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Postgebühr bar bezahlt, Verlagspostamt 2380 Perchtoldsdorf

Das Kundenmagazin der Raiffeisen-Leasing 3|2010

Raiffeisen-Leasing

40 Jahre solides

Wachstum

Menschen

Recht

Lifestyle

Ing. Wolfgang Hesoun

Insolvenzrecht neu

Leasing Charity Poker


Postgebühr bar bezahlt, Verlagspostamt 2380 Perchtoldsdorf

inhalt

Das Kundenmagazin der Raiffeisen-Leasing 3|2010

Raiffeisen-Leasing ist 40

Ein Blick zurück …

… und nach vorne

Menschen

Recht

Lifestyle

Ing. Wolfgang Hesoun

Insolvenzrecht neu

Leasing Charity Poker

Erfolgsmotto: beständig

Wolfgang Hesoun ist seit

kurzem an der Spitze von

Siemens Österreich. Im

Leas•mich-Interview skizziert

er seine Karriere, Pläne

und Ziele.

Seite 4

Neue Zuständigkeiten

Aufgrund des AVOG 2010

werden die Zuständigkeiten

der Finanzämter teilweise

neu geregelt.

Seite 6

Sport oder Spiel?

Poker ist in aller Munde –

sei es online, im Freundeskreis

oder sogar als Firmenund

Charity-Event.

Seite 32

editorial ANDREA WEBER 3

menschen

Ing. Wolfgang Hesoun 4

steuer

Das neue Abgabenverwaltungsorgani -

sationsgesetz trat im Juli 2010 in Kraft. 6

recht

Das Insolvenzrechtsänderungsgesetz

erlebt seine erste Bewährungsprobe. 8

kommentar

GF MAG. KARLHEINZ SANDLER:

Kommunaloffensive der

Raiffeisen-Leasing. 11

coverstory

40 Jahre im Spiegel der Zeit: vom

Ein-Mann-Betrieb zu einem der

führenden Leasingunternehmen. 12

meinung

GF MAG. PETER ENGERT:

40-Jahr-Jubiläum der

Raiffeisen-Leasing. 19

wohnbauprojekte

Neues Leben auf dem alten Sportplatz. 20

Exklusives Ambiente mit Weitblick. 20

Hochwertige Eigentumswohnungen. 21

2 Leas•mich


editorial

Im Wandel der Zeit

In den vergangenen vier

Jahrzehnten ist die Welt ein

gutes Stück vorangekommen.

Auch die Raiffeisen-Leasing

hat sich stetig weiterentwickelt –

vom Ein-Mann-Betrieb zu

einem der führenden Leasingunternehmen.

Eine Tour

durch die Dekaden ab

Seite 12

gewerbliche immobilien

Gute Erholung. 22

Grund genug für Gesundheit. 22

Start für Hotel am Tivoli. 23

ökoprojekte

Grüne Energie: Vorreiter Tschechien. 24

Zukunft unter Strom. 25

Mobil mit Pedelecs. 26

Windkraft startet neu durch. 27

reportage

Firmenflotte, maßgeschneidert. 28

Kletterwände-Leasing für Kommunen. 30

kundenporträt

Landwirtschaft am Puls der Stadt. 31

lifestyle

Poker: Trendsport oder Glücksspiel? 32

facts&figures 34

IMPRESSUM Medieninhaber: Raiffeisen-Leasing GmbH., Hollandstr.11–13, 1020 Wien,

Tel. 01 71601-8440, Fax: DW 98448, Internet-Adresse: http://www.raiffeisen-leasing.at,

E-Mail-Adresse: leasing@rl.co.at Herausgeber: Mag. Andrea Weber

Koordination: Ulrike Capelare Produzent: Verlagsgruppe NEWS Gesellschaft m.b.H.,

FN 183971 HG, Taborstr. 1–3, 1020 Wien Geschäftsführung: Dkfm. Helmut Hanusch

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Fotos: Wo nicht anders angegeben: Raiffeisen-Leasing, Fotolia, brandcom

Herstellung: Sibylle Bauer Druck: Druckerei Berger, 3580 Horn

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Die Raiffeisen-Leasing GmbH übernimmt keine Haftung oder Garantie für die

Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen.

Aus Gründen der Lesefreundlichkeit sind alle Formulierungen durchgängig geschlechtsneutral

zu verstehen und richten sich daher gleichermaßen an Frauen und Männer.

Raiffeisen-Leasing feiert

40-jähriges Jubiläum

Die Raiffeisen-Leasing wurde bereits vor vier Jahrzehnten gegründet.

Erfolgreich zu sein über einen Zeitraum, in dem die Welt sich scheinbar

immer schneller dreht, ist eine Leistung, die nur durch ständige Orientierung

an Kundenanforderungen und gleichzeitiger Voraussicht an

künftige Entwicklungen zu erreichen ist. Dazu braucht es neben soliden

Managementfähigkeiten und engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

auch eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Aufsichtsgremien.

Dieses Vorgehen und Nachhaltigkeit in allen Bereichen als gelebte

Unternehmenskultur waren und sind die Grundlage für die Expansion der

Raiffeisen-Leasing – vom Ein-Mann-Betrieb zum Marktführer mit rund

360 Mitarbeitern in Österreich.

Mit der Raiffeisen-Leasing hatten Sie in den vergangenen 40 Jahren

stets einen starken Partner an Ihrer Seite, der über großes Know-how im

Finanzierungsgeschäft verfügt und auf Handschlagqualität Wert legt.

Unsere Kunden führten uns so in weiterer Folge zu vielen branchenübergreifenden

Absatzpartnerschaften, womit sich wiederum unser

Produktportfolio fast zwangsläufig laufend erweiterte. Auch aufgrund

dieser Dienstleistungskomponente sowie der Expertise im Ökoenergiebereich

und in der Elektromobilität, die neben der Finanzierung mit den

Jahren immer wichtiger wurden, hat sich die Raiffeisen-Leasing zu einem

starken und wertvollen Mitglied der Raiffeisenfamilie entwickelt. Das

40-Jahr- Jubiläum war ein willkommener Anlass, diesen Umstand mit

Mitarbeitern, Kunden und Partnern zu feiern. Unsere Coverstory führt Sie

ab Seite 12 durch diese bewegten Zeiten und wirft einen Seitenblick auf

unser Jubiläumsfest.

Unser Rechtsexperte gibt ab Seite 8 einen Überblick über das neue

Insolvenzrechtsänderungsgesetz, das mit Juni 2010 rechtswirksam

wurde. Zur selben Zeit trat auch das neue Abgabenverwaltungsorganisationsgesetz

in Kraft, das die Zuständigkeiten der Finanzämter teilweise

neu regelt (Seite 6).

Dass die nächsten 40 Jahre ebenso erfolgreich für uns und unsere

Kunden verlaufen, wünscht sich

Ihre Andrea Weber

MAG. ANDREA WEBER

Leitung Marketing und PR

in der Raiffeisen-Leasing

Foto: Denkstudio

NUMMER 3|OKTOBER 2010 3


Hesoun auf Kommunikation. „Sie ist der

Schlüssel für den Erfolg, nicht nur beim

Einstieg in ein Unternehmen. Es ist wichtig,

mit hoch qualifizierten Mitarbeitern

die Themen, die bei Siemens spezifisch

wichtig sind, so rasch wie möglich zu erarbeiten

und das vorhandene Delta im

Wissen zu schließen.“ Wichtig ist dem

gelernten Mechatroniker auch sein informeller

Führungsstil. „Man kommuniziert

intensiv und trifft die Entscheidungen

nach Möglichkeit im Einvernehmen.“

Am Ende des Tages zählt für

Hesoun der wirtschaftliche Erfolg. „Man

muss lernen, sich freizuspielen. Wenn

man ständig Problemen hinterherläuft

und Feuerwehr spielen muss, dann

kommt man zu nichts“, erklärt er. „Das

Tagesgeschäft muss dort erledigt werden,

wo es hingehört, nämlich zu jenen

Herrschaften, die es auch tatsächlich

umsetzen.“

Chance auf wirtschaftlichen Erfolg ortet

Hesoun nach wie vor in den CEE-Ländern.

„CEE ist eine Zukunftsregion. Unsere

Produkte sind weiter gefragt. Man

muss aber abwarten, bis sich die Märkte

beruhigt haben und wieder wirtschaftlimenschen

Erfolgsmotto

Beständigkeit

23 Jahre hat Ing. Wolfgang Hesoun die Geschäfte des

heimischen Bauunternehmens PORR mitgetragen, die

letzten drei Jahre als Generaldirektor. Nun haben ihn seine

Wege zu jenem Unternehmen zurückgeführt, in dem er

seine Karriere begonnen hat – zu Siemens Österreich.

Beständigkeit ist für Ing. Wolfgang

Hesoun ein elementarer Bestandteil

seines Lebens. „Ich bin ein Beispiel für

Kontinuität. Meine Frau kenne ich seit

meinem 17. Lebensjahr. Aufgewachsen

bin ich in Maria Enzersdorf, jetzt wohnen

wir in Brunn am Gebirge. Meine Karriere

habe ich bei Siemens gestartet, nach

23 Jahren bin ich zurückgekehrt. Ich

empfinde diese Beständigkeit als sehr

positiv und angenehm. Warum soll man

etwas, das schön ist und das einem gefällt,

mit Zwang wechseln?“ sinniert

Hesoun. Gewechselt hat der 50-jährige

bei Siemens aber seine Funktion. Als

HTL-Absolvent war er bei der Kraftwerksunion

in Erlangen/Deutschland für

die Bauleitung und Inbetriebnahme von

Großkraftwerken zuständig. Heute zeichnet

Hesoun als Vorstandsvorsitzender

für die operativen Geschäfte der Österreich-Tochter

des international tätigen

Technologiekonzerns verantwortlich.

„Ich sehe die neue Funktion als eine

sehr spannende Herausforderung, vor

allem inhaltlich. Energie, Industrie und

Gesundheit sind Themen mit Zukunft.

Noch dazu, wo Siemens in diesen Bereichen

in der Weltspitze mitmischt,“

betont Hesoun nachdrücklich. Im Energie-

und Umweltressort kennt sich der

Baumanager aus. „Bei der PORR bildet

die Umwelttechnik einen eigenen Geschäftszweig.

Diesen habe ich von Anfang

an mitgestaltet. Das reine Bauen ist

zwar ein umsatzstarker Bereich, aber

man soll sich immer auch andere Bereiche

offenhalten, die ertragsstark sein

können.“ Im Umweltbereich hat Hesoun

auch Kontakte mit der Raiffeisen- Leasing

geknüpft. „Die PORR hat immer wieder

Gespräche über Biomasseanlagen, Kraftwerksthemen

oder Wasserprivatisierungen

geführt. In den Bereichen Versorgung/Entsorgung

hat die Raiffeisen-

Leasing einige sehr erfolgreiche Projekte

verfolgt. Wir schätzen das Unternehmen

als zuverlässigen Partner, es ist ein wichtiger

Faktor im Leasingsektor in Österreich.“

Die Siemens-Zeit in Deutschland war

nicht nur der erste Schritt in der Karriere

des Baumanagers, sie war auch prägend

für sein Familienleben. 1982 hat

Hesoun geheiratet, 1987 wurde er Vater

und ist mit seiner Frau nach Österreich

zurückgekehrt. „Durch Zufall bekam ich

damals einen Job bei der PORR. Vorerst

sah ich ihn primär als Überbrückung.

Aber er hat mir sehr gut gefallen, irgendwie

bin ich hängen geblieben. Ich

war damals Projektleiter für Tourismusprojekte

der PORR vor allem im Ausland“,

erinnert sich Hesoun. Neben dem

rein technischen Arbeiten war er ab sofort

auch mit wirtschaftlichen und rechtlichen

Aspekten befasst. „Das war sehr

spannend für mich“, erzählt Hesoun.

1992 erhielt er die Konzernprokura, in

der Folge wurde er Vorstandsvorsitzender

und schließlich Generaldirektor. Der

gebürtige Niederösterreicher blickt nun

etwas wehmütig auf seinen aktuellen

Jobwechsel. „Nach 23 Jahren PORR

geht man nicht einfach hier raus, dort

rein. Aber die Herausforderung bei

Siemens ist zu faszinierend, um sie auszuschlagen.“

Von Anfang an setzt

4 Leas•mich


„CEE ist eine Zukunftsregion.

Unsere Produkte sind weiter gefragt.“

WOLFGANG HESOUN

Siemens Österreich-Chef

ches Vertrauen besteht.“ Privat verbinden

Hesoun die Ausgrabungen in

Ephesos/Türkei mit den CEE-Ländern.

„Wir haben in Österreich einen Verein,

der sich speziell mit dem Thema Ephesos

beschäftigt. Seit einigen Jahren engagiere

ich mich dort, mit Sponsoring und

Repräsentation. „Die wahre Begeisterung

ist aber erst entstanden, als ich mit meiner

Frau heuer im Frühjahr die Ausgrabungen

live gesehen haben. Es ist wirklich

beeindruckend, was dort geleistet

wurde und wird. Generell ist die Türkei

ein sehr interessantes Land, in jeder Hinsicht.

Von der Megacity Istanbul über

wirklich sehr schöne Bereiche an der Mittelmeerküste

bis zu sehr spannenden

Stätten im Landesinneren.“ Bei all seiner

Begeisterung für Ephesos verliert Hesoun

nicht den Blick auf die gesamte Region:

„Ich möchte die anderen osteuropäischen

Länder nicht vernachlässigen, ich

kenne diese aber einfach noch zu wenig.“

Seine Lieblingsurlaubsregion findet

sich woanders. „Ich bevorzuge Italien als

Urlaubsland, Österreich steht ebenso auf

dem Programm. Wir machen jedes Jahr

einige Tage Urlaub in Kärnten und Tirol,

Foto: Siemens, Albert Klebel

keine langen Urlaube. Wir entspannen

eher tageweise oder über ein verlängertes

Wochenende. Da ist Österreich

höchst attraktiv, zum Skifahren sowieso,“

gibt Hesoun Einblick in seine Freizeitgestaltung.

Auf Österreich und Wien hält er

auch aus einem anderen Grund große

Stücke. „Ich liebe Schnitzel. Es ist zwar

ungesund, aber es schmeckt, leider“

lacht der 50jährige. „Wenn ich von einer

Reise zurückkomme, ist das erste, was

ich mir genehmige, ein heimisches

Schnitzerl.“ Wird er auch selber in der

Küche aktiv? „Ich koche nicht selber. Das

mute ich niemandem zu, auch mir nicht.

Ich bin ein reiner Konsument“, gesteht

der Techniker.

In seiner Freizeit ist Hesoun nicht nur

passiver Konsument. „Wir unternehmen

sehr viel, ich bin gerne mit meiner Familie

zusammen. Ich spiele ein bisschen

Tennis, gehe gern skifahren, aus Zeitgründen

bin ich weder Jäger noch

Golfer. Wenn man den Sport ordentlich

betreibt, braucht man Zeit. Und ich

wüsste nicht, woher ich die nehmen soll.

Ich bewundere viele Kollegen, was die

alles in ihrer knappen Freizeit unterbringen.

Ich bin da vielleicht nicht gut genug

organisiert“, meint der Siemens-Chef

schmunzelnd. „Mir ist das private Umfeld

als Rückzugszone wichtig. Ich muss

nicht ständig 200 % oder Höchstgeschwindigkeit

fahren.“ Auch Distanz

spielt für Hesoun eine wichtige Rolle.

„Ich neige nicht zum täglichen Verhabern.

Mir ist ein ordentliches Gesprächsklima

wichtiger als die vielerorts

gelebte Bussi-Bussi-Gesellschaft. Die ist

nicht meine.“ Distanziertheit ist eine Eigenschaft,

die ihn als Wassermann kennzeichnet.

Sonst verbindet ihn nicht viel

mit seinem Horoskop, zur Astrologie

hat er keinen Bezug. „Man kann den

Geburtstermin heute von Ärzten und

Wochenenddiensten abhängig machen.

Da sind Sternzeichen nur mehr relativ.“

Die Sonnenseiten des Wassermanns

sieht er trotzdem gern: unabhängig, erfinderisch,

witzig, pointiert, originell. „Das

klingt alles sehr positiv. Die Schattenseiten

lesen Sie mir bitte aber jetzt nicht

vor“, lacht er. Wenig hält er auch von Karriereplanung.

„Wenn mir jemand sagt,

dass er im Alter von 20 Jahren gewusst

hat, wo er mit 50 steht, dann ist er unterbezahlt.

Diese Wahrsagerkenntnisse

sollte er besser vermarkten. Man muss

vernünftig agieren, dann entwickeln sich

die Dinge. Es gehört aber auch der Mut

dazu, gewisse Risken einzugehen. Damit

man sich nicht fünf Jahre später ärgert,

es nicht probiert zu haben.“ Über sein

bisheriges Leben zieht Wolfgang Hesoun

eine positive Bilanz. „Ich glaube nicht,

dass ich etwas versäumt oder nicht getan

habe. Aber was weiß man?“ ı

NUMMER 3| OKTOBER 2010 5


echt&steuer

Neue Zuständigkeiten

Mit 1. 7. 2010 trat das neue Abgabenverwaltungsorganisationsgesetz (AVOG) 2010

in Kraft, das die Zuständigkeiten der Finanzämter teilweise neu regelt.

Bisher waren die Zuständigkeiten der

Behörden für die Erhebung der einzelnen

Abgaben in verschiedenen Gesetzen geregelt.

Einerseits waren die Bestimmungen

des Abgabenverwaltungsorganisationsgesetzes

(AVOG) in der geltenden

Fassung samt seiner Verordnungen zu

beachten. Andererseits fanden sich Regelungen

in der Bundesabgabenordnung

(BAO). Im AVOG 2010 sollen sämtliche

Zuständigkeitsbestimmungen aus

AVOG und BAO zusammengeführt werden.

Durch die Neukodifizierung samt

neu erlassener Durchführungsverordnung

soll den Rechtsanwender/innen die

einfache Feststellung der für sie zuständigen

Abgabenbehörde ermöglicht werden.

Ziel ist laut den Erläuterungen, ein

höheres Maß an Rechtsicherheit und

Rechtssrichtigkeit zu erreichen und Verfahrensfehler

infolge Unzuständigkeit der

Behörde durch die klarere Neuregelung

weitestgehend zu vermeiden.

Das AVOG 2010 gliedert sich in vier

Teile. Der 1. Teil enthält allgemeine Bestimmungen.

Im 2. Teil befinden sich die

dem Bundesministerium für Finanzen

obliegenden Aufgaben und Befugnisse.

Der 3. Teil regelt die Zuständigkeit der

Abgabenbehörden erster Instanz (Finanzämter

und Zollämter). Der 4. und

letzte Teil beinhaltet Inkrafttretens-, Übergangs-

und Schlussbestimmungen.

Einen Überblick zu den Zuständigkeiten

gibt folgende Information der Wirtschaftskammer

Österreich (Quelle:

www.wko.at):

WELCHES FINANZAMT IST SEIT DEM

1. 7. 2010 WOFÜR ZUSTÄNDIG?

Wohnsitzfinanzamt

Seit dem 1. 7. 2010 ist für unbeschränkt

einkommensteuerpflichtige natürliche

Personen ausschließlich das Wohnsitzfinanzamt

(Finanzamt mit allgemeinem

Aufgabenbereich) zuständig. Hat der

Steuerpflichtige mehrere Wohnsitze im

Bereich verschiedener Finanzämter, so

gilt als Wohnsitzfinanzamt jenes, in dessen

Bereich er sich überwiegend aufhält.

Das Wohnsitzfinanzamt erledigt unter

anderem die Erhebung

” der Einkommensteuer bei

unbeschränkter Steuerpflicht

” der Umsatzsteuer

” der Lohnabgaben

” der Kammerumlage.

Aus wichtigem Grund kann der Abgabepflichtige

beantragen, dass die Zuständigkeit

vom Wohnsitzfinanzamt auf

ein anderes Finanzamt delegiert wird,

das sich im Bereich einer seiner Betriebsstätten

befindet. Ein wichtiger

Grund wäre zum Beispiel eine größere

Entfernung zwischen Wohnsitzfinanzamt

und Betrieb.

Betriebsfinanzamt

Das Betriebsfinanzamt ist seit dem 1. 7.

2010 nur mehr für Personengesellschaften

(z. B. OG, KG, GesbR, etc.) und für

Körperschaften (z. B. GmbH, AG, Verein,

etc.) zuständig. Maßgeblich ist der

Ort der Geschäftsleitung.

Bei Personengesellschaften erledigt

das Betriebsfinanzamt (Finanzamt mit

allgemeinem Aufgabenbereich) unter

anderem

” die Erhebung der Umsatzsteuer

” die Erhebung der Lohnabgaben

” die Erhebung der Kammerumlage

” die Feststellung der Einkünfte aus

Personengesellschaften.

Bei Körperschaften ist das Betriebs -

finanzamt unter anderem zuständig für

die Erhebung

” der Körperschaftsteuer

” der Umsatzsteuer

” der Lohnabgaben

” der Kammerumlage

” sonstiger Abzugsteuern (z. B. KESt).

Bei Körperschaften ist neben der örtlichen

auch die sachliche Zuständigkeit

zu beachten. Nur für kleine und mittelgroße

GmbH und Vereine sind die

Finanzämter mit allgemeinem Auf gabenbereich

zuständig. Alle anderen Körperschaften

sind den „KöSt-Finanzämtern“

zugeteilt.

Diese Finanzämter mit erweitertem

Aufgabenbereich sind das Finanzamt

Wien 1/23, wenn sich der Sitz der

Gesellschaft im Bereich Wien, NÖ,

Burgenland befindet, ansonsten die

Finanzämter Linz, Salzburg-Stadt, Graz-

Stadt, Klagenfurt, Innsbruck und Feldkirch

für Körperschaften mit Sitz in dem

jeweiligen Bundesland.

Lagefinanzamt

Das Lagefinanzamt ist seit dem

1. 7. 2010 für Personengemeinschaften

(Hausgemeinschaften) zuständig, die

Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung

erzielen. Das Lagefinanzamt ist jenes,

in dessen Bereich sich das Grundstück

bzw. der wertvollste Teil des

Grundstücks befindet.

Die Zuständigkeit betrifft

” die Feststellung der Einkünfte

aus Vermietung und Verpachtung

unbeweglichen Vermögens

” die damit zusammenhängende

Erhebung der Umsatzsteuer

” die Feststellung der Einheitswerte

im Sinne des Bewertungsgesetzes.

Beschränkte Steuerpflicht

Neu ist, dass nun die Finanzämter mit

erweitertem Aufgabenkreis („KöSt-

Finanzämter“) auch für die Erhebung

6 Leas•mich


Post für das Finanzamt; aber welche

Abgabenbehörde ist für mich zuständig?

der Einkommensteuer, Körperschaftsteuer

und Umsatzsteuer bei beschränkt

steuerpflichtigen (sowohl natürlichen als

auch juristischen) Personen sachlich zuständig

sind. Die örtliche Zuständigkeit

richtet sich dabei danach, im Bereich

welchen Finanzamts sich unbewegliches

Vermögen des Abgabepflichtigen

befindet. Hat der Abgabepflichtige im

Inland kein unbewegliches Vermögen,

ist der letzte Wohnsitz (Sitz) des Abgabepflichtigen

maßgeblich. Ist auch dies

nicht gegeben, ist jenes Finanzamt zuständig,

das vom abgabepflichtigen

Sachverhalt zuerst Kenntnis erlangt.

Wenn sogenannte „Anbringen“, wie

z. B. Steuererklärungen, Stundungsansuchen,

Berufungen, etc. irrtümlicherweise

beim unzuständigen Finanzamt

eingebracht werden, ist dieses Finanzamt

zwar verpflichtet, den Antrag an das

zuständige Finanzamt weiterzuleiten.

Hinsichtlich der Einhaltung von allfälligen

Fristen erfolgt dies jedoch auf

Gefahr des Steuerpflichtigen. Der Antrag

gilt also erst dann als eingebracht, wenn

dieser beim richtigen Finanzamt einlangt.

Hier sieht das neue AVOG 2010 eine

kleine Erleichterung vor. Unter der

Voraussetzung, dass in einem Anbringen

das tatsächlich zuständige Finanzamt

genau bezeichnet wird, kann der

Antrag auch bei einem nicht zuständigen

Finanzamt fristenwahrend eingebracht

werden. Diese Begünstigung

bringt effektiv nur dann einen Vorteil,

wenn z. B. jemand einen Antrag persönlich

bei einem anderen Finanzamt

abgeben möchte, weil sein für ihn zuständiges

Finanzamt zu weit entfernt ist.

Aber Achtung: Ansuchen, die die Abgabenvollstreckung

betreffen (z. B. Zahlungserleichterungsansuchen),

sind von

dieser Regelung ausgenommen!

Alle betroffenen Steuerpflichtigen

werden bzw. wurden bereits von der

Aktenabtretung vom neu zuständigen

Finanzamt informiert. Bis 30. Juni 2011

gibt es eine Toleranzregelung, wenn ein

Steuerpflichtiger ein Anbringen beim unzuständigen

Finanzamt einreicht, weil er

über den Zuständigkeitsübergang von

der Abgabenbehörde nicht rechtzeitig

informiert wurde. In diesem Fall gilt die

Einreichung beim bisher zuständigen

Finanzamt als fristenwahrend. Mit dem

Wechsel der Finanzamtzuständigkeit

erhält der Steuerpflichtige eine neue

Steuernummer, die UID-Nummer bleibt

jedoch unverändert erhalten.

Finanzpolitische Abteilung der WKW

BETRUGSBEKÄMPFUNGSGESETZ

UND FINANZSTRAFGESETZ-

NOVELLE 2010 IM ENTWURF

Die Entwürfe sehen unter anderem Änderungen

im Einkommen- und Körperschaftsteuergesetz

vor. Im Bereich der

Einkommensteuer ist eine Auftraggeberhaftung

für Lohnabgaben im Baugewerbe

– ähnlich der Haftung für Sozialabgaben

– vorgesehen, aber auch sonstige Bestimmungen

zur Intensivierung der Bekämpfung

der Schwarzarbeit bzw. sonstiger

Betrugsfälle, wie eine zeitnahe Datenübermittlung

der Sozialversicherungen

zu den Finanzbehörden und Mitteilungsverpflichtungen

bei Auslandszahlungen.

Im Finanzstrafgesetz wird mit dem

„Abgabenbetrug“ ein neuer Tatbestand

normiert, teilweise mit verschärften Strafsanktionen

verbunden. Laut den Erläuterungen

sollen vorsätzliche Finanzvergehen,

die mit besonderer krimineller

Energie begangen werden, mit einer

entsprechenden Strafdrohung sanktioniert

werden. Geplant ist daher zum Beispiel

bei bandenmäßigen Abgabenhinterziehungen

oder bei Abgabenbetrug,

sofern dieser in die Gerichtszuständigkeit

fällt, primär eine Freiheitsstrafe zu

verhängen. Die geplanten Änderungen

sollen mit 1. 1. 2011 in Kraft treten, der

endgültige Gesetzesbeschluss bleibt jedenfalls

abzuwarten. ı

NUMMER 3| OKTOBER2010 7


” das Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung:

entspricht dem bisherigen

Ausgleichsverfahren; unter Aufsicht

eines Sanierungsverwalters;

Mindestquote 30 %, zahlbar in höchstens

zwei Jahren.

Bereits mit Antrag auf Eröffnung eines

Sanierungsverfahrens muss der Schuldner

einen Sanierungsplan vorlegen; ein

späterer „Umstieg“ von einem Konkursverfahren

auf ein Sanierungsverfahren

ist nicht mehr möglich (siehe Grafik „Insolvenzverfahren“).

Durch die Zusammenfassung des

Konkurs- und Ausgleichsverfahrens in

einem Gesetz war es geboten, einen

Überbegriff für die einzelnen Verfahrensarten

einzuführen. Hierfür bot sich

der Begriff des Insolvenzverfahrens an.

Die Vereinheitlichung der einzelnen Verfahren

in einer gemeinsamen Insolvenzordnung

bringt es mit sich, dass die bisher

aufgrund der Trennung zwischen

Konkurs- und Ausgleichsverfahren gewohnten

unterschiedlichen Begriffe in

eine neue einheitliche Nomenklatur geändert

werden. Das heißt, dass in Zukunft

nicht mehr von den Konkurs- und

Ausgleichsgläubigern, sondern einheitlich

von Insolvenzgläubigern gesprorecht&steuer

Insolvenzrecht neu!?

Das Insolvenzrechtsänderungsgesetz (IRÄG 2010)

erlebt seine erste Bewährungsprobe. Ist nun tatsächlich

alles neu oder primär Altes in neuer Verpackung

– ein Überblick von Mag. Stefan Piechl,

Rechtsabteilung der Raiffeisen-Leasing.

Es handelt sich dabei um die umfassendste

Reform des Insolvenzrechtes

seit knapp 100 Jahren. Die vom Gesetzgeber

mit der Reform verfolgten Ziele

sind äußerst ambitioniert, nämlich:

Unternehmen vom Makel des Scheiterns

zu befreien, ihre Sanierungschancen zu

erhöhen, Konkursverschleppungen zu

verhindern, Konkursabweisungen mangels

Masse zurückzudrängen sowie die

Verfahrensstrukturen zu vereinfachen

und zu modernisieren. Im Folgenden

werden die wesentlichsten Änderungen

kurz vorgestellt.

Kernstück des IRÄG 2010 ist die Insolvenzordnung

(IO). Die Insolvenzordnung

schafft erstmals ein einheitliches

Insolvenzverfahren und beseitigt die

bisherige Doppelgleisigkeit zwischen

Konkurs und Ausgleich. Die bisherige

Ausgleichsordnung wurde aufgehoben;

die Konkursordnung dagegen entsprechend

ergänzt und in Insolvenzordnung

umbenannt.

Sanierungsvefahren mit

Eigenverwaltung

(Aufsicht durch

Sanierungsverwalter)

Mindestquote: 30 %

Ersetzt das

Ausgleichsverfahren

Unternehmensfortführung

INSOLVENZVERFAHREN

Sanierungsvefahren ohne

Eigenverwaltung

(Masseverwalter)

Mindestquote: 20 %

Ersetzt den

Zwangsausgleich

Unternehmensfortführung

Bisher unterschied man zwischen folgenden

drei Verfahrensarten:

” Konkursverfahren

(gemäß Konkursordnung)

” Zwangsausgleich

(gemäß Konkursordnung)

” Ausgleichsverfahren

(gemäß Ausgleichsordnung)

Auch nach der Insolvenzordnung bleibt

es grundsätzlich bei diesen drei Verfahrensarten.

Diese werden jedoch zum Teil

umbenannt und – wie bereits erwähnt –

in einem einheitlichen Gesetz geregelt.

Die (neuen) Verfahrensarten sind:

” das Konkursverfahren: wie bisher.

” das Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung:

entspricht dem bisherigen

Zwangsausgleich; Verfügungs be fugnis

nur durch Masseverwalter; Mindestquote

20 %, zahlbar in höchstens

zwei Jahren;

Konkursverfahren

(Masseverwalter)

Betriebseinstellung und

Vermögensverwertung

8 Leas•mich


„Das IRÄG 2010 stellt vordergründig eine

umfassende Reform des Insolvenzrechtes

dar. Gravierende inhaltliche Änderungen

sind jedoch ausgeblieben.“

chen wird. Das zuständige Gericht wird

zum Insolvenzgericht und der Gemeinschuldner

zum schlichten Schuldner.

Betreffen Regelungen alle drei Verfahren

gleichermaßen, spricht man vom Insolvenzverwalter.

Befindet sich der Schuldner

im Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung,

so wird der Insolvenzverwalter

als Sanierungsverwalter, in den

Fällen des Konkursverfahrens bzw. des

Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung

zur leichteren Unterscheidung

seiner Kompetenzen nach wie vor als

Masseverwalter bezeichnet (siehe Tabelle).

Neben der Schaffung einer übersichtlichen

Verfahrensstruktur zielt die

Insolvenzordnung vor allem darauf ab,

Unternehmenssanierungen zu erleichtern

und dem insolventen Unternehmen

das Weiterarbeiten zu ermöglichen. Zur

Erreichung dieses Ziels hat der Gesetzgeber

bereits bestehende Beschränkungen

von Gläubigerrechten ausgeweitet

sowie neue Schranken eingeführt.

Hier eine Auswahl:

Verlängerung der „Sperrfrist“ (§ 11 IO)

Die exekutionshemmende Frist wird von

90 Tagen auf sechs Monate verdoppelt.

Das heißt, dass Absonderungs- und

Aussonderungsgläubiger, wenn die Erfüllung

die Fortführung des insolventen

Unternehmens gefährden könnte, innerhalb

der Frist ihre Ansprüche nicht

durchsetzen können. Mit anderen Worten,

der Gläubiger hat frühestens nach

sechs Monaten die Möglichkeit, das ihm

gehörende Objekt aus der Insolvenzmasse

„herauszuholen“ bzw. Befriedigung

zu erlangen. Auf die Sperrfrist kann

sich ein Insolvenzverwalter nur dann

nicht berufen, wenn durch die Nicht-Herausgabe

die Gefahr eines schweren

persönlichen oder wirtschaftlichen

Beispiele für neue Bezeichnungen

ALT

Gemeinschuldner

Konkursverfahren

Ausgleichsverfahren

Konkursgläubiger

Ausgleichsgläubiger

Masseverwalter

Ausgleichsverwalter

Konkursgericht

Ausgleichsgericht

Nachteils für den Gläubiger bestünde,

z. B. wenn er durch die nicht rechtzeitige

Verwertung der Maschine ansonsten

selbst insolvenzgefährdet wäre.

Die Sperrfrist von sechs Monaten

stellt den maximalen Zeitrahmen dar, innerhalb

dessen über die Fortführung

des Unternehmens endgültig zu entscheiden

ist. Diese Frist steht auch im

Gleichklang mit der maximalen Frist zur

Auflösungssperre von Verträgen.

Beispiel:

Eine Maschine wurde mittels Leasing

finanziert. Über das Vermögen des

Leasingnehmers wird ein Insolvenzverfahren

eröffnet. Wenn nun der Leasinggeber

als Eigentümer der Maschine sein

Aussonderungsrecht geltend macht,

kann der Insolvenzverwalter einwenden,

dass dadurch der Fortbestand des Unternehmens

gefährdet ist. Somit bliebe

die Maschine für die maximale Dauer

von sechs Monaten ab Insolvenzeröffnung

weiterhin beim Leasingnehmer.

Gleichzeitig ist aber der insolvente

NEU

Schuldner

Insolvenzverfahren

Insolvenzgläubiger

Insolvenzverwalter

Insolvenzgericht

NUMMER 3| OKTOBER2010 9


echt&steuer

Leasingnehmer verpflichtet, die Leasingraten

für die Zeit der Nutzung ordnungsgemäß

zu bezahlen.

Vertragsauflösungssperre (§ 25a IO)

Verträge können bis zum Ablauf von

sechs Monaten nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens

durch den Vertragspartner

des Schuldners nur mehr aus

wichtigem Grund aufgelöst werden.

Keine wichtigen Gründe sind eine Verschlechterung

der wirtschaftlichen Situation

des Schuldners oder ein Verzug

des Schuldners vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens.

Die Ausübung eines

ordentlichen Kündigungsrechts wird damit

ausgeschlossen. Voraussetzung ist

jedoch, dass eine Vertragsauflösung entweder

die Fortführung des insolventen

Unternehmens gefährden würde oder

die Auflösung des Vertrages zur Abwendung

schwerer persönlicher oder

wirtschaftlicher Nachteile des Vertragspartners

unerlässlich ist.

Die Beschränkung des § 25a IO gilt

jedoch nicht bei Auflösung von Verträgen

vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens

bzw. auch nicht auf vor Eröffnung

des Insolvenzverfahrens ausgesprochene

Kündigungen, welche erst während

des Insolvenzverfahrens wirksam

werden. Gerät der Schuldner während

der sechsmonatigen Sperrfrist neuerlich

in Verzug, kann der Vertrag aber sehr

wohl aufgelöst werden.

Die Vertragsauflösungssperre gemäß

§ 25a IO gilt nicht bei Ansprüchen auf

Auszahlung von Krediten sowie bei

Arbeitsverträgen. Für Letztere gibt es im

§ 25 IO Sonderbestimmungen.

Unzulässigkeit von Vertrags -

auflösungsklauseln (§ 25b IO)

In Verträgen durchaus übliche Klauseln,

wonach der Fall der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens

einen Kündigungsoder

Vertragsauflösungsgrund darstellt,

sind unzulässig. Zu beachten ist, dass

diese Bestimmung auch auf Vereinbarungen

anzuwenden ist, die vor dem

1. 7. 2010 abgeschlossen wurden.

Das heißt, einen bestehenden Vertrag

zu beenden, weil der Vertragspartner insolvent

geworden ist, ist nicht mehr

möglich.

Aufschiebung der Räumungsexekution

(§ 12c IO)

Die Räumung von Betriebsräumlichkeiten

des Schuldners wegen Mietzinsrückständen

aus der Zeit vor Eröffnung

des Insolvenzverfahrens ist eingeschränkt.

Kein Kündigungsrecht

des Bestandgebers (§ 23 IO)

Das außerordentliche Kündigungsrecht

bei Bestandverträgen steht nur mehr

dem Insolvenzverwalter, nicht mehr dem

Bestandgeber zu.

Einschränkungen für die

Absonderungsgläubiger bei

den Zinsen (§§ 48 und 132 IO)

Grundsätzlich können von einem Gläubiger

nach der Insolvenzeröffnung keine

Zinsen im Laufe des Insolvenzverfahrens

geltend gemacht werden. Eine Ausnahme

hiervon stellt der Absonderungsgläubiger

dar, welcher sehr wohl in

dieser Phase Zinsen begehren kann.

Dieses Recht wurde jedoch eingeschränkt:

Bis zum Ablauf von sechs

Monaten nach der Insolvenzeröffnung

stehen dem Absonderungsgläubiger nur

die Zinsen zu, die bei vertragsgemäßer

Zahlung vereinbart waren bzw. mangels

Vereinbarung die gesetzlichen Zinsen.

Verzugszinsen können jedoch ausdrücklich

nicht mehr geltend gemacht

werden, was in der Praxis vor allem bei

Kreditverträgen, die mit Pfandrechten

besichert sind, Bedeutung haben wird.

Zweck der Insolvenzordnung ist, neben

der Erleichterung der Sanierung im Rahmen

eines Insolvenzverfahrens auch die

außergerichtlichen Sanierungen zu fördern.

Dazu wird die Anfechtbarkeit des

sogenannten Sanierungskredites eingeschränkt.

Unter einem Sanierungskredit

versteht man jede Art von Kreditierung

an ein von der Insolvenz bedrohtes Unternehmen

mit dem Zweck, die Insolvenz

doch noch abzuwenden.

Gemäß § 31 Abs. 1 Z. 3 IO ist eine Anfechtung

von Rechtshandlungen nur

dann möglich, wenn dem anderen Teil

die Zahlungsunfähigkeit oder der Insolvenzeröffnungsantrag

bekannt war oder

bekannt sein musste und der Eintritt eines

Nachteiles für die Insolvenzmasse

objektiv vorhersehbar war. Eine solche

objektive Vorhersehbarkeit liegt insbesondere

dann vor, wenn ein vorliegendes

Sanierungskonzept offensichtlich

untauglich (das heißt, die Untauglichkeit

lag auf der Hand) war.

Damit ist klargestellt, dass ohne ein

Sanierungskonzept jedenfalls das Risiko

einer Anfechtungsklage besteht. Der

Kreditgeber muss weiterhin die wirtschaftliche

Situation des Schuldners im

Auge behalten. Liegt jedoch – ex ante

betrachtet – zunächst ein tauglich erscheinendes

Sanierungskonzept vor,

dass sich erst später als untauglich herausstellt,

soll der Gläubiger neben dem

Kredit- nicht auch noch das Anfechtungsrisiko

tragen müssen.

FAZIT

Das IRÄG 2010 stellt vordergründig eine

umfassende Reform des Insolvenzrechtes

dar. Gravierende inhaltliche Änderungen

sind jedoch ausgeblieben; die

tatsächlichen Neuerungen halten sich in

Grenzen. Viele Bestimmungen der alten

Rechtslage sind inhaltlich unverändert

geblieben. Begrüßenswert ist die Schaffung

eines einheitlichen Insolvenzverfahrens.

Ob die hohen Ziele und der beabsichtigte

Zweck des Gesetzgebers,

nämlich die Sanierung in den Vordergrund

zu stellen und das „Stigma des

Scheiterns“ im Falle einer Insolvenz in

den Hintergrund zu rücken, damit tatsächlich

verwirklicht werden können,

bleibt abzuwarten. Klar ist jedenfalls,

dass die Rechte der Gläubiger in der Insolvenz

durch das neue Gesetz spürbar

eingeschränkt werden.

Mit dieser Novelle zum Unternehmensinsolvenzrecht

ist das Vorhaben

der Bundesregierung, das Insolvenzrecht

insgesamt zu reformieren, noch

nicht vollständig abgeschlossen. Es soll

nämlich auch der Konkurs für natürliche

Personen, der sogenannte „Privatkonkurs“,

reformiert werden. Auch hier ist

geplant, die Entschuldungsmöglichkeiten

für Privatpersonen zu erleichtern. Einen

konkreten Gesetzesentwurf dazu

hat aber die Bundesregierung – soweit

ersichtlich – noch nicht vorgelegt. ı

10 Leas•mich


kommentar

Kommunaloffensive der Raiffeisen-Leasing

Die Raiffeisen-Leasing ist bereits langjähriger Partner und Berater für

infrastrukturelle Investitionen von Bund, Ländern und insbesondere von

Gemeinden, die als unterste Verwaltungsebene des Staates wichtige Aufgaben

übernehmen. Beispielsweise als Schulerhalter, im Brandschutz-, Rettungs- und

Meldewesen, im Straßenbau und in der Straßenerhaltung, bei der örtlichen

Raumplanung oder der Verwaltung der Gemeindefinanzen.

MAG. KARLHEINZ SANDLER

Geschäftsführer der

Raiffeisen-Leasing

Foto: Kurt Keinrath

Beginnend mit Herbst 2008 intensivierte die Raiffeisen-

Leasing ihre Anstrengungen für die österreichischen Gemeinden

und die Kommunaloffensive ging mit den Schlagworten

„Beratung – Effizienz – Nachhaltigkeit“ in den Markt.

Selbst in der Krise konnte die Raiffeisen-Leasing mit Vertrauenswürdigkeit

und Zuverlässigkeit punkten.

So entstanden herausragende Referenzprojekte wie etwa

die Therme Amadé in Altenmarkt in Salzburg, die am

16. 10. 2010 eröffnet wurde. Durch die Zusammenarbeit über

die Gemeindegrenzen hinweg wurde eine Infrastruktur

geschaffen, die für die Region von höchster Bedeutung ist.

Oder der Thermenort Stegersbach, der mithilfe der Raiffeisen-

Leasing das Ortszentrum renovierte und nun in neuem Glanz

erstrahlt.

Auch wenn den Gemeinden als Immobilienbesitzer nicht

nur Schulen gehören, so bedürfen gerade diese inzwischen oft

dringend einer grundlegenden Sanierung. Man darf nicht

vergessen, dass viele Schulen bereits in den 70ern gebaut

wurden. Ein gelungenes Beispiel ist die Hauptschule Gmünd

in Niederösterreich, die sich seit dem Umbau über eine Energiereduktion

von 63 % freut – was einer Einsparung von rund

€ 403.000 in 20 Jahren entspricht! Zu dieser deutlichen Kosteneinsparung

wird weiters noch eine wesentliche ökologische

Verbesserung sichergestellt. Durch die Umsetzung der durchzuführenden

Arbeiten mit vorwiegend regionalen Unternehmen

konnte die Wertschöpfung in der Region sichergestellt

und ein Optimum an Effizienz erreicht werden.

Auch Amtshäuser werden teils neu gebaut oder saniert.

Ebenso stellt das verpflichtende Kindergartenjahr die Gemeinden

vor die Herausforderung, neue Gruppen zu schaffen,

womit meist Neubautätigkeit verbunden ist.

Nachhaltige, regionale Entwicklung ist ein Schlüsselfaktor

in der Gemeindepolitik. Raiffeisen-Leasing unterstützt die Verantwortlichen

bei der Umsetzung ihrer Ziele durch ihre Baulandreservenmodelle.

Grundstücksbereinigungen werden

durchgeführt und das Gebiet infrastrukturell erschlossen, bevor

die Grundstücke an die Zielkunden verkauft werden. Dabei

profitiert die Gemeinde von allfälligen Gewinnen.

Die Bewältigung der kommunalen Aufgaben ist in den letzten

Jahren zunehmend schwieriger geworden. Neben der offensichtlichen

Finanzknappheit sind Fragen der Kompetenzverteilung,

der Infrastrukturentwicklung, der Energieplanung,

der Priorisierung und der Umwelt- und Sozialverträglichkeit zu

klären. All dies erfordert ein komplexes, interdisziplinäres Zusammenwirken

eines hoch vernetzten Systems. Neue Formen

der Finanzwirtschaft sind zu entwickeln, um eine Vielzahl von

oft konfliktären Zielen auszubalancieren und zahlreichen

Restriktionen Rechnung zu tragen.

Aus diesem Grund haben sich PORR Solutions, Raiffeisen-

Leasing, Siemens sowie VASKO+PARTNER zusammengeschlossen

und die Initiative für eine neue Plattform, das Kommunalwirtschaftsforum,

ergriffen. Die vier Gesellschaften der

Initiatorengruppe sind bereits seit vielen Jahren national und

international tätig und konnten in ihren jeweiligen Geschäftsfeldern

umfassendes Know-how aufbauen. Nun ist es gelungen,

eine namhafte und international renommierte Referentengruppe

für das Kommunalwirtschaftsforum Krems 2011

zu begeistern, die die aktuelle Themen der öffentlichen Hand

ins Zentrum stellen, ihre Erfahrungen im Kontext des österreichischen

Marktes diskutieren und ihre Erfolgsbeispiele

präsentieren wird.

Das Kommunalwirtschaftsforum schafft die Möglichkeit,

Erfahrungen sowie Best Practice Beispiele vorzustellen und

Antworten auf die Bedürfnisse der öffentlichen Hand nach innovativen

Modellen zu diskutieren. Dieses Forum soll als

jährliche Veranstaltungsreihe installiert werden, die nachhaltig

dem Erfahrungsaustausch, Know-how-Transfer und dem

Networking dient. Damit soll ein wichtiger Beitrag für die langfristige

Zukunftsentwicklung kommunaler Strukturen geleistet

werden.ı

Kommunal

Wirtschafts

muna

Forum

Partnerschaft mit Zukunft

30.–31. März 2011

Kloster UND, Krems

www.kommunalwirtschaftsforum.at

NUMMER 3| OKTOBER 2010 11


coverstory


In den vergangenen vier Jahrzehnten hat

sich die Welt ein gutes Stück weitergedreht.

Viele Selbstverständlichkeiten, die aus unserem

heutigen Alltag nicht mehr wegzudenken sind,

wurden in diesen 40 Jahren erfunden und zur

Marktreife gebracht. Auch die Raiffeisen-Leasing

hat sich im Wandel der Zeit stetig weiterentwickelt

– vom Ein-Mann-Betrieb zu

einem der führenden Leasingunternehmen

mit rund 360 Mitarbeitern in Österreich.

Folgen Sie uns auf unserer

Tour durch die Dekaden!


coverstory

Die Raiffeisen-Leasing wurde 1970

als 100%ige Tochter der damaligen

Genossenschaftlichen Zentralbank

AG (GZB) und heutigen Raiffeisen

Zentralbank Österreich AG (RZB)

gegründet. Erfolgreich zu sein über einen

Zeitraum, in dem die Welt sich

scheinbar immer schneller dreht, ist eine

Leistung, die nur durch ständige Orientierung

an Kundenanforderungen und

gleichzeitiger Voraussicht an künftige

Entwicklungen zu erreichen ist. Dazu

braucht es neben soliden Managementfähigkeiten

und engagierten Mitarbeitern

eine vertrauensvolle Zusammenarbeit

mit den Gremien der Beiräte und Aufsichtsorgane.

Diese Grundsätze und

Nachhaltigkeit in allen Bereichen als gelebte

Unternehmenskultur waren die

Grundlage für die Expansion der Raiffeisen-Leasing

– vom Ein-Mann-Betrieb

zum Marktführer mit über 350 Mitarbeitern

in Österreich.

Doch zurück zu den Anfängen des

Leasings. 1970 mussten sich erst einmal

alle mit dem neuen Finanzierungs instrument

vertraut machen. So war die Suche

nach versiertem Personal keine leichte

Aufgabe. Mitarbeiter, die die Leasing -

geschichte von Beginn an mitgestalteten

Josef Binder, der als erster „hauptamtlicher“

Mitarbeiter aufgenommen wurde, sowie das

Immobilien-Leasingprojekt für die Firma Simsa.

– Pioniergesellschaften

waren die „Österreichische

Leasing“ und

die „AMG“ –, wurden

daher von den anderen

Instituten vom Fleck

weg engagiert. Wie

auch der spätere Prokurist

der Raiffeisen-Leasing,

Josef Binder, der

als erster „hauptamtlicher“

Mitarbeiter aufgenommen

wurde. Eine der wichtigsten

Aufgaben Binders war die Zusammenstellung

eines kleinen, schlagkräftigen

Teams. Zwei der Leasingprofis der allerersten

Stunde sind bis heute für die

Raiffeisen-Leasing tätig: Ingrid Winkelbauer

in der Abwicklungsabteilung und

der Leiter der Landesgeschäftsstelle von

Salzburg, Reinhold List, der gleich nach

der Schule bei der Raiffeisen- Leasing

anheuerte und vornehmlich für die Kfz-

Sparte zuständig war.

Von diesen drei Mitarbeitern wurden

alle Bereiche – Vertrieb, Verwaltung, Vertragserstellung,

Kfz-Einzug und Verwertung

und das Mahnwesen – abgedeckt.

Einquartiert waren die drei Mitarbeiter in

einem kleinen Zimmer in der Herrengasse

1, nur durch eine gläserne Trennwand

von den Büros der GZB abgeteilt.

1979, als die Raiffeisen-Leasing in

größere Räumlichkeiten Am Salzgries

15 übersiedelte, wurde erstmals auch

die Buchhaltung intern gemacht.

Noch bis Ende der 70er-Jahre sah

man das ergiebigste Betätigungsfeld im

Mobilien- und Kfz-Bereich. Der erste

Großkunde war übrigens die Flughafen

Wien Betriebsgesellschaft, die im Jahr

1976 ein Finanzierungsvolumen von

100 Millionen Schilling für die Anschaffung

von Spezialbussen mit der Raiffeisen-

Leasing abwickelte. Die zahlreichen weiteren

Möglichkeiten, die Leasing bot,

erkannte man erst sukzessive. 1979

wurde der erste Fuhrparkkunde, die

Installationsfirma Kopp, akquiriert,

obwohl dieses Geschäftsfeld offiziell

erst in den 90er-Jahren begründet

wurde. Im selben Jahr wurde auch

der erste Immobilien-Leasingvertrag

mit der Wiener Holzhandelsgesellschaft

Raoul Baillou abgeschlossen.

Die Raiffeisen-Leasing hatte im

Jahre 1980 das Herzstück des neuen

Betriebsgeländes der Holzhandelsfirma

Baillou, eine fast 4.000 Quadratmeter

große Halle, finanziert.

14 Leas•mich


ereitete Mag. Franz

1980 Hagen, bislang Leiter

des Bereichs Immobilien-Leasing,

die Gründung der Raiffeisen-Rent

vor und wurde neben Mag. Peter

Kohout und Dr. Leo Pötzelberger

mit der Geschäftsführung betraut.

Deren ursprünglicher Bereich waren

Beteiligungsfinanzierungen,

die den Firmen Risikokapital zur

Verfügung stellten und den privaten

und institutionellen Investoren

steuerbegünstigte Vermögensveranlagungen

verschafften. Ein gut

gehender Geschäftszweig, wie die Zahlen

belegen: 78 Publikumsbeteiligungen,

vornehmlich an Fremdenverkehrsprojekten

und teilweise im Rahmen von

Leasingfonds mit einem Beteiligungs volumen

von rund ATS 2,5 Mrd. (€ 182 Mio.),

wurden in der Gesellschaft, die 1990 mit

der Raiffeisen-Leasing zusammengeführt

wurde, realisiert. Das Interesse der

Investoren an Beteiligungen war damals

enorm. Von der Raiffeisen-Rent – mittlerweile

eine 100 %-Tochter der Raiff -

eisen-Leasing – werden die noch laufenden

Beteiligungen ausverwaltet.

Im Jahr 1982 wurde die erste Immobilien-Leasing-Tochterfirma

„RIL“ Raiffeisen-Immobilien-Leasing

GmbH gegründet.

Einer der größten Abschlüsse

war 1984 ein Leasingvertrag für drei Druckereimaschinen

mit dem Kurier-Verlag.

Es ging immerhin um ein Finanzierungsvolumen

von ATS 360 Mio. (€ 26 Mio.).

Auch in den anderen Sparten ging

es für die Raiffeisen-Leasing steil bergauf.

Neben dem Immobilien-Leasing

wurde das Kfz-Geschäft

weiter forciert.

Die mittlerweile

in Österreich

am weitesten verbreitete

Leasingsparte

war ein ausgesprochener

Spätzünder.

Das klein -

volumige Kfz-Leasing

– große Anzahl

an Verträgen mit

durchwegs geringen

Anschaffungswerten

– erforderte bereits

eine gewisse Struktur in der Administration.

Anfangs war es schwierig, renommierte

Partner zu finden. Die erste Absatzkooperation

im Kfz-Geschäft war

1979 das Autohaus Baumkirchner &

Colloredo, schon bald folgten weitere

Kooperationen. Damit begann die Trendwende.

Heute ist es so, dass die Autohäuser

auf ein attraktives Leasingpaket

nicht mehr verzichten können, um die

Erwartungen des Kunden nach einem

kompletten Angebot vom Auto bis zur

Finanzierung zu erfüllen.

Mitarbeiterinnen im Büro in der Jacquingasse 16–18,

1030 Wien, sowie der Briefkopf eines Leasingvertrages.

Zentralverwaltungsgebäude

und Lagerhalle der Firma

INKU in Klosterneuburg:

Hier hat die Raiffeisen-Leasing

nicht nur die Finanzierungsberatung

übernommen,

sondern auch die kaufmännische

Bauabwicklung

und die Vertragsverwaltung

durchgeführt.

Die Gesellschaft

wuchs weiter – im Jahr

1985 beschäftigte die

Raiffeisen-Leasing bereits

53 Mitarbeiter. Drei

Jahre zuvor begann ihre

Expansion in die Bundesländer. Fast in

Jahresabständen wurden Geschäftsstellen

in allen Landeshauptstädten eingerichtet.

1984 wurde in Tirol im Zuge

dessen das erste Kommunal-Leasingprojekt

realisiert. Im Jahr 1987 kam es

schließlich zur Gründung der „Leasing

neu“, der Raiffeisen-Leasing GmbH. Die

RZB, bis zu diesem Zeitpunkt alleiniger

Eigentümer der Raiffeisen-Leasing, zog

sich auf eine 25 %-Beteiligung zurück,

neue Mehrheitseigentümer wurden mit

75 % die Raiffeisen-Landesbanken. Die

Raiffeisen-Leasing wurde neben der

Raiffeisen Bausparkasse und der Raiffeisen

Versicherung zur dritten bedeutenden

Sektorgesellschaft.

NUMMER 3| OKTOBER 2010 15


coverstory

übersiedelte die Raiffeisen-

1991Leasing in das RZB-Gebäude

am Stadtpark. Von hier aus erfolgte

eine weitere Expansion über die

Grenzen Österreichs hinaus. 1992 wurde

die erste Niederlassung in Bratislava gegründet,

1993 folgte Budapest, 1994

Prag. Die Raiffeisen-Leasing war 50%-

Gesellschafter an allen Auslandstöchtern,

bis die 1997 gegründete Raiffeisen-Leasing

International (RLI), an der

die RZB und die Raiffeisen-Leasing beteiligt

sind, ein Jahr später deren Anteile

übernahm. 1998 folgte eine Niederlassung

in Warschau, 1999 wurde eine weitere

in Zagreb eröffnet und 2000 eine in

Moskau. Heute ist Raiffeisen-Leasing in

beinahe sämtlichen zentral- und osteuropäischen

Ländern vertreten.

Der geografischen Ausdehnung

folgte die Erweiterung der Produktpalette.

Nach dem ersten erfolgreichen

Kommunal-Leasingprojekt in Aurach erkannte

die Raiffeisen-Leasing rasch das

Potenzial, das in dieser Sparte steckt. In

der Folge wurden in den Bundesländern

Tirol, Vorarlberg, Steiermark, Oberösterreich

und Burgenland eigene Kommunal-Leasinggesellschaften

gegründet, an

denen die Raiffeisen-Leasing beteiligt

ist. Der große Durchbruch für Kommunal-Leasing

war schließlich der EU-Beitritt

im Jahr 1995 und die damit einhergehenden

strengen Maastrichtkriterien,

die kommunale Leasinginvestitionen besonders

attraktiv machten.

Der denkmalgeschützte Demel ist ein Haus,

das die Geschichte der Stadt Wien in sich

trägt. Die Renovierung im Jahr 1995 war eine

echte Herausforderung für die Arbeitsgemeinschaft,

der auch die Raiffeisen-Leasing

angehörte.

Der Leasingboom führte zur Entwicklung

einer Reihe von Dienstleistungen. In

weiterer Folge bot die Raiffeisen-Leasing

Kommunen auch individuelle Komplettlösungen

an. In Zusammenarbeit mit der

niederösterreichischen Marktgemeinde

Maria Enzersdorf realisierte die Raiffeisen-Leasing

gemeinsam mit der VA

TECH ELIN EBG unter dem Arbeitstitel

„Generalsanierung 2000“ die gesamte

öffentliche Orts- und Straßenbeleuchtung.

Daneben wurden verstärkt

Baumanagement-Leistungen angeboten.

Eine Weiterentwicklung in Richtung

Eigenprojekte – die Errichtung und Finanzierung

exklusiver Wohnungsanlagen,

Einkaufs- und Fachmarktzentren

etc. – war der nächste logische Schritt.

Neben dem Immobilien-Leasing wurden

auch Facility- und Operating-Leasing sowie

Mietmodelle angeboten.

Umfassender Service hat auch im

Kfz-Bereich an Bedeutung gewonnen.

1995 wurde der erste Fuhrparkmanagement-Vertrag

abgeschlossen, eine zeitund

geldsparende Dienstleistung, die

nicht nur von Großbetrieben intensiv genutzt

wird.

Mit den Jahren hat sich der Markt

massiv verändert. Das in der Frühzeit

relativ teure Leasing konnte zwar bereits

damals mit steuerlichen und betriebswirtschaftlichen

Vorteilen punkten,

wurde aber vor allem von Betrieben genutzt,

die aufgrund ihrer schwachen Bonität

keinen Kredit bekamen, und weniger,

so wie heute, vom Mittelstand und

den großen Unternehmen.

Im Kfz-Leasing galten hingegen

schon vor 40 Jahren dieselben Argumente,

die noch heute Gültigkeit haben:

flexible Vertragsgestaltung und günstige

monatliche Raten durch kalkulierte Restwerte.

In den Jahren der heimischen „Luxussteuer“

von 1978 bis 1981 war Leasing

überhaupt unwiderstehlich. Doch

auch als die 32%-Steuer, die für Leasingverträge

nicht anwendbar war, endlich

zu Grabe getragen wurde, war der

Boom nicht mehr aufzuhalten. Dem zuvor

üblichen Kreditantrag wurde immer

öfter ein Leasingvertrag vorgezogen.

1994 wurde das erste Eigenprojekt

der Raiffeisen-Leasing umgesetzt, das

Einkaufszentrum „vez“ in Villach, und in

der niederösterreichischen Marktgemeinde

Maria Enzersdorf realisierte die Raiffeisen-

Leasing im Jahr 2000 das erste öffentliche

Orts- und Straßenbeleuchtungsprojekt.

16 Leas•mich


Foto: Irene Schanda

Die Raiffeisen-Leasing erweitert

kontinuierlich ihr Geschäftsfeld.

Als Mag. Peter Engert 2001 als

Sprecher der Geschäftsführung zum Unternehmen

stieß, gab es eine Bestandsaufnahme

des bereits Erreichten: seit

über 30 Jahren einer der Marktführer

Österreichs, seit den 90ern Top-Player in

den zentral- und osteuropäischen Ländern,

hohe Reputation, vor allem bei Firmenkunden,

wie auch eine Umfrage des

Marktforschungsinstituts CONSENT unter

500 österreichischen Unternehmen

bestätigte.

Die weitere Strategie für die Zukunft

lautete: Herausarbeiten der bereits entwickelten

Stärken, ungenutztes Potenzial

identifizieren, Know-how über zusätzliche

Mitarbeiter zu generieren. Ganz

nebenbei wurden 130 weitere Arbeitsplätze

geschaffen, die natürliche Fluktuation

bewältigt und ein Trainee-Programm

erfolgreich installiert. Der Umzug

in das Raiffeisen-Leasing-Haus in

der Hollandstraße zeigte das neue

Selbstbewusstsein der erfolgreichen

Raiffeisen-Tochter.

Erneuerbare Energie wurde zum Megathema.

Im Zuge des ersten Ökostromgesetzes

2003 trat auch die Raiffeisen-Leasing

in die heiße

Phase ein. Nicht nur Finanzierungs-,

sondern auch Betreiberprojekte

wurden nun zügig vorangetrieben.

Sie nutzte das gesetzliche

Zeitfenster, um die

Windparks Trautmannsdorf,

Scharndorf, Velm-Götzendorf

The Max, ein Wohntraum in

Toplage, der im Auftrag der

Raiffeisen-Leasing im Jahr

2006 realisiert wurde.

nicht mehr lohnten. Die

Raiffeisen-Leasing konzentrierte

sich auf CEE-

Länder wo es attraktive gesetzliche Rahmenbedingungen

und Planungssicherheit

gab. Mit der Gründung der Raiffeisen

Energy & Environment 2007 wurden

dann die internationalen Ökoenergieprojekte

gebündelt, um weitere zukunftsträchtige

Windpark- und Photovoltaikprojekte

in Polen, Tschechien, Slowakei,

Rumänien, Italien, Schweden und

Bulgarien zu realisieren.

Neben dem starken Netzwerk in Zentral-

und Osteuropa erschloss die Raiff -

eisen-Leasing auch in Westeuropa neue

Zielgebiete mit Niederlassungen in Italien,

der Schweiz, Deutschland, Schweden

und Finnland. Ebenfalls 2006 startete erstmals

die Veranstaltungsreihe der Ökologiegespräche,

bei denen sich Podium

Foto: NIKI Luftfahrt GmbH

und Publikum jedes Jahr mit einer anderen

Zukunftsmaterie auseinandersetzen.

2007 absolvierte die Raiffeisen-Leasing

das Modul ÖKOPROFIT und wurde

in weiterer Folge als ÖkoBusinessPlan-

Betrieb ausgezeichnet. Der „ÖkoEnergie-Blog,

powered by Raiffeisen-

Leasing“ wurde 2008 ins Leben gerufen.

Bereits seit vielen Jahren engagiert

sich die Raiffeisen-Leasing für den verstärkten

Einsatz ökologischer Antriebe

bei Fahrzeugen. Sie unterstützt und berät

Kunden bei der Anschaffung umweltverträglicher

Autos, die mit Super -

Ethanol, Hybrid, Erdgas/Biogas, Pflanzenöl

betrieben werden. Das aktuelle

Thema ist die Forcierung von Mobilität

durch den Einsatz von Elektrofahrzeugen.

Die Raiffeisen-Leasing wies vor Kurzem

eindrucksvoll den Weg in die neue

Ära: Bei der „1. Internationalen Leistungsschau

der Elektromobilität“ am

Großglockner im August 2010 zeigten

sich Hunderte Besucher von Funktion

und Komfort der neuesten Auto-Generation

begeistert. ı

und Berg in Eigenregie zu errichten

und um Biomasse-, Biogas-

und Photovoltaikanlagen zu

finanzieren. Doch die Schwächen

des novellierten Ökostromgesetzes

zwei Jahre später führten

Erstmalig wurde 2008 ein Airbus für die heimische

dazu, dass sich Investitionen in

Der Twin City Liner, ein Private-Public-Partnership-Modell

von Raiffeisen und der Stadt Wien,

Fluggesellschaft NIKI finanziert. Die Umsetzung erfolgte

unter der Federführung der Raiffeisen-Leasing.

erneuerbare Energien hierzulande

verbindet die beiden Metropolen Wien und

Bratislava auf dem Wasserweg.

NUMMER 3| OKTOBER 2010 17

Foto: Twin City Liner


coverstory

Raiffeisen-Leasing feierte

40-jähriges Jubiläum im MQ

Die Raiffeisen-Leasing lud anlässlich ihres 40. Geburtstages rund 700 Gäste –

Mitarbeiter, Kunden und Partner – zu einer glanzvollen Show in das Wiener

Museumsquartier. Das zwei Stunden währende Spektakel wurde von Radio Wien-

Starmoderator Alexander Goebel hinreißend pointiert moderiert.

Happy Birthday, Raiffeisen-Leasing!

Eröffnet wurde die Jubiläumsfeier am

Abend des 23. September mit Fanfarenklängen,

einer Tanz- und Akrobatikgruppe,

und einer geballten Ladung

an Prominenz aus dem Raiffeisensektor.

Umweltminister Niki Berlakovich, der

wegen eines Termins verhindert war,

sandte eine Grußbotschaft, ebenso wie

der Raiffeisen Generalanwalt Christian

Konrad. Raiffeisen-Leasing-Geschäftsführer

Peter Engert bedankte sich bei all

jenen, welche die Raiffeisen-Leasing auf

ihrem Weg begleitet hatten. Erfreut über

die rege Teilnahme der Mitarbeiter, Kollegen

und Partner, richtete er seinen

Gruß an zwei weitere besondere Instanzen

– an die Kirche und an die Aktionäre:

„Ein guter Draht zu

Gott und Geld ist wichtig.“

Das war auch der Auftakt

für einen Rückblick auf die

letzten vier Jahrzehnte. Die

700 Gäste bekamen eine atemberaubende

Show zu sehen, zum

Abschluss gab es für jeden ein

Buxbäumchen, das zuvor vom

Förderzentrum Oberrohrbach

verpackt worden war.

Alexander Goebels Talk mit Geschäftsführer

Peter Engert war ein Feuerwerk an Pointen.

Weltgeschichte – wissenschaftliche und

sportliche Höchstleistungen, aber auch

Tragödien, die eine ganze Dekade oder

ein ganzes Land prägten – und die von

Goebel akustisch untermalten Stationen

der Raiffeisen-Leasing verschmolzen zu

einer einzigartigen Retrospektive, die

durch die Performance der Tanzgruppe

Topasamur zu einem Bilderbogen über

vier Dekaden Zeitgeschichte wurde. Das

Publikum bedankte sich mit stürmischem

Applaus.

Teil der Show war der von Moderator

Goebel geführte Talk zwischen Peter Engert,

dem RZB-Vorstand und Raiffeisen-

Leasing-Beirat Karl Sevelda und

RZB-Generaldirektor Walter Rothensteiner

über Erwartungen.

„Dass die Raiffeisen-Leasing dereinst

zu den Spitzeninstituten gehören

wird, hätte ich mir als Beiratsvorsitzender

vor 12 Jahren nicht

träumen lassen“ (Sevelda), Ängste:

„In meinen 35 Jahren bei Raiffeisen

hatte ich nicht das Gefühl, das wir vor

irgendetwas Angst haben müssten“

(Rothensteiner) und Vertrauen: „Es

hat nie ein Vertrauensmanko gegeben,

auch nicht in der Krise“ (Engert).

Für Goebel, der, wie er betont, selbst

Kunde der Raiffeisen-Leasing ist, ist die

Vereinbarkeit von Ökologie und Ökonomie

von großer Bedeutung. „Hier hat die

Raiffeisen-Leasing bereits großes Engagement

und Verantwortung bewiesen.

Als Vater von drei Kindern hat Nachhaltigkeit

für mich einen hohen Stellenwert.“

In Anlehnung an das 40-Jahr-Symbol

der Raiffeisen-Leasing stellt Goebel die

Frage, wofür der Baum denn nun stehe.

Der einstimmige Befund der Talkrunde:

Die Raiffeisenorganisation ist das Fundament,

also die Wurzeln, die Mitarbeiter

sind der feste Stamm, die Kunden

und Projekte sind die Blüten und Blätter.

18


meinung

Raiffeisen-Leasing

– eine Erfolgsstory!

MAG. PETER ENGERT

Sprecher der

Geschäftsführung der

Raiffeisen-Leasing

Foto: Kurt Keinrath

Nach einer letzten fulminanten Performance

der Akrobatikgruppe Topasamur

zur Entwicklung der Mobilität marschierte

ein 80-köpfiges Großaufgebot

der Blasmusik Sieghartskirchen und

Heiligeneich mit dem „Schönfeld-

Marsch“ in die Halle E im MQ ein. Und

während die Geburtstagstorte auf der

Bühne angeschnitten wurde, intonierten

sie eine gelungene Interpretation des

Stevie Wonder Songs „Happy Birthday“.

Anschließend wurden auf der Videowall

die Fotos aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

der Raiffeisen-Leasing gezeigt,

während die Blasmusik den Marsch „Oh

du mein Österreich“ spielte. Danach

ging es zum ansprechend dekorierten

Buffet mit Spezialitäten aus der Genuss-

Region Österreich.

Alle Gäste erhielten beim Verlassen

der Jubiläumsveranstaltung – in Anlehnung

an das 40-Jahr-Symbol der Raiffeisen-Leasing

– kleine Buxbäumchen.

Diese wurden zuvor gehegt, gepflegt

und nett verpackt vom Förderzentrum

Oberrohrbach – einem der drei Standorte

des Vereins Behindertenhilfe Bezirk

Korneuburg, der sich für Menschen mit

geistiger Behinderung und deren Angehörige

einsetzt. ı

1963 wurde in Österreich die erste selbstständige Leasing-Gesellschaft gegründet.1975

überschritt das Leasing-Investitionsvolumen erstmals die Milliarden-Schilling-Grenze

und betrug damit gerade einmal 1 % des österreichischen

Gesamt-Investitionsvolumens. Ab 1976 ging es dann allerdings rasch bergauf.

In den vergangenen 47 Jahren ist es gelungen, Leasing als bilanz- und

steuer freundliches Finanzierungsinstrument zu etablieren. Auch im Sog der

Wirtschaftskrise und trotz fiskalischer Beschränkungen wie der Abschaffung

des Investitionsfreibetrages blieben Leasingfinanzierungen attraktiv. Einer der

Gründe dafür ist die Bindung der Finanzierung an das Leasingobjekt und das

Wissen um die Kundenbedürfnisse, unabhängig von Unternehmens- und Aufgabenbereichen.

Die Dienstleistungskomponente ist neben der Finanzierung mit den Jahren

immer stärker in den Vordergrund getreten. So entstanden mulifunktionelle Paketleistungen

wie das Fuhrparkmanagement, das Baumangement, Versicherungspackages,

juristische Beratungen und vieles mehr. In diesen Produktsegmenten

hat sich die Raiffeisen-Leasing hervorragend entwickelt und konnte

sich dabei stets unter den ersten drei Leasingfirmen in Österreich behaupten.

Wir sind stolz auf unsere engagierten Mitarbeiter, die dem Unternehmen zum

Teil schon viele Jahre loyal verbunden sind, Projekte weiterentwickeln, einen

partnerschaftlichen Umgang mit Kunden und Geschäftspartnern pflegen und

für die Handschlagqualität der gesamten Unternehmensgruppe stehen.

Das 40-jährige Jubiläum der Raiffeisen-Leasing verdanken wir daher in erster

Linie unseren Mitarbeitern und Aktionären, die uns selbst in schwierigen Zeiten

nicht im Stich gelassen haben und die Raiffeisen-Leasing als strategisch wichtige

und wertvolle Sektorgesellschaft sehen. Und wir sind stolz darauf, Mitglied

einer zu 100 % in österreichischem Besitz stehenden Bankengruppe zu sein und

damit einen hohen Stellenwert in Österreichs Wirtschaftsleben einzunehmen.

Wir haben unsere Kunden – von allen Leasinggesellschaften sind wir übrigens

jene mit dem größten Stammkundenanteil – stets bestens betreut und ihnen soweit

wie möglich geholfen, die anstehenden Herausforderungen zu bewältigen.

Die Raiffeisen-Leasing ist kein Unternehmen, das nur die schnellen Geschäftsabschlüsse

sucht, um die Kunden dann „abzuwickeln“, sondern wir stehen unseren

Kunden auch in der Krise bei. Und so haben auch wir dazu beigetragen,

dass so manche Firma heute – aufgrund unserer Maßnahmen und Unterstützung

– noch existiert. Wir haben damit ganz bewusst eine nachhaltige Strategie verfolgt

und einen nicht zu unterschätzenden volkswirtschaftlichen Beitrag geleistet.

Die erfolgreiche Expansion weit über die Grenzen Österreichs hinaus verdanken

wir unserer dynamischen Weiterentwicklung und hohen Innovationsleistung

bei Zukunftsthematiken, die nicht nur unseren Kunden dienen sollen,

sondern auf gesellschaftlichen Werten basieren. Diesen Weg wollen wir gemeinsam

und engagiert weitergehen.

19


wohnbauprojekte

Neues Leben auf

dem alten Sportplatz

in Graz

Bereits im Herbst 2007 sicherte sich die

Raiffeisen-Leasing Wohnbauerrichtungs GmbH

die Liegenschaft Laimburggasse 40 in Graz.

Foto: Büro Gangoly und Kristiner Architekten ZT GmbH

Der Bezirk Geidorf ist einer der beliebtesten

Wohnbezirke der Stadt, das Viertel

besticht neben einem hohen Grünanteil

durch die Nähe zum Schlossberg,

die gute Erreichbarkeit mit öffentlichen

Verkehrsmitteln sowie durch die Nähe

zur Mur.

Voraussetzung für eine Umwidmung

des als Sportplatz gewidmeten Grundstückes

in Bauland war die Durchführung

eines Architekturwettbewerbes, bei

dem es für die ca. 5.660 m² große Liegenschaft

ein Konzept für eine Wohnhausanlage

zu erstellen galt.

Die fünfköpfige Jury, bestehend aus

der Juryvorsitzenden Architektin Gojic,

Architekt Wimmer, Mag. Sandler (Raiffeisen-Leasing)

sowie zwei Vertretern der

Stadt Graz, hatte aus insgesamt acht

eingereichten Entwürfen das aus architektonischer,

technischer und kaufmännischer

Sicht beste Projekt zu küren.

Nach mehreren Stunden der Analyse

und eingehender Diskussion der Juroren

wurde das Projekt vom Büro Gangoly

und Kristiner Architekten ZT GmbH

zum Sieger erkoren.

Auf der Liegenschaft, auf der nach

rechtskräftiger Umwidmung vom Dezember

2009 eine Wohnnutzfläche von

ca. 5.200 m² erreicht werden kann, entstehen

sowohl kleinere Wohnungen, die

ideal für Vorsorgezwecke geeignet sind,

als auch größere Wohnungen zur

Eigennutzung, teilweise mit Balkonen,

Terrassen und/oder Eigengärten – alle in

Exklusives Ambiente mit Weitblick

Im Sommer 2010 startete Raiff eisen-

Leasing mit dem Bau und Verkauf

eines Wohnbauprojektes mit Niedrigenergiestandard

in Wien-Ottakring.

Foto: bolldorf 2 architekten

In attraktiver Aussichtslage, in der Liebhartstalstraße

in 1160 Wien, entstehen in unmittelbarer

Nähe zum Schloss Wilhelminenberg, bis Ende 2011

insgesamt vierzehn moderne Eigentumswohnungen

samt Tiefgarage. Nur sieben Appartements pro

Stadtvilla garantieren ein besonders persön -

liches Ambiente. Die Einbindung der alternativen

Energiequelle Erdwärme in die Haustechnik ermöglicht

sowohl umweltschonende Wärme im

Winter als auch Kühlung der Dachgeschoßwohnungen

im Sommer.

Die Wohnungen sind zwischen ca. 100 m² und

190 m² groß und mit attraktiven Freiflächen wie Gärten,

Balkonen oder Terrassen ausgestattet. Die

beiden repräsentativen Penthouseappartements mit

20 Leas•mich


Hochwertige Wohnungen

in der Nähe des

Wiener Belvedere

Anfang dieses Jahres erwarb die Raiffeisen-Leasing

eine attraktive Liegenschaft für den Bau hochwertiger

Eigentumswohnungen im 3. Wiener Gemeindebezirk.

qualitativ gehobenem Ausbaustandard.

In der hauseigenen Tief garage, die die

drei Baukörper unterirdisch verbindet,

werden weiters 74 Tiefgaragenstellplätze

errichtet.

Das Architekturbüro Gangoly arbeitet

derzeit intensiv an der Einreich -

planung, um bis Jahresende eine rechtskräftige

Baugenehmigung zu erhalten.

Der Baubeginn ist für Frühjahr 2011

geplant, die Bauzeit wird ca. 14 Monate

betragen. ı

direkter Liftfahrt zeichnen sich vor

allem durch ihre großzügigen Wohn-

Essbereiche mit Terrassen auf gleicher

Ebene sowie darüber liegenden

Dachterrassen aus und bieten einen

traumhaften Blick über die Stadt.

Neben einer Fußbodenheizung in

allen Räumen und Schiebetüren zu

den Außenbereichen runden geschmackvolle

Fliesen, Parkettböden,

Türen mit 2,20 m Höhe und außen

liegendem Sonnenschutz die hochwertige

Ausstattung ab.

Die Grünruhelage am Gallitzinberg

bietet maximale Lebensqualität,

der nahe gelegene Wienerwald

lädt zu sportlichen Aktivitäten ein –

vom gemütlichen Spaziergang bis

zum Lauf- oder Mountainbike-Training.

Die Station der Buslinie 45B ist

in ca. zehn Minuten erreichbar und

verbindet mit der U-Bahn-Linie U3.

Weitere Informationen und Details

zu den verfügbaren Wohnungen auf

www.raiffeisen-leasing.at.

Foto: Atelier Heiss

Derzeit befinden sich auf dem Grundstück

in der Jacquingasse 16–18 zwei

ehemalige Bürohäuser samt viergescho -

ßiger Tiefgarage.

Für die Entwicklung eines der beiden

Häuser als Wohnhaus wurde das Architekturbüro

Atelier Heiss mit der Planung

von rund 62 Wohnungen beauftragt. Die

Einreichung erfolgte Ende Juni 2010.

Das Wohnhausprojekt Jacquingasse

zeichnet sich insbesondere durch seine

unmittelbare Umgebung, den direkt angrenzenden

Botanischen Garten sowie

den Garten des Schloss Belvedere aus,

die hohe Lebensqualität mitten in der

Stadt bieten. Ebenso fußläufig erreichbar

wird der neue, derzeit entstehende

Hauptbahnhof mit seinen zahlreichen

Bürogebäuden, Shopping Center sowie

Lokalen sein. Die Anbindung an das Verkehrsnetz

der Wiener Linien erfolgt über

den Verkehrsknotenpunkt Südbahnhof,

wo zahlreiche S-Bahnen, Straßenbahnen

sowie Buslinien zusammentreffen.

Sowohl die Wiener Innenstadt als auch

die südlichen Stadtausfahrten A2 und

A23 sind mit dem Auto in nur wenigen

Minuten zu erreichen.

Die Planung des Projektes umfasst

Wohnungsgrößen von ca. 50 bis 150 m²

und soll sowohl Anleger als auch Eigennutzer

ansprechen. Nahezu alle Appartements

verfügen über Freiflächen wie

Gartenanteile, Balkone oder Terrassen.

Neben überdurchschnittlichen Raumhöhen

bis zu 3 Metern und teilweise

raumhohen Verglasungen sind attraktive

Ausstattungsdetails wie Fußbodenheizung

sowie geschmackvolle Holzböden

und Sanitärgegenstände vorgesehen.

Der Verkaufsstart ist für Frühjahr 2011

geplant. ı

NUMMER 3| OKTOBER2010 21


gewerbliche immobilien

Gute Erholung

Nach nur 18 Monaten Bauzeit wurde Anfang Juli

die erste Reha-Klinik Vorarlbergs mit Schwerpunkt

Kardiologie, Orthopädie und Neurologie fertiggestellt.

Foto: Reha-Klinik Montafon

Für stationäre Reha-Aufenthalte mussten

Vorarlberger Patienten bisher ins benachbarte

Ausland oder in andere österreichische

Bundesländer ausweichen.

Mit der Errichtung der Reha-Klinik Montafon

wird diese Lücke im Vorarlberger

Gesundheitsangebot geschlossen und

die vollständige Behandlungskette – von

der Akutversorgung über die Nachbetreuung

bis zur stationären Rehabilitation

– steht den Vorarlbergern nun direkt

im „Ländle“ zur Verfügung. Die Reha-

Klinik Montafon wurde von der VAMED in

enger Abstimmung mit dem Land Vorarlberg

entwickelt. VAMED hat im Zuge

der Projektrealisierung eine möglichst

hohe Wertschöpfung in der Region

angestrebt und 70 % aller Aufträge an

Firmen aus Vorarlberg vergeben. Zu Spitzenzeiten

waren mehr als 200 Handwerker

gleichzeitig auf der Baustelle tätig.

Die Reha-Klinik Montafon liegt in

Schruns im Herzen des Montafons.

Umringt von den Bergen der Verwallgruppe

und des Rätikons bietet sich den

Patienten das ganze Jahr über ein

Das patientenzentrierte Leitbild der Reha-Klinik

Montafon ist auf einem ganzheitlichen Ansatz

nach internationalem Standard aufgebaut.

wunderschönes Bergpanorama. Das

Therapieangebot umfasst Physiotherapie,

Ergotherapie, Massage, Sport- und

Bewegungstherapie, Ernährungs- und

Sozialberatung, Psychotherapie sowie

Mal- und Musiktherapie. Die Natur wird

maßgeblich in das Therapieangebot miteinbezogen,

so werden etwa Nordic

Walking-Touren und leichtere Wanderungen

für Patienten organisiert.

Insgesamt verfügt die Klinik über

150 Betten (88 Einbettzimmer und

31 Doppelzimmer). Alle Zimmer sind mit

WC/Dusche/Bad, Zimmersafe, Flat-

Screen, Telefon und gemütlicher Möblierung

ausgestattet. Weiters verfügt ein

Großteil der Zimmer über einen Balkon

und Internetanschluss.

Die Verwendung von natürlichen Materialien

wie Stein, Holz und Glas macht

das Gebäude nicht nur „landschaftsfreundlich“,

sondern schafft auch eine

gesundheitsfördernde Atmosphäre. Ruhige,

begrünte Innenhöfe ergänzen den

Landschaftsbezug in den Therapiebereichen.

Natürliche Belichtung und Belüftung

in sämtlichen Aufenthalts-, Wohnund

Arbeitsräumen bilden die Basis für

eine angenehme Arbeitsatmosphäre

aller Beschäftigten.

VAMED hat die Projektentwicklung

und die Projektrealisierung im Rahmen

des vorgegebenen Termin- und Kostenrahmens

erfolgreich umgesetzt und ist

auch für den Betrieb verantwortlich. Als

Projektpartner wurden die Raiffeisen-

Leasing und die Raiffeisenlandesbank

Vorarlberg ins Boot geholt, die jeweils

50 % Anteilseigner der Besitzgesellschaft

sind und über das spezielle Know-how

für derartige Projekte verfügen.

Bei der Eröffnung konnten sich unter

anderem LSH Mag. Markus Wallner,

Bgm. Karl Hueber, VAMED-Vorstands -

direktor Mag. Gottfried Koos, Klinikchef

Luis Patsch sowie zahlreiche Gäste von

der Qualität der neuen Einrichtung persönlich

überzeugen. ı

Foto: Raiffeisen-Leasing,

Denkstudio

Die Real Vienna, die internationale Fachmesse für Gewerbe- und

Industrieimmobilien mit Fokus auf die Länder CEE-/SEE-Region, fand

heuer bereits zum fünften Mal statt. Vom 18. bis 20. Mai besuchten

rund 6.800 Teilnehmer aus mehr als 20 Ländern die Real Vienna, um

Kontakte zu knüpfen

oder auch um

Geschäfte abzuschließen.

In der

Halle C präsentierten

220 Aussteller,

Unternehmen,

Regionen

sowie Städte

sich und ihre Projekte

und Dienstleistungen.

Das

Diskussionsprogramm

der Real

Vienna wurde

ausgebaut: so

wurden erstmalig die „Green & Blue Building Conference“, das Symposium

„The Real Estate Development in CEE cities“ sowie weitere

Paneldiskussionen durchgeführt. Das Rahmenprogramm lockte zu

den themenbezogenen Podiumsdiskussionen zahlreiche Interessierte

an. Die Möglichkeit des Networkings wurde am gemeinsamen

Stand der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien und Raiffeisen- Leasing

zahlreich genutzt.

Grund genug

für Gesundheit

Ende Juli 2010 legte die Messer Group im niederösterreichischen

Gumpoldskirchen den Grundstein

für eine neue Zentrale des Geschäftsbereiches

Industriegase sowie Medizin- und Gesundheitstechnik.

Für Stefan Messer, CEO und Eigentümer des gleichnamigen Industrie -

gasespezialisten, ist die neue Zentrale des Geschäftsbereiches Messer

Medical auch ein Symbol dafür, dass das Familienunternehmen

wirtschaftliches Handeln und Werte in Einklang bringt. Messer legte

den Grundstein für ein neues Servicegebäude auf dem Gelände von

Messer Austria in Gumpoldskirchen. Auch das Lager für Medizin -

produkte wird von vormals 300 auf 1000 Quadratmeter erweitert,

außerdem betreibt Messer Medical Austria zukünftig zwei moderne

22 Leas•mich


Start für Hotel am Tivoli

Die Erfolgsgeschichte des neuen Stadtteils Tivoli wird

fortgesetzt: Neben Eigentumswohnungen, Bürohäusern

und Gewerbeflächen fehlte nur noch ein attraktives Hotel.

Visualisierung: Architektenteam Henke & Schreiec

Auf dem hervorragend dafür geeigneten

Grundstück – leben, arbeiten und

Freizeit an einem Standort – entwickelte

die ZIMA Wohn- und Projektmanagement

GmbH ein zwölfgeschoßiges Hotel

mit 159 Zimmern und einer Tiefgarage

mit 58 Stellplätzen. Der Standort überzeugt

durch die perfekte Erreichbarkeit

über den Südring, der optimalen Anbindung

an das öffentliche Verkehrsnetz

und seiner zentralen Lage mit leichter

Erreichbarkeit von Bahnhof und Flug -

hafen. Ideal ist selbstverständlich auch

die Nähe zur Anschlussstelle Innsbruck-

Mitte (A12). Besondere Synergien bieten

die benachbarte Olympiahalle und

Tiroler Wasserkraftarena (Olympiaworld

Innsbruck).

ZIMA hat im Stadtteil Tivoli bereits

Wohnbauten, Büros und Geschäfts -

Unweit der neuen Olympia World Innsbruck

entsteht derzeit das neue 3-Sterne-Hotel mit

4-Stern-Niveau Ramada-Encore, das vor

allem Kongresstouristen anziehen soll.

flächen errichtet und im Jahre 2005 bis

2006 das Hotelprojekt mittels städtebaulichen

Wettbewerbs entwickelt. Das

Architektenteam Henke & Schreieck

überzeugte durch einen imposanten Gestaltungsvorschlag

mit einem expressiven

Baukörper und einen überaus starken

städtebaulichen Akzent. Die PORR

Solutions Immobilien- und Infrastrukturprojekte

GmbH als Investor zeichnet nun

für die Errichtung des Hotels in Kooperation

mit der Raiffeisen-Leasing verantwortlich.

Der Baubeginn erfolgte im Mai

2010, die Fertigstellung bzw. Eröffnung

des Hotels ist für den 1. Dezember 2011

geplant. Von dem Technikerteam der

Raiffeisen-Leasing rund um Dipl.-Ing.

Walter Soier, wird das Projektcontrolling

durchgeführt. PORR Solutions konnte

RIMC-Austria Hotelmanagement & Consulting

GmbH als Betreiber gewinnen,

die das Hotel mit dem Namen „Ramada-

Encore“ führen wird. „Der Nutzungsmix

an diesem äußerst attraktiven Standort

eignet sich hervorragend für den Bau

eines Hotels und wird auch einen aktiven

Beitrag zur weiteren Belebung des

unmittelbaren Umfeldes leisten“, ist sich

Mag. Johannes Karner, Geschäftsführer

der PORR Solutions, sicher. ı

Foto: Messer Group

Die medizintechnischen Produkte

der Messer Group gehen an Ärzte,

Kliniken, Labors, den Heimpflegebereich

sowie den Endverbraucher.

Werkstätten für Rehageräte, wie etwa Rollstühle,

und die Wartung und Reparatur von

Medizintechnik. Die Strategie lautet Synergien

zu nutzen – im Dienste des Kunden:

„Die neue Lagerfläche ermöglicht kostensparende

Containerabwicklungen, und wir

können ohne Wartezeiten ab Lager liefern“,

erklärt Matthias Thiele, einer der beiden Geschäftsführer

von Messer Medical. Kurze

Lieferzeiten und permanente Erreichbarkeit

betrachtet er als ein Muss bei der Versorgung

kranker oder pflegebedürftiger Menschen.

Die Messer Group besteht seit mehr

als 100 Jahren. Sie beschäftigt 5.260 Mitarbeiter

an 120 Standorten in Europa,

China, Neuseeland, Vietnam, Algerien

und Peru. Die Messer Medical Austria

GmbH, vormals „Laborex-Sanesco“

medizinisch-technische Geräte GmbH,

wurde 1964 gegründet. Ihre medizintechnischen

Produkte gehen an Ärzte, Kliniken,

Labors, den Heimpflegebereich

sowie den Endverbraucher. Das neue

Gebäude – Lager samt Werkstätte und

Büroräumlichkeiten – mit einer Gesamtinvestitionssumme

von € 1,5 Mio. wird

von der Raiffeisen-Leasing finanziert. Die

Transaktion wurde als „operate lease“

nach internationalen IFRS-Bilanzregeln

dargestellt. Auch 14 Pkw-Abstellplätze

und zwei Behindertenplätze sind auf dem

Gelände eingeplant. Als Generalplaner

fungiert Dipl.-Ing. Ewald Sodl.

Neueröffnung Spar Eger: Eger, eine

Stadt mit ca. 65.000 Einwohnern, liegt etwa

125 km nordöstlich von Budapest. Der Spar-

Markt befindet sich südlich des Stadtkerns von

Eger an der Hauptdurchzugsstraße – nördlich

des Zentrums befindet sich ein Penny-Markt,

ein OBI-Bauhaus und die Handelskette TESCO.

Mit einer Verkaufsfläche von ca. 3.200 m 2 und

einem ausgewogenen Branchenmix bietet der

Spar-Markt den Bewohnern in unmittelbarer

Umgebung befindlichen Wohnhäusern gute

Naheinkaufsmöglichkeiten. Bekannte Handelsketten

wie DM, t-mobile oder auch ein Textil -

diskonter runden das Angebot ab. Nach weitreichenden

Umbaumaßnahmen, die nur drei

Monate in Anspruch nahmen, konnte der seit

1996 bestehende Spar-Markt im Frühjahr 2010

feierlich wiedereröffnet werden. Die Umgestaltungs

kosten wurden zur Gänze von der Firma

Spar getragen. Der neue Mietvertrag zwischen

Raiffeisen-Leasing und Spar wurde mit einer

12-jährigen Dauer, mit einer Option auf weitere

zweimal fünf Jahre, abgeschlossen.

NUMMER 3| OKTOBER2010 23


ökoprojekte

Grüne Energie: Vorreiter Tschechien

In Rosice, einem ehemaligen Kohleförderungsgebiet nahe Brünn, hat die Raiffeisen

Energy & Environment (REE) kürzlich ihr erstes Photovoltaikkraftwerk in Betrieb genommen.

Fotos: Raiffeisenzeitung

Der Photovoltaikmarkt in Tschechien

entwickelt sich zurzeit rasant und wird von

den europäischen Marktteilnehmern als

eines der derzeit interessantesten Länder

für Photovoltaik-Investments gesehen.

Hintergrund für den Boom ist einerseits

ein solider gesetzlicher Rahmen und ein

hoher Einspeisetarif von 12,15 CZK/kWh

(48 Eurocent), der zudem für 20 Jahre

garantiert ist. Zusätzlich besteht in

Tschechien eine fünfjährige Einkommensteuerbefreiung

auf die Erlöse aus

dem verkauften Ökostrom.

Ganz entsprechend der Philosophie

von Raiffeisen – „alles aus einer Hand“ –

hat die REE das Projekt geplant, umgesetzt

und ist jetzt Betreiber des „Sonnenkraftwerks“.

„Wir sorgen mit dieser

Anlage nicht nur für vernünftigen Strom,

sondern auch für vernünftigen Klimaschutz.

Photovoltaikkraftwerke leisten

einen stetig wachsenden Beitrag zur

Stromversorgung und helfen damit dem

jeweiligen Land, eine vom Ausland unabhängige

Energieversorgung sicherzustellen“,

erläuterte Mag. Peter Engert,

Geschäftsführer der Raiffeisen-Leasing,

nachdem er gemeinsam mit dem

Bürgermeister der Gemeinde Rosice,

Installierte Leistung

Ökostromproduktion

Reduktion des Kohlenstoffdioxid-Ausstoßes

Versorgung mit Ökostrom

Petr Klima, das Band zum Zeichen der

Eröffnung durchtrennt hatte.

Das Photovoltaikkraftwerk in Rosice

besteht aus insgesamt 11.712 Photovoltaik-Modulen

und 244 Wechselrichtern.

Eingesetzt wurden Photovoltaikmodule

der Trina, einer der weltweit

größten Modulhersteller. Die Kraftwerksanlage

wurde vom Generalunternehmer

IBC SOLAR, einem Unternehmen, das

2,7 Megawatt peak (MWp)

rund 2,7 Millionen Kilowattstunden (kWh) p.a.

rund 2.300 Tonnen p.a.

bis zu 900 Haushalte

Das Photovoltaikkraftwerk

Rosice

versorgt 900 Haushalte

mit Ökostrom.

zu den weltweit führenden Photovoltaik-

Spezialisten zählt, errichtet. Das Unternehmen

bietet Komplettlösungen zur

Stromgewinnung aus Sonnenlicht an

und deckt das komplette Spektrum von

der Planung bis zur schlüsselfertigen

Übergabe von Solarkraftwerken ab.

Die Anlage erstreckt sich insgesamt

über eine Fläche von 75.000 Quadratmeter,

das Investitionsvolumen für das

Photovoltaikkraftwerk beläuft sich auf

EUR 8,7 Mio.

Noch heuer planen die Raiffeisen-

Leasing und die REE die Eröffnung

weiterer Photovoltaik-Projekte in Tschechien

und der Slowakei. Rosice wird

also nicht der letzte Standort gewesen

sein, der nach dem Ende der jahrzehntelangen

Kohleförderung in das Zeitalter

der erneuerbaren Energien tritt – während

die Photovoltaik in Österreich

aufgrund unattraktiver Förderungs -

systeme nach wie vor im Dornröschenschlaf

liegt. ı

Mag. Peter Engert (links in der Bildmitte), Ge -

schäftsführer der Raiffeisen-Leasing und Petr

Klima (rechts in der Bildmitte), Bürgermeister

von Rosice, eröffnen gemeinsam das Kraftwerk.

24 Leas•mich


Zukunft unter Strom

Die gesamte „E-Mobility-Szene“ Mitteleuropas traf sich auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe,

als die „1. Internationale Leistungsschau Elektromobilität Großglockner“ über die Bühne ging.

Foto: Grohag, Niki Faistauer

Schon der Pre-Event, bei dem Medienvertreter

die Möglichkeit hatten, an

Elektromobilitäts-Leistungstests mitzumachen,

war ein voller Erfolg. Am

25. August 2010 nachmittags startete

ein Konvoi mit rund 15 Elektro-Autos

und kleinen Elektro-Nutzfahrzeugen zur

Auffahrt von Ferleiten (Fusch) an der

Großglocknerstraße auf die Kaiser-

Franz-Josefs-Höhe.

So wie die Großglockner Hochalpenstraße

bereits vor 75 Jahren Gradmesser

für benzinbetriebene Fahrzeuge war,

konnten sich heute die Elektrofahrzeuge

an der anspruchsvollen Strecke „messen“.

Der Auto-Konvoi wurde von einem

Film-Team begleitet, das vor der herrlichen

Kulisse der Großglockner Hoch -

alpenstraße die Fahrt dokumentierte.

Oben angekommen wurden die Fahrzeuge

überprüft, für den nächsten Tag

vorbereitet und wieder aufgeladen, sozusagen

„getankt“.

GD Dr. Christian Heu (Großglockner

Hochalpenstraßen AG): „Es wurde der

Beweis erbracht, dass Elektromobilität

bereits leistungsfähig genug ist, diese

hochalpine Panoramastraße mit all ihren

Steigungen und Kurven zu bewältigen,

und somit wohl auch alltagstauglich ist.“

Auf der Kaiser-Franz-

Josefs-Höhe, am

Fuße des Großglockners,

konnten sich

die geladenen Teilnehmer

und die

Tagesgäste anhand

der über 50 Ausstellungsobjekte,

der Infostände

und durch

die Probefahrten ein

umfassendes Bild

vom aktuellen Stand

der Elektrofahrzeuge

machen.

Weiters fuhren ab 14.00 Uhr Mit -

arbeiter von Raiffeisen-Leasing mit KTM-

E-Bikes – von Heiligenblut aus – ebenfalls

auf die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe.

Damit war klar, dass selbst Untrainierte

anspruchsvolle Bergetappen mittels

Elektrofahrrädern meistern können.

Neben den bereits am Markt befind lichen

Fahrzeugen (Tesla Roadster, Think

City, Fiat 500EV und Tazzari Zero) haben

auch Modelle teilgenommen, die schon

demnächst in Österreich bzw. auch in

weiten Teilen Mitteleuropas auf den

Markt kommen: Citroën C-Zero, Mitsu -

bishi i-MiEV und Peugeot iOn werden

Anfang 2011 im Handel erhältlich sein,

v.l.n.r.:

Prof. Dr. Martin Faulstich

(TU München), Landesrat

Josef Eisl (Salzburg),

LH Gerhard Dörfler (Kärnten),

GF Mag. Peter Engert

(Raiffeisen-Leasing),

GD Dr. Christian Heu (Großglockner

Hochalpenstraßen AG),

GS Oliver Schmerold (ÖAMTC),

SC Günter Liebel

(Lebensministerium)

der VW Golf blue-e-motion ist für 2013

angekündigt.

Dazu Mag. Peter Engert, Geschäftsführer

der Raiffeisen-Leasing: „Einmalig

an diesem Leistungstest war auch die

Teilnahme von Klein-LKWs und Nutzfahrzeugen,

die vermehrt im kommunalen

Bereich Einsatz finden. So bewältigten

ein EcoCarrier sowie mehrere Piaggio

Porter im Konvoi die Großglockner Hochalpenstraße

ohne Probleme. Für uns, als

Financiers von Elektrofahrzeugen, hat

dieses erfreuliche Ergebnis einmal mehr

bewiesen, dass die Elektromobilität in Zukunft

eine maßgebliche Rolle spielen

wird. Sowohl für Kommunen und Unternehmen

als auch für

Konsumenten.“

Hunderte Interessierte

und Fachleute

folgten dann der offiziellen

Eröffnung der

„1. Int. Leistungsschau

Elektromobilität

am Großglockner“

am 26. 8. und

überzeugten sich

per sönlich vom hohen

Entwicklungsstand

und der Marktreife

der elektrisch

betriebenen Fahrzeuge.

ı

NUMMER 3| OKTOBER2010 25


ökoprojekte

Mobil mit Pedelecs

Mierka Donauhafen Krems und Raiffeisen-Leasing nutzen gemeinsame

Synergien: ökologischer Transport, ökologische Fahrzeuge

und Strom aus alternativen Energiequellen.

Die beiden Unternehmen verbindet

eine langjährige Partnerschaft. Die Beratungs-

und Finanzierungsthemen der

Raiffeisen-Leasing werden jetzt durch

die Lager- und Logistikverwaltung von

Mierka Donauhafen Krems unterstützt.

1.000 Pedal Electric Cycle (Pedelecs)

der Raiffeisen-Leasing wurden erstmalig

im Mai 2010 bei Mierka Donauhafen

Krems angeliefert und je nach Bedarf

österreichweit an Partner und Kunden

ausgeliefert.

Pedelec ist die Bezeichnung für ein

Elektrofahrrad. Dieses wird – im Gegensatz

zu einem E-Bike, das auch ohne Treten

angetrieben werden kann – hybrid

mit Elektromotor und Muskelkraft betrieben.

Binnenhäfen haben sich, neben der

Positionierung zum ökologischen Transportweg,

schon längst zu multifunktionalen

Dienstleistungsunternehmen entwickelt,

die Lkw, Bahn und Schifffahrt

miteinander verknüpfen, wie das konkrete

Beispiel zeigt.

Foto: Raiffeisen-Leasing, Denkstudio

Mierka-Chef Hubert Mierka (links) und Raiffeisen-Leasing-

Geschäftsführer Mag. Peter Engert

ließen es sich nicht nehmen, die innovativen

Elektrofahrräder gleich vor Ort zu testen.

Raiffeisen-Leasing sieht die Mobiliät

der Zukunft in Form eines komplexen

Zusammenspiels verschiedener Mobilitätsformen.

Für Mag. Peter Engert, Geschäftsführer

der Raiffeisen-Leasing, ist

vor allem die Verbindung von Wirtschaft

und Klimaschutz ausschlaggebend für

sein Engagement: „Für die Raiffeisen-

Leasing ist die Forcierung von Mobilität

durch den Einsatz von Elektrofahrzeugen

ein wichtiges Thema. Wir wollen in

Zukunft nicht Autos verleasen, sondern

Mobilität. Durch Elektromobilität kann

eine Verbesserung der Luftqualität, eine

Reduktion der Lärmbelästigung und des

Schadstoffausstoßes erzielt und somit

die Lebensqualität gesteigert werden.“

Hubert Mierka, Inhaber und Geschäftsführer

von Mierka Donauhafen

Krems, zu den Dienstleistungen und Vorteilen

der Partner und Kunden seines

Unternehmens: „Wir offerieren unseren

Kunden am Standort Krems/Donau eine

trimodale Verkehrsanbindung mit sämtlichen

Umschlags- und Lagermöglichkeiten,

Container- Stripping/Stuffing.“

Das komplette Betriebsgelände ist Zolleigenlager

und gewährleistet somit aufgrund

der vor Ort anwesenden Zoll -

organe eine schnelle Zollabfertigung.

„Für Konsumartikel, vor allem für Zweiräder,

entwickeln wir für unsere Kunden

komplette Logistiklösungen nach deren

speziellen Anforderungen. Ergänzend

zu unserer jahrzehntelangen Erfahrung

sind wir mit modernsten Lagerwirtschaftssystemen

(Barcodesystem) und

den neuesten Logistikinfrastrukturen

ausgestattet. Mit unseren Kunden sind

wir direkt über IT verbunden.“ ı

Erweiterung des Windparks Berg

Die Zuschaltung der neuen Anlage ans Stromnetz wurde

am 9. Juli 2010 gemeinsam mit Vertretern der Gemeinde

und den an der Umsetzung beteiligten Partnern gefeiert.

Foto: Gemeinde Berg

Die Anlage stellt die Erweiterung des Windparks Berg dar, der Ende 2005 mit neun Anlagen

des Typs Vestas V80 mit einer Leistung von je 2 MW in Betrieb ging. Raiffeisen-Leasing als

Entwickler, Investor und Betreiber konnte in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Berg

sowie mit den Partnern Energiewerkstatt und Profes alle Vorbereitungen treffen, sodass mit

den Bauaktivitäten im Frühjahr begonnen wurde und die Anlage Anfang Juli planmäßig in

Betrieb genommen werden konnte. Die neue Windenergieanlage erzeugt Strom für rund

1.500 Haushalte, insgesamt liefert der Windpark mit seinen zehn Anlagen nun Strom für rund

13.000 Haushalte.

Nach einem Sektempfang ging es zur Besichtigung

der neuen Anlage in den Windpark.

26 Leas•mich


Windkraft startet neu durch

Die Errichtung der ersten Windkraftanlage – im Zuge der Erweiterung des Windparks

Scharndorf (NÖ) – leitet eine neue Ausbauphase der Windkraft nach mehrjährigem Stillstand ein.

Anfang April 2010 wurde mit dem Bau

begonnen, bereits einen Monat später

war das Fundament fertiggestellt. Auf

einer Grundfläche von 254 m 2 wurden

52 t Stahl und 1.080 t Beton verarbeitet.

Dieses imposante Fundament wird die

zukünftige 105 m hohe Windkraftanlage

tragen. Die Gemeinde Scharndorf

spart mit dieser Windkraftanlage weitere

4.500 t CO 2

pro Jahr und versorgten

1.800 Haushalte mit Strom.

Auch Wirtschafts- und Energieminister

Reinhold Mitterlehner besichtigte die

Bauarbeiten in Scharndorf. „Windkraft

ist ein wichtiger Beitrag für eine saubere

und sichere Energieversorgung. Sie

steht knapp vor der Marktreife, daher

messen wir ihr auch in der Energiestrategie

Österreich große Bedeutung bei“,

sagt Mitterlehner. „Ich freue mich daher,

dass aufgrund der höheren Einspeisetarife

wieder in den Ausbau der Windkraft

investiert wird. Das schafft Arbeitsplätze

und hilft der Umwelt durch einen

niedrigeren CO 2

-Ausstoß.“

„Mit dem neuen Einspeisetarif für

2010 kommt auch in Österreich der

Windkraftausbau wieder in Gang. Im Gegensatz

zum weltweiten Trend herrschte

bei uns seit vier Jahren Stillstand. Mit

dem neuen Tarif in der Höhe von 9,7

Cent kann nun an den effizientesten

Standorten in Österreich wieder gebaut

werden“, kommentiert Mag. Stefan

Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft.

„Wir freuen uns, endlich wieder in

österreichische Windprojekte investieren

zu können, nachdem wir in den letzten

Jahren nur im Ausland projektiert

haben“, so Mag. Peter Engert, Geschäftsführer

von Raiffeisen-Leasing.

Laut IG Windkraft kam es in den letzten

Jahren zu einem Rückstau, da nicht investiert

werden konnte. Projekte im Ausmaß

einiger hundert Megawatt sind derzeit

im Planungs- und Genehmigungsprozess

weit fortgeschritten.

Foto: Astrid Knie

Windkraft ist ein Wirtschaftsfaktor

Der Ausbau der Windkraft leistet einen

wichtigen Beitrag zur Versorgung mit

sauberer und heimischer Energie und

schafft regionale Wertschöpfung und

Arbeitsplätze. „Wir haben eine starke

Windkraft-Zulieferindustrie, die Komponenten

wie Flügelblattmaterial, Steuerungen,

Generatoren oder Windkraft-

Patente an internationale Hersteller

liefert“, so Mitterlehner. „Das jährliche

Exportvolumen beträgt 350 Millionen

Euro. Gemeinsam mit den inländischen

Aufträgen schafft das 2.500 Jobs.“

Trotz Wirtschaftskrise ist der weltweite

Windenergiemarkt letztes Jahr um 31 %

auf 158.000 Megawatt gewachsen.

45 Mrd. Euro wurden 2009 weltweit in

Windprojekte investiert. Zum dritten Mal

in Folge war die Windenergie beim Kraftwerksneubau

die Nummer eins in

Europa: 2009 stammten 39 % der neu errichteten

Kraftwerksleistung aus Windkraft.

Nun schließt auch Österreich an

diesen Boom wieder an. Im geltenden

Ökostromgesetz ist ein Ausbau-Ziel von

zusätzlich 700 MW Windkraftanlagen bis

zum Jahr 2015 enthalten und die Energiestrategie

Österreich sieht einen Ausbau

von 1.400 MW bis zum Jahr 2020 vor.

Sorgen für

frischen Wind

(v.l.n.r.): Mag.

Peter Engert

(Raiffeisen-

Leasing),

Bundesminister

Dr. Reinhold

Mitterlehner,

Hubert Zwickel -

storfer (Bürgermeister

von

Scharndorf),

Mag. Stefan

Moidl (IG

Windkraft).

Mitte Juni bis Mitte Juli wurden in

Niederösterreich in den Windparks

Scharndorf, Berg und Maustrenk je eine

Windkraftanlage mit je 2 MW errichtet.

Weitere Windkraftanlagen mit 34 MW

sind in Niederösterreich bewilligt und

stehen in der nahen Zukunft zur Realisierung

an. Alleine im Burgenland

laufen derzeit Genehmigungsverfahren

für 170 Windkraftanlagen mit 500 MW

Leistung.

Anfang 2010 lieferten 617 Windräder

mit einer Gesamtleistung von 995 MW

Strom in das österreichische Stromnetz.

Diese Anlagen erzeugen ca. 2,1 Mrd.

Kilowattstunden sauberen Strom – dies

ist der Jahresstromverbrauch für rund

570.000 Haushalte. Gleichzeitig werden

1,3 Millionen Tonnen CO 2

eingespart.

Ein Windrad bringt genauso viel CO 2

-

Einsparung wie der Verzicht von 1500

Österreichern auf ihr Auto.

Die Raiffeisen-Leasing verfolgt das

Thema der erneuerbaren Energien seit

Jahren intensiv und umfassend und

zählt in Österreich mit 72,5 MW zu den

größten Investoren und Ökostrom -

erzeugern. Die Erweiterung des Windparks

Scharndorf erfolgt mit einer

2-MW-Anlage von Vestas. ı

NUMMER 3| OKTOBER2010 27


eportage

Firmenflotte,

maßgeschneidert

Individualisierung vor Standardisierung: Der Fuhrparkmanager

findet das ideale Dienstfahrzeug und die richtigen

Treibstoffe. Der Unternehmer wird entlastet, und kann mit

„Flexifleet“ auch noch Poolfahrzeuge einsparen …

Strom, Gas, Benzin, Diesel … womit

sollen nun die Fahrzeuge im Fuhrpark

eines Unternehmens betrieben werden?

Bisher galt die einfache Regel: Betreibe

den Fuhrpark eines Unternehmens mit

Diesel und versuche, die Fahrzeuge so

einzukaufen, dass der Fuhrpark mit einer

Fahrzeugmarke auskommt. Doch das

wird immer schwieriger. Mag. Alfred

Berger (Raiffeisen-Leasing Fuhrparkmanagement)

plauderte erst kürzlich bei

einer WKO-Tagung aus der Praxis, dass

derzeit große Unsicherheit bei den Unternehmen

besteht, welche Antriebsart

bei der Neuanschaffung von Fahrzeugen

zu präferieren sei. Bei dieser Tagung

gab Mag. Berger zu, dass Strom zwar

teuer wäre, aber trotzdem enorm boome

und schlug alternativ ein intelligentes

Mobilitätskonzept vor. Denn der Fuhrparkmanager

müsse in Zukunft nicht nur

über Einkaufsfähigkeiten verfügen, sondern

auch den öffentlichen Verkehr

ebenso wie Carsharing-Konzepte stärker

berücksichtigen. Beim aktuellen

Trend, den richtigen Treibstoff für die entsprechende

Nutzung zu verwenden,

stellt sich die Frage: Welche Treibstoffe

stehen derzeit überhaupt zur Verfügung?

Biodiesel

Neben Raps- oder Sonnenblumenöl

sind Altspeiseöle und Tierfette die wichtigsten

Rohstoffe für die Herstellung von

Biodiesel. Der Kraftstoff verbrennt umweltschonender

als Diesel aus fossilen

Rohstoffen und produziert weniger Feinstaub.

Als Nebenprodukte bei der Produktion

fallen Presskuchen und Glyzerin

an. Vom Hersteller dafür freigegebene

Fahrzeuge können ausschließlich mit

Biodiesel betrieben werden. Herkömmlicher

Diesel, dem zu fünf Prozent Biodiesel

beigemischt ist, kann in allen

Fahrzeugen verwendet werden und verringert

auch die Emission von Feinstaub.

Bioethanol

Benzin kann durch Bioethanol (umgangssprachlich

„Alkohol“) teilweise ersetzt

werden. Bioethanol wird vor allem

aus zucker- oder stärkehaltigen Feldfrüchten,

wie Zuckerrüben, Getreide,

Mais oder Kartoffeln, gewonnen. Vorteile

von Bioethanol sind die russfreie Verbrennung

sowie geringere Kohlenwasserstoff-,

Kohlenmonoxid- und Stickoxid-

Emissionen. Bioethanol ist in reiner

Form sowie als Beimischung zu Benzin

als Treibstoff geeignet. Die Konzentrationen

können zwischen fünf und 85 Volumenprozent

betragen. Konventionelle

Benzinmotoren können problemlos mit

Beimischungen bis fünf Volumenprozent

betrieben werden.

Biogas

Biogas ist ein methanhältiges Brenngas,

das in einem Gärprozess aus Biomasse

oder organischen Reststoffen hergestellt

wird. Durch Reinigung kann Biogas

auch Erdgasqualität erreichen und in

Otto-Motoren eingesetzt werden.

Strom

Hybridfahrzeuge bestehen aus einem

herkömmlichen Verbrennungsmotor mit

zusätzlichem Elektromotor samt Akku.

Dadurch können kleine, sparsame Verbrennungsmotoren

zum Einsatz kommen,

da das benötigte Drehmoment gemeinsam

mit dem Elektroantrieb erreicht

wird. Ein weiterer Vorteil liegt in der

Rückgewinnung der Energie aus den

Bremsvorgängen. Stromfahrzeuge stellen

alleine auf den Betrieb mit elektrischer

Energie ab. Dabei sollte sichergestellt

sein, dass der Strom aus erneuerbarer

Energie gewonnen wird.

Die Aufgabe des Fuhrparkmanagers ist

nun, Fahrzeuge mit der idealen Treibstoffart

für die entsprechende Nutzung

der Fahrzeuge im Fuhrpark auszuwählen.

Aspekte wie Reichweiten und Tankstellennetz

finden da genauso Berücksichtigung

wie der Wohnort oder die

Fahrgewohnheiten der Lenker.

Nach diesen zuvor festgelegten Kriterien

erfolgt nun die Auswahl des Fahrzeugs.

Nicht selten bedingt das eine Änderung

der Fahrzeugmarken im Fuhrpark,

denn die Modelle entwickeln sich

weiter und das Tankstellennetz wächst

ebenfalls.

All diese Aspekte hat der Fuhrparkmanager

zu berücksichtigen. Vorausschauend

beobachtet er auch das Tankstellennetz.

Wo wird denn wann eine

Tankstelle errichtet werden? Das ist

besonders bei Ethanol und Strom von

28 Leas•mich


Alternative Antriebstechnologien im

Fuhrpark, besonders umweltfreundlich

durch den Einsatz von Muskelkraft ...

großer Bedeutung, denn daraus leitet

sich wiederum in Abhängigkeit der

Reichweitenbedürfnisse die Markenoder

Modellwahl ab. Der Vorteil von ethanolbetriebenen

Fahrzeugen besteht wiederum

darin, dass in denselben Tank

konventionelles Benzin und/oder Ethanol

in beliebigem Mischverhältnis gefüllt werden

kann – flexibel eben, wie auch das

Wort Flexifuel suggeriert. In weiterer

Folge gilt es noch, Notwendigkeiten wie

den öffentlichen Verkehr oder Miet- und

Leihautos in den Fuhrpark zu integrieren.

Der künftige Fuhrpark soll trotz seiner

vornehmsten Aufgabe, Mobilität im

Unternehmen sicherzustellen, auch

umwelt- und ressourcenschonend sein.

Die Rolle des Fuhrparkmanagers der

Zukunft wird es sein, diese Mobilität zu

organisieren und das Unternehmen

bereits bei der Wahl des richtigen Fahrzeugtyps

zu unterstützen.

NEUE LEISTUNGEN IM SINNE

DER KUNDEN UND DER UMWELT

Fuhrparkmanagement bietet dem Kunden

die einfache und kostensparende

Nutzung der Firmenwagen und befreit

ihn vom damit verbundenen Verwaltungsaufwand.

Je nach Kundenwunsch

werden Komponenten wie die Finanzierung,

Technik, das Tanken, die Versicherung

oder das Reporting kombiniert. Darüber

hinaus ist auch der Umweltschutz-

Gedanke wichtig: Öko-Management-Beratung

wird daher zunehmend nachgefragt.

Dafür wird der geplante Fuhrpark

analysiert, bevor für die Neuanschaffung

dann jene Fahrzeuge vorgeschlagen

werden, die den geringsten CO 2

-Ausstoß

in der jeweiligen Fahrzeugkategorie aufweisen.

Umweltfreundlichkeit hat noch

einen zusätzlichen Bonus – sie rechnet

sich auch wirtschaftlich.

Als Zusatzleistung bietet die Raiff -

eisen-Leasing „Flexifleet“ an. Damit hat

jedes Unternehmen die Möglichkeit, den

Firmenfuhrpark entsprechend der Auftragslage

und den Anforderungen anzupassen

und so flexibel und individuell

wie möglich zusammenzustellen.

Die Abwicklung ist besonders kundenfreundlich

gestaltet, das gewünschte

Fahrzeug kann einfach über die Fuhrparkzentrale

telefonisch gebucht werden.

Von diesem Moment an übernimmt

die Raiffeisen-Leasing die gesamte Organisationsabwicklung,

zu der auch die

zeitgerechte Zustellung des Fahrzeugs

an die Kundenadresse zählt.

Das Zustellservice der Mietfahrzeuge

wird österreichweit angeboten. Im Zuge

dessen wird das bestellte Fahrzeug an

die Kundenadresse geliefert. Im Falle

einer Stundennutzung ist das Kfz in einer

der nächstgelegenen Parkgaragen

abzuholen. Somit wird den Kunden maximale

Flexibilität und individueller Service

geboten. Sämtliche Fahrzeugtypen

– vom Kleinwagen, Mittelklasse, Kombi,

Minivan, Klein-Lkw bis hin zum Fun-Car

– stehen zur Verfügung; beispielsweise,

um etwaige Spitzen abzudecken oder

außergewöhnliche Aufträge ausführen

zu können. So kann ein Unternehmen,

das nur selten Aufträge durchführt, die

einen Klein-Lkw erfordern, diese mit

einem Kastenwagen der Mietflotte erfüllen.

Würde das Unternehmen selbst in

einen Lkw investieren, wäre dies unwirtschaftlich,

denn das Fahrzeug hätte

enorme Stehzeiten. Jeder Wagen verliert

zudem monatlich an Wert und außerdem

wird damit Liquidität für andere

Investitionen blockiert. ı

Mag. Alfred Berger (FPM-Leiter der Raiffeisen-

Leasing), fährt im Elektroauto zu seinen Terminen.

NUMMER 3| OKTOBER2010 29


eportage

Hoch hinaus

Gemeinden setzen voll auf Kletterwände-Leasing. Um defizitäre gemeindeeigene

Tennishallen mit neuem Leben zu füllen, haben die Kletterspezialisten von Pantarai

mit Raiffeisen-Leasing ein attraktives Paket für Kommunen geschnürt.

Das Wiener Unternehmen Pantarai hat

sich ganz dem Klettersport verschrieben.

Bereits seit 1992 konzipiert und errichtet

der ehemalige Weltcup-Kletterer

Hans-Jörg Finsterer Kletterwände in

Österreich, Deutschland, Schweiz, Norditalien

und Skandinavien. Das Geschäft

boomt – die Nachfrage ist stark steigend.

„Unsere Kunden setzen sich aus

drei Gruppen zusammen: Private Kletterhallen

in Sportanlagen, alpine Vereine

und Gemeinden, die ihr Sportangebot

attraktiver machen wollen“, erklärt Finsterer

seine Kundenstruktur.

Bis vor kurzem waren Kletteranlagen

Unikate, die immer maßgeschneidert für

die jeweiligen örtlichen Verhältnisse angefertigt

wurden. Seit rund einem halben

Jahr gibt es spezielle Baukastensysteme

von renommierten Herstellern, das komplett

auf- und wieder abbaubar ist. Dadurch

ist die Wiederverwendbarkeit gewährleistet

– eine Grundvoraussetzung

für Leasing.

Seit 1992 konzentriert

sich Hans-Jörg Finsterer

(40) auf die Errichtung

von Kletterwänden.

1993 ging

die erste eigene Kletterhalle

in einer ehemaligen

Marmeladefabrik

in Tribuswinkel

in Betrieb, die im Jahr

2000 verkauft wurde.

Leasing-fähig

Bislang waren die Anfangsinvestitionen

in eine Kletterwand in Höhe von

€ 150.000,– bis € 500.000,– für finanzschwache

Gemeinden oft unerschwinglich.

Finsterer: „Unser Leasingpaket, das

wir gemeinsam mit Raiffeisen-Leasing

geschnürt haben, ist extrem attraktiv. Vor

allem dann, wenn die Gemeinde über

eine eigene Sporthalle verfügt, deren

Betrieb nicht kostendeckend ist.“

Josef Fleischhacker, bei Raiffeisen-

Leasing in der Absatzfinanzierung tätig,

pflichtet ihm bei: „Wir sind seit vielen

Jahren stark im Bereich der Kommunalfinanzierungen

engagiert. Indoor-Kletterwände

stellen sinnvolle Alternativen

zum Beispiel für die Nachnutzung von

gemeindeeigenen Tennishallen dar.“

Fleischhacker rechnet vor, dass sich die

Errichtung von Kletterwänden innerhalb

von drei bis fünf Jahren amortisiert, die

Leasingverträge laufen acht bis neun

Jahre.

Die Investitionen in die Kletteranlagen

werden mit einem kalkulierbaren Eigenmittelanteil

und einer mittelfristigen

Rückzahlung in monatlichen Raten getilgt.

Danach geht die Kletteranlage in

das Eigentum der Gemeinde über.

Für alle Beteiligten scheint sich mit

der Errichtung einer Kletterwand somit

eine win-win-Situation zu ergeben. Und

dies in einem rasch wachsenden Markt.

In Wiens größter Kletterhalle in Stadlau

drängen sich an Wochenenden im Winter

gleichzeitig bis zu 300 Kletter-Begeisterte,

sodass regelmäßig weitere Besucher

abgewiesen werden müssen.

Den Bedarf an Klettermöglichkeiten im

Großraum Wien schätzt Finsterer auf

weitere 12.000 m 2 Kletterfläche, allein

heuer werden noch zwei bis drei große

Hallen ihren Betrieb aufnehmen. Fleischhacker

ist davon überzeugt, dass dies

kein kurzfristiger Trend ist: „Viele Menschen

wollen auch in der Stadt ihrem

Hobby nachgehen.“ Obwohl die Kooperation

zwischen Pantarai und Raiffeisen-Leasing

erst seit rund einem Monat

läuft, stehen erste Leasingfinanzierungen

für Gemeinden bereits vor dem

Abschluss.

Anlagen-Service

Pantarai kümmert sich nicht nur um Planung,

Finanzierung und Errichtung von

neuen Anlagen, auch die Servicierung

der bestehenden Kletterhallen ist eine

wichtige Dienstleistung. ı

30 Leas•mich


kundenporträt

Nachhaltige Landwirtschaft: das Stift Schottengut gilt

als Vorzeigebetrieb in Bezug auf Kreislaufwirtschaft.

Landwirtschaft am Puls der Stadt

Das Schottengut um Wien wird seit seiner Gründung vor rund 850 Jahren

nachhaltig bewirtschaftet, obwohl dieser Begriff damals noch keine Bedeutung

hatte. Beschäftigung der Landbevölkerung und Ernährung der Wiener

Stadtbevölkerung durch die Landwirtschaft ist heute noch oberstes Gebot.

Die Nähe zur Stadt Wien bringt Vorteile:

kurze Transportwege, Erhalt des Erholungsraums,

das Land kommt in die

Stadt. Im Breitenleer Schottengut wird

schon seit den 1970er-Jahren Obst kultiviert.

Neue Entwicklungen im Obstbau

bei Sorten, Produktion oder Vermarktung

werden laufend umgesetzt, sodass

hohe Qualität an Äpfeln, Kirschen und

Zwetschken angeboten werden kann.

Die Produktion ist durch die Teilnahme an

Programmen zur Reduktion von Pflanzenschutzmitteln

und Düngern ökologisiert,

ein ausgeklügeltes Wassermanagement

und der Einsatz von Zisternen-

Regenwasser sparen kostbares Nass.

Änderungen hat es in den letzten

Jahrzehnten auch in der Produktion von

Ackerfrüchten gegeben. So wurde bereits

vor 35 Jahren der Energieeinsatz

durch Verzicht auf den Pflug verringert,

die damit verbundene minimale Bodenbearbeitung

unterstützt wiederum nachweislich

die Humusbildung. Diese Humusbilanz

wurde auch durch die Pflanzung

von Windschutzwäldern, die Bodenerosion

vermindern, positiv beeinflusst.

Der Einsatz von Schweinegülle

aus dem eigenen Betrieb spart eine

große Menge an mineralischem Dünger

ein. So ist diese Art der Landwirtschaft in

vielen Belangen traditionell eine Kreislaufwirtschaft.

Neue Wege mit nachwachsenden

Rohstoffen und Ökostrom ergänzen

diese Kreislaufwirtschaft. Neben den Lebensmitteln

Weizen, Raps, Zuckerrübe

und den Futtermitteln Mais und Futtergetreide

gedeihen im Stift Schotten

nachwachsende Rohstoffe. Diese werden

in der betriebseigenen Biogasanlage

zu Ökostrom und Biogasgülle umgewandelt.

Besonders dieser Nachhaltigkeitsanspruch

verbindet Stift und

Financier: zahlreiche zur Verarbeitung

notwendige Maschinen und Anlagen –

Apfelschälmaschinen, Beregnungsanlage,

Biogasanlage inkl. Gewächshaus

für Kirschen, eine Lagerhalle für die Äpfelsortierung

– wurden von der Raiffeisen-Leasing

finanziert. Die Abwärme der

Biogasanlage beheizt das Folienhaus,

in dem Kirschen kultiviert werden, die

Anfang Februar blühen und Ende März

die ersten Früchte tragen. Eine echte

Alternative zu „Flugkirschen“ aus Übersee,

noch dazu im Geschmack weit

überlegen.

Klosterbetriebe sind seit jeher Pionierbetriebe.

Zahlreiche Schritte zur Ökologisierung

der Produktion und die allgemeine

Klima-Diskussion veranlasste

die Stiftsverwalter, sich bereits im Jahr

2007 mit der Erstellung einer Ökobilanz

nach ISO 14040 zu beschäftigen. „Nicht

der Druck von außen oder ein ausschließlich

wirtschaftliches Interesse sind

Basis der Entscheidung, sondern das

Ziel, unsere umfassenden Leistungen,

die weit über Tisch, Trog und Tank hinausgehen

– unsere Umweltleistungen –

nach internationalen Standards abzubilden“,

erläutert DI Bernhard Schabbauer,

Verwalter der Schottengüter in Breitenlee.

Zu recht ist man stolz darauf, den

Konsumenten und Partnern nachweislich

Produkte mit Mehrwert anzubieten.

Mehrwert an Sicherheit, Ökologie und

dem Bewusstsein, etwas Gutes für die

Umwelt beizutragen – also ein reines

ökologisches Gewissen zu haben. ı

NUMMER 3| OKTOBER2010 31


lifestyle

Poker: Trendsport

oder Glücksspiel?

Poker ist in aller Munde – sei es online, im

Freundeskreis oder sogar als Firmen- und

Charity-Event. Die Faszination Poker beleuchtet

DI (FH) Thomas Trethan, Teamleiter der IT-Anwendungsentwicklung

der Raiffeisen-Leasing.

Ein schwach beleuchtetes Hinter -

zimmer, Zigarrenrauch und Whiskys,

zwielichtige Gestalten spielen mit dem

Revolver im Halfter um ihre Existenz.

Jeder kennt dieses verruchte Bild aus

diversen Western- oder Gangsterfilmen.

Damit hat das moderne Pokern der heutigen

Zeit bis auf die grundlegenden

Spielregeln nichts mehr gemein.

Poker lässt sich auf das deutsche

Spiel Poch und das französische Pendant

Poque aus dem 15. Jahrhundert

zurückführen. Heute existieren verschiedene

Varianten, darunter Five Card

Draw (der Klassiker, bei dem jeder Spieler

fünf Karten erhält und einmal tauschen

darf), Stud, Omaha und die derzeit

beliebteste Form Texas Hold’em.

Gespielt wird stets mit einem französischen

Blatt zu 52 Karten. Jeder Spieler

setzt ohne Wissen um das Blatt seiner

Gegner Wetteinsätze auf die Gewinnchancen

seiner eigenen Hand. Der Spieler

mit dem besten Blatt bzw. der Übriggebliebene,

falls alle anderen Spieler

vorzeitig aussteigen, gewinnt alle Einsätze,

den Pot.

Vor allem vorangetrieben durch die

US-Glücksspielindustrie hat der Poker-

Boom schließlich 2005 mit kräftiger

medialer Unterstützung auch in Europa

eingesetzt. Genau zu jener Zeit bin auch

ich mehr durch Zufall in die öster -

reichische Pokerszene gestolpert, als

ich bei einem Turnier der Austria Pokersport

Association (APSA) teilgenommen

habe. Im Vordergrund stand hierbei

nicht der Gewinn von Geld, sondern

gemäß dem Leitbild der APSA der sportliche

Aspekt, sich mit anderen Spielern

zu messen und möglichst viele Rang -

listenpunkte zu erspielen.

Gespielt wurde die mir damals unbekannte

Variante Texas Hold’em. Jeder

Spieler erhält lediglich zwei verdeckte

Karten (Pocket Cards), die nur er selbst

kennt. Zusätzlich werden sukzessive fünf

Karten offen auf dem Tisch ausgelegt

(Community Cards), die jeder Spieler

zur Bildung seines besten Pokerblatts,

bestehend aus fünf Karten, nutzen darf.

Dazwischen finden mehrere Setzrunden

statt, in denen die Spieler Einsätze bringen,

um den Pot möglichst groß zu machen

bzw. alle Gegner vorzeitig zum

Aussteigen zu bewegen. Das Spielprinzip

ist einfach, die erfolgreiche Umsetzung

hingegen nahezu ein Kunsthandwerk,

wie ich selbst lernen musste. Zwar

ist Poker wie jedes Kartenspiel ein

Glücksspiel, jedoch ist der Faktor

Mensch keineswegs zu unterschätzen.

Wer dauerhaft erfolgreich sein will,

braucht mehr als nur Kartenglück.

„Don’t play your cards, play your opponent“

ist mein persönliches Motto und

drückt dies wohl am besten aus. Da keiner

die genauen Pocket Cards der Gegner

kennt, versucht man diese aufgrund

von Verhaltensweisen zu deuten. Jede

Aktion eines Spielers lässt Rückschlüsse

auf sein Blatt zu, sei es ein Wetteinsatz,

die Körpersprache oder auch nur eine

beiläufige verbale Bemerkung. Gute

Spieler nutzen bewusst diese Aspekte,

um ihre Gegner in die Irre zu führen. Ist

ein hoher Wetteinsatz dann nur ein Bluff

oder bedeutet es tatsächlich eine starke

Hand? Ist ein desinteressierter Gegner

schwach oder lässt er mich in eine Falle

laufen? Die Herausforderung ist also,

sein eigenes Spiel zu variieren, undurchschaubar

zu bleiben und im Idealfall

den Gegner falsche Tatsachen glauben

zu lassen, und gleichzeitig dessen

Verhalten zu interpretieren und zum

eigenen Vorteil zu nutzen.

Poker ist mehr als nur ein Spiel; es

erfordert neben Taktik und Menschenkenntnis

ein hohes Maß an Konzentration,

Aufmerksamkeit und Selbstkontrolle.

Derzeit laufen Bestrebungen, dass

die International Federation of Poker

(IFP) als Mitglied der International Mind

Sport Association (IMSA) aufgenommen

und Poker neben Schach, Go, Dame

und Bridge international als Denksport

anerkannt wird. Langfristiges Ziel ist eine

Teilnahme an den World Mind Sport

Games. Bis es soweit ist, wird nach wie

vor in Turnieren wie der World Series of

Poker (WSOP) oder der World Poker

Tour (WPT) nicht nur um hochdotierte

Preise gespielt, sondern jeder versucht

sich einen Namen zu machen und sich

gegenüber seinen Konkurrenten zu behaupten.

Das europäische Pendant ist

die European Poker Tour (EPT), in Österreich

existieren der Österreichische

PokerSportVerband (ÖPSV) sowie die

32 Leas•mich


Pokern ist ein Strategiespiel: „Don’t play

your cards, play your opponent.“ Da keiner

die genauen Pocket Cards der Gegner kennt,

versucht man diese aufgrund von Verhaltensweisen

zu deuten.

Austrian Pokersport Association (APSA).

Letztere hat es in den vergangenen

Jahren geschafft, österreichweit eine

Bundesligastruktur für Pokervereine einzuführen

und somit den sportlichen

Gedanken massiv zu fördern.

Neben offiziellen Turnieren oder

Casinos kann Poker auch in den zahlreichen

online-Pokerräumen im Internet

gespielt werden. Viele Anbieter ermöglichen

das Spiel mit Spielgeld, sodass

Leasing Charity Poker

man auf einfach Weise ohne echte Geldeinsätze

in die Pokeratmosphäre eintauchen

und ausprobieren kann. Onlinepoker

kann jederzeit mit beliebigen

Leuten rund um die Welt gespielt werden.

Die meisten Softwareprodukte unterstützen

die Spieler und ermöglichen

dadurch einen leichten Einstieg. Weiters

weiß man stets um den exakten Chip-

Count aller Mitspieler Bescheid. Andererseits

muss man dafür den Nachteil in

Unter zahlreicher Teilnahme von Vertretern der Leasingindustrie ging das

1. Charity Poker Event in den Räumlichkeiten der Casinos Austria über

die Bühne. Dabei wurden für karitative Zwecke € 2.300,– gespendet.

Kauf nehmen, dass man seine Gegner

nicht live beobachten kann, womit ein

wesentlicher Aspekt des Pokerns verloren

geht.

Wo auch immer Poker heute gespielt

wird, es begeistert mehr und mehr Spieler

aller Altersklassen. Es bietet einen

Raum für ein gesellschaftliches Zusammenkommen

und um sich mit anderen

sportlich zu messen. Zocken, bluffen

und taktieren, spielen und gespielt werden,

in die einzigartige Atmosphäre am

Pokertisch eintauchen, das ist die Faszination

Poker. Vielleicht sitzen wir uns

schon beim nächsten Spiel gegenüber,

bis dahin wünsche ich ein gutes Blatt. ı

Am 4. März 2010 lud IT Finance Consulting (ITFC) zum 1. Leasing Charity Pokerturnier

in das Casino Wien auf der Kärntnerstraße ein. Unter reger Beteiligung von

Raiffeisen schlug sich die Raiffeisen-Leasing exzellent.

Teilnehmer waren u.a. EBV Leasing, Unicredit Leasing, Bawag-PSK Leasing, Raiffeisen-Leasing International und Gastgeber

ITFC. Die Raiffeisen-Leasing zeigte sich sehr pokerfreudig: Mit Michael Ohner, Dieter Scheidel (RLI), Ingo Oberortner,

Günter Strobl, Walter Kaufmann, Iris Scharbach und Ulrike Schmied war sie unter den insgesamt 30 Teilnehmern stark

vertreten. Auf den Finaltisch schafften es schließlich fast alle Raiffeisen-Leasing-Teilnehmer: Michael Ohner, Dieter Scheidel,

Ulrike Schmied, Iris Scharbach und Günter Strobl.

Der erste Platz ging an Günter Strobl vor Peter Schachner (ITFC) und Michael Steiner (EBV Leasing).

Als Spende kamen insgesamt € 1.500,– für eine erkrankte Kollegin in der Leasingbranche zusammen, die von Fr. Monsberger

(ITFC) übernommen wurde. Aufgrund des positiven Feedbacks der Teilnehmer wird im Herbst 2010 ein weiterer

Pokerabend für die Leasingindustrie stattfinden.

NUMMER 3| OKTOBER2010 33


facts&figures

10000

8000

6000

4000

2000

Insolvenzstatistik

Ó Insolvenzen Ó Privatkonkurse Ó Neuprotokollierungen

Der von vielen befürchtete Insolvenz-Tsunami ist nicht nur

ausgeblieben, die Zahlen der Unternehmenszusammenbrüche

sind sogar im einstelligen Bereich gegenüber dem

Vergleichszeitraum 2009 zurückgegangen. Die Krise ist

für Österreichs Wirtschaft weit glimpflicher verlaufen als

in anderen europäischen Ländern. Das liegt daran, dass

Österreich ein sehr wohlhabendes Land ist, aber auch

an der raschen und beherzten Reaktion der Politik. Jedoch

ist der Zenit laut KSV von 1870 noch nicht überschritten.

Der erste Ansturm ist bewältigt, aber eine zweite Welle

an Insolvenzen wird nicht vermeidbar sein. Diese kommt

wahrscheinlich erst dann in Gang, wenn der Aufschwung

sich verstärkt hat und die Zinsen angehoben werden.

Quelle: KSV

0

1. Halbjahr 2008 1. Halbjahr 2009 1. Halbjahr 2010

Aufschwung mit anhaltender Unsicherheit

Durch die Abwertung des Euro begünstigt, sollte der Export des Euro-Raumes in der zweiten Jahreshälfte

2010 weiter expandieren. Im Jahr 2011 wird der Aufschwung im Euro-Raum jedoch verhalten ausfallen.

Mit einiger Verzögerung gegenüber den USA und Asien hat

nunmehr auch im Euro-Raum ein kräftiger Aufschwung der Industriekonjunktur

eingesetzt: Begünstigt durch die Abwertung

des Euro und die nach wie vor starke Nachfrage aus Fernost entwickelte

sich der Export im 2. Quartal außerordentlich gut und

kurbelte – trotz der Turbulenzen um die hohen Budgetdefizite einiger

südlicher Länder im April und Mai – die Binnennachfrage

an. Die Wirtschaft des Euro-Raums expandierte gegenüber dem

Vorquartal um 1,0 %. Vom besonders lebhaften Wachstum in

Deutschland (+2,2 %) profitierten auch die Nachbarländer, darunter

Österreich, während die Wirtschaft in den südlichen

Schuldnerländern des Euro-Raumes weiterhin stagnierte.

Für den Euro-Raum und die ostmitteleuropäischen Länder

zeigen die Frühindikatoren für die zweite Jahreshälfte 2010

weiterhin ein überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum an.

Mit dem Auslaufen des Impulses, der durch die Abwertung entstanden

ist, wird die Exportsteigerung im weiteren Jahresverlauf

verflachen. Die Verbesserung der Kapazitätsauslastung

und der Gewinnlage dürfte auch die Anlageinvestitionen der

Unternehmen beleben. Damit wird ein Rückfall in eine Rezession

zunehmend unwahrscheinlich.

Dennoch dürfte der Aufschwung im Euro-Raum im Jahr

2011 verhalten bleiben. Zum einen wird der Export langsamer

wachsen als 2010. Zum anderen werden die anstehenden

Maßnahmen zur Budgetkonsolidierung die private Nachfrage

dämpfen. Dies gilt insbesondere für jene Länder des Euro-Raumes,

die mit schwacher Wettbewerbsfähigkeit und den Nachwirkungen

von Immobilienpreisblasen konfrontiert sind. Das

hohe Staatsdefizit dieser Länder und die ausgeprägten Ungleichgewichte

im Euro-Raum bedeuten weiterhin ein Risiko.

In Deutschland und seinen Nachbarländern wird die Wirtschaft

damit stärker expandieren als im südlichen Euro-Raum.

Für Österreich erwartet das WIFO ein Wirtschaftswachstum

von 2,0 % für 2010 und 1,9 % für 2011. Die Erholung wird primär

vom Warenexport getragen, der mit Raten von +12,0 %

2010 und +7,3 % 2011 gegen Ende 2011 das Niveau von 2008

wieder erreichen wird. Dank der günstigen Exportaussichten

ist auch eine Stärkung der heimischen Nachfrage zu erwarten.

Die Ausrüstungsinvestitionen werden sich zunehmend stabilisieren

und der private Konsum wird mit der Verbesserung der

Wirtschaftslage über den gesamten Prognosezeitraum weiterhin

stetig wachsen.

6

Langfristige Zinssätze

in Prozent

6

Kurzfristige Zinssätze

in Prozent

4

Verbraucherpreise

in Prozent

5

4

USA

5

4

3

2

Österreich

Quelle: WIFO

3

2

1

0

2007

Österreich

Japan

2008 2009 2010e 2011e

3

2

1

0

2007

Euro-Raum

USA

Japan

2008 2009 2010e 2011e

1

0

-1

-2

2007

USA

Japan

2008 2009 2010e 2011e

34 Leas•mich


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Das Kundenmagazin der Raiffeisen-Leasing 3|2009

Kommunales

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Menschen Gerald Steger, café & co

Recht Schwellenwerteverordnung 2009

Ökoprojekte Zukunftsmarkt Elektromobilität

Das Kundenmagazin der Raiffeisen-Leasing 1|2010

Die Zukunft

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Umweltminister Nikolaus Berlakovich

Antikorruptionsrecht: Reform der Reform

Energieautark durch Windkraft

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Das Kundenmagazin der Raiffeisen-Leasing 2|2010

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Menschen Thomas Krautschneider, CEO Salesianer

Ökologiegespräch Die Krise ist vorbei?

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