Infodienst Bauen und Finanzieren - Änderungen beim Wohn ... - LBS

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Infodienst Bauen und Finanzieren - Änderungen beim Wohn ... - LBS

11/06/2013

Infodienst Bauen und Finanzieren

Schwerpunkt: Wohn-Riester

Wohn-Riester wird flexibler

(LBS) Der Gesetzgeber hat Änderungen bei der Riester-Rente beschlossen.

Vor allem aktuelle und angehende Eigenheimbesitzer profitieren künftig

von flexibleren Regeln beim Wohn-Riester. So können beispielsweise

Riester-Guthaben in Zukunft auch für alters- und behindertengerechte

Umbaumaßnahmen eingesetzt werden.

Trautes Heim, Glück allein: Die Mehrheit der Bundesbürger will ihren Lebensabend

in vertrauter Wohnumgebung verbringen. Allerdings werden

die wenigsten Wohnungen den Anforderungen fürs Leben im Alter gerecht

– Stufen erschweren den Zugang, Türen sind zu schmal und es mangelt an

Bewegungsfreiheit. Den Bedarf an barrierefreien Wohnungen schätzt das

Bundesbauministerium bis zum Jahr 2020 auf 3,5 Millionen Einheiten. Viele

Eigentümer sehen zwar die Notwendigkeit für einen schwellenfreien Umbau,

scheuen aber den finanziellen Aufwand. Der liegt bei ca. 20.000 Euro.

Die gute Nachricht: Dank der aktuellen Gesetzesänderung kann die Wohn-

Riester-Förderung künftig auch für die Finanzierung von alters- und behindertengerechten

Modernisierungen eingesetzt werden.

„Der Wohn-Riester hat sich nur fünf Jahre nach seiner Einführung zu einem Erfolgsmodell

entwickelt. Durch die Änderungen wird er noch flexibler und gewinnt

für Eigentümer und Immobilienkäufer an Attraktivität“, sagt Joachim Klein

von der LBS. Das neue Gesetz schafft die Möglichkeit, jederzeit gefördertes Guthaben

aus dem Riester-Vertrag zu entnehmen und für einen barrierefreien Umbau

zu verwenden. Zu den Voraussetzungen zählen ein Mindestbetrag bei der

Entnahme sowie die Prüfung der Maßnahmen durch einen Sachverständigen.

Auch wer eine Immobilie bauen oder kaufen möchte, kann bereits vorhandenes

Guthaben dafür einsetzen – oder wie gehabt ein Riester-Darlehen oder einen

Riester-Bausparvertrag zur Finanzierung nutzen.

Gut zu wissen:

Steuerplus für Riester-Sparer

Wer vier Prozent seines Vorjahresbruttoeinkommens

(abzüglich Zulagen) in

einen Riester-Vertrag einzahlt, erhält im

Jahr 154 Euro Grundzulage. Obendrein

gibt es für Kinder je nach Geburtsjahr bis

zu 300 Euro. Die Riester-Beiträge können

darüber hinaus bis zu einer Höhe von

2.100 Euro von der Steuer abgesetzt

werden. Dafür werden sie als Sonderausgaben

in der Anlage AV der Einkommensteuererklärung

geltend gemacht.

Im Durchschnitt liegt die Erstattung je

Sparer bei 258 Euro. Nach Berechnungen

von „Finanztest“ kann sich der Steuervorteil

je nach Konstellation auf bis zu

700 Euro summieren. „Im Alter müssen

die Beiträge und Zulagen dann mit dem

individuellen Steuersatz versteuert werden“,

erklärt Professor Heinrich Bockholt

vom Institut für Finanzwirtschaft

in Koblenz.

Alle Texte und Bilder unter:

> www.lbs.de/presse/bausparen

Neu ist zudem die Regelung, angespartes Riester-Kapital jederzeit für die Entschuldung

einer Immobilie verwenden zu können. Künftig kann mit dem Guthaben

etwa eine Sondertilgung des bestehenden Immobiliendarlehens geleistet

oder am Ende der Zinsbindung ein Teil oder das gesamte Darlehen abgelöst werden.

Beides beschleunigt die Rückzahlung und senkt damit die Zinslast.

Die wichtigsten Änderungen der Wohn-Riester-Förderung

Jederzeitige Entnahme von Riester-Guthaben

Förderung von alters- und behindertengerechten

Umbaumaßnahmen

Mehr Flexibilität bei der nachgelagerten

Besteuerung

Neuregelung des Entnahmebetrags

Größere Zeitfenster bei Wohnungswechsel

© LBS 2013

Abdruck aller Bilder und Grafiken kostenfrei unter Angabe der Quelle (LBS).


11/06/2013

Infodienst Bauen und Finanzieren

Schwerpunkt: Wohn-Riester

Das ändert sich beim Wohn-Riester

Mit dem Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz ergeben sich mehrere Änderungen

für den Wohn-Riester. Die wichtigsten Neuerungen im Überblick:

Jederzeitige Kapitalentnahme

In Zukunft können Riester-Sparer bis zum Beginn der Auszahlungsphase jederzeit

Kapital aus ihrem Riester-Sparvertrag entnehmen. Dieses kann für

den Kauf oder Bau von selbstgenutztem Wohneigentum und die Tilgung

eines Immobiliendarlehens eingesetzt werden. „Bislang musste ein direkter

zeitlicher Zusammenhang zum Erwerb der Immobilie bestehen, und eine Entschuldung

war nur zu Beginn der Auszahlungsphase möglich“, sagt Professor

Heinrich Bockholt vom Institut für Finanzwirtschaft in Koblenz.

Barrierefreier Umbau

Riester-Guthaben kann künftig auch für alters- und behindertengerechte

Umbaumaßnahmen verwendet werden. Voraussetzungen: Die Hälfte der

Summe wird für Maßnahmen eingesetzt, die den gesetzlichen Vorgaben

für einen barrierefreien Umbau entsprechen. Der übrige Kostenanteil muss

ebenfalls der Reduzierung von Barrieren in oder außerhalb der Immobilie

dienen. Beides ist von einem Sachverständigen zu bestätigen, und der Sparer

kann keine weiteren Zuschüsse oder Steuererleichterungen in Anspruch

nehmen. Wurde die Immobilie vor weniger als drei Jahren angeschafft,

müssen mindestens 6.000 Euro entnommen werden. Liegt der Erwerb länger

zurück, sind es mindestens 20.000 Euro.

Checkliste: Wofür Wohn-Riester

künftig genutzt werden kann




Bau, Kauf oder Entschuldung einer

selbstgenutzten Immobilie

Alters- und behindertengerechte

Umbaumaßnahmen

Erwerb von Anteilen an einer

Wohnungsgenossenschaft oder

von Wohnrechten in einem Altersoder

Pflegeheim

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> www.lbs.de/presse/bausparen

Jederzeitige Einmalbesteuerung

Die Riester-Beiträge und Zulagen werden auf einem fiktiven Wohnförderkonto

erfasst und verzinst. Zu Beginn der Auszahlungsphase mussten sich

Sparer bislang zwischen einer Besteuerung der dort aufgelaufenen Summe

in gleichen Raten bis zum 85. Lebensjahr oder einer rabattierten Einmalbesteuerung

von 70 Prozent des geförderten Kapitals entscheiden. Durch die

Gesetzesänderung besteht die Möglichkeit zur Einmalbesteuerung während

der gesamten Auszahlungsphase.

Neuregelung des Entnahmebetrags

Bis dato durften Sparer für den Erwerb von Wohneigentum bis zu 75 Prozent

oder die komplette Summe aus ihrem Riester-Vertrag entnehmen. Diese Einschränkung

entfällt. Künftig kann jeder Betrag ab 3.000 Euro entnommen werden,

bei Teilentnahmen müssen mindestens 3.000 Euro im Vertrag verbleiben.

Flexiblere Wechselfristen

In Zukunft haben Riester-Sparer beim Verkauf oder der Vermietung ihres

Wohneigentums mehr Zeit, den geförderten Betrag in gleicher Höhe in eine

andere Immobilie zu investieren. Professor Thomas Dommermuth vom Institut

für Vorsorge und Finanzplanung in Altenstadt: „Die Frist dafür verlängert

sich auf zwei Jahre vor und fünf Jahre nach Ablauf des Veranlagungszeitraums,

in dem die Wohnung letztmals selbst genutzt wurde.“

Kathrin Hartwig

Telefon 0711-183-2377

Telefax 0711-183-2085

E-Mail kathrin.hartwig@lbs-bw.de

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