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Raumordnungsverfahren FBQ

Schienenanbindung FBQ

Analyse Konzept 2+1

DB ProjektBau GmbH

I.BV-N-P(V)

Bernd Homfeldt

30.07.2013


Trägerin des Vorhabens:

DB Netz AG

Theodor-Heuss-Allee 7

60486 Frankfurt / M.

Regional zuständig:

DB Netz AG

Regionalbereich Nord

Produktionsdurchführung I.NP-N-D-KIE

Hamburger Chaussee 10

24114 Kiel

Für die Vorhabenträgerin:

DB ProjektBau GmbH

Caroline-Michaelis-Straße 5-11

10115 Berlin

Regional zuständig:

DB ProjektBau GmbH

Regionalbereich Nord

Regionales Projektmanagement I.BV-N-P(V)

Hammerbrookstr. 44

20097 Hamburg

Erstellt durch:

DB ProjektBau GmbH

Regionalbereich Nord

Regionales Projektmanagement I.BV-N-P(V)

Hammerbrookstr. 44

20097 Hamburg

HFK Rechtsanwälte LLP

Trüper Gondesen Partner (TGP)

Am Kaiserkai 10 An der Untertrave 17

20457 Hamburg 23568 Lübeck


Inhalt

1 Anlass 1

2 Hintergrund 2

2.1 FBQ Schienenanbindung, Untersuchung 2+1-Variante 2

3 Grundsatz und Prämissen 3

3.1 Rechtliche Voraussetzung 3

3.2 Prämissen 3

3.2.1 Ausdehnung 3

3.2.2 Elektrifizierung 3

3.2.3 Signaltechnik 3

3.2.4 Mehrkosten durch Ausbau der eingleisigen Bestandsstrecke 3

3.2.5 Weitere Prämissen 4

4 Variantenauswahl 5

4.1 Mögliche Varianten und Auswahl von Varianten für die Gegenüberstellung 5

4.2 Aufbau der Gegenüberstellung 11

5 Gegenüberstellung 12

5.1 Gegenüberstellung in Anlehnung an die UVS 12

5.1.1 Abschnitt 1 13

5.1.1.1 Schutzgut Menschen, einschl. der menschlichen Gesundheit –(Wohnen und

Erholen) 13

5.1.1.2 Schutzgut Tiere und biologische Vielfalt 16

5.1.1.3 Schutzgut Pflanzen 16

5.1.1.4 Schutzgut Boden 17

5.1.1.5 Schutzgut Wasser – Teilschutzgut Grundwasser 18

5.1.1.6 Schutzgut Wasser – Teilschutzgut Oberflächengewässer 20

5.1.1.7 Schutzgut Klima / Luft 23

5.1.1.8 Schutzgut Landschaft 23

5.1.1.9 Schutzgüter Kultur- und sonstige Sachgüter 25

5.1.1.10 Fazit der Gegenüberstellung in Abschnitt 1 26

5.1.2 Abschnitt 2 28

5.1.2.1 Schutzgut Menschen, einschl. der menschlichen Gesundheit 29

5.1.2.2 Schutzgut Tiere und biologische Vielfalt 31

5.1.2.3 Schutzgut Pflanzen 31

5.1.2.4 Schutzgut Boden 32

5.1.2.5 Schutzgut Wasser - Teilschutzgut Grundwasser 33

5.1.2.6 Schutzgut Wasser - Teilschutzgut Oberflächengewässer 33

5.1.2.7 Schutzgut Klima / Luft 35

5.1.2.8 Schutzgut Landschaft 35

5.1.2.9 Schutzgüter Kultur- und sonstige Sachgüter 36

5.1.2.10 Fazit der Gegenüberstellung in Abschnitt 2 37

5.1.3 Fazit der Gegenüberstellung in Anlehnung an die UVS 40

5.2 Gegenüberstellung in Anlehnung an die Raumverträglichkeitsuntersuchung (RVU) 41

5.2.1 Abschnitt 1 41

5.2.1.1 Regionale Siedlungsstruktur 41

5.2.1.2 Freiraum 42

5.2.1.3 Tourismus und Erholung 43

5.2.1.4 Wirtschaft 45

5.2.1.5 Land- und Forstwirtschaft 46

5.2.1.6 Verkehr 47

5.2.1.7 Küstenschutz 49

5.2.1.8 Bildung 49

5.2.1.9 Windenergie 49


5.2.1.10 Fazit der Gegenüberstellung in Abschnitt 1 50

5.2.2 Abschnitt 2 51

5.2.2.1 Regionale Siedlungsstruktur 52

5.2.2.2 Freiraum 52

5.2.2.3 Tourismus und Erholung 52

5.2.2.4 Land- und Forstwirtschaft 53

5.2.2.5 Radverkehr 53

5.2.2.6 Hochwasser- und Küstenschutz 54

5.2.2.7 Windenergie 54

5.2.2.8 Fazit der Gegenüberstellung in Abschnitt 2 54

5.2.3 Fazit der Gegenüberstellung in Anlehnung an die RVU 55

5.3 Stellungnahmen aus den Sondergutachten 56

5.3.1 NATURA 2000 56

5.3.1.1 Abschnitt 1 56

5.3.1.2 Abschnitt 2 56

5.3.1.3 Fazit NATURA 2000 58

5.3.2 Artenschutz 59

5.3.2.1 Abschnitt 1 60

5.3.2.2 Abschnitt 2 63

5.3.2.3 Fazit Artenschutz 64

5.4 Zusammenfassende Gegenüberstellung 65

6 Quellen 70

7 Anhang 71

7.1 Detaillierte Tabellen der Gegenüberstellung in Anlehnung an die UVS – Abschnitt 1

(Kap. 5.1.1) 72

7.1.1 Schutzgut Menschen, einschl. der menschlichen Gesundheit –(Wohnen und

Erholen) 72

7.1.1 Schutzgut Tiere und biologische Vielfalt 77

7.1.2 Schutzgut Pflanzen 91

7.1.3 Schutzgut Boden 92

7.1.4 Schutzgut Wasser 94

7.1.5 Schutzgut Landschaft 98

7.1.6 Schutzgut Kultur- und sonstige Sachgüter 103

7.2 Detaillierte Tabellen der Gegenüberstellung in Anlehnung an die UVS – Abschnitt 2

(Kap. 5.1.2) 107

7.1.1 Schutzgut Menschen, einschl. der menschlichen Gesundheit –(Wohnen und

Erholen) 107

7.2.1 Schutzgut Tiere und biologische Vielfalt 111

7.2.2 Schutzgut Pflanzen 121

7.2.3 Schutzgut Boden 123

7.2.4 Schutzgut Wasser 125

7.2.5 Schutzgut Landschaft 128

7.2.6 Schutzgut Kultur- und sonstige Sachgüter 131

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 4-1: Systemskizze der Varianten der Antragsunterlagen .................................... 7

Abbildung 4-2: Verlauf der Variante 2+1 A (dunkelviolett: Zweigleisige Trasse, außer 1A.1

Neubau; hellviolett: elektrifizierte eingleisige Bestandstrasse) ................................................. 8

Abbildung 4-3: Verlauf der Variante 2+1 B (pink: Zweigleisige Trasse, ab nördlich TKP 3

im Neubau; hellviolett: elektrifizierte eingleisige Bestandstrasse) ............................................ 9


Abbildung 4-4: Verlauf der Vorzugsvariante der Antragsunterlagen (rot: Zweigleisige

Trasse Aus- und Neubau; rot gestrichelt: Sofern möglich Rückbau der Bestandstrasse) ..... 10

Tabellenverzeichnis

Tabelle 4-1: Mögliche Variantenkombinationen für 2+1-Lösungen in Abschnitt 1 .............. 6

Tabelle 5-1: Schutzgutbezogene Gegenüberstellung – Menschen, einschl. der

menschlichen Gesundheit (Wohnen und Erholung) ............................................................. 15

Tabelle 5-2: Schutzgutbezogene Gegenüberstellung – Tiere und biologische Vielfalt ..... 16

Tabelle 5-3: Schutzgutbezogene Gegenüberstellung – Pflanzen ..................................... 17

Tabelle 5-4: Schutzgutbezogene Gegenüberstellung – Boden ......................................... 18

Tabelle 5-5: Schutzgutbezogene Gegenüberstellung – Wasser (Grundwasser und

Oberflächengewässer) ............................................................................................................. 22

Tabelle 5-6: Schutzgutbezogene Gegenüberstellung – Klima / Luft ................................. 23

Tabelle 5-7: Schutzgutbezogene Gegenüberstellung – Landschaft .................................. 25

Tabelle 5-8: Schutzgutbezogene Gegenüberstellung – Kultur- und sonstige Sachgüter . 25

Tabelle 5-9: Gesamtmatrix – Gegenüberstellung Abschnitt 1 ........................................... 27

Tabelle 5-10: Schutzgutbezogene Gegenüberstellung – Menschen, einschl. der

menschlichen Gesundheit (Wohnen und Erholung) ............................................................. 30

Tabelle 5-11: Schutzgutbezogene Gegenüberstellung – Tiere und biologische Vielfalt ..... 31

Tabelle 5-12: Schutzgutbezogene Gegenüberstellung – Boden ......................................... 33

Tabelle 5-13: Schutzgutbezogene Gegenüberstellung – Wasser ....................................... 34

Tabelle 5-14: Schutzgutbezogene Gegenüberstellung – Landschaft .................................. 36

Tabelle 5-15: Schutzgutbezogene Gegenüberstellung – Kultur- und sonstige Sachgüter . 37

Tabelle 5-16: Gesamtmatrix zur Gegenüberstellung der 2+1-Variante mit der

Vorzugsvariante aus dem ROV in Abschnitt 2 ..................................................................... 39

Tabelle 5-17: Querungslängen der Grünzüge ...................................................................... 43

Tabelle 5-18: Betroffenheiten der besonderen Räume für Tourismus und Erholung.......... 44

Tabelle 5-19: Querungslängen von Waldflächen ................................................................. 47

Tabelle 5-20: Übersicht der Auswirkungen auf die raumordnerischen Belange in Abschnitt

1 50

Tabelle 5-21: Betroffenheiten der besonderen Räume für Tourismus und Erholung.......... 52

Tabelle 5-22: Übersicht der Auswirkungen auf die raumordnerischen Belange in Abschnitt

2 54

Tabelle 5-23: Wirkfaktoren für den Variantenvergleich ........................................................ 59

Tabelle 5-24: Konfliktrisiken der Varianten in Abschnitt 1.................................................... 60

Tabelle 5-25: Rangfolge der Varianten in Abschnitt 1 ......................................................... 61

Tabelle 5-26: Konfliktrisiken der Varianten in Abschnitt 2.................................................... 63

Tabelle 5-27: Rangfolge der Varianten in Abschnitt 2 ......................................................... 64

Tabelle 5-28 Gegenüberstellung der Auswirkungen unterschiedlicher Prämissen ............ 66

Tabelle 7-1: Zeichenerklärung für die Gegenüberstellungstabellen .................................. 71

Tabelle 7-2: Zusammenfassende Gegenüberstellung Schutzgut Menschen, einschl. der

menschlichen Gesundheit (Wohnen)....................................................................................... 72

Tabelle 7-3: Zusammenfassende Gegenüberstellung Schutzgut Menschen, einschl. der

menschlichen Gesundheit (Erholen)........................................................................................ 74

Tabelle 7-4: Zusammenfassende Gegenüberstellung Schutzgut Tiere und biologische

Vielfalt 77

Tabelle 7-5: Zusammenfassende Gegenüberstellung Schutzgut Pflanzen ...................... 91

Tabelle 7-6: Zusammenfassende Gegenüberstellung Schutzgut Boden .......................... 92

Tabelle 7-7: Zusammenfassende Gegenüberstellung Schutzgut Wasser (Grundwasser)94

Tabelle 7-8: Zusammenfassende Gegenüberstellung Schutzgut Wasser

(Oberflächengewässer)............................................................................................................ 96


Tabelle 7-9: Zusammenfassende Gegenüberstellung Schutzgut Landschaft ................... 98

Tabelle 7-10: Zusammenfassende Gegenüberstellung Schutzgüter Kultur- und sonstige

Sachgüter 103

Tabelle 7-11: Zusammenfassende Gegenüberstellung Schutzgut Menschen, einschl. der

menschlichen Gesundheit (Wohnen)..................................................................................... 107

Tabelle 7-12: Zusammenfassende Gegenüberstellung Schutzgut Menschen, einschl. der

menschlichen Gesundheit (Erholen)...................................................................................... 109

Tabelle 7-13: Zusammenfassende Gegenüberstellung Schutzgut Tiere und biologische

Vielfalt 111

Tabelle 7-14: Zusammenfassende Gegenüberstellung Schutzgut Pflanzen – Abschnitt 2

121

Tabelle 7-15: Zusammenfassende Gegenüberstellung Schutzgut Boden – Abschnitt 2 .. 123

Tabelle 7-16: Zusammenfassende Gegenüberstellung Schutzgut Wasser (Grundwasser) –

Abschnitt 2 125

Tabelle 7-17: Zusammenfassende Gegenüberstellung Schutzgut Wasser

(Oberflächengewässer) – Abschnitt 2 .................................................................................... 126

Tabelle 7-18: Zusammenfassende Gegenüberstellung Schutzgut Landschaft ................. 128

Tabelle 7-19: Zusammenfassende Gegenüberstellung Schutzgüter Kultur- und sonstige

Sachgüter 131


1 Anlass

Für die Schienenanbindung der festen Fehmarnbeltquerung (Strecke 1100, Lübeck Hbf –

Puttgarden) wird aktuell ein Raumordnungsverfahren nach § 15 ROG, §§ 14 und 14a

LaPlaG SH durchgeführt.

Die Vorhabenträgerin hat diese ergänzende Analyse möglicher 2+1 Trassenvarianten

erstellt.

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 1


2 Hintergrund

2.1 FBQ Schienenanbindung, Untersuchung 2+1-Variante

Die Landesplanungsbehörde des Landes Schleswig-Holstein hat als Ergebnis der Antragskonferenz

vom 22. Juni 2010 zum Raumordnungsverfahren mit Festlegungsprotokoll vom

11. November 2010 die von der Vorhabenträgerin zu untersuchenden Trassenvarianten und

den Untersuchungsraum bestimmt.

Auf der Grundlage der danach durch die Vorhabenträgerin erstellten Unterlagen und gutachterlichen

Untersuchungen zum Raumordnungsverfahren schlägt die DB Netz AG den

weitestgehenden Ausbau der Bestandsstrecke Lübeck-Puttgarden mit Umfahrungen um

Neustadt i.H. und Oldenburg i.H. sowie Trassenanpassungen im Bestand als Gesamtvorzugsvariante

vor. Die abschließende raumordnerische Bewertung der von der Vorhabenträgerin

eingebrachten Trassenempfehlung obliegt der Landesplanungsbehörde des Landes

Schleswig-Holstein.

Die Vorhabenträgerin hat die von ihr erstellten Unterlagen und gutachterlichen Untersuchungen

zum Raumordnungsverfahren im September 2012 an die Landesplanungsbehörde

Schleswig-Holstein übergeben. Die formelle Einleitung des Raumordnungsverfahrens erfolgte

nach Prüfung der Vollständigkeit der Unterlagen durch die Landesplanungsbehörde am 9.

Januar 2013. Für die Träger öffentlicher Belange, sonstige Institutionen und Private bestand

bis zum 25. März 2013 die Möglichkeit Stellungnahmen und Einwendungen (auch online)

abzugeben. Es sind insgesamt ca. 8300 Einwendungen Privater und Stellungnahmen der

Träger öffentlicher Belange sowie sonstiger Institutionen bei der Landesplanungsbehörde

eingegangen. Derzeit nimmt die Vorhabenträgerin zu den Einwendungen und

Stellungnahmen fachlich Stellung. Der Abschluss des Raumordnungsverfahrens wird im IV.

Quartal 2013 erwartet.

In den Stellungnahmen zu den von der DB Netz AG vorgelegten Unterlagen zum Raumordnungsverfahren

aber auch in Diskussionen im politischen Raum wird zum Teil eine zusätzliche

Betrachtung einer 2+1-Variante gefordert. Die Forderung beinhaltet allgemein den Beibehalt

der eingleisigen Bestandsstrecke ausschließlich für Schienenpersonennahverkehr

sowie – ohne den genauen Trassenverlauf vorzugeben – den teilweisen Neubau einer zweigleisigen,

elektrifizierten Strecke für Güter- und Schienenpersonenfernverkehr.

Die Vorhabenträgerin respektiert die Sorgen der Betroffenen sowie die Bedenken und Wünsche

der Bevölkerung. Um zusätzliche Fragen der für das ROV zuständigen Behörde zu

beantworten, hat sich die Vorhabenträgerin bereit erklärt, in einer Analyse zu einer weiteren

Variante Stellung zu nehmen, ohne damit jedoch eine solche Variante formell in das ROV

einzubringen. Diese Analyse wird durch die Vorhabenträgerin der Landesplanungsbehörde

Schleswig-Holstein zur Verfügung gestellt.

Basis der Untersuchung bilden die bereits für den Untersuchungsraum des Raumordnungsverfahrens

erstellten Gutachten. Die von der Vorhabenträgerin untersuchte 2+1-Variante

nutzt dabei bereits vorliegende Datengrundlagen aus den erstellten Unterlagen zum Raumordnungsverfahren

und orientiert sich an dem vom Kreis Ostholstein erstellten sogenannten

„Konzept 21“. Dieses Konzept berücksichtigt insbesondere die Entlastung der touristisch

geprägten Ostseebäder an der Lübecker Bucht von befürchteten negativen Auswirkungen

des Schienenverkehrslärms.

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 2


3 Grundsatz und Prämissen

3.1 Rechtliche Voraussetzung

Rechtliche Voraussetzung für die Prüfung von Trassenalternativen in das Raumordnungsverfahren

ist grundsätzlich deren Einführung durch die Vorhabenträgerin , der hier neben

den von Ihr eingeführten Varianten zusätzlich auch eine vom Kreis Ostholstein vorgeschlagene

Variante (X-Trasse, inkl. div. Untervarianten) in seine Untersuchungen aufgenommen

hat.

Die untersuchten und in den Raumordnungsunterlagen dargestellten Trassenvarianten

wurden im Festlegungsprotokoll der Antragskonferenz zum Raumordnungsverfahren vom

11. November 2010 nach ausführlicher Möglichkeit zur Stellungnahme für alle Beteiligten

durch die Landesplanungsbehörde des Landes Schleswig-Holstein verbindlich festgelegt.

Insbesondere die zusätzlichen Varianten Konzept 21 bzw. weitere Umfahrungsvarianten

Oldenburg sind nicht Bestandteil der Festlegungen im o.g. Protokoll der Landesplanungsbehörde

und waren daher auch nicht zu untersuchen.

Auf Wunsch der Landesplanungsbehörde wird die Konzeptstudie 2+1 auf Basis der Konzept

21 Unterlage erstellt.

3.2 Prämissen

3.2.1 Ausdehnung

Der in der Studie beschriebene Streckenabschnitt beinhaltet den Bereich zwischen Ratekau

und Neustadt. Weitere Abschnitte werden aufgrund von nicht vorhandenen Nahverkehrshalten

nicht weiter untersucht. Für diese Abschnitte gilt das Ergebnis der für das ROV

eingereichten und vorliegenden Unterlagen mit der von der Vorhabenträgerin eingebrachten

Trassenempfehlung.

3.2.2 Elektrifizierung

Dem betrachteten Streckenabschnitt wird die Elektrifizierung unterstellt. Im Zug der DB

Strategie 2020 werden die folgenden Punkte beschrieben:

• Anteil erneuerbare Energien am DB-Bahnstrom sollen steigen

• Die Reduzierung der CO2- und Lärmemissionen werden festgeschrieben.

Eine Reduzierung der CO2- und Feinstaubbelastung könnte mit Dieselfahrzeugen nicht

eingehalten werden.

3.2.3 Signaltechnik

Für den betrachteten Streckenabschnitt wird European Train Control System (ETCS)

unterstellt. Die Eisenbahnstrecken zwischen Bad Schwartau und der Festen

Fehmarnbeltquerung wird mit diesem System ausgerüstet. Somit ist internationaler

Nahverkehr Richtung Dänemark möglich. Auf dänischer Seite werden die Strecken inkl. der

Querung ebenfalls mit ETCS ausgerüstet.

3.2.4 Mehrkosten durch Ausbau der eingleisigen Bestandsstrecke

Aufgrund des vom Bund vergebenen Ausbaues einer zweigleisigen Trasse zur Festen

Fehmarnbeltquerung ist eine mögliche Finanzierung einer 2+1 Variante nicht gesichert. Da

entsprechend des Papiers Konzept 21 die „+1“ Varianten nur noch durch den ÖPNV genutzt

werden soll, ist bei der fehlenden Bundesfinanzierung eine Landesfinanzierung zu

unterstellen.

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 3


3.2.5 Weitere Prämissen

Die Vorhabenträgerin geht für die Analyse des hier untersuchten 2+1-Konzeptes über die in

Kapitel 5.1 (Gegenüberstellung in Anlehnung an die UVS) dargestellten methodischen

Hinweise hinaus von folgenden Annahmen aus:

1. Es wird unterstellt, die mit einer Beschränkung auf eine ausschließliche Nutzung für

den Personennahverkehr verbundene Änderung des rechtlichen Status der

bestandsgeschützten Strecke wäre – abweichend von der Rechtsauffassung der

Vorhabenträgerin - tatsächlich und rechtlich durchführbar. Hierzu wird ergänzend

auch auf die ergänzenden Ausführungen unter 5.1 (Gegenüberstellung in Anlehnung

an die UVS, methodischer Hinweis) verwiesen.

2. Die Vorhabenträgerin unterstellt, dass sich für die Durchführung der ausschließlichen

Nutzung für den Personennahverkehr auch tatsächlich jeweils

Eisenbahninfrastruktur- und Eisenbahnverkehrsunternehmen im Sinne § 6 Abs. 1

AEG finden, die technisch, wirtschaftlich und rechtlich jeweils den Betrieb der

Eisenbahninfrastruktureinrichtung und auch die Erbringung der erforderlichen

Verkehrsleistungen mindestens in dem bisherigen Umfang sicherstellen können.

3. Die Vorhabenträgerin unterstellt ferner, dass die Investitionskosten zur Herstellung

der elektrifizierten, eingleisigen Strecke durch den zukünftigen

Eisenbahninfrastrukturunternehmer bzw. den Aufgabenträger des SPNV/ÖPNV

getragen werden.

4. Die Vorhabenträgerin unterstellt weiterhin, dass bei der vorliegenden Analyse des

Konzeptes 2+1 ebenso so wie in den von der Vorhabenträgerin erstellten

Antragsunterlagen zum Raumordnungsverfahren die durchgehende Herstellung von

Baustraßen beiderseits der Trassenvarianten angenommen wird. Die

Vorhabenträgerin weist allerdings in Ergänzung des Kap. 5.4 (Zusammenfassung der

Gegenüberstellung) darauf hin und wird dies dort weiter ausführen, dass bei

Berücksichtigung der nachfolgenden Planungsebene davon auszugehen wäre, dass

insbesondere in Ortslagen eine Zwei- bzw. Mehrgleisigkeit bereits weitestgehend

vorhanden ist und damit z. B. die Herstellung von Baustraßen nur sehr eingeschränkt

erforderlich sein wird. Entsprechung wäre davon auszugehen, dass jedenfalls eine

Elektrifizierung der verbleibenden Bestandstrecke auch bei den 2+1-Varianten

weitestgehend auch vom Gleis aus erfolgen könnte und hier dann die Herstellung von

Baustraßen insoweit ebenfalls nur in entsprechend eingeschränktem Umfang

anzunehmen wäre.

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 4


4 Variantenauswahl

4.1 Mögliche Varianten und Auswahl von Varianten für die Gegenüberstellung

Grundlage für die Auswahl geeigneter 2+1-Varianten bilden die Teilstrecken, die bereits in

den Antragsunterlagen zum ROV betrachtet wurden.

In Abschnitt 1 liegen dafür die Teilstrecken der 1A-, A-, E- und X-Variante zugrunde.

Im Zuge der E-Variante wird die Bestandstrasse hinter Bad Schwartau verlassen. Die

Teilstrecken der E-Variante verlaufen westlich der BAB A1 Richtung Norden. Die X-Variante

verläuft zunächst von Dänischburg aus kommend östlich von Sereetz durch ein Waldgebiet

sowie Agrarlandschaft in Richtung Ratekau und weiter nach Norden. Auf Höhe von

Scharbeutz überwindet sie die BAB A1 und wird westlich der Autobahn nach Norden

weitergeführt. Die 1A-Variante sieht den weitestgehenden Ausbau der Bestandsstrecke vor,

verlässt diese jedoch auf Höhe von Haffkrug und wird westlich der BAB A1 Richtung Norden

weitergeführt.

Es werden die Teilstrecken für die 2+1-Varianten gewählt, die in der UVS der Antragsunterlagen

die relativ geringsten nachteiligen Auswirkungen aufweisen (s. Tabelle 4-1).

Für eine westliche Umfahrung von Ratekau kommt nur die Streckenführung der E-Variante in

Frage. Sie sieht die weitestgehende Bündelung mit der BAB A1 vor und verläuft in

Abschnitt 1 auf ganzer Strecke westlich der Autobahn auf der Streckenführung 1A.1 – E.1 –

E.2 – E.3 vor. Die Variante wird unter dem Namen 2+1 A in die Gegenüberstellung

aufgenommen (s. Abbildung 4-2). D. h., dass auf den zuvor genannten Teilstrecken nach

Auffassung der Vertreter eines "2+1-Konzepts" Fern- und Güterverkehr verlaufen würde und

auf der Bestandsstrecke der Nahverkehr (+ Elektrifizierung).

In Bezug auf die X-Variante werden die Teilstrecken, die von Dänischburg aus kommend

östlich von Sereetz Richtung Norden weitergeführt werden, direkt für eine Bildung einer 2+1-

Variante ausgeschlossen. Diese Trassenführungen fallen schalltechnisch wesentlich

ungünstiger aus, als der Verlauf der 1A- und E-Variante. Allein in Dänischburg kommt es

zusätzlich zu 1.372 betroffenen Stockwerken nach 16. BImSchV und zusätzlich 3.317

betroffenen Stockwerken nach DIN 18005/1 (s. LAIRM Consult, 2012a/ Anlage 10). Darüber

hinaus käme es östlich von Sereetz zu einer Neuzerschneidung eines bislang nicht durch

Zerschneidung vorbelasteten Raumes (Trassenführungen durch geplantes NSG Sielbektal,

Kreuzkamper Seenlandschaft und angrenzende Wälder, FFH-Gebiet 2030-351 Waldhusener

Moore und Moorsee, Zerschneidungen teilweise sehr hoch und hoch bedeutender Bereiche

für Pflanzen bzw. Tiere).

Als weitere 2+1-Variante kommt durch den Ausschluss der X-Variante in diesem Bereich nur

noch eine östliche Umfahrung von Ratekau (zunächst auf der Bestandsstrecke) in Betracht.

Für den weiteren Verlauf abseits der Bestandsstrecke wurden die Vor- und Zwischenvergleiche

der UVS ausgewertet. Unter Einbeziehung der vorteilhafteren Streckenabschnitte der

Vorvergleiche C und D ergab sich die folgende Streckenkombination für eine weitere 2+1-

Lösung: 1A.1 – 1A.14 – 1A.2 – 1A.3 – A.1 – X.5 – E.3. Die Kombination wird als Variante

2+1 B in die Gegenüberstellung eingebracht (s. Abbildung 4-3). Die Bestandsstrecke wird

dabei hinter Ratekau verlassen und als Neutrassierung in Richtung BAB A1 verschwenkt, mit

der sie gebündelt bis Höhe Scharbeutz geführt wird. Hier wechselt die Bestandstrasse auf

die westliche Seite der Autobahn und wird mit ihr zusammen gebündelt nach Norden

weitergeführt.

Im weiteren Verlauf in Abschnitt 2 ist für beide 2+1-Lösungen vom Bau des Trassenabschnitts

1A.6 (westlich der Autobahn bis Altenkrempe) auszugehen wie auch bei der

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 5


Vorzugsvariante der Antragsunterlagen. Die übrige Bestandsstrecke würde lediglich

elektrifiziert werden (s. Abbildung 4-2 und Abbildung 4-3).

Tabelle 4-1: Mögliche Variantenkombinationen für 2+1-Lösungen in Abschnitt 1

Varianten-Kombinationen Abschnitt 1

aus Bad Schwartau

Streckenabschnitte

1A.1 E1 E2 E3 Variante 2+1 A

1A.1 1A14 1A.2 1A3 1A4 1A5

Varianten mit X4.1 bezugnehmend auf UVS-Vorvergleich A Abschnitt 1 bei der Suche

nach 2+1-Varianten nicht berücksichtigt (Vorvergleich A Abschnitt 1 =

Vorzugsvariante 1A.2)

Vorzugsvariante

Antragsunterlagen

1A.1 1A14 1A.2 1A3 A.1 A2 X5 E3 Variante 2+1 B

aus Dänischburg

Mit Einbeziehung der Strecke X.0 fallen die Trassenführungen aus Dänischburg

kommend schalltechnisch wesentlich ungünstiger aus. Aus diesem Grund werden die

Varianten aus Dänischburg kommend bei der Suche nach 2+1-Varianten nicht

berücksichtigt (X.0 = 1.372 betroffene Stockwerke nach 16. BImSchV und 3.317

betroffene Stockwerke nach DIN 18005/1)

grau hinterlegt: Variantenkombination wird nicht weiter betrachtet, rot hinterlegt: Vorzugsvariante der

Antragsunterlagen, violett hinterlegt: Variante 2+1 A (abgeleitet aus E-Variante)

blau hinterlegt: Teilstück von 2+1 B (Ergebnis aus UVS-Vorvergleich C)

gelb hinterlegt: Teilstück von 2+1 B (Ergebnis aus UVS-Vorvergleich D)

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 6


Abbildung 4-1:

Systemskizze der Varianten der Antragsunterlagen

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 7


Abbildung 4-2:

Verlauf der Variante 2+1 A (dunkelviolett: Zweigleisige Trasse, außer 1A.1 Neubau; hellviolett: elektrifizierte eingleisige Bestandstrasse)

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 8


Abbildung 4-3:

Verlauf der Variante 2+1 B (pink: Zweigleisige Trasse, ab nördlich TKP 3 im Neubau; hellviolett: elektrifizierte eingleisige Bestandstrasse)

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 9


Abbildung 4-4: Verlauf der Vorzugsvariante der Antragsunterlagen (rot: Zweigleisige Trasse Aus- und Neubau; rot gestrichelt: Sofern möglich Rückbau der

Bestandstrasse)

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 10


Die Vorzugsvariante der Antragsunterlagen sieht in Abschnitt 1 weitestgehend den Ausbau

des Bestandsgleises zwischen Bad Schwartau und Neustadt vor (s. Abbildung 4-4). Bei

Haffkrug wird das Bestandsgleis allerdings verlassen und die Streckenführung westlich der

BAB A1 mit dieser gebündelt (Teilstrecke 1A.5). Für das Bestandsgleis zwischen Haffkrug

und dem Bereich südlich von Neustadt, in dem Abschnitt 1 endet, ist der Rückbau der

vorhandenen Gleisanlagen vorgesehen. Im Fall der Vorzugsvariante würden diese Flächen

für andere Entwicklungen zur Verfügung stehen und könnten z. B. als Tauschflächen für die

Eingriffskompensation entwickelt werden.

Im weiteren Verlauf in Abschnitt 2 ist für die Vorzugsvariante der Antragsunterlagen der Bau

von zwei neuen Trassenabschnitten 1A.6 (westlich der Autobahn bis Altenkrempe) und

1A.6.1 (Stichstrecke nach Neustadt) notwendig (s. Abbildung 4-4). Für die übrige

Bestandsstrecke ist ein Rückbau vorgesehen. Bei den 2+1-Varianten wäre die Stichstrecke

1A.6.1 als Abzweiger nach Neustadt nicht erforderlich.

4.2 Aufbau der Gegenüberstellung

Die beiden abgeleiteten 2+1-Varianten werden zunächst der Vorzugsvariante der Antragsunterlagen

gemäß des Vorgehens in der Umweltverträglichkeitsstudie anhand der raumbedeutsamen

erheblichen Auswirkungen auf die Schutzgüter des UVPG und auf europäische

Schutzgebiete sowie im Hinblick auf artenschutzrechtliche Aspekte gegenübergestellt

(Kap. 5.1). Im Anschluss daran wird die Raumverträglichkeit der beiden 2+1-Varianten

und der Vorzugsvariante der Antragsunterlagen beleuchtet (Kap. 5.1.3). Nach zentralen

Aussagen zu den Belangen einzelner Sondergutachten (Kap. 5.3) erfolgt eine abschließende

Einstufung der 2+1-Varianten gegenüber der Vorzugsvariante der Antragsunterlagen (Kap.

5.4).

Die Gegenüberstellungen erfolgen getrennt in die Abschnitte 1 und 2, da die (flächenmäßigen)

Betroffenheiten gerade im Hinblick auf die Schutzgüter nach UVPG für die Erstellung

der Antragsunterlagen abschnittsweise vorliegen. Sinnvoll für die Gegenüberstellung ist

jedoch eine gesamthafte Betrachtung der drei Varianten und ihrer Auswirkungen, daher wird

am Ende eines jeden Abschnitts ein Fazit gezogen, das die beiden Abschnitte 1 und 2

zusammenfasst und eine verbal-argumentative Begründung für die Reihung liefert.

In die Gegenüberstellung in Bezug auf die UVS wird der Rückbau von Teilen der Bestandstrasse

im Zuge der Vorzugsvariante der Antragsunterlagen nicht eingestellt, da der Rückbau

auch nicht Gegenstand der Betrachtungen in den Antragsunterlagen war (s. dort UVS). Um

eine Vergleichbarkeit der Gegenüberstellung mit der Antragsunterlage zu gewährleisten,

muss von denselben Grundvoraussetzungen ausgegangen werden.

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 11


5 Gegenüberstellung

5.1 Gegenüberstellung in Anlehnung an die UVS

Die detaillierten Angaben zu Auswirkungen (Verlust bzw. Beeinträchtigung und Flächengrößen)

sind je Schutzgut dem Anhang (Kap. 7) zu entnehmen.

Methodischer Hinweis:

Für diese Gegenüberstellung wird auf die vorhandenen Datengrundlagen und Prognosen

zurückgegriffen, die für die Antragsunterlagen zum Raumordnungsverfahren erstellt worden

sind. Daher wird zunächst gedanklich unterstellt, dass sich - wie im "2+1-Konzept" unterstellt

- der Schienenverkehr in einem solchen Szenario aufsplitten ließe in den Personenfern-

und Güterverkehr auf eine zweigleisige Neubautrasse und der Personennahverkehr

auf die eingleisige Bestandstrasse.

Die DB Netz AG ist jedoch verpflichtet, einen diskriminierungsfreien Netzzugang für alle

Eisenbahnverkehrsunternehmen zu gewährleisten. Die bestehende Bahnstrecke zwischen

Lübeck und Puttgarden ist als Mischverkehrsstrecke bereits in den 1950er Jahren ausgebaut

und bis 1997 auch intensiv durch den Güterverkehr genutzt worden. Die Belegung der

Strecke für Güterverkehr ist auch heute weiterhin möglich, sofern ein Eisenbahnverkehrsunternehmen

hierfür Bedarf anmeldet. Eine Beschränkung auf eine ausschließliche Nutzung

für den Personennahverkehr wäre nach dem derzeitigen rechtlichen Status der bestandsgeschützten

Strecke nicht zulässig.

Insofern ist die die besonderen eisenbahnrechtlichen Grundsätze außer Betracht lassende

Grundannahme des "2+1-Konzepts" einer Aufsplittung der Verkehre unter Einschränkung

der Nutzung der verbleibenden Bestandsstrecke schon dem Grunde nach nicht realitätsnah.

Vielmehr muss von einer gleichberechtigten Nutzung einer dreigleisigen Trasse ausgegangen

werden. Für die Bestandstrasse kann dies grundsätzlich ggf. sogar eine annähernd

vergleichbar einer Nutzung wie dem in den Antragsunterlagen dargelegten Prognose-Nullfall

bedeuten 1 .

Da es für ein solches Szenario aber keine nutzbaren Prognosen oder sonstigen abgeleiteten

Daten (wie zum Beispiel zur Schallausbreitung) gibt, muss zunächst für die Gegenüberstellungen

auf die eingangs geschilderte Betrachtung gemäß des "2+1-Konzepts" zurückgegriffen

werden.

In den einzelnen relevanten Beurteilungen (vor Allem in Bezug auf das Schutzgut Menschen

einschließlich der menschlichen Gesundheit, Tourismus und Erholung und Beeinträchtigungen

von europäischen Schutzgebieten und besonders und streng geschützter Arten) wird

dann jedoch jeweils auf diesen Sachverhalt hingewiesen und dessen grundsätzlich zu

beurteilenden Auswirkungen werden in Kap. 5.4 ergänzend erläutert.

Alle Varianten werden entsprechend den Grundlagen der Antragsunterlagen auch im Rahmen

dieser gesonderten Analyse mit einer 10 m breiten Baustraße in die Gegenüberstellung

eingestellt. Bei den 2+1-Varianten kommt noch eine 10 m breite Baustraße für die Elektrifizierung

der Bestandsstrecke hinzu. Diese Betrachtung wird auf dieser Planungsebene

vorsorgeorientiert herangezogen (s. Prämisse in Kap. 3.2.5). Gerade im Hinblick auf die

Vorzugsvariante der Antragsunterlagen ist in Realität jedoch mit einem geringeren

Flächenverbrauch zu rechnen. Denn dort, wo bereits eine Mehrgleisigkeit vorliegt, wird eine

1 Für den Prognose-Nullfall wird in den Antragsunterlagen davon ausgegangen, dass die feste

Fehmarnbeltquerung eröffnet sein wird und im Prognosejahr 2025 ohne weitere Maßnahmen nur die

vorhandene nicht elektrifizierte und eingleisige Bestandstrasse zur Verfügung stehen würde.

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 12


Baustraße nicht notwendig sein, da die Arbeiten vom Gleis ausgehend stattfinden können.

Auch bei den 2+1-Varianten ist dem entsprechend nicht mit einer durchgehenden Baustraße

entlang der zu elektrifizierenden Bestandsstrecke zu rechnen, da die Realisierung

vom Gleis aus stattfinden kann. In der zusammenfassenden Gegenüberstellung in Kap. 5.4

erfolgt abschließend noch eine Betrachtung der einzelnen Beurteilungen, bei denen das

Kriterium des Flächenverbrauch ergänzend betrachtet wird.

5.1.1 Abschnitt 1

Variante 2+1 A 1A.1 E.1 E.2 E.3

Variante 2+1 B 1A.1 1A.14 1A.2 1A.3 A.1 A.2 X.5 E.3

Vorzugsvariante

Antragsunterlagen

1A.1 1A.14 1A.2 1A.3 1A.4 1A.5

5.1.1.1 Schutzgut Menschen, einschl. der menschlichen Gesundheit –(Wohnen und

Erholen)

Bei der Betrachtung der Beeinträchtigungen durch Schallimmissionen und Erschütterungen

liegt die Variante 2+1 A mit deutlichem Abstand vor Variante 2+1 B auf dem ersten Rang.

Die Vorzugsvariante der Antragsunterlagen landet in Bezug auf Schallemissionen und

Erschütterungen auf dem letzten Platz, da es sich bei dieser Variante um den Ausbau der

Bestandstrasse handelt. Dementsprechend werden sowohl Personen- als auch Güterverkehr

im Siedlungsbereich entlanggeführt. Die 2+1 Varianten haben den Vorteil, dass der

Güterverkehr zum großen Teil außerhalb der Siedlungsflächen entlang geführt wird und

demzufolge weniger Bereiche durch Schallemissionen und Erschütterungen beeinträchtigt

werden. Der Personennahverkehr verläuft bei den 2+1 Varianten wie bisher auf der

Bestandstrasse, sodass hier nur von geringfügigen Veränderungen der derzeitigen Situation

auszugehen ist.

Beim Flächenverlust durch bau- bzw. anlagebedingte Flächeninanspruchnahme von

Gebieten mit hoher oder sehr hoher Bedeutung im Hinblick auf das Schutzgut Menschen

einschließlich der menschlichen Gesundheit in Siedlungsgebieten weist Variante 2+1 B den

geringsten anlage- und baubedingten Flächenverbrauch auf. In Bezug auf die

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 13


anlagebedingten Verluste folgt, mit größerem Abstand, die Vorzugsvariante der

Antragsunterlagen und dann die Variante 2+1 B. Bei der Vorzugsvariante kommt es zu

randlichen Eingriffen in mehreren Gemeinden, wohingegen die Variante 2+1 B allein in einer

Gemeinde (Ratekau) zu insgesamt höheren Eingriffen in sehr hoch und hoch bedeutende

Bereiche führt 2 . Baubedingt sind die Vorzugsvariante der Antragsunterlagen und Variante

2+1 B als gleichrangig einzuschätzen. Es handelt sich um vorübergehende

Flächeninanspruchnahmen, die nur randlich auftreten.

In Bezug auf Flächeninanspruchnahme mit besonderer Bedeutung für die Erholung ist die

Vorzugsvariante der Antragsunterlagen mit dem Ausbau der Bestandstrasse sowohl anlageals

auch baubedingt deutlich im Vorteil. Bei dieser Variante ist der geringste Anteil an

erholungswirksamen Flächen betroffen. Bei den Variante 2+1 A und 2+1 B wird eine

zweigleisige Trasse nördlich von Ratekau komplett neu angelegt. Beide Varianten verlaufen

dabei durch viele erholungswirksame Bereiche wie z.B. das LSG „Pönitzer Seenplatte und

Haffwiesen“, das LSG „Schwartauer Waldungen“, den Naturerlebnisraum Schwartautal, den

Regionalen Grünzug [RP] zw. Ratekau und Luschendorf sowie ein Gebiet mit besonderer

Erholungseignung [LRP] im Bereich der „Pönitzer Seenplatte. Variante 2+1 B nimmt etwas

weniger Flächen in Anspruch als Variante 2+1 A und ist damit leicht im Vorteil.

Bei Betrachtung der durch Schallimmissionen beeinträchtigten Erholungsflächen sind die

Vorzugsvariante der Antragsunterlagen und die Variante 2+1 B mit geringem Vorteil auf dem

vorderen Platz vor Variante 2+1 A. Die Unterschiede zwischen den von Lärmimmissionen

beeinträchtigten erholungswirksamen Bereichen sind dabei sehr gering.

Im Hinblick auf die Zerschneidung von überregionalen Rad- und Wanderwegen bzw.

regionalen Reitwegen schneidet die Vorzugsvariante der Antragsunterlagen am besten ab.

Beim Ausbau der Bestandstrasse werden keine relevanten Wege neu zerschnitten. Bei den

Varianten 2+1 A und 2+1 B muss die Trasse z.T. komplett neu angelegt werden, was mit

einer deutlich größeren Zerschneidungswirkung von überregionalen Wegeverbindungen

verbunden ist. Variante 2+1 B ist dabei leicht im Vorteil vor Variante 2+1 A. Beide Varianten

zerschneiden eine regionale Reitroute. Variante 2+1 A ist dann aber auf dem dritten Platz

einzustufen, da diese Variante zusätzlich noch den Jakobsweg nordwestlich von Ratekau

zerschneidet.

Die Vorzugsvariante im Hinblick auf das Schutzgut Menschen, einschl. der menschlichen

Gesundheit sind unter Berücksichtigung der unter Kap. 3.2.4 bzw. 5.1 genannten Prämissen

und methodischen Einschränkungen die Varianten 2+1 A. Hinsichtlich der

Beeinträchtigungen durch Schallimmissionen schneidet diese Variante am günstigsten ab,

sofern davon ausgegangen wird, dass die Bestandstrasse ausschließlich vom

Personennahverkehr genutzt werden würde 3 .

Die Vorzugsvariante der Antragsunterlagen liegt zwar im Hinblick auf das Teilschutzgut

Erholen deutlich auf dem vorderen Platz, schneidet aber in Bezug auf Beeinträchtigungen

durch Schallimmissionen und Erschütterungen schlechter als die 2+1 Varianten ab (die

deutlich höheren Beeinträchtigungen des Teilschutzgutes Wohnen durch Lärm und

Erschütterungen werden stärker gewichtet, als Beeinträchtigungen der Erholungsfunktion). In

2 In Bezug auf den anlagebedingten Verlust von Siedlungsflächen in Bereichen die auf der

Bestandstrasse verlaufen sind die Flächenangaben nicht als auschlaggebendes Kriterium zu

betrachten. Die Abgrenzung der Siedlungsflächen erfolgte anhand der Biotopkartierung und dem

Abgleich mit den jeweiligen Flächennutzungs- und Bebauungsplänen im Maßstab 1:25.000. Da der

Eingriff durch die verschiedenen Trassenvarianten im M 1:1.000 dargestellt wird, resultiert daraus eine

gewisse Ungenauigkeit der Flächenabgrenzungen im Eingriffsbereich.

3 Realistisch ist, dass die Nahverkehrstrasse der 2+1-Varianten ebenfalls durch Güterverkehr genutzt

wird. In diesem Fall würde die Vorzugsvariante in Bezug auf Wohnen durch die aktiven

Lärmschutzmaßnahmen deutlich besser abschneiden als die 2+1-Lösungen (s. Kap. 5.4).

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 14


Bezug auf die Flächeninanspruchnahme im Teilschutzgut Wohnen (unter Vorsorgegesichtspunkten,

s. Ausführungen in Kap. 5.1 4 ) ist der Abstand der Vorzugsvariante zur Variante 2+1

A (1. Rang) deutlich, jedoch gering zur Variante 2+1 B, die bei den anlagebedingten

Verlusten den dritten Rang erhält, bei den baubedingten Verlusten jedoch mit der

Vorzugsvariante gleichplatziert ist. Insgesamt gesehen liegen die Vorzugsvariante aus den

Antragsunterlagen und die Variante 2+1 B mit geringem Abstand hinter Variante 2+1 A (die

im Teilschutzgut Erholen am schlechtesten abschneidet) auf dem zweiten Platz im Schutzgut

Menschen, einschl. der menschlichen Gesundheit.

Tabelle 5-1:

Kriterium

Schutzgutbezogene Gegenüberstellung – Menschen, einschl. der menschlichen Gesundheit

(Wohnen und Erholung)

Wohnen

Flächen- und Funktionsverlust

durch anlagebedingte

Flächeninanspruchnahme

innerhalb von Wohngebieten,

Mischgebieten, Sondergebieten,

Gewerbegebieten

Flächen- und Funktionsverlust

durch baubedingte

Flächeninanspruchnahme

innerhalb von Wohngebieten,

Mischgebieten, Sondergebieten,

Gewerbegebieten

Beeinträchtigungen durch

Schallimmissionen und

Erschütterungen

Erholung

Flächen- und Funktionsverlust

durch anlagebedingte Flächeninanspruchnahme

innerhalb von

Erholungsgebieten, Erholungsschwerpunkten

und Freizeiteinrichtungen

Flächen- und Funktionsverlust

durch baubedingte Flächeninanspruchnahme

innerhalb von Erholungsgebieten,

Erholungsschwerpunkten

und Freizeiteinrichtungen

Beeinträchtigung durch

Schallimmissionen: Verlärmung

von Erholungsgebieten,

Erholungsschwerpunkten,

Freizeiteinrichtungen innerhalb der

Zone 49 dB(A) tags

Zerschneidung von überregionalen

Rad- und Wanderwegen bzw.

Rangfolge der Varianten

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante

Antragsunterlagen

1>> 3 2>

1> 2 2

1>> 2>> 3

3 2>> 1>

3 2>> 1>

3> 1 1

3 2> 1>>

4 In Realität ist die Flächeninanspruchnahme durch die Vorzugsvariante der Antragsunterlagen

deutlich geringer als durch die 2+1-Varianten, da in vielen Ortschaften bereits eine Mehrgleisigkeit

vorhanden ist und auf Baustraßen verzichtet werden kann und auch für die Anlage keine weitere

Wohnfläche in Anspruch genommen werden muss. Unter dieser Maßgabe würde das Ergebnis für die

Vorzugsvariante deutlich positiver ausfallen als für die Variante 2+1 A (s. Kap. 5.4).

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 15


egionalen Reitwegen

Schutzgutbezogene

Bewertung/ Reihung der

Varianten

1> 2 2

5.1.1.2 Schutzgut Tiere und biologische Vielfalt

In Bezug auf den Verlust von faunistischen Lebensräumen ergibt sich kein eindeutiger

Unterschied zwischen der Vorzugsvariante der Antragsunterlagen und der Variante 2+1 B.

Beide Varianten erzielen bei den unterschiedlichen faunistischen Gruppen den ersten,

jedoch auch den zweiten und den dritten Rang. Aus diesem Grunde sind die Varianten

hinsichtlich des Verlustes als gleichrangig anzusehen. Eindeutig auf dem dritten Rang liegt

Variante 2+1 A, die häufiger als die beiden anderen Varianten bei den unterschiedlichen

Artengruppen den letzten Platz belegt.

Auch in Bezug auf Beeinträchtigung faunistischer Lebensräume durch Lärmimmissionen und

sonstige Störungen erhalten zwei Varianten den ersten Rang: die Vorzugsvariante der

Antragsunterlagen und Variante 2+1 A.

Hinsichtlich der Zerschneidungen von faunistischen Lebensräumen ergeben sich die

geringeren Betroffenheiten durch die Variante der Antragsunterlagen, es folgen mit geringen

Abständen die Variante 2+1 B und die Variante 2+1 A.

Insgesamt ist Vorzugsvariante der Antragsunterlagen vorteilhafter als die beiden 2+1-

Lösungen, von denen 2+1 A den letzten Rang belegt.

Tabelle 5-2:

Kriterium

Flächen- und Funktionsverlust

durch Flächeninanspruchnahme

faunistischer Lebensräume

Beeinträchtigung von Tieren durch

Schallimmissionen und optische

Reize

Beeinträchtigungen durch Barriereund

Trennwirkungen

Beeinträchtigungen durch

Fahrbetrieb

Schutzgutbezogene

Bewertung/ Reihung der

Varianten

Schutzgutbezogene Gegenüberstellung – Tiere und biologische Vielfalt

Rangfolge der Varianten

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante

Antragsunterlagen

3 1> 1>

1> 3 1>

3 2> 1>

3 2> 1>

5.1.1.3 Schutzgut Pflanzen

Betrachtet man zunächst nur den anlage- und baubedingten Verlust für die Neubautrassen

der 2+1-Varianten sowie den entsprechenden Verlust bei der Vorzugsvariante der

Antragsunterlagen, so schneiden die 2+1-Varianten besser ab als die Vorzugsvariante der

Antragsunterlagen.

Dies liegt insbesondere an den Unterschieden beim Verlust linearer gesetzlich geschützter

Biotope (nach § 30 BNatSchG i.V.m. § 21 LNatSchG) mit sehr hoher Bedeutung. Dieser fällt

bei den 2+1-Varianten geringer aus als bei der Vorzugsvariante der Antragsunterlagen. Bei

den flächenhaften Verlusten von Biotopen hoher Bedeutung sind die Unterschiede zwischen

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 16


den Varianten gering. Bei den linearen Verlusten von Biotopen mittlerer Bedeutung ist der

Vorteil der 2+1-Varianten jedoch wieder deutlich.

Für die Gesamtbetrachtung sind jedoch noch die zusätzlichen Eingriffe, die im Zuge der

Elektrifizierung der Bestandstrasse für die Baustraße der 2+1-Varianten entstehen,

einzubeziehen. Hier kommt es bei 2+1 A mit über 3.000 m zu den höchsten Eingriffen in

lineare Biotope sehr hoher Bedeutung (§ 30-Biotope). Die flächigen Eingriffe durch die

Baustraße betreffen sowohl bei 2+1 A als auch bei 2+1 B überwiegend Biotope mittlerer und

geringer Bedeutung.

Da die Eingriffe in die linearen Biotope sehr hoher Bedeutung überwiegen, werden sie als

ausschlaggebend für die Einstufung herangezogen. Insgesamt kommt es durch 2+1 A zu

Verlusten von rund 6.900 m linearer Biotope sehr hoher Bedeutung, bei 2+1 B sind dies rund

6.600 m und bei der Vorzugsvariante der Antragsunterlagen rund 6.900 m. Bei den Verlusten

flächiger Biotope ergeben sich keine entscheidenden Unterschiede. Variante 2+1 B wird

aufgrund der geringsten Verluste von Biotopen sehr hoher Bedeutung erstplatziert. Die

Vorzugsvariante der Antragsunterlagen und die Variante 2+1 A werden beide auf dem

zweiten Rang platziert, da die Unterschiede für eine weitere Abstufung zu gering sind.

Tabelle 5-3:

Kriterium

Flächen- und Funktionsverlust in

Bezug auf Biotoptypen (darunter

nach § 30 BNatSchG i.V.m. § 21

LNatSchG geschützte Biotope)

durch Flächeninanspruchnahme

Schutzgutbezogene

Bewertung/ Reihung der

Varianten

Schutzgutbezogene Gegenüberstellung – Pflanzen

Rangfolge der Varianten

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante

Antragsunterlagen

2 1> 2

2 1> 2

5.1.1.4 Schutzgut Boden

Sowohl hinsichtlich der Gesamtflächeninanspruchnahme als auch hinsichtlich der

Inanspruchnahme von Böden besonderer Bedeutung (Wertstufe 4) ergeben sich bei einem

Vergleich der drei Varianten deutliche Vorteile für die Vorzugsvariante der Antragsunterlagen

gegenüber den beiden 2+1-Varianten. Hauptursache hierfür ist der zur Erreichung der

Zweigleisigkeit geringere Flächenbedarf sowie die bei den beiden 2+1-Varianten

erforderliche baubedingte Inanspruchnahme von Böden für die Errichtung von Baustraßen

im Zuge der Elektrifizierung der Bestandstrasse, die bei der Vorzugsvariante nicht zum

Tragen kommt.

Bei der Gesamtinanspruchnahme von Böden beträgt der Vorteil der Vorzugsvariante der

Antragsunterlagen gegenüber den 2+1-Varianten 32,18 ha (Variante 2+1 A) bzw. 20,46 ha

(Variante 2+1 B).

Bei der Vorzugsvariante sind insgesamt 30,46 ha Böden der Wertstufe 4 von Flächen- oder

Funktionsverlust betroffen. Es handelt sich dabei vor allem um Böden, die hinsichtlich ihrer

Archivfunktion besondere Bedeutung aufweisen. Die Variante quert zwar das als

geowissenschaftlich schützenswertes Objekt ausgewiesene Tal der Schwartau, jedoch ist

die Trasse hier bereits großenteils zweigleisig ausgebaut, so dass die zusätzliche

Flächeninanspruchnahme gering ausfällt. Auch der Moränenzug Rühberg - Hohelied

(geowissenschaftlich schützenswertes Objekt) wird nur randlich tangiert. In größerem Maße

betroffen ist das Moränengebiet östlich des Taschensees und der Pönitzer Seen

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 17


(geowissenschaftlich schützenswertes Objekt Mo 025), das von der Variante auf ganzer

Länge durchschnitten wird.

Betrachtet man bei den beiden 2+1-Varianten nur den Ausbau- bzw. Neubauanteil, ist die

Inanspruchnahme von Böden der Wertstufe 4 im Vergleich mit der Vorzugsvariante schon

deutlich erhöht (36,97 ha Variante 2+1 A; 38,49 ha Variante 2+1 B). Betroffen ist auch hier

vor allem das geowissenschaftlich schützenswerte Objekt „Moränengebiet östlich des

Taschensees und der Pönitzer Seen“. Hinzu kommt bei beiden Varianten die Überprägung

von besonders bedeutsamen Böden durch die Anlage von Baustraßen entlang der

eingleisigen Bestandstrasse im Zuge der Elektrifizierungsmaßnahmen. Dabei werden die

gleichen Böden beansprucht wie bei der Vorzugsvariante der Antragsunterlagen, allerdings

in flächenmäßig geringerem Umfang (11,33 ha Variante 2+1 A; 10,35 ha Variante 2+1 B).

Insgesamt gesehen weist die Vorzugsvariante somit hinsichtlich des Schutzgutes Boden

sehr deutliche Vorteile gegenüber den beiden 2+1-Varianten auf. Unter diesen ist die

Variante 2+1 B gegenüber der Variante 2+1 A aufgrund der geringeren Gesamtinanspruchnahme

von ca. 12 ha Boden leicht bevorteilt.

Tabelle 5-4:

Kriterium

Flächen- und Funktionsverlust

durch anlage- und baubedingte

Flächeninanspruchnahme

(Versiegelung und Überprägung

durch Böschungen, Anlage von

Baustraßen)

Schutzgutbezogene

Bewertung/ Reihung der

Varianten

Schutzgutbezogene Gegenüberstellung – Boden

Rangfolge der Varianten

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante

Antragsunterlagen

3 2> 1>>>

3 2> 1>>>

5.1.1.5 Schutzgut Wasser – Teilschutzgut Grundwasser

Bei den beiden 2+1-Varianten wurden für die entlang der Bestandstrasse im Rahmen der

Elektrifizierung zu errichtenden Baustraßen aufgrund der auf die Bauzeit beschränkten

Anlage und der Durchlässigkeit des Belags (Schotter) keine negativen Auswirkungen auf die

Grundwasserneubildung angenommen.

Hinsichtlich des Gesamtverlustes an Grundwasserneubildungsflächen unterscheiden sich die

drei Varianten daher nur geringfügig (Vorzugsvariante 57,70 ha, Variante 2+1 A 55,81 ha,

Variante 2+1 B 57,96 ha). Alle Varianten beginnen mit dem bereits zweigleisig ausgebauten

Streckenabschnitt 1A.1, in dem keine Flächen- und Funktionsverluste durch

Flächeninanspruchnahme zu erwarten sind. Variante 2+1 A verläuft mit dem Streckenabschnitt

E.1 bei Ratekau zunächst in Flächen der Wertstufe 4, dann aber, wie bei den

folgenden Streckenabschnitten E.2 und E.3 auch, vorwiegend in Bereichen mit gut

geschützten Grundwasservorkommen sehr hoher Ergiebigkeit (Wertstufe 2).

Variante 2+1 B und die Vorzugsvariante durchschneiden im Streckenabschnitt 1A.14 und

auch zu Beginn des Streckenabschnitts 1A.2 ungeschützte Bereiche innerhalb des

Verbreitungsgebietes des quartären / jungtertiären Hauptgrundwasserleiters

(Grundwasserdargebotsklasse I) im Einzugsgebiet der Trave (Wertstufe 4). Danach

verlaufen beide Varianten überwiegend in gut geschützten Grundwasservorkommen sehr

hoher Ergiebigkeit (Wertstufe 2).

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 18


Da der Gesamtverlust an Grundwasserneubildungsflächen bei allen drei Varianten nur

unwesentlich abweicht, spielt für eine Reihung die Inanspruchnahme hoch und sehr hoch

bedeutsamer Flächen (Wertstufen 3 und 4) die entscheidende Rolle. Flächen der Wertstufe

4 sind bei der Vorzugsvarianten mit 5,88 ha am wenigsten betroffen. Es folgen Variante

2+1 B mit 5,98 ha und schließlich Variante 2+1 A mit 11,22 ha. Als Ausbauvariante zeigt die

Vorzugsvariante zudem mit 16,46 ha den vergleichsweise höchsten Anteil im Verlust

geringwertiger Flächen (Wertstufe 1). Somit bleibt die Vorzugsvariante hinsichtlich des

Verlustes an Grundwasserneubildungsflächen gegenüber den beiden 2+1-Varianten leicht im

Vorteil.

Bezüglich der Funktionsbeeinträchtigungen des Grundwassers unterscheiden sich die

Varianten wie folgt:

Variante 2+1 A beginnt im Streckenabschnitt E.1 mit einem Wechsel von Gleich-, Dammund

Einschnittlagen. Die Einschnitte liegen hier überwiegend zwischen 5 und 10 m, anteilig

auch > 10 m. Einschnitte in Flächen der Wertstufe 4 werden als Konfliktschwerpunkte

gewertet. In der sich nördlich an das Ratekauer Moor anschließenden Niederung durchquert

die Trasse in Dammlage auf einer Länge von gut 1 km Bereiche mit Grundwasserflurabständen

< 2 m (sehr hohe Empfindlichkeit). Innerhalb des Trassenbereichs stehen Niedermoortorfe

mit mehr als 2 m Mächtigkeit an. Bei Schüttung des Dammes müsste die Deckschicht

des oberen, hier anteilig bedeckten Grundwasserleiters entfernt und das Grundwasser

angeschnitten werden. Zur Vermeidung eines Grundwasseranstaus sollte bei der Dammschüttung

grobkörniges Material verwendet werden, obwohl die Trasse in Grundwasserfließrichtung

verläuft und daher Stauwirkungen hinsichtlich des Grundwassers eher unwahrscheinlich

sind. Die Querung des Niederungsbereiches stellt einen Konfliktschwerpunkt dar

und kann auch zu Einschränkungen des oberirdischen Abflusses in der Fläche und einem

Rückstau bei Starkregenereignissen führen (REINSCH 2012). Im östlichen Anschluss verläuft

die Variante mit den Streckenabschnitten E.2 und E.3 in einem Wechsel von Gleich-, Dammund

Einschnittlagen. Die Einschnitte liegen innerhalb von Geländekuppen, die Deckschichtmächtigkeit

bleibt hoch. Grundwasser wird weder offengelegt noch angeschnitten.

Beeinträchtigungen des Grundwassers sind hier auszuschließen.

Die Variante durchzieht auf einer Länge von 12,53 km ein Wasserschongebiet mit geringer

Schutzpriorität. Wasserfassungen werden nicht tangiert.

Variante 2+1 B verläuft im Streckenabschnitt 1A.14 in Gleich- bzw. leichter Dammlage über

die Schwartau-Niederung (Flächen der Wertstufe 3) und anschließend über Flächen der

Wertstufe 4. Die Trasse verläuft im oberen, unbedeckten Grundwasserleiter in Fließrichtung

des Grundwassers, der Grundwasserabstrom wird also nicht beeinträchtigt. Im Streckenabschnitt

1A.2 sind aufgrund der Geländemorphologie längere Einschnitte erforderlich, die in

der Bestandstrasse bereits beim Bau erfolgt sind. Da hier kein Grundwasseranschnitt erfolgt

ist, ist auch beim Ausbau nicht mit einer Beeinträchtigung des Grundwasserabstroms zu

rechnen. Auch im Streckenabschnitt 1A.3 ist infolge des Trassenausbaus eine Grundwasserbeeinträchtigung

auszuschließen. Die Variante verläuft in den folgenden Streckenabschnitten

innerhalb der kuppigen Grundmoränenlandschaft abwechselnd in Damm- und

Einschnittlage. In tieferen Einschnitten bleibt die Deckschichtmächtigkeit auch hier so hoch,

dass Grundwasser weder offen gelegt noch angeschnitten wird. Eine Beeinträchtigung des

Grundwassers ist auszuschließen. Ablaufendes Niederschlagswasser kann anteilig in den

Randgräben versickern bzw. wird dem Vorflutsystem innerhalb des engeren Einzugsgebietes

zugeführt.

Die Variante durchschneidet auf einer Länge von 13,39 km ein Wasserschongebiet mit

geringer Schutzpriorität. Wasserfassungen werden nicht tangiert.

Die Vorzugsvariante der Antragsunterlagen verläuft im Streckenabschnitt 1A.14 in Gleichbzw.

leichter Dammlage über die Schwartau-Niederung (Flächen der Wertstufe 3) und

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 19


anschließend über Flächen der Wertstufe 4. Die Trasse verläuft im oberen, unbedeckten

Grundwasserleiter in Fließrichtung des Grundwassers, der Grundwasserabstrom wird also

nicht beeinträchtigt. Im Streckenabschnitt 1A.2 sind aufgrund der Geländemorphologie

längere Einschnitte erforderlich, die in der Bestandstrasse bereits beim Bau erfolgt sind. Da

hier kein Grundwasseranschnitt erfolgt ist, ist auch beim Ausbau nicht mit einer

Beeinträchtigung des Grundwasserabstroms zu rechnen. Auch im Streckenabschnitt 1A.3 ist

infolge des Trassenausbaus eine Grundwasserbeeinträchtigung auszuschließen. Im

Streckenabschnitt 1A.4 verläuft die Bestandstrasse überwiegend in Gleich- bzw. leichter

Dammlage, abschnittsweise auch in flachen Einschnitten. In den Haffwiesen nördlich von

Scharbeutz ist der Geschiebelehm / -mergel von Niedermoortorfen überlagert. Bei

Herstellung der Zweigleisigkeit würde der Niedermoortorf entfernt, der eigentliche

Geringleiter jedoch nicht angeschnitten. Damit ergibt sich hier ein Konfliktschwerpunkt. Der

wasserführende Moorkörper besitzt keine Grundwasserspeisung. Die Trasse verläuft quer

zur Fließrichtung der Gösebek. Um die Wasserwegsamkeit innerhalb des Torfkörpers zu

erhalten, sollte grobkörniges Material zur Dammschüttung verwendet werden (REINSCH

2012). Im Streckenabschnitt 1A.5 erfolgt nach anfänglichem Verlauf auf der Bestandstrasse

in Dammlage eine Neutrassierung zur Umfahrung von Neustadt. Die Querung einer Reihe

von Geländekuppen erfolgt hier im Einschnitt, die BAB A 1 und einzelne Wege werden

unterführt. In den Einschnittbereichen verläuft die Trasse im gesamten Streckenabschnitt

über dem in hoher Mächtigkeit anstehenden Geschiebelehm / -mergel. Lokal werden

einzelne Flächen der Wertstufe 3 und 4 tangiert. Die Deckschichten werden innerhalb der

Geländekuppen zwar anteilig entfernt, bleiben aber unterhalb des generellen

Geländeniveaus in hoher Mächtigkeit erhalten. Grundwasserleiter bzw. Grundwasser werden

nicht angeschnitten. Ablaufendes Niederschlagswasser kann wie bisher über die

Bahngräben versickern.

Die Variante liegt mit einer Länge von 13,19 km in einem Wasserschongebiet mit geringer

Schutzpriorität. Wasserfassungen werden nicht tangiert.

Insgesamt gesehen weist Variante 2+1 B hinsichtlich der Beeinträchtigung durch Eingriffe in

den Grundwasserkörper (Veränderung der Grundwasserdynamik) und durch Freilegen /

Anschnitt des Grundwassers leichte Vorteile gegenüber der Vorzugsvariante auf. Am

ungünstigsten erscheint hier mit der größten Anzahl an Konfliktschwerpunkten die Variante

2+1 A.

5.1.1.6 Schutzgut Wasser – Teilschutzgut Oberflächengewässer

Die Variante 2+1 A quert insgesamt 5 Gräben, von denen 4 im Streckenabschnitt E.1 und 1

im Streckenabschnitt E.3 liegen. Von Süd nach Nord handelt es sich dabei um:

• 2 Gräben im Ratekauer Moor

• 2 Gräben nördlich der Aalbek

• 1 Graben südlich der B 432 im Bereich der AS Scharbeutz der BAB A 1

Alle Gräben werden verrohrt unter der Bahntrasse hindurchgeführt.

Die Schwartau wird im Streckenabschnitt 1A.1 durch ein bestehendes Brückenbauwerk

gequert. In diesem Abschnitt ist die Trasse bereits zweigleisig ausgebaut, so dass keine

zusätzlichen Beeinträchtigungen des Fließgewässers zu erwarten sind.

Der Oberlauf der Aalbek wird im Streckenabschnitt E.1 als Durchlass unter der Bahntrasse

hindurchgeführt. Kurz vor dem Trassenkombinationspunkt 6 wird ein Kleingewässer der

Wertstufe 3 vollständig überbaut.

Im Streckenabschnitt E.2 sind südlich und nördlich der L 180 2 Kleingewässer der Wertstufe

2 von Überbauung betroffen. 1 weiteres Kleingewässer (Wertstufe 3) geht östlich von

Luschendorf verloren.

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 20


Im Streckenabschnitt E.3 wird die Verrohrung der Heidebek unter der BAB A 1 unter der hier

in Dammlage parallel zur Autobahn geführten Variantentrasse nach Westen verlängert.

Gleichzeitig geht ein westl. der Autobahn liegendes Kleingewässer (Wertstufe 2) vollständig

verloren. 2 weitere etwas weiter nördlich liegende Kleingewässer der Wertstufe 2 werden

durch die Variantentrasse teilweise randlich überbaut (Teilverlust). Bei der Querung der

Gösebek wird die Verrohrung unter der BAB A 1 nach Westen verlängert. Die

Variantentrasse verläuft hier autobahnparallel in Dammlage.

Bei der Anlage von Baustraßen, die für die Elektrifizierung der eingleisigen Bestandsstrecke

erforderlich sind, werden zusätzlich bauzeitlich 8 weitere Gräben im Streckenabschnitt 1A.4

verrohrt. Außerdem müssen bauzeitliche Durchlässe für die Gewässerläufe von Aalbek,

Heidebek und Gösebek errichtet werden. 1 Kleingewässer der Wertstufe 2 (nordöstl.

Oeverdiek) ist partiell ebenfalls durch die Anlage von Baustraßen betroffen.

Die Variante 2+1 B quert insgesamt 4 Gräben, von denen 1 im Streckenabschnitt A.1, 2 im

Streckenabschnitt X.5 und 1 im Streckenabschnitt E.3 liegen. Von Süd nach Nord handelt es

sich dabei um:

• 1 Graben östlich von Neuruppersdorf

• 2 Gräben nördlich der AS Pansdorf der BAB A 1 in der Nähe des

Trassenkombinationspunktes

• 1 Graben südlich der B 432 im Bereich der AS Scharbeutz der BAB A 1

Alle Gräben werden verrohrt unter der Bahntrasse hindurchgeführt.

Die Schwartau wird im Streckenabschnitt 1A.1 durch ein bestehendes Brückenbauwerk

gequert. In diesem Abschnitt ist die Trasse bereits zweigleisig ausgebaut, so dass keine

zusätzlichen Beeinträchtigungen des Fließgewässers zu erwarten sind.

Im Abschnitt 1A.3 wird die Aalbek als Durchlass unter der Trasse hindurchgeführt.

An einem der beiden Gräben nördlich der AS Pansdorf befindet sich ein Kleingewässer

(Wertstufe 3), das von der Variantentrasse vollständig überbaut wird.

Im Streckenabschnitt E.3 wird die Verrohrung der Heidebek unter der BAB A 1 unter der hier

in Dammlage parallel zur Autobahn geführten Variantentrasse nach Westen verlängert.

Gleichzeitig geht ein westl. der Autobahn liegendes Kleingewässer (Wertstufe 2) vollständig

verloren. 2 weitere etwas weiter nördlich liegende Kleingewässer der Wertstufe 2 werden

durch die Variantentrasse teilweise randlich überbaut (Teilverlust). Bei der Querung der

Gösebek wird die Verrohrung unter der BAB A 1 nach Westen verlängert. Die

Variantentrasse verläuft hier autobahnparallel in Dammlage.

Bei der Anlage von Baustraßen, die für die Elektrifizierung der eingleisigen Bestandsstrecke

erforderlich sind, werden zusätzlich bauzeitlich 8 weitere Gräben im Streckenabschnitt 1A.4

verrohrt. Außerdem müssen bauzeitliche Durchlässe für die Gewässerläufe von Heidebek

und Gösebek errichtet werden. 1 Kleingewässer der Wertstufe 2 (nordöstl. Oeverdiek) ist

partiell ebenfalls durch die Anlage von Baustraßen betroffen.

Die Vorzugsvariante der Antragsunterlagen quert insgesamt 10 Gräben, von denen 9 im

Streckenabschnitt 1A.4 und 1 im Streckenabschnitt 1A.5 liegen. Von Süd nach Nord handelt

es sich dabei um:

• 1 Graben westl. Hemmelsdorf

• Hainholzgraben nördl. Hainholz

• Timmendorfer Mühlengraben

• 1 Graben bei Kattenhöhlen

• 1 Graben nahe dem Südufer des Wennsees

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 21


• 1 Graben südlich der Heidebek

• 2 Gräben südlich und nördlich der B 76

• 1 Graben südlich von Haffwiese

• Graben, der aus einem Stillgewässer an der BAB A1 nordwestl. von Haffkrug in Richtung

Ostsee entwässert

Alle Gräben werden verrohrt unter der Bahntrasse hindurchgeführt.

Die Schwartau wird im Streckenabschnitt 1A.1 durch ein bestehendes Brückenbauwerk

gequert. In diesem Abschnitt ist die Trasse bereits zweigleisig ausgebaut, so dass keine

zusätzlichen Beeinträchtigungen des Fließgewässers zu erwarten sind.

Im Abschnitt 1A.3 wird die Aalbek als Durchlass unter der Trasse hindurchgeführt.

Die Durchlässe von Heidebek und Gösebek unter der Bestandstrasse werden im Zuge des

Ausbaus zur Zweigleisigkeit verlängert.

Am Timmendorfer Mühlengraben ist ein an der Bestandstrasse liegendes naturnahes

Kleingewässer der Wertstufe 3 teilweise von Überbauung betroffen. Gleiches gilt für ein

Kleingewässer der Wertstufe 2 an der Bahntrasse nordöstl. von Oeverdiek (Golfplatz).

Im Vergleich der drei Varianten ergeben sich hinsichtlich des Flächen- und

Funktionsverlustes von Stillgewässern sehr deutliche Vorteile für die Vorzugsvariante der

Antragsunterlagen, da hier nur 2 Stillgewässer partiell betroffen sind. Von den beiden 2+1-

Varianten weist Variante 2+1 B wiederum deutliche Vorteile gegenüber Variante 2+1 A auf.

Hinsichtlich der Beeinträchtigung von Fließgewässern weist die Vorzugsvariante insgesamt

gesehen leichte Vorteile gegenüber den beiden 2+1-Varianten auf, da hier die bauzeitliche

Verrohrung von zahlreichen Gräben und Bächen entfällt. Der Vorteil wird durch den

Sachverhalt etwas relativiert, dass bei der Vorzugsvariante anlagebedingt bei 10 Gräben

eine Verlängerung der bisherigen Verrohrung erforderlich ist, während bei den beiden 2+1-

Varianten nur 4 bzw. 5 Gräben dauerhaft verrohrt werden müssen (hier allerdings

Neuverrohrung).

Bei einer Gesamtabwägung für das Teilschutzgut Oberflächengewässer wird dem Flächenund

Funktionsverlust von Stillgewässern durch Überbauung generell eine größere

Bedeutung beigemessen als der Verrohrung bzw. Überbrückung der Fließgewässer, die

ohnehin aufgrund ihres Ausbaus nur eine mittlere Bedeutung aufweisen.

Tabelle 5-5:

Kriterium

Flächen- und Funktionsverlust

durch anlage- und baubedingte

Flächeninanspruchnahme

(Grundwasser)

Beeinträchtigung durch Eingriffe in

den Grundwasserkörper und durch

Freilegen / Anschnitt des

Grundwassers

Beeinträchtigung der

Trinkwassergewinnung

Flächen- und Funktionsverlust

durch anlage- und baubedingte

Flächeninanspruchnahme

(Stillgewässer)

Schutzgutbezogene Gegenüberstellung – Wasser (Grundwasser und Oberflächengewässer)

Rangfolge der Varianten

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante

Antragsunterlagen

3 2> 1>

3 1> 2>>>

1 1 1

3 2>> 1>>>

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 22


Beeinträchtigung von

Fließgewässern

Beeinträchtigung von

Überschwemmungsgebieten oder

hochwassergefährdeten Gebieten

Schutzgutbezogene

Bewertung / Reihung der

Varianten

3 2> 1>

1 1 1

3 2>> 1>>

5.1.1.7 Schutzgut Klima / Luft

Bei den Varianten 2+1 A und 2+1 B werden im Streckenabschnitt E.3 der Staatsforst

Scharbeutzer Heide und der Staatsforst Eutin bei Haffkrug auf einer Länge von 1,26 km

zerschnitten.

Bei der Vorzugsvariante der Antragsunterlagen sind keine größeren klimaökologisch

bedeutsamen Waldflächen von Zerschneidung betroffen.

Tabelle 5-6:

Kriterium

Zerschneidung und

Funktionsbeeinträchtigung

klimaökologisch bedeutsamer

Waldflächen

Schutzgutbezogene

Bewertung / Reihung der

Varianten

Schutzgutbezogene Gegenüberstellung – Klima / Luft

Rangfolge der Varianten

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante

Antragsunterlagen

2 2 1>>

2 2 1>>

5.1.1.8 Schutzgut Landschaft

In Bezug auf die Inanspruchnahme von Flächen mit Bedeutung für das Landschaftsbild ist

die Vorzugsvariante der Antragsunterlagen auf dem vordersten Platz. Bei der

Vorzugsvariante der Antragsunterlagen handelt es sich um den Ausbau der Bestandstrasse,

sodass hier die geringste Fläche in Anspruch genommen wird und keine Landschaftsräume

neu durchschnitten werden.

Auf dem Zweiten Platz liegt Variante 2+1 B, die östlich auf der bestehenden Bahntrasse an

Ratekau vorbeigeführt wird und nördlich der Ortschaft in Richtung der BAB 1 abzweigt. Diese

Variante durchschneidet den Landschaftsraum Knicklandschaft mit einer hohen

Gesamtempfindlichkeit. Die Flächeninanspruchnahme des Landschaftsraumes

Binnengewässer [Ruppersdorfer See] erfolgt bei Variante 2+1 B nur randlich. Die größte

Flächeninanspruchnahme von Landschaftsräumen mit einer hohen Gesamtempfindlichkeit

erfolgt bei Variante 2+1 A. Diese Variante verläuft nördlich von Ratekau westlich der BAB 1

und durchschneidet dabei den Landschaftsraum Knicklandschaft, dem eine hohe

Gesamtempfindlichkeit zugeordnet wird. Die Trasse wird westlich an Ratekau auf der

bestehenden Bahntrasse in Richtung Eutin vorbeigeführt. Von dieser Trasse zweigt diese

Variante dann in Richtung des Landschaftsraumes Binnengewässer [Ruppersdorfer See] ab

und durchschneidet diesen Raum.

Bei den Varianten 2+1 A und 2+1 B ist außerdem auch die baubedingte Flächeninanspruchnahme

durch die Elektrifizierung der bestehenden Trasse zu berücksichtigen, was den

ohnehin höheren Flächenbedarf zusätzlich erweitert.

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 23


In Bezug zu Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes durch visuelle Überprägung und

Verlärmung lässt sich feststellen, dass die Vorzugsvariante der Antragsunterlagen die

geringste Fläche aufweist. Generell ist bei allen Varianten eine Vorbelastung von der

bestehenden Bahntrasse sowie der BAB 1 zu berücksichtigen. Die größte beeinträchtigte

Fläche hoch empfindlicher Bereiche weist Variante 2+1 B auf und belegt damit den letzten

Platz.

In Bezug auf die Lärmschutzwände führt die Vorzugsvariante der Antragsunterlagen am

dichtesten an Siedlungsbereichen vorbei, da hier die bestehende Bahntrasse ausgebaut

wird. Daher sind hier Lärmschutzwände mit der größten Streckenlänge vorgesehen. Bei der

Vorzugsvariante werden westlich der Bahntrasse Lärmschutzwände mit einer Gesamtlänge

von 6.491 m und östlich der Bahntrasse mit einer Gesamtlänge von 7.586 m vorgesehen.

Bei der Variante 2+1 A sind westlich der Bahntrasse Lärmschutzwände mit einer Länge von

insgesamt 4.221 m und östlich der Bahntrasse mit einer Länge von insgesamt 6.774 m

geplant.

Im Bereich der Variante 2+1 B sind westlich der Bahntrasse Lärmschutzwände mit einer

Länge von insgesamt 3.493 m und westlich der Bahntrasse mit einer Länge von insgesamt

6.635 m vorgesehen.

Die Lärmschutzwände bei der Vorzugsvariante der Antragsunterlagen verlaufen zum

überwiegenden Teil am Siedlungsrand und in Landschaftsbildeinheiten mit einer mittleren

(Knicklandschaft) bis geringen (Wald) visuellen Verletzlichkeit. Dementsprechend wird die

Einsehbarkeit der Landschaft eingeschränkt, sodass die weiträumige Sichtbarkeit der

Lärmschutzwände vermindert wird.

Variante 2+1 A umfährt die Ortslage Ratekau am westlichen Siedlungsrand. Zur

Verminderung der Beeinträchtigungen durch Schallimmissionen wird in diesem Bereich eine

Lärmschutzwand angeordnet, die zwischen Bad Schwartau und Ratekau im Wald verläuft

und somit visuell abgeschirmt wird.

Variante 2+1 B verläuft im Bereich von Ratekau auf der Bestandstrasse. Beeinträchtigungen

durch Lärm werden durch eine entsprechende Lärmschutzwand am westlichen

Siedlungsrand vermindert.

Da in Abschnitt 1 ein bewegtes Relief und zum überwiegenden Teil Landschaftsbildeinheiten

mit einer geringen bis mittleren visuellen Empfindlichkeit vorhanden sind, sind im Vergleich

der Varianten nur geringe Unterschiede vorhanden.

Lärmschutzwände lassen sich durch geeignete Bepflanzung an den Außenseiten optisch in

der Regel gut ins Umfeld einbinden. Durch die Lärmschutzmaßnahmen werden die

Beeinträchtigungen durch Schallimmissionen deutlich gemindert, sodass nachteilige

Auswirkungen auf das Landschaftserleben durch den Bahnverkehr vermindert oder

vermieden werden.

Aufgrund der z.T. deutlich geringeren Flächengröße bei Inanspruchnahme und

Beeinträchtigung ist die Vorzugsvariante der Antragsunterlagen als Vorzugsvariante im

Hinblick auf das Schutzgut Landschaft zu betrachten.

Dahinter folgen mit einem geringen Nachteil die beiden 2+1 Varianten zusammen auf Platz

zwei. Die Unterschiede zwischen den beiden 2+1 Varianten sind dabei so gering, dass sich

keine eindeutige Reihung bilden lässt.

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 24


Tabelle 5-7:

Kriterium

Verlust von Landschaftsbildräumen

bzw. –einheiten durch

Flächeninanspruchnahme

Beeinträchtigungen von

Landschaftsräumen durch visuelle

Überprägung (Wirkzone 0-200 m;

Zone 200 m - 49 d(B)A) (tags))

Schutzgutbezogene

Bewertung/ Reihung der

Varianten

Schutzgutbezogene Gegenüberstellung – Landschaft

Rangfolge der Varianten

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante

Antragsunterlagen

3 2> 1>

2> 3 1>

2 2 1>

5.1.1.9 Schutzgüter Kultur- und sonstige Sachgüter

Innerhalb der Ortschaft Ratekau befindet sich eine Durchfahrtsscheune, bei der es sich um

ein eingetragenes Kulturdenkmal gem. § 5 Abs. 1 DSchG (D§ - Einzelobjekt) handelt. Dieses

Kulturdenkmal befindet sich im Bereich der beiden Varianten 2+1 B und der Vorzugsvariante

der Antragsunterlagen. Aufgrund der Lage innerhalb der Ortschaft wird die Durchfahrtsscheune

durch andere Gebäude abgeschirmt, sodass sensorielle Beeinträchtigungen durch

das Vorhaben nicht relevant sind und es diesbezüglich zu keinen entscheidungserheblichen

Unterschieden zwischen den einzelnen Varianten kommt. Anhand dieses Kriteriums lässt

sich keine Vorzugsvariante ableiten.

Aus den Ergebnissen des Fachbeitrages archäologische Kulturgüter lässt sich die

Vorzugsvariante der Antragsunterlagen als Vorzugsvariante beschreiben. Bei dieser

Variante ist von einem geringeren Flächenverbauch und damit geringerem Verlust von

archäologischen Kulturgütern auszugehen, da hier nur die Bestandstrasse erweitert werden

muss. Die beiden Varianten 2+1 A und 2+1 B folgen zusammen auf dem zweiten Platz, da

diese Varianten jeweils nördlich von Ratekau die Neuanlage einer Trasse erfordern und

dementsprechend mehr Fläche in Anspruch genommen werden muss als beim Ausbau der

Bestandstrasse (Vorzugsvariante der Antragsunterlagen).

Tabelle 5-8:

Kriterium

Flächen- und Funktionsverlust

durch anlagebedingte und

baubedingte

Flächeninanspruchnahme

innerhalb Kultur und

Baudenkmalen, Ensembles und

Gartendenkmalen

Sensorielle Beeinträchtigungen von

Kultur- und Baudenkmalen durch

Verlärmung und visuelle

Überprägung im Nahbereich

(zwischen Außenkante Baukörper

und 200 m Entfernung)

Bau- und anlagebedingte

Auswirkungen auf archäologische

Kulturgüter durch Flächen- und

Funktionsverlust im Rahmen der

Baumaßnahmen sowie Störungen

Schutzgutbezogene Gegenüberstellung – Kultur- und sonstige Sachgüter

Rangfolge der Varianten

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante

Antragsunterlagen

Keine Betroffenheit

Keine Betroffenheit

2 2 1>>

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 25


der Sichtbeziehungen und

Flächenzerschneidungen

Schutzgutbezogene

Bewertung/ Reihung der

Varianten

2 2 1>>

5.1.1.10 Fazit der Gegenüberstellung in Abschnitt 1

Bei Betrachtung der Schutzgüter nach UVPG hat die Vorzugsvariante der Antragsunterlagen

einen Vorteil vor den beiden 2+1-Varianten, da diese Variante einen geringeren

Flächenverbrauch nach sich zieht. Besonders deutlich wird dies beim Schutzgut Boden aber

auch bei den Schutzgütern Wasser und Kultur- und sonstige Sachgüter.

In Bezug auf das Schutzgut Menschen, einschließlich der menschlichen Gesundheit erhält

die Vorzugsvariante der Antragsunterlagen zusammen mit der Variante 2+1 B den zweiten

Rang. Hinsichtlich der Lärmimmissionen führt die Vorzugsvariante der Antragsunterlagen bei

der Gegenüberstellung zu höheren Betroffenheiten als die beiden 2+1-Varianten.

Dies gilt allerdings nur unter der Annahme, dass bei einer dreigleisigen Streckenführung im

Falle einer "2+1-Lösung" der lärmintensive Personenfern- und Güterverkehr ausschließlich

eine zweigleisige Neubautrasse nutzen würde, während eine lediglich elektrifizierte

Bestandstrasse nur vom Personennahverkehr mit vergleichsweise sehr viel geringeren

Belastungen genutzt würde.

Auf Grundlage dieser Annahme ist methodisch anhand der zur Verfügung stehenden Daten

die Gegenüberstellung aufgebaut. Diese Annahme erscheint aber nicht realitätsnah (vgl.

hierzu den methodischen Hinweis unter Kap. 5.1).

Insofern muss eher davon ausgegangen werden, dass im Zuge eines diskriminierungsfreien

Zugangs zur Schieneninfrastruktur auch zumindest in Teilen (deren Umfang im Moment nicht

realistisch prognostizierbar ist) Personenfern- und Güterverkehr auch die Bestandsstrecke

nutzen würde, und zwar ohne dass diese Strecke dann mit entsprechendem Lärmschutz

versehen wäre. Im Lichte einer solchen Betrachtung würde die Gegenüberstellung

hinsichtlich des Schutzguts Menschen zu einem anderen Ergebnis kommen und die

Beeinträchtigungen durch die 2+1-Varianten deutlich gravierender ausfallen als durch die

Vorzugsvariante der Antragsunterlagen, bei der aktiver Lärmschutz vorgesehen ist (s. auch

Ausführungen in Kap. 5.4).

In Bezug auf den Flächenverbrauch im Schutzgut Menschen, einschl. der menschlichen

Gesundheit sind die Betroffenheiten durch die Vorzugsvariante in Realität voraussichtlich

wesentlich geringer, da in der weiteren Detaillierung bzw. Planungstiefe keine Baustraßen an

Stellen erforderlich sind, an denen bereits eine Mehrgleisigkeit vorliegt. Der Ausbau erfolgt

hier ausgehend vom bestehenden Gleis (s. Kap. 5.4).

Bei der vorsorgeorientierten Gegenüberstellung unter Zugrundelegung der Daten aus den

Antragsunterlagen folgt nach der Vorzugsvariante aus den Antragsunterlagen Variante 2+1 B

auf dem zweiten Rang. Diese Trasse verläuft noch bis nördlich von Ratekau im Ausbau auf

der Bestandstrasse, bevor sie als Neubau an die Autobahn verschwenkt wird. Daher führt sie

zu etwas weniger Flächenverbrauch als Variante 2+1 A, die lediglich bis östlich von Ratekau

auf der Bestandstrasse verläuft. In der Gegenüberstellung hat 2+1 B einen geringen Vorteil

vor 2+1 A, die aufgrund des höchsten Flächenverbrauchs und der größten erheblich

nachteiligen Auswirkungen in der Gegenüberstellung den dritten Rang einnimmt.

Bezieht man in die Gegenüberstellung die Ergebnisse aus den Betrachtungen von

Artenschutz (s. Kap. 5.3.2.1) und NATURA 2000 (s. Kap. 5.3.1.1) ein, so bestätigt dies den

ersten Platz der Vorzugsvariante der Antragsunterlagen deutlich.

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 26


In der artenschutzrechtlichen Gegenüberstellung erhält die Vorzugsvariante der

Antragsunterlagen einen deutlichen Vorteil gegenüber den beiden 2+1-Varianten, da bei ihr

keine summarischen Effekte durch mehr Oberleitungen (bei den 2+1-Varianten sowohl bei

Fern- und Güterverkehrstrasse als auch bei der zu elektrifizierenden Bestandstrasse; bei der

Vorzugsvariante lediglich eine Trasse mit Oberleitungen) vorliegen. Auch im Hinblick auf die

Betroffenheit von NATURA 2000-Gebieten hat die Vorzugsvariante der Antragsunterlagen

einen leichten Vorteil vor den beiden 2+1-Varianten. Durch die wesentlich höheren

artenschutzrechtlichen Konflikte und die höheren Betroffenheiten von NATURA 2000 bei

Variante 2+1 A erhält diese auch in der Gesamtschau den letzten Rang, nach Variante

2+1 B.

Tabelle 5-9: Gesamtmatrix – Gegenüberstellung Abschnitt 1

Kriterien

UVS Schutzgüter

Variante 2+1 A

Variante 2+1 B

Vorzugsvariante

der

Antragsunterlagen

Menschen, einschl. der

menschlichen

Gesundheit (Wohnen

und Erholung) 5 1> 2 2

Tiere und biologische

Vielfalt

Pflanzen

Boden

Wasser

Klima/ Luft

Landschaft

Kultur- und sonstige

Sachgüter

Gesamtbewertung

UVS Schutzgüter

NATURA 2000

artenschutzrechtliche

Betroffenheiten

Rangfolge und

Unterschiede/ Vorteilsbildung

aller

Umweltaspekte

3 2> 1>

2 1> 2

3 2> 1>>>

3 2>> 1>>

2 2 1>>

2 2 1>

2 2 1>>

3 2> 1> 6

3 2> 1>

3 2>>> 1>>

3 2>> 1>>

5 Siehe hierzu methodische Hinweise in Kap. 5.1 und die ergänzenden Hinweise in Kap. 5.4

hinsichtlich Güterverkehr und Flächenverbrauch.

6 Sofern die genannten methodischen Hinweise (Güterverkehr und Flächenverbrauch, s. Kap. 5.1)

berücksichtigt werden, dürfte sich ein deutlicherer Vorteil für die Vorzugsvariante der

Antragsunterlagen ergeben.

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 27


geringer Vorteil gegenüber der folgenden Variante

>> deutlicher Vorteil gegenüber der folgenden Variante

>>> sehr deutlicher Vorteil gegenüber der folgenden Variante

UVS: erheblich nachteilige

Auswirkungen

NATURA 2000:

Konfliktpotenzial

gering sehr gering gering

mittel mittel mittel

hoch hoch hoch

Artenschutz:

Konfliktrisiko

sehr hoch

sehr hoch

5.1.2 Abschnitt 2

Variante 2+1 1A.6

Vorzugsvariante Antragsunterlagen 1A.6 1A.6.1

Bei allen Varianten der Antragsunterlagen ist der Bau der Streckenabschnitte 1A.6 (westliche

Umfahrung des Neustädter Binnenwassers) und 1A.6.1 (Stichstrecke zur Anbindung von

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 28


Neustadt) erforderlich (s. Abbildung 4-4). Die Bestandsstrecke, die bislang auf einem Damm

durch das Neustädter Binnenwasser weitergeführt wird, würde in diesem Fall zurückgebaut

werden (s. Abbildung 4-4) und stünde zwischen dem Anfang von Abschnitt 2 (südlich von

Neustadt) und Altenkrempe als Tauschflächen für die Eingriffskompensation zur Verfügung

(bis auf eine kleine Teilstrecke innerhalb von Neustadt südlich des Neustädter

Binnenwassers, für die bei Streckenabschnitt 1A.6.1 weiterhin die Bestandsstrecke genutzt

wird).

Bei der 2+1-Betrachtung ist eine zusätzliche Stichstrecke (1A.6.1) für die Anbindung des

Nahverkehrs nicht erforderlich (s. Abbildung 4-2 und Abbildung 4-3), da dieser weiterhin über

die Bestandsstrecke geführt würde (s. Abbildung 4-2 und Abbildung 4-3). Das bedeutet, dass

südlich von Neustadt bis Altenkrempe auch kein Rückbau der vorhandenen Gleisanlagen

stattfände, sondern diese elektrifiziert würden. Ein zweigleisiger Neubau würde auch in

diesem Fall über die Teilstrecke 1A.6 westlich der BAB A1 geführt werden (s. Abbildung 4-2

und Abbildung 4-3).

In der folgenden Gegenüberstellung wird der Vorzugsvariante der Antragsunterlagen nur

eine 2+1-Variante gegenübergestellt, da im Abschnitt 2 für die 2+1-Varianten nur eine

Streckenführung möglich ist.

5.1.2.1 Schutzgut Menschen, einschl. der menschlichen Gesundheit

Unterschiede zwischen der Variante 2+1 und der Vorzugsvariante der Antragsunterlagen

beziehen sich nur auf die zusätzliche baubedingte Flächeninanspruchnahme im Rahmen der

Elektrifizierung der bestehenden Bahnstrecke. Bei der 2+1-Variante bleibt die bestehende

Bahntrasse bestehen und wird elektrifiziert. Der Güter- und Personenfernverkehr würde nach

den Vorstellungen des "2+1-Konzepts" entlang der BAB 1 außerhalb von Neustadt

entlanggeführt, bevor die Variante wieder auf die bestehende Bahntrasse südlich von

Altenkrempe einmündet (vgl. hierzu den methodischen Hinweis unter Kap. 5.1).

Die Streckenführungen bei allen Varianten sind dabei identisch.

In Streckenabschnitt 1A.6 (alle drei zu vergleichenden Varianten) werden nur im Bereich der

Ortslage Hasselburg (Gemeinde Altenkrempe) Flächen von hoher Bedeutung bau- bzw.

anlagebedingt in Anspruch genommen. Der Streckenabschnitt 1A.6 verläuft im Bereich der

Ortslage Hasselburg auf der bestehenden Bahntrasse. Dementsprechend handelt es bei den

Flächen mit hoher Bedeutung für das Teilschutzgut Wohnen in erster Linie um Mischgebiete

entlang der bestehenden Trasse.

Bei der 2+1-Variante werden im Bereich der zu elektrifizierenden Bestandstrasse baubedingt

Flächen mit hoher und sehr hoher Bedeutung randlich in Anspruch genommen.

Dadurch ergibt sich ein höherer Flächenbedarf als bei der Vorzugsvariante. Die

Vorzugsvariante hat dabei eine leichten Vorteil 7 gegenüber der 2+1-Varianten.

In Bezug auf Beeinträchtigungen durch Schallimmissionen und Erschütterungen ergeben in

Bezug auf die zwei zu betrachtenden Varianten keine entscheidungserheblichen

Unterschiede, sofern davon ausgegangen würde, dass die Bestandstrasse nur vom

Personennahverkehr genutzt würde.

7 In Bezug auf den anlagebedingten Verlust von Siedlungsflächen im Bereich der Bestandstrasse innerhalb der Stadt Neustadt

sind die Flächenangaben nicht als auschlaggebendes Kriterium zu betrachten. Die Abgrenzung der Siedlungsflächen erfolgte

anhand der Biotopkartierung und dem Abgleich mit den jeweiligen Flächennutzungs- und Bebauungsplänen im Maßstab

1:25.000. Da der Eingriff durch die verschiedenen Trassenvarianten im M 1:1.000 dargestellt wird, resultiert daraus eine

gewisse Ungenauigkeit der Flächenabgrenzungen im Eingriffsbereich.

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 29


Bei beiden zu betrachtenden Varianten gehen durch den Streckenabschnitt 1A.6

erholungswirksame Flächen verloren oder werden durch Schallimmissionen beeinträchtigt.

Westlich von Neustadt i.H. geht dabei eine Fläche von 11,85 ha eines Gebietes mit

besonderer Erholungseignung gem. LRP anlagebedingt verloren.

Dieses Gebiet sowie ein regionaler Grünzug im Bereich des Neustädter Binnenwassers

werden auf einer Gesamtfläche von ca. 276,13 ha durch Schallimmissionen beeinträchtigt.

Unter Berücksichtigung der Vorbelastungen im Untersuchungsraum durch die BAB A 1, ist

von einer hohen Funktionsbeeinträchtigung auszugehen.

Bei der 2+1-Variante werden im Bereich der zu elektrifizierenden Bestandstrasse baubedingt

Erholungsflächen mit besonderer Bedeutung in Anspruch genommen. Dabei handelt es sich

um Flächen innerhalb des regionalen Grünzuges im Bereich des Neustädter Binnenwassers

im Umfang von 2,75 ha.

Dementsprechend ergibt sich auch hier bei der 2+1-Variante ein höherer Flächenbedarf in

Bezug auf die Flächeninanspruchnahme von erholungswirksamen Flächen. Die

Vorzugsvariante hat somit einen leichten Vorteil gegenüber der 2+1-Variante.

Durch den Bau des Streckenabschnitts 1A.6 wird der Fernwanderweg E1/E6 nördlich von

Neustadt, westlich der BAB 1 zerschnitten. Dieser Wanderweg wird bereits durch die

bestehende BAB A1 zerschnitten. Durch den Neubau der Bahntrasse wird dieser

Barriereeffekt noch verstärkt. Es ist aber davon auszugehen, dass diese Barrierewirkung

durch entsprechende Maßnahmen vermindert werden kann.

Tabelle 5-10:

Kriterium

Wohnen

Flächen- und Funktionsverlust

durch Flächeninanspruchnahme

innerhalb von Wohngebieten,

Mischgebieten, Sondergebieten,

Gewerbegebieten

Beeinträchtigungen durch

Schallimmissionen und

Erschütterungen

Erholung

Flächen- und Funktionsverlust

durch Flächeninanspruchnahme

innerhalb von Erholungsgebieten,

Erholungsschwerpunkten und

Freizeiteinrichtungen

Beeinträchtigung durch Schallimmissionen:

Verlärmung von Erholungsgebieten,

Erholungsschwerpunkten,

Freizeiteinrichtungen

innerhalb der Zone 49 dB(A) tags

Zerschneidung von überregionalen

Rad- und Wanderwegen bzw.

regionalen Reitwegen

Schutzgutbezogene

Bewertung/ Reihung der

Varianten

Schutzgutbezogene Gegenüberstellung – Menschen, einschl. der menschlichen Gesundheit

(Wohnen und Erholung)

Rangfolge der Varianten

Variante 2+1

Vorzugsvariante

Antragsunterlagen

2 1>

1 1

2 1>

1 1

1 1

2 1>

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 30


5.1.2.2 Schutzgut Tiere und biologische Vielfalt

Die Unterschiede in Bezug auf den Verlust faunistischer Lebensräume sind bei den

gegenübergestellten Varianten überwiegend so gering, dass keine Abstufung vorgenommen

werden kann. Nur bei zwei Artengruppen lassen sich Unterschiede feststellen, daraus lässt

sich jedoch insgesamt zwischen der 2+1-Variante und der Vorzugsvariante der

Antragsunterlagen keine eindeutige Stufung ableiten, so dass sie gleichplatziert werden.

Hinsichtlich der Beeinträchtigungen faunistischer Lebensräume durch Lärm und sonstige

Störungen sind die Unterschiede wieder gering. Bei der 2+1-Variante führt weiterhin der

Nahverkehr durch das Neustädter Binnenwasser, dabei ist jedoch die bereits bestehende

Vorbelastung zu berücksichtigen, da diese Trasse bislang auch schon befahren wird. Bei der

Vorzugsvariante der Antragsunterlagen würde der Verkehr künftig im Bereich des Neustädter

Binnenwassers entfallen, wodurch es zu einer Entlastung sehr hoch bedeutender

Rastvogelflächen und hoch bedeutender Brutvogelflächen käme. Insgesamt werden die

Varianten daher gleichplatziert.

Bei der Zerschneidung faunistischer Lebensräume führt die Variante der Antragsunterlagen

zwar zu geringfügig mehr Neuzerschneidungen als die erstplatzierte 2+1-Variante. Es ist

jedoch auch hier einzubeziehen, dass es für z. B. sehr hoch bedeutende Rastvogelbereiche,

hoch bedeutende Fledermausbereiche im Bereich des Neustädter Binnenwassers zu einer

Entlastung in Bezug auf das Kollisionsrisiko käme. Insgesamt werden die Varianten daher

gleichplatziert.

Insgesamt werden die Varianten im Schutzgut Tiere gleichplatziert.

Tabelle 5-11:

Kriterium

Flächen- und Funktionsverlust

durch Flächeninanspruchnahme

faunistischer Lebensräume

Beeinträchtigung von Tieren durch

Schallimmissionen und optische

Reize

Beeinträchtigungen durch Barriereund

Trennwirkungen

Beeinträchtigungen durch

Fahrbetrieb

Schutzgutbezogene

Bewertung/ Reihung der

Varianten

Schutzgutbezogene Gegenüberstellung – Tiere und biologische Vielfalt

Rangfolge der Varianten

Variante 2+1 Vorzugsvariante

Antragsunterlagen

1 1

1 1

1 1

1 1

5.1.2.3 Schutzgut Pflanzen

Sowohl bei der 2+1-Variante als auch bei der Vorzugsvariante der Antragsunterlagen sind

durch die anlagebedingten Verluste linearer Biotope der Teilstrecke 1A.6 hauptsächlich sehr

hoch bedeutende § 30-Biotope betroffen (1.786 m Knicks, ebenerdige Feldhecken,

Binnengewässer von insgesamt 2.556 m). Darüber hinaus kommt es zum anlagebedingten

Verlust von 0,48 ha Biotopen der Wälder, Gebüsche und Gehölze, die eine hohe Bedeutung

haben. Der überwiegende Teil der flächigen anlagebedingten Verluste betrifft Biotope

geringer Bedeutung. Baubedingt sind durch Verluste linearer Biotope wiederum

hauptsächlich geschützte Biotope sehr hoher Bedeutung betroffen (834 m Knicks,

ebenerdige Feldhecken, Binnengewässer von insgesamt 1.405 m). Die flächenhaften

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 31


aubedingten Verluste betreffen hauptsächlich Biotope geringer Bedeutung, wohingegen

insgesamt 0,33 ha hoch bedeutende Biotope von baubedingten Verlusten betroffen sind.

Bei der Vorzugsvariante der Antragsunterlagen kommt es zusätzlich zu den Verlusten durch

Teilstrecke 1A.6 noch zu Verlusten durch Teilstrecke 1A.6.1. Anlagebedingt kommt es

zusätzlich zu Verlusten von rund 400 m linearer Biotope mehr (rund 200 m sehr hoch

bedeutende § 30-Biotope). Bei den flächigen Verlusten kommt es zu rund 5 ha zusätzlichen

anlagebedingten Biotopverlusten (hauptsächlich Biotope mittlerer und geringer Bedeutung,

aber auch geringfügig sehr hoher Bedeutung und gesetzlich geschützt). Baubedingt kommt

es zusätzlich zu Verlusten von rund 400 m linearer Biotope mehr (rund 300 m sehr hoch

bedeutende § 30-Biotope). Bei den flächigen Verlusten kommt es zu rund 6 ha zusätzlichen

baubedingten Biotopverlusten (hauptsächlich Biotope mittlerer und geringer Bedeutung, aber

auch geringfügig sehr hoher Bedeutung und gesetzlich geschützt).

Bei der 2+1-Variante würde es zusätzlich im Zuge der Elektrisierung der Bestandsstrecke zu

insgesamt 5,85 ha mehr Verlusten flächiger Biotope kommen, von denen der überwiegende

Teil der Eingriffe in Biotopen mittlerer und geringer Bedeutung stattfände. Darüber hinaus

käme es jedoch noch zum Verlust von rund 1.200 m linearen Biotopen, wobei überwiegend

(rund 800 m) sehr hoch bedeutende § 30-Biotope betroffen wären (Knicks, ebenerdige

Feldhecken, Binnengewässer).

Stellt man die Varianten gegenüber, so sind die Gesamtverluste der linearen Biotope sehr

hoher Bedeutung ausschlaggebend für eine Abstufung, da sich die Unterschiede bei den

flächigen Betroffenheiten von rund 5 ha hauptsächlich bei Biotopen mittlerer und geringer

Bedeutung ergeben, die Unterschiede bei den linearen Biotopen sich jedoch im Bereich der

sehr hoch bedeutenden § 30-Biotope deutlicher (u. a. Knicks und ebenerdige Feldhecken,

die nicht kurzfristig wiederherzustellen sind) zeigen. Da die 2+1-Variante zu rund 300 m

mehr Verlust linearer Biotope führt, ergibt sich ein leichter Vorteil für die Vorzugsvariante der

Antragsunterlagen gegenüber der 2+1-Variante.

5.1.2.4 Schutzgut Boden

Im Streckenabschnitt 1A.6 beträgt die anlage- und baubedingte Flächeninanspruchnahme

von Böden insgesamt 42,63 ha. Mit 36,89 ha überwiegen eindeutig Böden von allgemeiner

Bedeutung (Wertstufe 3). Böden besonderer Bedeutung werden in einem Umfang von

insgesamt 4,46 ha in Anspruch genommen. Es handelt sich dabei vor allem um Böden mit

hohem Natürlichkeitsgrad (Gehölze am alten Bahndamm zwischen Neustadt und

Oevelgönne, Ufergehölze an der Lachsau, Gehölze am Bahndamm bei Hasselburg).

Die Gesamtinanspruchnahme von Böden auf der Stichstrecke (Streckenabschnitt 1A.6.1)

beträgt insgesamt 11,21 ha. Der Anteil von Böden besonderer Bedeutung ist mit 4,92 ha

relativ hoch. Betroffen sind hier vor allem die Gehölzbestände entlang des alten

Bahndamms, deren Böden einen hohen Natürlichkeitsgrad aufweisen.

Bei der 2+1-Variante sind zu den anlage- und baubedingten Flächen- und

Funktionsverlusten im Streckenabschnitt 1A.6 noch die Flächeninanspruchnahmen

hinzuzurechnen, die durch die Anlage von Baustraßen entlang der Bestandstrasse im Zuge

der Elektrifizierung entstehen. Die Fläche der von Überprägung betroffenen Böden beträgt

hier 5,93 ha.

Damit beläuft sich die Gesamtinanspruchnahme von Böden bei der 2+1-Variante auf

insgesamt 48,56 ha (davon 6,81 ha Böden der Wertstufe 4), für die Vorzugsvariante der

Antragsunterlagen auf insgesamt 53,84 ha (davon 9,38 ha Böden der Wertstufe 4). Die 2+1-

Variante im Abschnitt 2 weist somit gegenüber der Vorzugsvariante der Antragsunterlagen

hinsichtlich des Schutzgutes Bodens deutliche Vorteile auf.

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 32


Tabelle 5-12:

Kriterium

Flächen- und Funktionsverlust

durch anlage- und baubedingte

Flächeninanspruchnahme

(Versiegelung und Überprägung

durch Böschungen, Anlage von

Baustraßen)

Schutzgutbezogene

Bewertung/ Reihung der

Varianten

Schutzgutbezogene Gegenüberstellung – Boden

Rangfolge der Varianten

Variante 2+1 Vorzugsvariante

Antragsunterlagen

1>> 2

1>> 2

5.1.2.5 Schutzgut Wasser - Teilschutzgut Grundwasser

Im Streckenabschnitt 1A.6 verläuft die Trasse bis zur Grenze des jungtertiären

Grundwasserleiters bei Roge durch Flächen der Wertstufe 2 (mittlerer Bedeutung) mit sehr

hoch ergiebigen, aber gut geschützten Grundwasservorkommen. Im weiteren Verlauf sind

die Grundwasservorkommen nur noch von hoher Ergiebigkeit, aber trotzdem weiterhin gut

geschützt, so dass die Bedeutung der Flächen bis zum Beginn der Lachsau-Niederung nur

noch gering ist (Wertstufe 1). Im Bereich der Lachsau-Niederung ist der oberste

Grundwasserleiter unbedeckt (Wertstufe 3), im Anschluss bis zum Ende des

Streckenabschnitts dann nur relativ geschützt (Wertstufe 2). Der Verlust an

Grundwasserneubildungsflächen in den einzelnen Trassenabschnitten betrifft daher vor

allem Flächen geringer und mittlerer Bedeutung, der Flächenverlust hoch bedeutsamer

Flächen fällt mit insgesamt 4,05 ha relativ gering aus.

Im Bereich des oberen, teilweise unbedeckten Grundwasserleiters verläuft die Trasse in

Gleich- oder leichter Dammlage. Damit wird in den anstehenden sandigen Bildungen weder

in den Grundwasserleiter eingegriffen noch Grundwasser angeschnitten. Im Bereich

oberflächig über Sand anstehender Beckentone bzw. Niedermoortorfe ist ein

Bodenaustausch erforderlich. Damit würde hier in Deckschichten des lokal ausgebildeten

Grundwasserleiters eingegriffen und Grundwasser offengelegt (Konfliktschwerpunkt). Durch

Verwendung grobkörnigen Materials zur Dammschüttung kann die Wasserwegsamkeit aber

erhalten bleiben.

Die Stichstrecke des Streckenabschnitts 1A.6.1 verläuft zunächst auf dem alten Bahndamm

zwischen Neustadt und Oevelgönne und schwenkt dann bei Braunshof auf die bestehende

Trasse ein. Der Verlust von Grundwasserneubildungsflächen betrifft hier nur Flächen

geringer und mittlerer Bedeutung.

Wasserschongebiete sind im Bereich der Streckenabschnitte 1A.6 und 1A6.1 nicht

ausgewiesen.

Für eine Reihung der Varianten hinsichtlich des Teilschutzgutes Grundwasser kann also nur

der Flächen- und Funktionsverlust von Grundwasserneubildungsflächen herangezogen

werden. Damit weist die 2+1-Variante gegenüber der Vorzugsvariante der Antragsunterlagen

geringe Vorteile auf.

5.1.2.6 Schutzgut Wasser - Teilschutzgut Oberflächengewässer

Der Streckenabschnitt 1A.6 quert mittels Durchlässen 2 Gräben (Hasselburggraben südlich

Hasselburg, 1 Graben, der aus nördl. Richtung in die Kremper Au mündet) und mit der

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 33


Lachsau und der Kremper Au die beiden bedeutendsten Bäche des Planungsabschnittes.

Lachsau und Kremper Au werden mit Eisenbahnüberführungen überbrückt. Südöstlich des

Umspannwerkes Rogerfelde wird schließlich noch ein namenloser Bach in einem Durchlass

unter der Trasse hindurchgeführt, der nach Unterquerung der BAB A 1 in das Neustädter

Binnenwasser einmündet.

Südwestlich der AS Neustadt-Süd wird ein Kleingewässer (Wertstufe 2) durch die

Trassenführung vollständig überbaut. Ein weiteres Kleingewässer der Wertstufe 2 ist

nordöstlich des Umspannwerkes Rogerfelde von Totalverlust betroffen. Schließlich wird ein

an der Kremper Au liegendes naturnahes Kleingewässer der Wertstufe 3 durch die

Trassenführung randlich tangiert (Teilverlust).

Im Trassenverlauf des Streckenabschnitts 1A.6.1 wird östlich der K 45 ein Graben durch

Böschung bzw. Baustraße tangiert.

Bei der 2+1-Variante muss zusätzlich 1 Graben südwestlich von Holmhof bei der Anlage von

Baustraßen für die Elektrifizierung der Bestandstrasse bauzeitlich verrohrt werden.

Somit ergeben sich im Abschnitt 2 hinsichtlich des Teilschutzgutes Oberflächengewässer für

keine der Varianten Vorteile. Sie werden daher als gleichrangig betrachtet.

Da sich lediglich ein geringer Unterschied in Bezug auf den Flächenverlust beim

Teilschutzgut Grundwasser ergibt und bei den übrigen Kriterien keine entscheidungserheblichen

Unterschiede bestehen, sind die Unterschiede insgesamt so gering, dass die

Varianten für das Schutzgut Wasser als gleichwertig zu betrachten sind.

Tabelle 5-13:

Kriterium

Flächen- und Funktionsverlust

durch anlage- und baubedingte

Flächeninanspruchnahme

(Grundwasser)

Beeinträchtigung durch Eingriffe in

den Grundwasserkörper und durch

Freilegen / Anschnitt des

Grundwassers

Beeinträchtigung der

Trinkwassergewinnung

Flächen- und Funktionsverlust

durch anlage- und baubedingte

Flächeninanspruchnahme

(Stillgewässer)

Beeinträchtigung von

Fließgewässern

Beeinträchtigung von

Überschwemmungsgebieten oder

hochwassergefährdeten Gebieten

Schutzgutbezogene

Bewertung / Reihung der

Varianten

Schutzgutbezogene Gegenüberstellung – Wasser

Rangfolge der Varianten

Variante 2+1 Vorzugsvariante

Antragsunterlagen

1> 2

1 1

1 1

1 1

1 1

1 1

1 1

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 34


5.1.2.7 Schutzgut Klima / Luft

Klimaökologisch bedeutsame Waldflächen sind weder in der 2+1-Varianten noch in der

Vorzugsvariante der Antragsunterlagen betroffen.

5.1.2.8 Schutzgut Landschaft

Der Streckenabschnitt 1A.6 verläuft durch mehrere Landschaftsbildeinheiten mit einer hohen

Gesamtempfindlichkeit. Im Süden des Streckenabschnitts gehen Teile der Knicklandschaft

um die Ortschaft Roge durch anlagebedingte Flächeninanspruchnahme verloren. Nördlich

von Altenkrempe schneidet der Streckenabschnitt den Niederungsbereich der Kremper Au,

sodass auch in diesem Bereich anlage- und baubedingt Flächen in Anspruch genommen

werden. Außerdem verläuft Streckenabschnitt 1A.6 durch Grünlandflächen südlich von

Altenkrempe sowie durch strukturarme- und -reiche Ackerflächen als Teil der nach LRP

ausgewiesenen strukturreichen Kulturlandschaftsausschnitte.

Durch visuelle Überprägung und Verlärmung werden Landschaftsbildeinheiten mit einer

hohen Gesamtempfindlichkeit beeinträchtigt. Dazu zählen die Knicklandschaft um die

Ortschaft Roge, die Niederungsbereiche der Kremper Au sowie des Neustädter

Binnenwassers, Grünlandflächen südlich von Altenkrempe und im Bereich des Neustädter

Binnenwassers, Waldflächen nordwestlich von Altenkrempe sowie Ackerflächen als Teil der

nach LRP ausgewiesenen strukturreichen Kulturlandschaftsausschnitte.

Durch Verlärmung werden zusätzlich Bereiche des mit einer sehr hohen Gesamtempfindlichkeit

eingeschätzten Neustädter Binnenwassers (B) beeinträchtigt.

Als Vorbelastung sind im Untersuchungsraum die bestehende Bahntrasse sowie die BAB 1

zu berücksichtigen. Dementsprechend ist in Abhängigkeit der Gesamtempfindlichkeit von

einer hohen bis geringen Funktionsbeeinträchtigung auszugehen.

Zum Schutz der Wohnbebauung in der Ortslage Altenkrempe vor Beeinträchtigungen durch

Schallimmissionen im Rahmen des Betriebs des auszubauenden Streckenabschnitts werden

im Osten und Westen der bestehenden Trasse Lärmschutzwände mit einer Länge von ca.

1.193 m und 1.432 m vorgesehen. Die optische Wahrnehmbarkeit der Lärmschutzanlagen

führt z.T. über weite Entfernungen zu einer Beeinträchtigung des Landschaftsbildes. In

diesem Streckenabschnitt sind aufgrund der vorhandenen Bahntrasse bereits

Vorbelastungen zu berücksichtigen. Die vorgesehenen Lärmschutzwände haben eine Höhe

von 6 m und verlaufen südlich innerhalb von Ackerflächen (A1, A2) und Grünland (G). Im

Bereich der Grünlandflächen sind keine vertikalen Strukturen vorhanden, welche die

Lärmschutzwand abschirmen können sodass hier von einer weiten Einsehbarkeit der

Lärmschutzwand auszugehen ist.

Im Niederungsbereich ist durch die sichtverschattende Vegetation (z.B. Gehölze) davon

auszugehen, dass die Einsehbarkeit der Landschaft eingeschränkt wird und die

Lärmschutzwand somit etwas abgeschirmt werden kann.

Durch die zusätzliche baubedingte Flächeninanspruchnahme der 2+1 Variante durch die

Elektrifizierung der Bestandstrasse im Umfang von 5,89 ha schneidet diese beiden Varianten

in Bezug auf den Verlust von Landschaftsbildräumen/ -einheiten etwas schlechter ab als die

Vorzugsvariante der Antragsunterlagen.

Bei der Betrachtung der anlagebedingten Verlustflächen sowie der durch visuelle

Überprägung und Schallimmissionen beeinträchtigten Flächen lassen sich keine

Unterschiede bei den Varianten ableiten.

Demzufolge ist der Vorteil der Vorzugsvariante der Antragsunterlagen zur 2+1 Variante nur

als gering zu betrachten.

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 35


Tabelle 5-14:

Kriterium

Verlust von Landschaftsbildräumen

bzw. –einheiten durch

Flächeninanspruchnahme

Beeinträchtigungen von

Landschaftsräumen durch visuelle

Überprägung (Wirkzone 0-200 m;

Zone 200 m - 49 d(B)A) (tags))

Schutzgutbezogene

Bewertung/ Reihung der

Varianten

Schutzgutbezogene Gegenüberstellung – Landschaft

Rangfolge der Varianten

Variante 2+1 Vorzugsvariante

Antragsunterlagen

2 1>

1 1

2 1>

5.1.2.9 Schutzgüter Kultur- und sonstige Sachgüter

In der Gemeinde Altenkrempe im Bereich der Ortslage von Hasselburg befinden sich

innerhalb des 400 m Korridors die gem. § 5 Abs. 1 DSchG eingetragenen Kulturdenkmale

„Zufahrtsallee des Gutes Hasselburg“ sowie eine „Gutskate“ und ein „Stallgebäude“ in einer

Entfernung von ca. 70 m zur bestehenden Bahntrasse. Sensorielle Beeinträchtigungen bzw.

Erschütterungen sind unter Berücksichtigung der Vorbelastungen durch die bestehende

Bahntrasse aber nicht vollständig auszuschließen. Es ergeben sich hier keine

entscheidungserheblichen Unterschiede in Bezug auf die zu betrachtenden Varianten.

Im unmittelbaren Eingriffsbereich der Varianten befinden sich keine Baudenkmale.

In Bezug auf archäologische Fundstellen ist bei beiden Varianten von einem hohen Verlust

(vgl. ALSH, 2012/ Anlage 17) auszugehen, da die Trasse überwiegend neu anzulegen ist

und damit Flächen neu in Anspruch genommen werden.

Bei der 2+1-Variante werden durch die Elektrifizierung der bestehenden Bahntrasse im

Bereich des Neustädter Binnenwassers baubedingt zusätzliche Flächen in Anspruch

genommen. Das Neustädter Binnenwasser bietet grundsätzlich gute Erhaltungsbedingungen

von archäologischen Kulturgütern, sodass hier diesbezüglich hohe Verluste nicht

auszuschließen sind. Durch die höhere Flächeninanspruchnahme weist die 2+1 Variante

deshalb einen geringen Nachteil in Bezug auf archäologische Kulturgütern gegenüber der

Vorzugsvariante der Antragsunterlagen auf.

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 36


Tabelle 5-15:

Kriterium

Flächen- und Funktionsverlust

durch anlagebedingte und

baubedingte

Flächeninanspruchnahme

innerhalb Kultur und

Baudenkmalen, Ensembles und

Gartendenkmalen

Sensorielle Beeinträchtigungen von

Kultur- und Baudenkmalen durch

Verlärmung und visuelle

Überprägung im Nahbereich

(zwischen Außenkante Baukörper

und 200 m Entfernung)

Bau- und anlagebedingte

Auswirkungen auf archäologische

Kulturgüter durch Flächen- und

Funktionsverlust im Rahmen der

Baumaßnahmen sowie Störungen

der Sichtbeziehungen und

Flächenzerschneidungen

Schutzgutbezogene

Bewertung/ Reihung der

Varianten

Schutzgutbezogene Gegenüberstellung – Kultur- und sonstige Sachgüter

Rangfolge der Varianten

Variante 2+1 Vorzugsvariante

Antragsunterlagen

Nicht entscheidungserheblich.

Nicht entscheidungserheblich.

2 1>

2 1>

5.1.2.10 Fazit der Gegenüberstellung in Abschnitt 2

Betrachtet man lediglich die Betroffenheiten der Schutzgüter nach UVPG, hat die

Vorzugsvariante der Antragsunterlagen einen geringen Vorteil vor der 2+1-Variante (im

Abschnitt 2 identischer Trassenverlauf). Zwar wäre für die 2+1-Variante durch nur eine

Neubautrasse (1A.6) und die Elektrifizierung des vorhandenen Gleises nach Neustadt

gegenüber der Vorzugsvariante der Antragsunterlagen mit noch einer zusätzlichen

Stichstrecke 1A.6.1 der Flächenverbrauch vermeintlich geringer. Bei den konkreten

Betroffenheiten ergeben sich jedoch bei den Schutzgütern Menschen, einschl. der

menschlichen Gesundheit (etwas geringerer Flächenverbrauch in Bezug auf Wohnen und

Erholung), Pflanzen, Landschaft und Kultur- und sonstige Sachgüter geringe Vorteile für die

Variante der Antragsunterlage, da bei dieser Variante keine noch zusätzliche Baustraße

einzustellen ist, die für die Elektrifizierung der Bestandsstrecke bis nach Neustadt für die

2+1-Lösung einzubeziehen ist. Es liegt ein deutlicher Vorteil für die 2+1-Variante lediglich

beim Schutzgut Boden vor. In Bezug auf das Schutzgut Wasser sind die Unterschiede so

gering, dass sich insgesamt keine Abstufung der Varianten vornehmen lässt. Insgesamt ist

die Vorzugsvariante der Antragsunterlagen in Bezug auf die Betroffenheiten der Schutzgüter

nach UVPG als vorteilhafter als die 2+1-Variante einzuschätzen.

Auch im Abschnitt 2 würde jedoch gerade der Vorteil hinsichtlich des Schutzgutes Menschen

einschließlich der menschlichen Gesundheit deutlicher ausfallen, wenn die methodischen

Hinweise in Kap. 5.1 berücksichtigt werden (Güterverkehr). Dies hätte dann vermutlich auch

Auswirkung auf die Gesamtbewertung anhand der UVS Schutzgüter, so dass das Ergebnis

noch deutlicher zugunsten der Vorzugsvariante der Antragsunterlagen ausfallen würde (s.

Kap. 5.4).

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 37


Bezieht man in die Gegenüberstellung die Ergebnisse aus den Betrachtungen von

Artenschutz (s. Kap. 5.3.2.2) und NATURA 2000 (s. Kap. 5.3.1.2) ein, so wird der bereits

dargelegte Vorteil der Vorzugsvariante der Antragsunterlagen noch wesentlich deutlicher.

Die 2+1-Variante führt zu hohen Konfliktrisiken und erheblichen Beeinträchtigungen von

mehr NATURA 2000-Gebieten als die Vorzugsvariante der Antragsunterlagen. Die 2+1-

Variante führt insbesondere durch die Installation der Bahnoberleitung in Bezug auf die

NATURA 2000-Gebiete GGB DE 1830-301 und BSG DE 1830-301 „NSG Neustädter

Binnenwasser“ und hier vor allem deren Avifauna zu einem hohen Konfliktpotenzial und

erheblichen Beeinträchtigungen, was sich deutlich negativ auf die Zulassungsbedingungen

dieser Varianten auswirkt. Im Falle der Vorzugsvariante tritt im Gegensatz zu den 2+1-

Lösung eine signifikante Minderung von Störreizen im Hinblick auf das GGB DE 1830-301

und das BSG DE 1830-301 „NSG Neustädter Binnenwasser“ durch den Rückbau der

Bestandsstrecke ein. Der 2+1-Variante stehen im Abschnitt 2 zudem sehr hohe

artenschutzrechtliche Konfliktpotenziale entgegen, die sich wiederum auf das Neustädter

Binnenwasser beziehen und der Zulässigkeit solcher Varianten in Frage stellen.

Insgesamt ergibt sich somit ein deutlicher Vorteil für die Vorzugsvariante der

Antragsunterlagen im Abschnitt 2.

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 38


Tabelle 5-16:

Gesamtmatrix zur Gegenüberstellung der 2+1-Variante mit der Vorzugsvariante aus dem ROV

in Abschnitt 2

Kriterien Variante 2+1 Vorzugsvariante

UVS Schutzgüter

Antragsunterlagen

Menschen, einschl. der

menschlichen

Gesundheit (Wohnen

und Erholung)

Tiere und biologische

Vielfalt

Pflanzen

Boden

Wasser

Klima/ Luft

Landschaft

Kultur- und sonstige

Sachgüter

Gesamtbewertung

UVS Schutzgüter

NATURA 2000

artenschutzrechtliche

Betroffenheiten

Rangfolge und

Unterschiede/

Vorteilsbildung

aller

Umweltaspekte

2 1> 8

1 1

2 1>

1>> 2

1 1

1 1

2 1>

2 1>

2 1>

2 1>>

2 1>>>

2 1>>

> geringer Vorteil gegenüber der folgenden Variante

>> deutlicher Vorteil gegenüber der folgenden Variante

>>> sehr deutlicher Vorteil gegenüber der folgenden Variante

UVS: erheblich nachteilige

Auswirkungen

NATURA 2000:

Konfliktpotenzial

Artenschutz:

Konfliktrisiko

Gering sehr gering Gering

Mittel mittel Mittel

Hoch hoch Hoch

sehr hoch

sehr hoch

8 Siehe hierzu den methodischen Hinweis unter Kap. 5.1 und die ergänzenden Hinweise im Fazit.

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 39


5.1.3 Fazit der Gegenüberstellung in Anlehnung an die UVS

Betrachtet man zunächst nur die Betroffenheiten der Schutzgüter nach UVPG, so ergibt sich

über die Abschnitte 1 und 2 gesehen ein leichter Vorteil der Vorzugsvariante der

Antragsunterlagen. Die Vorteile der Vorzugsvariante aus den Antragsunterlagen werden

durch die Betroffenheiten des Artenschutzes und NATURA 2000 noch deutlicher. Bereits im

sehr viel größeren Abschnitt 1 weist die Vorzugsvariante diesbezüglich deutliche Vorteile auf.

Im Abschnitt 2 stehen den 2+1-Varianten erheblich nachteilige Auswirkungen in Bezug auf

Artenschutz und NATURA 2000 im Bereich des Neustädter Binnenwassers entgegen, so

dass die Vorzugsvariante der Antragsunterlagen insgesamt gesehen bei der

Gegenüberstellung über beide Abschnitte einen deutlichen Vorteil gegenüber den beiden

2+1-Varianten hat. Auf dem zweiten Rang folgt Variante 2+1 B, da sie im Gegensatz zu

Variante 2+1 A zu einem geringeren Flächenverbrauch und zu geringeren nachteiligen

Auswirkungen (auch in Bezug auf Artenschutz und NATURA 2000) führt.

Es ist angesichts der artenschutzrechtlichen Risiken aus der jetzigen Sicht nicht

auszuschließen, dass in Abschnitt 2 – da es eine Alternative zur Querung des Neustädter

Binnenwassers gibt – eine 2+1-Lösung nicht zulassungsfähig wäre.

Darüber hinaus würden die Vorteile der Vorzugsvarianten noch deutlicher ausfallen, wenn

man einbezieht, dass eine alleinige Nutzung des Bestandsgleises für den Nahverkehr bei

einer 2+1-Lösung nicht realistisch ist (mögliche Güterverkehrsnutzung ohne aktiven bzw.

passiven Lärmschutz mit wesentlich höheren Betroffenheiten, s. Kap. 5.4) und der

tatsächliche Flächenverbrauch durch die Vorzugsvariante der Antragsunterlagen bei einer

weiteren Detaillierung der Planung geringer als bei den 2+1-Varianten ausfallen wird

(Baustraßen entlang bereits mehrgleisigen Bestandsstreckenabschnitten nicht notwendig, s.

Kap. 5.4).

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 40


5.2 Gegenüberstellung in Anlehnung an die Raumverträglichkeitsuntersuchung (RVU)

Aufgabe der Raumverträglichkeitsuntersuchung ist es, das Vorhaben in seinen

Auswirkungen auf die Ziele und Grundsätze der Raumordnung darzustellen und zu

bewerten. Unter dieser Maßgabe werden die Varianten 2+1 A und 2+1 B mit der

Vorzugsvariante der Antragsunterlagen verglichen. In Anlehnung an die RVU werden die

Auswirkungen auf die raumordnerischen Belange im Einzelnen betrachtet und

gegenübergestellt.

In den Antragsunterlagen wurde aufgrund der kleineren Maßstabsebene, auf der die

Betrachtung der einzelnen raumordnerischen Belange erfolgte, nicht anhand der Abschnitte

gearbeitet. Da die beiden 2+1-Varianten jeweils für die Abschnitte 1 und 2 mit der

Vorzugsvariante der Antragsunterlagen betrachtet werden sollen, werden die Ergebnisse auf

diese beiden Abschnitte herunter gebrochen. Entsprechende Unterschiede zur Betrachtung

der Gesamtstrecke sind darauf zurückzuführen. Da bereits in den Antragsunterlagen keine

Betroffenheit der Belange Luftverkehr, Trinkwasserversorgung, Abwasserbeseitigung,

Abfallwirtschaft, Solarenergie, Konversion/Altlasten sowie Katastrophenschutz und

Verteidigung festgestellt wurde, entfallen diese Bereiche bei der vorliegenden Betrachtung.

5.2.1 Abschnitt 1

Variante 2+1 A 1A.1 E.1 E.2 E.3

Variante 2+1 B 1A.1 1A.14 1A.2 1A.3 A.1 A.2 X.5 E.3

Vorzugsvariante

Antragsunterlagen

1A.1 1A.14 1A.2 1A.3 1A.4 1A.5

5.2.1.1 Regionale Siedlungsstruktur

Für den Ordnungsraum Lübeck ist insbesondere der raumordnerische Grundsatz 1.2 (3)

LEP in Bezug auf den Ausbau der Schienenanbindung relevant, welcher eine Sicherung und

einen bedarfsgerechten Ausbau der Anbindung an die nationalen und internationalen Warenund

Verkehrsströme vorsieht. Da für die Verbesserung der internationalen Anbindung

Lübecks der Trassenverlauf nicht relevant ist und bei den beiden 2+1-Varianten jeweils die

Haltestellen in den Ortschaften erhalten bleiben, sodass auch hier eine verbesserte

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 41


Anbindung zu attestieren ist, bestehen in dieser Hinsicht keine Unterschiede zwischen den

beiden 2+1-Varianten und der Vorzugsvariante aus den Antragsunterlagen.

Für Lübeck als Oberzentrum ist die gute verkehrliche Anbindung an nationale und

internationale Wirtschaftsstandorte und -regionen als raumordnerischer Grundsatz (2.2.1 (1)

LEP) definiert. Ähnlich wie für den Ordnungsraum Lübeck ist, unabhängig von der

Trassenführung, von einer verbesserten Erreichbarkeit (kürzere Vertaktung der Züge,

schnellere Verbindung) Lübecks sowohl international als auch national auszugehen. Weitere

Ober- und/oder Mittelzentren sind in dem betrachteten Abschnitt nicht vorhanden.

Siedlungsachsen stellen Schwerpunkte der Siedlungsentwicklung dar. Als Grundsatz ist

ebenfalls deren gute Anbindung an den ÖPNV zu gewährleisten, Städte und Gemeinden auf

den Siedlungsachsen sollen möglichst an den schienengebundenen Personennahverkehr

angebunden sein. Die Räume zwischen den Siedlungsachsen sollen als Räume für Landund

Forstwirtschaft, Naherholung und ökologische Funktionsräume gesichert werden

(Grundsatz 1.3 (3) LEP). Im Umkreis Lübecks soll sich die Siedlungs- und

Wirtschaftsentwicklung im Wesentlichen auf den im Regionalplan verbindlich ausgewiesenen

Achsenraum konzentrieren. Weiterhin wird der Erhalt der bestehenden Landschaftsstruktur

außerhalb der Siedlungsachsen/des Achsenraums (Grundsatz 1.3 (3) und 1.4 (1) LEP)

betont.

Da die Abgrenzung des Achsenraums der Siedlungsachsen am nordöstlichen Ortsrand von

Ratekau endet und anschließend entlang der Bahnlinie Richtung Eutin ausgerichtet ist (vgl.

Regionalplan), liegen ab dort alle Streckenabschnitte außerhalb des Achsenraums. Mit der

Anbindung Ratekaus in allen Varianten wird dem Grundsatz 1.3 (3) entsprochen. Das betrifft

sowohl die Abschnitte E.1 (in Teilen), E.2 und E.3 sowie 1A.3, 1A.4 und 1A.5 der Variante

2+1 A als auch die Streckenabschnitte 1A.3, A.1, A.2, X.5 und E.3 sowie 1A.3, 1A.4 und

1A.5 der Variante 2+1 B. Auch die Vorzugsvariante der Antragsunterlagen liegt mit den

Streckenabschnitten 1A.3, 1A.4 und 1A.5 außerhalb des Achsenraums. Da für die Räume

zwischen den Siedlungsachsen der Erhalt der bestehenden Landschaftsstruktur als auch die

Sicherung dieser Räume für Land- und Forstwirtschaft, Naherholung und als ökologische

Funktionsräume gefordert wird, ist hier die Variante mit der geringsten Strecke außerhalb der

Siedlungsachsen als günstigste zu betrachten. Damit wäre die Vorzugsvariante der

Antragsunterlagen günstiger als die Varianten 2+1 A und 2+1 B einzuschätzen.

Die ländlichen Räume sind zum einen in ihrer Bedeutung als Natur- und Erholungsräume

nachhaltig zu sichern (Grundsatz 1.4 (2) LEP) als auch durch den ÖPNV zu erschließen

(Grundsatz 1.4 (5) LEP). Sowohl die Vorzugsvariante aus den Antragsunterlagen als auch

die beiden 2+1 Varianten sorgen für den Erhalt bzw. die Verbesserung des ÖPNV innerhalb

der ländlichen Räume. Bestehende Haltepunkte bleiben bei den verglichenen Varianten

erhalten. Die zusätzliche Zerschneidung der Variante 2+1 A durch Teile der

Streckenabschnitte E.2 und E.3 und der Variante 2+1 B durch die Streckenabschnitte A.2,

X.5 und E.3 ist jedoch nicht förderlich für den Erhalt der ländlichen Räume als Natur- und

Erholungsräume. Entsprechend werden die Auswirkungen des Projekts durch die

Vorzugsvariante der Antragsunterlagen positiver eingeschätzt, die der Variante 2+1 A und

2+1 B im Hinblick auf den ÖPNV ebenfalls positiv, auf den Erhalt als Natur- und

Erholungsräume jedoch negativ.

5.2.1.2 Freiraum

Die Sicherung von Freiräumen ist ein zentraler Grundsatz der Raumordnung, welcher

sowohl im Raumordnungsgesetz (§ 2 (2) und § 2 (6)) als auch in LEP (Grundsatz 2.7 (3))

verankert ist. Die Inanspruchnahme neuer Flächen ist landesweit zu reduzieren. Neben dem

Schutz von Freiflächen sind im LEP regionale Grünzüge zur Klimaverbesserung und für die

landschaftsgebundene Erholung ausgewiesen (Ziel 5.3.1 (1)). In den regionalen Grünzügen

darf nicht planmäßig gesiedelt werden und es sind nur Vorhaben zu realisieren, die mit den

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 42


Funktionen dieser Gebiete vereinbar oder im überwiegenden öffentlichen Interesse sind.

Auch die Funktionsfähigkeit der regionalen Grünzüge insgesamt ist in die Bewertung

bevorstehender Planungen einzubeziehen (Grundsatz 5.3.1 (4)). Auch der Regionalplan hebt

das Ziel, Belastungen von Grünzügen zu vermeiden, nochmals gesondert hervor (Ziel 5.8

(3)).

Tabelle 5-17:

Streckenabschnitt

Querungslängen der Grünzüge

Länge [m]

E.1 3.132

E.2 2.806

Für die Variante 2+1 A ergibt sich eine Querungslänge von 5938 m, für die Variante 2+1 B

eine Querungslänge von 0 m (vgl. Tabelle 5-17). Die vorhandene Trasse verläuft in Teilen

ebenfalls durch die regionalen Grünzüge. Dies wird jedoch als bereits bestehende

Vorbelastung und nicht als zusätzliche Zerschneidung oder Zersiedelung der regionalen

Grünzüge gewertet, was nach den Zielen und Grundsätzen zum Freiraum anzustreben ist.

Ein Neubau fällt hier im Vergleich zum Ausbau deutlich ins Gewicht.

Die Vorzugsvariante aus den Antragsunterlagen ist im Hinblick auf den raumordnerischen

Belang Freiraum aufgrund der geringer ausfallenden zusätzlichen Zerschneidung von

Grünzügen und Freiräumen gleich zu bewerten wie die Variante 2+1 B. Die Variante 2+1 A

ist mit knapp 6 km zusätzlicher Zerschneidung von Grünzügen die Variante mit den höchsten

negativen Auswirkungen auf den Freiraum.

5.2.1.3 Tourismus und Erholung

In den Küstengebieten Ostholsteins ist der Tourismus ein entscheidender Wirtschaftsfaktor.

Als Grundsatz ist die Erreichbarkeit tourismusgeprägter Orte und Angebote mit dem ÖPNV

sowie die Aufwertung der Ortsbilder innerhalb des LEP definiert (Grundsatz 3.7 (2)). Teile

der Insel Fehmarn und der Küstenraum von Travemünde bis Heiligenhafen sind als

Schwerpunkträume für Tourismus und Erholung ausgewiesen (Ziel 3.7.1 (1)). In den

Schwerpunkträumen für Tourismus und Erholung sind Tourismus und Erholung ein

besonderes Gewicht beizumessen (Grundsatz 3.7.1 (3)).

Innerhalb des Regionalplans sind weiterhin der Küstenraum von Gremersdorf bis

Travemünde sowie die Küstenräume Fehmarns als Ordnungsräume für Tourismus und

Erholung ausgewiesen. Für die Ordnungsräume für Tourismus und Erholung schreibt der

raumordnerische Grundsatz 4.2 (2) Regionalplan den Schutz von Natur, Umwelt und

Landschaft sowie unbesiedelter Freiräume und wertvoller Landschaftsbestandteile vor.

In Abschnitt 1 sind keine Entwicklungsgebiete sowie Gebiete mit besonderer Bedeutung für

Tourismus und Erholung ausgewiesen.

Das Schwartautal (Bad Schwartau) und der Fackenburger Landgraben (Stockelsdorf/Kreis

Ostholstein) sind als Naturerlebnisräume ausgewiesen. Die Bereiche nördlich von Bad

Schwartau einschließlich der Pönitzer Seenkette samt Wäldern, kleineren Seen und dem Tal

der Schwartau ist ein Gebiet mit besonderer Erholungseignung.

Ratekau ist ein anerkannter Erholungsort, Haffkrug, Scharbeutz und Sierksdorf sind

Seebäder, während Timmendorfer Strand ein Seeheilbad und Bad Schwartau ein Heilbad ist.

In Bezug auf Lärmbeeinträchtigung touristischer Orte und Einrichtungen bestimmt der

Grundsatz 2.7 (8), dass lärmempfindliche Bereiche wie Wohn-, Klinik-, Kur- und

Erholungsgebiete […] von Anlagen mit störenden Wirkungen auf die Umgebung möglichst

freigehalten werden [sollen]. Belastungen der Bevölkerung sowie von Natur und Umwelt

durch emissionsträchtige Anlagen oder andere Aktivitäten sollen so gering wie möglich sein.

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 43


Unvermeidbare Belastungen sollen durch abgestimmte Nutzungsregelungen oder geeignete

technische Maßnahmen begrenzt werden.

Durch den Erhalt der Bahnhöfe bzw. Haltepunkte nahe der Ortschaften bei allen Varianten

ist von einer besseren Erreichbarkeit (abhängig von der geplanten Taktung und der

verkürzten Fahrzeit) der touristischen Orte auszugehen (vgl. RVU, S.770). Der geforderten

guten Erreichbarkeit (Grundsatz 3.7 (2) LEP) wird damit entsprochen bzw. wird diese noch

verbessert9. Bei den beiden 2+1-Varianten soll der Haltepunkt Sierksdorf erhalten bleiben,

die Vorzugsvariante aus den Antragsunterlagen sieht eigentlich die Aufgabe des Haltepunkts

vor, weitere Antragsunterlagen (Verkehrsgutachten, RVU) haben aber bereits einen

möglichen Neubau des Haltepunkts entlang der Umfahrung Sierksdorfs angeregt. Bei einem

Neubau des Haltepunkts Sierksdorf ist die Vorzugsvariante aus den Antragsunterlagen

hinsichtlich der Erreichbarkeit gleich wie die beiden 2+1-Varianten zu bewerten, bei einem

Wegfall des Haltepunkts etwas schlechter als die beiden 2+1-Varianten.

Die bereits genannten Räume für Tourismus und Erholung sind von allen drei zu

vergleichenden Varianten betroffen (siehe Tabelle 5-18).

Tabelle 5-18:

Name

Schwerpunkträume

für

Tourismus und

Erholung

Ordnungsraum für

Tourismus und

Erholung

Naturerlebnisräume

Gebiete mit

besonderer

Erholungseignung

Betroffenheiten der besonderen Räume für Tourismus und Erholung

Betroffenheit

Variante 2+1 A

Betroffenheit

Variante 2+1 B

Betroffenheit

Vorzugsvariante

E.1 – E.2 – E.3 A.1 – A.2 – X.5 – E.3 1A.4 - 1A.5

Fackenburger Landgraben

(1A.1); Schwartautal (E.1)

liegen im

Untersuchungskorridor,

werden aber nicht

durchschnitten;

Bereiche nördlich von Bad

Schwartau einschließlich

der Pönitzer Seenkette mit

Wäldern, kleineren Seen

und dem Tal der Schwartau

(E.1)

siehe Schwerpunkträume für Tourismus und Erholung

Fackenburger Landgraben

(1A.1); Schwartautal (1A.14)

liegen im

Untersuchungskorridor,

werden aber nicht

durchschnitten;

Bereiche nördlich von Bad

Schwartau einschließlich

der Pönitzer Seenkette mit

Wäldern, kleineren Seen

und dem Tal der Schwartau

(1A.1)

Fackenburger

Landgraben (1A.1);

Schwartautal (E.1;

1A.14) liegen im

Untersuchungskorridor,

werden aber nicht

durchschnitten;

Bereiche nördlich von

Bad Schwartau

einschließlich der

Pönitzer Seenkette mit

Wäldern, kleineren Seen

und dem Tal der

Schwartau (1A.1)

In den Schwerpunkträumen für Tourismus und Erholung ist dem Tourismus eine besondere

Bedeutung einzuräumen, sodass Beeinträchtigungen des Tourismus hier deutlich negativ zu

bewerten sind.

Für die Ordnungsräume für Tourismus und Erholung, welche in diesem Abschnitt identisch

zu den Schwerpunkträumen sind, sehen die raumordnerischen Grundsätze die Intakthaltung

von Natur und Landschaft als Grundlage für Tourismus und Erholung vor. Nach diesem

9 Dies setzt voraus, dass bei einer 2+1-Lösung das Nahverkehrsangebot sichergestellt ist (s. Kap.

3.2.5, Ziffer 2 und 3). Ist dem nicht so, ist die Erreichbarkeit nicht mehr gegeben (s. Ausführungen in

Kap. 5.4).

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 44


Kriterium beeinträchtigt die Vorzugsvariante der Antragsunterlagen die Ordnungsräume für

Tourismus und Erholung im Vergleich zu den beiden anderen Varianten am wenigsten, da

hier gleichfalls die Neuzerschneidung von Natur und Landschaft am geringsten ausfällt.

Lärmbeeinträchtigungen der touristisch relevanten Ortschaften fallen bei der 2+1 A-Variante

im Vergleich am geringsten aus. Bei der Umsetzung dieser Trasse sind deutlich weniger

Stockwerke durch überschrittene Grenz- und Richtwerte betroffen als bei der 2+1 B-Variante.

Bei beiden 2+1-Varianten ist in den touristisch besonders relevanten Ortschaften des

Schwerpunktraumes für Tourismus und Erholung im Küstenbereich nur von einer geringen

Veränderung gegenüber dem Status Quo auszugehen. Bei der Umsetzung der

Vorzugsvariante aus den Antragsunterlagen ist mit der höchsten Lärmbeeinträchtigung zu

rechnen, da beim Ausbau der Bestandstrasse Personen- und Güterverkehr u. a. durch das

Seebad Scharbeutz und das Seeheilbad Timmendorfer Strand geführt wird. Für das Heilbad

Bad Schwartau weisen die Varianten allerdings keine Unterschiede auf, für den anerkannten

Erholungsort Ratekau geringe Unterschiede. In den Seebädern Haffkrug und Sierksdorf ist

mit unterschiedlichen Auswirkungen durch den Schienenverkehr zu rechnen, da bei den 2+1-

Varianten nicht der gesamte Verkehr bereits in Haffkrug auf die Neubautrasse an der

Autobahn geleitet wird. (vgl. Gegenüberstellung in Anlehnung an die UVS, Kap. 5.1.1,

Schutzgut Menschen, einschl. der menschlichen Gesundheit). 10

Beeinträchtigungen des Ortsbildes sind bei der Vorzugsvariante der Antragsunterlagen nicht

auszuschließen. Insbesondere der zweigleisige Ausbau und die geplante Errichtung von

Lärmschutzwänden können diesbezüglich negative Auswirkungen auf das Ortsbild nach sich

ziehen. Diese Gefahr ist auch bei der Umsetzung beider 2+1-Varianten nicht

auszuschließen, da entlang der Güter- und Fernverkehrstrassen dieser Varianten ebenfalls

Lärmschutzwände notwendig wären (im Bereich Ratekau, s. Ausführungen in Kap. 5.1.1 zu

Schutzgut Landschaft). Insgesamt ist die weiträumige Sichtbarkeit der Lärmschutzwände bei

allen drei Varianten jedoch eingeschränkt (ebd.), so dass diesbezüglich keine Unterschiede

auftreten.

Insgesamt entspricht in Bezug auf Tourismus und Erholung die 2+1 A-Variante am besten

den raumordnerischen Grundsätzen und Zielen bzw. hat im Bezug darauf die geringsten

negativen Auswirkungen. Die 2+1 B-Variante ist im Vergleich dazu geringfügig schlechter zu

bewerten, gefolgt von der Vorzugsvariante der Antragsunterlagen, die aufgrund der deutlich

negativen Auswirkungen in Bezug auf Lärmimmissionen letztplatziert ist.

Bei dieser Beurteilung wird – wie bereits mehrfach ausgeführt – davon ausgegangen, dass

bei einer dreigleisigen Lösung gemäß "2+1-Konzept" die Bestandstrasse ausschließlich vom

Personennahverkehr genutzt würde. Auf eine abweichende Bewertung hinsichtlich der in

Kap. 3.2.5 dargelegten Prämissen zum Güterverkehr (s. auch Kap. 5.1) und Nahverkehr wird

in Kap. 5.4 eingegangen.

5.2.1.4 Wirtschaft

Grundsätze für die Wirtschaft und die Verbesserung des Untersuchungsraums als

Wirtschaftsstandort formulieren eine gute verkehrliche Anbindung bzw. regionale und

überregionale Vernetzung mit weiteren Wirtschaftsstandorten. Als Voraussetzung für die

10 Dies setzt voraus, dass die Bestandsstrecke der 2+1-Lösung lediglich vom Nahverkehr genutzt wird

(s. Prämisse in Kap. 3.2.5, Ziffer 1). Ist dies nicht zugewährleisten, ist die Vorzugsvariante der

Antragsunterlagen als deutlich vorteilhafter zu bezeichnen, da hier mit aktivem und passivem

Lärmschutz den Lärmimmissionen entgegengewirkt wird, die bei einer 2+1-Lösung nicht vorgesehen

wären (s. Ausführungen in Kap. 5.4).

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 45


Ausweisung von Gewerbegebieten sollte ebenfalls deren gute Verkehrsanbindung und

Erreichbarkeit mit dem ÖPNV sichergestellt sein (Grundsätze 1.5 (3), 2.6 (3), 2.6 (5), 7.1.2

(8)).

Durch den Ausbau der Schienenanbindung verbessert sich die Erreichbarkeit der

verbleibenden Haltepunkte, welche jedoch insbesondere für den Personennahverkehr

relevant sind 11 . Diese ist bei den verbleibenden, identischen Haltepunkten der Varianten

gleich zu bewerten. Insbesondere der internationale Verkehr mit Dänemark wird durch das

Vorhaben eine Verbesserung erfahren, unabhängig von der realisierten Variante. In

Abschnitt 1 (und 2) sind jedoch keine Haltepunkte für den wirtschaftlich relevanten

Güterverkehr eingeplant, sodass hinsichtlich Verkehrsanbindung und Erreichbarkeit regional

keine direkte Betroffenheit zu erwarten ist.

5.2.1.5 Land- und Forstwirtschaft

Für die Land- und Forstwirtschaft ist die Zerschneidung der freien Landschaft und von

Waldflächen sowie weitere Flächeninanspruchnahme zu vermeiden bzw. zu begrenzen

(ROG § 2 (2)). Die Voraussetzungen für die Land- und Forstwirtschaft als Nahrungs- und

Rohstoffproduzent sollen erhalten bzw. geschaffen werden (ROG § 2(4)).

Weiterhin soll die Landwirtschaft als prägende Wirtschaftsform der Kulturlandschaft

erhalten bleiben (G 3.9 (1)). Grundsatz 3.9 (4) des LEPs fordert die Schonung

landwirtschaftlicher Flächen bei sonstigen Planungen.

Die Vorzugsvariante der Antragsunterlagen, welche größtenteils den Ausbau der

bestehenden Trasse vorsieht, entspricht weitgehend den dargestellten Grundsätzen, da die

zusätzliche Zerschneidung und Inanspruchnahme landwirtschaftlicher Flächen hier gering

ausfällt. Streckenabschnitt 1A.5 ist einer der wenigen neuen Streckenabschnitte der

Vorzugsvariante, welcher allerdings einige nicht mehr günstig zu bewirtschaftende Flächen

zwischen Autobahn und Bahntrasse bedingt. 13 landwirtschaftliche Flächen werden durch

diesen Streckenabschnitt an- oder durchschnitten (Landwirtschaftskammer Schleswig-

Holstein, 2012, S. 43ff – Anlage 12 der Antragsunterlagen).

Die Variante 2+1 B sieht für die Streckenabschnitte A.1 – A.2 – X.5 und E.3 einen Neubau

der Strecke vor. Auch diese Variante verläuft schlussendlich parallel zur BAB 1,

Streckenabschnitt A.1 verläuft auf einer Länge von ca. 4,8 km durch die freie Landschaft. Die

zusätzliche Flächeninanspruchnahme durch den Neubau betrifft auch landwirtschaftliche

Flächen. Laut dem Sondergutachten Agrarstruktur werden durch diese Streckenabschnitte

31 landwirtschaftliche Flächen an- oder durchschnitten (Landwirtschaftskammer Schleswig-

Holstein, 2012 – Anlage 12 der Antragsunterlagen).

Bei der 2+1 A-Variante ist eine Neutrassierung durch die Streckenabschnitte E.1 – E.2 – E.3

geplant. Durch die Bündelung mit der BAB 1 durchschneidet jedoch nur der

Streckenabschnitt E.1 einen Teil der freien Landschaft, es kommt jedoch zu einer

zusätzlichen Flächeninanspruchnahme, zu der auch landwirtschaftliche Flächen zählen.

Durch diese Streckenabschnitte werden 34 Flächen an- oder durchschnitten, auf

Streckenabschnitt E.2 kommt es trotz Parallelführung zur BAB 1 zu einer „erheblichen

Zerschneidungswirkung“ (Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, 2012, S. 131 –

Anlage 12 der Antragsunterlagen). Die freie Landschaft ist in etwa mit dem dort

ausgewiesenen regionalen Grünzug gleichzusetzen, sodass etwa von einer Querungslänge

von 3 Kilometer auszugehen ist (vgl. Tabelle 5-17).

11 Dies setzt voraus, dass bei einer 2+1-Lösung das Nahverkehrsangebot sichergestellt ist (s. Kap.

3.2.5, Ziffer 2 und 3). Ist dem nicht so, ist die Erreichbarkeit nicht mehr gegeben (s. Ausführungen in

Kap. 5.4).

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 46


Der Ausbau der Bestandstrasse, also die Vorzugsvariante aus den Antragsunterlagen, ist in

Bezug auf die raumordnerischen Grundsätze zur Landwirtschaft als vorteilhafter

einzuschätzen als die Variante 2+1 B, gefolgt von der Variante 2+1 A. Von beiden 2+1-

Varianten gehen höhere negative Auswirkungen auf die landwirtschaftlichen Betriebe durch

Zerschneidung und Inanspruchnahme landwirtschaftlich genutzter Flächen aus als von der

Vorzugsvariante der Antragsunterlagen.

Als relativ waldarmes Bundesland formuliert der raumordnerische Grundsatz 3.9 (5) LEP zur

Forstwirtschaft die Erhöhung des Waldanteils auf 12 %. Der Erhalt des Waldes mit seinen

vielfältigen Nutz- und Schutzfunktionen ist anzustreben, was nochmals innerhalb des

Regionalplans betont wird. Querungslängen von Waldflächen für die zu vergleichenden

Varianten sind Tabelle 5-19 zu entnehmen.

Tabelle 5-19:

Variante 2+1 A

Querungslängen von Waldflächen

Länge [m]

E.1 2.393

E.2 28

E.3 1.262

Variante 2+1 B

Länge [m]

E.3 1.262

Vorzugsvariante der Antragsunterlagen Länge [m]

1A.5 78

Die Variante 2+1 A bedingt die längste Querung von Waldgebieten auf einer Gesamtlänge

von 3.683 m, gefolgt von der Variante 2+1 B mit einer Querungslänge von 1.262 m. Auch der

Ausbau der Bestandstrasse bedingt eine zusätzliche Querung von Waldflächen, die mit 78 m

jedoch sehr gering ausfällt. Bei allen Abschnitten handelt es sich um randliche Anschnitte

von Waldflächen, welche keine erheblichen Auswirkungen auf die Nutz- und

Schutzfunktionen des Waldes und damit dessen Beeinträchtigung erwarten lassen. Die

geringste zusätzliche Inanspruchnahme von Waldflächen bedingt die Vorzugsvariante der

Antragsunterlagen, gefolgt von der Variante 2+1 B und der Variante 2+1 A.

5.2.1.6 Verkehr

Als Grundsatz des Raumordnungsgesetzes ist die gute Erreichbarkeit der einzelnen

Teilräume durch einen effizienten Personen- und Güterverkehr definiert (ROG § 2 Abs. 2

(3)). Ebenfalls gilt es (Güter- und Erholungs-)Verkehre zu vermeiden oder auf die Schiene zu

verlagern (Grundsätze 3.4 (3), 3.4 (4), 3.4 (5)).

Ähnlich wie auch bei den übergeordneten raumordnerischen Grundsätzen zum Verkehr, sind

auch für den ÖPNV die gute Erreichbarkeit und Erschließung von Siedlungsschwerpunkten

und eine Verlagerung der Verkehrsströme (Personen- und Güterverkehr) auf die Schiene

umzusetzen (vgl. RVU, S. 777ff).

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 47


Da sowohl in der Vorzugsvariante der Antragsunterlagen als auch in beiden 2+1-Varianten

weiterhin die vorhandenen Haltepunkte und Bahnhöfe erhalten bleiben, ist für alle drei

Lösungen eine verbesserte Erreichbarkeit der Ortschaften Ratekau, Timmendorfer Strand,

Scharbeutz und Haffkrug zu erwarten 12 . Bei Erhalt des Haltepunkts Sierksdorf ist ebenfalls

von einer verbesserten Erreichbarkeit Sierksdorfs auszugehen. Bei den 2+1-Varianten setzt

dies allerdings voraus, dass sich ein Betreiber für die Nahverkehrsstrecke findet, der die

Erreichbarkeit sicherstellt. Ist dies nicht gegeben, sind die 2+1-Varianten als deutlich negativ

zu betrachten (s. dazu Ausführungen in Kap. 5.4). Die Fertigstellung der FBQ lässt eine

generelle Zunahme des grenzüberschreitenden Pendlerverkehrs erwarten. Für den

Personenfernverkehr ist der Verlauf der Trasse in Abschnitt 1 jedoch nicht ausschlaggebend,

dortige Haltepunkte werden nicht angefahren. Entsprechend sind die raumordnerischen

Grundsätze diesbezüglich bei allen drei Varianten positiv betroffen (bei einer dauerhaften

Sicherstellung des Nahverkehrsbetriebes auf der Bestandsstrecke, s. o.).

Die raumordnerischen Grundsätze sehen für den Schienenverkehr ähnlich wie für den

ÖPNV eine Ertüchtigung des Personen- und Güterverkehrs vor, Hafen-, Industrie- und

Gewerbegebiete sollen durch den Schienenverkehr erschlossen werden (Grundsatz 3.4.2

(1)). Sicherung und Ausbau der Strecke Hamburg – Lübeck – Fehmarn (- Dänemark) ist als

eigenes raumordnerisches Ziel definiert (Ziel 3.4.2 (2)), genauso wie deren Elektrifizierung

und zweigleisiger Ausbau (Ziel 3.4.2 (3)). Diverse Grundsätze des Regionalplans formulieren

die Realisierung der festen Fehmarnbeltquerung als auch der zugehörigen

Schienenanbindung. Da die Ziele und Grundsätze keine Aussagen zur Trasse machen, sind

alle drei zu vergleichenden Varianten diesbezüglich gleich zu bewerten. Alle Varianten

werden sich ebenfalls positiv auf die Entwicklung des Pendler- und Güterverkehrs auf der

Schiene auswirken, sodass hier ebenfalls keine Unterschiede zwischen den Varianten

hinsichtlich der raumordnerischen Ziele und Grundsätze gemacht werden können. Mit dem

Erhalt der vorhandenen Haltepunkte und Bahnhöfe in Abschnitt 1 durch die Vorzugsvariante

der Antragsunterlagen als auch die beiden 2+1 Varianten ist durch die verbesserte

Erreichbarkeit auch mit einem erhöhten Pendleraufkommen zu rechnen. Die zu

vergleichenden Varianten sind in diesem Punkt gleich zu bewerten.

Nach Grundsatz 3.4.1 (3) des LEP für den Straßenverkehr ist durch die Ertüchtigung des

ÖPNV eine Entlastung des Straßennetzes, auch hinsichtlich des Güterverkehrs, angestrebt.

Mit dem Vorhaben wird diesem Grundsatz entsprochen, der Ausbau der Schienenanbindung

wird insbesondere für den (überregionalen) Güterverkehr per Schiene eine Verbesserung

bedeuteten, da die Strecke bislang nicht vom Güterverkehr genutzt wird. Eine verbesserte

Erreichbarkeit der Ortschaften entlang der Strecke macht auch eine Verlagerung von

Verkehrsströmen von der Straße auf die Schiene wahrscheinlicher, was den Grundsätzen

ROG § 2 Absatz 2 (3) und LEP 3.4.3 entspricht 13 . Die realisierte Variante ist dabei nicht

ausschlaggebend, sodass die drei Varianten diesbezüglich gleich zu bewerten sind.

Der Radverkehr soll als Alternative zum motorisierten Individualverkehr sowohl im Alltag als

auch in Freizeit und Urlaub gefördert werden (Grundsatz 3.4.5 (3) LEP). Auch die

Verbindung zwischen Radverkehr und ÖPNV ist zu verbessern (Grundsatz 7.2.3 (4)

Regionalplan). Alle Varianten bieten das Potenzial, diesen Grundsätzen zu entsprechen,

12 Dies setzt voraus, dass bei einer 2+1-Lösung das Nahverkehrsangebot sichergestellt ist (s. Kap.

3.2.5, Ziffer 2 und 3). Ist dem nicht so, ist die Erreichbarkeit nicht mehr gegeben (s. Ausführungen in

Kap. 5.4).

13 Dies setzt voraus, dass bei einer 2+1-Lösung das Nahverkehrsangebot sichergestellt ist (s. Kap.

3.2.5, Ziffer 2 und 3). Ist dem nicht so, ist die Erreichbarkeit nicht mehr gegeben (s. Ausführungen in

Kap. 5.4).

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 48


sind aber von der Detailplanung und der Anbindung der Haltepunkte per Fahrrad abhängig 14 ,

welche in diesem Stadium der Planung noch nicht thematisiert werden. Da für alle drei

Varianten die gleichen Haltepunkte erhalten bleiben, ist die Anbindung des Radwegenetzes

an die Haltestellen für die vorliegenden Fälle gleichwertig zu realisieren und zu bewerten.

Durch die Neubautrassen der 2+1-Varianten werden keine neuen, ebenerdigen

Bahnübergänge nötig, für den weitgehenden Ausbau der Bestandsstrecke (Vorzugsvariante

der Antragsunterlagen) bzw. deren Erhalt sind ebenfalls alle Bahnübergänge bereits im

Bestand, sodass hier keine Verschlechterung des Status Quo eintritt. Beeinträchtigungen

durch Bahnlärm aufgrund von Parallelführungen sind in Abschnitt 1 nicht zu erwarten.

Die Trassenführung in Abschnitt 1 ist nicht relevant für die raumordnerischen Grundsätze für

Schifffahrt und Häfen. Eine Verbesserung der Hinterlandverbindung der überregional

bedeutenden Ostseehäfen Lübeck und Puttgarden (Grundsatz 3.4.3.(3) LEP) und der

Ausbau der regionalen Verkehrsinfrastruktur (Grundsatz 3.4 (2)) erfolgt durch den Ausbau

der Schienenanbindung bei allen drei realisierten Varianten, da die Strecke damit für den

Güterverkehr erschlossen wird.

5.2.1.7 Küstenschutz

Durch den Erhalt der Bestandsstrecke nördlich von Haffkrug im Rahmen der beiden 2+1-

Varianten bleibt die Streckenführung, die in einem Abstand von ca. 300 m zur Küstenlinie

verläuft, erhalten. Hier sind jedoch keine Konflikte oder Beeinträchtigungen von

Küstenschutzeinrichtungen oder weiterer Belange des Küstenschutzes, die von Ziel 5.6 (3)

als prioritär gegenüber anderen Planungen definiert werden, zu erwarten. In Abschnitt 1 ist

von keiner Betroffenheit des raumordnerischen Belangs Hochwasserschutz durch die zu

realisierende Trasse auszugehen.

5.2.1.8 Bildung

Eine zumutbare Erreichbarkeit von Bildungseinrichtungen mit dem ÖPNV wird von den

beiden Grundsätzen 4.2 (1) und 4.2 (4) LEP gefordert. Mit dem Ausbau der

Schienenanbindung wird die Erreichbarkeit per Schiene als Teil des ÖPNV verbessert. Wie

bereits bei den vorherigen raumordnerischen Belangen, für die eine verbesserte

Erreichbarkeit und einen Ausbau des ÖPNV-Angebots relevant ist, sind die Varianten 2+1 A

und Variante 2+1 B in dieser Hinsicht gleichbedeutend mit der Vorzugsvariante der

Antragsunterlagen zu bewerten, da die Erreichbarkeit u. a. von der Lage der Haltepunkte

und Bahnhöfe abhängig ist, welche bei den betrachteten Varianten gleich sind 15 .

5.2.1.9 Windenergie

Die während der Erstellung der Antragsunterlagen für das Raumordnungsverfahren noch in

der 2. Abstimmung befindlichen Erweiterungsflächen für die Windenergienutzung wurden

mittlerweile über die Teilfortschreibung der Regionalpläne als Eignungsgebiete integriert. Für

den Streckenabschnitt 1 bedeutet dies die Ausweisung von zwei kleineren Erweiterungs-

14 Dies setzt voraus, dass bei einer 2+1-Lösung das Nahverkehrsangebot sichergestellt ist (s. Kap.

3.2.5, Ziffer 2 und 3). Ist dem nicht so, ist die Erreichbarkeit nicht mehr gegeben (s. Ausführungen in

Kap. 5.4).

15 Dies setzt voraus, dass bei einer 2+1-Lösung das Nahverkehrsangebot sichergestellt ist (s. Kap.

3.2.5, Ziffer 2 und 3). Ist dem nicht so, ist die Erreichbarkeit nicht mehr gegeben (s. Ausführungen in

Kap. 5.4).

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 49


flächen als Eignungsflächen für Windenergienutzung bei Pansdorf (Quelle: Ministerpräsident

des Landes Schleswig-Holstein - Landesplanungsbehörde, 2012). Diese sind von den

Streckenabschnitten E.2 und E.3, die beide Teil der Variante 2+1 A sowie E.3 auch Teil der

Variante 2+1 B ist, randlich betroffen. Durch die Einhaltung von Vorsorgeabständen zu

anderen Infrastruktureinrichtungen kann es zu einer Verkleinerung der geplanten

Erweiterungsflächen kommen. Hier ist die Vorzugsvariante der Antragsunterlagen der

Variante 2+1 B und der Variante 2+1 A vorzuziehen.

5.2.1.10 Fazit der Gegenüberstellung in Abschnitt 1

Eine Übersicht der Auswirkungen der zu vergleichenden Varianten in Abschnitt 1 ist in

Tabelle 5-20 zu sehen.

Tabelle 5-20: Übersicht der Auswirkungen auf die raumordnerischen Belange in Abschnitt 1

Raumordnerischer Belang Vorzugsvariante Variante 2+1 A Variante 2+1 B

Ordnungsräume ++ ++ ++

Zentrale Orte + + +

Siedlungsachsen + +/- +/-

Ländliche Räume + +/- +/-

Freiraum +/- - +/-

Tourismus & Erholung -- -/+ -

Wirtschaft + + +

Landwirtschaft +/- - -

Forstwirtschaft +/- - -

ÖPNV + + +

Schienenverkehr ++ ++ ++

Straßenverkehr + + +

Radverkehr +/- +/- +/-

Schifffahrt & Häfen + + +

Hochwasser & Küstenschutz +/- +/- +/-

Bildungseinrichtungen + + +

Windenergie +/- - -

(++) deutliche Verbesserung, deutlich positive Auswirkungen auf ein Sachgebiet

(+) Verbesserung, positive Auswirkungen auf ein Sachgebiet

(+/-) keine eindeutig positiven oder negativen Auswirkungen auf ein Sachgebiet, neutral

(-) Verschlechterung, negative Auswirkungen auf ein Sachgebiet

(--) deutliche Verschlechterung, deutlich negative Auswirkungen auf ein Sachgebiet

Der Vergleich der Vorzugsvariante der Antragsunterlagen mit der 2+1 A-Variante und der

2+1 B-Variante als Vorschlag des Kreises Ostholstein ergibt weiterhin einen Vorzug der

Vorzugsvariante der Antragsunterlagen im Abschnitt 1, da bis auf das Sachgebiet Tourismus

und Erholung alle anderen Bereiche neutral oder positiv von dem Vorhaben betroffen sind.

Ist gemäß den Ausführungen in Kap. 5.1 jedoch damit zu rechnen, dass auf der eigentlichen

Nahverkehrsstrecke der 2+1-Varianten ebenfalls Güterverkehr stattfindet, so ist die

Vorzugsvariante der Antragsunterlagen im Sachgebiet Tourismus als deutlich vorteilhafter zu

bezeichnen, da hier mit aktivem und passivem Lärmschutz den Lärmimmissionen

entgegengewirkt wird, die bei einer 2+1-Lösung nicht vorgesehen wären (s. Ausführungen in

Kap. 5.4). Darüber hinaus wäre sicherzustellen, dass ein Betreiber das Nahverkehrsangebot

auf der Bestandsstrecke der 2+1-Lösungen sicherstellt (s. Kap. 3.2.5). Ist dies nicht

gegeben, so stellen sich die 2+1-Varianten bei den Sachgebieten Bildung, ÖPNV sowie in

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 50


Teilen bei Tourismus und Erholung im Vergleich zur Vorzugsvariante der Antragsunterlagen

als deutlich negativ dar (s. Ausführungen in Kap. 5.4).

5.2.2 Abschnitt 2

Variante 2+1 1A.6

Vorzugsvariante Antragsunterlagen 1A.6 1A.6.1

Für den Abschnitt 2 wird nur eine 2+1-Variante betrachtet, die Bestandsstrecke bleibt

erhalten und wird elektrifiziert, während Streckenabschnitt 1A.6 als Umfahrungsstrecke

realisiert wird. Die Vorzugsvariante aus den Antragsunterlagen sieht den Rückbau der

Bestandsstrecke zwischen Haffkrug und Altenkrempe, die Realisierung des

Streckenabschnitts 1A.6 und der Stichstrecke 1A6.1 nach Neustadt i.H. vor.

Da sich in der Untersuchung von Abschnitt 1 bereits einige raumordnerische Ziele und

Grundsätze als unabhängig von der Trassenführung, sondern vielmehr abhängig von der

Lage der Haltepunkte herausgestellt haben, werden Sie für den Abschnitt 2 nicht erneut

gesondert untersucht. Dabei handelt es sich um die raumordnerischen Belange

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 51


Ordnungsräume, Zentrale Orte, Ländliche Räume, Wirtschaft, ÖPNV, Schienenverkehr,

Straßenverkehr, Schifffahrt und Häfen sowie Bildungseinrichtungen.

5.2.2.1 Regionale Siedlungsstruktur

Alle zu vergleichenden Streckenabschnitte, die Bestandsstrecke und 1A.6 für die Variante

2+1 sowie 1A.6 und 1A.6.1 und der Rückbau von Teilen der Bestandsstrecke für die

Vorzugsvariante der Antragsunterlagen liegen außerhalb einer definierten Siedlungsachse.

Beide Varianten sind hier ähnlich zu bewerten, der Streckenabschnitt 1A.6 wird für beide

Varianten realisiert, der Erhalt der Bestandsstrecke für die 2+1-Lösung als bereits

vorhandene Strecke ist dabei ähnlich einzuschätzen wie der Neubau des Streckenabschnitts

1A.6.1 bei gleichzeitigem Rückbau einer Teilstrecke der Bestandstrasse bei der

Vorzugsvariante der Antragsunterlagen.

Ähnlich stellt sich der raumordnerische Belang für die Ländlichen Räume dar, welche

neben einer guten Erreichbarkeit ebenfalls als Natur- und Erholungsgebiete erhalten werden

sollen. Die Erreichbarkeit wird durch beide Varianten verbessert, während die

Neuzerschneidung durch Abschnitt 1A.6.1 und damit die Vorzugsvariante der

Antragsunterlagen negativ einzuschätzen ist. Bei der Vorzugsvariante positiv zu bewerten,

ist der Rückbau von Teilen der Bestandstrasse, was positiv auf die Umgebung und den

Erhalt bzw. die Wiederherstellung als Natur- und Erholungsgebiet einzuschätzen ist.

Entsprechend werden beide Varianten in Bezug auf die regionale Siedlungsstruktur gleich

bewertet.

5.2.2.2 Freiraum

Die zusätzliche Durchschneidung regionaler Grünzüge findet in Abschnitt 2 nur durch den

Streckenabschnitt 1A.6.1 der Vorzugsvariante der Antragsunterlagen auf einer Länge von

267 m statt. Gleichzeitig erfahren die regionalen Grünzüge dort durch den teilweisen

Rückbau der Bestandsstrecke eine Entlastung und das Potenzial, hier Freiraumstrukturen

wiederherzustellen. Hier sind 2+1 Variante und die Vorzugsvariante der Antragsunterlagen

ebenfalls gleichrangig zu bewerten.

5.2.2.3 Tourismus und Erholung

In Abschnitt 2 sind wie auch in Abschnitt 1 sowohl Schwerpunkträume als auch

Ordnungsräume für Tourismus und Erholung von der Streckenführung betroffen.

Tabelle 5-21:

Betroffenheiten der besonderen Räume für Tourismus und Erholung

Name Betroffenheit Variante 2+1 Betroffenheit

Vorzugsvariante

Schwerpunkträume für Tourismus

und Erholung

Ordnungsraum für Tourismus und

Erholung

1A.6 1A.6 - 1A.6.1

siehe Schwerpunkträume für Tourismus und Erholung

Bereiche westlich von Neustadt i. H. sind als Gebiete mit besonderer Bedeutung für

Tourismus und Erholung ausgewiesen. Neustadt i. H. ist ein Seebad.

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 52


Die Erreichbarkeit von Neustadt i. H. wird durch die kürzeren Taktzeiten der Züge und der

verkürzten Fahrtzeiten bei beiden Varianten verbessert werden 16 . In der Gegenüberstellung

gemäß UVS, Schutzgut Menschen sind die Variante 2+1 und die Vorzugsvariante in Bezug

auf die Beeinträchtigungen durch Schallimmissionen gleich zu bewerten (s.

Gegenüberstellung in Anlehnung an die UVS, Kap. 5.1.2, Schutzgut Menschen, einschl. der

menschlichen Gesundheit). Bei der Vorzugsvariante der Antragsunterlagen und der 2+1

Variante werden Güter- und Personenfernverkehr über die Strecke 1A.6 geleitet und nicht

durch Neustadt i. H. geleitet. 17

Beeinträchtigungen des Landschaftsbilds und Ortsbilds von Neustadt i. H. sind für beide

Varianten möglich. Es ergeben sich diesbezüglich jedoch keine Unterschiede zwischen den

Varianten (s. Kap. 5.1.2, Schutzgut Landschaft).

Im Bezug auf Tourismus und Erholung entsprechen beide Varianten den raumordnerischen

Zielen und Grundsätzen und werden hier als weitgehend neutral bewertet, da sich bei beiden

Varianten lediglich eine verbesserte Erreichbarkeit ergibt.

Bei dieser Beurteilung wird wie in Abschnitt 1 auch und wie bereits mehrfach ausgeführt,

davon ausgegangen, dass bei einer dreigleisigen Lösung gemäß "2+1-Konzept" die

Bestandstrasse ausschließlich vom Personennahverkehr genutzt würde und die Versorgung

des Nahverkehrs gewährleistet wäre (s. Kap. 3.2.5 und Ausführungen in Kap. 5.4).

5.2.2.4 Land- und Forstwirtschaft

Durch den Neubau des Streckenabschnitts 1A.6.1 im Zuge der Vorzugsvariante der

Antragsunterlagen wird keine zusätzliche landwirtschaftliche Fläche in Anspruch genommen,

da die Trassenführung auf der stillgelegten Trasse Neustadt-Eutin erfolgt. Aus der

Darstellung der landwirtschaftlichen Flächen in Abbildung 2 des Sondergutachtens zur

Agrarstruktur (Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, 2012 – Anlage 12 der

Antragsunterlagen) ist zu erkennen, das landwirtschaftliche Flächen durch den

Streckenabschnitt 1A.6 zerschnitten werden und eine entsprechende

Flächeninanspruchnahme die Folge ist. Sowohl bei der Vorzugsvariante der

Antragsunterlagen als auch bei der Variante 2+1 ist dieser Streckenabschnitt notwendig..

Beide Varianten bedingen durch den neu zu bauenden Streckenabschnitt 1A.6 in Abschnitt 2

eine zusätzliche Querung von Waldflächen auf einer Länge von 221 m. Hier handelt es sich

um einen randlichen Anschnitt von Waldflächen, welcher den angeführten raumordnerischen

Grundsätzen der Forstwirtschaft nicht entgegenstehen.

5.2.2.5 Radverkehr

Der vorhandene Bahnhof Neustadt i. H. liegt zentral in Neustadt und erfährt bei beiden

Varianten keine Lageänderung, sodass hier von einer guten Anbindung für den Radverkehr

16 Dies setzt voraus, dass bei einer 2+1-Lösung das Nahverkehrsangebot sichergestellt ist (s. Kap.

3.2.5, Ziffer 2 und 3). Ist dem nicht so, ist die Erreichbarkeit nicht mehr gegeben (s. Ausführungen in

Kap. 5.4).

17 Dies setzt voraus, dass die Bestandsstrecke der 2+1-Lösung lediglich vom Nahverkehr genutzt wird

(s. Prämisse in Kap. 3.2.5, Ziffer 1). Ist dies nicht zu gewährleisten, ist die Vorzugsvariante der

Antragsunterlagen als deutlich vorteilhafter zu bezeichnen, da hier keine Lärmimmissionen im Bereich

Neustadt erfolgen, die bei einer 2+1-Lösung jedoch aufträten (ohne aktiven/passiven Lärmschutz) (s.

Ausführungen in Kap. 5.4).

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 53


auszugehen ist 18 . Attraktivitätsverluste der überregionalen Radwege durch Parallelführung

mit der geplanten Bahntrasse sind in Abschnitt 2 nicht zu erwarten. Auf Streckenabschnitt

1A.6 sind bereits 2 ebenerdige Bahnübergänge im Bestand vorhanden, Informationen zu

weiteren geplanten Bahnübergängen für den neuen Streckenabschnitt 1A.6.1 der

Vorzugsvariante aus den Antragsunterlagen sind nicht vorhanden. Beide Varianten in

Abschnitt 2 sind daher gleichwertig in ihren Auswirkungen auf den raumordnerischen Belang

Radverkehr zu bewerten. Eine negative Beeinträchtigung für den Radverkehr durch die

beiden Varianten ist hier nicht zu erkennen.

5.2.2.6 Hochwasser- und Küstenschutz

Sowohl durch den Streckenabschnitt 1A.6 als auch die bei der Vorzugsvariante der

Antragsunterlagen zu realisierende Stichstrecke 1A.6.1 sind keine Konflikte und

Beeinträchtigungen mit dem Küsten- und Hochwasserschutz zu erwarten.

5.2.2.7 Windenergie

In Abschnitt 2 sind keine Eignungsgebiete für Windenergienutzung ausgewiesen und damit

dieser raumordnerische Belang nicht betroffen.

Eine Übersicht der Auswirkungen der zu vergleichenden Varianten in Abschnitt 2 ist in

Tabelle 5-22 zu sehen.

5.2.2.8 Fazit der Gegenüberstellung in Abschnitt 2

Die nachstehende Tabelle gibt die Auswirkungen auf die unterschiedlichen Sachgebiete

wieder:

Tabelle 5-22: Übersicht der Auswirkungen auf die raumordnerischen Belange in Abschnitt 2

Raumordnerischer Belang Vorzugsvariante Variante 2+1

Ordnungsräume ++ ++

Zentrale Orte + +

Siedlungsachsen +/- +/-

Ländliche Räume + +

Freiraum +/- +/-

Tourismus & Erholung +/- +/-

Wirtschaft + +

Landwirtschaft - -

Forstwirtschaft +/- +/-

ÖPNV + +

Schienenverkehr ++ ++

Straßenverkehr + +

Radverkehr +/- +/-

Schifffahrt & Häfen + +

Hochwasser & Küstenschutz +/- +/-

Bildungseinrichtungen +/- +/-

Windenergie +/- +/-

18 Dies setzt voraus, dass bei einer 2+1-Lösung das Nahverkehrsangebot sichergestellt ist (s. Kap.

3.2.5, Ziffer 2 und 3). Ist dem nicht so, ist die Erreichbarkeit nicht mehr gegeben (s. Ausführungen in

Kap. 5.4).

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 54


(++) deutliche Verbesserung, deutlich positive Auswirkungen auf ein Sachgebiet

(+) Verbesserung, positive Auswirkungen auf ein Sachgebiet

(+/-) keine eindeutig positiven oder negativen Auswirkungen auf ein Sachgebiet, neutral

(-) Verschlechterung, negative Auswirkungen auf ein Sachgebiet

(--) deutliche Verschlechterung, deutlich negative Auswirkungen auf ein Sachgebiet

Nach Auswertung der Auswirkungen der Variante 2+1 und der Vorzugsvariante der

Antragsunterlagen auf die raumordnerischen Belange, ist in Abschnitt 2 keine der beiden

untersuchten Varianten vorzuziehen. Die Auswirkungen auf die raumordnerischen Belange

fallen gleichwertig aus.

Dies setzt allerdings voraus, dass auf der eigentlichen Nahverkehrsstrecke der 2+1-

Varianten kein Güterverkehr stattfindet. Nach den Ausführungen in Kap. 5.1 ist diese

Annahme jedoch nicht realistisch, so dass bei gesteigertem Güterverkehr auf der

Bestandstrecke die Vorzugsvariante der Antragsunterlagen als deutlich vorteilhafter zu

bezeichnen ist, da diese nicht durch die Ortslage Neustadt führt, die 2+1-Lösung jedoch zu

massiven Lärmimmissionen in diesem Bereich führen würde (s. Ausführungen in Kap. 5.4).

Darüber hinaus wäre sicherzustellen, dass ein Betreiber das Nahverkehrsangebot auf der

Bestandsstrecke der 2+1-Lösungen sicherstellt (s. Kap. 3.2.5, Ziffer 2 und 3). Ist dies nicht

gegeben, so stellt sich die 2+1-Variante bei den Sachgebieten Tourismus, Bildung und

ÖPNV im Vergleich zur Vorzugsvariante der Antragsunterlagen als deutlich negativ dar (s.

Ausführungen in Kap. 5.4).

5.2.3 Fazit der Gegenüberstellung in Anlehnung an die RVU

Obwohl zwischen der 2+1 Lösung und der Vorzugsvariante der Antragsunterlagen im

Abschnitt 2 keine Unterschiede bestehen, bleiben in der Gesamtbetrachtung beider

Abschnitte weiterhin die Vorteile für die Vorzugsvariante der Antragsunterlagen

erkennbar. Die Vorzugsvariante führt im Abschnitt 1 lediglich hinsichtlich des Sachgebietes

„Tourismus und Erholung“ zu negativen Auswirkungen. Alle anderen raumordnerischen

Belange werden durch die Variante positiv beeinflusst oder bleiben in den Auswirkungen

neutral. Demgegenüber sind bei beiden 2+1-Varianten mehrere Sachgebiete in mehr oder

weniger starkem Umfang negativ betroffen (Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Windenergie,

Freiraum (bei Variante 2+1 A), Tourismus und Erholung (bei Variante 2+1 B)).

Zwischen den beiden 2+1-Varianten lassen sich kaum signifikante Unterschiede ausmachen.

Bei einer besonderen Gewichtung des Sachgebietes „Tourismus“ wäre Variante 2+1 A

gegenüber 2+1 B leicht bevorteilt.

Diese Einschätzung gilt allerdings nur unter der Annahme, dass bei einer dreigleisigen

Streckenführung im Falle einer "2+1-Lösung" der lärmintensive Personenfern- und

Güterverkehr ausschließlich eine zweigleisige Neubautrasse nutzen würde, während eine

lediglich elektrifizierte Bestandstrasse nur vom Personennahverkehr mit vergleichsweise

sehr viel geringeren Belastungen genutzt würde.

Auf Grundlage dieser Annahme ist methodisch anhand der zur Verfügung stehenden Daten

die Gegenüberstellung aufgebaut. Diese Annahme erscheint aber nicht realistisch (vgl.

hierzu den methodischen Hinweis in Kap. 5.1).

Insofern muss eher davon ausgegangen werden, dass im Zuge eines diskriminierungsfreien

Zugangs zur Schieneninfrastruktur auch zumindest in Teilen (deren Umfang im Moment nicht

realistisch prognostizierbar ist) Personenfern- und Güterverkehr auch die Bestandsstrecke

nutzen würde, und zwar ohne dass diese Strecke dann mit entsprechendem Lärmschutz

versehen wäre. Im Lichte einer solchen Betrachtung würde die Gegenüberstellung gemäß

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 55


RVU hinsichtlich des Sachgebietes „Tourismus“ zu einem anderen Ergebnis kommen und

die Vorzugsvariante der Antragsunterlagen gegenüber den 2+1-Lösungen deutlich bevorteilt.

Darüber hinaus müsste sichergestellt werden, dass ein Betreiber das Nahverkehrsangebot

auf der Bestandsstrecke der 2+1-Lösungen sicherstellt (s. Kap. 3.2.5, Ziffer 2 und 3). Ist dies

nicht gegeben, so stellt sich die 2+1-Variante bei den Sachgebieten Bildung und ÖPNV im

Vergleich zur Vorzugsvariante der Antragsunterlagen als deutlich negativ dar (s.

Ausführungen in Kap. 5.4).

5.3 Stellungnahmen aus den Sondergutachten

5.3.1 NATURA 2000

Sowohl bei Variante 2+1A mit den Streckenabschnitten 1A.1, E1, E2, E3 und 1A6 als auch

bei Variante 2+1B mit den Streckenabschnitten 1A.1, 1A.14, 1A.2, 1A.3, A1, A2, X5, E3 und

1A.6 wird die Bestandstrasse weiter genutzt und elektrifiziert. Bislang wurde in den

Unterlagen (u. a. LEGUAN GMBH, 2012b/ Anlage 6) davon ausgegangen, dass dieser Bereich

von den Ausbauplanungen ausgenommen ist und der Trassenabschnitt im Neustädter

Binnenwasser stillgelegt und zurückgebaut wird. Nachstehend erfolgt eine überschlägige

Einschätzung der Folgen der Elektrifizierung und der Weiternutzung der Bestandstrasse

(Variante 2+1 A / 2+1 B) für den Nahverkehr im Trassenabschnitt Neustädter Binnenwasser

auf die Belange von NATURA 2000 im Vergleich mit der Vorzugsvariante der

Antragsunterlagen.

5.3.1.1 Abschnitt 1

Im Abschnitt 1 führt Variante 2+1 A zu hohen Konfliktpotenzialen in Bezug auf zwei NATURA

2000-Gebiete (GGB DE 2030-328 „Schwartautal und Curauer Moor“ und GGB DE 1930-302

„Wälder im Pönitzer Seengebiet“). Bei Variante 2+1 B werden ebenfalls die NATURA 2000-

Gebiete „Schwartautal und Curauer Moor“ (GGB DE 230-328) und „Wälder im Pönitzer

Seengebiet“ (GGB DE 1930-302) beeinträchtigt (hohes Konfliktpotenzial). Beim Ausbau der

Bestandstrasse (Vorzugsvariante der Antragsunterlagen) wird das NATURA 2000-Gebiet

„Schwartautal und Curauer Moor“ (GGB DE 2030-328) beeinträchtigt (hohes

Konfliktpotenzial). Durch Maßnahmen der Schadensbegrenzung können erhebliche

Beeinträchtigungen jedoch vermieden werden. Im Vergleich von Variante 2+1 B mit Variante

2+1 A schneidet in Bezug auf die Auswirkungen auf das GGB DE 2030-328 „Schwartautal

und Curauer Moor Variante 2+1 B günstiger ab, da die Beeinträchtigungen durch den

Bahnverkehr nur auf einem relativ kurzem Streckenabschnitt erfolgen. Die Beeinträchtigung

infolge räumlicher Nähe ist bei Variante 2+1 A größer, da die von der Bahn ausgehende

Wirkung über einen längeren Streckenabschnitt erfolgt.

Betrachtet man nur den Abschnitt 1, so sind im Vergleich zur Vorzugsvariante der

Antragsunterlagen die beiden 2+1-Varianten in Bezug auf die Belange von NATURA 2000

schlechter zu bewerten und werden dieser Variante nachgeordnet.

5.3.1.2 Abschnitt 2

Im Zuge der Vorzugsvariante der Antragsunterlagen sind in Abschnitt 2 die zwei Teilstrecken

1A.6 und 1A.6.1 (Stichstrecke) vorgesehen. Die Streckenführung in Abschnitt 2 galt bislang

als alternativlos. Insofern erfolgte für diesen Abschnitt bis dato kein Variantenvergleich.

Im Hinblick auf Teilstrecke 1A.6.1 kommt es höchstens zu einem mittleren Konfliktpotenzial

in Bezug auf das GGB DE 1930-330 „Strandniederung südlich Neustadt“ (LEGUAN GMBH,

2012b/ Anlage 6). Durch Umsetzung der Varianten 2+1 mit der Errichtung der

Bahnoberleitung kommt es zu keiner Modifizierung der bisherigen Konfliktbewertung. Das

GGB DE 1830-302 „Lachsau“ und das GGB DE-1831-321 „Kremper Au“ grenzen an das

Neustädter Binnenwasser an. Die Gewässer Lachsau und Kremper Au gelten gemeinsam

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 56


mit dem Neustädter Binnenwasser als wichtiger Wanderkorridor-Suchraum des Fischotters.

Bei Realisierung der Vorzugsvariante der Antragsunterlagen konnten für diese beiden GGB

erhebliche Beeinträchtigungen nicht von vornherein ausgeschlossen werden. Gegenüber

dieser Einschätzung ergibt sich durch die Konstruktion der Bahnoberleitung bei den 2+1-

Varianten (A/B) keine Änderung der bestehenden Konfliktsituation der beiden Schutzgebiete

(s.u.).

Teilstrecke 1A.6.1 wird auf einem bereits bestehenden, derzeit nicht genutzten Bahndamm

hergestellt. Durch den Abstand zu den NATURA 2000-Gebieten GGB DE 1830-301/ BSG

DE 1830-301 „NSG Neustädter Binnenwasser“ ist höchstens mit einem sehr geringen

Konfliktpotenzial zu rechnen. Da für die Vorzugsvariante der Antragsunterlagen der Rückbau

der Bestandstrasse ab Haffkrug vorgesehen ist, kommt es prognostisch zu einer

signifikanten Minderung der rezenten Störreize in Form des Bahnverkehrs im GGB DE 1830-

301/ BSG DE 1830-301 „NSG Neustädter Binnenwasser“ (LEGUAN GMBH, 2012b/ Anlage 6).

Bei Verwirklichung einer der beiden 2+1-Varianten, die jeweils durch das Neustädter

Binnenwasser führen und der weiteren Nutzung der Bestandsstrecke, kommt es vor allem

durch die geplante Elektrifizierung und die Konstruktion der Bahnoberleitung zu erheblichen

Beeinträchtigungen und damit zu hohen Konfliktpotenzialen für die NATURA-2000-Gebiete

GGB DE 1830-301/ BSG DE 1830-301 „NSG Neustädter Binnenwasser“ und für einige der

als Schutz- und Erhaltungsziel ausgewiesenen Vogelarten. Durch die bestehende

Bahnstrecke ist das Gebiet bereits vorbelastet. Ungeachtet dieser Vorbelastung haben sich

im Gebiet bedeutsame Rastplätze entwickelt. Von der Anlage selbst und dem rezenten

Bahnverkehr gehen dabei offenkundig keine erheblichen Störwirkungen auf die dortigen

Rastvogelpopulationen aus. Es wird davon ausgegangen, dass die Störreize durch den

bestehenden Bahnbetrieb zwar wahrgenommen werden, diese gegenüber den

Rastqualitäten des Gebietes aber in den Hintergrund treten. Es wird insofern weiter davon

ausgegangen, dass es betriebsbedingt zu keinen über den Status quo hinausgehenden

Auswirkungen kommt 19 .

Für das NATURA 2000-Gebiet „NSG Neustädter Binnenwasser“ wurde eine erhöhte

Eingriffsempfindlichkeit und ein hoher avifaunistischer Wert festgestellt. Auch hinsichtlich

seiner Funktion als Nahrungs- und Rastgebiet weist das Neustädter Binnenwasser eine sehr

hohe Bedeutung auf (LEGUAN GMBH, 2012b/ Anlage 7). Da dieses Gebiet als tradierter Rastund

Schlafplatz u. a. für eine große Anzahl von Gänsen fungiert, finden regelmäßig auch

Interaktionen zwischen den Gewässern und Nahrungsflächen im Umland statt. Die

Installation der Bahnoberleitung führt im Bereich des Neustädter Binnenwassers insofern zu

einem anlagebedingt erhöhten Kollisionsrisiko Trassen überfliegender Vogelarten. Das

daraus resultierende hohe Konfliktpotenzial führt zu einer erheblichen Beeinträchtigung und

muss bei Umsetzung der 2+1-Varianten durch schadensbegrenzende Maßnahmen reduziert

werden. Zum Schutz von Vögeln an Freileitungen gilt grundsätzlich § 41 BNatSchG. Darüber

hinaus ist die Bahnrichtlinie DS 997, 9114 „Vogelschutz an Oberleitungsanlagen“

anzuwenden.

Die Trasse im Bereich der Querung des Neustädter Binnenwassers ist auf deren Westseite

durch einen durchgängigen, relativ geschlossenen Gehölzsaum gekennzeichnet. Auch auf

der Ostseite finden sich linear ausgeprägte Gehölze, die jedoch zum Teil lückig sind. Durch

19 Dies setzt voraus, dass die Bestandsstrecke der 2+1-Lösung lediglich vom Nahverkehr genutzt

wird (s. Prämisse in Kap. 3.2.5, Ziffer 1). Ist dies nicht zu gewährleisten, ist die Vorzugsvariante der

Antragsunterlagen als deutlich vorteilhafter zu bezeichnen, da hier keine Lärmimmissionen und

Störungen im Bereich Neustadt erfolgen, die bei einer 2+1-Lösung jedoch aufträten (s. Ausführungen

in Kap. 5.1 und 5.4).

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 57


diesen Gehölzsaum, der als optische Barriere, Trassen querende Vögel zu einer

Mindestüberflughöhe zwingt, besteht im Status quo ein ausreichender Schutz vor Kollisionen

von Vögeln mit dem Bahnverkehr. Derzeit wird von einem Arbeitsstreifen von ca. 10 m

ausgegangen. Hierbei sollte während der Bauphase der weitest mögliche Erhalt der Gehölze

angestrebt werden, was angesichts der trassennahen Installation der Leitungsmasten und

deren punktueller Anlage umsetzbar erscheint. Die Sichtbarkeit der über die Gehölze

hinausragenden Oberleitung muss zum einen durch entsprechende optische Markierungen

im Sinne schadensbegrenzender Maßnahmen erhöht werden, um die Gefahr sog.

Drahtanflüge auf ein voraussichtlich nicht erhebliches Maß zu reduzieren. Die

Leitungsmasten der Oberleitung sind zum anderen so zu errichten, dass Vögeln keine

Sitzgelegenheit in Gefahr bringender Nähe von spannungsführenden Teilen gegeben wird,

da es beim Anflug von Stromleitungen zu einer Überbrückung von Leiterseilen kommen

kann, wodurch schließlich ein Kurzschluss entstehen kann. Hiervon betroffen sind in erster

Linie Großvögel, die durch ihre Flügelspannweite die Abstände zwischen den Leiterseilen

überbrücken können.

Während der Bauphase und durch die Anlage der Baustraße kann es baubedingt bei

Realisierung der 2+1-Varianten in den NATURA-2000-Gebieten GGB DE 1830-301/ BSG DE

1830-301 „NSG Neustädter Binnenwasser“ zu Beeinträchtigungen Trassen nah brütender

Vogelarten kommen. Aus dem Grund wäre bei Baumaßnahmen u.a. für die Bahnoberleitung

in diesem Abschnitt die Umsetzung bauzeitlicher Regelungen im Sinne

schadensbegrenzender Maßnahmen erforderlich.

Gegenüber der Kreuzkröte, die als sonstige Art im SDB der NATURA-2000-Gebiete GGB DE

1830-301/ BSG DE 1830-301 „NSG Neustädter Binnenwasser“ geführt wird sowie die im

Managementplan angeführten Arten Seehund, Fischotter und Lachs (LEGUAN GMBH, 2012b/

Anlage 6) ergeben sich in Bezug auf den Status Quo keine Modifizierungen hinsichtlich der

rezenten Konfliktsituation.

Für die FFH-Lebensraumtypen der NATURA-2000-Gebiete GGB DE 1830-301/ BSG DE

1830-301 „NSG Neustädter Binnenwasser“ kommt es durch die Elektrifizierung und dem

damit assoziierten Wegfall der Emissionen des bestehenden Bahnbetriebes zu einer

Verbesserung der Luftqualität.

Die weitere Teilstrecke 1A.6 bildet nicht nur für die Vorzugsvariante der Antragsunterlagen,

sondern auch für die beiden 2+1-Varianten den weiteren Trassenverlauf. In Bezug auf die

NATURA 2000-Gebiete GGB DE 1830-301 und BSG DE 1830-301 „NSG Neustädter

Binnenwasser“ verläuft die Bahntrasse dieser Teilstrecke westlich der BAB A1. Das

Konfliktpotenzial in Bezug auf die NATURA 2000-Gebiete GGB DE 1830-301 und BSG DE

1830-301 „NSG Neustädter Binnenwasser“ ist abstandsbedingt für diese Trassenführung als

sehr gering einzuschätzen. Für beide 2+1-Lösungen ist jedoch einzubeziehen, dass die

Bestandsstrecke weiterhin genutzt werden würde und die Elektrifizierung zu hohen

Konfliktpotenzialen für die Vogelarten der NATURA-2000-Gebiete GGB DE 1830-301/ BSG

DE 1830-301 „Neustädter Binnenwasser“ führen würde (s. o.).

Im weiteren Verlauf der Teilstrecke 1A.6 kommt es sowohl bei den 2+1-Lösungen als auch

bei der Vorzugsvariante der Antragsunterlagen zu hohen Konfliktpotenzialen in Bezug auf

die NATURA 2000-Gebiete GGB DE 1830-302 „Lachsau“ und GGB DE 1831-321 „Kremper

Au“ (LEGUAN GMBH, 2012b/ Anlage 6).

5.3.1.3 Fazit NATURA 2000

Insgesamt ist in Bezug auf die Betroffenheit von NATURA 2000-Gebieten die

Vorzugsvariante der Antragsunterlagen als deutlich vorteilhafter zu bewerten als die beiden

2+1-Lösungen: Im Falle der Vorzugsvariante tritt im Gegensatz zu den 2+1-Lösungen eine

signifikante Minderung von Störreizen im Hinblick auf das GGB DE 1830-301 und das BSG

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 58


DE 1830-301 „NSG Neustädter Binnenwasser“ durch den Rückbau der Bestandsstrecke ein.

Darüber hinaus kommt es durch die Vorzugsvariante der Antragsunterlagen in weniger

NATURA 2000-Gebieten zu hohen Konfliktpotenzialen als durch die 2+1-Lösungen. Die 2+1-

Varianten führen durch die Installation der Bahnoberleitung und ggf. durch eine gesteigerte

Nutzung in Bezug auf die NATURA 2000-Gebiete GGB DE 1830-301 und BSG DE 1830-301

„NSG Neustädter Binnenwasser“ und hier vor allem deren Avifauna zu einem hohen

Konfliktpotenzial und erheblichen Beeinträchtigungen. Inwieweit erforderliche Maßnahmen

der Schadensbegrenzung das Beeinträchtigungsniveau auf ein unerhebliches Maß

reduzieren können, muss einer dezidierten FFH-VP für diese Gebiete vorbehalten bleiben.

Die Prüfung der Möglichkeit einer Ausnahmezulassung i. S. d. § 34 (3) BNatSchG durch die

zuständige Behörde ist in diesem Planungsstadium nicht möglich und somit dem

nachfolgenden Planfeststellungsverfahren vorbehalten.

5.3.2 Artenschutz

In den Vergleich werden drei Varianten eingestellt, zwei Varianten setzen auf eine

Elektrifizierung der Bestandsstrecke und zusätzlich den Bau einer mehr oder weniger

autobahnparallelen Trasse für den Güter- und Fernverkehr. Die dritte Variante ist die

Vorzugsvariante der Antragsunterlagen. Die bisherige Prüfung ging vom Bau und Betrieb

einer zweigleisigen Bahntrasse aus.

Wesentliche Wirkfaktoren für den Artenschutz sind der doppelgleisige Ausbau/Bau, die

Elektrifizierung, die Erhöhung der Geschwindigkeit, die Verkehrszunahme und die

Bautätigkeiten selbst. Bei den 2+1-Varianten kommt als zusätzlicher Faktor die summarische

Wirkung zweier elektrifizierter Bahntrassen hinzu. Die Elektrifizierung der Bestandstrasse bei

ausschließliche regionalem Zugverkehr bewirkt im Vergleich zu den im Sondergutachten

Artenschutz berücksichtigten Wirkfaktoren ein etwas abgewandeltes Bild, siehe Tabelle 5-23.

Tabelle 5-23:

Wirkfaktor

Wirkfaktoren für den Variantenvergleich

Neu-/ Ausbautrasse

Elektrifizierung der

Bestandstrasse

Doppelgleisigkeit Ja Nein

Elektrifizierung Zwei Leitungen Eine Leitung

Geschwindigkeit 160 km/h geringer

Verkehr Zunahme leichte Zunahme

Bautätigkeiten

Intensiv, beidseitig

Einseitig, aber die Seite ist

noch nicht zu bestimmen.

Für die Stellungnahme ist keine grundlegende Neubewertung der Streckenabschnitte

möglich. Die Primärdaten werden nicht vollständig unter Berücksichtigung der geänderten

Wirkfaktoren neu ausgewertet. Für die Bewertung werden lediglich Schlüsselarten

herangezogen, die regelmäßig Ausnahmeverfahren und komplexe/aufwändige CEF-

Maßnahmen erfordern. Die Neubewertung des Konfliktrisikos erfolgt für die schon

bewerteten Streckenabschnitte nur, wenn offensichtlich eine wesentliche Änderung des

Risikos eintritt. Die bisher nicht bewerteten Strecken werden hinsichtlich der Arten mit

potenziell hohen Konfliktrisiken neu bewertet (Konfliktrisiko für Ausnahmeverfahren oder

komplexe/aufwändige CEF-Maßnahmen).

Für das detaillierte methodische Vorgehen siehe im Sondergutachten Artenschutz Kapitel 4,

Seite 16 ff.

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 59


5.3.2.1 Abschnitt 1

Es werden für die Betrachtung der 2+1-Varianten realistische Konfliktrisiken bewertet. Da

nicht bekannt ist, auf welcher Seite die Baustraße für die Elektrifizierung der Bestandstrasse

bei den 2+1-Lösungen verlaufen wird bzw. ob ggf. der Bau von den Gleisen aus erfolgen

kann, müssen alle Konfliktrisiken in den Variantenvergleich einbezogen werden. Bei einer

genaueren technischen Planungsgrundlage werden voraussichtlich nur ein Teil der

Konfliktrisiken realisiert. Problematisch ist insbesondere der Anschnitt der kleinen Wälder mit

Mittelspechtvorkommen für Baustraßen im Streckenabschnitt 1A.4, da auf diese Weise der

Waldinnenraum über den reinen Waldflächenverlust hinaus verringert wird. Auch für Pirol,

Kuckuck und Schwarzspecht sowie Haselmaus ergeben sich die wesentlichen

Beeinträchtigungen baubedingt. Durch eine angepasste Planung sind diese ggf. erheblich zu

reduzieren. Für die Zauneidechse und den Kammmolch ist dies schwieriger umzusetzen, da

zumindest eine minimale Baufeldbefreiung immer erforderlich ist. Jedoch ist auch hier

Vermeidung auf kleineren Eingriffsflächen einfacher umzusetzen. Die Nachweise der

Bestandstrasse und der Aus-/Neubautrasse bei den 2+1-Lösungen werden nicht

zusammengezählt sondern mit einen Schrägstrich (/) getrennt dargestellt.

Tabelle 5-24: Konfliktrisiken der Varianten in Abschnitt 1

2+1 A 2+1 B Vorzugsvariante

der Antragsunterlagen

Bezeichnung Stufe Konfliktrisiken Konfliktrisiken Konfliktrisiken

Ausnahmeverfahren

Komplexe CEF-

Maßnahmen

4 + - - -

Mittelspecht (3/4 +1) Mittelspecht (3/0) Mittelspecht (3)

4

Weißstorch (0/1)

4 -

Pirol (1/2)

Zauneidechse

Kammmolch

Laubfrosch

Pirol (1/0)

Mittelspecht (0/1+1)

Zauneidechse

Kammmolch

Pirol (1)

Zauneidechse

Kammmolch

3 + Haselmaus (zweimal) Haselmaus (zweimal) Haselmaus

3

Grünspecht (0/1)

Kuckuck (5/3)

Trauerschnäpper (0/3)

Schwarzspecht (2/0)

Kuckuck (4/3)

Schwarzspecht (0/2)

3 - - - -

Kuckuck (5)

Schwarzspecht (2)

Summarische Betrachtung

Im Abschnitt 1 wurde im Sondergutachten Artenschutz ein Verbreitungsschwerpunkt

insbesondere des Rotmilans und weniger ausgeprägt für Rohrweihe sowie Uhu festgestellt.

Zudem kommen auch Mäusebussard und Seeadler, aber auch der Waldkauz im Abschnitt 1

regelmäßig vor. Für diese Arten, die Bahntrassen zur Nahrungssuche gezielt anfliegen,

steigt das Tötungsrisiko mit jeder weiteren Oberleitung. Entsprechend sind mehr Verstöße

gegen das Tötungsverbot durch mehr Oberleitungen zu erwarten.

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 60


Tabelle 5-25: Rangfolge der Varianten in Abschnitt 1

Kriterium

artenschutzrechtliches

Konfliktrisiko

Artenschutzbezogene

Bewertung/ Reihung der

Varianten

Rangfolge der Varianten

Vorzugsvariante

2+1 A 2+1 B Antragsunterlage

n

1A.1: Gering

E.1: Hoch

E.2: Hoch

E.3: Hoch

+

1A.14: Mittel

1A.2: Hoch

1A.3: Gering

1A.4: Hoch

Bestandstrasse

Abschnitt 1: Mittel

1A.1: Gering

1A.14: Mittel

1A.2: Hoch

1A.3: Gering

A.1: Mittel

A.2: Gering

X.5: Gering

E.3: Hoch

+

1A.4: Hoch

Bestandstrasse

Abschnitt 1: Mittel

1A.1: Gering

1A.14: Mittel

1A.2: Hoch

1A.3: Gering

1A.4: Hoch

1A.5: Gering

3 2 >>> 1 >>

Variante 2+1 A:

Der Laubfrosch (RL 3/3) weist in zwei Bereichen der Variante 2+1 A ein hohes Konfliktrisiko

auf.

Auch der Mittelspecht (RL -/-) ist in drei bis sechs Wäldern betroffen: Im Streckenabschnitt

E.1 mit drei Nachweisen, im Streckenabschnitt E.3 ist ein Nachweis innerhalb des

angesetzten 100 m Umfeldes betroffen und einer knapp außerhalb. Dieser wurde ergänzend

angegeben (mit + 1). Zusätzlich ist der Mittelspecht im Streckenabschnitt 1A.4 in drei

Wäldchen möglicherweise betroffen. Aufgrund der Struktur der Wälder sind voraussichtlich

keine CEF-Maßnahmen möglich, ggf. kann die Beeinträchtigung jedoch vermieden werden.

Für den Pirol (RL V/-) besteht ein hohes Konfliktrisiko im Abschnitt E.1, es sind aufgrund der

geringen Breite des Waldes voraussichtlich keine CEF-Maßnahmen möglich. Zusätzlich ist

im Abschnitt 1A.4 möglicherweise ein weiterer Pirol betroffen.

Zauneidechse (RL V/2) und Kammmolch (RL V/V) sind je nach Bauverfahren betroffen, ggf.

ist ein signifikantes Tötungsrisiko zu vermeiden.

Komplexe/aufwändige CEF-Maßnahmen sind für Haselmaus (RL V/2), Kuckuck (RL (V/V),

Trauerschnäpper (RL -/3), Schwarzspecht (RL -/-) und Grünspecht (RL -/V) erforderlich.

Die summarischen Effekte insbesondere durch die Oberleitung sind im Vergleich zur

Vorzugsvariante der Antragsunterlagen deutlich höher bezüglich des Risikos, in Hinsicht auf

Greifvögel gegen artenschutzrechtliche Tötungsverbote zu verstoßen.

Im Vergleich mit der Vorzugsvariante der Antragsunterlagen weist die Variante 2+1 A mit

Abstand das höchste Konfliktrisiko auf.

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 61


Variante 2+1 B:

Durch die Vorzugsvariante der Antragsunterlagen ist die Zauneidechse (RL V/2) mit einem

hohen Konfliktrisiko betroffen.

Der Mittelspecht (RL -/-) wird zudem in bis zu fünf Wäldern betroffen. Aufgrund der Struktur

der Wälder sind voraussichtlich keine CEF-Maßnahmen möglich. Entlang der

Bestandstrasse kann jedoch je nach Vorgehen die baubedingte Beeinträchtigung vermieden

werden.

Der Pirol (RL V/-) ist in einem bereits sehr kleinen Waldstück betroffen, die weitere

Beeinträchtigung des Lebensraumes bewirkt ein hohes Konfliktrisiko. Je nach Vorgehen

kann die baubedingte Beeinträchtigung vermieden werden.

Für die Zauneidechse (RL V/2) ergibt sich ein hohes Konfliktrisiko. Die Betroffenheit

entspricht der Betroffenheit, die durch die Vorzugsvariante der Antragsunterlagen ausgelöst

wird.

Der Kammmolch (RL V/V) ist je nach Art des Bauverfahrens betroffen, ggf. ist ein

signifikantes Tötungsrisiko zu vermeiden.

Komplexe/aufwändige CEF-Maßnahmen sind für Haselmaus (RL V/2), Kuckuck (RL V/V)

und Schwarzspecht (RL -/-) erforderlich.

Die summarischen Effekte insbesondere durch Oberleitung sind im Vergleich zur

Vorzugsvariante der Antragsunterlagen deutlich höher bezüglich des Konfliktrisikos

hinsichtlich des Tötungstatbestands für die Greifvögel.

Die Variante 2+1 B ist mit deutlich weniger Konfliktrisiken behaftet als die Variante 2+1 A.

Jedoch ist auch bei Vermeidung der Konflikte hinsichtlich Mittelspecht, Pirol und

Kammmolch, im Streckenabschnitt 1A.4, im Vergleich zwischen 2+1 B und der

Vorzugsvariante der Antragsunterlagen ein geringeres Konfliktrisiko für die Vorzugsvariante

der Antragsunterlagen gegeben. Dies ist aufgrund der summarischen Effekte hinsichtlich des

Tötungstatbestands insbesondere für Greifvögel der Fall.

Vorzugsvariante der Antragsunterlagen:

Durch diese Variante ist die Zauneidechse (RL V/2) mit einem hohen Konfliktrisiko betroffen.

Der Mittelspecht (RL -/-) wird zudem in drei Wäldern betroffen. Aufgrund der Struktur der

Wälder sind voraussichtlich keine CEF-Maßnahmen möglich.

Der Pirol (RL V/-) ist in einem bereits sehr keinen Waldstück betroffen, die weitere

Beeinträchtigung des Lebensraumes bewirkt ein hohes Konfliktrisiko.

Für den Kammmolch (RL V/V) besteht baubedingt in seinem Landlebensraum ein hohes

Konfliktrisiko.

Komplexe/aufwändige CEF-Maßnahmen sind für Haselmaus (RL V/2), Kuckuck (RL V/V)

und Schwarzspecht (RL -/-) erforderlich.

Die Vorzugsvariante der Antragsunterlage bleibt auch im Vergleich mit der Variante 2+1 B

aufgrund der fehlenden summarischen Effekte gegenüber den anderen Varianten die

Vorzugsvariante.

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 62


5.3.2.2 Abschnitt 2

Es liegen folgende Konfliktrisiken in Bezug auf Schlüsselarten in Abschnitt 2 vor.

Tabelle 5-26: Konfliktrisiken der Varianten in Abschnitt 2

2+1 A/B Vorzugsvariante der

Antragsunterlagen

Bezeichnung Stufe Konfliktrisiken Konfliktrisiken

Ausnahmeverfahren

Komplexe CEF-

Maßnahmen

Enten, Gänse, Schwäne, Säger

(zahlreiche)

4 +

Gastvögel (insbesondere: Graugans,

Blässgans, Höckerschwan,

-

Kanadagans, Mittelsäger,

Zwergsäger, Tafelente, Reiherente)

4 Kranich (1+1/0) -

4 -

Rohrweihe (0/1) Rohrweihe (1)

Zauneidechse

3 + -

3

Kuckuck (6/2)

Kuckuck (4)

Sandregenpfeifer (1/0)

3 - - -

Summarische Betrachtung

Im Abschnitt 2 kommen insbesondere Seeadler und Rohrweihen, aber auch Mäusebussard

und Rotmilan vor. Die Züge werden zwar vermutlich in geringerer Geschwindigkeit über den

Damm fahren (als über die Neubautrasse) und Dammlagen sind für die Arten keine

besondere Gefährdungssituation, so dass durch den gemeinsamen Betrieb der Trassen

gemäß der 2+1 Varianten nur relativ geringe summarische Effekte zu erwarten sind. Jedoch

bewirken anlagebedingt zwei Bahntrassen mit Oberleitungen in der Summe ein höheres

Tötungsrisiko als eine elektrifizierte Bahntrasse. Für die genannten Arten in der speziellen

Situation ist der Unterschied zur Vorzugsvariante der Antragsunterlagen diesbezüglich

jedoch nicht sehr groß.

Variante 2+1 A/B:

Als maßgebliche Konfliktrisiken sind herauszuheben die Tötungsrisiken für Enten, Gänse,

Schwäne, Säger bzw. Gastvögel. Der Streckenabschnitt durch das Neustädter

Binnenwasser ist artenschutzrechtlich hinsichtlich des Tötungstatbestands eine hoch

risikobehaftete Situation. Es ist nicht zu erwarten, dass eine Zulässigkeit ohne ein

Ausnahmeverfahren möglich ist, gravierende FCS-Maßnahmen werden sehr wahrscheinlich

erforderlich.

Durch die Bautätigkeiten bzw. die Oberleitung werden zwei Kranich Nachweise betroffen,

daraus resultiert ebenfalls ein hohes Risiko des Erfordernisses für ein Ausnahmeverfahren.

Die übrigen betroffenen Arten treten gegenüber den genannten zurück.

Es ist schwerlich vorstellbar, dass die Alternativenprüfung im artenschutzrechtlichen

Ausnahmeverfahren zu einem Vorzug bzw. zur Gleichwertigkeit dieser Variante kommt,

wenn eine Alternativtrasse außerhalb des Neustädter Binnenwassers gegeben ist.

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 63


Vorzugsvariante der Antragsunterlagen:

Durch diese Variante ist nur ein Nachweis der Zauneidechse betroffen, der durch die

Variante 2+1 A/B nicht betroffen wäre. Die übrigen durch die Variante betroffenen Arten sind

durch die Varianten 2+1 A/B gleich oder stärker betroffen.

Die Vorzugsvariante der Antragsunterlage ist artenschutzrechtlich mit weitaus geringeren

Konfliktrisiken behaftet.

Tabelle 5-27: Rangfolge der Varianten in Abschnitt 2

Kriterium

artenschutzrechtliches

Konfliktrisiko

Artenschutzbezogene

Bewertung/ Reihung der

Varianten

Rangfolge der Varianten

Vorzugsvariante der

2+1 A/B

Antragsunterlagen

1A.6: Hoch

Bestandstrasse Abschnitt 2: Sehr

hoch

1A.6: Hoch

1A.6.1: Hoch

2 1 >>>

5.3.2.3 Fazit Artenschutz

Aus artenschutzrechtlicher Sicht ist die Vorzugsvariante der Antragsunterlagen mit deutlich

weniger Konfliktrisiken verbunden. Eine Variante, die durch das Neustädter Binnenwasser

führt, wird als hochgradig mit Konfliktrisiken behaftet erachtet. Im Rahmen der

artenschutzrechtlichen Alternativenprüfung ist bei vorhandenem Planungsstand eine

Durchsetzbarkeit der 2+1 A/B Variante im Neustädter Binnenwasser auszuschließen, soweit

nicht „andere zwingende Gründe des überwiegenden öffentlichen Interesses einschließlich

solcher sozialer oder wirtschaftlicher Art“ (§ 45 Abs. 7 Nr. 5 BNatSchG) vorliegen, die nicht

durch die Vorzugsvariante der Antragsunterlage ebenfalls erfüllt werden können.

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 64


5.4 Zusammenfassende Gegenüberstellung

Obwohl zwischen der 2+1 Lösung und der Vorzugsvariante der Antragsunterlagen im

Abschnitt 2 keine Unterschiede bestehen, bleiben in der Gesamtbetrachtung beider

Abschnitte weiterhin die Vorteile für die Vorzugsvariante der Antragsunterlagen

erkennbar. Bei beiden 2+1-Varianten sind in Abschnitt 1 mehrere Sachgebiete negativ

betroffen (Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Windenergie, Freiraum (bei Variante 2+1 A),

Tourismus und Erholung (bei Variante 2+1 B)). Die Vorzugsvariante führt im Abschnitt 1

lediglich hinsichtlich des Sachgebietes „Tourismus und Erholung“ zu negativen

Auswirkungen. Alle anderen raumordnerischen Belange werden durch die Variante positiv

beeinflusst oder bleiben in den Auswirkungen neutral.

Über die Abschnitte 1 und 2 gesehen ist in Bezug auf die Betroffenheiten der Schutzgüter

gemäß UVPG insgesamt die Vorzugsvariante der Antragsunterlagen als vorteilhafter

gegenüber den 2+1-Varianten zu bezeichnen. Auf dem zweiten Rang folgt Variante 2+1 B,

Variante 2+1 A ist letztplatziert.

Der Unterschied ergibt sich aus dem geringeren Flächenverbrauch der Vorzugsvariante der

Antragsunterlagen. Im Abschnitt 1 wird dies besonders deutlich beim Schutzgut Boden aber

auch bei den Schutzgütern Wasser sowie Kultur- und sonstige Sachgüter. Bei den Schutzgütern

Tiere und biologische Vielfalt sowie Landschaft liegen leichte Vorteile vor. Einzig bei

den Schutzgütern Menschen, einschließlich der menschlichen Gesundheit und Pflanzen

erreicht die Vorzugsvariante jeweils den zweiten Rang. Variante 2+1 B folgt der Vorzugsvariante

der Antragsunterlagen im Abschnitt 1 auf dem zweiten Rang, da sie im Gegensatz

zu Variante 2+1 A (letztplatziert) zu etwas geringerem Flächenverbrauch führt. Auch im

Abschnitt 2 hat die Vorzugsvariante einen leichten Vorteil vor der 2+1-Lösung (nur eine

Streckenführung in diesem Abschnitt), da die Betroffenheiten der Schutzgüter Menschen,

einschl. der menschlichen Gesundheit, Pflanzen, Landschaft sowie Kultur- und sonstige

Sachgüter geringer ausfallen. Für die 2+1-Lösung ergibt sich lediglich bei einem Schutzgut

(Boden; aufgrund der geringeren Eingriffe in Böden mit besonderer Bedeutung) ein Vorteil.

Insgesamt ist in Bezug auf die Betroffenheit von NATURA 2000-Gebieten die Vorzugsvariante

der Antragsunterlagen als deutlich vorteilhafter zu bewerten als die beiden 2+1-Lösungen:

Im Falle der Vorzugsvariante tritt im Gegensatz zu den 2+1-Lösungen eine signifikante

Minderung von Störreizen im Hinblick auf das GGB DE 1830-301 und das BSG DE 1830-301

„NSG Neustädter Binnenwasser“ durch den Rückbau der Bestandsstrecke ein. Darüber

hinaus kommt es durch die Vorzugsvariante der Antragsunterlagen in weniger NATURA

2000-Gebieten zu hohen Konfliktpotenzialen als durch die 2+1-Lösungen. Die 2+1-Varianten

führen durch die Installation der Bahnoberleitung in Bezug auf die NATURA 2000-Gebiete

GGB DE 1830-301 und BSG DE 1830-301 „NSG Neustädter Binnenwasser“ und hier vor

allem deren Avifauna zu einem hohen Konfliktpotenzial und zu erheblichen Beeinträchtigungen.

Auch aus artenschutzrechtlicher Sicht ist die Vorzugsvariante der Antragsunterlagen mit

deutlich weniger Konfliktrisiken verbunden. Eine Variante, die durch das Neustädter Binnenwasser

führt (also beide 2+1-Varianten), wird als hochgradig mit Konfliktrisiken behaftet

erachtet. Als maßgeblich sind hier die Tötungsrisiken für Enten, Gänse, Schwäne, Säger

bzw. Gastvögel herauszuheben. Der Streckenabschnitt der 2+1-Varianten durch das

Neustädter Binnenwasser ist artenschutzrechtlich hinsichtlich des artenschutzrechtlichen

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 65


Tötungsverbots eine hoch risikobehaftete Situation. Es ist nicht zu erwarten, dass eine

Zulässigkeit ohne ein Ausnahmeverfahren möglich wäre.

Ergänzende Betrachtung

Der oben dargelegten zusammenfassenden Gegenüberstellung liegen bestimmte Prämissen

zugrunde (s. Kap. 3.2.5):

• Auf der Bestandsstrecke der 2+1-Varianten verkehrt lediglich Nahverkehr

• Das Nahverkehrsangebot wird auch in Zukunft aufrecht erhalten

• Vorsorgeorientierte Bilanzierung der Flächeninanspruchnahmen (Baustraßen entlang

aller Varianten sowie zusätzliche Baustraße für die Elektrifizierung bei den 2+1-

Varianten)

Ergänzend werden hier nun die Auswirkungen dargelegt, wenn diese Prämissen nicht

zutreffen:

• So ist bei den 2+1-Varianten davon auszugehen, dass die Bestandsstrecke nicht

ausschließlich dem Nahverkehr vorbehalten bliebe, sondern dass dort ebenfalls

Güterverkehr verkehrt.

• Darüber hinaus ist eine Aufrechterhaltung des Nahverkehrsangebots auf dieser

Strecke bei den 2+1-Lösungen ebenfalls nicht gesichert.

• Bei voranschreitender Planungstiefe werden sich die baubedingten Eingriffe bei den

drei Varianten (insbesondere bei der Vorzugsvariante der Antragsunterlage in bereits

mehrgleisigen Bestandsstreckenabschnitten, da dort keine Baustraße notwendig ist)

verringern.

In der nachfolgenden Tabelle sind die einzelnen Varianten aufgeführt und dargestellt, wie

sich die einzelnen Prämissen auswirken.

Tabelle 5-28

Gegenüberstellung der Auswirkungen unterschiedlicher Prämissen

Prämisse Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante

der

Antragsunterlagen

zusätzlicher Güterverkehr

auf Bestandsstrecke der

2+1-Varianten

deutlich negative

Auswirkungen:

- zusätzliche Beeinträchtigungen

durch Lärmimmissionen

und fehlenden

aktiven Lärmschutz

(Schutzgut

Menschen, einschl. der

menschlichen

Gesundheit)

- zusätzliche Beeinträchtigungen

durch Lärmimmissionen,

Barrierewirkung,

Kollisionen

(Schutzgut Tiere und

biologische Vielfalt;

darüber hinaus Artendeutlich

negative

Auswirkungen:

- zusätzliche Beeinträchtigungen

durch Lärmimmissionen

und fehlenden

aktiven Lärmschutz

(Schutzgut

Menschen, einschl. der

menschlichen

Gesundheit)

- zusätzliche Beeinträchtigungen

durch Lärmimmissionen,

Barrierewirkung,

Kollisionen

(Schutzgut Tiere und

biologische Vielfalt;

darüber hinaus Artentrifft

für diese Variante

nicht zu – keine negativen

Auswirkungen

positive Aspekte im

Gegensatz zu 2+1-

Varianten:

- aktiver Lärmschutz

(Schutzgut Menschen,

einschl. der menschlichen

Gesundheit)

- keine zusätzliche

Zerschneidung durch

eine weitere Schienentrasse

(Schutzgut Tiere

und biologische Vielfalt;

darüber hinaus Artenschutz

und NATURA

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 66


Prämisse Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante

der

Antragsunterlagen

evtl. wegfallendes

Nahverkehrsangebot auf

Bestandsstrecke der 2+1-

Varianten

Realer Flächenverbrauch

grün: Auswirkung positiv oder neutral

rot: Auswirkung negativ

schutz und NATURA

2000)

deutlich negative Auswirkungen

auf Sachgebiete:

- Tourismus

negative bis deutlich

negative Auswirkungen

auf Sachgebiete:

- Tourismus

- Wirtschaft

- ÖPNV

- Straßenverkehr

- Radverkehr

- Bildung

positive Auswirkungen:

- keine Baustraße entlang

der zu elektrifizierenden

Trasse notwendig

(Ertüchtigung ausgehend

vom Gleis) und

diesbezüglich etwas

geringerer Eingriff in

Bezug auf die

Schutzgüter

negative Auswirkungen:

- Baustraßen entlang von

Neubauabschnitten

(machen große Teile

der Variante aus) notwendig,

größere baubedingte

Flächeninanspruchnahme

in Bezug

auf die Schutzgüter

schutz und NATURA

2000)

deutlich negative Auswirkungen

auf Sachgebiete:

- Tourismus

negative bis deutlich

negative Auswirkungen

auf Sachgebiete:

- Tourismus

- Wirtschaft

- ÖPNV

- Straßenverkehr

- Radverkehr

- Bildung

positive Auswirkungen:

- keine Baustraße entlang

der zu elektrifizierenden

Trasse notwendig

(Ertüchtigung ausgehend

vom Gleis) und

diesbezüglich etwas

geringerer Eingriff in

Bezug auf die

Schutzgüter

negative Auswirkungen:

- Baustraßen entlang von

Neubauabschnitten

(machen große Teile

der Variante aus) notwendig,

demnach

größere baubedingte

Flächeninanspruchnahme

in Bezug

auf die Schutzgüter

2000)

trifft für diese Variante

nicht zu – diesbezüglich

als vorteilhafter zu

bewerten

positive Auswirkungen:

- Wegfall von Baustraßen

an der bereits

mehrgleisigen

Bestandsstrecke

(Ausbau ausgehend

vom Gleis) und demnach

geringere Flächeninanspruchnahme

in diesen Bereichen in

Bezug auf die

Schutzgüter (z. B. Menschen,

einschl. der

menschlichen

Gesundheit)

- Beschränkung von Baustraßen

entlang von

Neubauabschnitten und

eingleisigen

Streckenabschnitten

- in vielen Ortschaften

bereits Mehrgleisigkeit

vorhanden und so z. B.

kein anlagebedingter

Eingriff in Wohngebiete

notwendig

- bei vorhandenen drei

Gleisen Rückbau auf

zwei Gleise

Güterverkehr

Bei der zusätzlichen Betrachtung der 2+1-Varianten ist zu beachten, dass die DB Netz AG

verpflichtet ist, einen diskriminierungsfreien Netzzugang für alle

Eisenbahnverkehrsunternehmen zu gewährleisten. Die bestehende Bahnstrecke zwischen

Lübeck und Puttgarden ist als Mischverkehrsstrecke bereits in den 1950er Jahren ausgebaut

und bis 1997 auch intensiv durch den Güterverkehr genutzt worden. Die Belegung der

Strecke für Güterverkehr ist auch heute weiterhin möglich, sofern ein

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 67


Eisenbahnverkehrsunternehmen hierfür Bedarf anmeldet. Daher ist eine alleinige

Beschränkung des Bestandsgleises auf den Personennahverkehr bei einer 2+1-Lösung

rechtlich nicht zulässig. So ist also bei einem 2+1-Szenario realistischerweise davon

auszugehen, dass sich durch die zusätzliche Nutzung des elektrifizierten Bestandsgleises

durch Güter- und Personenfernverkehr die Lärmimmissionen entlang dieser Strecke in den

Ortslagen von Ratekau, Timmendorfer Strand, Scharbeutz, Haffkrug, Sierksdorf und

Neustadt i. H. deutlich bis sehr deutlich erhöhen werden, da für diese Strecke dann keine

Lärmschutzmaßnahmen ergriffen würden – anders als bei der Vorzugsvariante der

Antragsunterlagen, bei der aktiver und passiver Schallschutz vorzusehen ist.

Mit einer 2+1-Lösung könnte insofern eine höhere oder deutlich höhere Belastung der

Badeorte des Küstenbereichs durch die Auswirkungen des Schienenverkehrs in beiden

Abschnitten nicht vermieden werden, wovon auch der raumordnerische Belang „Tourismus“

negativ betroffen wäre. Die Vorzugsvariante würde sich demgegenüber deutlich vorteilhafter

darstellen.

Durch insgesamt zwei stark befahrene Trassen würde es voraussichtlich auch im Hinblick

auf Tiere zu höheren Beeinträchtigungen durch die 2+1-Varianten kommen. Zu nennen sind

hier Schallimmissionen und sonstige Störungen, Barriereeffekte sowie Kollisionsrisiko, die

auch auf der Bestandsstrecke zusätzlich zunehmen würden und entsprechend negative

Auswirkungen nach sich zögen.

Besonders kritisch ist ein zusätzlicher Güterverkehr auf der Bestandsstrecke der 2+1-

Varianten auch im Hinblick auf den Artenschutz und NATURA 2000 zu sehen. Insbesondere

im Bereich des Neustädter Binnenwassers würden sich die Konflikte in Bezug auf den

Artenschutz und NATURA 2000 noch erhöhen, wenn der Güterverkehr auf der

Bestandstrasse durch das Neustädter Binnenwasser verkehren würde.

Nahverkehrsangebot

In Bezug auf das Nahverkehrsangebot ist zu beachten, dass wenn sich kein Betreiber für die

Bestandsstrecke der 2+1-Variante findet, der Nahverkehr in Zukunft nicht aufrecht erhalten

kann.

Bei wegfallendem Nahverkehr sind bei den 2+1-Varianten gleich mehrere Sachgebiete der

raumordnerischen Belange negativ betroffen (s. Tabelle 5-28).

Ein fehlendes Nahverkehrsangebot wirkt sich sowohl auf den ÖPNV direkt als auch in der

Folge auf den Tourismus, die Wirtschaft, den Straßenverkehr, den Radverkehr und die

Bildung negativ aus.

Im Hinblick auf den Tourismus wäre die Erreichbarkeit der touristischen Orte negativ

betroffen. Auch für den Belang Wirtschaft soll aus Sicht der Raumordnung eine gute

Erreichbarkeit durch den ÖPNV sichergestellt werden, die durch einen Wegfall des

Nahverkehrsangebotes jedoch nicht mehr gewährleistet wäre. Dies gilt ebenso für den

Aspekt Bildung, für den eine zumutbare Erreichbarkeit gemäß Landesentwicklungsplan

gewährleistet werden soll. Im Hinblick auf den Straßenverkehr würde keine Entlastung durch

den ÖPNV erfolgen und eine angestrebte Verbindung des Radverkehrs und des ÖPNV

würde wegfallen.

All diese negativen Aspekte treffen für die Vorzugsvariante der Antragsunterlagen nicht zu,

da hier der Nahverkehr aufrechterhalten würde.

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 68


Flächeninanspruchnahme

Das oben dargestellte Ergebnis der zusammenfassenden Gegenüberstellung bezieht sich

auf die vorsorgeorientierte Annahme, dass bei allen Varianten eine 10 m breite Baustraße

durchgängig notwendig ist. In Realität wird jedoch für die Bauarbeiten an bereits

mehrgleisigen Streckenabschnitten eine solche Baustraße nicht notwendig sein, da die

Arbeiten hier vom bestehenden Gleis ausgehend erfolgen können. Dies trifft insbesondere in

Ortslagen zu, so dass im Zuge der Vorzugsvariante der Antragsunterlagen z. B. keine

zusätzlichen Wohn- und Siedlungsbereiche baubedingt in Anspruch genommen werden.

Es ist darüber hinaus davon auszugehen, dass für die Elektrifizierung der eingleisigen

Bestandsstrecke bei den 2+1-Varianten keine Baustraße für diese Arbeiten notwendig wäre,

da diese ausgehend vom bestehenden Gleis erfolgen können. Demgegenüber stehen

allerdings längere Neubautrassenabschnitte der 2+1-Varianten, die eine Baustraße

beidseitig der Trasse notwendig machen. Bei der Vorzugsvariante sind die Neubauanteile an

der Trasse geringer als bei den 2+1-Varianten, so dass in Teilen auf eine zusätzliche

Flächeninanspruchnahme verzichtet werden kann.

Nachteilige Auswirkungen auf die Schutzgüter können durch den geringeren baubedingten

Flächenverbrauch bei der Vorzugsvariante der Antragsunterlagen demnach bei weiterer

Detaillierung der Planung vermindert werden, wodurch sich bei einer Gegenüberstellung mit

den 2+1-Varianten die Vorzugsvariante der Antragsunterlagen z. B. im Hinblick auf den

Verlust von Wohn- und Siedlungsflächen im Schutzgut Menschen, einschl. der menschlichen

Gesundheit als vorteilhafter darstellen würde. Dieses hat ähnliche Auswirkungen auf alle

anderen Schutzgüter nach UVPG.

Abschließende Bewertung

Unter Einbeziehung dieser drei zusätzlichen Bewertungen ist eindeutig der Vorzugsvariante

der Antragsunterlagen der Vorzug zu geben.

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 69


6 Quellen

ARCHÄOLOGISCHES LANDESAMT SCHLESWIG-HOLSTEIN [ALSH] (2012): Fachbeitrag

archäologische Kulturgüter, Schienenanbindung der Festen Fehmarnbeltquerung, Gutachten

im Auftrag der DB Netz AG, Anlage 17.

DB NETZ AG (2012): Schienenanbindung der Festen Fehmarnbeltquerung, Strecke 1100

(Lübeck Hbf – Puttgarden), Antragsunterlagen zum Raumordnungsverfahren nach § 15

ROG, §§ 14, 14a LaPlaG SH, Erläuterungsbericht.

INGENIEURGESELLSCHAFT DR. REINSCH (2012): Hydrogeologisches Sondergutachten zur

Raumordnerischen Umweltverträglichkeitsuntersuchung, Schienenanbindung der Festen

Fehmarnbeltquerung, Gutachten im Auftrag der DB Netz AG, Anlage 15).

INNENMINISTERIUM DES LANDES SCHLESWIG-HOLSTEIN (2004): Regionalplan 2004 für den

Planungsraum II, Schleswig-Holstein Ost, kreisfreie Stadt Lübeck, Kreis Ostholstein.

INNENMINISTERIUM DES LANDES SCHLESWIG-HOLSTEIN (2010): Landesentwicklungsplan

Schleswig-Holstein 2010.

KONZEPTE 21 (2012): Möglichkeiten zum Bahnstreckenerhalt in Ostholstein im Rahmen des

Raumordnungsverfahrens der Fehmarnbeltquerung, Arbeitspapier, i. A. des Kreises

Ostholstein, April 2012.

LAIRM CONSULT (2012): Schalltechnische Untersuchung, Schienenanbindung der Festen

Fehmarnbeltquerung, Abschnitt 1 bis Abschnitt 5, Gutachten im Auftrag der DB Netz AG,

Anlage 10.

LANDWIRTSCHAFTSKAMMER SCHLESWIG-HOLSTEIN (2012): Sonderuntersuchungen

Agrarstruktur, Schienenanbindung der Festen Fehmarnbeltquerung, Gutachten im Auftrag

der DB Netz AG, Anlage 12.

LEGUAN (2012): Natura 2000, FFH-Synopse, Schienenanbindung der Festen

Fehmarnbeltquerung, Gutachten im Auftrag der DB Netz AG, Anlage 6.

MINISTERPRÄSIDENT DES LANDES SCHLESWIG-HOLSTEIN – LANDESPLANUNGSBEHÖRDE (2012)

Regionalplan für den Planungsraum II des Landes Schleswig-Holstein. Teilfortschreibung

2012 zur Ausweisung von Eignungsgebieten für die Windenergienutzung. Karte. Abrufbar

unter: http://www.schleswigholstein.de/STK/DE/Schwerpunkte/Landesplanung/WeitereThemen/Windenergie/Teilfortschr

eibungen/Downloads/Planungsraum2/karte__blob=publicationFile.pdf (Stand: 16.05.2013).

PLANUNGSGRUPPE UMWELT (PU) (2012): Sonderuntersuchungen Artenschutz,

Schienenanbindung der Festen Fehmarnbeltquerung, Gutachten im Auftrag der DB Netz AG,

Anlage 5.

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 70


7 Anhang

Tabelle 7-1: Zeichenerklärung für die Gegenüberstellungstabellen

Funktionsverlust/ Schwere der

Vorteilsbildung:

Funktionsbeeinträchtigung:

— vollständiger Funktionsverlust >>> sehr deutlicher Vorteil gegenüber nächstrangiger

Variante

•••• sehr hohe Beeinträchtigung >> deutlicher Vorteil gegenüber nächstrangiger

Variante

••• hohe Beeinträchtigung > geringer Vorteil gegenüber nächstrangiger

Variante

••

mittlere Beeinträchtigung

• geringe Beeinträchtigung

Reihung

1-2-3 Reihung der Varianten nach dem Umfang ihrer Umweltauswirkungen

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenanbindung der FBQ 71


7.1 Detaillierte Tabellen der Gegenüberstellung in Anlehnung an die UVS – Abschnitt 1 (Kap. 5.1.1)

7.1.1 Schutzgut Menschen, einschl. der menschlichen Gesundheit –(Wohnen und Erholen)

Tabelle 7-2:

Zusammenfassende Gegenüberstellung Schutzgut Menschen, einschl. der menschlichen Gesundheit (Wohnen)

Schutzgut Menschen, einschl. der menschlichen Gesundheit/ Teilschutzgut Wohnen

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante Antragsunterlagen

Auswirkung/

Wirkraum

Flächen- und

Funktionsverlust

durch

anlagebedingte

Flächeninanspruchnahme

innerhalb von

Wohngebieten,

Mischgebieten,

Sondergebieten,

Gewerbegebieten

Bedeutung Verlust Verlust Verlust

sehr hoch

hoch

0,18 ha

- Allgemeines Wohngebiet nordwestlich der

Bestandstrasse im Bereich Ratekau- nur

randliche Flächeninanspruchnahme bei

Ausbau der Bestandstrasse

0,28 ha

- Mischgebiet bei nordöstlich von

Luschendorf

- Siedlungsfläche zwischen Haffkrug und

Groneberger Hof

0,65 ha

- Randliche Flächeninanspruchnahme von

allgemeinen Wohngebieten im Bereich der

Bestandstrasse bei Ratekau

0,28 ha

- Siedlungsflächen (Grundstück mit Haus

und Nebenanlagen) südwestlich der

Ortslage Haffkrug, westlich der BAB A1

0,76 ha

- Ausbau der Bestandstrasse, nur randliche

Flächeninanspruchnahme von allgemeinen

Wohngebieten (Ratekau, Scharbeutz,

Haffkrug, Timmendorfer Strand)

0,05 ha

- Siedlungsflächen im Bereich der Gemeinde

Timmendorfer Strand und in Haffkrug

mittel / / 0,01 ha

gering 0,10 ha 0,10 ha 0,10 ha

Bewertung/ Reihung der Variante 1>> 3 2>

Flächen- und

Funktionsverlust

durch baubedingte

Flächeninanspruchnahme

innerhalb von

Wohngebieten,

Mischgebieten,

Sondergebieten,

Gewerbegebieten

sehr hoch / 1,27 ha

- Randliche Flächeninanspruchnahme von

allgemeinen Wohngebieten im Bereich der

Bestandstrasse bei Ratekau

hoch

0,13 ha

- Mischgebiet bei nordöstlich von

Luschendorf

- Siedlungsfläche zwischen Haffkrug und

Groneberger Hof

0,12 ha

- Bauflächen im Außenbereich südwestlich

der Ortslage Haffkrug, westlich der

bestehenden Autobahn A 1

2,07 ha

- Ausbau der Bestandstrasse, nur randliche

Flächeninanspruchnahme von allgemeinen

Wohngebieten (Ratekau, Scharbeutz,

Haffkrug, Timmendorfer Strand)

0,24 ha

- Siedlungsflächen im Bereich der Gemeinde

Timmendorfer Strand und in Haffkrug

mittel / 0,10 ha 0,16 ha

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 72


Schutzgut Menschen, einschl. der menschlichen Gesundheit/ Teilschutzgut Wohnen

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante Antragsunterlagen

gering / / 0,07 ha

Flächen- und

Funktionsverlust

durch baubedingte

Flächeninanspruchnahme

innerhalb von

Wohngebieten,

Mischgebieten,

Sondergebieten oder

Gewerbegebieten im

Bereich der

Baustraße der 2+1-

Varianten

sehr hoch

hoch

1,22 ha

- Allgemeine Wohngebiete in den

Gemeinden Ratekau, Scharbeutz,

Timmendorfer Strand und Sierksdorf

0,16 ha

- Siedlungsflächen südlich der Ortslage

Timmendorfer Strand

0,57 ha

- Allgemeine Wohngebiete in den

Gemeinden Scharbeutz, Timmendorfer

Strand und Sierksdorf

0,16 ha

- Siedlungsflächen südlich der Ortslage

Timmendorfer Strand

mittel / / /

gering / / /

Gesamt 2,07 ha 3,25 ha 3,46 ha

Bewertung/ Reihung der Variante 1> 2 2

Funktionsbeeinträchtigung Prognoseverfahren 2

Auswirkung/ Kriterium Anzahl der Stockwerke Anzahl der Stockwerke Anzahl der Stockwerke

Wirkraum

Beeinträchtigungen 16. BImSchV 1.092 1.148 1.354

durch Schallimmissionen:

Überschreitung

von Grenz- oder

Orientierungswerten DIN18005 2.924 3.276 4.474

(mit Lärmschutzwand,

Höhe 6 m)

Erschütterungen DIN 4150 - 2 53,4 88,1 128

Überschreitung

Mittelwert KB Tr > Ar

(Anzahl der

Gebäude)

Bewertung/ Reihung der Variante 1>> 2>> 3

/

/

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 73


Tabelle 7-3:

Zusammenfassende Gegenüberstellung Schutzgut Menschen, einschl. der menschlichen Gesundheit (Erholen)

Schutzgut Menschen, einschl. der menschlichen Gesundheit/ Teilschutzgut Erholen

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante Antragsunterlagen

Verlustflächenbetrachtung Prognoseverfahren 1

Auswirkung/

Wirkraum

Flächen- und

Funktionsverlust

durch anlagebedingte

Flächeninanspruchnahme

innerhalb von

Erholungsgebieten,

Erholungsschwerpunkten

und

Freizeiteinrichtungen

Bedeutung Verlust Verlust Verlust

besonders

51,56 ha

- LSG „Pönitzer Seenplatte und Haffwiesen“

- LSG „Schwartauer Waldungen“

- Erholungswald Riesebusch-Ratekauer

Kiefern“

- Naturerlebnisraum „Schwartautal“

- Regionaler Grünzug [RP] zw. Ratekau und

Luschendorf

- Gebiet mit besonderer Erholungseignung

[LRP] im Bereich der „Pönitzer Seenplatte

26,43 ha

- LSG „Pönitzer Seenplatte und Haffwiesen“

- LSG „Schwartauer Waldungen“

- Naturerlebnisraum „Schwartautal“

- Erholungswald „Riesebusch-Ratekauer

Kiefern“

- Regionaler Grünzug (insbes. Waldbereiche

bei Ratekau)

- Gebiet mit besonderer Erholungseignung

[LRP] (im Abschnitt deckungsgleich mit

LSG „Pönitzer Seenplatte und Haffwiesen“)

- Im Bereich von Ratekau handelt es sich

um den Ausbau der Bestandstrasse,

sodass die Flächeninanspruchnahme nur

in randlichen Bereichen von

Erholungsgebieten besonderer Bedeutung

erfolgt

19,63 ha

- Erholungswald „Riesebusch-Ratekauer

Kiefern“

- LSG „Schwartauer Waldungen“

- Regionaler Grünzüge (Waldbereiche bei

Ratekau, Gebiet zwischen Timmendorfer

Strand und Scharbeutz)

- Gebiet besonderer Erholungseignung gem.

LRP Timmendorfer Strand bis zu den

Randbereichen des Hemmelsdorfer Sees

- Da es sich um den Ausbau der

Bestandstrasse handelt erfolgt die

Flächeninanspruchnahme nur in randlichen

Bereichen von Erholungsgebieten

besonderer Bedeutung

Bewertung/ Reihung der Variante 3 2>> 1>

Flächen- und besonders

27,01 ha

17,78 ha

16,90 ha

Funktionsverlust

- vgl. Flächen- und Funktionsverlust

vgl. Flächen- und Funktionsverlust - vgl. Flächen- und Funktionsverlust

durch baubedingte

anlagebedingt

anlagebedingt

anlagebedingt

Flächeninanspruchnahme

innerhalb von

Erholungsgebieten,

Erholungsschwerpunkten

und

Freizeiteinrichtungen

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 74


Schutzgut Menschen, einschl. der menschlichen Gesundheit/ Teilschutzgut Erholen

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante Antragsunterlagen

Flächen- und

Funktionsverlust

durch baubedingte

Flächeninanspruchnahme

innerhalb von von

Erholungsgebieten,

Erholungsschwerpunkten

und

Freizeiteinrichtungen

im Bereich der

Baustraße der 2+1-

Varianten

besonders 13,07 ha 8,77 ha /

Gesamt 91,64 ha 52,98 ha 36,53 ha

Bewertung/ Reihung der Variante 3 2>> 1>

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 75


Schutzgut Menschen, einschl. der menschlichen Gesundheit/ Teilschutzgut Erholen

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante Antragsunterlagen

Funktionsbeeinträchtigung Prognoseverfahren 2

Auswirkung/

Wirkraum

Empfindlich

keit

Beeinträchtigte Fläche

Beeinträchtigung

durch Schallimmissionen:

Verlärmung

von Erholungsgebieten,

Erholungsschwerpunkten,

Freizeiteinrichtungen

innerhalb der Zone

49 dB(A) tags

besonders

1.213 ha

- LSG „Pönitzer Seenplatte

und Haffwiesen“

- LSG „Schwartauer

Waldungen“

- LSG „Grellberg“

- Erholungswald

Riesebusch-Ratekauer

Kiefern“

- Naturerlebnisraum

„Schwartautal“

- Regionaler Grünzug [RP]

zw. Ratekau und

Luschendorf

- Gebiet mit besonderer

Erholungseignung [LRP]

im Bereich der „Pönitzer

Seenplatte

Funktionsbeeinträchtigung

••

Beeinträchtigte Fläche

1.059 ha

- Erholungswald

„Riesebusch-Ratekauer

Kiefern“

- LSG „Schwartauer

Waldungen“

- LSG Hemmelsdorfer See

und Umgebung

- LSG „Pönitzer Seenplatte

und Haffwiesen“

- Regionale Grünzuge

(Waldbereiche bei

Ratekau, Grünzug zw.

Scharbeutz und Haffkrug)

- Gebiet mit besonderer

Erholungseignung

(Wälder zwischen Bad

Schwartau und Ratekau,

Timmendorfer Strand bis

zu den Randbereichen

des Hemmelsdorfer Sees

[LRP])

- Gebiet mit besonderer

Erholungseignung [LRP]

(im Abschnitt

deckungsgleich mit LSG

„Pönitzer Seenplatte und

Haffwiesen“)

- Regionaler Grünzug [RP]

(nördlich von

Luschendorf und im

Bereich der Haffwiesen)

Funktionsbeeinträchtigung

••

Beeinträchtigte Fläche

1.037 ha

- Erholungswald

„Riesebusch-Ratekauer

Kiefern“, „Wohld“

- LSG „Schwartauer

Waldungen“

- LSG Hemmelsdorfer See

und Umgebung

- LSG „Pönitzer Seenplatte

und Haffwiesen“

- Regionale Grünzuge

(Waldbereiche bei

Ratekau, Grünzug zw.

Scharbeutz und Haffkrug)

- Gebiet mit besonderer

Erholungseignung (Wälder

zwischen Bad Schwartau

und Ratekau [LRP])

- Gebiet besonderer

Erholungseignung gem.

LRP Timmendorfer Strand

bis zu

- den Randbereichen des

Hemmelsdorfer Sees

- Gebiet mit besonderer

Erholungseignung [LRP]

(im Abschnitt

deckungsgleich mit LSG

„Pönitzer Seenplatte und

Haffwiesen“)

Bewertung/ Reihung der Variante 2> 1 1

Funktionsbeeinträchtigung

••

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 76


Schutzgut Menschen, einschl. der menschlichen Gesundheit/ Teilschutzgut Erholen

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante Antragsunterlagen

Zerschneidung von

überregionalen Radund

Wanderwegen

bzw. regionalen

Reitwegen

besonders

- Neuzerschneidung Reitrundroute

nordwestlich von Ratekau,

- Neuzerschneidung des Jakobsweges

nordwestlich von Ratekau

- Zerschneidung Reitroute südlich von

Luschendorf

- Zerschneidung einer regionalen Reitroute

südwestlich und nordwestlich der Ortschaft

Timmendorfer Strand.

- Im Bereich der Bestandstrasse bei

Ratekau werden keine überregionalen

Rad- und Wanderwege bzw. regionalen

Reitwege neu zerschnitten.

- Da diese Variante bis Haffkrug auf der

bestehenden Trasse verläuft, werden keine

überregionalen Rad- und Wanderwege

bzw. regionalen Reitwege neu

zerschnitten.

Bewertung/ Reihung der Variante 3 2> 1>>

7.1.1 Schutzgut Tiere und biologische Vielfalt

Tabelle 7-4:

Zusammenfassende Gegenüberstellung Schutzgut Tiere und biologische Vielfalt

Schutzgut Tiere und biologische Vielfalt

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante Antragsunterlagen

Verlustflächenbetrachtung Prognoseverfahren 1

Auswirkung/ Wirkraum Bedeutung

Verlust Verlust Verlust

Flächen- und Fledermäuse

sehr

/ / / / / /

Funktionsverlust

hoch

durch

hoch

14,89 ha

310 m

8,97 ha

321 m

11,03 ha

530 m

anlage- und

- Laub- und Mischwaldbereichwaldbereichwaldbereiche

- Gewässer - Laub- und Misch-

- Gewässer - Laub- und Misch-

- Gewässer

baubedingte

Flächeninanspruchnahme

- Gewässer

- Gewässer

- Gewässer

faunistischer

mittel 10,08 ha 6.000 m 15,41 ha 6.231 m 32,79 ha 12.716 m

Lebensräume

gering 74,63 ha / 73,25 ha / 44,83 ha /

(braun unterlegt=

Flächen-

Gesamt 99,59 ha 6.310 m 97,63 ha 6.552 m 88,65 ha 13.247 m

und Funktionsverlust

durch

hoch

sehr

/ /

baubedingte

Flächeninanspruchnahme

hoch

3,40 ha

126 m

2,42 ha

116 m

- Laub- und Mischwaldbereichwaldbereiche

- Gewässer - Laub- und Misch-

- Gewässer

faunistischer

Lebensräume

- Gewässer

- Gewässer

im Bereich der

mittel 10,89 ha 5.333 m 8,34 ha 4.340 m

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 77


Schutzgut Tiere und biologische Vielfalt

Brutvögel

Rastvögel

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante Antragsunterlagen

gering 5,74 ha / 4,51 ha /

Gesamt 119,62 ha 11.770 m 112,91 ha 11.008 m 88,65 ha 13.247 m

Baustraße der

2+1-Varianten)

Bewertung/

Reihung

der

Variante

2> 1> 3

sehr

/ / /

hoch

hoch / / /

mittel 59,89 ha 68,24 ha 42,11 ha

gering 39,70 ha 29,39 ha 46,54 ha

Gesamt 99,59 ha 97,63 ha 88,65 ha

sehr

/ /

hoch

hoch / /

mittel 3,95 ha 3,13 ha

gering 16,08 ha 12,15 ha

Gesamt 119,62 ha 112,91 ha 88,65 ha

Bewertung/

Reihung

2> 3 1>

der

Variante

sehr

/ / /

hoch

hoch 0,61 ha / /

mittel / / /

gering 70,21 ha 76,32 ha 49,16 ha

Gesamt 70,82 ha 76,32 ha 49,16 ha

sehr

/ /

hoch

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 78


Schutzgut Tiere und biologische Vielfalt

Reptilien

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante Antragsunterlagen

hoch / /

mittel / /

gering 6,00 ha 4,17 ha

Gesamt 76,81 ha 80,49 ha 49,16 ha

Bewertung/

Reihung

der

Variante

3 2> 1>

sehr

/ / /

hoch

hoch / / /

mittel

0,20 ha

0,14 ha

0,04 ha

- Sechs Gewässer

- Drei Gewässer

- Zwei Gewässer

gering

0,10 ha

0,11 ha

0,01 ha

- Zwei Gewässer

- Zwei Gewässer

- Zwei Gewässer

Gesamt 0,30 ha 0,25 ha 0,05 ha

sehr

/ /

hoch

hoch / /

mittel

0,003 ha

0,003 ha

- Ein Gewässer

- Ein Gewässer

gering / /

Gesamt

Amphibien

Bewertung/

Reihung

der

Variante

sehr

hoch

0,30 ha

Neun Gewässer

0,25 ha

Sechs Gewässer

0,05 ha

Vier Gewässer

3 2>> 1>

/ / /

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 79


Schutzgut Tiere und biologische Vielfalt

hoch

12,75 ha

- Sonstiges artenreiches

Feuchtund

Nassgrünland

(GF), artenarmes

Intensivgrünland

(GI), mesophiles

Grünland (GM),

sonstige Gehölze

und Gehölzstrukturen

(HG)

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante Antragsunterlagen

3.616 m

- Knicks (HW),

Gräben (FG)

7,53 ha

- Artenarmes Intensivgrünland

(GI),

mesophiles Grünland

(GM), seggen-

und binsenreiche

Nasswiesen

(GN), sonstige

Gehölze und

Gehölzstrukturen

(HG), Niedermoore/Sümpfe

(NS),

(halb-) ruderale

Gras- und Staudenfluren

(RH)

3.668 m

- Knicks (HW),

Gräben (FG)

16,33 ha

- Artenarmes Intensivgrünland

(GI),

mesophiles Grünland

(GM), seggen-

und binsenreiche

Nasswiesen

(GN), sonstige

Gehölze und

Gehölzstrukturen

(HG), Niedermoore/Sümpfe

(NS),

(halb-) ruderale

Gras- und Staudenfluren

(RH)

6.374 m

- Knicks (HW),

Gräben (FG)

mittel 0,21 ha 155 m 0,08 ha 253 m 0,05 ha 482 m

gering 65,16 ha 562 m 75,98 ha 1.397 m 54,30 ha 1.527 m

Gesamt 78,12 ha 4.333 m 83,59 ha 5.318 m 70,67 ha 8.383 m

sehr

/ / / /

hoch

hoch

8,52 ha

- artenarmes

Intensivgrünland

3.121 m

- Knicks (HW),

Gräben (FG)

7,51 ha

- artenarmes

Intensivgrünland

2.608 m

- Knicks (HW),

Gräben (FG)

(GI), mesophiles

Grünland (GM),

seggen- und

binsenreiche

Nasswiesen (GN),

sonstige Gehölze

und Gehölzstrukturen

(HG), (halb-)

ruderale Grasund

Staudenfluren

(RH)

(GI), mesophiles

Grünland (GM),

sonstige Gehölze

und Gehölzstrukturen

(HG), (halb-)

ruderale Grasund

Staudenfluren

(RH)

mittel 0,01 ha 113 m 0,01 ha 103 m

gering 5,38 ha 499 m 4,27 ha 172 m

Gesamt 92,03 ha 8.066 m 95,38 ha 8.201 m 70,67 8.383 m

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 80


Schutzgut Tiere und biologische Vielfalt

Libellen

Heuschrecken

Bewertung/

Reihung

der

Variante

sehr

hoch

hoch

mittel

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante Antragsunterlagen

0,01 ha

- Teil der Schwartau auf Bestandstrasse

0,10 ha

- Zwei Gewässer

3 1> 2>

/ / /

0,01 ha

- Teil der Schwartau auf Bestandstrasse

0,11 ha

- Zwei Gewässer

0,01 ha

- Teil der Schwartau auf Bestandstrasse

- Ein Gewässer

0,01 ha

gering / / 0,04 ha

- Zwei Gewässer

Gesamt 0,11 ha 0,12 ha 0,05 ha

sehr

/ /

hoch

hoch / /

mittel / /

gering

0,01 ha

0,01 ha

- Ein Gewässer

- Ein Gewässer

Gesamt 0,12 ha 0,13 ha 0,05 ha

Bewertung/

Reihung

der

Variante

2 2 1>

sehr

hoch

hoch

1,21 ha

- Mesophiles

Grünland (GM)

0,80 ha

- Sonstiges artenreiches

Feuchtund

Nassgrünland

(GF)

76 m

- Ebenerdige Feldhecke

(HF)

/ 0,65 ha

- Mesophiles

Grünland (GM)

0,75 ha

- Verkehrsnebenflächen

(SV)

76 m

- Ebenerdige Feldhecke

(HF)

/ 0,89 ha

- Mesophiles

Grünland (GM)

1,35 ha

- Verkehrsnebenflächen

(SV)

122 m

- Ebenerdige Feldhecken

(HF)

/

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 81


Schutzgut Tiere und biologische Vielfalt

Tagfalter/

Widderchen

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante Antragsunterlagen

mittel 4,61 ha 155 m 0,35 ha 68 m 3,59 ha 48 m

gering 74,95 4.098 m 85,00 ha 4.876 m 70,83 ha 9.940 m

Gesamt 81,57 4.328 m 86,75 5.020 m 76,67 ha 10.110 m

sehr

hoch

hoch

0,18 ha

- Mesophiles

Grünland (GM)

0,62 ha

- Verkehrsnebenflächen

(SV)

/ 0,09 ha

- Mesophiles

Grünland (GM)

/ 0,29 ha

- Verkehrsnebenflächen

(SV)

mittel 1,33 ha 13 1,30 ha 13 m

gering 14,04 ha 4.730 11,38 ha 3.893 m

Gesamt 97,75 ha 9.072 m 99,81 ha 8.926 m 76,67 ha 10.110 m

Bewertung/

Reihung

der

Variante

1> 1> 2

sehr

/ / / /

hoch

hoch / / / /

mittel 2,28 ha 3.617 m 0,54 ha 3.852 m 2,45 ha 6.808 m

gering 78,28 ha 963 m 83,87 ha 1.559 m 69,55 ha 3.827 m

Gesamt 80,56 ha 4.580 m 84,41 ha 5.411 m 72,00 ha 10.635 m

sehr

/ /

hoch

hoch / /

mittel 1,03 ha 3.221 m 1,02 ha 2.698 m

gering 13,31 ha 1.637 m 10,85 ha 1.311 m

Gesamt 94,91 ha 9.438 m 96,28 ha 9.420 m 72,00 ha 10.635 m

/

/

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 82


Schutzgut Tiere und biologische Vielfalt

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante Antragsunterlagen

Bewertung/

Reihung

2 1> 2

der

Variante

Bewertung/ Reihung der Variante 3 1> 1>

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 83


Schutzgut Tiere und biologische Vielfalt

Funktionsbeeinträchtigung Prognoseverfahren 2

Auswirkung/ Wirkraum

Beeinträchtigte Fläche

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante Antragsunterlagen

Beeinträchtigte Fläche

Beeinträchtigte Fläche

Empfindlichkeit

Funktionsbeeinträchtigung

Funktionsbeeinträchtigung

Funktionsbeeinträchtigung

Beeinträchtigung

von Tieren

durch Schallimmissionen

(bauund

betriebsbedingt)

und optische

Reize

(bau-, anlageund

betriebsbedingt)

Brutvögel

(Wirkzone

100 m)

sehr

hoch

/ / /

hoch / / /

mittel

155,72 ha

- Bei Verlauf nahe der A1

(Vorbelastung) geringe

Funktionsbeeinträchtigung

(in Überlagerungsbereich

Beeinträchtigung

zu vernachlässigen)

- In Teilbereichen Schaffung

einer neuen mittleren

Funktionsbeeinträchtigung

••

182,26 ha

- Bei Verlauf nahe der A1

(Vorbelastung) geringe

Funktionsbeeinträchtigung

(in Überlagerungsbereich

Beeinträchtigung

zu vernachlässigen)

- In Teilbereichen Schaffung

einer neuen mittleren

Funktionsbeeinträchtigung

••

106,80 ha

- Ungefähr Hälfte der

Fläche bereits vorbelastet

durch Bestandstrasse,

außerdem im

nördlichen Abschnitt

Nähe zur A1 (geringe

Funktionsbeeinträchtigung),

in Überlagerungsbereich

mit der A1 ist

Funktionsbeeinträchtigung

zu vernachlässigen

••

gering

158,26 ha

- Lebensräume entlang

der Bestandstrasse und

der A1 (Vorbelastung),

Funktionsbeeinträchtigung

zu vernachlässigen

- Im Bereich nördlich von

Ratekau Schaffung einer

neuen Beeinträchtigung

durch Neuzerschneidung


157,89 ha

- Lebensräume entlang der

Bestandstrasse und der

A1 (Vorbelastung),

Funktionsbeeinträchtigung

zu vernachlässigen

zu vernachlässigende

Funktionsbeeinträch

tigung

244,59 ha

- Betroffenheit von Brutvogellebensräumen

entlang

der Bestandsstrecke

(Vorbelastung), Funktionsbeeinträchtigung

ist

vernachlässigbar

zu vernachlässigende

Funktionsbeeinträch

tigung

Gesamt 313,98 ha 340,15 ha 351,39 ha

Bewertung/

Reihung

der

Variante

2 2 1>

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 84


Schutzgut Tiere und biologische Vielfalt

Rastvögel

(Wirkzone

300 m)

sehr

hoch

hoch

2,43 ha

- Rastplatz zwischen der

A1 (Vorbelastung) und

Variante 2+1 A

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante Antragsunterlagen

/ 6,03 ha

•••

6,03 ha

•••

- Rastplatz Ruppersdorfer

- Rastplatz Ruppersdorfer

See an der Bestandstrasse

See an der Bestands-

bzw. A1

trasse bzw. A1

(Vorbelastung)

(Vorbelastung)

••

2,66 ha

- Rastplatz zwischen der

A1 (Vorbelastung) und

Variante 2+1 B

•• /

mittel / / 7,46 ha

- Rastplatz an der

Bestandstrasse

(Vorbelastung)

gering

608,86 ha

- Rastplätze an der A1 und

der Bestandstrasse (Vorbelastung),

hier und im

Überlagerungsbereich

mit A1 Funktionsbeeinträchtigung

zu vernachlässigen

- In Teilbereichen Schaffung

einer neuen Beeinträchtigung

durch

Neuzerschneidung

• 724,73 ha

- Rastplätze an der A1 und

der Bestandstrasse (Vorbelastung),

hier und im

Überlagerungsbereich

mit A1 Funktionsbeeinträchtigung

zu vernachlässigen

- In Teilbereichen Schaffung

einer neuen Beeinträchtigung

durch

Neuzerschneidung

• 553,27 ha

- Betroffenheit von Rastplätzen

entlang der Bestandsstrecke

bzw. A1

(Vorbelastung), Funktionsbeeinträchtigung

ist

vernachlässigbar

- Bei übrigen Rastplätzen

geringe Funktionsbeeinträchtigung

Gesamt 611,29 ha 733,42 ha 566,77 ha

Bewertung/

Reihung

1> 3 2>

der

Variante

Bewertung/ Reihung der Variante 1> 3 1>



Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 85


Schutzgut Tiere und biologische Vielfalt

Beeinträchtigungen

durch

Barriere- und

Trennwirkungen

(bau- und

anlagebedingt)

Beeinträchtigungen

durch

Fahrbetrieb

(Kollisionen,

verbleibende

Effekte durch

Sog- und

Wirbelschleppen,

betriebsbedingt)

Schutzgebiete

und Biotopverbund

(Zerschneidung)

sehr

hoch

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante Antragsunterlagen

1.260 m

•••

1.260 m

•••

614 m

•••

- FFH-Gebiet Schwartautal

- FFH-Gebiet Schwartautal

- FFH-Gebiete Schwartautal

und Curauer Moor

und Curauer Moor

und Curauer Moor

(Schwerpunktbereich

(Schwerpunktbereich

(Schwerpunktbereich

Biotopverbund Schwartautal),

Trassenverlauf auf

tal), Trassenverlauf auf

tal), Trassenverlauf auf Be-

Biotopverbund Schwartau-

Biotopverbund Schwartau-

Bestandstrasse (Vorbelastunglastunglastung)

Bestandstrasse (Vorbestandstrasse

(Vorbe-

- Randlicher Trassenverlauf

- Randlicher Trassenverlauf

- Randlicher Trassenverlauf

entlang des FFH-Gebietes

entlang des FFH-Gebietes

entlang Schwerpunktbereich

des Biotopverbundes

Wälder im Pönitzer Seengebiet

parallel zur A1, die

gebiet parallel zur A1, die

Niedermoorkomplex bei

Wälder im Pönitzer Seen-

die Gebietsgrenze definiert

die Gebietsgrenze definiert

Haffkrug auf der Bestandstrasse

(Vorbelastung)

hoch / / /

mittel

390 m

- Querung an A1 (Vorbelastung),

geringe Funktionsbeeinträchtigung

- Neuzerschneidung

Nebenverbundachse

••

204 m

- Querung einer Nebenverbundachse

auf der Bestandstrasse

(Vorbelastung)

- Querung einer Nebenverbundachse

an A1 (Vorbelastung),

geringe Funktionsbeeinträchtigung

• 314 m

- Querung auf der Bestandstrasse

(Vorbelastung)

Gesamt 1.650 m 1.465 m 929 m

Bewertung/

Reihung

3 2> 1>

der

Variante


Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 86


Schutzgut Tiere und biologische Vielfalt

sonstige Säuger

Bewertung/ Reihung

der Variante

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante Antragsunterlagen

- Querung der Schwartau (wichtiger Wanderkorridor

für Fischotter) sowie näheres

Umfeld der Schwartau auf Bestandstrasse

- Neuzerschneidung Otterwechsel

- Neuzerschneidung Fernwechsel nördlich

Ratekau

- Drei weitere Wildwechsel (zwei mit

Fernwechselfunktion) im weiteren Verlauf

der Trasse neben der A1

- Entstehung von Inselflächen mit der A1

- Kein absoluter Barriereeffekt durch

zukünftige Zugfrequenz, jedoch

Erhöhung des Kollisionsrisikos

- Querung der Schwartau (wichtiger Wanderkorridor

für Fischotter) sowie näheres

Umfeld der Schwartau auf Bestandstrasse

- Querung Otterwechsel auf Bestandstrasse

- Querung eines Fernwechsels auf der

Bestandstrasse

- Drei weitere Wildwechsel (zwei mit

Fernwechselfunktion) im weiteren Verlauf

der Trasse neben der A1

- Entstehung von Inselflächen an der A1

- Kein absoluter Barriereeffekt durch zukünftige

Zugfrequenz, jedoch Erhöhung

des Kollisionsrisikos

- Querung der Schwartau (wichtiger Wanderkorridor

für Fischotter) sowie näheres

Umfeld der Schwartau auf Bestandstrasse

- Querung Otterwechsel auf Bestandstrasse

- Vier Wildwechsel (drei Fernwechselfunktion),

Verlauf auf Bestandstrasse

(Vorbelastung)

- Kein absoluter Barriereeffekt durch

zukünftige Zugfrequenz, jedoch

Erhöhung des Kollisionsrisikos

- Entstehung von Inselflächen bei A1

3 2> 1>

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 87


Schutzgut Tiere und biologische Vielfalt

Fledermäuse

Bewertung/ Reihung

der Variante

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante Antragsunterlagen

- Im Bereich Bad Schwartau ••• - Im Bereich Bad Schwartau ••• - Im Bereich Bad Schwartau

wurde ein Sommerquartier

wurde ein Sommerquartier

wurde ein Sommerquartier

••

des Großen Abendseglers

des Großen Abendseglers

des Großen Abendseglers

festgestellt. Die Art ist nicht

festgestellt. Die Art ist nicht

festgestellt. Die Art ist nicht

empfindlich gegenüber

empfindlich gegenüber

empfindlich gegenüber

Zerschneidungen, da sie

Zerschneidungen, da sie

Zerschneidungen, da sie

nicht strukturgebunden

nicht strukturgebunden

nicht strukturgebunden

fliegt. Es liegt keine Funktionsbeeinträchtigung

fliegt. Es liegt keine Funk-

fliegt. Es liegt keine Funk-

vor,

tionsbeeinträchtigung vor,

tionsbeeinträchtigung vor,

zumal die Variante hier auf

zumal die Variante hier auf

zumal die Variante hier auf

der Bestandstrasse verläuftläuftläuft.

der Bestandstrasse ver-

der Bestandstrasse ver-

- Randlicher Trassenverlauf

- Randlicher Trassenverlauf

- Im weiteren Verlauf Trassenverlauf

entlang hoch bedeutender

entlang hoch bedeutender

durch hoch

Lebensräume entlang der

Lebensräume entlang der

bedeutende Lebensräume

A1 (Vorbelastung) und auf

A1 (Vorbelastung) und auf

auf der Bestandstrasse

bestehender Trasse (Vorbelastung,

bestehender Trasse (Vor-

(Vorbelastung), Kolli-

Kollisionsrisiko

belastung, Kollisionsrisiko

sionsrisiko mittel

mittel

mittel

- Randlicher Trassenverlauf

- Randlicher Trassenverlauf

entlang kleinerer Bereiche

entlang weniger, kleiner

hoher Bedeutung (hohes

Bereiche hoher Bedeutung

Kollisionsrisiko, da unvorbelastet)

(hohes Kollisionsrisiko, da

unvorbelastet)

2 2 1>

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 88


Schutzgut Tiere und biologische Vielfalt

Brutvögel

Bewertung/ Reihung

der Variante

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante Antragsunterlagen

- Randlicher Trassenverlauf • - Randlicher Trassenverlauf •• - Verlauf durch mittel bedeutende

Brutvogellebens-

durch mittel bedeutende

durch mittel bedeutende


Brutvogellebensräume,

Brutvogellebensräume,

räume auf der Bestandstrasse

hauptsächlich entlang der

hauptsächlich entlang der

(Vorbelastung),

A1 (Vorbelastung),

A1 (Vorbelastung), Kollisionsrisiko

geringes Kollisionsrisiko

Kollisionsrisiko gering

gering

- Im nördlichen Abschnitt

- Randlicher Trassenverlauf

- Randlicher Trassenverlauf

randlicher Trassenverlauf

durch gering bedeutende

durch gering bedeutende

durch mittel bedeutende

Lebensräume an der A1

Lebensräume an der A1

Brutvogellebensräume

(Vorbelastung), Kollisionsrisiko

(Vorbelastung), Kollisions-

entlang der A1, Kollisions-

zu vernachlässigen

risiko zu vernachlässigen

risiko gering

- Neuzerschneidung gering

- Neuzerschneidung mittel

- hauptsächlich jedoch gering

bedeutender Brutvogellebensräume,

bedeutender Brutvogel-

bedeutende Bereiche

geringes

lebensräume durch Verbin-

entlang der Bestandstrasse

Kollisionsrisiko

dung zwischen Führung

betroffen, Kollisionsrisiko

auf der Bestandstrasse

vernachlässigbar

und Bündelung mit der A1,

mittleres Kollisionsrisiko

- Verlauf durch mittel bedeutende

Brutvogellebensräume

auf der Bestandstrasse

(Vorbelastung),

geringes Kollisionsrisiko

- gerade im südlichen Bereich

bei Verlauf auf der

Bestandstrasse hauptsächlich

jedoch gering bedeutende

Bereiche betroffen,

Kollisionsrisiko vernachlässigbar

2> 3 1>

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 89


Schutzgut Tiere und biologische Vielfalt

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante Antragsunterlagen

Rastvögel

- Neuzerschneidung gering •• - Neuzerschneidung gering • - Randlicher Trassenverlauf

bedeutender Rastflächen,

bedeutender Rastflächen,

durch gering bedeutende


geringes Kollisionsrisiko

- Randlicher Trassenverlauf

durch hauptsächlich gering

bedeutende Rastplätze

entlang der A1 (Vorbelastung),

Kollisionsrisiko

hier vernachlässigbar

- Randlicher Trassenverlauf

entlang eines Rastplatzes

hoher Bedeutung zwischen

geplanter Trasse und A1

(Vorbelastung),

Kollisionsrisiko hier mittel

geringes Kollisionsrisiko

- Zerschneidung von Rastflächen

geringer Bedeutung

auf der Bestandstrasse

(Vorbelastung) und

randlicher Trassenverlauf

durch hauptsächlich gering

bedeutende Rastplätze

entlang der A1 (Vorbelastung),

Kollisionsrisiko

vernachlässigbar

Rastvogelflächen, Kollisionsrisiko

gering

- Zerschneidung von Rastflächen

geringer Bedeutung

auf der Bestandstrasse

(Vorbelastung),

Vorbelastung durch A1,

Kollisionsrisiko vernachlässigbar

- Lediglich ein mittel bedeutender

Rastplatz wird randlich

auf der Bestandstrasse

berührt (Vorbelastung),

Kollisionsrisiko gering

Bewertung/ Reihung

der Variante

3 1> 1>

Bewertung/ Reihung der Variante 3 2> 1>

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 90


7.1.2 Schutzgut Pflanzen

Tabelle 7-5:

Schutzgut Pflanzen

Zusammenfassende Gegenüberstellung Schutzgut Pflanzen

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante Antragsunterlagen

Verlustflächenbetrachtung Prognoseverfahren 1

Auswirkung/ Bedeutung Verlust Verlust Verlust

Wirkraum

flächig linear flächig linear flächig linear

Flächen- und Funktionsverlust

sehr hoch

0,99 ha

2.392 m

0,30 ha

2.927 m

0,78 ha

4.849 m

in Bezug

- § 30-Biotope (0,30 ha) - § 30-Biotope - § 30-Biotope (0,30 ha) - § 30-Biotope - § 30-Biotope (0,22 ha) - § 30-Biotope

auf Biotoptypen

(Biotope der Wälder, (Knicks, (Biotope der Wälder, (Knicks, (Biotope der Wälder, (Knicks,

(darunter nach § 30

Gebüsche und Kleingehölze,

Binnengewässer, Feldhecken, hölze, Binnengewässer, Feldhecke, hölze, Binnengewässer, Feldhecken,

ebenerdige Gebüsche und Kleinge-

ebenerdige Gebüsche und Kleinge-

ebenerdige

BNatSchG i.V.m. §

21 LNatSchG geschützte

Biotope)

Niedermoore, Sümpfe wässer) Niedermoore, Sümpfe wässer) Niedermoore, Sümpfe wässer)

gehölzfreie Biotope der Binnenge-

gehölzfreie Biotope der Binnenge-

gehölzfreie Biotope der Binnenge-

durch anlagebedingte

und Ufer)

und Ufer, Grünland)

und Ufer, Grünland

Flächeninanspruchnahme

- Grünland

- Biotope der Wälder, Gebüsche

und Kleingehölze

Flächen- und Funktionsverlust

in Bezug

auf Biotoptypen

(darunter nach § 30

BNatSchG i.V.m. §

21 LNatSchG geschützte

Biotope)

durch baubedingte

Flächeninanspruchnahme

hoch

2,00 ha

- Biotope der Wälder, Gebüsche

und Kleingehölze

/ 1,47 ha

- Biotope der Wälder, Gebüsche

und Kleingehölze

/ 1,45 ha

- Biotope der Wälder, Gebüsche

und Kleingehölze

mittel 13,28 ha 317 m 6,84 ha 193 m 12,49 ha 1.185 m

gering 50,26 ha 1.047 m 54,63 ha 569 m 40,02 ha 603 m

sehr hoch

0,76 ha

1.301 m

0,23 ha

997 m

1,03 ha

2.021 m

- § 30-Biotope (0,35 ha) - § 30-Biotope - § 30-Biotope (0,23 ha) - § 30-Biotope - § 30-Biotope (0,18 ha) - § 30-Biotope

(Biotope der Wälder, (Knicks, (Biotope der Wälder, (Knicks, (Biotope der Wälder, (Knicks,

Gebüsche und Kleingehölze,

ebenerdige Gebüsche und Kleinge-

ebenerdige Gebüsche und Kleinge-

ebenerdige

Binnengewässer, Feldhecken, hölze, Binnengewässer, Feldhecke, hölze, Binnengewässer, Feldhecken,

gehölzfreie Biotope der Binnengewässer)

gehölzfreie Biotope der Binnenge-

gehölzfreie Biotope der Binnenge-

Niedermoore, Sümpfe

Niedermoore, Sümpfe wässer) Niedermoore, Sümpfe wässer)

und Ufer)

und Ufer, Grünland)

und Ufer, Grünland)

- Biotope der Wälder, Gebüsche

- Biotope der Wälder,

und Kleingehöl-

Gebüsche und Kleinge-

ze, Grünland

hölze, Binnengewässer

hoch

0,50 ha

- Biotope der Wälder, Gebüsche

und Kleingehölze

/ 0,34 ha

- Biotope der Wälder, Gebüsche

und Kleingehölze

/ 1,67 ha

- Biotope der Wälder,

Gebüsche und

Kleingehölze

/

/

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 91


Schutzgut Pflanzen

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante Antragsunterlagen

mittel 8,62 ha 180 m 6,99 ha 108 m 9,72 ha 1.157 m

gering 22,30 ha 683 m 25,48 ha 571 m 20,40 ha 2.009 m

Gesamt 98,71 ha 5.920 m 96,28 ha 5.365 m 87,55 ha 11.824 m

Flächen- und Funktionsverlust

in Bezug

auf Biotoptypen (darunter

nach § 30

BNatSchG i.V.m.

§ 21 LNatSchG geschützte

Biotope)

durch Baustraße zur

Elektrifizierung der

Bestandstrasse (für

2+1-Varianten)

sehr hoch

hoch

Gesamt (bei 2+1-Varianten mit

Baustraße entlang der Bestandstrasse

für Elektrifizierung)

0,52 ha

- § 30-Biotope (Binnengewässer,

Biotope der Wälder,

Gebüsche und Kleingehölze)

- Biotope der Wälder, Gebüsche

und Kleingehölze

1,08 ha

- Biotope der Wälder, Gebüsche

und Kleingehölze

3.205 m

- § 30-Biotope

(Binnengewässer,

Knicks)

0,52 ha

- § 30-Biotope (Binnengewässer,

Biotope der Wälder,

Gebüsche und Kleingehölze)

- Biotope der Wälder, Gebüsche

und Kleingehölze

/ 1,04 ha

- Biotope der Wälder, Gebüsche

und Kleingehölze

2.684 m

- § 30-Biotope

(Binnengewässer,

Knicks)

mittel 10,42 ha 1.140 m 8,07 ha 1.139 m

gering 7,85 ha 601 m 5,61 ha 447 m

118,59 ha 10.867 m 111,51 ha 9.635 m 87,55 ha 11.824 m

Bewertung/ Reihung der Variante 2 1> 2

/

7.1.3 Schutzgut Boden

Tabelle 7-6:

Schutzgut Boden

Zusammenfassende Gegenüberstellung Schutzgut Boden

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante Antragsunterlagen

Auswirkung/

Wirkraum

Bedeutung Verlust Verlust Verlust

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 92


Schutzgut Boden

Flächen- und Funktionsverlust

durch

anlagebedingte

Flächeninanspruchnahme

(Versiegelung

und Überprägung

durch Böschungen)

Flächen- und

Funktionsverlust

durch baubedingte

Flächeninanspruchnahme

(Anlage von

Baustraßen an

Ausbau- und

Neubautrassen)

besonders

(4)

allgemein (3)

allgemein bis

gering (2)

sehr gering

(1)

besonders

(4)

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante Antragsunterlagen

Versiegelung: 8,86 ha

- Böden mit sehr hohem/hohem

Natürlichkeitsgrad: 0,74 ha

- Böden mit besonderem Biotopentwicklungspotenzial:

0,39 ha

- Böden mit besonders hoher natürl.

Ertragsfähigkeit: 0,00 ha

- Böden mit besonderer

Archivfunktion/Seltenheit: 8,28 ha

Überprägung: 14,16 ha

- Böden mit sehr hohem/hohem

Natürlichkeitsgrad: 1,05 ha

- Böden mit besonderem Biotopentwicklungspotenzial:

0,75 ha

- Böden mit besonders hoher natürl.

Ertragsfähigkeit: 0,00 ha

- Böden mit besonderer

Archivfunktion/Seltenheit: 13,13 ha

Versiegelung: 11,75 ha

Überprägung: 28,52 ha

Versiegelung: 0,00 ha

Überprägung: 0,00 ha

Versiegelung: 2,80 ha

Überprägung: 0,80 ha

13,95 ha

- Böden mit sehr hohem/hohem

Natürlichkeitsgrad: 2,51 ha

- Böden mit besonderem Biotopentwicklungspotenzial:

0,69 ha

- Böden mit besonders hoher natürl.

Ertragsfähigkeit: 0,00 ha

- Böden mit besonderer

Archivfunktion/Seltenheit: 12,65 ha

Versiegelung: 8,60 ha

- Böden mit sehr hohem/hohem

Natürlichkeitsgrad: 1,03 ha

- Böden mit besonderem Biotopentwicklungspotenzial:

0,18 ha

- Böden mit besonders hoher natürl.

Ertragsfähigkeit: 0,00 ha

- Böden mit besonderer

Archivfunktion/Seltenheit: 8,26 ha

Überprägung: 16,05 ha

- Böden mit sehr hohem/hohem

Natürlichkeitsgrad: 1,32 ha

- Böden mit besonderem Biotopentwicklungspotenzial:

0,32 ha

- Böden mit besonders hoher natürl.

Ertragsfähigkeit: 0,00 ha

- Böden mit besonderer

Archivfunktion/Seltenheit: 15,70 ha

Versiegelung: 9,14 ha

Überprägung: 20,73 ha

Versiegelung: 0,00 ha

Überprägung: 0,00 ha

Versiegelung: 3,24 ha

Überprägung: 0,71 ha

13,84 ha

- Böden mit sehr hohem/hohem

Natürlichkeitsgrad: 2,12 ha

- Böden mit besonderem Biotopentwicklungspotenzial:

0,44 ha

- Böden mit besonders hoher natürl.

Ertragsfähigkeit: 0,00 ha

- Böden mit besonderer

Archivfunktion/Seltenheit: 13,29 ha

Versiegelung: 6,72 ha

- Böden mit sehr hohem/hohem

Natürlichkeitsgrad: 5,04 ha

- Böden mit besonderem Biotopentwicklungspotenzial:

0,08 ha

- Böden mit besonders hoher natürl.

Ertragsfähigkeit: 0,00 ha

- Böden mit besonderer

Archivfunktion/Seltenheit: 4,96 ha

Überprägung: 9,57 ha

- Böden mit sehr hohem/hohem

Natürlichkeitsgrad: 4,51 ha

- Böden mit besonderem Biotopentwicklungspotenzial:

0,25 ha

- Böden mit besonders hoher natürl.

Ertragsfähigkeit: 0,00 ha

- Böden mit besonderer

Archivfunktion/Seltenheit: 7,53 ha

Versiegelung: 5,85 ha

Überprägung: 18,60 ha

Versiegelung: 0,00 ha

Überprägung: 0,04 ha

Versiegelung: 11,89 ha

Überprägung: 2,75 ha

14,17 ha

- Böden mit sehr hohem/hohem

Natürlichkeitsgrad: 4,69 ha

- Böden mit besonderem Biotopentwicklungspotenzial:

0,37 ha

- Böden mit besonders hoher natürl.

Ertragsfähigkeit: 0,00 ha

- Böden mit besonderer

Archivfunktion/Seltenheit: 11,84 ha

allgemein (3) 17,59 ha 16,64 ha 14,06 ha

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 93


Schutzgut Boden

Flächen- und

Funktionsverlust

durch baubedingte

Flächeninanspruchnahme

(Anlage von

Baustraßen zur

Elektrifizierung der

Bestandstrasse (für

2+1-Varianten))

allgemein bis

gering (2)

sehr gering

(1)

besonders

(4)

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante Antragsunterlagen

0,00 ha 0,03 ha 0,34 ha

11,33 ha

- Böden mit sehr hohem/hohem

Natürlichkeitsgrad: 7,14 ha

- Böden mit besonderem Biotopentwicklungspotenzial:

0,11 ha

- Böden mit besonders hoher natürl.

Ertragsfähigkeit: 0,00 ha

- Böden mit besonderer

Archivfunktion/Seltenheit: 8,46 ha

0,84 ha 3,02 ha 4,57 ha

10,35 ha

- Böden mit sehr hohem/hohem

Natürlichkeitsgrad: 6,38 ha

- Böden mit besonderem Biotopentwicklungspotenzial:

0,01 ha

- Böden mit besonders hoher natürl.

Ertragsfähigkeit: 0,00 ha

- Böden mit besonderer

Archivfunktion/Seltenheit: 6,90 ha

allgemein (3) 4,87 ha 2,87 ha

allgemein bis

0,05 ha 0,03 ha

gering (2)

sehr gering

3,22 ha 1,47 ha

(1)

Gesamt 118,74 ha 106,72 ha 86,56 ha

Bewertung/ Reihung der Variante 3 2> 1>>>

Funktionsbeeinträchtigung Prognoseverfahren 2

Für das Schutzgut Boden wird ausschließlich eine Verlustflächenbetrachtung (Prognoseverfahren 1) vorgenommen.

7.1.4 Schutzgut Wasser

Tabelle 7-7:

Zusammenfassende Gegenüberstellung Schutzgut Wasser (Grundwasser)

Schutzgut Wasser/ Teilschutzgut Grundwasser

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante Antragsunterlagen

Verlustflächenbetrachtung Prognoseverfahren 1

Auswirkung Bedeutung /

Verlust Verlust Verlust

Wertstufe

Flächen- und Funktionsver- sehr hoch (4) 4,55 ha 2,01 ha 1,87 ha

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 94


Schutzgut Wasser/ Teilschutzgut Grundwasser

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante Antragsunterlagen

lust durch anlagebedingte hoch (3) 0,91 ha 0,28 ha 0,28 ha

Flächeninanspruchnahme

mittel (2)

(Versiegelung durch

15,14 ha 16,15 ha 10,45 ha

Trasse)

gering (1) 2,80 ha 5,94 ha 11,89 ha

Flächen- und Funktionsverlust

sehr hoch (4) 6,67 ha 3,97 ha 4,01 ha

durch baubedingte

Flächeninanspruchnahme

hoch (3) 1,54 ha 0,24 ha 0,23 ha

(Anlage von Baustraßen an mittel (2) 23,36 ha 26,35 ha 24,40 ha

Aus- und Neubautrassen) gering (1) 0,84 ha 3,02 ha 4,57 ha

Gesamt 55,81 ha 57,96 ha 57,70 ha

Bewertung/ Reihung der Variante 3 2> 1>

Funktionsbeeinträchtigung Prognoseverfahren 2

Auswirkung

Empfindlichkeit

Beeinträchtigte

Fläche / Länge

Funktionsbeeinträchtigung

Beeinträchtigte

Fläche / Länge

Funktionsbeeinträchtigung

Beeinträchtigte

Fläche / Länge

Funktionsbeeinträchtigung

Beeinträchtigung durch

Eingriffe in den Grundwasserkörper

(Veränderung

der Grundwasserdynamik)

und durch

Freilegen / Anschnitt des

Grundwassers

sehr hoch Einschnitte nördl. der • / /

Schwartauquerung

hoch

Querung der Niederung

•• / /

nördl. Rate-

kauer Moor / 1,00 km

mittel / / Niedermoortorfe im

Bereich Haffwiesen

gering / / /

Bewertung/ Reihung der Variante 3 1> 2>>>


Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 95


Schutzgut Wasser/ Teilschutzgut Grundwasser

Beeinträchtigung der

Trinkwassergewinnung

(Durchschneiden von

Wasserschongebieten)

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante Antragsunterlagen

sehr hoch / / /

hoch 12,53 km • 13,39 km • 13,19 km •

mittel / /

gering / /

Bewertung/ Reihung der Variante 1 1 1

Tabelle 7-8:

Zusammenfassende Gegenüberstellung Schutzgut Wasser (Oberflächengewässer)

Schutzgut Wasser/ Teilschutzgut Oberflächengewässer

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante Antragsunterlagen

Verlustflächenbetrachtung Prognoseverfahren 1

Auswirkung Bedeutung /

Verlust (Anzahl) Verlust (Anzahl) Verlust (Anzahl)

Wertstufe

Flächen- und

sehr hoch (4) / / /

Funktionsverlust

hoch (3) 2 (Totalverlust durch Neubautrasse) 1 (Totalverlust durch Neubautrasse) 1 (Teilverlust durch Ausbautrasse)

durch anlage- und

baubedingte Flächeninanspruchnahme

von

2 (Teilverlust durch Neubautrasse) 2 (Teilverlust durch Neubautrasse)

mittel (2) 3 (Totalverlust durch Neubautrasse)) 1 (Totalverlust durch Neubautrasse) 1 (Teilverlust durch Ausbautrasse)

Stillgewässern

1 (Teilverlust durch Baustraße für

1 (Teilverlust durch Baustraße für

Elektrifizierung Bestandstrasse)

Elektrifizierung Bestandstrasse)

gering (1) / / /

Bewertung/ Reihung der Variante 3 2>> 1>>>

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 96


Schutzgut Wasser/ Teilschutzgut Oberflächengewässer

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante Antragsunterlagen

Funktionsbeeinträchtigung Prognoseverfahren 2

Auswirkung

Beeinträchtigte

Gewässer / Anzahl

Beeinträchtigte

Gewässer / Anzahl

Beeinträchtigte

Gewässer / Anzahl

Beeinträchtigung von sehr hoch / / /

Fließgewässern durch

hoch / / /

Überbauung, Verrohrung,

Verlegung etc. mittel

5 Gräben

•• 4 Gräben

•• 10 Gräben

(Neubautrasse)

(Neubautrasse)

(Ausbautrasse)

8 Gräben (Baustraße

für Elektrifizierung

Bestandstrasse)

Aalbek

(Neubautrasse)

Heidebek

(Neubautrasse)

Gösebek

(Neubautrasse)

Aalbek (Baustraße

••

••

••

••

••

8 Gräben (Baustraße

für Elektrifizierung

Bestandstrasse)

Aalbek

(Ausbautrasse)

Heidebek

(Neubautrasse)

Gösebek

(Neubautrasse)

Heidebek (Baustraße

••

••

••

••

••

Aalbek

(Ausbautrasse)

Heidebek

(Ausbautrasse)

Gösebek

(Ausbautrasse)

für Elektrifizierung

für Elektrifizierung

Bestandstrasse)

Bestandstrasse)

Heidebek (Baustraße

•• Gösebek (Baustraße

••

für Elektrifizierung

für Elektrifizierung

Bestandstrasse)

Bestandstrasse)

Gösebek (Baustraße

••

für Elektrifizierung

Bestandstrasse)

gering / / /

Bewertung/ Reihung der Variante 3 2> 1>

Empfindlichkeit

Funktionsbeeinträchtigung

Funktionsbeeinträchtigung

Funktionsbeeinträchtigung

••

••

••

••

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 97


Schutzgut Wasser/ Teilschutzgut Oberflächengewässer

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante Antragsunterlagen

Auswirkung

Empfindlichkeit

Betroffenes Gebiet /

Durchschneidungslänge

Funktionsbeeinträchtigung

Betroffenes Gebiet

Durchschneidungslänge

Funktionsbeeinträchtigung

Beeinträchtigung von sehr hoch

Überschwemmungsgebieten

oder hoch-

hoch

Keine

Keine

Keine Betroffenheit

Keine Betroffenheit

Keine Betroffenheit

wassergefährdeten mittel

Betroffenheit

Betroffenheit

Gebieten

gering

Bewertung/ Reihung der Variante 1 1 1

Betroffenes Gebiet

Durchschneidungslänge

Funktionsbeeinträchtigung

Keine Betroffenheit

7.1.5 Schutzgut Landschaft

Tabelle 7-9:

Schutzgut Landschaft

Zusammenfassende Gegenüberstellung Schutzgut Landschaft

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante Antragsunterlagen

Verlustflächenbetrachtung Prognoseverfahren 1

Auswirkung/ Bedeutung Verlust Verlust Verlust

Wirkraum

Verlust von

sehr hoch / / /

Landschaftsbildräumen

bzw.

–einheiten durch

anlagebedingte

Flächeninanspruchnahme

hoch

47,20 ha

- Knicklandschaft (KL) westlich der BAB1

- Acker strukturarm (A1) im Bereich des LSG

„Pönitzer Seenplatte und Haffwiesen“ bzw.

innerhalb von strukturreichen

Kulturlandschaftsausschnitten

- Binnengewässer (B)„Ruppersdorfer See“

- Niederung (N) im Bereich der Schwartau

- Wald (W) in den Bereichen Bad

Schwartau/ Ratekau, Scharbeutz

undHaffkrug

25,55 ha

- Knicklandschaft (KL) (Knicklandschaft des

östlichen Hügellandes westlich der A1 und

westlich des Hemmelsdorfer Sees

- Acker strukturarm (A1) im Bereich des LSG

„Pönitzer Seenplatte und Haffwiesen“ bzw.

innerhalb von strukturreichen

Kulturlandschaftsausschnitten

- Wald (W) westlich Ortslage Scharbeutz

(„Scharbeutzer Heide“) und Haffkrug

(„Neukoppel“) sowie im Bereich Bad

Schwartau/ Ratekau

- Binnengewässer (B)„Ruppersdorfer See“

- Niederung (N) im Bereich der Schwartau

23,52 ha

- Acker strukturarm (A1) im Bereich des LSG

„Pönitzer Seenplatte und Haffwiesen“ bzw.

innerhalb von strukturreichen

Kulturlandschaftsausschnitten

- Binnengewässer (B)„Ruppersdorfer See“

- Niederung (N) im Bereich der Schwartau

- Wald (W) in den Bereichen Bad

Schwartau/ Ratekau, Gemeinde

Timmendorfer Strand („Wohld“) und

Gemeinde Scharbeutz („Scharbeutzer

Heide“)

- Knicklandschaft (KL) westlich des

Hemmelsdorfer Sees

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 98


Schutzgut Landschaft

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante Antragsunterlagen

mittel 1,39 ha 3,03 ha 3,04 ha

gering 18,53 ha 35,42 ha 28,87 ha

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 99


Schutzgut Landschaft

Verlust von

Landschaftsbildräumen

bzw.

–einheiten durch

baubedingte

Flächeninanspruchnahme

Flächen- und

Funktionsverlust

durch baubedingte

Flächeninanspruchnahme

von

Landschaftsbildräumen

bzw.

–einheiten durch

baubedingte

Flächeninanspruchnahme

im Bereich

der Baustraße der

2+1-Varianten

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante Antragsunterlagen

sehr hoch / / /

hoch

24,57 ha

- Knicklandschaft (KL) westlich der BAB1

- Acker strukturarm (A1) im Bereich des LSG

„Pönitzer Seenplatte und Haffwiesen“ bzw.

innerhalb von strukturreichen

Kulturlandschaftsausschnitten

- Binnengewässer (B)„Ruppersdorfer See“

- Niederung (N) im Bereich der Schwartau

- Wald (W) in den Bereichen Bad

Schwartau/ Ratekau, Scharbeutz und

Haffkrug

16,36 ha

- Knicklandschaft (KL) (Knicklandschaft des

östlichen Hügellandes westlich der A1 und

westlich des Hemmelsdorfer Sees

- Acker strukturarm (A1) im Bereich des LSG

„Pönitzer Seenplatte und Haffwiesen“ bzw.

innerhalb von strukturreichen

Kulturlandschaftsausschnitten

- Wald (W) westlich Ortslage Scharbeutz

(„Scharbeutzer Heide“) und Haffkrug

(„Neukoppel“) sowie im Bereich Bad

Schwartau/ Ratekau

- Binnengewässer (B)„Ruppersdorfer See“

- Niederung (N) im Bereich der Schwartau

18,12 ha

- Acker strukturarm (A1) im Bereich des LSG

„Pönitzer Seenplatte und Haffwiesen“ bzw.

innerhalb von strukturreichen

Kulturlandschaftsausschnitten

- Binnengewässer (B)„Ruppersdorfer See“

- Niederung (N) im Bereich der Schwartau

- Wald (W) in den Bereichen Bad

Schwartau/ Ratekau, Gemeinde

Timmendorfer Strand („Wohld“) und

Gemeinde Scharbeutz („Scharbeutzer

Heide“)

- Knicklandschaft (KL) westlich des

Hemmelsdorfer Sees

mittel 0,93 ha 3,07 ha 3,11 ha

gering 6,97 ha 14,21 ha 12,00 ha

sehr hoch 0,47 ha 0,47 ha /

hoch 10,82 ha 7,95 ha /

mittel 1,88 ha 0,02 ha /

gering 6,86 ha 6,83 ha /

Gesamt 119,61 ha 112,91 ha 88,66 ha

Bewertung/ Reihung der Variante 3 2> 1>

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 100


Schutzgut Landschaft

Funktionsbeeinträchtigung Prognoseverfahren 2

Auswirkung/

Wirkraum

Beeinträchtigungen

von

Landschaftsräumen

durch visuelle

Überprägung und

Verlärmung Zone

Baufeld - 200 m

Beeinträchtigte

Fläche

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante Antragsunterlagen

Beeinträchtigte

Fläche

Beeinträchtigte

Fläche

sehr hoch / / /

hoch

469,54 ha

- Knicklandschaft (KL)

westlich der BAB1

- Acker strukturarm

(A1) im Bereich des

LSG „Pönitzer

Seenplatte und

Haffwiesen“ bzw.

innerhalb von

strukturreichen

Kulturlandschaftsausschnitten

- Binnengewässer

(B)„Ruppersdorfer

See“

- Niederung (N) im

Bereich der

Schwartau

- Wald (W) in den

Bereichen Bad

Schwartau/ Ratekau,

Scharbeutz und

Haffkrug

••

••

366,51 ha

- Acker strukturarm

(A1) im Bereich des

LSG „Pönitzer

Seenplatte und

Haffwiesen“ bzw.

innerhalb von

strukturreichen

Kulturlandschaftsausschnitten

- Binnengewässer

(B)„Ruppersdorfer

See“

- Niederung (N) im

Bereich der

Schwartau

- Wald (W) westlich

Ortslage Scharbeutz

(„Scharbeutzer

Heide“) und Haffkrug

(„Neukoppel“) sowie

im Bereich Bad

Schwartau/ Ratekau

- Knicklandschaft (KL)

(Knicklandschaft des

östlichen Hügellandes

westlich der A1 und

westlich des

Hemmelsdorfer Sees

387,58 ha

- Acker strukturarm

(A1) im Bereich des

LSG „Pönitzer

Seenplatte und

Haffwiesen“ bzw.

innerhalb von

strukturreichen

Kulturlandschaftsausschnitten

- Binnengewässer

(B)„Ruppersdorfer

See“

- Niederung (N) im

Bereich der

Schwartau

- Wald (W) in den

Bereichen Bad

Schwartau/ Ratekau,

Gemeinde

Timmendorfer Strand

(„Wohld“) und

Gemeinde

Scharbeutz

(„Scharbeutzer

Heide“)

- Knicklandschaft (KL)

westlich des

Hemmelsdorfer Sees

Empfindlichkeit

Funktionsbeeinträchtigung

Funktionsbeeinträchtigung

Funktionsbeeinträchtigung

mittel 31,66 ha • 70,21 ha • 69,61 ha •

gering 246,22 ha • 347,26 ha • 334,60 ha •

••

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 101


Schutzgut Landschaft

Beeinträchtigungen

von

Landschaftsräumen

durch visuelle

Überprägung und

Verlärmung Zone

200 m - 49 d(B)A

(tags)

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante Antragsunterlagen

sehr hoch / / /

hoch

645,72 ha

••

••

••

- Knicklandschaft (KL)

westlich der BAB1

- Acker strukturarm

(A1) im Bereich des

LSG „Pönitzer

Seenplatte und

Haffwiesen“ bzw.

innerhalb von

strukturreichen

Kulturlandschaftsausschnitten

- Binnengewässer

(B)„Ruppersdorfer

See“

- Niederung (N) im

Bereich der

Schwartau

- Wald (W) in den

Bereichen Bad

Schwartau/ Ratekau,

Scharbeutz und

Haffkrug

696,90 ha

- Acker strukturarm

(A1) im Bereich des

LSG „Pönitzer

Seenplatte und

Haffwiesen“ bzw.

innerhalb von

strukturreichen

Kulturlandschaftsausschnitten

- Binnengewässer

(B)„Ruppersdorfer

See“

- Niederung (N) im

Bereich der

Schwartau

- Wald (W) in den

Bereichen Bad

Schwartau/ Ratekau,

und Gemeinde

Scharbeutz

(„Scharbeutzer

Heide“)

- Knicklandschaft (KL)

westlich des

Hemmelsdorfer Sees

- Forstflächen (F) im

Bereich des

Landschaftsschutzgebietes

„Hemmelsdorfer See

und Umgebung“

631,23 ha

- Acker strukturarm

(A1) im Bereich des

LSG „Pönitzer

Seenplatte und

Haffwiesen“ bzw.

innerhalb von

strukturreichen

Kulturlandschaftsausschnitten

- Binnengewässer

(B)„Ruppersdorfer

See“

- Niederung (N) im

Bereich der

Schwartau

- Wald (W) in den

Bereichen Bad

Schwartau/ Ratekau,

Gemeinde

Timmendorfer Strand

(„Wohld“) und

Gemeinde

Scharbeutz

(„Scharbeutzer

Heide“)

- Knicklandschaft (KL)

westlich des

Hemmelsdorfer Sees

mittel 5,91 ha • 57,68 ha • 56,42 ha •

gering 544,61 ha • 369,46 ha • 189,22 ha •

Gesamt 1.943,64 ha 1.953,03 ha 1.668,67 ha

Bewertung/ Reihung der Variante 2> 3 1>

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 102


7.1.6 Schutzgut Kultur- und sonstige Sachgüter

Tabelle 7-10:

Zusammenfassende Gegenüberstellung Schutzgüter Kultur- und sonstige Sachgüter

Schutzgüter Kultur- und sonstige Sachgüter

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante Antragsunterlagen

Verlustflächenbetrachtung Prognoseverfahren 1

Auswirkung/ Bedeutung Verlust Verlust Verlust

Wirkraum

Flächen- und

Funktionsverlust

durch anlagebedingte

und baubedingte

Flächeninanspruchnahme

innerhalb von

hoch

Keine Betroffenheit Keine Betroffenheit Keine Betroffenheit

Kultur und

Baudenkmalen,

Ensembles und

Gartendenkmalen

Bewertung/ Reihung der Variante Keine Betroffenheit Keine Betroffenheit

Funktionsbeeinträchtigung Prognoseverfahren 2

Auswirkung/

Wirkraum

Sensorielle

Beeinträchtigungen

von Kultur- und

Baudenkmalen durch

Verlärmung und

visuelle Überprägung

im Nahbereich

(zwischen Außenkante

Baukörper und

200 m Entfernung)

Beeinträchtigte Kulturund

Baudenkmale

Keine Betroffenheit

Beeinträchtigte Kulturund

Baudenkmale

Innerhalb der Ortschaft Ratekau befindet

sich eine Durchfahrtsscheune, bei der es

sich um ein eingetragenes Kulturdenkmal

gem. § 5 Abs. 1 DSchG (D§ - Einzelobjekt)

Aufgrund der Lage innerhalb der Ortschaft

wird die Durchfahrtsscheune durch andere

Gebäude abgeschirmt, sodass sensorielle

Beeinträchtigungen durch das Vorhaben

nicht relevant sind.

Beeinträchtigte Kulturund

Baudenkmale

Empfindlichkeit

hoch

Funktionsbeeinträchtigung

Funktionsbeeinträchtigung

Funktionsbeeinträchtigung

Innerhalb der Ortschaft Ratekau befindet

sich eine Durchfahrtsscheune, bei der es

sich um ein eingetragenes Kulturdenkmal

gem. § 5 Abs. 1 DSchG (D§ - Einzelobjekt)

Aufgrund der Lage innerhalb der Ortschaft

wird die Durchfahrtsscheune durch andere

Gebäude abgeschirmt, sodass sensorielle

Beeinträchtigungen durch das Vorhaben

nicht relevant sind.

Bewertung/ Reihung der Variante Nicht entscheidungserheblich Keine Betroffenheit

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 103


Schutzgüter Kultur- und sonstige Sachgüter

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante Antragsunterlagen

Auswirkungsprognose gem. den Angaben des Fachbeitrages archäologische Kulturgüter (ALSH, 2012)

Auswirkung/

Wirkraum

Bedeutung Verlust/ Beeinträchtigung von

archäologischen Kulturgütern

Verlust/ Beeinträchtigung von

archäologischen Kulturgütern

Bau- und

anlagebedingte

Auswirkungen auf

archäologische

Kulturgüter durch

Flächen- und

Funktionsverlust im

Rahmen der

Baumaßnahmen

sowie Störungen der

Sichtbeziehungen

und

Flächenzerschneidungen

Bekannte

einfache u.

besondere

archäologische

Kulturdenkmale

im

Bereich des

engen

Korridors;

allgemeine

Einstufung

und

Ansprache

- 21 einfache Kulturdenkmale im Bereich

Bad Schwartau (LA 34), Ratekau (LA 2 u.

4-5, LA 146, 154, 174 u. 260, ), Scharbeutz

(LA 16, LA 4-8, 13 u. 92) und Sierksdorf

(LA 29-30, 39, 75 u. 100)

- 8 Archäologische Potentialflächen (BWS 3)

im geplanten Trassenbereich

- 6 sehr hohe Verluste archäologischer

Kulturgüter (BWS 4)

- Siedlung frühes und spätes Mittelalter

(slawisch), 1 undatierter Altweg, 1

Grabhügel u.

2 Einzelfunde (undatiert),

1 Altacker, 1 Großsteingrab u. 2

steinzeitliche Einzelfunde,

1 Motte, 1 neolithische Siedlung, 1

steinzeitliche Siedlung, 1 mittelalterliche

Herdstelle (= Siedlung?), 1 Altacker, 3 neolithische

u. 3 allgemein steinzeitliche

Einzelfunde sowie

1 undatierter Einzelfund

- 19 einfache Kulturdenkmale im Bereich

Ratekau (LA 3, 32, 151; 187, 283

Timmendorfer Strand LA 2), Bad

Schwartau (LA 34), Scharbeutz und

Sierksdorf (LA 4-8, 13 u. 92, LA 29-30, 39,

75 u. 100

- 8 Archäologische Potentialflächen (BWS 3)

im geplanten Trassenbereich

- 7 sehr hohe Verluste archäologischer

Kulturgüter (BWS 4)

- Siedlung frühes und spätes Mittelalter, 1

Grabhügel/Megalithgrab, 1 eisenzeitliches

Brandgrab u. 4 neolithische Einzelfunde, 1

Herdstelle unbekannten Alters, 1 Einzelfund

unbekannten Alters, 1 Motte, 1 neolithische

Siedlung, 1 steinzeitliche

Siedlung, 1 mittelalterliche Herdstelle (=

Siedlung?), 1 Altacker, 3 allgemein steinzeitliche

Einzelfunde sowie 1 undatierter

Einzelfund

Verlust/ Beeinträchtigung von

archäologischen Kulturgütern

- 8 einfache Kulturdenkmale im Bereich

Ratekau (LA 32, 187 u. 283), Sierksdorf

(LA 29, 30, 75 u. 100) und Bad

Schwartau (LA 34)

- 4 sehr hohe Verluste archäologischer

Kulturgüter (BWS 4)

- 1 Archäologische Potentialfläche (BWS 3)

im geplanten Trassenbereich

- 1 Grabhügel/Megalithgrab,

1 eisenzeitliches Brandgrab u. 1

neolithischer Einzelfund,

1 steinzeitliche Siedlung,

1 mittelalterliche/ neuzeitliche Siedlung (?;

Herdstelle),

2 steinzeitliche Einzelfunde, Siedlung

frühes und spätes Mittelalter (slawisch)

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 104


Schutzgüter Kultur- und sonstige Sachgüter

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante Antragsunterlagen

Archäologisches

Umfeld im

Bereich des

800 m

Korridors als

Grundlage

zur Einschätzung

archäologischer

Potentialflächen

Westlich von Ratekau verläuft die Trasse nur

etwa 300 m östlich des Brandgräberfeldes

Ratekau LA 197 vorbei - in diesem Bereich

ist mit wandernden Siedlungen der Eisenzeit

zu rechnen; auf Höhe „Stückerbusch“

mehrere Grabhügel u. Großsteingräber

(Ratekau LA 52, 54 u. 154); Trasse verläuft

am Ostrand des „Riesebusch“ mit den

Grabhügeln Ratekau LA 36 u. 37 und dem

berühmten, frühneolithischen Kupferhortfund

Im südliche Trassenabschnitt im erweiterten

Umfeld des großen, eisenzeitlichen

Brandgräberfeldes Timmendorfer Strand LA

17 (etwa 800 m entfernt) ist mit wandernden

Siedlungen der Eisenzeit zu rechnen

Südwestlich von Mariashagen verläuft die

Trasse etwa 250 m westlich der

bronzezeitlichen Siedlung Sierksdorf LA 93;

östlich Stawedder verläuft die Trasse nur

etwa 300 m östlich des Brandgräberfeldes

Sierksdorf LA 94 - in diesem Areal ist mit

wandernden Siedlungen der Eisenzeit zu

rechnen; die geplante Trasse verläuft über

die durch den Bau der A1 zerstörten Motte

Scharbeutz LA 5 - im Umfeld ist mit

mittelalterlichen Besiedlungsspuren zu

rechnen; etwa 150 m westlich der Trasse

liegen im Waldgebiet „Kronshörn“ drei

Grabhügel (Scharbeutz LA 129, 186 u. 188)

Westlich das Waldgebiet des „Riesebusch“

mit einigen Grabhügeln (Ratekau LA 36 u.

37) und dem wissenschaftlich bedeutenden,

frühneolithischen Kupferhortfund; die Motte

Ratekau LA 144 im Ruppersdorfer See; im

Bereich des Brandgräberfeldes Ratekau LA

33 ist mit wandernden Siedlungen der

Eisenzeit zu rechnen)

Großes eisenzeitliches Gräberfeld

Timmendorfer Strand LA 17 mit wandernden,

eisenzeitlichen Siedlungen

Südwestlich Mariashagen (Mittelfeld) verläuft

die Trasse etwa 250 westlich der

bronzezeitlichen Siedlung Sierksdorf LA 93;

östlich Stawedder verläuft die Trasse nur

etwa 300 m östlich des Brandgräberfeldes

Sierksdorf LA 94 - in diesem Areal ist mit

wandernden Siedlungen der Eisenzeit zu

rechnen; die geplante Trasse verläuft über

die durch den Bau der A1 zerstörten Motte

Scharbeutz LA 5 - im Umfeld ist mit

mittelalterlichen Besiedlungsspuren zu

rechnen; etwa 150 m westlich der Trasse

liegen im Waldgebiet „Kronshörn“ drei

Grabhügel (Scharbeutz LA 129, 186 u. 188)

Etwa 250 -300 m westlich das Waldgebiet

des „Riesebusch“ mit einigen Grabhügeln

(Ratekau LA 36 u. 37) und dem

wissenschaftlich bedeutenden,

frühneolithischen Kupferhortfund

Etwa 200 m westlich des Nordendes die

Motte Ratekau LA 144 im Ruppersdorfer

See; das Nordende etwa 300 m westlich des

Brandgräberfeldes Ratekau LA 33 (in diesem

Bereich ist mit wandernden Siedlungen der

Eisenzeit zu rechnen)

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 105


Schutzgüter Kultur- und sonstige Sachgüter

Variante 2+1 A Variante 2+1 B Vorzugsvariante Antragsunterlagen

Einstufung

Hinweis auf

zumeist

siedlungsgünstige

topographische

Gegebenheiten

als

Grundlage

zur Einschätzung

archäologischer

Potentialflächen

Allgemein im Umfeld der Traveniederung; im

Norden Querung der Schwartau

Querung des Ratekauer Moores im

nördlichen Trassenabschnitt

Der mittlere Trassenabschnitt im

Randbereich einer Niederung östlich

Luschendorf; Querung dieser Niederung

östlich Luschendorf

Querung der „Heidebek“ im Süden; im

mittleren Abschnitt verläuft die Trasse

entlang der Randzone der ehemaligen

Lübecker Bucht („Haffwiesen“)

Kaum Flächenverbrauch im Bereich der

Bestandstrasse (Abschnitt 1A.1, z.T. E1), da

nur im Norden die Bestandstrasse zu

erweitern ist

In folgenden Abschnitten hoher

Flächenverbrauch, da Trasse neu anzulegen

ist.

Stufe 1,3,3,3

(kein Verlust, hoher Verlust)

(vgl. ALSH, 2012/ Anlage 17)

Allgemein im Umfeld der Traveniederung; im

Norden Querung der Schwartau

Trasse führt entlang des östlichen

Randbereiches der Niederung des

Ruppersdorfer Sees

Querung mehrerer Bachniederungen im

mittleren und südlichen Abschnitt

Querung der „Heidebek“; Verlauf der Trasse

entlang der Randzone der ehemaligen

Lübecker Bucht („Haffwiesen“)

Geringer Flächenverbrauch im Bereich der

Bestandstrasse (Abschnitt 1A.1 und 1A.2).

Hoher Flächenverbrauch im Bereich nördlich

von Ratekau, da die Trasse neu anzulegen

ist.

Stufe 1,1,1,1,2,2,3,3

(kein Verlust, geringer Verlust, hoher Verlust)

(vgl. ALSH, 2012/ Anlage 17)

Allgemein im Umfeld der Traveniederung; im

Norden Querung der Schwartau

Nördlicher Abschnitt führt entlang des

Randbereiches zur Schwartauniederung

Der nördliche Abschnitt führt entlang des

östlichen Randbereiches der Niederung des

Ruppersdorfer Sees

Querung mehrerer Bachläufe im südlichen

Abschnitt; zwischen Wolfshagen und der

Heidebek führt die Trasse entlang des

Westrandes breiter Niederungen einer

vermutlich ehemaligen Meeresbucht (u.a.

Wennsee); Querung der Heidebek westlich

Scharbeutz; im nördlichen Abschnitt

Querung des westlichen Randbereiches der

„Haffwiesen“ (vermutlich ursprünglich zur

Lübecker Bucht gehörend)

Mittlerer und nördlicher Abschnitt der Trasse

verläuft entlang des West- und Nordrandes

der Niederung des Neustädter

Binnenwassers mit den Übergängen über

Lachsau und Kremper Au

Geringer Flächenverbrauch, da diese

Variante zum überwiegenden Teil auf der

bestehenden Bahntrasse verläuft.

Hoher Flächenverbrauch nur in Bereichen in

denen die Trasse neu anzulegen ist (Bereich

nördlich von Haffkrug)

Stufe 1,1,2,2,2,3

(kein Verlust, geringer Verlust, hoher Verlust)

(vgl. ALSH, 2012/ Anlage 17)

Bewertung/ Reihung der Variante 2 2 1>>

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 106


7.2 Detaillierte Tabellen der Gegenüberstellung in Anlehnung an die UVS – Abschnitt 2 (Kap. 5.1.2)

7.1.1 Schutzgut Menschen, einschl. der menschlichen Gesundheit –(Wohnen und Erholen)

Tabelle 7-11:

Zusammenfassende Gegenüberstellung Schutzgut Menschen, einschl. der menschlichen Gesundheit (Wohnen)

Schutzgut Menschen, einschl. der menschlichen Gesundheit/ Teilschutzgut Wohnen

Variante 2+1 A und Variante 2+1 B

Vorzugsvariante Antragsunterlagen

Auswirkung/

Wirkraum

Flächen- und

Funktionsverlust

durch

anlagebedingte

Flächeninanspruchnahme

innerhalb von

Wohngebieten,

Mischgebieten,

Sondergebieten,

Gewerbegebieten

Flächen- und

Funktionsverlust

durch baubedingte

Flächeninanspruchnahme

innerhalb von

Wohngebieten,

Mischgebieten,

Sondergebieten,

Gewerbegebieten

Bedeutung Verlust Verlust

sehr hoch / /

hoch

0,34 ha

- Mischgebiet im Bereich der Ortslage Hasselburg (Gemeinde

Altenkrempe)

0,34 ha

- Mischgebiet im Bereich der Ortslage Hasselburg (Gemeinde

Altenkrempe)

mittel / /

gering 0,05 ha 0,05 ha

sehr hoch / /

hoch

0,79 ha

- Mischgebiet im Bereich der Ortslage Hasselburg (Gemeinde

Altenkrempe)

0,79 ha

- Mischgebiet im Bereich der Ortslage Hasselburg (Gemeinde

Altenkrempe)

mittel / /

gering 0,09 ha 0,09 ha

Gesamt 1,27 ha 1,27 ha

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 107


Schutzgut Menschen, einschl. der menschlichen Gesundheit/ Teilschutzgut Wohnen

Variante 2+1 A und Variante 2+1 B

Flächen- und Funktionsverlust

durch

baubedingte

Flächeninanspruchnahme

innerhalb von

Wohngebieten,

Mischgebieten,

Sondergebieten,

Gewerbegebieten im

Bereich der

Baustraße der 2+1-

Varianten

sehr hoch

hoch

0,11 ha

- Randliche Beanspruchung von allgemeinen Wohngebieten

und Flächen des Landeskrankenhauses im Bereich der

Stadt Neustadt

0,04 ha

- Randliche Beanspruchung von Mischgebieten im Bereich

der Stadt Neustadt

Vorzugsvariante Antragsunterlagen

mittel 0,00 ha /

gering 0,24 ha /

Gesamt 0,40 ha /

Bewertung/ Reihung der Variante 2 1>

Funktionsbeeinträchtigung Prognoseverfahren 2

Auswirkung/ Kriterium Anzahl der Stockwerke Anzahl der Stockwerke

Wirkraum

Beeinträchtigungen 16. BImSchV 411 411

durch Schallimmissionen:

Überschreitung

von Grenz- oder

Orientierungswerten DIN18005 540 540

(mit Lärmschutzwand,

Höhe 6 m)

Erschütterungen DIN 4150 - 2 2,25 2,25

Überschreitung

Mittelwert KB Tr > Ar

(Anzahl der

Gebäude)

Bewertung/ Reihung der Variante 1 1

/

/

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 108


Tabelle 7-12:

Zusammenfassende Gegenüberstellung Schutzgut Menschen, einschl. der menschlichen Gesundheit (Erholen)

Schutzgut Menschen, einschl. der menschlichen Gesundheit/ Teilschutzgut Erholen

Variante 2+1 A und Variante 2+1 B

Verlustflächenbetrachtung Prognoseverfahren 1

Vorzugsvariante Antragsunterlagen

Auswirkung/ Wirkraum Bedeutung Verlust Verlust

Flächen- und Funktionsverlust besonders 11,85 ha

11,85 ha

durch anlagebedingte

- Gebietes mit besonderer Erholungseignung gem. LRP - Gebietes mit besonderer Erholungseignung gem. LRP

Flächeninanspruchnahme

westlich der BAB 1

westlich der BAB 1

innerhalb von

- regionaler Grünzug im Bereich des Neustädter

- regionaler Grünzug im Bereich des Neustädter

Erholungsgebieten,

Binnenwassers

Binnenwassers

Erholungsschwerpunkten und

Freizeiteinrichtungen

Flächen- und Funktionsverlust

durch baubedingte

Flächeninanspruchnahme

innerhalb von

Erholungsgebieten,

Erholungsschwerpunkten und

Freizeiteinrichtungen

besonders

4,38 ha

- Gebietes mit besonderer Erholungseignung gem. LRP

westlich der BAB 1

- regionaler Grünzug im Bereich des Neustädter

Binnenwassers

4,38 ha

- Gebietes mit besonderer Erholungseignung gem. LRP

westlich der BAB 1

- regionaler Grünzug im Bereich des Neustädter

Binnenwassers

Gesamt 16,23 ha 16,23 ha

Flächen- und Funktionsverlust besonders 2,75 ha /

durch baubedingte Flächeninanspruchnahme

Flächeninanspruchnahme

innerhalb von

Erholungsgebieten,

Erholungsschwerpunkten und

Freizeiteinrichtungen im Bereich

der Baustraße der 2+1-

Varianten

Gesamt 2,75 ha /

Bewertung/ Reihung der Variante 2 1>

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 109


Schutzgut Menschen, einschl. der menschlichen Gesundheit/ Teilschutzgut Erholen

Variante 2+1 A und Variante 2+1 B

Funktionsbeeinträchtigung Prognoseverfahren 2

Auswirkung/ Wirkraum

Beeinträchtigung durch

Schallimmissionen: Verlärmung

von Erholungsgebieten,

Erholungsschwerpunkten,

Freizeiteinrichtungen innerhalb

der Zone 49 dB(A) tags

besonders

Beeinträchtigte Fläche

276,13 ha

- Gebietes mit besonderer

Erholungseignung gem. LRP westlich der

BAB 1

- regionaler Grünzug im Bereich des

Neustädter Binnenwassers

Vorzugsvariante Antragsunterlagen

Beeinträchtigte Fläche

276,13 ha

- Gebietes mit besonderer

Erholungseignung gem. LRP westlich der

BAB 1

- regionaler Grünzug im Bereich des

Neustädter Binnenwassers

Empfindlichkeit

Funktionsbeeinträchtigung

••

Funktionsbeeinträchtigung

Bewertung/ Reihung der Variante 1 1

Zerschneidung von

überregionalen Rad- und

besonders - Zerschneidung des Fernwanderweges E1/ E6 nördlich

von Neustadt, westlich der BAB 1

- Zerschneidung des Fernwanderweges E1/ E6 nördlich

von Neustadt, westlich der BAB 1

Wanderwegen bzw. regionalen

Reitwegen

Bewertung/ Reihung der Variante 1 1

••

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 110


7.2.1 Schutzgut Tiere und biologische Vielfalt

Tabelle 7-13:

Zusammenfassende Gegenüberstellung Schutzgut Tiere und biologische Vielfalt

Schutzgut Tiere und biologische Vielfalt

Verlustflächenbetrachtung Prognoseverfahren 1

Auswirkung/ Wirkraum

Brutvögel

Bedeutung

sehr

hoch

hoch

Variante 2+1 A und Variante 2+1 B

Verlust

1,27 ha

- Laub- und Mischwaldbereiche

Vorzugsvariante Antragsunterlagen

Verlust

/ / / /

740 m

- Gewässer

1,45 ha

- Laub- und Mischwaldbereiche

- Gewässer

1.147 m

- Gewässer

Flächen- und

Funktionsverlust

durch anlage-

und baubedingte

Flächeninanspruchnahme

faunistischer

Lebensräume

(braun unterlegt=

Flächenund

Funktionsverlust

durch baubedingte

Flächeninanspruchnahme

faunistischer

Lebensräume

im Bereich der

Baustraße der

2+1-Varianten)

Fledermäuse

mittel 5,12 ha 3.525 m 13,83 ha 4.020 m

gering 37,79 ha / 40,13 ha /

Gesamt 44,17 ha 4.265 m 55,40 ha 5.167

sehr

/ /

hoch

hoch

1,00 ha

- Laub- und Mischwaldbestände

21 m

- Gewässer

- Gewässer

mittel 2,97 ha 1.209 m

gering 1,91 ha /

Gesamt 50,06 ha 5.495 m 55,40 ha 5.167 m

Bewertung/

Reihung

der

Variante

1 1

sehr

/ /

hoch

hoch / /

mittel 44,17 ha 45,54 ha

gering / 9,86 ha

Gesamt 44,17 ha 55,40 ha

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 111


Schutzgut Tiere und biologische Vielfalt

Rastvögel

Amphibien

sehr

hoch

hoch

mittel

gering

Variante 2+1 A und Variante 2+1 B

/

1,85 ha

0,80 ha

3,25 ha

Vorzugsvariante Antragsunterlagen

Gesamt 50,06 ha 55,40 ha

Bewertung/

Reihung

der

Variante

1 1

sehr

10,29 ha 10,29 ha

hoch

hoch / /

mittel 18,82 ha 18,82 ha

gering 7,07 ha 9,86 ha

Gesamt 36,18 ha 38,97

sehr

1,55 ha

hoch

hoch

0,00 ha

mittel

0,10 ha

gering

1,22 ha

Gesamt 39,05 ha 38,97 ha

Bewertung/

Reihung

1 1

der

Variante

sehr

Keine Betroffenheit /

hoch

hoch /

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 112


Schutzgut Tiere und biologische Vielfalt

Reptilien

Variante 2+1 A und Variante 2+1 B

Vorzugsvariante Antragsunterlagen

mittel

0,01 ha

- Ein Gewässer

gering /

Gesamt

0,01 ha

sehr

/

hoch

hoch /

mittel

0,01 ha

- Zwei Gewässer

gering /

Gesamt

0,01 ha

0,01 ha

- Zwei Gewässer

Ein Gewässer

Bewertung/

Reihung

der

Variante

2 1>

sehr

/ /

hoch

hoch

4,72 ha

2.045 m

10,07 ha

2.166 m

- Artenarmes Intensivgrünland (GI), - Knicks (HW), - Artenarmes Intensivgrünland (GI), - Knicks (HW),

mesophiles Grünland (GM), sonstige Gräben (FG) mesophiles Grünland (GM), sonstige Gräben (FG)

Gehölze und Gehölzstrukturen (HG),

Gehölze und Gehölzstrukturen (HG),

(halb-) ruderale Gras- und

Niedermoore, Sümpfe (NS) (halb-)

Staudenfluren (RH)

ruderale Gras- und Staudenfluren

(RH)

mittel / 168 m / 574 m

gering 36,67 ha 1.448 m 41,60 ha 1.772 m

Gesamt 41,39 ha 3.661 m 51,67 ha 4.512 m

sehr

/

hoch

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 113


Schutzgut Tiere und biologische Vielfalt

Libellen

hoch

Variante 2+1 A und Variante 2+1 B

2,85 ha

- Mesophiles Grünland (GM), sonstige

Gehölze und Gehölzstrukturen (HG),

Strände (KS), (halb-)ruderale Grasund

Staudenfluren (RH), sonstige

Gebüsche (WG)

343 m

- Knicks (HW),

Gräben (FG)

Vorzugsvariante Antragsunterlagen

mittel / 10 m

gering 1,69 ha 483 m

Gesamt 45,93 ha 4.498 m 51,67 ha 4.512 m

Bewertung/

Reihung

der

Variante

1 1

sehr

Keine Betroffenheit /

hoch

hoch

0,01 ha

- Ein Gewässer

mittel /

gering /

Gesamt

0,01 ha

sehr

/

hoch

hoch /

mittel /

gering

0,01 ha

- Zwei Gewässer

Gesamt

0,01 ha

0,01 ha

- Zwei Gewässer

- Ein Gewässer

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 114


Schutzgut Tiere und biologische Vielfalt

Tagfalter/

Widderchen

Bewertung/

Reihung

der

Variante

sehr

hoch

Variante 2+1 A und Variante 2+1 B

0,003 ha

- Mesophiles Grünland (GM)

hoch / 980 m

- Ebenerdige

Feldhecken (HF)

Vorzugsvariante Antragsunterlagen

1> 3

/ 0,003 ha

- Mesophiles Grünland (GM)

/ 980 m

- Ebenerdige

Feldhecken (HF)

Heuschrecken

mittel 1,21 ha 573 m 1,29 ha 573 m

gering 41,18 ha 1.776 m 51,71 ha 1.960 m

Gesamt 42,39 ha 3.329 m 53,00 ha 3.513 m

sehr

0,28 ha

/

hoch - Mesophiles Grünland (GM)

hoch / 448 m

- Ebenerdige

Feldhecke (HF)

mittel 0,23 ha 10 m

gering 4,35 ha 368 m

47,26 ha 4.155 m 53,00 ha 3.513 m

Bewertung/

Reihung

der

Variante

1 1

sehr

/ /

hoch

hoch / /

mittel 0,32 ha 1.640 m 0,47 ha 2.168 m

gering 41,96 ha 2.021 m 52,11 ha 2.344 m

Gesamt 42,28 ha 3.661 m 52,57 ha 4.512 m

/

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 115


Schutzgut Tiere und biologische Vielfalt

sehr

hoch

Variante 2+1 A und Variante 2+1 B

/ /

hoch / /

mittel 0,28 ha 343 m

gering 4,26 ha 493 m

Vorzugsvariante Antragsunterlagen

46,82 ha 4.498 m 52,57 ha 4.512 m

Bewertung/

Reihung

1 1

der

Variante

Bewertung/ Reihung der Variante 1 1

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 116


Schutzgut Tiere und biologische Vielfalt

Funktionsbeeinträchtigung Prognoseverfahren 2

Auswirkung/ Wirkraum

Funktionsbeeinträchtigung

Beeinträchtigung

von

Tieren durch

Schallimmissionen

(bau- und

betriebsbedingt)

und optische

Reize

(bau-, anlageund

betriebsbedingt)

Brutvögel

(Wirkzone

100 m)

Rastvögel

(Wirkzone

300 m)

Beeinträchtigte Fläche

Variante 2+1 A und Variante 2+1 B

/

Vorzugsvariante Antragsunterlagen

Beeinträchtigte Fläche

/

Empfindlichkeit

sehr

hoch

Funktionsbeeinträchtigung

hoch / /

mittel

149,54 ha

- Brutvogellebensräume entlang der

Bestandsstrecke und nahe der A1

(Vorbelastungen), geringe

149,96 ha

- Brutvogellebensräume entlang der

Bestandsstrecke und nahe der A1

(Vorbelastungen), geringe

Funktionsbeeinträchtigung, in

Funktionsbeeinträchtigung, in

••

Überlagerungsbereich mit A1 sind

Überlagerungsbereich mit A1 sind

••

Funktionsbeeinträchtigungen zu

vernachlässigen

- In übrigen Bereichen mittlere

Funktionsbeeinträchtigung

Funktionsbeeinträchtigungen zu

vernachlässigen

- In übrigen Bereichen mittlere

Funktionsbeeinträchtigung

gering

54,58 ha

- Bislang unvorbelastete Brutvogellebensräume entlang

/

altem Eisenbahndamm, geringe Funktionsbeeinträchtigung

- Funktionsbeeinträchtigung entlang bestehender Trasse

bzw. innerhalb von Neustadt vernachlässigbar

Gesamt 149,54 ha 204,54 ha

Bewertung/

Reihung

der

Variante

1> 3

sehr

hoch

191,70 ha

- Rastplätze an der Bestandstrasse

und A1 (Vorbelastung)

•••

194,92 ha

- Rastplätze an der Bestandstrasse und

A1 (Vorbelastung)

- Rastflächen im Bereich Neustadt

(Vorbelastung): Wasserflächen in

Innenstadtnähe

•••

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 117


Schutzgut Tiere und biologische Vielfalt

hoch

mittel

gering

Variante 2+1 A und Variante 2+1 B

29,65 ha

- Rastplatz an der A1 (Vorbelastung)

124,92 ha

- Rastplätze an der A1 (Vorbelastung)

- Übrige Flächen mittlere

Beeinträchtigung

108,27 ha

- Rastplätze an der A1 und der

Bestandstrasse (Vorbelastung),

Funktionsbeeinträchtigung

vernachlässigbar

- Übrige Flächen geringe

Beeinträchtigung

••

••


Vorzugsvariante Antragsunterlagen

29,65 ha

- Rastplatz an der A1 (Vorbelastung)

126,56 ha

- Rastplätze an der A1 (Vorbelastung)

und kleine Fläche nahe der Ortschaft

Oldenburg (Vorbelastung)

- Übrige Flächen mittlere

Beeinträchtigung

156,81 ha

- Rastplätze an der A1 und der

Bestandstrasse (Vorbelastung), Funktionsbeeinträchtigung

vernachlässigbar

- Übrige Flächen geringe

Beeinträchtigung

- Rastplätze südlich von Neustadt an

altem Bahndamm (geringe

Beeinträchtigung)

Gesamt 454,54 ha 507,94 ha

Bewertung/

Reihung

1> 3

der

Variante

Bewertung/ Reihung der Variante 1> 3

••

••


Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 118


Schutzgut Tiere und biologische Vielfalt

Beeinträchtigungen

durch

Barriere- und

Trennwirkunge

n (bau- und

anlagebedingt)

sehr

hoch

hoch

mittel

Variante 2+1 A und Variante 2+1 B

110 m

••••

- FFH-Gebiete Lachsau und Kremper

Au

- Neuzerschneidung (Lachsau)

- Zerschneidung auf Bestandstrasse

(Vorbelastung) (Kremper Au)

1479 m

••

- Kremper Au mit Niederungsgebiet

(Hauptverbundachse

Biotopverbund)

- randliche Neuzerschneidung entlang

Bestandsstrasse

297 m

- Nebenverbundachsen

- (randliche) Neuzerschneidung

entlang A1

Vorzugsvariante Antragsunterlagen

110 m

••••

- FFH-Gebiete Lachsau und Kremper

Au

- Neuzerschneidung (Lachsau)

- Zerschneidung auf Bestandstrasse

(Vorbelastung) (Kremper Au)

1479 m

••

- Kremper Au mit Niederungsgebiet

(Hauptverbundachse Biotopverbund)

- randliche Neuzerschneidung entlang

Bestandsstrasse

• 1796 m

- Nebenverbundachsen

- (randliche) Neuzerschneidung entlang

A1

- Nebenverbundachse (alter

Eisenbahndamm)

- Neuzerschneidung

Beeinträchtigungen

durch

Fahrbetrieb

(Kollisionen,

verbleibende

Effekte durch

Sog- und

Wirbelschleppen,

betriebsbedingt)

Schutzgebiete

und Biotopverbund

(Zerschneidung)

Gesamt 1.886 m 3.385 m

Bewertung/

Reihung

1> 3

der

Variante

sonstige Säuger - Neuzerschneidung Lachsau (wichtiger Wanderkorridor

Fischotter)

- Querung Kremper Au auf Bestandstrasse (wichtiger

Wanderkorridor Fischotter)

- Erhöhung des Kollisionsrisikos durch zukünftige

Zugfrequenz

- Entstehung von Inselflächen mit A1

- Neuzerschneidung Lachsau (wichtiger Wanderkorridor

Fischotter)

- Querung Kremper Au auf Bestandstrasse (wichtiger

Wanderkorridor Fischotter)

- Erhöhung des Kollisionsrisikos durch zukünftige

Zugfrequenz

- Entstehung von Inselflächen mit A1

Bewertung/ Reihung

der Variante

1 1


Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 119


Schutzgut Tiere und biologische Vielfalt

Fledermäuse

Bewertung/ Reihung

der Variante

Brutvögel

Bewertung/ Reihung

der Variante

Rastvögel

Variante 2+1 A und Variante 2+1 B

- Randlich Verlauf entlang von hoch

bedeutenden

Fledermauslebensräumen an der A1

(Vorbelastung), Neuzerschneidung

kleinerer Bereiche

- Kollisionsrisiko mittel

- Verlauf durch Brutvogellebensräume

mittlerer Bedeutung auf

Bestandstrasse und entlang der A1

- Kollisionsrisiko gering

- Randliche Querung sehr hoch

bedeutender Rastplätze durch

Bündelung mit A1 (Vorbelastung)

und Rückführung des

Streckenabschnitts auf die

Bestandstrasse (Vorbelastung)

- Kollisionsrisiko hoch

••

Vorzugsvariante Antragsunterlagen

- Randlich Verlauf entlang von hoch

•••

bedeutenden

Fledermauslebensräumen,

Kollisionsrisiko hoch

- An der A1 (Vorbelastung),

Neuzerschneidung kleinerer Bereiche,

Kollisionsrisiko mittel

1> 3

• - Verlauf durch Brutvogellebensräume

mittlerer Bedeutung auf Bestandstrasse

und entlang der A1

- Kollisionsrisiko gering

- Verlauf durch gering bedeutende

Brutvogellebensräume,

Kollisionsrisiko gering

1 1

•••

- Randliche Querung sehr hoch

bedeutender Rastplätze durch

Bündelung mit A1 (Vorbelastung) und

Rückführung des Streckenabschnitts

auf die Bestandstrasse

(Vorbelastung), Kollisionsrisiko hoch

- Verlauf entlang gering bedeutender

Rastplätze, Kollisionsrisiko gering

Bewertung/ Reihung

der Variante

1 1

Bewertung/ Reihung der Variante 1> 3


•••

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 120


7.2.2 Schutzgut Pflanzen

Tabelle 7-14: Zusammenfassende Gegenüberstellung Schutzgut Pflanzen – Abschnitt 2

Schutzgut Pflanzen

Variante 2+1 A und Variante 2+1 B (1A.6)

Verlustflächenbetrachtung Prognoseverfahren 1

Auswirkung/

Wirkraum

Flächen- und Funktionsverlust

in Bezug

auf Biotoptypen

(darunter nach § 30

BNatSchG i.V.m.

§ 21 LNatSchG geschützte

Biotope)

durch

anlagebedingte

Flächeninanspruchnahme

Flächen- und Funktionsverlust

in Bezug

auf Biotoptypen

(darunter nach § 30

BNatSchG i.V.m.

§ 21 LNatSchG geschützte

Biotope)

durch baubedingte

Flächeninanspruchnahme

Bedeutung

Vorzugsvariante Antragsunterlagen (1A.6+1A.6.1)

Verlust

Verlust

flächig linear flächig linear

sehr hoch / 1.786 m

- § 30-Biotope

(Knicks,

ebenerdige

Feldhecken,

Binnengewässer)

hoch

0,48 ha

- Biotope der Wälder, Gebüsche und

Kleingehölze

0,03 ha

- § 30-Biotope (gehölzfreie Biotope der

Niedermoore, Sümpfe und Ufer)

/ 0,50 ha

- Biotope der Wälder, Gebüsche und

Kleingehölze

1.971 m

- § 30-Biotope

(Knicks,

ebenerdige

Feldhecken,

Binnengewässer)

mittel 1,70 ha 330 m 4,27 ha 537 m

gering 25,41 ha 440 m 28,06 ha 440 m

sehr hoch / 834 m

- § 30-Biotope

(Knicks, ebenerdige

Feldhecken,

Binnengewässer)

hoch

0,33 ha

- Biotope der Wälder, Gebüsche und

Kleingehölze

0,06 ha

- § 30-Biotope (gehölzfreie Biotope der

Niedermoore, Sümpfe und Ufer)

/ 0,49 ha

- Biotope der Wälder, Gebüsche und

Kleingehölze

1.177 m

- § 30-Biotope

(Knicks, ebenerdige

Feldhecken,

Binnengewässer)

/

mittel 1,16 ha 407 m 3,53 ha 460 m

gering 14,84 ha 164 m 18,03 ha 215 m

Gesamt 43,94 ha 3.962 m 54,96 ha 4.800 m

/

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 121


Schutzgut Pflanzen

Flächen- und Funktionsverlust

in Bezug

auf Biotoptypen (darunter

nach § 30

BNatSchG i.V.m.

§ 21 LNatSchG geschützte

Biotope)

durch Baustraße zur

Elektrifizierung der

Bestandstrasse

sehr hoch

hoch

Variante 2+1 A und Variante 2+1 B (1A.6)

0,01 ha

- Biotope des Meeres und der

Meeresküste, Binnengewässer

0,79 ha

- Biotope der Wälder, Gebüsche und

Kleingehölze

791 m

- § 30-Biotope

(Knicks,

ebenerdige

Feldhecken,

Binnengewässer)

mittel 3,00 ha 11 m

/

Vorzugsvariante Antragsunterlagen (1A.6+1A.6.1)

Gesamt (bei 2+1-Varianten mit

Baustraße entlang der Bestandstrasse

für Elektrifizierung)

gering 2,05 ha 392 m

49,79 ha 5.156 m 54,96 ha 4.800 m

Bewertung/ Reihung der Variante 2 1>

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 122


7.2.3 Schutzgut Boden

Tabelle 7-15: Zusammenfassende Gegenüberstellung Schutzgut Boden – Abschnitt 2

Schutzgut Boden

Variante 2+1 A und Variante 2+1 B (1A.6)

Vorzugsvariante Antragsunterlagen (1A.6+1A.6.1)

Auswirkung/

Wirkraum

Bedeutung Verlust Verlust

Flächen- und Funktionsverlust

durch

anlagebedingte

Flächeninanspruchnahme

(Versiegelung

und Überprägung

durch Böschungen)

besonders

(4)

Versiegelung durch Trasse: 1,25 ha

- Böden mit sehr hohem/hohem Natürlichkeitsgrad: 0,67 ha

- Böden mit besonderem Biotopentwicklungspotenzial: 0,46

ha

- Böden mit besonders hoher natürl. Ertragsfähigkeit: 0,00 ha

- Böden mit besonderer Archivfunktion/Seltenheit: 0,23 ha

Überprägung durch Böschungen: 1,67 ha

- Böden mit sehr hohem/hohem Natürlichkeitsgrad: 0,78 ha

- Böden mit besonderem Biotopentwicklungspotenzial: 0,72

ha

- Böden mit besonders hoher natürl. Ertragsfähigkeit: 0,00 ha

- Böden mit besonderer Archivfunktion/Seltenheit: 0,27 ha

Versiegelung durch Trasse: 7,57 ha

Überprägung durch Böschungen: 15,12 ha

Versiegelung durch Trasse: 0,00 ha

Überprägung durch Böschungen: 0,00 ha

Versiegelung durch Trasse: 1,55 ha

Überprägung durch Böschungen: 0,62 ha

Versiegelung: 3,02 ha

- Böden mit sehr hohem/hohem Natürlichkeitsgrad: 2,44 ha

- Böden mit besonderem Biotopentwicklungspotenzial: 0,47

ha

- Böden mit besonders hoher natürl. Ertragsfähigkeit: 0,00 ha

- Böden mit besonderer Archivfunktion/Seltenheit: 0,23 ha

Überprägung: 2,47 ha

- Böden mit sehr hohem/hohem Natürlichkeitsgrad: 1,58 ha

- Böden mit besonderem Biotopentwicklungspotenzial: 0,73

ha

- Böden mit besonders hoher natürl. Ertragsfähigkeit: 0,00 ha

- Böden mit besonderer Archivfunktion/Seltenheit: 0,27 ha

Versiegelung: 7,80 ha

Überprägung: 15,89 ha

Versiegelung: 0,00 ha

Überprägung: 0,00 ha

Versiegelung: 3,21 ha

Überprägung: 0,75 ha

allgemein (3)

allgemein bis

gering (2)

sehr gering

(1)

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 123


Schutzgut Boden

Flächen- und

Funktionsverlust

durch baubedingte

Flächeninanspruchnahme

(Anlage von

Baustraßen an

Ausbau- und

Neubautrassen)

Flächen- und

Funktionsverlust

durch baubedingte

Flächeninanspruchnahme

(Anlage von

Baustraßen zur

Elektrifizierung der

Bestandstrasse (für

2+1-Varianten))

Variante 2+1 A und Variante 2+1 B (1A.6)

Vorzugsvariante Antragsunterlagen (1A.6+1A.6.1)

besonders

1,54 ha

3,89 ha

(4)

- Böden mit sehr hohem/hohem Natürlichkeitsgrad: 0,65 ha - Böden mit sehr hohem/hohem Natürlichkeitsgrad: 3,00 ha

- Böden mit besonderem Biotopentwicklungspotenzial: 0,71 - Böden mit besonderem Biotopentwicklungspotenzial: 0,76

ha

ha

- Böden mit besonders hoher natürl. Ertragsfähigkeit: 0,00 ha - Böden mit besonders hoher natürl. Ertragsfähigkeit: 0,00 ha

- Böden mit besonderer Archivfunktion/Seltenheit: 0,35 ha - Böden mit besonderer Archivfunktion/Seltenheit: 0,35 ha

allgemein (3) 14,20 ha 15,74 ha

allgemein bis

0,12 ha 0,12 ha

gering (2)

sehr gering

0,53 ha 2,45 ha

(1)

besonders

(4)

2,35 ha

- Böden mit sehr hohem/hohem Natürlichkeitsgrad: 2,29 ha

- Böden mit besonderem Biotopentwicklungspotenzial: 0,00

ha

- Böden mit besonders hoher natürl. Ertragsfähigkeit: 0,00 ha

- Böden mit besonderer Archivfunktion/Seltenheit: 0,17 ha

3,08 ha

0,00 ha

allgemein (3)

allgemein bis

gering (2)

sehr gering

0,50 ha

(1)

Gesamt 48,56 ha 53,84 ha

Bewertung/ Reihung der Variante 1>> 3

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 124


7.2.4 Schutzgut Wasser

Tabelle 7-16: Zusammenfassende Gegenüberstellung Schutzgut Wasser (Grundwasser) – Abschnitt 2

Schutzgut Wasser/ Teilschutzgut Grundwasser

Variante 2+1 A und Variante 2+1 B (1A.6)

Vorzugsvariante Antragsunterlagen (1A.6+1A.6.1)

Verlustflächenbetrachtung Prognoseverfahren 1

Auswirkung Bedeutung /

Verlust

Verlust

Wertstufe

Flächen- und

sehr hoch (4) 0,00 ha 0,00 ha

Funktionsverlust durch

anlagebedingte

hoch (3) 1,59 ha 1,59 ha

Flächeninanspruchnahme mittel (2) 3,49 ha 5,19 ha

(Versiegelung durch

Trasse)

gering (1) 5,24 ha 7,24 ha

Flächen- und

sehr hoch (4) 0,00 ha 0,00 ha

Funktionsverlust durch

baubedingte

hoch (3) 2,46 ha 2,46 ha

Flächeninanspruchnahme mittel (2) 6,54 ha 9,25 ha

(Anlage von Baustraßen

an Aus- und

gering (1) 7,32 ha 10,43 ha

Neubautrassen)

Gesamt 26,64 ha 36,16 ha

Bewertung/ Reihung der Variante 1>> 3

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 125


Schutzgut Wasser/ Teilschutzgut Grundwasser

Variante 2+1 A und Variante 2+1 B (1A.6)

Vorzugsvariante Antragsunterlagen (1A.6+1A.6.1)

Beeinträchtigung der

Trinkwassergewinnung

(Durchschneiden von

Wasserschongebieten)

sehr hoch / /

hoch / /

mittel / /

gering / /

Bewertung/ Reihung der Variante 1 1

Funktionsbeeinträchtigung Prognoseverfahren 2

Auswirkung

Empfindlichkeit

Beeinträchtigte Fläche / Länge Funktionsbeeinträchtigung

Beeinträchtigte Fläche / Länge

Beeinträchtigung durch sehr hoch / /

Eingriffe in den Grundwasserkörper

(Verände-

hoch

Bereich von Beckentonen oder

• Bereich von Beckentonen oder

Niedermoor in der Lachsauniederung

Niedermoor in der Lachsauniederung

rung der Grundwasserdynamik)

und durch mittel / /

Freilegen / Anschnitt des

Grundwassers

gering / /

Bewertung/ Reihung der Variante 1 1

Funktionsbeeinträchtigung


Tabelle 7-17: Zusammenfassende Gegenüberstellung Schutzgut Wasser (Oberflächengewässer) – Abschnitt 2

Schutzgut Wasser/ Teilschutzgut Oberflächengewässer

Variante 2+1 A und Variante 2+1 B (1A.6)

Vorzugsvariante Antragsunterlagen (1A.6+1A.6.1)

Verlustflächenbetrachtung Prognoseverfahren 1

Auswirkung Bedeutung /

Verlust (Anzahl)

Verlust (Anzahl)

Wertstufe

Flächen- und

sehr hoch (4) / /

Funktionsverlust

hoch (3) 1 (Teilverlust durch Neubautrasse) 1 (Teilverlust durch Neubautrasse)

durch anlage- und

baubedingte Flächeninanspruchnahme

mittel (2) 2 (Totalverlust durch Neubautrasse) 2 (Totalverlust durch Neubautrasse)

von

Stillgewässern

gering (1) / /

Bewertung/ Reihung der Variante 1 1

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 126


Schutzgut Wasser/ Teilschutzgut Oberflächengewässer

Variante 2+1 A und Variante 2+1 B (1A.6)

Vorzugsvariante Antragsunterlagen (1A.6+1A.6.1)

Funktionsbeeinträchtigung Prognoseverfahren 2

Auswirkung

Beeinträchtigung von

Fließgewässern durch

Überbauung, Verrohrung,

Verlegung etc.

Beeinträchtigte

Gewässer / Anzahl

Beeinträchtigte Gewässer / Anzahl

sehr hoch / /

hoch / /

mittel

2 Gräben (Neubautrasse)

1 Graben (Baustraße

zur Elektrifizierung

Bestandstrasse)

1 namenloser Bach (Neubautrasse)

Lachsau (Neubautrasse)

Kremper Au (Neubautrasse)

••

••

••

3 Gräben (Neubautrasse)

1 namenloser Bach (Neubautrasse)

Lachsau (Neubautrasse)

Kremper Au (Neubautrasse)



gering / /

Empfindlichkeit

Funktionsbeeinträchtigung

Funktionsbeeinträchtigung

••

••



Bewertung/ Reihung der Variante 1 1

Auswirkung

Betroffenes Gebiet /

Durchschneidungslänge

Betroffenes Gebiet

Durchschneidungslänge

Empfindlichkeit

Funktionsbeeinträchtigung

Funktionsbeeinträchtigung

Beeinträchtigung von

Überschwemmungsgebieten

oder hochwassergefährdeten

Gebieten

sehr hoch

hoch

mittel

gering

Keine Betroffenheit

Keine

Betroffenheit

Keine Betroffenheit

Keine

Betroffenheit

Bewertung/ Reihung der Variante 1 1

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 127


7.2.5 Schutzgut Landschaft

Tabelle 7-18:

Schutzgut Landschaft

Zusammenfassende Gegenüberstellung Schutzgut Landschaft

Variante 2+1 A und Variante 2+1 B

Vorzugsvariante Antragsunterlagen

Verlustflächenbetrachtung Prognoseverfahren 1

Auswirkung/ Bedeutung Verlust Verlust

Wirkraum

Verlust von

sehr hoch / /

Landschaftsbildräumen

bzw.

–einheiten durch

anlagebedingte

Flächeninanspruchnahme

hoch

Verlust von

Landschaftsbildräumen

bzw.

–einheiten durch

baubedingte

Flächeninanspruchnahme

16,98 ha

- Knicklandschaft (KL) um die Ortschaft Roge

- Niederungsbereich (N) der Kremper Au

- Grünland (G) südlich von Altenkrempe

- Strukturarme (A1) - und -reiche (A2) Ackerflächen als Teil

der nach LRP ausgewiesenen strukturreichen

Kulturlandschaftsausschnitte.

16,98 ha

- Knicklandschaft (KL) um die Ortschaft Roge

- Niederungsbereich (N) der Kremper Au

- Grünland (G) südlich von Altenkrempe

- Strukturarme (A1) - und -reiche (A2) Ackerflächen als Teil

der nach LRP ausgewiesenen strukturreichen

Kulturlandschaftsausschnitte.

-

mittel 0,12 ha 0,12 ha

gering 10,68 ha 10,68 ha

sehr hoch

0,07 ha

0,07 ha

- Küste (K) südlich von Neustadt

- Küste (K) südlich von Neustadt

hoch

9,31 ha

- Knicklandschaft (KL) um die Ortschaft Roge

- Niederungsbereich (N) der Kremper Au

- Grünland (G) südlich von Altenkrempe

- Strukturarme (A1) - und -reiche (A2) Ackerflächen als Teil

der nach LRP ausgewiesenen strukturreichen

Kulturlandschaftsausschnitte.

9,31 ha

- Knicklandschaft (KL) um die Ortschaft Roge

- Niederungsbereich (N) der Kremper Au

- Grünland (G) südlich von Altenkrempe

- Strukturarme (A1) - und -reiche (A2) Ackerflächen als Teil

der nach LRP ausgewiesenen strukturreichen

Kulturlandschaftsausschnitte.

mittel 0,07 ha 0,07 ha

gering 7,01 ha 7,01 ha

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 128


Schutzgut Landschaft

Flächen- und

Funktionsverlust

durch baubedingte

Flächeninanspruchnahme

(Anlage von

Baustraßen zur

Elektrifizierung der

Bestandstrasse (für

2+1-Varianten))

Variante 2+1 A und Variante 2+1 B

Vorzugsvariante Antragsunterlagen

sehr hoch 0,82 ha /

hoch 1,76 ha /

mittel 0,00 ha /

gering 3,30 ha /

Gesamt 61,29 ha (5,89 ha) 55,4 ha

Bewertung/ Reihung der Variante 2 1>

Funktionsbeeinträchtigung Prognoseverfahren 2

Auswirkung/

Wirkraum

Beeinträchtigungen

von

Landschaftsräumen

durch visuelle

Überprägung und

Verlärmung Zone

Baufeld - 200 m

Beeinträchtigte Fläche

Beeinträchtigte Fläche

Empfindlichkeit

Funktionsbeeinträchtigung

Funktionsbeeinträchtigung

sehr hoch / /

hoch

196,30 ha

••

196,30 ha

••

- Knicklandschaft (KL) um die Ortschaft

Roge

- Niederungsbereich (N) der Kremper

Au und des Neustädter

Binnenwassers

- Grünland (G) südlich von

Altenkrempe und im Zusammenhang

mit dem Neustädter Binnenwasser

- Waldflächen (W) nordwestlich von

Altenkrempe

- Strukturarme (A1) und -reiche (A2)

Ackerflächen als Teil der nach LRP

ausgewiesenen strukturreichen

Kulturlandschaftsausschnitte.

- Knicklandschaft (KL) um die Ortschaft

Roge

- Niederungsbereich (N) der Kremper

Au und des Neustädter Binnenwassers

- Grünland (G) südlich von Altenkrempe

und im Zusammenhang mit dem

Neustädter Binnenwasser

- Waldflächen (W) nordwestlich von

Altenkrempe

- Strukturarme (A1) und -reiche (A2)

Ackerflächen als Teil der nach LRP

ausgewiesenen strukturreichen

Kulturlandschaftsausschnitte.

mittel 8,85 ha • 8,85 ha •

gering 250,64 ha • 250,64 ha •

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 129


Schutzgut Landschaft

Variante 2+1 A und Variante 2+1 B

Vorzugsvariante Antragsunterlagen

Beeinträchtigungen sehr hoch

12,81 ha

•••

12,81 ha

•••

von

- Neustädter Binnengewässer (B)

- Neustädter Binnengewässer (B)

Landschaftsräumen

hoch

346,35 ha

••

346,35 ha

••

durch visuelle

Überprägung und

- Knicklandschaft (KL) um die Ortschaft

- Knicklandschaft (KL) um die Ortschaft

Verlärmung Zone

Roge

Roge

200 m - 49 d(B)A

- Niederungsbereich (N) der Kremper

- Niederungsbereich (N) der Kremper

(tags)

Au und des Neustädter

Au und des Neustädter Binnenwassers

Binnenwassers

- Grünland (G) südlich von Altenkrempe

- Grünland (G) südlich von

Altenkrempe und im Zusammenhang

mit dem Neustädter Binnenwasser

- Waldflächen (W) nordwestlich von

Altenkrempe

- Strukturarme (A1) und -reiche (A2)

Ackerflächen als Teil der nach LRP

ausgewiesenen strukturreichen

und im Zusammenhang mit dem

Neustädter Binnenwasser

- Waldflächen (W) nordwestlich von

Altenkrempe

- Strukturarme (A1) und -reiche (A2)

Ackerflächen als Teil der nach LRP

ausgewiesenen strukturreichen

Kulturlandschaftsausschnitte.

Kulturlandschaftsausschnitte.

mittel 48,00 ha • 48,00 ha •

gering 198,00 ha • 198,00 ha •

Gesamt 605,17 ha 605,17 ha

Bewertung/ Reihung der Variante 1 1

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 130


7.2.6 Schutzgut Kultur- und sonstige Sachgüter

Tabelle 7-19:

Zusammenfassende Gegenüberstellung Schutzgüter Kultur- und sonstige Sachgüter

Schutzgüter Kultur- und sonstige Sachgüter

Variante 2+1 A

Variante 2+1 B

Verlustflächenbetrachtung Prognoseverfahren 1

Auswirkung/ Bedeutung Verlust Verlust

Wirkraum

Flächen- und

Funktionsverlust

durch anlagebedingte

und baubedingte

Flächeninanspruchnahme

innerhalb von

hoch

/ /

Kultur und

Baudenkmalen,

Ensembles und

Gartendenkmalen

Bewertung/ Reihung der Variante Keine Betroffenheit Keine Betroffenheit

Funktionsbeeinträchtigung Prognoseverfahren 2

Auswirkung/

Wirkraum

Sensorielle

Beeinträchtigungen

von Kultur- und

Baudenkmalen durch

Verlärmung und

visuelle Überprägung

im Nahbereich

(zwischen Außenkante

Baukörper und

200 m Entfernung)

Beeinträchtigte Kultur- und

Baudenkmale

- Zufahrtsallee des Gutes Hasselburg (O.-Nr.: 954)

- Gutskate (O.-Nr.: 94046)

- Stallgebäude (O.-Nr.: 21907)

Es handelt sich hier um eingetragene Kulturdenkmale gem. §

5 Abs. 1 DSchG

Beeinträchtigte Kultur- und

Baudenkmale

Empfindlichkeit

hoch

Funktionsbeeinträchtigung

Funktionsbeeinträchtigung

- Zufahrtsallee des Gutes Hasselburg (O.-Nr.: 954)

- Gutskate (O.-Nr.: 94046)

- Stallgebäude (O.-Nr.: 21907)

Es handelt sich hier um eingetragene Kulturdenkmale gem. §

5 Abs. 1 DSchG

Bewertung/ Reihung der Variante Keine Betroffenheit Keine Betroffenheit

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 131


Schutzgüter Kultur- und sonstige Sachgüter

Variante 2+1 A

Variante 2+1 B

Auswirkungsprognose gem. den Angaben des Fachbeitrages archäologische Kulturgüter (ALSH, 2012)

Auswirkung/

Wirkraum

Bedeutung Verlust/ Beeinträchtigung von archäologischen

Kulturgütern

Verlust/ Beeinträchtigung von archäologischen

Kulturgütern

Bau- und

anlagebedingte

Auswirkungen auf

archäologische

Kulturgüter durch

Flächen- und

Funktionsverlust im

Rahmen der

Baumaßnahmen

sowie Störungen der

Sichtbeziehungen

und

Flächenzerschneidungen

Bekannte

einfache u.

besondere

archäologische

Kulturdenkmale

im

Bereich des

engen

Korridors;

allgemeine

Einstufung

und

Ansprache

Archäologisches

Umfeld im

Bereich des

800 m

Korridors als

Grundlage

zur Einschätzung

archäologischer

Potentialflächen

- 6 einfache Kulturdenkmale in den Bereichen Altenkrempe

(LA 90, 139, 143 u. 185), Schashagen (LA 167) und

Sierksdorf (LA 64)

- 3 Archäologische Potentialflächen (BWS 3) im geplanten

Trassenbereich

- 1 neolithische Siedlung u. 5 neolithische Einzelfunde

Am Nordostende befindet sich ein Gebiet mit dichter

neolithischer Besiedlung; im Bereich zwischen Altenkrempe

und Hasselburg ein Gebiet mit mittelalterlicher bis

neuzeitlicher Besiedlung (Dorf Altenkrempe u. Motte

Altenkrempe LA 164); zwischen Sonnenschein und

Altenkrempe ein Areal mit lockerer eisenzeitlicher Besiedlung

- hier ist mit wandernden eisenzeitlichen Siedlungen zu

rechnen

- 6 einfache Kulturdenkmale in den Bereichen Altenkrempe

(LA 90, 139, 143 u. 185), Schashagen (LA 167) und

Sierksdorf (LA 64)

- 3 Archäologische Potentialflächen (BWS 3) im geplanten

Trassenbereich

- 1 neolithische Siedlung u. 5 neolithische Einzelfunde

Am Nordostende befindet sich ein Gebiet mit dichter

neolithischer Besiedlung; im Bereich zwischen Altenkrempe

und Hasselburg ein Gebiet mit mittelalterlicher bis

neuzeitlicher Besiedlung (Dorf Altenkrempe u. Motte

Altenkrempe LA 164); zwischen Sonnenschein und

Altenkrempe ein Areal mit lockerer eisenzeitlicher Besiedlung

- hier ist mit wandernden eisenzeitlichen Siedlungen zu

rechnen

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 132


Schutzgüter Kultur- und sonstige Sachgüter

Einstufung

Hinweis auf

zumeist

siedlungsgünstige

topographische

Gegebenheiten

als

Grundlage

zur Einschätzung

archäologischer

Potentialflächen

Variante 2+1 A

Mittlerer und nördlicher Abschnitt der Trasse verläuft entlang

des West- und Nordrandes der Niederung des Neustädter

Binnenwassers mit den Übergängen über Lachsau und

Kremper Au

Hoher Flächenverbrauch, da Trasse überwiegend neu

anzulegen ist

Stufe 3 (hoher Verlust)

Variante 2+1 B

Mittlerer und nördlicher Abschnitt der Trasse verläuft entlang

des West- und Nordrandes der Niederung des Neustädter

Binnenwassers mit den Übergängen über Lachsau und

Kremper Au

Hoher Flächenverbrauch, da Trasse überwiegend neu

anzulegen ist

Stufe 3 (hoher Verlust)

Bewertung/ Reihung der Variante 2 20 1>

20 Flächeninanspruchnahme im Bereich des Neustädter Binnenwassers

Analyse zu 2+1-Varianten der Schienenhinterlandanbindung der FBQ 133

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