Ausgabe - 12 - 2012 - Produktion

produktion.de

Ausgabe - 12 - 2012 - Produktion

Technik und Wirtschaft für die deutsche Industrie

ProduktionEinzelpreis Euro 2,80

22. März 2012 · Nummer 12 www.produktion.de

Leserservice Produktion 65341 Eltville DPAG PVST 5339 Entgelt bezahlt

Fragebogen für

Fabrik des Jahres/

GEO liegt bei

Halbleiter-Schicksalsfrage:

450-mm-Technologie

Droht der Solarindustrie

der Branchentod?

Oberflächen: Laser sorgt für

weniger Reibungsverluste

Interview mit Prof. Abele:

Die perfekte Produktion

4

8

13

28

IM FOKUS

Wire + Tube: Top-Event

mit Flächen-Zuwachs

DÜSSELDORF (HI). Die Fachmessen

Wire + Tube sind internationale

Branchentreffs für die

Draht-, Kabel- und Rohrindustrie.

Rund 2 500 Austeller belegen

in diesem Jahr eine Rekordfläche.

Seite 9

Pro Maschine jährlich

13 444 kWh sparen

AALEN (SM). Energieeffizienz

sorgt für die Steigerung der Produktivität

von Fertigungsanlagen.

Komplettbearbeitungswerkzeuge

sind ein vielversprechender

Ansatz hierzu. Seite 16

Optimal für Leichtbau:

Alu-Stahl-Verbindungen

A-WELS (MG). Das Lichtbogenfügen

schied bei der Kombination

Alu/Stahl als Verfahren trotz

Vorteile bislang aus. Hersteller

Fronius nahm sich jetzt der Problematik

an. Seite 18

Kürzer!

TENDO ES

Die kräftige Präzisionsaufnahme

mit Null Störkontur

GLOBALISIERUNG

KMU: Jetzt auf China-Zug aufspringen

MAREN KALKOWSKY

PRODUKTION NR. 12 , 2012

Die Zeiten Chinas als Billiglohnland

nähern sich dem Ende. Seit

Jahren ist die deutsche Industrie

vor Ort. Doch wer nun meint, China

sei out, hat sich getäuscht. Der

Zug der Neugründungen nimmt

jetzt erst richtig Fahrt auf.

China: Der Zug nimmt Fahrt auf. Schon bald wird es die größte Volkswirtschaft der Welt sein. Im Bild: der Transrapid in

Shanghai.

Bild: kalafoto_Fotolia.com

LANDSBERG/PEKING. China entwickelt

sich rasant zum wichtigsten

Absatzmarkt der Welt. Laut Schätzungen

wird es die USA als größte

Volkswirtschaft bald ablösen.

Wann? Die Berater von PWC schätzen

im Jahr 2032, Goldman Sachs

2027 und The Economist 2019.

Zudem schwächelt Europa:

„2010 leben noch rund 7 % der

Weltbevölkerung in Europa, 2050

nur noch 4%“, erklärt Bernd Reitmeier,

Managing Director der Startup

Factory Kunshan. Und machte

BASF im Jahr 2001 noch 76 Mio

potenzielle Konsumenten in China

aus, sollen es 2015 bereits 700 Mio

sein. „Unter den deutschen Investoren

in China befindet sich ein

immer größer werdender Anteil

kleiner und mittlerer Unternehmen“,

beobachtet Rainer Gehnen,

Geschäftsführer der Deutsch-Chinesischen

Wirtschaftsvereinigung.

Auch Reitmeier meint: „In den

nächsten Jahren werden zahlreiche

deutsche Unternehmen den

Weg nach China gehen, um einen

kleinen Produktionsstandort aufzubauen,

da sie in RMB fakturieren

müssen, der Kunde schnellere Lieferzeiten

verlangt oder sie den

Einkauf bzw. die Lokalisierung in

China nachweisen müssen“. Gerade

der chinesische 5-Jahresplan

und der neue Investitionslenkungskatalog

bieten technologieund

umweltorientierten Firmen

Chancen. „Die Möglichkeiten für

ausländische Firmen sind nach wie

vor enorm, wenn sie es schaffen,

ihren technologischen Vorsprung

besser als die lokale Konkurrenz

einzusetzen und zu verteidigen“,

erklärt Jürgen Kracht, Managing

Director von Fiducia.

Eine China-Investition sei nicht

eine Frage des „Ob“, sondern des

„Wann“ gewesen, erläutert Dr.

Matthias Groth, Inhaber der Swoboda

Holding GmbH. Der Automobilzulieferer

hat gerade den Bau

einer Produktionshalle in Kunshan

begonnen. Die Mias Group, ein typisch

deutscher Maschinenbauer,

ist seit 2009 mit einer Produktion in

China. Der Geschäftsführer Dr. Johannes

Fottner sieht gute Chancen:

„Die Tendenz zur Automatisierung

wächst.“ Noch sei die Automatisierung

im asiatischen Markt

schwach ausgebaut. „In China sind

derzeit rund 60 deutsche Hersteller

von Werkzeugmaschinen und Fertigungssystemen,

Laser für die

Materialbearbeitung und Komponentenlieferanten

mit Vertrieb,

Service, Einkauf, Produktion und

Montage vertreten. Der Anteil Chinas

an der Gesamtauslandsproduktion

deutscher Werkzeugmaschinenhersteller

beträgt rund

8 %“, erklärt Gerhard Hein, Leiter

Abteilung Statistik beim VDW. Die

Anzahl der Niederlassungen in

China nehme zu, um Wertschöpfung

und Produktion vor Ort zu

etablieren. China könnte laut Hein

bis 2015 auf über 45 % Weltmarktanteil

am Werkzeugmaschinenverbrauch

kommen. Rund 10% der

VDMA-Mitgliedschaft sei in China

vor Ort präsent. „Wir nehmen je-

Sagen Sie uns Ihre Meinung:

redaktion@produktion.de

ZAHL DER WOCHE

SCHUNK_Premiumplatzierung_SammlungClaim_2012.indd 07.03.12 12 09:51

312 000...

Besucher zählte die CeBIT in

diesem Jahr. Es wären mehr geworden,

hätte es nicht den Verdi-

Nahverkehrsstreik gegeben.

ZITIERT

„If Europe does not embrace

450 mm , Europe is history!“

Malcom Penn, CEO Future Horizons

Semiconductor Analysts.

SERVICE

Redaktion:

Tel.: (0 81 91)125-310, Fax: (0 81 91)125-312

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WERKZEUGMASCHINEN

Gildemeister steigert Umsatz und Ertrag deutlich

PRODUKTION NR. 12 , 2012

Gildemeister konnte 2011

Auftragseingang, Umsatz und

Ertrag kontinuierlich steigern.

Die weltweite Nachfrage nach

Werkzeugmaschinen zeigt sich

weiterhin stabil.

BIELEFELD (SM). Gildemeister erzielte

im Jahr 2011 den zweithöchsten

Umsatz der Unternehmensgeschichte.

Er überstieg den Wert des

Vorjahrs um 310,9 Mio Euro und lag

bei 1 687,7 Mio Euro. Der Auftragseingang

war der höchste in der Unternehmensgeschichte

und erreichte

1 927,3 Mio Euro (+36%).

Auch die Ertragslage steigerte sich

deutlich: Das EBITDA betrug im

Gesamtjahr 146,1 Mio Euro (Vor-

jahr: 74,5 Mio Euro); das EBIT erhöhte

sich auf 112,5 Mio Euro.

„Derzeit sehen wir keine gravierenden

Anzeichen für einen Konjunktureinbruch

in unserer Branche.

Die Finanz- und Schuldenkrise

dämpft allerdings die Investitionsbereitschaft

in Europa”, sagte

Vorstandschef Rüdiger Kapitza bei

der Bilanzpressekonferenz in Bielefeld.

Für das erste Quartal 2012

plant Gildemeister laut Kapitza einen

Umsatz von über 400 Mio Euro

gegenüber 377,4 Mio Euro im Vorjahresquartal.

Unter Berücksichtigung

des hohen Auftragsbestandes

will das Unternehmen den Umsatz

in den Bereichen Werkzeugmaschinen

und industrielle Dienstleistungen

steigern und rechnet

mit einem Gesamtumsatz im Jahr

2012 von mehr als 1,9 Mrd Euro.

Die Mega-Dreh- und Fräszentren von Gildemeister können Werkstückgewichte

bis zu 40 Tonnen bearbeiten.

Bild: Gildemeister


2 · · Produktion · 22. März 2012 · Nr. 12

Fortsetzung von S.1

doch an, dass weitere 5 % per Handelsvertreter

o. ä. engagiert sind“,

sagt Oliver Wack, VDMA-Referent

für Ost- und Südasien .„Die Anforderungen

chinesischer Kunden

steigen bzgl. Qualität, Energieeffizienz

und Ressourcenschonung

stetig an, so dass sich gerade für die

deutschen Maschinen- und Anlagenbauer

Geschäftsmöglichkeiten

ergeben“, sagt er. Ingenics-Vorstand

Oliver Herkommer betont:

„Auch der international agierende

Mittelständler muss China als Produktions-

und Absatzmarkt bedienen.

Erfolgreicher Absatz in China

ist langfristig nur mit „teillokaler“

Produktion und Entwicklung möglich.

Auch „Hidden Champions“

werden langfristig auf dem Weltmarkt

von chinesischen Firmen

bedrängt“. Aktuelle Beispiele für

chinesische Expansionen sind die

Übernahme von Putzmeister durch

Sany oder von Automobilzuliefer

Kiekert durch Lingyun.

Fazit: Die „Großen“ haben es vorgemacht:

Sie sind im chinesischen Markt

vertreten und bauen Ihre Kapazitäten

aus, wie z.B. Bosch und Siemens. Doch

nun können und müssen die kleinen und

mittleren Unternehmen folgen. Ansonsten

droht Gefahr, dass Sie den Anschluss

an Deutschlands Top-Unternehmen und

den europäischen Markt an die chinesische

Konkurrenz verlieren. Mehr: www.

produktion.de/china-topstory

Bei uns im Internet

Top geklickt auf www.produktion.de

1. Neuartiger Elektroantrieb

in Entwicklung

2. Chinesische Lingyun kauft

Automobilzulieferer Kiekert

3. Windkraftanlagenbauer

SIAG Schaaf insolvent

4. Solarindustrie bereitet

Verfassungsklage vor

5. Droht der Solarindustrie

der Branchentod?

6. EADS-Chef teilt gegen

China und die EU aus

7. Siemens-CFO fordert Erhalt des

Münchener NSN-Standorts

8. Absage an Zusammenschluss

von Thyssen-Krupp/Siemens

9. Voestalpine schließt

Schienenwerk in Duisburg

10. Siemens offenbar

an Repower interessiert

Allianz für

Cyber-Sicherheit

Produktion Nr. 12, 2012

Hannover (sp). Im Rahmen der

CeBIT haben das Bundesamt für

Sicherheit in der Informationstechnik

und BITKOM heute gemeinsam

die „Allianz für Cyber-

Sicherheit“ angekündigt. Ziel der

Allianz ist, zusammen mit weiteren

Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft

und Verwaltung die Cyber-Sicherheit

in Deutschland

weiter zu verbessern und aktiv zu

gestalten. BSI und BITKOM laden

daher alle Akteure in Deutschland,

die sich mit Cyber-Sicherheit beschäftigen,

ein, in der Allianz mitzuwirken.

Security-Lösungen

für Scada-Systeme

Produktion Nr. 12, 2012

Hallbergmoos (sp). Norman Network

Protection und Norman SCA-

DA Protection schützen Produktionsumgebungen

vor Malware aus

dem Internet und von USB-Sticks.

Die Appliance prüft den Datenverkehr

im Netz auf Schadcode, bevor

er die Scada-Umgebung erreicht.

Die neue Lösung ergänzt den Datenstrom-Scanner

um eine Komponente

für USB-Sticks und verhindert

den Zugang ungeprüfter Datenträger

zum Produktionsnetz.

Bild der Woche

Der Schwerpunkt der Investitionen lag im Bereich der Produktionswerke.

„Wir wollen der Nachfrage Rechnung tragen“, erklärt Andreas Lapp. Bild: Lapp

Software-Architektur für das Auto der Zukunft

München (sm). Für künftige Elektroautos

entwickelt die globale Siemens-Forschung

Corporate Technology

mit Partnern neue Informations-

und Kommunikationstechnologien

(IKT). Fahrassistenz-, Sicherheits-

und Infotainmentfunktionen

sollen überwiegend nur noch als

Software in Fahrzeugen installiert

werden. Damit wird die heute vorhandene

Komplexität verringert. Mit

zwei Elektrofahrzeug-Prototypen

Produktion Nr. 12, 2012

Stuttgart (sp). Die Stuttgarter

Lapp-Gruppe hat im abgelaufenen

Geschäftsjahr 2010/2011 ein sehr

positives Umsatzwachstum erzielt

und plant die Investitionen im abgelaufenen

Geschäftsjahr auf 21

Mio Euro (Vorjahr 12 Mio. Euro) zu

verdoppeln. Der konsolidierte Umsatz

der Lapp-Gruppe stieg um 34%

auf rund 847 Mio Euro. „Das war

wollen die Partner die Vorteile einer

zentralisierten IKT-Architektur zeigen.

Das kürzlich gestartete Projekt

RACE (Robust and Reliant Automotive

Computing Environment for Future

eCars) läuft drei Jahre.

Automatisierung

Lapp-Gruppe investiert

Bild: Siemens

ein erfolgreiches Geschäftsjahr für

die Lapp-Gruppe. Wir haben die

Lücke zu den Rekord-Umsätzen

vor den Krisenjahren schließen

können“, berichtet Vorstandsvorsitzender

Andreas Lapp. Zu diesem

Wachstum haben vor allem der

starke Wiederaufschwung der

Weltwirtschaft, die deutliche Positionierung

der Lapp-Gruppe in ihren

Kernmärkten und die Präsenz

in Asien beigetragen.

Seminaranzeigen

Seminare im Juni 2012

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PRODUCTI N

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22. März 2012· Nr. 12 · Produktion · Nachrichten · 3

Teamtechnik

Umsatzrekord verbucht

Produktion Nr. 12, 2012

Friedberg (mg). Stefan Roßkopf,

Geschäftsführer der Teamtechnik

Maschinen und Anlagen GmbH,

meldet eine Umsatzsteigerung für

die Unternehmensgruppe von 50%

– ein Rekordergebnis. 750 Teamtechnik-Mitarbeiter

erwirtschafteten

2011 einen Umsatz von 145 Mio

Euro. Der Hersteller von flexiblen

Cad/Cam

Produktion Nr. 12, 2012

Ettlingen (sm). Die Cimatron

Group, einer der weltweit führenden

Anbieter von CAD/CAM-Lösungen

für den Werkzeug- und

Formenbau, den Maschinenbau

und die Teile fertigende Industrie,

hat bei der Bilanzvorstellung am

29. Februar sowohl für das letzte

Quartal als auch für das gesamte

Jahr 2011 Rekord-Ergebnisse (alle

Zahlen nach US-GAAP) präsentiert.

In den letzten drei Monaten

Montageanlagen und Prüfsystemen

verfolgt seit Jahren diszipliniert

eine Drei-Säulenstrategie mit

Konzentration auf die Bereiche

Automotive, Medizin und Solar. Im

Bereich Solar ist das Unternehmen

mit seiner Stringertechnologie

nach eigenen Angaben inzwischen

Weltmarktführer. Für das laufende

Geschäftsjahr soll ein Umsatz auf

gleichem Niveau erreicht werden.

Cimatron meldet Rekorde

des Jahres 2011 stieg der Umsatz

demnach im Vergleich zum letzten

Quartal 2010 um rund 11 % auf 12,2

Mio US-Dollar. Der Gewinn vor

Steuern betrug 1,9 Mio US-Dollar

(+37 %). Für das gesamte Jahr 2011

konnte gar ein Umsatzplus von

rund 13 % auf 40,7 Mio US-Dollar

verzeichnet werden. Diese Umsatzsteigerung

bescherte Cimatron

einen Rekordgewinn: Mit 4,1 Mio.

US-Dollar konnte der Gewinn vor

Steuern gegenüber dem Vorjahr

fast verdoppelt werden.

Fabrik des Jahres:

Fragebogen liegt bei

Produktion Nr. 12, 2012

Landsberg (gk). Die Fragebögen

für den führenden Industrie-

Benchmark Fabrik des Jahres/GEO

sowie für den Günter-Spur-Preis

liegen dieser Ausgabe bei. Neben

dem Gesamtsieger werden ein Sieger

in der Kategorie Global Excellence

in Operations

sowie fünf Kategoriesieger

auserkoren.

Zudem wird der

Günter-Spur-Preis

verliehen. Ausgezeichnet

werden mit dem Preis

herausragende wissenschaftliche

Arbeiten des Nachwuchses, die

sich mit der praktischen Verbesserung

des Produktionsprozesses in

der verarbeitenden Industrie beschäftigen.

Eingereicht werden

können Doktor-, Diplom-, Masterund

Bachelorarbeiten aus unterschiedlichen

Fakultäten. Eingereicht

werden können die Arbeiten

von den Unternehmen, in denen

die Arbeiten geschrieben wurden,

und von Nachwuchswissenschaftlern

selbst. Der Sieger wird beim

gleichnamigen Kongress ausgezeichnet.

www.fabrik-des-jahres.de

Editorial

Wir sind Produktion!

Erinnern Sie sich noch an das Schimpfwort von der „Old Economy“?

Die Produktioner traf es am härtesten, waren sie es doch,

die (nach landläufiger Meinung) in Schmieröl und Spänen wühlten,

also das Gegenteil der virtuellen Cyber-Welt verkörperten.

Bis die IT-Blase platzte. Und die amerikanische Service-Blase.

Und die Finanz-Blase. Warum wohl steht

Deutschland heute so gut da? Wegen der

einst abfällig belächelten „Old Economy“, der

verarbeitenden Industrie und deren Herz

und Basis: der Produktion! Diese vielgescholtene,

von Controllern gegängelte, outgesourcte,

von der Politik wegen Image-Mangels

ignorierte Abteilung, die den Erfolg eines

Eduard Altmann

Chefredakteur

Unternehmens ausmacht – was endlich heute

wieder anerkannt wird! Und die größte Anerkennung

gebührt den aktuellen Siegern unseres

vor 20 Jahren gegründeten Benchmark-

Wettbewerbs „Fabrik des Jahres/GEO“: Sie liefern als Industrie-

Elite den besten Beweis für die Schlagfähigkeit, Effizienz und

strategische Funktion heutiger Produktionen. Sie können endlich

wieder stolz darauf sein, zu sagen: Wir sind Produktion!

eduard.altmann@produktion.de

Für jede Anforderung

die richtigen

Bleche.

In Zukunft in chinesischer Hand: Zentrale der Kiekert AG im nordrhein-westfälischen

Heiligenhaus.

Bild: Kiekert

Automobilzulieferer

Chinesen kaufen Kiekert

Produktion Nr. 12, 2012

Heiligenhaus (DJ/ka). Der Spezialist

für Pkw-Schließsysteme Kiekert

wird vom chinesischen Automobilzulieferer

Lingyun übernommen.

Nach intensiven Verhandlungen

habe sich die jetzige Investorengruppe

mit dem börsennotierten

Automobilzulieferer Hebei

Lingyun Industrial Group Corporation

aus Peking geeinigt, teilte die

Kiekert AG mit.

Die Kiekert AG ist derzeit im Besitz

eines Eigentümer-Konsortiums,

im Wesentlichen bestehend

aus den beiden Finanzinvestoren

Blue Bay Asset Management und

Silver Point Capital sowie dem

amerikanischen Investor Morgan

Stanley. Mit den neuen Eigentümern

war 2007 auch ein neues

Management an Bord gekommen.

Kiekert wurde in den darauffolgenden

Jahren restrukturiert und befindet

sich heute nach eigenen

Angaben auf einem soliden Wachstumspfad.

Im vergangenen Jahre

verkaufte die Kiekert Gruppe 41

Mio Schließsysteme und damit das

größte Produktionsvolumen in der

Unternehmensgeschichte. Mit

weit über 500 Mio Euro Umsatz

schließt Kiekert wieder an frühere

Erfolgsjahre an, so das Unternehmen.

Durch die Übernahme von Kiekert

entsteht ein Zulieferunternehmen

mit über 1 Mrd Euro Umsatz.

Kiekert will das Geschäft mit

Schließsystemen im asiatischen

Raum deutlich ausbauen und plant

zugleich, auch Lingyuns Stamm-

Produkte nach Europa und in den

NAFTA-Raum zu globalisieren. Die

Kiekert AG aus Heiligenhaus beschäftigt

heute weltweit rund 4 000

Mitarbeiter.

Die Lingyun-Gruppe produziert

und vertreibt Kunststoff- und Metallkomponenten

(u.a. Zierteile,

Spezialschläuche, Türelemente,

Gelenkwellen). Mit starkem Fokus

auf ihren chinesischen Heimatmarkt

erwirtschaftet die Lingyun-

Gruppe mit ca. 10 000 Mitarbeitern

an mehr als 40 Standorten einen

Umsatz von über 700 Mio Euro.

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4 · Unternehmen & Märkte · Produktion · 22. März 2012 · Nr. 12

SEMI Europe Symposium

Schicksalsfrage 450-mm-Halbleitertechnologie

Tino Böhler

Produktion Nr. 12, 2012

Im Mittelpunkt des diesjährigen

europäischen Halbleitersymposiums

SEMI: Europäische Halbleiterbranche

rüstet sich für die

450-mm-Technologie – Branchenverband

SEMI übernimmt zudem

„Plastic Electronics Conference

and Exhibition“

v.l.n.r: Heinz Kundert, President SEMI Europe, Denny McGuirck, CEO SEMI und

Ed van den Kieboom, Plastic Electronics Foundation.

Bild: Tino Böhler

Frühzeitiges F&E-Engagement

für 450-mm-Technologie nötig

Dresden (sp). „If Europe does not

embrace 450 mm, Europe is history”,

sagt Malcolm Penn, Gründer,

Chairman und CEO von Future

Horizons Semiconductor Analysts

(UK), im Rahmen der 25. Auflage

des „International Strategy Symposium

Europe” (ISS Europe), das

vom Verband der europäischen

Halbleiterindustrie, SEMI Europe,

in München ausgerichtet wurde.

Mit seiner provokanten Aussage

bringt Penn die herrschende Meinung

der über 200 Konferenzteilnehmer

aus der gesamten europäischen

Halbleiter-, Halbleiterausrüster

und -zulieferindustrie auf

den Punkt. Mit mehr als 100 000

Arbeitsplätzen bei Anlagen-, Material-

und Chipherstellern und deren

Zulieferern steht diese Industrie

vor ihren wohl größten Herausforderungen:

dazu zählen neben

dem Erhalt und der Finanzierung

von weiteren Fabs vor allem Investitionen

und Initiativen rund um

die zukunftsträchtige 450-mm-

Waferfertigung.

Im Bereich der Waferfertigung

müsse man weiterhin die komplette

Nano-Elektronik-Palette mit der

200- oder 300-mm-Waferproduktion

unterstützen, wolle man Europa

als Halbleiterstandort nicht verlieren,

mahnte Luc van den Hove,

Präsident und CEO vom Interuniversity

Microelectronics Centre im

belgischen Leuven (imec), einem

der größten Forschungszentren für

Nano- und Mikroelektronik in Europa.

So war natürlich auch das im

September gegründete, milliardenschwere

„Global 450 Consortium“

(G450C) mit Intel, IBM,

Samsung und Globalfoundries ein

zentrales Thema in München, dazu

nochmals Luc van den Hove: „Wir

müssen auf den eigenen Stärken

der europäischen Halbleiterindustrie

eine komplementäre Plattform

schaffen, die uns als Standort für

das Thema 450-mm-Wafer fit

macht.“

Um auch die Politik mit an Bord

zu nehmen, wurde von der europäischen

450-mm-Initiative „European

Equipment & Materials Initiative

for 450 Millimeter“ (EEMI450)

ein White Paper erarbeitet, das von

EEMI450-Sprecher Bas van Nooten

der EU-Kommissarin für die digitale

Agenda, Neelie Kroes, überreicht

wurde. Dieses Papier widmet sich

detailliert dem diffizilen Übergang

von der 300- auf die 450-mm-Waferproduktion

sowie den damit

verbundenen Herausforderungen,

den massiven Investitionen und

den großen Chancen für die europäische

Halbleiterindustrie. Die

Autoren empfehlen dabei mit

Nachdruck ein frühzeitiges Engagement

in Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten

für die

450-mm-Technologie der gesamten

europäischen Halbleiterindustrie,

will Europa auch in Zukunft

eine signifikante Rolle auf dem glo-

balen Halbleitermarkt einnehmen.

In München wurde zudem bekannt

gegeben, dass der Branchenverband

SEMI die „Plastic Electronics

Conference and Exhibition“

übernommen hat. Das SEMI-Engagement

spiegelt die wachsende

Bedeutung der Plastic Electronics

(PE) oder „Organic and Inorganic

Large Area Electronics“ (OLAE)

und ihrer kommerziellen Nutzung

wieder.

Stichwort 450-mm-Wafer

Die Halbleiterindustrie arbeitet

mit Hochdruck an der Einführung

und Verarbeitung von Silizium-

Substraten mit 450-mm-Durchmesser.

Die Verarbeitung dieser Substrate

wird bei jeweils gleicher Größe

die Anzahl der Bauteile pro Träger

gegenüber der heute gängigen

300 mm Technik verdoppeln.

Der Übergang zur 450-mm-Technik

soll die Produktivität der Halbleiterindustrie

weiter steigern helfen.

Analysten gehen heute davon

aus, dass frühestens 2015/2016

die ersten Fabs die 450-mm-Fertigung

aufnehmen werden.

Zeigen Sie’s dem

Wettbewerb!

bei dem Original der

Industrie-Benchmarks

Werkleiter Andreas Keller (2.v.l.) will mit dem „Einsatz

hochmoderner Technologien Maßstäbe für eine zukunftsorientierte

Automobilproduktion“ setzen. Bild: Daimler

Daimler

Neues Kompetenzzentrum

für die C-Klasse entsteht

In Kooperation mit

Wettbewerbsteilnahme: Janine Marquis, Tel. /

www.fabrik-des-jahres.de

Gunnar Knüpffer

Produktion Nr. 12, 2012

Daimler baut den Standort Bremen

als Kompetenzzentrum für

die neue C-Klasse aus. Diese wird

künftig in der Hansestadt sowie in

Tuscaloosa produziert.

Bremen. Die Daimler AG wird die

Rohbauhalle in Bremen um das

Vierfache vergrößern. Derzeit hat

die Halle ein Fläche von 40 000

Quadratmetern, künftig soll sie um

eine Fläche von 105 000 Quadratmetern

anwachsen. Insgesamt sollen

die Investitionen von Daimler

am Standort Bremen bis 2014 rund

eine Mrd Euro betragen.

Mit den Investitionen soll das

Werk Bremen auf seine Rolle als

Kompetenzzentrum für die neue

C-Klasse vorbereitet werden. Denn

die nächste Generation der C-

Klasse soll nicht mehr in Stuttgart

und Bremen, sondern in Bremen

und Tuscaloosa in den USA produziert

werden.

Auch die Fläche des Presswerks

wird nahezu verdoppelt und eine

neue Großteilstufenpresse installiert.

Neben der Rohbauhalle errichtet

der Automobilhersteller eine

neue Logistikhalle auf 12 000

Quadratmetern. Dort sollen Strukturteile

aus dem Presswerk gelagert

werden, die zur weiteren Verarbeitung

direkt an den Rohbau geliefert

werden.

Derzeit baut Daimler auf dem

Werksgelände ein Parkhaus, in

dem 2 000 Fahrzeuge Platz finden

sollen. Künftig soll es eine Fläche

von 30 000 Quadratmetern umfassen.

pro_FDJ_Zeigen_Sie_148x201.indd 1 08.03.2012 07:57:26


22. März 2012 · Nr. 12 · Produktion · Unternehmen & Märkte · 5

Auftragseingang

Auslandsorders gehen zurück

Gunnar Knüpffer

Produktion Nr. 12, 2012

Der Auftragseingang im verarbeitenden

Gewerbe entwickelte sich

im Januar negativ. Auf Jahressicht

reduzierte sich der Eingang um

4,9 %, berichten Wirtschaftsministerium

und Bundesbank.

Berlin/Hannover/Landsberg.

Der Auftragseingang der Unternehmen

des verarbeitenden Gewerbes

reduzierte sich im Januar

überraschend um 2,7 %. Beobachter

hatten zuvor einen Anstieg erwartet.

Damit ist die Entwicklung

der Auftragseingänge auf Jahressicht

wieder in den negativen Bereich

gelangt und liegt nun bei

-4,9 %.

Besonders Hersteller von Investitionsgütern

stellten eine schlechtere

Auftragslage fest. Ihr neu hinzugekommenes

Aufragsvolumen

lag 5,5 % unter dem Vormonatsniveau,

berichten Bundeswirtschaftsministerium

und Deutsche

Bundesbank. Nur Hersteller von

Vorleistungsgütern bemerkten einen

Anstieg der Bestellungen im

Vergleich zum Vormonat (1,9 %).

Einer Analyse von Nord/LB Economics

& Strategy zu Folge war die

Zahl der Großaufträge für einen

Januar stark unterdurchschnittlich:

Die Auslandsorders verringerten

sich deutlich um 5,5 %, wobei

die Bestellungen aus den Ländern

außerhalb der Eurozone mit

-8,6 % eine ausgeprägte Gegenbewegung

zur robusten Entwicklung

im Dezember vollzogen hätten.

Die Nachfrage aus der Eurozone

blieb hingegen fast stabil (-0,4 %),

die Bestellungen aus dem Inland

nahmen insgesamt um 0,9 % zu.

Die Nord/LB bezeichnete die

Daten als negative Überraschung.

Die Zahl an Großaufträgen aus dem Ausland ging im Januar um 5,5 % zurück.


Bild: Fotolia, Diego Cervo

Die recht einhelligen Entspannungssignale

durch die Stimmungsindikatoren

würden weiterhin

nicht durch die harten Konjunkturdaten

unterfüttert.

Auch die Erzeugung im produzierenden

Gewerbe ging im

Zweimonatsvergleich Dezember/

Januar gegenüber Oktober/November

preis-, kalender- und saisonbereinigt

um 1,8 % zurück. Die

Erzeugung in der Industrie verringerte

sich um 1,5 % und die Produzenten

von Vorleistungs- und Investitionsgütern

meldeten in dem

Zeitraum Produktionsrückgänge

von 1,9 % beziehungsweise 1,3 %.

Betrachtet man den Januar einzeln,

stieg die Erzeugung im produzierenden

Gewerbe um 1,6 %. Dazu

trug vor allem das Bauhauptgewerbe

mit einem Anstieg von 4,3 % bei,

während die Produktion in der Industrie

um 1,4 % ausgeweitet wurde.

Dieser Anstieg in der Industrie

ist vor allem auf eine zusätzliche

Erzeugung von Investitionsgütern

zurückzuführen (3,5 %).

Während die inländische Verwendung,

gestützt auf die Bauinvestitionen,

einen leicht positiven

Wachstumsbeitrag lieferte, wirkte

vor allem der Rückgang des Außenbeitrags

dämpfend, heißt es im aktuellen

Bericht des Wirtschaftsministeriums

zur wirtschaftlichen

Lage in Deutschland. In einem

eingetrübten internationalen Wirtschaftsumfeld

nahmen die Exporte

stärker ab als die Importe: Die Ausfuhren

stiegen im Januar um 2,3 %,

die Einfuhren jedoch um 2,4 %.

Der Analyse der Nord/LB zu Folge

hat sich zum Jahresauftrakt die

Auftragslage der Unternehmen im

verarbeitenden Gewerbe überraschend

verschlechtert. Vor allem

im außereuropäischen Ausland

ging die Nachfrage deutlich zurück.

Dennoch dürfte es nicht zu

einer Rezession in Deutschland

kommen. Im ersten Quartal dürfte

die Wirtschaftsentwicklung noch

gedämpft ausfallen, bevor im Frühjahr

eine Wachstumsbeschleunigung

zu erwarten sei.

Technologiepark Augsburg

Mehr Ressourceneffizienz

in der Produktion

Dietmar Poll

Produktion Nr. 12, 2012

Im Technologiepark Augsburg

werden Faserverbundtechnologie,

Luft- und Raumfahrt, Mechatronik

und Automation und Umwelt- sowie

Informations-und Kommunikationstechnologie

zusammengeführt.

Unternehmen, Investoren

und Fachkräfte sollen von den

Synergien profitieren.

Augsburg. „Der Standort dient

dem Technologietransfer sowie

der Fachkräftesicherung“ erklärt

Andreas Thiel, Geschäftsführer der

Regio Augsburg GmbH. Vorerst

liege technologisch das Hauptaugenmerk

auf der Unterstützung der

Luft- und Raumfahrt beim Leichtbau,

wie Professor Michael Kupke,

Leiter des Zentrums für Leichtbau-

Produktionstechnologie (ZLP) des

DLR in Augsburg, erklärt: „Die Mission

des ZLP ist es, die Industrie zu

unterstützen, die Leichtbaukompetenz

benötigt, indem wir den

Technologiereifegrad innerhalb

der Forschung soweit vorantreiben,

dass wir zeigen können, dass

ein integrierter Produktionsprozess

möglich ist.“ Dieser Prozess

solle die Bauteilgröße und die Reproduzierbarkeit

berücksichtigen

und die dortigen Arbeitsbedingungen

sollen industrienah sein. „Diesen

Technologiereifegrad abzudecken

war vorher durch reine Forschungsinstitutionen

nicht möglich.

Jetzt können wir den Unternehmen

eine wesentlich größere

Sicherheit bieten, dass der Prozess

wirklich industriealisierbar sein

wird“, verdeutlicht Kupke.

Das Ganze basiere auf einem

höheren Automatisierungsgrad.

Der Carbonfaser kommt eine tragende

Rolle bei der Ressourceneffizienz

zu.

Bild: SGL Group

Aber: „Nicht immer maximal automatisieren,

sondern die optimale

Balance finden und flexibel sein für

die verschiedenen Anforderungen

der Unternehmen“, beschreibt

Kupke. Es sei notwendig, etwas

grundlegend Neues aufzubauen,

um nicht punktuell in bestehenden

Produktionsprozessen Verbesserungen

vornehmen zu müssen, da

man das Ganze integriert betreiben

wolle. „Damit erreicht man eine

integrierte Qualitätssicherung,

was ein sehr wichtiger Baustein ist“,

unterstreicht Kupke.

Gesamtlebenszyklus

des Produktes verstehen

Vor allem bei der Faserverbundtechnologie

sei es wichtig, den

Gesamtlebenszyklus des Produktes

zu verstehen – von den Rohstoffen

und Ressourcen, die man in

Entwicklung und Produktion, im

Betrieb und schließlich in der Entsorgung

benötige. „Letztlich geht

es darum, den Zyklus zu verstehen,

um Ressourcen so effizient wie

möglich einsetzen zu können. Das

ist die Kompetenz, die wir hier gemeinsam

mit der Industrie aufbauen

und nutzen wollen“, so Kupke.

Voestalpine schließt

Duisburger Werk

Produktion Nr. 12, 2012

Linz (DJ/ks). Der österreichische

Stahlkonzern Voestalpine will sein

Schienenwerk in Duisburg schließen.

Der Grund liege in der mangelnden

Wirtschaftlichkeit der

TSTG Schienen Technik GmbH &

Co. KG, wie das Unternehmen mitteilte.

Die Schließung soll frühestens

zum Jahresende erfolgen. Es

werde derzeit geprüft, wie die 350

Mitarbeiter in dieser Situation unterstützt

werden können.

TSTG hatte mit sinkender Auslastung

zu kämpfen und hat hohe

Verluste geschrieben. „Dass die

Produktion am Standort Duisburg-Bruckhausen

nicht rentabel

ist, liegt vor allem an den Gegebenheiten

des Marktes“, sagte

Franz Kainersdorfer, Vorstandsmitglied

der Voestalpine AG. Im

Zusammenhang mit der Stilllegung

und aufgrund eines schwebenden

Kartellverfahrens in

Deutschland hat der Voestalpine-

Vorstand beschlossen, Rückstellungen

in Höhe von insgesamt 205

Mio Euro zu bilden. Sie werden im

Jahresabschluss zum 31. März ergebniswirksam.

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6 · Unternehmen & Märkte · Produktion · 22. März 2012 · Nr. 12

INSTANDHALTUNG

Branche ist optimistisch

AUTOMATICA 2012

Montage hautnah erleben

PRODUKTION NR. 12 , 2012

Im Anlagenbau oder bei anderen

komplexen Großprojekten und

Produktionsprozessen werden

qualifizierte Tätigkeiten häufig

von spezialisierten Dienstleistern

übernommen. Der Industrieservice

rechnet daher unbeschadet

von der Schuldenkrise mit weiterem

Wachstum.

DÜSSELDORF (BA). „Die deutsche

Wirtschaft hat ein gutes Jahr hinter

sich. Dazu hat der Industrieservice

beigetragen – er hilft den Unternehmen,

Kosten zu flexibilisieren

und Effizienz zu steigern“, sagte

Martin Hennerici, Vorstand des

Düsseldorfer Wirtschaftsverbandes

Industrieservice (WVIS). Der

Manager des Maschinenbauers

Voith und Chef der Sparte Industrial

Services erwartet, „dass sich der

Trend zu professionellen Industriedienstleitungen

fortsetzen wird“.

Nicht nur wie bisher vorwiegend in

der Energie-, Chemie- und Petrochemiebranche,

auch in anderen

Industrien. Beispielsweise verstärke

die Autoindustrie ihre Outsourcing-Bemühungen,

um im globalen

Wettbewerb schlanker zu werden.

Neben dem deutschen Markt

würden auch unter diesem Aspekt

die „Emerging Markets“ immer interessanter.

Diese Entwicklungen

führten auch dazu, dass die Industriedienstleister

als Arbeitgeber

punkten. „Das Image unserer Branche

stützt sich auf drei Punkte“, so

Hennerici. Sie biete ein attraktives

Arbeitsfeld für mittlere bis hohe

Qualifikationen, werde zunehmend

zum Jobmotor auch für weniger

qualifizierte Berufsgruppen

am Rande des Arbeitsmarktes, und

sei außerdem der Garant hoher

Industrieservice wird vor allem im Anlagenbau bei der Instandhaltung und

bei geplanten Abstellungen von Großanlagen benötigt. Bild: Massimo Cavallo / Fotolia

„Weiter sehr optimistische

Grundstimmung“

Leistungsstandards im Sinne einer

Service Excellence.

Der Verband, der knapp 30 industrielle

Dienstleister, also etwa

ein Drittel des deutschen Marktes

mit einem Umsatzvolumen von

knapp 10 Mrd Euro repräsentiert,

startete jetzt seinen jährlichen

Branchenmonitor. Die bisherigen

Signale von den Mitgliedern dokumentieren

eine positive Grundstimmung.

Der Markt der Industriedienstleistungen

habe im vergangenen

Jahr generell von der

guten Entwicklung der deutschen

Wirtschaft profitiert, urteilte etwa

Lothar Meier, neu im WVIS-Vorstand

für InfraServ Knapsack: „Der

Trend, Aktivitäten auszulagern, die

nicht zum Kerngeschäft gehören,

wird weiter anhalten.“ Aus der Perspektive

von Bilfinger Berger Industrial

Services berichtete WVIS-

Vorstandsmitglied Gerald Pilotto,

es habe zwar in Deutschland einige

Verschiebungen von Projekten gegeben,

umso größer seien die Erwartungen

für das laufende und

die kommenden Jahre. Industrieservice

werde vor allem im Anlagenbau

bei der Instandhaltung

und bei geplanten Abstellungen

von Großanlagen in der Prozessindustrie

benötigt. Der Pumpen- und

Armaturen-Hersteller KSB verspürte

zwar nach eigenen Angaben

die Schuldenkrise, die Folgen von

Fukushima und die Krise in Nordafrika,

wo einige Großanlagen im

Kraftwerksbau verschoben wurden.

Die Sparte Service habe aber

erneute Steigerungen erzielen

können. „Nach diesen Einschätzungen,

die wir nach Ablauf des

Geschäftsjahres 2011 von unseren

Firmen gehört haben, rechnen wir

weiter mit einer sehr optimistischen

Grundstimmung“, sagte

WVIS-Geschäftsführer Reinhard

Maaß. Die Ergebnisse werden nach

Ende der Befragung als „Branchenmonitor

2012“ publiziert.

PRODUKTION NR. 12 , 2012

Der Umsatz von Montage- und

Handhabungstechnik im Jahr

2011 soll in Deutschland laut

VDMA Robotik+Automation 6 Mrd

überschreiten – ein Plus von 42 %.

Der Zuwachs ist letztlich der Lohn

für praxisgerechte Lösungen,

die Unternehmen in den letzten

Jahren entwickelt haben.

MÜNCHEN (MG). Besucher der Automatica

2012 (22. bis 25.5. 2012,

Neue Messe München) erhalten

einen umfassenden Überblick über

modernste Montage- und Handhabungstechnik.

Wachstumsmotor

dieser positiven Entwicklung ist

wie schon oft die Automobilindustrie,

die verstärkt in neue Technik

und neue Werkstoffe investiert.

Hilfreiche Informationen zum Umgang

mit Faserverbundwerkstoffen

bietet die Automatica 2012. Sie hat

das Thema „Automatisierte Composite

Produktion“ zu einem ihrer

zentralen Themen erklärt und wird

dazu auch eine neue Sonderschau

präsentieren. Die internationale

Fachmesse für Automation und

Mechatronik will dazu beitragen,

die Herausforderung

einer automatisierten

Fertigung von Leichtbauteilen

aus Faserverbundwerkstoffen

zu

meistern.

Zahlreiche weitere

Wachstumstreiber für

die Montage- und

Handhabungstechnik, die verstärkt

auf automatisierte Montage

setzen, sind zudem die Elektronikund

Metallindustrie, der Maschinenbau,

die Flachdisplay-Fertigung,

Medizintechnik und alle

Branchen rund um erneuerbare

Energien. Die wiederum trägt dazu

Auch in der Montage- und Handhabungstechnik

ist die Autoindustrie

ein Wachstumstreiber. Bild: BMW

bei, bei hoher Qualität zu rationalisieren,

die Produktivität zu steigern,

Durchlaufzeiten zu verkürzen

oder Taktzeiten zu erhöhen.

Ein neues und besonders interessantes

Anwendungsfeld ist die

Batterieproduktion. Die Rede ist

weniger von haushaltsüblichen

Batterien oder

Akkus für Laptops oder

Handys, sondern von

Hochenergiespeichern

für Elektroautos oder erneuerbare

Energien.

Diese Batterien nehmen

eine Schlüsselrolle ein,

wenn es um die Wirtschaftlichkeit

und Akzeptanz von Elektromobilität

und alternativer Energiegewinnung

geht. Auf der Automatica

wird es dazu in diesem Jahr die

Sonderschau „Batterieproduktion

und Automatisierungstechnik“ geben

(Halle A2).

17. - 20. April 2012

Messe Karlsruhe

PaintExpo

Internationale Leitmesse für

industrielle Lackiertechnik

CEBIT 2012

Anbieter rüsten sich für ERP-Cloud

DANIELA HOFFMANN

PRODUKTION NR. 12 , 2012

Die ERP-Hersteller suchen die Auseinandersetzung

mit dem Thema

Cloud und stehen produktseitig in

den Startlöchern. So das Fazit zur

diesjährigen CeBIT.

Pulverbeschichten

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HANNOVER (ILK) 312 000 Besucher

trafen auf 4 200 Aussteller. Der

Nahverkehrsstreik am Donnerstag

verhagelte der weltweit größten

Computermesse einen wichtigen

Messetag, so ist wohl auch die

leicht niedrigere Besucherzahl – in

2011 kamen 339 000 – zu erklären.

Cloud-Computing gehörte zu den

heißen Themen. „Die Reise wird in

Richtung Cloud gehen, auch wenn

wir uns derzeit noch in der Sondierungsphase

befinden“, vermutet

Stephan Dürr, Marketing-Leiter bei

Oxaion. Auch beim Microsoft-ERP

winkt die Wolke. Ab Herbst will der

Hersteller die neue ERP-Basisplattform

mit dem Arbeitstitel NAV 7

selbst als Cloud-Service hosten.

Branchen-Zusatzfunktionen gibt

Die Wege auf der CeBIT wiesen in genau eine Richtung: Cloud Computing

stand im Vordergrund des Messegeschehens.

Bild: Deutsche Messe AG

es jeweils von Partnern über dieselbe

Plattform. Wo die Server stehen,

ist noch nicht entschieden, es soll

jedoch auch Standorte in Europa

geben – denn das ist aus Datenschutz-Gründen

wichtig. „Wir sehen

keine Nachfrage nach Cloud-

Anwendungen, die Kunden wollen

eine modifizierte Lösung“, sagt

hingegen Leo Ernst, Vorstand bei

Proalpha. Von den rund 1 700 Kunden

nutzten nur 15 das vorhandene

SaaS-Angebot. Das Interesse an

mobilen Lösungen für Vertrieb und

Service sei erstaunlich hoch und

werde eher durch die Anzahl vorhandener

Consultants begrenzt,

berichtet auch Ernst.


22. März 2012 · Nr. 12 · Produktion · Unternehmen & Märkte · 7

Fachmessen

10. Logimat übertrifft

„alle Erwartungen“

Klaus Hiemer

Produktion Nr. 12, 2012

Mit einem Rekordergebnis bei den Aussteller- und Besucherzahlen

übertrifft Europas größte jährlich veranstaltete Logistik-Fachmesse

Logimat laut Veranstalter im 10. Jahr „alle Erwartungen“. Über einen

weiteren Ausbau werde nachgedacht.

Stuttgart. Die 10. internationale

Fachmesse für Distribution, Material-

und Informationsfluss hat das

beste Ergebnis der Logimat-Veranstaltungsgeschichte

erzielt – und

die hohen Erwartungen an die Jubiläumsveranstaltung

deutlich

übertroffen. 919 Aussteller (+

19,3%) aus 25 Ländern zeigten auf

65 000 Quadratmetern Ausstellungsfläche

(plus 20%) das gesamte

Spektrum der Produkt- und Lösungsangebote

für effiziente Intralogistik.

„Die Zahlen bestätigen

den Ruf der Logimat als Trendbarometer

im mehrfachen Sinne“,

urteilt Messeleiter Peter Kazander.

„Sie spiegeln die wirtschaftliche

Situation der Intralogistik-Branche

und die Innovationskraft der ausstellenden

Unternehmen ebenso

wider wie das hohe Informationsbedürfnis

der Anwender und Besucher,

das die Logimat deckt.“

Vom 12. bis 15. März 2012 belegte

die Logimat zum ersten Mal alle

fünf Hallen des Nordflügels und

war damit ausgebucht. Erstmals

dabei: Aussteller aus Spanien, der

Türkei, Kanada, Australien und

den USA. Das Messemotto ‚Innovationen

+ Netzwerke für nachhaltiges

Wachstum‘ zog an den drei

Messetagen mehr als 29 000 Besucher

(plus 30,5%) aus aller Welt auf

das Stuttgarter Messegelände. Der

aktuellen Untersuchung des Baseler

Marktforschungsinstitutes

Wissler & Partner zufolge waren

mehr als drei Viertel davon Entscheider.

Fast jeder dritte Messebesucher

legte zudem einen Anreiseweg

von mehr als 300 Kilometern

zurück. Zehn Prozent der Fachbesucher

kamen aus dem Ausland –

vor allem aus Österreich, der

Schweiz, Großbritannien und Italien.

„Diese Entwicklung unterstreicht

die zunehmende internationale

Bedeutung der Logimat sowohl

für die Aussteller als auch das

Fachpublikum“, sagt Kazander.

Kompakter Überblick auf

überschaubarer Fläche

„Die Logimat 2012 war so international

wie nie zuvor.“ Zudem zeigte

sich das Fachpublikum mit der

Logimat 2012 durchweg zufrieden:

83,5% beurteilten die Messe mit

sehr gut bis gut. Lediglich 1,3% gaben

der Messe eine Benotung jenseits

der Schulnote 3.

Eine Basis für den Erfolg sieht

Kazander in dem speziellen Charakter

der Marke Logimat. Das bewährte

Messekonzept, auf überschaubarer

Fläche einen kompak-

Moderne Warehouse-Technik zum Anfassen (Bild) war ebenso gefragt wie die

anderen klassischen Intralogistik-Themen.

Bild: Euroexpo

ten Branchenüberblick mit kurzen

Wegen, einem Informationsangebot

auf Kongressniveau und höchsten

Annehmlichkeiten für die Besucher

zu kombinieren, ist im

Markt inzwischen etabliert. Dabei

hat sich das Konzept in der letzten

Dekade als flexibel genug erwiesen,

das Wachstum der vergangenen

zehn Jahren nicht nur zu fördern,

sondern zugleich auch mit

ihm Schritt zu halten und zur Steigerung

der Attraktivität stets neue

Aspekte einzubinden, heißt es. Als

weiteren Erfolgsfaktor nennt der

Messechef die gewachsene Zusammenarbeit

zwischen Veranstalter

und der Messe Stuttgart.

Kazander: „Sie ist ein elementarer

Mosaikstein für die Erfolgsgeschichte

der Logimat. Deshalb bekennen

wir uns klar zum Messestandort

Stuttgart.“

Die Erfolgsgeschichte der Messe

will der Messechef auch in den

kommenden Jahren fortschreiben.

„Die Herausforderung für uns liegt

ebenso wie in der Logistik selbst

nicht in der Beherrschung, sondern

in der Reduzierung der Komplexität“,

sagt Kazander. „Wir zielen

auf ein solides Wachstum, ohne

dabei unsere Wurzeln aus den Augen

zu verlieren. Das muss nicht

immer das Höher, Schneller, Weiter

sein.“

Fachmesse Medtec

Europa-Position gefestigt

Klaus Hiemer

Produktion Nr. 12, 2012

Die Medizintechnik-Messe Medtec

2012 hat laut Veranstalter UBM

Canon ihre Rolle als führende Veranstaltung

dieser Art in Europa

gefestigt. Rund 14 000 Fachbesucher

informierten sich in Stuttgart

über Trends und Innovationen.

Stuttgart. Mit 1017 Ausstellern

(Vorjahr: 1003) auf rund 17 000 Nettoquadratmetern

(Vorjahr: 16 000)

in den Hallen 2, 4, 6 und 8 der Landesmesse

Stuttgart konnte das hohe

Niveau des vergangenen Jahres

mehr als gefestigt werden, teilte

UBM Canon im Abschlussbericht

mit. Gleiches gelte für den hohen

Grad an Internationalität der Aussteller,

die wie im Vorjahr aus insgesamt

32 Ländern Europas, Amerikas

und Asiens anreisten, um ihre Produkte

und Dienstleistungen dem

qualifizierten Fachpublikum in

Stuttgart zu präsentieren.

Als Besucher registrierten die

Veranstalter von UBM Canon rund

14 000 Personen (Vorjahr: 13 500).

Damit bestätigt die Fachmesse laut

dem verantwortlichen Messemanager

Gregor Bischkopf einmal

mehr ihren Platz als führende me-

dizintechnische Veranstaltung in

Europa: „Weltweit betrachtet liegen

wir damit auf dem zweiten

Platz hinter der US-amerikanischen

Messe ‚Medical Design &

Manufacturing (MD&M) West‘, die

ebenfalls von UBM Canon ausgerichtet

wird.“

Um weiterem Wachstum Platz zu

schaffen wird die Medtec Europe

im nächsten Jahr die vielfältigen

Möglichkeiten des Stuttgarter Messegeländes

nutzen und künftig auf

die andere Hallenseite wechseln.

Dort stehen vom 26. bis 28. Februar

2013 die Hallen 1, 3 und 5 zur Verfügung.

Innovationspreis zum

ersten Mal vergeben

Mit besonderer Spannung erwarteten

Aussteller und Besucher

dieses Jahr den Abend des zweiten

Messetages, an dem erstmals der

‚Medtec EMDT Innovation Award‘

vergeben wurde. Als Gewinner

setzten sich unter anderem das

Unternehmen Telcare Inc. mit dem

Blutzuckermessgerät ‚Telcare

Blood Glucose Meter‘ als bestes

Medizinprodukte-Startup des Jahres

und die Firma Erdmann Design

AG mit einem speziellen Analysegerät

durch.

Hand in Hand ...

... für neue Lösungen in der Mensch-

Technik-Kooperation: ExoHand. Impulse

für Innovationen: www.festo.com/gruppe

Rund 14 000 Besucher

informierten

sich in vier Hallen

der Landesmesse

Stuttgart über den

neuesten Stand der

Medizintechnik.

Bild: UBM Canon

Halle 15, Stand D07


8 · Unternehmen & Märkte · Produktion · 22. März 2012 · Nr. 12

Regenerative Energien

Droht der Solarindustrie der Branchentod?

Tino Böhler

Produktion Nr. 12, 2012

Q-Cells schreibt Verluste, Centrotherm

baut Arbeitsplätze ab.

Die Solarbranche am Boden? Da

lässt der Einstieg der indischen

Microsol beim insolventen Solarmodulhersteller

Solon Hoffnung

aufkeimen.

Dresden/Berlin (ilk). „Dass es

gelang, in so kurzer Zeit einen Käufer

für Solon zu finden, ist ein großer

Erfolg“, betont Insolvenzverwalter

Rüdiger Wienberg. Es habe

insgesamt eine Handvoll Interessenten

gegeben, so Wienberg gegenüber

Produktion, warum aber

Microsol den Zuschlag bekommen

hat, verriet er nicht. Dass es am

Kaufpreis liegen könnte, kann nur

vermutet werden.

Mit der neu gegründeten Solon

Energy GmbH soll nach Unternehmensangaben

ein integrierter Solar-Systemanbieter

entstehen, der

auf führenden Photovoltaikmärkten

vertreten sein und dadurch

gute Perspektiven im internationalen

Wettbewerb haben soll. Rund

600 weltweite Arbeitsplätze seien

aus der insolventen Solon SE (inkl.

Tochtergesellschaften) auf die

neue Solon Energy GmbH und ihre

Schwestergesellschaften übergegangen.

Die Standorte in Berlin-

Adlershof (Deutschland), Tucson

(USA) und Carmignano di Brenta

(Italien) bleiben erhalten.

Hersteller ruhten sich zu

lange auf dem EEG aus

An der Grundmisere in der Branche

hat sich vermutlich nichts geändert.

Wie die Solarworlds, Conergys

und Q-Cells, hätten sich die Vorstände

und Geschäftsführer zu lange

auf dem EEG (Erneuerbare-

Energien-Gesetz) ausgeruht, das

ihnen immer neue Kunden hierzulande

garantiert hätte, werfen Kritiker

den Machern der Branche vor.

Doch es gibt auch Unternehmen,

die sich nicht auf dem EEG ausgeruht

haben, wie der geschäftsführende

Gesellschafter der Kirchner

Solar Group, Lars Kirchner, betont:

„Die Kirchner Solar Group hat stets

in Produkt- und Service-Innovationen

und die konsequente Weiterentwicklung

des Unternehmens,

Für das Erste ist die Gefahr abgewendet: Solon scheint gerettet; die Betriebsstätten

in Berlin, Tuscon und Carminignano di Brenta bleiben erhalten.Bild: Solon

unserer Technologien und Mitarbeiter

investiert, so dass wir gerüstet

sind, auch mit veränderten Marktbedingungen

umzugehen.“ Letztlich

gehe es für die Solarindustrie

darum, sich von staatlichen Anreizsystemen

unabhängig zu machen.

Auch Solon hatte zulange auf EEGbasierte

Strategien gesetzt, ein Prozess,

der schließlich in den Aufkauf

durch Microsol mündete. Laut Solon-Angaben

produziert Microsol

selbst mit rund 325 Mitarbeitern in

Fujairah (Vereinigte Arabische Emirate)

kostengünstig hocheffiziente

Solarzellen. Die Übernahme von

Solon solle die Erweiterung der

Angebotspalette um spezialisierte

Produktinnovationen und Zugänge

zum europäischen und nord-

amerikanischen Markt ermöglichen.

Zudem würden die Stärken

von Solon im Kraftwerksgeschäft

und in den Bereichen Forschung

und Entwicklung sowie Marketing

und Vertrieb von Microsol als besonders

werthaltig betrachtet.

Doch auch hier warnen Kritiker,

dass der neue Inhaber Solon von

der Börse nehmen und möglichst

viele Tochterunternehmen verramschen

könnte.

Solarmarkt kein Biotop – es

herrscht globaler Wettbewerb

Fazit: Die Schließungen, Insolvenzen

und Übernahmen in der

Solarbranche werden weitergehen,

wenn sich die von der Förderung

(Stichwort ‚EEG’) bislang verwöhnten

Unternehmen nicht ganz

schnell auf die neue Situation einstellen.

Dazu sollte in den Chefetagen

schleunigst die Überzeugung

reifen, dass es keinen deutschen

oder europäischen Solarmarkt

quasi als Biotop gibt – Innovationen,

Produkte und Vertrieb in allen

Branchen sind heutzutage eben

international und global – und damit

auch der Wettbewerb.

China-Corner

Ausschreibung

des Günter-Spur-Preises

Produktion und A.T. Kearney schreiben im

Rahmen des Wettbewerbs Fabrik des Jahres/

GEO den Günter-Spur-Preis aus. Der Günter-

Spur-Preis ist nach einem der Väter der

Produktionstechnik in Deutschland benannt:

Univ.-Prof.em. Dr.-Ing. Günter Spur. Ausgezeichnet

werden herausragende wissenschaftliche

Arbeiten des Nachwuchses, die sich mit

der praktischen Verbesserung des Produktionsprozesses

in der verarbeitenden Industrie

beschäftigen. Eingereicht werden können

Doktor-, Diplom- und Masterarbeiten aus unterschiedlichen

Fakultäten wie Maschinenbau,

Wirtschaftsingenieurwesen oder Wirtschaftswissenschaften.

Eingesendet werden können

die Nachwuchsarbeiten zusammen mit dem

Bewerbungsbogen (www.fabrik-des-jahres.de)

von den Unternehmen, in denen die Arbeiten

geschrieben wurden, und von den Nachwuchswissenschaftlern

selbst an:

A. T. Kearney, Janine Marquis,

Lenbachplatz , München,

Tel. / .

Einsendeschluss

ist der

. Mai

AHK/Peking (ah): Die deutsche AHK

Shanghai ist ein Kooperationspartner

der China Wind Power, der größten

jährlich stattfindenden Messe

und Konferenz zum Thema Windenergie

chinaweit. Dort sollen neue

Produkte und Technologien vorgestellt

sowie Diskussionen über

Windenergie angeregt werden. Die

Veranstaltung wird vom 16. bis 18.

Oktober in Peking stattfinden. Deutsche

Unternehmen können sich für

den deutschen Pavillon anmelden,

welcher Firmen bei ihrem Messeauftritt

unterstützt. Das Anmeldeformular

ist auf der Homoepagewww.

china.ahk.de abrufbar.

Dow Jones/Peking (ah): Laut Dow

Jones verbuchte China für den Februar

ein massives Handelsbilanzdefizit.

Es betrage 31,48 Mrd US Dollar,

während laut der chinesischen Zollbehörde

im Januar noch ein Überschuss

erwirtschaftet wurde. „Alles

in allem verschlechtern sich die Bedingungen

mit einer raschen Geschwindigkeit“,

sagte Zhiwei Zhang,

Volkswirt bei Nomura. „Die Abkühlung

geht schneller voran, als die

Regierung erwartet hat“. Laut Zhang

ist vor allem der schwache Export

für das Defizit verantwortlich, da die

Nachfrage anderer Märkten sinke.

Linde/Songmu Island (ah): Der Technologiekonzern

The Linde Group wird

die Gasversorgung des Chemieunternehmens

Dahua Group am Standort

auf Songmu Island in Nordostchina

übernehmen. Linde wird zwei

bestehende Luftzerlegungsanlagen

(LZA) vor Ort erwerben und zudem

eine neue Anlage errichten. Diese

soll 2014 in Betrieb gehen und die

alten LZAs ersetzen. Das Unternehmen

plant eigenen Angaben zufolge,

rund 70 Mio Euro zu investieren.

Wacker/Nanjiing (ah): Die Wacker

Chemie AG baut ihre chinesischen

Polymeraktivitäten aus und investiert

dazu rund 40 Mio Euro in den

Bau von zwei Produktionsanlagen

am Standort Nanjing. Wie der Chemiekonzern

bekannt gab, werden

die bestehenden Produktionsanlagen

für Vinylacetat-Ethylen-Copolymer-Dispersionen

(VAE) um einen

neuen Reaktor mit einer Jahreskapazität

von 60 000 Tonnen erweitert.

Damit würden sich die Kapazität für

VAE-Dispersionen in Nanjiing auf

rund 120 000 Jahrestonnen verdoppeln.

Darüber hinaus errichtet Wacker

im Werk Nanjing eine neue Anlage

zur Herstellung von Polyvinylacetat-Festharzen.

Diese soll Anfang

2013 fertig gestellt werden.

In Kooperation mit

www.fabrik-des-jahres.de

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22. März 2012 · Nr. 12 · Produktion · Messe wire/Tube · 9

Unterschiedlichste

Rohrprofile können

heute schnell

und kostensparend

mit dem Laser

geschweißt

werden.


Bild: Trumpf

Fachmessen

Wire + Tube: Top-Event

mit Flächen-Zuwachs

Lasertechnik

Speziell für das Schweißen

von Rohren und Profilen

Klaus Hiemer

Produktion Nr. 12, 2012

Die Fachmessen Wire + Tube (26.

bis 30. März 2012) sind internationaler

Branchentreff für die Draht-,

Kabel- und Rohrindustrie. Rund

2 500 Aussteller belegen heuer

eine Rekordfläche.

Produktion Nr. 12, 2012

Trumpf zeigt auf der Wire +

Tube unter anderem ein Strahlführungssystem

speziell für das

Laser-Schweißen von Rohren und

Profilen.

Ditzingen (hi). Ob Stumpfstoß,

Bördelnaht, T-Stoß, Eckstoß oder

Überlappnaht, das flexible Werkzeug

Laser verbindet jede Nahtform

gleichermaßen sicher. Und zwar

Baustahl ebenso gut wie Edelstahl,

Aluminium oder Buntmetalle, in

Materialdicken zwischen einem

Zehntel Millimeter bis zu fast einem

Zentimeter. Diese Stärken kann der

Laser gerade beim Schweißen von

Rohren und Profile ausspielen.

Bearbeitungspunkt kann

eingestellt werden

Mit der Produktfamilie TruLaser

Cell 1100 hat Trumpf ein Strahlführungssystem

entwickelt, das für das

Schweißen von Rohren und Profilen

optimiert ist. Für sämtliche Anwendungsfälle

geeignet, gibt es die

TruLaser Cell 1100 in unterschiedlichen

Ausführungen jeweils spezialisiert

auf das Schweißen von Bändern,

Rohren und Profilen sowie auf

die Bearbeitung rotationssymmetrischer

Teile. Denn der optimale

Bearbeitungspunkt kann über motorische

Achsen parallel oder senkrecht

zur Bearbeitungsrichtung eingestellt

werden. Ein senkrechter

Strahleinfall auf die Fügestelle ist

dabei keine Voraussetzung, mithilfe

der SpeedLas Optik kann die Naht

auch unter einem Winkel verschweißt

werden. Ebenfalls abhängig

von Anwendung und Werkstoff

kann als Strahlquelle zwischen einem

CO 2

- und einem Festkörperlaser

gewählt werden.

Die TruLaser Cell 1100 wird direkt

in die Fertigungslinie integriert.

Durch ihren kompakten Aufbau

beträgt die gesamte Aufstellfläche

nur etwa fünf Quadratmeter sogar

inklusive des Laseraggregates. Über

das von Trumpf entwickelte Nahtnachführungssystem

SeamLine

wird der Fügespalt ständig überwacht

und die Schweißoptik in

Echtzeit nachgeführt. Dies stellt eine

optimale Nahtqualität und

höchste Präzision über den gesamten

Prozess sicher, ebenso wie nachbearbeitungsfreie

Sichtnähte und

Flexibilität bei den Bearbeitungsdurchmessern.

Die TruLaser Cell

1100 zeichnet sich außerdem durch

hohe Robustheit und Vielfältigkeit

aus, heißt es. Rund um die Uhr

schweißt sie Rohre und fertigt Halbzeuge

ganz nach Anforderung des

Kunden. Die Wartungszyklen sind

äußerst gering und sollte doch einmal

etwas nicht funktionieren, unterstützt

Trumpf mit umfassendem

Teleservice. Über Telediagnose

können sich Trumpf- Servicetechniker

jederzeit, aber natürlich nur

nach Freigabe des Kunden, auf die

Steuerung der Maschine aufschalten

und eventuelle Störungen

schnell und sicher beseitigen. Als

Erweiterung zur TruLaser Cell 1100

kann eine Trumpf Markierlasereinheit

als nachgelagerter Schritt zum

Schweißen automatisiert in die Fertigungslinie

integriert werden.

Halle 6, Stand A 30

www.trumpf.com

Effizienz-Navi Preis

Material ✔ Energie

Service Handhabung ✔

Zeit ✔ Lebensdauer

Kosten senken mit Produktion

Messe-Duo wächst seit

1988 kontinuierlich

Düsseldorf. Den Besuchern werden

die Neuheiten auf einer Fläche

von über 107 000 Quadratmetern

präsentiert. Die Wire hat dabei ein

Flächenplus von 10,4 %, bei der Tube

sind es 8,8 %. Viele Unternehmen

haben ihre Flächen laut Messe Düsseldorf

vergrößert, um sich noch

intensiver präsentieren zu können.

Die Tube präsentiert Neuheiten

aus dem Bereich Rohrherstellung

und -bearbeitung. Im Fokus stehen

heuer unter anderem die Profiltechnologie

und Kunststoffrohre und

flexible Rohre. Auf der Wire sind

nach Angaben der Messe Düsseldorf

modernste Maschinen und

Anlagen zur Gerstellung von Federn

und Befestigungselementen

zu sehen. Außerdem werden die

Besucher ausführlich über die zunehmende

Bedeutung von Kupferdrähten

beim Einsatz im Automobilbau,

in der Elektrik, Elektronik

und Telekommunikation informiert.

Seit 1986 organisiert die Messe

Düsseldorf die Wire als Internationale

Fachmesse für Draht und

Kabel. In der Mitte Europas gelegen,

mit idealen logistischen Anbindungen

ins benachbarte Ausland und

nach Übersee, erweist sich der Messeplatz

Düsseldorf bis heute als

Heimat der wire.

1988 wurde die Tube in Düsseldorf

ins Leben gerufen und seither

finden Wire und Tube gemeinsam

in Düsseldorf statt. In zweijährigem

Rhythmus stattfindend, entwickelte

sich die Zahl der teilnehmenden

Unternehmen bis zum Jahr 2002

kontinuierlich weiter. 2002 waren es

bereits 1 096 Aussteller auf einer

Das Messeduo Wire + Tube bietet den Besuchern Neuheiten auf einer Gesamtfläche

von über 100 000 Quadratmetern.

Bild: Messe Düsseldorf

Fläche von 51 000 Quadratmetern.

2004 war gesamtwirtschaftlich bedingt

ein leichter Rückgang bei

Ausstellern und Quadratmetern zu

verzeichnen, bevor es 2008 zum

absoluten Top-Ergebnis kam. Damals

wurde eine Fläche von 53 600

Quadratmetern belegt, 1 130 Aussteller

präsentierten ihre Innovationen

auf der wire 2008.

2010 pendelte sich das gute Ergebnis

von 2008 ein, bei steigender

Ausstellerzahl war ein leichter

Rückgang der vermieteten Ausstellungsfläche

zu verzeichnen. Zur

Wire 2012 werden Maschinen zur

Drahtherstellung und Veredelung,

Werkzeuge und Hilfsmaterialien

zur Verfahrenstechnik sowie Werkstoffe

und Spezialdrähte gezeigt.

Außerdem präsentieren sich Innovationen

aus den Bereichen Kabel-,

Mess-, Steuer- und Regeltechnik

sowie Prüftechnik. Spezialgebiete

wie Logistik, Fördersysteme und

Verpackungen ergänzen das Angebot.

Draht-, Kabel- und Glasfasermaschinen

sowie die Draht- und Kabelproduzenten

und der Handel

mit Draht und Kabeln belegen 2012

die Hallen 9 bis 12, 16 und 17. In der

Halle 15 ist die Umformtechnik

(Fastener Technology) zu finden,

Halle 16 schließt sich mit der Federfertigungstechnik

(Spring Making)

an, teilt die Messe mit. Von 2006 bis

2008 verzeichnete die Tube einen

Quadratmeteranstieg von 10 000,

ein Rekordergebnis. Mit 44 500

Quadratmetern belegter Fläche

schloss sie 2010 erfolgreich ihre

Pforten.

Die Tube belegt die Hallen 1 bis

7a. Rohrzubehör befindet sich in

den Hallen 1 und 2, der Rohrhandel

und die Rohrherstellung schließen

sich in den Hallen 2, 3, 4 und 7.0 an.

Die Umformtechnik ist in der Halle

5 zu finden. Rohrbearbeitungsmaschinen

präsentieren sich in den

Hallen 6 und 7a, außerdem schließt

sich in Teilen der Halle 7a der Bereich

Maschinen und Anlagen an.

Angebot: Von Maschinen bis

zur Mess- und Regeltechnik

Gezeigt wird die gesamte Palette

von der Rohrherstellung über

die Rohrbearbeitung bis hin zur

Rohrverarbeitung. Das Angebot

reicht von Rohmaterialien, Rohren

und Zubehör, Maschinen zur

Herstellung von Rohren und Gebrauchtmaschinen

über Werkzeuge

zur Verfahrenstechnik und

Hilfsmittel bis hin zu Mess-, Steuer-

und Regeltechnik. Pipelines

und OCTG-Technologie, Profileund

Profiltechnologie, Prüftechnik

und Spezialgebiete wie Lagerautomatisierung

ergänzen das

Angebot.

www.produktion.de

Treffpunkt in Leipzig: 26. Februar bis 1. März 2013

Technik und Wirtschaft

für die

deutsche Industrie

Die erfolgreiche internationale Messeplattform

für die Zulieferindustrie – im Fokus stehen Fahrzeugindustrie

und Maschinenbau sowie weitere

Wachstumsbranchen.

www.zuliefermesse.de

Der Branchenauftakt 2013 für die metallbearbeitende

Industrie – vom High-Tech-Exponat

bis zur innovativen Sonderlösung.

Kompetenz im Markt.

www.messe-intec.de

Leipziger Messe GmbH, Messe-Allee 1, 04356 Leipzig, Germany, Tel.: +49 (0) (3 41) 6 78 - 80 90, info@zuliefermesse.de, info@messe-intec.de


10 · Messe wire/Tube · Produktion · 22. März 2012 · Nr. 12

Lasertechnik

Schweiß-System

mit Spalterkennung

Produktion Nr. 12, 2012

Auf der Messe präsentiert Rofin-

Sinar das Profile Welding System

(PWS) – ein komplettes Laserschweißsystem

mit integrierter

Prozess-Sensorik zur Spalterkennung

und -verfolgung für das

Profil- und Rohrschweißen.

Hamburg (hi). Die Laserspezialisten

erörtern vor Ort, wie einfach Laserschweißen

sein kann: das System

lässt sich einfach in die Anlage integrieren,

eine übersichtliche Steuerung

überwacht alle wichtigen

Funktionen und der Laserstrahl

folgt auch bei Schweißgeschwindigkeiten

von 60 m/min mit einer Genauigkeit

von 20 µm dem Schweißspalt

– so lässt sich höchste Prozesssicherheit

erzielen, heißt es.

In Kombination mit dem PWS-

System erlaubt der Weld Sensor dem

Anwender eine genaue Beobachtung

des Schweißprozesses und

über die integrierte Regelung eine

automatische Korrektur der

Schweißposition. Dieses Sensorsystem

ist optional verfügbar und gleichermaßen

für CO 2

- und Faserlaser

einsetzbar. Bei einer Anwendung in

Verbindung mit unserem CO 2

-Slab-

Laser bleibt die Sicherheitsklasse

erhalten.

Für das Laserschweißen von Rohren

und Profilen sind die CO 2

-Slab-

Laser oder Faserlaser die idealen

Strahlquellen. Die hocheffizienten

CO 2

-Slab-Laser mit einer Ausgangsleitung

bis zu 8 kW und einer exzellenten

Strahlqualität von K = 0.95

sind die erste Wahl zur Realisierung

bester Schweißnahtqualitäten bei

mittleren bis dicken Wandstärken.

Dieser Lasertyp kommt mit wenigen,

langlebigen Komponenten aus.

Er verzichtet außerdem auf die kon-

Der Faserlaser FL 030 C lässt sich einfach

in bestehende Anlagenkonzepte

integrieren.

Bild: Rofin-Sinar

ventionelle Gasumwälzung. Der

Gasverbrauch ist minimal, Wartungs-

und Serviceeinsätze reduzieren

sich erheblich – ein klares Plus

für den effektiven Einsatz, so Rofin.

Die Faserlaser der Rofin-FL-Serie

bilden eine ideale Ergänzung zu den

bewährten Slab-Lasern. Mit einer

Ausgangsleitung von bis zu 4 kW

werden sie für Schweißanwendungen

von dünnsten Materialien mit

einer Dicke von wenigen μm bis zu 2

mm eingesetzt. Da beim Schweißen

dünner Materialien lediglich kleine

Schmelzbäder entstehen, können

Prozesse realisiert werden, die mit

herkömmlichen Verfahren nicht

möglich sind. Vorausgesetzt, bestehende

Maschinen- und Produktionskonzepte

sind entsprechend

angepasst, so lassen sich effiziente

Schweißprozesse erzielen.

Halle 5, Stand F 22

www.rofin.com

Effizienz-Navi Preis

Material ✔ Energie

Service

Handhabung

Zeit Lebensdauer ✔

Kosten senken mit Produktion

Fachmessen

Energiesektor

belebt Kabel-Markt

Klaus Hiemer, Produktion Nr. 12, 2012

Aktuelle Entwicklungen auf dem Draht- und Kabelsektor sind ein

Schwerpunkt auf der Fachmesse Wire. Experten gehen davon aus,

dass die Kabelhersteller von der Entwicklung auf dem Energiesektor

profitieren werden.

Düsseldorf. Vielerorts besteht die

Notwendigkeit, bestehende Übertragungssysteme

zu modernisieren,

Netzverbindungen auszubauen

und erneuerbare Energiequellen

wie Wind-, Solar- und Wasserkraft

stärker ins Netz zu integrieren.

Für Kabelhersteller sind die gesamtwirtschaftlichen

Rahmenbedingungen

auf den wichtigsten

globalen Absatzmärkten deshalb

günstig. Mittelfristig werden zwar

die Schwellenmärkte die wichtigsten

Wachstumstreiber bleiben.

„Doch in den kommenden Quartalen

wird auch auf den entwickelten

Märkten mit einer stetig wachsenden

Nachfrage gerechnet“, so Joe

Hogan, Vorsitzender der ABB-

Konzernleitung.

Der internationale Kabelmarkt

ist stark fragmentiert, wobei kaum

ein Hersteller über 10 Prozent

Marktanteil kommt, wie es im letzten

Jahresbericht des dänischen

Kabelherstellers NKT heißt. Im

Bereich der Seekabel und Hochspannungskabel

gibt es demnach

im wesentlichen sechs global agierende

Unternehmen: NKT Cables

(Dänemark), Nexans (Frankreich),

Prysmian (Italien), ABB (Schweden),

General Cable (USA) and LS

(Südkorea), dazu eine Reihe eher

regional tätiger Wettbewerber in

Asien und dem Mittleren Osten.

Den gesamten weltweiten Kabelmarkt

schätzt man bei NKT auf etwa

750 bn DKK – 100 Mrd. Euro –

jährlich. Marktführer sind Global

Player wie Nexans mit einem geschätzten

Marktanteil von ungefähr

8 Prozent, Prysmian mit rund

6 Prozent und General Cable mit

etwa 5 Prozent. Auch der europäische

Markt ist stark fragmentiert, so

dass kein einzelnes Unternehmen

mehr als 10 Prozent kontrolliert.

Speziell der Ausbau der erneuerbaren

Energien erfordert neue

Stromleitungen. Laut Deutsche

Energie-Agentur (Dena) ist in

Deutschland ein Ausbau des Leitungsnetzes

um 1600 bis 3500 Kilometer

erforderlich. Dies gilt für die

Prämisse, dass bis 2020 über ein

Drittel – und damit doppelt so viel

wie heute – des deutschen Stroms

aus Wind, Wasser, Biomasse oder

Sonne stammt. Der Wert von 1600

Kilometer gilt dabei für die Annahme,

dass bestehende Netze so umgerüstet

werden, dass sie mehr

Strom transportieren können als

heute.

Dem Bau neuer Freileitungen

steht neben der aufwändigen Zulassung

zusätzlicher Leitungstrassen

oft die geringe Akzeptanz der

direkten Anwohner entgegen. Neben

der Verschandelung des Landschaftsbildes

werden gesundheitliche

Beeinträchtigen durch den

sogenannten Elektrosmog befürchtet.

Eine Alternative für stark

bevölkerte Gebiete oder Gegenden,

in denen große Masten das

Landschaftsbild stören würden,

wären demnach in der Erde verlegte

Hochspannungskabel. Wegen

der aufwändigen Isolation ist diese

Methode allerdings um ein Vielfaches

teurer.

Innovationen und Technik-Trends rund um die Themen Draht und Kabel stehen

im Mittelpunkt der Wire 2012.

Bild: Messe Düsseldorf

the better way of sheet metal forming and joining

Vom Coil

zum Produkt

schweißtechnologie

für eine effiziente

Produktion von

hochwertigen

Kurzrohren

und speziellen

schweißanwendungen

Halle 6 - C 32

die weil group bietet ihnen als

markt- und technologieführendes

Unternehmen der blechbearbeitung ein

umfangreiches Programm an Umformund

fügetechnologien:

Kurzrohrfertigungsanlagen

behälterfertigungsanlagen

laserschweißanlagen

lösungen im schweißanlagenbau

Pressensysteme

Stanzautomaten

Werkzeuge

weil engineering gmbh

Neuenburger Str. 23

D 79379 Müllheim

Telefon: +49 7631 18 09 0

Fax: +49 7631 18 09 49

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www.weil-engineering.de

Ihr Partner zum Umformen und Schweißen

Langprodukte

Großes Sortiment an Rohren

Produktion Nr. 12, 2012

Im Fokus des Messeauftritts der Schmolz + Bickenbach AG auf der

wire stehen die rostfreien Langprodukte der konzerneigenen Produktionsbetriebe,

auf der Tube präsentiert die Gruppe ihr umfangreiches

Rohr-Sortiment.

Düsseldorf (hi). Vom 26. bis 30.

März informieren darüber hinaus

verschiedene europäische Tochtergesellschaften

des Stahlkonzerns

aus den Bereichen Produktion, Verarbeitung

und Distribution auf dem

Messegelände in Düsseldorf zum

umfangreichen Leistungsspektrum

der Gruppe, aktuellen Entwicklungen

sowie neuen Dienstleistungen.

„Höchste Qualitätsansprüche erfüllen

wir weltweit insbesondere

durch die Spezialstahlprodukte der

konzerneigenen Werke, die wir in

den Mittelpunkt unseres Messeauftritts

auf Tube und wire 2012 gestellt

haben“, betont Benedikt Niemeyer,

Geschäftsführer der Schmolz + Bickenbach

AG. „Als Weltmarktführer

im Bereich nichtrostender Langprodukte

verfügen wir über jahrzehntelange

Erfahrung in der an-

wendungsspezifischen Weiterentwicklung

unserer Werkstoffe.“

Dieses Know-how stellt der Konzern

seinen Kunden nicht nur auf

der Messe, sondern auch in nahezu

jeder Niederlassung in mehr als 30

Ländern durch ausgewiesene Experten

zur Verfügung, heißt es. Neben

der tiefgehenden technischen

Expertise bieten die Ansprechpart-

ner zudem umfangreiche lokale

Marktkenntnisse und gewährleisten

kürzeste Reaktionszeiten im

Tagesgeschäft. „Heute bieten wir

jedem Unternehmen weltweit den

exakt auf seine Anforderungen zugeschnittenen

Spezialstahl“, erklärt

Benedikt Niemeyer. „So erarbeiten

wir gemeinsam mit unseren Kunden

die Lösungen für morgen, um

gemeinsam erfolgreich zu sein.“

Halle 3, Stand B 47 (tube)

Halle 17, Stand E 20 (wire)

www.schmolz-bickenbach.com

Effizienz-Navi Preis

Material

Energie

Service ✔ Handhabung

Zeit

Lebensdauer

Kosten senken mit Produktion

Die Schmolz und

Bickenbach AG

stellt Spezialstahlprodukte

in

den Mittelpunkt

des Messeauftritts.


Bild: Schmolz und Bickenbach


22. März 2012 · Nr. 12 · Produktion · Trends & Reports · 11

Strömungsmaschinen

Pumpen verbrauchen mehr Energie als nötig

Thomas Isenburg

Produktion Nr. 12, 2012

Pumpen verbrauchen ein Zehntel

der elektrisch erzeugten Energie

in Europa. Das sind laut ‚Save

Pump Study‘ bis zu 40 % zuviel.

Lösungsansätze dafür gibt es

gleich mehrere.

Bochum (pd). Eigentlich ist es

überraschend, dass Pumpen bislang

ein Stiefkind der Forschung

sind. Dabei sind sie in Heizungen,

Autos, Kraftwerken oder industriellen

Produktionsstätten zur Förderung

flüssiger Medien allgegenwärtig.

In Europa verbrauchen Pumpen

ein Zehntel der elektrisch erzeugten

Energie. Davon können laut Save

Pump Study der europäischen

Kommission bis zu 40 % eingespart

werden. Der frisch berufene Hochschullehrer

Romuald Skoda vom

Lehrstuhl für Hydraulische Strömungsmaschinen

(HSM) koordiniert

die interdisziplinären Forschungsaktivitäten

des neuen Kompetenzzentrums

Hydraulische Strömungsmaschinen

zu diesen so oft

eingesetzten Aggregaten.

Hoch sind die Anforderungen,

die an Pumpen in Industrieproduktionen

gestellt werden. So müssen

sie häufig unter Wasser ohne Ölschmierung

funktionieren. Dabei

sollen sie aggressive und kratzende

Partikel, die Bauteile verschleißen

könnten, fördern. Dieselpumpen

müssen nicht nur zuverlässig funktionieren,

sondern auch preisgünstig

herzustellen sein, denn sie werden

millionenfach in Autos eingebaut.

Die Wissenslücken im Bereich

der Pumpen will das ‚Kompetenzzentrum

für Hydraulische Strömungsmaschinen‘

an der Ruhr-

Universität Bochum schließen.

Skoda vertritt dabei den Lehrstuhl

für HSM. Berufliche Stationen waren

die Daimler Chrysler AG, die

Siemens AG sowie die Forschung

der Bosch-Gruppe im Bereich

Grundlagen der Strömungsmechanik.

Seit Beginn des Jahres ist der

Das verschlissene

Stahllaufrad einer

Pumpe, die seit

1995 eine Gipssuspension

22

Meter hoch befördert

hat. Die Suspension

enthielt

30 Gramm kratzende

Bestandteile

pro Liter. Bei einer

durchschnittlichen

täglichen

Laufzeit von zwölf

Stunden kann

man eine Gesamtbetriebszeit

von

70 000 Stunden

annehmen.

Bild: Ruhr-Universität

Bochum

Maschinenbauer Professor an der

Bochumer Hochschule.

Das Kompetenzzentrum bündelt

die Aktivitäten von unterschiedlichen

maschinenbaulichen Disziplinen.

Das interdisziplinär zusammengesetzte

Expertenteam will die

zu den hydraulischen Strömungsmaschinen

gehörenden Pumpen

in Bezug auf Lebensdauer und

Energie-Effizienz optimieren. Dabei

sollen Synergien aus dem Zusammenwirken

der Fluid- und

Thermodynamik, Verfahrenstechnik,

Antriebstechnik, Mechatronik,

Werkstofftechnik und Produktion

genutzt werden. Erste Ergebnisse

liegen durch die Forschungen von

Juniorprofessor Stefan Huth vor.

Stähle werden häufig mit Chrom

legiert, damit sie nicht korrodieren.

Ein Stahl, der mit mindestens zwölf

Gewichtsprozenten Chrom legiert

ist, gilt als rostfrei. Durch die Metalloberfläche

entsteht dann eine

Chromoxidoberfläche. Hierzu

muss das Chrom im Metallgitter

des Werkstoffs gelöst sein. Das ist

Stand der Technik.

Neue Materialien mit

längerer Lebensdauer

Um die Abrasion zu verhindern,

bauen Werkstoffwissenschaftler

zum Beispiel Kohlenstoff in das

Metallgitter ein, so der Juniorprofessor

für hydraulische Strömungsmaschinen.

Der Ingenieur testet

zum Chrom alternative Elemente

wie Niob, Vanadium und Stickstoff

auf ihre korrosions- und abrasionshemmende

Wirkung als Pumpenwerkstoff.

Dabei wird zunächst der

Werkstoff entwickelt und dann auf

sein Gebrauchsverhalten untersucht.

Von den neuen Materialen

verspricht sich der Hochschullehrer

zum Beispiel Ölschlammpumpen

mit einer deutlich längeren

Lebensdauer. Die Frage nach der

Juniorprofessor beantwortet Huth

so: „Die Idee der Juniorprofessur

ist, die Habilitation als Voraussetzung

für den Professorenberuf zu

ersetzen. Hierzu erhalten die er-

folgreichen Kandidaten nach Abschluss

der Doktorarbeit eine befristete

Stelle. Während dieser hat

der junge Hochschullehrer fast die

gleichen Aufgaben wie ein Professor

und kann sich profilieren.“

Werkstoffwissenschaften und

Strömungsmechanik vereint

Ein Schwerpunkt der Arbeiten

von Skoda soll auch auf Untersuchungen

zur Kavitation liegen.

Unter Kavitation verstehen Wissenschaftler

und Techniker die Bildung

und Auflösung von dampfgefüllten

Hohlräumen in Flüssigkeiten. Ein

Phänomen, das bei Pumpvorgängen

häufig auftritt und die Werkstoffe

schädigen kann. Die Idee des

Kompetenzzentrums ist, hier unterschiedliche

Forschungsaktivitäten

zu bündeln. Dabei wollen die

Bochumer Forscher die Industrie

darauf aufmerksam machen, dass

sie in der Lage sind, Disziplinen wie

zum Beispiel Werkstoffwissenschaften

und die Strömungsmechanik

zu kombinieren. Auch soll

sich der Forschungsverbund nach

einer öffentlich geförderten Anlauffinanzierung

aus Industriemitteln

finanzieren können, so Skoda.

Fazit: Die neuen Materialen können

beispielsweise bei Ölschlammpumpen

eine deutlich längere Lebensdauer

erzielen. Wird zudem

das Phänomen der Kavitation gelöst

oder zumindest verringert, reduziert

sich auch die Gefahr der

Schädigung der Werkstoffe bei

Pumpvorgängen.

Vergleichsstudie

Interesse an energieschonender Produktion gestiegen

Produktion Nr. 12, 2012

Eine Vergleichsstudie der Felten Group zeigt: Innerhalb eines

halben Jahres ist die Bereitschaft zu Energiesparinvestitionen

deutlich gestiegen.

Serrig (pd). Das Interesse der Fertigungsunternehmen

an einer

energieschonenden Produktion ist

innerhalb nur eines halben Jahres

sprunghaft gestiegen. Nach einer

Vergleichsstudie der Felten Group,

Softwarehaus für Lösungen im

Produktionsmanagement, haben

sowohl die konzeptionellen Planungen

als auch die konkreten Investitionsabsichten

deutlich zugenommen.

Die Erhebungen wurden

im April und Oktober dieses Jahres

unter mehreren Hundert Fertigungsunternehmen

durchgeführt.

„Vermutlich durch die politische

und gesellschaftliche Diskussion

zur Energiewende beeinflusst, aber

durch die kontinuierlich steigenden

Energiepreise motiviert, rückt

das Thema Green Production immer

stärker in den Vordergrund der

strategischen Planungen“, urteilt

Werner Felten, Geschäftsführer des

Softwarehauses. Dass aber innerhalb

nur weniger Monate eine

schon im Frühjahr 2011 deutlich

erkennbare Fokussierung auf das

Energiemanagement bei drei Viertel

der Unternehmen auf der Tagesordnung

steht, hat auch ihn überrascht.

„Offenbar wurde allerorts

die abwartende Haltung aufgegeben

und gehen die Unternehmen

hier nun in die Offensive“, erklärt er

die sehr dynamische Veränderung

in den letzten Monaten. Dies entspreche

auch den aktuellen Erfahrungen

der Felten Group im Markt.

„Mit dem Thema Energiedatenmanagement

öffnen wir derzeit

überall die Türen, auch wenn die

eigentliche Investitionswelle noch

bevor steht, weil sich viele Firmen

erst mitten in den konzeptionellen

Planungen befinden.“

Konkrete Investitionstermine

deutlich angewachsen

Der Vergleichsstudie zufolge hat

Green Production inzwischen bei

42 % der befragten Fertigungsunternehmen

eine hohe Priorität,

sechs Monate vorher waren es

noch ein Drittel weniger. Gleichzeitig

ist die Zahl der Firmen, die

bereits konkrete Investitionstermine

für Lösungen im Energiemanagement

definiert haben, deutlich

angewachsen: Waren es im

Frühjahr 2011 erst 22 %, die allein

im kommenden Jahr diesbezügliche

Investitionen auf der Agenda

Welche strategische Bedeutung hat das Thema Green

Production bei Ihnen im Produktionsmanagement?

Quelle: Felten Group

stehen haben, so ist dieser Anteil

seit dem auf 38 % gestiegen. Umgekehrt

sank die Quote der Unternehmen,

die noch über keinerlei terminliche

Planungen verfügen, von

33 auf 15 %.

Dass diese Investitionsvorhaben

keine reinen Absichtserklärungen

darstellen, leitet sich aus der Frage

ab, ob bereits die notwendigen

© Produktion

Dem Thema ‚Green Production‘ kommt eine deutlich höhere Priorität zu,

als noch vor einem halben Jahr. Über die Notwendigkeit wird somit weniger

diskutiert, kritische Ansichten dazu nehmen ab.

konzeptionellen Planungen für

Green Production bestehen. Sie

liegen in jedem fünften Fall bereits

detailliert vor, sechs Monate zuvor

war dies erst bei 14 %der Fall. Ähnlich

stark stieg im gleichen Zeitraum

die Quote der Unternehmen

(von 13 auf 23 %), die aktuell mit der

Konzeptentwicklung beschäftigt

sind. Parallel dazu gibt es immer

weniger Firmen, die derzeit noch

über keinerlei Terminierung für

eine Konzeptionierung verfügen.

Gesamte Energieverbraucher

detailliert bewerten

„Zu den Kernproblemen eines

Energiemanagements gehört, die

Voraussetzungen für eine systematische

Analyse der Energiedaten zu

schaffen“, skizziert Felten die Anforderung.

„Erst mit diesen analytischen

Instrumenten wird es möglich

sein, die gesamten Energieverbraucher

detailliert zu bewerten

und als Konsequenz ein systematisches

Maßnahmenmanagement

für kontinuierliche Optimierung

aufzubauen.“ Diesem Anspruch

werden Softwarelösungen wie ‚Pilot

green‘ der Felten Group gerecht.

Sie schaffen die Grundlage für ein

zertifizierbares Energiemanagement,

das energieintensive Produktionsunternehmen

benötigen,

um neben einer nachhaltigen Reduzierung

der Energiekosten zusätzlich

in den Genuss steuerlicher

Vorteile zu kommen.

Fazit: Weil konzeptionelle Planungen

und konkrete Investitionsabsichten

innerhalb eines halben

Jahres für eine energieschonende

Produktion deutlich zugenommen

haben, darf man von einem Durchbruch

für das Thema ‚Green Production‘

ausgehen.


12 · F&E · Produktion · 22. März 2012 · Nr. 12

Methan

Kraftstoff aus Marktabfällen

Produktion Nr. 12, 2012

Matschige Tomaten, braune Bananen und überreife Kirschen – die

Abfälle von Großmärkten sind bisher bestenfalls auf dem Kompost

gelandet. Künftig sollen sie besser genutzt werden: In einer neu entwickelten

Anlage lassen sie sich vergären. Dabei entsteht Methan, das als

Kraftstoff Autos antreiben kann.

nannt. In Hochdruckflaschen gepresst

kann es als Treibstoff dienen.

Eine erste Pilotanlage neben

dem Stuttgarter Großmarkt nehmen

die Forscher Anfang dieses

Jahres in Betrieb: In einem zweistufigen

Vergärungsprozess produzieren

verschiedene Mikroorganismen

aus den Abfällen in wenigen

Tagen das gewünschte Methan.

„Die Abfälle enthalten viel Wasser

und wenig verholzte Teile, sie sind

daher ideal für das Vergären“, sagt

Dr.-Ing. Ursula Schließmann, Abteilungsleiterin

am IGB. Eine Herausforderung

stellen die Abfälle

trotzdem dar: Sie setzen sich jeden

Tag anders zusammen, mal sind

viele Zitrusfrüchte dabei, mal Kirschen,

Pflaumen und Salatköpfe.

Gerade die Zitrusfrüchte enthalten

jedoch viel Säure – die Forscher

müssen den pH-Wert daher anpassen.

„Wir lagern den Ausschuss in

Stuttgart (ba). Lässt der Autofahrer

am Zapfhahn Erdgas in den

Tank strömen statt Benzin oder

Diesel, fährt er günstiger und umweltbewusster:

Der Treibstoff

schont das Portemonnaie, die Auspuffgase

enthalten weniger Kohlenstoffdioxid

und kaum Rußpartikel.

Zunehmend rüsten Autofahrer

daher ihre Otto-Motoren für den

Erdgas-Betrieb um. Erdgas gehört

jedoch ebenso wie Erdöl zu den

fossilen Brennstoffen, die Reserven

sind begrenzt. Forscher des

Fraunhofer-Instituts für Grenzflächen-

und Bioverfahrenstechnik

IGB in Stuttgart haben nun eine

Alternative entwickelt: Sie gewinnen

den Kraftstoff nicht aus den

kostbaren Rohstoffreserven der Erde,

sondern aus Obst- und Gemüse-Abfällen

von Großmärkten,

Mensen und Kantinen. Werden

diese Lebensmittelreste vergoren,

entsteht Methan, auch Biogas geverschiedenen

Vorratsbehältern.

Hier werden automatisch einige

Parameter des Abfalls bestimmt,

etwa der pH-Wert. Das dazu entwickelte

Managementsystem errechnet,

wie viel Liter des Abfalls aus

welchen Behältern gemischt und

zu den Mikroorganismen gegeben

werden“, sagt Schließmann. Denn

das Gleichgewicht muss erhalten

bleiben – die verschiedenen Mikroorganismen

brauchen zu jeder

Zeit gleiche Umgebungsbedingungen,

also das gleiche Milieu.

In der Anlage wird

alles verwertet

Ein weiterer Vorteil der Anlage:

Es wird alles verwertet, vom Biogas

über das flüssige Filtrat bis zum

nicht weiter vergärbaren schlammartigen

Rest. Dabei hilft ein zweites

Teilprojekt in Reutlingen, eine

Algenkultur. Bekommen die Algen

genügend Nährmedium, Kohlenstoffdioxid

und Sonnenlicht, produzieren

sie in ihren Zellen Öl, das

Dieselmotoren antreiben kann. Als

Nährmedium für die Algen dient

das Filtratwasser aus der Biogasanlage,

es enthält genügend Stickstoff

und Phosphor. Das Kohlenstoffdioxid,

das die Algen zum Wachsen

In dieser Stuttgarter Anlage wird aus Abfällen von Großmärkten Biogas hergestellt.

Bild: Fraunhofer IGB

brauchen, erhalten die Forscher

ebenfalls aus dem Biogasreaktor in

Stuttgart: Denn das Biogas setzt

sich zu etwa zwei Dritteln aus dem

gewünschten Methan, zu etwa 30 %

aus Kohlenstoffdioxid zusammen.

Nun ist von den Marktabfällen nur

noch der schlammartige Gärrest

übrig. Er wird von den Kollegen aus

dem Schweizer Paul Scherrer-Institut

und dem Karlsruher Institut

für Technologie ebenfalls in Methan

umgewandelt.

Das Biogas, das in der Anlage am

Großmarkt entsteht, bereiten die

Mitarbeiter der Energie Baden-

Württemberg EnBW mit Membranen

auf, die Daimler AG stellt einige

Versuchsfahrzeuge mit Erdgasantrieb

bereit. Insgesamt fünf Jahre

läuft das Projekt ‚EtaMax‘, das vom

Bundesministerium für Bildung

und Forschung BMBF mit 6 Mio

Euro gefördert wird.

Wenn alle Komponenten einwandfrei

zusammenspielen, könnten

ähnliche Anlagen künftig überall

stehen, wo viele organische Abfälle

anfallen. Weitere Projektpartner

sind das Fraunhofer-Institut

für Verfahrenstechnik und Verpackung

IVV in Freising, FairEnergie

GmbH, Netzsch Mohnopumpen

GmbH, Stulz Wasser- und Prozesstechnik

GmbH, Subitec GmbH und

die Stadt Stuttgart.

Magnetische Felder

Neues Schaltprinzip für schnelle Speichermedien

Dargestellt sind drei Varianten von DyCo- und GdFe-Schichten. Im linken Bild

sind die beiden Schichten in direktem Kontakt, im mittleren Bild sind sie

durch eine dünne Tantalschicht getrennt, im rechten durch eine dickere Zwischenschicht.

Nur bei der mittleren Variante lässt sich der Schaltpunkt präzise

einstellen.

Grafik: Dr. Radu Abrudan, RUB.

Dr. Josef König

Produktion Nr. 12, 2012

Ein Forscherteam aus Deutschland

und den Niederlanden hat neue

magnetische Materialien für Datenspeicher

entwickelt. Erstmals

ermöglichen sie das Schalten so

genannter Spinströme bei Raumtemperatur

in einem senkrechten

magnetischen Feld, was die Speicherdichte

deutlich erhöht.

Bochum (ba). Die neuartigen

Schalter könnten zum Beispiel als

Leseköpfe in zukünftigen Festplatten

dienen. Ferrimagnete sind aus

zwei ineinander verschachtelten

Materialien mit unterschiedlichen

magnetischen Momenten zusammengesetzt.

Die senkrecht angeordneten

magnetischen Domänen

der neuartigen Schalter bestehen

aus solch ferrimagnetischen Mate-

rialien, getrennt durch eine ultradünne

Tantal-Schicht. „Das Besondere

daran ist die Tatsache, dass

nach Herstellung der Schaltpunkt

noch nachträglich eingestellt und

beliebig häufig verändert werden

kann“, so Prof. Dr. Hartmut Zabel,

Lehrstuhl Experimentalphysik/

Festkörperphysik der RUB.

Die Forscher haben mit hochpräziser

Röntgenstreuung die

Schalter durchleuchtet und die

Funktionalität in allen Details

überprüft. Dafür verwendeten sie

intermetallische Verbindungen

aus Übergangsmetallen und Seltenen

Erden. Eine der beiden Schichten

in dem Schalter besteht aus einer

GdFe-Legierung, die andere

aus einer DyCo-Legierung. Die

erste ist magnetisch weich, die andere

magnetisch hart. „Stapelt man

die Schichten übereinander, hat

man beide Eigenschaften wie in

einem Dalmatiner-Messer vereinigt,

die Schärfe und die Härte“,

sagt Zabel. Bei direktem Kontakt

der beiden Schichten verliert die

weichmagnetische GdFe-Schicht

ihre Eigenschaft und passt sich der

hartmagnetischen DyCo-Schicht

an. Die weichmagnetischen Eigenschaften

sind jedoch notwendig für

eine hohe Empfindlichkeit und das

Schalten bei bereits geringen magnetischen

Feldern. Daher wurde

der direkte Kontakt durch Einziehen

einer hauchdünnen Tantal-

Zwischenschicht verhindert.

Damit sind die weichmagnetischen

Eigenschaften von GdFe

wieder hergestellt, ohne dass sie

ganz von DyCo unabhängig wäre.

Die Tantal-Schichtdicke ist entscheidend

für die Funktionalität

des Schalters. Bei richtig gewählter

Schichtdicke kann man den Schaltpunkt

der weichmagnetischen

Schicht in einem hohen Magnetfeld

hin und her schieben und genau

auf den richtigen Wert einstellen.

job40plus

Die erste Jobmesse für erfahrene

Fach- und Führungskräfte

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22. März 2012 · Nr. 12 · Produktion · F&E · 13

MIKROSTRUKTURIERTE OBERFLÄCHEN

Geringere Reibungsverluste

durch Laserbehandlung

SUSANNE KRAUSE

PRODUKTION NR. 12 , 2012

Acht Partner aus mehreren

europäischen Ländern arbeiten

an einem Verfahren für die

Serienfertigung, das die Reibung

der beanspruchten Oberflächen

verringern soll.

AACHEN (BA). Die Lebensdauer und

Leistungsfähigkeit von Motoren,

Pumpen und Dichtsystemen hängen

stark von ihrer Belastung ab.

Durch ständige Reibung verschleißen

die Oberflächen der beweglichen

Teile im industriellen Einsatz

besonders schnell. Selbst Schmiermittel

können diesen Prozess nur

verzögern, aber nicht aufhalten.

Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie

IPT arbeitet

deshalb jetzt gemeinsam mit sieben

weiteren Partnern aus sechs

europäischen Ländern an einem

Partner im Projekt „Stokes“

Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie

IPT, Projektleitung, Aachen,

Deutschland

Centro Tecnológico Tekniker, Tribologische

Untersuchungen, Eibar,

Spanien

EdgeWave GmbH, Laserhersteller,

Würselen, Deutschland

Helltec GmbH, Oberflächenbearbeitung,

Düren, Deutschland

Verfahren für die Serienfertigung,

das die Reibung der beanspruchten

Oberflächen verringern soll.

Dazu werden mit dem Laser Mikrostrukturen

in die gleitenden Kontaktflächen

von Pumpen und Dichtungen

eingebracht. So können

bewegliche Teile leichter aufeinander

gleiten, Schmiermittel verteilen

sich gleichmäßiger. Das verringert

nicht nur den Verschleiß der

hochbeanspruchten Komponenten,

es verbessert auch die Leistung

und den Energieverbrauch.

Laserstrahlstrukturieren für

die Serienfertigung nutzen

Im Projekt „Stokes – Selective

tribological optimisation of fluid

kinetics and efficiency by laser surface

structuring“ haben sich sechs

Unternehmen und zwei Forschungseinrichtungen

unter Federführung

des Fraunhofer IPT

zusammengeschlossen, um das

Hesper SA, Hersteller von Pumpen

und Hydraulikapparaten, Bukarest,

Rumänien

Juntas Besma SA, Hersteller von

Dichtungen und Dichtungselementen,

Zaratamo, Spanien

LaserAge, Lasermaterialbearbeitungsservice,

Douglas, Irland

SNC Promex AS, Hersteller von Spezialpumpen,

Harjumaa, Estland

Laserstrahlstrukturieren für die Serienfertigung

dreidimensional geformter

Oberflächen nutzbar zu

machen.

Als deutschsprachige Partner

aus der Region Aachen konnte das

Fraunhofer IPT den Dürener Oberflächenspezialisten

Helltec GmbH

sowie die EdgeWave GmbH aus

Würselen, als Anbieter der eingesetzten

Highend-Laserstrahlquellen,

mit ins Boot holen. Gemeinsam

erproben die insgesamt sechs

Unternehmen im Projekt das Laserstrahlstrukturieren

anhand von

realen Produkten und verbessern

damit die Oberflächeneigenschaften

der hochbeanspruchten Baugruppen.

Das spanische Centro

Tecnológico Tekniker, als Forschungseinrichtung

unter anderem

spezialisiert auf tribologische

Tests, entwickelt eine Simulationsumgebung,

mit der sich das Verhalten

unterschiedlich strukturierter

Bauteile vorhersagen lässt. Als wei-

Die Lebensdauer von Motoren

hängt von der Belastung

ab. Bild: Eisenhans / Fotolia

Tribologisch wirksame Laserstrukturen auf Hyraulikkomponenten.

teres Ergebnis des Projekts sollen

konkrete Auslegungsregeln für mikrostrukturierte

Oberflächen in

Hydraulikanwendungen formuliert

werden.

Von der neuen Technologie profitieren

nicht nur die Hersteller von

Pumpen, Motoren und Dichtungen,

sondern auch ihre Kunden aus

Branchen wie der Automobilindu-

Bild: Fraunhofer IPT

strie, dem Formenbau, der Lebensmittel-,

Pharma- und Petrochemie

oder der Energieerzeugung.

Eine Software ermittelt die

Bahn des Laserstrahls

Zur Fertigung der Mikrostrukturen

stehen am Fraunhofer IPT zwei

Fertigungsanlagen mit 3D-Kurzpuls-

und Ultrakurzpulslasern bereit.

Beide Anlagen basieren auf

5-Achs-Bearbeitungsmaschinen

und wurden in enger Zusammenarbeit

mit den jeweiligen Maschinenherstellern,

der Kern AG und

der Agie Charmilles GmbH, umgerüstet.

Die Laserquellen und die

optischen Komponenten zur

Strahlformung- und -führung integrierte

das Fraunhofer IPT vor Ort

in die Maschinen. Für die 3D-Bearbeitung

entwickelte das Fraunhofer

IPT eine eigene CAD/CAM-

Umgebung. Die Software ermittelt

die Bahn des Laserstrahls in der

Bearbeitungsmaschine aus vorher

berechneten Geometriedaten und

übernimmt die Steuerung.

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14 · Konstruktion · Produktion · 22. März 2012 · Nr. 12

Bremsenprüfstände

Elektrische Stellzylinder für exakte Bremskräfte

Produktion Nr. 12, 2012

Die elektrischen Bremskraft-Stellzylinder der HBA2x00-Serie von Horiba

ATS erfüllen die hohen Ansprüche an moderne Bremsenprüfstände.

Bei der Auslegung des verwendeten Antriebs arbeitete Horiba eng mit

A-Drive Technology zusammen.

Taunusstein (pd). Die HBA 2x000

Reihe wird als Bremsdruckgeberanlage

in den Schwungmassenund

Rollenprüfständen von Horiba

ATS eingesetzt. Auch bestehende

Anlagen lassen sich mit dem Stellzylinder

nachrüsten. Zusammen

mit der Bremsenregelungseinheit

SPARC garantiert diese Kombination

eine optimale Regelgüte. Die

HBA 2x00 Serie kann für nahezu

alle Bremsenprüfstandanwendungen

eingesetzt werden, insbesondere

bei Aufgaben mit besonderen

Anforderungen im Hinblick auf

Dynamik und Präzision. Überzeugt

von der herausragenden Qualität

hat Horiba ATS mit A-Drive eine

Exklusivität der Verwendung dieser

Antriebe in Bremsenprüfständen

vereinbart.

Die elektrischen

Bremskraft-Aktuatoren

der Serie

HBA2x00 für

Bremsenprüfung

auf höchstem

Niveau.

Bild: Horiba ATS

Bremsen werden auf dem Prüfstand

durchaus bis zur Zerstörung

getestet. War in früheren Zeiten

üblicherweise ein menschlicher

Fuß Auslöser des Bremsvorgangs,

ist auch hier die Automatisierung

längst Alltag. Der Druck muss ohne

Bremskraftverstärker möglichst realistisch

auf die Bremse übertragen

werden, damit die Entwicklung der

Bremskraft gemessen werden

kann.

Dies geschieht über die Simulation

des drehenden Rades mit der

Bremsscheibe und einem Stellzylinder,

der die Pedalbetätigung abbildet.

Hier kommt in den aktuellen

Prüfständen der Serie HBA2x00 ein

elektrisch angetriebener Stellzylinder

zum Einsatz, den das Systemhaus

A-Drive hinsichtlich der Kinematik

für diese Applikation berechnet

und die hierfür erforderliche

Baugröße dimensioniert hat. Verwendet

wird ein Antrieb vom Typ

GSX mit integriertem Planetenrollengewindetrieb.

Besonders auf kurzen

und mittleren Verfahrwegen, wo

Vorschubkräfte bis 10 kN verlangt

werden, ist dieser elektrische Stellzylinder

gegenüber hydraulischen

Stellantrieben im Vorteil.

Positionierung und

Regelbarkeit als Vorteil

Elektrische Antriebe haben

grundsätzlich den großen Vorzug

der Regelbarkeit und Positionierung.

Wenn zwischen dem Anfahren

von zwei Endlagen immer die

gleiche Kraft über den gesamten

Verfahrweg eingesetzt wird, sind

Positionierungen oder eine Regelung

der Kraft ansonsten nur mit

sehr aufwendigen Zusatzmaßnahmen

möglich. Diese Maßnahmen

sind allerdings den modernen

Konstruktionsanforderungen oftmals

nicht oder nicht ausreichend

gewachsen. Beim invertierten Planetenrollengewindetrieb

wurde

diese Aufgabe besonders gut gelöst.

Dessen Umsetzung der Rotationsbewegung

in Linearbewegung

erreicht vergleichbare Werte der

Kraftdichte. Zwischen Hohlwellenrotor

und Kolbenstange ist eine

bestimmte Anzahl von Gewinderollen

gleichmäßig über den Umfang

verteilt. Wird der Hohlwellenrotor

gedreht, führen die Rollen

eine Planetenbewegung um die

Kolbenstange aus. Das Innengewinde

des Hohlwellenrotors und

die Planetenrollen haben den gleichen

Steigungswinkel, wodurch

die Rollen immer die gleiche axiale

Position zur Kolbenstange behalten.

Diese Bauart ermöglicht ein

extrem kompaktes Bauvolumen

und eine Ausführung mit glatter

Kolbenstange, sodass außerhalb

des Zylinders kein Gewinde sichtbar

ist. Die Abdichtung am Lagerschild

gewährleistet eine hohe

Schutzart, was den Einsatz in rauen

Umgebungen ermöglicht.

Aus einer Vielzahl von Kontaktflächen,

synchronisiert geführten

Rollen und dem Planetenprinzip

ergibt sich ein extrem steifer Präzisionsantrieb.

Dieser ist für hohe

In fünf Baugrößen

mit Kräften

von 500 N bis

110 kN ist der

GSX für die

meisten Applikationen

geeignet

und durch

die geführte

Kolbenstange

verdrehsicher.

Bild: A-Drive

Beschleunigungen und Verfahrgeschwindigkeiten

geeignet. Dabei

stellt der Hohlwellenrotor mit Innengewinde

gleichzeitig das Außenteil

der mechatronischen Umlenkung

dar.

Erhöhung der Leistung

um bis zu 35 Prozent

Entscheidenden Anteil an der

Leistungsdichte hat auch die T-

Lam-Technologie des integrierten

Servomotors, deren 8-poliges Design

optimal an die Anforderungen

der Stellzylinder angepasst ist.

Durch den segmentierten Stator

entstehen Einzelelemente, die ohne

hohe Produktionskosten hergestellt

werden können. Die Wickelköpfe

verschwinden fast vollständig

im Statorpaket, was die Leistung

gegenüber konventionellen

Servomotoren um 35 % erhöht.

Außerdem verbessert sich die Isolationsfestigkeit

des Wicklungsstators

auch für hohe Zwischenkreisspannungen

von 850 VDC, und die

reduzierte Wärmeentwicklung verlängert

die Lebensdauer.

www.a-drive.de

DRF-Lager

Höchste Präzision für Werkzeugmaschinen

Produktion Nr. 12, 2012

Rodriguez bietet ein umfangreiches Programm an Präzisionslagern an.

Die Lager ermöglichen hohe axiale Steifigkeit und Rundlaufgenauigkeit,

die zur exakten Werkzeugpositionierung und zuverlässigen Wiederholbarkeit

notwendig sind.

Eschweiler (pd). Eine Kombination

aus radialen und axialen Kräften,

wie sie in modernen Werkzeugmaschinen

auf Gewindespindeln

einwirkt, stellt beträchtliche

Anforderungen an die eingesetzten

Lager. Hohe axiale Steifigkeit

und Rundlaufgenauigkeit sind hier

zur exakten Werkzeugpositionierung

und zuverlässigen Wiederholbarkeit

unverzichtbar. Deshalb

bietet der Antriebsspezialist Rodriguez

ein umfangreiches Programm

an Präzisionslagern, darunter

auch zweireihige axiale

Schrägkugellager. Die unter der

Bezeichnung DRF lieferbaren Lager

haben einen Druck- oder Berührungswinkel

von 60° und sind

prädestiniert für hochdynamische

Betriebszustände.

Die Besonderheit dieser Lager

besteht in der Zunahme der axialen

Tragfähigkeit mit der Größe des

Berührungswinkels. Am Ende einer

Welle eingebaut, garantieren

die DRF-Lager bei Linearantrieben

eine genaue axiale Führung. Sie

sind selbsthaltend und bestehen

aus dickwandigen, formstabilen

Außenringen, Kugelkränzen und

zweiteiligen Innenringen.

Gleichzeitige Aufnahme von

Radial- und Axialbelastung

Der Außenring besitzt bei sämtlichen

Baureihen Durchgangsbohrungen

zum einfachen Anflanschen

des Lagers. Weil die

Laufbahnen im Innen- und Außenring

in Richtung der Lagerachse

gegeneinander versetzt angeordnet

sind, können die DRF-Lager

gleichzeitig Radial- und Axialbelastungen

aufnehmen und sind

Die zweireihigen

axialen DRF-

Schrägkugellager

haben einen

Druck- oder Berührungswinkel

von 60° und sind

prädestiniert für

den Einsatz in

Werkzeugmaschinen.


Bild: Rodriguez

so auch als Doppellagerung einsetzbar.

„Durch ihren Aufbau tragen

die Lager ganz wesentlich zur

Konstruktion und Montage genauer,

steifer und gleichzeitig

tragfähiger Lagerstellen bei“, so

Rodriguez-Geschäftsführer Gunther

Schulz. „Mit unserem Sortiment

lassen sich nun alle technischen

und wirtschaftlichen Ansprüche

an die Lagerung von Vorschubspindeln

sehr gut erfüllen.“

Darüber hinaus sind die Lager

wartungsarm und einfach einzubauen.

Durch die mit höchster

Präzision geschliffenen Seitenflächen

erübrigt sich praktisch ein

Nacharbeiten der Klemmdeckel.

Dies senkt die Montagekosten bei

gleichzeitiger Erhöhung der Pro-

duktivität. So erfüllen die DRF-Lager

einen der grundlegenden wirtschaftlichen

Ansprüche im Werkzeugmaschinenbau

nach minimierten

Montagezeiten. Die integrierte

reibungsarme Dichtung hält

zudem wirkungsvoll Verschmutzungen

vom Lager fern und sorgt so

für eine hohe Betriebssicherheit.

Vorschmierung für

lange Gebrauchsdauer

Die verschiedenen Lagertypen

sind mit und ohne Flansch in den

Durchmessern 15 bis 40 mm verfügbar.

Um eine lange Gebrauchsdauer

zu gewährleisten, werden

die Lager vorgeschmiert und einbaufertig

ausgeliefert. Für Anwendungen

bei Werkzeugmaschinen

außerhalb der Hauptachse ist eine

Standard-Genauigkeit ausreichend.

Für diesen Fall bietet Rodriguez

mit der NP-Ausführung eine

noch preisgünstigere Variante an.

www.rodriguez.de

Effizienz-Navi Preis ✔

Material

Energie

Service ✔ Handhabung ✔

Zeit Lebensdauer ✔

Kosten senken mit Produktion


22. März 2012 · Nr. 12 · Produktion · Konstruktion · 15

Servoumrichter

Dezentrale

Antriebsreihe erweitert

Produktion Nr. 12, 2012

Die kompakte dezentrale Produktreihe

Amkasmart von AMK wird

um die dezentralen Servoumrichter

iC bestehend aus Servoregler

mit Einspeisung erweitert.

Kirchheim/Teck (pd). Die Servoumrichter

iC erfüllen genau die

Anforderungen, die an Einachsmaschinen

und modular aufgebaute

Anlagen und Maschinen gestellt

werden. Besonders bei modularen

Maschinen, stellt ein zentraler

Schaltschrank eine Einschränkung

der Flexibilität dar. Je nach Kunde

werden aber Maschinen durch die

Kombination unterschiedlicher Module

zusammengestellt und benötigen

dringend diese Flexibilität. Die

Lösung liegt in konsequent dezentraler

Antriebstechnik. Die Servoumrichter

iC machen den Schaltschrank

überflüssig, einzelne elektronische

Funktionseinheiten können einfach

und flexibel zu Maschinen oder ganzen

Anlagen konfiguriert werden.

All-inclusive-Paket auf

sehr kompaktem Raum

Der Servoumrichter Amkasmart iC ist

ein kompaktes Gerät zur Regelung

von Servomotoren.

Bild: AMK

AMK bietet mit dem neuen Servoumrichter

Amkasmart iC ein kompaktes

Gerät zur Regelung von Servomotoren

bis 10 kW Spitzenleistung,

das nahezu überall in der Maschine

verbaut werden kann. Das

Gerät beinhaltet bereits die Einspeisung

mit 3x 400 VAC, ein Netzfilter,

Bremschopper und das 24-VDC-

Netzteil. Damit wird dem Anwender

ein großzügiges All-inclusive-Paket

auf kompaktestem Raum geboten. Je

nach Leistungsanforderung kommen

unterschiedliche Kühlkonzepte

zum Einsatz. Hier stehen Konvektionskühlung,

integrierter Lüfter

oder die Coldplatemontage zur Auswahl.

Werden mehrere Achsen betrieben,

kann die Leistungsversorgung

wahlweise in AC oder DC weitergeschleift

werden. Dadurch wird die

Verkabelung auf ein absolutes Minimum

reduziert. Die sichere und

schnelle Kommunikation über Echtzeit-Ethernet

wie EtherCAT oder

Sercos III bietet eine sehr gute Basis

für den industriellen Einsatz. Fünf

Multifunktionale I/Os stehen für den

direkten Anschluss von Sensoren

und Aktoren an der Maschine zur

Verfügung. Auch beim Thema Sicherheit

haben die Servoumrichter

iC einiges zu bieten: So kann mit jedem

Gerät standardmäßig STO (Safe

Torque Off) realisiert werden und

optional gibt es sie auch mit funktionaler

Sicherheit.

www.amk-antriebe.de

Effizienz-Navi Preis

Material

Energie

Service Handhabung ✔

Zeit

Lebensdauer

Kosten senken mit Produktion

Wälzlager

Getriebekugellager mit

extrem langer Lebensdauer

Produktion Nr. 12, 2012

NSK hat ein Getriebekugellager mit

extrem langer Lebensdauer entwickelt.

Die neuen EBR-Wälzlager

leisten einen Beitrag dazu, Kfz-

Getriebe kompakter und leichter zu

gestalten und so für eine erhöhte

Kraftstoffeffizienz zu sorgen.

Ratingen (pd). Der Bedarf an kompakten,

leichten und effizienteren

Getrieben für Kraftfahrzeuge ist

stark gestiegen. Gleichzeitig sind die

Getriebelager – beispielsweise durch

die Verwendung niedrigviskoser Öle

– immer schwierigeren Schmierungsbedingungen

ausgesetzt. Auch

unter diesen Bedingungen dürfen

sie keine Schadensbilder wie Abplatzen

der Laufbahnoberfläche (‚Surface

Flaking‘) entwickeln.

Längere Lebensdauer durch

verstärkte Wälzkörper

Im Rahmen der Forschung auf

dem Gebiet der Werkstofftechnik hat

NSK die Mechanismen, die zum

Surface Flaking führen, einer Analyse

unterzogen. Dabei wurde festgestellt,

dass sich durch die Verstärkung

der Wälzkörper eine längere

Lagerlebensdauer erreichen lässt.

Zumeist werden die Abplatzungen

durch Abriebpartikel von gehärtetem

Stahl im Getriebeöl hervorgerufen.

Wenn diese Partikel zwischen

Kugel und Laufbahn eingeklemmt

werden, können sie Eindrücke in der

Laufbahnoberfläche verursachen.

Bisher ging man davon aus, dass

Surface Flaking auf die Spannungskonzentration

an den Rändern der

D-869-iglidur Vielfalt 198x137_D-869-iglidur Vielfalt 198x137 11.01.12 14:11 Seite 1

Kennzeichnend

für die EBR-Lager

sind Wälzkörper

in verstärkter

Ausführung.

Bild: NSK

Eindrücke zurückzuführen sind, die

zuerst Risse und dann Abplatzen

bewirkt. Die neu entwickelte Theorie

berücksichtigt zudem die Tangentialkraft,

die auf die Ränder der Eindrücke

wirkt und durch die erhöhte

Oberflächenrauigkeit der Kugeln

verursacht wird. Wenn verhindert

werden kann, dass sich die Oberflächenbeschaffenheit

des Wälzkörpers

verschlechtert, lässt sich die

Lagergebrauchsdauer verlängern.

Aus dieser Erkenntnis heraus ist

das neue EBR-Lager (Enhanced Bearing

by Rolling Element) mit Wälzelementen

in verstärkter Ausführung

ausgestattet. Die Verstärkung wird

durch eine Schicht winziger, harter

Siliziumnitrid-Partikel in Kombination

mit einem speziellen Karbonitrierungsverfahren

zur Wärmebehandlung

erreicht.

In Verbindung mit herkömmlich

gefertigten Innen- und Außenringen

lässt sich bei dem neu entwickelten

Lager eine mindestens zwei- bis

dreimal längere Lebensdauer erzielen.

Wird das Lager mit Ringen kombiniert,

die der Long-Life-Wärmebehandlungstechnologie

unterzogen

wurden, ist die erwartete Lebensdauer

mehr als zehnmal so hoch wie

die eines herkömmlichen Lagers.

Eine derart verlängerte Lebenserwartung

macht ein Downsizing von

Lagern möglich, wodurch eine Gewichtsreduzierung

von bis zu 50%

und demzufolge eine Reibmomentreduzierung

von 12% erreicht wird.

Die für dieses Produkt verwendeten

Materialien basieren auf einer

Technologie, die im Forschungszentrum

von NSK entwickelt wurde. Auf

der Basis der in mehr als 90 Jahren

ständig weiterentwickelten vier

Kerntechnologien – Tribologie,

Werkstofftechnik, Analysetechnologie

und Mechatronik – wird NSK

weiterhin Produkte entwickeln, die

sich durch geringe Reibung auszeichnen.

www.nskeurope.de

Effizienz-Navi Preis

Material Energie ✔

Service

Handhabung

Zeit Lebensdauer ✔

Kosten senken mit Produktion

Gelenkwellen

mit Metallbalg

Produktion Nr. 12, 2012

Klingenberg (pd). Die Modelle ZA

und ZAE von R+W sind die richtige

Wahl, wenn drehsteife Drehmomentübertragung

über längere

Wellenabstände gefragt ist. Bei

Drehmomenten von 10 bis 4 000

Nm und Wellendurchmessern bis

140 mm überbrücken die Gelenkwellen

ohne Zwischenlagerung Abstände

bis über 6 m. Das ZA-Modell

wird bei Drehmomenten bis 800

Nm mit einer Klemmnabe und,

über dieses Drehmoment hinaus,

mit einer Konusbuchse angebunden.

Das Modell ZAE hat Halbschalen-Klemmnaben,

die axiale Montage

ermöglichen. Wellenversatz

wird bei diesen Modellen durch

zwei Metallbälge ausgeglichen. Dadurch

gibt es im Betrieb keine Teile

mit mechanischer Reibung. Die

Gelenkwellen sind verschleiß- und

wartungsfrei. Durch die genaue

Fertigung besitzen die Modelle eine

hohe Rundlaufgenauigkeit. Um eine

einfache Montage und Demontage

zu ermöglichen, ist das Zwischenrohr

demontierbar. Dadurch

müssen z.B. Motoren zur Montage

nicht verschoben werden.

www.rw-kupplungen.de

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16 · Fertigung · Produktion · 22. März 2012 · Nr. 12

Werkzeugkonzepte

Pro Maschine jährlich 13 444 kWh sparen

Produktion Nr. 12, 2012

Die Steigerung der Produktivität einer Fertigungsanlage geht Hand in

Hand mit einer verbesserten Energie-Effizienz beim Herstellungsprozess

eines Bauteils. Komplettbearbeitungswerkzeuge sind ein vielversprechender

Ansatz.

Aalen (sm). Bei Werkzeugmaschinen

ist die benötigte Energie für die

Zerspanung sehr klein im Vergleich

zum Gesamtenergiebedarf der

Maschine. Dadurch kommt, mit

Blick auf die Energie-Effizienz, einer

verkürzten Laufzeit der Maschine

besondere Bedeutung zu.

Durch intelligente Zerspanungsprozesse

können beachtliche Zeit-,

Energie- und damit Kosteneinsparungen

erreicht werden.

Ein gutes Beispiel dafür, dass

optimierte Prozesse heute mehr

denn je notwendig sind, ist die

Fertigung von Getriebegehäusen.

Moderne Getriebe wie zum Beispiel

das Doppelkupplungsgetriebe,

werden immer komplexer. Für

die Bearbeitung sind immer mehr

Operationen nötig. Gegenüber

den Getrieben älterer Bauart müssen

an einem Gehäuse heute zwei-

Abbildung 2: Feinbohrwerkzeug mit

Führungsleisten und aufgeflanschtem

PKD-Aufbohrwerkzeug. Bild: Mapal

bis dreimal so viele Merkmale bearbeitet

werden. Das bedeutet,

dass selbst moderne Werkzeugmaschinen

mit 60 bis 80 Magazinplätzen

an ihre Grenzen kommen.

Es werden 22 Sekunden

pro Bauteil eingespart

Einen optimalen Prozess erkennt

man daran, dass die Summe

der benötigten Werkzeuge möglichst

klein und der erreichte CpK-

Wert möglichst hoch ist. Dies bedeutet

optimale Produktivität,

gute Energie-Effizienz und hohe

Prozesssicherheit. Ein eindrucksvolles

Beispiel für ein Komplettbearbeitungswerkzeug

aus einer solchen

Bearbeitungsfolge ist ein

PKD-bestücktes Sonderwerkzeug

zum Zirkularfräsen des Herstellers

Mapal aus Aalen (Abb. 1). In

einem Getriebegehäuse aus AlSi 9

werden damit alle Einstiche für

die Dichtringe in der Abtriebsbohrung

sowie die Planbearbeitungen

an der Vorder- und Rückseite der

Bohrung in einem Arbeitsgang

zerspant. Bei einer Schnittgeschwindigkeit

von 900 m/min und

einem Zahnvorschub von

0,1 mm/U werden gegenüber der

herkömmlichen Fertigung 5 Werkzeuge

und 22 Sekunden Bearbeitungszeit

pro Bauteil eingespart.

Bei einer Jahresproduktion von

100 000 Teilen ergibt sich daraus

eine Verkürzung der Maschinenlaufzeit

von 611 Stunden, was bei

der verwendeten 5-Achs Maschine

einer Energieeinsparung von

13 444 kWh entspricht.

Minimalmengenschmierung

als wichtige Stellschraube

Neben den Werkzeugen mit fest

eingelöteten Schneiden kommen

im Getriebegehäuse auch Werkzeuge

mit Wendeschneidplatten

und Führungsleisten zum Einsatz.

Mit diesen Werkzeugen von Mapal

können engste Toleranzen erreicht

werden. Mit den an den Werkzeugen

vorhandenen Einstellmöglichkeiten

kann auf Besonderheiten

des Werkstückmaterials oder

der Maschine reagiert werden.

Trotz des zusätzlichen Handlingsaufwandes

liegen die Kosten pro

Bauteil beim Verwenden eines

Wendeplattenwerkzeuges meist

unter denen von festen Werkzeugen.

Dies kommt daher, dass der

Grundkörper der Wendeplattenwerkzeuge

aufgrund seiner extrem

langen Lebenszeit kaum in die

Kostenrechnung eingeht und die

Einzelschneiden im Vergleich zum

Aufbereitungsaufwand bei festen

Werkzeugen günstiger abschneiden.

Mit einem eindrucksvollen

Exemplar eines solchen Werkzeuges

mit Führungsleisten und Wendeplatten

wird zum Beispiel eine

Lagerbohrung in einem Getriebegehäuse

bearbeitet (Abb. 2). Dabei

werden Durchmesser, Fasen, Radien

und Planflächen in einem

Arbeitsschritt komplett zerspant.

Entsprechend reduzieren sich

Haupt- und Nebenzeiten. Zusätzlich

wird im Anschluss an die Bearbeitung

mit dem Führungsleistenwerkzeug

mit einem aufgesetzten

Werkzeug mit PKD Schneiden an

einer anderen Position im Gehäuse

eine weitere Bohrung feinbearbeitet.

Die Effizienzrechnung führt

bei den 100 000 Teilen Jahrespro-

Abbildung 1:

PKD-bestücktes

Sonderwerkzeug

zum Zirkularfräsen

von

Einstichen und

Planflächen

Bild: Mapal

duktion zu einer gesamten Zeiteinsparung

von 388 Stunden und

damit zu 8 536 kWh weniger Stromverbrauch.

Für die bessere Energie-Effizienz

eines Zerspanungsprozesses

bietet, neben den ausgereizten

Werkzeugkonzepten im Hinblick

auf das Zusammenfassen von Arbeitsgängen,

die Minimalmengenschmierung

(MMS) eine besonders

wichtige Stellschraube.

Der Grund dafür liegt im hohen

Stromverbrauch der für den Kühlschmierstoff

notwendigen Hochdruckpumpen.

Je nach Maschine

beziehungsweise Kühlmittelanlage

können Energieeinsparungen

von 20 bis zu 30 % erreicht werden.

Mapal bietet auch für die MMS

Technologie komplette Lösungen

vom Spannzeug bis zur Schneide.

www.mapal.com

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Material Energie ✔

Service Handhabung ✔

Zeit ✔ Lebensdauer

Kosten senken mit Produktion

Drahterodieren

Hochgenaue Bauteilkontrolle in der Maschine

Produktion Nr. 12, 2012

Als Ergänzung zur Drahterodiermaschine

Cut 1000 stellt GF AgieCharmilles

eine optische Messeinrichtung

Integrated Vision Unit (IVU)

vor, mit der sich die Lage und die

Abmessungen von Mikroteilen auf

der Maschine messen lassen.

Schorndorf (sm). Die Integrated

Vision Unit (IVU) ermöglicht optischen

Zugang zu Details, die ein

taktiler 3D-Taster nicht bietet. Auch

das übliche Antasten mit dem Erodierdraht

lässt Wünsche offen. Mit

der Messeinrichtung IVU können

kleinste Werkstücke direkt auf der

Maschine betrachtet und kräftefrei

gemessen werden. Ein Anwendungsbeispiel

sind Pinzetten für die

Augenchirurgie (Bild 1 bis Bild 3), die

aus Edelstahl- oder Titandraht mit

0,5 mm Außendurchmesser hergestellt

werden. Diese und andere detailkritische

Bearbeitungsaufgaben

bei der Herstellung von Instrumenten

für die Mikrochirurgie, bei Teilen

von Luxusuhren und bei kleinsten

Werkzeugen für die Großserienproduktion

lassen sich im Zusammenspiel

mit der Messeinrichtung IVU

hochgenau ausführen.

Bild 1: Drahterodiermaschine Cut 1000 mit optischer

Messeinrichtung IVU (Integrated Vision Unit), Anwendungstechniker

Jürgen Klenk.

Als eine ‚Maschine für ultrapräzise

Mikrobearbeitungen‘ bezeichnet

der Schweizer Maschinenbauer

die Drahterodiermaschine Cut

1000, Bild 1, die Oberflächengüten

bis Ra = 0,05 µm erzeugt. Mit der

doppelten Drahtspule AC Duo

kann mit zwei Drähten im Wechsel

gearbeitet werden, zum Beispiel

mit den Drahtdurchmessern 0,1

und 0,05 mm. Die Messachse der

Messeinrichtung IVU ist im Abstand

von 80 mm zum Erodierdraht

positioniert. An ihrem unteren

Ende befindet sich die Lichtquelle,

am oberen Ende eine CCD-Kamera

mit Autofokus-Funktion (Bild 2).

Die CCD-Kamera gibt kristallklare

Bild 2: Arbeitsraum mit Erodierdraht (rechts) und

fünf eingespannten Rohteilen für Pinzetten (links),

darunter Lichtquelle, darüber CCD-Kamera.

Bilder ab, die von einer speziellen

Software in Messdaten gewandelt

werden. Kombiniert mit der Bedienoberfläche

der Steuerung Vision

5 sieht der Werker, was er tut

(Bild 3).

Vorteile beim Einrichten

kleiner und komplexer Teile

Die Möglichkeiten und Vorteile

beginnen beim Einrichten kleiner

und schwierig gestalteter Werkstücke.

Dabei können hochgenaue

Messungen zyklisch wiederholt

werden, um ein Werkstück an Kanten

oder nach Zentrierung µmgenau

auszurichten. Die Positionen

für Mikrostartbohrungen lassen

sich schnell und einfach vor der

Bearbeitung festlegen. Zudem hilft

die Einrichtung beim Einfädeln

dünner Drähte. Während der Bearbeitung

kann man das Werkstück

prüfen und nachmessen, ohne es

ausspannen und in den Kontrollraum

bringen zu müssen. Bei mehreren

Durchbrüchen ist es möglicherweise

sinnvoll, nach jedem

Durchbruch zu messen und über

„O.K.“ oder „nicht O.K.“ zu entscheiden.

Bei der Analyse des von der

CCD-Kamera gelieferten Bildes

fallen in X- und Y-Richtung so viele

Daten an, dass die Kontur einer

Bild 3: Pinzette mit Messprogramm – ein Bild der

CCD-Kamera aus dem Arbeitsraum, eingespielt in

die Maschinensteuerung Vision 5. Bilder: Klaus Malle

Krümmung oder der Durchmesser

eines Kreises, seine Rundheit und

Achsabstände nach Messprogramm

definiert werden. Eine

Kontur lässt sich automatisch abtasten

und mit einer vorgegebenen

CAD-Sollform vergleichen. Somit

sind technisch die Voraussetzungen

gegeben, alle Details im Auge

zu behalten und Mikroformen für

Medizinprodukte, Mikroantriebe,

Steckverbinder für IT- und TK-Geräte,

Mikrokomponenten für LED,

Anschlusskämme für integrierte

Schaltkreise oder andere winzige

Fertigungsaufgaben optisch gesichert

zu lösen.

www.gfac.com/de


22. März 2012 · Nr. 12 · Produktion · Fertigung · 17

Umformtechnik

Aufklapp-Richtmaschine spart Zeit und Geld

Die Richtmaschine

von Schuler

sorgt für kurze

Wartungszeiten

dank ihres aufklappbaren

Richtkopfes.

Richtbar sind alle

Metallarten

mit einer Bruchdehnung

von

mindestens

10 % und einer

ausgeprägten

Streckgrenze.

Bild: Schuler

Produktion Nr. 12, 2012

Schuler entwickelte eine Richtmaschine,

die nach Angaben des

Unternehmens Instandsetzungszeiten

und damit Geld spart.

Göppingen (hi). Innerhalb einer

Pressenstraße sorgt eine Richtmaschine

dafür, dass die aufgerollten

Metallbänder geglättet werden.

Die Richtmaschine bereitet das

Metall für die eigentliche Umformung

in der Presse vor. Da diese

Maschinen durch ihre aufeinander

abgestimmten Walzen sehr

schmutzempfindlich sind, ist die

regelmäßige Reinigung der Anlage

unerlässlich.

Die aufklappbaren Richtmaschinen

von Schuler sorgen dafür, dass

Wartungszeiten und die damit verbundenen

Stillstandszeiten in der

Automobil-Zulieferindustrie drastisch

reduziert werden können.

Gleichzeitig lassen sich durch die

Einzelzustellung der oberen Richtwalzen

beste Richtergebnisse realisieren.

Außerdem zeichnet sich

die Anlage durch eine besonders

hohe Steifigkeit aus, die insbesondere

bei hohen Richtkräften von

großer Bedeutung ist. Mit einer

maximalen Richtgeschwindigkeit

von 40 m/min kann die auf einer

Messe präsentierte aufklappbare

Richtmaschine AC-SH-9-53/ 160-

1300 Stahlblech, Edelstahl und

Aluminium mit einer Bandbreite

von bis zu 1300 mm und Banddicken

von 0,5 bis 4 mm richten. Die

Richtmaschine ist für höhere Leistungen

bzw. Automatisierungen

flexibel skalierbar.

Spezifische Einstellwerte

helfen dem Bediener

Als Hilfestellung für den Anwender

sind bei den Schuler-Maschinen

automatische Richt-Zustellwerte

hinterlegt, die dem Bediener

spezifische Einstellwerte empfehlen.

Angetrieben werden die neun

Einzugs- und Richtwalzen über ein

zentrales Verteilergetriebe bei separater

Zustellung der oberen

Richtwalzen. Ein weiterer Vorteil

besteht in der Möglichkeit des Einfädelns

während der Bandendeverarbeitung.

Der bedienseitig aufklappbare

Richtkopf kann zur Sichtprüfung

und Reinigung automatisch 30°

geöffnet werden. Zur Wartung ist

darüber hinaus eine manuelle Öffnung

von 90° möglich. Richtbar

sind alle Metallarten mit einer

Bruchdehnung von mindestens

zehn Prozent und einer ausgeprägten

Streckgrenze. Optional erhältlich

sind eine automatische Reinigungsvorrichtung,

motorische,

automatische Richtwalzenzustellung

sowie eine Bandendeschweißvorrichtung.

www.schulergroup.com

Effizienz-Navi Preis

Material

Energie

Service ✔ Handhabung ✔

Zeit ✔ Lebensdauer

Kosten senken mit Produktion

Maschinenkomponenten

Motorspindeln Serie 940

Produktion Nr. 12, 2012

Die Firma Heinz Fiege – ein Unternehmen der LTi-Gruppe -, bekannt als

Hersteller von Maschinenhauptspindeln mit höchster Zuverlässigkeit,

präsentiert die neuen Motorspindeln der Serie 940.

Röllbach (sm). Die Serie 940 ist

ein Hochleistungs-Spindelsystem

mit flüssigkeitsgekühltem Antrieb

und umfangreicher, integrierter

Sensorik. Zur Verfügung

stehen zurzeit Basissysteme zwischen

7,5 und 75 kW Antriebsleistung.

HSK 63 und HSK 100 sind als

Werkzeugaufnahmen für diese

Serie vorgesehen. In Abhängigkeit

von der Maximaldrehzahl

wird entweder Fettlebensdaueroder

Öl-Luft-Schmierung eingebaut.

Der maximale Rundlauffehler

an der Werkzeugaufnahme

beträgt 0,002 mm.

Automatische Auswuchtsysteme,

Anschnitterkennungssysteme,

Spindelmonitoring, Temperaturüberwachung

der Kugellager

und Schwingungssensoren wurden

in dieser Serie als Standard mit

vorgesehen und bieten eine moderne

mechatronische Baugruppe

für die Werkzeugmaschinenindustrie.

Sonderanfertigungen sind

ein Spezialgebiet der Firma Fiege,

so dass der Kunde sein optimal auf

die Anwendung zugeschnittenes

Spindelkonzept erhält.

Die neue Reihe 940 sind laut dem

Hersteller leistungsstarke kompakte

Systeme, die durch den Aufbau

flexibel einsetzbar sind. Die Produkte

sollen ein Novum an Präzision

und Zuverlässigkeit darstellen.

Sie seien technisch ausgereift und

würden bereits von namhaften Herstellern

weltweit eingesetzt.

Die neue Motorspindel

der Serie

940 von Fiege

eignet sich besonders

zum

Einsatz in

Schleifmaschinen.


Bild: Fiege

Diese neue Spindelserie kommt

vor allem zum Einsatz in hochproduktiven

Schleifzentren und vertikalen

Bearbeitungszentren.

www.fiegekg.de

Effizienz-Navi Preis

Material

Energie

Service

Handhabung

Zeit Lebensdauer ✔

Kosten senken mit Produktion

Drei neue Schneidund

Schleiföle

Produktion Nr. 12, 2012

Uetersen (sm). Oemeta hat mit

Oemetol 600 HC, 620 HC und 650 B

drei neue Schneid- und Schleiföle

im Programm. Sie basieren auf

hochwertigen Basisölen und modernsten

Hochleistungsadditiven.

Sämtliche Produkte sind kennzeichnungsfrei

und enthalten weder

Zink, Schwermetalle noch

Chlor. Sie zeichnen sich laut Oemeta

durch ausgezeichnete Schmierleistungseigenschaften,

gute Materialverträglichkeit

und hervorragende

Spülaktivität aus.

Die beiden neuen Bearbeitungsöle

Oemetol 600 HC und Oemetol

620 HC basieren auf modernsten

Hydrocrackölen. Damit bieten sie

eine hohe Leistungsfähigkeit in

den beiden wichtigen Viskositätsklassen

ISO VG 10 und ISO VG 22.

Beide Bearbeitungsöle zeichnen

sich durch einen besonders breiten

Einsatzbereich aus. Oemetol 650 B

ist ein Hochleistungsprodukt auf

Mineralölbasis. Die außerordentliche

Druckaufnahmefähigkeit und

Schmierleistung sollen für geringen

Verschleiß besonders beanspruchter

Werkzeuge sorgen.

www.oemeta.com

Profitieren Sie von der 3-fach-Kompetenz des Systempartners Nr. 1.

Wo höchste Qualität, Robustheit und Präzision die Seefahrt sicherer und effizienter machen,

stehen wir als Systempartner Nr. 1 zuverlässig an Ihrer Seite. Mit den Top-Produkten der

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Qualitätswerkzeuge

der Hoffmann Group.

Und aus Stahl werden Knoten.


18 · Fertigungstechnik · Produktion · 22. März 2012 · Nr. 12

Kemppi

Schweißausrüstung: 10 % der Energiekosten einsparen

Produktion Nr. 12, 2012

Kemppi Oy hat eine neue Reihe MIG/MAG-Kompaktanlagen auf den

Markt gebracht, mit denen innovative neue Standards in Bezug auf

Produktdesign und Ausführung gesetzt werden sollen.

Butzbach (mg). Die ‚Kempact RA‘

wurde für moderne Schweißwerkstätten

konstruiert. Ihr stilvolles

und zweckgebundenes Design

steht im Einklang mit der hohen

Gerätequalität und den funktionalen

Benutzervorteilen, heißt es laut

Kemppi. Damit würden Schweißaufgaben

produktiv, akkurat und

effizient durchgeführt. Kempact

RA basiert auf dem neuesten

Stromquellenprogramm von

Kemppi, das optimale Schweißleistung

und ausgezeichnete Ener-

gie- und Kosteneffizienz gewährleistet,

verspricht der Hersteller. Elf

Modelle umfassen Stromquellen

von 180, 250 und 320 Ampere sowie

die Auswahl zwischen ‚Regulären‘

(R) und ‚Adaptiven‘ (A) Bedienpanelen,

um die vielschichtigen

Anforderungen im Metallbau abzudecken.

Zu den neuen technologischen

Merkmalen gehören unter

anderem um mehr als 10 % gesenkte

Energiekosten im Vergleich zu

konventionell gesteuerten Strom-

quellen, die ‚Brights-Gehäusebeleuchtung‘

für einfaches Drahteinfädeln

bei geringen Lichtverhältnissen

sowie das integrierte ‚Gas-

Mate-Gehäusedesign‘, um das Laden

der Gaszylinder und das Bewegen

der Maschine einfach und sicher

zu machen.

www.kemppi.com

Effizienz-Navi Preis ✔

Material Energie ✔

Service Handhabung ✔

Zeit

Lebensdauer

Kosten senken mit Produktion

Die neuen MIG/MAG-Kompaktanlagen

von Kemppi.

Bild: Kemppi

Schweissen

Alu-Stahl-Verbindung: Optimierte

Materialkombination für Leichtbau

Produktion Nr. 12, 2012

Für Leichtbau-Konstruktionen ist es sinnvoll und praktikabel, aus den

Werkstoffen Stahl und Aluminium die am besten geeignete Kombination

zu wählen. Bisher schied dann jedoch das Lichtbogenfügen aus,

obwohl es andere Verbindungstechniken technisch wie wirtschaftlich

übertreffen kann. Fronius beseitigt jetzt diesen Engpass.

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Verbindungstechnik für Bleche

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Punktschweißen

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A-Wels (mg). Vom energieeffizienten

Automobil über Designobjekte

und Hallendächer bis zu Windenergienlagen

bringen Leichtbaukonstruktionen

erheblichen Nutzen.

Ein spezielles Halbzeug in

Form einer umformfähigen Platine

aus Stahl und Aluminium war deshalb

Ziel eines Entwicklungsprojektes

von Fronius und Voestalpine.

Ein prozesssicheres Lichtbogen-Fügeverfahren

verbindet die

beiden Metalle.

Vor dem Hintergrund der physikalischen

Gegebenheiten – gekennzeichnet

vor allem durch divergierende

Schmelzpunkte von

Eisen und Aluminuim und die begrenzte

gegenseitige Löslichkeit

beider Metalle bei Raumtemperatur

– definierten die Experten zunächst

die Voraussetzungen für das

Fügen der beiden Metalle. Deren

wesentliche sind: Der Prozess muss

einen möglichst geringen Wärmeeintrag

erzeugen, die Oberfläche

des Stahlblechs muss zinkbeschichtet

sein, und die spezifischen

Eigenschaften der intermetallischen

Phase (IMP) wie hohe Härte

und Zähigkeit sind optimal zu be-

rücksichtigen. Die Wahl des thermischen

Fügeverfahrens fiel auf

CMT (Cold Metal Transfer). Sie ergab

sich aus dem Bewerten der

Kriterien für das Generieren einer

einwandfreien Verbindung. Die

wesentlichen Einflüsse gehen von

den beiden zu fügenden Werkstücken,

dem Fügeverfahren und dem

Zusatzwerkstoff aus. Voestalpine

entwickelte eine Kantengeometrie

Geringer Wärmeeintrag und

gute Regelbarkeit dank CMT

der Stahlbleche, die die optimale

Qualität und Belastbarkeit der zu

schweißenden Verbindung gewährleistet.

Die Aluminiumbleche

stammen aus den Werkstoffreihen

AW5xxx oder 6xxx. Ihre Oberfläche

muss wie beim konventionellen

Metall-Inertgasschweißen lediglich

„sauber“ sein.

Das Lichtbogen-Schutzgasverfahren

CMT von Fronius aus dem

österreischischen Wels erfüllt die

wesentlichen Verfahrensbedingungen:

geringer Wärmeeintrag

und gute Regelbarkeit. Beim Fügen

von Stahl mit Aluminium benetzen

Die Crashträgerprüfung

im

Crashsimulator

hat die Festigkeit

der Fügenaht erwiesen

und gezeigt,

dass die

Bauteile kinetische

Energie gezielt

absorbieren.

der Zusatzwerkstoff und das Aluminium

das verzinkte Stahlblech,

und der Zusatzwerkstoff verschmilzt

mit dem Aluminium. Das

heißt, stahlseitig entsteht eine Lötverbindung,

das Aluminium hingegen

wird geschweißt. Eine Anlage

mit beidseitig synchron

schweißlötenden CMT-Schweißsystem

hat sich dafür bewährt. Den

dritten Hauptfaktor, den Zusatzwerkstoff

realisiert Fronius mit einer

patentamtlich eingetragenen

speziellen Aluminiumlegierung

zum Schweißlöten.

Zum Erkunden und Belegen der

Praxistauglichkeit führten die

beiden Partnerunternehmen sowie

externe Institutionen Tests

mit schweißgelöteten Stahl-Aluminium-Platinen

durch. Dazu gehörten

Grundlagenuntersuchungen

mit den Werkstoffen AW5182-

H111 und DX54D sowie dem Zusatzwerkstoff

Z200 aus AlSi3Mn1

ebenso wie Untersuchung der

Zugfestigkeit, des Korrosions- sowie

des Umformverhaltens in

Crashtests.

Ein wesentliches Ergebnis: Der

finale Riss tritt im Aluminiumblech

auf, die Schweißlötung übersteht

Intensive Untersuchungen

bei Voestalpine

zur Kornbildung

in der Fügezone (Filler)

gingen dem Definieren

der optimalen

Fügeparameter und

der Entwicklung des

optimalen Zusatzwerkstoffes

(Al-

Si3Mn1) voraus.


Bilder: Fronius

Crashtests unbeschadet

überstanden

die Versuche unzerstört. Selbst

nach 300 Stunden SST (Salt Spray

Test) der Platine traten weder

Spalt- noch Spannungs- oder interkristalline

Korrosion auf.

Den Eignungsnachweis der Bleche

für den Karosseriebau erbringen

unterschiedliche Verformprozesse.

Deutlich erwiesen die

Tests, dass das Tiefziehen selbst

im Grenzbereich noch zu positiven

Resultaten führt. Einen speziellen

Nutzen bieten Hybridplatinen,

wenn sie sicherheitsrelevante

Konstruktionsbauteile darstellen,

d. h. die kinetische Energie

bei Unfällen gezielt absorbieren.

Sowohl die Schweiß-Löt-Naht als

auch das Stahlteil überstanden

die Crashtests unbeschädigt – im

Unterschied zum reinen Stahlteil.

Entsprechend konstruierte Hybrid-Komponenten

erfüllen einerseits

die Bedingungen der Energieabsorption

und andererseits

des Einhaltens definierter Geometrien

bzw. Abstände.

www.fronius.com

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Mit 2,5t in 5 Achsen

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20 · Fertigungstechnik · Produktion · 22. März 2012 · Nr. 12

Schweissen

Pioniergeist zahlt sich aus: Umstieg auf

Impulsschweißen steigerte Qualität und Effizienz

Produktion Nr. 12, 2012

Dank der Impuls-Stromquelle ‚MEGAPULS 250‘ von Rehm spart die

Firma Euroroll bei der Herstellung von Stahlkomponenten für Schwerkraftrollenbahnen

Material, Energie und Kosten und erreicht dadurch

eine deutliche Produktivitätssteigerung.

Uhingen (mg). Obwohl bei den

metallverarbeitenden Unternehmen

des Mittelstands die Vorteile

des Impulsschweißens noch relativ

unbekannt sind, hat die Firma Euroroll

Ende 2010 vom „konventionellen“

MIG/MAG- auf Pulsschweißen

umgestellt. Die Verfahrensumstellung

auf die Rehm-Impuls-Lichtbogentechnik

begeisterte Betriebsleitung

und Schweißer gleichermaßen:

„Wir können jetzt effektiv acht

Stunden am Tag schweißen und

müssen nicht mehr die Hälfte der

Arbeitszeit Spritzer und Trennöle

wegputzen“, berichtete Schweißer

Eugen Keller. „Auch unterschiedliche

Materialstärken zwischen zwei

und sechs Millimeter schweißen

wir so sauber, wie es sonst nur mit

der WIG-Technik möglich ist.“

Daten und Fakten im Vergleich

Die Firma Euroroll Beckmann

produziert und vertreibt Rollenschienen

und Bremsrollen in zahlreichen

Größen bis hin zu Palettenrollenbahnen

für komplette Durchlaufregale.

Wie in allen Stahl verarbeitenden

Betrieben ist auch hier

das Schweißen einer der wichtigsten

Fertigungsschritte. Bis Ende

2010 haben die acht Schweißer des

westfälischen Betriebs mit herkömmlichen

MIG/MAG-Stromquellen

gearbeitet. Die meisten

Schweißungen lagen im Bereich des

Übergangslichtbogens, was zu starker

Spritzerbildung führte. Da alle

Schweißungen im Sichtbereich sind

und anschließend lackiert werden,

konnte die geforderte Oberflächengüte

nur durch aufwändige Nachbearbeitungen

erreicht werden.

bisherige

MIG/MAG Technologie

neue

Impuls-Technologie

Energieverbrauch 100 % 85 %

Arbeitsgänge

Spritzerschutz auftragen notwendig entfällt

Schweißen notwendig notwendig

Spritzer entfernen WDM Wolfshagener notwendig Drahtund

entfällt

reinigen notwendig entfällt

Metallverarbeitung GmbH

Im direkten Vergleich wird deutlich: Die neue Impuls-Technologie punktet gegenüber

der bisherigen MIG/MAG-Technologie auf ganzer Linie. Tabelle: Rehm

Seit der Umstellung auf die Rehm-

Pulsanlagen wird bei Euroroll quasi

spritzerfrei geschweißt. Hierbei werden

die Praktiker von der softwaregesteuerten

Lichtbogenlängenregelung

der MEGAPULS-Inverter-

Stromquelle, die Toleranzen bei der

Brennerführung automatisch ausgleicht,

unterstützt. Das Ergebnis

sind WIG-ähnliche Schweißnähte

ohne teure, langwierige Vor- und

Nach-arbeiten. Zuvor hat im Schnitt

jeder Schweißer bis zu zwei Dosen

Schweißtrennspray pro Tag verbraucht.

„Wenn wir früher um die 50

Teile am Tag geschweißt haben, dann

sind wir jetzt bei rund 90 Werkstücken

pro Arbeitstag“, fasst Produktionsleiter

Stefan Jehle die erfolgreiche

Verfahrensumstellung in Zahlen.

„Heute können die geschweißten

Teile, wie sie sind, pulverbeschichtet

werden“. Zudem werden seit der

Umstellung auf die wassergekühlten

Brenner deutlich weniger Verschleißteile

verbraucht. Bei einem Großauftrag

wurden von rund 36 000 Schweiß-

Die volldigitalisierte Impulsstromquelle

MEGAPULS 250 von Rehm ist

durch ihre kompakte Bauweise, ihre

Multifunktionalität und ihre Kosteneffizienz

besonders für den Einsatz in

mittelständischen Betrieben geeignet,

so der Hersteller. Bilder: Rehm

Neben ihrer Leistungsfähigkeit

zeichnet sich die

Rehm-Pulsanlage

vor allem durch

eine hohe Bediensicherheit

und eine optimale

Reproduzierbarkeit

der

Schweißaufgaben

aus – eine Eigenschaft,

die

Schweißer Eugen

Keller und seine

Kollegen im Arbeitsalltag

zu

schätzen wissen.

teilen nur 0,001 % mit Beanstandungen

durch die Euroroll-Qualitätsprüfung

ermittelt; das entspricht einer

Quote von 10 ppm.

Die deutlichen Kosten- und Qualitätsvorteile

der Impuls-Schweißtechnik

sind in vielen mittelständischen

Betrieben noch weitgehend

unbekannt. Häufig sind Anwender

skeptisch, da sich das Schweißen mit

dem langen Lichtbogen und die

Akustik der Pulsanlagen maßgeblich

von der konventionellen MIG/MAG-

Technik unterscheiden. Der Pioniergeist

der Firma Euroroll hat sich jedoch

ausgezahlt: Das Unternehmen

erzielt mit den Rehm-Pulsanlagen

bestmögliche Ergebnisse bezüglich

Spritzerarmut, Nacharbeit, Verschleißteilen,

Material- und Energieverbrauch

und hat sich durch massive

Kostenersparnisse in der Produktion

und qualitativ hochwertige

Schweißarbeiten Vorteile gegenüber

dem Wettbewerb verschafft.

www.rehm-online.de

)

ABICOR-

Innovationspreis

2012 ausgeschrieben

Produktion Nr. 12, 2012

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Wir machen komplexe Sachverhalte regelmäßig transparent. Zuverlässig und mit höchster redaktioneller

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-

Giessen (mg). Gemeinsam schreiben

die Alexander Binzel Schweisstechnik

GmbH und der DVS –

Deutscher Verband für Schweißen

und verwandte Verfahren e. V. –

den ABICOR-Innovationspreis

2012 aus. Der Preis fördert Forschungs-

und Entwicklungsarbeiten

zum Lichtbogenschweißen

und -schneiden. Insgesamt 10 000

Euro stiftet der Gießener Hersteller

von Schweiß- und Schneidbrennern

für die innovativsten Ideen

zum Thema. Mit dem Award sollen

insbesondere Nachwuchskräfte

aus Wissenschaft und Wirtschaft

gefördert werden.

Die Bewerber können ihr Konzept

bis zum 4. Mai dieses Jahres

beim DVS einreichen. Die detaillierten

Teilnahmebedingungen

stehen auf der Verbandshomepage

unter www.die-verbindungs-spezialisten.de/abicor-innovation-award

zum

Download bereit. Alle eingereichten

Beiträge werden von einer unabhängigen

Jury namhafter Wissenschaftler

und Fachleute aus der

Industrie bewertet.

mi_image_woerter_178x62mm.indd 2 23.09.2011 10:11:13


22. März 2012 · Nr. 12 · Produktion · Fertigungstechnik · 21

Dosiertechnik

Intelligente Dosierlösungen

mit Robotersystemen

Die Robotersysteme

von Nordson EFD

sind vielfältig einsetzbar.

Nicht nur in

der Dosiertechnik,

auch in der Medizin-,

Montage- oder

Handhabungstechnik

seien die Systeme

gefragt.

Produktion Nr. 12, 2012

Nordson EFDs automatisierte Tisch- und In-Line-Dosiersysteme sollen

zuverlässigen Betrieb und hervorragende Wiederholgenauigkeit für

präzise Klebstoff-, Dichtungsmittel- und Schmiermittelanwendungen in

vielen Montage- und Herstellungsprozessen bieten.

Pforzheim (mg). Diese Robotersysteme

bieten viele Einsatzmöglichkeiten,

so Nordson. Nicht nur in

der Dosiertechnik mit den vielfältigen

Aufgaben wie Dosieren, Schrauben,

Schneiden u. v. m, sondern

auch in der Medizin- und Montagetechnik

sowie das Handling, Montieren,

Palettieren, Sortieren, Umsetzen

und Greifen. Sowohl die

Tischroboter als auch die SCARA-

Roboter können mit Kamerasystem,

Nadel- und Höhensensor aufgerüstet

werden. Das Kamerasystem

dient zur automatischen Programmkorrektur

und zur Dosierkontrolle.

Durch den Einsatz eines

Höhensensors kann sichergestellt

werden, dass der Abstand des Werkstücks

zur Dosiernadel konstant ist,

so der Hersteller.

Die Tischroboter der DR- Serien

2200, 2300, 2400, 2500 und 2600

stehen für vier Arbeitsbereiche zur

Verfügung, vom Modell DR2200 mit

200/200mm (X/Y) bis Modell

DR2600 mit 510/620mm (X/Y). Der

gesamte Arbeitsablauf wird über

eine bedienerfreundliche Software

mittels Bedienfeld im Teach-in-

Verfahren programmiert; eine direkte

Übernahme von CAD-Daten

ist fester Bestandteil der Software.

Die Tischroboter sind kompatibel

mit sämtlichen Dosiergeräten, Dosierventilen

und Ventilsteuergeräten

von Nordson EFD. Dadurch ist

ein problemloser Wechsel von der

manuellen zum vollautomatischen

Auftrag von Flüssigkeiten und Pasten,

wie sie in vielfältiger Variation

in der täglichen Produktion ver-

wendet werden, gewährleistet. Der

Arbeitsbereich beim SCARA-Roboter

der DSR- Serie 4400 liegt bei 440

mm Radius. Verfügbar sind Drei-

Achsen-Ausführungen mit Z von

100 mm und Vier-Achsen-Ausführungen

mit einer Drehachse von

360°. Das Merkmal des SCARA-Roboters

liegt in der Ausstattung ohne

Memory Card und ist daher wirtschaftlicher

und kostengünstiger,

verspricht Nordson. Eine einfache

Einbindung in externe Feldbussysteme,

Kommunikation mit PC-Systemen

und eine optional integrierte

Bildverarbeitung in der Software

ermöglichen ein vielseitiges Einsatzgebiet.

Bemerkenswert sei auch

die Tatsache, dass das Programmieren

im Teach-in erfolgt und keine

speziellen Programmierkenntnisse

erforderlich sind. Die SCARA-Roboter

der JS-Serien 2504GP bis

5504GP und der JS-Serien 6504TH-

GP bis 10004THGP sind mit einem

Servomotoren-Antrieb ausgestattet.

Die Ausführungen 2504GP bis

5504GP sind standardmäßig mit einem

Z-Achsenhub von 150 mm, die

Serien 6504THGP bis 10004THGP

mit einem Z-Achsenhub von 200

mm, alle SCARAs mit einer vierten

R-Achse mit +/- 360° ausgerüstet.

Sämtliche vier Achsen sind interpoliert,

die Fahrgeschwindigkeit in

X/Y beträgt bis zu 7 200 mm/s

(7504THGP). Je nach Modellart

können Gewichte bis 20 kg bewegt

werden. Das Merkmal der SCARA-

Roboter ist die feldbusfähige

(PROFIBUS)-Schnittstelle für die

externe kundenseitige Programmierung

und die entsprechende

Software, mit der die Programme

auf einfache Art eingeteacht und/

oder eingelesen werden können,

sodass der Umgang mit komplizierter

Roboter-Programmiersprache

entfällt. Es muss jedoch nicht auf die


Bild: Nordson

Verwendung von fortschrittlicher

Roboter-Programmiersprache verzichtet

werden, da die Software einen

Compiler beinhaltet.

Unter Berücksichtigung der vielfältigen

Einsparungen, der erhöhten

Reproduzierbarkeit und Qualität,

Verbesserung der Produkte, ist

eine kurzfristige Amortisation gewährleistet.

Mit intelligenten Roboter-Dosierlösungen,

die die Produktion

automatisch besser machen,

bietet Nordson EFD die besten

Perspektiven auf zukünftige

Erfolge, heißt es.

www.nordsonefd.de

Effizienz-Navi Preis ✔

Material

Energie

Service Handhabung ✔

Zeit

Lebensdauer

Kosten senken mit Produktion

Der ‚DELO-DUOPOX AD840‘ von Delo zeichnet sich unter anderem durch seine

sehr gute Haftung auf sowohl Metallen, Kunststoffen sowie glatten Oberflächen

aus.

Bild: Delo

Kleben

Neuer Klebstoff für

den Maschinenbau

Produktion Nr. 12, 2012

Der Industrieklebstoffhersteller

Delo hat einen universellen 2-K-Epoxidharzklebstoff

entwickelt, der

in der Summe seiner Eigenschaften

einen einmaligen und vielseitigen

Klebstoff darstellen soll.

Windach (mg). Der spannungsausgleichende

‚DELO-DUOPOX

AD840‘ härtet schon bei Raumtemperatur

vollständig aus und zeichnet

sich unter anderem durch seine

sehr gute Haftung auf Metallen,

Kunststoffen sowie glatten Oberflächen

aus, so Delo. Dadurch

eigne er sich besonders für den

Einsatz im Maschinenbau, da

eine Vorbehandlung wegfallen

könne. Für den Kunden bedeute

das Einsparungen von Kosten, die

durch Sandstrahlen entstehen

können.

Darüber hinaus ist der hochfeste

Konstruktionsklebstoff in einem

Temperaturbereich von -40 °C bis

zu +140 °C einsetzbar. Er erreicht

auch bei Einsatztemperaturen

oberhalb 80 °C ausgezeichnete

Klebfestigkeiten und verfügt über

eine hohe Schälfestig- sowie

Schlagzähigkeit, verspricht Hersteller

Delo.

Besonders vorteilhaft sei die einfache

Verarbeitung aus dem DELO-

AUTOMIX-System. Das Produkt

wird hierbei aus der Doppelkartusche

mit einem statischen Mischrohr

quasi einkomponentig verarbeitet,

heißt es. Hinzu kommt die

lange und anwenderfreundliche

Verarbeitungszeit (bis zu 90 Minuten

im 100g-Ansatz), die insbesondere

für Produktionsabläufe mit

größeren Bauteilen bestens geeignet

ist, versprechen die Windacher

Experten.

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die Wirtschaftlichkeit. Die regelbare Kühlung senkt gezielt die

Temperatur in Schweißnaht und Wärmeeinflusszone. Das reduziert

Wartezeiten zwischen den Lagen. Zudem vermeidet das

Verfahren Anlauffarben, minimiert die Korrosionsgefahr und

erlaubt durch die integrierte Kamera direkte Qualitätskontrolle.

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22 · Fertigungstechnik · Produktion · 22. März 2012 · Nr. 12

Gasturbinen-Fertigung

MAG-Engspaltschweißen reduziert

Fertigungszeiten an dickwandigen Bauteilen

Dipl.-Ing. Walter Lutz, Produktion Nr. 12, 2012

Bei der Bearbeitung riesiger Gasturbinengehäuse setzt Siemens

erstmals das Engspaltschweißen per Roboter ein, das der Konzern in

Zusammenarbeit mit dem Schweißspezialisten Cloos zur Serienreife

gebracht hat.

Der Roboter taucht das Engspaltschwert

in den Spalt zwischen Gehäusemantel

und Mannloch-Stutzen.

Gegenüber der herkömmlichen

V-Naht spart Siemens 80 %

Schweißgut und Arbeitszeit.

Haiger (mg). Die derzeit leistungsstärkste

Siemens-Gasturbine liefert

375 MW und ist die größte und leistungsstärkste

Gasturbine der Welt.

Damit lässt sich die Bevölkerung

einer Großstadt wie Hamburg mit

Strom versorgen. Siemens gehört in

dieser Branche zu den führenden

Unternehmen weltweit: Seit 1972

haben schon über 800 Gasturbinen

das Werk in Berlin verlassen und

liefern Strom in etwa 60 Ländern

dieser Erde. Die 3 500 Mitarbeiter

des Standorts sind voll ausgelastet.

„Entsprechend groß ist der Fertigungsdruck“,

sagt Uwe Krabetz,

verantwortlicher Gruppenleiter der

Gehäusefertigung. Denn räumlich

expandieren kann Siemens kaum.

„Also geht es nur mit dem Einsatz

moderner Fertigungstechnik, um

die Produktion weiter zu optimieren,

die Qualität zu erhöhen und

den Ausstoß zu steigern.“ Bei den

einzelnen Gehäuseteilen einer Gasturbine

– sie messen bis 4,60 m im

Durchmesser und werden aus bis

zu 100 mm starkem, warmfesten

Baustahl der Qualität 16 MO3 gefertigt

– hatten die Verantwortlichen

den Bereich der Schweißtechnik im

Fokus. Hier arbeitet Siemens schon

seit Jahren mit einer modernen

Cloos-Roboteranlage, auf der z.B.

das 30 t schwere Endstück der Gasturbine

geschweißt wird. Die etwa

140 m Kehl- und V-Nähte werden

darauf in 30 % weniger Schweißzeit

realisiert. Und auch die Nacharbeit

sank deutlich um über 10 %.

Binnen Minuten auf voller Leistung

Ansicht einer komplett fertig gestellten

Gasturbine für den Kraftwerksbau.

Ein weiteres Rationalisierungspotenzial

entdeckten die Experten

im Bereich der Verschweißung der

riesigen Flansche und Mannlöcher:

„Wir brauchten für diese Verbindungsnähte

im MAG-Handschweißverfahren

bis zu vier

8-Stunden-Schichten. Dabei

schluckte jede Naht aufgrund der

50-Grad-V-Geometrie etwa 150 kg

Schweißdraht“, erinnert sich Krabetz.

Es fehlte die Technologie, um

diesen zeit- und materialintensiven

Arbeitsschritt zu optimieren. „Daher

kam die Idee, gemeinsam mit

Cloos eine roboterbasierte Lösung

zu finden“, so Krabetz.

80 % Zeitersparnis und

weniger Schweißdraht

Siemens baut aktuell Gasturbinen

für Kraftwerke mit Leistungen von

113 bis 375 MW. Sie wiegen 200 bis

400 Tonnen und können bis zu 13 m

lang und 5 m hoch sein. Gegenüber

Kohle- und Kernkraftwerken haben

diese Turbinen den Vorteil des höheren

Wirkungsgrades und der guten

Regelbarkeit. In nur 15 Minuten

lässt sich ein solches Kraftwerk auf

volle Leistung anfahren.

Cloos entwickelte daraufhin ein

besonderes Engspaltschwert – rund

30 cm lang – mit einer Breite von

16 mm, das der Roboter in den Spalt

zwischen Gehäusemantel und

Mannlochstutzen bzw. Flansch eintaucht.

Anstelle der aufwändigen

und großvolumigen V-Nähte kann

Siemens durch das neue Verfahren

eine Engspaltnaht mit parallelen

Nahtflanken und einer Spaltbreite

verwenden, die nur 20 mm beträgt.

Zur Vorbereitung der Nahtflanken

ist die Qualität des konventionellen

Brennschnitts ausreichend.

Das Cloos-Engspaltschwert führt

Drahtelektrode, Schutzgas und

Kühlwasser. Der Schweißdraht im

Schwert wird über einen Mechanismus

so bewegt, dass er exakt über

dem Schweißbereich hin- und herpendelt.

Im MAG-Engspaltverfahren

werden bei den 300 mm starken

Bauteilen so über 80 Lagen in

gleichbleibend hoher Qualität aufgebracht.

Der Roboter braucht dafür

weniger als vier Stunden und

bringt nur etwa 30 kg Schweißgut

ein. „Gegenüber der bisherigen

Handschweißung spart dies über

80 % Zeit und Schweißdraht“, so

Krabetz. Die relativ niedrige Energiezufuhr

beim Cloos-Engspaltschweißen

minimiert zudem den

Materialverzug während des

Schweißvorgangs.

Um die großen Turbinenteile mit

bis zu 4,60 m Durchmesser und 2 m

Tiefe optimal schweißen zu können,

installierte Siemens im Sommer

2011 eine neue, komplexe Roboterschweißanlage.

Hier werden

zwei Roboter an einem 32 m langen

und über 8 m hohen Portal bewegt,

das zudem über eine Tiefe von 7,7 m

verfügt. Es überstreicht dabei vier

Arbeitszellen. „In zweien schweißen

die Roboter, während in den

anderen unsere Mitarbeiter die

Bauteile vor- und nachbereiten“,

erklärt Krabetz. Dabei wechseln die

Roboter automatisch zwischen der

neuen Engspalttechnik und dem

MAG-Eindrahtprozess, mit dem die

dicken Halbringe ins Turbinengehäuse

geschweißt werden. „Wir

können auch jeweils zwei Zellen

kombinieren, um die geplanten

Maxigehäuse für unsere neuen Turbinen

zu bearbeiten.“ Denn Siemens

will zukünftig aus zwei Teilgehäusen

eine Einheit machen, um

eine Flanschstelle einzusparen und

wertvolle Arbeitszeit weiter zu reduzieren.

Über das Portal mit seinen Längs-,

Höhen- und Querfahrwerken erreichen

die gelenkigen Cloos-Roboter

alle Schweißnähte an den bis zu 60 t

schweren Gehäuseteilen. Die mechanisch

sehr stabilen Roboter sind

in Drehgelenkbauweise ausgeführt

und verfügen über sechs Bewegungsachsen.

Damit erreichen sie

Die Investition in Höhe von

1 Mio Euro rechnet sich schnell

alle Schweißpositionen an den

großvolumigen Bauteilen. Dynamische

Servoantriebe ermöglichen

eine hohe Tragfähigkeit von 15 kg,

und die präzisen Kompaktgetriebe

sorgen für eine hohe Wiederholgenauigkeit

von unter 0,1 mm. Die

Robotersteuerung steuert sechs Roboterachsen

plus drei Achsen des

Portals. Die Roboterschweißanlage

ist mit Brennerwechselsystemen

ausgerüstet, um automatisch zwischen

Brennschneiden, Eindrahtund

Engspaltschweißtechnik zu

variieren. Überwacht und bedient

wird die Anlage von einer Warte aus.

Hier laufen z.B. die Signale von

sechs Kameras zusammen, die Bilder

aus den Schweißbereichen

übertragen. In diesem geschützten

Raum ist auch die PC-Technik für

die Steuerungssoftware ‚Carola EDI‘

und die ‚RoboPlan‘-Offline-Programmierung

untergebracht. Die

Arbeitsschritte laufen damit vollau-

Teilansicht einer Fertigungsstation:

Roboterbasiertes Schweißen am

voluminösen Gehäuseteil einer

Gasturbine (links). Bilder: Cloos

tomatisch ab. In der Anlage liefern

Impulsstromquellen des Typs GLC

603 Quinto die hohen Schweißströme

von 320 A. Sie verfügen mit einem

maximalen Strom bis 600 A

über genügend Leistungsreserven

für künftige Siemens-Anforderungen.

Ihre extrem schnelle Regelung

und eine Mikroprozessorsteuerung

für die Programmierung der Kennlinien

sind die Basis, die Anlage optimal

auf Werkstoff und Schweißnähte

einzustellen. Über ein großes

LCD-Display findet der Bediener

alle Informationen im Klartext. Das

praktische Handrad sorgt für eine

einfache und schnelle Eingabemöglichkeit

der Parametersätze,

von denen sich bis zu 20 000 hinterlegen

lassen. Die einmal programmierte

Qualität ist damit jederzeit

abrufbar.

„Das Engspaltschweißen eignet

sich für die Verarbeitung von Bauteilen

mit über 35 mm Blechdicke“,

weiß Cloos-Niederlassungsleiter

Volker Hedergott aus der Praxis. Als

Ansprechpartner vor Ort hat er das

neuartige Fertigungskonzept gemeinsam

mit den Experten im

Cloos-Stammwerk in Rekordzeit

realisiert. „Nur knapp ein Jahr verging

zwischen Auftragserteilung,

Lieferung und Inbetriebnahme der

neuen Anlage.“ Rund 1 Mio Euro hat

Siemens in die neue Roboteranlage

und die notwendigen Baumaßnahmen

in der Fertigungshalle investiert.

„Aber angesichts der Einsparpotenziale

rechnet sich das in Kürze“,

ist Uwe Krabetz überzeugt.

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Technologieschau 2012

Alles rund ums Schweißen

Produktion Nr. 12, 2012

Mannheim (mg). Die Fördergemeinschaft

e.V. der SLV veranstaltet

in diesem Jahr ihre 4. Technologieschau

im Hof der SLV Mannheim

(14. und 15.6.2012). Rund 30 Unternehmen

werden in einer Leistungsschau

ihre Produkte und

Dienstleistungen rund um die

Schweißtechnik präsentieren. In

einer breit gestreuten Produktpalette

von der Schweißtechnik,

Schweißzusatzwerkstoffen, Qualitätssicherung,

Energieerzeugung,

Rohrleitungsbau bis hin zum Gerüstbau

stellen die Unternehmen

ihre Erzeugnisse dar. Unter anderem

werden innovative Neuheiten,

wie z.B. Schweißvorführungen mit

den neuesten auf dem Markt eingeführten

Maschinen und Schweißzusätzen

vorgeführt.

Die Ausstellung wird durch Fachvorträge

aus den Anwendungsgebieten

der ausstellenden Unter-

nehmen ergänzt. Als besonderes

Highlight werden an beiden Tagen

wieder eine Echtdampflokomotive,

die in liebevoller Handarbeit im

Maßstab 1:11 detailgetreu nachgebaut

wurde, sowie ein Formula-

Rennwagen, konstruiert für den

auf dem Hockenheim-Ring vom

VDI durchgeführten internationalen

Formula-Student-Hochschulwettbewerb,

vorgeführt.

Näheres unter www.slv-mannheim.de/foerdergemeinschaft.


22. März 2012 · Nr. 12 · Produktion · Automatisierung · 23

Wanddurchführungsklemme

Mit Push-in-Technik durch die Wand

Carsten Lückheide

Produktion Nr. 12, 2012

Das komfortable Druckfederprinzip erspart Herstellern von Kleingräten

und Umrichtern zeitsparende Anschlusstechniken. Wanddurchführungsklemmen

stehen dabei immer häufiger im Fokus – in der Automatisierung

sowie in der Mess- und Regeltechnik.

Bad Pyrmont (sp). Wanddurchführungsklemmen

kommen in vielen

Industriebereichen zum Einsatz:

im klassischen Filter- und

Drosselbau, im Umrichterbau, bei

Netzteilen und in der Energieverteilung.

Dabei muss immer Energie

sicher durch die Gehäusewand geführt

werden. Im Inneren des Gehäuses

wird aus Herstellersicht auf

eine normgerechte und Platz sparende

Lösung wertgelegt.

Zwar bieten einige Hersteller

Produkte, die auch dem Berührschutz

genügen. Da aber beim Filter

die eigentliche Drossel mit dem

Entstörmodul verbunden und dann

auf die Durchführungsklemme geführt

wird, sind diese Produkte oft

nicht geeignet. Denn bei der Zugfeder-

oder Schnellanschlusstechnik

kann pro Klemmstelle nur ein Leiter

geklemmt werden. Zudem lassen

sich die Handhebel der Schnellanschlusstechnik

oft nur schwer

bedienen, was schnell zu Ermüdungserscheinungen

führt.

Daher sind Gerätehersteller dazu

übergegangen, Ausschnitte in Gehäuse

zu schneiden sowie in Ausschnitten

Standardzugfeder-Reihenklemmen

auf Normschienen

einzubauen – mit je einer Hälfte im

und einer außerhalb des Gehäuses.

Dabei wird allerdings die Vergussdichtigkeit

des Gehäuses nicht oder

nur mit hohem Aufwand erreicht.

Wanddurchführungsklemmen

in verschiedenen Polzahlen verursachen

hohe Lagerhaltungskosten.

Und Sonderlösungen in unterschiedlichen

Farben je Pol sind oft

Die Wanddurchführungsklemmen in Löt- (links) bzw Flachsteck-Ausführung

(rechts) erreichen 600 V UL Kat. C im leitfähigen Gehäuse. Bild: Phoenix Contact

Komfortables Druckfederprinzip: Wanddurchführungsklemmen in Zugfedertechnik von Phoenix Contact führen Energie

sicher durch die Gehäusewand.

Bild: Phoenix Contact

nur als Exklusiv-Artikel mit erhöhtem

Kostenaufwand möglich. Und

dass sich die Handhebel der

Schnellanschlusstechniken sowie

die Zugfedern der Klemmen bei einigen

Produkten nur schwer bedienen

lassen, führt nicht selten zum

Verbiegen der Gehäusewände.

Neben Eigenkreationen und improvisierten

Wanddurchführungsklemmen

finden sich aber auch

zeitgemäße Federanschlusstechnik-Lösungen

durch die Wand – wie

etwa die PW-Klemmen in Push-in-

Anschlusstechnik von Phoenix

Contact. Durch 50 % geringere Einsteckkräfte

– im Vergleich zu anderen

Druckfeder-Techniken – kann

Push-in-Technik selbst kleinste

hochflexible Leiter ab 0,25 mm² direkt

und werkzeuglos verdrahten.

Der hohe Bedienkomfort dieser

Wanddurchführungsklemmen ist

unabhängig von Leitertyp und

-querschnitt.

Der signalfarbende Drücker

kennzeichnet die Push-in-Klemmstelle

eindeutig und durchgängig

über das gesamte Produktspektrum

der PW-Klemmen. Bedienung

und Leitereinführung sind optisch

voneinander abgegrenzt. Der Anwender

findet je Klemmstelle nur

eine eindeutige Position der Leiter-

Hohes Maß an Sicherheit

durch vollisolierte Bedienung

einführung. Push-in-Anschlusstechnik

ist daher in der Handhabung

selbsterklärend, Verdrahtungsfehler

durch Falschpositionierung

des Leiters sind ausgeschlossen.

Vorteilhaft für die Sicherheit

ist auch die vollisolierte

Bedienung. Das Push-in-Drückerelement

trennt die innen liegenden

Kontaktelemente vom Bedienwerkzeug

über den Isolierwerkstoff.

Eine direkte Berührung zwischen

Werkzeug und spannungsführenden

Komponenten ist somit ausgeschlossen.

Im Geräteinneren wird wahlweise

über Löt- oder Flachsteck-Anschluss

verdrahtet. Die Klemmen

sind überdies vergussdicht. So ist

der Anwender flexibel hinsichtlich

Anschlussrichtung, -art und –querschnitt

sowie der Leiter-Anzahl.

Eine Lippe an der Durchführung für

den Strombalken verhindert das

Austreten von Vergussmasse. Zusammen

mit einer Moosgummi-

Dichtung sorgt das neue Design für

die Vergussdichtigkeit der PW-

Klemme. Der Vergussfehler-bedingte

Ausschuss in der Geräteproduktion

wird so vermieden.

In puncto Markierung steht diese

Baureihe ihren großen Brüdern

– mit Bolzenanschluss und

Schraubanschluss – in nichts

nach. Die Klemmen bieten im

Außengehäuse eine Nut zur Aufnahme

von Beschriftungsstreifen

für eine eindeutige Zuordnung.

Die Nut ist ohne Seitenstege ausgeführt

und kann einfach mit einem

Streifen „durchmarkiert“

werden. Die Markierungsmaterialien

sind im eingerasteten Zustand

auf Gehäuseniveau.

www.phoenixcontact.de

Zeitschaltuhr

Mit Joy-Stick-Programmierung:

komfortabel, präzise und sicher

Produktion Nr. 12, 2012

Für das zeitabhängige Ein- und Ausschalten von elektrischen Anlagen

hat Finder eine neue Zeitschaltuhr entwickelt, die einfach programmierbar

ist und zudem die Sicherheitsvorteile der industriellen Schalttechnik

gewährleistet.

Die bedienerfreundliche Zeitschaltuhr

12.51 mit hintergrundbeleuchteter

LCD-Anzeige und einem Joy-Stick

zur Programmierung

Bild: Finder

Trebur-Astheim (sp). Bei der neuen

Zeitschaltuhr wurde eine „Sichere

Trennung“ von 4000 Volt

zwischen der Spannungsversorgung

und dem Kontaktsatz belegt.

Typ 12.51.8.230.0000 ist eine 1-Kanaluhr

mit einem Wechselkontakt

für 16 A. Der Schließer ist für einen

Einschaltstrom von 120 A für 5 ms

ausgelegt.

Das hintergrundbeleuchtete

LCD-Display zeigt den aktuellen

Status und die gerade aufgerufenen

Funktionen im Setup- und

Programmiermodus. Bedient wird

die Zeitschaltuhr mit einem zentralen

Joy-Stick, über den der Setup-

Modus eingestellt werden kann,

wo Datum, Uhrzeit und die automatische

Sommer-/Winterzeitum-

stellung eingestellt werden kann,

aber auch die einzelnen Ein- und

Ausschaltzeiten eingestellt werden.

Die kürzeste Schaltzeit beträgt

dabei 30 Minuten. Eine separate

Programmierung für die verschiedenen

Wochentage ist ebenfalls

möglich. Die Zeitschaltuhr schaltet

einen Wechsler, wovon der Schließer

mit einem maximalen Dauerstrom

von 16 A bei 250 V AC (AC1)

belastet werden kann. Eine interne

Batterie, sorgt dafür, dass bei einem

Ausfall der Versorgung die Uhr

weiter läuft und die Programmierung

erhalten bleibt. Die Gangreserve

der Batterie beträgt sechs

Jahre.

Die Zeitschaltuhr 12.51 in

Schutzart IP20 hat eine Gehäusebreite

von 35 mm und wird direkt

auf eine 35-mm-DIN-Schiene

montiert.

www.findernet.com

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Zeit Lebensdauer ✔

Kosten senken mit Produktion


24 · Automatisierung · Produktion · 22. März 2012 · Nr. 12

Druckguss

Qualität und Output

steigern, Kosten senken

Produktion Nr. 12, 2012

Dank der gemeinsam entwickelten Automatisierungslösung von

Comau und Pomac konnten die Mitarbeiter der Sächsischen Druckguss

GmbH Drubo von beschwerlichen und teilweise auch gefährlichen

Tätigkeiten entbunden werden.

Dreieich (mg). Druckgussteile

sind stabil und relativ kostengünstig

herzustellen. Doch das Verfahren,

bei dem flüssiger metallischer

Werkstoff mit hoher Geschwindigkeit

in eine Form gepresst wird, ist

für die Werker an der Maschine eine

anstrengende und schweißtreibende

Tätigkeit. Kontinuierlich die

Comau-Sprüh- (NS12)- und Entnahmeroboter NJ130.

vom Gießprozess geforderte hohe

konstante Geschwindigkeit zu halten,

ist für einen Menschen zudem

nicht leistbar. Comau hat seit 2008

für die Sächsische Druckguss

GmbH Drubo in Beucha, ein inhabergeführtes

Unternehmen mit

derzeit 85 Mitarbeitern, gemeinsam

mit dem Partner Pomac die

Bilder: Comau

Produktion roboterunterstützt automatisiert.

Drubo fertigt auf elf

Druckgießmaschinen Aluminiumteile

und liefert sie einbaufertig

seinen Kunden. Durch die Automation

wurden die Mitarbeiter von

beschwerlichen und teilweise auch

gefährlichen Tätigkeiten entbunden

und können sich nun auf die

Beschickung, Entsorgung, Bedienung

der Anlagen und nicht zuletzt

die Qualität der Werkstücke konzentrieren.

Kosten für Beschaffung

und Entsorgung reduziert

In Sekundenbruchteilen wird

die Schmelze in die Form der

Druckgießmaschine eingespritzt.

Nach dem Abkühlen entnimmt der

Roboter die noch über 300 Grad

heißen Rohteile, kühlt sie in einem

Wasserbad ab und legt sie direkt in

eine Abgratpresse, die dann die

Werkstücke vom Anguss trennt.

Gleichzeitig fährt ein weiterer Roboter,

der mit der Sprühtechnik

von Pomac ausgerüstet ist, zwischen

die Formhälften, um das

Forminnere mit einem speziellen

Trennmittel zu schmieren, was für

ein gutes Ablösen des nächsten

Werkstückes sorgt.

Anschließend schließt die Maschine

wieder und das nächste Teil

wird geschossen. Die Entnahme

sowie das Sprühen wurden früher

durch Werker manuell ausgeführt.

Da die Druckgießmaschine dank

der Roboterautomation nun immer

mit der gleichen Zykluszeit

fährt, und der Sprühprozess mit

konstanten Parametern stattfindet,

konnte auch die Qualität der Werkstücke

bei gleichzeitiger Erhöhung

der Ausbringung gesteigert wer-

Comau SMART5 NM45 als Sprühroboter

den. Ebenso konnten sukzessive

die Mengen des eingesetzten

Sprühmediums minimiert werden,

was zu einer Reduzierung der Kosten

für Beschaffung und Entsorgung

führt und zudem ein aktiver

Beitrag zur Schonung der Umwelt

bedeutet, so Comau.

Das perfekte Zusammenspiel

der Roboter von Comau mit den

Lösungen aus dem Hause Pomac

erhöht heute deutlich die Effizienz

der Anlage und sorgt für reibungslosen

Ablauf, heißt es. Die beiden

Unternehmen haben sich schon

bei der Entwicklung der einzelnen

Komponenten eng miteinander

abgestimmt und die Vorteile des

beiderseitig vorhandenen Knowhows

zusammengeführt.

Seitdem Roboter von Comau

diese Aufgaben übernommen haben,

kümmern sich die Mitarbeiter

um die wirklich wichtigen Dinge in

der Produktion. So sind Beschickung

und Entsorgung der Anlage

jetzt ständig unter Aufsicht. Das hat

die Produktqualität und die Effizienz

der Produktion enorm gesteigert.

Die bei Drubo installierten Roboter

von Comau sind für den Einsatz

in schwierigen Umgebungen

besonders geeignet. Sie funktionieren

trotz Hitze oder Feuchtigkeit

zuverlässig. Die große Bandbreite

an unterschiedlichen und

flexibel nutzbaren Comau-Robotern

machte die Anpassung an die

spezielle Anwendung besonders

einfach.

Mit einer speziell auf die Drubo-

Anwendungen zugeschnittenen

und spezifisch programmierten

Bedienoberfläche des kabellosen

Handprogrammiergeräts WiTP

(Wireless Teach Pendant) wird die

Anlage komfortabel bedient. Ausfälle

durch beschädigte Kabel gibt

es nicht. Bei Drubo arbeiten bereits

zahlreiche Comau-Roboter in acht

unterschiedlichen Typen der Baureihen

Six, NS, NM und NJ.

www.comau.com/robotics

Schleppkettenleitung

Bis zu 30 Prozent weniger Gewicht

Produktion Nr. 12, 2012

Neu im Sortiment des Kabelanbieters

TKD ist eine deutlich verschlankte

Elektronikschleppkettenleitung

für hohe mechanische

Beanspruchung.

Pliezhausen (sp). TKD hat seine

ursprüngliche Schleppkettenleitungsvariante

durch eine neue,

deutlich schlankere und leichtere

Kabeltype ersetzt. Ergebnis der

Neukonstruktion ist die KAWEF-

LEX 3333 SK-C-PUR, die verglichen

zum direkten Vorgängermodell in

Sachen Gewicht und Außendurchmesser

mit einer Ersparnis von

30 % aufwartet. Dem Anwender

beschert das bei der neuen Elektronikleitung

umgesetzte ‚Diät’-Programm

eine Vielzahl von Vorteilen:

Das Spektrum reicht von mehr

Flexibilität und höherer Lebensdauer

bei dauerndem Biegewechsel-Stress

über weniger Masse und

größere Packungsdichte in der

Schleppkette bis zu geringeren

KAWELEX 3333 SK-C-PUR – Elektronikleitung für Schleppketteneinsätze mit

deutlich weniger Gewicht und kleinerem Außendurchmesser Bild: TKD Kabel

Kosten, die durch den reduzierten

Materialeinsatz ermöglicht und

über den Preis an den Kunden weitergegeben

werden.

Ermöglicht wurde die erfolgreiche

Verschlankung der bewährten

Elektronikleitung, die weiterhin

mit einer Vielzahl unterschiedlicher

Querschnitte angeboten wird,

durch eine bis ins letzte Detail

durchdachte Neukonstruktion.

Dabei wurde u.a. der klassische

Mit Kupfer als teurem

Rohstoff sensibel umgehen

Innenmantel gestrichen und durch

eine Bebänderung ersetzt, die

deutlich dünner ausfällt. Wesentlich

zur Kostenersparnis trägt der

bis zu 30 % geringere Einsatz von

Kupfer in den schlankeren Leitungen

bei. Entscheidend ist, dass das

‚Abspecken’ beim Kupfer nicht zu

Lasten der Aderquerschnitte ging,

sondern allein durch die Verkleinerung

der abzuschirmenden Durchmesser

erzielt wurde. „Kupfer ist

ein Rohstoff, der immer knapper

und teuer wird, weshalb wir mit

ihm überaus sensibel umgehen“,

erläutert TKD-Geschäftsführer

Jürgen Neumann.

Zum klassischen Einsatzspektrum

der KAWEFLEX 3333 SK-C-

PUR-Leitung gehören Energieführungsketten

mit hoher mechanischer

Beanspruchung sowie Anwendungen,

bei denen Strom an

bewegliche elektrische Einrichtungen

übertragen wird. Die gute

Dielektrizitätskonstante der Primärisolation

garantiert eine sehr

gute Signalausbreitungsgeschwindigkeit.

Die Leitung ist halogenfrei,

flammwidrig und adhäsionsarm.

Der Außenmantel aus Polyurethan

(PUR) ist weitgehend beständig

gegen Kühlflüssigkeiten, Schmiermittel

und Öle. Die geschirmte

Elektronikleitung ist Teil des umfangreichen

KAWEFLEX-Sortiments,

das TKD gezielt für Einsätze

in Energieführungsketten vorhält.

Um dem Anwender den schnellen

Zugriff auf das richtige Kabel zu

ermöglichen, ist das KAWEFLEX-

Portfolio in drei Kategorien gegliedert:

Wahlweise gibt es die Schleppkettenleitungen

für normale, erhöhte

und hohe mechanische Beanspruchung.

Die KAWEFLEX

3333 SK-C-PUR ist ab sofort lieferbar

und löst mittelfristig die

KAWEFLEX 3335 SK-C-PUR ab.

www.tkd-kabel.de

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Lebensdauer

Kosten senken mit Produktion


22. März 2012 · Nr. 12 · Produktion · Praxis · 25

Rohr- und Stangenlager

Schneller lagern auf weniger Fläche

Produktion Nr. 12, 2012

Eine Reduzierung der Lagerfläche,

ein verbessertes Materialhandling,

weniger Zeitaufwand bei der

Ein- und Auslagerung und mehr

Flexibilität brachte ein Brückenlager

der Friedrich Remmert GmbH

dem schweizerischen Zaunhersteller

Hans Schmid AG.

Löhne (rm). Dort können nun auf

103 m² Fläche 100 Lagerkassetten

mit zwei unterschiedlichen Größen

untergebracht werden. Denn

zur Herstellung der vielfältigen

Produkte benötigt der Berner

Zaunspezialist eine große Palette

an vorrätigen Rohmaterialien, darunter

Rohren und Stangen.

Diese wurden früher in artikelreinen

Bunden in Bodenlagerung

gelagert. Bei Bedarf öffneten die

Mitarbeiter die Bunde und transportierten

das benötigte Material

manuell oder mit einem Transportwagen

über eine verkehrsreiche

Straße zu einer Bearbeitungsmaschine

in der Produktionshalle.

Die übrigen bis zu 7 m langen Rohre

und Stangen des geöffneten

Bundes wurden in einem Zwischenlager

untergebracht. Eine

Bestandskontrolle erfolgte manuell

durch einen Mitarbeiter.

Neben diesen erschwerten Lagerbedingungen

stellte auch die

Einlagerung die Mitarbeiter vor

Herausforderungen: Da das Hallentor

nicht genügend Platz für die

Einfahrt eines Lkws bot, mussten

die Rohmaterialien vor der Halle

abgeladen und anschließend mit

einem Gabelstapler an den Lagerort

gefahren werden. Für eine Ladung

von 28 t Material brauchten

zwei Mitarbeiter zwei bis drei

An dieser Station werden die Langgutkassetten mit ihrer bis zu 2 t schweren

Beladung ein- und ausgelagert.

Bild: Friedrich Remmert GmbH

Manntage, um das Langgut in die

Halle und an den richtigen Platz zu

transportieren.

Diese Situation musste Schmidt

ändern und entschied sich daher

zunächst für den Bau einer neuen,

größeren Produktionshalle auf

dem Firmengelände. Anschließend

suchte man nach einem effizienten

Lagersystem und entschied

sich schließlich für das Brückenlager

von Remmert.

Um die aufwändige Materialhandhabung

effektiver zu gestalten

und die derzeit 160 verschiedenen

Artikel effizient zu lagern, benötigte

Schmid ein Kassettenlager mit

hoher Verfügbarkeit. Da die Bodenlagerung

auch räumlich an ihre

Grenzen stieß, sollte das neue Lagersystem

darüber hinaus auf einer

möglichst geringen Lagergrundfläche

eine kompakte Bevorratung

ermöglichen. Aber auch die Transparenz

über den Lagerbestand

sollte verbessert werden.

Durch die zum Teil nur wenige

Stunden betragenden Lieferfristen

der Produkte des Zaunspezialisten

musste das neue Lagersystem vor

allem eine hohe Verfügbarkeit und

Flexibilität mitbringen. Eine weitere

Anforderung bestand darin, das

Lager gut in die bereits gebaute

Halle einzupassen.

Das Brückenlager ließ sich exakt

auf die bestehenden Bedürfnisse

zuschneiden, so Schmid, und ist in

Zukunft erweiterbar. Sein Fassungsvermögen

beträgt 100 Kassetten

à 2 t Nutzlast. Um das Material

platzsparend lagern zu können,

werden zwei verschiedene Kassettengrößen

genutzt. Der größere

Kassettentyp hat ein um rund 36 %

höheres Fassungsvermögen.

Zudem beinhaltet die Lageranlage

eine Einfach-Längsstation zur

Ein- und Auslagerung sowie eine

seitlich vor dem Lager platzierte

Einfach-Querverfahrstation zur

Auslagerung. Beide Stationen be-

finden sich in der Nähe der zwei

indirekt an das Lager angeschlossenen

Sägen und werden manuell

bestückt. Nachdem die Bunde

mittels eines Deckenkrans vom

Lkw in eine auf dem Längsverfahrwagen

befindliche Kassette befördert

worden sind, erfolgt die Einlagerung

des Ladeträgers. Anschließend

übernimmt das Regalbediengerät

die Kassette und transportiert

sie zum festgelegten Lagerplatz.

Gesteuert wird der Vorgang

durch die Remmert-Software Pro

WMS Professional, die das gesamte

automatische Langgutlager verwaltet.

Das Lagerverwaltungssystem

unterstützt eine zeitnahe Bestandsverwaltung,

eine permanente

Bestandsinventur und einen

durchgängigen Materialfluss, so

Remmert. Besonders wichtig war

es für Schmid zudem, dass man

rund 7 000 mögliche Artikel in der

Software anlegen kann und damit

die Möglichkeit besteht, neue Materialien

kurzfristig einzulagern,

Startet ein Mitarbeiter eine Auslagerung

am PC, fährt das Regalbediengerät

zunächst die Kassette

mit den angeforderten Artikeln zur

Zeit-Retter

▶▶ Nur noch etwa knapp 30 % der

früheren Einlagerzeit sowie eine

Flächeneinsparung von 60 %

konnte der Zaunspezialist

Schmid mit einem Brückenlager

von Remmert erreichen:

▶▶ 100 Kassetten à 2 t Traglast

▶▶ Lagergröße 11,8 x 8,7 x 6,4 m (L

x B x H)

▶▶ Regalbediengerät

▶▶ Einfach-Längsstation

▶▶ Einfach-Querverfahrwagen

▶▶ Lagerverwaltungssystem

Auslagerstation. Das Lagerverwaltungssystem

steuert die Auslagerung

der Kassette mit dem benötigten

Material und transportiert sie

zu einer der beiden Ausgangsstationen.

Die Mitarbeiter entnehmen

die Rohre und Stangen manuell

und befördern sie zu einer der beiden

indirekt an das Lager angeschlossenen

Sägen. Nach dem Sägeschnitt

wird das bezogene Material

von einem Mitarbeiter abgebucht

und durch das Brücken-Regalbediengerät

an den vorgesehenen

Platz zurückgelagert.

Einlagerung in 3 bis 4 h statt

in zwei bis drei Manntagen

Durch die Integration des Lagers

konnte laut Schmid eine deutliche

Zeitersparnis erzielen und so die

Lagermitarbeiter auch in anderen

Bereichen einsetzen. Beispielsweise

benötigt ein Mitarbeiter für eine

Einlagerung von 28 t nun nur noch

3 bis 4 h. Früher benötigten für

diese Arbeit zwei Mitarbeiter zwei

bis drei Manntage.

Zudem ließ sich durch das Langgutlager

die Produktions- und Lagerfläche

um rund 60 % verringern.

Bei der einfacheren und flexiblen

Materialhandhabung hat man eine

Zeiteinsparung von über 70 % ermittelt.

Der Einsatz des Lagerverwaltungssystems

unterstützt einen

durchgängigen Informationsfluss,

mehr Bestandssicherheit und

Transparenz über den Lagerbestand

sowie eine permanente Bestandsinventur.

Zudem wurde die

körperliche Belastung der Mitarbeiter

vermindert.

www.remmert.de

Effizienz-Navi Preis

Material

Energie

Service Handhabung ✔

Zeit ✔ Lebensdauer

Kosten senken mit Produktion

Brandmeldetechnik

Nebelhorn-Bergbahn im Allgäu zuverlässig geschützt

Produktion Nr. 12, 2012

Die Siemens-Division Building

Technologies hat die vier Stationen

der Nebelhornbahn – die

höchstgelegene Kabinenseilbahn

in den Allgäuer Bergen – mit

intelligenter Brandmeldetechnik

ausgestattet.

CH-Zug (rm). Zum Beginn der Skisaison

wurde diese in vollem Umfang

in Betrieb genommen und

gewährleistet bei drohenden Bränden

eine schnelle und zuverlässige

Detektion und Alarmierung. Durch

die zusätzliche Aufschaltung auf

die integrierte Leitstelle (ILS) Allgäu

kann bei einem möglichen

Brand Feuerwehr und Rettungsdienst

schnell und zielgerichtet

koordiniert werden.

Die Nebelhornbahn erstreckt

sich über eine Distanz von 5,5 km

und beinhaltet eine Tal-, Mittel-,

Berg- und Gipfelstation. Um eine

flächendeckende Überwachung

aller Betriebsräume der Bergbahn

an allen Stationen sowie

den angegliederten Restaurants

Nebelhornbahn

auf der Mittel- und Gipfelstation

sicherzustellen und gleichzeitig

eine einfache Bedienung und

Überwachung der Brandmeldetechnik

an einem zentralen Punkt

zu organisieren, hat Siemens eine

mit Lichtwellentechnik vernetzte

Lösung eingesetzt. Um im

Brandfall Rettungsmaßnahmen

schnell und effektiv zu koordinieren,

wurden die Siemens-

Brandmeldezentralen der Nebelhornbahn,

die täglich bis zu 3 000

Personen befördert, auf die ILS

Allgäu aufgeschaltet. Ein möglicher

Brand wird dort frühzeitig

erkannt wird und auch in unwegsamem

Gelände schnelle Hilfe

Das 2 224 m hohe Nebelhorn ist der

höchste mit der Bahn zu erreichende

Gipfel in den Allgäuer Alpen in

Bayern. Er lässt sich schnell und bequem

mit der Kabinenbahn in drei

Sektionen erreichen (Gesamtfahrstrecke

5 768 Meter). Bei ihrer Jungfernfahrt

am 10. Juni 1930 war die

Nebelhornbahn die längste Personenseilschwebebahn

der Welt.

Siemens hat die vier Stationen der

Nebelhornbahn sowie die angegliederten

Restaurants auf der Mittelund

Gipfelstation mit Brandmeldetechnik

ausgestattet.


Bild: Siemens AG Building Technologies

organisiert. Insgesamt werden

vier Sinteso-Brandmeldezentralen

FC 2020 und FC 2040 eingesetzt

und über das Lichtwellenleiter-Netz

des Betreibers Nebelhorn

AG miteinander vernetzt.

Durch die Vernetzung kann die

Brandmeldetechnik von einem

zentralen Punkt, wie der Talstation,

überwacht und gesteuert

werden. Mit der zusätzlichen

Verwendung der Siemens-Software

Sinteso View kann der Betreiber

außerdem jederzeit über

einen beliebigen PC auf die Anzeige

und Steuerung der Brandmeldetechnik

zugreifen, was die

Sicherheit und Flexibilität zusätzlich

erhöht.

Das Brandmeldesystem Sinteso

unterstützt eine schnelle und

sichere Detektion, Alarmierung

und Steuerung von hilfestellenden

Maßnahmen, beispielsweise

den Versand von SMS-Meldungen

an definierte Personen im

Alarm- und/oder Störungsfall.

Darüber hinaus erfüllt das System

mit verschiedenen Meldertypen

und entsprechenden Parametersätzen

alle Voraussetzungen für

die schwierigen Bedingungen mit

extremen Witterungsverhältnissen.

www.siemens.com/buildingtechnologies

Effizienz-Navi Preis

Material

Energie

Service Handhabung ✔

Zeit ✔ Lebensdauer

Kosten senken mit Produktion


26 · Energie-Effizienz · Produktion · 22. März 2012 · Nr. 12

Öko-Innovationen

Grüne Prozesse stärken Wettbewerbsfähigkeit

Michaela Neuner, Produktion Nr. 12, 2012

Geringere Kosten und höhere Marktanteile auf der einen und grüne Innovationen

auf der anderen Seite sind kein Widerspruch. Im Gegenteil:

Energie- und Ressourcen-Effizienz fördert die Wettbewerbsfähigkeit.

Landsberg. Dass man mit grünen

Innovationen wirklich Geld verdienen

kann, würde Dr. Klaus Rennings

vom Zentrum für Europäische

Wirtschaftsforschung (ZEW)

nicht uneingeschränkt unterschreiben:

„Das hängt immer davon

ab, was für Prozesse man im

Einzelfall durchführt. Aber man

kann schon sagen, dass grüne Prozessinnovationen

auch profitabel

sind. Es gibt keinen ökonomischen

Grund, davon Abstand zu nehmen“,

betont er, denn: „Umweltfreundlichere

Prozesse führen typischerweise

zu einer leicht erhöhten

Wertschöpfung.“

Ein wichtiger Indikator für die

Situation eines Unternehmens ist

die Entwicklung seiner Mitarbeiterzahl.

Nur Unternehmen, die

sich positiv entwickeln stellen auch

ein. Für eine aktuelle Studie des

ZEW untersuchten Rennings und

Prof. Jens Horbach von der Hochschule

Augsburg, wie Öko-Innovationen

die Beschäftigung beeinflussen.

Sie befragten mehr als

6 700 deutsche Industrieunternehmen

zu ihrem Innovationsverhalten

in den Jahren 2006 bis 2008.

Rund 2 100 der Unternehmen gaben

an, in dieser Zeit Produkt- oder

Prozessinnovationen eingeführt

zu haben, die sich positiv auf Luft-,

Wasser- oder Bodenqualität auswirkten,

das Klima schonten oder

einen geringeren Ressourcenverbrauch

zur Folge hatten.

Effizienter Ressourceneinsatz

erhöht Wertschöpfung

Ökologischere Produkte brachten

kaum messbaren Vorteile.

„Produktinnovationen können beschäftigungsfördernd

sein, wenn

sie sehr stark nachgefragt werden“,

so Rennings. Aber industrieweit sei

das so nicht erkennbar. Gleichwohl

gebe es Bereiche, wo man auch mit

Umweltprodukten Geld verdienen

könne: „Überall da, wo Umweltaspekte

einen direkten Nutzen stiften

für den Konsumenten, wird auch

Geld dafür bezahlt. Wenn aber ein

Umweltprodukt nur ein öffentliches

Gut wie Klimaschutz produziert,

dann ist die zusätzliche Zahlungsbereitschaft

doch sehr gering“,

hat er festgestellt.

Anders sieht es bei den Prozessinnovationen

aus. „Da sind es

insbesondere die effizienz-orientierten,

also Energie und Material

sparende Innovationen, die die

Wettbewerbsfähigkeit erhöhen“,

ermittelten Rennings und Horbach.

So verzeichneten Betriebe, die Material

einsparten, ein durchschnittliches

Beschäftigungsplus von 7,3

%. Sparten sie Prozessenergie lag

der Mitarbeiterzuwachs bei durchschnittlich

acht Prozent. Bei Unternehmen,

die zwar innovativ waren,

aber keine grünen Innovationen

durchführten, wuchs die Zahl der

Mitarbeiter im Schnitt um drei Prozent.

Verzichteten Betriebe ganz

auf Innovationen, halbierte sich

dieser Wert nahezu auf 1,7 %.

„Durch umweltfreundliche Prozessinnovationen

können die Unternehmen

Kosten sparen, da weniger

Rohstoffe beziehungsweise

Energie eingesetzt werden müssen.

Zusätzlich sind Verbesserungen

bei der Produktqualität denkbar.

In beiden Fällen steigt die

Wettbewerbsfähigkeit der innovierenden

Unternehmen, ihr Absatz

nimmt zu und auch ihre Nachfrage

nach Personal zieht an“, fasst Rennings

die wichtigsten Ergebnisse

der Studie zusammen.

Grüne Prozessinnovationen

förderlich für Produktqualität

Eine „Interaktion zwischen energie-

und ressourceneffizienten

Prozessen und Produkten“ belegt

auch eine Studie des ZEW aus dem

Jahr 2009: „Bei zehn Prozent der

Firmen findet durch energie- und

material effiziente Prozessinnova-

Umweltinnovationen,

die zu

Energie- und

Materialeinsparungen

führen,

verbessern die

Wettbewerbsfähigkeit

produzierender

Unternehmen.

Dies

hat wiederum

eine höhere Beschäftigungsrate

zur Folge.

Bild: Fotolia

tionen auch eine Qualitätsverbesserung

der Produkte statt“, berichtet

Rennings.

Der Zeitraum der aktuellen Studie,

die Jahre 2006 bis 2008, standen

zwar unter günstigen gesamtwirtschaftlichen

Vorzeichen. Dennoch

seien die Ergebnisse auch auf

Phasen mit anderen Rahmenbedingungen

übertragbar, betont

Rennings: „Wir machen solche

Analysen seit 15 Jahren und die

Ergebnisse sind weitgehend konstant.“

Es ändere sich schließlich

auch in Zeiten der Rezession nichts

an Unternehmenszielen wie Kostenreduktion

oder Marktanteilserhöhung.

www.zew.de

Energie-Spar-Tipp

Bewährte Technik in neuem Glanz

Produkt der Woche

Sparsamer Sauger

Jörg Buschmann, Produktion Nr. 12, 2012

Verlustarme Vorschaltgeräte, Dreiband-Leuchtstoffröhren und Spannungsabsenkung

können bis zu drei Viertel des Energiebedarfs für

Beleuchtung einsparen und gleichzeitig Wartungskosten reduzieren.

Düsseldorf (mn). Während neue

Beleuchtungsanlagen mit Leuchtstofflampen

fast überwiegend mit

elektronischen Vorschaltgeräten

(EVG) ausgestattet werden, ist man

beim Automobilzulieferer Muhr

und Bender (Mubea) in Attendorn

einen anderen Weg gegangen. Die

alten, ineffizienten Quecksilberdampflampen

in der Fertigung

sollten durch Leuchtstofflampen

ersetzt werden. Statt der üblichen

elektronischen Vorschaltgeräte

(EVG) wurden verlustarme Vorschaltgeräte

(VVG) der Klasse B1

und elektronische Starter mit 10

Jahren Garantie sowie effiziente

T8-Dreibanden-Leuchtstoffröhren

eingesetzt. Durch den Wechsel

konnte eine Einsparung von 50 %

erzielt werden. Die Investitionen

amortisieren sich innerhalb von 12

Monaten.

Zusätzlich wurde eine Spannungsabsenkung

und -stabilisierung

installiert. Durch eine Span-

Automobilzulierer Mubea ersetzte seine Quecksilberdampflampen durch

Leuchtstoffröhren mit Spannnungsabsenkung.

Bild: Mubea

nungsabsenkung sinkt die Leistungsaufnahme

stärker als die abgegebene

Lichtmenge (Lichtstrom)

der Leuchtstoffröhre. So

wird eine Effizienz erreicht, die mit

110 lm/W höher liegt als die von

Systemen, die mit EVG betrieben

werden. Gleichzeitig lassen sich

durch die Spannungsabsenkung

die durch DIN 12464 festgelegte

Überdimensionierung von Beleuchtungsanlagen

zum Ausgleich

der Alterung und Verschmutzung

sowie die planerische Überdimensionierung

durch ein festes, produktbedingtes

Leuchtenraster mit

vorgegebenen Lampenleistungeng

zur Energieeinsparung nutzen.

Bei Mubea konnte der Energieverbrauch

so um weitere 44 %

gesenkt werden, die Amortisationszeit

beträgt 16 Monate.

Spannungsabsenkung erhöht

Lebensdauer von Leuchten

Außer dem Einspareffekt gibt es

noch den zusätzlichen Vorteil, dass

die Leuchtstoffröhren eine wesentlich

längere Lebensdauer und geringeren

Lichtstromabfall aufweisen

und dadurch nicht so häufig

ausgewechselt werden müssen.

Die Technik der Spannungsabsenkung

ist für viele Beleuchtungsanlagen

geeignet und bietet ohne

Abstriche beim Beleuchtungskomfort

oder der Sicherheit eine langlebige

Alternative zur üblichen EVG-

Technik.

www.energieagentur.nrw.de

Produktion Nr. 12, 2012

Esslingen (mn). Mit integrierter

Luftsparfunktion ist die Vakuumsaugdüse

OVEM von Festo eine energieeffiziente

Lösung. Ein Vakuumsensor

ermöglicht eine vorbeugende

Wartung des Vakuumsystem und

senkt das Risiko für Maschinenstillstände

beträchtlich.

Dank LCD-Anzeige mit zusätzlichem

Barographen ist eine permanente

Zustandsüberwachung des gesamten

Vakuumsystems möglich. Wenn

schleichend oder plötzlich eine Leckage

auftritt oder sich die Evakuierungszeit

des Vakuums verschlechtert,

erkennt dies die Vakuumsaugdüse

selbst. Damit kann die Vakuumsaugdüse

OVEM auf beginnende

Leckagen und andere Fehler im

Druckluftsystem hinweisen und

mögliche Maschinenstillstände vermeiden.

Die Vakuumsaugdüse misst ständig

das Vakuum und vergleicht es mit einem

vom Anwender vorgegebenen

Referenzwert. Per Teach-in-Verfahren

bestimmt der Anwender Schwellwerte,

damit die vorgegebenen Evakuierungszeiten

fürs Vakuum und Taktzykluszeiten

der Anlage nicht überschritten

werden. Als übergeordnete

Kenngröße gilt die Taktzykluszeit, die

für die Geschwindigkeit des Handhabungsvorganges

steht und damit für

die Produktivität der Anlage.

Vakuumsaugdüse und Abwurfimpuls

werden von zwei integrierten Magnetventilen

gesteuert. Hier bewirken

Vakuumsaugdüse mit Vakuumsensor

und integrierter Luftsparfunktion.


Bild: Festo

kurze Wege und die damit verbundenen

kurzen Schaltzeiten ein

schnelles und sicheres Ablegen des

Werkstücks. Ein integrierter Filter

reinigt die Prozessluft. Ein Sichtfenster

auf der Frontseite vereinfacht die

Kontrolle. Damit ist die Düse selbst

nahezu wartungsfrei, während sie

für rechtzeitige Wartung in der gesamten

Anlage sorgt.

www.festo.com


22. März 2012 · Nr. 12 · Produktion · Management · 27

Strategie

Multitasking führt zu besseren Ergebnissen

Gunnar Knüpffer

Produktion Nr. 12, 2012

Management-Teams, die sich

zeitgleich mit mehreren Aufgaben

beschäftigen, kommen zu besseren

Ergebnissen, als jene, die

stur ihre Aufgaben chronologisch

abarbeiten.

London. Bisher gingen Berater

davon aus, dass man beim Zeitmanagement

wichtigen Aufgaben Priorität

einräumen und diese chronologisch

abarbeiten sollte. Zu einem

anderen Ergebnis kommt die

Cass Business School, London, bei

Unternehmen, die sich mit neuen

Technologien beschäftigen: Demnach

fallen die Bilanzen von Firmen,

deren Managementteams

Multitasking (Polychronizität) betreiben,

besser aus als bei Unternehmen,

deren Teams Arbeiten

chronologisch erledigen.

Bei diesen polychronen Teams

handele es sich um überragende

Informationsmakler, die mehr aufschlussreiche

Informationen als

ihre durchschnittlichen, monochronen

Pendants aufnahmen und

weitergaben. Daher erwiesen sich

diese als weniger anfällig, sich in

Nebensächlichkeiten zu verlieren:

Strategische Entscheidungen

Multitasking ist laut

der Cass Business

School in London

ein Management-

Ansatz, der zu besseren

Bilanzen führt

als das chronologische

Abarbeiten

von Aufgabenlisten.

Bild: Fotolia

konnten schneller und ohne eine

aufwendige Analyse großer Datenmengen

gefällt werden. Diese beschleunigte

Entscheidungsfindung

führte zu einer besseren Unternehmensleistung.

„Multitasking der Führungsebene

ist ein Konzept, dessen Einfüh-

rung in die Strategie-Forschung

sehr wichtig ist, da es reflektiert,

wie Top-Manager ihre wichtigste

und knappe Ressource bemessen:

ihre Zeit“, sagte Professor Vangelis

Souitaris, der an dem Forschungsprojekt

beteiligt ist.

Gewöhnlich seien sich Fachleute

einig darüber, dass Manager

Multitasking meiden sollten: Sie

sollten E-Mails nur zweimal täglich

abrufen und der Versuchung wiederstehen,

alles stehen und liegen

zu lassen, um an anderer Stelle

Brände zu löschen. „Unsere Forschungsergebnisse

mit Führungskräften

legen nahe, dass diese

Tendenz etwas irrig ist“, sagte Souitaris.

„Tatsächlich erweisen Führungskräfte,

die jede einzelne Aufgabe

verbissen bis zum Abschluss

verfolgen, ihrem Unternehmen

eventuell einen Bärendienst. Unter

bestimmten Umständen erbringt

das Top-Management eine bessere

Leistung, wenn es Unterbrechungen

akzeptiert oder gar begrüßt.“

Die Studie legt nahe, dass auch für

Top-Teams anderer Sektoren eine

polychrone Geschäftsführung vorteilhaft

sei: Eine effektive Informationsvermittlung

und schnelle Entscheidungsfindung

können für

etablierte sowie in unterschiedlichen

Branchen tätige Unternehmen

sehr wichtig sein.

Allerdings seien diese Fähigkeiten

besonders bei neu gegründeten

und kleineren, in dynamischen

Geschäftsfeldern agierenden Firmen

essenziell, beispielsweise bei

nachhaltigen Technologien, Massenmedien

und Internet-Sicherheit.

„Im Bereich neuer Technologien

müssen Entscheidungsträger

nicht zwingend umfangreiche Informationsmengen

vearbeiten,

sondern benötigen vielmehr aufschlussreiche

Informationen, die

zu anderen Auffassungen führen

können“, so Souitaris. „Wenn Multitasking

zu aufschlussreichen Informationen

führt, beschleunigen

sich strategische Entscheidungen,

die sich positiv auf den finanziellen

Ertrag auswirken.“

Unternehmensgründung

Rahmenbedingungen schrecken ab

Gunnar Knüpffer

Produktion Nr. 12, 2012

Deutschland liegt bei Firmengründungen

international nur im

Mittelfeld. Das beste Gründungsklima

herrscht in Kanada.

Stuttgart. Nur eine Minderheit

der deutschen Unternehmer sagt,

dass es hierzulande die besten

Rahmenbedingungen für eine Unternehmensgründung

gibt. In den

G-20-Ländern sind es im Schnitt

35 %, die ihrem Land die besten

Bedingungen attestieren. Das ergab

eine Studie von Ernst &

Young.

Angesichts nachteiliger Rahmenbedingungen

– etwa einer

überdurchschnittlich hohen Steuerbelastung,

hohen Kosten und

bürokratischem Aufwand – die mit

einer Unternehmensgründung

verbunden seien, sei es wenig verwunderlich,

dass Deutschland bei

der Existenzgründerdichte nur im

unteren Mittelfeld liege: Pro 1 000

Menschen wird nur eine Firma gegründet.

Unter 1000 Bürgern

wagt hierzulande

nur einer

jährlich eine

Unternehmensgründung.

Deutschland

liegt im G-20-

Vergleich im

unteren Mittelfeld.


Bild: Fotolia

Ausländische Fachkräfte

Industrie erhofft sich Flexibilität

Ideenmanagement

VW: 100 Mio eingespart

Gunnar Knüpffer

Produktion Nr. 12, 2012

Besonders in der verarbeitenden

Industrie in Deutschand werden

ausländische Fachkräfte beschäftigt.

Der Anteil ist höher als in

anderen Industrienationen, ergab

eine Studie von Hiscox.

Beschäftigte Ausländer/Outsourcing

%

%

%

%

%

%

Quelle: Hiscox



In Spanien und Deutschland beträgt einer Studie von Hiscox zu Folge der

Anteil der KMU, der ausländische Fachkräfte beschäftigt, 18 %.

München. Im Ländervergleich mit

Frankreich, Spanien, Großbritannien,

den Niederlanden und den

USA setzen Unternehmen aus

Deutschland am meisten Arbeitskräfte

aus anderen Ländern ein.

18 % der kleinen und mittleren Unternehmen

(KMU) in Deutschland

geben an, im vergangenen Jahr

Arbeitskräfte aus einem anderen

Land beschäftigt zu haben. Das

ergab eine von der Versicherung

Hiscox in Auftrag gegebene Studie

über Arbeitsweisen, Herausforderungen

und Erfolgsaussichten von

KMU. In den USA und den Niederlanden

beschäftigen nur 4 beziehungsweise

3 % der KMU Arbeitskräfte

aus dem Ausland, in England

sind es 9 %, in Frankreich 6 %. Am

meisten ausländische Arbeitskräfte

beschäftigen produzierende Unternehmen/Maschinenbaufirmen

sowie Autowerkstätten/die Fahrzeugbranche:

23 % beziehungsweise

38 % dieser Unternehmen haben

Mitarbeiter aus einem anderen









Gesamt UK USA Niederlande Deutschland Spanien Frankreich

Ja - Mitarbeiter aus einem anderen Land sind beschäftigt worden.

Ja - Mitarbeiter sind durch eine Agentur outgesourct worden.

Nein - wir haben keine Mitarbeiter aus einem anderen Land beschäftigt/ in ein

anderes Land outgesourct.

© Produktion

Land eingesetzt. Deutsche Unternehmen

erhoffen sich von ausländischen

Fachkräften vor allem eine

erhöhte Flexibilität (23 %) und eine

höhere Motivation (18 %).


Gunnar Knüpffer

Produktion Nr. 12, 2012

Die Volkswagen AG erzielte im

vergangenen Jahr durch Verbesserungsideen

der Mitarbeiter

Einsparungen in Höhe von 100

Mio Euro.

Wolfsburg. Die Mitarbeiter der

Volkswagen AG haben im vergangenen

Jahr die Zahl ihrer Verbesserungsideen

um 4 % auf 58 094 gesteigert.

„Die Kreativität und der

Ideenreichtum der Mitarbeiter haben

Einsparungen von 100,2 Millionen

Euro erbracht“, sagte der Generalsekretär

des Gesamtbetriebsrats

der Volkswagen AG, Michael

Riffel. Zum Beispiel haben drei

Mitarbeiter der technischen Ent-

wicklung Grundlagen für ein neues

Diagnoseverfahren entwickelt, das

die Funktionsfähigkeit des Dieselfilters

überprüft. Dabei werden

nun Temperaturveränderungen

vor und nach dem Partikelfilter

statt Druckunterschieden bestimmt.

Auf diese Weise kann der Einsatz

teurer Edelstahl-Leitungen um die

Hälfte reduziert werden: Im Jahr

werden nun rund 250 Kilometer

Edelstahlleitungen weniger benötigt.

Volkswagen spart dadurch

mehr als 2,6 Mio Euro im Jahr. „Das

Verfahren wurde im ersten Jahr der

Realisierung bereits bei rund

460 000 Fahrzeugen mit Dieselmotoren

eingesetzt“, sagte die Leiterin

des Ideenmanagements von Volkswagen

in Wolfsburg, Pirka Falkenberg.

Der Generalsekretär des

Gesamtbetriebsrats Michael

Riffel und die Leiterin des

Ideenmanagements bei VW

in Wolfsburg, Pirka Falkenberg,

haben 4 % mehr Verbesserungsideen

der Mitarbeiter

festgestellt.


Bild: Volkswagen


28 · Management · Produktion · 22. März 2012 · Nr. 12

Interview

Interview: Prof. Dr. Eberhard Abele, TU Darmstadt

Die ‚Perfekte Produktion‘:

Deutschlands Antwort auf die Globalisierung

Claus Wilk

Produktion Nr. 12, 2012

Deutschland – Hochlohnland. In der Zwickmühle zwischen Standortkosten

und Produktivität kombinieren Unternehmen Lean-Ansätze mit

Informationstechnik. Das Ergebnis: die perfekte Produktion.

Die perfekte Produktion – eine

Idealvorstellung?

Die perfekte Produktion wird es nie

geben. Denn die Komplexität durch

die Vielzahl der sich ständig ändernden

Anforderungen in Bezug

auf Kosten, Qualität, Variantenbreite,

aber auch bedingt durch Wechsel

in der Belegschaft, ist für eine

reale Fabrik zu dynamisch, um jemals

eine Perfektion zu erreichen.

Wir Produktionsingenieure können

nur ständig versuchen, uns bestmöglich

daran anzunähern. In der

Praxis heißt dies prozessorientierte

Kennzahlen wie Durchlaufzeit, Bestände,

OEE ständig zu kennen und

zu verbessern.

Wie lässt sich ein permanentes

Anpassen an äußere Gegeben-

heiten in einer Fabrik sicherstellen?

Eine Fabrik ist nichts anderes als

ein mehr oder weniger träges

Schiff, das an zahlreichen Hindernissen

vorbeigesteuert werden

muss. Eine Fabrik muss letztendlich

auch Kurs, aber auch die aktuelle

Position genau kennen. Hierzu

ist es notwendig, dass bezüglich

der wichtigsten Zielsetzungen

Auskunft gegeben werden kann,

wie weit man sich schon der Zielsetzung

angenähert hat. Es müssen

also die aussagekräftigen Key-

Performance-Indicators, KPIs, aktuell

und zielgruppenorientiert

erfasst und dargestellt werden.

Ist die ‚perfekte Produktion

trotz aller organisatorischen

Die fünf Bausteine einer perfekten Produktion

▶▶ Eine Status-Quo-Analyse (Wertstromanalyse),

bei der die aktuellen

Abläufe aufgenommen und

die Handlungsbedarfe im Hinblick

auf die anderen Bausteine erkannt

werden.

▶▶ Schlanke Produktionsprozesse

(Lean Production), d.h. die systematische

Reduzierung von Verschwendungen

mit dem Ziel der

Bestands- und Durchlaufzeitreduzierung.

Erst dann wird die Produktion

reaktionsfähig.

▶▶ Unterstützende Funktionen eines

Manufacturing-Execution-Systems

(MES) zur Datenerfassung sowie

zur Reaktion auf Ereignisse in

Echtzeit.

▶▶ Schlanke Informations- und Planungsabläufe

(Lean Planning),

d.h. der systematische Ersatz von

zu vielen Papierdokumenten, Excellisten,

Insellösungen, etc.

durch transparente und reaktionsschnelle

Planungsabläufe.

▶▶ Prozessorientierte Kennzahlen

(Manufacturing Scorecard) zur

Einbindung der Mitarbeiter in

den KVP-Prozess. Kennzahlen decken

Potenziale auf und helfen,

Fehlentwicklungen rechtzeitig zu

erkennen.

Prof. Abele ist sich sicher, dass die

‚leane‘ Produktion ohne IT künftig

nicht mehr vorstellbar ist. Bild: Abele

Möglichkeiten der Lean-Production

ohne IT-Einsatz überhaupt

vorstellbar?

Lean-Production und IT sind kein

Widerspruch. Die Experten, die

Lean und IT als Gegensatz verstanden

haben, sind zum Glück

sehr zurückhaltend geworden.

Benchmark-Studien, aber auch

Preise für die besten Fabriken zeigen,

dass gerade die IT in einem

leanen Unternehmen Transparenz

und Effizienz bewirken kann. Insofern

glaube ich persönlich, dass

eine leane Produktion ohne IT-

Einsatz in Zukunft kaum vorstellbar

sein wird. Allerdings muss die

Konzeption der IT-Lösung wirklich

den Bedürfnissen des Praktikers

in der Produktion entsprechen.

So genannte Manufacturing-Execution-Systeme,

MES, erlauben

transparente und reaktionsfähige

Abläufe und verhindern

so ein Planungschaos.

Worauf ist hinsichtlich der IT-

Unterstützung das Hauptaugenmerk

zu richten: auf die vertikale

oder auf die horizontale

Integration?

Diese Frage lässt sich nur unternehmensspezifisch

beantworten.

Betrachtet man die eigentliche

Produktion, ist sicherlich im Bereich

der horizontalen Integration

noch sehr viel Potenzial, wenn wir

Anwendungsbereiche wie Tracking

von Produkten im Unternehmen,

die Nutzung der BDE/

Auftragsdaten oder auch das Thema

Energiemanagement im Unternehmen

betrachten.

Das Thema der Effizienz in der

Fertigung hat ja durchaus eine

hohe volkswirtschaftliche Relevanz:

Ist die ‚perfekte Produktion

die deutsche Antwort

auf die stärker werdenden

Wettbewerber aus aufstrebenden

globalen Wirtschaftsregionen?

Der Wettbewerb aus den aufstrebenden

globalen Wirtschaftsregionen

wird in der Tat für Produktionsunternehmen

in den nächsten

Jahren zu einer großen Herausforderung

führen. Nicht nur, dass die

Märkte in diesen Wirtschaftsregionen

oftmals schneller wachsen als

in Europa. Es sind auch Ressourcenvorteile,

aber auch Lohnkostenvorteile,

die eine Produktion in

diesen Ländern begünstigen. Produktion

in Deutschland wird nur

Zukunftschancen haben, wenn wir

im Hinblick auf Kosten, Qualität,

aber insbesondere auch auf die

Innovationsgeschwindigkeit und

Wandelbarkeit besser als Wettbewerber

in anderen Regionen sind.

Vita

▶▶ Prof. Dr. Eberhard Abele ist Jahrgang

1953, studierte 1972 bis

1977 Maschinenbau an der

Technischen Hochschule Stuttgart.

Anschließend war er wissenschaftlicher

Mitarbeiter und

Abteilungsleiter am Fraunhofer-

Institut für Produktionstechnik

und Automatisierung, Stuttgart

(IPA).

▶▶ Abele wurde 1999 auf die Professur

für Produktionstechnik

an der Technischen Universität

Darmstadt berufen. Er leitet

dort seit 2000 das Institut für

Produktionsmanagement, Technologie

und Werkzeugmaschinen

(PTW).

Wenn ein Unternehmen mit

eher schlecher Performance

aber vielleicht komfortabler Situation

in Sachen Marktführerschaft

nun doch die Effizienzschraube

anziehen will: Wo

sollte es beginnen?

Ein Unternehmen sollte zunächst

einmal mit einer klaren Standortanalyse

beginnen. Aus Sicht der

Produktion ist nach wie vor eine

Wertstromanalyse hier ein geeigneter

Einstieg. Konzentration auf

wertschöpfende Tätigkeiten, aber

insbesondere auch die Strategie

zur informationstechnischen Unterstützung

des Produktionsbetriebes

sind Aufgaben, die eine

Geschäftsführung und ein Produktionsleiter

sich als Chefaufgabe

vornehmen muss. Ein bedarfsgerechtes

und auf das Unternehmen

zugeschnittenes MES-System

kann Effizienzverbesserungen in

vielen Bereichen der Produktion

erlauben. Hier ist für die Zukunft

noch ein sehr großes Optimierungspotenzial.

Perfekte Fabrik

Minimale Rüstzeiten und

Verzicht auf Zwischenläger

Prof. Dr. Karlheinz Haberlandt

Produktion Nr. 12, 2012

Was ist die perfekte Produktion,

was macht sie aus? Prof. Dr. Karlheinz

Haberlandt, Experte für Produktionscontrolling,

unternimmt

den Versuch einer Definition.

Heilbronn (ilk). „Mit perfekter

Produktion in unserer dynamischen

Umwelt ist ein Zustand entsprechend

dem gegenwärtigen

State of the Art gemeint. Ein Maßstab,

wie weit eine Produktion diesem

Status entspricht, ist mittels

der Wertstromanalyse zu ermitteln

und durch die Kennziffer Lean

Performance Index (LPI) als Produkt

aus Prozesswirkungsgrad und

OEE-Index zu quantifizieren. Mit

der Wertstromanalyse werden die

Schwachstellen und Ansatzpunkte

für eine Verbesserung der Produktion

offen gelegt.

Die Entwicklung zur perfekten

Produktion ist die vollautomatisierte

künstliche Fließfertigung mit

minimalen Rüstzeiten im Minutenoder

Sekundentakt, mit minimalen

Losgrößen. Es gibt keine Zwischenläger,

die Durchlaufzeiten liegen

nahe der Summe der wertschöpfenden

Zeiten. Der Weg hierzu sind

vielfältige Anpassungen zur Harmonisierung

der Fertigungsprozesse

im Sinne einer Verschlankung

zur Lean Production. Zwischenstati

sind hier automatisierte Fließinseln

und Kanban-Bereiche.

Die auf MRPII basierte Trennung

in Grob- und Feinplanung,

wird zur Vermeidung des ERP-

Planungsmülls durch die holistische

rollierende Detail-Planung

ersetzt. Diese umfasst die operative

und dispositive Planung der

gesamten betrieblichen Supply

Chain mit Methoden der heuristischen

Simulation mit Fuzzy Logic

anstelle linearer Optimierungs-

Prof. Dr. Karlheinz Haberlandt berät

Unternehmen in Sachen Planung,

Controlling und PPS. Bild: Haberland

programme für die Feinplanung.

Auf der Shop-Floor-Ebene wird

die automatisierte Produktion

vom MES-System mittels Short

Interval Technologie gesteuert.

MES als Tool erfasst, speichert

und visualisiert alle im Echtzeitbetrieb

anfallenden Daten und

transformiert sie zu aussagefähigen

Informationen. Wichtigste

Kennzahlen sind dabei Durchlaufzeiten,

OEE und zur Messung

der Wirtschaftlichkeit das System

Factory Efficiency.“

Buchtipp: Fünf Bausteine führen zum Ziel

Landsberg. Unter dem Titel ‚Die

perfekte Produktion‘ ist im Springer-

Verlag ein weiteres Fachbuch in der

Reihe von MPDV-Publikationen zum

Thema Fertigungsoptimierung erschienen.

Es wurde von dem Autorenteam

Prof. Dr. Jürgen Kletti, Geschäftsführer

der MPDV, und Jochen

Schumacher, Leiter der MPDV-Campus-Beratung,

sowie Jürgen Rieger

(Co-Autor), MPDV Campus Berater,

geschrieben.

Die Autoren zeigen auf, dass die

klassischen Methoden der Produktionsplanung

und -steuerung sowie

die häufig anzutreffenden Produktionsprozesse

und Fertigungsstrukturen

es den Unternehmen nur mit

größtem Aufwand ermöglichen, in

den immer besser vernetzten und

schneller getakteten Lieferketten

mitzuspielen und kurze Lieferzeiten,

hohe Termintreue, kleine Losgrößen,

kurzfristige Abrufe und Just-intime-Anlieferungen

bei wettbewerbsfähigen

Kosten sicherzustellen.

Die Autoren demonstrieren anhand

von Praxisbeispielen, wie sich

durch schnelle Regelkreise – die so

genannte Short Interval Technology

(SIT) – die Wirtschaftlichkeit der modernen

Fertigung systematisch steigern

lässt. Die absolut perfekte Produktion

lässt sich dabei sicher nie

erreichen. Man kann jedoch darauf

hinarbeiten. Hierzu stellen die Autoren

fünf Bausteine der perfekten

Produktion vor und beschreiben,

wie sich diese optimal miteinander

kombinieren lassen.

Infos zum Thema und zum Buch unter

der E-Mail: campus@mpdv.de


22. März 2012 · Nr. 12 · Produktion · · 29

Eine Initiative der Zeitung Produktion

Deutschland ist besser als sein Ruf. Die Initiative „PRO Standort Deutschland“ setzt sich für Erhalt, Stärkung und Ausbau des Industriestandortes Deutschland ein.

Haben Sie auch Interesse? Mehr Infos bei Bettina Fischer, Tel.-Nr. 0 81 91/125-844.


30 · · Produktion · 22. März 2012 · Nr. 12

A Division of Watts Water Technologies Inc.

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Wo Sie im Vergleich zum Wettbewerb stehen? Finden Sie es doch heraus!

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Technik und Wirtschaft für die deutsche Industrie

verlag moderne industrie GmbH

Justus-von-Liebig-Str.

Landsberg

Tel. /-

Fax /-

www.mi-verlag.de


22. März 2012 · Nr. 12 · Produktion · Office Tools · 31

Kamera mit Vollformatsensor

Technische Details

Abmessungen:

152 mm x 116,4 mm x 76,4 mm

Gewicht (nur Gehäuse): ca 950 g

Lithium-Ionen-Akku LP-E6

CMOS-Sensor (36 mm x 24 mm)

Blitz: E-TTL II Blitzautomatik,

manueller Blitz

Preis: 3 299,00 Euro

Kontakt: www.canon.de

Mit der neuen EOS 5D Mark III stellt Canon das jüngste Mitglied seiner EOS-

DSLR-Reihe vor. Sie verfügt über einen neue Vollformatsensor, welcher die

Balance aus 22,3 Megapixeln Auflösung für Fotos mit schnellen Reihenaufnahmen

von bis zu sechs Bildern pro Sekunde und Full-HD-Videos biete. Für

präzise belichtete Aufnahmen sorgt laut Hersteller das Canon iFCL Messsystem

mit Dual-Layer-Sensor über 63 Zonen, die mit allen AF-Punkten verbunden

sind. Durch eine Gehäusekonstruktion aus einer Magnesiumlegierung

sei das Gerät vor Staub und Feuchtigkeit geschützt.

Notebooks einfach einbinden

Mit der neuen neue Docking-Station

DynadockTM U3.0 von Toshiba soll

der Umgang mit Peripheriegeräten

stark erleichtert werden. Beliebige

Windows-basierende Notebooks

können laut Hersteller in die Multimedia-

und Home-Office-Peripherie

über USB 3.0 oder USB 2.0 eingebunden

werden. Die beiden USB-

3.0-Schnittstellen an der Vorderseite

sind mit dem Sleep-and-Charge-

Modus ausgestattet, wodurch sie

auch als eine Art Dauerstromversorgung

für mobile Geräte eingesetzt

werden können. Über Line-out analog

können Kopfhörer und Stereolautsprecher

angeschlossen werden.

Kamera und Projektor

zugleich

Aiptek präsentiert sein PocketCinema

Z50, einen Pico-Projektor mit integriertem

Full HD-Camcorder und

5-Megapixel-Kamera. Damit könne

man Bilder oder Videos aufnehmen

und diese mit demselben Gerät auf

bis zu 60 Zoll Bilddiagonale mit einer

Helligkeit von 40 Lumen an eine

weiße Wand projizieren. Über den

AV-Eingang lassen sich weiterhin

Handy oder DVD-Spieler anschließen

und deren Inhalt wiedergeben.

Technische Details

Automatische Schräglagenkorrektur

und Rauschfilter

LED-Anzeige des Tintenfüllstandes

Einzelblatteinzug für bis zu

100 Blatt

MICR-Erkennungsrate von bis zu

99,9 %

Für Farb-, Schwarzweiß-, Graustufen-

oder Infrarotscans

Preis: verfügbar ab Juli 2012

Kontakt: www.epson.de

Scheckscanner mit hoher Geschwindigkeit

Mit dem TM-S2000MJ stellt Epson einen neuen Scheckscanner mit integriertem

Drucker vor. Er scannt laut Hersteller bis zu 200 Schecks pro Minute und besitzt

einen automatischen Dokumenteneinzug für bis zu 100 Blatt zur Verarbeitung

von Einzeldokumenten in verschiedenen Formaten. Eine Doppeleinzugserkennung

soll sicherstellen, dass ein Dokument nach dem anderen

verarbeitet wird. Auch Ausweise mit Fotos würden schnell und zuverlässig

eingelesen.

Technische Details

Hülle aus Eloxal-veredeltem

Aluminium

verfügbar in verschiedenen Größen

für iPads und MacBooks

passgenaue Polsterelemente aus

Schaumstoff

auf Wunsch persönliche, gravierte

Namensplakette für die Innenseite

Preis: ab 97,00 Euro

Kontakt: www.alu2go.de

Technische Details

Abmessungen:

113,8 mm x 77 mm x 235 mm

Gigabit-LAN-Anschluss

5.1 Audio (3,5 mm Audio- Ausgang)

4 x USB 3.0, 2 x USB 2.0

1 x HDMI, 1 x DVI-I Video Out

(simultan nutzbar)

Preis: 179,00 Euro

Kontakt: www.toshiba.de

Navigationsgerät mit Unterhaltungswert

Garmin stellt sein neues nüvi 2585TV vor.

Dieses Gerät ermöglicht GPS-Navigation,

DVB-T Fernseh-Empfang und Videofunktion.

Neben der Multimedia-Ausstattung

mit Videoaufnahme und -wiedergabe sowie

MP3 Funktion überzeuge der mobile

Lotse mit Garmin Features wie 3D-Traffic-

Verkehrsinformationen, Bluetooth und

der PhotoReal-3D-Kreuzungsansicht für

eine einfachere Orientierung, so der Hersteller.

Technische Details

DLP-Technologie für scharfe Bilder

integrierter Li-Polymer Akku mit 2

Stunden Laufzeit

Energiesparende RGB-LEDs für bis

zu 20 000 Std Lebensdauer

Preis: 249,00 Euro, verfügbar ab

Sommer 2012

Kontakt: www.aiptek.de

Technische Details

Display: 5 Zoll

DVB-T-Technologie

Aufnahmemöglichkeit und

Wiedergabe von Videos, MP3

und Hörbüchern

aktuelle Verkehrsinformationen

von NAVTEQ Traffic

Bluetooth

Preis: 299,00 Euro

Kontakt: www.garmin.com/de/

Dilbert

Schutz für iPad und MacBook

KKC, Hersteller für Aluminiumkoffer, stellt mit der neuen Produktserie

alu2GO Cases für iPads und MacBooks in verschiedenen Größen vor. Im

Inneren der Koffer sollen spezielle, passgenaue Polsterelemente aus

Schaumstoff dafür sorgen, dass das sensible Gerät inklusive Display gut

geschützt ist. Trotz hoher Festigkeit sei der Schaumstoff gleichzeitig elastisch

und flexibel, was auftretende Belastungen durch Stöße oder Stürze

wirksam abmindere.

D AS VON MIR ENTWICKELTE

PRODUKT HÄ TTE EINE

RIESIGE MARKTLÜ CKE

GESCHLOSSEN.

DAS WUNDER DER TEAM-

ARBEIT TRANSFORMIERTE

ES IN EIN PRODUKT OHNE

JEGLICHE VORZÜ GE.

IN PHASE 3 STELLTE

ICH MIR VOR, DASS

MEINE KOLLEGEN VON

EICHHÖ RNCHEN AUFGE-

FRESSEN WERDEN.

Dilbert for ever!

Das Buch „Dilbert

und die Stunde des

Wiesels“

(350 S., € 19,90,-) ist

erschienen bei Redline

Wirtschaft im

verlag moderne industrie,

Landsberg.

Zu bestellen unter

Fax: 08191/125- 293;

www.redline-wirtschaft.de

Impressum

Redaktion (08191-125-310)

Chefredakteur:

Eduard Altmann (verantwortlich)

E-Mail: redaktion@produktion.de

Redaktion (Print und Online):

Susanne Bader (ba) -812, Klaus Hiemer (hi) -359,

Maren Kalkowsky (kk) -696, Gunnar Knüpffer

(gk) -107, Annika Mentgen (mg) -493, Sebastian

Moser (sm) -443, Dietmar Poll (pd) -695,

Sabine Spinnarke (sp) -445, Claus Wilk (ilk) -329

Sekretariat:

Tel. 08191/125-310, -442, -370, -303

Fax: 08191/125-312

E-Mail: sekretariat@produktion.de

Internet: www.produktion.de

Content Manager Online:

Andreas Karius (ks) -839

Anzeigen (08191-125-370)

Anzeigenleitung:

Michael Klotz -167

Anzeigenverkauf:

Klaus Peter Egger -497, Erich Elster -816,

Bettina Fischer -844,

Verena Förg -366, Christina Karge -224,

Bernadette Kraus -231, Gerald Zasche -337

E-Mail: anzeigen@produktion.de

Anzeigenverwaltung:

Renate Guggemos -323

E-Mail: anzeigenverwaltung@produktion.de

Verlag (08191-125-0)

Geschäftsführung:

Fabian Müller

Verlagsleitung:

Stefan Waldeisen

Leitung Online-Dienste:

Gerhard Brauckmann -478

Vertrieb:

Stefanie Ganser

Leitung Vertriebsadministration:

Annette Tabel -348

Leser-Service:

E-Mail: leserservice@mi-verlag.de,

Tel.: 06123/9238-257, Fax: 06123/9238-258

Abonnement-Service:

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Tel.: 06123/9238-257, Fax: 06123/9238-258

Leitung Zentrale Herstellung:

Hermann Weixler -344

Leitung Herstellung Fachzeitschriften:

Horst Althammer

Art Director: Jürgen Claus

Herstellung/Layout:

Andrea de Paly, Carmen Lauter,

Druck:

westermann druck GmbH, Braunschweig

Erscheinungsweise:

wöchentlich, 50. Jahrgang

ISSN: 0344-6166

Anschrift für Verlag, verantwortlichen

Redakteur und verantwortlichen

Anzeigenleiter:

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86895 Landsberg;

Tel.: 08191/125-0, Fax: 08191/125-444

E-Mail: journals@mi-verlag.de

Internet: www.mi-fachzeitschriften.de

Handelsregister-Nr./Amtsgericht:

HRB 22121 Augsburg

Bedingungen für Anzeigen,

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gültig seit 1. 10. 2011

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(jeweils inkl. Versandkosten). Einzelpreis

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Der Studenten rabatt beträgt 35%.

Kündigungsfrist:

Jederzeit mit einer Frist von 4 Wochen zum

Monatsende. Nachdruck, Übersetzung und

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32 · Wirtschaftsfakten · Produktion · 22. März 2012 · Nr. 12

Maschinenbau-Aktien-indeX

Aktien-analyse

Kaufempfehlung für Aixtron

Harald Rehmet,

Senior Analyst

der LBBW.

Stuttgart (ilk). Die Entspannung in der europäischen

Staatsschuldenkrise sowie positive Konjunkturindikatoren

und Unternehmensnachrichten

sorgten für eine gute Grundstimmung. Vor diesem

Hintergrund wurde im zweiten Anlauf die Marke von

7000 im DAX geknackt. In der Berichtswoche konnten

im Gleichklang sowohl der DAX als auch der

Maschinenbau-Aktien-indeX von Produktion und

LBBW um jeweils 4,5 % zulegen. Dabei ragte Aixtron

mit einem Wochenplus von 20,7 % heraus, nachdem

ein besseres Marktumfeld für LED-Maschinenhersteller

in einer Kaufempfehlung mündete. Schaltbau

(+10,9 %) profitierte von guten Ergebnissen im abgelaufenen

Jahr. Dies galt auch für Gildemeister (+9,0

%), die zum Jahresauftakt von einer erfreulichen

Nachfrage nach Werkzeugmaschinen berichteten.

Dagegen litt Krones (-1,1 %), Marktführer für Abfüllund

Verpackungstechnik, unter einer skeptischen

Einschätzung über die kurzfristigen Perspektiven.

Arbeitgeber Solarbranche

Quelle: EUPD Research

© Produktion

Landsberg (ilk). Die Solarindustrie

gehört mit knapp 54 000 Beschäftigten

zu den durchaus bedeutenden

Branchen in Deutschland. Der

Deutsche Industrie- und Handelskammertag

(DIHK) rechnet für dieses

Jahr trotz des Investitionsabbau

mit einem Rekordzubau an Photovoltaikanlagen.

„Nach unseren

Schätzungen wird sich die Summe

auf 8 000 Megawatt (MW) belaufen“,

sagte Hauptgeschäftsführer

Martin Wansleben. Das entspreche

der Leistung von 5 Kernkraftwerken.

Doch der Markt wird global und viele

Unternehmen haben ihren Strategien

zu kurzfristig gestaltet: Unter

Berücksichtigung der Fördertöpfe,

die jetzt wegfallen. Unser Autor Tino

Böhler nahm die Solarbranche

unter die Lupe. Das Recherche-Ergebnis

können Sie auf Seite 7 dieser

Ausgabe nachlesen.

Dow Jones







Maschinenbau-Aktien-indeX vs DAX

440

420

400

380

360

340

320

300

280

260

..

..

Hang Seng







M A M J J A S O N D J F M

Maschinenbau-Aktien-indeX

Name

..

..

..

..

..

..

..

..

Indexmitglied

Euro Stoxx







TecDax







Kurs

(eur)

08.03.

..

..

..

Maschinenbau-

Aktien-indeX

DAX 30

Kurs

(eur)

15.03.

..

Wochen

performance

(in %)

..

..

..

..

..

..

1 Jahr

Quelle: Datastream, LBBW Research, Produktion

Bemerkung: Es handelt sich hierbei um XETRA-Schlusskurse vom vergangenen Donnerstag.

Stammdaten zum Index: Anzahl der Werte: 30, Startpunkt 1.1.2000, Startwert 100, Indexart: Preisindex,

Gewichtung: Gleichgewichtung;

Werte die nach dem 1.1.2000 notiert sind: Bauer, Centrotherm Phto., Nordex, Wacker Neuson, Wincor Nixdorf,

Deutsche Beteiligungen, MTU Aero Engines sowie Schaltbau Holding.

440

420

400

380

360

340

320

300

280

260

Marktkapitalisierung

(in Mio.)

AIXTRON (XET) TecDAX 11,93 14,40 20,7% 1466

BAUER (XET) SDAX 23,61 24,70 4,6% 423

CENTROTHERM PHTO. (XET) TecDAX 10,18 10,30 1,1% 218

DEUTSCHE BET. (XET) SDAX 16,20 17,50 8,0% 239

DEUTZ (XET) MDAX 5,10 5,28 3,5% 638

DUERR (XET) SDAX 46,90 47,55 1,4% 823

GEA GROUP (XET) MDAX 25,01 26,11 4,4% 4798

GESCO (XET) SDAX 67,15 68,05 1,3% 226

GILDEMEISTER (XET) MDAX 11,89 12,95 9,0% 779

HEIDELBERGER DRUCK (XET) MDAX 1,29 1,37 6,2% 321

JENOPTIK (XET) TecDAX 5,51 5,65 2,5% 323

JUNGHEINRICH PFS. (XET) SDAX 25,00 26,16 4,6% 419

KOENIG & BAUER (XET) SDAX 11,81 12,00 1,6% 198

KRONES (XET) MDAX 40,64 40,21 -1,1% 1270

KUKA (XET) MDAX 15,73 15,89 1,0% 539

MAN (XET) DAX 88,80 95,14 7,1% 13412

MTU AERO ENGINES (XET) HLDG. MDAX 57,47 58,48 1,8% 3041

NORDEX (XET) TecDAX 4,12 4,41 7,0% 324

NORMA GROUP (XET) SDAX 18,13 18,78 3,6% 598

PFEIFFER VACUUM (XET) TECH. TecDAX 78,30 80,87 3,3% 798

RATIONAL (XET) MDAX 177,55 180,25 1,5% 2049

SALZGITTER (XET) MDAX 41,81 43,21 3,3% 2596

SCHALTBAU HOLDING (XET) SDAX 76,10 84,41 10,9% 173

SIEMENS (XET) DAX 74,69 78,49 5,1% 71756

SINGULUS TECHS. (XET) TecDAX 2,56 2,67 4,3% 131

SUESS MICROTEC (XET) TecDAX 9,54 10,40 9,0% 198

THYSSENKRUPP (XET) DAX 19,42 20,48 5,5% 10534

VOSSLOH (XET) MDAX 76,32 77,27 1,2% 1030

WACKER NEUSON (XET) SDAX 12,95 12,86 -0,7% 902

WINCOR NIXDORF (XET) MDAX 39,76 41,01 3,1% 1357

Energie & Rohstoffe

Entwicklung Ölpreis /

Barrel (159 l)








120,52

..

..

..

Öl-Förderausfälle: Saudis

springen in die Bresche

Kuweit (DJ/ilk). Saudi-Arabien

steht bereit, Ausfälle bei der Öl-

Förderung auszugleichen. Das sagte

Ölminister Ali al-Naimi vor dem

internationalen Energieforum. Der

Ölpreis ist in letzter Zeit wegen der

Sanktionen gegen den Iran und einem

möglichen Luftschlag Israels

nach oben geschossen. Naimi führte

den Anstieg auch auf Rohstoffspekulation

zurück. „Die Probleme

entstehen vielmehr aus Fässern, die

nur auf dem Papier bestehen.“

Rohstoffpreise

..

Aluminium je Tonne: 2258,00 $

Kupfer je Tonne: 8620,00 $

Gold je Feinunze: 1662,45 $

Silber je Feinunze: 32,64 $

Nickel je Tonne: 14289,00 €

Zinn je Tonne: 17663,31 €

€ 1,32 $ € 66,01 Rupie

€ 109,74 Yen € 38,50 Rubel

€ 8,33 Yuan € 4,12 Zloty

€ 0,83 £ € 289,62 Forint

125,64

..

Umrechnungskurse

Konjunktur und Märkte

IfW: Deutschland beendet

die Konjunkturflaute

Berlin (DJ/ilk). Deutschland wird

laut dem Kieler Instituts für Weltwirtschaft

(IfW) 2012 die konjunkturelle

Flaute hinter sich lassen

und ein etwas höheres Wachstum

erreichen als bisher erwartet. In

seiner Prognose sagt das IfW ein

Wachstum des deutschen Bruttoinlandsproduktes

(BIP) um 0,7 %

und für 2013 von 1,9 % voraus.

Konjunktur

Wirtschaftslage ist robust

Produktion Nr. 12, 2012

Mannheim (DJ/ilk). Die Konjunkturerwartungen

von Finanzmarktanalysten

und institutionellen Anlegern

für Deutschland haben sich

im März stärker als erwartet aufgehellt.

Wie das Zentrum für Europäische

Wirtschaftsforschung (ZEW)

mitteilte, kletterte der Index der

Konjunkturerwartungen auf plus

22,3 Punkte von plus 5,4 im Februar.

Damit hat der Index den vierten

Monat in Folge zugelegt und steht

auf dem höchsten Niveau seit Juni

2010.

Branchenbarometer Asien/Pazifik

Quelle: Germany Trade and Invest, Bonn

Wirtschaftsentwicklung

Importe 2012 Investitionen 2012

Land (reale Veränd. geg. Vorjahr in %)

Australien 8,5 8,0

VR China 11,0 (nominal) 9,0

Hongkong, SVR 10,0 4,0

Indien 26,0 11,5

Indonesien 9,7 9,6

Japan 3,3 2,9

Korea (Rep.) 7,0 1,7

Malaysia 5,0 bis 5,5 5,0 bis 5,5

Philippinen 10,0 5,0

Singapur 6,0 bis 7,0 1,5 bis 2,5

Taiwan 10,0 3,0

Thailand 14,7 10,3

Vietnam 7,6 6,6

Euroraum: Arbeitskosten

steigen um 2,8 %

Luxemburg (DJ/ilk). Die Arbeitskosten

im Euroraum sind zum

Jahresende 2011 trotz der konjunkturellen

Abkühlung etwas stärker

gestiegen als im dritten Quartal.

Am stärksten stiegen die Bruttoarbeitskosten

in der Industrie mit einer

Jahresrate von 3,3 %; Im Jahresdurchschnitt

zogen die Arbeitskosten

im Euroraum um 2,8 % an.

„Der erneute deutliche Anstieg

der ZEW-Konjunkturerwartungen

zeigt an, dass sich der positive Ausblick

in Bezug auf die deutsche

Konjunktur weiter festigt“, erklärte

das Institut. „In Deutschland dürfte

zudem die günstige Lage am Arbeitsmarkt

dazu beitragen, dass die

Binnenwirtschaft weiterhin konjunkturelle

Impulse gibt“, kommentierte

ZEW-Präsident Wolfgang

Franz. Risiken blieben jedoch

aufgrund der Konjunkturschwäche

in einigen europäischen Volkswirtschaften

und den Verwerfungen

im Bankensektor bestehen.

Marktpotenzial

Elektro/Elektronik

Wachstumsmarkt Elektronik/Elektrotechnik: Speziell in Asien hat der Elektronikmarkt

erheblichen Anteil am Wachstum der Region. Indien, China, Indonesien

und Thailand wachsen dabei dieses Jahr am stärksten. Lohnend auch der Blick

auf ‚asiatische Randgebiete‘ wie Australien oder Vietnam.

Schweiz: Stärkeres

Wachstum in Aussicht

© Produktion

Bern (DJ/ilk). Die Regierung der

Schweiz hat sich zuversichtlicher

zur Wirtschaftsentwicklung im laufenden

Jahr gezeigt: Das Staatssekretariat

für Wirtschaft (SECO)

prognostiziert für 2012 ein Wachstum

des Bruttoinlandsprodukts

(BIP) um 0,8 %. Im Dezember war

ein Plus von lediglich 0,5 % erwartet

worden.

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