br />

den beiden Ausstattungslinien „Advanced“<br />

und „Design Selection“ verfügbar, die sich<br />

jeweils mit unterschiedlichen Innenraumpaketen<br />

und Sitzbezügen kombinieren lassen.<br />

Ansonsten entspricht der Citycarver, was<br />

Platzangebot und Kofferraumvolumen (335<br />

Liter) angeht, dem fünftürigen A1 Sportback.<br />

Gleiches gilt für die Serienausstattung,<br />

die unter anderem eine Fußgängerund<br />

Fahrradfahrererkennung sowie eine<br />

Spurverlassenswarnung umfasst. Optional<br />

sind unter anderem Voll-LED-Scheinwerfer,<br />

eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage,<br />

ein automatischer Parkassistent und<br />

126<br />

AUDI


• A1 Sportback in SUV-Montur<br />

• Dynamikpaket für ambitionierte Fahrer<br />

• Sonderedition zum Marktstart<br />

ein High-End-Musiksystem von Bang &<br />

Olufsen lieferbar. Viele Möglichkeiten zur<br />

weiteren Personalisierung bietet auch das<br />

Angebot an Anzeigen und Infotainmentsystemen:<br />

vom serienmäßigen digitalen<br />

Kombiinstrument bis hin zum „Audi Virtual<br />

Cockpit“ mit variablen Anzeigen und hochauflösender<br />

Darstellung und zum Top-<br />

System MMI Navigation Plus mit 10,1 Zoll<br />

großem Touch-Display, Sprachsteuerung<br />

und WLAN-Hotspot.<br />

Zurück auf die Straße: Wer den Citycarver<br />

ein wenig ambitionierter bewegen möchte,<br />

erhält mit dem optionalen Dynamikpaket<br />

die nötige Unterstützung. Ein Sound-Aktuator<br />

sorgt für den passenden Klang,<br />

Bremsscheiben mit roten Sätteln sorgen für<br />

zuverlässige Verzögerung. Fahreigenschaften<br />

und Ansprechverhalten lassen sich mit den<br />

vier Fahrmodi des „Audi Drive Select“ anpassen,<br />

ein Dynamikfahrwerk mit adaptiven<br />

Dämpfern bringt die Leistung der Motoren<br />

sicher auf die Straße. Welche Triebwerke<br />

verfügbar sind, will Audi kurz vor dem<br />

Marktstart im Herbst bekannt geben.<br />

Den Status als Lifestyle-Fahrzeug unterstreicht<br />

das Sondermodell „Edition One“,<br />

das Audi zum Marktstart des A1 Citycarver<br />

auflegt. Wahlweise in Grau oder Orange<br />

lackiert, verfügt es über ein Dach und<br />

Außenspiegelgehäuse in Kontrastfarben so-<br />

DEN STATUS ALS LIFESTYLE-FAHRZEUG UNTER-<br />

STREICHT DAS SONDERMODELL „EDITION ONE“<br />

wie 18-Zoll-Räder. Die vorderen seitlichen<br />

Lufteinlässe, das Kühlerschutzgitter und die<br />

Ringe im Grill sind in Schwarz gehalten,<br />

Scheinwerfer und Heckleuchten abgedunkelt.<br />

Innen gibt es auf Basis der Top-Ausstattung<br />

S Line Akzente in Orange oder Silber.<br />

AUDI<br />

127


Audi Q3 Sportback<br />

Kraftvolle<br />

Eleganz<br />

Dem Kompakt-SUV Q3 stellt Audi eine neue Coupé-Version<br />

mit niedriger Dachlinie und markanten Details an die Seite.<br />

Sportfahrwerk und Progressivlenkung sind Serie, innen<br />

sorgt die verschiebbare Rückbank für Variabilität.<br />

• SUV-Coupé im<br />

Kompakt-Segment<br />

• Sportfahrwerk und<br />

Progressivlenkung<br />

serienmäßig<br />

• Sprachassistent<br />

Alexa an Bord<br />

Die ersten SUV-Coupés wurden noch mit erstaunt hochgezogenen Augenbrauen empfangen,<br />

doch inzwischen hat sich diese spezielle Form der Crossover-Fahrzeuge einen festen Platz auf<br />

den Straßen erobert. Mit dem neuen Audi Q3 Sportback setzt sich dieser Trend weiter fort.<br />

Mit dem fast 5 Meter langen Q8 bieten die Ingolstädter seit dem vergangenen Jahr die Kreuzung<br />

aus SUV und Coupé in ihrer wohl dramatischsten Form an. Nun kommt mit dem Q3<br />

Sportback der Crossover für das breite Publikum. Und tatsächlich haben die Designer einigen<br />

Aufwand betrieben, um ihm eine eigenständige Linie zu geben.<br />

128<br />

SCHON AB DER A-SÄULE UNTERSCHEIDET<br />

SICH DAS SUV-COUPÉ VOM Q3<br />

AUDI<br />

Schon ab der A-Säule unterscheidet sich das SUV-Coupé vom Q3 und bekommt unter anderem<br />

auch eigene Türen mit einer tieferen Fensterlinie. Weil der Sportback 3 Zentimeter niedriger<br />

ist und die C-Säulen sich so dynamisch neigen, wirkt er deutlich sportlicher und auch<br />

größer – obwohl er mit 4,50 Metern nur 1,6 Zentimeter länger ist.<br />

Die Lufteinlässe in der Front sorgen für optische Breite, die konturierten<br />

Radhäuser unterstreichen den muskulösen Auftritt.<br />

Trotz dynamischer Optik und flacherem Dach verspricht Audi im<br />

Innenraum großzügige Platzverhältnisse. Die Fondpassagiere sollen sich genauso wohlfühlen<br />

wie im Q3: Die Rückbank ist in der Länge um 13 Zentimeter verschiebbar, die Neigung der<br />

Lehnen lässt sich in sieben Stufen verstellen. Auch das Kofferraumvolumen bleibt gleich: 530<br />

Liter passen in den Sportback, wie auch in den Q3, nur der maximale Stauraum bei umge-


klappten Rücksitzlehnen fällt mit 1.400 Liter<br />

etwas geringer aus. Ein zweistufig verstellbarer<br />

Ladeboden und die auf Wunsch elektrische,<br />

per Gestensteuerung bedienbare Heckklappe<br />

erleichtern das Be- und Entladen.<br />

Die vorderen Sitze sind auf Wunsch elektrisch<br />

einstell- und beheizbar. Je nach gewähltem<br />

Ausstattungsniveau gibt es Sportsitze mit<br />

Kontrastnähten und farbigen Streifen entlang<br />

der Seitenwangen. Alcantara-Flächen<br />

an der Instrumententafel und den Armauflagen<br />

betonen das progressive Design wie<br />

das optionale Kontur- und Innenraumlichtpaket<br />

mit 30 wählbaren Farben.<br />

Wie beim Q3 bietet Audi die Wahl zwischen<br />

zwei digitalen Cockpits in 10,25 Zoll und<br />

12,3 Zoll, während im Zentrum der Mittelkonsole<br />

der ebenfalls gut 10 Zoll große<br />

Touch-Bildschirm des MMI-Infotainmentsystems<br />

positioniert ist. Auf Wunsch kommt<br />

der cloudbasierte Sprachdienst Ale-xa von<br />

Amazon mit seinem Streaming-Angebot<br />

und Smart-Home-Steuerung an Bord.<br />

Zudem lässt sich der Q3 Sportback dank<br />

Car-to-X-Vernetzung von anderen Fahrzeugen<br />

über freie Parkplätze entlang der<br />

Straße informieren oder fragt in ausgewählten<br />

Städten vom Verkehrsleitrechner<br />

das optimale Tempo für die grüne Welle ab.<br />

Den sportlichen Charakter unterstreichen<br />

das serienmäßige Sportfahrwerk und die<br />

Progressivlenkung, deren Übersetzung mit<br />

zunehmendem Lenkeinschlag immer direkter<br />

wird.<br />

Zum hohen Sicherheitsniveau tragen serienmäßig<br />

die Spurverlassens- und Spurwechselwarnung<br />

sowie das System „pre sense front“<br />

bei. Es warnt den Fahrer bei einem drohenden<br />

Frontalaufprall, veranlasst notfalls eine<br />

Vollbremsung und leitet Schutzmaßnahmen<br />

wie das Straffen der Sicherheitsgurte ein, um<br />

das Verletzungsrisiko zu verringern. Der<br />

optional verfügbare adaptive Fahrassistent<br />

unterstützt beim Beschleunigen, Bremsen<br />

und Lenken, die Umgebungskameras helfen<br />

beim Parken und Rangieren, der Parkassistent<br />

steuert das Auto selbsttätig in Parklücken<br />

und wieder heraus.<br />

Zunächst stehen drei Motoren für den Q3<br />

Sportback zur Wahl: Der 1,5-Liter-Benziner<br />

(35 TFSI) leistet 110 kW/150 PS, ebenso<br />

wie der 2,0-Liter-Diesel (35 TDI/35 TDI<br />

quattro). Der Top-Benziner (45 TFSI<br />

quattro) kommt auf 169 kW/230 PS. Die<br />

Preise starten bei 36.000 Euro für den 35<br />

TFSI; der Aufpreis zum Q3 beträgt 1.600<br />

Euro. Später folgt der 1.5 TFSI auch mit<br />

Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe und<br />

48 Volt-Mildhybrid-System, das den Verbrauch<br />

pro 100 Kilometer um bis zu 0,4<br />

Liter reduzieren soll. Außerdem wird ein<br />

Diesel mit 140 kW/190 PS das Angebot erweitern.<br />

IN AUSGEWÄHLTEN STÄDTEN FRAGT DER Q3 SPORT-<br />

BACK BEIM VERKEHRSLEITRECHNER DAS OPTIMALE<br />

TEMPO FÜR DIE GRÜNE WELLE AB<br />

AUDI<br />

129


Audi A4<br />

Nach vier Jahren Bauzeit macht eine umfassende Frischzellenkur den Audi A4 fit für einen Platz an<br />

der Spitze der deutschen Premium-Mittelklasse. Highlights: ein neues Bedienkonzept im Innenraum<br />

und die Antriebe mit Mildhybrid-Technologie.<br />

Nahezu jedes Blechteil des weiterhin als Limousine<br />

und Kombi erhältlichen Audi A4<br />

wurde im Zuge der Modellüberarbeitung<br />

angerührt. Am deutlichsten fällt das an der<br />

Fahrzeugfront auf, wo der große Singleframe-<br />

Kühlergrill breiter und flacher wurde und<br />

neue fünfeckige Lufteinlässe spitz nach innen<br />

zulaufen. Neu gestaltet wurden außerdem die<br />

Scheinwerfer mit LED-Technik. In Summe<br />

duckt sich der A4 dadurch optisch tiefer auf<br />

die Fahrbahn und wirkt noch entschlossener<br />

als bisher. Weitere Erkennungszeichen:<br />

die seitlichen Karosserielinien, die sich im<br />

oberen und unteren Bereich über die Türen<br />

spannen, und die neue Chromleiste zwischen<br />

den Rückleuchten, die auch dem Heck mehr<br />

Breite und Tiefe verleiht.<br />

Die Navi-Karte kann zum Beispiel durch zwei<br />

gespreizte Finger vergrößert werden. Neue<br />

vernetzte Dienste erlauben etwa das Türöffnen<br />

per Smartphone oder das Abfragen des<br />

Fahrzeugstatus von zu Hause aus. Eingebaute,<br />

aber beim Fahrzeugkauf noch nicht freigeschaltete<br />

Dienste können online später dazu<br />

gebucht werden.<br />

Ein weiterer Schwerpunkt der Überarbeitung<br />

ist die Elektrifizierung der Antriebspalette:<br />

Von den acht Turbo-Benzinern und -Dieselmotoren,<br />

die im Grundmodell zum Marktstart<br />

verfügbar sind und eine Leistungsspanne<br />

von 100 kW/136 PS bis 255 kW/347 PS abdecken,<br />

haben fünf ein 12-Volt-Mildhybrid-<br />

System an Bord. Im Alltagseinsatz soll die<br />

Elektrounterstützung Verbrauchseinsparungen<br />

von bis zu 0,3 Liter je 100 Kilometer ermöglichen.<br />

Für die Kraftübertragung stehen<br />

je nach Motorisierung manuelle Getriebe, ein<br />

Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe oder<br />

eine Achtgang-Automatik zur Verfügung.<br />

• Bedienung im Smartphone-Stil<br />

• Mildhybrid-System spart<br />

bis zu 0,3 Liter<br />

• fast komplett neues Design<br />

FÜNF MOTOREN WERDEN<br />

VON EINEM MILDHYBRID-<br />

SYSTEM UNTERSTÜTZT<br />

130<br />

Dass die Überarbeitung des A4 mehr als ein<br />

Facelift ist, zeigt sich insbesondere auch innen:<br />

Dort ersetzt ein großer hochauflösender<br />

10,1-Zoll-Touchscreen im Tablet-Format<br />

die bisherige Bedienung per Dreh-Drück-<br />

Steller. Das Display versteht alle typischen<br />

Smartphone-Gesten: Wischen ebenso wie<br />

Scrollen oder Gesten mit mehreren Fingern.<br />

AUDI


Audi RS 6/RS 7<br />

25 Jahre RS: Mit der vierten Generation des RS 6 Avant und der zweiten Auflage des RS 7 Sportback<br />

feiert Audi das Jubiläum seiner High-Performance-Linie. Herzstück ist jeweils ein 600 PS starker V8 mit<br />

Doppelturbo, der von einem Mildhybrid-System unterstützt wird.<br />

Die Viersitzer-Variante mit zwei Sitzplätzen<br />

im Fond bleibt weiterhin verfügbar. Zu den<br />

weiteren äußerlichen Erkennungsmerkmalen<br />

zählen die geschwungene Abrisskante<br />

am Heck und das Lichtband zwischen den<br />

Rückleuchten. Bei Tempo 100 fährt ein Spoiler<br />

aus der Heckklappe aus.<br />

Beiden Hochleistungsmodellen ist ein eigenständiger<br />

Auftritt sicher, der sich klar<br />

von den zivileren Versionen der jeweiligen<br />

A6- und A7-Baureihe unterscheidet. So legt<br />

der RS 6 Avant allein in der Breite um vier<br />

Zentimeter zu – und zwar auf jeder Seite!<br />

Abgesehen von den Vordertüren sowie Dach<br />

und Heckklappe besteht das gesamte Außendesign<br />

aus RS-spezifischen Teilen, in den<br />

weit ausgestellten Radhäusern lauern 22 Zoll<br />

große Räder.<br />

Die flachen und entschlossen blickenden<br />

Scheinwerfer übernimmt der RS 6 vom A7,<br />

das schwarz glänzende Wabengitter im großen<br />

Grill unterstreicht den angriffslustigen<br />

Stil. Weitere Details sind die Schweller mit<br />

schwarzen Einsätzen, der spezifische hintere<br />

Stoßfänger mit Diffusor und schwarz glänzenden<br />

Designelementen sowie die RS-Abgasanlage<br />

mit ovalen Chrom-Endrohren.<br />

BIS ZU 0,8 LITER SPRIT<br />

SPART DAS MILD-<br />

HYBRID-SYSTEM<br />

Dieser typische RS-Stil prägt auch den neuen<br />

RS 7 Sportback, der sich auf 5,01 Meter<br />

Länge streckt und erstmals auch als Fünfsitzer<br />

mit Dreierrückbank angeboten wird.<br />

In beiden Modellen arbeitet der 4.0 TFSI<br />

V8-Biturbo, der 441 kW/600 PS liefert und<br />

zwischen 2.050 und 4.500 U/min 800 Nm<br />

Drehmoment produziert. Sowohl RS 6<br />

Avant als auch RS 7 Sportback sprinten in<br />

3,6 Sekunden von null auf 100 km/h, die auf<br />

250 km/h limitierte Höchstgeschwindigkeit<br />

lässt sich je nach gewähltem Optionspaket<br />

auf bis zu 305 km/h anheben.<br />

An Bord ist erstmals auch ein Mildhybrid-System<br />

mit Riemen-Starter-Generator<br />

und Lithium-Ionen-Akku, das Bremsenergie<br />

rekuperiert und bei mittlerem Tempo das<br />

Segeln mit ausgeschaltetem Motor ermöglicht.<br />

Bis zu 0,8 Liter Sprit je 100 Kilometer<br />

sollen auf diese Weise eingespart werden<br />

können. Genauere Verbrauchswerte sind<br />

noch nicht bekannt. Zudem arbeitet das<br />

Triebwerk mit Zylinderabschaltung. Allradantrieb,<br />

Achtstufen-Automatik, Progressivlenkung<br />

und adaptive Luftfederung sind jeweils<br />

serienmäßig. Der Marktstart für beide<br />

Modelle ist für Ende <strong>2019</strong> vorgesehen.<br />

• neue Generation der<br />

Hochleistungs-Modelle<br />

• Biturbo-V8 mit 600 PS<br />

und 800 Nm<br />

• Mildhybrid erlaubt<br />

emissionsfreies Segeln<br />

AUDI<br />

131


Porsche 911<br />

Schnelle Basis<br />

• Basisversion der<br />

neuen Elfer-<br />

Generation<br />

• Biturbo-Boxer<br />

mit 385 PS<br />

• Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe<br />

ist Serie<br />

Basisversion: Das klingt oft nach Verzicht auf Ausstattung oder Leistung.<br />

Beim neuen 911 Carrera liegen die Dinge anders. Er ist fast genauso<br />

gut ausgestattet wie der stärkere Carrera S – und auch der Verzicht auf<br />

Leistung ist ziemlich relativ.<br />

Nach dem 911 Carrera S stellt Porsche jetzt die<br />

Normalausführung des Elfers als Coupé und Cabriolet<br />

vor. Als Antrieb fungiert der gleiche Dreiliter-Sechszylinder<br />

wie in der S-Version – nur<br />

mit etwas kleiner dimensionierten Turboladern.<br />

Die Leistung des Biturbo-Boxers fällt mit 283<br />

kW/385 PS entsprechend geringer aus als beim<br />

Carrera S, der auf 450 PS kommt; gegenüber seinem<br />

Vorgänger ist der Carrera der Baureihe 992<br />

allerdings um 15 PS erstarkt. Der neue Carrera<br />

kostet als Coupé knapp 105.000 Euro, das Cabriolet<br />

startet bei 119.000 Euro.<br />

GEGENÜBER SEINEM VORGÄNGER IST DER CARRERA<br />

DER BAUREIHE 992 UM 15 PS ERSTARKT<br />

Die Kraftübertragung an die Hinterräder – Allradantrieb<br />

wird nachgereicht – übernimmt das<br />

neue Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe PDK.<br />

Damit beschleunigt das 911 Carrera Coupé in<br />

4,2 Sekunden von null auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit<br />

beträgt 293 km/h. Mit dem optionalen<br />

Sport Chrono-Paket verkürzt sich der<br />

Sprint um 0,2 Sekunden. Der auf NEFZ umgerechnete<br />

WLTP-Verbrauch liegt beim Coupé bei<br />

9,0 Liter je 100 Kilometer, beim Cabrio sind es<br />

0,2 Liter mehr. Die Verzögerung übernehmen an<br />

beiden Achsen 330 Millimeter große Bremsscheiben<br />

mit schwarzen Vier-Kolben-Monobloc-Festsätteln.<br />

132<br />

PORSCHE<br />

Erstaunlich gering sind die Unterschiede zwischen<br />

Carrera und Carrera S bei der Ausstattung.<br />

Standardmäßig in beiden Versionen an Bord sind<br />

etwa das Bediensystem mit dem 10,9 Zoll großen<br />

Touchscreen-Monitor oder Assistenzsysteme wie<br />

der Porsche Wet Mode für noch sichereres Fahrverhalten<br />

auf nassen Straßen. Die optischen Unterschiede<br />

betreffen vor allem die kleineren Räder<br />

(vorne 19 Zoll, hinten 20 Zoll), zudem muss<br />

der 911 Carrera am Heck mit einem einzelnen<br />

Endrohr auskommen.


DIE INNENLIEGENDEN TURBOLADER ERMÖGLICHEN<br />

EIN BESONDERS SPONTANES ANSPRECHVERHALTEN<br />

Porsche Macan Turbo<br />

Power-Paket<br />

Überarbeitetes Spitzenmodell in der kompakten SUV-Baureihe von<br />

Porsche: Der Macan Turbo leistet jetzt 324 kW/440 PS und bietet<br />

zusätzliche High-Performance-Features.<br />

Porsche bringt den Macan Turbo auf den neuesten<br />

Stand: Im überarbeiteten Topmodell der<br />

kompakten SUV-Baureihe kommt ein neuer<br />

2,9-Liter-Sechszylinder-Biturbomotor zum Einsatz,<br />

der 324 kW/440 PS produziert. Damit holt<br />

er im Vergleich zum 3,6 Liter großen Vorgänger<br />

zehn Prozent mehr Leistung aus 20 Prozent<br />

weniger Hubraum. Die Sprintzeiten von null<br />

auf 100 km/h verbessern sich um drei Zehntel<br />

auf 4,3 Sekunden (mit optionalem Sport Chrono-Paket),<br />

die Höchstgeschwindigkeit steigt um<br />

vier auf 270 km/h: Modellpflege auf Porsche-Art<br />

eben.<br />

Bekannt ist das Biturbo-Triebwerk bereits aus<br />

dem Cayenne und dem Panamera. Besonderheit<br />

sind die innenliegenden Turbolader, die dank<br />

kurzer Wege ein besonders spontanes Ansprechverhalten<br />

ermöglichen. Zwischen 1.800 und<br />

5.600 Umdrehungen pro Minute produziert der<br />

V6 ein maximales Drehmoment von 550 Nm.<br />

Die Kraft wird über das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe<br />

an alle vier Räder geschickt.<br />

Den NEFZ-Verbrauch gibt Porsche mit 9,8 Litern<br />

je 100 Kilometer an.<br />

Auf die hohen Fahrleistungen angepasst ist die<br />

Hochleistungsbremse PSCB mit Wolframcarbid-Schicht,<br />

die im Vergleich zu konventionellen<br />

Graugussbremsen schneller anspricht und weniger<br />

verschleißt. Von außen zu erkennen ist sie an<br />

den weiß lackierten Bremssätteln, die durch die<br />

speziellen 20-Zoll-Räder durchscheinen. Neben<br />

ihrem serienmäßigen Einsatz im Macan Turbo<br />

steht die PSCB jetzt auch für die anderen Modelle<br />

der Baureihe zur Verfügung. Der Turbo<br />

lässt sich darüber hinaus mit höhenverstellbarer<br />

Luftfederung, der Porsche Torque Vectoring Plus<br />

(PTV Plus) und den Keramikbremsen PCCB<br />

aufrüsten.<br />

Optisch unterscheidet sich das neue Macan-Topmodell<br />

unter anderem durch eine eigenständige<br />

Frontschürze mit drei großen Lufteinlässen und<br />

LED-Hauptscheinwerfern, Sport-Seitenschweller<br />

sowie den feststehenden Dachspoiler im<br />

Doppelflügeldesign von den übrigen Versionen<br />

der Baureihe. Im Interieur unterstreicht eine<br />

hochwertige Serienausstattung mit adaptiven<br />

18-Wege-Sportsitzen und Bose-Sound-System<br />

den Topmodell-Status. Auch das Infotainmentsystem<br />

PCM mit 10,9-Zoll-Touchscreen und<br />

Online-Navigation ist an Bord. Die Optionsliste<br />

umfasst eine Smartphone-Ablage mit induktiver<br />

Ladefunktion und einen neuen Stauassistenten<br />

mit teilautomatisierten Fahrfunktionen. Die<br />

Preise starten bei knapp 92.000 Euro.<br />

• Topmodell mit<br />

neuem V6<br />

• speziell beschichtete<br />

Hochleistungsbremsen<br />

• eigenständige<br />

Design-Akzente und<br />

Ausstattungsmerkmale<br />

PORSCHE<br />

133


Mercedes-AMG-Kompaktmodelle<br />

Leistungs-Dimensionen<br />

Mit den 45er-Varianten macht AMG die Mercedes-Kompaktmodelle der A-Klasse zu Supersportwagen.<br />

Nach Limousine und Coupé CLA ergänzt jetzt auch das Kompakt-SUV GLB das AMG-Programm – in einer<br />

etwas zivileren, aber nicht weniger eindrucksvollen Version.<br />

AMG macht die Modelle der A-Klasse zu Supersportlern. Nach der 35er-Ausbaustufe mit 225 kW/<br />

306 PS schiebt die Performance-Abteilung aus Affalterbach nun den A 45 und den CLA 45 nach. Den<br />

Antrieb besorgt ein neuer 2,0-Liter-Benziner – laut Mercedes der stärkste in Serie gebaute Vierzylinder-Turbo<br />

der Welt. Schon in der Standardausführung leistet er 285 kW/387 PS, die S-Variante stößt<br />

mit 310 kW/421 PS in neue Dimensionen vor. Allradantrieb ist in allen Versionen jeweils Serie. Die<br />

Preise beginnen bei 56.230 Euro für den AMG A 45, der CLA 45 startet bei knapp 60.100 Euro. Die<br />

S-Variante kostet jeweils rund 5.500 Euro mehr.<br />

Der neue Vierzylinder mit der internen Bezeichnung<br />

M 139 kommt auf eine Literleistung von bis zu 211 PS.<br />

Das per Twinscroll-Turbo aufgeladene Triebwerk verfügt<br />

über eine zweistufige Benzineinspritzung, die in der<br />

ersten Stufe mit bis zu 200 bar Druck Kraftstoff in die<br />

Brennräume befördert. In der zweiten Stufe, die zum<br />

Erreichen der hohen Leistung benötigt wird, kommt eine elektronisch gesteuerte Kraftstoffversorgung<br />

mittels Saugrohr-Kanaleinspritzung mit einem Druck von 6,7 bar hinzu. Außerdem sind ein<br />

verbessertes Kühlsystem sowie eine elektrische, drehzahlunabhängige Wasserpumpe im Einsatz.<br />

DEN ANTRIEB BESORGT EIN NEUER 2,0-LITER-<br />

BENZINER – LAUT MERCEDES DER STÄRKSTE IN<br />

SERIE GEBAUTE VIERZYLINDER-TURBO DER WELT<br />

134<br />

MERCEDES-BENZ<br />

In der Spitzenversion „S“ übertrifft das neue Aggregat das bisherige Triebwerk um 30 kW/40 PS.<br />

Das maximale Drehmoment beträgt bis zu 500 Nm bei 5.000 bis 5.250 Umdrehungen. Durch eine<br />

spezielle Abstimmung verspricht Mercedes eine Saugmotor-ähnliche Kraftentfaltung. Den Sprint


• kompakte AMG-Neuheiten mit Supersport-Charakter<br />

• stärkster Vierzylinder-Turbo für A-Klasse und CLA<br />

• GLB 35: AMG-Power für die ganze Familie<br />

von null auf 100 km/h absolviert der A 45 S<br />

in 3,9 Sekunden, der CLA 45 S braucht eine<br />

Zehntelsekunde länger, die Höchstgeschwindigkeit<br />

liegt bei 270 km/h. Den Verbrauch<br />

gibt Mercedes mit Werten zwischen 8,1 und<br />

8,4 Litern an.<br />

Leistungsplus und Drehmomentsteigerung<br />

fallen in der Basisvariante mit 5 kW/7 PS<br />

und 5 Nm auf nun 480 Nm bei 4.750 bis<br />

5.000 Umdrehungen im Vergleich zum Vorgängeraggregat<br />

moderater aus. Die Fahrleistungen<br />

unterscheiden sich nur geringfügig<br />

von den S-Varianten: Von null auf 100 km/h<br />

geht es in 4,0 beziehungsweise 4,1 Sekunden,<br />

die Höchstgeschwindigkeit ist bei 250 km/h<br />

abgeregelt. Mit dem optionalen AMG Driver‘s<br />

Package lässt sich das Spitzentempo auf<br />

maximal 270 km/h anheben. Der Normverbrauch<br />

liegt wie beim leistungsstärkeren S<br />

zwischen 8,1 und 8,4 Litern.<br />

Die Kraftübertragung erfolgt über ein Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe,<br />

das auch<br />

eine manuelle Bedienung über Lenkradwippen<br />

ermöglicht. Der variable Allradantrieb<br />

verteilt die Kraft radselektiv über zwei<br />

elektronisch gesteuerte, im neuen Hinterachsgetriebe<br />

untergebrachte Lamellenkupplungen,<br />

die jeweils mit einer Antriebswelle<br />

der Hinterachse verbunden sind. Optional<br />

stehen mit einer adaptiven Verstelldämpfung<br />

drei verschiedene Fahrwerksregelungen<br />

von komfortorientiert bis sportlich zur<br />

Wahl. Außerdem sorgen bis zu sechs Fahrprogramme<br />

für individuelles Fahrgefühl.<br />

Optisch sind die 45er-Versionen an den für<br />

AMG typischen Insignien wie dem markanten<br />

Kühlergrill mit zwölf vertikalen Lamellen,<br />

Kotflügelverbreiterungen, Schwellerverkleidungen,<br />

spezifischen 18- oder<br />

19-Zoll-Rädern und runden Doppelendrohrblenden<br />

zur erkennen. Innen gibt es unter<br />

anderem Sportlenkrad, Sportsitze, rote oder<br />

gelbe Akzente auf Polstern und Verkleidungen<br />

sowie das MBUX-Infotainmentsystem<br />

mit spezifischen Anzeigen.<br />

AMG-typische Fahrleistungen mit zusätzlichem<br />

Platz und klassischen SUV-Vorzügen<br />

verbindet der neue GLB 35, der das Trio der<br />

Kompakt-Sportler ergänzt. Der aufgeladene<br />

Vierzylinder produziert 225 kW/306 PS und<br />

400 Nm Drehmoment – und ist damit für<br />

Fahrleistungen verantwortlich, die kaum<br />

hinter den Top-Sportlern der A-Klasse zurückstehen:<br />

In 5,2 Sekunden beschleunigt<br />

der mit Allradantrieb und Achtgang-Doppelkupplung<br />

ausgerüstete GLB 35 von null<br />

auf 100 km/h, maximal sind abgeregelte<br />

250 km/h möglich. Zur echten Besonderheit<br />

wird der GLB 35 mit der optionalen dritten<br />

Sitzreihe: Erstmals bietet AMG damit ein<br />

Kompaktmodell als Siebensitzer an.<br />

DER NEUE GLB 35 VERBINDET<br />

AMG-TYPISCHE FAHRLEIS-<br />

TUNGEN MIT ZUSÄTZLICHEM<br />

PLATZ UND KLASSISCHEN<br />

SUV-VORZÜGEN<br />

MERCEDES-BENZ<br />

135


Mercedes-Benz GLE Coupé<br />

Neues für die Nische<br />

In kürzester Zeit hat sich die Nische der SUV-Coupés zu einem echten Trend entwickelt.<br />

Dieser dürfte mit der Neuauflage des Mercedes-Benz GLE Coupé weiter an Fahrt gewinnen.<br />

• neue Generation des Luxus-SUV-Coupés<br />

• eigenständiger Charakter außen und innen<br />

• starke Diesel und AMG-Benziner zum Marktstart<br />

136<br />

MERCEDES-BENZ


PLATZANGEBOT UND<br />

STAUVOLUMEN AN<br />

BORD WURDEN DEUT-<br />

LICH VERBESSERT<br />

Stärke und Robustheit eines Geländewagens,<br />

verbunden mit der Sportlichkeit und Eleganz<br />

eines Coupés – diese Mischung kommt<br />

bei den SUV-Fans in aller Welt immer besser<br />

an. Nach vier Jahren Bauzeit schickt<br />

Mercedes nun schon die zweite Generation<br />

seines großen SUV-Coupés in die Liga der<br />

Luxus-Crossover.<br />

Mercedes baut das neue GLE Coupé als Mitglied<br />

der großen Premium-SUV-Familie zusammen<br />

mit GLE und GLS in Tuscaloosa<br />

im US-Bundesstaat Alabama. Mit nunmehr<br />

acht Modellen und rund einem Drittel des Absatzes<br />

spielen die SUV eine immer wichtigere<br />

Rolle im Produktprogramm der Stuttgarter.<br />

Auf Basis der neuen, in diesem Jahr eingeführten<br />

GLE-Baureihe ist der neue Crossover<br />

um knapp vier Zentimeter auf stattliche<br />

4,94 Meter Länge gewachsen. Auch der<br />

Breitenzuwachs um 7 Millimeter auf 2,01<br />

Meter stärkt die Präsenz des Fahrzeugs.<br />

Die Frontansicht kombiniert Merkmale der<br />

SUV-Modelle mit Coupé-Attributen und<br />

unterstreicht damit den Crossover-Charakter<br />

des neuen Modells. Die Scheinwerfer<br />

sind serienmäßig in Voll-LED-Technik<br />

ausgeführt. In der Seitenansicht sorgen die<br />

flacher geneigte Windschutzscheibe und<br />

die hinten abfallende Dachlinie für Dynamik,<br />

während das Heck besonders breit und<br />

kraftvoll wirkt. Hier setzen die zweigeteilten<br />

Heckleuchten und der hochglänzende Unterfahrschutz<br />

eigenständige Akzente.<br />

Innen übernimmt der Crossover die Cockpit-Gestaltung<br />

mit zwei großen Bildschirmen<br />

im Format 12,3 Zoll, verfügt im Unterschied<br />

zu den übrigen Familienmitgliedern<br />

aber unter anderem über Sportsitze mit Bezügen<br />

aus Artico-Ledernachbildung und<br />

ein Sportlenkrad mit Nappalederkranz.<br />

Das neue Infotainmentsystem MBUX mit<br />

Sprachbedienung, Lernfähigkeit sowie einer<br />

Vielzahl von Apps und Komfort-Optionen<br />

bildet eine hochmoderne Bedienschnittstelle,<br />

ab 2020 hält außerdem der Musik-Streaming-Dienst<br />

von Amazon Einzug.<br />

Trotz des spürbar sportlicheren Zuschnitts<br />

hat das Platzangebot gegenüber dem bis-<br />

DER NEUE CROSSOVER IST UM KNAPP VIER ZENTIMETER<br />

AUF STATTLICHE 4,94 METER LÄNGE GEWACHSEN<br />

herigen Coupé zugelegt. Zwar bleibt der<br />

Radstand um 6 Zentimeter unter dem des<br />

GLE, übertrifft den direkten Vorgänger aber<br />

um zwei Zentimeter, was dem Sitz- und<br />

Beinraum der Passagiere zugutekommt. Das<br />

Stauvolumen der Ablagen wurde auf 40 Liter<br />

vergrößert, die verbesserte Rundumsicht<br />

trägt zu einem luftigeren Raumgefühl bei,<br />

und auch das optionale Panorama-Schiebedach<br />

ist größer geworden.<br />

Der Kofferraum fasst im Normalzustand<br />

655 Liter, bei umgeklappten Lehnen der<br />

Rücksitze steigt das Volumen auf den Segment-Bestwert<br />

von 1.790 Liter – 70 Liter<br />

mehr als bisher. Auch Breite und Länge der<br />

Ladefläche wurden vergrößert – so ein SUV-<br />

Coupé kann eben doch ziemlich praktisch<br />

sein.<br />

Zum Marktstart im Frühjahr 2020 ist zunächst<br />

ein Reihensechszylinder-Diesel in<br />

zwei Leistungsstufen vorgesehen: Im GLE<br />

Coupé 350 d produziert er 200 kW/272 PS<br />

und 600 Nm Drehmoment, der GLE Coupé<br />

400 d kommt auf 243 kW/330 PS und<br />

700 Nm Drehmoment. Neungang-Automatik<br />

9G Tronic und Allradantrieb 4matic sind<br />

Serie, die elektronisch geregelte Lamellenkupplung<br />

verteilt das Antriebsmoment von<br />

null bis 100 Prozent zwischen den Achsen<br />

und beeinflusst damit insbesondere auch die<br />

Kurvendynamik des neuen GLE Coupé. Den<br />

Kontakt zur Straße stellt das Standardfahrwerk<br />

in einer strafferen und sportlicheren<br />

Abstimmung her, optional sind die Luftfederung<br />

Airmatic – ebenfalls in sportlicher<br />

Auslegung – sowie ein elektronisch geregeltes<br />

Aktiv-Fahrwerk lieferbar.<br />

Als Benziner ist zunächst ausschließlich die<br />

AMG-Variante mit einem 320 kW/435 PS<br />

starken, doppelt aufgeladenen Reihensechszylinder,<br />

spezifischen Design-Merkmalen,<br />

Wankstabilisierung Active Ride Control<br />

und Sportlenkung im Angebot. Wie bei den<br />

anderen GLE-Versionen soll außerdem ein<br />

Plug-in-Hybrid folgen.<br />

MERCEDES-BENZ<br />

137


Renault Clio<br />

Besser denn je<br />

Seit fast drei Jahrzehnten ist der Renault Clio der Bestseller im Renault-Programm und Europas<br />

meistverkaufter Kleinwagen. Mit der fünften Generation hebt Renault den Clio in allen Bereichen auf<br />

ein neues Niveau.<br />

138<br />

Die Neuauflage des bereits rund 15 Millionen<br />

Mal verkauften Bestsellers kombiniert<br />

mit der Weiterentwicklung der typischen<br />

Clio-Linienführung und der komplett neuen<br />

Interieurgestaltung Evolution und Revolution.<br />

Kennzeichen sind das dynamische<br />

Äußere sowie das fahrerorientierte Cockpit<br />

mit einem der größten Touchscreens seiner<br />

Klasse, hoher Qualitätsanmutung und<br />

modernen Technologien. Der Clio feiert<br />

seinen Marktstart in Deutschland am 21.<br />

September. Wahlweise vier Benzinmotoren<br />

zwischen 65 und 130 PS sind im Angebot.<br />

Ein Hybrid mit zwei Elektromotoren folgt<br />

im kommenden Jahr.<br />

Optisch trumpft der Clio als unverkennbarer<br />

Bruder des Mégane auf – mit ausdrucksstarkem,<br />

tief nach unten gezogenem<br />

Kühlergrill und C-förmigen Leuchten, die<br />

jetzt serienmäßig als LED ausgeführt sind.<br />

Die kurzen Überhänge vorn und hinten sowie<br />

die ansteigende Fensterlinie mit dem<br />

typischen Knick kurz vor der C-Säule kennt<br />

man vom Vorgänger.<br />

Ganz nebenbei setzt der Clio auch dem<br />

Trend zum Längenwachstum ein Ende: Waren<br />

seine Ahnen über vier Generationen von<br />

3,70 auf 4,06 Meter gewachsen, so ist er jetzt<br />

DER AUTOBAHN- UND STAUASSISTENT ERMÖGLICHT<br />

TEILAUTOMATISIERTES FAHREN AUF MEHRSPURIGEN<br />

STRASSEN<br />

RENAULT<br />

einen guten Zentimeter kürzer als der direkte<br />

Vorgänger. Doch das hat nichts mit Verzicht<br />

zu tun: Innen gibt es sogar mehr Platz als<br />

bisher, abzulesen an den Zuwächsen bei<br />

Knie- und Ellbogenfreiheit oder am Kofferraumvolumen,<br />

das im Vergleich zum Vor-<br />

gänger von 300 auf 340 Liter angewachsen<br />

ist. Zu verdanken ist die verbesserte Raumaufteilung<br />

auch der neuen Plattform, auf<br />

der der Clio als erstes Modell der Allianz<br />

von Renault, Nissan und Mitsubishi basiert<br />

– und die auch für eine Gewichtseinsparung<br />

von rund 50 Kilogramm verantwortlich ist.<br />

Innen will der Franzose aber nicht nur mit<br />

viel Platz punkten: Im fahrerorientierten<br />

Cockpit sollen die klare Gestaltung von Displays<br />

und Reglern sowie die höhere Anordnung<br />

von Mittelkonsole und Schalthebel<br />

eine ergonomische und leichte Bedienung<br />

fördern. Je nach Ausstattung ersetzt eine


• mehr Platz, weniger Gewicht<br />

• Multimediasystem mit großem Touchscreen<br />

• vier Benziner zum Marktstart – Hybrid folgt<br />

elektronische Parkbremse den klassischen<br />

Handbremshebel. Zudem gibt es eine Ablage<br />

zum induktiven Aufladen des Smartphones.<br />

Dieses lässt sich in das optionale Multimedia-<br />

und Navigationssystem „Easy Link“<br />

einbinden, das unter anderem mit einem<br />

23,6 Zentimeter großen Touchscreen mitten<br />

in der Armaturentafel erhältlich ist.<br />

Für den Vortrieb stehen zum Marktstart vier<br />

Motoren zur Wahl. Den Einstieg bilden zwei<br />

1,0-Liter-Sauger-Dreiyzlinder mit 48 kW/<br />

65 PS und 54 kW/73 PS, Toptriebwerk ist<br />

ein 1,3-Liter-Vierzylinder-Turbo mit 96 kW/<br />

130 PS, der an ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe<br />

gekoppelt ist. Erste Wahl bei<br />

den Kunden dürfte der 74 kW/100 PS starke<br />

Dreizylinder-Turbo werden, dessen Mischung<br />

aus Spritzigkeit und Effizienz für die<br />

meisten Alltagseinsätze mehr als ausreichen<br />

sollte. Im Schnitt soll sich das Triebwerk mit<br />

4,4 Litern je 100 Kilometer begnügen. Als<br />

Alternative zum Fünfgang-Handschalter<br />

folgt später noch eine stufenlose CVT-Automatik,<br />

deren simulierte Gangwechsel der<br />

Schaltcharakteristik von Wandlergetrieben<br />

nachempfunden sind.<br />

Anfang 2020 erhält der Clio zusätzlich eine<br />

Hybrid-Variante. Diese besteht aus einer<br />

1,2 kWh starken Batterie, zwei Elektromotoren<br />

(36 kW/49 PS und 15 kW/20 PS) sowie<br />

einem 1,6-Liter Benziner mit 66 kW/90 PS<br />

und kommt auf eine Systemleistung von<br />

rund 130 PS. Im Stadtverkehr soll der Hybrid-Clio<br />

bis zu 80 Prozent der Strecken rein<br />

elektrisch zurücklegen können.<br />

EINE HYBRID-VERSION MIT ZWEI ELEKTROMOTOREN<br />

KOMMT ANFANG 2020<br />

Eine weitere Neuheit ist voraussichtlich<br />

bereits ab Ende <strong>2019</strong> verfügbar: der Autobahn-<br />

und Stauassistent, der teilautomatisiertes<br />

Fahren mit Beschleunigen, Bremsen<br />

und Lenken auf mehrspurigen Straßen in<br />

die Kleinwagenklasse bringt. Das System<br />

wird für die Topmotorisierung angeboten<br />

und ergänzt das umfassende Spektrum an<br />

Sicherheits- und Assistenzfunktionen, die<br />

Renault unter dem Begriff „Easy Drive“ zusammenfasst.<br />

Dazu zählen unter anderem<br />

ein Notbremsassistent mit Fußgängererkennung,<br />

ein Toter-Winkel-Warner, ein Spurhalte-Assistent,<br />

eine Verkehrszeichenerkennung<br />

und die neue 360-Grad-Kamera, die<br />

das Einparken und Manövrieren auf engem<br />

Raum erleichtert.<br />

RENAULT<br />

139


Opel Corsa<br />

Die sechste Generation des Kleinwagens basiert auf einer komplett neuen Plattform – und<br />

das hat viele positive Folgen. Denn der neue Corsa ist leicht, windschnittig und bietet eine<br />

ungeahnte Antriebsvielfalt.<br />

Neustart für den Opel Corsa: Mit der sechsten<br />

Modellgeneration, die auf der <strong>IAA</strong> debütiert,<br />

beginnt für den Dauerbrenner eine<br />

neue Ära. Nach dem Eigentümerwechsel<br />

von GM zur PSA-Gruppe steht der Corsa<br />

erstmals auf der Kleinwagen-Plattform der<br />

Franzosen. Und das hat einige begrüßenswerte<br />

Folgen: Denn der neue Corsa F ist<br />

nicht nur deutlich leichter geworden, sondern<br />

wenige Monate nach dem Marktstart<br />

auch als rein batterieelektrische Variante<br />

ZEHN PROZENT WENIGER GEWICHT: DER NEUE<br />

CORSA F IST DEUTLICH LEICHTER GEWORDEN<br />

erhältlich. Die technische Verwandtschaft zu<br />

seinen neuen französischen Modellbrüdern<br />

sieht man dem Corsa dabei nicht an, die<br />

Neuauflage bewahrt sich einen eigenständigen<br />

Auftritt mit klarer Opel-Handschrift.<br />

Keine 1.000 Kilogramm bringt das neue, zu<br />

Preisen ab 13.990 Euro erhältliche Modell in<br />

der leichtesten Variante auf die Waage: Das<br />

sind 108 Kilogramm weniger als die vergleichbare<br />

Version der Vorgänger-Baureihe.<br />

Zur Gewichtsreduzierung tragen unter anderem<br />

eine leichtere Rohkarosserie (minus<br />

40 Kilogramm) sowie eine Aluminiumhaube<br />

(minus 2,4 Kilogramm) bei, auch Sitze<br />

und Motoren sind leichter geworden.<br />

• sechste Generation des Opel-Kleinwagens<br />

• Basismodell bleibt unter 1.000 Kilogramm<br />

• adaptives LED-Matrix-Licht verfügbar<br />

140<br />

OPEL


Weniger Gewicht bedeutet mehr Effizienz –<br />

ebenso wie die Tatsache, dass der neue Corsa<br />

mit einem Luftwiderstandsbeiwert von<br />

c W 0,29 und der verringerten Stirnfläche zu<br />

den aerodynamischsten Autos seiner Klasse<br />

gehört. Neben dem weitgehend verkleideten<br />

Unterboden trägt dazu auch die aktive Luftklappe<br />

im Kühlergrill bei – ein Feature, das<br />

man sonst vorwiegend aus höherklassigen<br />

Autos kennt. Die Klappe öffnet bei großem<br />

Kühlbedarf des Motors – etwa beim Stopand-Go<br />

– und schließt, wenn sich dieser Bedarf<br />

verringert. Stattdessen wird der Luftstrom<br />

dann zu den Fahrzeugseiten geleitet,<br />

was die Windschlüpfrigkeit des Fahrzeugs<br />

verbessert.<br />

Highlight der Antriebspalette ist zweifellos<br />

die rein elektrische Variante im Corsa-e<br />

(siehe Seite 72), aber auch die konventionellen<br />

Optionen können sich mit Spritzigkeit<br />

und Wirtschaftlichkeit sehen lassen. Zur<br />

Wahl stehen ein 1,2-Liter-Dreizylinder-Benziner<br />

in drei Ausbaustufen als Sauger und<br />

Turbo (55 kW/75 PS, 74 kW/102 PS und<br />

96 kW/130 PS) sowie ein 1,5-Liter-Diesel<br />

mit 74 kW/100 PS, die Verbrauchswerte<br />

liegen zwischen 3,2 und 4,6 Litern je 100<br />

Kilometer.<br />

Insbesondere die beiden Turbo-Benziner –<br />

optional bzw. in der stärkeren Ausführung<br />

sogar serienmäßig mit Achtstufen-Automatik<br />

– punkten mit lebhafter Leistungsentfaltung<br />

schon bei niedrigen Drehzahlen, was<br />

im Alltag zu einer entspannten Fahrweise<br />

beiträgt. Beim Diesel sorgt eine aufwendige<br />

Abgasreinigung mit SCR-Katalysator und<br />

AdBlue-Einspritzung für gesetzeskonforme<br />

Emissionswerte. Insgesamt erfüllt der neue<br />

Corsa je nach Motorisierung die Abgasnorm<br />

Euro 6d bzw. 6d-Temp.<br />

Der Corsa wird in vier Ausstattungsvarianten<br />

angeboten. Je nach Komfortniveau<br />

gehören unter anderem ein sechsfach einstellbarer<br />

Komfort-Beifahrersitz, eine Armlehne<br />

mit Ablagefach sowie LED-Scheinwer-<br />

fer oder Sportsitze zur Serienumfang. Die<br />

sportliche Version GS-Line startet ab knapp<br />

20.000 Euro, die auf Komfort setzende Linie<br />

„Elegance“ kostet ab 17.850 Euro. Außerdem<br />

offeriert Opel Extras wie adaptives<br />

LED-Matrix-Licht, Massagesitze und vielfältige<br />

Personalisierungsmöglichkeiten wie<br />

ein volldigitales Cockpit oder Zweifarbenlackierung.<br />

Ebenfalls Einzug halten moderne<br />

Infotainment-Systeme, die in der Topversion<br />

mit einem 10-Zoll-Farb-Touchscreen kombiniert<br />

werden.<br />

Die Sicherheitsausstattung umfasst in allen<br />

Modellen einen Frontkollisionswarner mit<br />

Fußgängererkennung, Geschwindigkeitsregler<br />

und -begrenzer, einen Spurhalte-Assistenten<br />

und eine Verkehrszeichenerkennung.<br />

Hinzu kommen je nach Ausstattung<br />

ein Toter-Winkel-Warner, Einparkhilfen,<br />

eine 180-Grad-Panorama-Rückfahrkamera<br />

sowie ein sensorüberwachter Flankenschutz,<br />

der beim Rangieren auf engem Raum vor<br />

seitlichen Hindernissen warnt.<br />

IM TOP-BENZINER IST DIE NEUE ACHTGANG-<br />

AUTOMATIK SERIENMÄSSIG<br />

OPEL<br />

141


Opel Astra<br />

Sparsamere Motoren, neue Getriebe, optimierte Aerodynamik und mehr Ausstattung:<br />

Die aktuelle Generation des Opel Astra fährt mit umfangreichen Modifikationen in die<br />

zweite Hälfte des Modellzyklus.<br />

Das nennen wir mal ein echtes Update: Zur<br />

Hälfte des Modellzyklus hat Opel die gesamte<br />

Motorenpalette des Astra erneuert. Statt<br />

der bisherigen Vierzylinder arbeiten nun<br />

ausnahmslos Dreizylinder-Triebwerke unter<br />

der Motorhaube des Rüsselsheimer Kompaktwagens.<br />

Die fünf Turbo-Benziner und<br />

-Diesel sind 1,2 bis 1,5 Liter groß, leichter als<br />

ihre Vorgänger mit vier Töpfen und decken<br />

eine Leistungsspanne von 77 kW/105 PS<br />

bis 107 kW/145 PS ab.<br />

Während eine gegenläufige Ausgleichswelle<br />

die bei Dreizylindern schon mal auftretenden<br />

Vibrationen minimiert und die Laufkultur<br />

auf Vierzylinder-Niveau hebt, hat<br />

Opel Verbrauchseinsparungen von bis zu<br />

21 Prozent errechnet; der Durchschnitt liegt<br />

jetzt zwischen 3,6 und 4,8 Liter je 100 Kilometer.<br />

Benzinpartikelfilter und SCR-Abgasreinigung<br />

sorgen für die Einhaltung der<br />

Euro-6d-Grenzwerte, ein Start-Stopp-System<br />

gehört in allen Motorisierungen zum<br />

Standardumfang.<br />

DIE NEUEN MOTOREN<br />

ERFÜLLEN DIE ABGAS-<br />

NORM EURO 6D<br />

Auch das Getriebeprogramm des Kompaktmodells<br />

wurde komplett erneuert. Eine manuelle<br />

Sechsgang-Schaltung ist überall jetzt<br />

Serie, im Benziner mit 1,4 Liter Hubraum<br />

sorgt ein stufenloses Automatikgetriebe für<br />

die Kraftübertragung, bei dem der Fahrer<br />

sich wahlweise auch manuell durch die<br />

sieben elektronischen Abstufungen schalten<br />

kann. In Verbindung mit dem leistungsstärkeren<br />

1,5-Liter-Turbodiesel hält außerdem<br />

eine neue Neunstufen-Automatik Einzug in<br />

den Astra; sie feiert damit Premiere bei Opel<br />

und soll mit besonders sanften Gangwechseln<br />

überzeugen.<br />

Zur weiteren Senkung von Verbrauch und<br />

Emissionen wurde zudem Feinschliff im<br />

142<br />

OPEL


• mit drei statt vier Zylindern deutlich sparsamer<br />

• erstmals mit Neunstufen-Automatik<br />

• Standard- und Sportfahrwerk optimiert<br />

Windkanal betrieben. Modifikationen an<br />

der Motorraumabdeckung, am Kühlergrill,<br />

an der Hinterachse und im Bereich des Unterbodens<br />

reduzieren Verwirbelungen auf<br />

ein Minimum, optimieren den Luftstrom<br />

und senken damit den Luftwiderstand. Hier<br />

gehören sowohl das fünftürige Schrägheck<br />

als auch der Kombi Sports Tourer nun zu<br />

den Fahrzeugen mit dem niedrigsten c W-<br />

Wert im Segment.<br />

Optimiert wurde auch das Fahrwerk: Während<br />

der Astra mit neuen Stoßdämpfern<br />

nun noch komfortabler abrollt, wurde auch<br />

das optionale Sportfahrwerk mit strafferen<br />

Dämpfern, direkterer Lenkung und modifizierter<br />

Hinterachse neu abgestimmt.<br />

Zudem halten jede Menge neue Technologien<br />

Einzug: zum Beispiel eine kleinere und<br />

leistungsfähigere Frontkamera, die neben<br />

Fahrzeugen nun auch Fußgänger und noch<br />

mehr Verkehrszeichen erkennt, eine digitale<br />

Rückfahrkamera, die ein noch schärferes<br />

Bild vom Geschehen hinter dem Fahrzeug<br />

liefert, eine digitale Tacho-Ansicht, eine<br />

e-Call-Notruffunktion und eine kabellose<br />

Ladevorrichtung für Smartphones.<br />

Weiterhin verfügbar sind Extras wie das<br />

LED-Matrix-Licht, das die Leuchtweite<br />

der Scheinwerfer automatisch den äußeren<br />

Bedingungen anpasst, eine adaptive Geschwindigkeitsregelung,<br />

ein High-End-<br />

Soundsystem von Bose sowie eine Auswahl<br />

verschiedener Infotainmentsysteme<br />

mit Smartphone-Einbindung – bis hin<br />

zum Top-Gerät Multimedia Navi Pro mit<br />

8 Zoll großem Farb-Touchscreen und vernetzten<br />

Navigations-Diensten.<br />

Als wichtigste Neuerung im normalen Autofahrer-Alltag<br />

könnte sich derweil ein ganz<br />

anderes Feature erweisen: An kalten Wintertagen<br />

sorgt künftig die beheizbare Windschutzscheibe<br />

auf Knopfdruck für schnellen<br />

Durchblick ohne Beschlag.<br />

FEINSCHLIFF IM WINDKANAL SENKT LUFTWIDER-<br />

STAND UND VERBRAUCH<br />

OPEL<br />

143


Hyundai Kona Hybrid<br />

Mit doppeltem<br />

Antrieb<br />

Hyundai erweitert die Motorenpalette des Kona: Das City-SUV ist<br />

jetzt auch mit Hybridantrieb verfügbar.<br />

• neue Hybridvariante<br />

für das City-SUV<br />

• 4,3 Liter Verbrauch,<br />

99 g/km CO 2<br />

• Eco-Driving Assistant<br />

hilft beim Sparen<br />

HYUNDAI NEXO<br />

Brennstoffzelle für<br />

die Langstrecke<br />

Mit dem Nexo hat Hyundai bereits<br />

die zweite Generation eines emissionsfreien<br />

Brennstoffzellenantriebs im<br />

Programm. Auch der Nexo ist im<br />

Grunde ein Elektroauto – aber eines,<br />

das seinen Strom an Bord selbst produziert.<br />

In der Brennstoffzelle<br />

wird mit Hilfe des mitgeführten Wasserstoffs<br />

sowie Sauerstoff elektrische<br />

Energie erzeugt, die den 120 kW/<br />

163 PS starken Elektromotor antreibt.<br />

Drei Hochdrucktanks mit insgesamt<br />

knapp 157 Litern Volumen speichern<br />

genug Wasserstoff für über 750 Kilometer<br />

Reichweite, sodass der Nexo<br />

den lokal emissionsfreien Antrieb<br />

eines batterieelektrischen Autos mit<br />

dem Komfort und der Langstreckentauglichkeit<br />

eines konventionellen<br />

Fahrzeugs verbindet.<br />

144<br />

Hyundai treibt die Elektrifizierung seines<br />

Modellprogramms mit durchaus beeindruckender<br />

Konsequenz weiter voran. Neben<br />

den zwei vollelektrischen Varianten – und<br />

natürlich den klassischen Verbrennern – gibt<br />

es das City-SUV Kona jetzt auch als Hybrid.<br />

Die neue Antriebsoption kombiniert den<br />

77 kW/105 PS starken 1,6-Liter-GDI-Vierzylinder-Benzinmotor<br />

mit einem Elektromotor<br />

(32 kW/44 PS). Die beim Rollen oder<br />

HYUNDAI<br />

Abbremsen erzeugte Rekuperationsenergie<br />

wird in einer 1,56-kWh-Lithium-Ionen-<br />

Polymer-Batterie zwischengespeichert. Den<br />

Kraftstoffverbrauch gibt der Hersteller mit<br />

4,3 Liter je 100 Kilometer an, die CO 2-Emissionen<br />

liegen bei 99 g/km.<br />

AUF WUNSCH AN BORD<br />

IST DAS NEUE TELEMATIK-<br />

SYSTEM BLUELINK<br />

Dass Effizienz immer auch mit vorausschauendem<br />

Fahren zu tun hat, beweist der<br />

Eco-Driving Assistant, der im optionalen<br />

10,25-Zoll-Navigationspaket enthalten ist.<br />

Das System steuert das Laden und Entladen<br />

des Akkus in Abhängigkeit vom Routenprofil.<br />

Bei aktivierter Routenführung macht es<br />

den Fahrer zudem frühzeitig auf Sparpotenziale<br />

aufmerksam. So kann dieser beispielsweise<br />

vor engen Biegungen frühzeitig vom<br />

Gas gehen.<br />

Doch beim Kona Hybrid geht es nicht allein<br />

ums Sparen: Zusammen produzieren die<br />

Motoren eine Systemleistung von 104 kW/<br />

141 PS und ein maximales Drehmoment<br />

von 265 Nm, was in Verbindung mit dem serienmäßigen<br />

Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe<br />

für ein dynamisches Fahrerlebnis<br />

sorgen soll. Über Schaltwippen am Lenkrad<br />

kann der Fahrer die Gänge dabei auch manuell<br />

wechseln.<br />

Hyundai bietet den Kona Hybrid in den drei<br />

Ausstattungslinien Trend, Style und Premium<br />

zu Preisen ab 26.900 Euro an; das<br />

Navigationspaket inklusive 10,25-Zoll-<br />

Touchscreen, Verkehrszeichenerkennung,<br />

Eco-Assistent und Telematik-System Bluelink<br />

kostet jeweils 1.300 Euro Aufpreis. Eigenständige<br />

Akzente setzt das Hybridmodell<br />

unter anderem durch die exklusive Lackierung<br />

Blue Lagoon mit schwarz abgesetztem<br />

Dach, neuen Leichtmetallrädern in 16 und<br />

18 Zoll, weißen Applikationen im Innenraum<br />

sowie schwarzen Stoffsitzen mit weißen<br />

Nähten.


• limitierte Top-Version<br />

des Kompaktsportlers<br />

• Karbon-Elemente<br />

senken Fahrzeuggewicht<br />

• Aerodynamik weiter<br />

verbessert<br />

Hyundai i30 N Project C<br />

Leichter, tiefer, schärfer<br />

Zur <strong>IAA</strong> legt Hyundai eine verschärfte Version des i30 N auf. Vor allem deutsche Kunden hat der<br />

Hersteller mit dem Project C im Visier.<br />

Der i30 N ist das schnellste Pferd im<br />

Hyundai-Stall: Das in Korea entwickelte<br />

und ausgiebig auf der Nordschleife des<br />

Nürburgrings erprobte Hochleistungsmodell<br />

ist konsequent auf Fahrspaß getrimmt.<br />

Ein 202 kW/275 PS starker Turbomotor, ein<br />

Sportfahrwerk mit adaptiven Dämpfern,<br />

eine Launch Control für besonders schnelle<br />

und verlustfreie Starts, eine elektrisch geregelte<br />

Differenzialsperre und ein Getriebe<br />

mit Zwischengasfunktion machen den<br />

i30 N nicht nur zu einem äußerst potenten<br />

Alltagsbegleiter, sondern qualifizieren<br />

ihn auch zu ambitionierten Runden auf der<br />

Rennstrecke.<br />

Dort hat sich auch der Turbo-Vierzylinder<br />

bereits bewährt: Im Rahmen der Entwicklungsarbeiten<br />

stellte er sein Potenzial mehrfach<br />

beim 24-Stunden-Rennen auf dem<br />

Nürburgring unter Beweis. Den i30 N beschleunigt<br />

das Triebwerk in nur 6,1 Sekunden<br />

von null auf 100 km/h, das Spitzentempo<br />

liegt bei 250 km/h.<br />

Jetzt erhält die Baureihe Zuwachs: Auf der<br />

<strong>IAA</strong> zeigt Hyundai mit dem Project C eine<br />

DER TURBOMOTOR HAT SICH MEHRFACH BEIM<br />

24-STUNDEN-RENNEN AUF DEM NÜRBURGRING<br />

BEWÄHRT<br />

nochmals nachgeschärfte und tiefergelegte<br />

Version des Kompaktsportlers. Das limitierte<br />

Modell bietet eine Reihe von Designaktualisierungen<br />

sowie einige technische<br />

Neuerungen, die die Handling-Eigenschaften<br />

nochmals verbessern und den Fahrspaß<br />

weiter steigern.<br />

So tragen Karbon-Elemente sowie die vom<br />

Motorsport inspirierten 19-Zoll-Räder dazu<br />

bei, das Fahrzeuggewicht zu senken. Der i30<br />

N Project C lässt sich dadurch noch präziser<br />

lenken und reagiert schneller auf die Vorgaben<br />

des Fahrers. Auch die aerodynamischen<br />

Eigenschaften wurden verbessert und sorgen<br />

für höhere Fahrstabilität.<br />

Während das N in der Modellbezeichnung<br />

des i30-Topmodells auf das Hyundai-Entwicklungszentrum<br />

Namyang, die Wiege des<br />

kompakten Sportlers, verweist, spielt das C<br />

im Modellnamen der neuen Version auf die<br />

dortige Teststrecke „Area C“ an. 600 Einheiten<br />

der neuen Edition legt Hyundai für ausgewählte<br />

europäische Märkte auf, allein 500<br />

sollen an Kunden in Deutschland gehen.<br />

HYUNDAI<br />

145


• Neue Generation des Hyundai-<br />

Kleinstwagens<br />

• größter Touchscreen seiner Klasse<br />

• zwei Benziner zum Marktstart<br />

Hyundai i10<br />

Der selbstbewusste Floh<br />

Der Hyundai i10 gehört in Deutschland zu den beliebtesten Modellen unter den Minis. Nun bereitet sich<br />

die dritte Generation der Kleinstwagen-Baureihe auf ihren Start vor. Auf der <strong>IAA</strong> feiert die Neuauflage<br />

ihre Weltpremiere.<br />

Der neue Hyundai i10 ist wieder ein echter Europäer. Schon der Vorgänger wurde im hiesigen Forschungs-<br />

und Entwicklungszentrum in Rüsselsheim entworfen und in der Türkei produziert. Auch<br />

das neue Modell ist gezielt auf die Anforderungen der europäischen Kunden und Marktverhältnisse<br />

zugeschnitten.<br />

ZUSÄTZLICHE<br />

OPTISCHE AKZENTE<br />

SETZT DAS IN<br />

SCHWARZ ODER<br />

ROT ABGESETZTE<br />

DACH<br />

Dazu gehört ein sympathischer, aber auch selbstbewusster Auftritt, der sich in geschärften Konturen<br />

und neuen Proportionen manifestiert. Flacher und breiter ist der neue i10 geworden. Damit steht der<br />

3,67-Meter-Floh kraftvoller und satter auf den Rädern. Ein Eindruck, den der breite Kühlergrill mit<br />

integriertem Wabenmuster und flankierenden LED-Tagfahrleuchten verstärkt.<br />

In der Seitenansicht fällt die x-förmige C-Säule ins Auge, die Heckansicht prägen zwei horizontale<br />

Linien, die sich bis zu den Rückleuchten spannen. Zusätzliche optische Akzente setzen auf Wunsch<br />

16-Zoll-Leichtmetallräder und ein in Schwarz oder Rot abgesetztes Dach. Insgesamt stehen zehn<br />

Außenlackierungen in zwanzig Kombinationen zur Verfügung.<br />

146<br />

HYUNDAI<br />

Für optische Breite im Innenraum sorgen die bis in die Türrahmen reichenden Luftausströmer. Das<br />

moderne Ambiente wird darüber hinaus von einem dreidimensionalen Wabenmuster geprägt, das<br />

sich auf einem großen Dekor auf dem Armaturenbrett und in den Türverkleidungen befindet. Vier


DIE NIEDRIGE FENSTERLINIE UND DIE SCHLANKERE<br />

C-SÄULE VERBESSERN DIE RUNDUMSICHT<br />

verschiedene Farbkombinationen bieten<br />

Möglichkeiten zur Personalisierung.<br />

Dank des leicht auf 2,43 Meter gewachsenen<br />

Radstands bietet der als Vier- und Fünfsitzer<br />

lieferbare i10 allen Insassen bequemere<br />

Platzverhältnisse als der Vorgänger. Verbessert<br />

wurde aber auch die Übersicht zu allen<br />

Seiten: Die vorne und hinten nun niedriger<br />

verlaufende Fensterlinie sowie die schlankere<br />

C-Säule sorgen für eine bessere Rundumsicht.<br />

Wer auf Nummer sicher gehen will,<br />

bestellt die optionale Rückfahrkamera dazu.<br />

Kleinkram lässt sich in einem neuen Ablagefach<br />

oberhalb des Handschuhfachs verstauen,<br />

die um knapp drei Zentimeter abgesenkte<br />

Ladekante erleichtert das Be- und<br />

Entladen des Kofferraums, der 252 Liter Fassungsvermögen<br />

bietet. Der Kofferraumboden<br />

ist höhenverstellbar, die Rücksitze lassen<br />

sich mit einer Hand umklappen.<br />

matisiertes Schaltgetriebe verfügbar. Eine<br />

Start-Stopp-Funktion ist serienmäßig, weiterer<br />

Sprit lässt mit dem Eco-Paket mit längerer<br />

Getriebeübersetzung, vier Sitzen und<br />

14-Zoll-Rädern sparen.<br />

Maßstäbe in seiner Klasse will der i10 vor<br />

allem in Sachen Konnektivität setzen. Der<br />

farbige 8-Zoll-Touchscreen des Infotainmentsystems<br />

ist laut Hyundai der größte in<br />

der Klasse, das Smartphone wird per Apple<br />

CarPlay und Android Auto mit dem Bordsystem<br />

verbunden und auf Wunsch kabellos<br />

geladen. In Kombination mit dem Navigationspaket<br />

sind das Telematiksystem Bluelink<br />

und ein Abonnement für die Hyundai<br />

Live-Services mit Echtzeit-Verkehrs- und<br />

Wetterinformationen enthalten. Das neue<br />

Bluelink bietet zusätzliche Komfort- und<br />

Suchfunktionen und ermöglicht die Ansteuerung<br />

bestimmter Fahrzeugfunktionen per<br />

App (mehr dazu auf Seite 95).<br />

Multifunktionskamera in der Frontscheibe<br />

neben anderen Fahrzeugen auch Fußgänger<br />

erkennt, der aktive Spurhalteassistent,<br />

der notfalls automatisch Lenkkorrekturen<br />

durchführt, um das Fahrzeug in der Spur<br />

zu halten, ein Aufmerksamkeitswarner, der<br />

Anzeichen für Übermüdung und Ablenkung<br />

erkennt, eine Verkehrszeichenerkennung<br />

und ein Fernlichtassistent, der automatisch<br />

zwischen Fern- und Abblendlicht<br />

wechselt.<br />

Die Antriebspalette besteht zunächst aus<br />

zwei Benzinern: einem 1,0-Liter-MPi-Dreizylinder<br />

mit 49 kW/67 PS und einem 1,2-Liter-MPi-Vierzylinder<br />

mit 64 kW/84 PS.<br />

Beide Motoren werden mit Fünfgang-Schaltung<br />

geliefert, alternativ ist auch ein auto-<br />

Umfassend fällt auch die Sicherheitsausstattung<br />

aus. So lässt sich der neue i10 mit<br />

zahlreichen Smart-Sense-Assistenzsystemen<br />

ausrüsten, die zur Unfallvermeidung beitragen.<br />

Zum Umfang zählen unter anderem<br />

ein Frontkollisionswarner, der mit einer<br />

HYUNDAI<br />

147


Honda CR-V Hybrid<br />

Souveräner Sparer<br />

Bei den meisten Hybriden unterstützt der E-Motor den Verbrenner nur – in der Regel beim Anfahren<br />

oder Beschleunigen. Honda geht mit seinem CR-V einen anderen Weg. Der ist ungewöhnlich, aber der<br />

Aufwand lohnt sich.<br />

Mit der neuen Generation des CR-V bietet<br />

Honda in Europa erstmals ein SUV mit<br />

Hybridantrieb an. Die Kombination aus<br />

E-Motor und Benziner ergänzt die einzige<br />

Alternative, den 1,5-Liter-Benziner mit 173<br />

oder 193 PS. Einen Diesel hat die japanische<br />

Marke für das 4,60 Meter lange Fahrzeug<br />

nicht mehr im Angebot: Künftig soll der<br />

Hybrid für das Sparprogramm verantwortlich<br />

sein.<br />

einen eigenen Weg. Und der geht so: Statt<br />

eines kleinen E-Motors gibt es eine starke<br />

Variante, die es auf eine Maximalleistung von<br />

135 kW/185 PS bringt. Da wird schon klar,<br />

dass der Motor nicht nur zur Unterstützung<br />

des Benziners gedacht ist. Vielmehr ist es<br />

genau umgekehrt. Das Elektroaggregat ist für<br />

die Antriebsarbeit verantwortlich. Der ebenfalls<br />

mit 2,0 Liter Hubraum und 107 kW/<br />

145 PS nicht gerade schwachbrüstige Otto-<br />

Streng genommen hat so ein CR-V also am<br />

Ende der Kraft-Kette einen elektrischen Antrieb<br />

und kann auf ein klassisches Getriebe<br />

verzichten. Das Drehmoment wird stufenlos<br />

mit Hilfe des Elektromotors geregelt. Die<br />

Batterie fällt klein aus, sie speichert Strom<br />

für rund zwei Kilometer elektrische Reichweite.<br />

DIE AUSLEGUNG DES CR-V FÖRDERT EINE GELASSENE<br />

UND SPARSAME FAHRWEISE<br />

148<br />

Dieses i-MMD Hybridsystem ist allerdings<br />

nicht mit den gängigen Doppelantrieben á<br />

la Toyota Prius zu vergleichen, Honda geht<br />

HONDA<br />

motor kümmert sich in erster Linie um die<br />

Energieerzeugung und produziert mit Hilfe<br />

eines Generators den Strom.


• erstes Honda-SUV mit Hybridantrieb in Europa<br />

• Hybrid mal anders: der Benziner unterstützt<br />

den E-Motor<br />

• mit Front- und Allradantrieb verfügbar<br />

So setzt sich der Hybrid am Start wie erwartet<br />

rein elektrisch und damit flüsterleise in<br />

Bewegung. Also fast: Bei heruntergelassenem<br />

Fenster ist eine leise Tonfolge zu hören,<br />

die Fußgänger und Radfahrer auf das<br />

Auto aufmerksam machen soll. Sobald das<br />

Gaspedal fester durchgedrückt wird, springt<br />

auch der Benziner an – zunächst aber eben<br />

nur um für den E-Motor Strom zu erzeugen.<br />

Für die Frontantriebsversion gibt Honda<br />

einen Normverbrauchswert von 5,3 Litern<br />

an, in Verbindung mit Allrad steigt der Verbrauch<br />

auf immer noch gute 5,5 Liter –<br />

Werte, die sich im Alltag mit zurückhaltendem<br />

Gasfuß durchaus erreichen lassen, auch<br />

weil die Auslegung des CR-V eine gelassene<br />

Fahrweise fördert.<br />

So pendelt man sich auf der Autobahn quasi<br />

automatisch zwischen Tempo 100 und 140<br />

ein. In diesem Bereich ist das SUV angenehm<br />

leise und präsentiert sich als komfortabler<br />

Gleiter. Und hier kann es passieren,<br />

dass der Benziner mal direkt in den Vortrieb<br />

eingreift. Es gibt nämlich eine Überbrückungskupplung,<br />

über die die Kraft bei hoher<br />

Leistungsanforderung doch noch direkt<br />

an die Antriebsräder geleitet wird.<br />

OPTISCH WIRKT DER<br />

CR-V TROTZ SEINER<br />

GRÖSSE ZURÜCK-<br />

HALTEND UND AUF<br />

SYMPATHISCHE ART<br />

SOLIDE<br />

Abgesehen von seinem außergewöhnlichen<br />

Antriebskonzept gibt sich der CR-V Hybrid<br />

aber bescheiden. Optisch wirkt er trotz<br />

seiner Größe zurückhaltend und auf sympathische<br />

Art solide. Weit öffnende Türen<br />

erlauben einen bequemen Zugang zum Innenraum,<br />

wo er viel Raum für die Passagiere<br />

in beiden Sitzreihen und einen großen Kofferraum<br />

mit 500 Litern Fassungsvermögen<br />

bietet, der sich bei Bedarf und unter Verzicht<br />

auf die Fondplätze auf fast 1.700 Liter erweitern<br />

lässt. Anders als die Benziner lässt sich<br />

das Hybridmodell nicht zum Siebensitzer<br />

mit dritter Sitzreihe aufrüsten.<br />

Die Preise für den CR-V Hybrid beginnen<br />

bei 32.790 Euro in der Ausstattung Comfort.<br />

Das umfangreiche Assistenten-Paket Honda<br />

Sensing, LED-Leuchten, das schlüssellose<br />

Zugangssystem Smart Key und 18-Zoll-Räder<br />

sind da schon inklusive. Für die Version<br />

mit Allradantrieb und der mittleren Elegance-Ausstattungsstufe<br />

ruft Honda 37.690<br />

Euro auf.<br />

HONDA<br />

149


Kia XCeed<br />

Zum Crossover gewandelt<br />

Kia baut die Ceed-Familie weiter aus: Nach dem klassischen Fünftürer, dem praktischen Kombi und<br />

dem sportlich-eleganten Shooting Brake ProCeed bringt der neue XCeed nun lifestyliges SUV-Flair<br />

in die Baureihe.<br />

• Crossover-Variante des<br />

Kompaktmodells<br />

• funktional wie ein SUV,<br />

dynamisch wie ein<br />

Kompaktwagen<br />

• ab 2020 auch als Plug-in-<br />

Hybrid<br />

Der Ceed wird zum Crossover: Als Mischung aus sportlicher Schrägheck-Limousine und<br />

klassischem, höher gebautem SUV erweitert der neue XCeed die Kompaktbaureihe des koreanischen<br />

Herstellers. Mit knapp 4,40 Meter Länge und 1,50 Meter Höhe sortiert sich das<br />

neue Modell exakt zwischen dem normalen Ceed und dem Sportage ein – und will das bessere<br />

Raumangebot des Kompakt-SUV mit der höheren Fahrdynamik des Schrägheckmodells<br />

verbinden. Dazu hat Kia das Fahrwerk weiterentwickelt.<br />

Äußere Kennzeichen der neuen Modellvariante sind die für diese immer populärere Fahrzeuggattung<br />

typischen Merkmale wie die dunkle Kunststoff-Beplankung um die Radhäuser,<br />

ein ebenso verzierter Türschweller und ein optischer Unterfahrschutz. Die Bodenfreiheit ist<br />

gegenüber dem Standardmodell um 4,4 auf 18,4 Zentimeter gewachsen, was den XCeed zum<br />

sicheren Befahren von Feldwegen befähigt, ihm vor allem aber die bei vielen Kunden so begehrte<br />

höhere Sitzposition verschafft. Ausgiebigere Ausflüge ins Gelände sind ohnehin nicht<br />

vorgesehen: Ein Allradantrieb ist für den XCeed nicht verfügbar. Je nach Ausführung rollt<br />

der XCeed auf 16 oder 18 Zoll großen Leichtmetallfelgen. Das Farbprogramm umfasst zwölf<br />

Lackierungen, darunter der neue XCeed exklusive Gelbton Quantum Yellow.<br />

DER XCEED DARF SICH ALS ERSTES KIA-MODELL<br />

IN EUROPA MIT EINEM VOLLDIGITALEN KOMBI-<br />

INSTRUMENT SCHMÜCKEN<br />

Seine typischen SUV-Merkmale verbindet der XCeed mit einer überraschend sportlichen<br />

Silhouette, zu deren wichtigsten Bestandteilen die relativ lange Motorhaube und die am Heck<br />

stark abfallende Linie gehören. Sie verleiht dem Crossover ein Coupé-ähnliches Erscheinungsbild,<br />

während die um knapp 3 Zentimeter breitere Karosserie, der größere Lufteinlass in der<br />

Front und das kraftvoll wirkende Heck den robust-muskulösen Charakter des Modells unterstreichen.<br />

Unter die auf Wunsch elektrisch und sensorgesteuert öffnende Heckklappe passen<br />

übrigens 426 Liter – auch das geht schon mehr in Richtung SUV-Segment und übertrifft den<br />

normalen Ceed um 31 Liter. Der in der Höhe verstellbare Gepäckraumboden erleichtert die<br />

Nutzung des Ladeabteils.<br />

150<br />

KIA


Im klassisch eingerichteten Interieur findet<br />

man sich sofort zurecht. Ein Detail allerdings<br />

ist neu: Der XCeed darf sich als erstes<br />

Kia-Modell in Europa mit einem volldigitalen<br />

Kombiinstrument schmücken. Es verfügt<br />

über einen 12,3 Zoll großen, hochauflösenden<br />

Monitor mit gestochen scharfer<br />

Grafik. Der Fahrer kann sich nach eigenem<br />

Geschmack wesentliche Details ins Blickfeld<br />

holen. Als Bildschirm des Infotainmentsystems<br />

fungiert der freistehende Touchscreen,<br />

der oben aus der zum Fahrer geneigten Mittelkonsole<br />

herausragt.<br />

Der XCeed ist zudem als eines der ersten<br />

Kia-Modelle mit dem Online-Dienst Kia<br />

UVO Connect erhältlich, der unter anderem<br />

Echtzeit-Verkehrsinformationen, Wettervorhersagen,<br />

Parkplatzsuche und die Fernabfrage<br />

von Fahrzeuginfos umfasst.<br />

Die Sitzbezüge sind in Stoff, einer Kombination<br />

aus Stoff und hochwertiger Ledernachbildung<br />

oder in Echtleder erhältlich. Zum<br />

Marktstart, der zeitgleich zur <strong>IAA</strong> erfolgt,<br />

wird der XCeed zunächst bis Jahresende in<br />

einer exklusiven Launch Edition mit neuem<br />

Innenraumpaket angeboten. Es beinhaltet<br />

schwarze Sitzbezüge und Türverkleidungen<br />

mit gelben Ziernähten sowie ein Armaturenbrett,<br />

das ebenfalls schwarzglänzende<br />

und gelbe Elemente kombiniert.<br />

ZUM MARKTSTART WIRD DER XCEED IN EINER<br />

EXKLUSIVEN LAUNCH EDITION ANGEBOTEN<br />

Das Motorenangebot entspricht weitgehend<br />

den Schwestermodellen der Baureihe. Zunächst<br />

können die Kunden unter drei Benzinern<br />

und zwei Dieselmotoren wählen, die<br />

ein Leistungsspektrum von 85 kW/115 PS bis<br />

150 kW/204 PS abdecken und sich bis auf<br />

den Einstiegsbenziner 1.0 T-GDI und den<br />

kleinen Diesel optional mit einem Siebenstufen-Doppelkupplungsgetriebe<br />

kombinieren<br />

lassen; Standard ist ein manuelles Sechsgang-Getriebe.<br />

Anfang 2020 will Kia das<br />

Motorenprogramm um 48-Volt-Mild- und<br />

Plug-in-Hybride erweitern.<br />

KIA<br />

151


474<br />

… illegale Autorennen wurden 2018 in Nordrhein-Westfalen<br />

von der Polizei erfasst, 2017<br />

waren es „erst“ 335. Seit 2017 gilt die Teilnahme<br />

an einem solchen Rennen nicht<br />

länger als Ordnungswidrigkeit, sondern<br />

als Straftat.<br />

VERRANNT<br />

152<br />

MELDUNGEN<br />

Dass die Flucht vor einer Polizeikontrolle keine gute Idee ist, sollte eigentlich bekannt sein. Dass eine solche aber auch unter<br />

den seit Oktober 2017 geltenden Straftatbestand „Verbotene Kraftfahrzeugrennen“ fallen kann, musste ein Autofahrer<br />

aus Baden-Württemberg erfahren. Seine Flucht wurde nach dem entsprechenden Paragraf 315 d Abs. 1 Nr. 3 StGB bewertet.<br />

Zudem wurde ihm die Fahrerlaubnis entzogen und sein Führerschein für neun Monate eingezogen.<br />

VERSCHLAFEN<br />

Carsharing-Fahrzeuge sind in Großstädten eine praktische Sache. Einfach<br />

schnell gebucht und gefunden – schon kann es losgehen. Tja, oder auch nicht.<br />

Manche Kunden buchen zwar schnell und steigen auch ein, doch sie fahren<br />

nicht weg. Sie bleiben vielmehr im Fahrzeug an Ort und Stelle. Dieses Phänomen<br />

trat zuerst in der Großraumregion Tokio auf. Die dortigen Carsharing-Anbieter<br />

wunderten sich über zurückgebuchte Fahrzeuge mit keinerlei Kilometerleistung<br />

und gingen auf Ursachensuche. Befragungen ergaben, dass zahlreiche Kunden die Autos zum Schlafen oder für<br />

Büroarbeiten nutzen, weil kommerzielle Schlaf- oder Büroboxen deutlich teurer wären. Auch als Platz für den Verzehr<br />

des im Supermarkt gekauften Mittagessens oder für längere Telefonate sind Carsharing-Fahrzeuge populär. Nicht zuletzt<br />

werden die Autos als Gepäckablage genutzt – wenn die öffentlichen Schließfächer in der Gegend belegt sind.<br />

VERÄNDERT<br />

Zehn Prozent weniger Autofahrer mussten im vergangenen Jahr<br />

wegen „Alkohol hinterm Steuer“ zur Medizinisch-Psychologischen<br />

Untersuchung (MPU), umgangssprachlich besser bekannt<br />

als „Idiotentest“. Das geht aus einem Bericht der Bundesanstalt<br />

für Straßenwesen (BASt) hervor. Insgesamt sank die Zahl aller<br />

MPU-Begutachtungen im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 Prozent auf<br />

rund 87.000. In 36.800 Fällen war Alkohol der Grund für die Untersuchung,<br />

in knapp 25.000 Fällen waren es Verstöße gegen das<br />

Betäubungsmittelgesetz. Deren Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr<br />

um 7,4 Prozent gestiegen.


VERPEILT<br />

Mit der vorschriftsmäßigen und sicheren Unterbringung von<br />

Kindern in Autos nehmen es Eltern in Deutschland oftmals nicht<br />

genau. Wie eine vom Autohersteller Seat in Auftrag gegebene<br />

Umfrage unter 1.000 Eltern ergab, haben 24 Prozent schon<br />

einmal fremde Kinder unter zwölf Jahren ohne Kindersitz im<br />

Auto mitgenommen. Ein weiteres Viertel gab an, nicht altersgerechte<br />

Sitze verwendet zu haben. 16 Prozent haben sogar schon<br />

mindestens einmal einen regulären Kindersitz durch ein Kissen<br />

ersetzt. Gut jeder Zehnte hat zudem vier oder mehr Kinder nebeneinander im Fahrzeug transportiert. Damit wird im<br />

Autoalltag mit Kindern nicht selten gegen geltendes Recht verstoßen. Dieses verlangt, dass der Nachwuchs bis zum<br />

Alter von 12 Jahren und 1,50 Meter Körpergröße im Auto auf einen Kindersitz reisen muss. Mit dieser Regelung will<br />

der Gesetzgeber dem erhöhten Verletzungsrisiko von Kindern bei Unfällen begegnen.<br />

VERDIENST<br />

Ein Deutscher kann man mit seinem Durchschnittsnettogehalt<br />

von 2.439 Euro im Monat 1.740 Liter Treibstoff tanken. Das hat<br />

die E-Commerce-Plattform Picodi errechnet und dabei einen<br />

Durchschnittsliterpreis von 1,40 Euro zugrunde gelegt. Damit liegt<br />

Deutschland im europäischen Ranking auf dem siebten Platz.<br />

Angeführt wird die Statistik von der Schweiz, die das günstigste<br />

Verhältnis vom Preis eines Liters Benzin zum Durchschnittsgehalt<br />

erzielt. Hier lassen sich bei einem monatlichen Einkommen von<br />

umgerechnet 4.605 Euro und bei einem Benzinpreis von rund 1,36<br />

Euro 3.888 Liter tanken. Auf den Rängen Zwei und Drei folgen<br />

Luxemburg und Norwegen mit 2.827 und 1.989 Litern. Schlusslicht<br />

in Europa ist Albanien. Das Durchschnittseinkommen beträgt hier<br />

314 Euro, der Preis für Benzin 1,44 Euro. So können Albaner im<br />

Schnitt nur 218 Liter Benzin erwerben.<br />

153<br />

MELDUNGEN<br />

VEREINT<br />

Auto-Kunden schätzen es, wenn ihre Händler bei der Kundenbetreuung<br />

sowohl in der Werkstatt als auch im Verkauf zur besseren<br />

Transparenz Tablets nutzen. Das hat eine Untersuchung der<br />

amerikanischen Verbraucherorganisation J.D. Power ergeben. Der<br />

durch das Tablet gewährte Einblick in ein Menü mit Service-Optionen<br />

schafft Vertrauen und stärkt die Kundenbindung. Die Studie<br />

empfiehlt aber auch klassisch analoge Vorgehensweisen zur Steigerung<br />

der Kundenzufriedenheit. Händler, die einen Abhol- und<br />

Bringdienst anbieten, werden höher bewertet als solche, die ihre<br />

Kunden das Fahrzeug selbst vorbeibringen lassen.<br />

3.221<br />

Unfälle unter Alkoholeinfluss fanden an einem<br />

Sonntag statt, hat das Statistische Bundesamt<br />

für das Jahr 2018 gerechnet. Samstags waren<br />

es mit 3.163 Unfällen fast genauso viel. Kaum<br />

überraschend: Die wenigsten Alkohol-Unfälle<br />

(1.323) passierten Montags.


536.500<br />

… Autos mit H-Kennzeichen waren im Jahr<br />

2018 auf deutschen Straßen unterwegs. Die<br />

Top-Drei-Modelle sind demnach der VW Käfer<br />

mit 35.258, Mercedes W 123 mit 19.718 und<br />

Porsche 911/912 mit 15.840 Fahrzeugen.<br />

ALTES BLECH?<br />

EINFACH WUNDERSCHÖN!<br />

Besucher der <strong>IAA</strong> können nicht nur ganz neue Modelle und<br />

atemraubenden Studien erkunden, sie haben auch die Möglichkeit,<br />

tief in die Vergangenheit des Automobilbaus einzutauchen.<br />

In Halle 4, also zentral auf dem <strong>IAA</strong>-Gelände gelegen,<br />

findet auf über 11.000 Quadratmetern die Ausstellung „<strong>IAA</strong><br />

Heritage by Motorworld“ statt. Hier schlagen die Herzen von<br />

Oldtimer-Fans höher.<br />

154<br />

MELDUNGEN<br />

KLEINES BLECH?<br />

EINFACH GENIAL!<br />

Wie viele Modellfahrzeuge sich wohl in Deutschland<br />

in Vitrinen, Schubladen, Kisten, hinter<br />

Regalen, unter Sofas, auf Dachböden oder in<br />

Kinderzimmern befinden? Diese Zahl zu ermitteln,<br />

dürfte schwierig sein. Schon die während<br />

der „Automania Modellauto-Sammlerbörse“<br />

gezeigten Exemplare übersteigen die 100.000er<br />

Marke. Und so unterschiedlich wie das typische<br />

Modellauto-Konvolut in deutschen Haushalten<br />

stellt sich auch das Angebot auf der <strong>IAA</strong> dar.<br />

Altes Blech vom Feinsten lädt zum Staunen und Fachsimplen<br />

ein. Sicherlich wird auch die ein oder andere Anekdote ausgetauscht.<br />

Schließlich verleiten solche Fahrzeuge zum Benzingespräch.<br />

Neben klassischen Sportwagen und Hypercars,<br />

Youngtimern und Motorrad-Klassikern sind auch Anbieter<br />

aus den Bereichen Restauration, Pflege und Ersatzteile dabei.<br />

Und wer nicht über das nötige Kleingeld für einen mobilen<br />

Klassiker verfügt, kann sich Literatur über seinen Traumwagen<br />

besorgen. Natürlich kommt auch der entsprechende Lifestyle<br />

nicht zu kurz: Heritage-Uhren und Kleidung werden ebenfalls<br />

ausgestellt.<br />

Günstig bis teuer, Massenproduktion oder<br />

exquisites Einzelstück, in Blech oder Kunststoff<br />

und in den Maßstäben von 1:87 bis zu 1:18 - es<br />

ist alles dabei. Hier werden Kinder- und Sammlerträume<br />

wahr. Außerdem gibt es auch Ersatzteile,<br />

antiquarische Fachliteratur und Prospekte.<br />

Fans der kleinen Fahrzeuge sollten sich unbedingt<br />

am ersten Wochenende der <strong>IAA</strong>, also am<br />

14. und 15. September, auf den Weg in die<br />

Galleria 1 machen. Diese öffnet von 9 bis 19 Uhr<br />

ihre Pforten.<br />

FLOTTES BLECH:<br />

EINFACH RASANT<br />

Das Blech muss nicht immer groß sein, um richtig Spaß zu machen,<br />

wissen alle kleinen und großen Carrera-Fans. Auf der Freifläche<br />

Ost kommen sie auch dieses Jahr wieder auf ihre Kosten.<br />

Die Carrera-Fun-Tour macht Station auf der <strong>IAA</strong> und ermöglicht<br />

spannende Rennen und Wettbewerbe. Zur Wahl stehen verschiedene<br />

Rennbahnen wie etwa die Digital 132. Hier können bis zu<br />

sechs Fahrzeuge gleichzeitig auf einer Bahn fahren und die Gegner<br />

beim Wechseln der Spuren überholen. Und welches Fahrzeug soll<br />

es sein? Ein Langstrecken- oder DTM-Bolide oder doch lieber eines<br />

aus dem Disney-Pixar-Filmen „Cars“? Spaß und Aktion ist immer<br />

garantiert.


Nissan Juke<br />

DER PIONIER WIRD<br />

PRAKTISCHER<br />

Toyota GR Supra<br />

DIE IKONE<br />

KEHRT ZURÜCK<br />

Subaru Forester<br />

KLASSIKER IN<br />

5. GENERATION<br />

Lexus ES Fiat 500 SsangYong Korando


Für jeden was<br />

dabei<br />

Auch wenn der deutsche Automarkt zurzeit nur wenig wächst – bei SUV bleibt<br />

die Nachfrage hoch. In knapp einem Jahrzehnt haben sich die Crossover aus der<br />

Nische zur beliebtesten Fahrzeugklasse hochgearbeitet.<br />

Preisspanne reicht<br />

von gut 10.000<br />

bis weit über<br />

100.000 Euro<br />

RUND 5,5 MILLIONEN SUV und Geländewagen<br />

gibt es bereits auf deutschen Straßen. Und es werden<br />

immer mehr. Der Grund ist einfach: Die kernigen<br />

Crossover sind längst nicht mehr nur bei Förstern<br />

und Landwirten beliebt, sondern haben zuerst die Vororte<br />

und mittlerweile sogar die Citys erobert. Denn<br />

ihre Vorzüge können sie in jedem Gelände ausspielen.<br />

Im laufenden Jahr werden die SUV in Deutschland<br />

erstmals die Schwelle von 30 Prozent Marktanteil an<br />

den Neuzulassungen überschreiten. Das entspricht<br />

mehr als einer Million Fahrzeuge – auch diese Hürde<br />

wurde bislang noch nie gerissen. Noch 2010 lag die<br />

Zahl der Neuwagen aus diesem Segment bei 333.000,<br />

Ende der 1990er-Jahre, kurz vor Beginn des Booms<br />

waren es gerade einmal 68.000 Fahrzeuge, damals in<br />

der Regel echte Geländewagen.<br />

Dass die Crossover heute so beliebt sind, hat auch<br />

damit zu tun, dass sie ihr Offroad-Erbe sukzessive<br />

über Bord geworfen haben. Allradantrieb ist längst<br />

nicht mehr Standard, für viele Modelle ist die traktionsfördernde<br />

Technik sogar überhaupt nicht mehr<br />

zu haben. Sperren und Untersetzungsgetriebe bekommt<br />

man selbst in vielen Luxusmodellen nicht<br />

mehr. Vom kernigen Geländewagen über das Allrad-Familienauto<br />

hat sich das Segment mittlerweile<br />

hin zum Lifestyle-Mobil für die City gewandelt. Die<br />

Preisspanne auf dem Markt reicht von gut 10.000<br />

bis weit über 100.000 Euro, die Abmessungen decken<br />

von innenstadttauglichen knapp 4 Metern bis<br />

zur prestigeträchtigen 5-Meter-Klasse eine ähnliche<br />

Bandbreite ab wie die klassische Limousine.<br />

Gemeinsam ist allen Crossovern eine selbstbewusste,<br />

modische Optik. Ob das Design nun an der<br />

kantigen Nutzfahrzeugoptik der Urahnen festhält<br />

wie etwa beim Suzuki Jimny oder eher sportlichen<br />

Schwung zeigen soll wie der Mercedes GLA, bleibt<br />

dem Geschmack des Käufers überlassen. In jedem


Fall nimmt er auf einem leicht erhöhten Fahrersitz<br />

Platz, was zum einen recht rückenfreundlich ist,<br />

zum anderen eine bessere Übersicht des Verkehrsgeschehens<br />

erlaubt. In Zusammenhang mit Letzterem<br />

steht auch das subjektiv hohe Sicherheitsempfinden,<br />

das durch das bullige Äußere noch weiter gestützt<br />

wird. Beim Platzangebot können viele SUV ebenfalls<br />

punkten, wobei der Abstand zum klassischen Kombi<br />

häufig gar nicht groß ist.<br />

Erkauft wird die höher gelegte Karosserie mit einem<br />

höheren Verbrauch. Vor allem bei hohem Autobahntempo<br />

entwickeln viele SUV erheblichen Durst. Und<br />

auch im Stop-and-go-Verkehr in den Städten fordern<br />

vor allem die großen und schweren Varianten<br />

ihren Tribut. Generell von „Schluckspechten“ zu<br />

sprechen ist aber – zumindest heute – nicht mehr<br />

zutreffend. Vor allem die kleinen und kompakten<br />

Modelle mit Frontantrieb verbrauchen nicht viel<br />

mehr als vergleichbare Limousinen. 58 Prozent oder<br />

217.000 der in den ersten vier Monaten zugelassenen<br />

SUV hatten Frontantrieb. Echte Geländewagen mit<br />

Allradantrieb kommen nur noch auf einen Anteil<br />

von 42 Prozent.<br />

In der Tat sind aktuell vor allem kleine SUV beliebt.<br />

Endete das Angebot noch vor wenigen Jahren mehr<br />

oder weniger bei den Kompakt-Crossovern, kamen<br />

in den vergangenen Jahren verstärkt kleinere Modelle<br />

auf den Markt. Im Grunde handelt es sich dabei<br />

um modische Kleinwagenvarianten, die zudem etwas<br />

mehr Platz und eine leicht höhere Sitzposition<br />

bieten als ihre niedrigeren Verwandten. Allradantrieb<br />

ist in der Regel nicht zu haben, manche Modelle<br />

gleichen das durch elektronische Helfer aus, die<br />

das Fahren auf losem oder rutschigem Untergrund<br />

zumindest ein wenig erleichtern sollen.<br />

Bei einem Volumenhersteller sieht ein typisches<br />

SUV-Portfolio mittlerweile so aus: Einstiegsangebot<br />

ist ein Mini-SUV knapp oberhalb von vier Metern<br />

Länge, in der Regel ohne Allradoption. Darauf folgt<br />

ein kleines Kompaktmodell, gedacht etwa für Paare<br />

oder Kleinfamilien, Allradantrieb ist hier oft schon<br />

zu haben. Größere Familien oder Menschen mit<br />

erhöhtem Platzbedarf sollen zum größeren Kompaktmodell<br />

mit knapp viereinhalb Metern Länge<br />

greifen. Darüber rangiert dann in der Regel ein Mittelklassemodell,<br />

das neben noch mehr Platz häufig<br />

auch eine Option auf eine dritte Sitzreihe bietet. Ein<br />

gutes Beispiel ist VW; bei den Wolfsburgern bilden<br />

die Modelle T-Cross, T-Roc, Tiguan und Tiguan<br />

Allspace das Portfolio-Quartett. Dazu kommt der<br />

Touareg als Luxus-Alternative, wie sie sonst vor allem<br />

die Premiumhersteller anbieten.<br />

In den teuren Segmenten geht der Trend aktuell<br />

zum SUV-Coupé. Neben ihren im Grundsatz<br />

kastenförmigen Standardmodellen bieten viele<br />

Premiumhersteller mittlerweile Varianten mit sport-<br />

157<br />

MARKTSPOT<br />

Erstmals mehr als<br />

eine Million neue<br />

SUV in einem Jahr


Der Diesel bleibt<br />

vor allem in den<br />

großen Klassen<br />

Standard<br />

lich geschnittenem Heckabteil an. Das bietet vor<br />

allem optische Vorteile, die für viele Kunden die<br />

Nachteile bei Gepäckraum und Kopffreiheit mehr<br />

als aufwiegen. Wie auch bei echten Coupés zählt das<br />

Prestige mehr als die Praxis – allerdings bleiben die<br />

kupierten SUV immer noch sehr geräumige Autos.<br />

Ein weiterer Trend in der obersten Preisklasse: Nach<br />

Jahren des Zögerns kommen nun auch immer mehr<br />

traditionsreiche Limousinen- oder Sportwagenmarken<br />

mit Geländewagen auf den Markt. Für gehobene<br />

sechsstellige Beträge gibt es mittlerweile auch bei<br />

Rolls-Royce und Bentley Allradmodelle mit Leder,<br />

Edelhölzern und Motorleistung satt.<br />

Anzahl der Pkw-Neuzulassungen in Deutschland im Jahr 2018<br />

Quelle: KBA, ©Statista <strong>2019</strong><br />

Minis<br />

Kleinwagen<br />

Kompaktklasse<br />

Mittelklasse<br />

Obere Mittelklasse<br />

Oberklasse<br />

131.583<br />

240.349<br />

498.532<br />

755.498<br />

374.611<br />

32.392<br />

Apropos Motor. Der Diesel mit seinen sparsamen<br />

Manieren ist vor allem in den großen Klassen weiterhin<br />

Standard. Alternativ haben die meisten Hersteller<br />

Plug-in-Hybridantriebe im Angebot, die zumindest<br />

den Normverbrauch auf Mini-Niveau drücken.<br />

Ab der Kompaktklasse spielen dann Benziner eine<br />

zunehmend wichtige Rolle, häufig ebenfalls elektrifiziert.<br />

Bei asiatischen Herstellern häufig in Form<br />

klassischer Hybride, etwa beim Honda CR-V oder<br />

dem Segments-Pionier Toyota RAV4. Aber auch<br />

der Ottomotor ohne E-Hilfe kann sparsam sein;<br />

viele Hersteller bieten mittlerweile auch recht kleine<br />

Downsizing-Motoren mit deutlich weniger als 2<br />

Litern Hubraum für ihre doch eher großen SUV an.<br />

In der Regel passt das überraschend gut zusammen.<br />

Noch vergleichsweise selten sind rein elektrische<br />

SUV. Neben einigen Luxusmodellen und wenigen<br />

asiatischen Angeboten kommen in den nächsten<br />

Monaten zahlreiche weitere Varianten hinzu, darunter<br />

der DS 3 Crossback oder der iX3 von BMW.<br />

SUV-Interessenten haben es also leicht. Weder beim<br />

Preis noch beim Verbrauch oder der Motorenauswahl<br />

müssen sie Kompromisse machen. Gemeinsam<br />

mit dem weiterwachsenden Angebot dürften die bekannt<br />

positiven Eigenschaften dafür sorgen, dass der<br />

SUV-Boom in Deutschland weiter geht.<br />

SUVs<br />

630.005<br />

Geländewagen<br />

303.499<br />

Sportwagen<br />

40.468<br />

Vans<br />

203.171<br />

Utilities<br />

161.611<br />

Wohnmobile<br />

46.859<br />

Elektrische SUV<br />

sind im Kommen


NISSAN JUKE<br />

Der Pionier<br />

wird praktischer<br />

Reiferer Auftritt, geschärfte Fahrdynamik, neue Technologien:<br />

Die zweite Generation des Nissan Juke steht<br />

in den Startlöchern.<br />

WER HAT‘S ERFUNDEN? In diesem Fall wohl die Japaner: Vor rund neun<br />

Jahren brachte der Nissan Juke SUV-Optik ins Kleinwagensegment und rief<br />

damit die Klasse der sogenannten B-Segment-Crossover ins Leben. Doch<br />

manchmal werden Pioniere von der Flutwelle, die sie auslösen, einfach hinweggespült,<br />

und so ist auch der Juke zuletzt ein wenig aus dem Blickfeld geraten.<br />

Das soll sich nun wieder ändern: In den Startlöchern steht die zweite<br />

Generation des Erfolgsmodells, das einst die Popularität des großen Bruders<br />

Qashqai auf das Segment darunter übertrug.<br />

Seit 2010 hat Nissan über eine Million Einheiten des Juke verkauft, der ja von<br />

Anfang an ein waschechter Europäer war und ist: In der britischen Hauptstadt<br />

London designt und in Sunderland im<br />

Optisch vermittelt Nordosten der Insel gebaut, überzeugte er auf<br />

Anhieb mit einer höchst eigenständigen Persönlichkeit,<br />

einem für ein Fahrzeug mit er-<br />

der neue Juke mehr<br />

Reife und Schärfe höhter Bodenfreiheit durchaus dynamischen<br />

Fahrverhalten und zahlreichen Personalisierungsmöglichkeiten<br />

– auch dies ein Trend,<br />

als der Vorgänger<br />

den der Juke mindestens mitbestimmt hat.<br />

Nun will auch die Neuauflage wieder Maßstäbe setzen. Schlanke, coupéhafte<br />

Linien und bis zu 19 Zoll große Felgen sollen für eine auffällige Mischung<br />

aus Athletik und Eleganz sorgen; wo der erste Juke noch den verspielten, bisweilen<br />

vorwitzigen Charme des Neuankömmlings versprühte, vermittelt der<br />

Nachfolger mehr Reife und Schärfe.<br />

Damit verbunden ist ein sicht- und spürbarer Längenzuwachs um rund sieben<br />

Zentimeter auf 4,21 Meter, auch in Breite und Höhe legt der Juke leicht<br />

zu. Entsprechend ist auch das Platzangebot im Innenraum sowie das Kofferraumvolumen<br />

gewachsen – um 20 Prozent auf nun 422 Liter. Der neue Juke<br />

will eben mehr als ein Designerstück sein, das unterstreicht selbst die breitere<br />

• ZWEITE GENERATION DES<br />

KLEINEN CROSSOVERS<br />

159<br />

• MEHR PLATZ FÜR<br />

PASSAGIERE UND GEPÄCK<br />

• BASIERT AUF NEUER PLATT-<br />

FORM DER ALLIANZ MIT<br />

RENAULT<br />

Kofferraumöffnung, die nun einen leichteren Zugang<br />

zum Gepäckabteil bietet.<br />

Innen warten je nach Ausstattung Schalensitze,<br />

das weiterentwickelte Infotainmentsystem Nissan<br />

Connect und ein Bose-Soundsystem mit je zwei<br />

Lautsprechern in den Kopfstützen der Vordersitze.<br />

Die eingeschränkte Übersichtlichkeit des Vorgängers<br />

wurde von Nissan als Problem erkannt<br />

und verbessert.<br />

Die technische Basis liefert die neue CMF-B<br />

Plattform aus der Allianz mit Renault, die dank<br />

höherer Steifigkeit bessere Handling-Eigenschaften,<br />

höhere Fahrdynamik und mehr Sicherheit<br />

verspricht. Für den Antrieb ist zunächst ein<br />

Turbo-Dreizylinder-Benziner mit 86 kW/117 PS<br />

vorgesehen, der sich mit Sechsgang-Schaltgetriebe<br />

oder Siebengang-Doppelkupplung kombinieren<br />

lässt. Auf Wunsch beherrscht der neue<br />

Juke zudem das teilautomatisierte Fahren auf<br />

Autobahnen mit selbstständigem Beschleunigen,<br />

Bremsen und Lenken.<br />

MARKTSPOT


TOYOTA HYBRIDANTRIEB<br />

Von der Alternative<br />

zur ersten Wahl<br />

Mehr als 13 Millionen Hybridfahrzeuge hat Toyota seit der Premiere des ersten Prius 1997 verkauft,<br />

auf vielen Märkten – auch in Deutschland und Westeuropa – entscheiden sich heute mehr Toyota-<br />

Kunden für ein Fahrzeug mit Hybridantrieb als ohne. In gut 20 Jahren hat sich die Technik zunächst<br />

zur etablierten Alternative entwickelt; heute ist sie für viele die erste Wahl.<br />

IMMER MEHR KUNDEN lassen sich von den Vorzügen der selbstladenden<br />

Technik überzeugen: elektrisches, lokal emissionsfreies und fast lautloses Fahren<br />

verbunden mit den Vorteilen des klassischen Verbrenners. Das bedeutet<br />

uneingeschränkte Reichweiten, kurze Tankzeiten, ausgebaute Infrastruktur.<br />

Zumal die elektrischen Fahranteile überraschend hoch ausfallen: Auf dem<br />

Papier mag man wegen der vergleichsweise kleinen Batterie nur wenige<br />

Kilometer am Stück rein elektrisch schaffen. In der Praxis sieht das jedoch<br />

ganz anders aus: Einer Studie des „Center for Automotive Research and Evolution“<br />

(CARe) an der Universität Guglielmo Marconi in Rom zufolge sind<br />

die Hybridmodelle im Stadtverkehr bis zu 79 Prozent der Zeit rein elektrisch<br />

unterwegs, da der Akku per Rekuperation immer wieder geladen wird.<br />

Während Toyota den Hybridantrieb zunächst ausschließlich in der optisch<br />

eigenständigen Prius-Baureihe anbot, ist heute fast die gesamte Modellpalette<br />

elektrifiziert. Gerade der Kleinwagen Yaris oder jüngst der Crossover<br />

C-HR – Fahrzeuge, die häufiger im Stadtverkehr oder auf kürzeren Strecken<br />

eingesetzt werden und daher besonders von der Elektro-Unterstützung profitieren<br />

– haben mit ihren Hybridvarianten zur Popularisierung beigetragen.<br />

Darüber hinaus hybridisiert der japanische Hersteller auch Allradfahrzeuge,<br />

sportliche Mittelklassemodelle und Luxuslimousinen wie den Lexus LS – nebenbei<br />

unterstreicht dies, wie vielseitig einsetzbar die Technik ist. Ohnehin<br />

sind bei der Premium-Tochter alle Modellreihen mit Hybridantrieb verfügbar,<br />

in Europa verkauft Lexus praktisch kein Fahrzeug mehr, das ausschließlich<br />

per Verbrenner angetrieben wird.<br />

In Sachen CO 2 ist der Hybridantrieb dem Diesel<br />

mindestens ebenbürtig, bei allen anderen<br />

Emissionen – speziell Stickoxide und Rußpartikel<br />

– aber deutlich überlegen. Der neue RAV4<br />

beispielsweise zeigt, wie sich in einer Fahrzeugklasse,<br />

in der Selbstzünder weiterhin eine Rolle<br />

spielen, mit einem Benziner-Hybrid ein ebenso<br />

kraftvoller wie effizienter Antrieb darstellen lässt.<br />

Mit thermischen Wirkungsgraden von über 40<br />

Prozent gehören die Aggregate zu den effizientesten<br />

Verbrennungsmotoren.<br />

Mindestens jeder<br />

zweite Toyota-Kunde<br />

entscheidet sich für<br />

einen Hybrid<br />

Mit der neuen Generation des Corolla liefert<br />

Toyota ein weiteres Beispiel für die Vielseitigkeit<br />

der Antriebstechnik: Die<br />

Kunden haben erstmals die<br />

Wahl zwischen einem besonders<br />

effizienten 1,8-Liter-System<br />

mit 90 kW/122 PS und<br />

einer sportlicheren Version<br />

mit 2,0-Liter-Benziner und<br />

132 kW/180 PS.<br />

Die Wirkung der Elektrounterstützung auf Verbrauch<br />

und Emissionen lässt sich in Zahlen<br />

messen: Schon im vergangenen Jahr unterboten


161<br />

Im Stadtverkehr sind die<br />

Hybridmodelle bis zu<br />

79 Prozent der Zeit rein<br />

elektrisch unterwegs<br />

MARKTSPOT<br />

TOYOTA MIRAI: DER REIZ DES LANGEN STRECKEN<br />

Reisetaugliche Reichweiten ohne lokale Emissionen, dazu der Komfort kurzer Tankstopps:<br />

Diese Verbindung bietet aktuell nur der Brennstoffzellenantrieb. Toyota setzt<br />

hier bereits seit 2014 Maßstäbe. Der Mirai ist die weltweit erste in Großserie gefertigte<br />

Limousine, die mit Wasserstoff betrieben wird. Anstatt den Strom für seinen Elektromotor<br />

in einem schweren Akkupaket zu speichern, hat der Mirai sein eigenes Elektrizitätswerk<br />

an Bord: In der Brennstoffzelle wird durch die Reaktion des mitgeführten<br />

Wasserstoffs mit Sauerstoff elektrische Energie erzeugt – genug für rund 500 Kilometer<br />

Reichweite im Alltagsgebrauch.<br />

Auch wenn die Batterien der Elektroautos inzwischen aufholen: Während die Stromer<br />

lange an der Steckdose hängen, sind die Wasserstofftanks des Mirai in nur drei Minuten<br />

wieder gefüllt. Das Tankstellennetz ist noch nicht flächendeckend, aber die rund 80 Anlagen<br />

sind bundesweit überwiegend in Großstadten und Ballungsgebieten angesiedelt.<br />

Der Ausbau der Infrastruktur ist wie beim Elektroantrieb eine zwingende Voraussetzung<br />

für die Verbreitung der Technik. Potenziale für die Brennstoffzelle sieht Toyota gerade im<br />

Nutzfahrzeugbereich, etwa als Antrieb für Lkw oder Busse.<br />

die in Deutschland neu zugelassenen Hybridfahrzeuge<br />

von Toyota die erst ab 2021 geltenden<br />

CO 2-Grenzwerte von 95 g/km. Im Rahmen des<br />

Umweltprogramms Environmental Challenge<br />

2050 will das Unternehmen den CO 2-Ausstoß<br />

seiner Flotte bis 2050 sogar um 90 Prozent gegenüber<br />

dem Stand von 2010 reduzieren. Allein<br />

mit Hybridfahrzeugen geht das dann zwar nicht,<br />

doch diese liefern die technische Grundlage für<br />

eine konsequente weitere Elektrifizierung der<br />

Modellpalette – und schlagen damit eine Brücke<br />

ins Zeitalter des komplett emissionsfreien<br />

Antriebs. Bis 2025 soll es in allen Modellreihen<br />

elektrifizierte Antriebsoptionen geben, zudem<br />

will Toyota weltweit mindestens zehn rein batterieelektrische<br />

Modelle einführen.


LEXUS UX 250h<br />

Klare Haltung<br />

Mit dem UX stößt Lexus in das populäre Segment der<br />

Kompakt-Crossover vor. Ein ausdrucksstarkes Design<br />

und eine dynamische Ausrichtung sollen neue Kunden<br />

für die Premiummarke gewinnen.<br />

ANGESICHTS DER PRÄSENZ der heimischen<br />

Premiummarken hat Lexus in Deutschland alles<br />

andere als einen leichten Stand, aber die Beharrlichkeit,<br />

mit der sich die edle Toyota-Tochter<br />

hierzulande behauptet, beeindruckt schon<br />

– zumal vergleichbare Wettbewerber inzwischen<br />

aufgegeben haben. Das kommt bei Lexus nicht<br />

in Frage. Ganz im Gegenteil: Mit dem UX stoßen<br />

die Japaner nun in ein äußerst populäres Segment<br />

vor, wollen selbstbewusst ein Stück vom<br />

Crossover-Kuchen haben und ihre Marktposition<br />

in Deutschland und Europa nach und nach<br />

verbessern.<br />

Die Zutaten sind dabei nur teilweise die bewährten:<br />

Natürlich ist der UX mit einem effizienten<br />

Hybridantrieb lieferbar, aber den früher so dezenten<br />

äußeren Auftritt und die komfortable<br />

Auslegung klassischer Lexus-Modelle reichert der<br />

4,50 Meter lange Kompakt-Crossover mit mehr<br />

Sportlichkeit an. Zugegeben: Schon der größere<br />

NX ließ beim Design jede früher übliche Zurückhaltung<br />

fahren, kommt gemessen am breiten Geschmack<br />

sehr polarisierend daher. Der neue UX<br />

ist ausdrucksstark an der Front, präzise in den<br />

Details wie der neuen durchgehenden Lichtleiste<br />

am Heck und in seiner gesamten Haltung satt<br />

und wohlproportioniert.<br />

Diesen ausgewogeneren Charakter haben die Ingenieure auch auf das Fahrverhalten<br />

übertragen. Auf der Grundlage der neuen besonders steifen Plattform<br />

GA-C, die unter anderem Namen auch für die Toyota-Modelle der gleichen<br />

Klasse verwendet wird, bewahrt der UX auch in schnelleren Kurven seine<br />

neutrale Natur und geht insbesondere in der F-Sport-Version mit direkterer<br />

Lenkung und strafferer Abstimmung zur Sache. Mehr Traktion kann dann<br />

auch das elektronische System E-Four liefern, das einen kleinen, nur 5 kW/<br />

7 PS starken E-Motor an der Hinterachse mitbringt, der beispielsweise auch<br />

das Anfahren bei Schnee und Eis erleichtern soll.<br />

Mit dem UX wollen<br />

sich die Japaner<br />

ein Stück vom<br />

Crossover-Kuchen<br />

abschneiden<br />

In jedem Fall verbindet das Hybridsystem des UX –<br />

die Hauptmotorisierung für den Crossover – einen<br />

Elektromotor mit 80 kW/109 PS und einen 2,0-Liter-Benziner<br />

mit 112 kW/152 PS zu einer 135 kW/<br />

184 PS starken Antriebseinheit, die sich im Normzyklus<br />

mit 4,1 Litern je 100 Kilometer begnügt. Daneben<br />

steht ein ebenfalls neu entwickelter und 2 Liter großer<br />

Benziner mit 126 kW/171 PS zur Wahl, der jedoch<br />

sowohl beim Beschleunigen als auch beim Verbrauch<br />

gegenüber dem Hybrid das Nachsehen hat.<br />

Im Innenraum geht es derweil ruhig und bequem zu: Das Platzangebot und<br />

das auf den Fahrer ausgerichtete Cockpit folgt dem Prinzip eines sportlich<br />

geschnittenen Anzugs. Das Interieur ist sauber verarbeitet und gefällt vor<br />

allem in den höheren Linien mit sehr geschmackvoller Materialauswahl.<br />

• KOMPAKT-CROSSOVER IM<br />

PREMIUM-SEGMENT<br />

• HYBRIDANTRIEB UND<br />

NEUER BENZINER<br />

• SPORTLICHER CHARAKTER IN<br />

OPTIK UND FAHRVERHALTEN


LEXUS ES 300h<br />

Der Business-Gleiter<br />

Komfort statt Sportlichkeit: Mit dem ES setzt Lexus in der oberen Mittelklasse<br />

wieder verstärkt auf klassische Markentugenden. Den Antrieb übernimmt ein<br />

neues Hybridsystem.<br />

163<br />

MARKTSPOT<br />

IN SEINER SIEBTEN GENERATION schafft es der Lexus ES nun zum ersten<br />

Mal nach Europa. Dabei ist die Baureihe selbst ein voller Erfolg. Gemeinsam<br />

mit dem LS legte der etwas kleinere ES vor genau dreißig Jahren den Grundstein<br />

für Lexus in den USA und verkaufte sich seither mehr als 2,3 Millionen<br />

Mal. Nun steht die Limousine der oberen Mittelklasse erstmals auch in den<br />

Schauräumen der deutschen Händler. Während der Vorgänger GS beim Angriff<br />

auf die heimischen Premiummarken auf Sportlichkeit setzte, legt der ES<br />

mehr Wert auf klassische Markentugenden wie Komfort und Eleganz.<br />

Wenig überraschend fällt daher auch der optische Auftritt aus: Mit dem typischen<br />

Diabolo-Grill, scharfkantigen LED-Leuchten und schmalen Rücklichtern<br />

orientiert sich der ES am Luxus-Liner LS, versprüht aber mit etwas<br />

schnittigerer Dachlinie eine Dosis Coupé-Charme. Innen punktet der 4,98<br />

Meter lange Viertürer mit viel Platz in beiden<br />

Der ES legt Wert Sitzreihen, gewohnt hohem Geräuschkomfort<br />

und einer Cockpit-Gestaltung, bei der<br />

auf die klassischen<br />

man sich schnell zurechtfindet. Das optional<br />

erhältliche Head-up-Display ist sogar das<br />

Markentugenden<br />

wie Komfort und größte auf dem Markt. Bei der Bedienung des<br />

in zwei Größen erhältlichen Infotainmentsystems<br />

setzt Lexus weiterhin auf ein Touchpad<br />

Eleganz<br />

auf dem Mitteltunnel.<br />

Wenn man in diesem Segment den ES auf dem Zettel hat, dann in der Regel<br />

wegen des Antriebs. In der Limousine kommt das neue Hybridsystem aus<br />

2,5-Liter-Benziner und drehmomentstarkem E-Motor mit zusammen 160<br />

kW/218 PS Leistung zum Einsatz, das auch im neuen Toyota RAV4 arbeitet.<br />

Damit sprintet der ES in 8,9 Sekunden auf Tempo 100 und zeigt mit 4,4<br />

Litern Verbrauch, welches Potenzial zum Spritsparen der Hybridantrieb in<br />

• KNAPP FÜNF METER LANGE<br />

LIMOUSINE DER OBEREN<br />

MITTELKLASSE<br />

• IN SIEBTER GENERATION<br />

ERSTMALS IN EUROPA<br />

• NEUES HYBRIDSYSTEM<br />

MIT 218 PS<br />

seiner neuesten Ausführung besitzt. Optimiert<br />

hat Lexus auch das stufenlose Getriebe, das besonders<br />

dezent arbeitet.<br />

Ohnehin geht es bei normaler Fahrt nicht zuletzt<br />

dank des großzügigen Einsatzes von Dämmmaterial<br />

in der Karosserie ausgesprochen leise zu.<br />

Den grundsätzlich komfortablen Charakter der<br />

Limousine kann man übrigens per Sportmodus<br />

nachschärfen, was mit direkterer Lenkung,<br />

strafferen Dämpfern und etwas bissigerem Ansprechverhalten<br />

durchaus gelingt. Noch dynamischer<br />

wird es nur noch mit der F-Sport-Ausstattung.<br />

Das umfassende Sicherheitssystem sorgt<br />

dabei trotz aller Sportlichkeit stets für ein sicheres<br />

Gefühl.


TOYOTA COROLLA UND RAV4<br />

Neuauflage der Legenden<br />

• COROLLA: DREI VARIANTEN DES<br />

SPORTLICHEN KOMPAKTEN –<br />

• UND ERSTMALS MIT ZWEI<br />

HYBRIDSYSTEMEN<br />

• RAV4 MIT MEHR DYNAMIK<br />

UND RAUM<br />

Mit Corolla und RAV4 hat Toyota kürzlich seine wohl prominentesten Baureihen erneuert. Die Hauptrolle<br />

spielt in beiden Modellen der Hybridantrieb, der nun je nach Auslegung besonders effizient,<br />

sportlich oder kraftvoll zu Werke geht.<br />

DER EINE IST DAS MEISTVERKAUFTE AUTO<br />

DER WELT, DER ANDERE EIN PIONIER, der<br />

einer heute nicht mehr wegzudenkenden Fahrzeugklasse<br />

auf die Sprünge geholfen hat. Nun hat<br />

Toyota den Kompaktwagen Corolla und das Kompakt-SUV<br />

RAV4 erneuert und setzt in beiden Baureihen<br />

auf die Überzeugungskraft der ausgereiften<br />

und immer vielseitigeren Hybridtechnik.<br />

In beiden Baureihen setzt Toyota<br />

auf die Überzeugungskraft der<br />

ausgereiften und immer vielseitigeren<br />

Hybridtechnik<br />

So ist der neue Corolla, der in Europa den Vorgänger<br />

Auris abgelöst hat und damit zur traditionellen<br />

Modellbezeichnung zurückkehrt, als<br />

erstes Modell des Herstellers mit zwei Hybridsystemen<br />

verfügbar: einem besonders auf Effizienz<br />

getrimmten 1,8-Liter-System mit 90 kW/122 PS<br />

und einer dynamischeren 2,0-Liter-Variante mit<br />

132 kW/180 PS, die insbesondere auch Vielfahrer<br />

ansprechen soll. Denn ein Diesel ist nicht mehr<br />

im Programm. Alternativ steht noch ein 85 kW/115 PS starker 1,2-Liter-Vierzylinder-Turbo-Benziner<br />

zur Wahl.<br />

Den Corolla gibt es in drei Karosserievarianten: als klassischen, gegenüber<br />

dem Auris deutlich sportlicher gezeichneten Fünftürer, als Viertürer mit Stufenheck<br />

sowie als geräumigen Kombi namens „Touring Sports“ mit Details<br />

wie einem doppelten Ladeboden. Kombi und Limousine bieten dank längeren<br />

Radstands zudem mehr Raum für die Hinterbänkler.<br />

Dem neuen RAV4 fällt die Aufgabe zu, die Hybridtechnik im immer noch<br />

etwas dieselaffineren Kompakt-SUV-Segment zu etablieren. Das gelingt ihm<br />

mit einer besonders kraftvollen neuen Version des Doppelantriebs, der auf bis<br />

zu 163 kW/222 PS kommt und mit ein oder zwei Elektromotoren – dann als<br />

elektrisches Allradsystem – zur Wahl steht. Und mit einem Normverbrauch,<br />

der mit 4,4 Litern je 100 Kilometer einem Selbstzünder in nichts nachsteht<br />

und diesen insbesondere im Stadtverkehr sogar locker aussticht. Herzstück<br />

des Hybridsystems ist ein neu entwickelter 2,5-Liter-Benziner mit kombinierter<br />

Saugrohr- und Direkteinspritzung. Auch hier gibt es keinen Diesel mehr:<br />

Komplettiert wird die Antriebspalette von einem 2,0-Liter-Vierzylinder-Otto<br />

mit 129 kW/175 PS.<br />

Verbessert wurden beim auf neuer Plattform basierenden RAV4 unter anderem<br />

auch das Fahrverhalten, das dank tieferem Schwerpunkt nun mehr<br />

Stabilität und Dynamik aufweist, die moderne, mehr Präsenz zeigende Optik<br />

sowie das Raumangebot. Allein das Kofferraumvolumen legte in allen Antriebsvarianten<br />

um 79 auf stattliche 580 Liter Volumen zu.


• SPORTWAGEN-IKONE<br />

IN FÜNFTER GENERATION<br />

• REIHENSECHSZYLINDER<br />

MIT 340 PS<br />

• KOMFORT UND SICHERHEIT<br />

FÜR DEN ALLTAG<br />

165<br />

TOYOTA GR SUPRA<br />

MARKTSPOT<br />

Versprechen eingelöst<br />

Nach über 15 Jahren Wartezeit bringt Toyota den Supra zurück. Mit klassischen Proportionen, geschmeidigem<br />

Reihensechszylinder und versierter Rennstrecken-Technik schafft der Sportwagen den<br />

Spagat zwischen Alltag und Rundkurs.<br />

„NIE MEHR WIEDER LANGWEILIGE AUTOS“, hat Toyota-Chef Akio<br />

Toyoda einst versprochen. Wer vor dem neuen GR Supra steht, dürfte das<br />

Versprechen als eingelöst betrachten. Das knackig-kurze Coupé zieht mit<br />

wuchtigen LED-Scheinwerfern, zwei markanten Höckern im Dach („Double-<br />

Bubble-Roof“) sowie schneidigem Heck samt integriertem, mächtigem Spoiler<br />

die Blicke auf sich. Zum Preis von 62.900 Euro gibt es außerdem einen<br />

drei Liter großen und 250 kW/340 PS starken Reihensechszylinder, der Lust<br />

auf eine ebenso kraftvolle wie kultivierte Leistungsentfaltung macht.<br />

Entsprungen ist Entsprungen ist die Neuauflage des traditionsreichen<br />

Toyota-Sportlers, der nach vier<br />

die Neuauflage des Modellgenerationen Anfang der Nullerjahre<br />

traditionsreichen aus dem Programm verschwand, einer Kooperation<br />

der Japaner mit BMW. Der Einfluss<br />

Toyota-Sportlers der Münchner, die das technische Pendant<br />

einer Kooperation des Supra als neuen Z4 anbieten, ist vor allem<br />

an Interieur-Details wie Display, Lenkrad und<br />

mit BMW<br />

Mittelkonsole zu erkennen. Und natürlich<br />

am bewährten Reihensechser, der hier seinen<br />

ersten Einsatz außerhalb eines BMW-Modells<br />

feiert und dank Toyota-Sound-Abstimmung bei aller geschmeidigen Arbeitsweise<br />

durchaus selbstbewusst wummert.<br />

Beatmet wird der Sechszylinder per Twin-Scroll-Turbo, das Drehmoment-Maximum<br />

von 500 Nm steht von gut 1.500 bis 4.500 Umdrehungen<br />

durchgängig zur Verfügung. Dank Launch Control ermöglicht die zackig<br />

schaltende Achtgang-Automatik auch den weniger<br />

erfahrenen Piloten, in 4,3 Sekunden aus<br />

dem Stand auf Tempo 100 zu beschleunigen. Das<br />

gehört allerdings – wie auch das Aktivieren des<br />

Track-Modus mit spezieller Abstimmung der<br />

Regelsysteme – auf die Rennstrecke. Dort macht<br />

sich auch das aktive elektronische Differenzial an<br />

der angetriebenen Hinterachse bezahlt, das insbesondere<br />

beim Bremsen und Einlenken sowie<br />

beim Herausbeschleunigen aus schnellen Kurven<br />

die Kraftverteilung regelt und die Stabilität<br />

verbessert.<br />

Trotz vorhandener Rundkurstalente lässt sich der<br />

GR Supra – der mit langer Motorhaube, langem<br />

Radstand und kurzen Überhängen klassisch gezeichnet<br />

ist – komfortabel und sicher durch den<br />

Alltag steuern. Dabei hilft die üppige Serienausstattung,<br />

die beispielsweise auch die Sicherheitssysteme<br />

des Toyota-Safety-Sense-Pakets umfasst.<br />

Optional ist der Sportwagen zudem mit Lederausstattung,<br />

JBL-Soundsystem, Head-up-Display<br />

und induktiver Ladevorrichtung fürs Smartphone<br />

lieferbar.


SUBARU FORESTER UND SUBARU XV<br />

Hybrid auf Subaru-Art<br />

Subaru startet ins Elektrozeitalter: Mit dem e-Boxer führt die japanische Allradmarke eine ebenso<br />

effiziente wie fahraktive Antriebstechnik ein. Zunächst kommt das System im Crossover XV und in<br />

der neuen Generation des Forester zum Einsatz. Beide Modelle profitieren zudem von den Vorzügen<br />

der Subaru Global Platform.<br />

DER SUBARU FORESTER gehört zu den Pionieren im SUV-Segment.<br />

Als eines der ersten Modelle verband er schon vor über 20 Jahren die<br />

robusten Eigenschaften eines Geländewagens mit dem Fahrkomfort eines<br />

Pkw. Der symmetrische Allradantrieb und der Boxermotor sind dabei<br />

stets an Bord und wie gemacht für diese Fahrzeugklasse: Denn der<br />

niedrige Fahrzeugschwerpunkt und die ausgewogene Gewichtsverteilung<br />

machen sich insbesondere im Segment der SUV-Hochbeiner mit<br />

zusätzlicher Dynamik, Fahrsicherheit und Handling-Präzision bezahlt.<br />

Am bewährten Antriebslayout rüttelt daher auch die immerhin schon fünfte,<br />

2020 in Deutschland startende Generation des Forester nicht. Neu ist aber,


167<br />

MARKTSPOT<br />

• NEUAUFLAGE DES SUV-PIONIERS<br />

• ERSTMALS MIT MILDHYBRID<br />

• DRITTES MODELL AUF SUBARU<br />

GLOBAL PLATFORM<br />

• MEISTVERKAUFTES SUBARU-<br />

MODELL IN EUROPA<br />

Am bewährten<br />

Antriebslayout mit<br />

Boxermotor und<br />

Allradantrieb<br />

rüttelt auch die<br />

fünfte Generation<br />

des Forester nicht<br />

dass der Boxermotor elektrische Unterstützung erhält: Mit dem e-Boxer hat<br />

Subaru ein kompaktes Mildhybrid-System entwickelt, das Beschleunigung,<br />

Fahrspaß und Antriebskomfort verbessern und gleichzeitig den Kraftstoffverbrauch<br />

und die CO 2-Emissionen verringern soll.<br />

Der optimierte 2,0-Liter-Benzinmotor leistet 110 kW/150 PS und wird von<br />

einem 12,3 kW/16,7 PS starken Elektromotor unterstützt; auf kurzen Strecken<br />

bis maximal 1,6 Kilometer Länge und bei maximal 40 km/h kann der<br />

Elektromotor das Fahrzeug sogar alleine antreiben. Rekuperierte Bremsenergie<br />

und überschüssiges Drehmoment wird als elektrische Energie in der<br />

Lithium-Ionen-Batterie gespeichert und für den Antrieb des Elektromotors<br />

genutzt (Weitere Einzelheiten zum System auf Seite 171).<br />

Zu Lasten des Platzangebots im Innenraum gehen die neuen Komponenten<br />

des Mildhybrid-Systems nicht. Ganz im Gegenteil: Der neue Forester bietet<br />

bei drei Zentimetern mehr Radstand mehr Sitzkomfort auf den Vorder- und<br />

Rücksitzen als der Vorgänger, auch die Schulter- und Ellbogenfreiheit hat<br />

zugelegt. Das Kofferraumvolumen beläuft sich auf 520 Liter (mit Notrad);


der Forester e-Boxer ist mit einem Reifenreparatur-Set ausgestattet und bietet<br />

509 Liter Fassungsvermögen im Gepäckabteil.<br />

Das neue Außendesign verleiht dem SUV-Vorreiter und meist verkaftem<br />

Modell von Subaru mehr Eleganz und Präsenz. Insbesondere die kraftvolle<br />

Frontpartie und die hohe Gürtellinie verstärken den markanten Auftritt, zu<br />

dem darüber hinaus auch die neuen Proportionen beitragen: In der Länge<br />

ist der Forester um 1,5 Zentimeter auf 4,63 Meter gewachsen, in der Breite<br />

um zwei Zentimeter auf 1,82 Meter. Dass er mit 1,73 Meter Höhe zugleich<br />

auch etwas flacher ist als der Vorgänger, verschafft ihm einen Schuss mehr<br />

Dynamik.<br />

Innen verbindet sich die klassische robuste Funktionalität eines Subaru mit<br />

einem spürbar angehobenen Qualitätsniveau. Das neu entwickelte Infotainment-System<br />

mit Acht-Zoll-Bildschirm und Smartphone-Einbindung via<br />

Apple CarPlay und Android Auto bringt moderne Konnektivität ins Auto.<br />

Neben dem e-Boxer bietet die fünfte Forester-Generation eine zweite wegweisende<br />

Neuerung: Als drittes Subaru-Modell nach Impreza und Subaru<br />

XV basiert das SUV auf der Subaru Global Platform, die ein Höchstmaß an<br />

Insassenschutz und Fahrstabilität garantiert. Der erhöhte Anteil hochfester<br />

Stähle verbessert die Steifigkeit in Karosserie und Chassis nach Angaben<br />

des Herstellers um bis zu 100 Prozent und die Energieaufnahme bei einer<br />

Kollision um 40 Prozent. Modifikationen an der Radaufhängung reduzieren<br />

Vibrationen in der Lenkung und in den Sitzen und steigern damit den<br />

Komfort. Die Hochvolt-Komponenten des e-Boxer Antriebs wie Batterie,<br />

Gleichspannungswandler und Inverter werden von einem verstärkten<br />

Sicherheitskäfig geschützt.<br />

Erweitert wurde das kamerabasierte Assistenzsystem<br />

Eyesight, das den Fahrer im Alltag unterstützt<br />

und dazu beiträgt, Unfälle zu vermeiden<br />

oder zumindest deren Folgen zu reduzieren. Neu<br />

sind eine Gesichtserkennung, die Anzeichen für<br />

Ablenkung und Müdigkeit erkennt, und ein zusätzliches<br />

Notbremssystem, das vor Kollisionen<br />

beim Rückwärtsfahren schützt. Auch die Geländeeigenschaften<br />

wurden weiter verbessert:<br />

Das Allradmanagement-System X-Mode ist in<br />

einer optimierten Version mit zwei Fahrmodi für<br />

verschiedene Untergründe an Bord. Es steuert<br />

Motormanagement, Getriebe und Allradantrieb,<br />

um die Traktion auf rutschigen Oberflächen und<br />

steilen Anstiegen zu verbessern.<br />

Neu an Bord<br />

sind eine<br />

Fahrerüberwachung<br />

und ein<br />

Notbremssystem, das<br />

vor Kollisionen beim<br />

Rückwärtsfahren<br />

schützt


169<br />

MARKTSPOT<br />

DER SUBARU XV …<br />

… ist bereits in zweiter Generation auf den hiesigen Straßen unterwegs und<br />

hat sich seit seinem Start zum erfolgreichsten Modell des japanischen Herstellers<br />

in Europa entwickelt. Ein großzügiges Platzangebot bei kompakten<br />

Außenabmessungen, SUV-Eigenschaften verbunden mit Pkw-artigem Fahrverhalten:<br />

Der XV ist ein SUV im besten Sinne, der in der momentan wohl<br />

lebendigsten und am härtesten umkämpften Fahrzeugklasse antritt.<br />

Gegenüber dem Wettbewerb punktet er dabei mit bewährten Markentugenden:<br />

Während viele Konkurrenten auf die Sicherheitsvorteile des Allradantriebs<br />

verzichten, bietet der XV die Kraft der vier angetriebenen Räder<br />

natürlich serienmäßig. Alle Systembestandteile des Antriebs – auch der flache<br />

und niedrig eingebaute Boxermotor – sind dabei wie üblich symmetrisch ins<br />

Fahrzeug integriert und sorgen so trotz der auf 22 Zentimeter erhöhten Bodenfreiheit<br />

für maximale Fahrstabilität bei geringer Wankneigung in Kurven.<br />

Typisch Subaru:<br />

Allradantrieb ist im XV<br />

natürlich serienmäßig<br />

Auch der Einbau des neuen e-Boxer-Systems folgt diesem Konzept: Der<br />

12,3 kW/16,7 PS starke Elektromotor, die Lithium-Ionen-Batterie und weitere<br />

Komponenten des Mildhybrid-Systems sind im symmetrischen Layout<br />

angeordnet. Die Unterstützung des optimierten, zu 80 Prozent aus neuen


Die Subaru Global<br />

Platform verbindet ein<br />

dynamischeres Fahrverhalten<br />

mit einem<br />

Plus an Sicherheit<br />

Der Elektromotor<br />

wurde in das<br />

Getriebegehäuse<br />

integriert und nahe<br />

am Fahrzeugschwerpunkt<br />

angeordnet


Komponenten bestehenden 2,0-Liter-Benzinmotors (110 kW/150 PS) durch<br />

den Elektromotor reduziert insbesondere im innerstädtischen Verkehr Verbrauch<br />

und Emissionen und trägt auch zu einem noch direkteren Ansprechverhalten<br />

bei. Die Kraftübertragung übernimmt serienmäßig das stufenlose<br />

Lineartronic-Getriebe. Neben dem vollautomatischen Gangwechsel kann der<br />

Fahrer über den manuellen Siebengang-Modus auch selbst schalten.<br />

Mit dem XV und dem technisch eng verwandten Kompaktmodell Impreza<br />

hat Subaru eine neue Architektur etabliert, die künftig allen Modellen des<br />

Herstellers als Grundgerüst dienen soll: Die Subaru Global Platform will<br />

ein dynamischeres Fahrverhalten mit einem Plus an Sicherheit verbinden.<br />

Subaru verspricht eine um bis zu 100 Prozent höhere Steifigkeit in Karosserie<br />

und Aufhängung, was Handling-Eigenschaften und Fahrstabilität weiter<br />

erhöhen soll und auch Geräusche und Vibrationen senkt. Der höhere Anteil<br />

hochfester Stähle sorgt zudem für noch bessere Energieaufnahme bei einem<br />

Unfall und damit für noch mehr Insassenschutz.<br />

Die elektrischen Antriebskomponenten des e-Boxer-Systems sind in einem<br />

speziellen Sicherheitskäfig untergebracht – ohne das Platzangebot im Innenraum<br />

einzuschränken: Bei knapp 4,47 Metern Außenlänge und knapp 2,67<br />

Metern Radstand verfügt der XV ein großzügiges Raumangebot und liefert<br />

auf allen Plätzen angemessenen Reisekomfort.<br />

Das Kofferraumvolumen von 385 Litern konnte<br />

bei der Mildhybrid-Variante vollständig erhalten<br />

werden, wenngleich das Notrad dafür einem<br />

platzsparenden Reifenreparatur-Set weichen<br />

musste. Durch das Umklappen der asymmetrisch<br />

geteilten Rückbank entsteht weiterhin eine<br />

ebene Ladefläche mit mehr Raum zwischen den<br />

Radkästen als bei der ersten Modellgeneration.<br />

Einfaches Be- und Entladen ermöglicht dabei<br />

auch die breite Heckklappe.<br />

Subaru bietet das kompakte SUV in vier Ausstattungslinien<br />

an. Serienmäßig an Bord sind die<br />

Assistenzsysteme, die der Hersteller unter der<br />

Bezeichnung „Eyesight“ zusammenfasst, neu ist<br />

das Infotainmentsystem mit einem bis zu 8 Zoll<br />

großen Touchscreen. Das Smartphone kann via<br />

Apple CarPlay und Android Auto ins Fahrzeug<br />

eingebunden werden. Das Farbprogramm wird<br />

mit der Einführung des e-Boxer Systems um die<br />

neue Lackierung Lagoon Blue Pearl erweitert.<br />

171<br />

MARKTSPOT<br />

SUBARU E-BOXER<br />

Mit einem neuen Mildhybrid-System startet<br />

Subaru jetzt in Europa ins Elektrozeitalter:<br />

Der neue e-Boxer wird zunächst in Forester<br />

und XV eingeführt und verbindet die Vorzüge<br />

der Boxerbauweise mit den Vorteilen der<br />

Elektrifizierung.<br />

Der Boxermotor gehört zusammen mit<br />

dem Allradantrieb zu den unverzichtbaren<br />

Bestandteilen nahezu aller Subaru-Modelle.<br />

Selbst Fahrzeuge, die – wie das gemeinsam<br />

mit Toyota entwickelte und gebaute Sportcoupé<br />

BRZ – im Rahmen einer Kooperation<br />

entstehen, setzen auf die Vorteile der gegenüberliegenden<br />

Zylinder: den schwingungsarmen<br />

Betrieb mit hoher Laufkultur,<br />

• SUBARU ELEKTRIFIZIERT DEN<br />

die harmonische und kraftvolle Leistungsentfaltung<br />

sowie die kompakte Bauform, BOXERMOTOR<br />

die<br />

einen flachen Einbau des Triebwerks in den<br />

Antriebsstrang erlaubt.<br />

• BIS ZU ELF PROZENT WENIGER<br />

Nun wird der Boxer elektrifiziert: Mit dem<br />

VERBRAUCH<br />

e-Boxer führt Subaru erstmals ein Mildhybrid-<br />

System ein. Es soll in Verbindung mit dem optimierten<br />

2,0-Liter-Benziner für ein direktes<br />

und gleichmäßiges Ansprechverhalten, mehr<br />

• PLATZSPARENDE UNTERBRINGUNG<br />

Drehmoment in unteren Drehzahlen, hohen<br />

IM Fahrkomfort FAHRZEUG<br />

und ausgezeichnete Umwelt-<br />

eigenschaften sorgen.<br />

Kernbestandteile des e-Boxer sind neben dem<br />

110 kW/150 PS starken Vierzylinder-Benzinmotor<br />

ein 12,3 kW/16,7 PS starker Elektromotor<br />

und eine Lithium-Ionen-Batterie –<br />

markentypisch in symmetrischem Layout<br />

angeordnet, um bestmögliche Fahreigenschaften<br />

zu garantieren. Auch die stufenlose<br />

Lineartronic-Automatik ist an Bord; sie wurde<br />

speziell auf die Zusammenarbeit mit dem<br />

Mildhybrid-System ausgelegt.<br />

Dank der durchdachten Integration in den<br />

Antriebsstrang verbindet das Mildhybrid-<br />

System die klassischen Vorzüge der Boxerbauweise<br />

mit den Vorteilen der Elektrifizierung.<br />

Um eine platzsparende Unterbringung der<br />

zusätzlichen Komponenten zu garantieren,<br />

wurde der Elektromotor in das Gehäuse der<br />

Lineartronic integriert und nahe am Fahrzeugschwerpunkt<br />

angeordnet.<br />

Die übrigen Hybridkomponenten samt Batterie<br />

befinden sich in einem speziellen Sicherheitskäfig<br />

nahe der Hinterachse unter dem<br />

Kofferraumboden und tragen damit zu einer<br />

ausgeglichenen Gewichtsverteilung zwischen<br />

Vorder- und Hinterachse bei. Zudem sorgt<br />

diese Anordnung dafür, dass das Platzangebot<br />

im Innenraum und das Kofferraumvolumen<br />

nicht bzw. kaum beeinträchtigt werden.<br />

Unter normalen Fahrbedingungen unterstützt<br />

der Elektromotor den Benzinmotor beim<br />

Beschleunigen. Auf Kurzstrecken bis maximal<br />

1,6 Kilometer erlaubt der e-Boxer sogar einen<br />

rein elektrischen Betrieb des Fahrzeugs mit<br />

bis zu 40 km/h, während bei höherem Tempo<br />

der Boxermotor die alleinige Antriebsarbeit<br />

übernimmt. Der Wechsel zwischen den<br />

verschiedenen Fahrmodi erfolgt automatisch.<br />

Die beim Verzögern freigesetzte kinetische<br />

Energie wird zurückgewonnen und für das<br />

Aufladen der Batterie genutzt – ebenso wie<br />

überschüssiges Drehmoment des Motors. Das<br />

Display in der Armaturentafel informiert den<br />

Fahrer und die Passagiere über die Energieströme<br />

im Antriebssystem.<br />

Subaru führt den<br />

e-Boxer zunächst in<br />

der neuen Generation<br />

des Forester sowie<br />

im kompakten Crossover-Modell<br />

XV ein<br />

Das e-Boxer System macht sich vor allem<br />

im innerstädtischen, von häufigen Bremsund<br />

Beschleunigungsvorgängen geprägten<br />

Verkehr bezahlt. Je nach Fahrweise verspricht<br />

Subaru bis zu elf Prozent weniger Kraftstoffverbrauch<br />

und Emissionen im Vergleich zum<br />

bisher angebotenen 2,0-Liter-Boxermotor.<br />

Zugleich verbessert sich die Beschleunigungsleistung<br />

um 30 Prozent und übertrifft damit<br />

sogar den 2,5-Liter-Benzinmotor. Eine präzise<br />

Drehmomentkontrolle und exakt dosierbare<br />

Bremsen tragen zu einem natürlichen und<br />

gleichmäßigen Fahrgefühl bei. Daneben<br />

zeichnet sich der e-Boxer durch hohen Geräuschkomfort<br />

und eine außergewöhnliche<br />

Laufkultur aus.<br />

Subaru führt den e-Boxer zunächst in der<br />

neuen Generation des Forester sowie im kompakten<br />

Crossover-Modell XV ein. Der Marktstart<br />

ist für Anfang 2020 geplant.


SSANGYONG TIVOLI<br />

Ein SUV mit Charakter<br />

Vor allem die<br />

Frontpartie mit<br />

schmalen Kühlergrill<br />

verleiht dem<br />

Tivoli Präsenz<br />

Im wachsenden Segment der City-SUV ist der SsangYong Tivoli die Alternative für Individualisten.<br />

Vier Jahre nach der Premiere rollt er jetzt mit umfassendem Design- und Technik-Update<br />

auf den Markt.<br />

MODERN GESTYLT WAR DER TIVOLI schon beim Marktstart 2015;<br />

mit dem jüngsten Facelift entwickelt das kleine SUV des koreanischen Allradspezialisten<br />

nun zusätzliche Ausdruckskraft. Vor allem die Frontpartie<br />

mit schmalem Kühlergrill, kraftvollem Stoßfänger und neuen Scheinwerfern<br />

verleiht dem Tivoli mehr Präsenz und Sportlichkeit. Zusätzlich aufwerten<br />

lässt sich die Front mit den optionalen Voll-LED-Scheinwerfern in schlanker<br />

Optik. Unterdessen unterstreicht das Heck mit hochgezogenem Stoßfänger<br />

den robusten SUV-Charakter des Fahrzeugs.<br />

Im Interieur fällt die neue digitale Instrumententafel im 10,25-Zoll-Format<br />

ins Auge, die in den höheren Ausstattungslinien die klassischen Rundinstrumente<br />

ersetzt und sich variabel gestalten lässt. So lassen sich die Karten des<br />

Navigationssystems nicht nur auf dem Neun-Zoll-Bildschirm im Zentrum<br />

der Armaturentafel anzeigen, sondern auch in der Instrumententafel im direkten<br />

Blickfeld des Fahrers – und zwar je nach Wunsch auf unterschiedliche<br />

Arten. Zum Komfort an Bord tragen darüber hinaus die je nach Ausstattung<br />

achtfach elektrisch verstellbaren sowie beheizbaren und belüfteten Vordersitze<br />

bei; hinten lässt sich die Neigung der Sitzlehnen in einem weiten Bereich<br />

verstellen.<br />

• FACELIFT FÜR DAS<br />

B-SEGMENT-SUV<br />

• FRONTPARTIE MIT<br />

OPTIONALEN VOLL-LED-<br />

SCHEINWERFERN<br />

• DIGITALE INSTRUMENTEN-<br />

TAFEL IM 10,25-ZOLL-FORMAT<br />

Angehoben hat SsangYong auch das aktive und passive Sicherheitsniveau des<br />

Tivoli: Der erhöhte Anteil hochfester und ultrahochfester Stahlsorten schützt<br />

die Insassen bei einem Unfall, die erweiterte Palette der „Deep Control“-<br />

Sicherheitssysteme trägt dazu bei, dass Unfälle gar nicht erst passieren. Erstmals<br />

an Bord ist unter anderem eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage.<br />

Weiterer Vorteil der steiferen Karosserie und Radaufhängung: Geräusche und<br />

Vibrationsaufkommen sind gesunken, der Fahrkomfort ist gestiegen.<br />

Wie im neuen Korando stehen zwei Antriebe für den Tivoli zur Wahl: ein<br />

Turbo-Benziner mit 1,5 Liter Hubraum und 120 kW/163 PS Leistung und<br />

ein 1,6-Liter-Diesel mit 100 kW/136 PS. Beide Triebwerke lassen sich wahlweise<br />

mit Allradantrieb sowie mit Sechsgang-Handschalter oder Sechsstufen-Automatik<br />

kombinieren.


SSANGYONG KORANDO<br />

Ausweitung der Komfortzone<br />

Auch in Sachen<br />

Anmutung macht<br />

der Korando einen<br />

spürbaren Schritt<br />

nach vorn<br />

173<br />

MARKTSPOT<br />

Kraftvolle Statur, wertige Anmutung, lebendige Antriebe: Der SsangYong Korando zeigt sich in vielerlei<br />

Hinsicht deutlich verbessert.<br />

ZUM MODERNEN AUFTRITT DES KORANDO tragen die geänderten<br />

Abmessungen bei: Die Neuauflage ist auf 4,41 Meter Länge und 1,83 Meter<br />

Breite gewachsen, mit knapp 1,68 Meter aber auch flacher als bisher. Das<br />

Kofferraumvolumen lässt sich von 551 Litern auf bis zu 1.248 Liter bei umgeklappter<br />

Rückbank steigern. Den Zugang zum Gepäckabteil erleichtert die<br />

auf Wunsch elektrisch bedienbare Heckklappe.<br />

Trotz der flacheren Dachlinie erwartet die Passagiere im Innenraum mehr<br />

Kopffreiheit als beim Vorgänger, ohnehin sitzt man dank des auf 2,65 Meter<br />

gewachsenen Radstands nun überall bequemer. Auch in Sachen Materialqualität<br />

und Anmutung macht der Korando einen spürbaren Schritt nach vorn<br />

– erst recht in Verbindung mit der optionalen Ambientebeleuchtung, die den<br />

Innenraum auf Wunsch in verschiedene Farben taucht.<br />

Den größten Fortschritt im Interieur markiert die hochwertige Bedienschnittstelle:<br />

Anstelle der klassischen Rundinstrumente befindet sich hinter<br />

dem Lenkrad eine 10,25 Zoll große digitale Instrumententafel mit verschiedenen<br />

anwählbaren Anzeigemodi für aktuelle Fahr- und Routeninformationen.<br />

Auf einem weiteren hochauflösenden Display im Neun-Zoll-Format<br />

in der Mitte der Armaturentafel werden die Inhalte des Infotainment- und<br />

Navigationssystems angezeigt.<br />

Eine umfassende Palette kamera- und radarbasierter „Deep Control“-Sicherheitssysteme<br />

unterstützt den Fahrer beim Erkennen potenzieller Gefahren<br />

und beim Meistern kritischer Fahrsituationen. Neben dem automatischen<br />

Notbremssystem, einem Spurhalte- und einem Spurwechselassistenten ist<br />

unter anderem auch Ausstiegsassistent verfügbar. Er warnt den Fahrer beim<br />

Öffnen der Tür vor Fahrzeugen, die sich von hinten nähern. Und die neue<br />

intelligente adaptive Geschwindigkeitsregelung übernimmt neben Beschleunigen<br />

und Bremsen auch das Lenken, um den Korando in der Spur zu halten.<br />

• VIERTE GENERATION DES<br />

KOMPAKT-SUV<br />

• LÄNGER, BREITER, FLACHER<br />

• NEU ENTWICKELTER TURBO-<br />

BENZINER<br />

qualifiziert den Korando für die Langstrecke<br />

und zum Zugfahrzeug, das bis zu 2,0 Tonnen an<br />

den Haken nimmt. Später folgt ein neuer 1,5-Liter-Turbo-Benzindirekteinspritzer,<br />

der sich mit<br />

120 kW/163 PS Leistung und einem maximalen<br />

Drehmoment von 280 Nm zwischen 1.500<br />

und 4.500 Umdrehungen pro Minute als lebhafter<br />

Alltagsbegleiter empfiehlt. In beiden Varianten<br />

hat der Kunde die Wahl zwischen Sechsgang-Schaltgetriebe<br />

und Sechsstufen-Automatik<br />

sowie zwischen Front- und Allradantrieb. Sogar<br />

eine vollelektrische Version wollen die Koreaner<br />

nachreichen.<br />

Für den Vortrieb steht zum Marktstart zunächst ein 1,6-Liter-Diesel parat.<br />

Das kraftvolle und wirtschaftliche Triebwerk mit 100 kW/136 PS und 324 Nm


SUBARU LEVORG<br />

Der Subaru unter den<br />

Familienkombis<br />

Boxermotor und symmetrischer Allradantrieb: Im Segment der Familienkombis genießt der Subaru<br />

Levorg dank markentypischer Eigenschaften einen Sonderstatus. Zum neuen Modelljahr gibt es mehr<br />

Komfort, Konnektivität und Sicherheit – aber auch ein Erkennungsmerkmal weniger.<br />

SPORTIVER FAMILIENKOMBI<br />

MIT VIEL PLATZ<br />

NEUER 2,0-LITER-BOXER-<br />

MOTOR<br />

SICHERHEIT UND<br />

KONNEKTIVITÄT WEITER<br />

VERBESSERT<br />

DIE HUTZE IST WEG: Weil unter der Motorhaube des Subaru Levorg zum<br />

neuen Modelljahr ein frei atmender Saugmotor den bisherigen Turbo ersetzt<br />

und eine zusätzliche Luftzufuhr nicht länger nötig ist, kommt dem Kombi<br />

eines seiner Erkennungsmerkmale abhanden.<br />

Das ist aber auch die einzige optische Neuerung, die ins Auge fällt. Die Front<br />

wird unverändert geprägt vom markentypischen Hexagonal-Grill, der je nach<br />

Ausstattung von LED-Scheinwerfern mit integrierten C-förmigen LED-Tagfahrleuchten<br />

flankiert wird. Die flach ansteigende A-Säule und die langgezogene<br />

Motorhaube verleihen dem Fünftürer eine elegante Silhouette, die dank<br />

der nun fehlenden Hutze tatsächlich harmonischer wirkt als beim Vorgänger,<br />

am Heck sorgen ein großer Dachspoiler und die unteren Diffusoren für einen<br />

sportlichen Abschluss.<br />

Bereits die Serienaus- Trotz dynamischer Linienführung haben<br />

die Insassen keine Einschränkungen<br />

beim Platzangebot zu befürchten:<br />

stattung des Levorg<br />

fällt üppig aus Bei 4,69 Metern Länge und 2,65 Metern<br />

Radstand bietet der Levorg großzügigen<br />

Reisekomfort für die ganze Familie,<br />

verbunden mit einem stattlichen Gepäckabteil. Schon im Normalzustand<br />

beträgt das Ladevolumen 522 Liter. Klappt man die dreifach geteilte Rücksitzbank<br />

um, wächst das Volumen auf 1.446 Liter.<br />

Neben dem Platzangebot und der wertigen Anmutung mit Metalloptik und<br />

Klavierlack überzeugt der Levorg innen mit dem serienmäßigen Infotainment-System<br />

„Gen. 3“, das zum neuen Modelljahr die Schaltzentrale des Interieurs<br />

bildet. Das Smartphone lässt sich per Apple CarPlay, Android Auto<br />

174<br />

RUBRIK


MARKTSPOT<br />

und Near Field Communication (NFC) in das System einbinden und über<br />

den 7 Zoll großen Touchscreen nutzen.<br />

Technisches Herzstück des überarbeiteten Levorg ist der 110 kW/150 PS<br />

starke 2,0-Liter-Benziner – jetzt ohne Turboaufladung, aber weiterhin in<br />

kompakter Boxerbauweise, die einen vibrationsarmen Lauf und einen tiefen<br />

Einbau fördert. Das Triebwerk entwickelt ein maximales Drehmoment von<br />

198 Nm und erfüllt die derzeit strengste Abgasnorm Euro 6d-Temp-EVAP-<br />

ISC. Zur Kraftübertragung setzt Subaru ausschließlich auf die stufenlose<br />

Automatik Lineartronic, deren variable Übersetzung den Motor stets im optimalen<br />

Bereich hält. Für eine sportlichere Gangart hat Subaru zusätzlich sieben<br />

Schaltstufen definiert, die sich mit Hilfe von Schaltwippen am Lenkrad<br />

manuell ansteuern lassen. Dadurch sollen sich die Effizienzvorteile eines stufenlosen<br />

mit dem Fahrspaß eines normal abgestuften Getriebes verbinden.<br />

Den mit Boxermotor und Lineartronic in diesem Segment einzigartigen Antriebsstrang<br />

komplettiert der permanente Allradantrieb Symmetrical AWD.<br />

Wie bei nahezu allen Modellen des japanischen Spezialisten sind dabei alle<br />

Antriebskomponenten vom längs eingebauten Motor bis zum Hinterachsdifferenzial<br />

entlang der Fahrzeugmittelachse platziert – was für einen niedrigen<br />

Schwerpunkt, eine ausgewogene Gewichtsverteilung und damit ein hohes<br />

Maß an Fahrstabilität sorgt. Das System umfasst auch eine elektronische<br />

Drehmomentverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse, die die Traktion<br />

in Abhängigkeit von Straßenzustand und Fahrweise optimiert.<br />

Bereits die Serienausstattung des ab 26.990 Euro erhältlichen Levorg<br />

fällt üppig aus: In der Basisversion Trend verfügt der Kombi unter anderem<br />

über eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Licht- und Regensensor,<br />

17-Zoll-Leichtmetallfelgen, beheizbare Vordersitze sowie das neue Infotain-<br />

ment-System „Gen. 3“. Ebenfalls an Bord ist das<br />

kamerabasierte Assistenzsystem „Eyesight“ mit<br />

Notbremsfunktion, Kollisionswarner und nochmals<br />

verbesserter Fußgänger- und Fahrradfahrererkennung,<br />

aktivem Spurhalte- und Spurleitassistenten<br />

sowie einer adaptiven Abstands- und<br />

Geschwindigkeitsregelung.<br />

Herzstück des Levorg ist der<br />

110 kW/150 PS starke 2,0-Liter-<br />

Benziner – jetzt ohne Turbo-<br />

aufladung, aber weiterhin in<br />

kompakter Boxerbauweise<br />

Ab der Version Active kommen unter anderem<br />

LED-Scheinwerfer mit dynamischem Kurvenlicht,<br />

LED-Tagfahrlicht und LED-Fernlicht, eine<br />

Rückfahrkamera sowie ein radargestützter Spurwechsel-,<br />

Totwinkel- und Querverkehrsassistent<br />

hinzu. Das Topmodell Exclusive punktet beispielsweise<br />

mit Navigationssystem, elektrisch<br />

bedienbarem Glasschiebedach und einer neuen<br />

Frontfahrkamera, die den Bereich vor dem Fahrzeug<br />

überwacht.<br />

RUBRIK<br />

175


FIAT 500<br />

Das süße Leben<br />

Der Fiat 500 ist ein Phänomen: Seit zwölf Jahren praktisch unverändert gebaut,<br />

eilt er immer noch von Rekord zu Rekord. Zwei neue Ausstattungslinien und ein<br />

exklusives Sondermodell zum Geburtstag halten die Nachfrage weiter frisch.<br />

IN DEUTSCHLAND – mit 15 Prozent Anteil im Segment – UND EUROPA<br />

IST DER FIAT 500 das meistverkaufte Modell seiner Klasse, auch die herstellerinterne<br />

Rangliste führt er an. Allein zwei der insgesamt sechs Millionen<br />

Einheiten, die die Italiener seit der Vorstellung des ersten Modells vor 62<br />

Jahren verkauft haben, entfallen auf die aktuelle Generation.<br />

In Deutschland<br />

und Europa ist der<br />

Fiat 500 das meistverkaufte<br />

Modell<br />

seiner Klasse<br />

Das liegt natürlich einerseits am zeitlosen<br />

Charme des kleinen Cinquecento, der so gut<br />

wie gar nicht altert; andere Modelle sehen nach<br />

so einer Zeitspanne aus wie aus einer anderen<br />

Epoche. Andererseits gelingt es Fiat aber auch,<br />

mit immer neuen Sondermodellen, Editionen<br />

und Ausstattungslinien die Nachfrage zu fördern,<br />

obwohl sich an der technischen Fahrzeugbasis<br />

kaum etwas ändert.<br />

Diese Strategie funktioniert auch im neuen Modelljahr, in dem sich der Fiat<br />

500 mit noch breiterem Ausstattungs- und Modellangebot präsentiert. Neu<br />

im Programm sind die beiden Varianten Star und Rockstar, mit denen Fiat<br />

vor allem junge und anspruchsvolle Kunden ansprechen will. Weiterhin im<br />

Angebot bleiben die Versionen Pop, Lounge und Sport. Alle Varianten sind<br />

sowohl für die Limousine als auch für das Cabriolet Fiat 500C verfügbar.<br />

Schon die hohe Nachfrage nach dem Topmodell Lounge zeigt, dass der<br />

typische 500-Fahrer keinen auf das Nötigste abgespeckten Kleinwagen<br />

sucht, sondern ein Faible für Design, Komfort und Technik verpackt in<br />

ein City-freundliches Format hat. Nun legt Fiat auf Basis des Lounge noch<br />

mal nach und präsentiert mit dem Fiat 500<br />

Star eine noch elegantere Modellvariante:<br />

mit der rosa schimmernden Metallic-Lackierung<br />

Stella Weiß, Chromapplikationen,<br />

16-Zoll-Leichtmetallrädern, Glasdach und<br />

Nebelscheinwerfern.<br />

Exklusiv und individuell präsentiert sich der<br />

500 Star auch im Innenraum. Die Sitzbezüge<br />

sind in Schwarz oder Weiß ausgeführt, mit<br />

der jeweils anderen Farbe an den Seitenwangen<br />

und einem gestickten 500er-Logo<br />

in Bordeaux. Auch die Farbe der Armaturentafel,<br />

die bisher stets in Wagenfarbe ausgeführt<br />

war, lässt sich nun in Mattweiß und<br />

Mattbordeaux individualisieren.<br />

Die noch elegantere Auslegung des 500 Star<br />

verbindet der neue 500 Rockstar mit dynamisch<br />

gestalteten Stoßfängern und Seitenschwellern<br />

im Stile des Fiat 500 Sport.<br />

Mit Portofino Mattgrün steht auch hier eine<br />

exklusive Außenfarbe zur Wahl. Innen sind<br />

die schwarzen Stoffsitze wahlweise mit grauen<br />

oder blauen Nadelstreifen durchzogen<br />

und die Armaturentafel entsprechend in<br />

Mattgrün oder in Mattgrau gehalten. In al-<br />

176<br />

RUBRIK


SONDERMODELL ZUM 62. GEBURTSTAG<br />

Zum 62. Geburtstag des Cinquecento hat<br />

Fiat das Sondermodell 500 Dolcevita aufgelegt.<br />

Es lässt den Charakter des Ursprungsmodells<br />

von 1957 und den glamourösen<br />

Lifestyle der damaligen Epoche wieder<br />

aufleben, der als „Dolce Vita“ in Erinnerung<br />

geblieben ist.<br />

Die Lackierung in Gelato Weiß verbunden<br />

mit einer rings um die Karosserie laufenden,<br />

sogenannten Beautyline in Rot-weiß-rot<br />

verleiht dem Sondermodell eine klassische<br />

und dabei höchst elegante Optik. Gleiches<br />

gilt für den Chrom-Schriftzug Dolcevita am<br />

Kofferraum, die Chrom-Zierelemente auf<br />

der Motorhaube und die weiß lackierten<br />

16-Zoll-Leichtmetallräder. Während die<br />

Limousine serienmäßig ein Glasdach mitbringt,<br />

ist das Cabriolet mit einem weiß-blau<br />

gestreiften Stoffverdeck ausgestattet. Im<br />

vom Yacht- und Segelbootbau inspirierten<br />

Innenraum setzen die mit Holz verkleidete<br />

Armaturentafel und die elfenbeinfarbene<br />

Ledersitze mit roten Einsätzen exklusive<br />

Akzente.<br />

MARKTSPOT<br />

• UNGEBROCHENE NACHFRAGE<br />

NACH DEM KULT-KLEINWAGEN<br />

• ZWEI NEUE<br />

AUSSTATTUNGSLINIEN<br />

• SONDERMODELL DOLCEVITA<br />

FEIERT GOLDENE<br />

ITALIENISCHE EPOCHE<br />

len Ausstattungsversionen außer Pop ist das Infotainment-System Uconnect<br />

mit Sieben-Zoll-Touchscreen an Bord.<br />

Den Einstieg in die Antriebspalette bildet weiterhin der 1,2-Liter-Benziner<br />

mit 51 kW/69 PS, der optional auch mit dem automatisierten Schaltgetriebe<br />

Dualogic verfügbar ist; spritziger und gleichzeitig effizienter geht der<br />

Twin-Air-Zweizylinder-Turbo mit 0,9 Liter Hubraum und 63 kW/85 PS zu<br />

Werke. Den 1,2-Liter-Vierzylinder bietet Fiat auch in einer Variante an, die<br />

wahlweise mit Benzin oder Autogas (LPG) betrieben wird.<br />

Mit den neuen<br />

Varianten Star und<br />

Rockstar will Fiat<br />

vor allem junge und<br />

anspruchsvolle<br />

Kunden ansprechen<br />

RUBRIK<br />

177


FIAT TIPO<br />

Vernetzter und eleganter<br />

Der Fiat Tipo positioniert sich als variantenreicher<br />

Preistipp in der europäischen<br />

Kompaktklasse. Zum neuen Modelljahr<br />

hat Fiat die Baureihe mit zusätzlicher<br />

Ausstattung und neuen Design-Details<br />

aufgewertet.<br />

STUFENHECK, SCHRÄGHECK ODER KOMBI, dazu noch fünf Ausstattungslinien<br />

und vier Motoren: Der Fiat Tipo hat in der Kompaktklasse neben<br />

einem ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnis (ab 15.090 Euro) auch<br />

eine bemerkenswerte Vielfalt zu bieten. Nun zeigt sich der kompakte Italiener<br />

aufgewertet: Die Ausstattung wurde erweitert, neue Design-Details verleihen<br />

ihm eine frische Optik.<br />

Die Basisversion hört auf die Bezeichnung „Street“ und umfasst unter anderem<br />

eine Klimaanlage, ein Radio mit USB-Anschluss und MP3-Kompatibilität<br />

sowie ein längs- und höhenverstellbares Lenkrad. Glänzend<br />

schwarz lackierte 16-Zoll-Leichtmetallräder, getönte Fensterscheiben hinten<br />

und LED-Tagfahrleuchten werten das Modell optisch auf. Der Tipo<br />

Kombi verfügt in der Street-Version außerdem über einen verstellbaren<br />

Kofferraumboden.<br />

Ab der Ausstattung<br />

Mirror ist das<br />

Infotainmentsystem<br />

Uconnect mit Smartphone-Einbindung<br />

an Bord<br />

178<br />

RUBRIK


Während das Basismodell außen schwarze<br />

Akzente setzt, zieren die nächsthöhere Ausstattung<br />

„Mirror“ Chromapplikationen etwa<br />

an Kühlergrill, Türgriffen und Fenstern. Innen<br />

sorgt das serienmäßige Entertainmentsystem<br />

Uconnect mit Sieben-Zoll-Touchscreen<br />

und Smartphone-Einbindung<br />

via Apple CarPlay und Android Auto für<br />

moderne Konnektivität. Über die App<br />

Uconnect Live und den optionalen Dienst<br />

Mopar Connect kann der Nutzer zudem<br />

Fahrzeugdaten wie Tankfüllstand und Reifendruck<br />

aus der Ferne abfragen, bestimmte<br />

Funktionen per Fernbedienung aktivieren,<br />

das Fahrzeug lokalisieren – etwa nach einem<br />

Spaziergang in einer fremden Stadt – oder<br />

einen automatischen Notruf absetzen.<br />

Noch umfangreicher ist der Fiat Tipo<br />

Lounge ausgestattet: Klimaautomatik,<br />

Einparkhilfe hinten sowie Licht- und Regensensor<br />

steigern den Komfort, Chromelemente<br />

unter dem Kühlergrill, an den<br />

Seitenfenstern und an den Einfassungen<br />

der Nebelscheinwerfer sorgen für eine<br />

elegante Optik. Das Infotainmentsystem<br />

Uconnect verfügt zusätzlich über ein Navigationssystem, Digitalradio und<br />

Rückfahrkamera.<br />

Für Fünftürer und Kombi bietet Fiat noch zwei weitere Ausstattungslinien<br />

an: als dynamischen S-Design mit Bi-Xenon-Scheinwerfern, 18-Zoll-Leichtmetallrädern,<br />

schwarzem Klavierlack außen und innen sowie einer optionalen<br />

Zweifarb-Lackierung; und das Topmodell Sport (nur Fünftürer) mit<br />

Front- und Heckspoiler, Seitenschwellern und Heckdiffusor für einen besonders<br />

sportlichen Look und weiter verbesserte Aerodynamik.<br />

Die Motorenpalette umfasst zwei Benziner und<br />

zwei Turbodiesel. Den Einstieg bildet ein Vierzylinder-Saugbenziner<br />

mit 1,4 Liter Hubraum und<br />

70 kW/95 PS. Der Turbo-Benziner 1.4 T-Jet produziert<br />

88 kW/120 PS Leistung und ein maximales<br />

Drehmoment von 215 Nm. Er ist serienmäßig mit<br />

Start-Stopp-Automatik ausgerüstet und wird ausschließlich<br />

für Kombi und Fünftürer angeboten.<br />

Der Top-Diesel lässt<br />

sich auch mit einem<br />

Doppelkupplungsgetriebe<br />

koppeln<br />

Auch die beiden Multijet-Turbodiesel sind mit Start-Stopp-System ausgestattet.<br />

Der 1,3 Liter entwickelt 70 kW/95 PS und 200 Nm, der 1,6 Liter<br />

kommt auf 88 kW/120 PS und 320 Nm. Der Top-Diesel lässt sich in den<br />

beiden Karosserievarianten Fünftürer und Kombi auch mit dem Doppelkupplungsgetriebe<br />

DCT koppeln, das praktisch ohne Zugkraftunterbrechung<br />

arbeitet. Im manuellen Modus kann der Fahrer die sechs Gänge auch selbst<br />

per Wählhebel wechseln.<br />

MARKTSPOT<br />

• PREISTIPP IM KOMPAKT-<br />

SEGMENT<br />

• FÜNF AUSSTATTUNGSLINIEN,<br />

DREI KAROSSERIEVARIANTEN<br />

• TOPMODELL SPORT MIT<br />

SPOILERN UND DIFFUSOR<br />

RUBRIK<br />

179


Digitalisierung des Autohandels<br />

DIE ZUKUNFT KAUFT<br />

ONLINE<br />

180<br />

AUTOHANDEL


ZUERST VERSCHWANDEN DIE EINZELHÄNDLER AUS DEN INNEN-<br />

STÄDTEN, JETZT KÖNNTE ES DIE AUTOHÄUSER AM STADTRAND<br />

TREFFEN – DIE DIGITALISIERUNG WIRBELT DIE BRANCHE KRÄFTIG<br />

DURCHEINANDER. PROFITIEREN KÖNNTE DAVON AM ENDE<br />

VIELLEICHT AUCH DER KUNDE.<br />

Anzahl der Unternehmen im Kfz-Handel in Deutschland in den Jahren 2005 bis 2017<br />

50.000<br />

40.000<br />

30.000<br />

20.000<br />

10.000<br />

0<br />

S<br />

martphones,<br />

26.462<br />

29.737<br />

30.851<br />

30.430<br />

Quelle: Statistisches Bundesamt<br />

© Statista <strong>2019</strong><br />

36.918<br />

35.918<br />

2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017<br />

Urlaubsreisen und Nahrungsmittel – fast alles kann man heute<br />

im Internet kaufen. Bei Neuwagen halten sich die Deutschen, auch mangels<br />

Angeboten, noch zurück. Doch das dürfte sich ändern, mit weitreichenden<br />

Folgen für Kunden, Händler und Hersteller.<br />

Bis 2025 werden mehr als 30 Prozent aller Neuwagen in Europa über das Internet verkauft,<br />

prognostiziert eine Studie der Unternehmensberatung Bain. „Damit bricht auch<br />

für den Vertrieb und den Handel eine neue Ära an“, so Marcus Hoffmann, Co-Autor des<br />

Papiers. Triebkraft hinter der Entwicklung sind zum einen die jüngeren, digital-affinen<br />

Kunden, für die das Einkaufen im Internet eine Selbstverständlichkeit ist. Zum anderen<br />

haben auch die Hersteller selbst ein Interesse, zumindest einen Teil des Vertriebs in die<br />

eigenen Hände zu bekommen, um am teuren Händlernetz zu sparen. Und auch die großen<br />

IT-Konzerne spielen im Werben um die Autokäufer der Zukunft kräftig mit.<br />

Vor allem für die Kunden scheint die Digitalisierung des Autohandels verlockend. Nicht<br />

nur den Kauf günstiger Gebrauchsgüter, sondern auch das Tätigen kostspieligerer Investitionen<br />

erledigen viele Verbraucher längst online. Relativ verlässliche Händler- und<br />

Produkt-Bewertungssysteme sowie die verbraucherfreundlichen Rückgaberegelungen<br />

haben das Vertrauen in die neuen Marktplätze schnell wachsen lassen. Selbst die älteren<br />

Konsumenten bilden keine abgehängte Gruppe mehr: 2017 hatten 70 Prozent der<br />

Über-60-Jährigen permanenten Internetzugriff, wie die Unternehmensberatung MHP im<br />

Auftrag unter anderem des Zentralverbands des Deutschen Kfz-Gewerbes (ZDK) ermittelt<br />

hat, der das Thema Digitalisierung im Autohandel längst auf dem Schirm hat.<br />

36.187<br />

36.540<br />

35.289<br />

38.853<br />

39.424<br />

40.051<br />

40.106<br />

Beim Bestellen im Internet geht es aber nicht nur um den Komfortgewinn durch das<br />

Shoppen von der Couch, sondern auch um die einfachere Vergleichbarkeit verschiedener<br />

Angebote. Beides zusammen ist für<br />

viele Konsumenten deutlich attraktiver<br />

als eine samstägliche Ochsentour zu den<br />

regionalen Autohändlern, wie sie bislang<br />

unumgänglich war. Doch der größte<br />

Vorteil von allen dürfte zumindest auf<br />

mittlere Sicht der Preisvorteil sein, denn<br />

ein zentraler Online-Vertrieb über den<br />

Hersteller oder einen Drittanbieter würde<br />

das jahrzehntelang gewachsene indirekte<br />

Vertriebssystem über die Vertragshändler<br />

umgehen. „Der stationäre Autohandel<br />

ist sehr teuer. Der Kunde bezahlt<br />

gut 10 Prozent des Neuwagenpreises nur<br />

für den Handel“, erläutert Autoexperte<br />

Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Center<br />

Automotive Research an der Universität<br />

Duisburg-Essen. Würde man den Händler<br />

aus der Vermarktungskette zwischen<br />

Fabrik und Kunde ausklinken, könnte viel<br />

Geld gespart werden.<br />

Ein Umstand, der die Autohersteller<br />

brennend interessiert – wenn auch nicht<br />

offiziell. Denn für ihre Vertragshändler<br />

ist das Thema Direktvertrieb ein rotes<br />

Tuch. Und noch ist man auf sie angewiesen:<br />

Hersteller und Handel bilden beim<br />

AUTOHANDEL<br />

181


Autoverkauf eine Symbiose mit gegenseitiger Abhängigkeit. Die Händler sind am Vertrieb<br />

und Service der Fahrzeuge interessiert, während die Konzerne für den Absatz die<br />

Händler benötigen. Allerdings sitzen die Hersteller am längeren Hebel, was sie ihre Vertragspartner<br />

regelmäßig spüren lassen. Sie verlangen hohe Investitionen in Architektur,<br />

Ausstattung und Digitalisierung der Showrooms – und sollen im Gegenzug den Fortbestand<br />

des indirekten Vertriebssystems garantieren. Entsprechend vorsichtig gehen<br />

sie beim Thema Online-Autokauf vor, um ihre langjährigen Partner nicht zu verschrecken.<br />

Trotzdem gibt es regelmäßig Testballons zum Thema Internetvertrieb: Aktuell<br />

bietet Audi etwa ein Sondermodell des Sportwagens TT exklusiv im Netz an, den Handel<br />

haben die Ingolstädter dabei mit finanziellen Zugeständnissen an Bord geholt. Ähnliche<br />

Projekte gab es bereits bei Volvo oder VW. Newcomer wie die Volvo-Schwester Lynk&Co<br />

oder Byton aus China haben schon angekündigt, sich bei ihrem Europa-Start ein großes<br />

Händlernetz sparen zu wollen. Stattdessen wird es Online-Vertrieb und wenige Flagship-Stores<br />

in guten Innenstadtlagen geben.<br />

Doch es gibt neben Kunden und Herstellern noch eine dritte Gruppe, die Interesse an<br />

einer Verlagerung des Autokaufs ins Internet haben könnte: Online-Plattformen, die<br />

den markenübergreifenden Verkauf übernehmen wollen. „Die Chancen dieser Unternehmen<br />

besteht darin, gegebenenfalls ohne eigenen Fahrzeugbestand nach Vorbildern<br />

wie Airbnb eine zwischengelagerte Plattform aufzubauen und somit eine Disruption in<br />

der Branche auszulösen“, urteilt die MHP-Studie. Kandidaten für die Etablierung solcher<br />

Neuwagen-Marktplätze gibt es viele – von den bekannten Gebrauchtwagenportalen<br />

über Internetgiganten wie Google oder aufstrebende Start-ups. Bislang haben sie aber<br />

noch ein Problem: Vertrauen. Dieses bringen die Autokäufer zurzeit noch in erster Linie<br />

dem Handel und den Herstellern entgegen. Dort sieht der Kunde Kompetenz und die<br />

Voraussetzungen für eine sichere Abwicklung der teuren Investition. Wie schnell<br />

Online-Unternehmen in diesem Bereich aufholen können, haben sie aber bereits in<br />

anderen Branchen gezeigt.<br />

182<br />

AUTOHANDEL


Revolutionäres Potenzial hat aber noch ein anderer Umstand. Nicht nur könnte der<br />

Verkauf ins Internet wandern, er könnte auch ganz wegfallen. Denn immer mehr Autohersteller<br />

setzen im Neuwagenvertrieb auf eine Art Abonnement. Ein Modell, das vor<br />

allem bei jüngeren Kunden gut ankommt – schließlich kennen sie es von Musik- und<br />

Film-Streaming-Diensten wie Netflix oder <strong>Spot</strong>ify. Die Auto-Flatrates werben mit Flexibilität<br />

und planbaren Kosten. Für eine fixe Monatsrate, die je nach Angebot Posten wie<br />

Wartung, Reparaturen, Reifenwechsel, Versicherung und Steuern enthält, fahren die<br />

Abonnenten immer ein neues Auto, das im Internet gebucht, ihnen bis vor die Haustür<br />

geliefert und gegebenenfalls für Werkstattbesuche auch wieder abgeholt wird. Oft kann<br />

auch während der Vertragslaufzeit auf ein anderes Modell gewechselt werden. Anders<br />

als beim Leasing gibt es keine Anzahlung und die Kosten sind absolut planbar. Auch<br />

ist man nicht über viele Jahre an einen Vertrag gebunden. Tendenziell ist das flexible<br />

Abo-Modell hinsichtlich der monatlichen Kosten etwas teurer als Finanzierung und<br />

Barkauf. In Einzelfällen kann jedoch auch das Gegenteil der Fall sein. Klar ist aber: Der<br />

stationäre Handel bleibt beim Abo-Geschäft außen vor.<br />

Solch ein Service könnte den Autoherstellern<br />

zudem helfen, die reinen Internetautohändler<br />

auf Abstand zu halten. Ganz so<br />

schnell werden die gewohnten Autohäuser<br />

also wohl doch nicht von den städtischen<br />

Einfallstraßen verschwinden.<br />

Autoexperte Dudenhöffer bewertet die Situation der Autohäuser pessimistisch. „Insgesamt<br />

wird der Autohandel in den nächsten 10 bis 15 Jahren deutlich an Bedeutung verlieren.<br />

Ein Markt der schrumpft, sollte Anlass zur Überlegung geben, wie man am besten<br />

aussteigt.“ Seiner Ansicht nach sollte der Handel sich auf Services – also Wartung und<br />

Reparatur konzentrieren. Doch es geht vielleicht auch ohne den ganz großen Schnitt.<br />

Die Unternehmensberater von Bain etwa schlagen vor, die Digitalisierung für den stationären<br />

Handel nutzbar zu machen. Dank intensiver Datenanalysen könnten die Hersteller<br />

ihre Kunden besser kennenlernen und individuelle Betreuungsstrategien entwickeln, die<br />

die Autohäuser lokal umsetzen. Käufer könnten sich mit individueller Kunden-ID online<br />

informieren, im Autohaus beraten lassen, eine Testfahrt machen und am Ende im Netz<br />

bestellen, ohne Daten mehrmals ein- oder angeben zu müssen. Bei Reparaturen und<br />

Wartung hätten sie zudem einen persönlich bekannten Ansprechpartner.<br />

AUTOHANDEL<br />

183


Roboterautos im Stadtverkehr<br />

DER PROGRAMMIERTE STAU<br />

ROBOTERAUTOS SIND MÖGLICHERWEISE NICHT DIE LÖSUNG, SONDERN DAS PROBLEM. ZU-<br />

MINDEST WENN ES UM DIE VERSTOPFTEN STRASSEN DER INNENSTÄDTE GEHT.<br />

A<br />

utonom fahrende Autos versprechen nicht<br />

nur mehr Verkehrssicherheit sondern auch<br />

weniger Staus. Ob sie letzteres halten können,<br />

ist aber mehr als ungewiss. Experten<br />

befürchten sogar noch größeres Chaos auf den Straßen.<br />

Die Idee mit den Roboterautos klingt für Stadtplaner<br />

zunächst attraktiv. Die vernetzten Pkw fahren enger<br />

gestaffelt als es Menschen könnten, trödeln nie, wählen<br />

automatisch die beste Route und müssen am Zielort<br />

nicht nach einem Parkplatz suchen. Doch das Roboterauto<br />

kommt nicht plötzlich von heute auf morgen, sondern<br />

langsam und über Jahre. In diesem Zeitraum würden sich<br />

autonome und menschlich gesteuerte Fahrzeuge den<br />

Straßenraum teilen.<br />

Eine Studie der Unternehmensberatung Arthur D. Little<br />

hat die Effekte des Mischverkehrs an einer realen Ampel<br />

beobachtet. Aktuell – noch ganz ohne Roboterfahrzeuge<br />

- passieren die Lichtzeichenanlage an der B3 nahe<br />

Frankfurt 43 Autos pro Grünphase. Wären nur noch autonome<br />

Pkw unterwegs, würden es 500 über die Kreuzung<br />

schaffen, bevor die Ampel wieder Rot zeigt. Allerdings<br />

nur, wenn alle Pkw eine Standardlänge von 3 Metern<br />

hätten und der Abstand zwischen ihnen elektronisch geregelt<br />

konstant einen Meter betrüge – dann könnte die<br />

Autoschlange wie ein Güterzug in einem Rutsch über die<br />

Kreuzung fahren. Im Mischverkehr jedoch, wenn zum Beispiel<br />

nur jedes zweite Fahrzeug automatisiert ist, sinkt<br />

die Zahl der Fahrzeuge auf 36 – also sogar unter den<br />

heutigen Wert. Denn während Menschen Vorschriften zu<br />

Tempo und Sicherheitsabstand missachten, halten sich<br />

Computer strikt an die Regeln. Und stören damit letztlich<br />

den Verkehrsfluss.<br />

Ein weiteres Problem: Bequemlichkeit und Geiz. Gerade<br />

die Kombination beider menschlichen Schwächen könnte<br />

für verstopfte Straßen sorgen, zeigt eine Studie der Boston<br />

Consulting Group. Weil das Roboterauto bequemer<br />

ist, dürften zahlreiche ÖPNV-Nutzer auf den Pkw wechseln.<br />

Im Ergebnis erhöht sich die Fahrzeit in den Stadtzentren<br />

um 5,5 Prozent. Forscher der Universität in Santa<br />

Cruz befürchten zudem, dass autonome Privatfahrzeuge<br />

nach dem Abladen ihrer Passagiere dauerhaft in der Umgebung<br />

kreuzen und auf die Rückfahrt warten, um die<br />

innerstädtischen Parkgebühren zu sparen.<br />

Stimmen die Analysen, müssen sich die Städte für die<br />

autonome Zukunft Regeln einfallen lassen, die die Effekte<br />

von Roboterautos in die richtige Richtung lenken.<br />

Dazu könnten Vorschriften zu Energieverbrauch und Parken<br />

genauso zählen wie die Beschränkung auf bestimmte<br />

Bereiche. Aber auch umfassende Verkehrskonzepte<br />

mit einer Mischung aus Robotertaxis, Car-Sharing und<br />

intelligenter Verkehrsleitung könnte für Erleichterung<br />

sorgen. Und das durchaus schon lange bevor eine hundertprozentige<br />

Autonomie-Quote erreicht ist.<br />

184<br />

ROBOTERAUTOS


ACV Automobil-Club Verkehr – Der moderne Mobilitätsdienstleister<br />

LICHT IM LADE-DSCHUNGEL<br />

ELEKTROANTRIEB ODER MILDHYBRID,<br />

LADEN MIT WECHSEL- ODER GLEICHSTROM:<br />

DIE MOBILITÄT VON MORGEN WIRD SAUBE-<br />

RER, ABER NICHT UNBEDINGT WENIGER<br />

KOMPLIZIERT. ALS MOBILITÄTSPARTNER<br />

FÜHRT DER AUTO-MOBILCLUB ACV SEINE<br />

MITGLIEDER BERATEND UND MIT PERFEK-<br />

TEM SERVICE DURCH DEN DSCHUNGEL<br />

DER NEUEN MÖGLICHKEITEN.<br />

H<br />

ybrid, Elektro oder Wasserstoff? Ach, und<br />

Erdgas und LPG gibt es ja auch noch! Gar nicht<br />

so einfach, sich als Autokäufer für eine zukunftsfähige<br />

Antriebslösung zu entscheiden.<br />

Dabei sollte man die Entscheidung nicht daran festmachen,<br />

welche Technik am innovativsten wirkt, sondern<br />

überlegen, welche am besten zum eigenen Anforderungs-<br />

und Fahrprofil passt.<br />

Hilfestellung von unabhängiger Seite kommt vom ACV:<br />

Auf seiner Webseite (www.acv.de) lädt der Automobilclub<br />

zu einem Selbsttest per Drive-O-Mat ein. Abgefragt<br />

werden unter anderem die tägliche Fahrtstrecke, der<br />

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