30.06.2015 Aufrufe

Lust auf Italien Toskana 04/2015 LESEPROBE

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Nr. 4 Juli/August 2015 5,50 €

Lust auf Italien

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Leichte Pastakost

Traumhafte Gerichte

Toskanische Weine

Chianti, Brunello & Morellino

Erfrischung mit Prosecco

Cocktails für den Sommer

Toskana2015

Florenz • Pisa • Siena • Grosseto • Arezzo

Kampanien

Amalfiküste, Sorrento, Pompeji,

Neapel, Capri & Ischia

Elba

Goldene Strände, kristallklares Wasser

A 6,30 € / I 7,45 € / CH 10,90 CHF / LUX 6,50 €


INHALTSVERZEICHNIS

8 TOSKANA

DAS MÄRCHENLAND

46

NEAPEL, CAPRI,

ISCIA, AMALFI

102

TOSKANA-KÜCHE

LECKERE REZEPTE

4


Inhalt

LUST AUF TOSKANA

90

STERNEKOCH: EGON HEISS

8 Toskana 2015

12 Massa-Carrara, Lucca, Pistoia, Prato

18 Florenz: Ausflüge

20 Florenz: Stadtrundgang

26 Pisa & Livorno

30 Grosetto, Siena, Arezzo

36 Veranstaltungskalender

38 Golfen in der Toskana

58

MIT DEM RAD VON MÜNCHEN - VENEDIG

LUST AUF REISEN

42 Expo 2015

46 Neapel, Capri, Iscia, Amalfi

58 Mit dem Rad von München - Venedig

66 Gardasee: Salò & Gardone Riviera

LUST AUF GENUSS

74 Prosecco

84 Olivenöl

90 Sternekoch: Heiss

94 Koch: Maurizio

102 Toskana-Küche

108 Wein: Toskana

120 Kaffeegenuss

74

PROSECCO: FRISCHER GENUSS

SERVICE

40 Einzelheft bestellen

64 Urlaub in Südtirol zu gewinnen

106 Sonderhefte bestellen

118 Jahres-Abonnement bestellen

125 Test-Abonnement bestellen

130 Vorschau / Impressum

5


eiSeN | TOSKANA 2015

Das Märchenland

Sanfte Hügel, blühende Landschaften und viel

Sonne, das ist die Toskana. Wer hier seinen

Urlaub verbringt, wähnt sich wie im Märchen.

Es fehlen nur noch die Könige, Prinzen und

Prinzessinnen – die Burgen sind schon da.

VON ANDreAS Greil

Die Toskana dürfte eine der reizvollsten

Landschaften Europas sein. Sie

zeichnet sich durch landschaftliche

Schönheit und einen großartigen, kulturgeschichtlichen

Hintergrund aus.

Pinienwälder, Olivenhaine, Zypressenalleen

und Weinberge machen den

besonderen Charme dieser Region

ebenso aus, wie die Zeugnisse von über

dreitausend Jahren Geschichte: In der

Toskana gibt es alles, was der Kulturinteressierte

wünscht: Villen und Gärten

der Renaissance, herrliche Stadtplätze,

mittelalterliche Dörfer mit engen Gassen,

Römersiedlungen und Etruskergräber.

Hügel, Meer und Berge schaffen im

ständigen Wechsel eines faszinierenden

Lichtspiels unvergessliche Eindrücke.

Die Toskana liegt in Mittelitalien und erstreckt

sich vom Apennin bis ans Tyrrhenische

Meer. Wenn man mit dem Auto

in die Toskana reist, kann man ein merkwürdiges

Phänomen beobachten. Während

im Norden Italiens in der flachen

Poebene gerade neben der Autobahn

unzählige Super- und Baumärkte und

Industrie angesiedelt sind, lässt dies in

der Toskana nach. Die Betonbauten sind

scheinbar verschwunden, machen den

sanften Hügeln Platz und man könnte

meinen, erst hier beginne eigentlich Italien.

Was natürlich nicht stimmt und ungerecht

gegenüber den Einwohnern des

Trentinos, Veneziens und der Lombardei

wäre. Aber man kann sich dem Eindruck

nicht erwehren, dass hier, am Beginn des

Stiefels, alles irgendwie anders ist - natürlicher,

langsamer, beschaulicher.

FREIZEIT UND SPORT

Das Freizeit- und Sportangebot in der

Toskana ist immens. Besonders Reiten,

Radfahren und Wandern haben hier ihre

Domäne. Aber auch Kulturbegeisterte

kommen voll auf ihre Kosten, denn die

Toskana ist die Wiege der Renaissance

und hat dementsprechend viele und

äußerst sehenswerte Museen zu bieten.

Besonders Florenz sei in diesem Zusammenhang

erwähnt und kann mit einem

Übermaß an Kulturdenkmälern und

Bauten aufwarten.

Badetouristen finden gute Bedingungen

an der Etruskischen Riviera und

der Küste der Maremma entlang des

Festlands, sowie auf der Insel Elba, die

über den Fährhafen Piombino erreicht

werden kann. Die 328 Kilometer lange

8


überblick

Die Toskana zählt mit seinen

traumhaften Landschaften zu

den populärsten Regionen

Europas. Wer hier Urlaub

macht, könnte meinen, er befinde

sich im Märchenland.

9


eisen | Toskana 2015

Das Tor zum Paradies

Die Toskana besteht aus zehn Regionen, die

jede einzelne eine märchenhafte Atmosphäre

versprüht. Ganz im Norden bzw. im Nordosten

liegen vier Regionen, die quasi den Eingang

zur Toskana bilden. Zwei besitzen einen

Zugang zum Meer.

Von andreas greil

Die Provinz Massa-Carrara liegt

zu Füßen der Apuanischen Alpen

und hat neben dem berühmten

Marmorbrüchen herrliche

Landschaften zu bieten, die an

das Allgäu erinnern.

12


Massa-Carrara, luCCa, Pistoia, Prato

2

1

3

7

6

4

5

8

9

10

Die nördliche bzw. nordöstliche Region

der Toskana ist noch nicht so bekannt,

wie andere klangvolle Regionen. Aber

Massa-Carrara, Lucca, Pistoia und Prato

stehen ihren bekannten Schwestern

Florenz, Pisa oder Siena in nichts nach

und bieten ebenfalls unbeschreibliche

Natur- und Kulturerlebnisse. Der Norden

und Nordwesten der Toskana ist

zum Teil vom Gebirge geprägt. Besonders

Lucca tut sich da hervor und wird

auch gerne als das „toskanische Allgäu“

bezeichnet.

MaSSa-carrara

Ganz im Norden liegt die Provinz Massa-Carrara

mit der Hauptstadt Massa.

Massa-Carrara hat 200.325 Einwohner,

die in 17 Gemeinden auf einer Fläche

von 1.156 km² leben. Massa-Carrara

grenzt im Westen an das Tyrrhenische

Meer und an Ligurien, im Norden an

Emilia-Romagna und im Osten an die

Provinz Lucca.

Massa (1)

Massa liegt sowohl in der Küstenebene

als auch im Hügelland der Apuanischen

Alpen. Innerhalb weniger Kilometer

verändert sich die Landschaft abrupt -

vom schönen Seebad Marina di Massa

mit feinem Sandstrand und kristallklarem

Wasser sind es nur wenige Kilometer

zum bergigen Hinterland mit dem

Monte Tambura, mit 1.890 Metern die

höchste Erhebung der Region.

Gut zwei Kilometer vom Meer entfernt

befindet sich die Altstadt von Massa.

Sie bietet einige Sehenswürdigkeiten,

die nicht nur historisch Interessierte begeistern

werden. In Massa trifft man sich

vor dem Palazzo Cybo Malaspina auf der

Piazza degli Aranci, dem Platz der Orangen.

Die Orangenbäume des Platzes sind

das Wahrzeichen der Stadt. In der Nähe

der Piazza degli Aranci liegt der Dom,

der aus Carrara-Marmor erbaut wurde.

Dieser hochwertige Marmor wird in der

nur wenige Kilometer entfernt gelegenen

Ortschaft Carrara abgebaut. Der Dom

von Massa beherbergt zahlreiche Kunstschätze,

unter anderem ein Fresko von

Pinturicchio – einem der bedeutendsten

italienischen Maler der Frührenaissance.

13


eisen | Toskana 2015

In der Nähe der Piazza

degli Aranci liegt der

Dom, der aus Carrara-

Marmor erbaut wurde.

Massa ist bekannt für sein sehr mildes

Klima. Im Winter herrschen nur selten

Temperaturen unter null Grad Celsius.

Bereits Mitte Februar beginnt mit der

ersten Baumblüte der Frühling.

Carrara (2)

Carrara ist vor allem durch die weißen

Marmorvorkommen bekannt. Der

Carrara-Marmor wird in den nahegelegenen

Steinbrüchen gewonnen. In Carrara

befindet sich auch die berühmte

Bildhauerakademie, die Accademia di

Belle Arti Carrara.

In Carrara geht es schnell von Meeresniveau

auf eine stattliche Höhe in die

Apuanischen Alpen. Sie heben sich

durch ihre schroffe Form und Gestalt

sehr vom Rest des toskanischen Apennin

ab. Nur wenige Kilometer von der

Küste gefahren, befindet

man sich

hier in einer vollkommen anderen Welt.

Weit ab dem quirligen Treiben an den

Stränden der Versilia, findet man hier

die Ruhe der Berge.

Carrara ist bekannt und berühmt

durch seinen besonderen Marmor. In

der Nähe von Arni befinden sich die

größten Marmorvorkommen der Welt.

Schon im Mittelalter nutzten Künstler

und Bildhauer wie Michelangelo den

besonders weißen Marmor aus Carrara

für ihre Kunstwerke. In über 300 Steinbrüchen

wird das weiße Gold abgebaut.

Von weitem wirken die glitzernden

weißen Berghänge wie schneebedeckte

Gipfel in der Sonne.

Wer mit dem Auto in dieser Gegend

unterwegs ist, sollte daran denken, dass

viele der Steinbrüche noch aktiv genutzt

werden. Dementsprechend sind

auch Schwerlasttransporte

auf den engen Serpentinenstraßen

anzutreffen. Das kann

bei Touren mit dem Auto recht anstrengend

werden. Eher zu empfehlen sind

Wandertouren durch diese Gegend

oder Fahrten mit dem Mountainbike.

Das wohl imposanteste und interessanteste

Gebäude in Carrara ist der

Dom Sant‘Andrea. Er wurde ab dem

Jahr 1000 über drei Jahrhunderte errichtet,

weshalb er somit verschiedene

Baustile in sich vereint. Besonders die

Marmorrosette über dem Eingangsportal

ist faszinierend. Das riesige

Marmorkunstwerk zeigt Marmorbildhauerei

in Vollendung. Doch nicht

nur am Dom ist der virtuose Umgang

mit Marmor zu erkennen. Sämtliche

Gebäude, Straßen und Plätze der

Stadt zeugen von der Marmorkunst.

Zentrum ist die Piazza Alberica, die

von pompösen Villen und Palästen gesäumt

wird.

Carrara ist vor allem durch die

weißen Marmorvorkommen

bekannt. Der Carrara-Marmor

wird in den nahegelegenen

Steinbrüchen gewonnen.

MaSSa-carrara

Fläche 1.156,33 km 2

einwohner 200.400

hauptstadt Massa

internet www.provincia.ms.it

14


Wer in Lucca Urlaub macht,

sollte einen Ausflug in

die Städtchen Barga und

Castelnuovo wagen.

Massa-Carrara, Lucca,

Pistoia, Prato

Lucca

Fläche 1.772,81 km 2

Einwohner 394.600

Hauptstadt Lucca

Internet www.provincia.lucca.it

Lucca

Die Provinz Lucca, im nördlichen

Teil der Toskana, erstreckt sich über

mehrere Gebiete: Die Versilia am tyrrhenischen

Meer, die Garfagnana im

Nordosten an der Grenze zur Emilia

Romagna, das Serchio-Tal im Landesinneren

und die Ebene von Lucca. Das

Territorium hat zahlreiche Sehenswürdigkeiten:

Vom See von Massaciuccoli,

den Thermalquellen in Bagni di Lucca

bis hin zu den Dünen des Naturparks

Migliarino San Rossore Massaciuccoli.

Lucca ist reich an Tradition und Geschichte:

Dank ihrer zentralen Position

war sie Jahrhunderte lang ein Handelsplatz

und wurde vom Frankenweg

durchquert, dem großen Pilgerweg des

Mittelalters, an dem Dörfer, Burgen,

Klöster und Pfarrkirchen entstanden.

Viele dieser historischen Bauten kann

man auch heute noch bewundern.

Das toskanische

Allgäu

Garfagnana (3)

Die Garfagnana ist ein noch vor wenigen

Jahren relativ unbekanntes Tal unweit

von Lucca entfernt. Man könnte

es wegen seiner landschaftlichen Ähnlichkeit

als das „toskanische Allgäu“

bezeichnen. Für einen Erstbesuch in

diese herrliche, grüne Gebirgs- und

Tallandschaft, was an sehr heißen Tagen

eine wahre Erholung ist, gibt es

drei Möglichkeiten: Besichtigung der

Tropfsteinhöhle (Grotta del Vento),

ein Ausflug in die Städtchen Barga und

Castelnuovo oder eine Gebirgswanderung

auf den Pania della Croce. Hier

ist bis in den Mai hinein mit Schneefeldern

zu rechnen. So sollte dieser Ausflug

wegen seiner Schwierigkeit nur von

körperlich konditionierten Wanderern

unternommen werden.

Lucca (4)

Lucca ist gleichzeitig die Hauptstadt der

gleichnamigen Provinz und wurde erstmalig

im zwölften Jahrhundert in den italienischen

Geschichtsbüchern erwähnt.

Hauptattraktion der idyllischen Hauptstadt

ist unter anderem die Stadtmauer.

Der Bau wurde vor mehr als 500 Jahren

begonnen. Die mehr als vier Kilometer

lange und zwölf Meter hohe Stadtmauer

ist zweifellos die attraktivste der Toskana.

Der gigantische Verteidigungswall

fand Anfang des 19. Jahrhunderts mit

dem Pflanzen und Bau von 2000 Ulmen,

Pappeln und Platanen zur „Passeggiata

delle Mura“ seine Vollendung. Die zur

Promenade umgebaute Mauer besitzt

sogar Gartenbänke und ein kleines Café.

In Lucca geht man zu zwangsläufig zu

Fuß, denn große Teile der Innenstadt

sind für den Autoverkehr gesperrt. Als

Fortbewegungsmittel dient zudem immer

noch das gute alte Fahrrad.

Montecarlo (5)

Hier handelt es sich nicht um den

Zwergstaat am Mittelmeer, der auch

unter Monaco bekannt ist, sondern um

ein kleines mittelalterliches Dorf in der

Provinz Lucca. Es ist berühmt für seinen

guten Wein, sein Olivenöl und für

seine Dorffeste und das Laientheater

mit Szenen aus dem Mittelalter, dem

sich die Dorfbewohner mit Hingabe

widmen. Bei einem Spaziergang durch

den Ort sieht man noch viele intakte

Teile der Stadtmauer mit seinen vier

Toren. Und wer von der Besichtigung

müde ist, kehrt in einer der gemütlichen

Bars oder Vinotheken ein.

Teatrino di Vetriano (6)

Das Teatrino di Vetriano wird im Guinessbuch

der Rekorde als kleinstes Theater

der Welt geführt. Und in der Tat,

es ist nur 70 m 2 groß und liegt weitab

von Lucca im ländlichen Vorgebirge

der Apuanischen Alpen. 1890 fasste die

Bevölkerung der kleinen Ortschaft den

Beschluss eine Theatergruppe mit eige-

Die Küste der Versilia ist vor allem für seine

Strände bekannt. Zwischen Forte die

Marmi und Viareggio findet der Urlauber

goldene Sandstrände und Küstendünen.

15


eiSen | Toskana 2015

Auf den Spuren

der Renaissance

Florenz – allein der Name zergeht auf der Zunge und weckt

Vorfreude. Sie gilt als eine der schönsten Metropolen der Welt.

Man kann Florenz innerhalb eines Tages erkunden, jedenfalls

wenn es um die bekanntesten Sehenswürdigkeiten geht.

Von andreaS greil

4

1

5

3

1 Piazza della Signoria, uffizien

2 Ponte Vecchio, Palazzo Pitti,

Giardino di Boboli

3 Piazza Santa croce,

Basilica Santa croce

4 Basilica di San Lorenzo

5 Piazza del duomo,

cattedrale di Santa Maria

2

20


Florenz Stadtrundgang

Florenz lässt sich gut zu Fuß

erkunden. Die Altstadt ist

verkehrsberuhigt und die

Sehenswürdigkeiten liegen

eng zusammen.

21


eisen | Toskana 2015

1 1

Der Neptunbrunnen auf der Piazza della Signoria.

Er bildet den Endpunkt eines noch funktionsfähigen

Aquädukts aus der Antike.

Auf der Piazza delle Signoria steht nur eine Kopie der

berühmten David-Statue von Michelangelo. Das Original

gibt es im sicheren Museum zu besichtigen.

Wer nach Florenz reist, muss sich über

eines im Klaren sein: man ist nicht allein.

Egal zu welcher Jahreszeit man

die wunderbare Stadt besucht, es sind

immer viele andere Besucher anwesend,

die ebenfalls auf den Spuren der

Renaissance wandeln wollen. Die Stadt

zählt zweifelslos zu den architektonisch

bedeutendsten Städten der Welt. Das

Gute ist: das Zentrum von Florenz ist

verkehrsberuhigt. Fast alle Sehenswürdigkeiten

lassen sich zu Fuß erreichen.

In fünf „Schritten“ durch

die Stadt

Wer eine fremde Stadt erkundet, ist mit

einem Stadtplan stets gut beraten. Für

Florenz gilt dies allerdings nur bedingt.

Denn rund um das Zentrum liegt eigentlich

alles, was man bei seinem ersten

Besuch in Florenz sehen will. Die Innenstadt

ist klein. Das Wahrzeichen ist der

Dom, der immer irgendwie in Reichweite

liegt. Hat man sich verlaufen, fragt man

einen Florentiner nach dem „duomo“

und schon ist man wieder mittendrin im

Geschehen. Unser Rundgang umfasst in

etwa sechs Kilometer. Klingt wenig, aber

wenn man das eine oder andere Museum

besuchen möchte, muss man mit Warteschlangen

rechnen. Noch dazu will man

ja nicht im „Schweinsgalopp“ durch die

Stadt, sondern an der einen oder anderen

Stelle einen kräftigen Espresso, ein

leckeres Gelati oder sogar die Florentiner

Spezialität – eine herzhafte Pappardelle

sulla lepre (Breite Bandnudeln mit Hasenfleisch

und Soße) genießen.

Alles auf

engsten

Raum

Station 1:

Piazza della Signoria, Uffizien

Als erster Anlaufpunkt und Start der

Stadtbesichtigung dient der wohl bekannteste

und überfüllteste Platz der

Stadt, wenn nicht Italiens: die Piazza

della Signoria (1). Der Platz ist wirklich

beeindruckend und wenn man an seine

Geschichte denkt, kann es einem schaurig

werden. Hier sandten die Florentiner

Dante 1301 ins Exil. Hier verbrannten

sie 1497 auf Aufforderung des Girolamo

Savonarola im „Fegefeuer der Eitelkeiten“

Schmuck, Kosmetika, Spiegel,

Musikinstrumente und Ähnliches. Im

darauffolgenden Jahr wurde nach päpstlichem

Urteil Savonarola selbst Opfer

der Flammen.

Auf dem Platz befand sich ursprünglich

Michelangelos Statue David an der

Frontseite des Palazzo Vecchio. Sie wurde

jedoch mittlerweile durch eine Kopie

ersetzt, das Original befindet sich in der

Accademia delle Arti del Disegno. Auf

dem Platz befindet sich zudem Bartolomeo

Ammanatis marmorner Neptunbrunnen.

Er bildet den Endpunkt eines

noch funktionsfähigen Aquädukts aus

der Antike. Außer dem Palazzo Vecchio

liegt noch die Loggia dei Lanzi

an diesem wichtigsten Platz der Stadt.

Münchnern wird der Bau sehr bekannt

vorkommen. Die Loggia die Lanzi diente

nämlich Friedrich von Gärtner bei der

Errichtung der Münchner Feldherrnhalle

als Vorbild.

Nach dem ausgiebigen Besuch des

wunderschönen Platzes geht es weiter

Richtung Süden zu den Uffizien,

den Büros der Ministerien und Ämter.

22


Jetzt befindet sich dort in der dritten

Etage die Kunstsammlung Galleria degli

Uffizi mit Werken der Malerei und

Bildhauerei von der Antike bis zum

Spätbarock. Schon auf den Weg dahin

kann es vorkommen, dass man sich

mit anderen unzähligen Touristen den

Weg durch die enge 60 Meter lange

Gasse bahnen muss. Wer die berühmten

Werke von Leonardo da Vinci,

Raffael oder Lucas Cranach sehen will,

muss sich in der Hochsaison auf lange

Wartezeiten einstellen.

Station 2:

Ponte Vecchio, Palazzo Pitti,

Giardino di Boboli

Von den Uffizien führt unser Weg am

Arno entlang zur berühmten Brücke

„Ponte Vecchio“. Diese liegt gerade mal

fünf Minuten oder besser gesagt 350

Meter von den Uffizien entfernt. Die

Segmentbogenbrücke ist die einzige,

die den Zweiten Weltkrieg unbeschadet

überstand. Sie zeichnet sich heute vor

allem durch die – entlang der Außenseiten

– erbauten Schmuckläden aus, die

teils über die Brücke hinausragen. Manche

Ehemänner meiden die Brücke.

Glücklicherweise liegen in Florenz viele

Sehenswürdigkeiten eng zusammen.

So ist der Spaziergang zur Piazza die

Pitti mit dem gleichnamigen Palast ein

Kinderspiel. Der Weg führt geradeaus

von der Brücke 300 Meter in Richtung

Südost. Im Palast befindet sich heute die

ehemalige Privatsammlung der Medici.

Angeschlossen an den Palast ist der Boboli-Garten

mit eindrucksvoller Landschaftsgestaltung

und vielen Skulpturen.

Dahinter steht das Forte Belvedere, das

einen wunderbaren Blick über die Stadt

erlaubt. Der Palast und besonders der angrenzende

Boboli-Garten sind eine willkommene

Ruheoase auf dem Stadtrundgang

und sollten nicht versäumt werden.

Florenz Stadtrundgang

Station 3: Piazza Santa Croce,

Basilica Santa Croce

Bis zur nächste Station zur Piazza Santa

Croce ist es nun eine etwas längere

Wegstrecke. Es geht 1,2 Kilometer am

Südufer des Arno in östliche Richtung

entlang. Zunächst führt der Weg an der

Piazza Santa Maria vorbei, ehe man in

die Straße Lungarno Torrigiani einbiegt.

Nach einigen hundert Metern biegt man

links auf die Ponte alle Grazie und überquert

den Arno. Von hier aus sind es nur

noch 400 Meter über die Via die Benci

zum Ziel.

Die von 1294 erbaute Franziskanerkirche

Santa Croce, zu der, der Legende

nach, der heilige Franz von Assisi

selbst den Grundstein legte, wird auch

als „Pantheon von Florenz“ bezeichnet.

Hier befinden sich die Grabmäler von

Michelangelo, Machiavelli, Gioachino

Rossini, Guglielmo Marconi und Galileo

Galilei. Das Kirchenhaus ist äußerst

2

2

Auf der Ponte

Vecchio gibt es edle

Schmuckläden, die

zum Teil so gebaut

sind, dass sie über die

Brücke hinaus ragen.

Der Palazzo Pitti ist ein Renaissance-

Palast im Florentiner Stadtteil

Oltrarno. An ihm schließt sich der

traumhafte Boboli-Garten an.

Bei der 1294 erbauten

Franziskanerkirche

Santa Croces soll der

heilige Franz von Assisi

den Grundstein gelegt

haben.

2

3

23


eisen | Toskana 2015

Aber bitte auch

ans Meer

Von andreas greil

Der Golf von Baratti südlich

von Livorno: Der langgezogene

Sandstrand wird von

einem schattigen Pinienwald

umsäumt. Der Strand ist

noch relativ unberührt.

Mit Pisa und Livorno

besitzt die Toskana

zwei der bekanntesten

Regionen. Die eine ist

wegen ihres schiefen

Turms berühmt, die andere

wegen der langen

Sandstrände, die die besten

Voraussetzungen für

einen erholsamen Urlaub

am Strand bieten.

An was denken Sie, wenn Sie Pisa hören?

An den schiefen Turm. An was denken

Sie, wenn Sie Livorno hören? An Hafen,

Fähre und Elba. Alles richtig und doch

falsch. Denn die beiden Regionen auf

diese Merkmale zu reduzieren, würde den

Provinzen nicht gerecht werden. Hier

gibt es vieles, was außerhalb der allgemeinen

Wahrnehmung liegt. Kommen Sie

mit auf Entdeckungstour.

Pisa

Die besten Voraussetzungen für einen

abwechslungsreichen Toskana-Urlaub

bietet die landschaftlich reizvolle Provinz

Pisa. Wunderschöne Sandstrände

warten an der Küste, das Hinterland

punktet mit sanften Hügeln und Weinbergen

und die weltberühmte Stadt Pisa

bietet großartige Sehenswürdigkeiten.

So abwechslungsreich ist Pisa.

Pisa ist sowohl im übertragenen als

auch im tatsächlichen Sinn eine reiche

Provinz. In Volterra, in etwa 50

Kilometer südlich von Pisa, ist das

Alabasterhandwerk zu Hause, das die

Wirtschaft neben dem Tourismus in

der Stadt Pisa kräftig ankurbelt. Dort

erwartet die Besucher ein Wunder,

im wahrsten Sinne des Wortes: Der

26


Pisa & Livorno

Der schiefe Turm von

Pisa zusammen mit dem

Duomo Santa Maria

Assunta, der Taufkirche

Battistero und dem

sehr sehenswerten

Friedhof Camposanto

Monumentale zum

Ensemble des Campo di

Miracoli, dem Platz der

Wunder.

Die historische Brücke

Ponte di Mezzo in Pisa

führt über den Arno.

Am letzten Sonntag im

Juni versuchen starke

Männer einen sieben

Tonnen schweren

Wagen von Norden

nach Süden zu schieben.

Die Anwohner des

Süden versuchen das zu

verhindern – ein großes

Spektakel, sehenswert.

Die kleine Kirche Santa

Maria della Spina auch

Dornkirche genannt,

steht am Ufer des Flusses

Arno. Das gothische

Gottesthaus wurde im

Jahr 1230 errichtet und

1871 zu Schutz gegen

Hochwasser demontiert

und an höherer Stelle

wieder aufgebaut.

Platz der Wunder mit dem legendären

Schiefen Turm von Pisa ist ein einzigartiger

Touristenmagnet.

Pisa, die Stadt

Das Wahrzeichen, der schiefe Turm, der

nahe an der toskanischen Küste gelegenen

Stadt ist nicht das Einzige, was es zu

bestaunen gibt. Pisa kann auf eine lange

Geschichte zurückblicken, besitzt viele

architektonische Besonderheiten und

bietet neben den Universitäten auch Erholung

am Meer.

Pisa ist vor allem eine Studentenstadt.

Hier studierte Galileo Galilei mehrere

Jahre und legte damit den Grundstein,

dass aus Pisa einer der wichtigsten Universitätsstädte

Italiens wurde.

Der Stadtkern von Pisa ist übersichtlich

und erstreckt sich über vier historische

Stadtviertel, vom Bahnhof im Süden

bis zur Piazza dei Miracoli (Platz der

Wunder) mit dem Schiefen Turm im

Norden. Mittelpunkt der historischen

Viertel San Martino, Santa Maria, San

Francesco und Sant’Antonio ist der Ponte

di Mezzo, die zentrale Arno-Brücke.

Aber das berühmteste Bauwerk der

Stadt ist und bleibt der schiefe Turm.

Wenn man alten Aufzeichnungen Glauben

schenken möchte, hätte er an dieser

Stelle gar nicht gebaut werden dürfen.

Der ehemalige Lagunenort am Arno –

die Versiliaküste ist lediglich etwa 10 Kilometer

entfernt – steht auf Schwemmland

und ist dementsprechend wenig für

pisa

Fläche 2.444,38 km 2

Einwohner 420.250

Hauptstadt

Internet

Pisa

www.provincia.pisa.it

27


REISEN | TOSKANA 2015

Von Süd bis Ost

Die wohl spannendsten und herrlichsten Provinzen der

Toskana erstrecken sind vom Süden bis zum Osten. Hier gibt

es nicht nur die schönsten Sandstrände, den viertgrößten

See und blühende Landschaften, sondern auch viele vom

Tourismus noch fast unberührte Fleckchen.

VON ANDREAS GREIL

Eine Reise in die Toskana ist immer eine

Erholung, besonders für Familien mit

Kindern. Ob Architektur und Kunst,

Wellness und Natur, ob Kochkurs oder

Weinprobe, oder einfach nur Wellness

und Strand – für jeden Geschmack findet

sich das Passende in den Provinzen

der Toskana. Besonders der Süden mit

seiner Provinz Grosseto kann mit wundervollen

Stränden und Badeerlebnissen

am Meer glänzen. Siena dagegen bietet

idyllische Landschaften, herrliche Wanderwege

und viel Kultur. Arezzo schließlich,

ganz im Osten der Toskana gelegen,

bietet einzigartige Urlaubstage im historischen

Italien.

GROSSETO

In der Provinz Grosseto findet der Reisende

eine außergewöhnliche Landschaft

vor. Allen voran bietet das Gebiet der

Maremma einen großartigen Mix aus

Sümpfen, Weiden, Hügeln und Stränden.

In der Grosseto-Region wird sanfter

Tourismus groß geschrieben, was erfreulicherweise

dazu führt, dass das besondere

Flair der Provinz gewahrt bleibt. Das

Angebot an Unterkünften ist groß. Die

Palette reicht von rustikalen Ferienhäusern

am Meer oder im wunderschönen

Hinterland, über Villen mit Pool und

Apartments, bis hin zu erstklassigen Hotels,

die nachhaltig geführt werden.

30


GROSSETO, SIENA & AREZZO

8

11

10

9

7

6

1

4

3

5

2

Die faszinierende

Landschaft von

Siena ist von artiger Schönheit

einzigvon

der UNESCO zum

Weltkulturerbe und wurde daher

erklärt.

Grosseto (1)

Die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz

liegt mitten im Maremmagebiet

und ist nur 10 Kilometer vom Meer entfernt.

Im Gegensatz zu vielen anderen

Städten in der Toskana fand Grosseto

in der Vergangenheit wenig Bedeutung.

Zu unrecht, denn der Ort ist ein nettes

Kleinod und hat Interessantes zu bieten.

Der Aufschwung der Hauptstadt kam

erst nach 1930, als es endlich gelang die

Maremma trockenzulegen. Zuvor war

das Sumpfgebiet die Brutstätte vieler

gefährlicher Mücken, die beispielsweise

Malaria übertrugen. Das gehört jetzt

Gott sei Dank der Vergangenheit an.

Grosseto hat sich mittlerweile zum

wohlhabenden Landwirtschaftszentrum

gewandelt. Aber auch viele historische

Spuren gibt es hier zu bewundern. Wie

die Hinterlassenschaften der Etrusker. Sie

zeugen noch heute von der hohen Kunstfertigkeit

dieser frühen Siedler und ziehen

zahlreiche geschichtlich Interessierte

GROSSETO

FLÄCHE 4.504,00 km 2

EINWOHNER 225.098

HAUPTSTADT Grosseto

INTERNET www.provincia.grosseto.it

31


REISEN | TOSKANA 2015

an. Die schönsten Exponate findet man

im örtlichen Archäologie- und Kunstmuseum

nördlich des Doms, das neben etruskischer,

auch prähistorische, römische

und mittelalterliche Kunst zeigt.

Bei Ausgrabung unweit der Stadt fand

man zwei Etruskersiedlungen, Rusellae

und Vetluna. Im Parco Archeologico di

Roselle sind Überreste etruskischer Häuser

und eines Kanalisationssystems zu

bewundern. Und die mit Platten befestigte

alte Römerstraße zeigt anschaulich,

wie weit der Straßenbau zur damaligen

Zeit bereits forgeschritten war.

Grosseto und Umgebung eignet sich

hervorragend für Ausflüge mit dem

Rad. Die Routen sind auch für Untrainierte

leicht zu meistern. Grosseto liegt

gerade einmal 10 Meter über dem Meeresspiegel.

Einem Ausflug zum Hausstrand

der Stadt nach Marina di Grosseto

steht damit nichts im Weg.

Pitigliano (2)

Die Stadt liegt im ursprünglich etruskischen

Stammland und ist auf einen ca.

300 m hoch gelegenen Tuffsteinfelsen gebaut.

Pitigliano wird wegen seiner ehemaligen

jüdischen Gemeinde und jüdischen

Vergangenheit das „Kleine Jerusalem“

genannt. Die Geschichte der jüdischen

Gemeinde von Pitigliano ist außergewöhnlich.

Bedingt durch Vertreibungen

aus dem Vatikanstaat zogen seit Mitte

des 16. Jahrhunderts immer mehr Juden

nach Pitigliano. Dort entwickelte sich

im Lauf der Zeit ein blühendes jüdisches

Kulturleben. Dieses nahm aber leider im

Zuge des 2. Weltkrieges stark ab. Durch

glückliche Umstände und nicht zuletzt

durch die Hilfe von nichtjüdischen Italienern,

die ihr Leben aufs Spiel setzten,

Grosseto hat sich zum wohlhabenden Landwirtschaftszentrum gewandelt.

Aber auch viele historische Spuren gibt es hier zu bewundern.

haben aber viele Juden die Verfolgungen

überlebt. Heute gibt es allerdings in Pitgliano

keine jüdische Gemeinde mehr.

Das kulturelle Erbe wird aber gepflegt.

Die eindrucksvolle Synagoge wurde ebenso

wie das jüdische Viertel restauriert.

Daher der Name „Klein Jerusalem“. Dort

finden regelmäßig Kulturveranstaltungen

statt. Auch der rituelle „forno delle azzime“

(der koschere-Ofen), der früher einmal

im Jahr in Betrieb genommen wurde,

ist wieder zugänglich. Außerdem gibt es

einen großen jüdischen Friedhof, der auf

Voranmeldung besucht werden kann.

Santa Fiora (3)

Die bezaubernde mittelalterliche

Stadt mit traumhafter Aussicht liegt

im Amiata-Gebiet. Es ist eine der abwechslungsreichsten

Regionen der

Toskana. Die umgebende Hügellandschaft

mit Olivenhainen und Pinienwäldern

lädt förmlich zu Ausflügen

mit dem Rad ein. Ausgedehnte Wanderungen

wie das „Amiata Trekking“

sind ein Highlight in diesem Gebiet.

Nach anstrengenden Touren laden

die zahlreichen Thermalbäder und

Badeseen zu einem erholsamen Besuch

ein. Und im Winter kann man

hier sehr gut Rodeln und Skifahren.

Santa Fiora zählt zu den hübschesten

Orten am Monte Amiata. Hier findet

man üppiges Grün und mittelalterlichen

Charme perfekt vereint. Ein

Spaziergang durch die engen Gassen

vermittelt den Eindruck einer Zeitreise

rückwärts. Viele Hauseingänge im

hinteren Gassengewirr sind mit reliefgeschmückten

Balken eingefasst.

Seggiano (4)

Wer im Landesinneren der Grosseto-Region

unterwegs ist, sollte sich den kleinen

beschaulichen Ort Seggiano anschauen.

Er liegt in etwa 40 Kilometer nordöstlich

Pitigliano liegt auf einen

ca. 300 m hoch gelegenen

Tuffsteinfelsen. Die Stadt

wird wegen seiner jüdischen

Vergangenheit das „Kleine

Jerusalem“ genannt.

32


GROSSETO, SIENA & AREZZO

Hier im gemütlichen Seggiano ist die Toskana noch urtümlich. Es gibt keine

Touristengeschäfte, keine bunte Läden oder dergleichen.

Grosseto ist mit langen feinen

Sandstränden gesegnet. Sie ziehen sich

kilometerlang am Tyrrhenischen Meer

entlang. Die Pinienhaine spenden im

Sommer Schatten.

von Grosseto im Orciatal und im Weinbaugebiet

des Montecucco. Dieser ruhige

Ort, der sich, wie viele andere in dieser

Gegend, im mittelalterlichen Charakter

präsentiert, ist optimal für eine kleine

Pause. Hier erwarten den Besucher antike

Häuser aus Steinwänden, eine wunderschöne

Hügellandschaft mit Olivenhainen

und großen Wäldern. Zwischen den

Buchen und Kastanien sind Wildschweine

und Hirsche unterwegs, die dann gerne

als köstliches Gericht auf den Tellern

der heimischen Gasthöfe landen.

Hier im gemütlichen Seggiano ist die Toskana

noch urtümlich. Es gibt keine Touristengeschäfte,

keine bunte Läden oder dergleichen.

Hier kann man Ruhe tanken und

durch die pittoresken Straßen schlendern,

fernab des Massentourismus. Unweit des

Ortes befinden sich die beiden sehenswerte

Villen „Villa Flora“ und „Villa Amiata“.

Man sollte sich die Zeit nehmen und diese

beiden großartigen Häuser besuchen.

Von Seggiano aus lässt sich hervorragend

zu einem der höchsten Punkte der Toskana

wandern, den Monte Amiata. Knappe

10 Kilometer sind dabei zu bewältigen.

Nach dem Aufstieg wird man mit einem

herrlichen Weitblick über die reizvolle

Landschaft belohnt.

Strände (5)

Grosseto ist mit langen feinen Sandstränden

gesegnet. Sie ziehen sich kilometerlang

am Tyrrhenischen Meer entlang.

Entlang des Küstenabschnittes lassen sich

einsame Strände finden. Wenige Kilometer

von Grosseto entfernt liegen unter

anderem die Badeorte Principina a Mare

und Marina di Grosseto. Letzterer ist ein

idealer Badestrand für Familien. Dank

seiner großzügigen Flachwasserzone ist er

besonders für kleine Kinder geeignet.

Die relativ neue, ca. ein Kilometer lange

Uferpromenade von Marina di Grosseto

ist bewirtschaftet und entsprechend belebt.

Daneben gibt es jedoch auch frei zugängliche

Naturstrände. Die etwa 50 Meter

breiten Naturstrände rechts und links

der Uferpromenade werden eingegrenzt

durch kilometerlange, wunderschöne Pinienhaine.

Die Wasserqualität ist hier, wie überall am

Tyrrhenischen Meer, exzellent und erhält

jedes Jahr die begehrte blaue Flagge. Der

Wellengang an der durchweg flachen Küste

hält sich in Grenzen und birgt somit

keine Gefahren für Badegäste. Die durchschnittliche

Wassertemperatur liegt im

August bei 25 Grad, am niedrigsten ist sie

mit etwa 14 Grad in den Monaten Februar

und März.

SIENA

In der Provinz Siena warten malerische

Städte und herrliche Landschaften auf

den Urlauber. Blühende Lavendelfelder,

Olivenbäume und Orangenhaine säumen

die idyllische Landschaft und versprühen

SIENA

FLÄCHE 3.821,22 km 2

EINWOHNER 270.817

HAUPTSTADT Siena

INTERNET www.provincia.siena.it

In der Provinz Siena warten

malerische Landschaften

auf den Urlauber. Die

Provinz hat so viel zu bieten,

dass man nicht weiß, wohin

man zuerst fahren sollte.

33


REISEN | EXPO 2015

RUMÄNISCHER

PAVILLON

ASERBAIDSCHANISCHER

PAVILLON

KUWAIT

PAVILLON

ÖSTERREICHISCHER

PAVILLON

MALAYSISCHER

PAVILLON

2

0

1

5

EXPO

MILANO

VON DIANA SCHNEIDER

Unter dem Motto „Feeding

the Planet, Energy for Life“

(Den Planeten ernähren,

Energie für das Leben) präsentieren

sich dieses Jahr

vom 1. Mai bis zum 31. Oktober

voraussichtlich 145 Nationen,

von A wie Afghanistan

bis Z wie Zimbabwe, und 3

internationale Organisationen

(EU, UNO und CERN) auf

der Expo Milano 2015.

Alle fünf Jahre findet diese „universelle

Weltausstellung“ statt und auch

dieses Jahr knüpft die Ausstellung

an Schwerpunkte früherer Weltausstellungen

an: „Mensch, Natur,

Technik“ in Hannover/Deutschland

2000, „Weisheit der Natur“

in Aichi/Japan 2005 und „Bessere

Stadt, besseres Leben“ in Shanghai/

China 2010. 2015 geht es nun um

die nachhaltige Ernährung der Weltbevölkerung

mit dem Ziel, dass die

Besucher kritisch hinterfragen, wie

sich ihr Umgang mit der Erde, mit

Lebensmitteln und mit Wasser auf

die nächsten Generationen auswirkt.

Antworten hierzu kommen aus den

Bereichen Technologie, Innovation,

Kultur, Tradition und Kreativität.

Im Mittelpunkt werden unter anderem

der Umweltschutz, Maßnahmen

zur Bekämpfung des Hungers und

die Erforschung neuer Nahrungsquellen

stehen.

Das Gelände der Expo Milano 2015

verwandelt sich in ein Nationen-

Mosaik, in welchem sich die Nationen

mit eigenständigen Pavillons

(Self-Built-Pavillons) präsentieren.

Da ein Pavillon auf der Weltausstellung

sehr kostspielig ist und einige

Nationen diese Kosten nicht tragen

können, hat die Expo Milano 2015

verschiedene Cluster entworfen, um

mehrere Nationen thematisch unter

einem Dach zu versammeln. Diese

Cluster sind beispielsweise „Reis“,

was Bangladesch, Kambodscha und

Sierra Leone in einem Pavillon aufgreifen,

oder auch „Inseln, Meer und

Essen“, wo auf die Gefahren für das

Ökosystem durch den Klimawandel

hingewiesen wird. Den Sinn und

den Inhalt aller Präsentationen ver-

42


DEUTSCHER

PAVILLON

SÜDTIROLER

PAVILLON

ITALIENISCHER

PAVILLON

mitteln die Teilnehmer durch ihre

individuellen Konzepte und das jeweilige

Motto der Beteiligung.

Gemäß dem Motto „Feeding the Planet,

Energy for Life“ dominieren in

dem „nachhaltigen Agrofood-Park“

biologische Formen und organische

Baumaterialien in der optischen Außengestaltung.

Besonders anschaulich

sind Darstellungen wie die von

dem mexikanischen Pavillon in Gestalt

eines liegenden Maiskolben,

Malaysia als vier Samenkörner, Katar

hat einen kreisrunden Erntekorb

geflochten und Österreichs lang gestreckter

Wald-Pavillon.

ITALIENISCHER PAVILLON

Als symbolisches Herz der Weltausstellung

2015 dient der „albero della

vita“, eine Art Lebensbaum, um

welchen herum sich die Ausstellung

entwickeln soll. Der italienische Pavillon

ist der wuchtigste auf dem Gelände

und ist in eine marmorweiße

Rindenstruktur aus Spezialbeton

gehüllt, weshalb er an einen mächtigen,

alten Baumstamm erinnert.

Die Wege, die zu dem Gebäude des

„Palazzo Italia“ führen, sind voller

beweglicher Eindrücke und Lichter.

Der Pavillon selbst ist ein spektakulärer

und energetisch nachhaltiger Organismus,

der mit seiner Umgebung

interagiert und durch technologische

Kniffe Energie mit ihr austauscht.

SÜDTIROLER PAVILLON

Der Südtiroler Pavillon wird von 7

Baumstämmen getragen und entwickelt

mit seinen 13 m Höhe eine dynamische

Architektur, welche die Gäste

erleben, erwandern und erklimmen

können. In dem „Südtiroler Baumhaus“

mit dem Motto „Live the Balance“

ist der Eingangsbereich überwiegend

der Kulinarik gewidmet und

die oberen Etagen der Entspannung.

In dem Südtiroler Pavillon finden 26

Themenwochen statt, so kann es mal

eine „Südtiroler Weißwein-Woche“

geben oder auch eine „Südtiroler

Brot-Woche“. Die Themenwochen

sorgen für reichlich Abwechslung auf

der Südtirol-Fläche. In diesem Sinne

werden sich Regionalität, Originalität

und ein verantwortungsvoller

Umgang mit Lebensmitteln in dem

gastronomischen Angebot Südtirols

auf der Expo widerspiegeln.

DEUTSCHER PAVILLON

Auch Deutschland ist mit seinem

„Deutschen Pavillon“ - „Fields of

Ideas“ - auf der Expo vertreten. Der

futuristische Pavillon macht erleb-

43


eisen | Kampanien

Amalfiküste: Die malerischen

Häuschen

schmücken die farbenprächtige

Landschaft im Süden.

Kampanien

Von diana schneider

Wenn Träume wahr werden und keine Wünsche

offen bleiben, dann in der mediterranen Region

Kampanien im Süden Italiens. Die abwechslungsreiche

Landschaft erblüht in der harmonischen

Mischung aus Natur, Geschichte, Kultur, Folklore

und unverfälschten Genüssen.

Das bezaubernde Kampanien besteht

aus den fünf Provinzen Neapel (Hauptstadt),

Benevento, Salerno, Caserta

und Avellino. Von der Mündung des

Garigliano bis zum Golf von Policastro

erstreckt sich Kampanien entlang der

tyrrhenischen Küste. Das Areal umfasst

eine Fläche von weit über 13.000 km²

und verwöhnt mit seinem einzigartigen

Charme rund 6 Millionen Einwohner.

Seit vielen Jahrhunderten verzaubert

Kampanien mit seinen traumhaften

Orten, weltbekannten Sehenswürdigkeiten

und einer atemberaubenden

Landschaft Reisende aus aller Welt.

46


Limoncello: Amalfis süßer,

fruchtiger Zitronenlikör.

Pizza Margherita: Neapels

Hingabe für seine aromatischen

Tomaten.

Kampanien präsentiert sich dank dem

milden Klima mit einer üppigen, mediterranen

Vegetation, welche immer

wieder von kleinen aber anmutigen Ortschaften

unterbrochen wird. Über die

weitläufige, landschaftliche Schönheit

erhebt sich das weltberühmte Naturdenkmal,

der Vesuv (Vulkan). Neben

der beeindruckenden Natur taucht man

beim Urlaub in Kampanien aber auch direkt

in die Geschichte und die Traditionen

der Gegend ein. Abgesehen von seinem

historischen und kulturellen Erbe

fasziniert die italienische Region mit

einer kunstvollen und liebevollen Küche.

KöStlichKeiten

Die Küche Kampaniens ist ein heiterer

und sonniger Mix aus vielen köstlichen

Spezialitäten. Das herrliche und milde

Wetter beschert der Region besonders

schmackhafte Tomaten, welche unvergleichlich

fruchtig und aromatisch

gedeihen und darum als Zutat in vielen

regionalen Gerichten auftauchen,

inbesondere auf der berühmten Pizza

Napoletana und der Calzone. Alle Welt

kennt und liebt die Pizza Margherita,

welche ihren Ursprung in Neapel hat.

Sie war eine spontane Pizzakreation

eines neapolitanischen Pizzabäckers in

den Farben der italienischen Trikolore

zu Ehren der Königin Margherita von

Savoyen und ist mittlerweile zur Legende

geworden. Außerdem ist Neapel die

Heimat der Spaghetti, welche mit verschiedensten

Saucen zubereitet werden.

Das Aushängeschild der Region ist sein

berühmter Büffelmozzarella, dessen

Herstellung seine Perfektion in den Gegenden

von Mondragone, Battipaglia,

Capua und Eboli findet.

Sehr bekannte Back- und Süßwaren

Kampaniens sind die Pastiera napoletana

(Mürbeteigkuchen mit Ricotta),

Sfogliatella di ricotta (Quarktaschen

mit Orangenblütenaroma) und Babà

(pilzförmiger Rumkuchen, oft auch mit

Nutella oder Limoncello-Creme).

Ein Muss für jeden Italienbesuch ist der

Limoncello, ein Zitronenlikör aus Sorrent

und von der Amalfiküste. Er wird

meist pur (gelb) oder als Cremelikör

(weiß) verkauft. Sehr erlesen ist auch

der Weinanbau in Kampanien. Das

Weinanbaugebiet unterteilt sich in seine

fünf Provinzen Avellino, Benevento,

Caserta, Neapel und Salerno. Aus Avellino

stammt unter anderem der vollmundige

Rotwein Taurasi. Ausgezeichnet

schmecken neben den vorzüglichen

Rotweinen auch die Weißweine Greco

di Tufo und Fiano di Avellino.

47


eisen | Lombardei

Vesuv: Der gefährliche Vulkan erhebt sich

über die atemberaubende Landschaft

Kampaniens.

Der Schicksalsberg Vesuv

Düster und geheimnisvoll ragt der

1.281 m hohe Vulkan am Golf von Neapel

in den Himmel. Zwar wird er für

seine Schönheit geliebt, wegen seiner

Urgewalt jedoch gefürchtet. Der einzige

aktive Vulkan auf dem europäischen

Festland zählt zu den gefährlichsten

Feuerbergen der Welt, der für seine langen

Ruhephasen bekannt ist, um dann

in einer gewaltigen Eruption zu explodieren.

Sein trauriger Ruhm ist auf den

Ausbruch von 79 n. Chr. zurückzuführen,

bei dem die römischen Städte

Pompeji, Herculaneum und Stabiae

von ihm zerstört wurden. Sein heutiger

Krater hat einen Durchmesser von 500

m und ist 300 m tief.

Ein Ausflug zum Vesuv empfiehlt sich

besonders an einem sonnigen Tag, um

eine herrliche, klare Sicht vom Krater

auf die Küste zu haben. Die Straße

zum Krater des Vesuvs führt vorbei

an wunderschönen Weingärten, mitten

durch gigantische Lavafelder und

durch die Täler Valle del Gigante und

Valle dell’Inferno und endet an einem

Parkplatz in 1000 m Höhe. Dort gibt

es Souvenirgeschäfte und einige Erfrischungsstände.

Von hier aus führt

der Weg vom Tal der Hölle zum unheimlichen

Krater zu Fuß ca. zwanzig

Minuten über einen Schotterweg. Im

Frühsommer begleitet der Duft der

umliegenden Ginsterbüsche die Wanderer

auf ihrem Weg nach oben, wo

man durch den überwältigenden Blick

in den riesigen Schlund des Vulkans

belohnt wird.

Amalfiküste

Die romantische Küste von Amalfi

(bestehend aus den Städten Sorrent,

Amalfi, Ravello, Vietri sul Mare und

Positano) gilt als eine der schönsten

Landschaften zwischen Himmel und

Erde. Eingebettet zwischen den weißen

Felsen des Lattari-Gebirges, dem Grün

der mediterranen Vegetation und dem

tiefen Blau des Meeres liegen kleine,

zauberhafte Buchten und malerische

Dörfer, die sich wie durch ein Wunder

an der spektakulären Steilküste festhalten.

Die farbenprächtigen Häuser

harmonisieren traumhaft mit den mediterranen

Farben der Umgebung. Wie

kleine lebende Weihnachtskrippen wirken

die farbenfrohen Küstenabschnitte,

die mit ihren alten Gassen, Toren und

Plätzen und mit ihren ganz eigenen

Düften und Klängen einen ganz besonderen

Charme ausstrahlen. Zauberhaft

ist auch der Dom in der Altstadt von

Amalfi. Mit seiner großen Freitreppe

erinnert er an die Blütezeit, als das

Dorf eine mächtige Seerepublik war

und durch den Handel mit dem Orient

reich wurde. Dank den schroffen Felsen

des Lattari-Gebirges, die den Wind von

den sonnigen Küsten abhalten, ist das

Klima in den Buchten und Dörfern immer

angenehm mild.

An der Küste entlang verläuft eine

der herrlichsten Panoramastraßen der

Vulkanbesichtigung

Preis: 10 €, ermäßigt: 8 €

Parkplatz: ca. 6 € pro Tag

Führungsdauer: ca. 90 Min.

Täglich ab 9.00 Uhr geöffnet

Nov-Feb: - 15 Uhr

Mrz, Okt: - 16 Uhr

Apr-Jun, Sep: - 17 Uhr

Jul, Aug: - 18 Uhr

Vesuv:

Unter dem 300 m

tiefen Vulkankrater

brodelt der Feuerberg.

Tipp: Die Temperaturen auf dem Vulkan sind

niedrig, das Mitbringen einer Jacke ist auch im

Sommer empfehlenswert.

48


Welt, die Amalfitana, die mit vielen

Kurven und engen Straßenabschnitten

zu einer aufregenden und wilden Fahrt

einlädt. Streckenweise ist die 40 km

lange Verbindungsstraße von Positano

nach Vietri sul Mare so eng, dass Autos

nur haarscharf aneinander vorbei passen.

Da die schmale Serpentinenstraße

sehr hoch liegt, wird Menschen mit

Höhenangst von der Fahrt abgeraten.

Aber gerade wegen ihrer Höhe bietet

die kampanische Küstenstraße ununterbrochen

atemberaubende Ausblicke

auf den Vesuv am Horizont, die märchenhaften

Buchten und das funkelnde

tyrrhenische Meer. Um den Panoramablick

richtig auskosten zu können, gibt

es auf der Amalfitana zahlreiche Ausbuchtungen

und Terrassen zum Anhalten,

Aussteigen, tief Einatmen und

Genießen. Besonders bei Motorradund

Cabriofans ist die Fahrt entlang

der malerischen Steilküste sehr beliebt.

Warmer Wind auf der Haut, der Duft

von Zitronenhainen in der Nase und

ein Adriano Celentano-Song auf den

Lippen, besser kann man den süditalienischen

Flair nicht erleben.

Eine unvergleichliche Panoramawanderung

bietet auch der „Sentiero degli

Dei“, der Weg der Götter. Seinen Namen

verdankt der Götterweg den in

römischer Epoche am Weg zahlreichen

Tempeln, die den Göttinnen Minerva,

Mitra und Cerere geweiht waren. Auf

dem von Frühlingsblumen und duftenden

Kräutern gesäumten Wanderweg

eröffnen sich unvergessliche Ausblicke

auf die Küste, die Monti Lattari (Milchberge)

und hinüber nach Capri.

Amalfitana: Unterwegs

auf der 40 km langen

Serpentinenstraße.

muSiKfeStiVal raVello

Das idyllische Ravello ist Teil der reizvollen

Amalfiküste voller kleiner Gärten

und Brunnen und liegt 350 Meter

über dem Meer. Der zauberhafte Ort ist

gesäumt von wunderschönen Parkanlagen

imposanter Villen und bietet zwischen

Pinien, Zypressen, Olivenbäumen

und eleganten Terrassen hindurch

einen mächtigen Blick über das azurblaue

Meer und die lieblichen Weinberge

bis hin zum Cilento.

Ravello zieht bereits seit Jahrhunderten

Berühmtheiten wie Richard Wagner

und Greta Garbo in seinen Bann

und dient mit seiner Schönheit, seiner

Anmut und Freiheit zu allen Zeiten als

Quelle der Inspiration für seine Bewohner

und Besucher.

Amalfiküste:

Der farbenfrohe

Küstenabschnitt

von Positano.

49


eisen | Kampanien

Musikfestival in Ravello: Grandiose

Konzerte auf einer schwebenden Bühne

vor einer himmlischen Kulisse.

Der magische Ort ist weltweit für sein

Musikfestival bekannt, das dort alljährlich

stattfindet, die Wagner-Musikfestspiele.

Die unvergleichbare Szenerie der

Amalfiküste vereint sich dabei mit den

intensiven Emotionen der Musik und

macht die Konzerte zu einem unvergesslichen

Erlebnis. Auch 2015 bietet das

Musikfestival zum 30. Mal vom 3. April

bis zum 30. Oktober ein abwechslungsreiches

Programm, das von klassischen Aufführungen

bis hin zu Jazz-Darbietungen

reicht. Die Austragungsorte der Konzerte

variieren in Ravello, bevorzugt sind sie in

der RCS Recital Hall am Rande des Villa

Rufolo. Der Zauber der Veranstaltung

entfaltet sich auf der Bühne im Freien, auf

einem Felsvorsprung in 15 Metern Höhe

vor natürlicher Kulisse, wie auf einer Wolke

im Himmel. Die grandiosesten Orchester

und Künstler verschmelzen dort

mit der endlosen Landschaftskulisse zu

einem natürlichen und atemberaubenden

Bild lebendiger Musik.

Ein Highlight des Events ist das magische

Konzert bei Sonnenaufgang. Das Erwachen

des Tages und der Sinne wird begleitet

von schönster klassischer Musik, was

bei jeder Erinnerung an Ravello ein unberschreibliches

Glücksgefühl in Ihnen

entfachen wird.

Sorrent

Das bezaubernde Städtchen Sorrent

ist eines der berühmtesten Urlaubsziele

Kampaniens und gibt der Halbinsel

Sorrent, die sich von Vico Equense bis

Massa Lubrense erstreckt, ihren Namen.

Die einst unzugänglichen Gegenden bestehen

heute aus einer Reihe zum Meer

hin abfallender Terrassen, auf denen Zitrusfrüchte,

Oliven und Wein angebaut

werden. Von diesen hübschen Gärten

aus verbreitet sich ein betörender Duft

nach Orangen, Zitronen und Orangenblüten.

In diesem kleinen Paradies mit

seiner schönen Altstadt wechseln sich

zerklüftete Küstenabschnitte mit kleinen,

versteckten Stränden ab, die diese einzigartige

Landschaft beleben.

Dank der traumhaften Lage von Sorrent

sind von dort aus die beliebtesten Reiseziele

leicht zu erreichen. Die Ausgrabungsstätten

Pompeji, Herculaneum und

Paestum, Neapel, der Vesuv, Capri, Ischia

und die Amalfiküste liegen alle in nächster

Umgebung. Für Naturliebhaber bietet

Sorrent verschiedene Panoramawege mit

fantastischem Ausblick über den Golf von

Neapel und Wanderpfade, die in versteckte

Buchten der sorrentinischen Halbinsel

führen. Nach einem aufregenden Wanderausflug

bietet sich die Einkehr in eines

der erstklassigen Restaurants an. Die Gastronomie

besticht mit frischen, lokalen

Produkten und verzaubert seine Gäste

mit beliebten Fischgerichten und rustikaler

Küche, welche die Sehnsucht nach

dem Meer an Land stillen.

Neben seiner landschaftlichen Schönheit

floriert in der Altstadt das lokale Kunsthandwerk

von Spitzen und Holzmosaiken,

handgemachten Sandalen und Schuhen,

Tickets Ravello

Tickets unter www.ravelloarts.org,

an der Abendkasse 30 Min. vor Konzertbeginn

oder im Informationsbüro von Ravello.

Im Internet bestellte Tickets:

Freier Besuch des an die Kathedrale

angeschlossenen Museums

„Museo dell’ Opera del Duomo“.

Sorrent: Die Sorrentinische Halbinsel ermöglicht

einen traumhaften Blick über den

Golf von Neapel.

Sorrent: Auf den Straßen der

florierenden Altstadt erliegt man

dem italienischen Charme

Gratis Shuttle Service zu Konzerten im Ferrigno

Auditorium vom Taxistand am Hauptplatz.

50


Lombardei

und in den Geschäften gibt es außerdem

die berühmte Keramik aus Vietri zu erwerben.

Beim Flanieren durch die Gassen laden

zauberhafte, kleine Cafés zum Verweilen

ein und an allen Ecken begegnet man

der warmherzigen Gastfreundlichkeit der

Einwohner. Wenn man Glück hat, ist gerade

eines der zahlreichen Feste Sorrents,

welche über das ganze Jahr verteilt stattfinden,

und man erlebt eine Vorführung der

sorrentinischen Tarantella, ein alter folkloristischer

Tanz. Lohnenswert ist auch das

Fest der heiligen Anna am 26. Juli mit zu

erleben. Dieses Fest wird von der Kirche

von St. Anna mit einem gigantischen Feuerwerk

gefeiert. Die Kirche liegt in dem

kleinen Fischerdorf Marina Grande und

ist von Sorrent über einen mittelalterlichen

Treppenweg mit großen und breiten

Stufen zu erreichen.

Pompeji

Die Hafen- und Handelsstadt Pompeji

wurde um 600 v. Chr. von den Griechen

gegründet und 80 v. Chr. von den

Römern unterworfen und nach deren

Bedürfnissen gestaltet. Die Stadt befindet

sich neun Kilometer vom Vesuv

entfernt und beherbergte früher bis zu

15.000 Einwohner. Nach dem tragischen

Ausbruch des Vesuvs am 24. / 25.

August 79 n. Chr. wurde das anmutige

Pompeji unter einer sieben Meter dicken

Ascheschicht begraben und taucht

allmählich durch die andauernden Ausgrabungen

seit 1748 wieder auf. Heute

spürt man zwischen den Ruinen förmlich

die Atmosphäre des alltäglichen,

antiken Lebens der Bewohner.

Die Villen der reichen Pompejaner befanden

sich vor dem Vesuvausbruch

noch direkt am Meer. Durch das gravierende

Unglück von 79 liegt die Stadt

heute jedoch 1,5 Kilometer, eingerahmt

von Verkehrswegen, von der Küste entfernt.

Pompeji präsentiert sich mit zahlreichen

Stadien und Arenen, in welchen

Gladiatorenkämpfe ausgetragen wurden,

auch gegen Tiere. Oft wurden in

dem großen Theater und dem kleinen

Odeontheater daneben Musikdarbietungen

und Dichtkunst vorgetragen.

Die Hauptstraßen Pompejis sind mit

Steinen und Basalt gepflastert, wohingegen

kleinere Gassen und Wege oft

nur mit Sand und Geröll aufgeschüttet

wurden. Noch heute kann man an den

Pompeji: In der Ruinenstadt bildet das

„Forum Civile“ den Mittelpunkt des antiken

politischen und religiösen Lebens.

tiefen Einkerbungen erkennen, welche

tiefen Spuren die Wagenräder auf den

Straßen hinterlassen haben. Beim Wandern

durch die Ruinenstadt wird einem

bewusst, dass das öffentliche Kanalsystem

ideal ausgebaut war und problemlos

funktioniert haben muss. Über ein 96

km langes Aquädukt gelangte das Wasser

über Kanäle zu den zahlreichen, mit

schönsten Mosaiken verzierten Brunnen

und zu den Häusern der reichen Pompejaner.

Allgemein zierten die Stadt

farbenprächtige Fresken, ornamentale

Wandmalereien und Mosaikkunst an

allen Ecken. Die strahlenden Farben

waren unter der Lavaschicht bis unmittelbar

nach den Ausgrabungen bestens

konserviert, ihre Pracht ist jedoch mittlerweile

durch ungünstige Witterungsverhältnisse

weitestgehend verblasst.

Das typische Alltagsleben in Pompeji

war ein freudiges und reges Treiben.

In der Via d’ell Abbondanza wurden

auf einer Theke aus Marmorsplittern

Wein, Fleisch und Wurstwaren verkauft.

In den zahlreichen Straßen verteilt

versorgten 34 Bäcker die Bewohner

der Stadt mit achteckigen Broten,

die in Holzöfen gebacken wurden. Die

Mühlsteine waren hier aus Lava. Zu

den wichtigsten Gebäuden zählten die

Stabianer Thermen. Da die Pompejaner

ein sehr sinnfreudiges Leben neben den

beliebten Bordells führten, spielte sich

ein Großteil des Lebens in dieser bedeutenden

Badeanlage ab.

Leider zerfällt die besterhaltene antike

Stadt mit der Zeit durch die Verwitterung,

weshalb Sie das Weltkulturerbe

lieber früher als spät besichtigen sollten.

Pompeji: Das gut erhaltene Amphitheater

nach seiner Ausgrabung aus sieben

Metern Asche.

Pompeji: Die freigelegten, öffentlichen

Bäder aus der römischen Herrschaftszeit.

Pompeji: Ausgrabungen machen bewusst,

wie gnadenlos die Hafenstadt

ausgelöscht wurde.

51


eisen | RadfahRen

Von den bayerischen

Biergärten zu den

Eisdielen des Veneto

VOn THOrsTen BrÖnner

Mit der 2015 eröffneten

Radroute von Oberbayern

nach Venetien bekommt

man eine lohnende

Transalptour serviert. Wer

sie befährt, taucht tief in

die Geschichte ein und genießt

unterwegs erhabene

Alpenpanoramen.

München gilt für viele als »nördlichste

Stadt Italiens«. Hier liegen großstädtische

Lebensart und landschaftliche Reize

nah beisammen – ideal also, um sich in

den Cafés, den Renaissancebauten und

sonnigen Plätzen für die Radwanderung

gen Süden einzustimmen. Es ist das Nebeneinander

von Ausstellungshäusern

wie den Pinakotheken, den Königssitzen

wie Schloss Nymphenburg sowie der

Residenz, dem Hofbräuhaus und dem

Englischen Garten, das die Weißwursthauptstadt

so reizvoll für Besucher macht.

Sightseeing per »Radl«, wie man hier

sagt, wird im nahezu flachen München

leicht gemacht. Aber was erwartet einen

Richtung Süden? Auf welchen Wegen

strampelt man über die Alpen? Wie ist

die neue Route beschildert? Was für bedeutende

Sehenswürdigkeiten garnieren

die Reise?

Auf dem ersten Abschnitt nutzt der Radfernweg

den Streckenverlauf der beliebten

Route »Via Bavarica Tyrolensis«,

die seit 2004 die Nachbarländer auf das

Angenehmste verbindet. Radler, die am

Marienplatz ihren Lenker Richtung Berge

drehen, haben die Qual der Wahl: den

58


Ein wunderschönes Ausflugsziel:

Südlich von Lenggries, an

der Straße von Bad Tölz zum

Achensee, befindet sich der

Sylvensteinspeicher.

gekiesten Isar-Radweg bis zum Sylvensteinspeicher

hinaufstrampeln oder der

östlichen Variante vorbei am Tegernsee

zur Bayerisch-Tiroler Grenze nachfahren?

Lohnend sind beide Möglichkeiten. Die

Wegstränge vereinen sich in der Nähe des

Achensees. Einem norwegischen Fjord

ähnlich liegt das zehn Kilometer lange

Gewässer eingeklemmt zwischen den steil

aus dem Wasser aufragenden Bergketten

des Karwendel- und Rofangebirges. Entstanden

ist der größte See Tirols nach der

letzten Eiszeit, als die schabenden Gletscher

ein bis zu 133 Meter tiefes Becken

ausgruben. Unweit von Maurach bricht

das Terrain regelrecht ab. 450 Meter weiter

unten übernimmt der Inn-Radweg die

Regie. Er führt Radfahrer steigungsfrei

via Jenbach, Schwaz und Hall ins Herz

Innsbrucks. Beschützt von hohen Bergen

gehört die Hauptstadt Tirols mit ihren

reich dekorierten Kirchen, den Schlössern

und Plätzen zu den entdeckenswertesten

Zentren Österreichs. Insgesamt 15 Museen

und 29 Galerien verteilen sich über die

125.000 Einwohner-Stadt. Unterhalb der

Bergiselschanze beginnt die nächste Kletterpartie.

Auf dem 38 Kilometer langen

Straßenanstieg zum Brennerpass werden

im Angesicht der Stubaier und der Tuxer

Alpen mehr als 1.100 Höhenmeter überwunden.

Wem das zu schwer ist, der kann

den Abschnitt mit der Eisenbahn überbrücken.

Südtirol empfängt Reisende aus dem

Norden mit dem vorbildlich ausgebauten

Eisacktal-Radweg. Die Sonne des

Südens malt die Kulisse für Prachtbauten

wie Burg Sprechenstein, Burg Reifenstein,

Franzensfeste und Augustiner

Chorherrenstift Neustift. Anschließend

knickt die Fahrradroute nach Osten ab

und nutzt den berganführenden Pustertaler

Radweg. Hinter Bruneck recken

sich die ersten Dolomitengipfel in den

Himmel. Namen wie Marmolata, Sella,

Langkofel, Pelmo oder Rosengarten zergehen

auf der Zunge. Radfahrer mit dem

Ziel Venedig und reiben sich die Augen,

denn der 2.999 Meter hoch aufragende

Gebirgsstock der Drei Zinnen rückt ins

Bild. Anschließend passiert die Trasse

der ehemaligen Dolomiten-Eisenbahn

den Dürrensee, in dem der massige Monte

Cristallo Kopf steht. Ein Stück weiter

ist mit dem 1.530 Meter hohen Passo

Märchenhaft

schön leuchtet das

Nymphenburger

Schloss in der goldenen

Sonne . Am

liebsten möchte man

hineingehen, in das

prachtvolle Gebäude.

59


REISEN |

SALÒ & GARDONE RIVIERA

Sport, Kunst

& Kultur

Salò im Südwesten des Gardasees gelegen kann

mit einem großen Angebot an Sportmöglichkeiten

und mit viel Kunst und Kultur aufwarten. Viele

Museen unterschiedlichster Art freuen sich

auf Besucher und etliche Veranstaltungen und

Ausstellungen jeglicher Couleur erfreuen den

Musik- und Kunstliebhaber.

VON ANDREAS GREIL

CONSORZIO ALBERGHI

RIVIERA DEL GARDA

GARDONE - SALÒ

C.A.R.G.

www.carg.it • carg@carg.it

Im Südwesten des Gardasee, annähernd

an der Stelle, an der der See richtig breit

wird, liegt ein wahres Kleinod: Salò. Die

pittoreske Kleinstadt hat sich in den letzten

Jahren zu einem Mekka der Kunst

und Kultur gewandelt. So wundert es

nicht, dass hier viele kleine und große

Veranstaltungen stattfinden, die den Besucher

sicherlich erfreuen werden. Aber

auch der Sport kommt nicht zu kurz.

So gibt es hier in den Sommermonaten

Golfturniere, Radrennen und spezielle

Ruderregatten. Aber auch Gardone Riviera

, das kleine noble Dörfchen in der

Nähe von Salò, hat ein Wörtchen mitzureden.

Hier befinden sich unteranderem

die First-class-Hotels der Region.

Salò ist ein wirklich hübsches Städtchen

am Westufer und lädt zum Verweilen und

Flanieren. Seine schöne Altstadt mit den

alten Häusern und der vier Kilometer langen

Seepromenade strahlt viel Flair und

Gemütlichkeit aus. Das historische Zentrum

besteht aus einem dichten Netz aus

Strassen, Gassen und kleinen Plätzen mit

herrschaftlichen Wohnsitzen, eleganten

Geschäften, zahlreichen Restaurants und

vielen Hotels, auch höherer Kategorie.

66


KUNST & KULTUR

Die lange und wunderschöne

Uferpromenande

von Salò lädt nicht nur zum

Bummeln ein, sondern ist

auch Schauplatz vieler

Kulturaktivitäten.

Foto: © Mauro Maccarini

Gardone Riviera am

Gardasee bietet eine

makellose Park- und

Gartenlandschaft,

die zu erholsame

Spaziergänge einlädt.

Foto: © Marino Colato

Foto: © Marino Colato

GROSSER BOTANISCHER GARTEN

Gardone Riviera liegt an der Westküste

des Gardasees und gehört zum Regionalpark

„Alto Garda Bresciano“. Die

Umgebung von Gardone Riviera ist ein

unvergleichlicher „botanischer Garten”,

wo man typische mediterrane, subtropische

und mitteleuropäische Vegetation

vorfindet. Das Klima ist das ganze

Jahr über mild, dank dem natürlichen

Schutz der Hügel, welche die Ortschaft

umschließen. Erholsame Spaziergänge

durch die landschaftlich makellosen

Park- und Gartenanlagen sind in Gardone

Riviera ebenso beliebt wie das Flanieren

durch die prächtig bewachsene

Altstadt mit ihren malerischen Gassen

und exklusiven Villen. Der imposante

Dorfkern besticht mit freundlichen,

bunten Häusern und herrlichen Plätzen

zum Ausruhen.

Im Ortsteil Gardone di Sopra befindet

sich der der berühmte botanische Garten

„Giardino Botanico Hruska“, den

einst der österreichische Arzt, Zahnarzt

und Botaniker Arthur Hruska anlegte.

Im Jahr 1910 pflanzte er die erste der

Der botanische Garten des Allround-

Künstlers André Heller ist wirklichn

sehenswert. Wer Gardone Riviera besucht,

sollte diese wunderbare Areal

unbedingt besuchen.

67


REISEN |

SALÒ & GARDONE RIVIERA

In Salò wird der Platz vor dem Dom, die Piazza

Duomo, gerne für musikalische Darbietungen

genutzt. Unter freiem Himmel kann man so

vorzüglich klassische Musik genießen.

PROGRAMM SALÒ MUSIKSOMMER

DATUM UHRZEIT ORT THEMA KÜNSTLER

4.7.2015 21:30 PIAZZA VITTORIA AMICA ACQUA AKSAS PROJECT

11.7.2015 21:30 PIAZZA VITTORIA LA PIOGGIA NEL PINETO & WATER HAIKU PICCO, GOHARA & SOMMA

18.7.2015 21:30 PIAZZA VITTORIA KONZERT ANGELO BRANDUARDI & BAND

25.7.2015 21:30 PIAZZA DUOMO KONZERT KRILOV & L’ORCHESTRA DELLA LITUANIA

26.7.2015 21:30 PIAZZA DUOMO BANDA DI SALÒORCHESTRA A FIATI GASPARO BERTOLOTTI

28.7.2015 21:30 PIAZZA DUOMO BACK TO BACH FRESU & VIRTUOSI ITALIANI

2.8.2015 21:30 PIAZZA DUOMO FATLINDA THACI & ORCHESTRA POMERIGGI MUSICALI

8.8.2015 21:30 PIAZZA VITTORIA ITALIEN CHAMPER OPERA CANTATA ITALIANA

15.8.2015 21:00 PIAZZA DUOMO GRAN CONCERTO DI FERRAGOSOTO BANDA CITTADINA DI SALÒ

20.8.2015 21:00 PIAZZA VITTORIA MERY POPPINS DIV.

22.8.2015 21:30 LUNGALOGO ZANARDELLI FIORE DI LOTO INTERNAT. DANCE THEATRE COMPNAY

vielen folgenden exotischen Gewächse

in den Garten um seine Villa, der mit

jeder Pflanze mehr zu einem kleinen

Park wurde. Den Pflanzen aus aller

Welt kam das besonders milde Klima

in Gardone Riviera sehr zugute. Mit

mehr als 2.000 verschiedene Arten von

Pflanzen gehört der Garten heute zur

Stiftung des österreichischen Künstlers

André Heller.

MUSIK UNTER FREIEM HIMMEL

Neben den historischen Bauten, die

jedes für sich ein Kleinod an architektonischer

Schönheit darstellt, gibt es in

der großartigen Atmosphäre der Stadt

viele Kulturveranstaltungen unter freiem

Himmel. Gerade der Platz vor dem

Dom, die Piazza Duomo, wird gerne

für musikalische Darbietungen genutzt.

Für gute Livemusik ist auch die Seepromenade

von Gardone Riviera bekannt.

Violinenfestival in Salò

Jedes Jahr wird im Sommer in Salò

das internationale Streicher-Festival

„Festival Violinistico Gasparo da Salò“

veranstaltet. Das Festival ist nach Gasparo

Bertolotti benannt, dem bekannten

Geigenbauer und Kontrabassisten,

welcher 1540 in Salò geboren wurde

und auch als Gasparo da Salò bekannt

wurde.

Das Festival umfasst eine Reihe von

abendlichen Konzerten, die von berühmten

europäischen Orchestern

gegeben und von bekannten Meistergeigern

geführt werden. Dazu gesellen

sich verschiedene Ausstellungen sowie

weitere Events zum Thema Violine, Geigenbau

und Musik. Die Veranstaltungen

finden in Salò auf unterschiedlichen

Plätzen statt. Zum einen auf der Piazza

Duomo, dem großen Vorplatz des

Salòer Doms und zum anderen auf dem

großen Mittelplatz der Stadt, dem Piazza

Zanelli. Aber auch der Kreuzgang des

Somaschi Komplexes in Santa Giustina

ist ein beliebter Veranstaltungsort für

klassische Konzerte. Heuer findet das

„Festival Violinistico Gasparo da Salò“

vom 18.07. bis 18.08.2015 statt.

Vittoriale Festival Tener-a-mente

Besonders sehenswert ist das Anwesen

„Vittoriale degli Italiani“ des extrovertierten

italienischen Dichters Gabriele

d Annunzio mit seinem Hang zum

Kuriosen. Heute ist es ein vielbesuchtes

Museum und in dem 1953 eröffneten

Freilichttheater finden anspruchsvolle

Theatervorstellungen und bemerkenswerte

Konzerte aus allen Musikbereichen

wie Klassik, Jazz oder Pop statt.

Das Vittoriale ist auch ein Amphitheater

unter Sternen, mit spektakulärem

68


Blick auf den Gardasee, die Isola del

Garda und den Rocca di Manerba - wer

Musik in einzigartiger Atmosphäre

genießen möchte, sollte ein Konzert

im Vittoriale in Gardone Riviera besuchen.

Auf dem Programm stehen auch

dieses Jahr namhafte italienische und

internationale Künstler.

MUSEEN ALLER COULEUR

In Salò und Gardone Riviera gibt es neben

den eindrucksvollen Plätzen, liebevollen

Gassen und adretten Häfen auch

eine Vielzahl an Museen, die gerade an

Schlechtwettertagen zu einem Besuch

herausfordern. Das Angebot ist vielfältig

und reicht von Ausgrabungsschätzen

über spezielle Puppen bins hin zu Malerei

und Bildhauerei – allesamt sehr sehenswert

und informativ.

Mu.Sa

In Salò wurde vor einiger Zeit ein Projekt

begonnen, das nun vor der Vollendung

steht und am 6. Juni 2015 startet:

Mu.Sa, was für „Museum Salò“ steht.

Schwerpunkt sind verschiedene kunstvolle

Exponate und Ausstellungen, die

eindrucksvoll den Lauf der heimischen

Geschichte vom 15. bis zum 21. Jahrhundert

zeigen. Zusätzlich gibt es Kunstwerke

des 12. bis 21. Jahrhunderts zu bewundern,

die von Dokumenten (14. bis

20. Jahrhundert) und wissenschaftlichen

Instrumenten des 19. und 20. Jahrhunderts

begleitet werden.

Faszinierend sind auch die Ausstellungstücke

des Giovan Battista Rini, von 1840.

Rini präparierte bereits in der damaligen

Zeit menschliche Körper so, dass man

anatomische Studien betreiben konnte.

Die Exponate zeigen eindringlich, dass

es weit vor Günter von Hagen so etwas

wie „Körperwelten“ gab. Die Arbeit Rinis

ist auch deshalb hoch zu bewerten, da

es zu seiner Zeit noch keine Kühlzellen

gab und er daher eine besondere Einbalsamierungsmethode

anwenden musste.

Die Körper sind bis heute gut erhalten

und quasi versteinert.

Mu.Sa verteilt sich in der Stadt und ist

in zehn verschiedene Sektionen bzw.

Themen gegliedert. In Santa Giustina,

einem Kloster aus dem 16.Jahrhundert,

beispielsweise wird die Geschichte über

vier Jahrhunderte erzählt. Aber auch das

Zentrum von Salò in der Nähe des Doms

oder das Rathaus sind Schauplatz der

PROGRAMM VITTORIALE

KUNST & KULTUR

www.facebook.com/salovegarda

DATUM UHRZEIT KÜNSTLER

27.06.2015 21.15 UHR PAOLO CONTE

28.06.2015 21.15 UHR ALESSANDRO PREZIOSI

01.07.2015, 21.15 UHR COUNTING CROWS

04.07.2015 21.15 UHR MORGAN

05.07.2015 21.15 UHR PAUL WELLER

12.07.2015 21.15 UHR MARIO BIONDI

16.07.2015 21.15 UHR GORAN BREGOVIC

21.07.2015 21.15 UHR FRANCO BATTIATO

26.07.2015 21.15 UHR ASCIANIO CELESTINI

28.07.2015 21.15 UHR PATTI SMITH

Das Amphitheater des Vittoriale ist

im Sommer Schauplatz vieler musikalischer

Höhepunkte. Es treten nationale

und internationale Künstler auf.

31.07.2015 21.15 UHR SKULI & OSCAR

01.08.2015 21.15 UHR HAUSCHKA

02.08.2015 21.15 UHR ARTO LINDSAY

05.08.2015 21.15 UHR JOHN BUTLER TRIO

08.08.2015 21.15 UHR SOFIA BALLET

69


genuss | Prosecco

Frischer

PerlenDer

genuss

VOn JÖRn-eRIK BuRKeRT

© Duca Di Dolle (3), collalto (2), Docg (2)

Die Region Venetien ist die

Heimat des Prosecco. Im Herzen

der Provinz Treviso zwischen

den Städtchen Conegliano

und Valdobbiadene liegt der

Geburtsort des perlenden

Weins. Das Anbaugebiet ist mit

seiner abwechslungsreichen

Landschaft und vielen historischen

Bauten außerdem ein

interessantes Reiseziel.

Zwischen den Dolomiten und Venedig

befinden sich die neun Provinzen wo die

Trauben für Prosecco reifen. Prosecco ist

seit 2009 eine Herkunftsbezeichnung und

durch EU-Recht geschützt. Nur Weine

die aus diesem Gebiet in Italien stammen,

dürfen die Bezeichnung Prosecco im Namen

führen. Die DOC-Region in Venetien

produziert jährlich 380 Millionen

Flaschen Prosecco. Ein großer Teil geht

davon in den Export. Der Spitzenreiter

beim Prosecco-Genuss in Europa sind die

Schweizer gefolgt von Deutschland. In

beide Länder zusammen gehen nahezu 50

Prozent des Exports von Prosecco.

Im Zentrum von DOC befindet sich

die kleine Provinz Treviso. Im hügligen

Gebiet produzieren Bauern die Reben

für besonders hochwertigen Wein. Die

Herstellung des Proseccos unterliegt den

DOCG-Vorschriften. Die Abkürzung

DOCG steht für „Denominazione di

Origine Controllata e Garantita“ und

heißt übersetzt „kontrollierte und garantierte

Herkunftsbezeichnung“. Die strengen

DOCG-Vorgaben regeln den Anbau,

die Ernte, das Keltern und die Verarbeitung

des Weins. Damit will die Region

sicherstellen, dass die Produkte höchsten

Qualitätsansprüchen genügen. Deswegen

auch die Bezeichnung „Prosecco Superiore“.

Die Gegend um die kleine Stadt Asolo

ist Bestandteil des DOCG-Anbaugebiets,

aber nicht so bekannt wie „Conegliano

Valdobbiadene DOCG“.

ein Wenig geschichte

Die Weinproduktion in Venetien geht bis

in die Römerzeit zurück. Prosecco wurde

wohl zum ersten Mal im 12. Jahrhundert

hergestellt. Zu dieser Zeit stellten die

Winzer noch keinen Schaumwein her.

74


Lokale Spezialitäten

wie Salami, Schinken

und Käse sind die

idealen Begleiter für

ein Glas Prosecco

In malerischen

Weinbergen findet

der Gast in Hotels und

Ferienhäusern Ruhe

und Entspannung

Das geschah wesentlich später und wird

oft mit einem Missgeschick in Verbindung

gebracht: Der Wein wurde zu Winterbeginn

in Flaschen gefüllt. Die kühlen

Temperaturen stoppten den Gärungsprozess,

was die Befüllung erleichterte. Durch

die Frühlingssonne wurden die Flaschen

erwärmt und das eingeschlossene Kohlendioxid

sorgte für die prickelnden Bläschen

im Wein. Die Winterkälte tötete die Hefe

in den Flaschen ab und hinderte diese an

der Zersetzung des Zuckers in Alkohol

und Kohlendioxid. Als Ergebnis bekam

der Prosecco durch den Restzucker seine

süße Note.

Vor fast 150 Jahren entwickelte der Winzer

und Chemiker Antonio Carpené ein

Verfahren zur Herstellung von Prosecco

in Tanks. Damit legte er den Grundstein

für die Prosecco-Produktion wie man sie

heute kennt. 1868 produzierte sein Weingut

„Carpené Malvoti“ das erste Mal nach

der Methode und arbeitet bis heute in der

vierten Generation nach den Vorgaben

des Gründers.

Zur Förderung des Weinbaus in der Region,

eröffnete Antonio Carpené 1876 die

Weinbauschule in Conegliano. Sie gilt

als die wichtigste Ausbildungsstätte für

Weinanbau und die Produktion in Italien.

Seit 1923 ist ein Forschungszentrum

fester Bestandteil der Bildungseinrichtung.

Neben der Züchtung neuer Sorten

und Pflege traditioneller Reben, sind Bodenerhaltung

und Umweltschutz weitere

Forschungsthemen. Viele Winzer der

Region arbeiten dabei mit der Bildungseinrichtung

eng zusammen. Die Kooperation

zwischen Schule und Herstellern

hilft bei der Erhaltung der Landschaft,

Pflanzen und Tieren. Verstärkt setzen die

Produzenten dabei auf biologischen Anbau.

2010 bewarb sich die Region um den

Titel „Weltkulturerbe“ bei der UNSECO.

anbau unD ProDuKtion

Prosecco wird hauptsächlich aus der Glera-Traube

hergestellt. Forscher glauben,

dass diese Rebe schon zur Römerzeit in

Venetien angepflanzt wurde. Im DOCG-

Gebiet muss der Anteil der Glera-Traube

im Prosecco mindestens 85 Prozent betragen.

Der Rest wird aus Verdiso, Bianchetta

Trevigiana, Perera, Glera Lunga, Pinot

Bianco, Pinot Grigio, Pinot Nero und

Chardonnay zugemischt. Viele Weingüter

bieten Proseccos-Sorten mit einhundert

Prozent Glera an. Der Alkoholgehalt

beträgt laut Vorschiften wenigsten 11

Prozent und der Säuregehalt 5 Gramm

pro Liter. Eine Ausnahme bildet der

Cartizze-Prosecco – hier ist als Minimum

11,5 Prozent Alkoholgehalt vorgeschrie-

115 75


Foto: Duca Di Dolle

genuss | Prosecco

Die Reben ernten die

Bauern in den hügelichen

Weingärten meist mit der

Hand

Ein Prosecco ist als

Aperitif oder für verschiedene

Speisen geeignet

ben. Dieser spezielle Wein wird an den

Hängen zwischen den Gemeinden Fol

und Saccol auf ca. 107 Hektar angebaut.

Als Spitzname ist „Crus“ gebräuchlich.

Der besondere Boden, die Sonne und der

Wind aus der Ebene um Venedig sorgen

für die Vollreife der Trauben und für die

hohe Qualität. Cartizze ist auf Grund des

beschränkten Anbaugebiets nur in kleinen

Menge auf dem Markt zu finden und

ist meist etwas teurer als die anderen Marken

aus der DOCG-Region.

Eine Sonderstellung nimmt „Rive“ ein.

Das sind Trauben, die in 43 Weingärten

in einem spezifizierten Gemeindegebiet

reifen. Die Bezeichnung bedeutet

„Weingärten an steilen Hängen“. Bei der

Produktion sind nur maximal dreizehn

Tonnen pro Hektar zugelassen. Die Ernte

muss per Hand erfolgen. Auf den Labels

der Rive-Flaschen sind laut DOCG-Vorschrift

die Ortschaften aufgeführt, aus denen

die Reben stammen.

Durch die vielen Berge in der Region

Treviso ist der Einsatz von Maschinen

für die Ernte kaum möglich. Die meisten

Weinbauern setzen aus diesem Grund

auf Handarbeit beim Anbau, Pflege und

bei der Ernte. Die Weinlese ist im Spätsommer

und Herbst. Die ausgewählten

Trauben gelangen in die Winzerei. Dort

pressen die Mitarbeiter mit Maschinen

unter sanften Druck die Reben aus, damit

nur der erste Teil des Safts gewonnen

wird. Nach den DOCG-Regeln gilt: Aus

100 Kilogramm Trauben dürfen nur maximal

70 Liter Most gepresst werden. Es

folgt eine Ruhephase für den Traubensaft

bei 5 bis 10 Grad Celsius. Nach zehn bis

zwölf Stunde trennt der Winzer den klaren

Teil der Flüssigkeit und bereitet diesen

für die erste Gärung im Edelstahltank

vor. Dieser Prozess dauert fünfzehn bis

zwanzig Tage bei 18 bis 20 Grad Celsius.

Es entsteht der Basiswein. Dieser wird

mit natürlicher Hefe versetzt und unter

Druck in die Tanks für die zweite Gärung

gegeben. Hier spricht man auch von der

Spumantisierung. Dieser Produktionsabschnitt

dauert wenigsten 30 Tage. Einige

Winzer warten beim zweiten Gärungsprozess

sogar 60 bis 90 Tage. Durch die

längere Wirkung der Hefe auf den Wein

entstehen komplexe Aromen und neue

Geschmacksrichtungen.

Der fertige Prosecco wird im Anschluss in

Flaschen gefüllt und nach einigen Monaten

auf den Markt gebracht. Prosecco gilt

als junges Produkt und sollte nach einem

bis zwei Jahren genossen werden. Einige

Produzenten bieten aber auch länger gelagerte

Prosecco-Varianten an. Die Farbe

des Weins ist normalerweise strohgelb

und klar. Der Markt kennt mittlerweile

aber auch ungefilterte Proseccos. Hier

greifen die Winzer auf alte Rezepte zurück.

Einige Hersteller setzen beim zweiten

Gärvorgang wieder auf die Flasche.

Damit will man der ursprünglichen zweiten

Gärung zu einem Revival verhelfen.

Prosecco genießt man

am besten bei 6 bis 8

Grad Celsius.

Prosecco erleben & genieSSen

„Extra Dry“ und „Dry“ sind die bekanntesten

Prosecco-Varianten und haben

meist einen fruchtig süßen Geschmack.

Der Zuckergehalt bei Extra Dry beträgt

12 bis 17 Gramm pro Liter und bei Dry

mehr als 17 Gramm pro Liter. Neben

den süßeren Varianten hat sich in den

letzten Jahren der Typ „Brut“ zu einem

Kassenschlager entwickelt. Es handelt

sich dabei um einen sehr trockenen Prosecco,

der immer mehr Anhänger findet.

Dieser Wein hat maximal 12 Gramm

Zucker pro Liter.

Prosecco wird aber auch als Perlwein

(Frizzante) und in einer stillen Variante

(Tranquillo) produziert. Einige Winzer

haben Cuvee und Roses in der Produktpalette.

Der rosa Schaumwein ist kein

Prosecco. Bei diesen Produkten sind

einige Produzenten besonders auf Auszeichnungen

stolz, die diese auf Weinmessen

in jüngster Zeit erhielten. Prosecco

findet in einigen Fällen seinen Weg

in lokale Brennereien. Dort wird er zu

Hochprozentigen in Form von Grappa

oder Weinbrand veredelt.

DOCG-Prosecco wird in einem speziellen

Kelch serviert, der von der Firma Riedel

extra für den Wein entwickelt wurde.

Alternativ gehen auch weite Tulpengläser.

Bei diesen entfalten sich der typische Geruch

und das Aroma des Prosecco. Die

Hersteller raten von der Benutzung hoher

Sektgläser oder Schalen ab.

76


Provinz Treviso

Produktionsgebiet Conegliano

Valdobbiadene DOCG

Produktionsgebiet DOC

Colli Asolani DOCG

Anbaugebiet des Prosecco Superiore

Conegliano Valdobbiadene

Prosecco wird rund um Conegliano und

Valdobbiadene zu vielen Gelegenheiten

serviert. Neben seinem Status als König

des Aperitifs, ist der Prosecco wegen seiner

variablen Zuckerdosierung auch für

alle Gänge eines Essens geeignet. Er hat

seinen festen Platz sowohl in der bodenständigen,

als auch in der raffinierten modernen

Küche. International kombinieren

Köche den DOCG-Prosecco mit lokalen

Spezialitäten wie Sushi oder anderen Gerichten

aus Fernost.

In vielen Restaurants im Gebiet um Conegliano

und Valdobbiadene setzt man auf

regionale Küche. Je nach Jahreszeit gibt

es wilden Spargel, Steinpilze, Fisch aus

den Flüssen der Umgebung, Wild und frisches

Gemüse von den Feldern zwischen

den Weingütern. Die Küchenchefs setzen

auf Produkte aus dem Umland. Das garantiert

Frische und schont die Umwelt.

Der Radicchio aus Treviso mit seinem

leichten bitteren Geschmack passt hervorragend

zu der fruchtigen Note eines

Dry- oder Extra Dry-Prosecco. Natürlich

dürfen Pasta, Käse, Salami, Schinken und

Olivenöl nicht fehlen. Die für die Region

typische „Soppressa“ bekommt man in

kleinen Wurstbetrieben der Region.

Bei der Auswahl des richtigen Weins helfen

die Mitarbeiter der Restaurants. Für

Zwischenstopps gibt es zahlreiche Weinstuben

mit Terrassen. Bei einem Glas Prosecco

und einem Snack genießt man den

Ausblick auf die Weinberge.

Ein Blick auf die Burg von

Susegana umgeben von

den Weinbergen

Reisen nach Venetien

Für die Anreise in die Region Treviso gibt

es verschiedene Möglichkeiten. Von Norden

mit dem Auto über die Alpen geht es

vorbei an Meran über Brixen und Bozen

nach Trento. Von da auf der Autobahn

in Richtung Venedig. Eine weitere Route

führt zu einem Abstecher in die Olympiastadt

Cortina d‘Ampezzo und von dort

nach Süden in Richtung Valdobbiadene.

Alternativ geht es mit dem Flugzeug nach

Venedig. Air Dolomiti fliegt von München

in die Lagunenstadt. EasyJet bietet

Flüge von Hamburg und Berlin nach

Norditalien an. Mit einem Mietwagen ist

es von dort weniger als eine Stunde bis in

77


genuss | Prosecco

Prosecco cocktails!

Luxury Royal

Zutaten

4 cl Luxury Liqueur

4 cl Ginger Ale

Prosecco

Himbeeren

1 EL Minzeblätter

Eiswürfel

Zubereitung

Eiswürfel in ein Weinglas oder ähnliches

füllen und jeweils 4 cl Luxury

Liqueur und Ginger Ale, ca. 5-6

Himbeeren und die Minzeblätter in

das Glas geben und anschließend mit

Prosecco auffüllen. Mit einem Löffel

die Zutaten vermengen.

Hugo

Zutaten

150 ml Prosecco

100 ml Mineralwasser mit

viel Kohlensäure

2 cl Holunderblütensirup

3 Blätter Minze

Limettenscheiben

Eiswürfel nach Belieben

Zubereitung

Minzblätter in ein bauchiges

Weinglas geben. Die Blätter

mit dem Mörser etwas andrücken.

Eine Limettenscheibe

und Eiswürfel dazu. Dann mit

Prosecco, Mineralwasser und

Holunderblütensirup auffüllen.

Fertig und genießen.

80


Bellini

Zutaten

150 ml Prosecco

1 Pfirsich

Zubereitung

Für das Pfirsichpüree: Den Pfirsich kurz mit heißem Wasser überbrühen, aus

dem Wasser heben und anschließen häuten und entsteinen. Das Fruchtfleisch

mit einem Mixer pürieren. Ca. 4 cl des Pürees in ein Sektglas geben und einen

Schuss Prosecco hinzugeben und mit einem Löffel verrühren. Das Glas mit

Prosecco aufgießen, erneut verrühren und anschließend servieren.

Tequila Sunrise mit Prosecco

Zutaten

75 ml Orangensaft

75 ml Ananassaft

Zubereitung

Die gekühlten Säfte, den Tequila und Prosecco mischen

und nach Belieben Eiswürfel in ein Glas geben.

2 cl Tequila

75 ml Prosecco

Prosecco mit

Zitronensorbet

Zutaten

1 Kugeln Zitronensorbet

30 ml gut gekühlter Maracuja-Nektar

gut gekühlter Prosecco

Zubereitung

1 Kugel Sorbet in ein Sektglas geben,

mit Maracujasaft und Prosecco auffüllen.

Dann sofort servieren.

81


GENUSS | OLIVENÖL

VOM BAUM

ZUR FLASCHE

VON HORST SCHÄFER-SCHUCHARDT

Mit seinen warmen, trockenen

und sonnigen Sommern

sowie regenreichen aber

milden Wintern bietet das

Mittelmeerklima einen geradezu

idealen Lebensraum für

den Ölbaum. Verkarstete und

Wasser durchlässige Kalkböden

sowie nicht allzu tiefes Erdreich

tragen zum weiteren Gedeihen

des Baumes bei.

Qualität, also Duft und Geschmack,

hängen weitgehend von der Pflege des

Olivenhains und der Ölbäume ab. Dazu

zählt insbesondere der Frühjahrsschnitt

mit dem Ziel die Baumkronen Licht und

Luft durchlässiger zu machen und so zu

verfahren, daß sich die Zweige der Bäume

nicht mehr gegenseitig berühren.

In der Natur des Ölbaumes liegt es, daß er

nur alle zwei Jahre ergiebig Früchte trägt.

Um dies zu ändern, wendet man eine Bewässerungsmethode

an, die mittels eines

Tröpfchensystems aus Schläuchen die gewünschte

Feuchtigkeit für die Erde und

die Baumwurzeln erbringt. Artesianische

Brunnen-Anlagen sorgen für das notwendige

Wasser. Dadurch werden auch in den

„mageren“ Jahren zufriedenstellende Ernteerträge

erreicht. Über 600 Olivensorten

sind weltweit bekannt. Gut die Hälfte davon

in Italien. Darum kümmern sich über

70.000 italienische Olivenöl-Hersteller.

Aus den Oliven werden leicht-, mittelund

intensiv fruchtige Öle gewonnen.

Methoden und Zeitpunkt der Ernte sind

wichtige Garanten für sensorisch überzeugende

Öle. Je nach geographischer

Lage sind diese verschieden. Unabhängig

davon haben heute weitgehend technische

Geräte das Handpflücken von Leitern

ersetzt. Das sind auf langen Stangen

aufgesetzte Kämme, die mittels Pressluft

(Traktor) vibrieren und so die Oliven

von den Zweigen abschütteln. Die Oliven

dürfen auf keinen Fall den Boden berühren.

Dies würde einen Oxydationsprozess

einleiten, der sich sensorisch negativ auf

das Öl auswirken würde. Um dies zu verhindern,

breitet man große Tücher aus.

Durchgesetzt haben sich große Rüttelmaschinen.

Das sind große auf Traktoren

montierte Greifarme. Diese umfassen die

84


Die Früchte werden

von Hand gepflückt

und direkt in die

Ölmühle gebracht,

wo sie gepresst werden.

Das Öl zeichnet

sich durch seine

unverkennbare goldene

Farbe aus.

Gutes Olivenöl ist

Gold wert und beeindruckt

mit seinem

ganz eigenen intensiven

Geschmack.

Baumstämme und durch starkes Vibrieren

fallen die Oliven sofort herunter. Dies

verkürzt die Dauer der Ernte und vermindert

die Herstellungskosten erheblich.

Bei einigen Maschinen rollen sich die

Tücher mit den Oliven automatisch ein

und befördern diese auf ein Fließband,

das die Früchte in große Kassetten verteilt.

Leider werden Oliven immer noch

in Säcke gefüllt und auf Wagen verladen.

Darunter leiden die Oliven, sie

werden zerdrückt und anfällig für einen

zu frühen Oxydationsprozess. Viele

Defekte bei Olivenölen haben hier ihre

Ursachen. Deshalb sollte ein Transport

der Oliven nur in Kassetten erfolgen.

Schäden können auch andere Ursachen

haben. So zum Beispiel durch die gefürchtete

Ölfliege, die „Mosca Olearia“. Sie ist

jedes Jahr im ganzen Mittelmeerraum bis

zu einer Meereshöhe von 400 Metern von

Juli bis September anzutreffen. Sie legt

Eier in die Oliven. Aus ihnen entwickelt

sich ein Würmchen, das den Ölen einen

schlechten Geschmack verleiht. Traditionelle

wie biologische betriebene Olivenhaine

müssen daher behandelt, d.h. die

Ölbäume mit entsprechenden Mitteln

besprüht werden. Um Rückstände im Öl

zu vermeiden unterliegen diese Vorgänge

in Italien einer sorgfältigen Überwachung

seitens des C.N.R (Centro Nazionale

delle Ricerche), der Italienischen Forschungsgemeinschaft.

Im Herbst 2014 war wegen der Sintflut

artigen Regengüsse ein Tropen ähnliches

Klima entstanden, das jeden Sprühvorgang

zum „Ertrinken“ brachte. Dadurch

vermehrte und verbreitete sich in nie gesehenen

Ausmaßen die Ölfliege. Die Folge

waren Ernteeinbrüche zwischen 30% und

100%, was wiederum zu Preiserhöhungen

führte. Zur gleichen Zeit trat zusätzlich

noch in einigen Zonen Italiens ein Befall

mit dem gefährlichen Bakterium „Xylella

Fastidiosa“ auf, das zum teilweisen Austrocknen

der Blätter und Zweige führte.

Noch rätselt man über die Behandlungsmethoden

und Quarantäne-Maßnahmen

gegenüber den nicht befallenen Bäumen.

Die Ernte soll dann beginnen, so sagt es

eine alte Bauernregel in Apulien, wenn

die Farben der Oliven den Farben gleichen,

die man im Auge einer Sardine

wahr nimmt. Das sind die Farben grün,

gelb, rosa, rot, lila, blau und bräunlich,

nie schwarz. Die Natur stellt keine

schwarzen Oliven her. Was als „Schwarze

Olive“ im Handel angeboten wird, ist

eine Ölolive, die mit Eisensalz gefärbt

wurde.

Dieses Farbenspiel zwischen „Grün-Violett-Braun“

tritt tatsächlich um die Mitte

115 85


genuss | Egon heiss

Egon Heiss

Zurück

in die

Heimat

Mit viel internationaler Gourmet-Erfahrung

und der Liebe zur Heimat kreiert Michelin-

Sterne-Koch Egon Heiss unverwechselbare

Gerichte, welche von Gregor Wenter mit

Wein und Käse ergänzt werden.

Manchmal muss man in die Ferne reisen,

um in der Heimat völlig anzukommen.

So scheint es dem Sarntaler Egon Heiss

gegangen zu sein. Als der Südtiroler mit

18 Jahren beschloss Koch zu werden,

war für ihn klar: Er wollte in den großen

Küchen der Welt Erfahrungen sammeln.

Nach seiner Ausbildung kochte er im

Meranerhof in Meran und im La Perla

in Corvara, bei Norbert Niederkofler im

Rosa Alpina sowie in Palm Beach und

New York ehe er einen Streifzug durch

die besten Küchen Londons begann. In

Anton Mosimanns Private Dining Club

und Gordon Ramseys Restaurants (einziges

Drei-Sterne-Restaurant in London)

perfektionierte er seine Fertigkeiten in

der hochklassigen Gourmetküche. Hier

überlebt man als Koch nur mit eiserner

Disziplin und Selbstbeherrschung.

„Es waren Jahre, die mich und meine

Arbeitsweise sehr geprägt haben, aber

Jahre mit gänzlichem Verzicht auf

Privates“, erzählt der Sternekoch.

Seine Liebe zur Heimat brachte ihn wieder

zurück ins Sarntal, wo er nun im

Hotel Bad Schörgau am Herd steht. Hier

hat er gleich für zwei Kochkonzepte zu

sorgen, denn tagsüber ist er für die Küche

des „Wirtshaus in der Verdana“ zuständig

und am Abend für das Lokal „Alpes“,

mit zwei Stuben. Für 2014 wurde Egon

Heiss Küche mit einem Stern des Guide

Michelin ausgezeichnet.

Mit den Erfahrungen der internationalen

Gourmetszene, der Liebe zur Heimat, den

Bauern und der einzigartigen Südtiroler

Natur entstehen unverwechselbare und

einmalige Gerichte. Kreativ, aber einfach

und eindeutig im Geschmack. So lässt er

z. B. eine weiße Zwiebelsuppe mit

Grau käse und Apfelwolke oder ein

stickstoffdampfendes Latschen-Popcorn

servieren, das einen waldfrischen Hauch

an den Gaumen bringt. Waldduft und

sanfte Bitternis schweben auch über

einem grünen Risotto mit Latschenkiefer,

der zarte Schweinebacke begleitet.

Zusammen mit Gregor Wenter bietet

Egon Heiss höchste Gaumenfreuden.

Der Sternekoch verzaubert die Gäste mit

leckeren Kreationen und Gregor Wenter

rundet das kulinarische Erlebnis mit

ausgesuchten Weinen und besonderen

Käsesorten ab. Immer mit einem Ziel

vor Augen: Dem Gast ein außergewöhnliches

Menü zu präsentieren, dass er so

schnell nicht vergisst.

Bad Schörgau GmbH

Familie Wenter

I-39058 Sarntal

Tel. + 39 0471 623048

www.bad-schoergau.com

90


sTeRneKOCH

Geräucherter Saibling

mit Apfel, Kren und Gurke

Zutaten:

Pumpernickelboden

100 g Pumpernickelbrot

50 g weiche Butter

Salz

Pfeffer weiß

Räuchersaiblingmousse

470 g Geflügelfond

630 g Räuchersaibling

2 Blatt Gelatine

130 g Sahne leicht geschlagen

Cayenne-Pfeffer

Räuchersalz

1 EL geriebener Meerrettich

Salz

Pfeffer weiß

Meerrettichmousse

100 g Sauerrahm

100 g Naturjoghurt

70 g geriebener Meerrettich

2 Blatt Gelatine

100 g Sahne geschlagen

Zitronensaft

Salz

Pfeffer weiß

Gurkengelee

250 g Gurkensaft

3 Blatt Gelatine

40 ml reduzierter Apfelsaft natur

30 ml Ingwersaft (von eingelegten

Ingwer)

Zitronenzeste

Orangenzeste

Salz

Pfeffer

Zubereitung

Für das Törtchen das Pumpernickelbrot grob zerkleinern und mit

der weichen Butter verkneten. 2 cm hoch ausrollen und in einen

kleinen Kuchenrahmen einsetzen, anschließend kaltstellen.

Für das Räuchersaiblingmousse Fond und Räucherfisch fein

mixen und mit Meerrettich, Salz, weißem Pfeffer und Cayenne-

Pfeffer abschmecken. Davon 240 Gramm abnehmen und die

aufgelöste Gelatine dazugeben sowie die angeschlagene

Sahne unterheben. Nun das Räucherfischmousse auf den

Pumpernickelboden gießen und anschließend wieder kaltstellen.

Für das Meerrettichmousse Sauerrahm, Naturjoghurt und den

geriebenen Meerrettich verrühren. Mit Salz, weißem Pfeffer und

Zitronensaft abschmecken. Danach die aufgelöste Gelatine

dazugeben sowie die geschlagene Sahne unterheben. Das

Meerrettichmousse ebenfalls als weitere Schicht in den Rahmen

gießen und wieder kaltstellen.

Für das Gurkengelee eine Gurke samt Schale mixen, fein passieren

und den Saft dabei auffangen. Den Gurkensaft mit dem

reduzierten Apfelsaft und dem Ingwersaft verrühren.

Alles mit Zitronen- und Orangenzesten sowie Salz und Pfeffer

nach Belieben abschmecken. Von dem fertigen Saft 250 Gramm

abwiegen und die aufgelöste Gelatine einrühren. Das Gelee als

letzte Schicht 1 cm hoch in den Rahmen gießen und kaltstellen.

Zum Anrichten das erkaltete Törtchen aus dem Rahmen nehmen

und portionieren. Mit marinierten Gurkenperlen, einigen

getrockneten Apfelscheiben und einem Stück geräucherten

Saiblingsfilet anrichten.

© Foto: Petr Blaha

Dekoration

Geräuchertes Saiblingsfilet

Getrocknete Apfelscheiben

Gurkenperlen

Tipp:

Die Gurkenperlen schmecken am besten, wenn Sie im fertig abgeschmeckten

Gurkensaft (vom Gelee) eine halbe Stunde

mariniert werden.

91


GENUSS | REZEPTE

Gardasee-Küche

vom Feinsten

Seit 3 Jahren kocht Maurizio Bufi auf sehr hohem

Niveau im Hotel Restaurant Villa Giulia in Gargnano

am Gardasee. Wir haben Maurizio besucht und konnten

ihm einige traumhafte Rezepte entlocken.

Maurizio Bufi wird 1977 in Bari geboren.

Hier besucht er mit großem Erfolg

die Fachschule für das Hotel- und

Gaststättengewerbe. Nach dem Lehrabschluss

sammelt er seine ersten Erfahrungen

als Kochlehrling im Hotel Maretime

in Igea Marina.

Nach einer Reihe von Aufenthalten in

4-Sterne Hotels wie im Bellaggio am

wunderschönen Lago di Como und

in den renommierten Restaurants der

Kreuzfahrtschiffe von Princess-Cruise,

tritt er mit großer Bescheidenheit und

gründlicher Vorbereitung für einige Jahre

die Stelle des Chefs Entermetier im

Badrutt’s Palace in St. Moritz an. Danach

folgt die Stelle des ersten Chefs im

Restaurant Rialto di Gstaad.

Im August 2008 kehrt Maurizio zurück

nach Italien und fängt als Chef Executive

im Lefay Resort & Spa am Gardasee

an. Hier kommt er in Berührung mit der

kreativen mediterranen Küche des, mit

Michelin-Stern ausgezeichneten Chefkoch

Herbert Hintner und bietet den

Gästen traditionelle Rezepte der italienischen

kulinarischen Kultur in ihrer

modernen Interpretation an.

Im Sommer 2012, auf der Suche nach einer

größeren Perfektion, findet Maurizio

in dem Hotel Restaurant Villa Giulia die

Möglichkeit, alle seine gesammelte Erfahrungen

zu entfalten und in die Praxis

umzusetzen.

Maurizio vergleicht sein Gehirn mit einer

Festplatte, voll mit Ideen und Rezepten

und bietet eine anspruchsvolle aber

gleichzeitig leichte, saisonorientierte

und bunte, mediterrane und futuristische

Küche an, dabei behält er die Tradition

und Kenntnis der Rohstoffe immer

im Blick.

Welche Art von Küche bevorzugt Maurizio

heute? Die Küche, die er heute lebt

und liebt, ist ohne Zweifel die Gourmet-

Küche. Mediterranes Konzept hat hierbei

eine grundlegende Bedeutung, sowie

das Aussuchen der Rohstoffe, die Frische

des Produktes, kurze Kochzeiten auch „à

la minute“ und auch die minimalistische

Darstellung auf dem Teller.

Personen, die seine Küche ausprobieren,

möchte er eine unvergessliche Erfahrung

schenken, Gerichte anbieten, die eine

Emotion verkörpern, die in Erinnerung

bleiben, die Körper und Geist ansprechen.

Seine Küche ist in der Tradition

tief verwurzelt und aus moderner Sicht

interpretiert, indem neue Ideen umgesetzt

werden ohne die Gedanken an

„gestern“ aus dem Blick zu verlieren.

Die Frische der Produkte, ihre Düfte erzeugen

bei Maurizio ganz starke Gefühle,

die er in seinen Gerichten freisetzen

will. Deshalb besucht er mehrmals wöchentlich

seinen Freund Giuseppe, den

Obst- und Gemüsehändler in Gargnano.

Da schnuppert und kostet er verschiedene

Sorten von Tomaten, berät sich mit

Giuseppe, welche sich wohl am besten

für den Sugo (Soße) eignen. Erzählt ihm

dabei, wie seine Mutter in einem großen

Topf über offenem Feuer im Garten den

Sugo zubereitete. „Das war jedes Mal

fast ein Fest für die Familie– il momento

94


Villa Giulia

di riunione. Den Duft habe ich bis heute

noch in der Nase.“

Für Giuseppe ist es eine echte Herausforderung,

auch unbekannte Gemüsesorten

für Maurizio aufzutreiben, wie den

„zucchino trompetta“, eine ringförmig

gebogene Zucchinisorte, oder den „aglio

di Voghiera“ einen süßen Knoblauch aus

der Emilia-Romagna. “Wir lernen voneinander.

Der persönliche Kontakt mit

meinen Lieferanten ist mir sehr wichtig.

Ich halte nichts von telefonischen Bestellungen“

betont Maurizio. Und Giuseppe:

„Maurizio ist sehr streng. Wenn

er mit einer Ware nicht zufrieden ist,

schickt er sie sofort zurück.“

In der „Pescheria Lagomar Fish“ in

Toscolano-Maderno führt der Chef Paolo

mit Maurizio gerne und oft Fachgespräche.

Die Sensation des Tages ist ein

riesiger Thunfisch mit 88 kg. Er wurde

in der Nacht gefangen und landete sofort

in der Fischhandlung. Maurizio bestellt

für ein „Carpaccio di Tonno“ und

Steaks einige Kilo von diesem Riesentier.

Aus dem Nero di Seppia (schwarze Tinte

des Tintenfisches), der nicht alle Tage

zu haben ist, will er ein eindrucksvolles

Risotto kochen. Die marinierten Alici

(Sardellen) wird er nur mit Limonen

aus dem Garten der Villa Giulia und

ein wenig Petersilie servieren. „Gamberi

rossi crudi“ sind bekannt für ihren süßen

Geschmack. „Dolce come un caramelo!“

schwärmt Maurizio und lässt genüsslich

ein paar die Kehle hinunter gleiten. Von

Sizilien sind rote Fleckbrassen und aus

Galizien die ganz seltene Cornupia angelangt.

Letztere ist auch für Maurizio

eine Neuerung.

Begleiten Sie uns jetzt mit Maurizio in

die Küche. Übrigens, die Krönung der

guten Küche ist das Essen dieser tollen

Gerichte auf der Terrasse des Hotels Villa

Giulia, direkt am See mit traumhaften

Blick über den See nach Malcesine im

Norden und nach Sirmione im Süden.

VILLA GIULIA****

Viale Rimembranza 20,

I-25084 Gargnano sul Garda

Tel. + 39 0365 71022

Fax + 39 0365 72774

www.villagiulia.it

95


ENTE, AUBERGINEN, HONIG,

ZIEGENKÄSE & WALDBEEREN

Zutaten für:

1 ganze Ente

Olivenöl

7 Thymianzweige

1 Knoblauchzeh

Lorbeerblätter

Salz, Pfeffer

100 g Honig

Für die Sauce

Ente Knochen

2 Zwiebel

1 Knoblauchzeh

10 Thymianzweige

1 Sternanis

½ Zimtstange

1 Lorbeerblatt

6 cl Marsala Wein

6 cl Port Wein

2 cl Rotwein

Für die Auberginen

4 Auberginen Baby

Thymian

Olivenöl, Salz

Pfeffer, rote Bete Saft

200 g Ziegenkäse

150 g Waldbeeren

So geht‘s

VORBEREITUNG

Reinigen und zerlegen Sie die Ente, legen Sie die Brust bei Seite, entknochen

Sie die Schenkel und legen Sie sie auf ein Schneidebrett, mit Öl,

Salz, Pfeffer und Thymian würzen. Wickeln Sie das Ganze in eine Folie und

kochen Sie es bei 64° , 11 Stunden lang. Danach tauchen Sie es kurz ins

Wasser mit Eis ein und behalten Sie es im Kühlschrank bis zum Servieren.

FÜR DIE SAUCE

Backen Sie in dem Ofen das Gerippe von Ente. In einer Pfanne die Zwiebel

mit Knoblauch, Thymian, Sternanis und Zimt anbraten, danach das

Gerippe hinzufügen. Mit Wein verfeinern, Eis hinzufügen und das Ganze

sich bis auf die Hälfte reduzieren lassen.

FÜR DIE AUBERGINEN

Legen Sie in ein Vakuumbeutel alle Zutaten für die Auberginen und kochen

Sie sie bei 80 ° für 30 Minuten.

In einer Pfanne braten Sie die Entenbrust von beiden Seiten an, fügen Sie

den Honig hinzu und schmieren Sie ihn mit dem Löffel gleichmäßig drüber,

damit eine schöne Kruste entsteht. In einer anderen Pfanne braten

Sie die Entenschenkel.

In den Topf mit der Sauce Waldbeeren hinzufügen, und sie leicht erweichen

lassen.

PRÄSENTATION

Auf einer Platte platzieren Sie die gebräunte Oberschenkel, die geschnittene

Brust in Honigkruste mit den gebratenen Auberginen dazwischen,

runden Sie das Gericht mit Waldbeerensauce, kleinen Sojasprossen und

Ziegenkäse ab.

96


GARNELEN, BURRATA

& KAVIAR

Zutaten für:

16 frische Garnelen

(Qualität: Carabineros)

200 g frische Burrata

12 g Kaviar Venise

8 Datteltomaten

2 Thymianzweige

2 Rosmarinzweige

2 Knoblauchzehen

1 Teelöffel Rohzucker

1 Zitrone

1 Orange

Olivenöl

Pfefferkörner

Sojasprossen

50 g Salatblätter

15 g Basilikum Kaviar

So geht‘s

VORBEREITUNG

Halbieren Sie die Datteltomaten und legen Sie diese auf das Backpapier

zusammen mit Thymian, Rosmarin, Salz, Pfeffer, Rohzucker, Zitronenschale,

Orangenschale, Olivenöl und stellen Sie es in den Offen bei 60° C für

35/40 Minuten. Reinigen und entdarmen Sie die Garnelen, halbieren Sie

sie, danach Olivenöl, Salz und Pfeffer zufügen und bei Seite legen.

PRÄSENTATION

Positionieren Sie die Burrata in Fäden auf dem Teller, fügen Sie Kaviar

Venise und Basilikum Kaviar hinzu, danach gemischte Salatblätter,

Sojasprossen, Reiswaffel, Olivenöl, grobes Meersalz „Fior di Sale“ und

Pfeffer. Darüber legen Sie die rohe Garnelen.

97


genuss | Toskana

Die Super-toSkaner

Toskana ist die Region in Italien, die am stärksten

mit dem italienischen Lebensgefühl und mit dem

italienischem Wein in Verbindung gebracht wird.

Die Toskana ist aber vor allem die überragende

Weinbauregion in Italien.

VOn OTMAR eRICH

seit 20 Jahren italienischer

Weinliebhaber, arbeitet seit

15 Jahren als Weinfachberater

in der italienischen Vinothek

Munzert in München

Geographisch ist die Toskana in Mittelitalien

zu finden. Die Nachbarn sind

Ligurien im Nord-Westen, die Emilia

Romagna im Norden, die Marken und

Umbrien im Osten, sowie Latium im

Süden. Im Westen, entlang der toskanischen

Küste, befindet sich das toskanische

Archipel mit der größten und

bekanntesten Insel Elba, nicht nur weil

sie seinerzeit Napoleon‘s Exil war. Die

andere bekanntere Insel, jedoch erst seit

2012 aufgrund des Schiffsunglücks, ist

Giglio. Die Hauptstadt ist Florenz mit

ca 400.000 Einwohnern, was in etwa

10% der Gesamtbevölkerung der Toskana

entspricht.

Mit einer, im Durchschnitt der letzten

10 Jahre, produzierten Weinmenge in

Höhe von 270 Mio Litern (2014 – 273

Mio) gehört die Toskana zu den mittelgroßen

Regionen (vergleichbar mit

dem Piemont). Die gesamte Anbaufläche

beträgt ca 60.000 ha., wovon das

Chianti Classico Gebiet alleine bereits

10.000 ha in Anspruch nimmt. Es wird

überwiegend Rotwein produziert (77%

der Gesamtproduktion), wobei der

Hauptakteur die Sangiovese-Traube ist,

die toskanische Referenz schlechthin.

Auch wenn diese Traube die in Italien

am häufigsten angebaute rote Rebsorte

ist, so hat sich doch die höchste Repu-

108


WeIn

Montalcino: Der berühmte

Ort liegt in einer hügeligen

Landschaft ca. 50 km südlich

von Siena. Hier wird einer der

berühmtesten Weine Italiens angebaut:

der Brunello

Die Toskana ist eine der wichtigsten und bekanntesten Anbauregionen

Italiens. Als Hauptrebsorte ist der Sangiovese zu nennen. Der Süßwein

Vino Santo ist eine Spezialität der Toskana.

tation eben in der Toskana erlangt.

In etwa 65% der toskanischen

Produktionsfläche ist mit dieser

Rebsorte bestockt. Beim

Weißwein (Produktionsanteil

23% in der Toskana) ist die

Trebbiano Toscano-Traube

mit einem Anteil von ca 7%

die mengenmäßig Wichtigste.

Jedoch gebührt der Vernaccia-

Traube die größere Bedeutung,

ist sie doch die Basis für den

gleichnamigen und wichtigsten

Weißwein der Toskana.

Insgesamt gibt es 11 DOCG-,

38 DOC/DOP-Bezeichnungen

(+ 1 überregionale zusammen

mit Ligurien), 6 IGT/IGP-Bezeichnungen,

sowie die Vini

di Tavola. Die bekanntesten

Weine der Toskana, die Rotwein-Region

Nummer 1 in

Italien, neben dem Piemont,

sind Brunello di Montalcino,

Chianti Classico und Vino

Nobile di Montepulciano. Natürlich

dürfen wir nicht die sogenannten

„Super-Toskaner“

vergessen. Dies sind Weine

der Toskana die überwiegend,

oder ausschließlich aus internationalen

Rebsorten wie

Cabernet, Merlot oder Syrah erzeugt

werden. Die bekannteste DOC dieser

Weine lautet Bolgheri, bzw. Bolgheri

Sassicaia. Da über diese Weine regelmäßig

in vielen anderen Publikationen

berichtet wird, wollen wir uns auf einige

andere, spannende toskanische Weine

konzentrieren. Diese verdienen es

durchaus erwähnt zu werden, bieten sie

doch sehr gute Qualitäten zu mitunter

deutlich geringeren Preisen, und jede

Menge Geschichte! Vielleicht sollte

auch nicht unerwähnt bleiben dass die

Toskana zur Spitze der führenden Regionen

unter den italienischen Olivenölerzeugern

zählt.

109


genuss | Toskana

San giMignano

Beginnen wollen wir mit dem bedeutendsten

Weißwein der Toskana, dem

Vernaccia di San Gimignano. Dies

nicht nur, weil diesem Wein als erster

Wein überhaupt in Italien am 3. März

1966 das DOC-Statut zuerkannt wurde.

Am 9. Juli 1993 wurde die DOCG-

Klassifizierung für diesen Weißwein

eingeführt. Beheimatet ist dieser Wein

in den Hügelgebieten der Gemeinde

San Gimignano in der Provinz Siena

(südwestlich von Florenz). Diese

Kleinstadt wird vor allem als ‚Stadt der

Türme‘ bezeichnet, wie man unschwer

beim Anblick der Stadt-Silhouette

nachvollziehen kann. San Gimignano

mit seinem mittelalterlichen Stadtkern

ist auch als ‚mittelalterliches Manhattan‘

bekannt.

Bei der Herstellung des Vernaccia di

San Gimignano Weins

müssen mindestens 85%

Vernaccia-Trauben verwendet

werden. Historische

Dokumente belegen

daß diese Rebsorte bereits

seit mindestens 1276 in

der Gegend um San Gimignano

angebaut wird.

Bis heute konzentriert

sich die Produktion dieser

Traubensorte nur auf

dieses Gebiet! Bitte verwechseln

sie diesen Wein

nicht mit dem sardischen

Vernaccia d‘Oristano, es

handelt sich hierbei um

eine eigenständige Rebsorte,

die überwiegend

zum Ausbau für Dessertwein

verwendet wird. Für den

Vernaccia di San Gimignano

dürfen zusätzlich noch andere,

nicht aromatische Rebsorten,

für eine mögliche Cuvée

herangezogen werden. Die

Verwendung von Sauvignon

und Riesling ist bis maximal

10% (jeweils, oder gemeinsam)

zugelassen. Der Wein

kann auch die Zusatzbezeichnung

‚Vigna‘ (Lage) führen

und auch als ‚Riserva‘ abgefüllt

werden. Hierzu muss

der Wein eine Reifephase von

mindestens 11 Monaten nach

dem 1. Januar nach der Ernte,

davon nicht weniger als 3 Monate

in der Flasche erfahren. Es gibt auch

Abfüllungen, bei denen der Wein eine

längere Maischestandzeit (mosto con le

Chianti –

die berühmte

Fiasco-Flasche

bucce – Traubenmost im Kontakt mit

den gepressten Trauben) ausweist. Die

Verwendung von kleineren Holzfässern

für den Ausbau ist auch gelegentlich

anzutreffen. Eine mittlere Lagerfähigkeit

des abgefüllten Weins kann man

bei entsprechenden Qualität durchaus

in Erwägung ziehen.

Die überwiegende Produktion bietet

uns jedoch einen jung zu trinkenden

Wein, mit Farbtönen die an

Stroh erinnern. Die Geruchsnoten

werden bestimmt von

weißen Blüten, Mandeln und

Früchten wie Pfirsich, auch

getrockneten. Die Säure ist

angenehm lebendig, der Alkoholgehalt

moderat. Im Mund

nehmen wir einen mitunter

mittelkräftigeren Wein wahr,

der in etwa die gleichen Aromen

wie in der Nase zeigt. Er

bleibt aber erfrischend und angenehm

zu trinken, mit nicht

zu hoher Alkoholgradation.

Wunderbar zu kombinieren

mit Muscheln, Krustentieren,

Fischgerichten, Reisspeisen

und zu vegetarischer Küche.

Das Produktionsgebiet für den Vernaccia

di San Gimignano beträgt lediglich

ca 1,5% der gesamten Anbaufläche der

Toskana. Somit repräsentiert dieser

Weißwein eine kleine, aber feine Ausnahme

innerhalb der Rotwein-Bastion

Toskana. Mit Abstand der bekannteste

Erzeuger ist Teruzzi & Puthod, wobei

Produzenten wie z.B. Montenidoli, Panizzi

oder Pietrafitta nicht außer Acht

gelassen werden sollten.

Montecucco

Eine spannende Rotwein-Alternative

zu den etablierten Weinnamen auf

Sangiovese-Basis sind sicherlich der

Montecucco Rosso DOC und der

Montecucco Sangiovese DOCG.

Als Namensgeber gilt der Ortsteil

Monte Cucco in der Gemeinde Cinigiano.

Es handelt sich hierbei um

Montepulciano: Die

Kleinstadt mit 14.500

Einwohnern liegt ca. 50 km

südöstlich von Siena.

Die DOCG-Region „Vino

Nobile di Montepulciano“

umfasst eine Rebfläche von

ca. 1.200 ha.

110


WeIn

San Gimignano:Hier findet

man den Vernaccia, die

einzige, nur in der Toskana

angebaute Weißwein-

Rebsorte. Der Vernaccia

di Gimignano ist somit ein

absoluter Klassiker

Sangiovese ist eine der wichtigsten

Trauben in Italien und

Hauptbestandteil des Chianti.

Sangiovese-Wein zeichnet sich

meist durch eine kräftige Farbe

und ausgeprägte Struktur von

Säure sowie Tanninen aus

eine jüngere Appellation, gibt es sie

doch erst seit dem 30.07.1998. Die

DOCG-Anerkennung für den Montecucco

Sangiovese gibt es erst seit dem

09.09.2011. Das Anbaugebiet ist klein

und umfasst eine Produktionsfläche

von ca 350ha. Zu finden ist dieses Gebiet

in der Provinz Grosseto in der südlichen

Toskana, bekannt auch als Maremma.

Die Produktion erfolgt in

den Kommunen von Arcidosso,

Campagnatico, Castel del Piano,

Cinigiano, Civitella Paganico,

Roccalbegna und Seggiano,

welche sich in nord-östlicher

Ausrichtung unweit von

Grosseto aus erstrecken und

an die Komune von Montalcino

(Brunello di Montalcino)

grenzen. Die sanften

Hügellagen bestehen aus

einer Bodenstruktur, die derer

in Montalcino ähnlich

ist, womit gute Voraussetzungen

geschaffen sind, um

elegante Sangiovese-Weine

zu erzeugen.

Die Bekanntheit der Maremma

als Weinanbaugebiet wurde früher

primär durch die Erzeugung der sogenannten

„Super-Toskaner“, insbesondere

des weltberühmten ‚Sassicaia‘-Weins

begründet. Heute bietet fast jedes toskanische

Weinhaus einen derartigen

Wein an. Das wieder erstarkte Interesse

an den autochthonen Rebsorten (wie

auch die neueste Chianti-Kategorie

‚Gran Selezione‘ zeigt) hat jedoch

auch in dieser Region dazu geführt,

insbesondere die toskanische Rebsorte

schlechthin, die Sangiovese-

Traube, stärker zu profilieren.

Betrachten wir zunächst den

Montecucco Rosso DOC

Wein, welcher nach 2-jähriger

Lagerung nach der Ernte die

Bezeichnung ‚Riserva‘ tragen

darf. Der Wein muss mindestens

aus 60% Sangiovese-

Trauben gekeltert werden.

Bis maximal 40% dürfen

andere rote Traubensorten

verwendet werden, welche

für den Anbau in der Toskana

geeignet sind. Die Ausnahmen

sind die Rebsorten

Malvasia Nera und Aleatico. In der

Regel werden andere lokale Rebsorten

wie Ciliegiolo oder Colorino als Cuvée-Partner

bevorzugt. Der Verkauf des

Rosso darf nicht vor dem 1. September

des Jahres nach der Ernte erfolgen. Für

den Rosso Riserva gilt als der früheste

Verkaufszeitpunkt der 1. November

im zweiten Jahr nach der Lese. Die

Mindest-Lagerung beim Produzenten

beträgt 18 Monate, davon mindestens

12 Monate im Holzfass (ohne Vorgabe

der Größe des Fasses) und 6 Monate in

der Flasche.

Beide Montecucco Rosso–Weine repräsentieren

idealtypisch die Sangiovese-

Traube und ihre Heimat, die Toskana.

In der Farbe rubinrot, nicht zu dicht (in

Abhängigkeit der gewählten Trauben-

Cuvée). Die Nase klar nach Kirsche,

und anderen kleinen dunkleren Früchten,

auch balsamisch und würzig. Im

Mund, auch hier wieder diese fruchtigen

Noten, Gewürze, gute Säure- und

Tannin-Struktur, vielschichtiger insbesondere

die Riserva-Qualitäten, bei

entsprechender Reife harmonisch und

ausgewogen, warm.

111


genuss | kaffee

Immer fair bleiben

Auf der Jahrespressekonferenz von TransFair, der gemeinnützigen

deutschen Fairtrade-Organisation konnte gefeiert werden: Der Umsatz

mit Fairtrade-Produkten wuchs um 26 Prozent auf 827 Millionen Euro

Umsatz. Kaffee hält Platz 1.

83 Prozent der Deutschen kennen das

grünblaue Logo und 95 Prozent der

Käufer vertrauen ihm. Bei uns steht das

Fairtrade-Siegel einfach dafür, dass Produzenten

faire Preise für ihre Produkte

wie zum Beispiel Kaffee, Bananen, Blumen

oder Kakao erhalten.

Genauer gesagt steht es ausschließlich

für Rohstoffe und Produkte, deren Produzentenorganisationen

die von Fairtrade

International vorgegebenen sozialen,

ökonomischen und ökologischen

Standards einhalten. Zugleich sind sie

gleichberechtigte Teilhaber am Fairtrade-System

und mit 50 Prozent Stimmanteil

in allen wichtigen Entscheidungsgremien

und internationalen Komitees

– ebenfalls gleichberechtigt – beteiligt.

Die Standards beinhalten einen festen

Mindestpreis, der die Kosten einer

nachhaltigen Produktion deckt und eine

Fairtrade-Prämie, die von den Bauern-

Kooperativen dafür verwendet werden

muss, Projekte zu finanzieren, die der

Gemeinschaft zu Gute kommen: wie

zum Beispiel den Bau einer Schule, einer

Krankenstation oder auch Investitionen

in die lokale Infrastruktur. Gleichzeitig

verbieten die Vorgaben Zwangsarbeit,

ausbeuterische Kinderarbeit und Diskriminierung.

Wer Produkte biologisch

anbaut (das tun Stand heute 78 Prozent

der Mitglieder) , erlöst mehr. Die Umweltstandards

schränken weiterhin den

den Gebrauch von Pestiziden und Chemikalien

und verbieten gentechnisch

veränderte Saaten.

Fairtrade arbeitet mit benachteiligten

Kleinbauern und Arbeitern im globalen

Süden zusammen, deren Lebenssituation

durch gerechteren Handel gestärkt

werden soll. Ziel von Fairtrade ist es, den

Konsum verantwortlich zu gestalten

und so die Armut im Süden weiter abzubauen.

120


Kaffee, das Fairtrade-Produkt Nummer

eins legte 2014 um 18 Prozent auf

13.020 Tonnen zu. Eine erfreuliche

Zahl, auch wenn das nur einem Anteil

von 2,9 Prozent des Marktes entspricht.

Trotzdem beteiligen sich auch längst

große Anbieter wie Tchibo, Dallmayr

und einige Discounter mit bestimmten

Produkten am Fairtrade-Geschäft und

auch diese unterliegen dem strengen Reglement,

das zudem durch die zu Fairtrade

International gehörige, unabhängige

Zertifizierungsgesellschaft Flo Cert

überprüft wird.

Von entscheidender Bedeutung für den

Erfolg vor Ort ist der garantierte Mindestpreis

und die Fairtrade-Prämie.

Auch für Kaffee gibt es einen festgelegten

Mindestpreis. Dieser hilft den

Bauern die Kosten einer nachhaltigen

Produktion in der jeweiligen Region sicherzustellen.

Wenn der Marktpreis höher

liegt, erhalten die Produzenten stets

den höheren Preis.

Die Zahlung der Preise wird regelmäßig

von FLOCERT überprüft. In Zeiten

niedriger Weltmarktpreise dient

der Fairtrade-Mindestpreis als Sicherheitsnetz

und ermöglicht ein stabiles

Einkommen und Planungssicherheit.

Fairtrade ist das einzige soziale Zertifizierungssystem,

das seinen Produzenten

diesen Schutz anbietet. Zusätzlich zum

Mindestpreis erhalten Fairtrade-Produzenten

stets eine Prämie. Die Prämie

verbessert die Lebenssituation der Bauernfamilien,

Plantagen-Arbeiter und

Im Schatten der

Schneeberge Südperus

wächst der beste Kaffee

des Landes. Ihn anzubauen

grenzt an ein

Ding der Unmöglichkeit.

-Arbeiterinnen und ihrer Dorfgemeinschaften,

indem in Gesundheit, Bildung,

Umwelt, oder Ökonomie investiert

wird. Dabei entscheiden die Bauern und

Beschäftigten selbst darüber, wofür die

Prämie verwendet werden soll. So lagen

die Einnahmen für Kaffeekooperativen

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