23.10.2023 Aufrufe

MY FACTORY 11-12/2023

MY FACTORY 11-12/2023

MY FACTORY 11-12/2023

MEHR ANZEIGEN
WENIGER ANZEIGEN

Sie wollen auch ein ePaper? Erhöhen Sie die Reichweite Ihrer Titel.

YUMPU macht aus Druck-PDFs automatisch weboptimierte ePaper, die Google liebt.

<strong>11</strong>-<strong>12</strong><br />

19186<br />

Nov./Dez. <strong>2023</strong><br />

€ <strong>12</strong>,00<br />

DAS MAGAZIN FÜR PRODUKTIONSVERANTWORTLICHE<br />

TITEL<br />

08 Finanzierungslösungen<br />

für den Mittelstand<br />

So funktioniert smarte<br />

<strong>12</strong> Kabelproduktion<br />

SPECIAL: Drucklufttechnik – Fokus<br />

auf Effizienz und Nachhaltigkeit<br />

myfactory-magazin.de


<strong>MY</strong><br />

DAS MAGAZIN FÜR PRODUKTIONSVERANTWORTLICHE<br />

19186<br />

Sie wollen auch für Ihr<br />

Unternehmen die Production<br />

Excellence erreichen? Dann<br />

sichern Sie sich das Knowhow<br />

dazu im Abonnement.<br />

<strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> macht Ihre<br />

Produktion smart!<br />

Sichern Sie sich den<br />

lückenlosen Bezug<br />

wertvoller Informationen!<br />

DAS MAGAZIN FÜR PRODUKTIONSVERANTWORTLICHE<br />

TITEL<br />

08<br />

18 Sensorproduktion<br />

32<br />

EXTRA<br />

So meistert ein Cobot ein<br />

komplexes Bin-Picking<br />

intelligent automatisiert<br />

Das kann professionelle<br />

Reinigungstechnik 4.0<br />

Supplement Umwelttechnik –<br />

heute schon an morgen denken<br />

myfactory-magazin.de<br />

MFA_SO_Titel_2021_10 1 04.01.2022 10:17:16<br />

Internet: shop.vereinigte-fachverlage.de @ E-Mail: vertrieb@vfmz.de & Telefon: 06131/992-148<br />

Jahresabo nur 90 €:<br />

8 Print-Ausgaben im Jahr<br />

Abo-Begrüßungsgeschenk:<br />

Die Konturenlehre<br />

Das Kopieren eines Profils war noch nie so einfach!<br />

Mit dieser Konturenlehre können Sie die Form von unregelmäßigen<br />

Objekten messen, um eine Sofortvorlage zu erstellen, mit der präzise<br />

Schnitte markiert werden können. Messbreite 25 cm, Messtiefe 6 cm.<br />

(Die Farbe der Konturenlehre ist variabel)<br />

+


EDITORIAL<br />

DIE RICHTIGE<br />

BALANCE<br />

Stellen Sie sich vor, Sie können eine Bestandsanlage so modernisieren,<br />

dass Sie die Effizienz um 20 Prozent steigern, ohne sich eine komplett<br />

neue Maschine anschaffen zu müssen oder hohe Summen in die<br />

Digitalisierung zu investieren. Durch die Digitalisierung der Produktion<br />

sind Unternehmen zwar in der Lage flexibel und schnell auf die<br />

Anforderungen des Marktes reagieren zu können, doch wie viel ist<br />

tatsächlich notwendig? Wichtig ist, genau hinzuschauen. Denn es<br />

muss ja nicht zwingend die smarte Maschine angeschafft werden, die<br />

teuer ist oder der Roboter, der autonom sein Werk verrichtet. Anlagen,<br />

die seit Jahrzehnten gut laufen, lassen sich häufig im Rahmen eines<br />

Retrofit aufrüsten. So können dann auch sie Daten liefern, die<br />

aufzeigen, wie sich Prozesse verbessern lassen. Eine wichtige Rolle<br />

spielt auch der Mensch, der unersetzlich ist, wenn es um komplexe<br />

Problemlösungen geht. In unserer Serie Production Excellence<br />

lesen Sie, wie ein führender Kabelhersteller durch die Interaktion<br />

von Mensch und Produktionstechnik seine Produktivität deutlich<br />

erhöhen konnte und wie er seine Optimierungen unter anderem<br />

mit Bestandsanlagen weiter fortsetzen will.<br />

Ein anderer Weg zu mehr Effizienz ergibt sich durch den Einsatz<br />

einer Softwareplattform, über die sich Daten in einer Fabrik erfassen<br />

und analysieren lassen. In einer Pilotanwendung gelang es, damit<br />

die Produktivzeit einer Anlage um bis zu 20 Prozent zu steigern.<br />

Mehr dazu in unserer Rubrik Smart Production. Es gibt also viele<br />

Stellschrauben, die Unternehmen nutzen können. Jedoch ist es wichtig,<br />

zu beachten, dass nicht alle Aspekte einer Fabrik digitalisiert werden<br />

müssen. Es ist entscheidend, die richtige Balance zu finden.<br />

Eine inspirierende Lektüre<br />

wünscht Ihnen<br />

Damit<br />

Ihre Ideen<br />

funktionieren!<br />

Systemlösungen,<br />

Sondermaschinen<br />

und<br />

Werkzeuge<br />

für Ihre Blechbearbeitung.<br />

Nicole Steinicke<br />

Chefredakteurin<br />

<strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong>.<br />

Ottemeier Werkzeug- und<br />

Maschinentechnik GmbH<br />

Kapellenweg 45<br />

33415 Verl-Kaunitz<br />

Fon 05246 9214-0<br />

Fax 05246 9214-99<br />

m.esken@ottemeier.com<br />

www.ottemeier.com<br />

Ottemeier.indd 1 <strong>11</strong>.01.2018 13:54:10


EDITORIAL<br />

03 Die richtige Balance<br />

SMART NEWS<br />

06 Kurz und prägnant – das sollten Sie wissen<br />

TITEL<br />

08 Kredit und Leasing vom Branchenspezialisten:<br />

Präzise Finanzierungen<br />

für den Mittelstand<br />

Anzeige: GEFA BANK GmbH, Wuppertal<br />

SMART PRODUCTION<br />

<strong>12</strong> PRODUCTION EXCELLENCE:<br />

Schneller, flexibler, besser: Smarte<br />

Kabelproduktion – so funktioniert‘s<br />

16 Automatisiertes Schwachstellenmanagement:<br />

Sofort auf Sicherheitswarnungen<br />

reagieren<br />

20 KOMMENTAR: 5G – Fortschritt<br />

und Herausforderung<br />

21 Update: Produkte, Technologien, Trends<br />

zur SPS in Nürnberg<br />

TITEL<br />

08<br />

<strong>12</strong><br />

BETRIEBSTECHNIK<br />

22 Absicherung der Produktion mit Notstrom:<br />

Stromfluss auch bei Blackout<br />

23 Update: Produkte, Technologien, Trends<br />

INTRALOGISTIK<br />

24 Umluftfilteraufsätze als flexible Lösung:<br />

Gefahrstoffschränke sicher und nachhaltig<br />

entlüften<br />

26 Hochgeschwindigkeits-Druckspendesysteme<br />

als Beschleuniger: So geht vollautomatisierte<br />

Versandlogistik<br />

WARTUNG-UND INSTANDHALTUNG<br />

28 Sicherheits- und Sichtsysteme für das<br />

Retrofitting von Werkzeugmaschinen:<br />

Neuer Schutz für alte Maschinen<br />

30 Retrofit: Sicheres Radarsystem für Tiefziehanlage –<br />

Thermoforming im sicheren Bereich<br />

32 Update: Produkte, Technologien, Trends<br />

<br />

Mit Hilfe von Finanzierungslösungen in nachhaltige<br />

Technologien investieren? Mehr dazu im Titelbeitrag.<br />

4 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>11</strong>-<strong>12</strong> www.myfactory-magazin.de


SPECIAL DRUCKLUFTTECHNIK<br />

34 Gebläse und Verdichter für die pneumatische Förderung:<br />

Per Luftstrom über fünf Etagen<br />

38 Containerlösung sorgt für ganzjährige Produktionssicherheit:<br />

Druckluftversorgung – aber sicher<br />

38 Mehr Prozesssicherheit für eine Pharmaproduktion:<br />

Druckluftversorgung ruckzuck erneuert<br />

40 Update: Produkte, Technologien, Trends<br />

AUSBLICK<br />

42 CO 2<br />

-optimierte Produktion<br />

32 Impressum<br />

30<br />

34<br />

www.myfactory-magazin.de <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>11</strong>-<strong>12</strong> 5


ZWICKROELL:<br />

AUS AG WIRD SE<br />

Der Prüfmaschinenhersteller ZwickRoell<br />

richtet sich weiter international aus.<br />

Ausdruck dessen ist die Umwandlung<br />

der Muttergesellschaft von der Rechtsform<br />

Aktiengesellschaft (AG) hin zu<br />

einer europäischen Aktiengesellschaft<br />

(Societas Europaea, kurz: SE). „Einerseits<br />

ist die SE eine moderne und<br />

zeitgemäße, andererseits auch die<br />

langfristig geeignete und unserer<br />

Größe und Internationalität angemessene<br />

Rechtsform, die auch den<br />

Belangen der Mitarbeiter in Europa in<br />

besonderem Maß Rechnung trägt“, so<br />

Klaus Cierocki, Vorstandsvorsitzender<br />

der ZwickRoell SE (Bild).<br />

www.zwickroell.com<br />

NEUER SPITZENWERT BEIM EINSATZ VON<br />

INDUSTRIE-ROBOTERN IN DEUTSCHLAND<br />

Wie die<br />

International<br />

Federation<br />

of Robotics<br />

mitteilt, hat<br />

die deutsche<br />

Wirtschaft<br />

2022 einen<br />

neuen Spitzenwert<br />

beim<br />

Einsatz von<br />

Industrie-Robotern<br />

erreicht: Der<br />

operative Bestand stieg auf 259 636 Einheiten – plus 5 % im Vergleich zum<br />

Vorjahr. Mit 25 636 neu installierten Robotern wurde 2022 das drittbeste<br />

Jahresergebnis erzielt. Die Verkaufszahlen liegen mit minus 1 % nur knapp<br />

hinter dem Vorjahresergebnis. Das Allzeithoch aus dem Jahr 2018 betrug<br />

26 723 Einheiten. In das Jahr <strong>2023</strong> ist die deutsche Robotik-Industrie stark<br />

gestartet. Das Umsatzwachstum wird vom Branchenverband VDMA<br />

Robotik + Automation für das Gesamtjahr <strong>2023</strong> mit nominal <strong>12</strong> % prognostiziert.<br />

Dieser Ausblick berücksichtigt den hohen Auftragsbestand, der die<br />

Produktion in diesem Jahr auf hohem Niveau beansprucht, auch wenn der<br />

Auftragseingang zurückgeht.<br />

www.ifr.org<br />

WIE GELINGT EINE ERFOLGREICHE CLOUD TRANSFORMATION?<br />

Um die Digitalisierung in Unternehmen erfolgreich voranzutreiben, ist eine moderne IT-Umgebung<br />

unumgänglich. Dabei ist die Cloud eine der wichtigsten technologischen Voraussetzungen für<br />

moderne und nachhaltige Geschäftsprozesse sowie für die Zukunftsfähigkeit im Sinne der Plattformökonomie.<br />

Für die meisten Unternehmen stellt die Cloud Transformation aber noch eine<br />

große Herausforderung dar. Aber wie kann sie gelingen und welche Anforderungen und Herausforderungen<br />

entstehen bei der Nutzung von Cloud Services? Antworten liefert das neue Lünendonk-<br />

Magazin „Cloud Transformation – Business und IT auf dem Weg in die Zukunft“. Es wurde in<br />

Zusammenarbeit mit Cosmo Consult, Detecon, Materna, msg advisors und PwC umgesetzt und ist<br />

kostenfrei erhältlich.<br />

www.luenendonk.de<br />

ELEKTRONIK-SPARTE VON LEUZE WIRD 60<br />

1963 war die Geburtsstunde der Elektronik-Sparte der Leuze-<br />

Gruppe in Owen/Teck. <strong>2023</strong> feiert der international tätige Sensorexperte<br />

sein 60-jähriges Jubiläum. Mit unternehmerischem Mut<br />

und Leidenschaft treibt inzwischen die fünfte Generation die<br />

Weiterentwicklung des Familienunternehmens voran – gemeinsam<br />

mit weltweit über 1 600 Mitarbeitenden, den sogenannten Sensor<br />

People. Mit Neugier und Entschlossenheit, Wissen und Offenheit<br />

gegenüber neuen Technologien arbeiten sie an den Innovationen<br />

von morgen. Zum Portfolio zählen Sensoren für die Automatisierungstechnik<br />

sowie Komponenten, Services und Lösungen für<br />

die Arbeitssicherheit. Als Grundlage für den Erfolg investiert das<br />

Hochtechnologieunternehmen in dezentrale Strukturen, moderne<br />

Fertigungstechnologien, in seine Sensor People sowie neue Talente.<br />

2022 erzielte Leuze einen Umsatz von 322 Mio. Euro und damit ein Umsatzplus von rund 25 Prozent gegenüber 2021.<br />

Und auch für die Zukunft hat das Familienunternehmen ambitionierte Wachstumsziele.<br />

www.leuze.com/60jahre<br />

6 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>11</strong>-<strong>12</strong> www.myfactory-magazin.de


TÜRKISCHER MASCHINEN- UND ANLAGENBAU<br />

MIT HOHEM EXPORTWACHSTUM<br />

Der türkische Maschinen- und Anlagenbau<br />

hat im ersten Halbjahr <strong>2023</strong> einen<br />

bemerkenswerten Anstieg der Exporte<br />

verzeichnet. Im Vergleich zum Vorjahr<br />

konnte eine Wachstumsrate von 16,5%<br />

erzielt werden. Dabei erwies sich der<br />

Juli <strong>2023</strong> als auftragsstärkster Monat. Mit Blick auf die aktuelle Auftragslage<br />

prognostizieren Experten, dass das gesamte Jahr <strong>2023</strong> einen Exportumsatz<br />

von über 45 Mrd. USD für den türkischen Maschinen- und Anlagenbau<br />

bringen wird. Deutschland bleibt weiterhin das mit Abstand wichtigste<br />

Exportziel: Zwischen Januar und Juli <strong>2023</strong> wurden Exporte im Wert von<br />

über 1,8 Mrd. USD nach Deutschland getätigt. Dies bedeutet einen Anstieg<br />

von fast <strong>12</strong>% im Vergleich zum Vorjahr.<br />

www.turkishmachinery.org<br />

„Der operative Bestand an<br />

Industrie-Robotern in Deutschland<br />

ist mit einem Anteil von 36% der<br />

mit Abstand höchste in der<br />

europäischen Union.“<br />

Marina Bill, Präsidentin der International<br />

Federation of Robotics<br />

44 %<br />

der Unternehmen weltweit<br />

gehen laut einer Umfrage unter<br />

Führungskräften und Experten<br />

aus 22 Ländern davon aus,<br />

dass sie bis 2030 ihre<br />

Dekarbonisierungsziele erreichen.<br />

Quelle: Siemens Infrastructure Transition<br />

Monitor <strong>2023</strong><br />

50 %<br />

der Führungskräfte halten<br />

die Dekarbonisierung für einen<br />

Wettbewerbsvorteil, aber weniger<br />

als die Hälfte ist der Meinung,<br />

dass ihr Land eine wirksame<br />

Dekarbonisierungsstrategie hat.<br />

Quelle: Siemens Infrastructure Transition<br />

Monitor <strong>2023</strong><br />

PHOENIX CONTACT ERÖFFNET<br />

ALL-ELECTRIC-SOCIETY-PARK<br />

Entlang der<br />

Zufahrt zu<br />

Phoenix Contact<br />

am Standort in<br />

Blomberg ist auf<br />

rund 7600 m²<br />

ein neuer<br />

Eingangsbereich<br />

entstanden.<br />

Herzstück ist ein frei zugänglicher Park, der das<br />

Zukunftsbild der All Electric Society für alle erlebbar<br />

macht und verständlich erklärt. Anhand des Energieflusses<br />

von der Gewinnung über die Wandlung, Speicherung<br />

und Verteilung bis hin zum optimierten<br />

Energieeinsatz zeigt der Park, wie die All Electric Society<br />

Wirklichkeit werden kann. Dabei veranschaulichen reale<br />

Applikationen, wie Sektorenkopplung funktioniert und<br />

welche Technologien diese ermöglichen. Der Park stellt<br />

in verkleinerter Form ein Abbild der realen Welt dar.<br />

Kuben aus Glas für die jeweiligen Applikationen,<br />

Freiflächenanlagen sowie ein Pavillon mit Leitwarte<br />

und Besprechungsräumen bilden die Ausstellungsbereiche<br />

des Parks. Dieser zeigt ein ganzheitliches Bild des<br />

schonenden Ressourcenverbrauchs basierend auf<br />

vorhandenen Technologien. Der Park ist seit September<br />

<strong>2023</strong> für Besuchende frei zugänglich.<br />

www.phoenixcontact.com<br />

www.myfactory-magazin.de <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>11</strong>-<strong>12</strong> 7


SMART PRODUKTION<br />

SMART PRODUCTION<br />

8 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>11</strong>-<strong>12</strong> www.myfactory-magazin.de


SMART PRODUCTION<br />

KREDIT UND LEASING VOM BRANCHENSPEZIALISTEN<br />

PRÄZISE FINANZIERUNGEN<br />

FÜR DEN MITTELSTAND<br />

Die Gefa Bank ist ein spezialisierter herstellerunabhängiger Objektfinanzierer,<br />

der seit rund 75 Jahren Investitionen des deutschen Mittelstands in Maschinen<br />

und Anlagen ermöglicht. Anlässlich eines Besuchs beim Kooperationspartner<br />

Mitsubishi Electric erläutert Jan Laupsien (rechts im Bild), Leiter International<br />

Vendor Management im Kompetenzcenter Industriegüter der Gefa Bank,<br />

wie maßgeschneiderte Finanzierungslösungen Betriebe bei der Anschaffung<br />

effizienterer und nachhaltigerer Produktionsmaschinen unterstützen und<br />

den Weg zu mehr Nachhaltigkeit ebnen.<br />

Herr Laupsien, wie unterstützt die Gefa Bank den deutschen<br />

Mittelstand in seinen Finanzierungsvorhaben?<br />

Wir blicken auf eine fast 75jährige Unternehmensgeschichte<br />

zurück und verfügen über langjährige Erfahrungen in diversen<br />

Branchen, u.a. in der Produktionsindustrie. Unsere Stärke liegt<br />

seit jeher darin, dass wir nicht nur über Finanzierungsexpertise<br />

verfügen, sondern auch über Objekt- und Markt-Know-how.<br />

Dazu stehen wir in regelmäßigem Kontakt vor Ort mit Herstellern,<br />

Händlern und investierenden Unternehmen. So verstehen<br />

wir sehr genau, was unsere Kunden benötigen, kennen ihre wirtschaftliche<br />

Situation und können hierfür maßgeschneiderte<br />

Leasing- oder Kreditlösungen anbieten. Darüber hinaus haben<br />

wir langjährige Erfahrung in der Zusammenarbeit mit diversen<br />

Förderbanken wie der KFW oder der EIB. Der Zugang zu staatlichen<br />

Fördergeldern und -zuschüssen spielt eine entscheidende<br />

Rolle dabei, wettbewerbsfähig zu bleiben. Diese Programme<br />

ermöglichen es Unternehmen, finanzielle Unterstützung für<br />

Investitionen in effiziente Maschinen und Technologien zu<br />

erhalten, die beispielsweise ressourcenschonender und energieeffizienter<br />

arbeiten. Sie sind somit auch ein wichtiger Schritt in<br />

Richtung einer nachhaltigen Zukunft.<br />

durchführen können. Der Weg dorthin kann jedoch oft komplex<br />

sein, und hier kommt die Gefa Bank ins Spiel. Wir haben als<br />

Finanzierungsinstitut für den Mittelstand einen gesellschaftlichen<br />

Auftrag zu erfüllen: Wir müssen und möchten ein wesent-<br />

01<br />

Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Stichwort. Unternehmen<br />

müssen heute mehr denn je in effiziente und klimaschonende<br />

Technologien investieren. Wie hilft die Gefa Bank in diesem<br />

Prozess?<br />

Um wirtschaftlich Schritt zu halten, ist es in der Tat von entscheidender<br />

Bedeutung, dass Unternehmen in modernste Maschinen<br />

investieren. Diese arbeiten genauer, ressourcenschonender<br />

und energieeffizienter – oftmals auch deshalb, weil sie<br />

beispielsweise mehrere Produktionsschritte hintereinander<br />

01 Die Gefa Bank arbeitet mit Partnern wie z.B. Mitsubishi Electric<br />

zusammen, die großen Wert auf Nachhaltigkeit und CSR legen<br />

02 Die Wuppertaler Bank möchte Treiber für die Transformation der<br />

Wirtschaft sein – mit Finanzierungslösungen, die Investitionen in<br />

nachhaltige Technologien möglich machen<br />

02<br />

www.myfactory-magazin.de <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>11</strong>-<strong>12</strong> 9


SMART PRODUKTION<br />

unserer langjährigen Partner, der – wie wir – großen Wert auf<br />

Nachhaltigkeit und CSR legt. Seine Maschinen passen gut zu<br />

unseren Finanzierungskonzepten, da sie immer stärker auf<br />

Effizienz und Nachhaltigkeit ausgerichtet werden. Heute hat<br />

mir Hans-Jürgen Pelzers die neuesten Entwicklungen bei den<br />

Mitsubishi Drahterodiermaschinen vorgestellt. Die hier verbaute<br />

intelligente Technologie arbeitet nicht nur höchst präzise,<br />

sondern ist auch auf einen geringeren Energieverbrauch und<br />

weniger Verschleiß und Wartung ausgelegt. Für den Kunden<br />

bedeutet dies, dass seine Produktionsprozesse nachhaltiger<br />

und wirtschaftlicher werden. Genau solche Lösungen möchten<br />

wir gemeinsam mit unseren Partnern fördern. Ein weiterer<br />

Vorteil ist, dass wir die Werthaltigkeit und Langlebigkeit dieser<br />

Maschinen sehr gut kennen, dies bei der Kreditentscheidung<br />

mit einfließen lassen und somit sehr schnell über die Finanzierung<br />

entscheiden können.<br />

Wie erhalten Interessenten eine Finanzierung<br />

der Gefa Bank?<br />

ZUGANG ZU EFFIZIENTEREN UND<br />

PROFITABLEREN MASCHINEN<br />

Gewinner unserer Kooperation mit der Gefa<br />

Bank sind die Kunden, denn gemeinsam ermöglichen<br />

wir ihnen den Zugang zu effizienteren<br />

und profitableren Maschinen. Zusätzlich ist von<br />

Vorteil, dass die Gefa Bank den Maschinenmarkt<br />

kennt und die Maschine selbst mit ihrer hohen<br />

Wertbeständigkeit als Sicherheit für die<br />

Finanzierung dient.<br />

Hans-Jürgen Pelzers, Vertriebsleiter Erodiersysteme,<br />

Mitsubishi Electric Europe B.V.<br />

Wir verfügen bundesweit über ein dichtes Netz an Firmenkundenberatern,<br />

die optional auch ihre Kunden vor Ort besuchen.<br />

Kontaktmöglichkeiten werden auf der Homepage der Gefa Bank<br />

angegeben – alternativ besteht dort auch die Möglichkeit zur<br />

Online-Kalkulation von Kredit- oder Leasingraten für den individuellen<br />

Maschinenwunsch. Darüber hinaus sind wir auf<br />

Messen wie zum Beispiel der Intec, AMB oder EMO zu finden.<br />

Dort stehen unsere Spezialisten den Firmenkunden für Beratungsgespräche<br />

zur Verfügung. Da die Gefa Bank auch mit<br />

Herstellern und Händlern kooperiert, besteht zudem die Möglichkeit<br />

– wie im Fall von Mitsubishi Electric – direkt mit dem<br />

Kaufangebot für eine Maschine einen Finanzierungsvorschlag<br />

zu erhalten. Das geht übrigens auch auf europäischer Ebene,<br />

weil wir in das Netzwerk der Societe Generale Equipment<br />

Finance eingebunden sind. Aktuell begleiten wir so beispielsweise<br />

Geschäfte von Mitsubishi Electric in Spanien, unterstützt<br />

durch unseren Vendorbetreuer Deniz Deveci.<br />

Bilder: GEFA BANK<br />

www.gefa-bank.de<br />

licher Treiber für die Transformation der Wirtschaft sein – mit<br />

Finanzierungslösungen, die Investitionen in nachhaltige Technologien<br />

möglich machen. Dabei geht es dann nicht nur um die<br />

klimaschonende Produktionsmaschine. Auch Auf-Dach-Photovoltaik-Anlagen<br />

für die eigene Stromproduktion oder kostensparende<br />

Lichtcontracting-Lösungen für den Einsatz von LEDs<br />

haben wir in unser Finanzierungsportfolio integriert. An dieser<br />

Stelle hilft uns auch der Schulterschluss mit Herstellern und<br />

Händlern, mit denen wir gemeinsam zukunftsfähige Lösungen<br />

entwickeln.<br />

UNTERNEHMEN<br />

GEFA BANK GmbH, Robert-Daum-Platz 1,<br />

42<strong>11</strong>7 Wuppertal, Tel.: +49 202 382-1000,<br />

E-Mail: service@gefa.de<br />

ZUSATZINHALTE IM NETZ<br />

Wie trägt eine solche Partnerschaft zur Förderung von<br />

Nachhaltigkeit und CSR bei? Können Sie uns hierfür ein<br />

Beispiel geben?<br />

Sicher: Wir sind heute zu Besuch in Ratingen, wo Mitsubishi<br />

Electric sein europäisches Headquarter hat. Mitsubishi ist einer<br />

www.gefa-bank.de/industriegueter/<br />

10 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>11</strong>-<strong>12</strong> www.myfactory-magazin.de


SMART PRODUCTION<br />

FABRIKDATEN OPTIMAL NUTZEN<br />

ABB Robotics bietet mit OptiFact eine neue modulare<br />

Softwareplattform zur effizienten Erfassung, Visualisierung<br />

und Analyse von Daten in automatisierten<br />

Produktionsumgebungen. Über die Plattform lassen<br />

sich Daten von Hunderten von Geräten in einer Fabrik<br />

einschließlich ABB-Robotern erfassen, verwalten und<br />

analysieren, um Leistungskennzahlen wie die Zykluszeit<br />

und die Gesamtanlageneffektivität (OEE) zu<br />

bestimmen. OptiFact beschleunigt Diagnosen und<br />

Entscheidungen und ermöglicht so eine höhere<br />

Produktivzeit von Fertigungslinien mit geringerem<br />

Engineering-Aufwand. In einer Pilotanwendung hat<br />

die Plattform gezeigt, dass sie in der Lage ist, Produktionsengpässe<br />

in Fertigungslinien mit bis zu<br />

20 Robotern zu erkennen. Dem Digitalisierungsteam<br />

des Kunden gelang es, OptiFact in nur zwei Monaten<br />

in die Produktionsumgebung zu integrieren. Nach der<br />

Inbetriebnahme vereinfachte OptiFact die Datenerfassung<br />

und die Visualisierung<br />

von Leistungskennzahlen wie<br />

Zykluszeiten und SPS-Alarme.<br />

Durch die Beseitigung der mit<br />

OptiFact erkannten Ineffizienzen<br />

konnte die Produktivzeit<br />

der Anlage um bis zu<br />

20 Prozent erhöht werden.<br />

www.abb.de/robotics<br />

CAD/CAM-SYSTEM BRINGT ADDITIVE UND<br />

SUBTRAKTIVE FERTIGUNG ZUSAMMEN<br />

Open Mind präsentiert<br />

die Vorteile des CAD/<br />

CAM-Systems hyperMILL<br />

für Anwender additiver<br />

Fertigungsverfahren:<br />

hyperMILL Additive<br />

Manufacturing eröffnet<br />

dem Direct-Energy-Deposition-Verfahren (DED) und dem<br />

Wire Arc Additive Manufacturing (WAAM) die flexiblen<br />

Möglichkeiten hochkomplexer 5-Achs-Simultanbearbeitungen.<br />

Die NC-Codes lassen sich komfortabel programmieren<br />

und automatisch zur Kollisionsvermeidung<br />

simulieren. Als durchgängige Softwarelösung ermöglicht<br />

dies eine effiziente Hybridbearbeitung mit additiver und<br />

subtraktiver Bearbeitung auf einer Maschine. Außer bei<br />

der Verwendung hybrider Maschinen verlangt die Nachbearbeitung<br />

die Ausrichtung eines fast fertigen Rohteils mit<br />

geringem Aufmaß in der Werkzeugmaschine. Mit hyper-<br />

MILL Best Fit ersetzt Open Mind die manuelle Ausrichtung<br />

durch ein automatisches Verfahren. Anstatt additiv erzeugte<br />

Teile so für die Nachbearbeitung in der Fräsmaschine zu<br />

positionieren, dass Nullpunkt und Achsen zum NC-Code<br />

passen, passt Best Fit den Code an die über Messung und<br />

Simulation als digitalen Zwilling importierte reale Position<br />

des Werkstücks im Arbeitsraum der Maschine an.<br />

www.openmind-tech.com<br />

STÜTZENFREIER 3D-DRUCK ERMÖGLICHT<br />

NEUE ANWENDUNGEN<br />

Trumpf hat die 3D-Druck-Software TruTops Print verbessert. Anwender<br />

drucken damit Bauteile mit extremen Überhängen von<br />

bis zu 15 Grad ohne Stützstrukturen. „Beim 3D-Druck wollen<br />

wir möglichst genau steuern, an welcher Stelle und in welcher<br />

Zeit das Material flüssig und wieder hart wird. Die Kunst liegt<br />

darin, durch die richtigen Belichtungsstrategien Eigenspannungen<br />

und Überhitzungen im Überhangsbereich zu vermeiden”,<br />

sagt Timo Degen, Produktmanager<br />

Additive Fertigung<br />

bei Trumpf. Mit TruTops<br />

Print belichtet der 3D-<br />

Drucker unterschiedliche<br />

Bereiche des Bauteils mit<br />

der jeweils optimalen Strategie<br />

und ermöglicht somit<br />

den Verzicht auf Stützstrukturen. Die verbesserte Gasströmung<br />

der neuen Trumpf 3D-Drucker erlaubt gleichmäßige Prozessbedingungen<br />

und unterstützt das stützstrukturfreie Drucken.<br />

„Anwender aus allen Branchen profitieren: Das stützenfreie<br />

Drucken kann seine Stärken besonders bei Bauteilen mit<br />

großen Hohlräumen oder bei schlecht erreichbaren Überhängen<br />

ausspielen”, so Degen. Beispiele dafür sind Tanks, Wärmetauscher,<br />

Hydraulik-Blöcke und Werkzeugformen. Die neue<br />

Technologie ermöglicht auch neue Anwendungen, die mit<br />

Stützstrukturen ihren Einsatzzweck nicht erfüllen könnten –<br />

etwa additiv gefertigte Radialverdichter oder Impeller.<br />

www.trumpf.com<br />

DENIOS – WIR SCHÜTZEN<br />

MENSCH UND UMWELT.<br />

www.denios.de/thermotechnik<br />

THERMOTECHNIK VON DENIOS. CUSTOMISED SOLUTIONS.<br />

www.myfactory-magazin.de <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>11</strong>-<strong>12</strong> <strong>11</strong>


PRODUCTION EXCELLENCE<br />

SCHNELLER, FLEXIBLER, BESSER<br />

SMARTE KABELPRODUKTION –<br />

SO FUNKTIONIERT‘S<br />

PRODUCTION<br />

EXCELLENCE<br />

In der Câbleries Lapp im französischen Forbach ist<br />

die Transformation der Produktion in vollem Gang.<br />

Mit einem Strauß an smarten Veränderungen sollen dort die<br />

Fertigungskapazitäten bis 2027 verdreifacht werden.


PRODUCTION EXCELLENCE<br />

PRODUCTION<br />

EXCELLENCE<br />

– <strong>2023</strong> –<br />

Für diese Serie wählt<br />

das Redaktionsteam<br />

Unternehmen aus, die ihre<br />

Produktionsprozesse im Hinblick<br />

auf Effizienz, Nachhaltigkeit und<br />

Wirtschaftlichkeit konsequent<br />

und vorbildlich optimieren<br />

und damit einen echten<br />

Mehrwert schaffen.<br />

Die Lapp-Gruppe mit Stammsitz in Stuttgart steht für zuverlässige<br />

Verbindungslösungen. Dazu zählen neben<br />

Steckverbindern und Schleppketten insbesondere Kabel<br />

und Leitungen, die Lapp seit 1959 herstellt und vertreibt.<br />

Die Câbleries Lapp SARL ist heute das weltweit größte Produktionswerk<br />

der Unternehmensgruppe. Das im französischen<br />

Forbach angesiedelte Unternehmen wurde 1990 gegründet. In<br />

einer 6 000 m 2 großen Halle wurden damals 3 000 Kilometer<br />

Kabel pro Monat hergestellt. Das Werk war mit rund 20 verschiedenen<br />

Artikeln zunächst nur auf Massenproduktion ausgelegt.<br />

Heute werden auf 24 000 m 2 Hallenfläche pro Monat bis zu <strong>12</strong> 000<br />

Kilometer Kabel gefertigt. Gleichzeitig ist die Produktion viel<br />

www.myfactory-magazin.de <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>11</strong>-<strong>12</strong> 13


PRODUCTION EXCELLENCE<br />

01<br />

01 Zum Schutz der Adern werden sie mit verzinnten<br />

Kupferdrähten umflochten<br />

02 Die Kupferdrähte werden auf den benötigten<br />

Durchmesser gezogen<br />

02<br />

anspruchsvoller geworden, denn mit rund 2 000 unterschiedlichen<br />

Artikeln ist das Produktspektrum deutlich schneller<br />

gewachsen als das Volumen. „Die Herausforderung ist nun, das<br />

Volumen in den nächsten Jahren deutlich zu erhöhen. Dafür<br />

DURCH DIE MASSNAHMEN<br />

WERDEN WIR MIT UNSEREM<br />

BESTEHENDEN TEAM DREIMAL<br />

MEHR PRODUZIEREN KÖNNEN.<br />

Stéphane Kaczmarek, Senior Vice President der<br />

LA EMEA Produktionsgesellschaften und Geschäftsführer<br />

der Câbleries Lapp SARL<br />

müssen wir in der Produktion schneller, flexibler und besser<br />

werden“, betont Stéphane Kaczmarek, Senior Vice President der<br />

LA EMEA Produktionsgesellschaften und Geschäftsführer der<br />

Câbleries Lapp SARL. Ziel ist es, die Produktion bis 2027 zu<br />

verdreifachen.<br />

MEHR ALS NUR INVESTITIONEN IN<br />

GEBÄUDE UND MASCHINEN<br />

Um dieses Ziel zu erreichen, hat das Team in Forbach ein ganzes<br />

Bündel an Maßnahmen angestoßen und zum Teil bereits umgesetzt.<br />

So wird ein zusätzliches Produktionsgebäude errichtet, so<br />

dass sich die Produktionsfläche ab 2024 um 3 500 auf 28 000 m 2<br />

erhöhen wird. Ein wichtiger Baustein ist zudem der Einsatz neuer,<br />

flexiblerer Maschinen. So wurde in eine neue, fünfte Mantelstraße<br />

investiert. Mit ihr verkürzt sich der Rohstoffwechsel<br />

beispielsweise von PVC auf PUR von früher drei bis vier Stunden<br />

auf nur noch 10 Minuten.<br />

Gemeinsam mit der französischen Firma Komax S.A.S., einem<br />

global tätigen Technologieunternehmen, das sich auf Automatisierung<br />

und Extrusion konzentriert, wurde die neue innovative<br />

Mantelstraße nach Vorgaben von Lapp entwickelt. Das Besondere<br />

daran: Die Helical-Extruder von Komax benötigen bis zu<br />

25 Prozent weniger Energie, erlauben eine niedrigere Schmelztemperatur<br />

und steigern den Ausstoß um bis zu 100 Prozent. Bisher<br />

war der Druck bei 600 bar limitiert; wurde dieser Wert<br />

erreicht, musste das Tempo der Maschine heruntergefahren<br />

werden. Mit den Helical-Extrudern reichen heute 250 bar. Statt<br />

eine Stunde lang aufzuheizen, gelingt dies in nur noch 10 Minuten.<br />

„Wir können damit schneller heizen, reinigen und fahren<br />

und sparen noch dazu Energie“, fasst Stéphane Kaczmarek die<br />

Vorteile zusammen.<br />

Zukünftig werden auch die vier älteren Mantelstraßen auf-<br />

‘gerüstet. Überall, wo lange Rüstzeiten die Produktion bremsen,<br />

werden gezielt Redundanzen innerhalb einer Linie aufgebaut. So<br />

kann die Zwillingsmaschine bereits für den nächsten Einsatz vorbereitet<br />

werden, während die erste Maschine noch produziert.<br />

Diese kann dann schnell ausgetauscht werden, sobald der Produktionsauftrag<br />

mit der ersten Maschine fertig ist. Die Rüstzeiten<br />

betragen auch hier nur noch 10 Minuten, egal welches Mantelprodukt<br />

zum Einsatz kommt.<br />

KREATIVE OPTIMIERUNG DER ADERSTRASSE<br />

Eine besonders kreative Optimierungsidee hatte das Team bei<br />

der Aderstraße. Traditionell ist das Layout einer solchen Produktionseinrichtung<br />

in einer Linie aufgebaut. Diese war auf Massenproduktion<br />

mit wenig Wechsel ausgerichtet. So konnten früher<br />

beispielsweise in zwei Stunden 100 Kilometer Adern auf eine<br />

Spule gefertigt werden. Der Aufwand für die Mitarbeiter war<br />

gering, denn für den Spulenwechsel und zur Vorbereitung der<br />

Markierung wurden nur rund 10 Minuten benötigt. Der Abstand<br />

zwischen diesen Arbeitsstationen betrug 30 Meter. Das war zeitlich<br />

leicht zu schaffen. Diese „entspannten“ Zeiten sind längst<br />

vorbei. Auf Grund der erhöhten Vielfalt an Artikeln werden heute<br />

meist nur noch halb so große Produktionslängen wie vor 10 Jahren<br />

gefertigt. Und da eine Maschine bis zu 1000 Meter pro Minute<br />

fahren kann, war mit der länglichen Anordnung der Aderlinie die<br />

10-minütige Umrüstung nicht mehr zu schaffen, weil die Laufwege<br />

der Mitarbeiter einfach zu lang waren. Folglich musste das<br />

Tempo der Maschine reduziert werden. Das Team in Forbach<br />

hatte eine zündende Idee: Um die Laufwege zu optimieren, sollte<br />

14 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>11</strong>-<strong>12</strong> www.myfactory-magazin.de


PRODUCTION EXCELLENCE<br />

03 Finale Ummantelung des Kabels<br />

03<br />

04 An der Extrusionsanlage werden<br />

die Adern umspritzt<br />

die neue Aderstraße in U-Form aufgebaut werden. Ziel war es,<br />

alle Arbeitsstationen der Anlage möglichst nebeneinander zu<br />

platzieren. Gesagt, getan: Gemeinsam mit lokalen Partnern wurde<br />

eine neue innovative Aderstraße nach Vorgaben von Lapp in<br />

U-Form installiert und bereits vergangenes Jahr in Betrieb<br />

genommen. Mit Erfolg: Die Laufwege sind für die Mitarbeitenden<br />

um 96 Prozent kürzer, die Umrüstzeiten reduzieren sich von<br />

10 auf sechs Minuten und die Maschine kann fast 50 Prozent<br />

schneller produzieren. Eine zweite Fertigungslinie in U-Form<br />

wird aktuell in Betrieb genommen.<br />

Um die Mitarbeitenden zusätzlich zu entlasten und damit sie<br />

sich auf die Umrüstungen ihrer Maschine konzentrieren können,<br />

werden ab 2024 einfachere Prozesse automatisiert. Statt Trommeln<br />

manuell auf Paletten zu laden oder Leerspulen von der<br />

Palette auf die Maschine zu hieven, werden künftig Roboter eingesetzt.<br />

Auch das Etikettieren werden diese übernehmen.<br />

WEITERES MASSNAHMENBÜNDEL FÜR<br />

FORTLAUFENDE OPTIMIERUNGEN<br />

Zudem sind weitere Optimierungsmaßnahmen im Produktionsumfeld<br />

vorgesehen:<br />

n Für den Transport der Rohstoffe an die Maschinen werden<br />

künftig statt Stapler fahrerlose Transportsysteme eingesetzt.<br />

Dafür wird auch in neue automatische Hochregallager investiert.<br />

04<br />

n Eine neue Verzinnungsanlage läuft gerade an.<br />

n Mittelfristig ist die Zentralisierung aller Kunststoffe mit einer<br />

automatischen Verteilung an die Extrusionsanlagen geplant.<br />

n An jeder Linie werden außerdem Zerkleinerer zur direkten<br />

Wiederverwendung der Kunststoffabfälle installiert.<br />

„Um in einem Hochlohnland wie Frankreich weiterhin erfolgreich<br />

zu sein, müssen wir es schaffen, bei gleichem Mitarbeitereinsatz<br />

immer effizienter zu werden. Durch die geplanten Maßnahmen<br />

werden wir daher mit unserem bestehenden Team dreimal mehr<br />

produzieren können. Wir stehen in der Kontinuität von Oskar<br />

und Siegbert Lapp und pflegen die Werte, die ihnen am Herzen<br />

lagen: Unternehmergeist, Innovation und Technologie“, unterstreicht<br />

Stéphane Kaczmarek und fügt stolz hinzu: „Mit unserer<br />

Smart Supply Chain wollen wir der beste, schnellste und flexibelste<br />

Hersteller in der Kabelindustrie werden.“<br />

AUSBLICK<br />

INNOVATIONEN ERFOLGREICH IN DEN<br />

PRODUKTIONSPROZESS INTEGRIEREN<br />

Allein kontinuierlich innovative Ideen am Markt<br />

zu präsentieren, garantiert nicht den Erfolg eines<br />

Unternehmens. Genauso wichtig ist es, diese<br />

Innovationen auch erfolgreich in den Produktionsprozess<br />

zu integrieren. Alles muss perfekt abgestimmt<br />

wie in einem Uhrwerk funktionieren.<br />

Das ist unsere tägliche Herausforderung.<br />

Hubertus Breier, CTO Lapp Holding SE<br />

Und für die weitere Zukunft werden die ersten Weichen gestellt.<br />

Nach dem erfolgreichen Abschluss von DC-Industrie 2 und der<br />

Gründung der Open DC Alliance (ODCA) in Frankfurt geht Lapp<br />

nun in Forbach einen weiteren Schritt zur Gleichstromwende.<br />

Bei der Errichtung der neuen Produktionshalle wird nicht nur<br />

eine Photovoltaikanlage mit einer Fläche von einigen Tausend<br />

Quadratmetern errichtet. Gleichzeitig sollen einige Verbraucher<br />

mit dem gewonnenen Gleichstrom in einem reinen DC-Netz mit<br />

weniger Wandlern und einer höheren Effizienz versorgt werden.<br />

Denkbar ist die Beleuchtung mittels LED-Technik, die Errichtung<br />

von E-Ladestationen sowie die Versorgung zahlreicher Antriebe<br />

oder Motoren in den Produktionsprozessen. Dafür wird aktuell<br />

durch die enge Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IPA in<br />

Stuttgart sowie dem Planungsbüro Steinbacher Consult ein wirtschaftliches<br />

Konzept erarbeitet.<br />

Bilder: Lapp<br />

www.lappgroup.com<br />

www.myfactory-magazin.de <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>11</strong>-<strong>12</strong> 15


SMART PRODUCTION<br />

AUTOMATISIERTES SCHWACHSTELLENMANAGEMENT<br />

SOFORT AUF<br />

SICHERHEITSWARNUNGEN<br />

REAGIEREN<br />

Viele Cyberangriffe nutzen Schwachstellen in Produkten aus. Bei Zero-Day-Attacken<br />

handelt es sich um Angriffsflächen, die den Herstellern oder<br />

Anwendern noch nicht bekannt sind. Solche Attacken lassen sich durch<br />

Cyber-Security-Maßnahmen abmildern, aber nicht verhindern.<br />

Zudem setzen Hacker häufig auch an Schwachstellen an, für die es bereits<br />

Sicherheitswarnungen gibt und auch schon Updates bereitstehen.<br />

In diesem Fall haben die Anwender nicht oder nicht zeitnah auf die verfügbaren<br />

Informationen reagiert. Ein automatisiertes Schwachstellenmanagement<br />

kann dabei helfen, unnötige Verzögerungen zu vermeiden.<br />

16 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>11</strong>-<strong>12</strong> www.myfactory-magazin.de


SMART PRODUCTION<br />

01 02<br />

01 Identifikation der<br />

betroffenen Produkte über<br />

den Hersteller, Produktnamen<br />

und die Produktnummer („skus“,<br />

stock keeping number(s)) sowie<br />

die betroffene(n) Version(en)<br />

02 Das PSIRT von Phoenix<br />

Contact hat beispielsweise<br />

ein Advisory für die PLCnext-<br />

Steuerung AXC F 2152<br />

veröffentlicht<br />

Stand heute ist es üblich, dass die Produkthersteller oder<br />

die CERTs (Computer Emergency Response Team) als<br />

Koordinatoren hinsichtlich der Veröffentlichung von<br />

Schwachstellen entsprechende Security Advisories als<br />

Dokumente publizieren, die von Menschen gelesen und ausgewertet<br />

werden müssen. Hierdurch entstehen relevante Aufwände<br />

und ein Zeitverlust: Sind die betroffenen Produkte überhaupt in<br />

der Anwendung eingesetzt? Tangiert die Sicherheitswarnung den<br />

derzeit installierten Versionsstand? Eine weitere Herausforderung<br />

liegt im Bezug der Informationen. Zumeist werden diese<br />

von den Produktherstellern auf deren Webseiten zur Verfügung<br />

gestellt und lassen sich zum Beispiel per E-Mail abonnieren.<br />

Einige CERTs sammeln die Meldungen mehrerer Hersteller ein<br />

und verteilen diese dann weiter. Je nach Anspruch des jeweiligen<br />

CERTs werden die Informationen aber verändert, weil das CERT<br />

sie auslegt und überarbeitet.<br />

CSAF 2.0 ALS STANDARDISIERTES UND<br />

MASCHINENLESBARES FORMAT<br />

Vor diesem Hintergrund wird ein automatisiertes Schwachstellenmanagement<br />

benötigt, das Advisories automatisch bezieht und<br />

deren Auswertung unterstützt. Um diese Anforderungen erfolgreich<br />

umzusetzen, müssen die Sicherheitswarnungen in einem<br />

standardisierten sowie maschinenlesbaren Format vorliegen.<br />

Darüber hinaus sind Methoden zum interoperablen und herstellerübergreifenden<br />

Austausch der Informationen erforderlich. Mit<br />

dem Common Security Advisory Framework (CSAF) 2.0 ist nun<br />

ein erfolgversprechendes Format erhältlich. CSAF 2.0 nimmt die<br />

Vorarbeiten des Common Vulnerabilty Reporting Frameworks<br />

(CVRF) 1.1 auf, das lediglich wenige Anwender verwendet haben.<br />

Das neue Format CSAF 2.0 wurde im Juni 2022 von der<br />

gemeinnützigen Standardisierungsorganisation OASIS freigegeben.<br />

Der frei verfügbare Standard stößt nicht nur im IT-Bereich<br />

auf großes Interesse, sondern ebenso in der Automatisierungswelt.<br />

Seine Verbreitung soll durch die Bereitstellung von Open<br />

Source Tools gefördert werden.<br />

Die Security Advisories werden im CSAF 2.0 in einem JSON-<br />

Schema beschrieben. JSON (Java Script Object Notation) hat sich<br />

als Datenformat weit etabliert und lässt sich sofort von modernen<br />

Programmierumgebungen interpretieren. Deshalb ist es<br />

möglich, bestehende Systeme zum Asset Management zu erweitern<br />

oder eigene Tools zu schreiben. Das Dateiformat umfasst<br />

alle Elemente, die für eine automatisierte Auswertung benötigt<br />

werden. Dazu gehören die Verwaltungsinformationen wie der<br />

Herausgeber des Advisorys und der Ausgabestand. Beim betroffenen<br />

Produkt sind Hersteller und Produktname und/oder Produktnummer<br />

sowie die jeweiligen Versionsstände im CSAF 2.0<br />

enthalten. Dabei handelt es sich um die in der Automatisierungstechnik<br />

üblichen Informationen. Auf der Grundlage dieser Daten<br />

kann das Asset Management einen automatischen Abgleich mit<br />

den in der Anwendung genutzten Produkten durchführen. Das<br />

spart wertvolle Arbeitszeit.<br />

Als Beispiel ist ein Advisory zur PLCnext-Produktfamilie dargestellt:<br />

„Multiple Linux component vulnerabilities fixed in latest<br />

PLCnext Firmware release <strong>2023</strong>.0.0 LTS“. Dieses Advisory gilt bei-<br />

UMSTELLUNG AUF CSAF 2.0 IN VORBEREITUNG<br />

Phoenix Contact steht seinen Kunden seit vielen Jahren im Bereich der Cyber Security zur Seite, unter anderem mit<br />

der Bereitstellung von Security Advisories. Deren Veröffentlichung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem CERT@VDE als<br />

verantwortliche CVE Numbering Authority (CNA). Das PSRIT-Team (Product Security Incident Response Team) des<br />

Blomberger Unternehmens publiziert die Schwachstellenwarnungen anschließend unter https://www.phoenixcontact.com/psirt.<br />

Sowohl bei Phoenix Contact als auch beim CERT@VDE wird die Umstellung auf CSAF 2.0 vorbereitet.<br />

Die Anwender können die Advisories dann ebenfalls automatisiert in einem maschinenlesbaren Format beziehen.<br />

Zur Unterstützung des Managements der Geräte sowie beim Ausrollen von Patches bietet der Automatisierungsspezialist<br />

ein Device-and Update-Management an.<br />

www.myfactory-magazin.de <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>11</strong>-<strong>12</strong> 17


SMART PRODUCTION<br />

03<br />

03 Maschinenlesbare Beschreibung einer Schwachstelle<br />

04 Rollen und Funktionen im Framework CSAF 2.0<br />

04<br />

Aggregator, der die Advisories mehrerer Hersteller gebündelt zur<br />

Verfügung stellt. Zudem unterstützt ein sogenannter „Trusted<br />

Provider“ bei der Prüfung der Authentizität der Advisories durch<br />

digitale Signaturen im PGP-Format.<br />

Zur Auswertung der Advisories im Rahmen eines Asset<br />

Managements muss dieses die Informationen vorhalten, die für<br />

einen automatischen Abgleich notwendig sind. In der Automatisierungstechnik<br />

werden Produkte zumeist über den Herstellerund<br />

Produktnamen oder die Produkt-/Bestellnummer identifiziert.<br />

Da Security Advisories oftmals bestimmte Versionsstände<br />

einer in der Anwendung eingesetzten Software oder Firmware<br />

betreffen, ist diese Information auch im Asset Management zu<br />

hinterlegen. Die inhaltliche Bewertung des Advisorys bleibt<br />

weiterhin dem Anwender überlassen.<br />

Inwieweit eine gemeldete Schwachstelle tatsächlich Auswirkungen<br />

auf die Applikation hat, sollte im Asset Management<br />

dokumentier- und verfolgbar sein. Es bietet sich ferner an, die<br />

umgesetzte Lösungsstrategie ebenso aufzuzeichnen. Gleiches<br />

gilt für die Nachverfolgung des Realisierungsstands der neuen<br />

Schutzmaßnahmen. Sinnvollerweise sollte der Anwender über<br />

ein Device Management verfügen, das entweder in das Asset<br />

Management integriert ist oder eine eigenständige Lösung darstellt.<br />

Das Device Management steht dem Anwender im automatisierten<br />

Ausrollen von Updates oder Patches zur Seite.<br />

FAZIT<br />

CSAF 2.0 hat ein großes Potenzial, das Sicherheitsniveau in industriellen<br />

Anwendungen zu heben. Das Framework beschreibt<br />

nicht nur die Datenformate, sondern ebenfalls den automatisierbaren<br />

Bezug der Sicherheitswarnungen. Als wichtig erweisen<br />

sich hier die Akzeptanz und Unterstützung der Security Community,<br />

damit CSAF 2.0 ein Erfolg wird. Die Aussichten sind gut.<br />

spielsweise für die PLCnext-Steuerung AXC F 2152. Die Beschreibungen<br />

der Schwachstellen mit der gängigen Bewertung gemäß<br />

Common Vulnerability Scoring System (CSVV) sowie die empfohlenen<br />

Gegenmaßnahmen entsprechen den herkömmlichen<br />

Sicherheitswarnungen, sind aber maschinenlesbar organisiert.<br />

ABGESTIMMTE VERTEILUNG<br />

DER INFORMATIONEN<br />

Ein weiteres wesentliches Element des Common Security Advisory<br />

Frameworks bildet die organisierte Verteilung der Information.<br />

Im Framework findet sich neben der Rolle des Herstellers<br />

als „Provider“ der Information ebenfalls die der Anbieter von<br />

Listen und Aggregatoren. Ein „CSAF Lister“ fungiert als eine<br />

Art Telefonbuch und übermittelt die Information, wo CSAF Advisories<br />

zu bekommen sind. Im Gegensatz dazu sammelt der<br />

„CSAF Aggregator“ die Advisories aus mehreren Quellen ein, um<br />

deren Abruf durch den Anwender zu erleichtern. Die Inhalte<br />

bleiben dabei unverändert. Der Anwender kann die CSAF-Dokumente<br />

also auf verschiedenen Wegen beziehen. Als Quellen<br />

dienen entweder die Produkthersteller selbst oder ein CERT als<br />

Bilder: Phoenix Contact<br />

www.phoenixcontact.com<br />

AUTOR<br />

Dr.-Ing. Lutz Jänicke, Corporate Product &<br />

Solution Security Officer, Phoenix Contact<br />

GmbH & Co. KG, Blomberg<br />

ZUSATZINHALTE IM NETZ<br />

www.phoenixcontact.com/security<br />

18 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>11</strong>-<strong>12</strong> www.myfactory-magazin.de


SPS <strong>2023</strong><br />

SPS <strong>2023</strong> – WACHSENDE NACHFRAGE<br />

NACH AUTOMATISIERUNGSLÖSUNGEN<br />

Vom 14. bis 16.<strong>11</strong>.<strong>2023</strong> trifft sich die Automatisierungsbranche<br />

wieder in Nürnberg. Zur 32. Ausgabe der<br />

Fachmesse SPS – Smart Production Solutions werden in<br />

16 Messehallen mit rund <strong>12</strong>0 000 m² Ausstellungsfläche<br />

über <strong>12</strong>00 Aussteller aus der ganzen Welt erwartet.<br />

Neben den neuesten Innovationen bietet der Branchentreff<br />

Interessenten die Möglichkeit, vor Ort praxisnahe<br />

und zukunftsweisende Technologien hautnah zu erleben<br />

und mit den Ausstellern in den dynamischen Austausch<br />

zu gehen. Neben den stark nachgefragten klassischen<br />

Automatisierungsthemen Steuerungstechnik, Antriebstechnik<br />

und Sensorik gewinnt der Bereich der Software<br />

& IT in der Fertigung immer mehr an Bedeutung. Bei<br />

einigen Ausstellern wird unter anderem beleuchtet, welche<br />

Automatisierungsfunktionen zukünftig eher direkt<br />

an der Maschine, am Edge oder sogar in der Cloud<br />

abgebildet werden. Damit einhergehend rücken auch<br />

die Themen künstliche Intelligenz und IT-Security in der<br />

Automatisierungswelt<br />

weiter in den Vordergrund,<br />

was sich in dem<br />

Angebot vor Ort widerspiegeln<br />

wird. Ein<br />

umfangreiches, hochklassiges<br />

Rahmenprogramm<br />

rundet die Messe ab.<br />

www.sps-messe.de<br />

Prozesse zum Anfassen.<br />

Touchpanel für anspruchsvolle Automatisierungsaufgaben<br />

Applikationserstellung mit CODESYS V3.5 und Node-RED<br />

Erstellung übersichtlicher Prozess- und Anlagenvisualisierungen<br />

sowie Bedienoberflächen<br />

JUMO is Member of the<br />

JUMO variTRON 500 touch<br />

Touchpanel mit integrierter<br />

Zentraleinheit für<br />

Automatisierungssystem<br />

Sichern Sie sich Ihr Ticket<br />

und besuchen Sie uns.<br />

www.jumo.net<br />

WEGE ZU MEHR NACHHALTIGKEIT IN DER INDUSTRIE<br />

ABB zeigt auf der SPS Wege zur zukunftsfähigen Industrie. Mit den Geschäftseinheiten Motion und Elektrifizierung setzt der<br />

Technologiekonzern dabei den Fokus auf die Schlüsselthemen Nachhaltigkeit und Digitalisierung, die für den Fortschritt der<br />

industriellen Produktion entscheidend sind. „Mit Produkten, Lösungen und Best Practices zeigen wir den Besuchern Wege auf, wie<br />

wir den Wandel der Industrie unterstützen und zu einem nachhaltigen Erfolg des Geschäftsmodells unserer Kunden beitragen“, so<br />

Volker Lindenau, Lead Motion Manager Germany and Central Europe bei ABB. Elektrifizierung,<br />

effiziente Antriebstechnik und intelligente digitale Systeme für den Verbrauch und alle<br />

Energieflüsse reduzieren den Energie- und Ressourcenverbrauch und gleichzeitig die Treibhausgasemissionen.<br />

Technologien wie Frequenzumrichter und neueste Motordesigns der Effizienzklassen<br />

IE4 und IE5 sowie smarte Komponenten für die Mittel- und Niederspannung von ABB<br />

bieten enorme Chancen für eine Welt, die nach größerer Energieeffizienz strebt.<br />

SPS: Halle 4, Stand 420<br />

www.abb.de<br />

ENERGIEMANAGEMENT-SOFTWARE MIT VIELFÄLTIGEN SCHNITTSTELLEN<br />

Auf der SPS zeigt econ solutions seine Energiemanagement-Software econ4 mit<br />

vielfältigen Schnittstellen. Die Software ist offen für die herstellerunabhängige<br />

Anbindung von Hardware (Stromzähler, Sensoren u.ä.) und die Integration sämtlicher<br />

Datenquellen, z. B. aus MDE-/BDE- oder ERP-Systemen. Über die OPC-UA-Schnittstelle<br />

lassen sich Energie- und Produktionsdaten auch aus Maschinen direkt übernehmen. So<br />

können verarbeitende Unternehmen die Energie- und Kosteneffizienz ihrer Fertigungsprozesse<br />

maximieren und CO 2<br />

-Emissionen reduzieren. Alle Datenpunkte lassen sich in<br />

beliebige Hierarchiestrukturen einbinden und zu Kennzahlen kombinieren. Neben den Standardberichten liefert econ4 auch<br />

Spezial- sowie Kosten- und CO 2<br />

-Berichte für das Controlling und das Nachhaltigkeitsreporting. Die intuitive Bedienbarkeit von<br />

econ4 sorgt für eine schnelle und nachhaltige Steigerung der Energieeffizienz und für die Verbesserung der CO 2<br />

-Bilanz.<br />

SPS: Halle 6, Stand 240<br />

www.econ-solutions.de<br />

www.myfactory-magazin.de <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>11</strong>-<strong>12</strong> 19


KOMMENTAR<br />

5G: FORTSCHRITT UND<br />

HERAUSFORDERUNG<br />

Bis 2025 soll 5G so weit verbreitet sein,<br />

dass Echtzeitanwendungen fast überall<br />

in Deutschland genutzt werden können.<br />

Dies birgt zahlreiche Vorteile, aber auch<br />

einige Herausforderungen, wie Thomas<br />

Kruse, Produktmanager Netzwerktechnik<br />

bei reichelt elektronik, aufzeigt.<br />

Das neue 5G-Netzwerk wird insbesondere für seine<br />

geringe Latenzzeit geschätzt. Sie bezieht sich auf die<br />

Zeit, die zwischen dem Senden eines Signals von<br />

einem Gerät zum Empfangen und Verarbeiten der<br />

Daten durch ein anderes Gerät versteht. Im Vergleich zu 3G und<br />

4G bietet 5G eine deutlich niedrigere Latenzzeit, was beispielsweise<br />

für Anwendungen im Bereich industrielle Automatisierung<br />

von Vorteil ist. Dank 5G ist ein sicherer Fernzugriff auf<br />

Maschinen und Anlagen möglich, selbst an abgelegenen Orten.<br />

Die verbesserte Datenverbindung und Reaktionsfähigkeit<br />

erleichtern die Fernsteuerung und sorgen dafür, dass Ingenieure<br />

nahtlos eingreifen und Probleme schnell beheben können.<br />

Somit ist ein reibungsloser Betrieb gewiss. Die schnellere Datenverbindung<br />

spart auch wertvolle Zeit – etwa, wenn bei Machine-<br />

Learning-Anwendungen Daten in Echtzeit übertragen und ausgewertet<br />

werden. So lassen sich neue Einstellungen bei Maschinen<br />

sofort testen. Auch bei der Qualitätskontrolle ist eine<br />

schnellere Reaktion auf fehlerhafte Produktion möglich.<br />

Insgesamt ermöglicht 5G eine höhere Kapazität des Datenvolumens<br />

und fördert somit eine engere und schnellere globale<br />

Kommunikation. Dennoch stehen Unternehmen bei der Implementierung<br />

des neuen Mobilfunkstandards auch vor einigen<br />

Herausforderungen. So ist es wichtig, zu wissen, dass die tatsächliche<br />

Latenzzeit in 5G-Netzwerken von verschiedenen Faktoren<br />

abhängt – beispielsweise der firmeninternen Netzwerkbelastung<br />

oder der Entfernung zwischen den Geräten, die die Signale<br />

senden und empfangen. Weitere Faktoren sind die Qualität der<br />

Netzwerkinfrastruktur und Anforderungen der jeweiligen<br />

Anwendung.<br />

ZUNÄCHST FIRMENINTERNE INFRASTRUKTUR<br />

UNTER DIE LUPE NEHMEN<br />

Um also optimale Bedingungen für 5G zu bieten, empfiehlt es<br />

sich für Unternehmen, als ersten Schritt bei der Implementierung<br />

die firmeninterne Infrastruktur unter die Lupe zu nehmen.<br />

Beispielsweise kann die Interoperabilität zwischen einem 5G-<br />

Netzwerk und verschiedenen Geräten zu einem Hindernis<br />

5G ERÖFFNET NEUE<br />

MÖGLICHKEITEN<br />

FÜR ANWENDUNGEN<br />

IN ECHTZEIT.<br />

Thomas Kruse, Produktmanager Netzwerktechnik<br />

bei reichelt elektronik<br />

werden. Es ist also wichtig, dass die verschiedenen im Betrieb<br />

eingesetzten Hersteller und Anbieter miteinander kompatibel<br />

sind, um eine reibungslose Kommunikation zu gewährleisten.<br />

Des Weiteren werden die Mobilfunknetze mit zunehmendem<br />

Einsatz von Echtzeitanwendungen komplexer. Das erschwert<br />

wiederum das Finden und Beheben von Fehlern im System. Hierfür<br />

empfiehlt es sich, entsprechendes Fachpersonal zu schulen,<br />

das bei eventuell auftretenden Problemen eingreifen kann.<br />

Außerdem können Echtzeitanwendungen Schwierigkeiten auslösen<br />

– etwa, wenn kritische Anwendungssysteme keine Überschreitungen<br />

von Reaktionszeiten tolerieren. Redundante Systeme<br />

können solche Situationen größtenteils vermeiden.<br />

Doch trotz der Herausforderungen ist die Industrie bestrebt,<br />

die Einführung von 5G erfolgreich zu gestalten und die bestehenden<br />

Hindernisse zu überwinden. Angesichts der großen Herausforderungen,<br />

mit denen Unternehmen derzeit konfrontiert sind,<br />

brauchen sie neue Lösungen, um über die gesamte Wertschöpfungskette<br />

hinweg für Leistungsvorteile zu sorgen. 5G-basierte<br />

Echtzeitanwendungen sind eine wertvolle Option, die Möglichkeiten<br />

der Industrie 4.0 voll auszuschöpfen und einen Wettbewerbsvorteil<br />

zu erlangen. Natürlich bleiben noch Aufgaben offen,<br />

wie etwa der zügige flächendeckende Ausbau der gesamten<br />

Infrastruktur. Doch mit wachsenden Anwendungsmöglichkeiten<br />

und Bedarf wird hier hoffentlich zügig Abhilfe geschaffen.<br />

Bild: reichelt elektronik<br />

www.reichelt.de<br />

20 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>11</strong>-<strong>12</strong> www.myfactory-magazin.de


SPS <strong>2023</strong><br />

AUTOMATISIERUNGSLÖSUNGEN<br />

FÜR DIE PRAXIS<br />

Für Schunk stehen praxisorientierte, anwenderfreundliche<br />

Automatisierungslösungen und effiziente Ansätze<br />

für die Produktion von morgen generell im Zentrum.<br />

Dies unterstreicht das Unternehmen auch auf der SPS<br />

und präsentiert sich als starker Partner für die Herausforderungen<br />

der modernen Fertigung. Mit smarten<br />

Komponenten, digitalen Services und umfassendem<br />

Applikationswissen hilft Schunk Anwendern dabei,<br />

Produktionsprozesse flexibler, effizienter und nachhaltiger<br />

zu gestalten. Das gilt auch für die smarten<br />

Greiferbaureihen EGU und EGK, die u.a. auf der Messe<br />

zu sehen sein werden. Sie sollen neue Maßstäbe in<br />

Sachen Flexibilität, Schnittstellenvielfalt und Prozesssicherheit<br />

setzen. Denn die Greifer bieten unterschiedliche<br />

Greifmodi für unterschiedliche Handhabungsaufgaben.<br />

Eine neue gemeinsame Elektronik- und Softwareplattform<br />

macht dieses<br />

intelligente Feature möglich.<br />

Weil bestehende Greifmethoden<br />

stetig optimiert und<br />

ergänzt werden, profitieren<br />

Kunden auch in Zukunft über<br />

Software-Updates von den<br />

Erweiterungen.<br />

SPS: Halle 3A, Stand <strong>11</strong>1<br />

www.schunk.com<br />

ZUHALTUNGEN FÜR RAUE UMGEBUNGEN<br />

Auf der SPS zeigt<br />

Euchner unter anderem<br />

verschiedene Typen von<br />

Zuhaltungen. Die<br />

jüngste Entwicklung in<br />

diesem Bereich ist der<br />

Sicherheitsschalter CTS.<br />

Dank seiner geringen<br />

Abmessungen (135 x 31 x 31 mm), einer hohen Zuhaltekraft<br />

von maximal 3900 N und seiner flexiblen Einbauoptionen<br />

lässt sich der Schalter äußerst vielseitig einsetzen.<br />

Der CTS verfügt über drei mögliche Montageausrichtungen,<br />

sodass er Schwenk- und Schiebetüren absichern kann.<br />

Eine nachrüstbare Fluchtentriegelung ist jetzt verfügbar<br />

und erweitert noch einmal das Einsatzspektrum. Der<br />

Sicherheitsschalter CTA hat sich bereits vielfach bewährt.<br />

Dank seines robusten Metallgehäuses und einer Zuhaltekraft<br />

von bis zu 8000 N eignet er sich für schwere Türen.<br />

Die hohe Schutzart IP65 / IP67 / IP69 / IP69K macht diesen<br />

Schalter zum Allrounder für nahezu jeden industriellen<br />

Einsatz, insbesondere für raue und schmutzige Umgebungen.<br />

Alle Zuhaltungen verfügen über verschiedene<br />

Anschlussmöglichkeiten. In Kombination mit einem<br />

Euchner-IO-Link Gateway sind sie zudem kommunikationsfähig<br />

und damit nutzbar für Industrie-4.0-Anwendungen.<br />

SPS: Halle 7, Stand 280<br />

www.euchner.de<br />

AUTONOME, FLEXIBLE PRODUKTION UNTERSTÜTZT DURCH VIRTUELLE ZWILLINGE<br />

Omron und Dassault Systèmes zeigen auf der SPS in Nürnberg, wie sich die OT- und IT-Ebenen<br />

in Produktionsumgebungen so verknüpfen lassen, dass Industrieunternehmen ihre Abläufe<br />

optimieren können. Dassault Systèmes ermöglicht es Unternehmen mit der 3DExperience-<br />

Plattform, Produkte virtuell und standortübergreifend zu entwickeln, zu simulieren und zu<br />

verwalten. Omron bietet Hardware aus einer Hand, darunter Sensoren, Antriebe und Steuerungstechnik<br />

bis hin zu (in die SPS) integrierte Robotik. Die Lösungen des i-Automation-Konzepts<br />

von Omron sind exakt auf die Anforderungen von Industrieunternehmen zugeschnitten.<br />

Durch die Kombination der Expertise beider Unternehmen können Anwender Produktionsabläufe virtuell testen und so besser<br />

planen und entwickeln. Virtuelle Zwillinge unterstützen z.B. das Prototyping oder simulieren Material- und Ressourceneinsparungen<br />

in neuen Kreislaufkonzepten. Softwarelösungen, die es ermöglichen, Entwürfe von Produktionslinien in einer virtuellen<br />

Umgebung zu testen und anzupassen, verkürzen Entwicklungszeiten, verringern etwaige Risiken und helfen so Kosten zu sparen.<br />

SPS: Halle 6, Stand <strong>11</strong>0<br />

www.industrial.omron.de<br />

Der Industrieboden seit 35 Jahren<br />

Robust.<br />

Ergonomisch.<br />

Wirtschaftlich.<br />

Extrem hohe<br />

Belastbarkeit<br />

Schnelle<br />

Verlegung<br />

100 % recycelbar<br />

80 % Recyclinganteil<br />

Zertifiziert<br />

gelenkschonend<br />

Nachweislich<br />

geräuschhemmend<br />

GTI MAX<br />

Maximale Robustheit<br />

für höchste Belastungen<br />

Dank ihrer einzigartigen Eigenschaften kann die GTI-Fliese lose<br />

verlegt werden. Deshalb sind einzelne Fliesen bei Bedarf leicht<br />

austauschbar. Die Verlegung kann im laufenden Betrieb erfolgen –<br />

ohne Schließzeiten.


BETRIEBSTECHNIK<br />

ANZEIGE<br />

ABSICHERUNG DER PRODUKTION<br />

MIT NOTSTROM<br />

STROMFLUSS<br />

AUCH BEI<br />

BLACKOUT<br />

Vor dem Winter 2022 stand erstmals die<br />

Energieversorgung in Deutschland auf der Kippe.<br />

Die Bundesregierung stellte die Industrie und<br />

die Bevölkerung auf mögliche Gas- und Stromengpässe<br />

ein, bereits im Sommer wurde zum<br />

Energiesparen aufgerufen. Produktionsbetriebe<br />

waren verunsichert. Viele haben für den Fall der<br />

Fälle Notstrom angemietet. Ein Praxisbeispiel<br />

zeigt, wie das funktioniert.<br />

Das europäische Unternehmen beschäftigt weltweit über<br />

50 000 Mitarbeitende. Am Standort in Nordbayern<br />

werden vier verschiedene Vor- und Endprodukte im<br />

Bereich Konsumgüter gefertigt. Angeschlossen ist ein<br />

großes Logistikzentrum, von dem aus die DACH-Region und Osteuropa<br />

versorgt werden. Der Produktionsprozess ist energieintensiv,<br />

und auch in der Logistik läuft ohne Strom nichts. Ein<br />

Stromausfall würde sowohl die Produktion als auch die Logistik,<br />

die zum Großteil vollautomatisiert ist, zum Erliegen bringen. Produktionsausfallkosten<br />

und Umsatzeinbußen wären die Folge.<br />

So wandte sich das Unternehmen im Herbst an Bredenoord,<br />

um den laufenden Betrieb mit einer Miet-Notstromanlage abzusichern.<br />

In der Miete sah man den Vorteil, die Stromversorgung<br />

temporär sicherzustellen, ohne sich eigenständig mit der Notstromanlage<br />

befassen zu müssen und langfristige Kosten zu<br />

generieren. „Die Herausforderung bestand in der hohen benötigten<br />

Kapazität von 6 MVA und der Umwandlung auf 20 KV Mittelspannung.<br />

Bredenoord konnte aus seinem großen Pool von<br />

Aggregaten diese Leistung bereitstellen, sodass die Produktion<br />

des Kunden verlässlich abgesichert war“, erläutert Alexander Fellner,<br />

Area Manager Nordbayern bei Bredenoord.<br />

PASSGENAUE MIET-NOTSTROMVERSORGUNG<br />

MIT ALLEM ZUBEHÖR<br />

Im November wurde die Notstromanlage installiert. Bredenoord<br />

lieferte sechs 1 000-kVA-Containeraggregate mit einer<br />

Ausgangsspannung von 400 Volt. Mit drei Transformatoren<br />

wurde die Ausgangsspannung auf 20 KV Mittelspannung umgewandelt.<br />

Für die reibungslose Stromversorgung, auch für einen<br />

längeren Ausfall, wurden sieben Tanks à 5 500 Liter mitgeliefert.<br />

Mit einem Schaltcontainer konnten alle Aggregate zusammengeschaltet<br />

und über einen Einspeisepunkt bereitgestellt werden.<br />

Im Fall eines Blackouts würden zunächst alle sechs Maschinen<br />

mit voller Leistung gestartet und synchronisiert. Die volle Leistung<br />

zu Beginn ist notwendig für die Spitzenlasten, die beim<br />

Start der Motoren und beim Anlaufen der Produktion entstehen.<br />

Sobald die Produktion reibungslos läuft, können einzelne<br />

Aggregate wieder abgeschaltet werden. Der Produktionsprozess<br />

würde dann vollständig und im optimalen Wirkungsgrad über<br />

die Notstromversorgungsanlage laufen. Installiert wurde die<br />

Anlage auf dem Betriebsparkplatz. Dort stand ausreichend Platz<br />

zur Verfügung. Über den Einspeisepunkt gelangt der Strom zur<br />

Produktionshalle.<br />

REGELMÄSSIGE TESTLÄUFE SICHERN<br />

FUNKTIONSTÜCHTIGKEIT<br />

Die Maschinen durchliefen, wie bei allen Bredenoord Projekten,<br />

vor Anlieferung die sogenannte „Grünmachstraße“. Hier werden<br />

sie von Bredenoord Technikern gewartet, gesäubert und durch<br />

einen umfassenden Abschlusstest einsatzbereit gemacht. Der<br />

Kunde startet die Anlage einmal pro Woche und stellt so sicher,<br />

dass im Ernstfall nach wie vor alles funktionstüchtig ist. Diese<br />

kurzen Testläufe sind im Mietpreis bereits enthalten. Das Projekt<br />

läuft auf unbestimmte Zeit. Ab 500 Betriebsstunden oder einmal<br />

im Jahr werden die Geräte erneut durch Bredenoord gewartet.<br />

„In diesem Winter kam es erfreulicherweise nicht zu einem<br />

Stromausfall. Aber es war ein gutes Gefühl, für den Fall der Fälle<br />

abgesichert zu sein. Denn der Schaden durch Produktions- und<br />

Logistikausfall ist im Zweifel bedeutend höher als die Mietkosten<br />

einer Notstromanlage – zumal wir mit Bredenoord einen Experten<br />

auf seinem Gebiet an Bord haben. Den Mietzeitraum konnten<br />

wir auf unbestimmte Zeit vereinbaren. Erst, wenn wir uns zu<br />

100 % sicher sind, dass keine Stromausfälle drohen, werden wir<br />

die Geräte zurückgeben“, so das Fazit von Walter K., Produktionsleiter<br />

am Standort Nordbayern.<br />

Bild: Bredenoord GmbH<br />

www.bredenoord.com<br />

22 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>11</strong>-<strong>12</strong> www.myfactory-magazin.de


BETRIEBSTECHNIK<br />

MULTILAYER-FOLIE VISUALISIERT<br />

UV-STRAHLUNGSBELASTUNGEN<br />

Die messtechnische Überwachung von UV-Strahlenbelastungen<br />

spielt vor allem in der Klebe-, Verpackungs-<br />

und Lebensmitteltechnik eine wichtige Rolle.<br />

Als einfache Lösung für diese Aufgabe bietet Kager die<br />

Multilayer-Systemfolie des Typs UV-Scale an. Diese ist<br />

auf die einfache Messung und Visualisierung von<br />

Belastungen durch UV-Strahlung ausgelegt. Zur Überwachung,<br />

Prüfung und Kontrolle der UV-Belastung<br />

von Oberflächen kommt sie nicht nur im Rahmen von<br />

F+E-Projekten zum Einsatz, sondern vor allem als<br />

Werkzeug der Qualitätssicherung. Ihre Funktion<br />

basiert auf einer UV-lichtempfindlichen Beschichtung<br />

mit farbgebenden Mikrokapseln. Die Variante UV-<br />

Scale LM erfasst UV-Licht in einem Messbereich von<br />

4 bis 7 000 mJ/cm 2 , die mehrlagige Variante UV-Scale<br />

H deckt einen Messbereich von<br />

800 bis 100 000 mJ/cm 2 ab.<br />

Beide Varianten visualisieren<br />

die Intensität der UV-Strahlung<br />

durch einen gut sichtbaren<br />

Farbverlauf von Hell- bis<br />

Dunkelblau. So erkennt man<br />

z.B., ob die UV-Sterilisierung<br />

einer Lebensmittelverpackung<br />

vollflächig oder nur teilweise erfolgt ist.<br />

www.kager.de<br />

DEUTLICHE STROMEINSPARUNG DURCH<br />

UMRÜSTUNG AUF LED-BELEUCHTUNG<br />

In der norwegischen<br />

Aass-Brauerei spart die<br />

Umrüstung auf LED<br />

mehr als 100 % des<br />

Stroms der alten<br />

Beleuchtungsanlage.<br />

Dazu wurde der Lagerbereich<br />

mit neuen LED-<br />

Deckenleuchten ausgestattet, die 82 % weniger Strom<br />

verbrauchen als die bisherigen Leuchtstofflampen. Zuvor<br />

waren die Leuchten rund um die Uhr in Betrieb und<br />

erzeugten zudem Wärme, die nachteilig für die Bierlagerung<br />

ist. Das erforderte eine zusätzliche Klimatisierung.<br />

Die Verringerung des Kühlbedarfs war entscheidend für die<br />

Stromeinsparungen von über 100 %. Vor der Umrüstung<br />

waren im Lager der Brauerei 400 Leuchten mit jeweils zwei<br />

58-Watt-T8-Leuchtstofflampen installiert. Die Spezialisten<br />

von Glamox ersetzten diese durch 400 energieeffiziente<br />

Glamox i10 LED-Industrieleuchten, die mit Sensoren<br />

ausgestattet sind und drahtlos über ein Lichtmanagementsystem<br />

auf einem Tablet gesteuert werden. Das Sanierungsprojekt<br />

war ein 1:1-Leuchtentausch, bei dem die vorhandene<br />

Verkabelung genutzt wurde. Die Anlage ist<br />

vollständig dimmbar und steuerbar. Bewegungssensoren<br />

dimmen das Licht, wenn keine Personen anwesend sind.<br />

www.glamox.de<br />

AUTOMATISCHE BALLENPRESSE FÜR<br />

OPTIMIERTE KARTONAGENENTSORGUNG<br />

Bei üblichen Ballenpressen werden alle Kartonagen<br />

zunächst in Behältnissen gesammelt und anschließend<br />

noch einmal händisch aus diesen entnommen, da die<br />

Kartonagen manuell in die Presskammer eingeworfen<br />

werden müssen. Hinzu kommt, dass Mitarbeiter sich häufig<br />

bücken müssen und auch<br />

Schnittverletzungen durch<br />

das Zerkleinern von Kartons<br />

gehören zur Tagesordnung.<br />

Beim AutoLoadBaler<br />

funktioniert dies anders:<br />

Kartonage wird zunächst<br />

in speziellen Wagen<br />

gesammelt und dann<br />

bequem in die Zuführeinheit<br />

des AutoLoadBaler<br />

eingeschoben. Der Entleerungsprozess der Sammelwagen<br />

beginnt automatisch. So entfällt die manuelle Befüllung.<br />

Stattdessen fährt ein Scherenhubtisch den Boden des<br />

Sammelwagens nach oben, sodass die Kartonage von den<br />

Rotoren in die Presskammer befördert wird. Hier wird sie<br />

gleichmäßig verteilt und in einen direkt vermarktungsfähigen<br />

Ballen gepresst. Diese Automatisierung optimiert<br />

den Prozess der Kartonagenentsorgung in der Logistik<br />

und reduziert den Zeit- und Arbeitsaufwand für die<br />

Entsorgung signifikant.<br />

www.strautmann-umwelt.de<br />

ZEICHNUNGSTEILE<br />

SEIT 100 JAHREN ZUVERLÄSSIG<br />

Dreh-, Fräs- und Kombi na tionsteile in<br />

verschiedenen Abmessungen und Losgrößen.<br />

• Wirtschaftliche Beschaffung<br />

in herausragender Qualität<br />

• Hochqualifiziertes Beraterteam<br />

mit umfassendem Experten-<br />

Wissen<br />

• Bewährtes Hersteller-Netzwerk<br />

in Deutschland und Europa<br />

sowie eigenes Produktionswerk<br />

für Feinbearbeitung<br />

• Verschiedene Belieferungssysteme<br />

und innovative<br />

Kanban-Lösungen<br />

• 100 Jahre Know-how<br />

www.myfactory-magazin.de <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>11</strong>-<strong>12</strong> 23<br />

Normteile – Zeichnungsteile – Rohrverbindungsteile<br />

www.ottoroth.de


INTRALOGISTIK<br />

01<br />

02<br />

UMLUFTFILTERAUFSÄTZE ALS FLEXIBLE LÖSUNG<br />

GEFAHRSTOFFSCHRÄNKE SICHER<br />

UND NACHHALTIG ENTLÜFTEN<br />

Der Umgang mit Gefahrstoffen gehört in vielen Industrieunternehmen<br />

zum Alltag. Sie korrekt zu handhaben und aufzubewahren, ist essenziell für die<br />

Sicherheit am Arbeitsplatz. Ihre Lagerung erfolgt deshalb gesetzeskonform in<br />

brandgeschützten Sicherheitsschränken. Um die Entstehung gefährlicher<br />

Konzentrationen austretender Dämpfe zu vermeiden und Explosionsschutz<br />

zu gewährleisten, sollten die Schränke technisch entlüftet werden. Umluftfilteraufsätze<br />

haben sich dafür als flexible und kostengünstige Lösung etabliert.<br />

24 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>11</strong>-<strong>12</strong> www.myfactory-magazin.de


INTRALOGISTIK<br />

01 Mit wenigen Handgriffen lässt sich der steckerfertig<br />

gelieferte Umluftfilteraufsatz auf dem Sicherheitsschrank<br />

anbringen und in Betrieb nehmen<br />

02 Die Umluftfiltergeräte sorgen durch ein mehrstufiges<br />

Filterpaket sowie 10-fachen Luftwechsel pro Stunde im Schrank<br />

für die zuverlässige Beseitigung von Schadstoffen in der Luft<br />

Um eine mögliche Aufkonzentration der Gefahrstoffdämpfe<br />

und somit die Entstehung einer explosionsfähigen<br />

Atmosphäre innerhalb eines Sicherheitsschrankes<br />

zu verhindern, können verschiedene Maßnahmen zum<br />

Einsatz kommen.<br />

NATÜRLICHE ENTLÜFTUNG<br />

Die natürliche Entlüftung bietet Vorteile, die sich auf die Ersparnis<br />

von kostenintensiven Abluftleitungen oder baulichen Maßnahmen<br />

beziehen. Dennoch sollten auch die Nachteile nicht außer Acht<br />

gelassen werden: Meist müssen dauerhaft Explosionsschutzzonen<br />

im oder um den Schrank eingehalten werden. Viele Regeln und<br />

Auflagen zur Einhaltung der Ex-Zonen gestalten sich in der Praxis<br />

als sehr aufwändig, da bei einer natürlichen Entlüftung großflächig<br />

Raum um den Sicherheitsschrank eingeschränkt oder gar nicht<br />

nutzbar ist. Eine Einschränkung kann sein, dass keine elektrischen<br />

Geräte in der Nähe des Schrankes betrieben werden dürfen. Zusätzlich<br />

besteht die Gefahr einer möglichen Gesundheitsgefährdung<br />

der Mitarbeiter durch austretende Dämpfe.<br />

ABLUFTFÜHRUNG NACH AUSSEN<br />

Einfacher als die natürliche Lüftung gestaltet sich die technische<br />

Entlüftung mittels Abluftführung nach außen, bei der alle entstehenden<br />

Schadgase, Lösemittel-, Säuren- und Laugendämpfe<br />

direkt an der Entstehungsstelle erfasst werden. Die gesundheitliche<br />

Gefährdung von Mitarbeitern ist somit ausgeschlossen und<br />

die Zoneneinteilung entfällt. Jedoch ist die technische Entlüftung<br />

mittels Abluftführung mit hohen Kosten und einem hohen Energieverbrauch<br />

verbunden. Zudem sind gebäudeseitige raumlufttechnische<br />

Anlagen oftmals bereits durch Klima- und Wärmetechnik<br />

ausgelastet und eine flexible Aufstellung des Sicherheitsschrankes<br />

ist nicht mehr möglich. Gebäudetechnische Gründe<br />

können ebenfalls gegen die Installation einer Abluftführung nach<br />

außen sprechen.<br />

MIT UMLUFTFILTER FLEXIBEL ENTLÜFTEN<br />

Eine flexible Lösung bietet die technische Entlüftung mit Umluftfilteraufsätzen<br />

(UFA), wie sie der Gefahrstofflagerungs- und<br />

-handling-Experte asecos anbietet. Viele Industrie- und Handwerksbetriebe<br />

profitieren bereits von den Systemen, die für die<br />

sichere Entlüftung von Sicherheitsschränken sorgen. Der UFA ist<br />

eine einfach anwendbare Lösung, die sich durch hohe Flexibilität<br />

für verschiedene Einsatzmöglichkeiten auszeichnet. Mit wenigen<br />

Handgriffen wird der steckerfertig gelieferte Umluftfilteraufsatz<br />

auf den Sicherheitsschrank aufgesetzt und mit den Abluftstutzen<br />

des Schrankes verbunden. Nach Anschluss an eine Stromquelle<br />

nimmt das Gerät seinen Betrieb auf. Aufwendige Wand- bzw.<br />

Deckendurchbrüche und Verrohrungen entfallen. Durch den<br />

flexiblen Einsatz des UFA bleibt der Aufstellort des Sicherheitsschrankes<br />

frei wählbar.<br />

Die Umluftfiltergeräte von asecos sorgen durch ein 3,5 kg<br />

schweres, mehrstufiges Filterpaket inklusive Schwebstoff-Vorfilter<br />

sowie einen 10-fachen Luftwechsel pro Stunde im Schrank für<br />

eine zuverlässige Beseitigung von Schadstoffen in der Luft. Die zu<br />

99,999 Prozent aufgereinigte Luft wird wieder an den<br />

Arbeitsraum gegeben, nachdem sie einen zweiten Filter durchlaufen<br />

hat. Der Umluftbetrieb verhindert den Austritt der geheizten<br />

oder aufbereiteten Luft ins Freie, sie wird in einem steten<br />

Kreislauf an den Aufstellort des Schrankes abgegeben.<br />

HOCHWIRKSAME AKTIVKOHLE<br />

Der UFA ist mit einer hochporösen Aktivkohle ausgestattet, bei<br />

der die Gefahrstoffdämpfe durch wirksame Oberflächenkräfte<br />

(Adhäsion) festgehalten werden. Bei einem anstehenden Filterwechsel<br />

wird die im Filter verwendete Aktivkohle durch asecos<br />

ersetzt. Die gebrauchte Aktivkohle wird fachgerecht aufbereitet<br />

und für andere Einsatzzwecke wiederverwendet.<br />

Die permanente Überwachung der Adsorptionsleistung (Filtersättigung<br />

und Abluftmenge) bietet eine hohe Sicherheit. Bereits<br />

kleinste Überschreitungen von festgelegten Grenzwerten werden<br />

durch die UFA-Sensorik registriert und durch optische oder akustische<br />

Signale gemeldet. Zusätzlich ist der aktuelle Betriebszustand<br />

über ein Farbdisplay jederzeit einsehbar. Kommt es zu<br />

einem Filterdurchbruch, schaltet sich die Entlüftung automatisch<br />

ab. Von einer zentralen Leitstelle aus kann der UFA mittels<br />

eines vorhandenen Alarmkontakts überwacht werden.<br />

Eine Positivstoffliste ist bei der Auswahl von UFA-Geräten hilfreich.<br />

Die Liste führt auf, welche Kohlenwasserstoffarten durch<br />

die Filter zurückgehalten werden. Alternativ bieten Hersteller wie<br />

asecos auch an, dass Listen der zu lagernden Stoffe eingesendet<br />

und auf Eignung zur Umluftfiltration geprüft werden können.<br />

Bilder: asecos GmbH, Hintergrundbild: Bocos Benedict - Fotolia<br />

www.asecos.com<br />

AUTOR<br />

Dipl.-Ing. Sven Sievers, Bereichsleiter<br />

Produktmanagement & -entwicklung,<br />

asecos GmbH, Gründau<br />

ZUSATZINHALTE IM NETZ<br />

bit.ly/3OZpegt<br />

HOCHWIRKSAME FILTERTECHNIK<br />

Um die Wirksamkeit des Umluftfilteraufsatzes<br />

nachzuweisen, wurde das Gerät<br />

durch unabhängige Prüfinstitute verschiedenen<br />

Tests unterzogen. Dabei wurden<br />

typische Gefahrstoffe wie Ethanol, Aceton<br />

oder Diethylether in unterschiedlichen<br />

Sicherheitsschranktypen geprüft. Das<br />

Ergebnis: Lösemitteldämpfe (Kohlenwasserstoffe)<br />

werden sowohl unter normalen<br />

Bedingungen als auch bei einem simulierten<br />

Unfall im Sicherheitsschrank zu 99,999<br />

Prozent zurückgehalten.<br />

www.myfactory-magazin.de <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>11</strong>-<strong>12</strong> 25


INTRALOGISTIK<br />

01<br />

HOCHGESCHWINDIGKEITS-DRUCKSPENDESYSTEME ALS BESCHLEUNIGER<br />

SO GEHT VOLLAUTOMATISIERTE<br />

VERSANDLOGISTIK<br />

Der Onlinehandel ist ein äußerst schnelllebiges Geschäft. Kaum bestellt,<br />

erwarten Kunden auch schon ihre Lieferung. Versender müssen in der Lage<br />

sein, ihre Waren blitzschnell und zuverlässig zu verschicken. Daher entwickeln<br />

die Automatisierungsexperten von Stadler + Schaaf für ihre Kunden Hochgeschwindigkeits-Versandlinien.<br />

Wichtiger Bestandteil dieser Anlagen sind<br />

Etikettiersysteme des Kennzeichnungsspezialisten Bluhm Systeme.<br />

Die Stadler + Schaaf Mess- und Regeltechnik GmbH aus<br />

Offenbach ist ein inhabergeführtes mittelständisches<br />

Unternehmen mit etwa 950 Mitarbeitern an 27 Standorten<br />

in Deutschland und Österreich. Kunden aus den<br />

Bereichen e-Commerce und Großhandelslogistik wenden sich an<br />

den Automatisierungsprofi, um ihre Logistikprozesse effizienter<br />

zu gestalten. „Der Onlinehandel boomt“, erklärt Peter Schandin,<br />

Leiter Intralogistik bei Stadler + Schaaf: „Deswegen wünschen<br />

sich unsere Kunden eine Erhöhung ihres Automatisierungsgrades,<br />

bessere Leseraten und schnellere Durchsätze.“ Schandin<br />

und sein Team konzipieren und entwickeln daher maßgeschneiderte<br />

Komplettlösungen, die sie am Standort Kuppenheim vorinstallieren<br />

und ausgiebig testen, damit sie beim Kunden schnell<br />

in Betrieb genommen werden können.<br />

BLITZSCHNELL, VERNETZBAR<br />

UND ZUVERLÄSSIG<br />

Wichtiger Bestandteil dieser Anlagen sind die Highspeed-Etikettendruckspender<br />

der Bluhm Systeme GmbH. „Wir nutzen die<br />

Legi-Air 6000 sehr gern in unseren Anlagen, weil sie sich unkompliziert<br />

mit der Peripherie vernetzen lassen, trotz Hochgeschwindigkeit<br />

erstklassig etikettieren und dabei sehr zuverlässig arbeiten“,<br />

erläutert Peter Schandin. „Das wissen natürlich auch unsere<br />

Kunden zu schätzen!“<br />

Das bloße Auge kann kaum wahrnehmen, was in den Versandlinien<br />

genau passiert: Sobald das DataMan Code-Lesegerät des<br />

Bildverarbeitungs-Spezialisten Cognex ein sich näherndes Paket<br />

identifiziert, schickt es die entsprechenden Versandinformatio-<br />

26 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>11</strong>-<strong>12</strong> www.myfactory-magazin.de


ANZEIGE<br />

01 Hochgeschwindigkeits-Versandlinien sorgen<br />

für hohen Durchsatz im Onlinehandel<br />

02 Wichtiger Bestandteil dieser Anlagen sind die<br />

Highspeed-Etikettendruckspender von Bluhm Systeme<br />

nen an den Etikettendruckspender. Dessen Druckmodul druckt<br />

das Etikett und schiebt es auf den Spendestempel, der am unteren<br />

Ende eines Hubarms sitzt. Der Hubarm taucht nun blitzschnell<br />

zum Paket ab und erkennt mittels Sensor dessen Höhe. Er<br />

stoppt einige Millimeter darüber und bläst das Versandetikett<br />

berührungslos auf dessen Oberfläche ab.<br />

Das Paket fährt weiter, während ein zweiter DataMan Code-<br />

Scanner die Lesbarkeit der auf die Etiketten aufgedruckten Barund<br />

Datamatrix-Codes überprüft, die Versandinformationen verifiziert<br />

und ins System zurückspielt. Der gesamte Prozess spielt<br />

sich innerhalb von Sekunden ab. Der Legi-Air 6000 benötigt für<br />

Ausdruck und Etikettierung gerade mal 1,5 Sekunden pro Paket.<br />

„Auch, wenn diese Hochgeschwindigkeit nicht permanent gefordert<br />

ist, so sind unsere Kunden doch immer sehr begeistert davon,<br />

dass sie in Spitzenzeiten möglich ist.“ freut sich Peter Schandin.<br />

HOCHPRÄZISER DRUCK<br />

INNERHALB VON SEKUNDEN<br />

03 Per Highend-Kamera wird überprüft, ob das<br />

Paket korrekt gekennzeichnet wurde<br />

Der Legi-Air 6000 meistert dabei mühelos zwei Herausforderungen:<br />

Zum einen enthält das Etikett alle relevanten Informationen<br />

nicht nur in Klarschrift, sondern auch in Form von<br />

maschinenlesbaren Barcodes sowie verschlüsselt als zweidimensionale<br />

Codes. Zum anderen erreichen die zu etikettierenden<br />

Pakete die Etikettieranlage bereits innerhalb von wenigen<br />

Sekunden nach dem Scan. Der Druck von diffizilen Barund<br />

2D-Codes bei sehr hohen Geschwindigkeiten verlangt ein<br />

besonders präzises Arbeiten des Druckkopfs: Daher wurde ein<br />

DANK HIGHSPEED-TECHNIK KANN<br />

DER ETIKETTENDRUCKSPENDER<br />

BIS ZU 40 ETIKETTIERUNGEN PRO<br />

MINUTE VORNEHMEN<br />

Druckmodul eingesetzt, das über die sogenannte Corner-Edge-<br />

Technik verfügt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Thermotransferdruckern,<br />

bei denen sich die Heizleiste, die das Druckbild<br />

erzeugt, flach auf der Gegendruckwalze befindet, sitzt sie<br />

bei Corner-Edge-Druckköpfen leicht abgewinkelt an deren<br />

äußerer Kante. Das zügige Ein- und Ausschalten der Heizelemente<br />

ermöglicht dem schmalen Druckkopf die besonders<br />

schnelle, präzise und somit hochqualitative Erstellung selbst<br />

feingliedriger Druckbilder mit feinsten Schriften, kleinen Logos<br />

sowie zweidimensionalen Datamatrix- oder QR-Codes.<br />

HÖHENDIFFERENZEN DER VERSANDPAKETE<br />

Die unterschiedlich hohen Versandpakete bilden eine weitere<br />

Herausforderung: Nach dem Druck ist es Aufgabe des Legi-Air<br />

6000, die Etiketten berührungslos auf die Versandpakete aufzubringen.<br />

Je nach Bestellung variieren die Höhen und Volumina<br />

der Kartonagen. Daher muss der Etikettierer in der Lage sein, die<br />

unterschiedlichen Höhen nicht nur entsprechend zu erkennen,<br />

sondern gleichzeitig blitzschnell zu berücksichtigen. Der Stempelarm<br />

des Legi-Air 6000 kann Höhendifferenzen von bis zu 500<br />

Millimetern in weniger als einer halben Sekunde überwinden.<br />

Das liegt zum einen daran, dass alle beweglichen Teile aus Carbon<br />

gefertigt wurden und somit sehr leicht sind. Zudem wird der<br />

Etikettendruckspender von einem leistungsstarken Servo-Motor<br />

angetrieben. Die Stempelplatte und deren Verbindungen an die<br />

Carbon-Hubstange wurden im 3D-Druckverfahren hergestellt.<br />

Dank seiner „High-Speed-Formel 1“-Technik könnte der Legi-Air<br />

6000 sogar bis zu 40 Etikettierungen pro Minute vornehmen.<br />

Die frisch etikettierten Pakete wandern auf dem Förderband<br />

weiter zum Hochgeschwindigkeits-Lesegerät DataMan 503 von<br />

Cognex. Diese Highend-Kamera überprüft, ob das Paket korrekt<br />

gekennzeichnet wurde. Sie stellt sich dabei der Herausforderung,<br />

unterschiedliche Codes in rascher Bewegung zu lesen. Zusammen<br />

mit der passenden Beleuchtung kann über den gesamten<br />

Bereich vom kleinsten bis zum größten Paket eine sehr zufriedenstellende<br />

Leserate von über 99 Prozent erzielt werden. Erst<br />

wenn die Datenbank bestätigt, dass das Versandetikett passt,<br />

gelangen die Pakete zum Warenausgang.<br />

Bilder: Bluhm-Systeme GmbH<br />

www.bluhmsysteme.com<br />

UNTERNEHMEN<br />

Bluhm Systeme GmbH, Maarweg 33<br />

53619 Rheinbreitbach<br />

ZUSATZINHALTE IM NETZ<br />

bit.ly/44WQmTi<br />

02<br />

03<br />

www.myfactory-magazin.de <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>11</strong>-<strong>12</strong> 27


WARTUNG UND INSTANDHALTUNG<br />

01<br />

SICHERHEITS- UND SICHTSYSTEME FÜR DAS RETROFITTING VON WERKZEUGMASCHINEN<br />

NEUER SCHUTZ FÜR ALTE MASCHINEN<br />

Ein Retrofit älterer Werkzeugmaschinen ist oft deutlich günstiger<br />

als eine Neuanschaffung. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die Erneuerung<br />

sicherheitsrelevanter Bauteile. Hier lohnt sich ein Blick auf‘s Detail.<br />

Was ein renommierter Anbieter von Maschinen- und Apparateschutzkomponenten<br />

dafür im Portfolio hat, erfahren Sie nachfolgend.<br />

Umherfliegende Späne und Werkzeug- oder Werkstückteile<br />

– davor sollen Maschinensicherheitsscheiben<br />

zuverlässigen Schutz bieten. Sicherheitsscheiben von<br />

Hema sind dafür speziell konzipiert: Zum Maschinen-<br />

raum hin bestehen sie aus Einscheiben- oder Verbundscheibensicherheitsglas,<br />

auf der Bedienerseite aus abriebfest beschichtetem<br />

Polycarbonat. Die Kanten der Scheiben sind diffusionsdicht<br />

und kühlmittelresistent versiegelt. Der Hersteller liefert die<br />

Per Retrofit können Unternehmen in die Jahre gekommene Werkzeugmaschinen<br />

wieder auf den neuesten Stand der Technik bringen und<br />

ihre Nutzungsdauer deutlich verlängern. Dabei sollte der Fokus<br />

nicht nur auf der Modernisierung von Antriebs-, Steuerungs- oder<br />

Automatisierungstechnik liegen. Auch dem Austausch von Sicherheitsund<br />

Schutzeinrichtungen kommt eine wichtige Bedeutung zu.<br />

MARTINA LAUN, Redakteurin <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong>.<br />

28 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>11</strong>-<strong>12</strong> www.myfactory-magazin.de


WARTUNG UND INSTANDHALTUNG<br />

02 03<br />

01 Hema bietet hochwertige Faltenbälge,<br />

Sicherheitsscheiben und Sichtsysteme für das<br />

Retrofitting von Werkzeugmaschinen an<br />

02 Das Spinvista-Drehfenster ist in zwei<br />

Ausführungen lieferbar, die sich in der Größe<br />

ihrer Sichtfläche unterscheiden<br />

03 Die Varianten der Samuari-Faltenbälge reichen<br />

von festmontierten über feststehende, teleskopartig<br />

verfahrende bis hin zu beweglichen Lamellen oder<br />

Spezialformen für mehrere Achsen<br />

Sicherheitsscheiben nach Wunsch mit oder ohne Rahmen montagefertig<br />

an und bietet auch einen Wechselservice: In einer<br />

Bestandsaufnahme erhält der Maschinenbetreiber eine detaillierte<br />

Übersicht der bisher eingesetzten Maschinensicherheitsscheiben.<br />

In einer fachgerechten Beurteilung wird der Tauschzeitraum<br />

festgelegt. Auf dieser Basis können der Ausbau und die<br />

Vermessung der vorhandenen Scheiben sowie die Konstruktion<br />

und sichere Auslegung der Ersatzscheiben in Angriff genommen<br />

werden. Sind die neuen Scheiben dann unter Berücksichtigung<br />

aktueller Richtlinien, Empfehlungen und Vorgaben eingebaut,<br />

steht auch bei älteren Werkzeugmaschinen einem sicheren<br />

Betrieb nichts mehr im Wege.<br />

DURCHBLICK NICHT NUR IM RETROFIT<br />

Wenn Werkzeugmaschinen in Betrieb sind, ist die Sicht in den<br />

Innenraum durch Späneflug und umherspritzendes Kühlschmiermittel<br />

stark eingeschränkt. Für klare Sicht auf den Fertigungsprozess<br />

sorgt Hema mit seinem Spinvista-Drehfenster: Es<br />

rotiert mit so hoher Geschwindigkeit, dass Flüssigkeiten und Verschmutzungen<br />

abgeschleudert und von der Maschinenschutzscheibe<br />

ferngehalten werden. Arbeitsergonomie und Produktivität<br />

werden dadurch erheblich verbessert. Spinvista beseitigt die<br />

Sichtbeeinträchtigung durch Kühlmittel oder Späne an der<br />

Maschinenschutzscheibe innerhalb seines Sichtbereiches. Die<br />

beste Sicht auf den Fertigungsprozess bietet das Spinvista in<br />

Anlagen, in denen Kühlmittel auf Wasserbasis oder dünnflüssige<br />

mineralische Öle zum Einsatz kommen. In Umgebungen mit ölhaltigen<br />

Kühlmitteln wird zusätzlich die Verwendung einer<br />

Scheibe mit spezieller Beschichtung empfohlen. Auf Wunsch<br />

wird das Drehfenster auch in ATEX-Ausführung gefertigt.<br />

Leichtes Gewicht, einfache Montage und die dank modularer<br />

Bauweise optimale Wartung reduzieren die Kosten für den Einsatz<br />

des Sichtsystems. Die Drehfenster sind für alle Arten von<br />

CNC-Hochgeschwindigkeitsfräs- und Drehmaschinen sowie<br />

Bearbeitungszentren geeignet. Sie können sowohl an Fenstern<br />

als auch an Bedienertüren befestigt werden. Der Einbau kann in<br />

der OEM-Erstausstattung oder auch problemlos als Nachrüstung<br />

erfolgen.<br />

Lieferbar sind auch Komplettlösungen, die Maschinenschutzscheiben<br />

mit bereits eingebautem Spinvista-Drehfenster umfassen.<br />

Die Systeme können so vorkonfiguriert werden, dass sie nur<br />

noch eingebaut und angeschlossen werden müssen. Alle Drehfenstersysteme<br />

erfüllen die jeweils geltenden Sicherheitsanforderungen.<br />

FALTENBÄLGE PROBLEMLOS AUSTAUSCHEN<br />

Zu den Komponenten, die an Werkzeugmaschinen besonders<br />

hohem Verschleiß unterliegen, gehören Faltenbälge. Sie verfahren<br />

täglich unzählige Male zusammen mit den Achsen, die sie<br />

schützen sollen. Außerdem greifen scharfe, heiße Späne und<br />

aggressive Kühlmittel das Material an und machen es auf Dauer<br />

spröde. Hema liefert hochwertigen Ersatz für dieses Bauteil: In<br />

Werkzeugmaschinen kommen vor allem Faltenbälge der Elasticund<br />

der Samurai-Serie zum Einsatz. Diese werden kundenspezifisch<br />

an die Maschinengeometrie angepasst und sind in nahezu<br />

allen Formvarianten erhältlich. Je nach Anwendung wählt Hema<br />

aus einem breiten Portfolio an speziellen Geweben und<br />

Beschichtungen die geeignete Materialkombination aus.<br />

LAMELLEN FÜR MEHR SCHUTZ<br />

Die Samurai-Lamellenbälge sind prädestiniert für den Einsatz in<br />

HSC-Anwendungen und wurden bereits erfolgreich in Bearbeitungszentren<br />

mit Geschwindigkeiten von über 100 Metern pro<br />

Minute und einer Beschleunigung von bis zu 2 g integriert. Eine<br />

Variante dieser Lamellenbälge ist die Ausführung mit W-Falte.<br />

Damit können Abdeckungen für Maschinen auch mit sehr kleinen<br />

Bauräumen verwirklicht werden.<br />

Bilder: Hema Maschinen- und Apparateschutz<br />

www.hema-group.com<br />

AUTOR<br />

Philipp Sendelbach, Leiter Service<br />

Maschinensicherheitsscheiben,<br />

Hema, Seligenstadt<br />

ZUSATZINHALTE IM NETZ<br />

bit.ly/3t9XGO1.<br />

www.myfactory-magazin.de <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>11</strong>-<strong>12</strong> 29


WARTUNG UND INSTANDHALTUNG<br />

01<br />

RETROFIT: SICHERES RADARSYSTEM<br />

FÜR TIEFZIEHANLAGE<br />

THERMOFORMING IM<br />

SICHEREN BEREICH<br />

02<br />

Bei einer älteren Tiefziehanlage entsprach die Sicherheitstechnik nicht mehr den<br />

aktuellen Vorgaben. Abhilfe schaffte ein Retrofit: Moderne Radartechnologie sorgt<br />

nun für die sichere Schutzraumüberwachung und hat sowohl die Sicherheit des<br />

Bedieners als auch den Schutz der Maschine bzw. des Herstellungsvorgangs im Blick.<br />

Kerngeschäft des österreichische Unternehmen Senoplast<br />

Klepsch & Co. GmbH ist die Herstellung der coextrudierten<br />

senosan Kunststoffplatten und -folien zum Thermoformen.<br />

Die Kunststoff-Halbzeuge werden aus hochwertigsten<br />

Granulaten führender Rohstoffhersteller im Extrusionsverfahren<br />

produziert. Ihr Anwendungsspektrum erstreckt sich<br />

vom Fahrzeugbau über die Sanitär- und Kühlgeräteindustrie bis<br />

hin zur Möbelfolie. Dabei liefert das 1956 gegründete, innovative<br />

Unternehmen mit Produktionsstätten in Österreich, Mexiko und<br />

China heute in rund 60 Länder weltweit. Ein Grundpfeiler der<br />

Firmenphilosophie ist es, bei der Produktion die Qualität und<br />

Sicherheit in den Fokus zu stellen: Der Schutz von Mensch und<br />

Maschine hat oberste Priorität.<br />

Da es sich bei den erzeugten Kunststoffplatten bzw. Folien<br />

„erst“ um Halbzeuge – also um Halbfertigprodukte bzw. Vormaterial<br />

– handelt, werden diese in der Regel über ein Thermoformverfahren<br />

weiter be- und verarbeitet. Hierbei müssen eventuelle<br />

Fehlerquellen frühzeitig erkannt werden, um mögliche daraus<br />

resultierende Qualitätsmängel der Halbzeuge rechtzeitig erkennen<br />

und beheben zu können. Kontinuierliche Kontrollen der<br />

technischen sowie optischen Eigenschaften der Produkte sind so<br />

Teil des Produktionsablaufs. Denn, speziell beim Tiefziehen,<br />

einem der Bearbeitungsschritte für die Halbzeuge, funktioniert<br />

Qualität nur, wenn der Maschinenbediener den Produktionsvorgang<br />

ständig überwacht.<br />

Die hohen Qualitätsvorgaben an das Herstellungsverfahren<br />

waren ausschlaggebend für den langjährigen Einsatz von Geiss-<br />

Tiefziehanlagen bei Senoplast: Schon seit Mitte der 1980er-Jahre<br />

setzt das Unternehmen Tiefziehanlagen dieses Herstellers ein.<br />

RETROFIT AUCH FÜR SAFETY<br />

Dass damalige Sicherheitsvorgaben nicht mehr dem heutigen<br />

Stand der Technik entsprechen können, versteht sich. Damit<br />

30 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>11</strong>-<strong>12</strong> www.myfactory-magazin.de


WARTUNG UND INSTANDHALTUNG<br />

03<br />

01 Das sichere Radarsystem PSENradar erkennt das<br />

Betreten des Gefahrenbereichs und löst den sicheren<br />

Zustand der Tiefziehmaschine aus<br />

02 Für die sichere Schutzraumüberwachung<br />

steht der Radarsensor PSEN rd1.2 bis<br />

Sicherheitskategorie Kat. 3 / PL d im sicheren<br />

Radarsystem PSENradar zur Verfügung<br />

03 Bei der Herstellung der coextrudierten senosan<br />

Kunststoffplatten und -folien zum Thermoformen<br />

haben Qualität und Sicherheit höchste Priorität<br />

Bestandsmaschinen wie bei Senoplast aber weiterhin sicher und<br />

produktiv betrieben werden können, müssen auch sie den aktuellen<br />

Sicherheitsstandards entsprechen. Bei der ältesten Tiefziehanlage<br />

mit Baujahr 1985 entschied sich Senoplast Klepsch<br />

daher für eine sichere Überwachung mittels moderner Radartechnologie.<br />

Wesentliche Anforderung an die neue Schutzeinrichtung<br />

war, dass sie gegenüber extremen externen Bedingungen<br />

– hier Hitze – unempfindlich ist, da beim Tiefziehen Temperaturen<br />

bis über 200°C erreicht werden.<br />

Das sichere Radarsystem PSENradar des Automatisierers Pilz<br />

erfüllt diese Vorgaben und sorgt seit der Umrüstung der Anlage<br />

nun für die sichere Schutzraumüberwachung, einerseits mit<br />

Blick auf die Sicherheit des Bedieners, andererseits mit Blick auf<br />

den Schutz der Maschine bzw. des Herstellungsvorgangs selbst:<br />

„Mit dem Radarsystem von Pilz konnte die bei uns seit über<br />

30 Jahren in Betrieb stehende Maschine sicherheitstechnisch auf<br />

ein neues Level gebracht werden“, sagt Martin Scharler, Leiter der<br />

Elektrowerkstatt Senoplast Klepsch. „Wir haben die Lösung problemlos<br />

mit der eingebauten Relaistechnik kombinieren können,<br />

was uns nicht zur viel Zeit, sondern auch Kosten gespart hat.“<br />

SICHERHEIT UMGEKEHRT GEDACHT<br />

Ausschlaggebend für den Einsatz der neuen Sicherheitseinrichtung<br />

waren frühere Zwischenfälle während der Heizphase der<br />

Tiefziehanlage. Die Zeit während dieser Heizphase wurde früher<br />

dazu genutzt, weitere Tätigkeiten durchzuführen. Genau hier<br />

jedoch lag das Fehlerpotenzial, weil die Anlage in diesem Zeitraum<br />

nicht überwacht war. Der Tiefziehvorgang selbst muss<br />

jedoch zwingend überwacht werden, um zu garantieren, dass<br />

bei Störungen umgehend eingegriffen werden kann. Damit<br />

keinerlei Raum bzw. Zeit für bewusste oder unbewusste Manipulation<br />

bleibt, ist heute das sichere Radarsystem als Warninstanz<br />

installiert. Sollte PSENradar für eine vordefinierte Zeit<br />

keinerlei Bewegung im definierten Bereich erkennen, wird die<br />

Heizung der Tiefziehanlage deaktiviert und der Umformvorgang<br />

automatisch beendet.<br />

Grundsätzlich erkennt das sichere Radarsystem das Betreten<br />

des Gefahrenbereichs und versetzt die Maschine in einen sicheren<br />

Zustand. Hier ist es jedoch „umgekehrt“: Der Bereich vor der<br />

Maschine wird dahingehend überwacht, dass der Bediener<br />

diesen nicht verlässt. Möglich macht das der flexible Anwendungseinsatz<br />

von PSENradar: sowohl als Gefahrbereichsabsicherung<br />

für sich nähernde Personen oder Objekte als auch als Warninstanz<br />

bei nicht zulässigem Verlassen des Schutzraums.<br />

FLEXIBLE SCHUTZRAUM-LÖSUNG<br />

Bei Senoplast Klepsch kommen der Radarsensor PSEN rd 1.1 und<br />

die dazugehörige Steuerungseinheit LBK-C22-PZ aus dem sicheren<br />

Radarsystem zum Einsatz. Das System deckt sicherheitsgerichtete<br />

Funktionen bis SIL 2, PL d, Kategorie 2 ab. Maximal kann<br />

der Sensor eine größtmögliche Reichweite von 4 m und einen<br />

engen bzw. weiten Bereich von 50° horizontal und 15° vertikal<br />

bzw. <strong>11</strong>0° horizontal und 30° vertikal abdecken. Schutzraum<br />

sowie System lassen sich am Einsatzort modular einrichten:<br />

Mehrere Sensoren, von denen jeder individuell konfiguriert werden<br />

kann, sind frei miteinander kombinierbar. Je nach Eigenschaft<br />

des zu überwachenden Bereichs kann entweder ein weiter<br />

oder ein schmaler Schutzraum eingerichtet werden. Der tatsächliche<br />

Schutzraum des Sensors ist davon abhängig, in welcher<br />

Höhe der Sensor installiert wird, welche Neigung (horizontal/<br />

vertikal) er hat und von der Konfiguration des Warnraums. Dazu<br />

kann die Systemlösung selbst über Anzahl und Anordnung der<br />

Sensoren unterschiedliche Schutzbereichzonen ausbilden, z.B.<br />

eine Kreisanordnung: „Eine großflächige Überwachung mit mehreren<br />

Sensoren war kein Problem, wie die Simulierung über den<br />

Systemsimulator zeigte“, erinnert sich Martin Scharler. Die Auswahl<br />

und Konfiguration der Sensoren sowie die Parametrierung<br />

und Einstellung des Radarsystems erfolgten dann auch problemlos<br />

über die dafür vorgesehene Software des Radarsystems.<br />

FAZIT<br />

Die Nachrüstung der Tiefziehmaschine optimierte nicht nur die<br />

Sicherheit; auch mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit der Anlage<br />

hat diese durch die Umrüstung profitiert: Seit der Integration<br />

dieser Sicherheitslösung in die bestehende Maschine kam es<br />

noch zu keinen Ausfällen und Störungen des sicheren Radarsystems.<br />

Somit gehören auch Gefahren für Bediener und Maschine<br />

der Vergangenheit an.<br />

Bilder: Pilz<br />

www.pilz.de<br />

AUTOR<br />

Herbert Blees<br />

Pilz Austria, Wien<br />

ZUSATZINHALTE IM NETZ<br />

bit.ly/pilz_radarsystem<br />

www.myfactory-magazin.de <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>11</strong>-<strong>12</strong> 31


WARTUNG UND INSTANDHALTUNG<br />

IN.STAND <strong>2023</strong>: WERTSCHÖPFUNGSKETTE<br />

DER INSTANDHALTUNG IM FOKUS<br />

Vom 7. bis 8. November <strong>2023</strong> erhalten Besucher während<br />

der Fachmesse IN.STAND auf dem Stuttgarter Messegelände<br />

wieder spannende Einblicke in die Trendthemen der<br />

industriellen Instandhaltung und smarten Industrieservices.<br />

Dafür ist es der Messe Stuttgart als Veranstalter<br />

gelungen, namhafte Hersteller und renommierte Dienstleister<br />

im Bereich industrieller Instandhaltung als Aussteller<br />

zu gewinnen. Das Portfolio reicht dabei von Consulting<br />

und Finanzierung über Integration und Training bis hin zu<br />

Wartung und Rückbau oder Recycling. „Gerade in der<br />

heutigen Zeit, die von Ressourcenknappheit und gestörten<br />

Lieferketten geprägt ist, gewinnt die Wartung von Maschinen<br />

und Anlagen zunehmend an Bedeutung, um reibungslose<br />

Produktionsprozesse sowie minimale Stillstandzeiten<br />

zu gewährleisten“, sagt Sebastian Schmid, Mitglied der<br />

Geschäftsleitung der Messe Stuttgart. „Auf der IN.STAND<br />

wollen wir deshalb gemeinsam<br />

mit unseren Partnern und den<br />

ausstellenden Unternehmen das<br />

Thema weiter vorantreiben und<br />

den Fachbesuchern zeigen, welch<br />

wichtige Rolle die Instandhaltung<br />

für die Unternehmen und deren<br />

wirtschaftlichen Erfolg spielt.“<br />

Parallel zur IN.STAND finden die<br />

Blechexpo, internationale Fachmesse für Blechbearbeitung,<br />

und die Schweisstec, internationale Fachmesse für Fügetechnologie,<br />

statt. Besucher können mit ihrem Messeticket<br />

an allen drei Veranstaltungen teilnehmen.<br />

www.messe-stuttgart.de/instand<br />

INDUSTRIEGETRIEBE:<br />

IOT-SUITE STATT GLASKUGEL<br />

SEW-Eurodrive hat<br />

unter der Dachmarke<br />

DriveRadar das Condition-Monitoring-<br />

und<br />

Predictive-Maintenance-System<br />

DriveRadar<br />

IoT Suite vorgestellt.<br />

Mit der Suite wird es<br />

möglich, Verschleiß zu erkennen, ungeplante Ausfälle und<br />

Störungen im Betriebsablauf zu verhindern und Stillstandzeiten<br />

zu minimieren. Mittels hochpräziser Sensorik<br />

werden kontinuierlich alle betriebsrelevanten, mechanischen<br />

Größen gemessen und im Anschluss durch modernste<br />

Machine-Learning-Methoden ausgewertet und<br />

interpretiert. Der Anwender erhält somit zu jeder Zeit<br />

einen transparenten Einblick in den Fitnesszustand aller<br />

überwachten Getriebe. Mithilfe der Analysealgorithmen<br />

können Auffälligkeiten direkt einer Komponente zugeordnet<br />

werden. Zusätzlich zur Benachrichtigung bei der<br />

Erkennung von Anomalien im Betrieb stehen neben<br />

Handlungsempfehlungen und empfohlenen Services auch<br />

Prognosen zur Restlebensdauer sowie zur Haltbarkeit von<br />

Öl oder Komponenten zur Verfügung. Somit lassen sich<br />

Wartungseinsätze frühzeitig planen und Ersatzteile<br />

rechtzeitig beschaffen – für eine nachhaltige Nutzung des<br />

Industriegetriebes bei minimalem Ausfallrisiko. Die<br />

DriveRadar IoT Suite ist für neue Stirn- und Kegelstirnradgetriebe<br />

der Generation X.e ab Werk verfügbar. Aber auch<br />

die Nachrüstung ist möglich.<br />

www.sew-eurodrive.de<br />

IMPRESSUM<br />

erscheint <strong>2023</strong> im 64. Jahrgang,<br />

ISSN 2747-7088 / ISSN E-Paper: 2747-7096<br />

REDAKTION<br />

Chefredakteurin: Dipl.-Ing. (FH) Nicole Steinicke (ni),<br />

Tel.: 06131/992-350, E-Mail: n.steinicke@vfmz.de<br />

(verantwortlich i.S.d. § 18 Abs. 2 MStV)<br />

Redakteurin: Dipl.-Geogr. Martina Laun (ml),<br />

Tel.: 06131/992-233, E-Mail: m.laun@vfmz.de<br />

Redaktionsassistenz:<br />

Melanie Lerch, Tel.: 06131/992-261,<br />

Petra Weidt, Tel.: 06131/992-371,<br />

E-Mail: redaktionsassistenz_vfv@vfmz.de,<br />

(Redaktionsadresse siehe Verlag)<br />

GESTALTUNG<br />

Conny Grothe, Sonja Daniel, Anette Fröder<br />

SALES<br />

Oliver Jennen, Tel.: 06131/992-262,<br />

E-Mail: o.jennen@vfmz.de<br />

Andreas Zepig, Tel.: 06131/992-206,<br />

E-Mail: a.zepig@vfmz.de<br />

Auftragsmanagement: Nevenka Islamovic<br />

Tel.: 06131/992-<strong>11</strong>3, E-Mail: n.islamovic@vfmz.de<br />

Anzeigenpreisliste 2024, gültig ab 01.10.<strong>2023</strong><br />

LESERSERVICE<br />

vertriebsunion meynen GmbH & Co. KG,<br />

Große Hub 10, 65344 Eltville,<br />

Tel.: 06<strong>12</strong>3/9238-266<br />

Bitte teilen Sie uns Anschriften- und sonstige Änderungen<br />

Ihrer Bezugsdaten schriftlich mit<br />

(Fax: 06<strong>12</strong>3/9238-267, E-Mail: vfv@vertriebsunion.de).<br />

Preise und Lieferbedingungen:<br />

Einzelheftpreis: € <strong>12</strong>,- (zzgl. Versandkosten)<br />

Jahresabonnement Inland: € 90,- (inkl. Versandkosten)<br />

Jahresabonnement Ausland: € 106,- (inkl. Versandkosten)<br />

Abonnements verlängern sich automatisch um ein<br />

weiteres Jahr, wenn sie nicht spätestens vier Wochen vor<br />

Ablauf des Bezugsjahres schriftlich gekündigt werden.<br />

VERLAG<br />

Vereinigte Fachverlage GmbH<br />

Lise-Meitner-Straße 2, 55<strong>12</strong>9 Mainz<br />

Postfach 100465, 55135 Mainz<br />

Tel.: 06131/992-200<br />

E-Mail: info@vfmz.de<br />

www.vereinigte-fachverlage.de<br />

Handelsregister-Nr.: HRB 2270, Amtsgericht Mainz<br />

Umsatzsteuer-ID: DE149063659<br />

Ein Unternehmen der Cahensly Medien<br />

Geschäftsführer: Dr. Olaf Theisen, Matthias Niewiem<br />

Verlagsleiter: Dr. Michael Werner, Tel.: 06131/992-401<br />

Chef vom Dienst: Dipl.-Ing. (FH) Winfried Bauer<br />

Leitende Chefredakteurin: Dipl.-Ing. (FH) Nicole Steinicke<br />

Head of Sales: Carmen Nawrath<br />

Tel.: 06131/992-245, E-Mail: c.nawrath@vfmz.de<br />

(verantwortlich für den Anzeigenteil)<br />

Vertrieb: Sarina Granzin, Tel.: 06131/992-148,<br />

E-Mail: s.granzin@vfmz.de<br />

DRUCK UND VERARBEITUNG<br />

Westdeutsche Verlags- und Druckerei GmbH<br />

Kurhessenstraße 4 - 6, 64546 Mörfelden-Walldorf<br />

DATENSPEICHERUNG<br />

Ihre Daten werden von der Vereinigte Fachverlage GmbH<br />

gespeichert, um Ihnen berufsbezogene, hochwertige Informationen<br />

zukommen zu lassen. Sowie möglicherweise von<br />

ausgewählten Unternehmen genutzt, um Sie über berufsbezogene<br />

Produkte und Dienstleistungen zu informieren.<br />

Dieser Speicherung und Nutzung kann jederzeit schriftlich<br />

beim Verlag widersprochen werden (vertrieb@vfmz.de).<br />

Die Zeitschrift sowie alle in ihr enthaltenen Beiträge und<br />

Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Mit der<br />

Annahme des redaktionellen Contents (Texte, Fotos,<br />

Grafiken etc.) und seiner Veröffentlichung in dieser<br />

Zeitschrift geht das umfassende, ausschließliche, räumlich,<br />

zeitlich und inhaltlich unbeschränkte Nutzungsrecht<br />

auf den Verlag über. Dies umfasst insbesondere das Recht<br />

zur Veröffentlichung in Printmedien aller Art sowie<br />

entsprechender Vervielfältigung und Verbreitung, das<br />

Recht zur Bearbeitung, Umgestaltung und Übersetzung,<br />

das Recht zur Nutzung für eigene Werbezwecke, das<br />

Recht zur elektronischen/digitalen Verwertung, z. B. Einspeicherung<br />

und Bearbeitung in elektronischen Systemen,<br />

zur Veröffentlichung in Datennetzen sowie Datenträger<br />

jedweder Art, wie z. B. die Darstellung im Rahmen von<br />

Internet- und Online-Dienstleistungen, CD-ROM, CD und<br />

DVD und der Datenbanknutzung und das Recht, die vorgenannten<br />

Nutzungsrechte auf Dritte zu übertragen, d. h.<br />

Nachdruckrechte einzuräumen. Eine Haftung für die Richtigkeit<br />

des redaktionellen Contents kann trotz sorgfältiger<br />

Prüfung durch die Redaktion nicht übernommen werden.<br />

Signierte Beiträge stellen nicht unbedingt die Ansicht der<br />

Redaktion dar. Für unverlangt eingesandte Manuskripte<br />

kann keine Gewähr übernommen werden. Grundsätzlich<br />

dürfen nur Werke eingesandt werden, über deren Nutzungsrechte<br />

der Einsender verfügt, und die nicht gleichzeitig<br />

an anderer Stelle zur Veröffentlichung eingereicht oder<br />

bereits veröffentlicht wurden.<br />

Datenschutzerklärung: ds-vfv.vfmz.de<br />

Es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen.<br />

Mitglied der Informations-Gemeinschaft<br />

zur Feststellung der Verbreitung von<br />

Werbeträgern e. V. (IVW), Berlin.<br />

32 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>11</strong>-<strong>12</strong> www.myfactory-magazin.de


WARTUNG UND INSTANDHALTUNG<br />

FACHFORUM: „INSTANDHALTUNG SICHER + PRODUKTIV“<br />

Auf der Messe IN.STAND findet auch in diesem Jahr am<br />

zweiten Messetag (08.<strong>11</strong>.) das begleitende „IN.STAND<br />

Fachforum Instandhaltung“ powered by Pilz statt.<br />

Unter dem Motto „Instandhaltung sicher + produktiv“<br />

präsentieren Experten dort die Themen der Zukunft<br />

und zeigen auf, wie Wartungsaufgaben und Instandhaltungsprozesse<br />

effizient und sicher vollzogen<br />

werden können. Das Forum bietet mit seinen Vorträgen<br />

ausreichend Möglichkeit zum Austausch mit Experten zu brandaktuellen Themen wie<br />

Maschinenverordnung, künstliche Intelligenz und Digitalisierung sowie Nachhaltigkeit.<br />

Neben Pilz referieren auch Experten von VDMA, Fraunhofer IPA, SmartFactory-KL, ZeMA –<br />

Zentrum für Mechatronik und Automatisierungstechnik, Duale Hochschule Baden-Württemberg,<br />

VAIS Verband für Anlagentechnik und IndustrieService und RWTH Aachen. Alle<br />

Vorträge können einzeln und ohne vorherige Anmeldung besucht werden. Im Rahmen des<br />

Messebesuchs sind diese kostenfrei.<br />

www.pilz.com<br />

Steig- und<br />

GerüstSysteme<br />

Sichere & effiziente<br />

Zugangslösungen...<br />

ORTSUNABHÄNGIGE UNWUCHTMESSUNG IM HANDHELD-FORMAT<br />

Unwuchten an Rotoren sind für über 50 % der Maschinen- und<br />

Anlagenfehler verantwortlich. Der SmartBalancer 4 von Schenck<br />

wurde entwickelt, um dieses Problem direkt vor Ort zu lösen. Das<br />

tragbare Messgerät versetzt Service- und Wartungstechniker in die<br />

Lage, Schwingungen und Unwuchten an der Maschine zu identifizieren<br />

und auszugleichen. Der SB 4 kann Rotortypen aller Gewichtsklassen<br />

und Abmessung im eingebauten Zustand bei Drehzahlen von<br />

<strong>12</strong>0 bis 80 000 U/min mit bis zu 6 Sensoren gleichzeitig prüfen und in<br />

zwei Ebenen auswuchten. Verschiedene Analysefunktionen ermöglichen<br />

eine noch umfassendere Bewertung des Maschinenzustands.<br />

Der robuste Touchscreen mit hochauflösendem Farbdisplay, die<br />

grafische Ergebnisdarstellung der Messwerte sowie die intuitive Benutzerführung sorgen für<br />

optimalen Bedienkomfort. Der neue SmartBalancing-Modus vereint die Messung von<br />

Summenschwingungen und Frequenzanalyse mit dem Auswuchtprozess. Anstelle von Mehrfachmessungen<br />

können mit dieser Messfunktion alle grundlegenden Analysen in einem<br />

einzigen Messschritt vor, während und nach dem Auswuchtvorgang durchgeführt werden.<br />

www.schenck-rotec.de<br />

AKUSTIKKAMERA IN MOBILEN INSPEKTIONSROBOTER INTEGRIERT<br />

Fluke Process Instruments und Boston Dynamics melden<br />

die Vollintegration der Akustikkamera SV600 als Payload in<br />

den mobilen Inspektionsroboter Spot. Ab der Firmware-<br />

Version 3.3 für Spot können Anwender Geräuschmessungen<br />

mit dem SV600-Payload direkt über das Spot-Dashboard<br />

steuern, eigene Alarmkonditionen definieren und<br />

Probleme somit schneller lokalisieren, analysieren und<br />

beheben. Der Roboterhund Spot ist für mobile Inspektionsanwendungen<br />

konzipiert. Seit 2021 kooperiert Fluke<br />

Process Instruments mit Boston Dynamics, um seine Lösungen für die Erstellung und Auswertung<br />

von Schallbildern mobil mit Spot verfügbar zu machen. Mit aufmontierter Akustikkamera<br />

kann der Roboterhund industrielle Anlagen regelmäßig – und sicher – auf Gaslecks<br />

untersuchen und so die Verfügbarkeit und Effizienz von Kompressoren, Pumpen, Rohrleitungen<br />

u.a. gewährleisten. Dank der leistungsstarken SoundMap-Technologie von Fluke erkennt<br />

der SV600 Luft- und Gaslecks oder Veränderungen der Geräuschkulisse in Prozessen und<br />

Anlagen in Echtzeit. Ab sofort lassen sich Inspektionsrundgänge samt Schallmessung<br />

komplett über die Spot-Steuerung programmieren. Messungen und benutzerdefinierte<br />

Ereignisse werden über die Scout-Ferninspektionssoftware von Boston Dynamics gemeldet.<br />

www.flukeprocessinstruments.com<br />

... einfach zu konfigurieren<br />

mit der KRAUSE<br />

Beratungs-Kompetenz!<br />

KRAUSE-Werk<br />

GmbH & Co. KG<br />

www.krause-systems.de/mf<br />

Analyse<br />

Konzeption<br />

Realisierung<br />

SafetyServices


DRUCKLUFTTECHNIK<br />

GEBLÄSE UND VERDICHTER FÜR DIE PNEUMATISCHE FÖRDERUNG<br />

PER LUFTSTROM ÜBER<br />

FÜNF ETAGEN<br />

Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit haben bei der Herstellung und Veredelung von<br />

Rohstoffen für die Lebensmittel-, Kosmetik-, Technik- und Pharmabranche oberste<br />

Priorität. Die Anforderungen an die zur pneumatischen Förderung der Rohwaren<br />

und Produkte eingesetzten Gebläse und Verdichter sind deshalb hoch:<br />

Die Aggregate müssen absolut öl- und absorptionsmaterialfreie Luft zur Verfügung<br />

stellen und allzeit einen sicheren, zuverlässigen Materialfluss garantieren.<br />

34 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>11</strong>-<strong>12</strong> www.myfactory-magazin.de


DRUCKLUFTTECHNIK<br />

Ob Haferflocken, Aprikosenkerne oder Kleie: Geht es um<br />

die Herstellung, Verarbeitung und Veredelung von<br />

Rohstoffen für die Lebensmittel-, Kosmetik-, Technologie-<br />

und Pharmaindustrie, kommt an der A+S BioTec<br />

GmbH kaum jemand vorbei. Das Familienunternehmen mit<br />

Stammsitz im saarländischen Völklingen hat sich auf das Mahlen,<br />

Trocknen, Sieben, Mischen, Rösten und Verpacken spezialisiert<br />

und gehört zu den führenden Unternehmen der Branche.<br />

A+S BioTec ist Teil der global agierenden Abel+Schäfer Gruppe,<br />

die an 14 Standorten rund um den Globus tätig ist.<br />

In Völklingen liegt der Fokus seit jeher auf der Mühlentechnologie.<br />

Schwerpunkte bilden hier die Zerkleinerung sowie das<br />

Mischen und Trocknen. Die Bandbreite reicht dabei von pulverisierten<br />

Rohstoffen über fermentierte oder thermisch behandelte<br />

bis hin zu proteinangereicherten Produkten.<br />

ÖLFREIE FÖRDERLUFT FÜR DEN<br />

TRANSPORT VON A NACH B<br />

Von der Anlieferung der Rohware bis zum fertigen Endprodukt<br />

durchlaufen die Materialien mehrere Prozessschritte und müssen<br />

dafür teilweise große Distanzen zurücklegen. So erstreckt sich beispielsweise<br />

die Rohrleitung vom Einfülltrichter im Erdgeschoss bis<br />

zum Vorsilo für die Vermahlung unter dem Dach über fünf Etagen.<br />

Auch der Abtransport nach der Vermahlung in die Absackung, wo<br />

die Abfüllung in 25 kg Säcke oder Big Bags erfolgt, ist nicht gerade<br />

ein Katzensprung. Bei diesen Prozessen kommen die Drehkolbengebläse<br />

von Aerzen ins Spiel. Die circa 40 Delta Blower stellen absolut<br />

öl- und absorptionsmaterialfreie Luft zur Verfügung und sorgen<br />

mit Volumenströmen zwischen 3 und 20 m³/min, einer Fördergeschwindigkeit<br />

von 25 bis 30 m/s sowie einem Förderdruck von<br />

300 bis 500 mbar für einen effizienten, produktschonenden und<br />

zuverlässigen Transport der sensiblen Schüttgüter.<br />

„Wir produzieren 24 Stunden, fünf Tage die Woche. Da brauchen<br />

wir 100 Prozent Maschinenverfügbarkeit“, betont Horst Schweitzer,<br />

technischer Leiter am Standort Völklingen. Zuverlässigkeit hat<br />

oberste Priorität, ebenso wie geringe Ausfallzeiten. „Bei uns kommen<br />

daher seit über 50 Jahren ausschließlich Aerzen-Gebläse<br />

zum Einsatz. Die Maschinen sind leistungsstark, wartungsarm,<br />

robust und langlebig. Das passt wunderbar“, so Horst Schweitzer<br />

und ergänzt: „Was ich an Aerzen zudem besonders schätze, ist die<br />

Erreichbarkeit der Mitarbeiter. Im Zweifelsfall steht uns jederzeit<br />

ein Ansprechpartner zur Verfügung.“<br />

DREHKOLBENGEBLÄSE SIND<br />

ROBUSTE DAUERLÄUFER<br />

Die Zuverlässigkeit der Aerzen Delta Blower hat ihren Grund:<br />

Aerzen fertigt alle Kernkomponenten, vom Aggregat bis zur<br />

Steuerung, selbst. Dabei legt das Familienunternehmen Wert auf<br />

Qualität und Nachhaltigkeit. Entwicklung, Produktion, Vertrieb,<br />

Montage und Wartung sowie das Qualitätsmanagementsystem<br />

sind mehrfach zertifiziert.<br />

Drehkolbengebläse von Aerzen zeichnet sich durch hohe Effizienz,<br />

niedrige Wartungskosten, reduzierte Life-Cycle-Costs,<br />

Kompaktheit sowie einfaches Handling aus. Sie erreichen<br />

Ansaugvolumenströme von 30 bis 15 000 m³/h bei einem Regelbereich<br />

von 25 bis 100 Prozent sowie Förderdrücke bis 1 bar<br />

Überdruck oder Druckdifferenzen bis 1 000 mbar (g). Das<br />

Antriebskonzept mit Riementrieb ermöglicht eine optimale<br />

Volumenstromauslegung, auch nachträgliche Leistungsanpassungen<br />

sind einfach und schnell realisierbar. Bei A+S BioTec<br />

nutzt man diese Flexibilität der 40 im Einsatz befindlichen<br />

01<br />

02<br />

01 Im Schnitt sind die Delta-Blower-Drehkolbengebläse bei<br />

A+S BioTec schon seit über 15 Jahren im Einsatz<br />

02 Der Gebläsekeller beherbergt den Großteil der Aerzen-Aggregate;<br />

weitere sind über das Betriebsgelände verteilt aufgestellt<br />

Aerzen-Drehkolbengebläse, um schnell und unkompliziert auf<br />

Kundenwünsche reagieren zu können.<br />

Neben diesen 40 Drehkolbengebläsen setzen die Saarländer<br />

zudem zwei VML-Schraubenverdichter mit Anfahrentlastung ein.<br />

Die einstufigen Aggregate können einen Differenzdruck von<br />

3 500 mbar überwinden und eignen sich damit ideal für die Entladung<br />

der anliefernden Silofahrzeuge hoch in die Silos.<br />

JÄHRLICHE WARTUNG GARANTIERT<br />

HÖCHSTE VERFÜGBARKEIT<br />

Die hohe Kundenorientierung von Aerzen spiegelt sich nicht nur<br />

im Produktportfolio wider, sondern auch in den Services. Mit maßgeschneiderten<br />

Angeboten für jede Lebensphase der Maschinen<br />

unterstützt das Unternehmen Anwender bei der Wartung und Instandhaltung<br />

ihrer Aggregate. Auch A+S Biotec greift gerne auf das<br />

www.myfactory-magazin.de <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>11</strong>-<strong>12</strong> 35


DRUCKLUFTTECHNIK<br />

03 Über das silberne Rohr wird die Rohware mittels<br />

Förderluft aus dem Erdgeschoss bis in die fünfte Etage<br />

ins Vorsilo für die Vermahlung transportiert<br />

04 Zur Entladung der Lkw werden zwei VML-<br />

Schraubenverdichter aus dem Hause Aerzen genutzt<br />

05 Horst Schweitzer, technischer Leiter bei A+S Biotec<br />

in Völklingen und sein Stellvertreter Jannik Duchene sind<br />

mit den Aggregaten von Aerzen äußerst zufrieden<br />

Know-how der Aerzen-Servicetechniker zurück und lässt einmal<br />

im Jahr alle Gebläse und Verdichter auf Herz und Nieren prüfen.<br />

Die Wartungsarbeiten beinhalten unter anderem den Ölwechsel,<br />

den Wechsel des Ansaugfilters sowie den Austausch der<br />

Komponenten für die Kraftübertragung (Keilriemen, Spannbuchsen).<br />

Auch wird der Zustand der Aggregate untersucht und möglicher<br />

Reparaturbedarf ermittelt. „Der Wartungsvertrag ist für<br />

uns von großem Vorteil. So können wir uns auf unsere Kernaufgaben<br />

konzentrieren und profitieren gleichzeitig von einer optimalen<br />

Verfügbarkeit“, macht Horst Schweitzer deutlich und freut<br />

sich: „Seitdem wir den Wartungsvertrag haben – also seit circa<br />

zehn Jahren, gab es keinen einzigen Maschinenausfall mehr.“<br />

03<br />

FAZIT<br />

Neue Anwendungsfelder, neue Verfahren, neue Prozesse: Die<br />

A+S BioTec GmbH wächst mit den Anforderungen ihrer Kunden.<br />

An einer Sache wird sich jedoch so schnell nichts ändern: Die<br />

Gebläsetechnik für die pneumatische Förderung soll weiterhin<br />

von Aerzen kommen. Horst Schweitzer bringt es auf den Punkt:<br />

„Wenn es um Gebläse geht, ist Aerzen unser Partner. Damit sind<br />

wir rundum gut versorgt.“<br />

Bilder: Aerzen<br />

www.aerzen.com<br />

AUTOR<br />

Sebastian Meissler, Marketing,<br />

Aerzener Maschinenfabrik GmbH<br />

ZUSATZINHALTE IM NETZ<br />

04<br />

05<br />

bit.ly/3PMjXKQ<br />

LEBENSMITTELSICHERHEIT<br />

GEWÄHRLEISTET<br />

Aerzen ist ISO 22000 zertifiziert, garantiert<br />

eine Ölfreiheit nach ISO 8573-1, Klasse 0<br />

und setzt auf Schalldämpfer ohne Absorptionsmaterial.<br />

Damit erfüllen die Aerzen-<br />

Gebläse und -Verdichter höchste Anforderungen<br />

an die Lebensmittelsicherheit und<br />

gewährleisten 100%ige Produktreinheit.<br />

Die Prozessluft ist garantiert frei von<br />

Verunreinigungen wie Öl, Abrieb oder<br />

Dämmmaterial.<br />

36 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>11</strong>-<strong>12</strong> www.myfactory-magazin.de


SPECIAL DRUCKLUFTTECHNIK<br />

INTELLIGENTER ÖL-WASSER-TRENNER<br />

Der Aquamat i.CFvon Kaeser Kompressoren sorgt intelligent<br />

und aktiv für ein Höchstmaß an Prozess- und<br />

Funktionssicherheit bei der Kondensataufbereitung. Neu<br />

ist die interne Steuerung Aquamat Control. Sie überwacht<br />

das Kondensatniveau im Öl-Wasser-Trenner. Ist der<br />

Maximalstand erreicht, wird das Kondensat mit leichten<br />

Druckluftstößen durch die Filterkartuschen geführt. Dies<br />

hat den Vorteil, dass die Adsorptionskapazität der<br />

Kartuschen deutlich besser ausgenutzt wird. Dadurch<br />

arbeitet der Aquamat i.CF selbst bei anspruchsvollem<br />

Betrieb zuverlässig und ressourcenschonend. Und falls es<br />

wider Erwarten doch einmal eine Störung gibt, wird diese<br />

sofort erkannt und gemeldet. Diese aktive Betriebsweise<br />

ermöglicht eine beladungsabhängige Ermittlung der<br />

Reststandzeit der Filterkartuschen. Damit macht die<br />

netzwerkfähige Steuerung Aquamat Control die Wartung<br />

des Öl-Wasser-Trenners nicht nur planbar, sie führt auch<br />

gezielt durch die notwendigen Arbeitsschritte.<br />

Besonders intelligent: Durch die Druckbeaufschlagung<br />

werden die Kartuschen vor<br />

dem Wechsel entleert und können mit ihrem<br />

jetzigen Gewicht leicht gewechselt werden.<br />

Der Kartuschenwechsel erfordert keinerlei<br />

Kontakt zum Kondensat und erfolgt völlig<br />

schmutzfrei. Der Aquamat i.CF wird in fünf<br />

neuen Modellvarianten angeboten.<br />

www.kaeser.com<br />

DRUCKLUFTLECKS PER<br />

AKUSTIKKAMERA ERKENNEN<br />

Mit der Akustikkamera Si<strong>12</strong>4-LD<br />

Plus bietet Teledyne Flir ein<br />

System zur Erkennung von<br />

Druckluftlecks Das neue Modell<br />

bietet eine optimierte Bedienoberfläche<br />

und Softwarefunktionen,<br />

mit denen sich kleine Lecks<br />

schneller und präziser als bisher<br />

lokalisieren und damit Sicherheit und Produktivität in<br />

Industrieumgebungen steigern lassen. Die Si<strong>12</strong>4-LD Plus<br />

ist so konstruiert, dass sie sich ergonomisch mit einer<br />

Hand bedienen lässt. Darüber hinaus optimiert eine<br />

Reihe von Verbesserungen Einsatzmöglichkeiten und<br />

Effizienz: Per AutoFilter wird automatisch der beste Filter<br />

zur Lokalisierung kleiner Lecks ausgewählt. Mit AutoDistance<br />

wird der Abstand zum Leck automatisch gemessen,<br />

um aus einer Entfernung von bis zu fünf Metern die<br />

verlässliche Schätzung der Leckrate in Echtzeit zu erlauben.<br />

Eine kontinuierliche Auto-Korrektur optimiert die<br />

Leckerkennungsleistung, sodass sich auch kleine Lecks<br />

von 0,016 bis zu 0,004 l/min lokalisieren lassen. Die<br />

Kamera ist außerdem mit einer verbesserten Benutzerschnittstelle<br />

(UI) ausgestattet sowie für Analyse und<br />

Berichterstellung nach der Inspektion vollständig in die<br />

leistungsstarke Flir Thermal Studio-Software integriert.<br />

www.flir.de<br />

Premium Technology<br />

Powered by Premium ServiceS<br />

Seit mehr als 100 Jahren stecken wir all unsere erfahrung und<br />

unser ganzes herzblut in die entwicklung hocheffizienter, nachhaltiger<br />

druckluft-lösungen und in maßgeschneiderte Services.<br />

Premium-Kompressoren – hergestellt in Deutschland.<br />

boge.com<br />

www.myfactory-magazin.de <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>11</strong>-<strong>12</strong> 37


DRUCKLUFTTECHNIK<br />

01<br />

CONTAINERLÖSUNG SORGT FÜR GANZJÄHRIGE PRODUKTIONSSICHERHEIT<br />

DRUCKLUFTVERSORGUNG –<br />

ABER SICHER<br />

Vom Betrieb von Maschinen und Werkzeugen über die Zerstäubung<br />

von Lacken bis hin zur Steuerung pneumatischer Ventile, Zylinder oder von Systemen:<br />

Druckluft ist ein wichtiger Energieträger, der in vielen Industriebereichen<br />

zum Einsatz kommt. Eine zuverlässige Druckluftversorgung ist somit<br />

entscheidend für den unterbrechungsfreien Betrieb von Produktionsanlagen.<br />

Meco-Metallwerk stellt dies mit einer kompakten Druckluftstation im Container<br />

sicher – speziell konzipiert vom Servicepartner Oltrogge.<br />

Gegründet im Jahr 19<strong>11</strong> hat sich die in Bielefeld ansässige<br />

Meco-Metallwerk Gebr. Scholten-Luchsen GmbH zu<br />

einem gefragten Partner für Drehteile und einbaufertige<br />

Rohr- und Schlauchleitungen im sensiblen Kraftstoff-<br />

und Hydraulik-Bereich für den globalen Automotive-Sektor<br />

ebenso wie bei Bau- und Landmaschinen und in medizinischen<br />

Geräten entwickelt. 2015 wurde eine weitere Produktionsstätte<br />

im Bielefelder Süden in Betrieb genommen.<br />

In diesem Meco-Werk II steht derzeit die Optimierung der<br />

Arbeitsabläufe im Vordergrund. Hochmoderne Drehmaschinen<br />

produzieren hier auf einer Fläche von 900 Quadratmetern Drehteile<br />

für die verschiedensten Aufgabenbereiche. Ausgerechnet<br />

38 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>11</strong>-<strong>12</strong> www.myfactory-magazin.de


DRUCKLUFTTECHNIK<br />

01 Die Auslagerung der Kompressoren und Druckluftaufbereitung<br />

in einen Spezialcontainer bietet nicht nur<br />

bessere Kontrolle der Ansaugbedingungen, sondern<br />

schafft auch zusätzlichen Platz in der Fertigungshalle<br />

02 Leistungsfähige Technik in kompaktem Gehäuse: In den<br />

Spezialcontainer wurden zwei Schraubenkompressoren<br />

GA<strong>11</strong>VSD+ P von Atlas Copco integriert; jeweils inklusive<br />

eigener Aufbereitung, bestehend aus Kältetrockner<br />

FX40 und Filterkombination<br />

02<br />

die Versorgung mit Druckluft bereitete immer wieder Schwierigkeiten:<br />

„Einige Zeit nach der Inbetriebnahme der Fertigungsanlagen<br />

stellte sich heraus, dass die Kapazitäten des ursprünglich<br />

von uns verbauten Kompressors und der Druckluftaufbereitung<br />

bereits ausgereizt waren“, erinnert sich Oltrogge-Gebietsverkaufsleiter<br />

Sascha Borowczak und fügt hinzu: „Um kurzfristig<br />

Produktionssicherheit zu gewährleisten, haben wir daher dieselbe<br />

Kombination ein zweites Mal platziert.“<br />

HEISSE SOMMERMONATE BRINGEN<br />

DRUCKLUFTVERSORGUNG ANS LIMIT<br />

Im Anschluss galt es allerdings, eine weitere Herausforderung in<br />

den Griff zu bekommen: So drohte die Temperatur im einzig verfügbaren<br />

Kompressorraum bei einem gleichzeitigen Betrieb der<br />

beiden Kompressoren stark anzusteigen – vor allem in den Sommermonaten<br />

ein echtes Problem: Hitzebedingte Kompressor-<br />

DAS DURCHDACHTE<br />

KONSTRUKTIONSPRINZIP IM<br />

CONTAINER IST FÜR NAHEZU<br />

ALLE KLIMAZONEN GEEIGNET<br />

oder Trocknerausfälle und damit verbundene Produktionsschwierigkeiten<br />

waren vorgezeichnet. „Die Sommer werden<br />

nicht kühler und auf einen anderen Raum konnten wir nicht<br />

ausweichen, zumal die Lage unserer auch in ökologischer<br />

Hinsicht engagierten Produktionsstätte in einem Wasserschutzgebiet<br />

keine unbegrenzte Versiegelung des Bodens zulässt“, verdeutlicht<br />

Meco-Geschäftsführer Ludwig Scholten-Luchsen die<br />

schwierige Ausgangslage.<br />

EXTERNE CONTAINERLÖSUNG MACHT SCHLUSS<br />

MIT PRODUKTIONSAUSFÄLLEN<br />

Um das Raum- und Temperaturproblem zu lösen, wurde mit<br />

Hilfe eines Oltrogge-Partners ein spezieller Container konstruiert<br />

und mit leistungsfähiger Technik ausgerüstet. Zwei Schraubenkompressoren<br />

GA<strong>11</strong>VSD+ P von Atlas Copco mit jeweils eigener<br />

Druckluftaufbereitung, bestehend aus Kältetrockner FX40 und<br />

Filterkombination, wurden integriert. Martin Schwientek,<br />

Servicetechniker bei Oltrogge erläutert die Vorteile: „Der FX-Kältetrockner<br />

liefert eine starke Leistung mit einem stabilen Drucktaupunkt<br />

und verfügt über eine digitale Anzeige zur Überwachung.<br />

Ein Einfrieren kondensierter Feuchtigkeit sowie ein<br />

Eindringen ins Leitungsnetz wird auf diese Weise verhindert.<br />

Hinzu kommt, dass das durchdachte Konstruktionsprinzip im<br />

Container für nahezu alle Klimazonen geeignet ist.“<br />

ZUSATZEFFEKT DER CONTAINERLÖSUNG:<br />

MEHR PLATZ IN DER PRODUKTION<br />

Korrosionsschäden sowie Störungen an Ventilen und pneumatischen<br />

Komponenten, die bislang Ursache für die Produktionsausfälle<br />

bei Meco waren, gehören damit der Vergangenheit an:<br />

„Unser Servicepartner Oltrogge konnte uns schnell von den<br />

Vorzügen der Container-Lösung überzeugen, da sich hiermit die<br />

Ansaugbedingungen der Kompressoren hinsichtlich Temperatur,<br />

Abrasiven, Dämpfen etc. gut kontrollieren lassen“, erklärt<br />

Geschäftsführer Ludwig Scholten-Luchsen und betont: „Dass wir<br />

den freigewordenen Platz nun für unsere Produktion nutzen<br />

können, ist ein zusätzlicher Pluspunkt – ebenso wie die reibungslose<br />

Installation dieser Plug-and-play-Lösung. Nicht einmal<br />

unsere Druckluftversorgung mussten wir dazu unterbrechen.“<br />

Bilder: Oltrogge<br />

www.oltrogge.de<br />

AUTORIN<br />

Daniela Tscherbakova<br />

Redakteurin, Ruess International GmbH,<br />

Stuttgart<br />

ZUSATZINHALTE IM NETZ<br />

bit.ly/3ZqSC3V<br />

www.myfactory-magazin.de <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>11</strong>-<strong>12</strong> 39


DRUCKLUFTTECHNIK<br />

MEHR PROZESSSICHERHEIT<br />

FÜR EINE PHARMAPRODUKTION<br />

DRUCKLUFTVERSORGUNG<br />

RUCKZUCK ERNEUERT<br />

Von der Anlieferung zweier neuer<br />

Kompressoren und Adsorptionstrockner<br />

bis zur Inbetriebnahme in wenigen Tagen:<br />

Das klingt sportlich, vor allem, wenn – wie<br />

bei einem großen Gesundheitsunternehmen<br />

wie Fresenius Kabi – die Qualifizierungen<br />

mit erledigt werden müssen. Wie dies<br />

funktioniert hat, erfahren Sie nachfolgend.<br />

Verantwortlich für das Projekt waren Axel zur Strassen,<br />

Head of Utilities bei Fresenius Kabi in Friedberg/Hessen<br />

und sein Team. Sie installierten zwei U<strong>11</strong>0RS-10W<br />

Kompressoren und zwei UHOC 1700-B Adsorptionstrockner<br />

von CompAir. Schnell gehen musste es vor allem, weil<br />

Fresenius Kabi wegen eines technischen Defektes eine kostenintensive<br />

Leihmaschine im Einsatz hatte und schnell wieder<br />

autark und effizient produzieren wollte.<br />

Fresenius Kabi ist weltweit bekannt als Gesundheitsunternehmen<br />

mit breitem Spektrum an Medikamenten und Medizinprodukten<br />

zur Infusion, Transfusion und klinischen Ernährung.<br />

Die Produkte werden in Friedberg 24/7 und ca. 340 Tage im Jahr<br />

BESONDERS HERAUSFORDERND:<br />

DIE DRUCKLUFT KOMMT MIT DEM<br />

ABZUFÜLLENDEN PRODUKT IN<br />

DIREKTEN KONTAKT<br />

u.a. in Reinräumen produziert. Besonders herausfordernd:<br />

Die Druckluft kommt auch in Tanks mit dem abzufüllenden<br />

Produkt in direkten Kontakt. Wie im Reinraum sind auch bei<br />

diesen sogenannten Produktüberlagerungen Öl- und Partikelfreiheit<br />

streng zu garantieren. Fazit: Ohne zuverlässige und ölfreie<br />

Kompressoren geht im Pharmaumfeld fast nichts.<br />

UNKOMPLIZIERTE ANKOPPLUNG<br />

IM LAUFENDEN BETRIEB<br />

Axel zur Strassen erinnert sich an die dynamische Inbetriebnahme:<br />

„Wir haben an das bestehende Druckluftnetz mit temporären<br />

Maßnahmen angekoppelt und damit die sofortige Belieferung<br />

des Bestandssystems mit den neuen Kompressoren gewährleistet.<br />

Das gesamte Rohrleitungssystem haben wir mit den relevanten<br />

Messungen wie Restöl, Taupunkt und Möglichkeiten zur<br />

Beprobung mikrobiologischer Parameter und Partikel ausgestattet.<br />

So konnten wir schon unmittelbar nach der Inbetriebnahme<br />

der neuen Geräte diese qualitätsrelevanten Parameter checken<br />

und das neue Druckluftnetz in Betrieb nehmen.“ Im Rahmen der<br />

späteren Leistungsqualifizierung habe das Team dann über<br />

einen Monat hinweg Daten erfasst und so sichergestellt, dass die<br />

Druckluft auch weiterhin tadellos rein ist. Inzwischen werden<br />

Taupunkt oder Ölfreiheit kontinuierlich online erfasst, während<br />

diskrete Messungen zu Partikeln oder Keimzahlen in regelmäßigen<br />

Intervallen erfolgen.<br />

Das Unternehmen hatte lange mit einem etablierten Kompressor-Hersteller<br />

zusammengearbeitet, entschied sich mit<br />

dem technischen Update aber mit CompAir für einen neuen<br />

Technologiepartner. Einer der Gründe: die entkoppelten Kühlkreisläufe<br />

und die daraus resultierenden Vorteile. Aktuell werden<br />

elektrische und elektronische Kompressor-Komponenten<br />

bereits über einen internen Kreislauf rückgekühlt. Die Zwischenkühlung<br />

der Stufen erfolgt mittels Kühlwasser aus dem<br />

betrieblichen Kühlsystem (offen). Um die Nachteile einer solchen<br />

Kühlung – Verschmutzungsgefahr – für alle Kompressoren<br />

langfristig zu reduzieren, plant das Unternehmen die Installation<br />

eines separaten Kühlkreislaufes. Hierbei werden die Kompressoren<br />

vom offenen Kühlsystem entkoppelt und über einen<br />

internen, eigenen Kreislauf rückgekühlt. Im Fall der Fälle reinige<br />

man lediglich die betroffenen Plattenwärmeübertrager und<br />

nicht das gesamte Leitungssystem.<br />

AUF DER AGENDA:<br />

VORAUSSCHAUENDE WARTUNG<br />

Die neuen Kompressoren und Adsorptionstrockner arbeiten<br />

inzwischen mehr als 5 000 Betriebsstunden störungsfrei. Mit<br />

CompAir ist Fresenius Kabi bestens für die Zukunft aufgestellt –<br />

technologieseitig und durch den Assure Vollwartungsvertrag, für<br />

den sich das Unternehmen aus Wirtschaftlichkeitsgründen<br />

entschieden hat. Als nächstes steht die Implementierung weiterer<br />

Systeme an: So sollen z.B. unterschiedlichste technische<br />

Messwerte, mit denen sich beispielsweise Stufenschäden im<br />

Druckluftsystem voraussagen lassen, in einer übergeordneten<br />

herstellerunabhängigen Steuerung erfasst werden.<br />

Bild: CompAir<br />

www.compair.com<br />

40 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>11</strong>-<strong>12</strong> www.myfactory-magazin.de


SPECIAL DRUCKLUFTTECHNIK<br />

ENERGIE SPAREN MIT WÄRMERÜCKGEWINNUNG BEI SCHRAUBENKOMPRESSOREN<br />

Bei der Wärmerückgewinnung wird die zur Drucklufterzeugung aufgewendete Energie<br />

weiterverwertet. Statt in Form von ungeleiteter Umgebungswärme verloren zu gehen,<br />

kommt die entstandene Energie bei der Beheizung von Lager- und Betriebsbereichen oder<br />

beim Erwärmen von Wasser oder Ölen zum Einsatz. Der Einsatz von Komponenten zur<br />

Wärmerückgewinnung ist sowohl für öleinspritzgekühlte als auch bei ölfreien Schraubenkompressoren<br />

möglich. Für Anwender ist die Wärmerückgewinnung ein höchst<br />

profitables Modell. Bis zu 94 % der aufgewendeten Energie lassen sich zurückgewinnen.<br />

Zeitgleich reduziert sich die Energie für Kühlvorgänge innerhalb des Kompressors, da die<br />

entstehende Wärme abgeleitet und an anderer Stelle genutzt wird. Die Investition in<br />

Komponenten zur Wärmerückgewinnung amortisiert sich je nach Anwendungsfall innerhalb weniger Monate.<br />

www.boge.com<br />

DIGITALER SERVICE SENKT<br />

DRUCKLUFTKOSTEN<br />

Mit der Monitoring Box FTMg Premium bietet Sick<br />

einen neuen digitalen Service für das Druckluftmonitoring.<br />

Über die kontinuierliche Druckluftüberwachung<br />

hinaus ermöglicht es die<br />

App, Leckagen frühzeitig zu<br />

detektieren und per Alarm zu<br />

melden sowie Verbrauchsverluste<br />

durch Ineffizienzen in Maschinen<br />

oder Prozessen zu identifizieren.<br />

Zudem ist der digitale Service in<br />

der Lage, Druckluftverbraucher<br />

verbrauchs- und kostenmäßig<br />

miteinander zu vergleichen und so Hinweise auf<br />

Optimierungsmöglichkeiten zu geben. Als Vorteile<br />

nennt Sick Kosteneinsparungen in der Produktion,<br />

geringeren CO 2<br />

-Footprint und effizientere Serviceplanung.<br />

Unter dem Strich sollen Produktionsplaner,<br />

Energiemanager und Instandhalter mit der Monitoring<br />

Box FTMg Premium die Druckluftkosten im<br />

Unternehmen um bis zu 30 % reduzieren können.<br />

www.sick.com<br />

UMWELTVERTRÄGLICHERES<br />

KÄLTETROCKNEN<br />

Bei der Drucklufttrocknung<br />

kommen häufig fluorierte<br />

Kältemittel zum Einsatz, die das<br />

Klima schädigen. Beko Technologies<br />

bietet daher jetzt den<br />

bewährten Kältetrockner<br />

Drypoint RA in einer Version an,<br />

die das deutlich umwelt- und<br />

ozonfreundlichere Kältemittel<br />

R513A verwendet. Anwender sind damit ohne Leistungseinbußen<br />

für die gesetzlichen Anforderungen der Zukunft<br />

gerüstet. Der Kältetrockner ist eine wirtschaftliche Standardlösung<br />

in Verbindung mit niedrigem Treibhauspotenzial<br />

und damit eine gute Wahl bei Anwendungen mit stabilen<br />

Einsatzbedingungen und konstanten Drucktaupunkten von<br />

+ 3 °C. Beko Technologies bietet für jede Anforderung das<br />

passende Modell für Leistungen von 20 bis 17 600 m³/h.<br />

Merkmale sind zuverlässige Trocknung, minimaler Druckund<br />

Druckluftverlust sowie geringer Energieverbrauch auch<br />

bei unterschiedlicher Auslastung.<br />

www.beko-technologies.com<br />

DOPPELTE ABWRACKPRÄMIE<br />

Sparen Sie beim Kauf eines neuen<br />

Kompressors jetzt bis zu 6.000 €<br />

Weitere Infos unter:<br />

www.oltrogge.de/de/abwrackpraemie-verdoppeln


CO 2 -OPTIMIERTE<br />

PRODUKTION<br />

Siemens und die BayWa AG treiben gemeinsam eine CO 2<br />

-<br />

optimierte industrielle Produktion voran. Im Rahmen<br />

eines Pilotprojekts verknüpfen die beiden Unternehmen<br />

die Siemens-Software für Emissionsmanagement Sigreen<br />

mit der BayWa-Software zum Emissionsausgleich BayWa Carbon<br />

Connect. Das soll Industrieunternehmen zukünftig ermöglichen,<br />

Emissionen, die bei der Herstellung von Produkten entlang der<br />

Lieferkette entstehen, bis zu ihrem Ausgleich nachzuvollziehen:<br />

also erst mit Sigreen den realen CO 2<br />

-Fußabdruck eines Produkts<br />

entlang der Lieferkette zu ermitteln, dann Maßnahmen für die<br />

Vermeidung von CO 2<br />

abzuleiten und schließlich momentan<br />

noch unvermeidbare Emissionen über den Zukauf von CO 2<br />

-Zertifikaten<br />

aus vertrauenswürdigen Klimaschutzprojekten über<br />

BayWa Carbon Connect auszugleichen.<br />

Wir nehmen Sie<br />

mit in die Zukunft!<br />

Innovative Technologien ermöglichen der Industrie,<br />

ihre Produktionsprozesse weiter zu optimieren.<br />

Gestalten Sie den Wandel mit.<br />

Bild: stock.adobe.com<br />

EINHEITLICHE QUALITÄTSSTANDARDS<br />

BEI KLIMASCHUTZPROJEKTEN<br />

Die Kombination beider Software-Lösungen soll in Zukunft ermöglichen,<br />

die Informationen über Emissionsausgleichsprojekte<br />

entlang der Lieferkette an andere Unternehmen weiterzugeben.<br />

Dies soll erfolgen, ohne die Datensouveränität der Lieferanten<br />

und Sub-Lieferanten einzuschränken. Das erlaubt es, auf digitalem<br />

Wege einheitliche Qualitätsstandards für Emissionsausgleichsprojekte<br />

innerhalb der eigenen Lieferkette festzulegen und<br />

zu verankern. Hersteller erfahren so künftig, ob und mit welchen<br />

Projekten die Produkte ihrer Zulieferer ausgeglichen wurden.<br />

„Ein durchgängiger, vertrauenswürdiger und zertifizierter<br />

Prozess von der Entstehung unvermeidlicher CO 2<br />

-Emissionen<br />

bis zur endgültigen Entnahme dieser Emissionen aus der Atmosphäre<br />

ist die erklärte Vision dieses gemeinsamen Pilotprojektes“,<br />

so Dr. Gunter Beitinger, SVP Manufacturing, Factory Digitalization<br />

und Sigreen bei Siemens. „Bisher konnten Unternehmen<br />

mangels Transparenz nur bedingt den Neutralisations- und<br />

Kompensationsmaßnahmen der eigenen Lieferkette vertrauen.<br />

Ich bin davon überzeugt, dass wir mit der Verbindung von BayWa<br />

Carbon Connect und Sigreen den Weg für einheitliche Qualitätsstandards<br />

innerhalb der Lieferkette ebnen und damit einen wichtigen<br />

Transformationsschritt hin zum glaubhaften Emissionsausgleich<br />

in der Industrie einleiten,“ sagt Steffen Winkler, Business<br />

Unit Lead im Bereich IT Products and Services bei der BayWa AG<br />

und Leiter von BayWa Carbon Services.<br />

ERSTER KONKRETER ANWENDUNGSFALL<br />

Einen konkreten Anwendungsfall zeigt Siemens anhand seiner<br />

eigenen Produktion am Standort Amberg: Das Unternehmen<br />

gleicht die CO 2<br />

-Emissionen aus, die während der Projektlaufzeit<br />

vom 1.1. bis 31.<strong>12</strong>.<strong>2023</strong> durch die Produktion ausgewählter Produkte<br />

aus der Familie der Simatic S7-1500 Steuerungen ausgestoßen<br />

wurden. Berücksichtigt werden hierbei die Emissionen<br />

der Lieferkette bis zum Werkstor („Cradle-to-Gate“). Das Elektronikwerk<br />

Amberg hat sich das Ziel gesetzt, 2026 CO 2<br />

-neutral zu<br />

sein. Auch die Emissionen aus der Lieferkette werden mit verschiedensten<br />

Maßnahmen reduziert. So setzt Siemens beispielsweise<br />

auf den Einsatz nachhaltiger Materialien und die Zusammenarbeit<br />

mit Zulieferern bei der Reduzierung produktspezifischer<br />

CO 2<br />

- Fußabdrücke.<br />

www.siemens.com<br />

www.baywa-carbon.com<br />

42 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/<strong>11</strong>-<strong>12</strong> www.myfactory-magazin.de


—<br />

Gemeinsam die<br />

Energieeffizienz erhöhen<br />

Um den Klimawandel zu bekämpfen, müssen wir Energie effizienter nutzen. Das hat<br />

Vorteile, die weit über den Klimaschutz hinausgehen. Energieeffizienz trägt zu sauberer<br />

Luft und sauberem Wasser, aber auch zu einer besseren Gesundheit der Bevölkerung<br />

und zu wirtschaftlicher Entwicklung und Wachstum bei. So halten wir die Welt in Bewegung<br />

und sparen dabei jeden Tag Strom. Machen Sie mit und lassen Sie uns gemeinsam<br />

die Energieeffizienz erhöhen.<br />

energyefficiencymovement.com/de/<br />

44 <strong>MY</strong> <strong>FACTORY</strong> <strong>2023</strong>/xx www.myfactory-magazin.de

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!