PDF-Dokument 2,96 MB - Breitband in Hessen

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PDF-Dokument 2,96 MB - Breitband in Hessen

Zweiter Monitoringbericht

zur Breitbandstrategie des Bundes


2 A. Zusammenfassung

Inhaltsverzeichnis

A. Zusammenfassung............................................................................................................................................4

1. Hintergrund und Ziele.............................................................................................................................................. 4

2. Ergebnisse des Monitorings..................................................................................................................................... 5

2.1. Übergreifende Einschätzung............................................................................................................................ 5

2.2. Überblick über die Fortschritte in den Maßnahmensäulen........................................................................ 5

3. Aktueller Ausbaustand und Einschätzung zur Zielerreichung......................................................................... 7

4. Empfehlungen zur Weiterentwicklung................................................................................................................. 8

B. Fortschritte bei der Umsetzung der Breitbandstrategie seit 2010...........................................................10

1. Maßnahmensäule 1: Nutzung von Synergien beim Infrastrukturausbau......................................................11

1.1. Mitnutzung bestehender Infrastrukturen und Einrichtungen optimieren...........................................11

1.2. Aufbau eines Infrastrukturatlasses...............................................................................................................14

1.3. Aufbau Baustellendatenbank.........................................................................................................................18

1.4. Bedarfsorientierte Mitverlegung von Leerrohren und

gemeinsamer Aufbau von Infrastrukturen..................................................................................................20

1.5 Verbesserung der Breitbandverteilung im Haus.........................................................................................22

2. Maßnahmensäule 2: Unterstützende Frequenzpolitik.....................................................................................23

2.1. Rasche Nutzung des Potenzials der digitalen Dividende 2010..................................................................23

3. Maßnahmensäule 3: Finanzielle Förderung.......................................................................................................25

3.1. Analyse verfügbarer Fördermittel.................................................................................................................25

3.2. Verbesserte Förderbedingungen in den Gemeinschaftsaufgaben..........................................................27

3.3. Infrastrukturausbau aus dem Konjunkturpaket II......................................................................................30

4. Maßnahmensäule 4: Wachstums- und innovationsorientierte Regulierung...............................................31

4.1. Mehr Planungssicherheit für Unternehmen................................................................................................32

4.2. Grundzüge einer wachstums- und innovationsorientierten Regulierung festlegen...........................34

4.3. Anreiz- und investitionsorientierte Förderung im EU-Rechtsrahmen....................................................36

5. Maßnahmensäule 5: Information und Transparenz..........................................................................................37

5.1. Aktive und aktivierende Öffentlichkeitsarbeit............................................................................................37

5.2. Aufbau eines Breitbandkompetenzzentrums des Bundes.........................................................................40

5.3 Einrichtung einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe..........................................................................................41

5.4 Erstellung eines jährlichen Monitoringberichts.........................................................................................42


A. Zusammenfassung

3

C. Ausbaustand und Zielerreichung.................................................................................................................43

1. Ausbaustand zur Grundversorgung und Einschätzung zum Erreichen einer Flächendeckung...............43

2. Überblick über den Ausbaustand mit Hochgeschwindigkeitsnetzen

und Einschätzung zur Zielerreichung 2014.........................................................................................................45

D. Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Breitbandstrategie............................................................47

1. Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Strategie....................................................................................... 47

2. Ansätze zur Verbesserung der bestehenden Maßnahmen...............................................................................51

E. Anhang..............................................................................................................................................................60

1. Abkürzungsverzeichnis..........................................................................................................................................60

2. Quellenverzeichnis..................................................................................................................................................61


4 A. Zusammenfassung

A. Zusammenfassung

1. Hintergrund und Ziele

Die Breitbandstrategie des Bundes wurde im Februar

2009 von der Bundesregierung beschlossen

und in den Meseberger Beschlüssen vom Herbst

2009 bestätigt. Bis Ende 2010 sollten die weißen

Flecken in der Breitbandabdeckung bundesweit

beseitigt und Bandbreiten von mindestens 1 Mbit/s

flächendeckend verfügbar sein.

Mittel- bis langfristig sollen die Hochgeschwindigkeitsnetze

kontinuierlich ausgebaut werden. 2014

sollen 75 Prozent der bundesdeutschen Haushalte

Bandbreiten von 50 Mbit/s und mehr verfügbar

haben. Möglichst bald danach sollen hochleistungsfähige

Breitbandanschlüsse flächendeckend verfügbar

sein. (Abbildung 1)

Der Bund setzt in erster Linie auf einen Breibandausbau

durch Wettbewerb. Öffentliche Fördermittel

sollen lediglich ergänzend und insbesondere für

den Ausbau in ländlichen Regionen herangezogen

werden. Ausbaumaßnahmen sollen das Prinzip der

Technologieneutralität berücksichtigen. Die Bundesregierung

setzt in der Breitbandstrategie insbesondere

auf Maßnahmen, die die Ausbauakteure unterstützen.

Hierfür wurden fünf Maßnahmensäulen

definiert:

1. Nutzung von Synergien beim

Infrastrukturausbau

2. Unterstützende Frequenzpolitik

3. Finanzielle Förderung

4. Wachstums- und innovationsorientierte

Regulierung

5. Information und Transparenz

Zielsetzung des vorliegenden Monitoringberichts ist

es, aufbauend auf den Ergebnissen des Berichts 2010,

die Darstellung der erreichten Umsetzungs- und

Ausbaufortschritte sowie die Empfehlung von Verbesserungsansätzen

für die bestehende Breitbandstrategie

aufzuzeigen. Im Monitoringbericht 2011

liegt darüber hinaus ein besonderer Schwerpunkt

auf der Weiterentwicklung der Strategie vor dem

Hintergrund der sich verändernden Herausforderung

beim Ausbau von Hochgeschwindigkeitsnetzen.

Abbildung 1: Ziele des Breitbandausbaus in Deutschland und Europa

2010

Ziel der

Bundesregierung

Flächendeckende

Verfügbarkeit von

≥ 1 Mbit/s

2014

Ziel der

Bundesregierung

Verfügbarkeit von

≥ 50 Mbit/s für

75 % der Haushalte

2020

Ziel der

Europäischen Union

Verfügbarkeit von

≥ 30 Mbit/s flächendeckend

europaweit für alle Haushalte

Quelle: Roland Berger


A. Zusammenfassung

5

2. Ergebnisse des Monitorings

2.1. Übergreifende Einschätzung

Seit der Veröffentlichung der Breitbandstrategie

konnten im Breitbandausbau in Deutschland deutliche

Fortschritte erzielt werden. Dazu hat die Ausgestaltung

der Strategie sowie der zugehörigen

Maßnahmen in den fünf Maßnahmensäulen einen

wichtigen Beitrag geleistet. Die Befragungen im

Rahmen der Monitoringberichte 2010 und 2011

haben deutlich gemacht, dass die Strategie neben

der Wirkung einzelner Maßnahmen auch übergreifend

Lenkungswirkung entfaltet hat. Das Thema

Breitbandausbau konnte auf die politische und

öffentliche Agenda gesetzt werden; verschiedene

Prozesse, wie etwa die Versteigerung der digitalen

Dividende, wurden erheblich beschleunigt sowie

Vernetzung und Austausch zwischen den Beteiligten

verbessert. Zahlreiche Kommunen haben sich

verstärkt für den Ausbau engagiert und mehrere

Länder haben Maßnahmen und Ziele der Strategie

auf ihre Agenda gehoben.

Bereits 2010 waren fast alle Maßnahmen, die auf die

Erfüllung des Ziels 2010 zielten, weitgehend umgesetzt.

Im laufenden Jahr konnten nun auch wichtige

Impulse für den Ausbau von Hochgeschwindigkeitsnetzen

gesetzt werden, die sich direkt aus den Maßnahmen

der Breitbandstrategie ergeben. Die Abbildung

2 fasst die wichtigsten Impulse im Berichtsjahr

zusammen:

ƒƒ

ƒƒ

ƒƒ

Mehr Transparenz zu Synergiepotenzialen

Stärkere Beteiligung von Akteuren außerhalb

der Telekommunikationsindustrie (u. a. Energieversorger,

Deutsche Bahn, VKU)

Schaffung technischer und vertragsrechtlicher

Grundlagen für den NGA-Ausbau

2.2. Überblick über die Fortschritte in den

Maßnahmensäulen

Im Folgenden werden die wichtigsten Fortschritte

beim Breitbandausbau seit dem Monitoringbericht

2010 in den fünf Maßnahmensäulen zusammenfassend

dargestellt. Die Zusammenfassung fußt auf der

detaillierten Analyse der Maßnahmen in Kapitel B

und greift die wichtigsten übergreifenden Aspekte

je Maßnahmensäule auf:

Abbildung 2: Impulse 2010–2011 für den Ausbau von Hochleistungsnetzen

Mehr Transparenz

zu Synergien

ƒ Synergiesstudie

ƒ Infrastrukturatlas II

ƒ Dezentrale

Baustellendatenbanken

Stärkere Beteiligung

ƒ Deutsche Bahn

ƒ Energieversorger

ƒ VKU & Stadtwerke

Technische und

rechtliche Einigung

ƒ NGA-Forum

ƒ Kooperationsmodelle

Verstärkter

Ausbau von

Hochleistungsnetzen

Impulsgeber Politik

Quelle: Roland Berger


6 A. Zusammenfassung

Maßnahmensäule 1: Nutzung von Synergien

beim Infrastrukturausbau

Seit 2010 konnten wichtige Voraussetzungen für die

Nutzung von Synergien im Infrastrukturausbau

geschaffen werden. Zum einen hat die Synergiestudie

des Bundesministeriums für Wirtschaft und

Technologie Infrastrukturen identifiziert, deren Mitnutzung

eine besonders hohe Hebelwirkung für den

Ausbau mit Hochgeschwindigkeitsnetzen entfalten

kann und so mehr Transparenz über das Potenzial

der Mitnutzung in Deutschland geschaffen. Zum

anderen haben verschiedene Bundesländer dezentrale

Baustellendatenbanken errichtet, um den Ausbau

in ihrer Region über die Offenlegung möglicher

Mitverlegungsoptionen voranzutreiben. Neben Synergiestudie

und den Baustellendatenbanken auf

Länderebene konnten auch beim Infrastrukturatlas

Fortschritte erzielt werden: Er konnte in die zweite

Ausbaustufe starten – allerdings zunächst noch

ohne die Daten der Deutschen Telekom. Zuletzt wurde

über die Erweiterung der Bundesrahmenregelung

Leerrohre auf die Anwendung in „schwarzen

Flecken“ ein weiterer Beitrag zur Förderung des Ausbaus

von Hochgeschwindigkeitsnetzen geleistet.

Trotz dieser Fortschritte bestehen weiterhin ungenutzte

Potenziale zur Kostensenkung beim Ausbau,

weil Synergien über Mitverlegung und Mitnutzung

nicht ausreichend ausgeschöpft werden. Die Bereitschaft,

Synergienutzung in eigenen Netzen zu

ermöglichen, muss sowohl bei privaten als auch

öffentlichen Infrastruktureignern erhöht werden –

sei es durch eine Klärung der Haftungsfragen der

Deutschen Telekom oder eine Öffnung des Bundesministeriums

für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

hinsichtlich der Netze der Bundesautobahnen

sowie der Deutschen Bahn.

Maßnahmensäule 2: Unterstützende Frequenzpolitik

Die Versteigerung der Digitalen Dividende und der

in der Folge zügig begonnene Ausbau der Prioritätsgebiete

(Verfügbarkeit von Breitbandanschlüssen

mit mindestens 1 Mbit/s bei weniger als 95 Prozent

der Haushalte) ist einer der zentralen Fortschritte in

der Umsetzung der Breitbandstrategie der Bundesregierung.

Besonders die zügige Aufrüstung von

bestehenden Funkstationen zu Multistandardstationen

hat die Anbindung von ländlichen Regionen

vorangetrieben. Bereits im ersten Halbjahr 2011

haben Funktechnologien deshalb den größten Beitrag

zur Schließung weißer Flecken geleistet. Diese

Dynamik wird sich im zweiten Halbjahr absehbar

noch verstärken.

Der Ausbau der LTE-Versorgung über die Aufrüstung

bestehender Stationen führt dazu, dass die Versorgung

in unterversorgten Gebieten ergänzt wird

und in geringerem Maße bisher vollständig unversorgte

Gebiete mit Breitband angeschlossen werden.

Neben der Reichweite wird durch die Aufrüstung

auch die Leistungsstärke der Netze erhöht. Eine weitere

Herausforderung ist die Nutzbarkeit der Frequenzen

in den Grenzregionen der Bundesrepublik:

Einige Nachbarstaaten nutzen die in Deutschland

für den Mobilfunk freigegebenen Frequenzen noch

für Fernseh- bzw. Radiosignale. Die Grenzkoordination

läuft und ist für einige Nachbarstaaten bereits

abgeschlossen.

Maßnahmensäule 3: Finanzielle Förderung

Die Bereitstellung von finanziellen Fördermitteln

durch die Europäische Union, den Bund und die

Länder hat in den letzten Jahren zur gestiegenen

Ver füg barkeit von Breitbandanschlüssen in Deutschland

beigetragen. Insgesamt standen in der Förderperiode

von 2008 bis 2010 rund 273 Millionen Euro

zur Verfügung. Bis 2013 wird die Gesamtsumme um

weitere 181 Millionen auf insgesamt 454 Millionen

EUR anwachsen. Dabei sind Überträge aus der ersten

Förderperiode 2008 bis 2010 nicht eingerechnet.

Am Ende der Förderperiode 2008 bis 2010 war eine

Abrufquote von 84 Prozent zu verzeichnen. Auch in

der laufenden Periode sind die Abrufquoten bereits

hoch – nach einem halben Jahr sind 28 Prozent der

verfügbaren Mittel bewilligt. In der aktuellen Förderperiode

2011–2013 ist außerdem der Abruf von Fördermitteln

der Europäischen Union deutlich höher,

als dies in der vorherigen Förderperiode der Fall war.

Insgesamt sind die verfügbaren Mittel in der mo men -

tanen Förderperiode allerdings um 34 Prozent

kleiner als im Förderzeitraum 2008–2010. Bei den

EU-Mitteln besteht auch weiterhin zusätzliches

Poten zial, das nicht alle Bundesländer nutzen.

Schließlich ist der Großteil der Mittel weiterhin auf

den An schluss nicht versorgter Gebiete mit einer

Breitbandgrundversorgung ausgerichtet. Mittel für


A. Zusammenfassung

7

die Beschleunigung des Ausbaus von Hochgeschwindigkeitsnetzen

sind in größerem Umfang

nicht verfügbar.

Maßnahmensäule 4: Wachstums- und innovationsorientierte

Regulierung

Neben einer Vielzahl an Regulierungsmaßnahmen

der Bundesnetzagentur (z. B. Mustervertrag für den

Zugang zur TAL am Schaltverteiler, Ex-Post-Kontrolle

für Glasfaser TAL) zum Breitbandausbau wurden

zwei wesentliche Fortschritte im Bereich der wachstums-

und innovationsorientierten Regulierung

erzielt: Die Einigung im Rahmen des NGA-Forums

hat die Grundlage für die technische Interoperabilität

von Breitbandnetzen gelegt. Zusätzlich leistet

die TKG-Novelle vorbehaltlich der parlamentarischen

Zustimmung einen wesentlichen Beitrag für den

Fortschritt des Breitbandausbaus in Deutschland.

Maßnahmensäule 5: Information und Transparenz

Durch eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit wurde

im letzten Jahr der Grad an Information und Transparenz

für Ausbauakteure weiter erhöht. Das Breitbandbüro

des Bundes ist aufgebaut und hat im

Dezember 2010 den Betrieb aufgenommen. Gleichzeitig

haben die Länderkompetenzzentren ihre Aktivitäten

ausgeweitet und professionalisiert. Zudem

hat der Breitbandatlas der Bundesregierung die

Transparenz über den Ausbaustand in Deutschland

weiter verbessert.

Trotz dieser Fortschritte gibt es im Bereich der

Öffentlichkeitsarbeit Themen, die in Zukunft noch

verstärkt Berücksichtigung finden sollten. Dazu

gehört unter anderem eine stärkere Positionierung

des Breitbandausbaus als Treiber volkswirtschaftlichen

Wachstums. Zudem kann das Breitbandbüro

seine Multiplikatorenwirkung durch zielgruppengerechte

Aufbereitung von Informationen noch

verstärken.

3. Aktueller Ausbaustand und

Einschätzung zur Zielerreichung

Die Verfügbarkeit von Breitbandanschlüssen ist seit

dem letzten Jahr in allen Anschlussgeschwindigkeiten

gestiegen. Die Verfügbarkeit von Anschlüssen

mit einer Bandbreite von mindestens 1 Mbit/s liegt

Mitte 2011 bei fast 99 Prozent. Dies bedeutet, dass

seit Anfang 2009 für mehr als 2 Mio. Haushalte eine

Grundversorgung sichergestellt werden konnte.

Um eine flächendeckende Grundversorgung sicherzustellen,

müssen noch rund 520.000 Haushalte mit

Breitbandanschlüssen versorgt werden. Der größte

Anteil von Neuanschlüssen ging im letzten Jahr auf

Funktechnologien zurück – LTE wird erwartungsgemäß

den maßgeblichen Beitrag zur weiteren

Schließung der verbleibenden weißen Flecken

leisten.

Für rund 41 Prozent aller Haushalte in Deutschland

besteht momentan eine Verfügbarkeit von mindestens

50 Mbit/s. Seit Anfang 2009 hat sich damit die

Verfügbarkeit um schätzungsweise 30 bis 35 Prozentpunkte

erhöht. Um das Ziel 2014 der Breitbandstrategie

zu erreichen, ist ein höherer Ausbaufortschritt

erforderlich als im ersten Halbjahr 2011. Die

Aufrüstung der Kabelnetze sowie umfangreiche

Investitionsankündigungen aus den Branchenverbänden

lassen eine Beschleunigung der Wachstumsdynamik

erwarten. Trotzdem muss das Ziel auf

Grundlage aktuell verfügbarer Daten ohne weitere

finanzielle Förderung als sehr ambitioniert eingestuft

werden.


8 A. Zusammenfassung

4. Empfehlungen zur

Weiterentwicklung

Der Monitoringbericht 2011 enthält Empfehlungen

zur übergreifenden Weiterentwicklung der Strategie

und zur Verbesserung bestehender Maßnahmen.

Erstere erweitern die bisherige Strategie. Letztere

betreffen die weitere Umsetzung der in der Breitbandstrategie

definierten Maßnahmen.

Alle Empfehlungen sind in Kapitel D im Detail dargestellt.

Als übergreifende Weiterentwicklungsoptionen

hat das diesjährige Monitoring folgende

Themen identifiziert:

ƒƒ

Ziel – Langfristiges Ziel für den Zeitraum nach

2014 festlegen und 2010-Ziel auslaufen lassen

Die Bundesregierung sollte unter Einbeziehung

von Branchenexperten, Verbänden und Ausbauakteuren

ein langfristiges Ziel für den Zeitraum

nach 2014 festlegen, um einen neuen Orientierungspunkt

für die Planungen der Ausbauakteure

und die Ausrichtung der Breitbandstrategie zu

schaffen. Da das 2010-Ziel perspektivisch erreicht

wird, kann es in der neuen Breitbandstrategie

bereits entfallen.

ƒƒ

Bestandteile – Entwicklung innovativer Übertragungstechnologien

fördern und

ökonomische, infrastrukturbezogene Sichtweise

in die Regelungen zur Netzneutralität

einbringen

Als neue Bestandteile sollten die Technologieförderung

und die Einwirkung auf die Netzpolitik

aufgegriffen werden. Die Technologieförderung

innovativer Übertragungstechnik kann mittelfristig

hohe Bedeutung für den Ausbau gewinnen.

Gleiches gilt für eine ökonomisch sinnvolle

und investitionsbezogene Ausgestaltung von

Netzneutralität.

ƒKommunikation ƒ

Breitbandausbau kommunikativ

als Wachstumstreiber mit Bedeutung

für Wettbewerbsfähigkeit und eine erfolgreiche

Energiewende positionieren

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

sollte den volkswirtschaftlichen Nutzen

des Breitbandausbaus sowie dessen Bedeutung

für die Energiewende (z. B. für smart grids) in den

Vordergrund der Öffentlichkeitsarbeit stellen. Im

ersten Schritt sollte eine Studie beauftragt werden,

die in der Folge mit Kommunikationsmaßnahmen

unterstützt werden kann.

ƒƒ

ƒƒ

Zielgruppe – Unternehmen als Zielgruppe der

Breitbandstrategie prüfen

Die Bundesregierung sollte die Einbindung von

Unternehmen als Zielgruppe der Breitbandstrategie

prüfen, um den Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit

des deutschen Mittelstands stärker in

den Fokus der Breitbandstrategie zu rücken.

Reichweite – Gesetzesänderungen zur Unterstützung

der Breitbandstrategie über das TKG

hinaus prüfen

Die Bundesregierung sollte prüfen, ob neben der

Novellierung des Telekommunikationsgesetzes

eine Anpassung der Gesetzestexte anderer Bereiche

eine hohe Relevanz für den Breitbandausbau

aufweist.

ƒƒ

Einbindung – Breitbanddialog als ständiges

Arbeitsgremium zur Konkretisierung und

Weiterentwicklung der Breitbandstrategie

etablieren

Die Komplexität des Breitbandausbaus erfordert

ein hohes Maß an Abstimmung zwischen den

Akteuren und regelmäßig auch die Entwicklung

neuer Verfahren und Regeln. Das BMWi sollte

dies noch stärker institutionalisieren und relevante

Akteure auch auf Leitungsebene in die

Weiterentwicklung und Konkretisierung der

Strategie einbeziehen. Hierzu eignet sich ein

zweistufiges Dialogverfahren, in dem quartalsweise

Veranstaltungen auf Leitungsebene durch

mindestens 14-tägige Arbeitssitzungen vor- und

nachbereitet werden. Dies sollte jeweils für ein

Fokusthema erfolgen.

Die Handlungsempfehlungen zur Verbesserung von

bestehenden Maßnahmen konzentrieren sich auf

die Bereiche, die ein hohes Verbesserungspotenzial

aufweisen. D. h., dass die Umsetzung von Maßnah-


A. Zusammenfassung

9

men noch weiter vorangetrieben werden sollte oder

sinnvolle Ergänzungen innerhalb von bereits umgesetzten

Maßnahmen identifiziert werden konnten.

Abbildung 3: Maßnahmen mit

Verbesserungspotenzial

Maßnahmen mit

Verbesserungpotenzial

identifiziert

ƒ Finanzierung und Förderung

ƒ Nutzung von Synergien

ƒ Öffentlichkeitsarbeit

Quelle: Roland Berger

Relevante Maßnahmen

bereits eingeleitet

ƒ Unterstützende

Frequenzpolitik

ƒ Investitionsorientierte

Regulierung

Folgende neun Empfehlungen sollten im nächsten

Jahr zur Verbesserung der Maßnahmen der Breitbandstrategie

aufgegriffen werden:

ƒƒ

ƒƒ

ƒƒ

ƒƒ

Verbindlichkeit der Bereitschaft zur Öffnung

öffentlicher Infrastrukturen für Mitnutzung

erhöhen sowie zur Mitverlegung verpflichten

Bereitstellung von Finanzierungsprogrammen

für Ausbau von Hochleistungsnetzen vorantreiben

Nutzung bestehender Fördermöglichkeiten (insbesondere

GRW und EU-Mittel) erhöhen, Erweiterung

der Förderprogramme für den Ausbau

von Hochgeschwindigkeitsnetzen prüfen und

bestehendes Reporting ausweiten

Innovative Geschäftsmodelle, z. B. Genossenschaftslösungen,

und technische Lösungen,

z. B. Micro-Trenching, für den Ausbau von Hochgeschwindigkeitsnetzen

unterstützen

ƒƒ

ƒƒ

ƒƒ

Umsetzungsstand des Infrastrukturatlas zeitnah

weiterentwickeln und Datentiefe weiter erhöhen

Erweiterung des Breitbandatlas prüfen und

Datenverfügbarkeit ausdehnen

Bundesländer bei der Harmonisierung von

Standards lokaler Baustellendatenbanken unterstützen

ƒƒ

ƒƒ

Kommunen befähigen, den Ausbau von Hochgeschwindigkeitsnetzen

effektiv voranzutreiben

(Leitfaden, direkte Kommunikation und Gütesiegel

für Berater)

Außenauftritt auf www.zukunft-breitband.de

weiterentwickeln und das Angebot des Breitbandbüros

integrieren


10 B. Fortschritte bei der Umsetzung der Breitbandstrategie seit 2010

B. Fortschritte bei der Umsetzung der

Breitbandstrategie seit 2010

Die Breitbandstrategie des Bundes hat 15 Maßnahmen

definiert, um den Breitbandausbau in Deutschland

voranzubringen.

Abbildung 4 stellt die Maßnahmen mit den dazugehörigen

Zielbeiträgen und Umsetzungsständen dar.

Im „Zielbeitrag“ wird der potenzielle Beitrag einer

Maßnahme zur Erreichung der Ziele bei vollständiger

Umsetzung bewertet. Mit dem „Umsetzungsstand“

wird bewertet, inwieweit die in der Breitband strategie

definierten Maßnahmen bereits umgesetzt sind.

Die Übersicht macht deutlich, dass ein Großteil der

Maßnahmen bereits umgesetzt oder weitgehend

umgesetzt ist. Dies verdeutlicht, dass eine Weiterentwicklung

und Ergänzung der Breitbandstrategie

notwendig ist, um wieder neue Impulse für den

Ausbau zu setzen.

Die einzelnen Einschätzungen werden in den folgenden

Kapiteln für jede Maßnahme erläutert und

hinterlegt.

Abbildung 4: Umsetzungsstände und Zielbeiträge der Maßnahmen

Bereiche

Nutzung von

Synergien

Bewertung

Zielbeitrag

Stand

Umsetzung

2010 2014 2014+ 2010 2014

!

!

1 Mitnutzung bestehender Infrastruktur

2 Aufbau eines Infrastrukturatlasses

3 Aufbau (dezentrale) Baustellendatenbanken

4 Mitverlegung Leerrohre

5 Breitbandverteilung im Haus

Finanzierung

und Förderung

6 Digitale Dividende

7 Förderbedingungen, Gemeinschaftsaufgaben

8 Zusätzliches Geld aus dem Konjunkturpaket II

Unterstützende

Frequenzpolitik

Innovationsorientierte

Regulierung

9 Planungssicherheit

10 Wachstumsorientierte Regulierung

11 Anreizorientierung und Investitionsförderung

Information

und Transparenz

12 Öffentlichkeitsarbeit

13 BB-Kompetenzzentrum des Bundes

14 Bund-Länder-Arbeitsgruppe

15 Monitoring

Umsetzung

Zielbeitrag

Keine

Nicht

vorhanden

Eingeleitet

Sehr niedrig

Teilweise

erfolgt

Niedrig

Zum größten

Teil erfolgt

Hoch

Abgeschlossen

Sehr hoch

Quelle: Roland Berger

! Veränderung zu Bericht 2010


B. Fortschritte bei der Umsetzung der Breitbandstrategie seit 2010

11

1. Maßnahmensäule 1:

Nutzung von Synergien beim

Infrastrukturausbau

Die Nutzung von Synergien beim Infrastrukturausbau

ist ein zentrales Element der Breitbandstrategie

des Bundes. Erhebliche Potenziale zur Nutzung von

Synergien bestehen nicht nur beim Ausbau von leitungsgebundenen

Technologien (Tiefbau), sondern

auch beim Ausbau von Mobilfunklösungen (gemeinsame

Mastnutzung, leitungsgebundene Mastanbindung).

Die Bundesregierung hat fünf Maßnahmen

definiert, um die Nutzung von Synergien beim Infrastrukturausbau

voranzutreiben:

1. Mitnutzung bestehender Infrastrukturen und

Einrichtungen optimieren

2. Aufbau eines Infrastrukturatlasses

3. Aufbau einer Baustellendatenbank

4. Bedarfsorientierte Mitverlegung von Leerrohren

und gemeinsamer Aufbau von Infrastrukturen

5. Verbesserung der Breitbandverteilung im Haus

Die folgenden Kapitel stellen die Umsetzungsstände

und Zielbeiträge der jeweiligen Maßnahmen dar.

1.1. Mitnutzung bestehender Infrastrukturen

und Einrichtungen optimieren

Die Maßnahme „Mitnutzung bestehender Infrastrukturen

und Einrichtungen optimieren“

beschreibt die Notwendigkeit, nutzbare Infrastrukturen

in die Ausbauplanung mit einbeziehen zu

können und diese bereits existierende Infrastruktur

für den Breitbandausbau mitzunutzen. Die Maßnahme

bezieht sich dabei auf geeignete Infrastrukturen

von privaten und öffentlichen Eignern.

Zielsetzung

Die Einsparpotenziale durch die Mitnutzung von

bestehenden Infrastrukturen sollen verstärkt realisiert

werden. Dabei sollen Infrastrukturen auf allen

föderalen Ebenen einbezogen werden. Auf Bundesebene

betrifft dies insbesondere vorhandene Infrastrukturen,

etwa im Geschäftsbereich von BMVBS,

BMI und BMVg. Neben bundeseigenen Strukturen

sind insbesondere Infrastrukturen der Länder zur

Mitnutzung bereitzustellen. Zusätzlich sollen relevante

Infrastrukturen der Kommunen und privater

Unternehmen in das Konzept einbezogen werden.

Zielbeitrag

Der Zielbeitrag für das Ziel 2014 und den Zeitraum

darüber hinaus wurde für die Maßnahme „Mitnutzung

bestehender Infrastrukturen und Einrichtungen

optimieren“ als „hoch“ eingestuft.

Zielbeitrag

Mitnutzung

bestehender Infrastrukturen

2014 2014+

Hoch

Hoch

Die Mitnutzung bereits existierender Infrastrukturen

kann nach Angaben der Synergiestudie des

Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie

die Kosten des Breitbandausbaus erheblich

senken, insbesondere falls Bundesautobahnen und

Eisenbahntrassen mit einbezogen werden.

Stand der Umsetzung bis zum ersten Monitoringbericht

(2010)

Bereits 2009 haben die relevanten Bundesministerien

und die Ministerpräsidenten der Länder erklärt,

dass sie ihre Infrastrukturen grundsätzlich zum

Zweck des Breitbandausbaus für Dritte öffnen wollen.

Trotz dieser grundsätzlichen Offenheit bestand

im Einzelfall noch Verbesserungspotenzial für die

tatsächliche Realisierung von Kooperationen, wie

Gespräche mit Ländervertretern und Unternehmen

offenbarten. Einige Länder haben sich aktiv für die

Realisierung der Mitnutzung von Infrastrukturen,

z. B. der Infrastruktur des behördlichen Polizeifunks

BDBOS, eingesetzt, bei weiteren Ländern besteht

hierfür noch Potenzial. In einigen Fällen konnten

aber im Rahmen von Markterkundungsverfahren

durch die Anbieter Synergiepotenziale geprüft und

in die Planungen einbezogen werden.

Im Monitoringbericht 2010 wurde zum einen empfohlen,

Synergiepotenziale mit öffentlichen Infrastrukturen

systematisch zu prüfen, zu erfassen und

strukturelle Voraussetzungen für die Nutzung zu

schaffen. Zum anderen sollte die Verbindlichkeit der

Bereitschaft zur Öffnung für Mitnutzung in den

Behörden erhöht werden und ein intensiver Dialogprozess

mit Infrastruktureignern moderiert werden.


12 B. Fortschritte bei der Umsetzung der Breitbandstrategie seit 2010

Ebenso sollten auf Bundes- und Landesebene

Ansprechpartner für die Koordination zwischen

Unternehmen und öffentlichen Infrastruktureignern

benannt werden. Weiterhin wurde im Rahmen

des Monitoringberichts 2010 empfohlen, die Breitbandgremien

um Energieversorger und kommunale

Unternehmen zu erweitern, deren Infrastrukturen

und Geschäftsansätze weiteres Potenzial für den

Breitbandausbau versprachen.

Fortschritte bei der Umsetzung seit 2010

Der Umsetzungsstand der Maßnahme „Mitnutzung

bestehender Infrastrukturen und Einrichtungen

optimieren“ wurde im letzten Jahr mit „eingeleitet“

bewertet. Dieses Jahr hat sich der Umsetzungsstand

auf „teilweise erfolgt“ weiterentwickelt.

Umsetzung

Mitnutzung

bestehender Infrastrukturen

2010 2011

Eingeleitet

Teilweise

erfolgt

Die Fortschritte in der Umsetzung sind durch eine

gestiegene Bereitschaft zur Mitnutzung und die

gestiegene Transparenz über die Mitnutzungspotenziale

von vorhandenen Infrastrukturen zu begründen.

Falls große Infrastruktureigner ihre zugesagte

Kooperation realisieren, ist mit einem zeitnahen

Anstieg des Umsetzungsstandes dieser Maßnahme

zu rechnen. Hierzu können die Verpflichtungen im

TKG einen wesentlichen Beitrag leisten (siehe Kapitel

zu Regulierung).

Schaffung von Transparenz durch die Synergiestudie

Die Synergiestudie des Bundesministeriums für

Wirtschaft und Technologie leistet einen Beitrag

über die positiven Effekte einer Mitnutzung. Die

Studie enthält Analysen der vorhandenen Infrastrukturen

und deren jeweiliges Potenzial für eine Mitnutzung

durch andere Akteure. Außerdem enthält

die Studie Informationen zu den technischen und

juristischen Herausforderungen bei der Mitnutzung.

Aufgrund der hohen Relevanz von Leerrohren entlang

von Bundesautobahnen und Eisenbahntrassen

für die Mitnutzung beim Breitbandausbau (Abbildung

6) wurden insbesondere diese Infrastrukturen

analysiert (Abbildung 5).

Im Folgenden werden die Ergebnisse der Synergiestudie

beispielhaft für Eisenbahntrassen und Bundesautobahnen

dargestellt: 1

Eisenbahntrassen der Deutschen Bahn AG bieten

sowohl als Weitverkehrstrasse als auch auf regionaler

und lokaler Ebene ein großes Potenzial zur

Mitnutzung. Insgesamt sind rund 10.000 Kilometer

Glasfaserkabel an dem Schienennetz mit einer

Gesamtlänge von rund 38.000 Kilometern verlegt,

die theoretisch mitgenutzt werden könnten. Neben

der Nutzung bereits existierender Glasfaser wäre

auch eine Mitnutzung von Leerrohren/Kabeltrögen

möglich. Insgesamt kommt Eisenbahntrassen insbesondere

im Vergleich zu den übrigen von der Synergiestudie

betrachteten Infrastrukturen ein besonderer

Stellenwert bei der Versorgung ländlicher

Räume zu, weil Schienenstrecken flächendeckend in

Deutschland verlegt sind.

Laut Aussage der Deutschen Bahn muss sich die

gemeinsam genutzte Infrastruktur aus juristischen

Gründen im Besitz der Deutschen Bahn befinden.

Abbildung 5: Kosten-Nutzen-Analyse verschiedener Infrastrukturen

hoch

Kosten/

Hürden

niedrig

Kabelnetze

Bundesautobahnen, Bundes-/Landstraßen etc.

Eisenbahntrassen

EVU/Stadtwerke

hoch

Nutzen

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Synergiestudie, 2011

(Abwasserkanäle)

Wasserwege

niedrig

1

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Synergiestudie, 2011


B. Fortschritte bei der Umsetzung der Breitbandstrategie seit 2010

13

Eine herkömmliche Mitverlegung oder Öffnung von

unbebauten Grundstücken lehnt die Deutsche Bahn

ab, um eine Behinderung des Bahnverkehrs auszuschließen.

Hinzu kommt, dass die Deutsche Bahn

65 Prozent ihres Erlöses an den Bund abführen muss,

falls er durch die Vermietung von Glasfaser auf

geförderten Schienenstrecken entsteht. Da es sehr

schwer ist, zwischen geförderten und nichtgeförderten

Strecken zu differenzieren, hat sich die Deutsche

Bahn mit dem Eisenbahnbundesamt auf eine

pauschale Abfuhr für das gesamte Schienennetz

geeinigt. Insgesamt ergibt sich aus dieser Verpflichtung

ein verminderter betriebswirtschaftlicher

Anreiz für die Öffnung der Infrastrukturen für die

Deutsche Bahn.

Innerhalb des letzten Jahres wurden Diskussionen

zwischen dem Bundesministerium für Wirtschaft

und Technologie, dem Eisenbahnbundesamt, dem

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

und der Deutschen Bahn verstärkt, um die

Möglichkeiten zur Mitnutzung zu diskutieren.

Darüber hinaus wurde eine Bundesratsinitiative

gestartet, um die Erlösabfuhr für die Deutsche Bahn

so weit wie möglich zu streichen. Gleichzeitig hat

die Deutsche Bahn signalisiert, dass ein grundsätzlicher

Wille zur Öffnung ihrer Infrastruktur besteht.

Beispielsweise hat die Bahn zugesagt, georeferenzierte

Karten aller Strecken an den Breitbandatlas zu

liefern. Ebenfalls hat die Deutsche Bahn zugesichert,

eine aktuelle und georeferenzierte Karte an den

Infrastrukturatlas zu liefern, die Daten zu allen

bestehenden Glasfaserkabeln und geplanten Glasfaserstrecken

enthält.

In Gesprächen zwischen BMWi, BMVBS, Eisenbahnbundesamt

und DB AG wurden konkrete Geschäftsmodelle

diskutiert; diese werden derzeit weiter

konkretisiert.

Bundesautobahnen erstrecken sich in Deutschland

über eine Länge von 54.000 Kilometern, von denen

rund 13.000 elektrifiziert sind. Bundesautobahnen

sind besonders als Weitverkehrstrassen zum An -

schluss von weißen Flecken geeignet. Während die

Mitverlegung von Infrastruktur bereits erfolgt, lehnt

das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

die Mitnutzung seiner Infrastrukturen

an Bundesautobahnen aus juris tischen und techni-

schen Gründen ab. Auf technischer Ebene mangelt es

laut Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

an Kapazitäten in bestehenden Leerrohren.

Die Leerrohre an Bundesautobahnen haben

in der Regel laut Bundesminis terium für Verkehr,

Bau und Stadtentwicklung einen Innendurchmesser

von 5 cm. Ein Glasfaserkabel mit 96 Fasern hat einen

maximalen Durchmesser von 13 mm. Für die Steuerungszwecke

des Bundesministeriums für Verkehr,

Bau und Stadtentwicklung ist laut Experteneinschätzung

ein Glasfaserkabel ausreichend. Dadurch ergeben

sich Potenziale zur Mitnutzung von Leerrohren,

die bisher nicht realisiert werden. Neben den technischen

Beweggründen sprechen laut Bundesministerium

für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung auch

juristische Gründe ge gen die Mitnutzung der bestehenden

Infrastruktur.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

und Vertreter des Bundesministeriums für Verkehr,

Bau und Stadtentwicklung haben die Diskussion

aufgenommen, um die Möglichkeiten für eine

Mitnutzung gemeinsam zu erschließen.

Auf Bundes-, Länder- und Kommunalebene gibt

es weitere Beispiele für Fortschritte bei der Erschließung

von Mitnutzungspotenzialen:

ƒƒ

ƒƒ

Im Monitoringbericht des letzten Jahres wurde

empfohlen, Energieversorger verstärkt in

Arbeits kreise und relevante Gremien zum Thema

Breitbandausbau einzubinden. Seit 2010 wurde

diese Empfehlung umgesetzt. Auf Bundesebene

engagieren sich Energieversorgungsunternehmen

nun verstärkt in Arbeitskreisen und Projektgruppen

zum Breitbandausbau. Ein Beispiel für

diese Entwicklung ist die Zusammenarbeit in der

AG „flächendeckendes Breitbandinternet“ beim

BMWi, in der unter anderem der VKU vertreten

ist. Darüber hinaus wurde im NGA-Forum ein

technischer Standard zur Mitnutzung von

be stehender Infrastruktur definiert. Im Vergleich

zum letzten Jahr ist der Verband Kommunaler

Unternehmen (VKU) nun insgesamt verstärkt in

Arbeitsgruppen des Breitbandausbaus vertreten

und engagiert.

Die bereits im vergangenen Jahr eingeleitete

Mitnutzung von BOS-Netzinfrastruktur in Schleswig-Holstein

wurde dieses Jahr ausgebaut.


14 B. Fortschritte bei der Umsetzung der Breitbandstrategie seit 2010

ƒƒ

Es gibt auch auf kommunaler Ebene zahlreiche

positive Beispiele für die Mitnutzung von existierender

öffentlicher und privater Infrastruktur.

Besonders die vom Bundesministerium für Wirtschaft

und Technologie angestoßenen Modellprojekte

zeichnen sich durch einen hohen Grad

an Mitnutzung bestehender Infrastruktur aus.

Herausforderungen

ƒƒ

Entscheidungsfindung in Ministerien und

Behörden – Innerhalb einiger Ministerien gibt es

zwar eine generelle Bereitschaft zur Mitnutzung,

diese Bereitschaft ist allerdings noch nicht in

ausreichendem Maße mit klaren Arbeitsanweisungen

untermauert. Gerade das Fehlen standardisierter

Prozesse zur Mitnutzung öffentlicher

Infrastrukturen hemmt die Umsetzung dieser

Maßnahme.

ƒƒ

ƒƒ

Fehlende Transparenz bezüglich existierender

Infrastrukturen – Die Synergiestudie hat

Transparenz über die Mitnutzungspotenziale der

verschiedenen Infrastrukturen ermittelt. Um diese

Infrastrukturen nun auch nutzen zu können,

bedarf es mehr Informationen über öffentliche

Infrastrukturen. Die Anzahl öffentlicher Infrastrukturen,

die im Infrastrukturatlas abgebildet

sind, ist weiterhin gering. Falls Infrastrukturen

verzeichnet sind, so bleibt unklar, ob die verantwortliche

Behörde eine Mitnutzung gestatten

würde. Gleichzeitig sind in der Regel keine

Ansprechpartner in den Behörden benannt, die

sich für die Mitnutzung von Infrastrukturen einsetzen

könnten. Die TKG-Novelle hat für öffentliche

Infrastruktureigner allerdings nun ein

höheres Maß an Verpflichtung geschaffen, das in

der Folge durch die BNetzA umgesetzt werden

muss.

Mangel an qualifizierter Beratung für den

Hochgeschwindigkeitsausbau – Der Ausbau

mit Hochgeschwindigkeitsnetzen unter Berücksichtigung

von Nutzung bereits existierender

In frastruktur setzt eine fundierte Expertise voraus,

die Kommunen in der Regel aufgrund von

mangelnder Erfahrung nicht vorweisen können.

Daraus ergibt sich ein erheblicher Beratungsbedarf,

der von externen Beratern bedient wird. Für

Kommunen ist es oft schwer, geeignete Beratung

ƒƒ

zu finden, weil die Anzahl der geeigneten Berater

insgesamt klein ist.

Weitergabe von Erfahrungswerten der Mitnutzung

– Bereits im letzten Jahr wurde ein

Mangel an geeigneten Fallbeispielen für die Mitnutzung

identifiziert. Es gibt zwar inzwischen

eine Reihe von Best-Practices, diese sind aber

nicht ausreichend aufbereitet, um einen signifikanten

Mehrwert für Kommunen zu bereiten.

Als Beispiel sind hier die Erfahrungswerte aus

den Modellprojekten zu nennen, die aber noch

nicht abgeschlossen sind. Nach Abschluss sollte

die Erfahrung ausgewertet und der Öffentlichkeit

zur Verfügung gestellt werden.

1.2. Aufbau eines Infrastrukturatlasses

Durch den Infrastrukturatlas können Unternehmen

feststellen, wo bereits relevante Infrastruktur existiert.

Dies ist eine Voraussetzung für die Nutzung

von Synergien.

Derzeit erhebt und verwaltet die Bundesnetzagentur

die Daten zur Darstellung im Infrastrukturatlas.

Zielsetzung

Der Aufbau des bundesweiten Infrastrukturatlasses

dient dazu, bereits existierende Infrastruktur transparent

zu machen, die für den Breitbandausbau

relevant sein könnte. Der Infrastrukturatlas soll insbesondere

für ausbauende Unternehmen und Kommunen

Unterstützung bereitstellen. Durch die

Nutzung von Synergien können sie die Kosten für

den Breitbandausbau – vor allem für die notwendigen

Tiefbauarbeiten – reduzieren.

Der Ausbau des Infrastrukturatlas ist in drei Phasen

geplant:

ƒƒ

ƒƒ

Phase 1: In der ersten Phase des Infrastruktur atlasses

werden den Abfrage-/Nutzungsberechtigten

Informationen über die Art der Techno logie

und Ansprechpartner beim Infra struk tur eigner

zur Verfügung gestellt. Die Datenabfrage erfolgte

in dieser Phase über einen schriftlichen Antrag

des Vertreters der abfrageberechtigten Institutionen

bei der Bundesnetzagentur.

Phase 2: In der zweiten Phase des Infrastrukturatlasses

sollen den Abfrageberechtigten auch

Informationen zur Lage der Infrastruktur und


B. Fortschritte bei der Umsetzung der Breitbandstrategie seit 2010

15

ƒƒ

Ansprechpartner beim Infrastruktureigentümer

zur Verfügung gestellt werden.

Phase 3: In der dritten Phase des Infrastrukturatlasses

soll die Datenabfrage über eine Website

durch eine WebGIS-Applikation ermöglicht

werden.

Die folgende Abbildung 6 zeigt die ursprüngliche

und nun aktuelle angepasste Planung zur Umsetzung

der Ausbauphasen.

Zielbeitrag

Der Beitrag eines Infrastrukturatlasses wird für das

Ziel 2014 als „niedrig“ und für das Ziel 2014+ als

„hoch“ eingeschätzt. Unternehmen und Kommunen

haben im Rahmen von Hintergrundgesprächen

wiederholt den theoretischen Nutzen eines bundesweiten

Infrastrukturatlasses betont.

Zielbeitrag

Aufbau

eines Infrastrukturatlasses

2014 2014+

Niedrig

Hoch

Im Vergleich zum Monitoringbericht 2010 wird die

Bewertung des Zielbeitrags 2014 von „hoch“ auf

„niedrig“ zurückgestuft. Die Einschätzung des

Berichts 2010 basierte auf der Annahme, dass der

Zeitplan der Weiterentwicklung durch die Bundesnetzagentur

eingehalten wird. Die Planung befindet

sich jedoch weiterhin deutlich im Verzug, daher

muss auch der Zielbeitrag für das Jahr 2014 angepasst

werden. Es ist nicht zu erwarten, dass der Infrastrukturatlas

zur Zielerreichung 2014 einen entscheidenden

Beitrag leisten wird. Für den Zeitraum

nach 2014 ist der zu erwartende Zielbeitrag allerdings

weiterhin als „hoch“ einzuschätzen, sofern die

Phase 3 zügig realisiert wird. Laut Branchenexperten

und Unternehmensvertretern kann der Infrastrukturatlas

gerade beim Ausbau im ländlichen

Raum einen hohen Zielbeitrag leisten.

Stand der Umsetzung bis zum ersten

Monitoringbericht (2010)

Im Jahr 2010 befand sich der Infrastrukturatlas in der

ersten Ausbauphase. Etwa 110 Organisationen,

größtenteils Privatunternehmen, haben Daten an

den Infrastrukturatlas geliefert. Von 425 abfrageberechtigten

Organisationen hatten 157 der Bundesnetzagentur

einen Vertreter benannt. Insgesamt

wurde der Umsetzungsstand der Maßnahme im

Monitoringbericht 2010 mit „teilweise erfolgt“

bewertet.

Bereits 2010 wurden im Monitoringbericht Maßnahmen

zur Weiterentwicklung des Infrastrukturatlasses

empfohlen. Einerseits wurde vorgeschlagen, den

Umsetzungsstand des Infrastrukturatlas zügig zu

verbessern, d. h., die Bundesregierung sollte zeitnah

Maßnahmen zur Verbesserung des Infrastrukturatlasses

einleiten. Hierzu sollten die beteiligten

Unternehmen und öffentlichen Stellen intensiv einbezogen

werden. Andererseits wurde angeregt, die

Möglichkeiten der Verpflichtung zur Datenbereitstellung

zu bestehenden Infrastrukturen zu prüfen.

Es sollte über die TKG-Novelle hinaus auch für

öffentliche Infrastrukturen sowie Energieversorger

geprüft werden, inwieweit die Offenlegung bestehender

Infrastrukturen im Rahmen des Infrastrukturatlasses

verpflichtend geregelt werden kann.

Abbildung 6: Ausbauplanungen Infrastrukturatlas

Ursprüngliche

Zeitplanung

Stufe I

Stufe II

Stufe III

2009 2010 2011 2012 2013 2014

Angepasste

Zeitplanung

Stufe I

Stufe II

Stufe III

Quelle: Bundesnetzagentur, Roland Berger


16 B. Fortschritte bei der Umsetzung der Breitbandstrategie seit 2010

Fortschritte bei der Umsetzung seit 2010

Die Umsetzung der Maßnahme „Aufbau eines Infrastrukturatlasses“

schreitet weiter voran und seit dem

letzten Monitoringbericht Mitte 2010 können einige

Fortschritte vermerkt werden. Der Übergang in die

zweite Ausbaustufe hat begonnen. Vor allem die

gestiegene Bereitschaft der Unternehmen zu einer

Mitwirkung und die zu erwartenden gesetzlichen

Änderungen durch die TKG-Novelle tragen zu dieser

Weiterentwicklung bei. Insgesamt ist der Umsetzungsstand

aber weiterhin nur als „teilweise erfolgt“

einzuschätzen.

Umsetzung

Aufbau

eines Infrastrukturatlasses

2010

Teilweise

2011

erfolgt

Teilweise

erfolgt

Zur Verfügung steht nunmehr die zweite Ausbauphase.

Der Hauptgrund für die Verzögerung der für

Mai 2010 geplanten zweiten Ausbauphase sind die

bereits im letzten Monitoringbericht erwähnten und

weiterhin ungeklärten Haftungsfragen. Laut einigen

Unternehmensvertretern wird das Inkrafttreten der

TKG-Novelle die Bedenken gegen den Übergang zur

zweiten Ausbauphase des Infrastrukturatlasses allerdings

weitestgehend aus dem Weg räumen, falls die

Bundesnetzagentur das Gesetz durch entsprechende

Verpflichtungen sinnvoll ergänzt. Die Bundesnetzagentur

muss beispielsweise definieren, welche

Daten konkret zu liefern sind, insbesondere hinsichtlich

der nun geforderten Information über die Verfügbarkeit

der gemeldeten Infrastruktur. Darüber

hinaus wird die Bundesnetzagentur auch einen

Sanktionierungsmechanismus für den Fall verspäteter

oder unvollständiger Datenlieferungen prüfen.

Unabhängig vom Inkrafttreten der TKG-Novelle und

gegen den Willen einiger großer Infrastruktureigner

hat der Übergang zur zweiten Ausbauphase des

Infrastrukturatlasses am 4. Oktober 2011 begonnen.

Die Umsetzung der zweiten Ausbauphase beinhaltet

eine Reihe von Verbesserungen. Insbesondere

erhöht die zweite Ausbauphase des Infrastrukturatlasses

die Sicherheit des Instruments durch folgende

Anpassungen:

ƒƒ

Verbindliche Verträge mit Abfrageund

Nutzungsberechtigten

ƒƒ

Vertragsstrafenregelung für Nutzungs -

ƒƒ

ƒƒ

berech tigte

Verschlüsselter Versand der Informationen

Verwendung digitaler Wasserzeichen auf den

erstellten Karten zur Rückverfolgung von Dokumenten

Gleichzeitig erhöht die zweite Ausbauphase auch

die Nutzerfreundlichkeit des Infrastrukturatlasses,

weil nun ein breiterer Kreis, u. a. jede einzelne

Gemeinde, unmittelbar Informationen abfragen

kann.

Der Übergang des Infrastrukturatlasses auf eine

neue Ausbauphase erfordert den Neuabschluss von

Verträgen mit partizipierenden Unternehmen. Um

eine möglichst hohe Abdeckung der relevanten

Infrastrukturen zu erzielen, hat die Bundesnetzagentur

in zwei Phasen insgesamt über 185 Unternehmen

kontaktiert, um deren Zustimmung zu

einem Übergang in die zweite Ausbauphase des

Infrastrukturatlasses einzuholen. Nur ein kleiner Teil

der Unternehmen sieht sich aufgrund von Haftungsfragen

nicht dazu in der Lage, dem Infrastrukturatlas

Daten zur Verfügung zu stellen.

Positiv ist zu bemerken, dass parallel zu den Vorbereitungen

für den Übergang zur zweiten Ausbauphase

durch die Bundesnetzagentur bereits die technischen

Voraussetzungen für einen mittelfristigen

Übergang zur dritten Ausbauphase erarbeitet

werden.


B. Fortschritte bei der Umsetzung der Breitbandstrategie seit 2010

17

Die folgende Abbildung 7 stellt die derzeitige Verteilung

der Organisationen dar, die Infrastrukturen

gemeldet haben. Sie zeigt, dass der Anteil von Nicht-

TK-Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr bereits

gestiegen ist und jetzt bei deutlich über 50 Prozent

liegt.

Bezüglich der Registrierung der Abfrageberechtigten

ist ebenfalls ein positiver Trend zu erkennen,

wie Abbildung 8 veranschaulicht.

Seit Dezember 2009 gab es bundesweit 376 Abfrageanträge.

Daraus ergeben sich 208 neue Anträge

seit Mai 2010, von denen ein Großteil durch Gebietskörperschaften

gestellt wurde. Telekommunikationsanbieter

oder relevante Energieversorger nutzen

den Atlas nur sehr eingeschränkt. Die Mehrheit

der Abfragen an den Infrastrukturatlas wurde in

Sachsen, Baden-Württemberg und Bayern gestellt.

Die Rückmeldungen über die nach dem letzten

Monitoringbericht neu eingerichtete Feedback-

Funktion zeigen: Der Infrastrukturatlas wird von

den Nutzern als wichtiges Werkzeug angesehen.

Verbesserungsbedarf sehen sie jedoch weiterhin in

Bezug auf den Detailgrad der abgebildeten Daten

und die Kontaktaufnahme mit den jeweiligen

Unternehmen.

Neben den beschriebenen Aktivitäten auf Bundesebene

haben einige Länder mit dem Aufbau eigener

Werkzeuge zur Erfassung von Infrastruktur begonnen.

Die verschiedenen Infrastrukturatlanten unterscheiden

sich jedoch deutlich in Zielsetzung, Format,

Detailtiefe und Qualität. Die in den Bundesländern

erfasste Infrastruktur wird nur anteilig an den Infrastrukturatlas

übermittelt. So werden beispielsweise

in Baden-Württemberg Daten zu Leerrohren erhoben,

welche bisher allerdings nicht an die Bundesnetzagentur

übergeben werden.

Herausforderungen

Um die Umsetzung weiter zu beschleunigen, sind

folgende Herausforderungen zeitnah zu adressieren:

ƒƒ

ƒƒ

Ungenaue Erfassung

Die TKG-Novelle spezifiziert, dass telekommunika

tionsrelevante Daten an die Bundesnetzagentur

geliefert werden müssen, falls diese eine

Lieferung verlangt. Das Format und die Detailtiefe

der zu liefernden Daten ist allerdings nicht

vorgegeben. Dies kann beispielsweise dazu führen,

dass zwar der Standort von Leerrohren angegeben

wird, nicht aber, ob sie auch tatsächlich

zur Mitnutzung verfügbar sind. Die Bundesnetzagentur

ist jetzt aufgefordert, die „Verfügbarkeit“

genauer zu definieren und damit Verbindlichkeit

herzustellen.

Haftung

Bis zum Inkrafttreten der TKG-Novelle verbleiben

wichtige Haftungsfragen. Es geht hierbei um

mögliche Schäden bei Endkunden, falls die Daten

z. B. für terroristische Angriffe genutzt werden.

Abbildung 7: Zuliefernde Organisationen des Infrastrukturatlasses

160

Öffentliche Hand

9 %

TK-Unternehmen

34 %

56 %

Energieversorger

Gesamt

Quelle: Bundesnetzagentur


18 B. Fortschritte bei der Umsetzung der Breitbandstrategie seit 2010

Nach dem Inkrafttreten der TKG-Novelle könnten

diese Unklarheiten nach Unternehmensangaben

weitestgehend durch entsprechende Erlasse der

Bundesnetzagentur geklärt werden.

anderer Bauherren zu beziehen. Baustellendatenbanken

für den Breitbandausbau können vom

Grundsatz her zentral (Bundesebene) oder dezentral

(z. B. Länderebene) eingerichtet werden.

ƒƒ

Nutzungsintensität und tatsächliche Relevanz

für die Ausbauplanung

Insgesamt sind nur 48 Prozent der zunächst 426

Abfrageberechtigten auch tatsächlich für die

Nutzung des Infrastrukturatlasses registriert.

Auch wenn dies eine beachtliche Steigerung im

Vergleich zum Vorjahr darstellt, bleibt die

Anzahl der Registrierten verhältnismäßig niedrig.

Mit 208 neuen Abfragen in den vergangenen

15 Monaten ist das volle Potenzial des Infrastrukturatlasses

bisher nicht realisiert worden. Dies

lässt sich sicher zum einen auf die bisher schwierige

Handhabung in Ausbauphase 1 zurückführen,

zum anderen aber ggf. auch auf eine (noch)

mangelnde Wahrnehmung des Potenzials der

Mitnutzung in den Kommunen.

1.3. Aufbau Baustellendatenbank

Im Rahmen der Breitbandstrategie des Bundes wurde

der Aufbau einer Baustellendatenbank vorgeschlagen,

die es Telekommunikationsunternehmen

ermöglichen soll, Informationen über Baustellen

Zielsetzung

Durch die Einbeziehung von Baustellen anderer

Bauherren können Unternehmen und staatliche

Institutionen Synergien im Breitbandausbau realisieren.

Durch die Nutzung von Synergien können

die Kosten des Ausbaus, beispielsweise durch die

Mitverlegung von Leerrohren, gegenüber dem

Eigenbau erheblich reduziert werden.

Zielbeitrag

Eine zentrale Baustellendatenbank ist nach den vorliegenden

Erkenntnissen nicht sinnvoll zu realisieren

und damit nicht dazu geeignet, den Breitbandausbau

in Deutschland zu beschleunigen. Die Bewertung

des Zielbeitrags betrachtet deshalb auch den

Beitrag einer verstärkten Etablierung dezentraler

Baustellendatenbanken.

Aufgrund der vertieften Analyse im Rahmen der

Synergiestudie wird der Beitrag des Aufbaus dezentraler

Baustellendatenbanken für das Ziel 2014

(mind. 50 Mbit/s für 75 Prozent der Haushalte) als

Abbildung 8: Registrierte Abfragevertreter des Infrastrukturatlasses

Anteil der Kommunen mit registrierten

Abfragevertretern

Anstieg registrierter

Abfragevertretern seit 2010 in %

Abfrageberechtigte gesamt

48 % 35%

Mecklenburg-Vorpommern

100 %

0%

Brandenburg

89 %

0%

Schleswig-Holstein

64 %

-11%

Sachsen

60 %

28%

Baden-Württemberg

Sachsen-Anhalt

Thüringen

Bayern

Nordrhein-Westfalen

Hessen

Rheinland-Pfalz

Niedersachsen

Saarland

33 %

33 %

30 %

29 %

50 %

45 %

44 %

41 %

40 %

35%

20%

0%

48%

66%

50%

87%

27%

0%

Quelle: Bundesnetzagentur


B. Fortschritte bei der Umsetzung der Breitbandstrategie seit 2010

19

„niedrig“ eingestuft, was einer verbesserten Einschätzung

im Vergleich zum Monitoringbericht

2010 entspricht. Für das Ziel 2014+ wird der Zielbeitrag

ebenfalls als „niedrig“ eingeschätzt.

Zielbeitrag

Aufbau einer (dezentralen)

2014 2014+

Baustellendatenbank Niedrig !

Niedrig

Derzeit sind Baustellendatenbanken für die Nutzung

durch Telekommunikationsunternehmen konzipiert.

Laut den Ergebnissen der Synergiestudie

müssten die Kommunen und Landkreise stärker als

Adressaten der Baustellendatenbanken verstanden

werden. Kommunen können dabei Baustellendatenbanken

nutzen, um die Synergiepotenziale in ihrer

Region aufzuarbeiten. Sobald die Synergiepotenziale

erarbeitet sind, können Kommunen dann diese Daten

nutzen, um auf Telekommunikationsunternehmen

zuzugehen. Telekommunikationsunternehmen

hätten einen größeren Anreiz, in einer Kommune

auszubauen, weil die Kommune bereits Wege zur

Kostenreduktion aufgezeigt hat.

Stand der Umsetzung bis zum ersten Monitoringbericht

(2010)

Zum Zeitpunkt der Erstellung des ersten Monitoringberichts

2010 waren auf Bundesebene noch keine

Maßnahmen eingeleitet, die in der Breitbandstrategie

vorgesehene nationale Baustellendatenbank

umzusetzen.

Fortschritte bei der Umsetzung seit 2010

Auf Bundesebene besteht nach wie vor keine Baustellendatenbank,

deren Umsetzung weiterhin von

einigen Ausbauakteuren im Rahmen der Gespräche

zum diesjährigen Monitoring der Breitbandstrategie

gefordert wurde.

Die Bundesländer haben ihre lokalen Baustellendatenbanken

weiterentwickelt. Während der

Umsetzungsstand 2010 noch als „keine Umsetzung“

gewertet wurde, ist er für das Jahr 2011 als „Umsetzung

eingeleitet“ einzustufen, da die Länder die

dezen tralen Ansätze weiter vorangetrieben haben.

Zudem hat sich vor allem aufgrund der Synergiestudie

der Informationsstand über Best-Practices der

vorhandenen dezentralen Baustellendatenbanken

auf Länderebene verbessert.

Umsetzung

Aufbau einer (dezentralen)

Baustellendatenbank

2010 2011

Keine

Eingeleitet

Die Synergiestudie enthält eine Best-Practice-Analyse

der existierenden Baustellendatenbanken auf

Länder ebene. Darüber hinaus hat die Synergiestudie

verschiedene Varianten zur Errichtung von Baustellendatenbanken

beschrieben. Sie definiert außerdem,

welche Anforderungen eine dezentrale Baustellendatenbank

mindestens erfüllen sollte: Neben

einer Kurzbeschreibung der Baumaßnahme und

Geokoordinaten sollte eine Baustellendatenbank

auch Details zum Bauherrn zur Verfügung stellen.

Darüber hinaus ist es wichtig, dass die Baustellendatenbank

ebenfalls Planunterlagen der Baumaßnahmen

in einem einheitlichen GIS-Format abbildet.

Der Aufbau von Baustellendatenbanken auf Landesebene

ist innerhalb des letzten Jahres intensiviert

worden. In Bayern (Grabungsatlas), Schleswig-Holstein

(Baustellenatlas), Hessen (Breitband-Informationssystem)

und Niedersachsen (Baustellenatlas)

sind dezentrale Baustellendatenbanken bereits in

Nutzung; in Thüringen ist eine Datenbank in Planung.

Die genannten Instrumente vereinen, anders

als die auf Bundesebene in der Breitbandstrategie

ursprünglich vorgeschlagene Lösung, jeweils die

Funktionen eines Infrastrukturatlasses mit der einer

Baustellendatenbank.

Die Anzahl der dargestellten Baustellen ist dabei

zwischen den Baustellendatenbanken der Länder

unterschiedlich. Während der Grabungsatlas Bayern

rund 900 Baustellen anzeigt, enthält der Baustellenatlas

Niedersachsen Daten zu 42 Baustellen. Auch

die Funktionalität der existierenden Datenbanken

ist nicht homogen. Das Hessische Breitband-Informationssystem/Baustellenatlas

erlaubt beispielsweise

die Eingabe von neuen Daten über ein Online-Tool.

In Bayern wird derzeit ein vergleichbares System

entwickelt, das jedoch noch nicht umgesetzt ist.

Herausforderungen

Für den Aufbau einer dezentralen Baustellendatenbank

muss eine Reihe von Herausforderungen

bewältigt werden:


20 B. Fortschritte bei der Umsetzung der Breitbandstrategie seit 2010

ƒƒ

ƒƒ

ƒƒ

Umsetzungskomplexität

Der Aufbau und Betrieb einer dezentralen Baustellendatenbank

verursacht hohen Aufwand für

den Betreiber der Baustellendatenbank, weil die

Daten zu Baustellen nur dezentral in der Fläche

verfügbar sind. Gleichzeitig muss die Anlieferung

von Daten durch Kommunen auf freiwilliger Basis

erfolgen, wofür eine verstärkte Koordination

seitens des Betreibers nötig ist. Die Koordination

der liefernden Organisationen ist aufgrund der

Vielzahl der einzubindenden Akteure besonders

aufwändig (in Deutschland gibt es mehr als

11.000 Gemeinden). Aus den Erfahrungen der

dezentralen Baustellendatenbanken lässt sich

schließen, dass selbst die Verwaltung eines solchen

Instruments auf Länderebene signifikante Kapazitäten

bindet. Insbesondere die Aufbereitung

von angelieferten Daten wurde von Landesvertretern

wiederholt als sehr aufwändig beschrieben.

Außerdem müsste die Datenbank in möglichst

kurzen Abständen aktualisiert werden, um

einen wirklichen Mehrwert zu bieten. Dies ist

notwendig, weil Telekommunikationsunternehmen

im Regelfall spätestens zwei Monate vor

Beginn der geplanten Baumaßnahmen einen

Antrag auf Mitverlegung beim Bauträger stellen

müssen, damit dieser noch berücksichtigt werden

kann. Dadurch ergibt sich ein enges Zeitfenster,

in dem die Baustellendatenbank von den Telekommunikationsunternehmen

genutzt werden

kann. Dies erfordert eine frühzeitige Meldung

von Baumaßnahmen an die Baustellendatenbank

sowie eine zügige Reaktion der ausbauenden

Unternehmen.

Wirkung auf zusätzlichen Breitbandausbau

Insgesamt werden Baustellendatenbanken laut

Unternehmensvertretern auch langfristig einen

geringen direkten Einfluss auf Unternehmen

haben. Es wird vermutet, dass eine funktionierende

Baustellendatenbank einen größeren Einfluss

auf Kommunen und Landkreise hätte; bisher

gibt es jedoch noch keine umfangreichen

Erfahrungen zur Nutzung und Wirkung dezentraler

Baustellendatenbanken.

ƒƒ

Heterogenität der abgebildeten Daten und

mangelnde Vergleichbarkeit

Derzeit bilden die dezentralen Baustellendatenbanken

sehr unterschiedliche Daten ab. Während

in Bayern (Grabungsatlas), Hessen (Breitband-Informationssystem)

und Niedersachsen

(Baustellenatlas) Leerrohre angezeigt werden, ist

dies in Schleswig-Holstein (Baustellenatlas) nicht

der Fall. Bei den Baustellendatenbanken, die

Leerrohre anzeigen, ist der Detailgrad der Be schreibung

der Leerrohre wiederum verschieden. Hessen

ist beispielsweise das einzige Bundes land, das

Angaben zum Durchmesser der existierenden

Rohre macht. Dies erschwert die An wen dung des

Instruments bei einer länderübergreifenden

Planung.

Aufbau einer konsistenten Erfassungsund

Darstellungssystematik

Um die Wirkung der Maßnahme zu erhöhen, ist

eine möglichst hohe Datenvergleichbarkeit das

zentrale Erfolgskriterium. Somit liegt die Herausforderung

darin, über die Definition von Standards

und deren Abstimmung mit den Ländern

die Vergleichbarkeit zwischen den Baustellendatenbanken

und den Daten in Infrastrukturatlas

und Breitbandatlas zu gewährleisten. Dies

ermöglicht im nächsten Schritt auch den wechselseitigen

Transfer von Daten zwischen den

Instrumenten oder gesamthafte Auswertungen.

1.4. Bedarfsorientierte Mitverlegung

von Leerrohren und gemeinsamer Aufbau

von Infrastrukturen

Zielsetzung

Ziel der Maßnahme ist es, die Bedingungen für einen

wirtschaftlichen Breitbandausbau zu verbessern.

Hierfür sah die Breitbandstrategie über das ZuInvG

bis Ende 2010 die finanzielle Unterstützung u. a. der

(Mit-)Verlegung von Leerrohren vor. Darüber hinaus

sollen Kooperationen im Infrastrukturausbau, etwa

zwischen Energieversorgern und Telekommunikationsunternehmen,

gezielt gefördert werden.

Zielbeitrag

Der Zielbeitrag der Maßnahme „Bedarfsorientierte

Mitverlegung von Leerrohren“ wird für das Ziel 2014

und darüber hinaus als sehr hoch angesehen. Dies

erklärt sich vor allem daraus, dass bereits 2010 die

wesentlichen Rahmenbedingungen für die Mitverlegung

geschaffen waren, konkrete Umsetzungsprojekte

aber erst mit einer langen Vorlaufphase umge-


B. Fortschritte bei der Umsetzung der Breitbandstrategie seit 2010

21

setzt werden können. Die gezielte Mitverlegung von

Leerrohren kann in der Folge einen erheblichen

Beitrag zum flächendeckenden Ausbau mit Hochgeschwindigkeitsnetzen

leisten.

Flecken erweitert worden. Die GRW hat die Anwendung

der Bundesrahmenregelung bereits berücksichtigt.

Eine weitere Umsetzung, beispielsweise in

Landesprogrammen, hat gerade begonnen.

Zielbeitrag

Mitverlegung

Leerrohre

2014 2014+

Sehr

hoch

Sehr

hoch

Umsetzung

Mitverlegung

Leerrohre

2010 Zum 2011 Zum

größten

größten

Teil

erfolgt

Teil

erfolgt

Stand der Umsetzung bis zum ersten Monitoringbericht

(2010)

Die Umsetzung der Maßnahme war 2010 bereits zum

größten Teil erfolgt. Auf Bundesebene wurden zweierlei

Ansatzpunkte verfolgt, um die (Mit-)Verlegung

von Leerrohren zu fördern. Zum einen wurden die

Fördermöglichkeiten der Gemeinschaftsaufgaben

erweitert: Die GAK-Rahmenrichtlinie Breitbandförderung

wurde 2009 um die Möglichkeit zur Leerrohrförderung

mit anbieter- und technologieneutralen

Standards und bei alleiniger Verfügungsgewalt

der Kommunen erweitert. In der GRW wurde 2009

die Möglichkeit geschaffen, Leerrohre im Zuge der

Durchführung anderer Infrastrukturmaßnahmen zu

verlegen. Außerdem wurde 2010 die Bundesrahmenregelung

für die Förderung von Leerrohrverlegungen

für NGA-Netze („Bundesrahmenregelung Leerrohre“)

verabschiedet. Die Bundesrahmenregelung

legt die beihilferechtliche Grundlage für die Förderung

der Betreiber von Breitbandnetzen durch

Bereitstellung von Leerrohren durch die öffentliche

Hand (Bund, Länder, Kommunen) in ganz Deutschland.

Sie ist nicht mit eigenen Mitteln ausgestattet.

Einzelne Länder wie beispielsweise Baden-Württemberg

und Rheinland-Pfalz hatten bereits mit der

Förderung von Leerrohrmaßnahmen begonnen

oder diese geplant, teilweise unter Einsatz von EFRE-

Mitteln. Auf kommunaler Ebene fand die Leerrohrförderung

generell großen Zuspruch, da hier ein

Interesse an leitungsgebundenen, langfristigen

Lösungen bestand.

Bei der Umsetzung der Maßnahme ist die Bundes-,

Länder- und Kommunalebene zu berücksichtigen.

Der Fortschritt bei der Umsetzung hat auf allen drei

Ebenen stattgefunden:

Am 8. Juni 2011 hat die Europäische Kommission

beschlossen, keinen Einwand gegen die geplante

Änderung der „Rahmenregelung der Bundesregierung

zur Bereitstellung von Leerrohren durch die

öffentliche Hand zur Herstellung einer flächendeckenden

Breitbandversorgung“ (Sache N53/2010, im

Folgenden „Rahmenregelung“) zu erheben.

Neben den „weißen“ und „grauen“ Flecken ermöglicht

die Rahmenregelung nach der Anpassung nun

auch die Förderung in „schwarzen“ Flecken. Die

Kategorien sind wie folgt definiert:

ƒƒ

ƒƒ

Weiße Flecken der Grundversorgung: Im betreffenden

Gebiet gibt es noch keine flächendeckende

Breitbandgrundversorgung (Verfügbarkeit

von ≥ 2 Mbit/s).

Graue Flecken der Grundversorgung: Im betreffendem

Gebiet besteht bereits eine Breitbandgrundversorgung

(Verfügbarkeit von ≥ 2 Mbit/s),

die angebotenen Leistungen decken allerdings

auch unter Berücksichtigung einer ggf. vom

Anbieter geplanten Modernisierung nicht den

Bedarf der Bürger. In der Regel existiert in grauen

Flecken nur eine Technologie zum Anschluss

mit Breitband, beispielsweise nur DSL.

Fortschritte bei der Umsetzung seit 2010

Der Umsetzungsstand der Maßnahme „Bedarfsorientierte

Mitverlegung von Leerrohren und gemeinsamer

Aufbau von Infrastrukturen“ wurde für das Jahr

2011 genau wie im Jahr 2010 mit „zum größten Teil

erfolgt“ bewertet. Die Bundesrahmenregelung für

Leerrohre ist für die Anwendung in schwarzen

ƒƒ

Schwarze Flecken der Grundversorgung: Im

betreffenden Gebiet besteht bereits mehr als ein

Breitbandgrundversorgungsangebot (Verfügbarkeit

von ≥ 2 Mbit/s). Es gibt also bereits mindestens

zwei unterschiedliche Anbieter von Grundversorgung.


22 B. Fortschritte bei der Umsetzung der Breitbandstrategie seit 2010

Somit sind nun auch Gebiete mit existierenden

Netzen durch die Förderung der Mitverlegung von

Leerrohren förderberechtigt, wenn davon auszugehen

ist, dass diese ohne Förderung innerhalb der

nächsten drei Jahre nicht von einem Ausbau von

Hochgeschwindigkeitsnetzen profitieren würden.

Dies ist insoweit eingeschränkt, dass ein Gebiet dann

keine Förderung erhalten kann, wenn bereits eine

Verfügbarkeit von mehr als 25 Mbit/s gegeben ist

oder – in grauen bzw. schwarzen Flecken der Grundversorgung

– über Vorabregulierung erreicht werden

könnte.

Auf Länderebene gab es ebenfalls Fortschritte bei

der Verlegung von Leerrohren, beispielsweise in

Hessen und Schleswig-Holstein. In Hessen werden

nun bedarfsgerecht Leerrohre bei Landestraßenbaumaßnahmen

mit verlegt. In Schleswig-Holstein

wurden bis Ende Dezember 2010 u. a. 15 Gemeinden

mit einer Gesamtfördersumme von rund 480.000

Euro bei der Verlegung von Leerrohren gefördert.

Bayern prüft derzeit, ein Förderprogramm auf

Grundlage der Rahmenregelung aufzusetzen. Das

BMWi fördert auf Basis der Bundesrahmen regelung

Leerrohre insgesamt 25 Modellprojekte in Orten mit

weniger als 10.000 Einwohnern.

Neben den Aktivitäten auf Bundes- und Länderebene

gab es auch einige Kommunen, in deren

Breitbandausbau die Mitverlegung von Leerrohren

ein zentrales Element war. In einem norddeutschen

Kreis wurde beispielsweise ein Zweckverband von

Kommunen gegründet. In diesem Modell gibt der

Zweckverband den Auftrag zur Verlegung von

Leerrohren, sobald ein Betreiber gefunden ist, der

im Anschluss die Rohre zur Verlegung eines Netzes

pachten möchte. Auf diese Weise stellt der Kreis

nicht nur Planungssicherheit her, er ermöglicht

auch die Refinanzierung der Investitionen in die

Verlegung von Leerrohren.

Herausforderungen

ƒƒ

Mitverlegung von Leerrohren bei Baumaßnahmen

des Bundes

Während die Mitverlegung von Leerrohren bei

Baumaßnahmen einiger Bundesländer, wie zum

Beispiel Baden-Württemberg, gesetzlich ge regelt

ist und aus dem Länderbudget getragen wird,

ƒƒ

findet bei Straßenbaumaßnahmen des Bundes

keine flächendeckende, bedarfsorientierte Mitverlegung

von Leerrohren statt.

Nutzung der Rahmenregelung in konkreten

Förderprogrammen

Wie bereits beschrieben, ist die „Bundesrahmenregelung

Leerrohre“ nicht mit eigenen Mitteln

unterlegt, d. h. sie dient lediglich der beihilferechtlichen

Absicherung. Einzelne Breitbandförderprogramme

auf Bundes- und Landesebene

können sich ihr unterstellen. So wurde bei der

GRW die Möglichkeit der Förderung von Leerrohren

auf Grundlage der „Bundesrahmenregelung

Leerrohre“ geschaffen. Die GRW-Förderung

ist allerdings auf strukturschwache Regionen

beschränkt und hat einen gewerblichen Fokus.

D. h., es können nur Gewerbegebiete bzw.

Ansammlungen von Gewerbebetrieben und

umliegende Gebiete gefördert werden. Es bleibt

abzuwarten, ob die Nutzung von GRW-Mitteln

für Breitbandprojekte durch diese zusätzliche

Möglichkeit zunimmt (bisher niedrig). Daneben

ist das Aufsetzen von Länderprogrammen auf

Grundlage der „Bundesrahmenregelung Leerrohre“

möglich. Diese Möglichkeit haben bislang

nur Hessen und Schleswig-Holstein aufgegriffen,

Bayern erwägt derzeit ein Förderprogramm.

Somit wird der gesetzte Rahmen der Förderung

noch nicht bundesweit genutzt, um die Verlegung

von Leerrohren voranzubringen.

1.5. Verbesserung der Breitbandverteilung

im Haus

Zielsetzung

Die Maßnahme zielt darauf ab, Anreize für Privathaushalte

zu schaffen, den privaten Breitbandausbau

voranzutreiben und ebenfalls Investitionen in

die Breitbandinfrastruktur zu tätigen.

Zielbeitrag

Zielbeitrag

Breitbandverteilung

im Haus

2014 2014+

Sehr

nierdrig

Sehr

niedrig


B. Fortschritte bei der Umsetzung der Breitbandstrategie seit 2010

23

Sowohl in Perspektive auf das Jahr 2014 als auch

darüber hinaus wird der Beitrag der Maßnahme zur

Zielerreichung als sehr niedrig eingeschätzt. Dies

resultiert vor allem aus folgenden Gründen: Die Verlegung

zusätzlicher Leitungen im Haus leistet keinen

Beitrag zur Erschließung bisher nicht versorgter

Ge biete, sondern dient ausschließlich dem weiteren

Ausbau vorhandener Hochgeschwindigkeitsnetze.

Der Anreizeffekt der beschlossenen steuerlichen

Anrechenbarkeit ist als eher gering einzustufen, da

lediglich 20 Prozent der getätigten Investitionskosten

an gerechnet werden können. Zudem ist die tatsächliche

Anwendbarkeit der Maßnahme auf die

Verlegung von Glasfaser in neu erschlossenen

Wohngebieten und die Errichtung privater Richtfunkanlagen

beschränkt. Auch übernehmen Telekommunikationsunternehmen

bislang die Ausbaukosten

inklusive des Hausanschlusses. Insofern fallen

für Privathaushalte kaum anrechenbare Investitionen

an und die steuerliche Absetzbarkeit für die Ausbauplanung

von Unternehmen ist ohne Relevanz.

Darüber hinaus ist die Maßnahme kaum bekannt.

Weder inte grieren Unternehmen sie daher in ihre

Geschäftsmodelle, noch können so Anreize für den

privaten Ausbau gesetzt werden. Eine aktivere Kommunikation

der Maßnahme und das Aufzeigen von

konkreten Anwendungsbeispielen wären notwendig.

Stand der Umsetzung bis zum zweiten Monitoringbericht

(2011)

Umsetzung

Breitbandverteilung

im Haus

2010 2011

Abgeschlossen

Abgeschlossen

Die Umsetzung der Maßnahme war 2010 bereits

weitgehend abgeschlossen. Nach § 35a, Abs. III EStG

können 20 Prozent der Aufwendungen zum Breitbandausbau

steuerlich bis zu einer Maximalhöhe

von 1.200 Euro angerechnet werden. Im Monitoringbericht

2010 wurde angeregt, Anwendungsszenarien

für die steuerliche Anrechenbarkeit von Maßnahmen

in Privathaushalten weiterzuentwickeln,

indem stärker Maßnahmen herausgestellt werden,

die eine höhere Wirkung entfalten können. Nach

Abschluss der Maßnahme 2010 sind bis zum

Berichtszeitpunkt 2011 keine weiteren Fortschritte

bei der Umsetzung zu verzeichnen. Problematisch

bleiben weiterhin die nur geringe Anrechenbarkeit

privater Investitionen, der beschränkte Anwendungsbereich

der Maßnahme und ihre mangelnde

Bekanntheit. Die im Monitoringbericht 2010 angeregte

Weiterentwicklung von Anwendungsszenarien

mit höherer Wirksamkeit wurde bislang nicht

durchgeführt.

2. Maßnahmensäule 2:

Unterstützende Frequenzpolitik

Derzeit leisten Funktechnologien einen wichtigen

Beitrag zur Erreichung der vollständigen Grundversorgung

und der Versorgung mit mittleren Bandbreiten.

Potenziell könnten Funktechnologien langfristig

auch für die Erreichung höherer Bandbreiten

genutzt werden, falls die Entwicklung neuer Technologien

in einem ähnlichen Maß wie bisher voranschreitet.

2.1. Rasche Nutzung des Potenzials der

Digitalen Dividende 2010

Die Digitale Dividende beschreibt die Nutzung von

Frequenzen, die aufgrund der Digitalisierung des

Rundfunks nun für die Breitbandübertragung bereitgestellt

werden konnten.

Zielbeitrag

Der Zielbeitrag dieser Maßnahme für die Erreichung

des Ziels 2014 wurde mit „sehr niedrig“ eingestuft.

Auch über den Zeitraum 2014 hinaus wird der Zielbeitrag

mit „sehr niedrig“ bewertet.

Zielbeitrag

Digitale

Dividende

2014 2014+

sehr

niedrig

sehr

niedrig

Der Zielbeitrag verbleibt sehr niedrig, weil die Nutzung

der Digitalen Dividende laut Unternehmensvertretern

voraussichtlich nur einen limitierten

Beitrag zur Versorgung mit mindestens 50 Mbit/s

beitragen kann. Im Breitbandatlas werden die Einzugsgebiete

von LTE derzeit basierend auf den

An gaben der Ausbauakteure mit einer Verfügbarkeit

von maximal 6 Mbit/s ausgewiesen, auch wenn

einige der Ausbauakteure in bestimmten Regionen

LTE-Produkte mit Geschwindigkeiten bis zu 50 Mbit/s

anbieten.


24 B. Fortschritte bei der Umsetzung der Breitbandstrategie seit 2010

Zielsetzung

Die Zielsetzung dieser Maßnahme in der Breitbandstrategie

war die möglichst schnelle Bereitstellung

der freien Frequenzen mittels einer Versteigerung,

um diese für den Breitbandausbau zu nutzen.

Stand der Umsetzung bis zum ersten Monitoringbericht

(2010)

Die Versteigerung der Digitalen Dividende, für die

insgesamt 3,6 Mrd. Euro geboten wurden, war am

20. Mai 2010 abgeschlossen. Bei der Versteigerung

wurden Nutzungsrechte für den drahtlosen Netzzugang

in den Frequenzbereichen 800 MHz, 1,8 GHz,

2,0 GHz und 2,6 GHz vergeben. Im Zuge der Versteigerung

wurde eine Versorgungsverpflichtung für

die so genannten Prioritätsgebiete festgelegt. Als

Prioritätsgebiete galten Städte, Gemeinden oder

Ortsteile, in denen für weniger als 95 Prozent der

Einwohner Anschlüsse mit ≥ 1 Mbit/s verfügbar

waren. In diesen Regionen war der Ausbau prioritär

vorzunehmen, d. h., dass es den relevanten Unternehmen

nicht gestattet war, den umfassenden Ausbau

mit 800 MHz in anderen Regionen zu betreiben,

bevor die Prioritätsgebiete versorgt waren. Bei

Erscheinen des letzten Monitoringberichts konnte

mit dem tatsächlichen Ausbau allerdings noch nicht

begonnen werden, weil das Zuordnungsverfahren

für die Frequenzen noch andauerte.

Fortschritte bei der Umsetzung seit 2010

Die Maßnahme „Rasche Nutzung des Potenzials der

Digitalen Dividende“ war – nach Wortlaut der Strategie

– bereits im Jahr 2010 vollständig abgeschlossen.

In diesem Jahr ist die Maßnahme erneut mit

„abgeschlossen“ bewertet.

Umsetzung

Digitale

Dividende

2010 2011

Abgeschlossen

Abgeschlossen

Die Versteigerung der Digitalen Dividende war

bereits 2010 abgeschlossen. Die Nutzung der Digitalen

Dividende ist im letzten Jahr allerdings deutlich

vorangeschritten. Die relevanten Telekommunikationsunternehmen

haben den Ausbau rasch vorangetrieben,

nachdem die Bundesnetzagentur zeitnah

nach der Versteigerung im Mai 2010 das Zuordnungsverfahren

der Frequenzen abgeschlossen hat.

Die Ausbauakteure haben bereits im August 2010

mit der Umrüstung von GSM- zu Multistandard-

Stationen begonnen, um den Ausbau insgesamt zu

beschleunigen. Laut Bundesnetzagentur haben die

Betreiber den Ausbau in den Prioritätsgebieten forciert,

in sechs Ländern sind die Ausbauverpflichtungen

bereits erfüllt. Es ist zu erwarten, dass der Ausbau

in der zweiten Jahreshälfte weitere Fortschritte

machen wird. Insgesamt wurde der umfassende Aufbau

der neuen Infrastrukturen wesentlich schneller

begonnen und vorangetrieben als nach vergangenen

Versteigerungen, z. B. von UMTS.

Herausforderungen

Aus den Gesprächen mit den relevanten Akteuren

haben sich folgende Herausforderungen ergeben,

welche sich im Bereich der Frequenzpolitik weiterhin

stellen:

ƒƒ

ƒƒ

Eingeschränkte Frequenznutzung

in Grenzgebieten

Die für LTE relevanten Frequenzen werden noch

nicht in allen Nachbarländern der Bundesrepublik

auch für den Mobilfunk genutzt. Zum Schutz

bestehender Nutzungen in den Nachbarländern

sind entsprechende Grenzkoordinierungsabkommen

erforderlich. Derartige Abkommen

konnten bereits mit einer Reihe von Nachbarländern

abgeschlossen werden. Solange in den Nachbarländern

noch Rundfunknutzungen geschützt

werden müssen, hat dies Einschränkungen bei

der Frequenznutzung in Grenznähe zur Folge.

Sicherstellung der Priorität für den Anschluss

unversorgter Haushalte

In den meisten Fällen wurden bisher GSM-Stationen

aufgerüstet, um den Betrieb von LTE zu

ermöglichen. Ohne regelmäßiges Monitoring

und Offenlegung der Ergebnisse der Versorgung

der Prioritätsgebiete aus dem Breitbandatlas,

zusätzlich zur Überprüfung der Einhaltung der

Versorgungsverpflichtung durch die BNetzA,

besteht das Risiko, dass der LTE-Ausbau keine

vollständige Grundversorgung sicherstellt. Dies

hängt auch damit zusammen, dass Prioritätsgebiete

nicht auf Haushaltsbasis und auf den zum

Teil ungenauen Daten des alten Breitbandatlas

gemeldet wurden. Die Herausforderung besteht

nun darin, unabhängig von mit der Ausschrei-


B. Fortschritte bei der Umsetzung der Breitbandstrategie seit 2010

25

ƒƒ

bung verknüpften Verpflichtungen, dass die

Netzbetreiber über die noch verbleibenden

„weißen Flecken“ informiert werden, so dass ein

möglichst weitgehender Anschluss ermöglicht

wird.

Zusätzliches Spektrum aus der Digitalen

Dividende

Das Potenzial der Nutzung weiterer Frequenzen

aus der Digitalen Dividende ist nach erst kürzlich

erfolgter Versteigerung und begonnener Nutzung

erster Frequenzen aus der Digitalen Divi dende

(790 bis 862 MHz) noch nicht ausreichend in der

Wahrnehmung der Branchen akteu re verankert.

Um die Rahmenbedingungen für die Bereitstellung

zusätzlicher Frequenzen aus der Digitalen

Dividenden zu schaffen, muss dieser Aspekt allerdings

frühzeitig, bereits im Rahmen der nächsten

World Radio Conference 2012, auf die Tagesordnung

für die übernächste Konferenz im Jahr

2015 gesetzt werden.

Abbildung 9: Potenzial innovativer Funktechnologien

– LTE Advanced

LTE-Technologien entwickeln sich fortwährend weiter.

Laut Unternehmensvertretern wird gerade LTE-

Advanced eine deutliche Verbesserung der Geschwindigkeit

von Funklösungen mit sich bringen. Während

LTE derzeitig rund 100 Mbit/s in einer Funkzelle bereitstellt,

können mit LTE-Advanced gegebenenfalls

300 Mbit/s und mehr pro Funkzelle angeboten werden.

Obwohl in der Entwicklung von LTE immer wieder

Fortschritte gemacht werden, werden terrestrische

Systeme voraussichtlich auch langfristig höhere

Geschwindigkeiten bereitstellen als Funklösungen.

Ein signifikanter Beitrag zur flächendeckenden Versorgung

mit Bandbreiten über 50 Mbit/s ist für die

nächsten Jahre daher in Anbetracht der aktuellen

Leistungsfähigkeit der Technologie nicht zu erwarten.

Langfristig gesehen erwarten Branchenexperten

jedoch enorme Technologiesprünge, die perspektivisch

auch höhere Bandbreiten je Nutzer

ermöglichen.

Quelle: Experteninterviews im Rahmen des Monitorings 2011

3. Maßnahmensäule 3:

Finanzielle Förderung

Die Breitbandstrategie des Bundes postuliert, dass

staatliche Förderung als letztes Mittel für den Breitbandausbau

genutzt werden kann, wenn ein wirtschaftlicher

Ausbau nicht möglich ist. Die Bundesregierung

legt im Rahmen der Strategie besonderen

Wert darauf, dass die Breitbandfördermaßnahmen

so ausgestaltet sind, dass der Wettbewerb nicht

beeinträchtigt wird, Mitnahmeeffekte vermieden

und zusätzliche Investitionen angeregt werden.

Bevor die Wirksamkeit und Umsetzung dieser Maßnahmen

bewertet wird, soll zuerst im folgenden

Kapitel der Status quo zur Fördermittelverfügbarkeit

in Deutschland aufgezeigt werden. Dabei werden

zunächst die verfügbaren Mittel sowie Abrufquoten

für den jetzt abgeschlossenen Förderzeitraum 2008

bis 2010 analysiert. Im Anschluss werden die für die

nächste Förderperiode 2011 bis 2013 verfügbaren

und bereits abgerufenen Fördermittel dargestellt.

3.1. Analyse verfügbarer Fördermittel

Insgesamt haben Bund und Länder für den Zeitraum

2008 bis 2013 maximal eine Gesamtsumme von

454 Millionen EUR zur Verfügung gestellt, von der

ein Teil jedoch aus Überträgen zwischen den Förderperioden

besteht. In der Förderperiode 2008 bis

2010 waren dies 273 Mio. EUR, für 2011 bis 2013 sind

181 Mio. EUR reserviert.

Die Mittel werden über verschiedene Förderprogramme

bereitgestellt: Zur Förderung des Breitbandausbaus

stehen den Flächenländern seit 2008

Mittel aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung

der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK)

zur Steigerung der Attraktivität ländlicher Gebiete

als Wirtschafts- und Wohnstandort zur Verfügung.

Weiterhin gewährt die Bundesregierung seit 2009

Mittel aus der Gemeinschaftsausgabe „Verbesserung

der regio nalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in struktur

schwachen Regionen. Zusätzlich zu diesen Mitteln

können die Bundesländer Mittel der Europäischen

Union (ELER, EFRE) für die Zwecke des Breitbandausbaus

einsetzen. Darüber hinaus standen den Ländern

in der Förderperiode 2008 bis 2010 Mittel aus dem

Zukunftsinvestitionsgesetz (Konjunkturpaket II) zu,

die im Rahmen der Breitbandstrategie als Maßnah-


26 B. Fortschritte bei der Umsetzung der Breitbandstrategie seit 2010

me 8 „Zusätzliches Geld für den Infrastrukturausbau

aus dem Konjunkturpaket II“ berücksichtigt wurden.

Diese Mittel mussten bis Ende 2010 abgerufen und

verausgabt sein. Für die Förderperiode 2011 bis 2013

stehen diese Mittel nicht mehr zur Verfügung.

Abgeschlossene Förderperiode 2008 bis 2010

Zum Zeitpunkt der Erstellung des letzten Monitoringberichts

(Mitte 2010) lagen noch keine abschließenden

Werte der Ausschöpfungsquoten der verschiedenen

Fördermittel vor. Daher sollen in der

Folge die wichtigsten Kennzahlen zur abgeschlossenen

Förderperiode zusammengefasst werden.

Insgesamt standen in der Förderperiode 2008 bis

2010 273 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung.

Davon stammte mit über 44 Prozent (120 Millionen

Euro) der größte Teil der Mittel aus dem zeitlich

begrenzten Konjunkturpaket II (ZuInvG). Einen

weiteren signifikanten Anteil bildeten mit weiteren

knapp 39 Prozent zweckgebundene GAK-Mittel,

zuzüglich der Kofinanzierung aus ELER-Mitteln.

Ländermittel sowie EFRE-Fördermittel spielten hingegen

eine kleinere Rolle. GRW-Mittel können zwar

für den Breitbandausbau benutzt werden, sie sind

jedoch nicht zweckgebunden und werden daher

hier nicht dargestellt.

In der Analyse der Ausschöpfung zur Verfügung stehender

Mittel wird deutlich, dass nationale Fördermittel

sehr gut ausgeschöpft werden konnten, aber

bei EU-Mitteln weiteres Potenzial bestanden hätte.

Insgesamt wurden in der abgeschlossenen Förderperiode

von den 273 Millionen Euro rund 84 Prozent

bewilligt. Unterscheidet man in der Betrachtung

nach Fördertöpfen, zeigt sich, dass vor allem GAK,

Landesmittel und die Förderung aus dem ZuInvG

fast vollständig ausgeschöpft wurden. Hingegen

muss die Ausschöpfung der ELER- sowie der EFRE-

Mittel als unzureichend bezeichnet werden.

Die Ausschöpfung der Mittel einzelner Bundesländer

stellt sich besonders heterogen dar. Während

Bundesländer wie Mecklenburg-Vorpommern

(100 Prozent), Bayern (90 Prozent), und Niedersachsen

(85 Prozent) fast alle verfügbaren Mittel vollständig

bewilligt haben, konnte in Brandenburg,

Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz,

Saarland, Schleswig-Holstein und Thüringen nicht

das gesamte Potenzial der Fördermittel genutzt

werden.

Abbildung 10: Verfügbarkeit und Abschöpfung von Fördermitteln 2008–2010

84 %

97 % 76 % 91 % 21 %

273

120

44 %

Ausschöpfung

(Bewilligte Mittel/

Verfügbare Mittel, %)

107

16 %

23 %

ELER

GAK

1) GRW-Mittel sind

nicht für den Breitabandausbau

zweckgebunden

und daher nicht

aufgeführt.

Gesamt

ZukInvG ELER/GAK

2008–2010 1)

32

12 %

Landesmittel

14

5 %

EFRE

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, 2011


B. Fortschritte bei der Umsetzung der Breitbandstrategie seit 2010

27

Laufende Förderperiode 2011 bis 2013

Bei der Betrachtung der laufenden Förderperiode

muss grundsätzlich beachtet werden, dass der vorliegende

Monitoringbericht zu Beginn der Förderperiode

erstellt wurde. Daher sind zum aktuellen

Zeitpunkt die Angaben zu bewilligten Mitteln unter

Vorbehalt zu verstehen, da zum Teil die Ausschöpfung

aus haushaltstechnischen Gründen erst im

zweiten Halbjahr erfasst wird. Zum Zeitpunkt der

Erfassung im Juli 2011 stehen nach Rückmeldungen

der Bundesländer für die Förderperiode 2011 bis

2013 rund 180 Millionen Euro zur Verfügung. Abbildung

11 zeigt die Herkunft der Fördermittel.

Im Vergleich zur Förderperiode 2008 bis 2011 stehen

rund 35 Prozent weniger Mittel für den Breitbandausbau

insgesamt zur Verfügung. Die geringere Fördermittelsumme

erklärt sich vor allem durch den

Wegfall der Mittel aus dem Zukunftsinvestitionsgesetz,

die bis Ende 2010 verausgabt werden mussten.

Daneben reduziert sich zunehmend der Bedarf für

Förderung von Grundversorgung. Fördermöglichkeiten

für Hochgeschwindigkeitsnetze wurden bisher

noch eingeschränkt geschaffen. Von den insgesamt

zur Verfügung stehenden 181 Millionen Euro

stammt der größte Förderblock aus GAK/ELER. Die

Ländermittel sind mit 65 Millionen Euro in der Förderperiode

2011 bis 2013 im Vergleich zur vorherigen

Förderperiode mehr als doppelt so hoch.

Während in einigen Bundesländern annähernd so

viele Mittel wie letztes Jahr bereitstehen, können die

Ausbauakteure in anderen Bundesländern in der

zweiten Förderperiode nur auf deutlich geringere

Mittel zurückgreifen als in den vergangenen drei

Jahren.

Auf Basis der Informationen zur Fördersituation

sollen in der Folge die zwei Maßnahmen der Breitbandstrategie

im Bereich „finanzielle Förderung“

beschrieben und auf ihren Umsetzungsstand hin

untersucht werden:

1. Verbesserte Förderbedingungen in den Gemeinschaftsaufgaben

2. Infrastrukturausbau mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket

II

3.2. Verbesserte Förderbedingungen in den

Gemeinschaftsaufgaben

Ziel der Maßnahme ist es, durch verbesserte Förderbedingungen

den Breitbandausbau in ländlichen

Räumen zu unterstützen und den Mittelabruf zu

erhöhen.

Abbildung 11: Verfügbarkeit und Abschöpfung von Fördermitteln 2011–2013 (vs. 2008–10)

28 %

39 % 17 % 11 %

273

181 96

Ausschöpfung

(Bewilligte Mittel/

Verfügbare Mittel, %)

28 %

ELER 2)

25 %

GAK 3)

65

36 %

20

11 %

EFRE

Gesamt

Gesamt

2008–2010 1) 2011–2013

GAK/ELER

Landesmittel

1) GRW-Mittel sind nicht für den Breitbandausbau zweckgebunden und daher nicht aufgeführt

2) Angaben von Brandenburg zu ELER enthalten Kofinanzierungsanteile-Anteile der GAK und des Landes

3) Aus haushaltstechnischen Gründen ist laut BMLV eine Erhöhung der GAK-Ausschöpfung im zweiten Halbjahr 2011 zu erwarten

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, 2011


28 B. Fortschritte bei der Umsetzung der Breitbandstrategie seit 2010

Zielbeitrag

Zielbeitrag

Förderbedingungen

Gemeinschaftaufgaben

2014 2014+

sehr

Nierdrig

niedrig

Die Maßnahme „Verbesserte Förderbedingungen in

den Gemeinschaftsaufgaben“, legt in ihrem Wortlaut

einen Schwerpunkt auf die flächendeckende

Versorgung der Haushalte in Deutschland mit Breitbandanschlüssen

von mind. 1 Mbit/s. Vor dem Hintergrund

dieser Schwerpunktsetzung ist auch die Einschätzung

zur Zielerreichung zu verstehen: Für das

Ziel 2010 kam der Maßnahme ein hoher Zielbeitrag

zu. Dieser gilt bis zur vollständigen Zielerreichung

der flächendeckenden Grundversorgung.

Für die GAK-Förderung wurde 2009 zudem die

Förderung der Mitverlegung von Leerrohren ermöglicht.

Auch in der GRW wurde 2009 die Möglichkeit

geschaffen, Leerrohre im Zuge der Durchführung

anderer Infrastrukturmaßnahmen zu verlegen.

Nach Inkrafttreten der Bundesrahmenregelung

Leerrohre wurden die Fördermöglichkeiten im Rahmen

der GRW nochmals erweitert: Seit Januar 2011

können hochleistungsfähige Breitbandanschlüsse

und Netze der nächsten Generation gefördert werden.

Förderfähig ist die Bereitstellung von Leerrohren

mit oder ohne Kabel. Die GRW leistet somit

einen Beitrag für den späteren Ausbau von Hochgeschwindigkeitsnetzen.

Da die Inanspruchnahme der

GRW-Förderoptionen bislang eher niedrig ist und

die GAK sich auf die Förderung der Grundversorgung

konzentriert, ist der Beitrag für das Ziel 2014

als „niedrig“ und wegen des erwarteten Auslaufens

insbesondere der GAK-Mittel über 2014 hinaus als

„sehr niedrig“ einzuschätzen.

Stand der Umsetzung bis zum ersten Monitoringbericht

(2010)

Einige bereits 2009 vorgenommene Anpassungen

der Förderbedingungen hatten 2010 die Voraussetzungen

für einen verstärkten Abruf von Mitteln

geschaffen, so dass die Umsetzung der Maßnahme

zum größten Teil erfolgt war. Eine geringe Abfrage

von Mitteln der GRW und stark unterschiedliche

Situationen in den Ländern ließen eine höhere Einordnung

der Maßnahme im Sommer 2010 noch

nicht zu.

Die Bundesregierung stellt bereits seit 2008 Mittel

der GAK und seit 2009 der GRW bereit, um den Breitbandausbau

in ländlichen bzw. strukturschwachen

Gebieten zu fördern. Aufgrund des anfangs unzureichenden

Mittelabrufs wurden 2009 Anpassungen an

den Programmen vorgenommen: Durch Maßnah-

Abbildung 12: Länderübersicht verfügbarer Fördermittel von 2008 bis 2013 (Mio. EUR) 1)

BW

33 20

52

BY

56 54

110

BB 2)

25 14

39

HE

4 4

8

MV

11 8

20

NI

68 12

80

NRW

18 13

31

RLP

SL 1 1

SN 3)

2

16 12

10 16

28

25

Verfügbare Mittel 2008–2010

Verfügbare Mittel 2011–2013

ST

21 10

31

SH

7 5

12

TH

3 14

17

1) GRW-Mittel sind nicht für den Breitbandausbau zweckgebunden und daher nicht aufgeführt

2) Angaben von Brandenburg zu ELER enthalten Konfi-Anteile des GAK und des Landes

3) Bei den ELER-Mitteln entscheiden in Sachsen die 35 Leader- und ILE-Gebiete in eigener Prioritätensetzung im Rahmen ihrer

Budgetierungen über den Einsatz der Mittel

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, 2011


B. Fortschritte bei der Umsetzung der Breitbandstrategie seit 2010

29

Unzureichende Transparenz und Ergebniscontrolling

der Förderung

Bisher findet – außer für die Nutzung der Bundesrahmenregelung

Leerrohre – kein standardisiertes

Controlling der Wirksamkeit finanzieller

Maßnahmen statt. Weiterhin wird nur in einzelmen

wie die Erhöhung des Grenzwerts für den Nachweis

einer unzureichenden Breitbandversorgung,

die Reduktion des Eigenanteils für Kommunen und

die Anhebung der Zuschüsse zum Schließen der

Wirtschaftlichkeitslücke sowie durch die Aufnahme

von Leerrohrförderung als Fördertatbestand konnte

2010 der Mittelabruf zum Zweck des Netzausbaus

und der Realisierung von Machbarkeitsstudien

erhöht werden. Der Abruf von Mitteln der GRW

blieb aber weiter verhalten, wobei klarzustellen ist,

dass die GRW-Mittel nicht zweckgebunden und für

eine Vielzahl von Fördermaßnahmen genutzt werden

können. Die Länder treffen je nach Bedarf vor

Ort die Entscheidung über den konkreten Mitteleinsatz.

Teilweise wurden Mittel der Europäischen

Union (EFRE/ELER) eingesetzt. ELER-Mittel wurden

beispielsweise zur Kofinanzierung von GAK-Förderung

genutzt.

Im Monitoringbericht 2010 wurde zur Verbesserung

der Förderbedingungen in den Gemeinschaftsaufgaben

empfohlen, das Ergebniscontrolling der

finanziellen Förderung auszuweiten. Insbesondere

da der Mittelabruf teilweise noch nicht befriedigend

verlief, sollte ein einheitlicher Monitoringstandard

etabliert werden. Zudem wurde angeregt, den

Erfahrungsaustausch zur Nutzung der Förderprogramme

zu intensivieren.

Fortschritte bei der Umsetzung seit 2010

Umsetzung

2010 Zum 2011 Zum

größten

größten

Förderbedingungen

Teil

Teil

Gemeinschaftsaufgaben

erfolgt

erfolgt

Bei der Umsetzung der Maßnahme „Verbesserte

Förderbedingungen in den Gemeinschaftsaufgaben“

können seit Mitte 2010 Fortschritte verzeichnet werden.

Zum einen wurde durch die Erweiterung der

Bundesrahmenregelung Leerrohre und die Zustimmung

der EU-Kommission im Juni 2011 die Förderung

von Hochgeschwindigkeitsnetzen stärker

berücksichtigt. Zum anderen sind im Monitoringbericht

2010 empfohlene Verbesserungsmaßnahmen

wie beispielsweise der Erfahrungsaustausch zu

Förderprogrammen und Finanzierung umgesetzt

worden. Bis zum vollständigen Abschluss der Programme

verbleibt die Maßnahme bei dem Status

„zum größten Teil erfolgt“.

2011 wurden die Förderbedingungen der Bundesrahmenregelung

Leerrohre für die Anwendung in

„schwarzen Flecken“ erweitert. Des Weiteren wurde

eine Vereinfachung der GRW-Förderung beschlossen.

Der künftige Verzicht auf den Gewinnabschöpfungsmechanismus

bei Projekten mit einer Förderung von

bis zu 500.000 Euro soll Kommunen wirkungsvoll

entlasten und zu einem verstärkten Abruf der GRW-

Mittel führen. Neben der Vereinfachung der GRW-

Förderung finden auch Konsultationen mit der

Europäischen Kommission statt, um den Antragsstellungsprozess

für EFRE und ELER zu vereinfachen.

Insgesamt ist in den Abrufquoten der Fördermittel

ein positiver Trend zu beobachten. Wie in Kapitel 3.1

dargestellt, wurden in der gesamten Förderperiode

2008 bis 2010 knapp 94,6 Prozent der GAK-Mittel

ausgeschöpft. In den ersten sechs Monaten der zweiten

Förderperiode bis Mitte 2011 wurden bereits

20 Prozent der GAK-Förderung bewilligt. 2 Diese

grundsätzliche Entwicklung kann als Erfolg für die

Breitbandstrategie und die angestoßenen Verbesserungen

in der Gemeinschaftsaufgabe GAK gewertet

werden. Hinzu kommt, dass im ersten Halbjahr 2011

bereits 55,7 Prozent der ELER- und 11,4 Prozent der

EFRE-Fördermittel für die Förderperiode 2011 bis

2013 abgerufen wurden. 3

Herausforderungen

Um auch 2011 und darüber hinaus einen größtmöglichen

positiven Beitrag zum Breitbandausbau zu

leisten, müssen folgenden Herausforderungen

bewältigt werden:

ƒƒ

2

Dabei ist zu berücksichtigen, dass die reale Abrufquote wahrscheinlich deutlich höher liegt. Die Mittel werden aus haushaltstechnischen

Gründen erst im zweiten Halbjahr erfasst und liegen zum Zeitpunkt der Erstellung des Berichts noch nicht vor.

3

Angaben von Brandenburg zu ELER enthalten Kofi-Anteile der GAK und des Landes – dadurch liegt der gemeldete Abschöpfungswert über

der realen Abschöpfung.


30 B. Fortschritte bei der Umsetzung der Breitbandstrategie seit 2010

nen Ländern erfasst, wie viele Haushalte durch

die verschiedenen Formen der finanziellen Förderung

versorgt werden.

Stand der Umsetzung bis zum ersten Monitoringbericht

(2010) und Fortschritte bei der Umsetzung

seit 2010

ƒƒ

Auslaufen der GAK-Förderung und unzureichende

Förderung des Ausbaus von Hochgeschwindigkeitsnetzen

Die bisherige Förderung legt ihren Schwerpunkt

auf die Förderung der flächendeckenden Versorgung

von Bandbreiten mit mindestens 1 Mbit/s

und kann daher nur mittelbar – durch die Förderung

der Leerrohrverlegung – einen Beitrag zum

Ausbau von Hochgeschwindigkeitsnetzen leisten.

Derzeit ist somit neben den EU-Mitteln auf Bundesebene

nur GRW als Instrument etabliert, das

Impulse für den stärkeren Hochgeschwindigkeitsausbau

setzen könnte.

3.3. Infrastrukturausbau aus dem

Konjunkturpaket II

Zielsetzung

Im Rahmen der Maßnahme „Zusätzliches Geld für

den Infrastrukturausbau“ legte die Bundesregierung

im Rahmen der Breitbandstrategie fest, zusätzliche

Mittel aus dem Konjunkturpaket II für den Breitbandausbau

bereitzustellen.

Umsetzung

2010 2011

Zusätzliches Geld (aus

dem Konjunkturpaket II)

Abgeschlossen

Abgeschlossen

Nach Abschluss der Abrufperiode für das ZuInvG

zeigt sich, dass die Mittel fast vollständig abgerufen

wurden (97 Prozent, Stand Sommer 2011). Die Mittel

wurden vor allem für den Netzausbau verwendet, in

Teilen auch für die Leerrohrverlegung, und wurden

häufig nach ähnlichen Förderrichtlinien vergeben

wie die GAK-Mittel. Über die Mittel aus dem Konjunkturpaket

II hinaus haben einige Länder weitere

eigene Mittel für den Breitbandausbau bereitgestellt.

Zudem hat die Bundesregierung Mittel in

Höhe von über zehn Millionen Euro zur Verfügung

gestellt, um innovative Modellprojekte zum Ausbau

von NGA-Netzen zu fördern.

Zielbeitrag

Zielbeitrag

Zusätzliches Geld (aus dem

Konjunkturpaket II)

2014 2014+ Nicht

vorhanden

Niedrig

Die zusätzlichen Gelder für den Infrastrukturausbau

aus dem Zukunftsinvestitionsgesetz waren bereits

zum Jahresende 2010 weitestgehend abgerufen und

investiert. Da sie in Teilen für die Mitverlegung von

Leerrohren eingesetzt wurden und somit in den

Ländern wichtige Voraussetzungen für den weiteren

Ausbau schufen, leistet die Maßnahme einen „niedrigen“

Zielbeitrag für das Ziel 2014. Weil nach Ausschöpfung

der Mittel aus dem Zukunftsinvestitionsgesetz

keine weiteren Mittel im Rahmen der

Maß nahme vorgesehen sind, muss der Zielbeitrag

für die Jahre nach 2014 ihrem Wortlaut nach als

„nicht vorhanden“ beschrieben werden. Das bedeutet

allerdings nicht, dass weitere zusätzliche Gelder,

die zur Verfügung gestellt würden, keine Wirkung

auf die Zielerreichung hätten.


B. Fortschritte bei der Umsetzung der Breitbandstrategie seit 2010

31

4. Maßnahmensäule 4:

Wachstums- und innovationsorientierte

Regulierung

Wesentliches Ziel der Breitbandstrategie des Bundes

ist es, dass der Breitbandausbau in erster Linie durch

Wettbewerb und marktgetrieben durch die Telekommunikationsunternehmen

erfolgt. Um Anreize

für die Unternehmen zu schaffen, die zusätzlichen

notwendigen Investitionen für einen flächendeckenden

Breitbandausbau vorzunehmen, wurden die

folgenden drei Maßnahmen formuliert:

1. Mehr Planungssicherheit für Unternehmen

2. Grundzüge einer wachstums- und innovationsorientierten

Regulierung

3. Anreizorientierte und investitionsfördernde Vorgaben

im EU-Rechtsrahmen

Vor der Darstellung der Maßnahmen sollen zusammenfassend

die wichtigsten Entwicklungen zur TKG-

Novelle beschrieben werden.

Stand und Fortschritt zur Novellierung des

Telekommunikationsgesetzes („TKG-Novelle“)

Nach Vorstellung und Kommentierung des Referentenentwurfs

im Oktober 2010 hat das Bundeskabinett

im März 2011 den Entwurf einer Novelle des TKG

beschlossen. Der Gesetzentwurf setzt umfangreiche

Änderungen in den europäischen Richtlinienvor gaben

zur Telekommunikation in innerstaatliches

Recht um. Die im Bundestag am 27.10.2011 be schlossene

Fassung beinhaltet unter anderen folgende

Regelungen, die eine wettbewerbskonforme Förderung

des Aufbaus hochleistungsfähiger Breitbandnetze

zum Ziel haben:

ƒƒ

Antragsrecht für mehr Planungssicherheit für in

neue Zugangsnetze investierende Unternehmen

ƒƒ

ƒƒ

ƒƒ

ƒƒ

ƒƒ

ƒƒ

Befugnis der Bundesnetzagentur, die gemeinsame

Nutzung von Verkabelungen in Gebäuden

marktmachtunabhängig anzuordnen, wenn eine

Vervielfachung der Infrastruktur wirtschaftlich

ineffizient oder praktisch unmöglich wäre

Verpflichtende Bereitstellung von Informationen

über Einrichtungen, die zu Telekommunikationszwecken

genutzt werden können, durch

Telekom munikationsnetzbetreiber, sonstige

Unternehmen sowie juristische Personen des

öffentlichen Rechts. Künftig muss dabei auch die

Verfügbarkeit der gemeldeten Infrastrukturen

(insbesondere Leerrohre) erhoben werden

Verpflichtung zur Bereitstellung öffentlicher

und privater Infrastruktur zur Mitnutzung für ein

angemessenes Entgelt

Spezifische Verpflichtungen zur Öffnung der

Bundesfernstraßen, Bundeswasserstraßen und

Eisenbahntrassen für die Mitnutzung

Einführung eines Schlichterverfahrens bei der

Bundesnetzagentur zur Öffnung von Infrastrukturen

für den Breitbandausbau, um den Zugang

zu alternativen Infrastrukturen (kommunale

Abwasserkanäle, Energieleitungen, Kabelkanäle

in Straßen usw.) für Zwecke des Breitbandausbaus

zu verbessern

Ergänzung der Regelung zur Nutzung privater

Grundstücke um den so genannten „Hausstich“.

Danach darf ein Grundstück bzw. Gebäude an ein

hochleistungsfähiges Telekommunikationsnetz

auch gegen den Willen des Eigentümers auf Kosten

des TK-Unternehmens angeschlossen werden,

wenn dies nicht zu einer „unzumutbaren“

Beeinträchtigung der Eigentumsrechte führt.

Dabei soll der Eigentümer nicht mit Kosten belastet

werden.

ƒƒ

Verbesserte Berücksichtigung von Investitionsrisiken

im Rahmen der Entgeltregulierung

ƒƒ

Erleichterung von Risikobeteiligungsmodellen

ƒƒ

Verlängerung der Regulierungsperioden von

zwei auf drei Jahre


32 B. Fortschritte bei der Umsetzung der Breitbandstrategie seit 2010

4.1. Mehr Planungssicherheit für Unternehmen

Zielsetzung

Zielbeitrag

Planungssicherheit

2014 2014+

Hoch

Hoch

Ziel der Maßnahme ist es, die Planungssicherheit

für im Breitbandausbau tätige Unternehmen zu

erhöhen. Dies soll durch die Verlängerung der

Geltungsdauer von Marktanalysen von zwei auf drei

Jahre erreicht werden.

Stand der Umsetzung bis zum ersten Monitoringbericht

(2010)

Umsetzung

Planungssicherheit

2010 2011

Teilweise

erfolgt

Zum

größten

Teil erfolgt

Die Maßnahme „Mehr Planungssicherheit für Unternehmen“

wurde bis zum Erscheinen des ersten

Monitoringberichts schrittweise aufgegriffen. Da

die TKG-Novellierung gerade in der Anfangsphase

stand, war die Maßnahme erst „teilweise erfolgt“.

Bereits zum Zeitpunkt der Erstellung der Strategie

wurden Maßnahmen des TKG benannt, die bereits

Planungssicherheit schaffen. Dazu zählen unter

anderem:

ƒƒ

ƒƒ

ƒƒ

ƒƒ

Beachtung der Anfangsinvestitionen unter

Berücksichtigung der Investitionsrisiken bei der

Entscheidung über Zugangsverpflichtungen

Vorgabe bei Regulierungsentscheidungen,

Anreize für effiziente Investitionen in Infrastruktur

zu schaffen

Berücksichtigung leistungsspezifischer Risiken

des eingesetzten Kapitals bei der Entgeltregelung

Einhaltung des Konsistenzgebots einer gleichmäßigen

und widerspruchsfreien Entscheidungspraxis

durch die Bundesnetzagentur.

In einem zweiten Schritt fand die Planungssicherheit

in der Stellungnahme der Bundesnetzagentur

„Eckpunkte über die regulatorischen Rahmenbedin-

gungen für die Weiterentwicklung moderner Telekommunikationsnetze

und die Schaffung einer leistungsfähigen

Breitbandinfrastruktur“ Niederschlag.

Darüber hinaus hat bis zum Zeitpunkt der Erstellung

des ersten Monitoringberichts (2010) vor allem das

TKG-Eckpunktepapier des Bundesministeriums für

Wirtschaft und Technologie zur Erhöhung der

Planungssicherheit beigetragen. Insbesondere die

geplante Verlängerung der gesetzlichen Regulierungsperioden

für Marktanalysen und Regulierungsmaßnahmen

von zwei auf drei Jahre hat zur Erhöhung

der Planungssicherheit beigetragen.

Fortschritte bei der Umsetzung seit 2010

Seit dem letzten Monitoringbericht 2010 wurden im

Bereich der Planungssicherheit vor allem durch die

Novelle des Telekommunikationsgesetzes Fortschritte

erzielt. Die Punkte wurden in der Einleitung

bereits genannt, sollen hier aber nochmals hervorgehoben

werden:

ƒƒ

ƒƒ

Der Bundesnetzagentur muss bei der Zugangsund

Entgeltregulierung die mit dem Aufbau

neuer Netze verbundenen Investitionsrisiken

berücksichtigen und sicherstellen, dass Investoren

eine angemessene Rendite für das eingesetzte

Kapital erhalten.

Die Regulierungsperioden werden von zwei auf

drei Jahre verlängert.

Mit der weitgehenden Finalisierung der TKG-Novelle

ist die Umsetzung der Maßnahme als „zum größten

Teil erfolgt“ einzustufen. Im nächsten Schritt muss

die BNetzA die neuen Möglichkeiten aufgreifen und

konkretisieren, so dass sie Wirkung entfalten können.

Exkurs: Planungssicherheit im Kontext

übergreifender Trends

Im Zusammenhang mit den parlamentarischen

Beratungen zur Novelle des Telekommunikationsgesetzes

(TKG-Novelle) wurden zwei Themen der

Telekommunikations- und Netzpolitik intensiv

diskutiert: Der Universaldienst und die Netzneutralität.

Unternehmensvertreter sehen in beiden

Diskussionen eine gewisse Einschränkung ihrer Planungssicherheit.

Der Universaldienst wurde in der

TKG-Novelle nicht aufgegriffen, das Thema Netz-


B. Fortschritte bei der Umsetzung der Breitbandstrategie seit 2010

33

neutralität erstmalig eingefügt. Dies sollte zu einer

ersten Stabilisierung der Erwartungen im Markt beitragen.

Im Folgenden sind beide Diskus sionen näher

beschrieben:

Abbildung 13: Gesetzliche Verpflichtung zu einem

Universaldienst

§

1

In der aktuellen öffentlichen Diskussion zur TKG-

Novelle wurde immer wieder die Forderung nach

einer gesetzlich fest gelegten Versorgung aller Haushalte

mit Breitbandanschlüssen (Breitband-Universaldienst)

erhoben. Die Forderungen reichten dabei von

Mbit/s bis 6 Mbit/s.

Befürworter eines Universaldienstes argumentierten,

dass trotz der Ausbaubemühungen von Bundesregierung

und Telekommunikationsunternehmen

ländliche Regionen zu oft unterversorgt blieben.

Schnelle Internetverbindungen seien aber heute

Bedingung für gesellschaftliche Teilhabe, ob in sozialen

Netzwerken, bei der schnellen Kommunikation

mit Behörden oder der Arbeitsplatzsuche. Außerdem

stellten Breitbandanschlüsse einen wichtigen

Standortfaktor gerade für den ländlichen Raum dar

und seien dort ein wichtiger Faktor für den Erhalt

und die Schaffung von Arbeitsplätzen, so dass ein

gesetzlicher Anspruch auf Versorgung zu schaffen sei.

Demgegenüber setzten Gegner des Universaldienstes

und Telekommunikationsunternehmen sowie

Branchenverbände auf einen wettbewerbsgesteuerten

und marktgetriebenen Breitbandausbau in

Deutschland. Sie sehen den Universaldienst als

unverhältnismäßigen Eingriff und lehnen eine solche

Maßnahme aufgrund negativer Auswirkungen

für Wirtschaft und Staatsfinanzen ab. Der Breitbandausbau

im derzeitigen Rahmen verlaufe

„schneller, kostengüns tiger und besser“ als durch

einen entsprechenden regulatorischen Eingriff, der

die Telekommunikations unternehmen zu hohen

Investitionen zwingen würde, die sie letztlich an den

Endkunden weitergeben müssten. Im Zuge des

Wettbewerbs werde in naher Zukunft ohnehin eine

flächendeckende Breitband-Internetversorgung

erreicht. Dies geschehe vor allem durch den gegenwärtigen

Ausbau des LTE-Netzes, bei dem den Unternehmen

bei der Versteigerung der Digitalen Dividende

strenge Auflagen zur Erschließung ländlicher

Räume gemacht wurden. Es wird zudem angeführt,

dass ein Universaldienst nur nach langer Vorlaufzeit

zu tatsächlichen Ausbauaktivitäten führt und konträr

zur derzeitigen Förderlogik läge. Zudem wird

politische Spielmasse geschaffen für Erhöhungen

des Levels für den Universaldienst, was wiederum

die Planungssicherheit

verringert.

Das zweite derzeit auf europäischer und nationaler

Ebene intensiv erörterte Thema ist die Diskussion

zur „Netzneutralität“.

Abbildung 14: Netzneutralität

„Netzneutralität meint die neutrale Übermittlung

von Daten im Internet durch die Netzbetreiber, also

eine gleichberechtigte Übertragung aller Datenpakete;

unabhängig davon, woher diese stammen,

welchen Inhalt sie haben oder welche Anwendungen

die Pakete generiert haben. In Deutschland ist die

Netzneutralität nicht gesetzlich verankert, die

Bundesregierung hat aber die Enquête-Kommission

„Internet und digitale Gesellschaft“ zu einer

Stellungnahme aufgefordert, deren Ergebnisse nun

vorliegen und die Grundlage für weiteres Handeln

bilden können. Zudem führt das BMWi eine Studie

mit mehreren begleitenden Workshops zum Thema

durch

In der Diskussion treffen zwei unterschiedliche

Vorstellungen von Netzneutralität aufeinander, eine

ökonomisch-wettbewerbsrechtliche und eine

bürgerrechtliche.

Befürworter der Netzneutralität sehen diese als

„digitales Bürgerrecht“, da ein freies Internet ohne

staatliche oder wirtschaftliche Eingriffe der Garant

für freien Meinungsaustausch weltweit sei und freien

Zugang zu Wissen und Informationen gewähre.

Insofern sei Netzneutralität auch ein soziales Gebot,

das gesellschaftliche Teilhabe unabhängig von der

finanziellen Leistungsfähigkeit des Einzelnen

gewährleiste und eine digitale Spaltung verhindere.

Deshalb müsse die diskriminierungsfreie Gleichbehandlung

aller Daten im Internet unabhängig von

kommerziellen Interessen geschehen. Letztlich

würden damit auch Innovationsprozesse über das

Netz für kleinere Unternehmen und auch für die

Wissenschaft ermöglicht, denn die privilegierte Versendung

von Daten bedeute faktisch das Ende von

konkurrenzgetriebener Innovation in der Webkommunikation.


34 B. Fortschritte bei der Umsetzung der Breitbandstrategie seit 2010

Die Internet-Provider hingegen klagen über Kapazitätsengpässe

und die Tatsache, dass so genannte

Heavy User und datenintensive Dienste die bestehenden

Tarifstrukturen unverhältnismäßig ausnutzten.

Viele Netzbetreiber sehen die neutrale Datenübertragung

als kontraproduktiv an. Eine

gesteuerte Netzverwaltung sei nötig, um Datenstau

zu verhindern und andere Angebote überhaupt

angemessen zu betreiben. Zudem müssten die Telefon-

und Mobilfunkgesellschaften zwar einen Großteil

der Investitionskosten für den Infrastrukturausbau

tragen, profitierten wegen eines intensiven

Preiskampfes aber unverhältnismäßig wenig von

den Aktivitäten großer Webkonzerne wie etwa

Google, Yahoo oder Facebook. Ein Interessensausgleich

sei daher notwendig. Deshalb plädieren die

Netzbetreiber für ein Modell mit abgestuften Gebühren

beim Datentransfer. Einzelne Dienste mit hohem

Datenaufkommen können demnach stärker mit

Kosten belastet werden.

Die Bundesregierung hat das Thema bereits in der

aktuellen TKG-Novelle berücksichtigt: Der Gesetzentwurf

sieht vor, dass das Bundesministerium für

Wirtschaft und Technologie in einer Rechtsverordnung

Transparenz- und Mindestqualitätsvorgaben

machen kann. Je nach Ausgestaltung dieser Regelungen

kann dies einen Beitrag zur ökonomischen

Rationalität im Markt leisten und damit die Planungssicherheit

für Investitionen erhöhen. Zum

Thema Netzneutralität führt das BMWi 2011 außerdem

eine Studie durch mit mehreren begleitenden

Workshops, erstmals am 16.11.2011. Zudem hatte

der IT-Gipfel Ende 2010 Thesen zur Netzneutralität

formuliert.

4.2. Grundzüge einer wachstums- und innovationsorientierten

Regulierung festlegen

Zielsetzung

Zielbeitrag

Wachstumsorientierte

Regulierung

2014 2014+

Hoch

Hoch

Ziel der Maßnahme war es, durch die Bundesnetzagentur

ein Eckpunktepapier zur zukünftigen Regulierung

entwickeln zu lassen, das die ökonomische

und rechtliche Planungssicherheit, eine angemessene

Eigenkapitalverzinsung, Infrastruktur-Sharing

und die Transparenz des geplanten Netzumbaus für

die Marktakteure einbezieht.

Stand der Umsetzung bis zum ersten Monitoringbericht

(2010)

Umsetzung

Wachstumsorientierte

Regulierung

2010

Zum

2011

größten

Teil erfolgt

Zum

größten

Teil erfolgt

Der Umsetzungsstand wurde 2010, gemessen am

Wortlaut der Maßnahme, als „abgeschlossen“

bewertet; mit Blick auf den gewünschten Zielbeitrag

der Maßnahme allerdings auf „zum größten Teil

er folgt“ reduziert, da die Umsetzung der Ankündigungen

noch nicht vollständig erfolgt war.

Im März 2010 hielt die Bundesnetzagentur „Eckpunk

te über die regulatorischen Rahmenbedingungen

für die Weiterentwicklung moderner Telekommunikationsnetze

und die Schaffung einer

leis tungs fähigen Breitbandinfrastruktur“ fest und

konkretisierte darin zusätzlich zu den im Rahmen

der Breitbandstrategie geforderten Inhalten weitere

Aspekte. Dazu gehörte beispielsweise die Feststellung,

dass freiwillige Open-Access Angebote von

Unternehmen, die nicht marktbeherrschend sind,

grundsätzlich keiner Regulierung unterliegen oder

der geplante Aufbau eines NGA-Forums. Zum Zeitpunkt

des Monitoringberichts 2010 war das Forum

bereits einberufen und hatte Mandat und Zeitplan

definiert. Über das Eckpunktepapier hinaus wurden

bis Sommer 2010 zwei Regulierungsschritte mit

hoher Relevanz für den Breitbandausbau abgeschlossen:

Die DTAG wurde verpflichtet, einerseits

Zugang zu Schaltverteilern und andererseits Zu gang

zu passiver Infrastruktur (Multifunktionsgehäusen,

Kabelkanalanlagen und unbeschaltete Glasfaser) für

die Zwecke der Mitnutzung zu ermöglichen. Als

nächste Umsetzungsschritte im Bereich der Regulierung

wurden im Monitoringbericht 2010 zwei

As pek te empfohlen: Die rasche Verabschiedung der

TKG-Novelle sowie die Festlegung weiterer Regulierungsschritte

auf Grundlage der Eckpunkte der

Bundesnetzagentur und der Ergebnisse des NGA-

Forums.


B. Fortschritte bei der Umsetzung der Breitbandstrategie seit 2010

35

Fortschritte bei der Umsetzung seit 2010

In Bezug auf die Maßnahme „Festlegung der Grundzüge

einer wachstums- und investitionsorientierten

Förderung“ sind seit 2010 Fortschritte in vier Bereichen

zu nennen. Dazu gehören neben dem bereits in

Kapitel 4.1 beschriebenen Entwurf zur TKG-Novelle

und dem laufenden parlamentarischen Abstimmungsprozess

die Einigungen und Vereinbarungen

im Rahmen des NGA-Forums sowie die seit Mitte

2010 erlassenen Regulierungsmaßnahmen, die den

Breitbandausbau betreffen. Außerdem wurde in 2010

eine Studie zur risikoadäquaten Eigenkapitalverzinsung

abgeschlossen und veröffentlicht (Gutachten

zur Ermittlung des kalkulatorischen Zins satzes, der

den spezifischen Risiken des Breitband aus baus

Rechnung trägt, Prof. Richard Stehle). 4

Fortschritte im Rahmen des NGA-Forums 5

Das NGA-Forum hat seine Arbeit 2010 aufgenommen,

im Dezember 2010 einen Zwischenbericht veröffentlicht

und im Mai 2011 das Grundsatzdokument

„Technische und operationelle Aspekte des Zugangs

zu Glasfasernetzen und anderen NGA-Netzen“

publiziert. Der Abschlussbericht wird am 06.12.2011

vorgelegt. Mit Redaktionsschluss des diesjährigen

Monitoringberichts hat das NGA-Forum zudem die

Einigung auf eine Leistungsbeschreibung für einen

Ebene-2-Bitstromzugang bekannt gegeben.

Das Grundsatzdokument hat bereits abgestimmte

Informationen zu folgenden Aspekten festgelegt:

ƒƒ

Ordnung aller relevanten Zugangsprodukte entsprechend

ihrer technischen Anforderungen im

Hinblick auf die Zugangsschnittstelle sowie weitere

Kooperationsschnittstellen

Die nun erarbeitete Leistungsbeschreibung für

einen Ebene-2-Bitstromzugang stellt einen entscheidenden

Meilenstein dar. Zwar ist die Anwendung

nicht rechtsverbindlich, liegt aber im Eigeninteresse

der Anbieter. Die Leistungsbeschreibung kann nun

als Grundlage für Musterverträge bei bilateralen

Kooperationsvereinbarungen genutzt werden und

damit entscheidend zur Planungssicherheit beitragen.

Es konnte darüber hinaus auch eine erste Einigung

zu den gemeinsamen Regelungen zu „Open Access“

gefunden werden.

Inzwischen ist aufgrund der positiven Resonanz und

den konkreten Ergebnissen eine Fortsetzung des

NGA-Forums beschlossen worden. In der nächsten

Phase soll u. a. die Spezifikation eines Ebene-2-Geschäftskundenprodukts

angegangen werden.

Fortschritte im Rahmen von Regulierungsmaßnahmen

Seit Mitte 2010 wurde von der BNetzA eine Vielzahl

von Regulierungsmaßnahmen erlassen, die den

Breitbandausbau betreffen. Darunter waren unter

anderem folgende Regulierungsmaßnahmen:

Ex-post-Kontrolle für Glasfaser-Teilnehmeranschlussleitungen:

Die Bundesnetzagentur sieht für die Glasfaser-Teilnehmeranschlussleitung

(TAL) von einer strengen

Ex-Ante-Regulierung ab. Zukünftig soll bei neuen

Glasfaser-Teilnehmeranschlussleitungen (Glasfaser-

TAL) der Telekom Deutschland GmbH lediglich eine

Ex-post-Kontrolle vorgenommen werden. D. h., dass

Abbildung 15: Darstellung verschiedener

Glasfaserinfrastrukturen

ƒƒ

ƒƒ

ƒƒ

Beschreibungen und Empfehlungen für Kooperationsschnittstellen

Zugangsnetz-Architekturen und Technologien

Anforderungen an Vorleistungsprodukte

4

Institut für Banken-, Börsen- und Versicherungswesen,

Humboldt-Universität zu Berlin, 2010

5

www.bnetza.de

Fibre to the Node

(FTTN)

Fibre to the Curb

(FTTC)

Fibre to the Basement

(FTTB)

Fibre to the Home

(FTTH)

Quelle: Solon

Optical fibres

Coax/Copper


36 B. Fortschritte bei der Umsetzung der Breitbandstrategie seit 2010

die Marktteilnehmer sich ohne Vorgaben durch die

Bundesnetzagentur kommerziell einigen. Die Bundesnetzagentur

prüft nur im Nachhinein die Konditionen

und steht gegebenenfalls bei Konflikten

bereit, um Missbrauch zu verhindern und im Zweifelsfall

bestimmte Konditionen durchzusetzen.

Geplante Entgeltmaßnahmen sind allerdings zwei

Monate vor Inkrafttreten der Bundesnetzagentur

anzuzeigen, um eine Kontrolle mit Blick auf Missbrauch

zu ermöglichen. Dieses marktgetriebene

Vorgehen vermindert den bürokratischen Aufwand

und kann zur Erhöhung der Ausbaudynamik beitragen.

Für die klassische Kupfer-TAL bleibt die bisherige

Ex-Ante-Regulierung bestehen.

Mustervertrag/Standardangebot für den Zugang zur

TAL am Schaltverteiler:

Die Bundesnetzagentur hat der Telekom Deutschland

GmbH einen Mustervertrag (sog. Standardangebot)

für den Zugang zur „letzten Meile“, der

Teilnehmeranschlussleitung (TAL) an einem Schaltverteiler

vorgegeben. Das Standardangebot legt die

konkreten Bedingungen und wechselseitigen Pflichten

fest, zu denen die Wettbewerber künftig den

Zugang zu einem neu auf dem Hauptkabel der Telekom

Deutschland GmbH zu errichtenden Schaltverteiler

erhalten können. Die Vorgaben ermöglichen

es, auf der Basis des Mustervertrags konkrete Schaltverteiler-Zugangsverträge

mit der Telekom abzuschließen

ohne hierfür zunächst zeitaufwändig

verhandeln oder im Streitfall sogar die Bundesnetzagentur

anrufen zu müssen. Das Standardangebot

vereinfacht daher künftig die Erschließung bisher

breitbandig nicht oder nur unterversorgter Regionen.

Das Standardangebot ist mit einer Mindestlaufzeit

bis Ende Mai 2013 versehen worden.

Darüber hinaus ist die Verfügung BK3-09-085

„Marktdefinition und Marktanalyse auf dem Vorleistungsmarkt

für den (physischen) Zugang zu Netzinfrastrukturen

(einschließlich des gemeinsamen

oder vollständig entbündelten Zugangs) an festen

Standorten“ relevant. Des Weiteren sind die „Regulierungsmaßnahmen

zu Verpflichtungen auf den

Märkten des Breitbandzugangs für Großkunden und

die TAL-Entgeltgenehmigung aus dem Juni 2011

(Kalkulation auf Basis von Wiederbeschaffungswerten

aus Gründen der Investitionsorientierung)

zu nennen.

4.3. Anreiz- und investitionsorientierte Förderung

im EU-Rechtsrahmen

Zielsetzung

Zielbeitrag

Anreizorientierung und

Investitionsförderung

2014 2014+

Hoch

Hoch

Bevor die Breitbandstrategie des Bundes verabschiedet

wurde, waren die Vorgaben der Europäischen

Union zur Telekommunikationsregulierung aus der

Perspektive vieler Telekommunikationsunternehmen

und der Bundesregierung nicht ausreichend

auf den Breitbandausbau ausgerichtet. Besonders in

zwei Punkten sollten Veränderungen an den europäischen

Vorgaben vorgenommen werden: Die

Möglichkeiten zur Teilung des Investitionsrisikos

zwischen verschiedenen Telekommunikationsunternehmen

sollten ausgeweitet und die Planungssicherheit

für Investoren erhöht werden.

Stand der Umsetzung im ersten (2010) und zweiten

(2011) Monitoringbericht

Umsetzung

Anreizorientierung und

Investitionsförderung

2010 2011

Abgeschlossen

Abgeschlossen

Aus Sicht der Bundesregierung konnte die Maßnahme

bereits 2010 als abgeschlossen betrachtet werden.

Mit der Richtlinie 2009/140/EG vom 25. November

2009 wurden dabei folgende Änderungen des

Rechtsrahmens vorgenommen, welche die Grundlage

für die Anpassungen des deutschen Telekommunikationsgesetzes

darstellen: Das Risiko für

Investoren wurde bei der Preissteuerung durch

Regulie rungsbehörden berücksichtigt. Darüber hinaus

wurde auch die Möglichkeit zur Verpflichtung

zur gemeinsamen Nutzung von Infrastruktur

geschaffen und eine regionalisierte Marktbetrachtung

ermöglicht. Daneben können nun Zugangsbedingungen

festgelegt werden, die während angemessener

Überprüfungszeiträume kohärent bleiben,

um die Planungssicherheit für Unternehmen zu

erhöhen.


B. Fortschritte bei der Umsetzung der Breitbandstrategie seit 2010

37

5. Maßnahmensäule 5:

Information und Transparenz

Die vier definierten Maßnahmen im Handlungsfeld

Information und Transparenz sollen die Umsetzung

aller anderen Maßnahmensäulen unterstützen. Ziel

ist es, alle beteiligten Akteure umfassend mit allen

relevanten Informationen zu versorgen, Wissensdefizite

über Maßnahmen und Möglichkeiten zum

Breitbandausbau zu reduzieren und ein breiteres

Bewusstsein für die Notwendigkeit des Breitbandausbaus

zu schaffen.

Darüber hinaus ist es Ziel, alle beteiligten Akteure

stärker zu vernetzen, um kooperative Lösungen

weiter voranzubringen. Die Breitbandstrategie hat

deshalb die folgenden Maßnahmen definiert:

1. Aktive und aktivierende Öffentlichkeitsarbeit

2. Aufbau eines Breitbandkompetenzzentrums des

Bundes

3. Einrichtung einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe

und Intensivierung der Zusammenarbeit

zwischen Bund und Ländern

4. Erstellung eines jährlichen Monitoringberichts

5.1. Aktive und aktivierende Öffentlichkeitsarbeit

Die geplanten Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit,

wie Online-Informationen auf dem Internetportal

„Zukunft Breitband“, Veranstaltungen und

Printmaterialien, werden weiterhin forciert.

Zielsetzung

Die in der Breitbandstrategie vorgestellten Instrumente

der Öffentlichkeitsarbeit sollen den beteiligten

Akteuren und der Öffentlichkeit alle relevanten

Informationen über den Breitbandausbau zur Verfügung

stellen. U. a. soll das Portal Zukunft Breitband

(www.zukunft-breitband.de) um folgende Features

erweitert werden: Ausbau des Breitbandatlasses,

Erweiterung der Best-Practice-Datenbank und

Durchführung einer entsprechenden Studie, Ausweitung

der Hilfestellungen für Kommunen zu Fördermöglichkeiten

sowie Erstellung einer Bedarfsdatenbank.

Zielbeitrag

Zielbeitrag

Öffentlichkeitsarbeit

2014 2014+

Hoch

Hoch

Die Maßnahme „Aktive und aktivierende Öffentlichkeitsarbeit“

leistet als flankierende Maßnahme für

die anderen Säulen (Nutzung von Synergien, finanzielle

Förderung, unterstützende Frequenzpolitik,

wachstums- und innovationsorientierte Regulierung)

einen hohen Beitrag zur Zielerreichung. Ihre

Durchführung hilft, das Potenzial der anderen Maßnahmensäulen

voll auszuschöpfen. Daneben informiert

sie die breite Öffentlichkeit und schafft dort

ein Problembewusstsein, das die Notwendigkeit

raschen Handelns deutlich werden lässt.

Stand der Umsetzung bis zum ersten Monitoringbericht

(2010)

Umsetzung

Öffentlichkeitsarbeit

2010

Zum

2011

größten

Teil erfolgt

Zum

größten

Teil erfolgt

Die Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit waren

zum Zeitpunkt der Erstellung des ersten Monitorings

(2010) weitgehend bekannt und wurden

genutzt. Die verfügbaren Informationen des Bundes

wurden auf der Plattform „Zukunft Breitband“ zur

Verfügung gestellt, unter denen der Breitbandatlas

die am häufigsten genutzte Informationsquelle war.

Der Breitbandatlasauftritt konnte dabei entscheidend

verbessert werden und fungiert inzwischen als

zentrales Informationsportal. Bereits vor Erscheinen

des ersten Berichts wurde die Best-Practice-Datenbank

erweitert und wurden Publikationen herausgegeben,

die die Faktenbasis zum Breitbandausbau

erweitern und Kommunen und Unternehmen Hilfestellung

leisten sollten. Darüber hinaus wurde eine

Bedarfsdatenbank realisiert, die aufgrund mangelnder

Nutzerfreundlichkeit und nicht aktualisierter

Daten die Nutzung jedoch weit hinter den Erwartungen

zurückbleiben ließ. Zudem wirkten die Länder

sowie die kommunalen Spitzen-, Industrie- und

Branchenverbände bei verschiedenen Angeboten im

Bereich der Öffentlichkeitsarbeit mit.


38 B. Fortschritte bei der Umsetzung der Breitbandstrategie seit 2010

Basierend auf den bisherigen Maßnahmen der

Öffentlichkeitsarbeit und den identifizierten Lücken

empfahl der Monitoringbericht 2010, innovative und

beispielhafte Geschäftsmodelle für den Ausbau von

Hochgeschwindigkeitsnetzen zu kommunizieren

und zu unterstützen.

Fortschritte bei der Umsetzung seit 2010

Im vergangenen Jahr sind die Anstrengungen der

Akteure in der Öffentlichkeitsarbeit weiter verstärkt

worden. Die Aktivitäten der Öffentlichkeitsarbeit

werden im Folgenden für den Bund, die Bundesländer

und ausgewählte Verbände aufgezeigt.

Aktivitäten des Bundes:

Das Portal „Zukunft Breitband“ (www.zukunft-breitband.de)

ist weiterhin die zentrale Informationsstelle

des Bundes zum Breitbandausbau. Der Breitbandatlas

ist auch 2010/2011 die am häufigsten

genutzte Informationsquelle der Seite. Der Breitbandatlas

gibt Auskunft über die Verfügbarkeit von

Breitbandanschlüssen für Privathaushalte. Bürger,

Unternehmen und Kommunen haben die Möglichkeit,

die Ver fügbarkeit von Breitband differenziert

nach Geschwindigkeiten und Technologien bis auf

eine Genauigkeit von 250 mal 250 Metern einzusehen.

Seit der Freischaltung des Breitbandatlasses im

Juli 2005 wurde das Instrument kontinuierlich

weiterentwickelt.

Die Ausweitung der Best-Practice-Datenbank des

Bundes wurde seit dem letzten Jahr nur bedingt vorangetrieben.

Im letzten Jahr enthielt die Datenbank

des Portals „Zukunft Breitband“ noch insgesamt

38 Best-Practice-Beispiele, in diesem Jahr sind es 37.

Die Best-Practice-Beispiele zum Ausbau der Grundversorgung

werden momentan nicht aktualisiert,

allerdings werden derzeit Best-Practice-Beispiele für

den Aufbau von Hochgeschwindigkeitsnetzen

gesammelt. Diese Best-Practices sollen u. a. Angaben

zu den vom Bundesministerium für Wirtschaft und

Technologie geförderten Modell projekten enthalten.

Im Herbst 2010 hat das Bundesministerium für Wirtschaft

und Technologie mit der Durchführung einer

Informationskampagne für Kommunen begonnen.

Im Rahmen der Informationskampagne hat das

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

mehr als 1.100 ausgewählte Gemeinden, die zu diesem

Zeitpunkt noch nicht mit Breitband versorgt

waren, ein umfangreiches Informationspaket zur

Verfügung gestellt. Neben aufbereiteten Best-Practice-Beispielen

enthielt das Paket u. a. eine Musterbedarfsanalyse

und einen Leitfaden zum Infrastrukturausbau

in Kommunen. Die Informationskampagne

wurde von einer Veranstaltungsreihe begleitet, in

deren Rahmen regionale Workshops organisiert

wurden. Darüber hinaus hat das Bundesministerium

für Wirtschaft und Technologie auch in diesem Jahr

wieder die Möglichkeiten des Breitbandausbaus auf

der CeBIT präsentiert. Eine Beteiligung des Bundesministeriums

für Wirtschaft und Technologie an der

CeBIT 2012 ist in Planung.

Seit dem letzten Jahr gab es vonseiten der Bundesregierung

eine neue Studie zum Breitbandausbau

mit dem Arbeitstitel „Möglichkeiten des effizienten

Einsatzes vorhandener geeigneter öffentlicher und

privater Infrastrukturen für den Ausbau von Hochleistungsnetzen“.

Es ist zu erwarten, dass diese so

genannte Synergiestudie des Bundesministeriums

für Wirtschaft und Technologie, die im Herbst 2011

erscheinen soll, einen Beitrag zu mehr Transparenz

im Infrastrukturausbau leisten wird.

Aktivitäten der Bundesländer:

Neben den Aktivitäten auf Bundesebene haben sich

auch die Bundesländer seit dem Jahr 2010 verstärkt

in der Öffentlichkeitsarbeit engagiert. Insbesondere

haben die Breitbandkompetenzzentren einen stärkeren

Beitrag zur Öffentlichkeitsarbeit geleistet.

Das Breitbandkompetenzzentrum Niedersachsen

hat beispielsweise die Entwicklung des Breitbandatlasses

Niedersachsen weiter vorangetrieben. In

Schleswig-Holstein hat das Breitbandkompetenzzentrum

die Verabschiedung einer neuen Breitbandstrategie

begleitet.

Aktivitäten der Verbände:

Neben den staatlichen Institutionen haben auch die

Spitzen-, Industrie- und Branchenverbände zu einer

verbesserten Transparenz im Breitbandausbau beigetragen.

Abbildung 16 und 17 zeigen dabei beispielhaft

die Aktivitäten einiger Verbände.


B. Fortschritte bei der Umsetzung der Breitbandstrategie seit 2010

39

Abbildung 16: Aktivitäten der kommunalen Verbände

Kommunale Spitzenverbände

Deutscher Landkreistag

Deutscher Städtetag

Deutscher Städte- und Gemeindebund

Beispiele für Aktivitäten

ƒ Unregelmäßige Artikel in der Verbandszeitschrift („Der Landkreis“) mit stärkerer Ausrichtung

auf Hochgeschwindigkeitsanbindung

ƒ Best-Practice-Broschüre mit 25 Beispielen

ƒ Onlineplattform mit Informationen über Förderrichtlinien

ƒ Eigener Bereich für das Thema Breitband im Intranet

ƒ „Innovators Lounge“ für engagierte Bürgermeister

ƒ Hintergrundpapiere zum Ausbau von LTE in ländlichen Räumen, Fokus auf Grundversorgung

ƒ „Mehr Breitband für alle“ – Informationspapier für Laien

Quelle: Hintergrundbefragungen der kommunalen Spitzenverbände, 2011

Abbildung 17: Aktivitäten der Branchenverbände

Kommunale Spitzenverbände

ANGA

BITKOM

BREKO

BUGLAS

VATM

VKU

Beispiele für Aktivitäten

ƒ Organisation von drei Workshops im Jahr 2011, bespielsweise „Hybride Endgeräte und

Hybride Dienste – Revolution im Wohnzimmer?“

ƒ Broadband World auf der CeBit

ƒ Tascforce Breitband

ƒ Bürger- und Kommunengespräche

ƒ Stellungnahme und Positionspapiere, beispielsweise zu Universaldienst

ƒ Veranstaltungen wie „Förderungs- und Finanzierungskonzepte für den Glasfaserausbau“

ƒ Regelmäßige Kolumnen, Fachzeitschriften zum Thema Breitbandausbau

ƒ Stellungnahme und Positionspapiere, beispielsweise zu einem möglichen Infrastrukturgesetz

oder der Anpassung des TAL-Entgelt

ƒ Mitarbeit in den Unterarbeits- und Projektgruppen des IT-Gipfels

ƒ Regelmäßige Artikel in der Tages- und Fachpresse

ƒ Stellungnahmen und Positionspapiere, beispielsweise zum Thema Netzneutralität

ƒ Veranstaltungen wie „FTTx gerät in Bewegung: Was tut sich im Land bei der Glasfaser?“

ƒ Erarbeitung von Marktanalysen, beispielsweise zum Effekt von Änderungen beim TAL-Entgelt

ƒ Stellungnahmen und Positionspapiere, beispielsweise zur TKG-Novelle

ƒ Mitwirkung an Veranstaltungen wie dem Alcatel-Lucent Glasfasertag

für kommunale Unternehmen

ƒ Publikation von Hintergrundpapieren wie „Glasfaserausbau im ländlichen Raum“

ƒ Arbeitskreis Breitband für alle interessierten KMU mit Themen wie Open Access

Quelle: Hintergrundbefragungen der Verbände, 2011

Darüber hinaus wirken alle Verbände in der Arbeitsgruppe

2 für den IT-Gipfel mit und werden in

Arbeitsgruppen und Workshops des BMWi zum

Breitbandausbau eingebunden.

Herausforderungen

Folgende Herausforderungen sind im nächsten

Schritt zu bewältigen, um die Öffentlichkeitsarbeit

noch effektiver zu gestalten:

ƒƒ

Positionierung des Breitbandausbaus als

Treiber für wirtschaftliches Wachstum sowie

Unterstützung für die Energiewende

In der öffentlichen Diskussion wird der Breitbandausbau

oftmals nicht als Treiber für Wachstum

und Wohlstand, sondern als Kostenfaktor wahrgenommen.

Meist stehen die Kosten des Ausbaus

und nicht die positiven volkswirtschaftlichen

Effekte einer flächendeckenden Verfügbarkeit


40 B. Fortschritte bei der Umsetzung der Breitbandstrategie seit 2010

von Breitband im Vordergrund. Ähnlich wenig diskutiert

sind die Datenübertragungs bedarfe für die

zukünftige Energieinfrastruktur („smart grids“)

und den hierfür notwendigen Breitbandausbau.

Zielbeitrag

Das Kompetenzzentrum des Bundes kann für 2014

und darüber hinaus einen hohen Beitrag zum Breitbandausbau

leisten.

ƒƒ

Moderne Kommunikation der Informationen

zum Breitbandausbau im Internet

Das Internetportal „Zukunft Breitband“ ist die

zentrale Informationsstelle des Bundesministeriums

für Wirtschaft und Technologie zum Thema

Breitbandausbau. Das Portal ist aufgrund mangelnder

Nutzerfreundlichkeit und Interaktivität

nur bedingt dazu geeignet, um den Breitbandausbau

auch online als wichtiges Thema zu positionieren

und den Ausbauakteuren – vor allem

Kommunen sowie kleinen und mittleren Unternehmen

(KMU) – Informationen zur Verfügung

zu stellen. Ansätze für Weiterentwicklungen

liegen in der Benutzerführung, dem Aufbau

interaktiver Elemente (z. B. moderierte Foren)

und der Einbindung anderer Medien, beispielsweise

Filmmaterial zu Technologien.

Zielbeitrag

BB-Kompetenzzentrum

des Bundes

2014 2014+

Hoch

Hoch

Dies geschieht zum einen über die Unterstützung

der Länder bei der zielgerichteten Beratung der

Kommunen und zum anderen durch die konzeptionelle

Unterstützung der weiteren Umsetzung

der Breitbandstrategie.

Stand der Umsetzung bis zum ersten Monitoringbericht

(2010)

Zum Zeitpunkt des ersten Monitoringberichts

befand sich der Auftrag zur Errichtung eines Breitbandbüros

auf Bundesebene noch in der Ausschreibungsphase.

Die Aufnahme des Betriebs wurde für

Herbst 2010 erwartet.

5.2. Aufbau eines Breitbandkompetenzzentrums

des Bundes

Zielsetzung

Die Maßnahme zielt darauf ab, den Bund durch den

Aufbau eines Breitbandkompetenzzentrums in die

Lage zu versetzen, Informations- und Beratungsleistungen

für Unternehmen und Kommunen zu

erbringen. Folgende Aufgaben sollen dabei u. a.

erbracht werden:

ƒƒ

ƒƒ

ƒƒ

ƒƒ

ƒƒ

Betrieb einer Hotline als zentraler Anlaufstelle

zur direkten Beantwortung von Fragen oder

Weitervermittlung an die zuständigen Stellen,

z. B.bei Fragen zur Versorgungssituation oder

Fragen von KMU zu Fördermöglichkeiten und

Ausschreibungsverfahren

Fachliche und inhaltliche Begleitung von

Veranstaltungen

Bereitstellung von praxisorientierten Arbeitshilfen

Entwicklung weitergehender Unterstützungsangebote

für Kommunen

Vernetzung mit Branchen- und Länder vertretern

Fortschritte bei der Umsetzung seit 2010

Seit dem letzten Monitoringbericht im Jahr 2010

wurde die Maßnahme „Aufbau eines Breitbandkompetenzzentrums

des Bundes“ vollständig umgesetzt.

Das Breitbandbüro hat zum 1. Dezember 2010 seine

Arbeit aufgenommen. Der Umsetzungsstand für das

Jahr 2011 ist daher – gemessen am Wortlaut der

Maßnahme – als „abgeschlossen“ einzuschätzen.

Umsetzung

BB-Kompetenzzentrum

des Bundes

2010 2011

Ein -

geleitet

Abgeschlossen

Das Breitbandbüro des Bundes berät Kommunen,

kommunale Unternehmen, Bundesländer und

Unternehmen zum Breitbandausbau. Das Breitbandbüro

trägt durch folgende Aktivitäten zu mehr

Transparenz beim Breitbandausbau bei:

Beratung: Um die Akteure des Breitbandausbaus zu

beraten, hat das Breitbandbüro eine Kontakt-Hotline

eingerichtet. Seit der Einrichtung des Breitbandbüros

hat die Kontakt-Hotline mehr als 1.000 telefonische

Anfragen entgegengenommen. Der

Schwer punkt der Beratung liegt dabei auf der Unterstützung

von Kommunen und Bundesländern bei


B. Fortschritte bei der Umsetzung der Breitbandstrategie seit 2010

41

Fragestellungen der finanziellen Förderung und des

Beihilferechts. Neben den Kommunen berät das

Breitbandbüro allerdings auch Systemzulieferer und

Netzplaner. In den Anrufstatistiken ist tendenziell

eine Abnahme der Anfragen zu bemerken. Gingen

zu Beginn des Breitbandbüros im Februar noch über

14 Anrufe und fünf E-Mails pro Tag ein, waren im

Mai nur noch durchschnittlich fünf Anrufe und

zwei E-Mails pro Tag zu bearbeiten. Eine Analyse

der Themengebiete zeigt, dass im August 2011 zwölf

Prozent aller Anfragen den Breitbandatlas betrafen,

zehn Prozent Technologien wie LTE und acht Prozent

die momentane Gesetzeslage. Den größten Anteil

der Anfragen machten mit 35 Prozent allgemeine

Fragen zum Breitbandausbau, beispielsweise zur

aktuellen Versorgungssituation, aus.

Vernetzung: Das Breitbandbüro des Bundes steht in

regelmäßigem Kontakt mit großen Telekommunikationsunternehmen,

Spitzenverbänden der Industrie,

dem VKU und der Deutschen Bahn. Um mehr Transparenz

über den Breitbandausbau zu schaffen, hat

das Breitbandbüro in den letzten zwölf Monaten

unter anderem Workshops für die Bundesländer

und kommunale Unternehmen organisiert. Derzeit

arbeitet das Breitbandbüro darüber hinaus an zwei

Leitfäden zu den Themen Finanzierung und kommunaler

Infrastrukturausbau. Um den Finanzierungsleitfaden

zu begleiten, wurde am 02. November

2011 ein Workshop veranstaltet. Überdies verwaltet

das Breitbandbüro des Bundes einen Kalender, der

alle für den Breitbandausbau relevanten Termine

zusammenfasst.

Herausforderungen

Der Aufbau des Breitbandbüros ist abgeschlossen.

Um allerdings einen größtmöglichen positiven Beitrag

zum Breitbandausbau zu leisten, muss das Breitbandbüro

des Bundes die folgenden Herausforderungen

bewältigen:

ƒƒ

Multiplikatorenwirkung durch zielgruppengerechte

Aufbereitung von Informationen

stärken

Zwar wird eine Reihe von Leitfäden vom Breitbandbüro

des Bundes geplant, bisher ist allerdings

noch keine gebündelte Wissensweitergabe

erfolgt. Insgesamt befindet sich das Breitbandbüro

des Bundes bei der zielgruppengerechten

ƒƒ

ƒƒ

Aufbereitung von Informationen im Verzug. Der

Grundleitfaden „Kommunaler Ausbau“ sollte

beispielsweise bereits fertiggestellt sein, derzeit

ist allerdings noch der erste inhaltliche Entwurf

in Arbeit.

Rollenprofil und Marke des Breitbandbüros

Derzeit ist vielen Akteuren, auch bedingt durch

den eingeschränkten Außenauftritt, nicht

bewusst, welche Leistungen das Breitbandbüro

bereitstellt. Insbesondere ist nicht immer klar,

inwiefern sich das Breitbandbüro des Bundes von

den Länderkompetenzzentren abgrenzt. Bedingt

durch diesen Zustand gibt es einen hohen Anteil

an Anfragen, die aufgrund fehlender Zuständigkeit

nicht bearbeitet werden können. Gleichzeitig

ist die „Marke“ Breitbandbüro stark von einzelnen

Personen getrieben, die Vernetzung ist noch

nicht in ausreichendem Maße institutionalisiert.

Abstimmung mit den anderen Akteuren des

Breitbandausbaus

Neben dem Breitbandbüro bieten auch die Bundesnetzagentur

und der Breitbandatlas Unterstützung

für Ausbauakteure an. Die Prozesse der

Abstimmung zwischen den Akteuren, beispielsweise

zur Weitergabe von Daten und Informationen,

sind derzeit noch nicht in ausreichendem

Maße standardisiert und teilweise langwierig.

5.3. Einrichtung einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe

Umsetzung

Bund-Länder-

Arbeitsgruppe

2010 2011

Abgeschlossen

Zum größten

Teil

erfolgt

Die Einrichtung einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe

wurde beschlossen, um die Aktivitäten des Breitbandausbaus

zwischen dem Bund und den Bundesländern

abzustimmen. Im letzten Jahr wurde der

Umsetzungsstand dieser Maßnahme als „abgeschlossen“

bewertet, weil die Arbeitsgruppe aufgebaut

war und sich regelmäßig traf. In diesem Jahr

wurde der Umsetzungsstand der Maßnahme als

„zum größten Teil abgeschlossen“ bewertet.


42 B. Fortschritte bei der Umsetzung der Breitbandstrategie seit 2010

Die Herabstufung im Bericht 2011 beruht darauf,

dass der letzte Austausch von Bund und Ländern im

Rahmen der institutionalisierten Bund-Länder-

Arbeitsgruppe im Sommer 2010 stattfand, ein weiteres

Treffen der Bund-Länder-Arbeitsgruppe fand

im Rahmen des Berichtszeitraumes nicht mehr statt.

Hinzu kommt, dass die Bund-Länder-Arbeitsgruppe

zur Koordination der Bereitstellung der Grundversorgung

gegründet wurde. Es gibt bisher keine

etablierte Arbeitsgruppe zwischen Bund und Ländern,

die sich mit den zentralen Fragen des Ausbaus

von Hochgeschwindigkeitsnetzen befasst.

Unabhängig von der Bund-Länder-Arbeitsgruppe

kam es jedoch zu regelmäßigen themenspezifischen

Treffen, in deren Rahmen sich Länder- und Bundesvertreter

austauschen konnten: Hierzu gehört der

Länderarbeitskreis Telekommunikation, Informationswirtschaft,

Post sowie die Länderworkshops des

Breitbandbüros und die Treffen der Breitband AG.

5.4. Erstellung eines jährlichen

Monitoringberichts

Umsetzung

Monitoring

2010 2011

Abgeschlossen

Abgeschlossen

Seit 2010 findet ein jährliches Monitoring der Breitbandstrategie

des Bundes statt. Das vorliegende

Dokument ist der zweite Bericht. Der nächste Monitoringbericht

erfolgt im Jahr 2012.


C. Ausbaustand und Zielerreichung

43

C. Ausbaustand und Zielerreichung

Aufgrund der Einführung der neuen Systematik des

Breitbandatlasses waren im ersten Monitoringbericht

keine belastbaren Analysen des tatsächlichen

Ausbaufortschritts möglich. In diesem Jahr liegen

nun vergleichbare Daten für Ende 2010 und Mitte

2011 vor, die eine – wenngleich methodisch stark

begrenzte – Analyse des Ausbaus und erste Rückschlüsse

auf dessen Dynamik zulassen.

Die folgenden Analysen betrachten zunächst den

Ausbaufortschritt mit Blick auf die flächendeckende

Grundversorgung mit Geschwindigkeiten von mind.

1 Mbit/s. Im nächsten Schritt steht die Verfügbarkeit

von Hochgeschwindigkeitsanschlüssen (≥ 16 Mbit/s

und ≥ 50 Mbit/s) im Fokus.

Die Analyse der Daten wurde gemeinsam vom Bundesministerium

für Wirtschaft und Technologie,

dem TÜV Rheinland und Roland Berger Strategy

Consultants durchgeführt. Abbildung 18 stellt die

Gesamtverfügbarkeit von Breitband in Deutschland

je Geschwindigkeit dar:

1. Ausbaustand zur Grundversorgung

und Einschätzung zum Erreichen

einer Flächendeckung

Insgesamt könnten 98,7 Prozent aller Haushalte

(HH) in Deutschland einen Breitbandanschluss mit

einer Geschwindigkeit von mindestens 1 Mbit/s

nutzen. Dies stellt eine deutliche Weiterentwicklung

zu Ende 2008 (erster Erfassungszeitpunkt) mit da -

mals 93.43 Prozent dar. Rund 520.000 (1,3 Prozent)

Haushalte sind noch nicht versorgt oder unterversorgt.

Das Ziel der Bundesregierung bis Ende 2010

eine Verfügbarkeit von Breitbandanschlüssen ≥ 1

Mbit/s für alle Haushalte in der Bundesrepublik zu

schaffen, ist somit noch nicht vollständig erreicht.

Die Detailanalyse zeigt im Weiteren, dass im ländlichen

Raum mit einer Verfügbarkeit von 88,6 Prozent

noch häufiger keine Grundversorgung gewährleistet

ist. Dies ist in städtischen Regionen deutlich

anders, dort sind mit 99,9 Prozent nahezu alle Haushalte

versorgt (Abbildung 19). 6

Abbildung 18: Breitbandverfügbarkeit Deutschland – Stand Mitte 2011, nach Geschwindigkeiten

[% der Haushalte (HH)]

98,7 %

94,2 %

84,4 %

68,5 %

40,6 %

≥ 1 Mbit/s ≥ 2 Mbit/s ≥ 6 Mbit/s ≥ 16 Mbit/s ≥ 50 Mbit/s

Quelle: Breitbandatlas TÜV Rheinland

6

Folgende Definitionen wurden in Anlehnung an DESTATIS und Eurostat herangezogen (Vergleiche dazu auch

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Bericht zum Breitbandatlas 2010):

Städtisch: Gemeinden mit einer Bevölkerung größer als bzw. gleich 500 Einwohner/km 2 (500 EW/km 2 ≤ x)

Halbstädtisch: Gemeinden mit einer Bevölkerung größer als bzw. gleich 100 Einwohner/km 2 und kleiner 500 Einwohner/km 2 ,

(100 EW/km 2 ≤ x < 500 EW/km 2 ), Ländlich: Gemeinden mit einer Bevölkerung kleiner 100 Einwohner/km 2 (x < 100 EW/km 2 )


44 C. Ausbaustand und Zielerreichung

Deutliche Unterschiede zeigen sich auch in den Verfügbarkeiten

der einzelnen Bundesländer, u. a.

bedingt durch die ungleiche Bevölkerungsdichte in

den einzelnen Ländern. Die Stadtstaaten Berlin,

Bremen und Hamburg weisen die höchsten Verfügbarkeiten

für ≥ 1 Mbit/s auf. Die niedrigsten Verfügbarkeitswerte

für ≥ 1 Mbit/s sind für Brandenburg

(93,5 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (94,0

Prozent), Thüringen (94,6 Prozent), Sachsen-Anhalt

(95,2 Prozent) und Sachsen (96,4 Prozent) verzeichnet.

Im Vergleich zur letzten Erhebung Ende 2010 ist ein

Zuwachs der Verfügbarkeit von Anschlüssen mit

mindestens 1 Mbit/s nur für UMTS/LTE zu verzeichnen

(390.000 HH, 1 Prozentpunkt). Hinzu kommen

noch Haushalte, die seitdem über Satellitentechnik

Zugang zu Internet von bis zu 6 Mbit/s im Download

erhalten haben. Die Verfügbarkeit von WIMAX/

WLAN, xDSL/FTTx und Kabel (CATV) blieb in den

letzten sechs Monaten konstant. Der Ausbaufortschritt

zur flächendeckenden Versorgung mit

≥ 1 Mbit/s wurde somit im Wesentlichen durch Funktechnologien

erreicht.

Der Anschluss der Haushalte in ländlichen Regionen

stellt die größte Herausforderung für die Zielerreichung

2010 dar. Marktteilnehmer und Experten

erwarten jedoch fast durchgehend, dass die letzten

weißen Flecken Ende 2011 bzw. Anfang 2012 ge -

schlossen werden. Dazu trägt nach Expertenmeinung

vor allem der laufende LTE-Ausbau sowie die

Inanspruchnahme der auslaufenden GAK-Förderung

bei. Die positiven Erwartungen der Marktteilnehmer

bzgl. der Schließung der weißen Flecken

noch im Laufe des Jahres 2011 erfordert vor dem

Hintergrund der Ausbaudynamik im ersten Halbjahr

2011 eine deutliche Ausbaubeschleunigung. Eine

Be schleunigung ist aufgrund der intensiven Ausbauaktivitäten

und der Ankündigungen der Betreiber

durchaus möglich. Somit muss das Grundversorgungsziel

nicht mehr stark im Vordergrund der

Kommunikation zur Breitbandstrategie des Bundes

stehen, da die Schließung letzter Lücken absehbar ist.

Abbildung 19: Breitbandverfügbarkeit ≥ 1 Mbit/s in verschiedenen Regionen, Stand Mitte 2011

[in % der HH]

HH

[Mio.]

4,2 13,1 22,2

ø 98,7

88,6

97,6

99,9

Ländlich: Weniger als 100 Einwohner/km 2

Halbstädtisch: 100–500 Einwohner/km 2

Städtisch: Mehr als 500 Einwohner/km 2

Ländlich Halbstädtisch Städtisch

Quelle: Breitbandatlas TÜV Rheinland

Halbstädtisch: Gemeinden mit einer Bevölkerung größer als bzw. gleich 100 Einwohner/km 2 und kleiner 500 Einwohner/km 2 ,

(100 EW/km 2 ≤ x < 500 EW/km 2 )

Ländlich: Gemeinden mit einer Bevölkerung kleiner 100 Einwohner/km 2 (x < 100 EW/km 2 )


C. Ausbaustand und Zielerreichung

45

2. Überblick über den Ausbaustand

mit Hochgeschwindigkeitsnetzen

und Einschätzung zur

Zielerreichung 2014

Wie Abbildung 18 zeigt, besteht für 16,2 Millionen

(40,6 Prozent) Haushalte die Möglichkeit, einen

Hochgeschwindigkeitsanschluss mit einer Ge -

schwin digkeit ≥ 50 Mbit/s zu beziehen. In 2009 wurden

Hochgeschwindigkeitsanschlüsse noch nicht

erfasst; Schätzungen gehen aber davon aus, dass

die Zahl der Anschlüsse bei maximal fünf Millionen

lag. Die Entwicklung seitdem, besonders getrieben

durch die Aufrüstung der Kabelnetze, ist somit dynamisch.

Für die Zielerreichung 2014 müsste zuzüglich

zu den bereits angeschlossenen Haushalten noch für

weitere 13,7 Millionen Haushalte die Verfügbarkeit

von ≥ 50 Mbit/s sichergestellt werden. Während

bereits heute für 60,3 Prozent aller städtischen Haushalte

eine Verfügbarkeit dieser Ge schwin digkeit

besteht, ist dies bisher nur für vier Prozent der Haushalte

in ländlichen Regionen der Fall. Dies hängt insbesondere

mit der Möglichkeit der Aufrüstung der

Kabelnetze in städtischen Regionen und deren

Abbildung 20: Verfügbarkeit ≥ 1 Mbit/s und

≥ 50 Mbit/s je Technologie,

Stand Ende Juni 2011 [in % der HH]

Nicht-Verfügbarkeit im ländlichen Raum zusammen.

Wiederum ergibt sich ein heterogenes Bild im Vergleich

der Bundesländer. Während in drei Ländern

(Baden-Württemberg, Berlin und Hamburg) bereits

eine Verfügbarkeit von 75 Prozent und mehr für

≥ 50 Mbit/s gegeben ist, liegt die Verfügbarkeit in

anderen Ländern noch deutlich unter dem durchschnittlichen

Wert von 40,6 Prozent.

Die einzelnen Technologien tragen derzeit in sehr

unterschiedlichem Maß zur Hochgeschwindigkeitsversorgung

bei. Während Funk in diesen Bandbreiten

bisher keine Rolle spielt, ist der Großteil versorgter

Haushalte über Kabel angeschlossen (siehe

Abbildung 20). Durch die Aufrüstung der bestehenden

Kabelanschlüsse (von DOCSIS 2.0 auf 3.0) in rund

480.000 Haushalten hat CATV im ersten Halbjahr

2011 den größten Beitrag zur Verfügbarkeit von

≥ 50 Mbit/s geleistet. Das größte prozentuale Wachstum

während des vergangenen Halbjahres war

jedoch mit rund sieben Prozent bei xDSL /FTTx

Anschlüssen zu verzeichnen.

Um bis Ende 2014 für 75 Prozent der Haushalte eine

Verfügbarkeit von ≥ 50 Mbit/s zu ermöglichen,

wären die Ausbauanstrengungen deutlich zu verstärken.

Eine gewisse Beschleunigung der Ausbaudynamik

ist zu einem gewissen Maß durchaus zu

erwarten. Folgende Gründe sprechen dafür:

xDSL/FTTx

CATV

UMTS/LTE

WIMAX/WLAN

Quelle: Breitbandatlas, TÜV

1 Mbit/s

92,0

53,2

88,1

11,2

50 Mbit/s

9,9

38,4

6,5

8,1

06/2011 06/2011

ƒƒ

Aufrüstungspläne der Kabelnetzbetreiber –

Stand Juni 2011 versorgen die Kabelnetzbetreiber

37 Prozent der Haushalte mit Bandbreiten von

mind. 50 Mbit/s. Weitere 16 Prozent der Haushalte

können mit schnellen Breitbandanschlüssen

≥ 50 Mbit/s versorgt werden, wenn die Kabelnetzbetreiber

ihre Netze komplett auf DOCSIS 3.0

umstellen. Dies ist angekündigt und durchaus

realistisch. Durch die Aufrüstung der bestehenden

Kabelnetze auf diesen Standard können in

den nächsten drei Jahren circa 53 Prozent der

Haushalte mit Hochgeschwindigkeitsnetzen von

mindestens 50 Mbit/s versorgt werden. Dieser

Wert liegt unter den von den Kabelnetzbetreibern

kommunizierten 60 Prozent, da für den

Breitbandatlas nur die Haushalte als versorgt

gezählt werden, die ohne Kosten und innerhalb


46 C. Ausbaustand und Zielerreichung

ƒƒ

von drei Monaten versorgt werden können.

60 Prozent werden aber nur dann erreicht, wenn

alle Haushalte mitgezählt werden, die innerhalb

einer Zelle von 250 x 250 m in der Nähe eines

Kabelnetzes liegen.

Investitionspläne – Die Branchenverbände

haben in 2011 verstärkte Investitionen in Hochgeschwindigkeitsnetze

angekündigt. Deren

Wirkung ist bisher noch nicht in Verfügbarkeitszahlen

abgebildet.

Haushalte bis 2014 für ambitioniert. Dies ist auch

deshalb kritisch zu bewerten, da die Nachfrage nach

Hochgeschwindigkeitsnetzen weiterhin verhalten

ist und die Erwartungen der Netzbetreiber bezüglich

Penetration und Zahlungsbereitschaft entsprechend

kritisch sind. Diese Faktoren entscheiden

jedoch darüber, ob ein Business Case, auch von Banken,

als realistisch eingeschätzt wird oder nicht.

ƒƒ

Effekte der Breitbandstrategie – Viele Maßnahmen

mit Wirkung auf Hochgeschwindigkeitsnetze

wirken erst mittelfristig, beispielsweise die

Verlegung von Leerrohren. Hier sind Effekte

noch bis 2014 realistisch. Außerdem werden die

Aktivitäten im ländlichen Bereich verstärkt und

erste modellhafte Ausbauprojekte sind zu

be obachten. Auch hier ist eine Beschleunigung

der Dynamik zu erwarten.

ƒƒ

Weitere Potenziale des Anschlusses an bestehende

Netze – Betrachtet man alle Haushalte in

geografischer Nähe zu Hochgeschwindigkeitsnetzen,

ergibt sich eine höhere Verfügbarkeit.

Um diese allerdings zu realisieren, fielen für

Haushalte noch Erschließungskosten an, z. B. um

den Anschluss an ein Kabelnetz in der Nähe herzustellen.

Fünf bis zehn Prozent der Haushalte

fallen in diese Kategorie (örtliche Nähe zu Hochgeschwindigkeitsnetzen;

Anschluss nur mit

Mehrkosten). Das derzeitige Nachfrageverhalten

von Haushalten lässt allerdings die Bereitschaft,

Kostenbeteiligungen zu akzeptieren, unwahrscheinlich

erscheinen. Eine solche Beteiligung

könnte aber zu einer erheblichen Dynamisierung

des Ausbaus in ländlichen Gebieten führen.

Trotz der beschriebenen Potenziale halten wir die

vollständige Schließung der Lücke zu 75 Prozent der


D. Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Breitbandstrategie

47

D. Empfehlungen zur Weiterentwicklung

der Breitbandstrategie

Die Bundesregierung hat im Februar 2009 die Breitbandstrategie

verkündet. Die dynamische Weiterentwicklung

des Marktes und der Technologien

erfordert eine kontinuierliche Anpassung und

Ergänzung der Breitbandstrategie. Für 2011 empfehlen

wir insbesondere aufgrund der folgenden

drei Beobachtungen eine Anpassung der Strategie:

ƒƒ

ƒƒ

ƒƒ

Eines der zwei in der Breitbandstrategie definierten

Ziele liegt in der Vergangenheit. Bis Ende

2010 sollten alle Haushalte mit Bandbreiten von

mindestens 1 Mbit/s versorgt sein.

Die Europäische Union hat im Rahmen ihrer

Strategie für eine digitale Wirtschaft eigene Ziele

formuliert, deren Auswirkungen auf die deutsche

Strategie zu prüfen sind. Die EU strebt an,

bis 2020 europaweit Anschlüsse von mindestens

30 Mbit/s flächen deckend verfügbar zu machen.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Ausbausituation

und der bisherigen Wachstumsdynamik ist

eine Erreichung des Ziels der Bundesregierung

für 2014 durch zusätzliche Maßnahmen zu verstärken.

Die Weiterentwicklung der Strategie sollte in einem

neu formulierten Strategiedokument münden, das

Ziele und Maßnahmen enthält. Das bestehende Strategiedokument

sollte insoweit abgelöst werden, als

dass nur die weiterhin relevanten und aktiv verfolgten

Maßnahmen im neuen Dokument Berücksichtigung

finden und beispielsweise bereits abgeschlossene

Maßnahmen entfallen.

Als Grundlage für die empfohlene Neuformulierung

der Strategie gliedern wir in diesem Jahr die Empfehlungen

in zwei Ebenen:

Abbildung 21: Zwei Ebenen der Empfehlungen des

Monitoringberichts 2011

1. Empfehlungen zur

Weiterentwicklung der Strategie

Im Rahmen des Monitorings wurden sechs zentrale

Themenfelder identifiziert, die für eine grundsätzliche

Weiterentwicklung der Breitbandstrategie in

Frage kommen:

ƒƒ

ƒƒ

ƒƒ

ƒƒ

ƒƒ

ƒƒ

Strategische Ebene

Operative Ebene

Quelle: Roland Berger

Ziele der Strategie

Weiterentwicklung der Strategie

Verbesserung bestehender Maßnahmen

Zielgruppe der Strategie

Reichweite der Strategie

Bestandteile der Strategie

Kommunikation der Strategie

Einbindung der Umsetzungsakteure in die Strategiekonkretisierung

und -weiterentwicklung

Die Empfehlungen zur Weiterentwicklung der

Breitbandstrategie werden im Folgenden im Detail

erläutert, Abbildung 22 stellt sie nochmals im Überblick

dar.

ƒƒ

Weiterentwicklung der Strategie – Diese Empfehlungen

erweitern die grundsätzlichen Dimensionen

der Strategie.

Weiterentwicklung der Strategie – Empfehlung 1

Ziel: Langfristiges Ziel für den Zeitraum nach

2014 festlegen und 2010-Ziel auslaufen lassen

ƒƒ

Verbesserung bestehender Maßnahmen – Diese

Empfehlungen fußen auf den bestehenden

Maßnahmen und betreffen deren weitere

Um setzung.

Die konkreten Ziele der Bundesregierung für 2010

und 2014 haben bei den meisten Ausbauakteuren

für erhöhte Planungssicherheit und Transparenz

gesorgt. Die Bundesregierung sollte daher für den

Zeitraum nach 2014 unter Einbeziehung von Bran-


48 D. Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Breitbandstrategie

chenexperten, Verbänden und Ausbauakteuren ein

langfristiges Ziel für den Breitbandausbau festlegen.

Bei der Festlegung des Ziels sollte folgender Orientierungsrahmen

berücksichtigt werden:

ƒƒ

ƒƒ

Der wirtschaftliche Ausbau mit Hochgeschwindigkeitsnetzen,

insbesondere im ländlichen

Raum, steht in direktem Zusammenhang mit tatsächlich

erwarteter Nachfrage und Zahlungsbereitschaft.

Bisher ist sowohl die Nachfrage als

auch die Zahlungsbereitschaft als niedrig einzuschätzen.

Das festzusetzende Ziel sollte diesem

Zusammenhang zwischen Bedarf und Ausbauplanung

stärker Rechnung tragen und entsprechend

der Nachfrageentwicklung (z. B. nachgewiesen

durch entsprechende Applikationen,

die Hochgeschwindigkeitsanschlüsse erfordern)

flexibel gestaltet werden.

Das langfristige Ziel der Bundesregierung sollte

das genannte Verfügbarkeitsziel der Europäischen

Union im Rahmen ihrer Strategie für eine

digitale Wirtschaft nicht unterschreiten.

ƒƒ

Das Ziel sollte so ausgestaltet sein, dass es alle

Ausbauakteure dazu anregt, ihre Anstrengungen

zu verstärken. Es sollte geeignet sein, eine vollständige

Glasfaserinfrastruktur vorzubereiten,

statt diese im ersten Schritt einzufordern. Zudem

sollte es, soweit politisch gewünscht, auch be -

stimmte Zielgruppen oder Zielgebiete benennen.

Das 2010-Ziel wird aufgrund von LTE-Ausbau und

Förderaktivitäten der Länder in Kürze erreicht und

kann in der neuen Breitbandstrategie entfallen.

Weiterentwicklung der Strategie – Empfehlung 2

Zielgruppe: Unternehmen als Zielgruppe der

Breitbandstrategie prüfen

Bisher hat die Breitbandstrategie vor allem die Versorgung

von Privathaushalten in den Vordergrund

gestellt und Unternehmen in Zielen oder Maßnahmen

nicht explizit berücksichtigt. Dem liegt die Auffassung

zugrunde, dass Unternehmen die Kosten

eines Breitbandanschlusses einplanen und bei

Bedarf auch bereit sind, in Unternehmensangebote

zu investieren. Diese Auffassung ist allerdings bei

kleinen und mittleren Unternehmen, gerade in

ländlichen Lagen, nicht immer adäquat.

Abbildung 22: Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Strategie – Übersicht

Strategische Ebene

Weiterentwicklung der Strategie

Operative Ebene

Ziel: Langfristiges Ziel für den Zeitraum nach 2014 festlegen und 2010-Ziel auslaufen lassen

Verbesserung bestehender Maßnahmen

Zielgruppe: Unternehmen als Zielgruppe der Breitbandstrategie prüfen

Reichweite: Gesetzesänderungen zur Unterstützung der Breitbandstrategie über das TKG hinaus prüfen

Bestandteile: Entwicklung innovativer Übertragungstechnologien fördern und ökonomische,

infrastrukturbezogene Sichtweise in die Regelungen zu Netzneutralität einbringen

Kommunikation: Breitbandausbau kommunikativ als Wachstumstreiber mit Bedeutung

für Wettbewerbsfähigkeit und eine erfolgreiche Energiewende positionieren

Einbindung: Breitbanddialog als ständiges Arbeitsgremium zur Konkretisierung

und Weiterentwicklung der Breitbandstrategie etablieren

Quelle: Roland Berger


D. Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Breitbandstrategie

49

Deutschlands Position als Weltmarktführer in vielen

Hochtechnologiebranchen, beispielsweise der

Umwelttechnik, ist vor allem durch kleine und mittlere

Unternehmen getrieben. Diese Unternehmen

sind in der Regel im halbstädtischen und ländlichen

Raum angesiedelt. Um die Wettbewerbsfähigkeit

dieser Unternehmen zu sichern, ist eine Versorgung

mit Hochleistungsnetzen von großer Bedeutung.

Außerdem sichert gerade in ländlichen Räumen die

Breitbandverfügbarkeit die Standorttreue der lokalen

Wirtschaft. Die Bundesregierung könnte bei der

Weiterentwicklung der Breitbandstrategie auch

Maßnahmen für die Versorgung von kleinen und

mittelständischen Unternehmen definieren.

Weiterentwicklung der Strategie – Empfehlung 3

Reichweite: Gesetzesänderungen zur Unterstützung

der Breitbandstrategie über das TKG

hinaus prüfen

Der Ausbau von Hochgeschwindigkeitsnetzen in

Deutschland ist nicht allein ein Thema der Telekommunikationsanbieter.

Auch andere Anbieter mit

ge eigneten Infrastrukturen sind im Bereich der

Breit bandversorgung tätig (Stadtwerke, Energieversorger

etc.). Für die Weiterentwicklung der Breitbandstrategie

sollte die Ergänzung und Erweiterung

relevanter Gesetze im Sinne des Breitbandausbaus

(z. B. mit Blick auf Synergien) als Maßnahme aufgegriffen

werden. Hierzu muss in einem ersten Schritt

ein Überblick über relevante Gesetze und Potenziale

durch Anpassungen geschaffen werden, der eine

Grundlage für die Konkretisierung der Strategie bilden

kann. Die Synergiestudie gibt hierzu erste

Anhaltspunkte; beispielsweise werden bezüglich der

Meldung von Bauvorhaben (z. B. zur Aufnahme in

Baustellendatenbanken) das Baugesetzbuch (BauGB)

sowie für öffentliche Bauvorhaben die jeweiligen

Spezialgesetze (Fernstraßengesetz, Wasserstraßengesetz

usw.) genannt.

Weiterentwicklung der Strategie – Empfehlung 4

Bestandteile: Entwicklung innovativer Übertragungstechnologien

fördern und ökonomische,

infrastrukturbezogene Sichtweisen in die

Regelungen zu Netzneutralität einbringen

Die neue Breitbandstrategie kann in zwei Bereichen

bisher weniger berücksichtigte Bestandteile betonen,

nämlich bei der Technologieförderung und bei

der Gestaltung der Regelungen zur Netzneutralität.

Die Bundesregierung setzt im Rahmen der Breitbandförderung

auf eine technologieneutrale

Stra tegie, um Potenziale zukünftiger technischer

Entwicklungen nicht von vornherein auszuschließen.

Inno vative Übertragungstechnologien können maßgeblich

zu einer flächendeckenden Versorgung mit

hohen Bandbreiten beitragen. In Absprache mit

anderen Ressorts (z. B. Bundesministerium für Bildung

und Forschung) sollte deshalb auch die relevante

Technologieförderung (z. B. innovativer Funktechnologie,

Lasertechnologie, usw.) in den Gesamt kontext

der Breitbandstrategie aufgenommen wer den. Hierzu

ist im ersten Schritt ein Screening relevanter Aktivitäten

im Bundesministerium für Wirtschaft und

Technologie und Bundesministerium für Bildung

und Forschung zu empfehlen, um die Tiefe eigener

Aktivitäten und Maßnahmen abzustimmen.

In der Debatte um Netzneutralität sollte die Breitbandstrategie

den Schwerpunkt auf die Sicherstellung

einer investitionsfreundlichen Regelung legen,

die sich an ökonomischen Überlegungen orientiert.

Dies liegt im Interesse der weiteren Erschließung

und Erhöhung der Breitbandverfügbarkeit. Die

Breitbandstrategie sollte, aufbauend auf der nun

durchgeführten Studie Grundprinzipien aus Sicht

des Infrastrukturausbaus formulieren, die bei

zukünftigen Regeln zur Netzneutralität zu berücksichtigen

sind.


50 D. Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Breitbandstrategie

Weiterentwicklung der Strategie – Empfehlung 5

Kommunikation: Breitbandausbau kommunikativ

als Wachstumstreiber mit Bedeutung für

Wettbewerbsfähigkeit und eine erfolgreiche

Energiewende positionieren

Weiterentwicklung der Strategie – Empfehlung 6

Einbindung: Breitbanddialog als ständiges

Arbeitsgremium zur Konkretisierung und

Weiterentwicklung der Breitbandstrategie

etablieren

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

sollte den volkswirtschaftlichen Nutzen des

Breitbandausbaus und dessen Bedeutung für die

großen gesellschaftlichen Herausforderungen, insbesondere

die Energiewende, als Basis der weiteren

Entwicklung der Strategie sowie der künftigen Kommunikation

des Themas in den Vordergrund stellen.

Bisher dominiert in der öffentlichen Diskussion in

Deutschland tendenziell der Fokus auf die Versorgung

einzelner Regionen und Haushalte, der reelle

ökonomische Nutzen der Verfügbarkeit von Hochgeschwindigkeitsnetzen

wird in der Regel erst an

zweiter Stelle in der Argumentation berücksichtigt.

Dies ist für eine Strategie zur Hochgeschwindigkeitsanbindung

nicht mehr angemessen. Wir empfehlen

den Aufbau eines Kommunikationsprogramms mit

folgenden möglichen Elementen:

ƒƒ

ƒƒ

ƒƒ

ƒƒ

Querschnittsstudie zur Zusammenfassung

be stehender volkswirtschaftlicher Studien sowie

ggf. ergänzender Modellrechnungen 7 ; ergänzende

Berücksichtigung der Bedeutung der Breitbandinfrastruktur

für die Energieversorgung

der Zukunft

Unternehmensbefragungen und Fallbeispiele für

die Nutzung von Hochgeschwindigkeitsnetzen

durch den deutschen Mittelstand

Anschauliche Darstellung der „Disruptive Innovation“

in der Vergangenheit des Internets und

des entsprechenden Potenzials für sprunghaftes

Bandbreitenwachstum sowie damit verbundene

Geschäftsmodelle

Gesamthafte Darstellung auf www.zukunft-breitband.de

ggf. in Kooperation mit der Branche (die

hier auch Ergebnisse aus ihren Zukunftsstudien

einfließen lassen sollten)

Die Komplexität des Breitbandausbaus erfordert ein

hohes Maß an Abstimmung, aber auch in vielen

Bereichen die Entwicklung neuer Instrumente und

die Veränderung von bewährten Prozessen und

Regeln. Damit dies erreicht wird, sind regelmäßig

Konkretisierungen auf Arbeitsebene, aber auch Entscheidungen

auf Leitungsebene in verschiedenen

Behörden und Organisationen notwendig. Dem entsprechend

sollte das BMWi die Einführung eines

Breitbanddialogs vorschlagen, der wie folgt aufgebaut

ist:

ƒƒ

ƒƒ

ƒƒ

Thema: Der Dialog sollte jeweils ein Schwerpunktthema

bearbeiten. Im ersten Jahr bietet sich das

Thema Mitnutzung öffentlicher Infrastruktur an.

Weitere Themen könnten in der Folge Finanzierung,

weitere Frequenzen aus der Digitalen

Dividende oder Standardisierung von Infrastrukturerfassung

werden.

Teilnehmer: Die Zusammensetzung sollte aus

einem ständigen Kreis sowie themenspezifischen

Teilnehmern bestehen. Für das Thema „Mitnutzung

öffentlicher Infrastruktur“ sind insbesondere

Vertreter des BMVBS sowie der nachgeordneten

Behörden (z. B. Eisenbahnbundesamt)

relevant.

Formate: Der Dialog sollte auf Leitungsebene

erfolgen, aber durch Arbeitsabstimmungen aktiv

vor- und nachbereitet werden. Deshalb ist eine

zweistufige Struktur zu schaffen aus:

– Dialogsitzungen (vierteljährlich): Teilnahme

der Leitungsebene aus Behörden (mindestens

AL-Ebene) sowie Vertretern der Industrie

(Management-Vertreter)

– Arbeitssitzungen (mindestens monatlich): Vertreter

der gleichen Organisationen mit spezifischem

Themen-Know-how

7

Es gibt bereits Studien, die die Effekte des Breitbandausbaus beziffern. Dennoch ist bis heute der ökonomische Mehrwert des flächendeckenden

Ausbaus von Hochgeschwindigkeitsnetzen in Deutschland laut Einschätzung von Akteuren aus dem politischen Umfeld nicht

ausreichend und belastbar dokumentiert. Bestehende Analysen stehen aufgrund getroffener Annahmen in der Kritik oder sind stark auf

das Potenzial einzelner Technologien fokussiert.


D. Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Breitbandstrategie

51

2. Ansätze zur Verbesserung der

bestehenden Maßnahmen

Im Rahmen der Analysen des Umsetzungsstands

aller Maßnahmen der Breitbandstrategie wurden

Herausforderungen für deren erfolgreiche Realisierung

identifiziert. Die Handlungsempfehlungen zur

Verbesserung von bestehenden Maßnahmen konzentrieren

sich dabei auf die Bereiche, die ein hohes

Verbesserungspotenzial aufweisen. Abbildung 23

stellt die Empfehlungen im Überblick dar:

Verbesserung bestehender Maßnahmen –

Empfehlung 1

Umsetzungsstand des Infrastrukturatlasses zeitnah

weiterentwickeln und Datentiefe erhöhen

Im Monitoringbericht 2010 wurde bereits die rasche

Weiterentwicklung des Infrastrukturatlasses empfohlen.

Das Potenzial der Maßnahme wird weiterhin

nicht optimal ausgeschöpft. Grund dafür sind die

drei bereits im Rahmen der Bewertung des Umsetzungsstandes

aufgezeigten Aspekte: die zeitliche

Strategische Ebene

Verzögerung in der Umsetzung, die Quantität sowie

die Qualität der vorhandenen Daten. Folgende Aktivitäten

sind dringend anzugehen:

1. Einführung der nächsten Phase zügig

vorantrieben

Die Bundesregierung sollte in der Zusammenarbeit

mit der Bundesnetzagentur nach Start der

zweiten Phase im Oktober 2011 die weitere

Umsetzung der Phase 3 des Infrastrukturatlasses

verstärkt vorantreiben. Es ist zu erwarten, dass

die geplanten Veränderungen des Infrastrukturatlasses

im Zuge der Umsetzung der zweiten und

vor allem der dritten Ausbaustufe zu einer Verbesserung

der am häufigsten benannten Schwächen

des Infrastrukturatlasses führen werden.

2. Anteil abgebildeter Infrastrukturen erhöhen

Um den Infrastrukturatlas tatsächlich als Instrument

zur Kostenreduktion nutzen zu können,

muss eine Vollständigkeit der Daten gegeben

sein. Der aktuelle Entwurf der TKG-Novelle

ermächtigt die BNetzA (nach der Verabschiedung

des Entwurfs), die Infrastruktureigner zur

Weiterentwicklung der Strategie

Abbildung 23: Empfehlungen zur Verbesserung bestehender Maßnahmen – Übersicht

Operative Ebene

Verbesserung bestehender Maßnahmen

1 Umsetzungsstand des Infrastrukturatlasses zeitnah weiterentwickeln und Datentiefe erhöhen

2 Erweiterung des Breitbandatlasses prüfen und Datenverfügbarkeit ausdehnen

3 Bundesländer bei der Harmonisierung von Standards lokaler Baustellendatenbanken unterstützen

Synergien

4

Verbindlichkeit der Bereitschaft zur Öffnung für Mitnutzung öffentlicher Infrastrukturen erhöhen

sowie zu Mitverlegung verpflichten

5 Bereitstellung von Finanzierungsprogrammen vorantreiben

6

Erweiterung der Förderprogramme für den Ausbau von Hochgeschwindigkeitsnetzen prüfen


und bestehendes Reporting ausweiten

Förderung/

Finanzierung

7 Innovative Geschäftsmodelle uund technische Lösungen für den NGA-Ausbau unterstützen

8 Kommunen befähigen, den Ausbau von Hochgeschwindigkeitsnetzen effektiv voranzutreiben

9

Außenauftritt auf www.zukunft-breitband.de weiterentwickeln und mit dem Angebot des

Breitbandbüros integrieren.

Kommunikation

Quelle: Roland Berger


52 D. Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Breitbandstrategie

Lieferung ihrer Daten zu verpflichten. Im Nachgang

sollten Bundesregierung und BNetzA auf

eine aktive Umsetzung der Datenlieferungsverpflichtung

drängen, Nichtlieferung dokumentieren

und – soweit möglich – sanktionieren.

3. Qualität der Information über verfügbare

Infrastrukturen erhöhen und Sanktionen bei

Lieferung von unvollständigen Daten prüfen

Für eine verstärkte Nutzung des Potenzials des

Infrastrukturatlasses ist eine Verbesserung der

Qualität der vorhandenen Daten dringend erforderlich.

Die Bundesnetzagentur sollte die liefernden

Organisationen dazu anhalten, möglichst

detaillierte Daten bereitzustellen, um den Mehrwehrt

der Nutzung des Infrastrukturatlasses zu

erhöhen. Dazu sind vor allem Daten zu den

Eigenschaften der Infrastrukturen notwendig.

Dazu gehören: Durchmesser, verwendetes Material,

bestehende Füllungen und die Verfügbarkeit

zur Mitnutzung, zusätzlich zum genauen

Verlauf der Infrastruktur. Es sollte geprüft werden,

ob die Detailtiefe der Datenlieferung und

Abfrage mit vertretbarem Aufwand realisiert

werden kann. Nach Inkrafttreten der TKG-Novelle

sollte die BNetzA außerdem prüfen, inwiefern

Sanktionen für eine Lieferung von unvollständigen

Daten realisierbar sind.

Verbesserung bestehender Maßnahmen –

Empfehlung 2

Erweiterung des Breitbandatlasses prüfen

und Datenverfügbarkeit ausdehnen

Der Breitbandatlas macht erfolgreich Verfügbarkeiten

und bisher noch unversorgte Gebiete transparent.

Um das volle Potenzial des Instruments zu

realisieren, schlagen wir auf der Grundlage des

Monitorings 2011 folgende Erweiterungen vor:

1. Ausweisung von Gewerbegebieten

Im aktuellen Stand ist im Breitbandatlas nur die

Verfügbarkeit von Breitbandanschlüssen für

Privathaushalte ausgewiesen; über die Verfügbarkeit

von Breitbandanschlüssen in Gewerbegebieten

trifft der Atlas bisher noch keine Aussage.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und

Technologie sollte auf Basis der bereits erfolgten

ersten Gespräche zum Thema in Zusammenarbeit

mit dem Ersteller des Breitbandatlasses und

weiteren relevanten Akteuren prüfen, inwieweit

eine Verschränkung der Informationen zur Lage

der Gewerbe(gebiete) mit den Verfügbarkeitsdaten

des Breitbandatlasses sowie der Lage der

GRW-Fördergebiete möglich ist. Die Abbildung

dieser Information im Breitbandatlas soll in

einem ersten Schritt vor allem Transparenz über

die Verfügbarkeit in Gewerbegebieten schaffen.

Eine Aufnahme der Verfügbarkeiten von Breitband

in Gewerbegebieten würde es Unternehmen

erlauben, eine informierte Entscheidung

über die Ansiedlung in einem Gewerbegebiet zu

treffen, und Kommunen, Lücken in der Versorgung

mit Hochgeschwindigkeitsnetzen der

Gewerbe in ihrer Region zu erkennen. Außerdem

liefert diese Darstellung die Datenbasis für eine

Konzeption möglicher Förderprogramme für

Gewerbegebiete.

2. Darstellung öffentlich zugänglicher

Infrastruktur im Breitbandatlas, zusätzlich

zum Infrastrukturatlas

Derzeit wird bereits existierende Infrastruktur,

die für den Breitbandausbau relevant sein könnte,

auf Bundesebene nur im Infrastrukturatlas abgebildet.

Die Benutzerfreundlichkeit des Infrastrukturatlasses

wird voraussichtlich mittelfristig von

den restriktiven Datenschutzvereinbarungen

zwischen der Bundesnetzagentur und den liefernden

Organisationen eingeschränkt werden.

Der Breitbandatlas hingegen verfügt mit seiner

bereits nutzbaren WebGIS-Applikation über eine

hohe Nutzerfreundlichkeit, die beim Infrastrukturatlas

im bisherigen Umsetzungsstand noch

nicht gegeben ist.


D. Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Breitbandstrategie

53

Der Bund sollte daher prüfen, ob die Infrastruktur

von interessierten Unternehmen auch im

Breitbandatlas abgebildet werden könnte. Hier

wären beispielsweise die Unternehmen zu nennen,

die die Mitnutzung ihrer Infrastrukturen als

Teil ihres Geschäftsmodells vermarkten. Diese

Darstellung würde einem größeren Nutzerkreis

die Einsicht der Daten ohne aufwändiges

Antragsverfahren ermöglichen.

Darüber hinaus sollten auch Informationen zu

verfügbaren, insbesondere öffentlich geförderten,

Leerrohren im Breitbandatlas öffentlich

zugänglich gemacht werden. Anders als bei

Hauptverteilern sowie sicherheitskritischen Einrichtungen

gibt es nur vereinzelt Bedenken

gegen die Veröffentlichung von Daten zu Leerrohren.

Um die Datenbestände aus Breitbandatlas und

Infrastrukturatlas zu einem späteren Zeitpunkt

auch wieder zusammenführen zu können,

sollte eine flexible Datenschnittstelle zwischen

Infrastrukturatlas und Breitbandatlas definiert

werden. Diese sollte die mittelfristige Zu -

sammenführung der Instrumente technisch

vorbereiten und ermöglichen.

Verbesserung bestehender Maßnahmen –

Empfehlung 3

Bundesländer bei der Harmonisierung

von Stand ards lokaler Baustellendatenbanken

unterstützen

Eine zentrale Baustellendatenbank ist nach den vorliegenden

Erkenntnissen nicht sinnvoll zu realisieren

und deshalb nicht geeignet, den Breitbandausbau

in Deutschland zu beschleunigen. In einigen

Bundesländern gibt es bereits dezentrale Baustellendatenbanken.

Die Realisierung erfolgt jedoch ohne

zentrale Abstimmung rein auf Landesebene. Daher

sind die Konzeptionen und Umsetzungen sehr

heterogen, die Ergebnisse damit kaum vergleichbar.

Der Bund sollte die bestehenden Aktivitäten der

Bundesländer verstärkt aufeinander abstimmen, um

eine Vergleichbarkeit von Daten zu schaffen und

„Best-Practice“-Lösungen allen anderen Bundesländern

zur Verfügung zu stellen. Eine Möglichkeit der

Unterstützung der Bundesländer bei der Harmonisierung

der Inhalte lokaler Datenbanken ist die

Definition von Mindeststandards, die die Datenbanken

abbilden sollen. Darüber hinaus sollte die Bundesregierung

prüfen, inwieweit sie eine mögliche

Softwarelösung für eine dezentrale Baustellendatenbank

schaffen kann, die sie dann allen Bundesländern

zur weiteren Verwendung zur Verfügung

stellt. Hier kann ggf. auf bestehende Lösungen in

den Bundesländern aufgesetzt werden.

Als wichtige Zielgruppe zur Nutzung der Informationen

aus den Datenbanken müssen die Kommunen

gezielt zur Beteiligung und Nutzung informiert

werden. Hier kann das Breitbandbüro des Bundes

einen Beitrag leisten.

Verbesserung bestehender Maßnahmen –

Empfehlung 4

Verbindlichkeit der Bereitschaft zur Öffnung

für Mitnutzung öffentlicher Infrastrukturen

erhöhen sowie zu Mitverlegung verpflichten

In der Synergiestudie des Bundesministeriums für

Wirtschaft und Technologie wurden die Synergiepotenziale

ausgewählter Infrastrukturen hinsichtlich

ihrer Eignung zur Mitnutzung bewertet. Die Studie

benennt dabei insbesondere die Infrastrukturen der

öffentlichen Hand als wesentlichen Hebel mit einem

hohen Mitnutzungspotenzial. Einige dieser Infrastrukturen,

beispielsweise Bundesautobahnen oder

Abwasserkanäle, werden durch die Eigner bisher

nur bedingt zur Mitnutzung freigegeben.

Folgende Maßnahmen werden vorgeschlagen, um

die Verbindlichkeit zu erhöhen:

Kabinettsbeschluss zur Öffnung öffentlicher

Infrastruktur für die Mitnutzung erlassen

Die Bundesregierung sollte daher eine „verbindliche

Selbstverpflichtung“ im Rahmen eines Kabinettsbeschlusses

zur Öffnung staatlicher Infrastruktur für

die Mitnutzung eingehen. Der Kabinettsbeschluss

sollte dabei nicht nur die Bereitschaft zur Mitnutzung

festhalten, sondern auch die relevanten Infrastrukturen

und zuständigen Ministerien benennen

und Bedingungen der Mitnutzung für die jeweiligen


54 D. Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Breitbandstrategie

Infrastrukturen klar definieren. Zudem sollte jedes

Ministerium bzw. betroffene untergeordnete Behörden

eine zuständige Stelle benennen, die als

Ansprechpartner zur Verfügung steht und die sich

auf Arbeitsebene für die Nutzung von Synergien

einsetzt.

Entwicklung von Kriterien, unter denen Mitnutzung

gewährt werden kann

Der konstruktive Dialog mit Infrastruktureignern,

der bislang bereits mit der DB AG aufgenommen

worden ist, ist fortzusetzen und auf weitere Infrastruktureigner

auszuweiten. Aufbauend auf der

übergreifenden Festlegung im Rahmen eines Kabinettsbeschlusses

können auf diesem Wege die konkreten

Mitnutzungsmodelle ausgearbeitet werden.

Verbindliche Beschlüsse auf Länderebene

Die Verbindlichkeit der Zusage zur Mitnutzung

muss gleichzeitig aber auch auf Länderebene erhöht

werden. Die Bundesregierung sollte daher beispielsweise

im Rahmen der Bund-Länder-Arbeitsgruppe

bzw. über die Breitbandkompetenzzentren darauf

hinwirken, dass auch auf Länderebene die Mitnutzung

öffentlicher Infrastrukturen verbindlich

geregelt wird.

Bedarfsorientierte Mitverlegung von Leerrohren

bei Bundesbauvorhaben

Die Mitverlegung von Leerrohren soll, bei erkennbarem

mittelfristigem Bedarf für den Breitbandausbau,

standardmäßig erfolgen.

Verbesserung bestehender Maßnahmen –

Empfehlung 5

Bereitstellung von Finanzierungsprogrammen

vorantreiben

In den Gesprächen mit Unternehmensvertretern

und Akteuren der öffentlichen Verwaltung wurde

verstärkt auf das Potenzial von Finanzierungsprogrammen

für kleine und mittlere Unternehmen hingewiesen.

Ausgewählte Beispielprojekte zeigen, dass

eine Differenz von 2 Prozent im Zinssatz (im Vergleich

zum am Kapitalmarkt erzielbaren Zins des

Unternehmens) eine zuvor als verlustreich eingestufte

Ausbauplanung im ländlichen Raum rentabel

machen kann. Nicht alle Unternehmen bestätigen

jedoch diese Wirksamkeit. In einer 2009 für das Bundesministerium

für Wirtschaft und Technologie

erstellten Studie 8 wird dargestellt, dass vor allem die

Finanzlage des Unternehmens entscheidend für die

primäre Entscheidung der Kreditvergabe ist. Erst

nach der grundsätzlichen Ja/Nein-Entscheidung, die

für die meisten KMU das hauptsächliche Hindernis

darstellt, könnte ein Finanzierungsprogramm zur

Zinsverbilligung greifen. Die Bundesregierung sollte

daher folgende Maßnahmen prüfen und ggf. umsetzen,

um die Bereitstellung von Finanzierungsprogrammen

voranzutreiben:

ƒƒ

ƒƒ

Modelle der Breitbandfinanzierung im Rahmen

einer Studie systematisch prüfen, Transparenz

über bestehende Angebote schaffen und Verbreitung

von Best-Practice in den Bundesländern

anregen

Banken für die Möglichkeiten des Breitbandausbaus

sensibilisieren

Modelle der Breitbandfinanzierung im Rahmen

einer Studie systematisch prüfen und Verbreitung

von Best-Practice in den Bundesländern anregen

Die derzeitige Diskussion zu Möglichkeiten der

Breitbandfinanzierung ist geprägt von einer oberflächlichen

Kenntnis der bestehenden Modelle und

ihrer betriebswirtschaftlichen Effekte. Die Bundesregierung

sollte daher im Rahmen einer Studie die

Modelle zur Breitbandfinanzierung auf ihre Wirksamkeit

hin auswerten und damit vollständige

Transparenz über bestehende Angebote schaffen.

Auf der Basis dieser Auswertung sollte sie die Übertragung

bestehender Best-Practice auf andere Bundesländer

oder Institutionen aktiv vorantreiben und

die relevanten Akteure (z. B. Bundesländer, Landesförderbanken,

KfW, Privatbanken) bei der Etablierung

solcher Programme beratend unterstützen.

Finanzierungsprogramme, die auf ihre Wirksamkeit

hin untersucht werden sollten, sind beispielsweise:

8

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie/Roland Berger 2009, Potenziale von kleinen und mittleren Unternehmen

bei der Überwindung von Breitbandversorgungslücken.


D. Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Breitbandstrategie

55

ƒƒ

Finanzierungsprogramme mit Fokus

Breitbandausbau

In einigen Bundesländern gibt es bereits speziell

auf den Ausbau von Breitbandnetzen ausgerichtete,

technologieneutrale Breitbandfinanzierungsprogramme

der Landesförderbanken. In

Schleswig-Holstein wird das Programm beispielsweise

durch die Landwirtschaftliche Rentenbank

(LRB) und die Europäische Investitionsbank (EIB)

refinanziert. Das Beispiel Schleswig-Holstein hat

gezeigt, dass es bei der Finanzierung von Breitbandprojekten

nicht nur um die Bereitstellung

eines Darlehens geht – vielmehr steht die Beratung

der Unternehmen zur Ausgestaltung ihrer

Finanzierungsanträge im Vordergrund. Gleichermaßen

wichtig ist der intensive Austausch mit

lokal ansässigen Banken über die Vorteile der

Breitbandfinanzierung für die Bank.

daher häufig Schwierigkeiten, die Rentabilität eines

Ausbaus von Telekommunikationsnetzen adäquat

zu bewerten. Der Ausbau von Breitbandnetzen in

Deutschland wird erheblich verlangsamt, weil die

Hausbanken kleinen und mittleren Ausbauakteuren

oft – mangels Transparenz – keinen angemessenen

Kredit gewähren. Um den Informationsstand der

Privatbanken und Sparkassen zum Breitbandausbau

zu verbessern, ist es sinnvoll, eine Landesförderbank,

mit Erfahrung im Bereich der Breitbandförderung,

die Bankenverbände sowie das Breitbandbüro des

Bundes einzubinden.

Verbesserung bestehender Maßnahmen –

Empfehlung 6

Erweiterung der Förderprogramme für

den Ausbau von Hochgeschwindigkeitsnetzen

prüfen und bestehendes Reporting ausweiten

ƒƒ

ƒƒ

Landesbürgschaftsprogramme

Neben der Bereitstellung von neuen Finanzierungsprogrammen

sollte der Bund auch die

Transparenz über bereits bestehende Bürgschaftsprogramme

verbessern. Durch einzelne

Landesbanken werden bereits verschiedene

Bürgschaftsprogramme angeboten. Die WIBank

Hessen bietet beispielsweise Bürgschaftsmodelle

von 80 bis zu 100 Prozent für Kommunen an, um

den Breitbandausbau zu unterstützen.

Nationales Finanzierungsprogramms

Es gibt bisher kein bundesweit verfügbares

Finanzierungsprogramm, das speziell auf die

Situation der im Breitbandausbau tätigen Unternehmen

zugeschnitten ist. Die Bundesregierung

sollte die Einrichtung eines solchen nationalen

Finanzierungsprogrammes, beispielsweise über

die KfW, prüfen und im Hinblick auf seinen Zielbeitrag

sowie seine Aufwand-/Nutzenrelation

über die Aktivitäten der Länder hinaus bewerten.

Auf Basis der Auswertung sollte ein Programm

konzipiert werden, das von Kommunen und

Unternehmen in Anspruch genommen werden

kann.

Banken für die Möglichkeiten des Breitbandausbaus

sensibilisieren

Banken vor Ort haben häufig wenig Erfahrung mit

mittel- bis langfristigen Projektfinanzierungen und

Ausgehend vom Status quo der Breitbandverfügbarkeit

im Sommer 2011 muss die Wachstumsdynamik

des Ausbaus von Hochgeschwindigkeitsnetzen signifikant

steigen, um eine Erreichung des Ziels 2014

zu sichern.

Eine signifikante Beeinflussung der Ausbaudynamik

über das bestehende Maßnahmenpaket hinaus ist

mit weiterer staatlicher Förderung möglich. Je nach

politischer Entscheidung hinsichtlich Ausbauprioritäten

und gewünschtem Mitteleinsatz sind folgende

Szenarios weiter zu prüfen:

ƒƒ

Alternative 1: Generelles Förderprogramm für

den Ausbau von Hochgeschwindigkeitsnetzen

Die derzeit verfügbaren Fördermittel sind primär

für die Bereitstellung der Grundversorgung konzipiert

und in der Regel nicht für den Ausbau von

Hochgeschwindigkeitsnetzen nutzbar. Die einzige

Möglichkeit, Hochgeschwindigkeitsnetze zu

fördern, besteht aktuell im Rahmen von GRW

und Landesprogrammen über die Anwendung

der Bundesrahmenregelung Leerrohre. Eine

höhere Wirkung auf den Ausbaufortschritt ist

durch das Aufsetzen eines unabhängigen Förderprogramms

denkbar.


56 D. Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Breitbandstrategie

ƒƒ

Alternative 2: Gezieltes Förderprogramm für

den Anschlusses von Gewerbegebieten mit

Hochgeschwindigkeitsnetzen in ländlichen

Räumen

Mit der GRW besteht bereits die Möglichkeit,

Gewerbegebiete und Ansammlungen von

Gewerbebetrieben mit Breitband zu versorgen.

Die GRW-Förderung erfolgt dabei allerdings

nicht deutschlandweit, sondern ist auf strukturschwache

Regionen beschränkt. Zudem handelt

es sich bei den GRW-Mitteln um ein Globalbudget

für alle Fördertatbestände, die Mittel sind

nicht quotiert. Vor diesem Hintergrund und da

Gewerbegebiete derzeit oftmals noch unzureichend

mit Hochgeschwindigkeitsanschlüssen

versorgt sind, könnte ein auf der GRW aufbauendes

bzw. ergänzendes (bspw. für die GRW-Nicht-

Fördergebiete) Förderprogramm für den

Anschluss von Gewerbegebieten mit Hochgeschwindigkeitsnetzen

aufgesetzt werden. Derzeit

zeigt sich, dass die Kaufkraft der angesiedelten

Firmen oftmals nicht hoch genug ist, um den

(nachträglichen) Ausbau des Gebiets durch Telekommunikationsunternehmen

rentabel zu

gestalten. Aus diesem Grund bleibt gerade in

kleinen Städten und ländlichen Regionen beim

Ausbau von Gewerbegebieten eine Wirtschaftlichkeitslücke

bestehen. Erste Abschätzungen

zeigen, dass in vielen Gewerbegebieten die Versorgung

mit Breitbandinternetanschlüssen bisher

noch hinter den Erwartungen zurückgeblieben

ist. In Schleswig-Holstein beispielsweise

haben knapp 20 Prozent aller IHK-Betriebe in

Gewerbegebieten nicht die Möglichkeit, einen

Breitbandanschluss mit einer Bandbreite von

mehr als 2 Mbit/s in Anspruch zu nehmen. Darüber

hinaus bietet die Versorgung von Gewerbegebieten

ergänzendes Potenzial zur Umlandanbindung.

Sobald Gewerbegebiete durch etwaige

Förderung angeschlossen sind, gestaltet sich der

Ausbau in den umliegenden Gebieten weitaus

kostengünstiger. So profitieren mittelbar auch

die Privathaushalte einer Region von der Förderung.

Um den effektiven Einsatz bestehender und neu zur

Verfügung zu stellender Mittel zu gewährleisten,

sollte der Bund über die Prüfung neuer Förderprogramme

hinaus die Ergebnisreporting-Mechanismen

verbessern und ausweiten. Eine Forderung

zur Ausweitung des Ergebniscontrollings bei der

finanziellen Förderung wurde bereits 2010 im Monitoringbericht

aufgenommen. Bislang wird aber weiterhin

nur von einigen Bundesländern überprüft,

welche Anzahl neuer Haushalte durch die finanzielle

Förderung angeschlossen wurde. Die Bundesländer

sollten diese Daten konsistent erfassen und dem

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie/

Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft

und Verbraucherschutz in aufbereiteter Form unter

Einhaltung von regelmäßigen Fristen zur Verfügung

stellen. Ein erster Schritt in die richtige Richtung

wurde bereits durch das Monitoring der Bundesrahmenregelung

Leerrohre durch das Breitbandbüro

des Bundes eingeleitet.

Die Analyse der Abrufquoten innerhalb der Förderperiode

2008 bis 2010 zeigt, dass nicht alle Bundesländer

das Potenzial der Mittel der Europäischen

Union in vollem Maße ausnutzen. Die Bundesländer

sind daher beim Abruf bestehender Fördermittel

der Europäischen Union zu unterstützen, um die

Ausschöpfung zu erhöhen. Das Breitbandbüro des

Bundes sowie die Länderkompetenzzentren sollten

hier weiterhin informieren und Transparenz über

bestehende Programme schaffen. Ein Förderleitfaden

sollte zeitnah erstellt werden, um den Ausbauakteuren

die gezieltere Abfrage von Fördergeldern

der Europäischen Union für den Breitbandausbau zu

erleichtern und die Möglichkeiten der Förderung

über GRW, zumindest in der Förderkulisse, zu verdeutlichen.

Bei der Erstellung des Förderleitfadens

sollte die Benutzerfreundlichkeit und zielgruppengerechte

Ausarbeitung im Vordergrund stehen.

Verbesserung bestehender Maßnahmen –

Empfehlung 7

Innovative Geschäftsmodelle und technische

Lösungen für den NGA-Ausbau unterstützen

Die Bundesregierung sollte weiterhin innovative

Geschäftsmodelle mit Vorbildcharakter für den

NGA-Ausbau unterstützen. Dazu sollte die Bundesregierung

einerseits für mehr Transparenz über

bestehende Lösungen wie Risikoteilungsmodelle

sorgen und andererseits Realisierungsoptionen für

bereits bekannte Lösungen aktiv vorantreiben.


D. Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Breitbandstrategie

57

Best-Practice innovativer Geschäftsmodelle zum

Ausbau von Hochgeschwindigkeitsnetzen auswerten

Bisher fehlt es noch an Transparenz über geeignete

Beispiele und innovative Lösungen der Kommunen

und Unternehmen, um den Ausbau von Hochgeschwindigkeitsnetzen

voranzutreiben. Ein erster

Schritt sind die vom Bundesministerium für Wirtschaft

und Technologie geförderten Modellprojekte,

die nach Abschluss auf ihre Wirkung und übertragbare

Lösungsansätze hin evaluiert werden sollten.

Auf dieser Basis sollte die Bundesregierung auswerten,

welche innovativen Betriebsmodelle derzeit

darüber hinaus Anwendung finden und welches

betriebswirtschaftliche Potenzial beispielsweise

Risikoteilungsmodelle aufweisen. Gerade das Potenzial

von Genossenschaftslösungen, Infrastrukturgesellschaften

und anderer Risikoteilungsmodelle

sollte evaluiert werden.

Realisierungsoptionen für bekannte Geschäftsmodelle

zum Ausbau von Hochgeschwindigkeitsnetzen

aktiv verfolgen

Zeitgleich sollte sich der Bund darum bemühen,

Realisierungsoptionen für die folgenden, bereits

bekannten Geschäftsmodelle zu finden:

ƒƒ

ƒƒ

Genossenschaftslösungen: Die insgesamt über

5.000 Genossenschaften in Deutschland 9 erbringen

Leistungen, die betriebsübergreifend effizienter

zu erbringen sind als in einem einzelnem

Betrieb. Die Genossenschaften könnten den

Breitbandausbau finanzieren und geschaffene

Netze betreiben, weil sie ohnehin eine koordinierende

Rolle in der lokalen Wirtschaftsstruktur

einnehmen. In den Niederlanden wurde dieses

Geschäftsmodell genutzt, um eine flächendeckende

Versorgung mit Breitbandanschlüssen

sicherzustellen. Das Breitbandbüro des Bundes

sollte in enger Kooperation mit dem Deutschen

Raiffeisenverband die Realisierung solcher

Lösungen in Deutschland vorantreiben.

Infrastrukturgesellschaften: Ausbauunternehmen

gründen mit Kommunen gemeinsame

Infrastrukturgesellschaften, an denen die Kommunen

in aller Regel die Mehrheitseigner sind.

Durch die Gründung einer solchen Gesellschaft,

z. B. einer GmbH mit der Kommune als Mehrheitseigner,

ergibt sich ein deutlich reduzierter

Zinssatz im Vergleich zu dem, den das ausbauende

Unternehmen selbst am Kapitalmarkt erzielen

könnte. Dieses Modell wurde beispielsweise

bereits erfolgreich in Rheinland-Pfalz oder in

Hessen (Stadt Hering) umgesetzt. Für Kommunen

ergeben sich durch dieses Modell viele Vorteile:

Die Kommunen beschleunigen den Ausbau

entscheidend, ohne die Kontrolle über den Ausbau

oder die entstehende Infrastruktur zu verlieren.

Für das ausbauende Unternehmen sind die

verbesserten Zinskonditionen sowie die langfristige

Sicherung der Erträge interessant, weil vor

dem Ausbau bereits ein Betreibervertrag mit der

Kommune abgeschlossen wird. Das Breitbandbüro

des Bundes sollte die Umsetzung solcher

Modelle vorantreiben, indem es die Kommunen

durch Informationsmaterialien, wie beispielsweise

Checklisten oder Standardvertragswerke,

zur Gründung von Infrastrukturgesellschaften

unterstützt. Daneben sollte das NGA-Forum die

Frage der Betreibergesellschaften für unabhängige

Netzausbauer (Infrastrukturgesellschaften

oder auch Energieversorger) aufgreifen, da im

Moment zum Teil ein Mangel an Firmen besteht,

die fremde Netze betreiben wollen.

Innovative Verlegetechniken wie Micro-Trenching

verstärkt zum Einsatz bringen

Micro-Trenching kann aufgrund der im Vergleich zu

regulären Tiefbaumaßnahmen deutlich geringeren

Kosten einen wesentlichen Beitrag zu effizienterem

Ausbau, vor allem im ländlichen Raum, beitragen.

Derzeit bestehen allerdings aufgrund der fehlenden

rechtlichen Standards und daraus resultierender

Sicherheitsbedenken Vorbehalte aufseiten der

Landesbauämter. 10 Die Bundesregierung sollte die

bestehende rechtliche und technische Situation

prüfen und nach erfolgter Prüfung anpassen.

9

DGRV, Zahlen und Fakten, Website (http://www.dgrv.de/de/ueberuns/zahlenfakten.html.)

10

In den Hintergrundgesprächen wurde wiederholt dargestellt, dass es vonseiten der Landesbauämter Sicherheitsbedenken gegenüber

Micro-Trenching-Verfahren gibt. Eine der Herausforderungen ist, dass durch Micro-Trenching nicht die bisher verbindlich vorgeschriebene

Grabungstiefe von mindestens 120 Zentimetern erreicht wird.


58 D. Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Breitbandstrategie

Verbesserung bestehender Maßnahmen –

Empfehlung 8

Kommunen befähigen, den Ausbau von Hochgeschwindigkeitsnetzen

effektiv voranzutreiben

Vor dem Hintergrund der Komplexität des Ausbaus

von Hochgeschwindigkeitsnetzen (von der technischen

Netzplanung über das Beihilferecht und die

Nutzung von Synergien bis hin zu Fragen im kommunalen

Tiefbau) kommt der Sensibilisierung der

Kommunen und der Weiterbildung von Multiplikatoren

eine hohe Bedeutung zu. Die Bundesregierung

sollte daher über das Breitbandbüro des Bundes

und die Breitbandkompetenzzentren der Länder die

Transparenz für Kommunen erhöhen:

Kommunen für die Bedeutung lokal verfügbarer

Infrastrukturdaten als Treiber des Breitbandausbaus

sensibilisieren

In der Regel liegen auf kommunaler Ebene Informationen

über geplante Tiefbaumaßnahmen oder über

mitnutzungsfähige Infrastruktur den Bau-/ Tiefbauämtern

bereits vor, werden aber nicht gebündelt für

den Breitbandausbau dargestellt. Kommuniziert

eine Kommune aktiv die Lage ihrer mitnutzungsfähigen

Infrastruktur sowie die geplanten Bauaktivitäten,

signalisiert sie ihr Interesse an einem Ausbau

und erleichtert gleichzeitig den Unternehmen die

Nutzung möglicher Synergien.

Die Bundesregierung sollte über die Breitbandkompetenzzentren

sowie die kommunalen Spitzenverbände

auf eine Sensibilisierung der Verantwortlichen

für den Wert dieser Informationen hin wir ken.

Hier kann der Leitfaden für Kommunen des Breitbandkompetenzzentrums

des Bundes eine wichtige

Grundlage bilden. Dieser kann, so die jeweiligen

Voraussetzungen geschaffen sind, mit der Erläuterung

der Nutzung dezentraler Baustellendatenbanken

verknüpft werden.

Qualifikation der Multiplikatoren erhöhen

Beratungsunternehmen und selbstständigen Breitbandausbau-Beratern

kommt beim Breitbandausbau

eine wichtige Rolle zu. Sie sind derzeit aber aufgrund

der Komplexität des Themas nicht immer in

der Lage, umfassend vom Beihilferecht bis Ausbauplanung

zu beraten. Der Bund sollte daher in Kooperation

mit den Ländern in Seminaren die technischen

und juristischen Grundlagen vermitteln, die

für den NGA-Ausbau in Deutschland erforderlich

sind, und so die Weiterbildung von NGA-Beratern

vorantreiben. Mit dem Training könnte ein deutschlandweit

nach einheitlichen Kriterien vergebenes

Gütesiegel verknüpft werden. Dabei ist zu beachten,

dass ein Gütesiegel nicht als verpflichtende Voraussetzung,

sondern als rein freiwillige Maßnahme etabliert

werden sollte.

Verbesserung bestehender Maßnahmen –

Empfehlung 9

Außenauftritt auf www.zukunft-breitband.de

weiter entwickeln und das Angebot des Breitbandbüros

integrieren

Die Website zukunft-breitband.de nutzt bisher nicht

das vollständige Potenzial des Internets, um Informationen

zielgerichtet an die Besucher zu vermitteln.

Die Weiterentwicklung sollte u. a. folgende

Aspekte einschließen:

ƒƒ

ƒƒ

ƒƒ

ƒƒ

Bessere Nutzerführung und vereinfachte

Bedienbarkeit

Einbindung von Medien (z. B. Filme zu Technologien)

Schaffung von Interaktionsmöglichkeiten

(z.B. Frageformular für das Breitbandbüro,

Forendiskussion, usw.)

Inhaltliche Überarbeitung des Angebots mit

stärkerer Ausrichtung auf den Ausbau von

Hochgeschwindigkeitsnetzen

Das Portal sollte als zentrale Anlaufstelle des BMWi

fungieren und somit auch die Informationen,

Kontaktinformationen und Angebote des Breitbandbüros

integrieren.


E. Anhang

59

E. Anhang

1. Abkürzungsverzeichnis

ANGA

Verband deutscher Kabelnetzbetreiber e.V.

IT

Information und Telekommunikation

BDI Bundesverband der deutschen Industrie e. V.

KBW

Kabel Baden-Württemberg

BITKOM

BMELV

Bundesverband Informationswirtschaft,

Telekommunikation und neue Medien e. V.

Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft

und Verbraucherschutz

KMU

LRB

LTE

Kleine und mittlere Unternehmen

Landwirtschaftliche Rentenbank

Long-term Evolution (Mobilfunkstandard)

BMVBS

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

Mbit/s

Megabit pro Sekunde

(Übertragungs geschwindigkeit)

BMWi

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

MHz

Megahertz

BNetzA

Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas,

Telekommunikation, Post und Eisenbahnen

NGA

Next Generation Access (Anschluss der nächsten

Generation mit hohen Bitraten)

BOS-Netze

BREKO

Netze der Behörden und Organisationen mit

Sicherheitsaufgaben

Bundesverband Breitbandkommunikation e. V

BUGLAS Bundesverband Glasfaseranschluss e. V.

CATV

Cable TV

PPP

TK

TKG

UMTS

Public Private Partnership

Telekommunikation

Telekommunikationsgesetz

Universal Mobile Telecommunications System

(Mobilfunkstandard)

DGRV

DSL

Deutscher Genossenschafts- und Raiffeisenverband

Digital Subscriber Line (Anschlusstechnik für den

digitalen breitbandigen Teilnehmer-Anschluss)

VATM

VKU

Verband der Anbieter von Telekommunikationsund

Mehrwertdiensten e. V.

Verband kommunaler Unternehmen e.V.

DTAG

Deutsche Telekom AG

WebGIS

Anwendung, die das Geoinformations system nutzt

EFRE

EIB

ELER

EStG

EUR

Europäischer Fonds für regionale Entwicklung

Europäische Investitionsbank

Europäischer Landwirtschaftsfonds für die

Entwicklung des Ländlichen Raumes

Einkommensteuergesetz

Euro

WIK

WIMAX

WLAN

xDSL

Wissenschaftliches Institut für Infrastruktur und

Kommunikationsdienste GmbH

Worldwide Interoperability for Microwave Access

(drahtlose Zugangstechnik zu Breitbandinternet)

Wireless Local Area Network (lokales Funknetz)

Zusammenfassende Bezeichnung aller

DSL-Technologien

FTTB

Fibre-to-the-Building (Glasfaser bis zum Gebäude)

ZuInvG

Zukunftsinvestitionsgesetz

FTTH

Fibre-to-the-Home (Glasfaser in die Wohnung)

FTTx

Fibre-to-the-x (Glasfasernetz; x kann z. B. für Home,

Node, Building etc. stehen)

GAK

Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der

Agrarstruktur und des Küstenschutzes“

Gbit/s Gigabit pro Sekunde (Übertragungs ge -

schwindigkeit)

GHz

GRW

GSM

IHK

Gigahertz

Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der

regionalen Wirtschaftsstruktur“

Global System for Mobile Communications

(Datenübertragungsstandart für Mobilfunknetze)

Industrie- und Handelskammer


60 E. Anhang

2. Quellenverzeichnis

2.1. Allgemeine Informationen

CISCO (2011): CISCO Visual Networkiing Index:

Forecast and Methodology 2010–2015.

Deloitte (2011): Breitband reloaded. Perspektiven

für die Glasfaser in Deutschland.

Deloitte (2011) Technology, Media & Telecommunications

Predictions 2011.

Doose, Anna Maria/Elixmann, Dieter/

Jay, Stephan (2009): „Breitband/Bandbreite für

alle“: Kosten und Finanzierung einer nationalen

Infrastruktur (WIK Diskussionsbeitrag Nr. 330).

Gritsch, Thomas (2011): Starke Einflüsse von außen,

in: der gemeinderat 5/11.

Inderst, Roman/Kühling, Jürgen/Neumann,

Karl-Heinz/Peitz, Martin (2011): Ökonomische

und rechtliche Rahmenbedingungen zum Ausbau

und zur Finanzierung von Breitband-Hochleistungsinfrastrukturen

in dünn besiedelten Gebieten.

Inderst, Roman/Kühling, Jürgen/Neumann,

Karl-Heinz/Peitz, Martin (2011): Privatwirtschaftliche

Finanzierungsansätze und öffentlich gestützte

Finanzierung von Hochleistungsnetzen außerhalb

von Ballungsgebieten.

informa telecoms & media (2010):

Industry outlook 2011.

Institut für Informationsmanagement Bremen

GmbH (2008): „E-Partizipation – Elektronische

Beteiligung von Bevölkerung und Wirtschaft am

E-Government“. Studie im Auftrag des Bundesministeriums

des Innern, Ref. IT 1.

Jay, Stephan/Neumann, Dr. Karl-Heinz/Plückebaum,

Dr. Thomas (2011): Implikationen eines

flächendeckenden Glasfaserausbaus und sein Subventionsbedarf.

Ergebnisse eines Forschungsprojektes.

Jay, Stephan/Neumann, Dr. Karl-Heinz/

Plückebaum, Dr. Thomas (2011): Implikationen

eines flächendeckenden Glasfaserausbaus und sein

Subventionsbedarf. Zusammenfassung der Ergebnisse

eines Forschungsprojektes mit zusätzlichen

Sensitivitäten.

Katz, Raul L./Vaterlaus, Stephan/Zenhäusern,

Patrick/Suter, Stephan: Die Wirkung des Breitbandausbaus

auf Arbeitsplätze und die deutsche

Volkswirtschaft.

Neukirchen, Udo (2011): Tooway die revolutionäre

Breitbandlösung.

Neumann, Karl-Heinz (2011): Architekturen und

Wettbewerbsmodelle bei Glasfasernetzen. Ergebnisse

einer Studie für Vodafone olc.

Neumann, Karl-Heinz (2011): Szenarien einer

nationalen Glasfaserausbaustrategie in der Schweiz.

Prampolini, Franco (2010): Telco 2015. Five telling

years, four future scenarios.

Solon Management Consulting GmbH & Co. KG:

Broadband on demand. Cable‘s 2020 vision.

Stumpf, Ulrich (2011): Der Zugang zur Glasfaser –

Hausverkabelung. Erste Erfahrungen in Frankreich

und Lehren für Deutschland.

TÜV Rheinland (2010): Bericht zum Breitbandatlas

2010 des Bundesministeriums für Wirtschaft und

Technologie. Teil 1: Ergebnisse.

TÜV Rheinland (2010): Bericht zum Breitbandatlas

2010 des Bundesministeriums für Wirtschaft und

Technologie. Teil 2: Methode.

TÜV Rheinland (2011): Der Breitbandatlas des

Bundes (10. Sitzung des NGA-Forums).

Wissenschaftliches Institut für Infrastruktur und

Kommunikationsdienste (2010): Pressemitteilung

WIK-Studie untersucht internationale Breitband-

Strategien.


E. Anhang

61

Wissenschaftliches Institut für Infrastruktur und

Kommunikationsdienste (2010): Zum Glasfasernetz

durch Breitbandpauschale.

Wissenschaftliches Institut für Infrastruktur

und Kommunikationsdienste (2009). „Breitband/

Bandbreite für alle“: Kosten und Finanzierung

einer nationalen Infrastruktur.

Wulf, Alf Henryk/Hoffmann, Robert: NGA-Forum

der BNetzA, AG: Interoperabilität. 1. Ergebnisprotokoll.

2.2. Quellen Umsetzungsakteure – Bund

2.2.1. Bundesregierung

Bundesregierung (2011): Rahmenregelung der

Bundesregierung zur Bereitstellung von Leerrohren

(Kabelschutzrohren) durch die öffentliche Hand zur

Herstellung einer flächendeckenden Breitbandversorgung

(„Bundesrahmenregelung Leerrohre“).

Bundesregierung (2011): Status quo der Breitbandstrategie

des Bundes.

Bundesregierung (2009). Breitbandstrategie der

Bundesregierung. Kräfte bündeln für Deutschlands

Zukunft: Wege zu einem schnellen Internetzugang

bis in jedes Haus.

2.2.2. Bundesministerium für Wirtschaft und

Technologie

Bundesbreitbandbüro (2011): Ergebnisprotokoll

1. Länderworkshop des Breitbandbüros des Bundes.

Bundesbreitbandbüro (2011): Programm

2. Länderworkshop.

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie:

Hinweise zur Gestaltung eines Fragebogens

zur Erfassung der Internet-Versorgung.

Bundesministerium für Wirtschaft und

Technologie: Plakat „Zukunft Breitband“.

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie:

Zukunft Breitband. Umsetzungsbeispiele in

Gemeinden mit bis zu 200 betroffenen Haushalten.

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie/Bundesministerium

für Ernährung, Landwirtschaft

und Verbraucherschutz (2011):

Pressemitteilung „ Bundeskabinett beschließt

Gesetzentwurf zur TKG-Novelle“.

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

(2011): Pressemitteilung „Bundeswirtschaftsministerium

legt Bericht zum Breitbandatlas vor“.

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

(2010): Auszug Best-Practice Werra-Meißner-

Kreis. Erfolgreiche kommunale/regionale Projekte

zur Überwindung von Breitbandversorgungslücken.

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

(2010): Bericht zum Breitbandatlas 2010

des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie.

Teil 1: Ergebnisse.

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

(2010): Bericht zum Breitbandatlas 2010

des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie.

Teil 2: Methode.

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

(2010): Eckpunkte zur TKG Novelle 2010.

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

(2010, nicht veröffentlicht): Ergebnisniederschrift

über die Bund-Länder-Besprechung zur

Breitbandförderung am 10.02.2010.

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

(2010): IKT-Strategie der Bundesregierung

„Deutschland digital 2015“.

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

(2010): Initiative Internet erfahren

Internet-Patinnen und -Paten: Erfahrung teilen.

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie/Bundesministerium

für Ernährung,

Landwirtschaft und Verbraucherschutz (2010):

Möglichkeiten der Breitbandförderung.

Ein Leitfaden.


62 E. Anhang

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

(2010, nicht veröffentlicht): Rahmenregelung

der Bundesregierung zur Bereitstellung von

Leerrohren durch die öffentliche Hand zur Herstellung

einer flächendeckenden Breitbandversorgung

(„Bundesrahmenregelung Leerrohre“).

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

(2010): Stellungnahme des Bundesminis terium

für Wirtschaft und Technologie auf die Kleine Anfrage

der Abgeordneten Sabine Zimmermann, Katrin

Kundert, Dr. Barbara Höll, Dr. Petra Sitte u. a. und der

Fraktion DIE LINKE betr.: „Aktuelle Entwicklungen

bei der Breitband-Versorgung“.

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

(2010): Stellungnahme der Deutschen Telekom

AG zu den „Eckpunkten zur TKG-Novelle 2010“ des

Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie.

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

(2010): Zukunft Breitband. Schnell ins Netz.

Überall. Für alle.

2.2.3. Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt

Bundeskartellamt (2011): Prinzipien der

Nicht-Diskriminierung.

Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation,

Post und Eisenbahnen (2011):

Beschluss im Verwaltungsverfahren BK 3g-09/085.

Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation,

Post und Eisenbahnen (2011):

Der bundesweite Infrastrukturatlas bei der Bundesnetzagentur.

Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation,

Post und Eisenbahnen (2011):

Pressemitteilung „Bundesnetzagentur legt neue

Regulierungsbedingungen für die „letzte Meile“

zur Stellungnahme vor“.

Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation,

Post und Eisenbahnen (2011):

Pressemitteilung „ Bundesnetzagentur legt Mustervertrag

für den Schaltverteiler-Zugang fest“.

Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation,

Post und Eisenbahnen (2011):

Pressemitteilung „ Bundesnetzagentur gibt endgültige

Genehmigung der Entgelte für die „letzte Meile“

bekannt“.

Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation,

Post und Eisenbahnen (2011):

Pressemitteilung „ Bundesnetzagentur will

Frequenznutzung nach 2016 schon jetzt klären“.

Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation,

Post und Eisenbahnen (2011):

Standardangebot Layer-2 Bitstrom. Vorschlag Telekom

Austria.

Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation,

Post und Eisenbahnen (2011):

TKG-Novelle 2010. Regulatorischer Aufbruch in die

NGA-Welt?

Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation,

Post und Eisenbahnen (2010):

Pressemitteilung „Neue Entgelte für die Schaltung

der TAL und das „Line Sharing“.

Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation,

Post und Eisenbahnen (2010):

Zwischenbericht NGA-Forum.

2.2.5. Weitere Bundesministerien

Bundesministerium für Bildung und Forschung

(2011): Thesen zum zukünftigen Internet.

Bundesministerium für Bildung und Forschung

(2011): Vernetzte Welt. Kommunikation für die

Gesellschaft.

Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation,

Post und Eisenbahnen (2011):

Pressemitteilung „ Bundesnetzagentur veröffentlicht

Gutachten zur Frequenzverteilungsuntersuchung“.


E. Anhang

63

2.3. Quellen Umsetzungsakteure – Länder

Roland Berger Strategy Consultants (2011)

Antworten aus der schriftlichen Befragung der

Bundesländer

2.4. Quellen Umsetzungsakteure – Verbände

2.4.1. Branchenverbände

ANGA Verband deutscher Kabelnetzbetreiber

e.V.: Stellungnahme Breitbandausbau in

Deutschland.

ANGA Verband deutscher Kabelnetzbetreiber e. V.

(2011): Das deutsche Breitbandkabel. Infrastruktur

der Zukunft.

BDI Bundesverband der deutschen Industrie e. V.

(2009): Schnelles Internet für die Informationsgesellschaft.

Hochmoderne Breitbandinfrastruktur für

mehr Wachstum, Beschäftigung und Innovation im

21. Jahrhundert.

BDI Bundesverband der deutschen Industrie e. V.

(2009): Informationsgesellschaft – FIT für das

21. Jahrhundert. Kernbotschaften für die 17. Legislaturperiode

des Deutschen Bundestags.

BITKOM Bundesverband Informationswirtschaft,

Telekommunikation und neue Medien e. V.

(2011): Positionspapier Breitbandausbau in Deutschland.

BITKOM Bundesverband Informationswirtschaft,

Telekommunikation und neue Medien e. V.

(2011): Pressekonferenz Intelligente Netze.

BITKOM Bundesverband Informationswirtschaft,

Telekommunikation und neue Medien e. V.

(2011): Stellungnahme zum Kabinettsentwurf zur

Änderung des Telekommunikationsgesetzes 2011.

BREKO Bundesverband Breitbandkommunikation

e.V. (2011): Marktbefragung der BREKO-Mitgliedsunternehmen.

BUGLAS Bundesverband Glasfaseranschluss e. V.:

Positionspapier „Netzneutralität“.

BUGLAS Bundesverband Glasfaseranschluss e. V.:

Positionspapier „Open Access“.

BUGLAS Bundesverband Glasfaseranschluss e. V.:

Positionspapier „Regionalisierte Regulierung“.

BUGLAS Bundesverband Glasfaseranschluss e. V.:

Positionspapier „Symmetrische Regulierung“.

BUGLAS Bundesverband Glasfaseranschluss e. V.:

Positionspapier „Universaldienst“.

BUGLAS Bundesverband Glasfaseranschluss e. V.

(2011): TKG-Novelle 2011 Kernpunkte des BUGLAS

zum Gesetzgebungsverfahren, Stand 20. Juni 2011.

VATM e. V. Verband der Anbieter von Telekommunikations-

und Mehrwertdiensten (2011):

Stellungnahme des VATM zum Breitbanduniversaldienst.

VATM e.V. Verband der Anbieter von Telekommunikations-

und Mehrwertdiensten (2011):

Symmetrische Regulierung von FTTB/FTTH Netzen.

VATM e.V. Verband der Anbieter von Telekommunikations-

und Mehrwertdiensten (2011):

Verbesserung der Rahmenbedingungen für den

Breitbandausbau – Grundbuchartige Sicherung von

TK-Infrastrukturen.

VATM e.V. Verband der Anbieter von Telekommunikations-

und Mehrwertdiensten (2010): Stellungnahme

des VATM zum Initiativbericht

„Europäische Breitbandnetze – Investitionen in ein

internetgestütztes Wachstum“.

VKU Verband kommunaler Unternehmen e. V.

(2011): Breitbandnetze verbinden Menschen. Kommunale

Unternehmen vor neuen Herausforderungen,

in: Finanzreport 6. Aktuelle Informationen des

Finanz- und Wirtschaftsrates beim VKU.

VKU Verband kommunaler Unternehmen e. V.

(2011): Positionspapier Glasfaserausbau im ländlichen

Raum: Schnelles Internet durch interkommunale

Zusammenarbeit.


64 E. Anhang

VKU Verband kommunaler Unternehmen e.V.

(2011): Positionspapier Universaldienst für Breitbandnetze.

VKU Verband kommunaler Unternehmen e.V.

(2011): Stellungnahme Entwurf eines Gesetzes

zur Änderung telekommunikationsrechtlicher

Regelungen (TKG-Novelle).

2.4.2. Kommunale Spitzenverbände

Deutscher Städte- und Gemeindebund (2011):

Kooperationen mit der öffentlichen Hand im ländlichen

Raum.

Deutscher Städte- und Gemeindebund (2011):

Statement zur Breitbandversorgung. Breitband im

ländlichen Raum unverzichtbar – Wirtschaftsstandort

stärken.

2.5. Sonstige

Bundesrat (2011): Stellungnahme des Bundesrats

zum Entwurf eines Gesetzes zur Änderung telekommunikationsrechtlicher

Regelungen, Drucksache

129/11.

Bundesrat (2010): Mitteilung der Kommission an

das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen

Wirtschafts- und Sozialausschuss und den

Ausschuss der Regionen: Europäische Breitbandnetze

– Investition in ein internetgestütztes Wachstum.

Drucksache 566/10.

CSU-Landesgruppe (2011): Deutschlands Stärken

stärken. Beschluss der XXXV. Klausurtagung der

CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag vom

05.–07. Januar 2011 in Wildbad Kreuth.

Cullen International (2011): First Digital Agenda

Assembly: Lack of demand is the main obstacle for

high-speed broadband roll-out.

Eickers, Gerd (2011): Entwurf Rahmenvertrag Fttx

Open Access.

Entwurf eines Gesetzes zur Änderung telekommunikationsrechtlicher

Regelungen.

Europäisches Parlament (2011): Europäische

Breitbandnetze: Investition in ein internetgestütztes

Wachstum.

Europäische Union. Delegation bei den Vereinigten

Staaten von Amerika (2011): Developments in

US Digital Agenda.

Finnland. Ministerium für Transport und Kommunikation

(2011): Finnish NGA state-aid scheme.

Holznagel, Bernd (2011): TKG Novelle: Wesentliche

Änderungen des Regierungsentwurfs.

Japan. Ministerium für Innere Angelegenheiten

und Kommunikation (2011): The New Broadband

Super Highway Initiative.

Lokale Lösungen finden. Breitband-Infoveranstaltung

in Arneburg, in: Altmarkzeitung 20.10.2010.

Fraktion der SPD (2011): Schnelles Internet für alle

– Flächendeckende Breitband-Grundversorgung

sicherstellen und Impulse für eine dynamische Entwicklung

setzen, Drucksache 17/5902 Deutscher

Bundestag.

Fraktion DIE LINKE (2011): Antrag Universaldienst

für Breitband-Internetanschlüsse jetzt, Drucksache

17/6912 Deutscher Bundestag.

Hoffmann, Robert (2011): Vorschlag zur

Mandatserweiterung für die Beschreibung eines

NGA-Ebene 2-Zugangsprodukts.

NGA-Forum, AG Interoperabilität (2011): Grundsatzdokument

Technische und operationelle Aspekte

des Zugangs zu Glasfasernetzen und anderen

NGA-Netzen.

OECD Organisation for Economic Co-operation

and Development (2011): Next generation access

networks and market structure.

Roland Berger Strategy Consultants (2011):

Presserecherche zum Thema „Widerstand gegen

Breitbandausbau per Funk“.

Roland Berger Strategy Consultants (2010):

Monitoring Breitbandstrategie. Bundesland-Profile.


Herausgeber

Bundesministerium für Wirtschaft

und Technologie (BMWi)

Öffentlichkeitsarbeit

10115 Berlin

www.bmwi.de

Das Bundesministerium für Wirtschaft und

Technologie ist mit dem audit berufundfamilie ®

für seine familienfreundliche Personalpolitik

ausgezeichnet worden. Das Zertifikat wird von

der berufundfamilie gGmbH, einer Initiative der

Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, verliehen.

Stand

November 2011

Gestaltung und Produktion

PRpetuum GmbH, München

Diese Druckschrift wird im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit des Bundesministeriums für Wirtschaft und

Technologie herausgegeben. Sie wird kostenlos abgegeben und ist nicht zum Verkauf bestimmt. Sie darf weder

von Parteien noch von Wahlwerbern oder Wahlhelfern während eines Wahlkampfes zum Zwecke der Wahlwerbung

verwendet werden. Missbräuchlich ist ins be son dere die Verteilung auf Wahlveranstaltungen, an Infor ma tionsständen

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auch ohne zeit lichen Bezug zu einer Wahl nicht in einer Weise verwendet werden, die als Parteinahme der Bundesregierung

zu gunsten einzelner politischer Gruppen verstanden werden könnte.

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