Jahresbericht 2005 Universitätsspital Basel

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Jahresbericht 2005 Universitätsspital Basel

Jahresbericht 2005

Universitätsspital Basel

Netzwerkstrategie statt Monopolstellung | Vernetzungen, Kooperationen und Partnerschaften | interdisziplinär


Jahresbericht 2005

Universitätsspital Basel


Inhaltsverzeichnis

Inhalt

Vorwort der Direktorin Seite 4

Neue MR-Forschungssysteme am Universitätsspital Seite 6

Kompetenzzentrum Stammzelltransplantation Seite 8

Im Kampf gegen die Fettsucht Seite 10

Interdisziplinarität im Behandlungszentrum Bewegungsapparat Seite 12

Nierentransplantation über die Blutgruppenbarriere Seite 14

Auf dem Weg zur risikofreien vorgeburtlichen Diagnose Seite 16

Pflegewissenschaft – Brückenschlag zwischen Theorie und Praxis Seite 18

Die neue Notfallstation Seite 20

Intensives Jahr für die OIB Seite 22

Erfolgsstory rauchSTOPP Basel Seite 24

Asim – Schnittstelle zwischen Medizin und Versicherung Seite 26

Mangelernährung – ein Thema auch im Universitätsspital Seite 28

Augenchirurgie: Spitzenleistung Miniaturisierung Seite 30

Offene Türen Seite 32

Kennzahlen im Überblick Seite 35

Bilanzen des Universitätsspitals Basel Seite 37

Erfolgsrechnungen des Universitätsspitals Basel Seite 38

Anhang zur Jahresrechnung 2005 des Universitätsspitals Basel Seite 40

Grafiken Seite 43

Jahresdaten 2005 zum stationären Bereich Seite 44

Pflegetage Seite 45

Organigramm Seite 46

Personal Seite 47

3


Vorwort der Direktorin

Editorial

Geschätzte Leserin

Geschätzter Leser

Netzwerkstrategie statt Monopolstellung: Im Jahr

2005 setzte das Universitätsspital Basel (USB) den

Fokus auf Vernetzungen, Kooperationen, Partnerschaften.

Diese auf möglichst breiter, will heissen

auch interdisziplinärer und grenzübergreifender

Ebene auszubauen und zu vertiefen, stand ganz

oben auf der Prioritätenliste unseres Spitals. Die Diskussionen

und Auseinandersetzungen um das spitzenmedizinische

Angebot in der Schweiz, welche

das USB auch 2005 stark tangierten und es bis

heute tun, führten geradezu zu einem verstärkten

Engagement, sich mit weiteren Partnern zu verbünden

oder die bereits bestehende Zusammenarbeit

zu vertiefen, um sie auf eine zukunftsgerichtete,

tragfähige Basis zu setzen.

Das USB hat sich für eine Netzwerkstrategie mit

fünf Zentren – Basel, Bern, Genf, Lausanne, Zürich

– ausgesprochen. Bei der Netzwerkstrategie ist vorgesehen,

dass die fünf Zentren im Interesse einer

hohen Qualität für die ganze Schweiz ihre Stärken

ausbauen und Schwerpunkte bilden. Dadurch ist

der Zugang zur hoch spezialisierten Medizin im

ganzen Land gewährleistet.

Das Universitätsspital Basel und die Fakultät gewinnen

stetig sowohl lokal als auch regional und national

an Attraktivität für Patientinnen, Patienten, Studierende,

Lernende und Forschende. Ein Beispiel

für die nationale Festigung sind die Schwerpunkte

des USB auf dem Gebiet der Transplantation –

Stammzellen, Niere und Herz. Am Beispiel der ersten

erfolgreich durchgeführten Lebendnierentransplantation

über die Blutgruppengrenze hinweg dokumentierte

das USB auch, dass es zu Recht als

eines von fünf Schweizer Spitzenmedizinzentren

vorgesehen ist. Mit einem neuen Verfahren ist es

den Basler Spezialisten gelungen, die Abstossreaktionen

gegen die transplantierte Niere trotz unterschiedlichen

Blutgruppen zu unterbinden. Sowohl

die Empfänger als auch die Spender sind nach den

innovativen Eingriffen heute wohlauf!

Grenzüberschreitend – was sich bei der geografischen

Lage Basels geradezu ideal anbietet – bestehen

seit Jahren Kooperationen. Gegenwärtig ist das

USB in der Regio mit den Kliniken der Landkreise Lörrach

und Rheinfelden sowie mit der Universitätsklinik

Freiburg i.Br. in wesentlichen Teilbereichen vernetzt.

Im Berichtsjahr wurde die Zusammenarbeit mit unseren

Partnern bei der medizinischen Versorgung

ausgebaut und wurden die Kontakte intensiviert.

Jahresbericht Universitätsspital Basel 2005


Editorial

Ein weiterer Brückenschlag gelang dem USB und

der medizinischen Fakultät mit der forschenden Industrie.

Als Zeichen einer erfolgreichen Entwicklungs-,

Forschungs- und Finanzierungskooperation

kann zum einen der neu geschaffene Forschungsschwerpunkt

«Clinical Morphology and Biomedical

Engineering» gelten. Zum anderen – ebenso aufgrund

jahrelanger enger Kontakte zwischen der forschenden

Industrie und Fachleuten aus dem USB –

konnten zwei spezielle Magnetresonanz-Forschungssysteme

im USB in Betrieb genommen

werden. Beide Begebenheiten sind als Meilensteine

zu werten und zeugen von einer erfolgreich gestalteten

Partnerschaft. Neuentwicklungen und -installationen

sowie Forschungsinteresse stehen zudem

für hohen medizinischen Standard und moderne

Qualität, die national und international Anerkennung

findet und welche die Attraktivität des USB steigert.

Kooperationen und Partnerschaften bilden das tragfähige

Netz für einen starken Universitäts- und Forschungsstandort

Basel. Es lassen sich auch immer

mehr Patientinnen und Patienten, die nicht in Basel

zu Hause sind, im Universitätsspital Basel untersuchen

und behandeln.

Mit der Gründung spezifischer Zentren, dem Behandlungszentrum

Bewegungsapparat, dem Lungenzentrum

und dem Brustzentrum sind drei interdisziplinäre

Einheiten geschaffen worden, die ganz

auf den medizinischen Befund, dessen Behandlung

und Therapie ausgerichtet sind und dadurch der Patientin

/dem Patienten optimale, ineinander greifende

und aufeinander abgestimmte Behandlungen garantieren.

Als Novum in der Schweiz und einzigartig in Europa

darf die Abteilung Klinische Pflegewissenschaft, die

im Dezember 2005 ihre Arbeit aufgenommen hat,

gelten. Die Abteilung steht für den Brückenschlag

zwischen Pflegepraxis und Pflegeforschung. Ihr

Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung der Patientensicherheit

und der Pflegequalität, der Forschungsumsetzung

und der Lehre.

Mit Blick auf die Kennzahlen des Betriebsjahres

2005 kann man von einem Jahr der geringfügigen

Bewegungen sprechen. So bewegt sich die Patientenzahl

(26’401 behandelte Patientinnen/Patienten)

in der Grössenordnung des Vorjahres. Die Anzahl

Pflegetage ist um 1,5 % auf 220’709 zurückgegangen,

was auf eine verkürzte Verweildauer von 8,4

Tagen zurückzuführen ist. Der Personalbestand ist

marginal gesunken. Finanziell kann auf ein erfolgreiches

Jahr zurückgeschaut werden. Aufwand und

Ertrag haben sich gleichläufig entwickelt. Insgesamt

zeigen die finanziellen Kennzahlen des USB, verbunden

mit einer weiteren Effizienzsteigerung, eine befriedigende

Entwicklung.

Innovativ sein, neue Zeichen setzen, manchmal

auch den Rahmen sprengen und mutig Pionierarbeit

leisten ist eine Qualität, die das USB mit seinen Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern auszeichnet. Die vielfältigen,

anspruchsvollen und teilweise ehrgeizigen

Vorhaben sind nur dann realisierbar, wenn der Funke

der Dynamik auf weite Kreise überspringt. An dieser

Stelle bedanke ich mich bei allen, die mit Engagement

ihre Aufgaben erfüllen und somit wesentlich

dazu beitragen, dass das USB innovativ bleibt. Die

Anstrengungen, die wir dafür in Kauf nehmen, teilen

wir uns auf, in gleicher Weise wie wir Anteil haben

an der schönen Seite, dem Erfolg.

Rita Ziegler, lic. oec. HSG

Direktorin

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Neue MR-Forschungssysteme am Universitätsspital

Forschung

Moderne Medizintechnik ist das Resultat interdisziplinärer Zusammenarbeit

von Klinik, Lehre und Forschung. Darauf basiert auch

das erfolgreiche Forschungsprogramm Magnet-Resonanz (MR) des

Universitätsspitals Basel.

Am 24. November 2005 empfingen Rita Ziegler als

Direktorin des Universitätsspitals Basel und Prof.

Wolfgang Steinbrich als Vorsteher der Radiologie im

USB Prominente aus Wirtschaft, Politik und Universität

zu einem feierlichen Symposium. Zum Thema

«Forschende Industrie und universitäre Forschung:

Zweckgemeinschaft oder Konzept für die Zukunft?»

diskutierten unter der Leitung des Dekans der Medizinischen

Fakultät Prof. André Perruchoud unter anderen

Regierungsrat Dr. Carlo Conti, Rektor Prof.

Ulrich Gäbler, Daniel Vasella, Chairman und CEO Novartis

International AG, sowie Erich R. Reinhardt, Vorstandsmitglied

von Siemens AG. Der Anlass für diese

hochkarätige Tagung war in Zeiten beschränkter

Budgets kein alltäglicher: Dem USB stehen nun zwei

neue Magnetresonanz-Forschungssysteme mit jeweils

1,5 und 3,0 Tesla Feldstärke zur Verfügung.

MR-Forschung ist interdisziplinär

Diese moderne Medizintechnik ist das Resultat jahrelanger

wissenschaftlicher Bemühungen interdisziplinär

zusammengesetzter Arbeitsgruppen des

Universitätsspitals einerseits und enger Kontakte zur

forschenden Industrie anderseits. Namentlich im

Bereich der Medizintechnologie bzw. im Bereich

Pharma haben international führende Unternehmen

einen substanziellen Beitrag daran geleistet. Sowohl

Daniel Vasella als auch Erich R. Reinhardt betonten in

ihren Ansprachen, dass diese Unterstützung keine

Gefälligkeit sei, sondern Ausdruck und Folge der qualitativ

hoch stehenden Forschungsleistung und des

Zukunftspotenzials der USB-Arbeitsgruppen.

Laut Reinhardt erhofft sich Siemens neben der Erprobung

von Untersuchungssequenzen, die das

Potenzial der neuen Geräte auch an anderen Standorten

optimal nutzen helfen, viel von der Zusammenarbeit

mit der hiesigen Forschungsgruppe

Magnetresonanz-Physik. Ausgehend von einer

speziellen Forschungsförderung des Schweizer

Nationalfonds sowie der Forschungskooperation

mit der Firma Siemens konnte sich diese Gruppe

mit inzwischen mehr als 10 Mitarbeitenden in der

Radiologie des USB etablieren. Die Physikergruppe

ist zentraler Bezugspunkt für alle, die an den neuen

Geräten arbeiten. Allein in den letzten vier Jahren

konnten fünf neue Verfahren zum Patent angemeldet

werden, die zurzeit gemeinsam mit anderen,

internationalen Forschungszentren klinisch evaluiert

werden.

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Forschung

Schwerpunkt Angiografie

Ein weiterer Schwerpunkt des Basler MR-Forschungsprogramms

ist die Nutzung der neuen Technologie

für Interventionen an Gefässen. Derzeit wird

für die meisten invasiven Verfahren in der Radiologie

zur Lokalisation und zur Dokumentation die

Röntgenstrahlung herangezogen. Dies ist für Patienten

und Untersuchende im Einzelfall mit erheblicher

Strahlenbelastung verbunden. Die Möglichkeit,

eine Intervention mittels MR zu steuern, ist hier

ein neuer und nicht mehr mit Röntgenstrahlen belasteter

Ansatz. Die Radiologie am USB hat es sich deswegen

zur Aufgabe gemacht, die MR-Angiografietechnik

in Zusammenarbeit mit der Firma Siemens

zur Interventionsreife zu bringen. Es sind bereits

mehrere Vorstudien zu diesem Thema durchgeführt

und publiziert worden. Ein spezieller Führungsdraht,

der alle erforderlichen Eigenschaften für die speziellen

Bedingungen im MR besitzt und dennoch allen

Anforderungen einer präzisen Gefässintervention

gerecht wird, ist in Entwicklung. Die Besonderheiten

der intraarteriellen Kontrastmittelapplikation konnten

am Modell und am Menschen getestet werden.

Inzwischen wurden in einer Pilotstudie in Zusammenarbeit

mit der Abteilung für interventionelle

Radiologie die ersten invasiven MR-Angiografien an

Patienten durchgeführt.

MR-Einsatz in Multiple-Sklerose-Forschung

Die Firma Novartis, die sich substanziell an der Erstellung

des 3-Tesla-MR-Geräts beteiligt hat, entwickelt

zurzeit in Zusammenarbeit mit der MS-Forschungsgruppe

am USB ein neues Medikament in

Tablettenform für die Behandlung von multipler

Sklerose. Am MS-MRI-Evaluationszentrum, das hier

interdisziplinär von Neuroradiologen und Neurologen

betrieben wird, sind die MR-Bilder aus der ersten

internationalen Studie zu diesem Medikament

zentral ausgewertet worden und sollen nun auch für

die folgende grosse Phase-III-Studie beurteilt werden.

Mit Hilfe neuer Untersuchungssequenzen, welche

Gewebsveränderungen im Gehirn exakter erfassen

und in der neu mit Unterstützung der Schering

AG eingerichteten Arbeitsgruppe für Gewebscharakterisierung

entwickelt und erprobt werden, sollen

die erhofften positiven Auswirkungen solcher Behandlungen

auf das Hirn- und Rückenmarksgewebe

von MS-Betroffenen genauer erfasst werden. Solche

Verfahren finden auch Anwendung in Untersuchungen

zur frühen Erkennung, Verlaufs- und Therapiebeurteilung

bei Demenz. Letztere ist ein weiteres

hochaktuelles Schwerpunktthema sowohl der forschenden

Pharmaindustrie als auch interdisziplinärer

Arbeitsgruppen mit Neuroradiologen, Neuropsychologen

und Neurologen im USB.

MR-Forschung im Dienst der Patienten

Am wissenschaftlichen Teil des Symposiums sprachen

Vertreter der beteiligten Arbeitsgruppen über

Errungenschaften und laufende wissenschaftliche

Projekte sowie deren Auswirkungen auf eine moderne

Patientenversorgung. Durch die leistungsfähigeren

Systeme wird es möglich, Gefässtherapien

dreidimensional und ohne Strahlenbelastung zu

steuern, verschiedene Krankheitsprozesse besser

zu verstehen, Diagnosen noch rascher und präziser

zu stellen und dadurch sowohl den Krankheitsverlauf

besser vorauszusagen als auch die Therapie exakter

auf die Krankheitssituation abzustimmen. Die

neuartige Konstruktion der Geräte lässt nicht zuletzt

auch patientenfreundlichere Untersuchungen zu.

Die neu eingerichteten Forschungssysteme stärken

dem Universitäts- und Forschungsstandort Basel

den Rücken auch in seiner Funktion als spitzenmedizinisches

Zentrum nicht nur für ausserkantonale

Schweizerinnen und Schweizer, sondern auch für

viele ausländische Patientinnen und Patienten, die

sich bei uns untersuchen und behandeln lassen.

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Kompetenzzentrum Stammzelltransplantation

Stammzellen

Mit der Akkreditierung als Stammzelltransplantationszentrum setzt das

USB ein klares Zeichen als führendes Kompetenzzentrum in der Behandlung

schwerer hämatologischer Krankheiten. Sie ist eine Voraussetzung für den

zukünftigen Einsatz von Stammzellen bei anderen Anwendungen.

Die Abstimmung über die Stammzellforschung in

der Schweiz hat die Bedeutung von Stammzellen in

der Medizin ins Bewusstsein gebracht. Diese werden

als eine der entscheidenden Therapieformen

des 21. Jahrhunderts für die Behandlung von Organversagen

verschiedener Ursachen bezeichnet. Diese

Zukunftsvision ist für Patienten mit schweren angeborenen

oder erworbenen Krankheiten des blutbildenden

Systems heute bereits Alltag. Für viele Patienten

mit Leukämien, Lymphomen, ausgewählten

Tumoren im Kindesalter oder aplastischer Anämie

bildet die Stammzelltransplantation heute eine reale

Möglichkeit.

Ein Kompetenzzentrum

Das Stammzelltransplantationsteam der Universität

Basel verfügt über ein Transplantationszentrum, das

alle Formen der hämatopoietischen Stammzelltransplantation

für Kinder und erwachsene Patienten

anbietet. Knochenmarktransplantation, periphere

Blutstammzelltransplantation und Nabelschnurbluttransplantation

für autologe und allogene Transplantationen

sind möglich (autolog = Stammzellen vom

Patienten selbst, also patienteneigene Stammzellen;

allogen = Stammzellen von einem gesunden Spender,

d. h. von Geschwistern oder nicht verwandten

Spendern). Das Zentrum basiert auf einer langjährigen

Tradition am Universitätsspital. Gegründet 1973

durch den damaligen Leiter, Prof. Dr. Bruno Speck,

ist es national und international als führendes

Zentrum anerkannt. Diagnostische (Labor), Therapeutische

(Klinik) und Experimentelle (Forschung)

Hämatologie, Pädiatrische Onkologie und Hämatologie

am UKBB, die Frauenklinik und das Felix Platter-Spital

arbeiten zusammen. Erwachsene Patienten

werden auf der Isolierstation des USB, Kinder

auf der Isolierstation des UKBB durch das gemeinsame

Team betreut. Die Stammzellgewinnung erfolgt

für alle Patienten im Zellersatzambulatorium des

USB, die Verarbeitung und die Lagerung im Hämatologielabor

des USB. Die Infrastruktur entspricht

modernsten Standards. Das Team wurde 2005 nach

den international festgelegten und in der Schweiz

verbindlichen Qualitätsmanagementrichtlinien

JACIE akkreditiert. Die longitudinale Behandlung

schwerst kranker Patienten von der Diagnose über

Vorbehandlung und Transplantation bis zur lebenslangen

Nachsorge ist integriert.

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Stammzellen

Intensive Vernetzung

Die Stammzelltransplantation ist ein wegweisendes

Beispiel universitärer Medizin. Sie ist nur denkbar im

engen Verbund zwischen Diagnostik, Forschung und

Therapie, in intensiver Zusammenarbeit internistischer

und chirurgischer Disziplinen und in Kooperation

zwischen Pflege, ärztlicher Betreuung, Support

Team und Administration. Der Pflege kommt eine

zentrale Rolle zu. Patient, Familie und Spender mit

ihren unterschiedlichen Bedürfnissen müssen in

einen Ablauf mit komplexen Anforderungen integriert

werden. Forschung und Datenerfassung sind

dabei nicht Nebenprodukt. Sie sind integraler

Bestandteil der Therapie. Koordination und Datateam

bilden eine zentrale Schlüsselstelle.

Nabelschnurblutbank und Spenderregister

Am Anfang der Stammzelltransplantation wurden

ausschliesslich Knochenmarkstammzellen von

gesunden Geschwistern verwendet. Heute ist das

Spektrum breit. Patienteneigene Stammzellen,

Stammzellen von Geschwistern oder anderen Familienmitgliedern,

von typisierten, unverwandten

Spendern oder Stammzellen aus Nabelschnurblut

stehen zur Verfügung. Das optimale Produkt wird in

Abhängigkeit von Krankheit, Verfügbarkeit und Risikokonstellation

gewählt. Ein wichtiges Element bildet

die öffentliche Nabelschnurblutbank. Entstanden

aus einer gemeinsamen Initiative der Frauenklinik,

des UKBB und der Hämatologie am USB, bildet

die Nabelschnurblutbank zusammen mit der Nabelschnurblutbank

in Genf und der Stiftung Swiss

Blood Stem Cells eine Drehscheibe für die Vermittlung

von gesunden Stammzellen. So stehen Stammzellen

aus Basel für Patienten in der ganzen Welt zur

Verfügung, wie im Gegenzug Basel sich auf das

weltweite Netz der Nabelschnurblutbanken und

Spenderregister stützen kann.

Ausblick

Die Stammzellforschung ist ein sich rasch entwickelndes

Gebiet. Neue gezielte Medikamente wie

das Imatinib bei der chronisch myeloischen Leukämie

werden die Stammzelltransplantation erübrigen.

Auf der anderen Seite werden neue Krankheiten, z.B.

die systemische Sklerose, mit der Stammzelltransplantation

günstig beeinflusst. Was für das Blut bildende

System gilt, wird möglicherweise bald Realität

für andere erkrankte Organe. Stammzellen aus

Blut, Knochenmark oder anderem Gewebe könnten

in naher Zukunft bei Krankheiten wie Diabetes, Herzinsuffizienz,

Parkinson oder bei chronischen Wunden,

Knorpel- und Knochenschäden das fehlende

Gewebe oder die kranken Organe erneuern. Die Voraussetzungen,

diese Therapieformen am USB anzubieten,

sind gegeben. Die Vorbereitungen dazu sind

im Gange.

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Im Kampf gegen die Fettsucht

Adipositas

Zu viel Essen bei zu wenig Bewegung: Das ist das Problem vieler Menschen

in der modernen Konsumgesellschaft. Immer mehr Menschen sind übergewichtig,

die Behandlung ist nicht einfach. Das USB hat eine Sprechstunde

für Betroffene eingerichtet.

Übergewicht (Adipositas) hat in den letzten Jahren

weltweit zugenommen. Diese Feststellung gilt nicht

nur für industrialisierte Länder, sondern auch für

städtische Gegenden in ehemaligen Entwicklungsländern

wie Asien und Südamerika. In Nordamerika

sind zwei von drei Erwachsenen übergewichtig. Die

Adipositas hat im Jahr 2005 das Zigarettenrauchen

als Gesundheitsproblem überholt. Gerade bei Kindern

und Jugendlichen sind die Zunahmeraten am

frappantesten. Gemäss einer Zürcher Studie hat die

Anzahl adipöser Kinder in den letzten zwanzig Jahren

um das Zehnfache zugenommen! Drei Viertel davon

werden auch im Erwachsenenalter übergewichtig

bleiben. Viele von ihnen werden Diabetes und atherosklerotische

Komplikationen haben; ihre Lebenserwartung

wird kürzer sein als diejenige der Generation

ihrer Eltern. Der wichtigste Grund für die Epidemie

liegt in übermässiger Nahrungszufuhr bei verminderter

Bewegung. Bei massiv Übergewichtigen (morbide

Adipositas) ist die Veranlagung zum krankhaften

Dickwerden zudem oft genetisch bedingt.

Schwierige Behandlung

Die Behandlung der Adipositas ist schwierig. Beratungen

bringen eine Gewichtsabnahme von ca. 5

bis 10 kg. Das vermindert zwar Stoffwechselkomplikationen,

das Problem ist aber damit nicht wirklich

gelöst. Ähnlich bescheiden ist die Wirkung von Medikamenten;

zudem wirken diese nur, solange sie

eingenommen werden, und nur wenige Menschen

sind dazu ein Leben lang bereit.

Die wirksamste und im wahrsten Sinn des Wortes

einschneidendste Therapie ist die chirurgische Behandlung,

auch «bariatrische Chirurgie» genannt.

Der «Magen-Bypass» hat sich dabei in den letzten

Jahren als effizienteste und auch sichere Methode

zur Behandlung der krankhaften Adipositas etabliert,

wie Statistiken aus den USA und Schweden zeigen.

Bei dieser Operation wird der Magen unter Belassung

eines kleinen Restes durchtrennt und in eine

hochgezogene Dünndarmschlinge abgeleitet. Durch

die so erreichte Restriktion der Nahrungszufuhr

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Adipositas

kann eine Gewichtsabnahme von 30 bis 75 kg oder

bis zu 75 % des Übergewichtes erzielt werden. Für

den Patienten bedeutet dies eine deutliche Abnahme

seiner Risikofaktoren sowie einen erheblichen

Gewinn an Lebensqualität. Die Resultate sind besser

und die postoperativen Komplikationen geringer

im Vergleich zur Magenbandoperation. Das Ärzteteam

am Universitätsspital war das erste in der Region

Basel, das diesen Operationstyp bei morbider

Adipositas durchgeführt hat. Der Eingriff wird heute

wenn immer möglich laparoskopisch, d.h. im

«Schlüssellochverfahren» durchgeführt, was für den

Patienten Vorteile wie eine kürzere Rekonvaleszenz

nach der Operation mit sich bringt.

Interdisziplinäre Sprechstunde

Entscheidend für alle Adipositastherapien ist ein

interdisziplinäres Team, wie es in der Adipositassprechstunde

zur Verfügung steht. Neben Endokrinologen

und Viszeralchirurgen gehören ihm Ernährungsberaterinnen,

Psychologen, Gastroenterologen,

Pneumologen, Psychosomatiker und Radiologen an.

Patientinnen und Patienten mit morbider Adipositas

werden eingehend abgeklärt, bevor sie allenfalls

operiert werden. Der Eingriff muss besonders gut

vorbereitet werden, um die Risiken auf ein Minimum

zu reduzieren.

Nach dem Einsatz eines Magenbypasses kommt die

Nahrung praktisch nicht mehr mit dem Magen in

Kontakt. Dadurch ändern sich die Essgewohnheiten

erheblich. Dies bedeutet, dass auch Nährstoffmängel

(z.B. von Vitamin B 12

, Vitamin D, Eisen, Kalzium

etc.) auftreten können. Deshalb werden operierte Patienten

nachkontrolliert, um solche nutritiven Mängel

zu vermeiden.

Das Departement Forschung des USB erforscht

auch das menschliche Fettgewebe. Erst in neuerer

Zeit wurde darauf hingewiesen, dass Fettzellen eine

Vielzahl von Hormonen und anderen Botenstoffen

bilden. Erst jetzt versteht man immer besser, warum

bei vermehrter Fettgewebsmasse der Blutzucker,

die Blutfette und der Blutdruck ansteigen. Gegenstand

der Forschung im Labor sind derzeit Entzündungsmoleküle

des Fettgewebes, die für die negativen

gesundheitlichen Auswirkungen der krankhaften

Fettsucht mitverantwortlich sind.

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Interdisziplinarität im Behandlungszentrum Bewegungsapparat

Behandlungszentrum

Die Konzeption des neuen Behandlungszentrums Bewegungsapparat

ermöglicht eine bessere Betreuung von Patientinnen und Patienten und

erhöht die Sicherheit der Behandlung. Von der fächerübergreifenden

Nutzung von Kompetenzen und Erfahrungen profitieren Patienten und

Mitarbeitende gleichermassen.

Das Behandlungszentrum Bewegungsapparat setzt

ein starkes Zeichen gegen die teilweise ausufernde

Subspezialisierung der Medizin. Die Patientinnen

und Patienten werden fortan nicht mehr vorrangig

von Orthopäden, Chirurgen oder Fachleuten für

Hand- und periphere Nervenchirurgie behandelt,

sondern von Anfang an von interdisziplinär zusammengesetzten

Teams, in denen die Spezialistinnen

und Spezialisten verschiedener Fächer ihr Wissen

einbringen.

Der Mix der Disziplinen basiert auf wissenschaftlichen

Erkenntnissen und erprobten Behandlungspfaden.

Drei spezialisierte Gruppen konzentrieren

sich auf die Behandlung der oberen Extremität, der

unteren Extremität und der Wirbelsäule. Sie kümmern

sich um Patientinnen und Patienten, die entweder

über die Notfallstation oder per Zuweisung

ins Spital gelangen.

Fortschritte für alle Beteiligten

Die Vorteile für Patientinnen und Patienten liegen

auf der Hand: Sie müssen nicht erst mit Glück den

geeigneten Spezialisten finden, sondern unterschiedlich

geschulte Expertinnen und Experten widmen

sich ihren Anliegen. Sie stellen von Anfang an

die richtigen Fragen und richten sich nach bewährten

Standards. Die einzelnen Ärztinnen und

Ärzte sowie die Pflegefachpersonen bleiben Teil

ihrer Kliniken und werden zeitweise in die multidisziplinären

Teams entsandt. Sie optimieren die Leitlinien

der Behandlung und sorgen für einen Wissenstransfer.

Die Erfahrungen mit der Multidisziplinarität

sind auch ein nicht zu unterschätzender Baustein in

ihrer Weiterbildung.

Auch die Forschung, die mit dem Problem der Aufsplitterung

in immer enger werdende Schwerpunkte

zu kämpfen hat, erfährt durch die Dynamik der interdisziplinären

Arbeit bedeutsame Impulse. Ergebnisse

der Forschung können im Gegenzug leichter

und direkt ihren Weg in die Praxis finden.

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Behandlungszentrum

Optimierung der Prozesse und gestiegene

Wertschöpfung

Die innovative Organisationsform des Behandlungszentrums

Bewegungsapparat bildet mit seinen fünf

Geschäftsebenen die komplexe Realität eines zeitgemäss

arbeitenden Universitätsspitals ab. Wie in

einer Matrix greifen die bestehenden Institutionen

für medizinische Prozesse, medizinische Fachentwicklung,

Pflege, Lehre und Forschung sowie Patientenservices

und Administration ineinander.

Doppelspurigkeiten und unproduktive Rivalitäten

zwischen verschiedenen Disziplinen werden Schritt

für Schritt beseitigt. Die gelungene Einführung des

Behandlungszentrums Bewegungsapparat macht

Mut, die positiven Erfahrungen auch auf andere Kompetenzen

im Universitätsspital Basel zu übertragen.

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Nierentransplantation über die Blutgruppenbarriere

Transplantation

In der Regel müssen Spender und Empfänger bei einer Lebendorgantransplantation

identische Blutgruppen aufweisen. Ein Team des

USB hat letztes Jahr eine Niere über diese Barriere hinweg verpflanzt.

Erstmals in der Schweiz ist im Jahr 2005 am Universitätsspital

Basel eine Lebendnierentransplantation

über die Blutgruppengrenze hinweg mittels eines

speziellen Verfahrens durchgeführt worden. Dieses

Verfahren entfernt die Abwehrstoffe (Antikörper),

welche beim Empfänger gegen die fremde Blutgruppe

der Spenderin gerichtet sind, aus seinem

Blut. Das Verfahren wird seit einigen Jahren in

Schweden erfolgreich angewandt. Ein Arzt der Klinik

für Transplantationsimmunologie und Nephrologie

des Universitätsspitals Basel hat sich das Wissen

und Können für die neue Therapie vor Ort in

Kliniken dieser Länder angeeignet. Weiter involviert

in die erfolgreiche Transplantation war ein interdisziplinäres

Team, bestehend aus Nephrologen, Hämatologen,

Transfusionsmedizinern, Chirurgen,

Urologen, Pathologen und Intensivmedizinern. Die

Spenderin (Blutgruppe B) und der Empfänger der

neuen Niere (Blutgruppe A) sind wohlauf. Das transplantierte

Organ funktioniert – sieben Monate nach

der Operation – perfekt.

Unterdrückung von Abwehrstoffen

Die Entfernung der Abwehrstoffe gegen die fremde

Blutgruppe aus dem Körper des Empfängers geschieht

durch eine so genannte Immunadsorption.

Sie muss vor der Transplantation mehrere Male

durchgeführt werden. Immunadsorption heisst,

dass die Abwehrstoffe des Empfängers gegen die

fremde Blutgruppe – und nur diese Abwehrstoffe –

mit einem speziellen Filter aus seinem Blut entfernt

werden. Zusätzlich wird die Bildung von neuen Abwehrstoffen

durch eine medikamentöse Behandlung

gehemmt. Wenn es gelingt, die Abwehrstoffe

gegen die fremde Blutgruppe auf ein sehr geringes

Mass zu reduzieren, kann die Transplantation durchgeführt

werden. Die Immunadsorptionen müssen

nach der Transplantation noch 2- bis 3-mal weitergeführt

werden, um einen raschen Wiederanstieg

der Abwehrstoffe im Blut zu vermeiden. Diese Behandlung

wird auch eingesetzt, wenn nach der

Transplantation festgestellt wird, dass eine blutgruppenbedingte

Abstossungsreaktion auftritt. In diesem

Fall wird täglich eine Behandlung durchgeführt,

bis die Abstossung abgewendet ist.

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Transplantation

Erfolgversprechende Strategie

Transplantationen über Blutgruppengrenzen hinweg

sind Risikoeingriffe. Doch das in Basel angewandte

Verfahren hat bei den bisher rund 50 weltweit durchgeführten

Nierentransplantationen in etwa die gleichen

Resultate wie bei blutgruppenkompatiblen

Nierentransplantationen gezeigt. Die Wahrscheinlichkeit,

dass das Transplantat nach einem Jahr

noch funktioniert, liegt bei der blutgruppeninkompatiblen

Transplantation bei über 90 %. Der Mangel an

Spenderorganen und die damit verbundene Zunahme

der Patientinnen und Patienten, welche auf eine

Nierentransplantation warten, ist Anlass und Motivation,

neue Wege zu beschreiten. Ein im Ausland entwickeltes

und verfeinertes Verfahren auch in der

Schweiz anzuwenden, wie es das USB in diesem Fall

getan hat, ist eine erfolgversprechende Strategie.

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Auf dem Weg zur risikofreien vorgeburtlichen Diagnose

Pränatallabor

Mit der wachsenden Zahl älterer Schwangerer vergrössert sich auch das

Risiko von genetischen Schäden an Feten. Dadurch wächst die Nachfrage

nach einer vorgeburtlichen Abklärung. Das Pränatallabor der Frauenklinik

des Universitätsspitals und des Departements Forschung gehört weltweit

zu den führenden auf diesem Gebiet.

Die Hauptziele der vorgeburtlichen Diagnostik liegen

im Ausschluss genetischer Schäden und fetaler Fehlbildungen.

Die Pathologien können durch vererbbare

Erkrankungen wie zystische Fibrose oder Thalassämie

bedingt sein. Weiter kann eine Chromosomenstörung

vorliegen, zum Beispiel eine Trisomie 21

(Down’s Syndrom), welche spontan auftreten kann.

Eine vorgeburtliche Diagnostik kann weiter notwendig

sein, um eine potenzielle Gefährdung des Fetus

auszuschliessen (Rhesuskonstellation). Die Rhesuskonstellation

ist dadurch charakterisiert, dass der

Fetus Rhesus-D-positiv ist und die Mutter Rhesus-

D-negativ. In diesem Fall könnten bei einer sensibilisierten

Mutter Antikörper transplazentar auf fetale

Erythrozyten gelangen und so zu einer Anämie und

konsekutivem Hydrops fetalis führen.

Aktuell wird bei gegebener Indikation eine invasive

Diagnostik durchgeführt, indem eine minimale

Menge an Fruchtwasser oder Plazentarzotten durch

eine Biopsie gewonnen wird. Obwohl diese Eingriffe

durch eine Fachperson mit Hilfe eines Ultraschalls

durchgeführt werden, liegt das Risiko eines Abortes

bei 1 bis 2 %.

Wachsende Nachfrage

Durch das kontinuierlich ansteigende Durchschnittsalter

der Schwangeren einerseits und den wachsenden

Prozentsatz an werdenden Müttern, welche

älter als 35 Jahre sind, anderseits, erhöht sich das

Risiko einer Chromosomenstörung und damit auch

die Nachfrage nach einer frühzeitigen vorgeburtlichen

Diagnostik. Diese Nachfrage geht aufgrund

des Abortrisikos mit einem steigenden Bedarf an

nicht- oder minimalinvasiven Alternativen einher.

Das Pränatallabor der Universitäts-Frauenklinik

Basel kann zu Recht als eines der weltweit führenden

Labors im Gebiet der nichtinvasiven pränatalen

Diagnostik bezeichnet werden. Diese Führung hat

es durch eine kontinuierliche, innovative und engagierte

Forschung erreicht.

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Pränatallabor

Fetale DNS aus Mutterblut

Die Forschung im Gebiet der nichtinvasiven pränatalen

Diagnostik ist kürzlich durch die Entdeckung

erweitert worden, dass grosse Mengen von kindlichem

Erbgut (DNS) in einer zellfreien Form im mütterlichen

Plasma vorkommen. Vorteilhaft wirkt sich

aus, dass keine komplizierten Anreicherungsverfahren

angewendet werden müssen, wie das für fetale

Zellen notwendig ist. Mit einfachen Anreicherungsverfahren

ist es heute möglich, die fetale DNS direkt

aus dem mütterlichen Blut zu gewinnen. In weiteren

Schritten kann dieses kindliche Erbgut sehr

effizient mittels Polymerasekettenreaktion (PCR) untersucht

werden. Diese Technologie ist heute in

jedem Labor vorhanden.

Somit wurde diese Beobachtung sehr rasch von

mehreren Forschungszentren als Thematik aufgegriffen

und in einer Vielzahl an Studien, vor allem

aus unserem Labor in Basel, publiziert. Die Studien

zeigten, dass die fetale zellfreie DNS sehr erfolgreich

als nichtinvasiver Biomarker verwendet werden

kann, um gewisse fetale genetische Merkmale zu

erfassen (Beispiel: Rhesus-D-Status) oder um

schwangerschaftsassoziierte Erkrankungen zu erkennen

(Beispiel: Präeklampsie). Der Nachweis des

fetalen Rhesus-D-Status wird aktuell von diagnostischen

Labors der Blutbanken in Amsterdam, Bristol

und Paris angeboten. Basel ist mit dem Labor der

Blutbank in Bern eine Kooperation eingegangen und

bietet heute die Bestimmung des fetalen Rhesusstatus

aus dem mütterlichen Blut an.

Durchbruch im Basler Labor

Auf der anderen Seite hat sich aber auch gezeigt,

dass sich die zellfreie fetale DNS im Moment nicht

für das Erfassen von komplexeren fetalen genetischen

Merkmalen wie die zuverlässige Erfassung

einer zystischen Fibrose oder einer Thalassämie eignet,

da grosse Mengen an mütterlichem Erbgut

parallel im Blut vorhanden sind und die erforderlichen

Untersuchungsschritte stören.

Diesbezüglich ist unserem Labor ein kleiner Wurf

gelungen, indem wir beobachtet haben, dass das

zellfreie kindliche Erbgut kleiner ist als dasjenige

der Mutter. Somit konnten wir durch eine Separierung

mittels Grössenunterschied das mütterliche

vom kindlichen Material trennen und dadurch das

kindliche Erbgut effizienter untersuchen, was für

komplexere genetische Erkrankungen wie die Thalassämie

hilfreich war. Um die Effizienz dieser Untersuchungen

zu steigern, haben wir letztes Jahr

ein Massenspektrometer von der Firma Sequenom

in den USA ausgeliehen bekommen. Es sollte uns

ermöglichen, komplexere kindliche Erbgutschäden

noch besser erfassen zu können.

16/17


Pflegewissenschaft – Brückenschlag zwischen Theorie und Praxis

Pflegewissenschaft

In der Pflegewissenschaft hat das Universitätsspital Basel schon mehrere

Pionierleistungen erbracht. Vor sechs Jahren wurde mit seiner Unterstützung

das erste Institut für Pflegewissenschaft in der Schweiz gegründet,

im letzten Jahr eine neuartige Abteilung für Klinische Pflegewissenschaft.

Der Pflegeberuf steht vor einer Neuorientierung.

Pflegefachkräfte werden aufgrund der demografischen

Entwicklung in Zukunft stärker als bisher

alte und chronisch kranke Menschen betreuen. Sie

tun dies in Kenntnis neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse

und Methoden, die ihnen helfen, Pflegequalität

und Patientensicherheit zu erhöhen.

Die Pflegenden müssen in der Lage sein, ganzheitliche

Krankheitsmanagementprogramme zu entwerfen

und zu evaluieren und eine umfassende

Kommunikation zu pflegen. Sie müssen den Dialog

mit Spitalärzten, Hausärzten und spitalexternen

Diensten intensivieren. Kurzum: Das Betätigungsfeld

der Pflegenden ist nicht mehr nur das

Krankenbett, sondern auch der Hörsaal, die Bibliothek

und das Internet. Es wird in der Pflege zu

einer intensiven Zusammenarbeit zwischen Basisarbeit

und wissenschaftlicher Tätigkeit mit ökonomischer

Kompetenz kommen. Diese Entwicklung

ist unerlässlich, denn der Druck, bei gleich bleibender

oder höherer Qualität Kosten zu senken,

wird uns treu bleiben.

Advanced Practice Nurses

Die unter komplexen Bedingungen nach evaluierten

Behandlungsrichtlinien arbeitenden Pflegefachpersonen

werden in angelsächsischen Ländern Advanced

Practice Nurses genannt. Studien haben

nachgewiesen, dass mit von ihnen entwickelten

Dienstleistungen und pflegewissenschaftlichen

Methoden die Dauer der Hospitalisationen und

damit auch Kosten gesenkt werden können. Eine

systematische Austrittsplanung etwa führt dazu,

dass Patientinnen und Patienten das Spital früher

verlassen können und weniger häufig rehospitalisiert

werden müssen.

Zur Weiterentwicklung des Pflegeberufs wollen wir

am Universitätsspital Basel ein Kompetenzzentrum für

Advanced Nursing Practice (ANP) entwickeln, das

Pflegenden ganz neue Karrierechancen bietet. Ein

Schlüssel zum Fortschritt ist die Interdisziplinarität.

Ärzte und Pflegende sind wie siamesische Zwillinge.

Arbeiten sie strukturiert zusammen und nutzen sie gegenseitig

ihr Wissen und ihre Erfahrungen, führt dies

zu einer messbaren Verbesserung der Behandlung.

Jahresbericht Universitätsspital Basel 2005


Pflegewissenschaft

Rezept gegen Nachwuchsprobleme

Die beschriebenen Massnahmen sind nicht nur geeignet,

die pflegerische Qualität zum Wohle von Patientinnen

und Patienten zu erhöhen und einen Beitrag

zur ökonomischen Vernunft zu leisten. Sie sind

auch notwendig, um das Image der Pflege zu verbessern.

Pflegende sehen sich einer hohen Arbeitsbelastung

und wachsendem ökonomischem Druck

ausgesetzt. Die Attraktivität des Berufsstandes hat

darunter gelitten, sodass uns nicht wenige Fachleute

einen Mangel an Nachwuchs prognostizieren. Er

würde alle Akteure im Gesundheitswesen empfindlich

treffen. Das beste Rezept dagegen ist eine Professionalisierung

des Pflegeberufs. Die Abteilung für

Klinische Pflegewissenschaft am Universitätsspital

Basel verbindet Theorie und Praxis mit der Erarbeitung

von wissenschaftlichen Grundlagen im Rahmen

einer Professur und der Angliederung an die Pflege

im Spital auf eine in Europa einzigartige Weise.

18/19


Die neue Notfallstation

Triage

Für 3,3 Mio. Franken ist die Notfallstation des Universitätsspitals Basel

umgebaut und renoviert worden. Nun sind die Qualitätsstandards höher,

der Komfort der Patientinnen und Patienten grösser und die Arbeitsbedingungen

für das Personal besser.

Schon vor mehreren Jahren wurde klar, dass eine

organisatorische Neuausrichtung der Notfallstation

nur dann Sinn macht, wenn auch die Räumlichkeiten

entsprechend umgestaltet werden. So wurde im

Rahmen des Projekts «Reorganisation Notfallstation»

beschlossen, einerseits einen organisatorischen

Umbau hin zu einer echt interdisziplinären Notfallstation

zu wagen, andererseits durch eine Totalrenovation

mehr Sicherheit, Vertraulichkeit und Komfort für

die Patientinnen und Patienten zu erzielen.

Neues Monitoringsystem

Im Jahr 2005 wurde die Notfallstation deshalb erstmals

seit der Eröffnung 1977 umgebaut. Der Grosse

Rat hatte hierfür 3,3 Mio. Franken bewilligt. Die Modernisierung

umfasste unter anderem eine Erhöhung

der Zahl der Behandlungsplätze von 16 auf 27

und die Installation eines modernen Monitoringsystems

für die Herzüberwachung. Dieses wurde zur

Erhöhung der Qualitätsstandards zentralisiert. Neu

ist an jedem Behandlungsplatz für schwerkranke

Patientinnen und Patienten eine Überwachung von

Puls, Blutdruck und Blut-Sauerstoffgehalt möglich.

Diese Monitoren sind nicht nur am Behandlungsplatz

selbst, sondern auch in der Koordination der

Notfallstation für eine zentralisierte Überwachung

einsehbar. Um Störungen im Behandlungsprozess

schwer kranker oder schwer verletzter Patienten

möglichst zu eliminieren, wurden die Patientenströme

voneinander getrennt. Dringlichkeit und Behandlungsort

eines Falles werden neu mittels Triagierung

durch die Schichtleitung und das ärztliche

Personal gewährleistet.

Jahresbericht Universitätsspital Basel 2005


Triage

Mehr Komfort für die Patienten

Das Hauptziel, sowohl der Reorganisation wie auch

der Renovation, bestand natürlich darin, für unsere

Patientinnen und Patienten mehr Sicherheit, Vertraulichkeit

und Komfort zu schaffen. Letzteres

wurde durch die Installation schalldichter Abgrenzungen

zwischen den einzelnen Kojen erreicht.

Diese machen nun vertrauliche Gespräche möglich

und schützen so die Intimsphäre. Das architektonische

Konzept verfolgt diese Zielsetzung in der

Lichtführung und mit farblichen Elementen.

Auch im Umbaujahr 2005 wurden – trotz Provisorien

– fast 40’000 Patientinnen und Patienten auf

der Notfallstation behandelt oder weitertriagiert.

Der Trend der letzten Jahre, wonach zunehmend

Schwerkranke bei uns aufgenommen werden

müssen, setzte sich auch 2005 fort: 43 % aller stationären

Eintritte im Universitätsspital Basel sind

durch die Notfallstation erstversorgt worden. Mehr

als zwei Drittel davon verbrachten die ersten 24

Stunden im USB auf der Notfall-Bettenstation. Um

diese extrem hohen Frequenzen rund um die Uhr

aufrechterhalten zu können, sind 66 pflegerische

und 24 ärztliche Vollzeitstellen nötig. Dank einer vertieften

Zusammenarbeit mit den chirurgischen und

medizinischen Polikliniken konnten 2005 zum ersten

Mal seit Jahren die Behandlungen von leicht kranken

und leicht verletzten Patienten auf der Notfallstation

stabilisiert werden, indem über 1000 Fälle an

diese Kliniken überwiesen wurden.

Neue Organisation und Strukturen

Um die grosse Herausforderung einer Renovation

unter laufendem Betrieb zu meistern, wurden bereits

im Jahre 2004 die Führungsstrukturen in der

Notfallstation angepasst. Unter Leitung des Chefarztes,

PD Dr. Roland Bingisser, sind die Chirurgische

und die Internistische Notfallmedizin neu

«unter einem Dach» zusammengefasst. Obwohl die

ärztlichen Behandlungsteams nach wie vor getrennt

von der Inneren Medizin und der Chirurgie gestellt

werden, entstand dadurch eine verstärkte interdisziplinäre

Zusammenarbeit, welche den Patientinnen

und Patienten direkt zugute kommt.

Dank an alle

Die Leitung der Interdisziplinären Notfallstation

möchte sich einerseits bei den Behörden des Kantons

Basel-Stadt, Gesundheitsdirektor Dr. Carlo Conti

und dem Grossen Rat, welcher die 3,3 Mio. Umbaukosten

bewilligt hat, ganz herzlich bedanken. Wir

haben stets Unterstützung erhalten, wenn es um

Umbau und Reorganisation ging. Die Bereichsleitungen

der Operativen Medizin und der Medizin

waren darüber hinaus im Steuerungsausschuss am

Bauprojekt beteiligt und haben es tatkräftig unterstützt.

Am allerwichtigsten jedoch ist uns der Dank

an alle unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die

sich im Jahr 2005 aufs Äusserste angestrengt haben,

um die schwierigen Umstände der Umbauphase für

unsere Patientinnen und Patienten noch einigermassen

angenehm zu gestalten.

20/21


Intensives Jahr für die OIB

OIB

Nach einer Totalsanierung ist die Abteilung Operative Intensivbehandlung

wieder auf dem neuesten Infrastrukturstand. Auch der Komfort für die

Mitarbeitenden und Patienten ist massiv besser geworden. Einer Rezertifizierung

durch die SGI steht nichts mehr im Weg.

Das Jahr 2005 war für die Operative Intensivbehandlung

(OIB) ein «intensives» – im wahrsten Sinn

des Wortes. Die ganze Station wurde total saniert:

Sämtliche Wände, Leitungen, Lampen, Decken,

Kanäle, Durchgänge, Böden, Fenster, einfach alles

wurde herausgerissen und auf dem neuesten

Stand, nach neuen Plänen und mit fortschrittlichen

Konzepten wiedereingebaut. Entstanden ist eine

komplett neue Station auf der Basis eines modernen

Grundrisses.

Gute Gründe für Sanierung

Wieso überhaupt renovieren? Was bringt das den

Nutzern, was den Patienten und ihren Angehörigen,

den Partnern intern und extern, dem Universitätsspital,

der Region? Zur Illustration: Das OIB-Team

betreut etwa 3’200 Patienten pro Jahr. Das ergibt

8’000 bis 9’000 Pflegetage. 60 bis 70 Prozent der

Behandlungstage werden in der höchsten Aufwandkategorie

geleistet. Das bedeutet, dass eine

oder mehrere Pflegepersonen pro Acht-Stunden-

Schicht für die Betreuung eines einzigen Patienten

nötig sind. Während etwa 8’000 Schichten müssen

wir Patienten beatmen. Die Aufenthaltsdauer liegt

bei etwa zwei Tagen im Durchschnitt, schwankt

aber zwischen Stunden und Monaten. Die beschriebene

Arbeit wird von zirka 130 Menschen mit einem

Äquivalent von 88 Pflege-, 14 Arzt- und drei Sekretariatsstellen

geleistet. Diese Station hat dadurch

eine zentrale Bedeutung für das Universitätsspital

und die Region.

Jahresbericht Universitätsspital Basel 2005


OIB

Zusätzlicher Nutzen

Der zusätzliche Nutzen, den wir mit dem Umbau

zu gewinnen hoffen, lässt sich in drei Hauptgruppen

einteilen.

• Unsere Umfragen hatten mehrmals gezeigt, dass

alle Berufsgruppen und Hierarchiestufen mit den

alten Räumlichkeiten unzufrieden waren: zu wenig

Licht, unfreundlich, lärmig, zu wenig Platz.

• Von unseren Angehörigenbefragungen und den

Feedbacks der Patienten auf dem Rückmeldebogen

des USB lasen wir regelmässig Klagen, die

Station sei zu laut und zu eng, während der persönliche

Kontakt vom Personal zu Patienten und

Angehörigen als sehr gut eingestuft wurde. Schlafen

war unmöglich für Menschen, denen es bereits

wieder besser ging. Der Eindruck entstand, dass

Verwirrtheitszustände bei Patienten häufiger vorkamen,

wenn die Station belegter war.

• Intensivstationen werden in der Schweiz seit 25

Jahren durch die Schweizerische Gesellschaft für

Intensivmedizin (SGI) zertifiziert. Wir haben die Vorgaben

der SGI überprüft und mussten feststellen,

dass eine Rezertifizierung unserer Station bezüglich

der Räumlichkeiten unmöglich gewesen wäre.

Hauptnutzniesser Patienten

Die Hauptnutzniesser dieser grossen Investition

werden unsere Patientinnen und Patienten sein. Sie

geniessen grössere Ruhe wegen den schallschluckenden

Oberflächenmaterialien, haben besseres

Licht, das alleine schon stimmungsaufhellend wirkt,

und allgemein eine freundlichere, hellere Atmosphäre,

indem viel Tageslicht in die Station geholt wird. Die

Patienten profitieren aber auch vom besseren Arbeitsumfeld

unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Qualitativ hoch stehende Arbeit, manchmal im

Grenzbereich zwischen Leben und Tod, kann regelmässig

nur von zufriedenen Menschen erbracht

werden, die gerne dort arbeiten, wo sie arbeiten.

Die Attraktivität des Arbeitsplatzes OIB ist durch die

Neugestaltung mit Sicherheit gesteigert worden.

Schliesslich haben wir nun auch genügend Raum,

um die neuesten Geräte für Überwachung, Behandlung

und Organersatz so um die Patienten zu platzieren,

dass wir noch pflegen und ärztliche Interventionen

durchführen können.

Dank an alle Beteiligten

Wir bekamen grosse Hilfe von den internen USB-

Stellen und allen externen Baufachleuten. Ihre hoch

professionelle Arbeit war Voraussetzung für das Gelingen

des Projektes. Die grösste Hilfe und ein herausragender

Einsatz kamen jedoch von unseren Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern in Ärzteschaft, Pflege,

Pflegeassistenz und Sekretariat. Wir haben diese Station

unter laufendem Vollbetrieb renoviert, und zu

diesem Zweck wurde sie schrittweise in fünf Etappen

bei gleichzeitigem Betrieb von Aussenstationen umgebaut.

Herzlichen Dank allen Beteiligten!

Im USB steht nun eine der modernsten Intensivstationen

der Schweiz. Sie wird betrieben von einem

hoch motivierten Team. Wir sind bereit für Spitzenleistungen

zu Gunsten unserer Patientinnen und Patienten,

365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag.

22/23


Erfolgsstory rauchSTOPP Basel

rauchSTOPP

Am Universitätsspital Basel wurde ein Programm zur individuellen

Rauchentwöhnung für Mitarbeiter gestartet. rauchSTOPP Basel stösst

auf hohe Akzeptanz und ist äusserst erfolgreich.

Rauchverbotskampagnen sind politisch Mode geworden,

konkrete kompetente Hilfe zur Rauchentwöhnung

wird jedoch wenig angeboten. Seit mehreren

Jahren führt die Pneumologie des Universitätsspitals

Basel Interventionsstudien zur Rauchentwöhnung

durch. Basierend auf unserer Erfahrung haben wir

für die drei grössten Arbeitgeber der Region Basel

ein Rauchstoppprogramm entwickelt.

Nach einem genau definierten Vorgehen mit insgesamt

zehn Visiten, Lungenfunktionsmessungen und

Bestimmung des ausgeatmeten Kohlenmonoxids

wird den Mitarbeitern des USB sowie der Firmen

Roche und Novartis unter fachmännischer Beratung

die Möglichkeit zur individuell betreuten Rauchentwöhnung

an den drei Standorten angeboten. Die

Menge von ausgeatmetem Monoxid entspricht der

Menge gerauchter Zigaretten. Somit lässt sich der

Erfolg oder der Misserfolg eines Rauchstopps objektivieren.

Insgesamt findet die Betreuung über 2

Jahre statt. Bei einem Rückfall ist ein Wiedereinstieg

ins Programm möglich.

Kurz vor Start des Programms erhielten alle Mitarbeitenden

am USB einen Fragebogen zum Thema;

über 2’500 von ihnen haben ihn ausgefüllt und zurückgeschickt.

Von Interesse war insbesondere,

welche Entwöhnungsmethoden Raucher und Exraucher

schon eingesetzt hatten. Dabei zeigte sich,

dass viele von den 791 Exrauchern es auch ohne

fremde Hilfe geschafft hatten. Allerdings waren die

Erfolgschancen minimal, falls schon zwei erfolglose

Versuche ohne Begleitung unternommen worden

waren. Unter diesen Umständen braucht es fachmännische

Hilfe, andernfalls liegt die definitive Erfolgschance

unter 5 %.

Jahresbericht Universitätsspital Basel 2005


auchSTOPP

Wille ist Grundvoraussetzung

Hier setzt rauchSTOPP Basel an. Im Rahmen dieses

Programms wird eine individuelle Beratung mit verschiedenen

Möglichkeiten von Nikotinersatz und

Zyban (einem Medikament, das den Rauchwunsch

vermindert) angeboten. Durch die Kombination dieser

Methoden kann die Erfolgsrate massiv gesteigert

werden. Selbstverständlich ist der Wunsch und ernsthafte

Wille der Entzugsbereiten Grundvoraussetzung

für einen Erfolg. Insgesamt haben in den drei Betrieben

über 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die

Chance zum Einstieg ins rauchSTOPP-Basel-Programm

genützt. Bis April 2006 haben 252 USB-Mitarbeitende

mit dem Programm begonnen. 1’566 Konsultationen,

1’134 Kohlenmonoxidmessungen und

463 Lungenfunktionsmessungen wurden bisher im

USB durchgeführt. Erfreulicherweise stimmten die

Messungen des ausgeatmeten Kohlenmonoxids ausgezeichnet

mit den gemeldeten Zigarettenzahlen

überein. Über 90 % unserer Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter haben den empfohlenen Nikotinersatz

und Zyban eingesetzt. Die Hälfte unserer Teilnehmenden

haben es geschafft und leben sechs Monate

nach dem Rauchstopptag immer noch rauchfrei. Mit

einer Erfolgsrate von 50 % stehen wir im Vergleich

mit publizierten Zahlen ausgezeichnet da.

Wer es im ersten Versuch nicht geschafft hat, bekommt

die Möglichkeit eines Wiedereinstiegs ins

Programm. Aufbauend auf rauchSTOPP Basel wurde

ein Ausbildungsprogramm für angehende Ärzte an

der Universität Basel entwickelt, das E-Learning und

praktische Kurse in Rauchentwöhnungsstrategien

beinhaltet. Ziel dieser Bemühungen ist, die Ärzte

besser in den Methoden der Rauchentwöhnung auszubilden.

Das Projekt wurde anlässlich des Jahreskongresses

der European Respiratory Society mit

15’000 Teilnehmern ausgezeichnet. rauchSTOPP

Basel ist somit nicht nur erfolgreich; es zieht auch

bereits internationale Kreise.

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Asim – Schnittstelle zwischen Medizin und Versicherung

Versicherung

Die Schnittstelle zwischen Medizin und Versicherung

ist sozialpolitisch und volkswirtschaftlich höchst bedeutungsvoll.

Gleichzeitig stellt sie für Ärztinnen und

Ärzte eine grosse und teilweise ungewohnte Herausforderung

dar, gilt es doch, sowohl medizinisch interdisziplinär

zu arbeiten als auch über die Fachgrenze

der Medizin hinaus Erkenntnisse und Konzepte beispielsweise

von Recht, Ethik, Ökonomie, Politik, Mathematik

zu kennen und anzuwenden.

In den Spitälern, in der Arztpraxis wie auch in Institutionen

und Unternehmen (z.B. IV-Stellen, Versicherungen)

sind Arztpersonen mit diesen Fragen

tagtäglich konfrontiert: «Wie bewerte ich die Arbeitsunfähigkeit

eines Patienten? Welche Tätigkeiten

kann jemand trotz gesundheitlicher Einschränkungen

noch ausführen? Was sind die neuesten

Erkenntnisse der Medizin über neurologische

Folgeerscheinungen von Unfällen? Welche Faktoren

können oder sollen Aufschluss geben über mögliche

gesundheitliche Risiken beim Abschluss einer

Lebensversicherungspolice?»

Bis anhin ist in der Schweiz die Ausbildung der

Ärzteschaft zu diesen Themen und auch die medizinische

Forschung nur sehr rudimentär. Die Lücke im

akademischen Bereich schliesst die Schweizerische

Akademie für Versicherungsmedizin am Universitätsspital

Basel. Die Asim ist 2005 gegründet und

am 7. September mit einem internationalen Symposium

erfolgreich eröffnet worden. Mit ihrer eigenen

klinischen Begutachtungsabteilung wird sie jährlich

rund 500 Expertisen und Gutachten erstellen.

Die Strukturkommission Versicherungsmedizin der

Medizinischen Fakultät hat die Grundlagen für die

geplante Schaffung einer Professur für Versicherungsmedizin

ab 2008 erarbeitet. Asim wird getragen

vom Universitätsspital Basel und unterstützt

vom SVV (Schweizerischer Versicherungsverband),

von SUVA, IV, ÖKK, Privaten und Stiftungen. Asim

definiert sich – zusammen mit dem CHUV Lausanne,

das als «antenne romande» die französischsprachige

Schweiz abdecken wird – als schweizerisches

universitäres Standbein in einem breiten, interdisziplinären,

nationalen und internationalen Netzwerk der

Versicherungsmedizin.

Jahresbericht Universitätsspital Basel 2005


Versicherung

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Mangelernährung – ein Thema auch im Universitätsspital

Mangelernährung

Ein Umsetzungsprojekt aus dem Bereich Medizin in Zusammenarbeit mit

der Ernährungsberatung und der Abteilung für Klinische Pflegewissenschaft

befasst sich mit dem Phänomen Mangelernährung bei erwachsenen,

hospitalisierten Patientinnen und Patienten.

Der 80-jährige Moritz Kallnach* liegt wegen seines

chronischen Rückenleidens in einer Schweizer Klinik.

Von dort wird er ins Universitätsspital Basel

überwiesen, um ein Druckgeschwür am Gesäss

(Sacraldekubitus Grad III) chirurgisch zu sanieren.

Die Pflegeanamnese bei Herrn Kallnach ergibt unter

anderem eine ausgeprägte Mangelernährung, die

einerseits im Zusammenhang mit der beginnenden

Demenz steht und andererseits durch eine Schluckproblematik

verstärkt wird.

Herr Kallnach ist kein Einzelfall. Neueste Studien zeigen,

dass Mangelernährung auch in Schweizer Spitälern

ein weit verbreitetes Problem darstellt. Bereits

bei Spitaleintritt sind bis zu 50 % der Patientinnen

und Patienten in einem schlechten Ernährungszustand.

Das hat einschränkende Auswirkungen auf

die Funktion praktisch aller Organsysteme. Das Immunsystem

ist gestört, die Infektanfälligkeit steigt

und der Heilungsprozess verläuft langsamer. Die

Spitalbehandlung wird schlechter ertragen, führt zu

Komplikationen und das allgemeine Wohlbefinden

der Patientinnen und Patienten wird beeinträchtigt.

Dadurch kann sich die Spitalaufenthaltsdauer verlängern,

mit entsprechenden Auswirkungen auf die

Gesundheitskosten.

Voraussetzung für eine optimale Ernährungstherapie

ist die standardisierte, systematische Identifikation

von Patientinnen und Patienten mit potenzieller

oder manifester Mangelernährung (Malnutrition).

Dafür hat ein multiprofessionelles Team, bestehend

aus Pflegefachpersonen, Ernährungsberaterinnen

und Ärzten im Bereich Medizin, ein Programm erstellt.

Es stützt sich auf ein validiertes Instrument,

das Nutritional Risk Screening (NRS 2002 nach

J. Kondrup, HH. Rasmussen, O. Hamberger), das

von der Europäischen Gesellschaft der parenteralen

und enteralen Ernährung empfohlen wird und an

verschiedenen Spitälern in der Schweiz bereits zur

Anwendung kommt. Das Programm beinhaltet

zudem einen Interventionskatalog. Dieser umfasst

unter anderem ein detailliertes Ess- und Trinkprotokoll

der ersten drei Tage mit einer Beurteilung durch

die Pflege oder die Ernährungsberatung, je nach

Schweregrad. Dem Ergebnis entsprechend und der

Patientensituation angepasst, wird unter anderem

mit Trinknahrung oder Anreicherung der Nahrung

mit Protein- oder Kohlenhydratkonzentraten der Ernährungszustand

verbessert.

Jahresbericht Universitätsspital Basel 2005


Mangelernährung

Ein weiterer Schwerpunkt des Programms ist ein

«State of the Art»-Schulungsprogramm. Es ermöglicht

der verantwortlichen Pflegefachperson und

der zuständigen Ernährungsberaterin, ihre Mitarbeitenden

gut auf die Einführung des Programms

auf der Station vorzubereiten. Die verantwortlichen

Arztpersonen wurden über das Programm informiert

mit dem Auftrag, die Ergebnisse betreffend

den jeweiligen Ernährungszustand sowie die eingeleiteten

Interventionen in den Behandlungsplan

mit einzubeziehen und bei der Therapiezielsetzung

zu berücksichtigen.

In Bearbeitung ist eine Informationsbroschüre für

die Patienten und deren Angehörige. Sie enthält

wichtige Angaben und vermittelt Tipps, wie eine angefangene

Ernährungstherapie im Alltag einfach

umgesetzt und weitergeführt werden kann. Im Rahmen

des Austrittsberichtes werden die Hausärzte

und Spitexorganisationen über die eingeleitete Ernährungstherapie

informiert. Eine Intensivierung

dieser Zusammenarbeit ist vorgesehen.

* Name geändert

Erste Erfahrungen zeigen einen Wissenszuwachs

und eine Sensibilisierung. Die Pflegenden schätzen

Malnutrition systematisch ein und leiten Interventionen

früher und gezielter in die Wege. Die Ernährungsberaterinnen

verzeichnen eine Zunahme der

Anmeldungen und können auf einer anderen Wissensbasis

mit der Pflege kommunizieren. Sie stellen

aber auch fest, dass es noch Mühe macht, das

Therapieziel des Patienten und eine klare Fragestellung

zu formulieren.

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Augenchirurgie: Spitzenleistung Miniaturisierung

Ophtalmologie

Die Mikrochirurgie im Auge stellt eine besondere

medizintechnische und chirurgische Herausforderung

dar. Mit einem Durchmesser von nur etwas

mehr als 20 mm weist das Auge eine faszinierende,

aber komplizierte und nur durch den Augeninnendruck

garantierte ballonähnliche Struktur auf. Als

optisches System werden zudem höchste Anforderungen

an Gleichmässigkeit und Konstanz der Form

gestellt. Sämtliche Operationswunden müssen

daher absolut wasserdicht sein und dürfen zu keinerlei

Verformung des Auges führen.

Die rasante Entwicklung der Mikrochirurgie in der

Augenheilkunde hat in der zweiten Hälfte der 90er-

Jahre mit der steten Weiterentwicklung der Operation

des Grauen Stars (Katarakt) begonnen. Sie ist

mittlerweile der häufigste am Menschen durchgeführte

Eingriff überhaupt. Durch zwei bis drei nur

etwa 1 – 3 mm grosse feinste Einschnitte am Rande

der Hornhaut lässt sich heute die harte, eingetrübte

Linse zertrümmern und gleichzeitig absaugen. Anschliessend

wird eine kleine zusammengerollte oder

gefaltete künstliche Linse in die zurückgebliebene

Hülle der alten Linse eingesetzt. Eine schonende, lamellenartige

Konstruktion der Wundöffnungen, ähnlich

einem Ballventil, garantiert nach der Operation

einen absolut wasserdichten Wundverschluss auch

ohne Naht, der auch für den Experten kaum sichtbar

ist. Dieses Vorgehen ist inzwischen so schonend,

dass für die Operation eine Betäubung nur mit Augentropfen

in den meisten Fällen vollkommen ausreichend

ist.

Die momentane Spitzenleistung im Bereich der medizintechnischen

Miniaturisierung wird in der minimalinvasiven

Glaskörper- und Netzhautchirurgie

erbracht. Sämtliche Tätigkeiten, die für diese komplexen

operativen Vorgehen notwendig sind – Schneiden,

Fassen, Saugen, Spülen, Veröden von kleinsten,

nur Bruchteile von Millimetern grossen Blutgefässen

sowie die Beleuchtung und die Anwendung von

Laser – werden durch kleinste, nur ca. 0,5 mm weite

Kanälchen in der Lederhaut durchgeführt. Mechanik

und Funktion dieser winzigen kleinen Scheren, Pinzetten

und Saug-Schneid-Instrumente an ihren ca.

3 cm langen, dünnen Schäften lassen sich auch

ausserhalb des Auges nur unter einem Mikroskop

erkennen. Hier sind modernste Hightechmaterialien

und Konstruktionen an der Grenze des heute Möglichen

erforderlich, damit Stabilität und Funktionssicherheit

gewährleistet sind. Die Resultate sind fast

unsichtbar. Auch für den geübten Augenarzt sind

die minimalen Wunden direkt nach der Operation

kaum erkennbar.

Jahresbericht Universitätsspital Basel 2005


Ophtalmologie

Die Augenklinik am Universitätsspital Basel setzt

seit einigen Jahren einen ihrer besonderen Schwerpunkte

im Bereich der Entwicklung und Verbesserung

dieser minimal invasiven mikrochirurgischen

Techniken am Auge. Vorteile dieser faszinierenden

Methoden sind deutlich kürzere Operationszeiten

und eine beschleunigte und erleichterte Rehabilitation

unserer Patientinnen und Patienten. Manchmal

müssen diese – und auch die Ärzte – wieder daran

erinnert werden, dass die Natur für ihre Heilungsprozesse

ihre Zeit benötigt, allen technischen Fortschritten

zum Trotz.

30/31


Offene Türen

PR

«Tag der offenen Tür» in der

Allergologischen Poliklinik

Über 200 interessierte Besucherinnen und Besucher

(vorwiegend höheren Alters) besuchten am 8. Juli

2005 aus Anlass des World Allergy Day die Allergologische

Poliklinik am Universitätsspital Basel. Obwohl

die Tür – genau genommen – nur einen halben

Tag offen war, geriet der Anlass zum vollen Erfolg.

Grossen Anklang fanden die verschiedenen Testverfahren,

welchen sich die Besucher selbst unterziehen

konnten. Insbesondere Hautteste, die Spirometrie

und die Rhinomanometrie zogen viele Interessierte

an. Grosser Bedarf bestand auch an fachlicher Auskunft;

es wurden immer wieder recht spezifische,

medizinische Fragen gestellt. Nicht wenige wollten

auch Termine für spätere Abklärungen vereinbaren.

Ein weiteres Highlight war der Ausflug zur Pollenmessstation

auf dem Dach des Klinikums I, der

auch die teilweise stark frequentierten Räumlichkeiten

punktuell entlastete. Auch die beiden als Informationsstände

gestalteten Schwerpunkte von

«aha!» und Ernährungsberatung fanden grossen

Anklang und Zuspruch. Viel Informationsmaterial

wurde verteilt, das von den Besuchern ebenfalls

gerne entgegengenommen wurde. Schliesslich

waren auch immer wieder Interessierte bei den Polleninformationen

anzutreffen, insbesondere bei den

Präparaten und der Endlos-Diashow zu Pollen- und

Einzelallergenen. Auch hier gab es einen Schwerpunkt

für ärztliche Informationen.

Die Besucherinnen und Besucher wurden im Eingangsbereich

von einer Empfangsperson persönlich

begrüsst. Diese Lösung hat sich sehr bewährt, konnten

doch auf diese Weise die Gäste direkt auf die

verschiedenen Highlights aufmerksam gemacht

werden. Ohne den grossen Einsatz aller Beteiligten

im Vorfeld und während des Besuchstags selbst

wäre dieser Anlass nicht zu einem derart grossen

Erfolg geworden.

Jahresbericht Universitätsspital Basel 2005


PR

Tag der Logopädie 2005 im USB

Kratzige Stimme? Verschlucken beim Essen oder

Trinken? Wortfindungsstörungen? Versprecher wie:

«Glas» gesagt, «Gras» gemeint?

Sollte Ihnen das gelegentlich mal passieren, ist das

kein Grund zur Beunruhigung. Ihre Stimme erholt

sich wieder; was in die «falsche Kehle» gerät, husten

Sie wieder hoch und schlucken es runter; das gesuchte

Wort finden Sie und den – vielleicht sogar

lustigen – Versprecher korrigieren Sie sofort. Doch

was, wenn nach einer Erkrankung oder einem Unfall

solche Erscheinungen ständig vorkommen, eine

normale Nahrungsaufnahme und das Gespräch mit

anderen stark eingeschränkt oder sogar ganz unmöglich

sind?

In diesen Fällen braucht es eine logopädische Abklärung

und Therapie. Dies einer breiten Öffentlichkeit

zu vermitteln, war das Ziel des «Tages der Logopädie».

Dieser fand am 31. August 2005 im Rahmen

des 20-Jahr-Jubiläums des Deutschschweizer Logopädinnen-

und Logopädenverbandes statt. Wie an

vielen Orten in der Deutschschweiz und der Romandie

wurde auch in Basel die interessierte Öffentlichkeit

zum Thema Logopädie informiert.

Im Foyer des Universitätsspitals Basel konnte anhand

eines Röntgenvideos der Schluckvorgang verfolgt

werden. Besucher und Spitalangestellte erhielten

auf einem Flyer die wichtigsten logopädischen

Tipps für die Stimmhygiene samt einem Muster von

«Grether’s Pastillen». Auf dem Marktplatz war das

Institut für Logopädie mit einem gelungenen Informationsstand

vertreten. Die Aktionen zeigten dem

Publikum erfolgreich die umfassenden Aufgaben

der Logopädie: Prävention, Abklärung, Beratung

und Therapie von Sprach-, Sprech-, Stimm- und

Schluckstörungen.

Grossaufmarsch zur Feier von

«150 Jahre Pathologie»

«Höre ich Pathologie, denke ich an Autopsie.» Um

diesem weit verbreiteten Reflex entgegenzuwirken,

lud das Institut für Pathologie Basel-Stadt die Basler

Bevölkerung anlässlich der 150-Jahr-Feier seines

Bestehens im Juni 2005 zu einem Tag der offenen

Tür ein. Eine Fahne mit der Aufschrift «150 Jahre

Pathologie» wies den Besucherinnen und Besuchern

den Weg. Über 700 Interessierte, unter ihnen

auch Regierungsrat Dr. Carlo Conti, wollten an diesem

besonderen Tag wissen, welches «Geheimnis»

das Institut umgibt.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter überraschten

die Besucher durch ein vielfältiges und reichhaltiges

Programm. Man konnte genauso einen Blick

ins Gehirn wie ins Auge werfen. Man konnte die

Wunder einer Zelle bei 40’000-facher Vergrösserung

erleben. Man konnte selber einen Gewebsschnitt

anfertigen und die Speichelflüssigkeit in

einem gefärbten Ausschnitt untersuchen. Man

konnte einer intraoperativen Schnelluntersuchung

beiwohnen und dabei die Bedeutung der Pathologie

im Klinikalltag erfahren.

Die Demonstration einer Gewebeuntersuchung über

Tausende Kilometer hinweg erlaubte Einblicke in

den Nutzen der Telekommunikation in der Medizin

im Allgemeinen und die Versorgung der Bevölkerung

in Weltgegenden, in denen es keine Pathologie

gibt, im Speziellen. Erstaunlich war das grosse Interesse

an den Vorträgen über den Nutzen der Autopsie

für unser Gesundheitswesen.

Allen Besuchern blieb der Eindruck, dass Pathologie

nicht nur Autopsie heisst, sondern dass die

Pathologie eine zentrale Rolle in unserem Gesundheitswesen

spielt.

32/33


Kennzahlen im Überblick

Anhang Jahresrechnung

Die Kennzahlen des Universitätsspital Basel weisen

grundsätzlich eine positive Entwicklung aus. Das Betriebsergebnis

konnte im Vergleich zum Vorjahr, das

stark durch die eine sehr günstige Ertragsentwicklung

geprägt war, nicht gehalten werden. Trotz des

weitergeführten Kostenmanagements im Personalbereich

und gesteigerter Erträge wurde das Vorjahresergebnis

nicht erreicht. Es ist aber immer noch deutlich

positiver wie in den Perioden vor 2004.

Der Ertrag des Universitätsspitals hat um 3,5 % gegenüber

dem Vorjahr gesteigert werden können und

beträgt 487,9 Mio. Fr. Die Zunahme erfolgte vor allem

im stationären Bereich bei den Spitaltaxen und bei

den medizinischen Leistungen. Die Analyse des Ertrages

zeigt, dass das Wachstum primär preislich

bzw. tariflich bedingt ist, da auf verschiedenen Gebieten

die Tarife noch oben angepasst werden konnten.

Die Erträge für den medizinischen Bedarf wie Implantate,

Medikamente, Blutprodukte und Verbandsmaterial

konnte als Folge des Mehrverbrauchs ebenfalls

gesteigert werden. Das Niveau der stationären ausserkantonalen

Hospitalisationen blieb hoch und bestätigt,

dass das Angebot unserer zentrumsmedizinischen

Leistungen attraktiv ist. Der Anteil der Pflegetage

von ausserkantonalen und ausländischen

Patientinnen ging leicht zurück und beträgt 40 %.

Der Ertrag für ambulante Behandlungen sank um

knapp 3 % gegenüber dem Vorjahr. Massgeblich für

diese Entwicklung war die Senkung des Taxpunktwertes

für Tarmed-Leistungen und ein mengenmässiger

Rückgang bei den radioonkologischen Leistungen.

Zum Zeitpunkt des Jahresabschlusses war die

Diskussion über das von den Versicherern geforderte

Kompensationsvolumen aus der Tarmed-Einführung

nicht abgeschlossen und stellt ein finanzielles,

schwierig abzuschätzendes Risiko dar.

Schliesslich ist die Anzahl der tagesklinisch durchgeführten

Eingriffe gestiegen und trug zum Wachstum

des Ertrags bei.

Bei den übrigen Ertragspositionen – Leistungen an

Patientinnen und Patienten, Personal und Dritte

sowie Mietzins- und Kapitalzinsertrag – wurde

ebenfalls eine Steigerung realisiert. Die Beiträge

und Subventionen wurden im Vergleich zum Vorjahr

um 4,4 % erhöht.

Das Wachstum beim Betriebsaufwand mit 3,4 % ist

beinahe so hoch wie beim Ertrag. Der Personalaufwand

ist um 11,6 Mio. Fr. bzw. 2,7 % gegenüber dem

Vorjahr gestiegen. Die Entwicklung des Sachaufwandes

ist um 9,3 Mio. Fr. bzw. mit 5,0 % deutlich

stärker wie der Personalaufwand gegenüber dem

Vorjahr gewachsen.

Von den 11,6 Mio. Fr. Steigerung beim Personalaufwand

entfallen 9,1 Mio. Fr. auf den Anstieg bei den

Sozialleistungen. Grund für dieses Wachstum ist die

Erhöhung der Pensionskassen-Zusatzbeiträge des Arbeitergebers.

Die Besoldungen und Löhne sowie die

Arzthonorare konnten gegenüber dem Vorjahr insgesamt

mit 0,7 % Zunahme nahezu konstant gehalten

werden. Diese Stabilisierung ist ein Ergebnis des weiterhin

strikten Kostenmanagements im Bereich des

Personalaufwands. Die Beschäftigung (volle Stellen)

konnte stabil gehalten werden. Die Beschäftigung

per 31.12.2005 beträgt 3’517 Stellen und liegt damit

2 Stellen unter dem Vorjahr.

Beim Sachaufwand fällt das Wachstum des medizinischen

Bedarfs ins Gewicht, der 8.3 % gegenüber

dem Vorjahr zunimmt. Massgeblich beteiligt an diesem

erneuten Anstieg des medizinischen Bedarfs

sind die Implantate und Einwegmaterialien, die im in-

34/35


Anhang Jahresrechnung

vasiven und chirurgischen Bereich zum Einsatz kommen.

Ein Teil des Wachstums erklärt sich aus der Zusammenarbeit

mit dem St. Claraspital im Bereich der

Kardiologie. Neue Sparmassnahmen sind in Vorbereitung,

doch werden sie erst mittelfristig eine Wirkung

erzeugen können. Der Lebensmittel- und Haushaltsaufwand

wächst mit gut 1% moderat, trotz den

immer höheren Anforderungen im Bereich der Reinigung.

In ähnlichem Rahmen ist der Aufwand für Unterhalt

und Reparaturen gewachsen.

Beim Aufwand für Energie und Wasser wurde dieses

Jahr der Vorjahreswert deutlich überschritten.

Schliesslich ist auf den erfreulichen Rückgang des

Büro- und Verwaltungsaufwands hinzuweisen. Die

Einführung des sehr komplexen neuen Leistungskatalogs

Tarmed im Vorjahr und damit verbunden die

Einführung der elektronischen Leistungserfassung

sind abgeschlossen. Damit sind bedeutende Aufwände,

die für externe Unterstützung angefallen sind,

nicht mehr notwendig. Inzwischen können gut geschulte

Kräfte die anfallende Leistungserfassung und

die Betreuung der damit verbundenen Informatiksysteme

zufrieden stellend abdecken.

Zusammenfassend kann auf ein finanziell erfolgreiches

Jahr zurückgeschaut werden. Ohne Berücksichtigung

des extern vorgegebenen Anstiegs der

Pensionskassen-Zusatzprämien von 9,1 Mio. Fr. wäre

das Betriebsergebnis (vor Abschreibungen und Investitionen)

nicht –4,5 Mio. Fr. tiefer gegenüber Vorjahr,

sonder um +4.6 Mio. Fr. besser. Das Wachstum

im Personal- und Sachaufwand konnte durch Mehrerträge

mehr wie aufgefangen werden. Insgesamt

zeigen die finanziellen Kennzahlen des Universitätsspitals

verbunden mit einer weiteren Effizienzsteigerung

eine befriedigende Entwicklung.

Jahresbericht Universitätsspital Basel 2005


Bilanzen des Universitätsspitals Basel

Anhang Jahresrechnung

in 1000 Franken 31.12.2005 31.12.2004

Aktiven

Flüssige Mittel 1’251 1’511

Debitoren 121’624 187’337

Übrige Forderungen 417 4’856

Warenvorräte 8’303 7’325

Aktive Abgrenzungsposten 4’563 6’519

Umlaufvermögen 136’158 207’549

Immobilien 22’918 19’361

Betriebseinrichtungen 73’617 66’047

Anlagevermögen 96’535 85’408

Summe Aktiven 232’693 292’957

Passiven

Kontokorrentverpflichtungen 173’919 237’926

Kreditoren 21’979 27’254

Übrige Verpflichtungen 12’667 9’580

Passive Abgrenzungsposten 3’825 4’843

Kurzfristiges Fremdkapital 212’390 279’603

Rückstellungen 20’303 13’353

Rückstellungen 20’303 13’353

Summe Passiven 232’693 292’956

36/37


Erfolgsrechnungen des Universitätsspitals Basel

Anhang Jahresrechnung

in 1000 Franken 2005 2004 Veränderung

Besoldungen und Löhne 336’454 332’991 3‘463

Arzthonorare 22’556 23’588 –1’032

Sozialleistungen 80’248 71’103 9’145

Übriger Personalaufwand 3’124 3’067 57

Personalaufwand 442’382 430’749 11’633

Medizinischer Bedarf 129’769 119’856 9’913

Lebensmittelaufwand 6’741 6’786 –45

Haushaltaufwand 11’310 11’035 275

Unterhalt und Reparaturen von Immobilien 8’644 8’660 –16

Unterhalt und Reparaturen von Mobilien 6’990 6’795 195

Aufwand für Energie und Wasser 7’832 7’417 415

Miet- und Kapitalzinsaufwand 1’148 747 401

Büro- und Verwaltungsaufwand 16’371 18’484 –2’113

Versicherungen und übriger Aufwand 4’525 4’413 112

Sachaufwand 193’330 184’193 9’137

Betriebsaufwand 635’712 614’942 20’770

Spitaltaxen 154’840 147’092 7’748

Arzthonorare 31’541 32’420 –879

Medizinische Leistungen 96’770 90’090 6’680

Spezialinstitute und Polikliniken 145’792 145’166 626

Leistungen an Patienten/-innen, Personal und Dritte 23’838 23’467 371

Miet- und Kapitalzinsertrag 1’116 785 331

Beiträge und Subventionen 33’964 32’529 1’435

Betriebsertrag 487’861 471’549 16’312

Betriebsergebnis –147’851 –143’393 –4’458

Jahresbericht Universitätsspital Basel 2005


Anhang Jahresrechnung

in 1000 Franken 2005 2004 Veränderung

Verluste auf Debitoren und sonstige Ertragsminderungen –2’200 –4’634 2’434

Ausserordentlicher Erfolg und Wertberichtigungen –4’421 4’497 –8’918

Betriebserfolg vor Abschreibungen und Investitionen –154’472 –143’530 –10’941

Über Aufwand verbuchte Investitionen –7’545 –1’627 –5’918

Abschreibungen auf Anlagevermögen –19’329 –21’507 2’178

Gesamterfolg des Universitätsspitals gemäss –181’346 –166’664 –14’681

den H+ Rechnungslegungsvorschriften

Überleitung zur Staatsrechnung

Betriebserfolg vor Abschreibungen und Investitionen –154’472 –143’530 –10’942

Korrektur Erlösabgrenzung –4’161 4’161 –8’322

Abschreibungen Staatsrechnung/Bewertungsdifferenz –33’638 –25’603 –8’035

Saldo laufende Rechnung Basel-Stadt –192’271 –164’972 –27’299

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Anhang zur Jahresrechnung 2005 des Universitätsspitals Basel

Anhang Jahresrechnung

Grundlagen und Grundsätze zur Jahresrechnung

Die Bilanz und Erfolgsrechnung sind in Anlehnung

an die Rechnungslegungsvorschriften von H+ und

den Vorschriften gemäss Spitalgesetz erstellt worden.

Die Rechnungslegung entspricht den allgemein

gültigen kaufmännischen Grundsätzen, d.h.,

alle bis zum Bilanzstichtag abgeschlossenen Geschäfte

sind in der Jahresrechnung als Aufwand

und Ertrag erfasst und nach anerkannten Grundsätzen

wie der Bilanzklarheit und -wahrheit, der Wesentlichkeit

sowie Periodizität ausgewiesen.

Da es sich beim Universitätsspital Basel um eine

Dienststelle des Kantons Basel-Stadt handelt, hat die

Bilanz nur eine beschränkte Aussagekraft. Die Position

Eigenkapital fehlt deshalb gänzlich, und die Immobilien

widerspiegeln bei weitem nicht den tatsächlich

getätigten Investitionsaufwand in Sachanlagen der

vergangenen Jahrzehnte. Die vom Universitätsspital

Basel verwalteten Gelder von Drittmittelfonds sind in

der Jahresrechnung nicht enthalten.

Debitoren

Die Debitoren beinhalten sämtliche Forderungen gegenüber

Patientinnen und Patienten, Versicherungen,

Krankenkassen, Kantone und Dritten. Das Delkredererisiko

bei den Debitoren ist mit einer entsprechenden

Wertberichtigung berücksichtigt worden.

Übrige Forderungen / übrige Verpflichtungen

Bei den übrigen Forderungen sind Vorauszahlungen

an Lieferanten sowie sonstige Forderungen

eingestellt. In den übrigen Verpflichtungen sind

Vorauszahlungen von Debitoren, Abgrenzungen

für Wareneingänge sowie durchlaufende Positionen

enthalten. Die Forderung aus dem Vorjahr für

den Ausgleich der Korrektur Erlös-Abgrenzung

wurde durch den Beitrag des Kantons Basel-Stadt

ausgeglichen.

Warenvorräte

Bei den Warenvorräten handelt es sich um Produkte

des medizinischen Bedarfs (z.B. Medikamente, Implantate,

Instrumente, Utensilien, Verbandmaterial

usw.) sowie um Textilien, Lebensmittel, Büromaterial,

Werkzeuge und Bestandteile für die technische Infrastruktur.

Die Bewertung erfolgt zu durchschnittlichen

Einstandspreisen. Es besteht eine Wertberichtigung

für unkurante Waren.

Aktive / Passive Abgrenzungsposten

Die aktiven und passiven Abgrenzungsposten beinhalten

die Aufwands- sowie Ertragsabgrenzungen

für noch nicht fakturierte Leistungen und Erträge

zum Zeitpunkt der Rechnungsschliessung.

Immobilien

Kleinere wertvermehrende Investitionen machen die

Position Immobilien aus. Alle anderen Investitionen

in Grundstücken und Gebäuden werden nicht in der

Dienststelle, sondern global in der Staatsrechnung

ausgewiesen.

Betriebseinrichtungen

Unter der Position Betriebseinrichtungen sind Investitionen

in medizinische Apparate, Einrichtungen, Fahrzeuge

und in die Informatik enthalten. Kleininvestitionen

(Beschaffungen pro Gegenstand unter TCHF 3)

von Mobilien, Betriebseinrichtungen und medizinischen

Apparaten werden in der Regel nicht aktiviert

und über die Erfolgsrechnung als Investitionenausgaben

verbucht. Die vom Staat zwingend als Objektkredite

über CHF 0,3 Mio. vorgegebenen Budgetpositionen

werden, sofern sie nicht aktiviert und in die Anlagenbuchhaltung

aufgenommen worden sind, ebenfalls

als Investitionsausgaben behandelt.

Jahresbericht Universitätsspital Basel 2005


Anhang Jahresrechnung

Kontokorrentverpflichtungen

Der Austausch von Lieferungen und Leistungen

sowie der gesamte Geldfluss zwischen dem USB, den

Drittmittelfonds und anderen Dienststellen des Kantons

Basel-Stadt wird über Kontokorrentkonten abgewickelt.

Die Position Kontokorrentverpflichtungen

zeigt vor allem die Verpflichtungen des USB gegenüber

der Dienststelle des Finanzdepartements auf.

Kontokorrentkonten zwischen staatlichen Dienststellen

im eigenen Gemeinwesen werden nicht verzinst.

Rückstellungen

Bestehende Risiken (z.B. tarifliche oder rechtliche

Risiken) sind mit dieser Position abgedeckt. Im Weiteren

sind auf Basis der Erhebung der Jahresendsaldi

der Ferien, Überzeiten und Gleitzeit entsprechende

Rückstellungen zu Lasten der Erfolgsrechnung

getätigt worden.

Ausserordentliche Positionen

Unter «Ausserordentlicher Erfolg und Wertberichtigungen»

werden aperiodisch anfallende Aufwendungen

und Erträge, Wertberichtigungen auf

Warenvorräten und der Erfolg aus Anlagenverkauf

ausgewiesen.

Über Aufwand verbuchte Investitionen

Beschaffungen pro Gegenstand unter TCHF 3 von

Mobilien, Betriebseinrichtungen und medizinischen

Apparaten werden in der Regel nicht aktiviert und

hier ausgewiesen. Die Objektkredite über CHF 0,3

Mio., gemäss den Vorgaben der Staatsrechnung definiert,

werden, sofern sie nicht aktiviert und in die

Anlagenbuchhaltung aufgenommen worden sind,

ebenfalls in dieser Position ausgewiesen.

Abschreibungen

Die Erfolgsposition «Abschreibungen auf Anlagevermögen»

enthält die linearen Abschreibungen auf

dem Anlagevermögen nach den Rechnungslegungsvorschriften

von H+.

Korrektur Erlösabgrenzung

Aufgrund der nach Abgabe der Staatsrechnung für

2004 erfolgten Kontrollen wurde eine Korrektur der

Erlösabgrenzung in der Jahresrechnung nach H+

vorgenommen. Diese Konsolidierungsdifferenz zur

Staatsrechnung ist für 2005 zu neutralisieren und

damit in der Überleitung zur Staatsrechnung auszuweisen.

40/41


Anhang Jahresrechnung

Abschreibungen Staatsrechnung /

Bewertungsdifferenz

Die Abschreibungen gemäss Staatsrechnung und

die sich aus den unterschiedlichen Bewertungsgrundsätzen

gemäss Staatsrecht und der H+ Rechnungslegung

ergebende Differenz wird hier als

Saldo aufgeführt.

Übrige Punkte zur Jahresrechnung

Nichtbilanzierte Leasingverbindlichkeiten

Alle Leasingverbindlichkeiten sind entsprechend in

der Bilanz ausgewiesen.

Brandversicherungswerte der Anlagen

Die Brandversicherungswerte der Anlagen werden

durch die Rimas AG verwaltet.

Eventualverbindlichkeiten

Es besteht eine Eventualverbindlichkeit für Zahlungen

an die Pensionskasse Kanton Basel-Stadt im

Falle einer Unterdeckung.

Jahresbericht Universitätsspital Basel 2005


Anhang Jahresrechnung

Grafiken

Entwicklung Aufwand/Ertrag

in Mio. Franken

600

Aufwand

Ertrag

Entwicklung Beitrag Basel-Stadt

in Mio. Franken

600

Anzahl Pflegetage im Akutbereich

230’000

Durchschnittliche Aufenthaltsdauer

im Akutbereich

in Tagen

10

500

500

225’000

400

400

220’000

9

300

300

215’000

200

200

210’000

8

100

100

205’000

0

2001 2002 2003 2004 2005

1. Entwicklung Aufwand / Ertrag / Entwicklung Beitrag Basel-Stadt

Der Betriebsaufwand (einschliesslich Investitionen) des Universitätsspitals Basel beziffert sich auf

655,6 Mio. Franken. Damit war er um 19,1 Mio. Franken höher als im Vorjahr. Gleichzeitig erhöhte

sich der Betriebsertrag um 16,3 Mio. Franken auf 487,9 Mio. Franken.

0

2001 2002 2003 2004 2005

200’000

2001 2002 2003 2004 2005 2001 2002 2003 2004

3. Anzahl Pflegetage im Akutbereich

Die Pflegetage sanken um –3’400 auf 220’709 inklusive Akutgeriatrie. Die Bereiche Operative Medizin

und Medizinische Querschnittsfunktionen legten zu, die Bereiche Medizin und Spezialkliniken blieben

unter ihrem Vorjahreswert. Dank kürzeren Hospitalisationen in der Akutgeriatrie sank die durchschnittliche

Aufenthaltsdauer um 0,1 auf 8,4 Tage.

7

2005

Entwicklung Personalaufwand

in 1000 Franken

600

Anzahl stationäre

Akutpatientinnen und -patienten

32’000

Anzahl Patienten/-innen der Geriatrischen

Universitätsklinik und der Pflegeheime

Austritte

500

Anzahl Pflegetage der Geriatrischen

Universitätsklinik und der Pflegeheime

60’000

500

30’000

450

50’000

400

28’000

400

40’000

300

26’000

350

30’000

200

24’000

300

20’000

100

22’000

250

10’000

0

20’000

2001 2002 2003 2004 2005 2001 2002 2003 2004

2005

200

5’000

2001 2002 2003 2004 2005 2001 2002 2003 2004

2005

2. Entwicklung Personalaufwand / Anzahl stationäre Akutpatientinnen und -patienten

Der Personalaufwand erhöhte sich um 11,6 Mio. Franken auf 442,4 Mio. Franken. Besonders stark fiel

hier die Erhöhung des Aufwands für Sozialleistungen ins Gewicht. In den Akutkliniken, zu welchen seit

2003 auch die Akutgeriatrie gehört, hat sich die Zahl der behandelten Patientinnen und Patienten um

–82 auf 26’401 verringert.

4. Anzahl Patienten/-innen der Geriatrischen Universitätsklinik

Die Anzahl Patientinnen und Patienten sank leicht um –3 auf 507. Trotz gehaltener Patientenzahl gingen

die Pflegetage um –743 auf 9’366 zurück. Entsprechend verkürzte sich die durchschnittliche Aufenthaltsdauer

um –1,3 auf 18,5 Tage.

42/43


Anhang Jahresrechnung

Jahresdaten 2005 zum stationären Bereich

Anzahl Anzahl Aufenthaltstage Durchschnittlich Bettenbestand

Patienten/-innen Pflegetage je Patient/-in betriebene Betten am 31.12.05

Bereich Medizin

Innere Medizin (inkl. MIPS) 7’206 66’952 9.3 203.0 203.0

Kriseninterventionsstation 566 2’498 4.4 8.0 8.0

Neurologie 858 8’102 9.4 24.0 24.0

Notfallstation 2’598 8’969 3.5 23.0 23.0

Bereich Operative Medizin

Chirurgie (alle Disziplinen) 8’392 79’606 9.5 253.5 256.0

Bereich Spezialkliniken

Augenklinik 925 3’888 4.2 15.0 15.0

Dermatologie 242 5’163 21.3 18.0 18.0

HNO 962 6’438 6.7 22.0 22.0

Gynäkologie 1’200 6’774 5.6 23.1 24.0

Mutter und Kind 2’155 14’992 7.0 45.0 45.0

Bereich Medizinische Querschnittsfunktionen

Nuklearmedizin 613 2’219 3.6 5.7 6.0

Chir. Intensivpflegestation inkl. IMC und Wachstation 177 5’742 **1.6 23.0 23.0

Total Akutbereich 25’894 211’343 8.2 663.3 * 667.0

Akutgeriatrie 507 9’366 18.5 28.0 28.0

Total Akutbereich/Geriatrie 26’401 220’709 8.4 691.3 695.0

*davon: Akut-Stationsbetten (somatisch) 594.0

Intensivpflege- und Notfallbetten 65.0

Psychiatriebetten (Krisenintervention) 8.0

Total 667.0

**Durchschnittlicher Aufenthalt je Patient (177 Patienten mit Austritt aus Spital und 3’334 intern verlegte Patienten).

5. Jahresdaten zum stationären Bereich

Sowohl die Anzahl Patienten, als auch die Pflegetage waren im Vergleich zum Vorjahr rückgängig. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer im akut somatischen Bereich stieg um 0,1 auf 8,2 Tage.

Im Akutbereich inklusive der Akutgeriatrie sank die durchschnittliche Aufenthaltsdauer um 0,1auf 8,4 Tage. Die Anzahl der teilstationären Behandlungen erhöhte sich um 443 auf 3’919.

Jahresbericht Universitätsspital Basel 2005


Pflegetage

Anhang Jahresrechnung

Pflegetage 2005 nach Wohnort der Patientinnen und Patienten (Akutbereich)

Pflegetage %

Basel-Stadt 132’445 60.0

Baselland 41’661 18.9

Aargau 10’623 4.8

Solothurn 6’449 2.9

Jura 6’607 3.0

Übrige Schweiz 8’592 3.9

Baden-Württemberg 10’446 4.7

Elsass 2’011 0.9

Übriges Ausland 1’875 0.8

Total 220’709 100.0

44/45


Organigramm

Organigramm

Direktorin

Rita Ziegler, lic.oec. HSG

Direktionsstab

Hans Buchmann

Bereich

Operative Medizin

Gregor Frei a.i.

Bereich

Medizin

Prof. Jürg A. Schifferli

Bereich

Spezialkliniken

Gregor Frei

Bereich

Medizinische Querschnittsfunktionen

Dr. Werner Kübler

Departement

Forschung

Prof. Radek Skoda

Ressort

Medizinische Prozesse

Prof. Michael Heberer

Ressort Entwicklung

Gesundheitsberufe

Heidi Flossmann

Ressort

Lehre und Forschung

Prof. André P. Perruchoud

(Dekan)

• Allgemeinchirurgie

– Gefässchirurgie

– Traumatologie

• Herz-/Thoraxchirurgie

• Institut für Chirurgische

Forschung und

Spitalmanagement

• Neurochirurgie

• Orthopädie

• Urologie

• Wiederherstellende

Chirurgie

• Innere Medizin A

• Innere Medizin B

• Spez. Abteilungen

• Neurologie

• Psychiatrische Poliklinik

• Akut-Geriatrie

• Medizinische Poliklinik

• Notfallstation

• Frauenklinik

• Augenklinik

• Dermatologie

• Hals-Nasen-Ohren-Klinik

• Anästhesie

• Pathologie

• Radiologie

• Spitalpharmazie

• Therapiedienste

• Labormedizin

Ressort Personal/

Finanzen/Betrieb

Mario Da Rugna

Human Resources • Hotellerie • Infrastruktur • Logistik • Rechnungs-/Patientenwesen

Informatik Franz Buffon

Jahresbericht Universitätsspital Basel 2005


Personal

Anhang Jahresrechnung

Personalbestand, Stellen per 31.12.2005 (ohne Drittmittel)

Anzahl Stellen

Medizin 869

Operative Medizin 492

Spezialkliniken 436

Medizinische Querschnittsfunktionen 844

Direktion/Stäbe 29

Informatik 37

Projekte 6

Ressort Personal/Finanzen/Betrieb 752

Ressort Gesundheitsberufe 11

Departement Forschung 41

Total 3’517

Quelle: Beschäftigungsentwicklung nach Bereichen per 31.12.2005

Verteilung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach Wohnort

Wohnsitz Personen %

Basel-Stadt 2‘257 48.8

Basel-Landschaft 1‘162 25.1

Übrige Schweiz 373 8.1

Deutschland 521 11.3

Frankreich 312 6.7

Total 4‘625 100.0

46/47


Redaktion

Impressum

Redaktion:

Andreas Bitterlin, Urs Flury

Konzeption, Gestaltung,

Typografie und Prepress: Schaffner & Conzelmann AG, Basel

Fotos:

Schaffner & Conzelmann AG, Basel,

Urs Flury, USB

Druck:

Kreisdruck AG, Basel

(FM-Raster-Technologie «Staccato»)

Ein statistischer Anhang zum vorliegenden Jahresbericht 2005 – mit detaillierten

Angaben zu den einzelnen Departementen, Kliniken, Instituten und

Bereichen – ist bei der Direktion des Universitätsspitals Basel erhältlich.

Jahresbericht Universitätsspital Basel 2005


Entwicklungs- und Forschungskooperation | Brückenschlag zwischen Pflegepraxis und Pflegeforschung

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