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SPRACHROHR 6/2008

Zeitung des ver.di-Landesfachbereichs Medien, Kunst und Industrie Berlin-Brandenburg.

SPRACHROHR

SPRACHROHR Mitgliederzeitung de s Fac h b e r e i c h e s Me d i e n, 18. Jahrgang Nr. 06 Ku n s t u n d In d u s t r i e Be r l i n-Br a n d e n b u r g 15. Dezember 2008 Foto: transit / v. Polentz Aus dem Inhalt Seite 3 Nicht aufgeben: Wir brauchen multikulti Mittelseiten Ein Herz für Sat.1 Weihnachten ist krisenfrei! In dieser Hoffnung allen Sprachrohrleserinnen und -lesern »spannungsfreie« Weihnachtstage. Freuen wir uns gemeinsam auf ein spannendes 2009! Das Sprachrohr wird dazu beitragen. Versprochen. Von der Redaktion. Mitten unter den protestierenden Sat.1-Beschäftigten schwingt Gevatter Hein seine Hippe: Mit Senderverlagerung von Berlin nach München und Umstrukturierung werden Arbeitsplätze gekillt. Sat.1 schlägt mit dem Puls dieser Stadt Medienstandort Berlin droht mit Sender verlagerung Substanzverlust Heuschrecken vernichten Arbeitsplätze! Wir wollen hier bleiben! – auf den Treppen des Konzerthauses am Berliner Gendarmenmarkt und mehrfach mitten in der Stadt protestierten die Beschäftigten des Fernsehsenders Sat.1 in den zurückliegenden Wochen gegen die Pläne des TV- Konzerns, große Teile des Senders nach München zu verlagern. Beabsichtigt ist, dass mit den Redakteurinnen und Redakteuren auch sämtliche Verwaltungsfunktionen und die Vertriebsgesellschaften SevenOneMedia und Se venOneInteraktive umziehen. Nur die Nachrichtensender N24 und die Zentralredaktion für die aktuelle Berichterstattung sollen in der Hauptstadt bleiben. 225 Arbeitsplätze sollen insgesamt im Konzern abgebaut werden. Dagegen regt sich massiver Protest in der Belegschaft und der Öffentlichkeit. Ende November trafen sich ver.diund DJV-Mitglieder des Senders zu einer Mitgliederversammlung, eine dort gewählte Tarifkommission forderte Vorstand Guillaume de Posch zu Tarifverhandlungen auf. Erstmalig wurde am 10. De zember über vier Kernforderun gen verhandelt: Die Arbeitsplätze am Standort Berlin sind zu erhalten. Ein Moratorium soll bis 30.Juni die geplanten Maßnahmen aussetzen. Eine Beschäftigungsgarantie soll die betroffenen Arbeitnehmer für mindestens fünf Jahre schützen. Zudem soll für den Fall der Verlagerung von Arbeitsplätzen ein Sozialtarif vereinbart werden. »Wir wollen die Sender- Mitarbeiter bestmöglich gegen die wenig nachvollziehbaren Pläne der Unternehmensleitung absichern«, erklärt ver.di-Verhandlungsführer Matthias von Fintel. Vor allem solle darüber verhan­ delt werden, die Beschäftigten in Berlin zu halten. Auch Klaus Wowereit will den ProSiebenSat.1-Vorstand davon überzeugen, seine Beschäftigten hier zu lassen, weil ein Umzug des Senders dem Medienstandort Berlin herbe Substanzverluste bescheren würde. Der Senat verhandelt über eine Standortgarantie. Für deren Verlängerung bis 2015 würde das Land auf die Rückforderung von Investitionszuschüssen verzichten. Wirtschaftssenator Wolf verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass die Fördergelder aus öffentlichen Kassen, die Sat.1 bei der Ansiedelung erhielt, mit Bindungsfristen für Berlin einhergehen. Die gelten bis 2011 für die erste Tranche und für die zweite bis 2012. Falls keine verbindlichen Zusagen für den Erhalt der Arbeitsplätze erfolgten, werde es Rückforderungen an den Sender geben, kündigte Wolf an. (Siehe auch Mittelseiten 8/9) B.E.