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Graubünden Exclusiv – Sommer 2016

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G R A U B Ü N D E N

G R A U B Ü N D E N

E X C L U S

I V E

EXCL USIV

G R A U B Ü N D E N

E X 5 3 SL O M MU E R S 2 0 1 6I

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G R A U B Ü N D E N

E X C L U S I V E

G R A U B Ü N D E N

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G R A U B Ü N D E N

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G R A U B Ü N D E N

E X C L U S I

V E

Brigels da, wo die Kirche noch im Dorf steht

G R A U B Ü N D E N


DAS U HRENPARADIES IN I LANZ

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Sonntag und Montag geschlossen


E D I T O R I A L

I M P R E S S U M

Herausgeberin und Verlag:

Somedia Production AG

Sommeraustrasse 32

Postfach 491, CH-7007 Chur

www.somedia.ch, www.exclusiv.ch

Verlagsleitung:

Ralf Seelig

Telefon + 41 (0) 81 255 54 56

ralf.seelig@somedia.ch

Redaktion:

René Chatelain

Mobile + 41 (0) 79 681 31 81

rchatelain@exclusiv.ch

Anzeigenadministration:

Somedia Production AG

Eliane Casutt

Sommeraustrasse 32

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Anzeigenverkauf:

Follow me Medienservice

Karin Waltenspühl

Mohren 581, CH-9411 Reute

Telefon + 41 (0) 71 244 23 23

Mobile + 41 (0) 76 391 36 60

kw@follow-me.li, www.follow-me.li

Distribution und Streuungs konzept:

Das Hochglanzmagazin

Graubünden Exclusiv . . .

• liegt in rund 300 Fünf-, Vier- und Dreisternhotels

in Graubünden, Bad Ragaz

und im Fürstentum Liechtenstein auf,

• wird den Abonnenten im In- und Ausland

zugestellt,

• ist im Nationalparkzentrum präsent,

• liegt in Top-Restau rants, in Ban ken, Versicherungen,

exklusiven Geschäften,

Bou tiquen, Galerien, Museen, Arzt - und

Zahnarzt praxen, Reise büros, Touris -

musverei nen und bei Spezialevents auf.

Erscheint:

2 × pro Jahr:

Anfang Juni und Dezember

Auflage:

30 000 Exemplare

pro Ausgabe

Einzelverkaufspreis:

Fr. 15. (inkl. MWST)

(plus Versand kosten)

Jahresabonnement:

Fr. 28. (inkl. MWST)

Heft- und Abobestellungen:

Somedia Production AG

Eliane Casutt

Sommeraustrasse 32

Postfach 491, CH-7007 Chur

Telefon + 41 (0) 81 255 54 54

eliane.casutt@somedia.ch

Partner:

hotelleriesuisse Graubünden

BUN DI OLYMPIA !

Nicht schon wieder . . . das denken wohl viele Bündner,

die nach der Abstimmungsniederlage 2013 die olympische

Fackel im Schnee der Berge zischend versenkt

haben.

Die Welt wurde ja seither nicht besser. Die unzähligen

politischen und wirtschaftlichen Brandherde sind

zahlreicher denn je und an Leuchtkraft stärker als

jede Olympiaflamme.

Trotzdem wollen wir, nein, wir müssen sogar das Feuer

Andreas Wieland wieder entzünden. Zu viel hat sich seither verändert.

Vor allem die vom IOC komplett überarbeiteten Spielregeln

(Agenda 2020) passen nun zu unseren Grundwerten wie ein Skischuh in die

perfekt eingestellte Sicherheitsbindung.

Unsere Projektplanung enthält keinen einzigen Neubau in Sachen Infrastruktur,

sondern übernimmt bestehende Anlagen, die allenfalls einer kleineren Auffrischung

bedürfen. Aus sportlicher Sicht betrachtet, kommen für uns nur die besten Austragungsorte

in Betracht und diese entsprechen in aller Regel den gestellten, hohen

Anforderungen der Behörden.

Dieses Konzept hat etliche Vorteile. Grosse Zuschauermassen bleiben in der Region

Zürich, da die Stadt die entsprechenden Hallenkapazitäten bereitstellt. Das wird

die Hotellerie und besonders den Verkehr in unserem Kanton massiv entlasten !

Dies werden in erster Linie die Stammgäste der jeweiligen Betriebe spüren, da sie

ihren gewohnten Urlaub nach wie vor geniessen können. Infrastrukturruinen bekannter

olympischer Prägung wird es also bei uns ganz sicher nicht geben. Diesen

Schwerpunkt des Konzepts trägt unsere Partnerin Zürich vollumfänglich mit, denn

auch in der Limmatstadt kommt Nachhaltigkeit vor Gigantismus.

Was uns jedoch besonders am Herzen liegt, ist unser Kanton Graubünden. Sollten

wir den Wettbewerb um die Vergabe der Olympischen Winterspiele 2026 gewinnen,

so würde eine Energie in allen Bereichen unseres Lebens freigesetzt, deren

Wirkung auf Investitionen und Arbeitsplätze riesige Dimensionen erreichen kann.

Denn Perspektiven erzeugen Motivation. Darum ist es die edle Plicht der älteren

Generation, der Jugend den Weg in die Zukunft zu weisen. Was wäre verdienstvoller,

als wenn wir uns alle gemeinsam dieser Aufgabe stellen würden !

Andreas Wieland, CEO Hamilton

© 2016 by Graubünden Exclusiv


Ihre unabhängige

Vermögensverwaltung

in Graubünden

Arabella Vermögensverwaltung AG, Stadtgartenweg 6, CH-7000 Chur

Tel. +41 81 258 70 70, Fax +41 81 258 70 79

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B R I G E L S

Sonnenplätzchen mit Weitblick ............................................ 10

D E S T I N A T I O N E N

Bergün .................................................................................... 16

Lenzerheide ............................................................................ 22

Surselva ................................................................................. 34

Vals ......................................................................................... 40

Seiten 10 15

H I N T E R D E N K U L I S S E N

Ein Lächeln ins Gesicht unserer Gäste zaubern ................. 18

S P O R T

Klettersteige ........................................................................... 24

Seiten 24 29

O U T D O O R G R A U B Ü N D E N

Julier Hospiz « La Veduta» .................................................. 30

I M M O B I L I E N

Hofmann und Durisch in Flims ........................................... 36

Seiten 36 39

B R

A U C H T U M

Ein Spektakel im Zeichen des Alpkäses .............................. 44

T O P G A S T R O N O M I E

Im «Hotel Alpenhof» in Davos

wird Italianità zelebriert .................................................... 50

Seiten 44 49

K U L T U R

Centro Giacometti ein Bergtal

entdeckt seine Wurzeln ......................................................... 54

J U B I L Ä U M

Seiten 50 53

Das Hotel «Da l’Üja» ........................................................... 62

N A T U R

Parc Adula ein Nationalpark der neuen Generation ..... 66

Seiten 62 65


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Seilbahn Holzegg hinauf auf den grossen

Mythen und betrachten Sie von der

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Panorama. Oder geniessen Sie nach einem

Bummel durch die typischen Gässchen

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berühmten Seepromenade. Die Schweiz

ist in vielerlei Hinsicht ein ideales

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über 550 Top-Hotels. Mit der Hotelcard

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www.hotelcard.ch zum ½ Preis und zwar

wann, wo und so oft Sie möchten. Den

Kaufpreis der Karte haben Sie oft schon

nach der ersten Übernachtung amortisiert.

Das Konzept funktioniert

Die Idee zur Hotelcard basiert auf dem

Halbtax-Abo der SBB. Die Hotelcard AG

hat diese vor sechs Jahren mit grossem

Erfolg auf die Hotellerie übertragen. Das

Konzept überzeugt durch seine einfache

Handhabung: Auf www.hotelcard.ch

das passende Hotel finden, die Buchungsanfrage

absenden und beim Check-

In im Hotel die Hotelcard vorweisen drei

Schritte zum Ferienglück mit 50% Rabatt.

Gast und Hotel profitieren

Die Hotels bieten den Mitgliedern von

Hotelcard ihre freien Zimmer zum

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Gäste ansprechen und ihre Zimmerauslastung

erhöhen können. Aber auch, weil für

die Hotels anders als bei anderen Internet-Buchungsportalen

bei Hotelcard

keine Kommissionen fällig werden. Denn

beim Konzept Hotelcard werden diese

Vergünstigungen vollumfänglich dem Gast

weitergegeben.

Hohe Verfügbarkeit

Die Hotels garantieren höchst mögliche

Disponibilität. Die durchschnittliche

Verfügbarkeit von Zimmern zum ½ Preis

liegt bei beeindruckenden 75% und wird

täglich überprüft. Ein Tipp: Je früher Sie

buchen, desto grösser sind Auswahl und

Verfügbarkeit der Hotels. Reservationen

sind bis zu 365 Tage im Voraus möglich.

Beliebig oft einsetzbar

Die Hotelcard kann während ihrer Gültigkeit

beliebig oft eingesetzt werden. Es

gibt keine Mindest-Aufenthaltszeit die

Karte gilt von einer bis drei Nächten. Für

längere Aufenthalte lohnt sich eine individuelle

Anfrage beim Hotel.

Reicht für zwei Personen

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jeder Zeit begleiten, denn für die Buchung

eines Doppelzimmers genügt eine einzige

Hotelcard. Die auf www.hotelcard.ch angegebenen

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nicht pro Person, sondern pro Zimmer.

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Geschenkidee.

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Bellwald | Wallis

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Cademario | Tessin

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«Hotelcard erhöht unseren Umsatz»

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von Hotels sehr erleichtert und meine Logierausgaben um

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der Abwicklung. Wo immer ich in der Schweiz auf Reisen in

Hotels logieren will, suche ich im Internet rasch nach den

Hotelcard-Hotels.» Beatrix Spring (63)

«Dank Hotelcard konnte ich zwei Freundinnen ein paar Ferientage

zu günstigen Konditionen ermöglichen. Mit meinem

Mann feierte ich den 70. Geburtstag dank Hotelcard in einem

schmucken Hotel am Überlingersee ein Traum ging

in Erfüllung! Überall wurden wir zuvorkommend und herzlich

empfangen. Hotelcard ist ein echter Hit!» Verena Tanner (70)

«Dank Hotelcard steigern wir die Auslastung unseres

Hotels und unseren Bekanntheitsgrad. Hotelcard ist

nicht nur kostendeckend, sondern erhöht dank Zusatzverkäufen

sogar unseren Umsatz.» Erika Harder, Hotel

Restaurant Seemöwe, Güttingen am Bodensee


B R I G E L S

SONNENPLÄTZCHEN

MIT WEITBLICK

BRIGELS DA, WO DIE KIRCHE NOCH IM DORF STEHT...

Bild: www.maesi-fotografie.ch

10


... und da, wo der Gast gerne wiederkehrt.

Breil/Brigels ist ein Bauerndorf, ein kleiner idyllischer

Ferienort, ein Rückzugsort, ein Sonnenplätzchen

mit Weitblick. Brigels ist vor allem aber

eines: Heimat auch für Gäste.

VON KARIN HUBER (TEXT) UND BRIGELS TOURISMUS (FOTOS)

966

« Rindviecher », echte natürlich, 46 Pferde, 220

Schweine, 74 Geissen, 684 Schafe, 103 Bienenvölker;

1266 Einwohner (697 im Hauptort Breil/Brigels, die

übrigen in den Fraktionen Dardin und Danis /Tavanasa), 27

Bauernbetriebe, vier Kirchen, die Pfarrkirche Sontga Maria

thront mitten im Dorf. In der Dorfkapelle Sogn Martin hingegen

lauscht man dem Pfarrer bequem sitzend auf dreibeinigen

Stühlen. Ein Unikum.

Breil/Brigels, die kleine rätoromanische Gemeinde auf einem

sonnigen Hochplateau in der Surselva, steht für vieles: «Vor

allem aber ist es ein Ort, an dem sowohl die 697 Dorfbewohner

als auch die Gäste gerne leben. Unser Dorf ist ein Sonnenplätzchen

mit Weitblick, grünen Matten und viel unberührter

Natur », sagt Beat Zenklusen, zuerst 22 Jahre lang

Feriengast hier, seit gut zwei Jahren Direktor der Bergbahnen

Brigels Waltensburg Andiast und Direktor der Brigels

Resort AG. « Brigels ist Heimat », schiebt der Walliser nach,

der über den Oberalppass gekommen ist, um zu bleiben.

BRIGELS IST HEIMAT FÜR VIELE

« Die alten Ställe und Häuser, die Maiensässe. Diese Idylle.

Brigels ist mir zur Heimat geworden », findet ebenso Jacqueline

Walter, genau wie Zenklusen eine Zugezogene. « Die

Einheimischen haben keine Berührungsängste. Sie setzen

sich mit dem Gast an den gleichen Tisch. Das schätzen wir

und unsere Besucher.» Die Gäste kaufen ihre «Souvenirs »

noch beim Dorfmetzger, beim Dorfbäcker und im «Chäslädeli

» und nehmen so jeweils ein Stück Brigelser Heimat mit

nach Hause. Vielleicht einer der Gründe, weshalb Brigels

ausgenommen viele Stammgäste hat.

Es scheint egal, mit wem man im überschaubaren Dorf redet:

« Brigels ist mein Dorf », sagen sie fast alle unisono, so, als hätten

sie sich abgesprochen. « Die Kinder, die im Unterland

studieren oder arbeiten, kommen immer wieder heim, viele

jedes Wochenende », erzählen Jacqueline Walter und auch

Berta Cathomen, Brigelserin durch Heirat, Mitbegründerin

der Skischule 1973, lange Jahre Bäuerin und seit dem

Golfplatzbau 2006 im Golfclub als Sekretariatsleiterin tätig.

Bertas Mann Aluis, der Bauer, mutierte nach dem Hof-Verkauf

zum Greenkeeper.

11


Der Golfplatz in Brigels bietet eine fantastische 360 Grad-Rundumsicht. Auch der Golfnachwuchs kommt hier voll auf seine Kosten.

BRIGELS KOMMEN UND DABLEIBEN

Breil/Brigels ist ein intaktes Bauerndorf mit breitem, naturnahem Freizeit-, Sport- und Erholungsangebot:

biken, wandern, baden, wellnessen, golfen, Tennis spielen; dazu ein interessantes

Kinder- und Gästeprogramm. Im Sommer ist die erste Bergbahnsektion in Betrieb,

womit sich ein weit reichendes, wunderbares Wander- und Bikegebiet eröffnet. Das verträumte

Dorf mit verschiedenen guten Restaurants liegt auf einem sonnigen Hochplateau

auf 1280 m. Insgesamt stehen 2000 Gästebetten in allen Preisklassen bereit.

Die Bergbahnen Brigels Waltensburg Andiast AG und die Golfanlage sind wichtiger Motor

des Ferienortes. Anreise: mit dem ÖV ab Chur Ilanz Disentis bis Tavanasa (RhB, Postauto)

oder mit dem Auto. Ab Zürich: zirka 2 Stunden. Infos: www.brigels.ch

Roland Deplazes, dreifacher Familienvater, ist der Head-

Greenkeeper. «Wir haben einen der bestgepflegtesten Golfplätze

in den Alpen », so Roland stolz. Er spielt genauso

wie Beat und Berta und zahlreiche Einheimische aus der ganzen

Surselva in seiner Freizeit Golf. « Das Panorama mit einer

360-Grad-Rundumsicht ist bei uns einmalig », schwärmt

er.

GOLF FÜR ALLE

Dass die Brigelser ihren Kindern und den Gästekindern einen

eigenen kleinen 3-Loch-Golfplatz mit grossen Löchern

gebaut haben, kommt gut an. Für die Kinder gibts sogar spezielle

Golfschläger und Bälle. Ein Kinderhäuschen aus Holz

mit begrüntem Dach steht ebenfalls auf dem kindgerechten

«Tigerplatz». Kids-Golf ist ein Hit. Davon profitieren nun

auch die Gäste des neuen « Pradas Resorts » mit seinen 83

Wohnungen und 434 warmen Betten, mit Schwimmbad,

Wellness und Kinderclub. « Pradas » bietet Familiengolf-

Packages an. Golf ist jedoch ebenfalls für die übrige Hotellerie,

darunter das Viersternehaus Bergspa Hotel « La Val »,

ein Gästemagnet. Das « La Val »-Direktionspaar Chris und

Su san Faber hat für diesen Sommer sogar ein spezielles Angebot

aufgelegt (siehe Seite 13). Es war vor allem der Bau des

Golfplatzes vor zehn Jahren, der neue Gäste nach Brigels

brachte.

Aus Brigels haben die Einwohner und Zugezogenen einen

Wohn- und Ferienort geschaffen, an dem man gerne verweilt.

«Wir haben im Winter ein tolles Winterangebot. Doch im

Sommer bieten wir Golf, Biken und abwechslungsreiche

Wanderrouten und vieles mehr an. Bei uns kann man im kleinen

Natursee sogar baden », macht uns Eugen Friberg, Technischer

Geschäftsführer der Bergbahnen und des Pradas

Resorts, Lust auf noch mehr Brigels. «Und weil man hier alles

zu Fuss erreichen und nach einem Glas Bier oder Wein

einfach heimlaufen kann, weil wir nicht einmal in die Kantonshauptstadt

hinunter müssen, da wir im Dorf alles haben,

was wir brauchen, sind wir einfach glücklich », lächelt uns

Head-Green keeper Roland mit leuchtenden Augen an.

DURCH DEN FICHTENURWALD INS VAL FRISAL

Einer der schönsten Wanderwege führt nach einer Sesselbahnfahrt

auf dem Höhenweg bergwärts direkt ins Paradies.

Der Wanderweg mäandert vorbei am höchstgelegenen Fichtenurwald

Scatlè mit über 600-jährigen und bis zu 30 Meter

hohen Fichten bis zum Flachmoor und den Gletschervorfeldern

des Val Frisal. Wir wandern vorbei an kleinen gurgeln-

GOLFIDYLLE: 9- UND 3-LOCH-ANLAGE

Der Panorama-Golfplatz von Brigels wurde im Juni 2006 eröffnet. Die Anlage umfasst 9

Loch, Par 72, verfügt über eine Golfakademie mit Driving-Range, Putting- und Chippinggreen,

über ein Clubhaus mit Sekretariat, einen Golf-Shop und ein Restaurant. Golfkids ab

vier Jahren steht der Tigerpark offen mit einer kindgerechten 3-Loch-Übungsanlage. Der

Golfplatz ist so angelegt, dass die Golfer bequem zu Fuss von Loch zu Loch laufen können.

Infos: www.golfidylle.ch

12


den Bächen und grünem Buschwerk, wandern durch den

duftenden Fichtenwald unterm sonnigen Himmelszelt. Hier

finden wir auch seltene Orchideen. Manchmal hoppeln Wildhasen

über den Weg, mit etwas Glück zieht auch ein selten

prächtiger Adler seine Schleifen.

Das drei Kilometer lange Hochtal mit den zahlreichen Wasserläufen,

dem Flachmoor, seltener Fauna und Flora ist geschützt.

« Hier wollte man früher einmal ähnlich wie auf der

Greina-Ebene einen Stausee bauen », weiss Gérard Carigiet,

Brigelser, und Leiter « Pradas Resort ». «Hat man die letzten

200 Höhenmeter über einen schmalen Pfad hinauf geschafft,

hört man von den Wanderern meist nur noch ein ‹Wow ›.»

Denn dort oben öffnet sich nicht nur das Tal weit, sondern

auch der Blick: Der Péz Dado ist ganz nahe, der Tumpiv und

der Cavistrau ebenfalls und natürlich der Bifertenstock, mit

3419 m der höchste Berg der Gemeinde Brigels.

« PRADAS RESORT »

Das ökologische, im Minergiestandard erstellte Ferienresort «Pradas» ist ein kleines Dorf

im Dorf Brigels, direkt am beheizbaren Naturbadesee. Die 16 modernen Ferienhäuser mit

83 schönen (im alpinen Look) ausgestatteten Wohnungen (1 ½ 4 ½ Zimmer) sind ideal

für Familien. Das Haupthaus verfügt über ein Hallenbad mit Whirlpool, Kinderplanschbecken

mit Rutschbahn, eine Sauna- und Wellnesswelt. Im Pradas Kids Club, der in Zusammenarbeit

mit der Ravensburger Agentur für spielerische Unterhaltung entwickelt wurde,

finden die Kinder auf über 150 m 2 wirklich alles, was ihre Herzen höherschlagen lässt.

Übrigens: Hunde sind hier willkommen. Vom «Pradas Resort» aus geht es direkt zur Talstation

der Bergbahnen, in die Berge, zum Golf-, Tennis- und Minigolfplatz. Das Resort

bietet im Sommer verschiedene Spezialangebote wie Kulinarik und Wellness, Sommerspecials

7 für 6 oder 10 für 14 Nächte, kostenlose Feriengolfkurse für Kinder, Golf-Grundkurse,

Genusstage, Kunst- und Wander wochen an. Infos: www.pradasresort.ch

UNTERWEGS EIN PICKNICK

Wer die Wanderzeit von 4 bis 4 ½ Stunden für die Val Frisal-

Wanderung nicht scheut, wird mit Sicherheit herzerwärmende

und unvergessliche Momente erleben. Mit einem gut gefüllten

Rucksack kann man unterwegs an den Feuerstellen

picknicken. Bei Chischarolas trifft man oft auf andere Wanderer.

Es erstaunt die Brigelser Gäste immer wieder aufs

Val Frisal ein wunderschöner Kraftort. (Bild: www.maesi-fotografie.ch)

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Der Alpabzug in Brigels ist legendär und bietet viel fürs Auge und fürs Gemüt.

BERGSPA HOTEL « LA VAL»

Ein wunderschönes Hideaway: Das Viersterne Bergspa Hotel «La Val» bezaubert die Gäste

mit einzigartigem Ambiente aus edlen Materialien und warmen Farbtönen. 33 Zimmer und

Suiten. Wellnessbereich: 500 m 2 ; 3 Restaurants, das Ustria Miracla mit 14 GaultMillau-

Punkten. Hier kocht Rudolf Möller. Das Hotel «La Val» wartet mit einem Golfspecial auf: Ab

drei Nächten gibt es 30 Prozent Rabatt auf Greenfee oder für Nichtgolfer 30 Prozent auf

Wellnessbehandlungen gültig für Buchungen unter der Woche bis 30. Oktober 2016.

Infos: www.laval.ch

Neue, dass es in dieser Region so viele kaum entdeckte Pfade

und Wege gibt. Beliebt sind auch Ausflüge in die grandiose

Rheinschlucht oder an den Lai da Tuma, den Tomasee, Ort

der Rheinquelle.

SCARGADA BREIL, ALPABZUG BRIGELS

Etwas ganz Besonderes ist der Alpabzug, die Scargada. Meistens

im September ziehen gegen 600 Kühe, Rinder und Kälber

von den fünf Brigelser Alpen zurück ins Tal. Viele von

ihnen sind prächtig mit Tannenzweigen und Blumen geschmückt,

alle gestriegelt, manche tragen grosse, runde Glocken

am reich verzierten Lederband. Ein Kranz schmückt

die Leitkuh, ein blumen geschmücktes Tännchen die beste

Milchkuh. «Wir und auch unsere Gäste lieben den Alpabzug

», erzählt uns Berta Cathomen, die ehemalige Bäuerin.

SCHEIBENSCHLAGEN UND ANDERE BRÄUCHE

« In Brigels pflegen wir unsere Kultur, unsere Traditionen

und Bräuche », versichert Berta. Die Prozessionen an Maria

Himmelfahrt und an Fronleichnam locken Scharen an. Es

sind jene Tage, an denen fast alle auswärtigen Brigelser heimkommen.

Eine lange Geschichte hat hier auch das Dreikönigs

singen und das Scheibenschlagen (trer schibettas) in

14


Dardin und Danis, wo die Schulbuben und die jungen Männer

die Holzscheiben fertigen, diese dann im Feuer glühend

machen und abschlagen. Der Verein « Forum cultural Breil »

sorgt dafür, dass die alten Bräuche erhalten bleiben und ebenso

dafür, dass die Gäste auf alten historischen Wegen wandern

und sich über die alten Zeiten informieren können.

BRIGILO, DIE KLEINE BURG

Breil/Brigels soll etwa zeitgleich mit der Klostergründung

in Disentis zwischen 700 und 800 n. Chr. besiedelt worden

sein. Der Ortsname ist keltischen Ursprungs. Brigilo bedeutet

« kleine Burg ». Tatsächlich sind noch ein paar Steinreste

dieser alten Burg am Hügel mit der Kapelle S. Sievi sichtbar.

Das vermutlich älteste Gasthaus ist die Casa Fausta Capaul,

wo seit 2002 Linus und Theres Arpagaus wirten und das Restaurant

zu einem kulinarischen Ort der Begegnung machten.

Hervorragende und hochstehende Küche bietet ebenso

das Bergspa Hotel La Val mit seinem langjäh rigen Küchenchef

Rudolf Möller (14 GaultMillau-Punkte). Er ist wie « La

Val »-Hoteldirektor Chris Faber « hier längst ange kommen ».

«Wer hier ist, bleibt oder kommt wieder », schmunzelt Faber.

AUTHENTISCHE GASTFREUNDSCHAFT

Das im « Sonntagszeitungs »-Rating schweizweit sechstplatzierte

Spa und Wellnesshotel ist vor allem auch ein Haus der

Herzlichkeit, in dem sich Paare genauso wie Familien wohlfühlen.

Mitarbeitende aus dem Dorf und der Region bieten

hier wie in anderen Tourismusbetrieben authentische, unver-

fälschte Gastfreundschaft. Die Geschichte des Hotels « La

Val » reicht bis in die 1980er-Jahre zurück. Umfassend renoviert

wurde es vor einigen Jahren und 2010 unter der Führung

von Chris und Susan Faber neu, als schickes Spa-Hotel

eröffnet.

Nach Brigels sind immer schon namhafte und illustre Gäste

aus dem In- und Ausland gereist, darunter der frühere deutsche

Bundespräsident Theodor Heuss oder Königin Emma

von den Niederlanden. Zu den Gästen im Gasthaus Casa

Fausta Capaul zählten überdies der bekannte Geologe und

ETH-Professor Arnold Escher und der Schweizer Dichter

Conrad Ferdinand Meyer. Im Fremdenbuch 1880 bis 1920

hat sich ebenfalls Charles Flach, Maler von Brigels, eingeschrieben.

Einer, der in Brigels geboren und aufgewachsen

ist, ist der Dichter Giacun Hasper Muoth. Auf dem Weg zum

Natur- und Bade see und zum neu eröffneten « Pradas Resort

», wo wir Eugen Friberg getroffen haben, passiert man

sein Geburtshaus. Immer wieder erinnern wir uns gerne an

dessen Abschiedsworte: « Einmal Brigels, immer Brigels ».

DIE AUTORIN

Karin Huber ist Journalistin BR. Sie führt in Chur das

Pressebüro kh-media. www.kh-media.ch

Landschaftsidylle in Brigels.

15


B E R G Ü N

KLEIN, ABER FEIN DIE FERIEN-

REGION BERGÜN FILISUR

Die beiden Gemeinden Bergün und Filisur liegen im Herzen des

Kantons Graubünden und bilden zusammen die Ferienregion Bergün

Filisur.

SOMMER

er Besucher entdeckt auf ausgedehnten

Touren seltene Blumen

wie Edelweiss und Frauenschuh.

Mountainbiker nehmen gerne die Route

90, die von der Keschhütte nach

Bergün und weiter auf die Lenzerheide

führt.

Ein besonderes Highlight zu Fuss in

der Region ist der Kesch-Trek. Unterwegs

mitten in der Bündner Bergwelt

lässt der Gast den Alltag zurück im

Tal. Zwischen Flüela- und Albulapass

D

entdeckt er die stille und spektakuläre

Welt des Hochgebirges. Die SAC-

Hütten Grialetsch, Kesch und Es-cha

haben sich zusammengefunden und

bieten den Kesch-Trek als viertägige

Bergtour an.

Die Alternative: ein Bergerlebnis per

Bahn. Der Weg führt von Preda nach

Bergün und weiter nach Filisur, hautnah

an den Kunstbauten der Rhätischen

Bahn (RhB) vorbei, einem Teilstück

der Strecke, die zum Weltkulturerbe

der Unesco gehört der Blick

aus den Fenstern garantiert einmalige

Ausblicke und Gänsehaut.

Viele unserer Gäste zieht es auf von der

Sonne beschienenen Wegen hoch hinaus,

über Pässe und Gletscher. Eine

Wanderung zu den klaren Bergseen

Crap Alv Laiets lohnt sich immer.

Oder ein Grill abend am Lai da Palpuogna

nach einem sonnigen Tag. Wie

sich die Berge im See spiegeln, wenn es

abends dämmert . . . Doch auch kulturinteressierte

Gäste kommen auf ihre

Rechnung ob Konzerte von einheimischen

Künstlern oder internationalen

Darstellern, traditionelle Dorfmärkte

oder Theateraufführungen,

rund 40 verschiedene Anlässe warten

pro Saison auf unsere Gäste.

Wandern, Zug fahren, biken, baden

klettern oder Kultur: In Bergün und

Filisur ist alles möglich. Mit ein wenig

Glück treffen Sie den historischen

Dampfzug und erleben hautnah, wie

die tonnenschwere Dampflok auf der

Drehscheibe in Filisur nur durch Mus-

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kelkraft gedreht wird. Oder Sie wandern

auf Heidis Spuren, die aus dem

Originalfilm bekannte Hütte ist nur

einen Spaziergang entfernt.

WINTER

Die beiden Bergdörfer Filisur und

Bergün gehören zu den schönsten im

Lande! Und im Winter zu den berühmtesten.

Denn die Schlittelbahnen

Preda Bergün und Darlux Bergün

bereiten Gästen aus der ganzen Welt so

viel Vergnügen, dass sie das Schneesportgebiet

am Albulapass liebevoll

zum «Mekka der Schlittler» kürten.

Schlittelbahnen gibt es mittlerweile

viele, doch weit und breit keine andere,

wo die Gäste mit der Eisenbahn

zum Start gefahren werden und dies

erst noch auf einer unvergleichlichen

Strecke, die mit dem Unesco-Welterbe-

Label ausgezeichnet wurde und immer

wieder ein unvergessliches Bahnerlebnis

bietet. Übrigens, auch zur zweiten

Strecke gehts hoch mit der Bahn, mit

der Sesselbahn Darlux zum Bergrestaurant

« La Diala » auf fast 2000 Meter.

Die Schlittler erwartet eine rasante

Abfahrt weit herum auch bekannt als

« Lauberhorn der Schlittelbahnen »!

Aber nicht nur die Freunde der zwei

Kufen kommen auf ihre Rechnung.

Hoch oben am Piz Darlux gibt es ein

kleines, süchtig machendes Ski- und

Snowboardparadies. Und für alle, die

es erst mal im Tal versuchen wollen,

empfiehlt sich in Bergün das Skigebiet

Tect/Zinols mit seinem Kinderskiparadies

gleich neben dem Dorf. Gut präparierte

Winterwanderwege, eine Loipe

für die Langläufer, eine Natureisbahn,

ein Dorf- und das viel gelobte

Bahnmuseum, ein Ausflug zum weltberühmten

Landwasserviadukt oder

ein erholsamer Besuch im Thermalbad

Alvaneu sorgen dafür, dass nie Langeweile

aufkommt. Und wenn es die Gäste

doch mal in die Ferne zieht, dann

wird klar, wie zentral Bergün Filisur

liegt Davos, die Lenzerheide und das

Engadin liegen praktisch vor der Haustüre.

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H I N T E R D E N K U L I S S E N

EIN LÄCHELN

INS GESICHT UNSERER

GÄSTE ZAUBERN

Gemeinsam mit hotelleriesuisse Graubünden wollen wir in den kommenden

Ausgaben etwas hinter die Kulissen der Leadbranche des Bündner

Tourismus blicken. Den Anfang machen wir mit Annette Sophie Hladik,

einer jungen Österreicherin aus dem Salzburgerland, die aus ihrem

Leben als Receptionistin im Fünfsterne-Superior-Hotel «Kulm» in Arosa

berichtet und dabei auch kritische Töne anzuschlagen wagt.

MIT ANNETTE SOPHIE HLADIK SPRACH RENÉ CHATELAIN

18


Das Hotel «Kulm» verfügt über 119 Zimmer und Suiten sowie sechs Restaurants, die unterschied licher nicht sein könnten. Vom traditionellen Schweizer Käsefondue bis hin zur toskanischen und thailändischen

Küche wird den Gästen vieles geboten. Das Hotel kombiniert Tradition mit der Moderne von heute, wodurch man einen besonderen Charme im Haus verspürt. Einer der Gründe, warum das «Kulm» auf so viele

Stammgäste zählen darf.

Annette, erzählen Sie uns doch bitte, wie es dazu kam, dass

Sie als Österreicherin nach Graubünden gekommen sind.

Ganz einfach: Ich habe mich 2013 als Praktikantin beworben

und wurde angenommen (lacht). Als ich dann das erste

Mal die sage und schreibe 361 Kurven Richtung Arosa hin -

ter mich brachte, ahnte ich noch nicht, dass ich so ein wunderschönes

Dorf, ein so luxuriöses, aber trotzdem familiäres

Hotel und so ein angenehmes Arbeitsklima vorfinden würde.

Ich bekam die Chance, mein zweimonatiges Praktikum im

Fünfsterne-Superior-«Arosa Kulm Hotel » zu absolvieren.

Der Betrieb wird sehr familiär geführt sowohl für Gäste als

auch für Mitarbeiter, welche sich dadurch sehr wohl und heimisch

fühlen. Der Rundumblick vom Hotel aus ist im Winter

wie im Sommer immer wieder atemberaubend schön. Man ist

so richtig eingebunden in die Natur.

Und jetzt sind Sie schon die dritte Saison im «Kulm»?

Ja, ich startete dieses Praktikum, welches eine gute Basisausbildung

an der Reception beinhaltete, mit grossem Interesse.

Und es machte mir auch Spass. Ein Grund mehr, diese Sparte

nach dem Abschluss der Tourismusschule 2014 zu vertiefen

und zu versuchen, im « Kulm » eine Festanstellung zu erhalten.

Ein Spruch der Einheimischen in Arosa lautet: «Wer einmal

in Arosa war, kommt wieder.» So war es denn auch bei

mir. Im Winter 2014/15 bekam ich die Chance, mich als Receptionistin

zu beweisen und die bereits gesammelte Erfahrung

in diesem Hotel unter Beweis zu stellen. Auf die Winterfolgte

eine Sommersaison sowie eine weitere Wintersaison

2015/16. Ich durfte mich mit meinem Team sehr glücklich

schätzen. Unsere Zusammenarbeit war immer sehr harmonisch

und man unterstützt sich gegenseitig nach Kräften. Es

ist schön zu sehen, wie sehr einen Stress und prekäre Situationen

zusammenschweissen. Natürlich unternimmt man

auch in der Freizeit sehr viel mit den Kollegen.

Was fasziniert Sie besondern an Ihrem Beruf in der Hotelbranche?

Letzten Endes geht es darum, unseren Gästen den schönsten

Urlaub ihres Lebens zu bereiten und sie glücklich zu machen.

Es gibt nichts Schöneres, als ein Lächeln in das Gesicht un-

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LEBENSLAUF

Das bin ich

Geboren wurde ich 1995 in Oberndorf, einer kleinen Stadt nördlich von Salzburg, bekannt

durch das weltberühmte Weihnachtslied «Stille Nacht, Heilige Nacht» (zu Heiligabend 1818

wurde das Lied von den beiden «Erfindern» Gruber und Mohr in der Kirche St. Nikola in

Oberndorf uraufgerührt, die Red.).

Nach Beendigung der Schule begann ich meine fünfjährige Ausbildung an der Tourismusschule

Salzburg Klessheim, einer der renommiertesten Tourismusschulen Österreichs. Mein

erstes Praktikum absolvierte ich im traditionell geführten viersternehotel «Alpenland» in

Obertauern im Service. Es folgte ein weiteres Service-Praktikum im Kinder- und Familienhotel

«Seitenalm» nähe Schladming. Um für meine praktische Hotelfachprüfung gewappnet

zu sein, wollte ich mein Können und Wissen in der Küche eines bekannten Restaurants am

Wolfgangsee in St. Gilgen im Salzkammergut erweitern. Da mir jedoch die Art der Küche

und des Kochens nicht zusagte Massenabfertigung, zu viel Conveniencefood, zu wenig

Eigenes , wechselte ich bereits nach drei Wochen den Betrieb und arbeitete während der

Salzburger Festspielzeit in der Küche im «M32», einem angesehenen Gourmetrestaurant

über den Dächern der Stadt.

Mit 1850 Meter Seehöhe ist das Hotel direkt an der Skipiste gelegen und im Sommer der perfekte

Ausgangspunkt für die zahlreichen Wanderwege in Arosa.

Nachdem ich meine praktischen Prüfungen erfolgreich abgeschlossen hatte und ich das

letzte Schuljahr sowie das letzte Praktikum der Tourismusschule vor mir hatte, verspürte

ich immer mehr den Wunsch, das letzte Praktikum in der Schweiz zu absolvieren. Ich surfte

im Internet und hörte mich ein bisschen um. Das Hotel «Kulm» in Arosa beeindruckte mich

so sehr, dass ich mich dort bewarb und zu meiner grossen Freude wurde ich angenommen.

serer Gäste zu zaubern. Solche Augenblicke lassen einen den

zum Teil grossen Aufwand und die viele Arbeit vergessen

und geben einem immense Kraft, Motivation und Freude.

Durch solche Erlebnisse wird der Alltag bereichert, abwechslungsreich

und aufregend. Kein Tag verläuft wie der andere,

man stellt sich ständig neuen Herausforderungen und genau

das macht die Hotellerie so spannend.

Sehen Sie Unterschiede zwischen Ihren Schweizer Kolleginnen

und Kollegen hier und in Österreich?

Selbstverständlich sind mir während meines Aufenthalts

in der Schweiz starke Unterschiede zwischen den Schweizern

und Österreichern aufgefallen. Die Schweizer sind äusserst

pflichtbewusst, ehrgeizig, diszipliniert und aufrichtig

freundlich. Wenn eine Aufgabe perfekt ausgeführt wurde, ist

es für die meisten Schweizer noch nicht gut genug. Ich hatte

des Öfteren das Gefühl, man versucht alles zu toppen und es

noch besser zu machen. Vermutlich einer von vielen Gründen,

weshalb die Schweiz international stets für Spitzenqualität

ihrer Produkte ausgezeichnet wird und erfolgreich ist.

Was ich bei den Schweizern sehr schätze, ist ihre Verlässlichkeit.

Sie leben « Handschlagsmentalität »! Wenn man etwas

mit ihnen vereinbart, kann man sich darauf verlassen.

Und wie würden Sie die Hotellerie in den beiden Ländern

vergleichen. Gibt es aus Ihrer Sicht markante Unterschiede?

Aus meiner Sicht zieht die Schweizer Hotellerie mehr internationales

Publikum an als die österreichische. Auch gibt es

mehr weltbekannte Orte/Städte wie St. Moritz, Genf, Gstaad,

Zermatt viele mit hohem « Glamourfaktor ». In Österreich

kommt die Mehrheit der Gäste aus Deutschland oder Holland.

Die Schweiz gilt als um einiges teurer als Österreich sie ist

jedoch auch exklusiver und zum Teil hochwertiger. Dementsprechend

sind Gäste in der Schweiz anspruchsvoller als diejenigen

in Österreich. Die Gäste, die in die Schweiz kommen,

können sich den Urlaub leisten und zeigen auch gerne, was

sie haben.

In der Schweiz gibt es auch in den alpinen Ferienorten wie

St. Moritz, Gstaad oder Davos noch sehr viele alte, antike

Hotelbauten mit grosser Tradition. Solche besonderen Bauten

findet man in Österreich praktisch nur in der Stadthotellerie.

In der Schweiz wird dementsprechend vielmehr «alte

Schule» zelebriert. Beispielsweise gibt es bei uns im «Arosa

Kulm Hotel » einen Maître d’Hôtel, der seit über zwanzig

Jahren im Hotel tätig und für das Wohlergehen der Gäste zuständig

ist; er unterhält sich mit ihnen, lädt sie auf einen Kaffee

ein und ist immer für sie da. Auch wird im Service noch

sehr viel vor dem Gast gearbeitet wie beispielsweise Flambieren

oder Tranchieren. Dies kommt in Österreich mittlerweile

nur noch sehr selten vor.

Und wie sehen Sie die Unterschiede in der Arbeitsweise?

Mir ist aufgefallen, dass die Arbeitsweise in der Hotellerie in

der Schweiz um einiges klarer strukturiert ist und alles sehr

korrekt abläuft. In Österreich werden Dinge sehr oft ohne

genaue Strukturierung gehandhabt. In der Schweiz gibt es in

allen Bereichen eine klare Vorgabe der Abläufe.

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Die von Stararchitekt Mario Botta gestaltete «Wohfühloase» besticht auf 1200 Quadratmetern vor allem durch viel Transparenz vereint mit der überwältigenden Aussicht und mit der meditativen Wirkung

der Berge. Blaugrüner Andeerer Granit, die puristischen Linien der Architektur und der Pool aus Edelstahl, der wie ein Bergsee türkis leuchtet, verleihen dem Spa seinen ganz besonderen Glanz.

Das Arbeiten in der Schweiz empfinde ich als anspruchsvoller

als in Österreich. Man hat mehr Arbeitsstunden zu leisten,

wird zügig eingearbeitet und ist früh auf sich alleine gestellt.

Wenn einem hier minimale Fehler unterlaufen, kann das ein

« Riesentheater » nach sich ziehen. Die Österreicher sind da

etwas gemütlicher, nehmen es lockerer, meiner Meinung

nach manchmal etwas zu locker.

Sie ziehen es also vor, in der Schweiz zu arbeiten?

Ja, weil man mit Referenzen aus Arbeitsstellen in der Schweiz

international gesehen mehr Erfolgschancen hat. Zudem hat

man hier viel mehr Möglichkeiten, sich auch sprachlich weiterzubilden

und Fremdsprachen auch anzuwenden. Im Gegensatz

zu Österreich, wo es eine einzige Landessprache gibt.

Es gibt doch aber sicher auch Dinge, bei welchem die

Schweiz weniger « punktet »?

Was in der Schweiz etwas schwieriger ist als in Österreich, ist

das Knüpfen von Kontakten. Die Schweizer sind teilweise etwas

zurückhaltender als die Österreicher. Wenn man jedoch

eine Freundschaft aufbaut, dann ist es wahre Freundschaft,

die lange hält.

Was den Alpentourismus betrifft, gibt es in Österreich sehr

viel mehr Après-Ski als in der Schweiz. Durch das grosse Angebot

der «Après-Ski-Gaudi » werden natürlich auch gezielt

die jüngeren Gäste angesprochen, die nebst Sport auch Party

machen wollen. In der Schweiz läuft alles etwas gediegener

und zum Teil niveauvoller ab.

Und was geht bei Ihnen in der Freizeit so ab?

In Arosa stellt sich da nicht wirklich die Frage, was man unternimmt.

Denn meistens geht es mit den Skiern auf die Piste

oder man schlittelt nach einem gemütlichen Nachmittag auf

der Hütte am Abend den Berg hinunter. Im Sommer werden

die Wanderwege erkundet sowie der eine oder andere Berg

bestiegen. Dass ich nun schon drei Jahre hier bin, hat nicht

zuletzt auch damit zu tun, dass die Lebensqualität sehr hoch

ist und die Freizeitmöglichkeiten sehr vielseitig sind.

Möchten Sie noch was beifügen?

Ja, ich bedanke ich mich herzlichst dafür, im « Kulm » mehr

Erfahrungen sammeln und mich perfektionieren zu dürfen,

vieles für mein weiteres Leben mitnehmen zu können und

ganz besondere Menschen kennenzulernen. Zudem ist es

eine grosse Ehre für mich, in der Reihe « HINTER DEN

KULISSEN » ihres schönen Magazins als Erste porträtiert

zu werden.

Dieses Interview ist auf Vermittlung

und mit der Unterstützung von

hotelleriesuisse Graubünden entstanden.

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L E N Z E R H E I D E

DIE BIKEREGION GRAUBÜNDENS

Lenzerheide hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wahren

Bikeparadies entwickelt. Attraktive Trails, einer der grössten

Bikeparks der Schweiz, Biketransport auf allen Bergbahnen, ein

Bikeshuttle für die etwas abgelegeneren Regionen, eine eigene

Bikeschule und nicht weniger als zwölf explizite Bikehotels bei

welchen ab der ersten Übernachtung zwei Biketageskarten inklusive

sind sorgen für ein Rundum-Wohlfühl-Erlebnis für jeden

Biker.

D

as Herzstück der Bikeregion bildet

der Lenzerheide Bikepark.

Die fünf Abfahrtsstrecken zwischen

Scharmoin und der Talstation Rothorn

unterscheiden sich nicht nur in

ihren Schwierigkeitsgraden, sondern

auch in ihren Charakteren. Neben der

einfachen FLOWline für Einsteiger

und Familien bieten die SHORE line,

STYLEline und PRIMEline mit Steilwandkurven,

Holzbrücken, Sprüngen

und Boxen jede Menge Fahrspass. Die

STRAIGHTline weisst den höchsten

Schwierigkeitsgrad auf und gilt als anspruchsvolle,

weltcuptaugliche Downhillstrecke.

Daneben bietet die abwechslungsreiche

Bikeregion Lenzerheide die passende

Tour für jeden Fahrstil. Egal

ob mit oder ohne Bergbahntransport,

mit reiner Muskelkraft oder mit dem

E-Bike, Mountainbike oder Rennrad :

Rund 300 km ausgeschilderte Biketouren

und über 850 km GPS-Touren

bringen die Biker in die schönsten

und abgelegensten Winkel der Ferienre

gion Lenzerheide.

Seit Jahren haben sich auch die vielen

Veranstaltungen als fixe Termine im

Saisonkalender der Biker etabliert. Dazu

gehört das legendäre Bike Attack

mit dem Massenstart auf dem Parpaner

Rothorn, der GrischaTrail RIDE

oder das alljährliche testRIDE zum

Saisonabschluss. Im letzten Sommer

fanden erstmals Downhill- und Cross-

Country-Weltcuprennen in Lenzerheide

statt. Während drei Tagen strömten

rund 15 000 begeisterte Zuschauer

aus aller Welt in die Bündner Berge.

Bis 2017 gastiert der UCI Mountain

Bike World Cup jährlich in Lenzerheide.

Im September 2018 folgt mit

den UCI Mountain Bike World Championships

das grosse Eventhighlight.

22


UCI MOUNTAIN BIKE WORLD CUP

8. 10. Juli 2016

Zum zweiten Mal gastiert die Weltelite

in den Disziplinen Cross Country

und Downhill in Lenzerheide. Spektakuläre

Strecken, spannende Rennen

und 15 000 Bikefans ausser Rand und

Band.

mtbworldcup-lenzerheide.com

ALPEN CHALLENGE

14. August 2016

Europas schönster Radmarathon startet

auch im 2016 in Lenzerheide. Von

Lantsch/Lenz geht es entweder auf

der Kurz- oder Langstrecke durch die

schönsten Ecken von Graubünden.

alpenchallengelenzerheide.ch

GRISCHATRAIL RIDE

18. 21. August 2016

Drei Etappen, drei Destinationen und

drei Sugustrails garantieren Emotionen

hoch drei. Es warten zahlreiche

Singletrails auf dich und deine Freunde.

grischatrailride.ch

TREK BIKE ATTACK

26. 28. August 2016

Am legendären Massenstartrennen

messen sich erneut 777 Teilnehmer auf

der 18 km langen Strecke vom Rothorn

bis nach Churwalden.

trek-bike-attack.com

TESTRIDE

17. 19. September 2016

Bereits zum 10. Mal findet im Herbst

der legendäre testRIDE in Lenzerheide

statt. Rund 45 Aussteller präsentieren

die neusten Bikes sowie Equipment

kurz nach der Eurobike. Während

drei Tagen können die neusten

2017er-Bikes kostenlos getestet werden.

testride.ch

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S P O R T

Nach einigen Eisenstufen befindet man sich beim freistehenden Meilerstein (Pinut Horn, Tgiern dil Pinut).

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KLETTERSTEIGE

VIE FERRATE «WEGE AUS EISEN» FÜR SCHWINDELFREIE

Ein Klettersteig (auf Italienisch Via Ferrata) ist ein mit Eisenleitern, Eisenstiften,

Klammern als Trittstufen und Stahl- oder anderen Seilen gesicherter Kletterweg

im Gebirge. Früher wurden Felspassagen von Wanderwegen mit Stahlseilen

abgesichert. Daraus entwickelten sich mit der Zeit Klettersteige, die immer

schwierigere Routen für Nichtkletterer begehbar machten. Heute hat sich das

Begehen von Klettersteigen zu einer immer beliebter werdenden alpinen

Disziplin weiterentwickelt. Wir stellen die Klettersteige Graubündens vor.

VON RENÉ CHATELAIN

I

n Graubünden gibt es rund 1000 Gipfel, die das Herz eines

jeden Kletterers und Bergsteigers höherschlagen lassen.

360 Gipfel liegen über 3000 m ü. M. Der Traum unzähliger

Bergsteiger ist zweifelsohne die Besteigung des Piz Bernina,

die Königin der Ostalpen, mit 4049 m ü. M. der einzige

4000er-Gipfel in Graubünden. Der Biancograt ist einer der

berühmtesten Grate im gesamten Alpenraum. Wem diese

hochalpine Kletterroute zu schwer ist, dem bieten sich unzählige

leichtere Gipfel, wie z. B. der Piz Kesch, von wo aus

man die Bernina-Gruppe mit dem Piz Palü und dem Piz

Roseg bewundern kann.

Für « Nichtkletterer », die trotzdem nicht auf den Nervenkitzel

in einer Steilwand oder einem Couloir verzichten möchten,

gibt es eine ganze Reihe von Klettersteigen. Trittfest und

schwindelfrei sollte man aber schon sein, wenn man sich auf

so ein Abenteuer einlässt.

Mit Helm und Klettersteig-Set auf schmalen Graten, an

schwindelerregenden Felswänden, über Eisenleitern und

Hängebrücken: In Graubünden finden Klettersteig-Freunde

viele hochalpine Via-Ferrata-Klassiker, für « Profis » wie für

weniger Geübte.

St. Antönien nimmt für sich in Anspruch, 2005 den ältesten

Klettersteig Graubündens eröffnet zu haben. Dem werden

die Flimser entgegenhalten, dass ihr luftiger Weg hinauf zur

Wiese « Pinut » am Flimserstein schon 1739 schriftlich erwähnt

wurde und vor allem von den Bauern begangen wurde.

Im Zuge des Tourismus und der abenteuerlustigen Gäste, die

die Hotels bevölkerten, liess der Flimser Christian Meiler

1907 Metallleitern und Stahlseile installieren und machte es

so möglich, dass der Flimserstein vom Fuss bis zur Hochebene

« bezwingbar » wurde. Allerdings geriet dieser Klettersteig

in der Folge in Vergessenheit, bis ihn ein paar Enthusiasten

wiederentdeckten und instand stellten. Seit 2007 100

Jahre nach der ersten Installation gehört er zu den grossen

Attraktionen und wird fleissig genutzt.

DIE EINZELNEN KLETTERSTEIGE

Die Sulzfluh steht als Grenzgipfel zwischen Graubünden

und Vorarlberg. Der gleichnamige Sulzfluh-Klettersteig

wurde vor zehn Jahren eröffnet und führt durch die Südflanke

der Sulzfluh ( 2817 m ) im Rätikon.

Der Steig ist vorbildlich angelegt und perfekt mit Klammern

und kurzen Leitern abgesichert. Die Route verläuft meist

über Platten und einige kurze Bänder, auf denen man sich etwas

erholen kann. Ab dem « Bankerl » im Mittelteil wird der

Steig etwas schwerer, und in den folgenden leicht überhängenden

Steigpassagen ist Kondition gefragt, die aber wegen

der häufigen Raststecken ( in Form von leichten Querungen )

gut zu bewältigen sind. Vor allem landschaftlich schroffe

Felsen, eingebettet in saftige Almwiesen mit kleinen Seen

hat dieser Anstieg viel zu bieten, oben wird man mit dem

Blick zu den Schneegipfeln von Silvretta und Bernina belohnt

!

Der historische Klettersteig Pinut in Flims ist ein faszinierendes

Naturerlebnis und schon für Kinder ab 12 Jahren geeignet.

Der Klettersteig führt von Fidaz (1189 m ) über den

Pinut auf den Flimserstein zum Servetsch Pinut ( 2045 m ).

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Hinter dem Meilerstein geht es über einen längeren Eisensteg luftig weiter. Beim Ende des Steges sieht man auf der linken Seite in der Tiefe noch einige Überreste des ürsprünglichen Klettersteigs.

Dieser wurde vor über 100 Jahren von einem gewissen Christian Meiler errichtet. Der damals gewählte Einstieg links vom Meilerstein und direkt unterhalb der Höhle erwies sich dann aber als sehr gefährlich.

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Mit dem notwendigen Respekt und den richtigen Sicherheitsmassnahmen

bietet der Klettersteig Pinut Nervenkitzel ohne

Risiko. Die Schwierigkeit wird als K 1 2 eingestuft.

Adrenalinschübe sind garantiert am Piz Mitgel bei Savognin.

Total 1320 Höhenmeter, 220 Tritte, einen Kilometer Drahtseil,

einen Überhang sowie zwei schmale Gratwanderungen

gilt es zu überwinden, um auf dem Klettersteig ganz nach

oben auf 3159 m ü. M. zu gelangen. Die Senda ferrada verbindet

das Erlebnis eines sportlichen Klettersteiges mit einer

senkrechten Wand und der Besteigung eines Dreitausenders

mit einer überwältigenden Aussicht.

Senda verticala: Der Hauptaufstieg ist technisch und konditionell

schwierig. Diese Route weist einige Schwierigkeiten

auf und vom Begehen mit Kindern oder untrainierten Personen

wird abgeraten.

«Der Steig ist das Ziel. Den Fels

erobern, auf über 3000 Metern das

Adrenalin spüren und dabei

einmalige Aussichten geniessen.»

Schwierigkeit: K 3 4 für die 350 m hohe Wand, mit der

Schlüsselstelle K 5 beim Ausstieg.

Höhendifferenz: 350 m

Senda diagonala: Die kürzere Variante bis in die Hälfte mit

rund 200 m Höhendifferenz eignet sich auch für weniger erfahrene

Berggänger.

Schwierigkeit: K 1 mit kurzen Stellen K 2 für die Abstiegsrouten

von der Piramida.

Höhendifferenz: 200 m

Senda finala: Gipfeltour auf den 3159 m hohen Piz Mitgel.

Nach diesem letzten Teilstück hat man die wunderbare

Rundsicht verdient.

Schwierigkeit: K 1 für das 80 m hohe oberste Wegstück bis

zum Gipfelkreuz.

Höhendifferenz: 410 m

Der erste Klettersteig im Engadin beeindruckt mit der spannenden

Route durch den Westpfeiler des Piz Trovat und mit

der gewaltigen Kulisse der berühmten Gletscherwelt des

Berninamassivs. Von der Bergstation Diavolezza ist der Einstieg

leicht in etwas weniger als einer halben Stunde zu erreichen.

Beide Varianten, die familienfreundliche und die extreme

Expertenroute, beginnen am gleichen Einstieg und

führen zur gewagten Seilbrücke ( auf etwa 3500 m ) empor,

welche die Schlucht quert.

27


28


Vor der Brücke teilt sich der Klettersteig. Die leichte Variante

führt nach der Schlucht zuerst vertikal ausgesetzt, dann etwas

sanfter weiter zum Gipfel. Zur extremen Variante klettert

man bei der Abzweigung zu einer Tyrolienne (Flying

Fox ) ab. Diese ist perfekt mit Seilrollen ausgerüstet. Die

Schlucht wird mit Schwung gequert, dann beginnt der Kraft

und Können fordernde zweite Teil. Nach eine Plattenquerung

sind die überhängenden Stücke ( etwa 30 Meter lang ) zu

erklimmen. Weiter oben lässt sich herrlich am Fels klettern,

immer noch extrem steil und ausgesetzt. Nur auf den letzten

Metern vor dem Gipfel wird die Route etwa sanfter.

Die italienische Bezeichnung für Klettersteig ist Via Ferrata (Plural: Vie Ferrate), was wörtlich

Eisenweg bedeutet und den Charakter gerade moderner Klettersteige sehr gut beschreibt.

Die Bezeichnung Via Ferrata wird nicht nur in Italien verwendet, sondern ist auch

im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus in einigen anderen Ländern üblich.

Das in einen Klettersteig eingebrachte Eisen dient einerseits der Fortbewegung (zusätzliche

Griffe und Tritte), andererseits der Selbstsicherung mit einem sogenannten Klettersteig-

Set. In schwierigen Klettersteigen kann die Selbstsicherung zusätzlich auch durch einen

Seilschaftsverband ergänzt werden. Manche Kletterer versuchen, eine Route frei zu klettern,

indem sie das in den Steig eingebrachte Eisen lediglich zur Sicherung und nicht zur

Fortbewegung benutzen.

Kurz vor der Wiese Pinut kann man den Ausblick in die abwechslungsreiche Bergwelt geniessen.

Die Aussicht: Auf der linken Seite schimmert mitten im Wald der Crestasee und auf der rechten Seite

sieht man über Flims hinweg Richtung Laax. (Bilder Pinut: Gaudenz Danuser)

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O U T D O O R G R A U B Ü N D E N

JULIER HOSPIZ

« LA VEDUTA»

EXPLORATOUR: VON AFRIKA NACH EUROPA

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Ins Innere von Steinen schauen, Steine in Luft

auflösen, beobachten, wie sich Bergblumen

ans steinharte Leben im Fels angepasst haben.

Das kann man auf der Exploratour zwischen

dem Julier Hospiz und Bivio. Und dann

ist da noch ein spektakuläres Felsentor.

TONI KAISER, WANDERMAGAZIN SCHWEIZ (TEXT UND BILDER)

W

er sich dafür interessiert, wieso ein Stein so und ein anderer

ganz anders aussieht, wie Landschaften geformt

werden und warum Pflanzen gerade hier und nicht anderswo

wachsen, liegt mit dieser Tour goldrichtig. Und unter uns

gesagt alle anderen auch. Denn die Wanderung vom Julier

Hospiz um den Piz Neir herum nach Bivio überzeugt auch

landschaftlich.

Auf zwölf nummerierten Posten entlang der Strecke sind

unter anderem alte Karrenspuren aus der Römerzeit im Fels

zu sehen, Souvenirs von einem urzeitlichen Meer oder eben

dieses imposante Himmelstor kurz vor der Passhöhe der

Fuorcla digl Leget, dem Insider den Beinamen « Der Kuss »

verpasst haben. Dies völlig zu Recht.

LANDSCHAFTSGESCHICHTE IM ZEITRAFFER

Man startet beim Julier Hospiz « La Veduta » auf dem ehemaligen

Kontinentalsockel von Afrika und wandert bis auf den

ehemaligen Tiefseeboden des urzeitlichen Thetys-Meeres.

Tönt doch spannend, oder nicht ? Man folgt sozusagen Schritt

um Schritt der Erdgeschichte.

Um die Sache richtig einordnen zu können, lohnt es sich, vorgängig

das Faltblatt « Exploratour » (siehe Tipp) auf der Infostelle

des Parc Ela in Savognin zu beschaffen. Da wird erklärt,

dass Afrika, Europa und Asien vor Urzeiten einen

einzigen Urkontinent bildeten: Pangäa. « Doch Kräfte im

Erdinneren zerrten am Urkontinent. Wie ein Teigfladen

wurde dieser auseinandergezogen. Die Erdkruste wurde immer

dünner und senkte sich bis unter den Meeresspiegel,

Wasser strömte ein, es entstand ein flaches Meer. Am Meeresboden

lagerten sich Gesteinsschichten ab, vor allem aus Kalk.

Grabenartige Risse entstanden, Pangäa zerbrach, Afrika entstand.

Dann änderte sich die Richtung der Plattenbewegung.

Der afrikanische Kontinent im Süden drängte wieder gegen

Europa. Wie eine Bulldozerschaufel schrammte er über den

Meeresboden, raspelte Gesteinsschichten ab, schob sie übereinander

und türmte die Alpen auf. Gleichzeitig nagten

Wasser, Wind und Wetter an den wachsenden Bergen und

modellierten sie. Und vor allem formten grosse Eismassen

der Gletscher während den Eiszeiten das Gelände.»

31


Von grossen Dingen ist da die Rede. Weil die Spuren dieser

Vorgänge der letzten 250 Millionen Jahre hier heute noch zu

entdecken sind, machen sie das Wandern zu einer ehrfürchtigen

Angelegenheit. Doch auch der Spass darf nicht fehlen:

das berühmte Felsentor ! Man erblickt es schon aus dem schönen

Val d’Agnel ein gewaltiger Anblick, wenn der Himmel

blau durch das Loch schimmert. Noch viel spannender ist es,

die Felsformation aus der Nähe zu bewundern und zu staunen,

dass das Gebilde überhaupt noch steht. Wegen der Steinschlaggefahr

sollte man sich keinesfalls dazu verleiten lassen,

durch oder gar über den Bogen zu klettern. Denn irgendwann

wird auch die Zeit für diese von Wind und Wetter geformte

Felsformation abgelaufen sein, die auf kleinstem

Raum Anschauungsunterricht für die kleinen und grossen

Veränderungen bietet, die unsere Welt vor Millionen von Jahren

geformt hat. Und die auch heute noch in vollem Gange

sind. Genau das Thema also, das diese Exploratour vermitteln

will.

Dieser Tourenbeschrieb stammt aus dem Wandermagazin

« SCHWEIZ ». Das farbige Hochglanzmagazin erscheint monatlich

und bietet Wandertipps und Reportagen zu Kultur

und Natur aus der ganzen Schweiz. Ein Schnupperabonnement

für drei Ausgaben im Wert von 44.80 Franken kann

für 25 Franken beim Verlag bestellt werden.

Telefon 032 626 40 26, E-Mail wandermagazin @ rothus.ch,

www.wandermagazin.ch.

REISE Das Julier Hospiz « La Veduta » und Bivio liegen an

der Postautoverbindung Chur St. Moritz. Oder: Taxi Jäger,

Savognin, Telefon 079 408 08 08. AUSRÜSTUNG Wanderschuhe

mit fester Sohle. ZEIT Etwa 4 ½ Stunden. ROU-

TE « La Veduta » ( 2238 m) Val d’Agnel Fuorcla digl Leget

( 2715 m, wer will, quert vor dem letzten Steilhang kurz nördlich

der Krete entlang weglos leicht ansteigend zum Felsentor

etwas nördlich von Punkt 2671) Val da Natons Alp Natons

TOURINFO

Julier Hospiz Fuorcla digl Leget Bivio

Natur 6 | Kultur 0 | Familie 4 | Kondition 4 | Jahreszeit 7 10

Lai da

Marmorera

Val da Natons

2906

Piz Neir

Fuorcla digl

Leget

V a l d ’ A g n e l

Julierpass

START « La Veduta ». ZIEL Bivio. CHARAKTERISTIK

Ausgeschilderte Höhenwanderung mit zwölf nummerierten

Posten zur Erdgeschichte (Erklärungen dazu gibts in einem

Faltblatt, das in vielen Hotels und Info-Points aufliegt, oder

auf der App des Parc Ela, siehe auch Tipp). AN-/RÜCK-

Bivio

La Veduta

tour

info

32


(1963 m) Bivio (1769 m). SCHWIERIGKEIT T2. HÖHEN-

DIFFERENZ Aufstieg etwa 500 Hm, Abstieg 900 Hm.

EINKEHREN Besenwirtschaft Alp Natons. WANDER-

KARTE LK 1 : 50 000, 268 T Julierpass. TIPPS / INFOS Wer

auf der Tour selber experimentieren möchte, besorgt sich das

Exploratour-Kit mit dem Handbuch für Experimente und

Beobachtungen zur Geologie und Flora, Geologenhammer,

Salzsäure, Lupe usw. Verleih und Infos in der Info- und Buchungsstelle

Parc Ela, Savognin, Telefon 081 659 16 18, www.

parc-ela.ch, oder in der Infostelle Bivio, Telefon 081 684 53 23,

oder im Hotel « Grischuna », Bivio, Telefon 081 659 12 12.

Route und Inhalte der Exploratour gibts auch auf der App

Parc Ela.

HOTEL «POST», BIVIO: EINE INSTITUTION

« Das ist ja ein richtiges Grandhotel », höre ich einen Gast zu

Martina Lanz sagen, der Chefin des Hotels, als dieser den

grossen Speisesaal zu Klängen von ist es Frédéric Chopin ?

betritt. Wie recht er hat: Dieses Haus, das nach der scharfen

Kurve im Dorfausgang Richtung Julier-Passhöhe liegt, ist

tatsächlich zu gut, um einfach nur als Bergsteigerhotel

durchzugehen. Das « Pöschtli » in Bivio ist eine Institution,

von der ich mal behaupte, dass es in der Schweiz kaum einen

Skitourengänger gibt, dem das Haus nicht ein Begriff ist.

Und dessen Chefin, eine richtige Tausendsassa, die stets präsent

und nie müde zu sein scheint, weiss, was Bergler gerne

haben. Natürlich ein gemütliches Bett (neunzig sind es in den

zwei Häusern), Sauna mit Whirlpool, für die Biker einen

Wäsche service noch am selben Tag « die bleiben ja auch nur

eine Nacht », so Martina Lanz, die selber auch fürs Leben

gern auf dem Bike durch die Bergwelt pedalt. Und dann

natürlich ein herzhaftes Essen: am Morgen ein Frühstücksbuffet,

das seinesgleichen sucht, am Abend einen Viergänger,

der höchst gepflegt im riesigen Saal geschöpft wird. Weil sie

selber Tellerservice nicht liebe, meint Martina Lanz: « Der

eine isst mehr, der andere weniger, so müssen wir auch weniger

wegwerfen.» Alles sozusagen « just in time », das braucht

Personal : 26 Angestellte finden während der Hochsaison hier

ihr Auskommen, darunter stets auch ein Servicelehrling.

Das zuerst « Albergo Bivio » genannte Hotel wurde schon

1778 als Säumerherberge erbaut: « Rudolf Freschiati aus Bergel

hat ein schönes Wirtshaus angelegt, wo man aber übel logiert

ist », hiess es 1797 etwas verächtlich in einem Reiseführer;

ausfindig gemacht hat die Quelle der Historiker Diego

Giovanoli. 1877 zerstörte ein Brand einen Teil des Gebäudes,

dann kam es in die Obhut der Familie Lanzio. Der Urund

der Grossvater waren hier schon Posthalter, Martina

führt die «Post » nun also in der vierten Generation. Nach der

Handelsschule und dem frühen Tod ihrer Mutter ist sie schon

früh ins Hotelbusiness eingestiegen, ist und sie absolvierte

noch den Wirtefachkurs. Sie ist nicht die Einzige in der

gastro- affinen Familie: Ein Bruder führt heute das « Kongresshotel

» in Davos, ein anderer das beliebte Restaurant

« Sihlmatt » in Menzingen. Als sie einmal die « Nase voll » und

Lust auf Abwechslung hatte, seien die beiden eingesprungen,

während sie selber ins Unterland gezogen und zuerst die

« Blinde Kuh » an der Expo 2002 in Murten gemanagt und danach

ein Hotel in Rapperswil gefüht habe, erzählt sie. 2005

war die Patronin wieder zurück in Bivio zurück zum Bleiben

und um weiterhin Pistenhasen, Ski- und Schneetüreler,

Wanderer und natürlich möglichst viele Biker in ihrem

«Pöschtli » zu verwöhnen.

Hotel « Post », Bivio, Telefon 081 659 10 00, www.hotelpostbivio.ch.

Tipp: In der Bündnerstube die Gästebücher aus

dem frühen 19. Jahrhundert studieren!

33


S U R S E L V A

DIE SURSELVA

Überraschend vielseitig präsentiert sich das Tal im Nordwesten Graubündens. Das Tal, in dem vorwiegend

Rätoromanisch gesprochen wird und Traditionen gelebt und weitergegeben werden.

A

nmutig zwischen der Rheinquelle

und der Rheinschlucht eingebettet,

eröffnen sich Gästen in der Surselva

fast unbegrenzte Möglichkeiten,

Kultur und Natur zu erleben. Faszinierende

Naturlandschaften wie die

Greina-Hochebene am Ende der Val

Lumnezia oder das Hochtal Frisal

in Brigels sind nur zwei Beispiele

für eine lohnenswerte Wanderung innerhalb

des riesigen Wanderwegnetzes.

Zudem führen unzählige Biketrails

Velobegeisterte mal auf flowigen, mal

auf herausfordernden Wegen durch die

schönsten Ecken der Surselva.

Wer nun meint, das Tal sei nur aufgrund

seiner Natur einen Besuch wert,

hat weit gefehlt. Denn wer sich den

Jahreskalender der Surselva zu Gemü-

te zieht, stösst immer wieder auf traditionelle

Anlässe. Von den Einwohnern

werden diese gelebt und von den Gästen

geliebt. Zu den Highlights gehört

beispielsweise der Alpabzug am 9. September

in Brigels. Dabei ziehen nach

dem Alpsommer rund 600 Tiere von

den fünf Brigelser Alpen ins Tal

schön gestriegelt und mit kunstvollem

Blumenschmuck verziert. Etwas weniger

bekannt, jedoch ebenso faszinierend

ist das Tonnetzwerk der Tibadas

vom 15. August. Tibas sind historische

Blasinstrumente, mit denen die Hirten

und Älpler in früheren Jahrzehnten

von Alp zu Alp und ins Tal Botschaften

kommunizierten. Einmal im

Jahr, meist im August, wird diese Tradition

wieder aufgenommen, indem in

der Landschaft positionierte Musiker

sich Melodien und Signale zuspielen.

REICHHALTIGE KULTUR

Authentische Bergdörfer wie der geschichtsträchtige

Ort Valendas mit seinen

gut erhaltenen Patrizierhäusern

oder das Wakkerpreisträger-Dorf Vrin

begeistern Kulturliebhaber ebenso wie

das kunstbegeisterte Dorf Trun, welches

einst die Heimat vom Illustrator

des Schellen-Ursli, Alois Carigiet, war.

Auch heute hat Kunst mit der begehbaren

Skulptur « Ogna » von Matias Spescha

und dem 1,5 km langen Kunstweg

« Senda d’art » einen hohen Stellenwert

im Dorf. Nebst den Bergdörfern ist die

Surselva, insbesondere die Val Lumnezia,

bekannt für die grosse Dichte an

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geschichtsträchtigen Kirchen und Kapellen.

Verschiedene Führungen und

Ausstellungen lassen die Vergangenheit

für kurze Zeit aufleben und zeigen

die Entwicklung der Region auf.

HEISSE BEATS

UND WOHLKLINGENDE TÖNE

In den Sommermonaten wandelt sich

die Surselva jeweils zu einer Hochburg

an kleinen und grossen musikalischen

Highlights. Angeführt wird die Liste

seit Jahren vom Open Air Lumnezia.

Internationale und nationale Top Acts

sorgen im sonst idyllischen, ruhigen

Tal des Lichts für einen Ausnahmezustand.

In diesem Jahr machen Künstler

wie The Kooks, Scooter, Fritz Kalkbrenner,

Wanda wie auch die aufstrebende

einheimische Hip-Hop-Crew

Liricas Analas vom 21. bis zum 23. Juli

dem Open Air die Ehre.

Fast nahtlos geht es eine Woche später

auf der anderen Seite des Piz Mundaun

mit etwas anderen Klän gen

weiter. Alle zwei Jahre wird Ober sa-

xen Mundaun zum Operndorf. Neben

der Freizeitanlage Rufalipark in Misanenga

wird vom 29. Juli bis zum 14. August

ein ganzes Operndorf aufgestellt.

Aufgeführt wird in diesem Sommer

kein geringeres Stück als «Guglielmo

Tell ». Inszeniert wird das Schweizer

Traditionsstück vom Re gisseur Andrea

Zogg.

DAS ZENTRUM DER SURSELVA

Einst erfüllt von pulsierendem Leben

in stattlichen Bürgerhäusern, von spielenden

Kindern, muhenden Kühen

und lärmenden Handwerkerbuden,

führt das Städtli heute ein beschauliches

Dasein. Und doch füllen sich die

Gassen von Ilanz zu bestimmten Jahresanlässen

mit Menschen, die das

Städtli für ein paar Tage zu einem belebten

Ort werden lassen. So geschieht

es alljährlich Anfang August am Ilanzer

Städtlifest, welches während zweier

Tage mit Markt- und Essensständen

sowie Konzerten für Feststimmung

sorgt. Ilanz ist jedoch nicht nur das

Zentrum des Tals, sondern auch ein

idealer Ausgangspunkt für die Erkundung

der Nebentäler wie das Safiental

oder die Val Lumnezia und vor allem

liegt die Stadt perfekt, um eine der

schönsten Schluchtenlandschaften der

Schweiz zu besichtigen die Ruinaulta.

In mitten von hohen, kargen Felswänden

bahnt sich dort der noch junge

Rhein den Weg durch die Schlucht und

zieht Kajakfahrer und Riverrafter sowie

Wanderer und Biker gleichermassen

in seinen Bann.

SURSELVA TOURISMUS

Tel. + 41 81 920 11 00, Fax + 41 81 920 11 01,

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Weitere Informationen unter www.surselva.info

Surselva

35


I M M O B I L I E N

HOFMANN UND

DURISCH IN FLIMS

BREITE PALETTE UND SEIT

30 JAHREN IM GESCHÄFT

36


Landläufig versteht man unter einer Immobilienfirma

ein Unternehmen, das Häuser und Wohnungen

verkauft. Dass die Angebotspalette viel

mehr umfasst als das, zeigt das Beispiel der

traditionsreichen Firma Hofmann & Durisch AG

in Flims.

VON PIERRE ANDRÉ CASTELLANI

S

eit Mitte 2013 führen die beiden gebürtigen Flimser Sandro

Hofmann (39) und Reto Durisch (38) die damals neu

gegründete Firma Hofmann & Durisch AG (siehe Firmengeschichte

auf Seite 38).

Zu den Hauptdienstleistungen der Hofmann & Durisch AG

gehören neben dem klassischen Verkauf von Ferienwohnungen,

die Verwaltung von Stockwerkeigentümergemeinschaften,

die Projektentwicklung und das Baumanagement von

Bauprojekten und Architekturdienstleistungen. Durch die

beiden Tochterfirmen Heidi Immo Flims AG und Val Signina

Touristik AG sind zudem noch touristische Dienstleistungen

im Bereich der Ferienwohnungsvermietung dazugekommen.

AUSWIRKUNGEN DER ZWEITWOHNUNGSINITIATIVE

Durch die Zweitwohnungsinitiative sind sämtliche Bereiche

des beruflichen und gesellschaftlichen Umfelds in der Tourismusregion

Flims-Laax-Falera beeinträchtigt. Neben den

touristischen Dienstleistungen sind das Bauhaupt- und das

Baunebengewerbe die Haupttriebfeder der Wirtschaft. Das

Baugewerbe hat bis heute zu einem Grossteil vom Bau neuer

Zweitwohnungen und vom Unterhalt der bestehenden Zweitwohnungen

gelebt. Der Bau neuer Hotels und / oder hotelähnlichen

Betrieben ist bis auf den Bau des Rocksresorts in

Laax vernachlässigt worden. Der Grund für diese Entwicklung

liegt sowohl im strukturellen Umfeld des Tourismus als

auch darin, dass für Investoren und Landeigentümer der Bau

von Zweitwohnungen in Verbindung mit deren Verkauf viel

attraktiver, wenn auch nicht nachhaltig war.

Die Zweitwohnungsinitiative hat zwischenzeitlich einen

Bau boom ausgelöst, weshalb die Folgen der Initiative mit

Verzögerung einsetzen. Ob und wie weit die Unternehmen

die einsetzenden Ausfälle durch neue Projekte zu kompensieren

vermögen, wird sich weisen. Noch ist ein Ausweg aus

der absehbaren Entwicklung nicht ersichtlich.

Es ist somit zwingend, dass neue Geschäftsfelder erschlossen

werden, um die rückläufige Auftragslage aufzufangen. Die

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FIRMENGESCHICHTE

Seit Mitte 2013 führen die beiden gebürtigen Flimser Sandro Hofmann

und Reto Durisch die neu gegründete Firma Hof mann & Durisch

AG. Diese entstand zwecks Nachfolgeregelung aus der Firma

Hofmann und Spitz Immobilien, welche von Arthur Hofmann und

Jürg Spitz während vieler Jahre erfolgreich geführt wurde.

Die Vorgängerfirma von Hofmann und Spitz Immobilien wurde durch

Arthur Hofmann und Emil Frischknecht im Jahr 1977 gegründet.

Unter dem damaligen Namen Frischknecht und Hofmann wurden

während acht Jahren diverse Überbauungen realisiert, die Ver waltungs

abteilung aufgebaut sowie Verkäufe von Dritten im Mandat

getätigt. Frischknecht und Hofmann war vorwiegend im Kanton

Graubünden aktiv und unterhielt Büros in Flims, Lenzerheide und

Arosa.

Im Jahr 1986 schied Emil Frischknecht altershalber aus der Firma

aus und der Betrieb wurde unter dem Namen Hofmann Immobilien

in Flims und Lenzerheide weitergeführt.

Im Jahr 1990 stiess der Bankkaufmann Jürg Spitz zum Team,

welcher 1992 als Partner in die Firma aufgenommen wurde. Der

Name wurde in Hofmann und Spitz umgeändert und bestand über

zwanzig Jahre bis Mitte 2013.

Sandro Hofmann und Reto Durisch

Firma Hofmann & Durisch AG hat dieser Entwicklung bereits

seit mehreren Jahren mit neuen Dienstleistungen entgegenzuwirken

versucht. Einerseits werden vermehrt Renovationen

und Umbauten von bestehenden Ferienwohnungen

durchgeführt und andererseits wurde mit der Akquisition

der beiden Tochterfirmen Heidi Immo Flims AG und Val Signina

Touristik AG ein Hauptaugenmerk auf die touristische

Bewirtschaftung der bestehenden Ferienwohnungen gelegt.

UMBAUTEN UND RENOVATIONEN

Neben den klassischen Architekturdienstleistungen wird der

Bereich der Renovationen und Umbauten immer wichtiger.

In diesem Bereich ist das Potenzial riesig. In der Tourismusregion

Flims-Laax-Falera befinden sich mehrere Tausend

Ferienwohnungen. Viele davon sind bereits weit über zwanzig

Jahre alt und wurden nie renoviert. Bei Wohnungen von

über zwanzig Jahren wird mit einem Renovationsbedarf von

38


zirka 1500 bis 2000 Franken pro Quadratmeter Wohnfläche

gerechnet. Die Sanierung einer alten Wohnung wirkt sich

dabei in den meisten Fällen nicht nur werterhaltend, son -

dern auch wertsteigernd aus. Genau hier setzt die Firma Hofmann

& Durisch AG an. Indem sie ihren Kunden den positiven

Nutzen einer solchen Renovation auf den Wert ihrer

Liegenschaft aufzeigen, können sie viele von der lange aufgeschobenen

Renovation überzeugen. Zudem können renovierte

Wohnungen besser der Vermietung zugeführt und somit

rentabilisiert werden. Die Firma Hofmann & Durisch AG

legt grossen Wert darauf, dass Renovationen mit lokalen Unternehmen

durchgeführt werden. Einerseits kann durch die

langjährige Zusammenarbeit die Qualität hoch gehalten werden

und andererseits ist es wichtig für die Unternehmen, dass

die Wertschöpfung in der Region bleibt und somit Arbeitsplätze

gesichert werden können.

NEUE DIENSTLEISTUNGEN

In den beiden Tochterfirmen Heidi Immo Flims AG mit Sitz

in Flims und Val Signina Touristik AG mit Sitz in Laax Murschetg

wird die touristische Bewirtschaftung von Ferienwohnungen

vorangetrieben. Dabei übernehmen diese Unternehmen

die klassischen Aufgaben einer Ferienwohnungs -

vermietung. Mit der Tochterfirma Val Signina Touristik AG

möchten die Unternehmer in Zukunft zusätzlich zu der Vermietung

neue Wege in der Bewirtschaftung einschlagen. Dabei

sollen zwei neue Geschäftsfelder eröffnet werden, welche

beide darauf abzielen, den Gästen der Region den Aufenthalt

so bequem und abwechslungsreich wie möglich zu machen.

Der erste Bereich « Real Estate Services » umfasst Dienstleistungen,

welche sich insbesondere an die Eigentümer von

Ferienwohnungen und Ferienhäusern richten. Es werden

dem Eigentümer alle Aufgaben, welche sich im Zusammenhang

mit seiner Ferienwohnung ergeben, abgenommen. Bei

Wohnungen, welche sich im Stockwerkeigentum befinden,

sind die klassischen Aufgaben des Immobilienverwalters

ausgenommen, da diese bereits über die jeweilige Verwaltung

abgedeckt sind. Der zweite Bereich « Tourist-/Concierge

Services » umfasst sämtliche Dienstleistungen, welche der

Gast, unabhängig ob Eigentümer oder Mieter, während seines

Aufenthalts in Anspruch nehmen kann, um ihm das bestmögliche

Ferienerlebnis zu garantieren. Dabei stehen die

Vermittlung von touristischen Dienstleistungen rund um

den Aufenthalt des Gasts im Vordergrund. Bei beiden Bereichen

wird auf die Bedürfnisse der Gäste nach Zeiteinsparung,

Convenience, Steigerung der Qualität des Aufenthalts

sowie auf die Sehnsucht nach Einzigartigkeit und Indivi-

dualismus abgezielt. Die immer kurzfristiger gebuchten und

kürzer werdenden Aufenthalte der Gäste in Verbindung mit

dem sehr grossen unübersichtlichen Angebot und der fehlenden

Ortskenntnis der Gäste verlangt zunehmend auch im

Bereich der Ferienwohnungen nach Organisation und Betreuung.

Für den Aufbau dieser beiden Geschäftsfelder werden

Partnerschaften mit Schlüsselpersonen der touristischen

Dienstleister angestrebt.

Reto Durisch und Sandro Hofmann sind überzeugt, dass die

Ausfälle, welche durch die Folgen der Zweitwohnungsinitiative

unausweichlich sind, teilweise dadurch aufgefangen werden

können, dass die unzähligen bestehenden Ferienwohnungen

aktiviert werden.

DER AUTOR

Pierre André Castellani (62) lebt als freischaffender Journalist und Schriftsteller

am Bodensee und schreibt für verschiedene Zeitungen und Magazine.

39


V A L S

Vals (Bild: Adrian Vieli/Visit Vals)

DIE DREI-SEEN-WANDERUNG

IN VALS

Eine der schönsten Wanderungen des Kantons Graubünden

befindet sich oberhalb Vals. Wunderbar hochgelegene

Karseen funkeln bei Sonnenschein in Blau- und Grüntönen

und die alpine Landschaft ist grandios.

S

ie blicken auf den Zervreila-Stausee

hinunter. Richtung Südwesten ist

das markante Zervreilahorn zu sehen.

Richtung Nordwesten nach Norden

können Sie das Frunthorn, den Dachberg,

das Schwarz- und Faltschonhorn,

den Piz Aul sowie den Piz Serenastga

bewundern. Herrliche Szenerie

beim Guraletschsee (2409 m), im

Hintergrund die steilen Wände des

Fa nel la horns, das Moorgebiet ist mit

Wollgras durchzogen. Sowohl der Amper

vreilasee (2377 m) wie auch der Selvasee

(2297 m) sind fantastisch in die

Landschaft eingebettet. In der Graslandschaft

beim Selvasee finden sich

ideale Plätze für ein Picknick. Und

auf der Alp Selva wird ein Käse angeboten,

welcher wegen der herausragenden

Qualität schon mehrfach ausgezeichnet

worden ist.

Beste Jahreszeit: Juni bis Oktober

Startpunkt der Tour:

Parkplatz beim Restaurant « Zervreila »

Zielpunkt der Tour: Peiltal

WEGBESCHREIBUNG

Während der ersten halben Stunde vom

Restaurant « Zervreila » aus geht man

auf einem asphaltierten Strässchen bis

zur Kapelle. Dort beginnt der Bergweg.

Gut markiert führt der Pfad bergauf

zum Guraletschsee der Guraletschsee

liegt in einer Mulde unter der Moräne

des vorderen Fanellagletschers.

Beim Guraletschsee überquert man

den Bach, der aus dem See fliesst, und

folgt dem markierten Pfad in nördlicher

Richtung dem Hang des Gu raletschhorns

entlang zur Zünliflue.

Von dort führt der Pfad in nördlicher

Richtung über Alpweiden abwärts,

biegt dann nach rechts in das Tal von

Ampervreila und steigt an bis zum

Ampervreilasee, einem dunkelfarbigen

kleinen Bergsee am Fusse des spitzen

Guraletschhorns. Anschliessend führt

der Weg in nördlicher Richtung weiter.

Leichte Steigungen und Neigungen begleiten

Sie bis zum Selvasee, dem letzten

der drei Bergseen.

Der nächste markante Punkt der Wanderung

ist die Alphütte von Heinisch-

40


Guraletschsee Richtung Ampervreilasee, Zünliflue (Bild: Janine Westenberger/Visit Vals)

Stafel. Danach wandert man weiter

Richtung Peiltal. Der Weg führt an

der Selvaalp vorbei, wo einer der besten

Alpkäse Graubündens hergestellt

und angeboten wird, ausserdem gibt

es auch weitere Landwirtschaftsprodukte

wie Nidelzeltli und Heidelbeerkonfitüre

zu kaufen.

Zwei Stunden Fussmarsch vom Selvasee

entfernt gelangt man ins Peiltal

mit der kleinen Bergwirtschaft, dem

Kiosk Peil. Von dort aus kommen Sie

mit dem Wanderbus nach Vals. Für den

Wanderbus ist eine Anmeldung erforderlich.

Fahrplan siehe www.vals.ch.

Variante: ab Selvasee über Marchegga

in zwei Stunden zu Fuss nach Vals

(1271 m), steiler Abstieg.

Ampervreilasee (Bild: Remo Tönz/Visit Vals)

TOURENCHARAKTER

mit Einkehrmöglichkeit

aussichtsreich

Schwierigkeit: mittel

Dauer: 6 ½ Stunden

Aufstieg: 761 m; Abstieg: 942 m

niedrigster Punkt: 1670 m

höchster Punkt: 2460 m

INFORMATION

Visit Vals. Das Tourismusbüro

Poststrasse 45, CH-7132 Vals

Telefon: + 41 81 920 70 70

Selvasee (Bild: Remo Tönz/Visit Vals)

www.vals.ch

visitvals @ vals.ch

41


P O R T R Ä T

PATEK PHILIPPE WELT-

ZEIT-CHRONOGRAPH

REFERENZ 5930

EINE SELTENE KOM-

BINATION, DIE

UHRENLIEBHABER

SEHNSÜCHTIG ERWAR-

TEN

Der neue Weltzeit-Chronograph Referenz

5930 vereint mit der Welt zeitund

Chronographen-Funktion zwei

grosse Patek Philippe Komplikationen.

Wahren Kennern war diese Kombination

bisher nur von einem Einzelstück

aus den 1940er-Jahren bekannt. Viele

Sammler und Liebhaber hochwertiger

Uhren wird dieser neue Zeitmesser begeistern.

Weltzeituhren und Chronographen gehören

zu den beliebtesten Komplikationen

bei den mechanischen Uhren.

Mit der neuen Referenz 5930 kommen

diese beiden Komplikationen jetzt

erstmals in einem Modell der regulären

Patek Philippe Kollektion zusammen.

Ihr neues Manufakturwerk Kaliber

CH 28-520 HU kombiniert ein automatisches

Chronographenwerk mit

Schaltrad und Vertikalkupplung mit

der patentierten Weltzeitmechanik, die

durch eine äusserst einfache Bedienung

überzeugt: Mit dem Drücker bei

10 Uhr werden der Stundenzeiger und

die beiden Weltzeitskalen in Einstundenschritten

weitergeschaltet, ohne

den präzisen Gang des Uhrwerks zu

stören.

Das Werk ist in ein klassisch rundes

Gehäuse aus 18 Karat Weissgold eingebaut.

Es vereint zwei zeitlos schöne

und elegante Designmerkmale der Manufaktur.

Die schnörkellose Grundform

der vom Bauhaus inspirierten Referenz

96 von 1932 und die flügelartig

ausgestellten Armbandanstösse, die in

den 1940er und 1950er-Jahren Furore

machten. Sie erscheinen zusammen

ebenso zeitlos schön wie ihre berühmten

Vorbilder.

Ebenso klassisch-elegant ist das Gesicht

der neuen Referenz 5930. Das in

Blau und Silber gehaltene Zifferblatt

strukturiert die Ortszeit, die 23 anderen

Weltzeitzonen und die Chronographenfunktion

so vorbildlich, dass sie

jederzeit auf einen Blick abgelesen werden

können. Ganz aussen liegt die

blaue Ortsscheibe mit den Namen der

24 Weltzeitzonen. An ihre Innenseite

schliesst sich die weisse Chronographenskala

mit Viertelsekunden-Einteilung

an. Die folgende 24-Stunden-

Scheibe ist durch ihre Hell-Dunkel-

Gestaltung und ihre Sonnen- bzw.

Mondsymbole auch Tag-/Nachtanzeige

für die Weltzeit. Das dunkelblaue

Zentrum ist wie bei allen Patek Philippe

Weltzeituhren der Dekorationskunst

gewidmet und von Hand guillochiert.

Der neue Patek Philippe Weltzeit-

Chronograph Referenz 5930 wird 2016

in einer Ausführung mit Weissgoldgehäuse

und Zifferblatt in Blau-Silber

lanciert. Er besitzt ein handgenähtes

Alligatorband mit grossen quadratischen

Schuppen, das passend zum Zifferblatt

marineblau matt gefärbt und

mit einer Calatrava-Faltschliesse aus

18 Karat Weissgold ausgestattet ist.

INFORMATIONEN

Jasmina Steele

International Communication & Public Relations Director

Patek Philippe Genf | Postfach 2654

1211 Genf 2 Schweiz | Telefon + 41 22 884 20 20

Fax + 41 22 884 25 47 | www.patek.com

42


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B R A U C H T U M

EIN SPEKTAKEL

IM ZEICHEN

DES ALPKÄSES

Wenn das Prättigau zum Fest ruft, dann kann dies nur eines bedeuten: Das Alp Spektakel

steht vor der Tür. Der in Küblis und Seewis stattfindende Grossanlass, welcher

ganz im Zeichen der Alpkultur steht, wird dieses Jahr bereits zum 11. Mal durchgeführt.

VON PETRA LUCK (TEXT) UND ERWIN KELLER (FOTOS)

44


M

it über 30 bestossenen Alpen ist das Prättigau eine der

grössten Alpregionen von Graubünden. Jeder dritte

Bündner Alpkäse stammt aus dem Tal zwischen Silvrettagletscher

und Chlus. Logisch, dass das aus bester Alpmilch

und in sorgfältigster Handarbeit auf den Alpen hergestellte

Lebensmittel im Prättigau einen besonderen Stellenwert geniesst.

Logisch auch, dass zu Ehren des würzigen Alpkäses

vor elf Jahren ein erstes Fest organisiert wurde.

Mittlerweile ist das Alp Spektakel, welches dieses Jahr vom

6. bis 9. Oktober in Küblis und Seewis stattfinden wird, nicht

mehr aus dem Veranstaltungsprogramm des Prättigaus wegzudenken.

Der über vier Tage verteilte Anlass bietet jeweils

einen gelungenen Mix aus Prättigauer Alpkultur, moderner

Alpwirtschaft und lebendigen Traditionen.

HOLZSCHNITT ZUM JUBILÄUM

Speziell zum letztjährigen 10. Alp-Spektakel-Jubiläum hat der Fideriser Künstler Marco Walli

einen Holzschnitt gestaltet. Einige wenige dieser limitierten Bilder mit dem Titel «Alp abzug

im Prättigau» und den Massen 100 × 32 cm sind zum Preis von 390 Franken bei Prättigau

Tourismus in Grüsch noch erhältlich.

Alle Informationen zum 11. Prättigauer Alp Spektakel unter www.alpspektakel.ch

AUFTAKT MIT ÄLPLERZNACHT

Den Auftakt zum Alp Spektakel bilden die harmonischen

Älplerznacht-Abende am Donnerstag und Freitag in der

Mehrzweckhalle in Küblis. Bei Kerzenschein und Petroleumlicht

wird feine Älplerkost serviert. Dazu wird ein Rahmenprogramm

mit Musik, Gesang sowie Geschichten und

gespielten Szenen im Prättigauer Dialekt geboten. Für diesen

Anlass ist eine Anmeldung erforderlich.

Das eigentliche Spektakel findet am Samstag und Sonntag

im beschaulichen Dorf Seewis statt. In der Dorfstrasse reiht

sich dann Marktstand an Marktstand. Gemeinsam bilden sie

den grossen Alpmarkt. Neben den Alpgenossenschaften der

verschiedenen Prättigauer Dörfer, welche am Markt ihren

Alpkäse feilbieten, werden auch regionale Spezialitäten und

45


46


vielerlei Handwerk angeboten. Wurst- und Trockenfleischspezialitäten,

Schafwollprodukte, Holzschnitzereien, Backwaren,

Fellgürtel und Filzhüte der Alpmarkt lässt keine

Wünsche offen.

PUBLIKUMSMAGNET ALPABZUG

Einer der Höhepunkte des Alp Spektakels ist sicher der grosse

farbenprächtige Alpabzug vor der majestätischen Kulisse

der Schesaplana am Samstagmittag. Dabei treiben die Seewiser

Bauernfamilien und das Alppersonal über 100 geschmückte

Kühe, Geissen und Schafe ins Dorf. Auch beim

Alpabzug darf der Alpkäse nicht fehlen. Zum einen wird er

dem wartenden Publikum zum Kosten angeboten, zum andern

ist das Pferdegespann mit dem Alpnutzen jeweils sozusagen

der Besenwagen des Alpabzugs.

Aber nicht nur Alpabzug und Markt stehen auf dem Programm

des 11. Prättigauer Alp Spektakels. Weitere Höhepunkte

sind die Jodlermesse in der Kirche am Sonntagmorgen,

der Kinderumzug am Sonntagmittag, bei welchem

Prättigauer Kinder mit ihren Lieblingstieren und Glocken

durch die Seewiser Strassen ziehen, sowie das grosse Rinderspektakel

vom Sonntagnachmittag. Bei Letzterem führen

die Prättigauer Braunviehzüchter ihre schönsten Rinder den

Experten vor. Den schönsten Tieren winken die Titel « Rinderchampion

», « Schöneuter Rinderspektakel» sowie «Miss

Rinderspektakel ». Zudem wird auch die «Alpkönigin » erkürt.

Bei diesem Wettbewerb spielen nicht nur Aussehen und

aktuelle Kondition der Tiere eine Rolle, sondern auch die

Milchleistung der ersten beiden Alpwägungen sowie weitere

Kriterien.

DICKE WOLLE UND FLINKE ÄLPLER

Neben den Braunviehzüchtern sind am Alp Spektakel auch

die Prättigauer Mutterkuh-, Schaf- und Ziegenhalter vertreten.

Sie zeigen auf der Wiese Saglianes mit grossem Stolz ihre

schönsten Tiere. Einige der Schafe werden zudem gleich am

Fest geschoren. Die Besucher können hautnah dabei sein,

wenn die Tiere von ihrer dicken Wolle befreit werden. Weitere

Möglichkeiten, mit Tieren in direkten Kontakt zu treten,

bieten Trekkings mit Pferden und Lamas.

Auf die Kosten kommen auch die jüngsten Festbesucher. Für

sie steht ebenfalls auf der Wiese Saglianes ein tolles Kinderprogramm

mit Streichelzoo und Strohburg bereit.

Einen spannenden Wettkampf liefern sich gestandene Älplerinnen

und Älpler bei der Profi-Älplerolympiade am Sonntag.

Ziegenmelken, Zäunen, Rahmschlagen, Alphornblasen,

Hirtenstock jonglieren oder Gummistiefel-Werfen das waren

alles schon Aufgaben, denen sich die Kandidatinnen und

Kandidaten der Älplerolympiade stellen mussten. Auch beim

diesjährigen Alp Spektakel werden originelle Disziplinen

dafür sorgen, dass die flinksten und fachkundigsten Prättigauer

Älpler/innen zur Königin respektive zum König erkoren

werden.

47


48


KÄSEDEGUSTATION UND VIEL MUSIK

Wie eingangs erwähnt, steht beim Prättigauer Alp Spektakel

in erster Linie der Alpkäse im Zentrum. Ihn gibt es in vielen

Formen am Fest zu finden. So findet am Samstag jeweils die

grosse Alpkäsedegustation statt. Die Besucher können alle

Alpkäse der Region kosten und aus den vielen würzigen Geschmacksrichtungen

ihren persönlichen Favoriten auswählen.

Das Team der Alpgenossenschaft, deren Alpkäse die

meisten Stimmen erhält, wird am Abend im Festzelt mit einem

Preis ausgezeichnet. Weiter können sich die Spektakelbesucher

jeweils am Samstag und Sonntag im Rahmen von

«Chäs, Wii und mee » über die Gemeinsamkeiten von Prättigauer

Alpkäse und Bündner Weinen informieren. Einen

originellen Alpkäse ersteigern kann man sowohl am Samstagabend

als auch am Sonntagnachmittag bei der grossen

Versteigerung im Festzelt.

Weiterer fixer Programmpunkt des Alp Spektakels ist die

grosse Alp-Party am Samstagabend im Festzelt. Bekannte

Bands und einheimische DJs sorgen für Stimmung bis in die

Morgenstunden. Musik gehört allerdings nicht nur am Samstagabend

zum Spektakelprogramm. Nein, während des ganzen

Wochenendes sorgen verschiedene Formationen für musikalische

Unterhaltung. Abwechselnd treten sie in der

Turnhalle, im Festzelt oder mitten im Marktgeschehen auf

und sorgen dort für fidele Stimmung.

ALPABZUG FLIMSERSTEIN

Im Kanton Graubünden wie auch im ganzen Alpenraum finden jedes Jahr Alpabzüge statt

(auch Alpabfahrten oder Alpentladungen genannt), die mancherorts zu einer beliebten Touristenattraktion

geworden sind. Einer der spektakulärsten Alpabzüge findet zweifellos in

Bargis oberhalb Flims statt, wo jeweils mehr als hundert prächtig geschmückte Kühe den

steilen und engen Weg vom Flimserstein Richtung Tal unter die Hufe nehmen. Vom Flimserstein

über Bargis, Fidaz, Flims nach Foppa bewegt sich die Herde in Richtung heimische

Ställe. Festbetrieb herrscht an diesem Tag beim Berghaus «Bargis», an der Älplerchilbi im

Hotel «Fidazerhof» und auf Scheia im Lerchihofstall. Dieses Jahr findet der Anlass am

17. September statt.

DIE AUTORIN

Petra Luck (43) betreut im Organisationskomitee

des Prättigauer Alp Spektakels das Ressort Presse/Medien.

Sie lebt mit ihrer Familie in Pragg-Jenaz.

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T O P G A S T R O N O M I E

IM HOTEL « ALPENHOF»

IN DAVOS WIRD

ITALIANITÀ ZELEBRIERT

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Die herzliche Begrüssung ist nicht gespielt.

Roberto Pisilli empfängt all seine Gäste

so, wie wenn sie schon langjährige Freunde

wären. Die ganze Atmospähre im Hotel

«Alpenhof» in Davos Platz strahlt Wärme und

Italianità aus. Und die hohe gastronomische

Kunst trägt dazu bei, dass Tafeln bei

Roberto zum Genuss für alle Sinne wird.

VON RENÉ CHATELAIN

«Wir suchen einen Gastgeber, der in unserem feinen, kleinen

Hotel eine herzliche Gastfreundschaft pflegt.» Dies waren

die Worte der Familie Fopp, Besitzerin des Hotels «Alpenhof

» in Davos, bei ihrem ersten Gespräch vor zwei Jahren

mit Roberto Pisilli, der nach elf Jahren im « Seehof » in Valbella

nach einer Veränderung suchte. Seitdem haben ihm

zahlreiche Hotelgäste und Restaurantbesucher von nah und

fern ihr Vertrauen geschenkt. Für ihn persönlich ist es auch

nach vielen Jahrzehnten als Gastgeber noch immer das grösste

Glück, Menschen zu empfangen und gemeinsam mit seinem

Team rundum verwöhnen zu dürfen.

Roberto stammt aus Rotondella, einem kleinen Dorf in der

Basilicata in Süditalien. Seine Familie baut dort Trauben,

Oliven, Früchte und Gemüse an. Zudem wird ein guter

Tafelwein und ein hervorragender Balsamico produziert.

Den packt Robert in ein schmuckes Kästchen und hält ihn

für gute Freunde und Bekannte als Abschiedsgeschenk

nach dem Essen parat. Ihm als Italiener ist Herzlichkeit gegeben.

Die Herkunft alleine macht es aber nicht aus, dass

aus dem 48-jährigen Roberto Pisilli ein erstklassiger Gastgeber

wurde. Er hat in grossen Häusern gelernt, wie man

es macht gut macht: «Castell », Zuoz, «Giardino», Ascona,

« Beau Rivage Palace », Lausanne, « Kronenhof », Pontresina,

Maiensässhotel « Guarda Val », Sporz, oberhalb Lenzerheide,

und zuletzt im « Seehof » in Valbella waren nur einige seiner

Stationen.

Im «Alpenhof » kann er seine Kenntnisse und Erfahrungen

voll zur Geltung bringen: Höchste mediterrane Kochkunst

und feine Schweizer Spezialitäten, sorgfältig zubereitet und

perfekt präsentiert. Einheimische und Urlaubsgäste lieben

die erstklassige Küche und den aufmerksamen Service bei

Roberto.

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«Es war wie in einem Traum:

Die Gastfreundlichkeit, das Personal,

die Lage, die Ausstattung,

das Res taurant . . . einfach alles hat

gepasst ! Wir wurden am Bahnhof

Davos Platz abgeholt und erhielten

als Erstes ein Zimmer-

Upgrade von Doppelzimmer auf

Suite. Die Bündner Holzmöbel

in allen Räumen und im Restaurant

bewirken ein gemütliches,

frisches und helles Ambiente. Die

Gastgeber und Angestellten

sind zugleich äusserst herzlich . . .»

( Januar 2016 )

Aus Tripadvisor

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Der grosszügige Rundholzbau verleiht dem Restaurant eine

warme, einladende Atmosphäre. Elegant gedeckte Tische tragen

das Ihre zu einem gepflegten Essen bei. In diesem

Ambiente wird jeder Anlass zu etwas ganz Besonderem:

Hochzeiten und Familienfeiern, Weihnachts- und Betriebsfeste.

Die «Arvenstube » bietet sich für kleine Gesellschaften

an. Für einen gemütlichen Fondue-Abend im Kreise Ihrer

Freunde empfiehlt sich die « Fopp Stube ».

Zu einem erstklassigen Essen gehört ein edler Tropfen.

Roberto Pisilli ist ein ausgesprochener Weinkenner, der seine

Freude an guten Weinen gerne weitergibt und beratend

zur Seite steht. In seiner Vinothek finden sich über 300 ausgewählte

Weine, vorwiegend aus Italien, Spanien und der

Schweiz. Man kann seinen Lieblingswein direkt bei ihm

kaufen oder per E-Mail oder telefonisch bestellen.

DAS «HOTEL ALPENHOF»

Nur zehn Minuten Fussweg von der Jakobshornbahn und dem

Bahnhof Davos Platz entfernt, liegt das einladende Hotel «Alpenhof»,

umgeben von zahlreichen Langlaufloipen und Wanderwegen.

Laut unabhängiger Gästebewertungen ist das der beliebteste Teil

von Davos.

Die 19 gemütlichen und ruhigen Doppelzimmer und Suiten sind

mit hübschen Holzmöbeln hochwertig ausgestattet, bieten wundervollen

Panoramablick Richtung Süden auf die Berge und verfügen

über Free Wi-Fi, Telefon und Safe. Das gesamte Hotel ist Nichtraucherzone.

Das Hotel verfügt auch über einen Seminarraum für bis zu 50 Personen

mit Grossbildschirm und Beamer. Seit Dezember gibt es auf

100 Quadratmeter einen Wellnessbereich mit Sauna, Dampfbad

und Ruheraum. Einen herrlichen Blick auf das Landwassertal bietet

die ausladende Sonnenterrasse.

Hofstrasse 22 | CH-7270 Davos Platz

Telefon + 41 81 415 20 60 | Fax + 41 81 415 20 61

hotel @ alpenhof-davos.ch

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K U L T U R

Die Bergeller Dörfer Stampa, Borgonovo und Vicosoprano, vom Maiensäss Tombal aus gesehen (Bild: Gianpiero Mazzoni).

CENTRO GIACOMETTI

EIN BERGTAL ENT-

DECKT SEINE WURZELN

ZUM 50. TODESTAG VON ALBERTO GIACOMETTI

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Das Bergell ist die Heimat der Künstlerfamilie

Giacometti. Giovanni, der älteste dieser weltweit

einzigartigen Dynastie, wohnte und arbeitete

zeitlebens in Stampa und in Maloja. Erst jetzt aber,

durch die Dokumentationsarbeiten des Centro

Giacometti, wird bewusst, wie bedeutend dieser

landschaftlich und kulturell spannende Ort

zwischen dem Engadin und dem Comersee auch

für die Biografie und das Werk Augustos und

Albertos war. Wander-, Vortrags- und Ausstellungsangebote

bieten nun kulturinteressierten Per -

sonen im Bergell die Möglichkeit, in eine Bergwelt

einzutauchen, die im Laufe ihrer erstaunlichen

Geschichte äusserst standhafte und innovative

Persönlichkeiten hervorbrachte.

Alberto Giacometti im Februar 1964 im Restaurant «Piz Duan» in Stampa, eine der Fotografien,

die im Buch «Ich verstehe weder das Leben noch den Tod» abgebildet sind

(Bild: Loomis Dean, Copyright: Succession Giacometti / Pro Litteris 2016, Christopher Dean).

VON DR. MARCO GIACOMETTI,

PRÄSIDENT DER FONDAZIONE CENTRO GIACOMETTI

Der Name Giacometti ist mit dem Zeichner, Maler und

Bildhauer Alberto Giacometti (1901 1966) zum festen

Begriff in der Kunstszene geworden. Seine Skulpturen erzielen

auf dem internationalen Markt enorm hohe Preise,

sein Werk ist in den bedeutendsten Museen und durch fortwährend

organisierte Sonderausstellungen weltweit präsent.

Albertos Persönlichkeit fasziniert vor allem auch junge Menschen,

nicht zuletzt auch wegen seiner ausserordentlich bescheidenen

und zweifelnden Lebenseinstellung.

Weniger bekannt ist hingegen die künstlerische Leistung seines

Vaters Giovanni (1868 1933) eines Erneuerers der

Schweizer Malerei zu Beginn des 20. Jahrhunderts und

dessen Rolle als Albertos Lehrer und Förderer. Auch die

beiden jüngeren Söhne Giovannis, Diego (1902 1985) und

Bruno (1907 2012), waren kreative Persönlichkeiten, die auf

ihrem Gebiet Spuren hinterliessen: ersterer als Modell und

Assistent Albertos sowie als eigenständiger Möbeldesigner,

der zweite als Architekt.

Zur echten Künstlerdynastie avanciert die Familie Giacometti

aber erst mit Augusto (1877 1947), einem Cousin zweiten

Grades Giovannis. Dieser ebenfalls in Stampa aufgewachsene

Maler und Glaskünstler legte, nach Studien in

Zürich, Paris und Florenz, einen fulminanten Karrierestart

hin: Bereits um 1910 realisierte der noch junge Augusto un-

«Grande tête mince» von Alberto Giacometti, 1954, Bronze, Alberto Giacometti-Stiftung, Zürich

(Copyright: Succession Giacometti / Pro Litteris 2016).

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Giacometti

Stampa

Giacomo

1768 1854

Giovanni

1765 1823

Giacomo

1805 1876

Antonio

1814 1883

Agostino

1802 1877

Antonio

1808 1893

Alberto

1834 1900

Giacomo

1853 1918

Zaccaria sen.

1856 1897

Emilia Marta

1853 1928

Giovanni

1834 1913

Giovanni

1868 1933

Augusto

1877 1947

Zaccaria

1893 1970

Gertrud Mezger

1897 1973

Cornelia

1868 1905

Annetta

1871 1964

Alberto

1901 1966

Annette Arm

1923 1993

Diego

1902 1985

Ottilia

1904 1937

Francis Berthoud Bruno

1894 1959 1907 2012

Odette Duperret

1910 2007

Abstammung der Giacomettis, mit den Ehefrauen der Familie Stampa (Abbildung aus dem Buch «Die Giacomettis. Eine Künstlerdynastie»).

gegenständliche Gemälde von Naturerscheinungen ausgehende

Farbkompositionen , die ihn zu einem Pionier der

abstrakten Malerei machten. Künstlerisch blieb Augusto ein

Leben lang losgelöst vom Wirken und vom Einfluss der nahen

Verwandten aus der unmittelbaren Nachbarschaft, von

«Die Bronzefigur ‹Zeigender Mann› von

Alberto Giacometti hat 2015

für 141,3 Millionen Dollar den Besitzer

gewechselt. Teurer wurde

noch keine Skulptur versteigert.»

Giovanni und seinem Sohn Alberto nämlich, die, wie er, mit

dem Heimatort bis zuletzt eng verbunden blieben; mit einem

damals noch ausgeprägt archaischen Ort, der den Künstlern

sowohl Zuflucht als auch Inspiration bot.

PERIPHERES BERGTAL AN ALPINEM TRANSITWEG

Stampa ist ein Bergdorf im alpinen Durchgangstal Bergell,

das zwischen dem Engadin und dem Comersee liegt. Von der

Römerzeit bis zum ausgehenden Mittelalter war es Haupttransitachse

in den Zentralalpen. Die Landschaft ist eindrücklich,

zerklüftet, facettenreich. Die Gesellschaft entwickelte

sich an der Schnittstelle zweier grosser Kulturräume

des Italienischen und des Deutschen und sog damit

verschiedenartige Strömungen auf. Um 1550 nahm die

Bevölkerung geschlossen die Reformation an; das Bergell

ist südlichster Zipfel mit seither ununterbrochener Predigttradition,

wohlgemerkt auf Italienisch.

Seinen Namen erhielt das Dorf Stampa von der politisch und

kulturell bedeutsamen, gleichnamigen Bergeller Familie, die

es um 1500 gründete. In den folgenden dreihundert Jahren

pflegten die Patrizierfamilien im oberen Teil des schweizerischen

Bergells eine ausgeklügelte Heiratspolitik; neben den

Stampas trachteten auch die Familien der Baldini, Bazzigher,

Castelmur, Crüzer, Dolfi, Fasciati, Giacometti, Gianotti,

Maurizio, Müller, Prevosti, Santi oder Scartazzini danach,

ihre Besitztümer und ihre Identität zu wahren. Der Begriff

Familie ist bei den Giacomettis also weiter zu fassen als eine

blosse Abfolge väterlicher Generationen. Denn ohne die über

Jahrhunderte hinweg verzwickten Vermählungen zwischen

angestammten Bergeller Familien ist das Phänomen der

Künstlerfamilie nicht zu erklären.

Zur Entwicklung besonders aufgeschlossener und zielstrebiger

Persönlichkeiten trug wesentlich auch die Gewohnheit

und Notwendigkeit der Bergeller bei, in weit entfernte Städte

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in ganz Europa als Zuckerbäcker und Händler auszuwandern

und dort über längere Zeit zu arbeiten. Die Tüchtigkeit,

die Öffnung gegenüber unterschiedlicher Kulturen und die

Mehrsprachigkeit ermöglichten Anpassung in der Fremde

und Wohlstand in der Heimat.

Das in dieser Intensität und Bedeutung in der Kunstgeschichte

wohl einmalige Schaffen einer einzelnen Künstlerfamilie,

der Giacomettis, fand mit zwei prägenden Bergeller

Volksschullehrern seinen Anfang: Giovanni Stampa (1834

1913) und Zaccaria Giacometti (1856 1897). Durch ihre Passion

für das Zeichnen und Dekorieren führten sie die jungen

Giovanni und Augusto Giacometti an die Laufbahn als

Künstler heran. Sie leiteten den kometenhaften Aufstieg

Albertos ein, der den von seinem Vater herbeigesehnten

künstlerischen Durchbruch in der Kulturmetropole Paris

und damit in der Welt tatsächlich schaffte.

CENTRO GIACOMETTI: EINE NEUE BEWEGUNG ENTSTEHT

Mit dem Ziel, das Kulturerbe der Künstlerfamilie Giacometti

und damit die Geschichte des Bergells zur Geltung zu bringen,

gründete eine Gruppe von engagierten Personen im Jahr

2009 den Verein Amici del Centro Giacometti. Bereits drei

Jahre später ging daraus eine Stiftung hervor die Fondazione

Centro Giacometti , welche die operativen Arbeiten

leistet und die Finanzierungsanstrengungen unternimmt.

«La montagne» von Alberto Giacometti, um 1930, Öl auf Leinwand, Sammlung Fondation Giaco-

metti, Paris (Copyright: Succession Giacometti / Pro Litteris 2016).

Zu Beginn standen Dokumentations- und Publikationsarbeiten

im Vordergrund. Zeitzeugen wussten und wissen

heute noch unzählige Geschichten über die Persönlichkeiten

der Familie Giacometti und über die Menschen zu erzählen,

die mit ihnen gelebt haben. Diese Erzählungen zu sammeln,

zu ordnen und in ihren Kontext zu stellen ist eine zentrale

Aufgabe der Fondazione Centro Giacometti.

Das Buch « Die Giacomettis. Eine Künstlerdynastie » und

eine Fotodokumentation über die letzten Aufenthalte Alberto

Giacomettis in Stampa « Ich verstehe weder das Leben

noch den Tod » sind die ersten Publikationen der jungen Stiftung,

die sich mit dem Heimattal der Giacomettis auseinandersetzt

und Brücken zu den weiteren Aktivitätszentren dieser

Persönlichkeiten, beispielsweise Zürich, Paris und Genf,

schlagen.

Diese Inhalte, die ein internationales Publikum interessieren,

sind für die multimediale Umsetzung in einem eigens dafür

zu errichtenden, dezentralen Gedenk- und Ausstellungszentrum

bestens geeignet. Das landschaftliche und architektonische

Umfeld des Bergells ist weitgehend erhalten und bietet

durch Erlebniswege im Freien eine ausgezeichnete Ergänzung.

Auch sollen alte und heute ungenutzte Gebäude der

Kulturlandschaft in ein Gesamtprojekt integriert werden.

Damit leistet das Centro Giacometti einen wesentlichen Beitrag

für ein erlebnisreiches Künstlerverständnis und für die

künftige Entwicklung des Bergtals.

«Buste d’Annette X» von Alberto Giacometti, 1965, Bronze, Sammlung Fondation Giacometti, Paris

(Copyright: Succession Giacometti / Pro Litteris 2016).

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«Bergell» von Augusto Giacometti, 1911 15, Aquarell auf Papier, Privatsammlung.

Augusto Giacometti zu seiner Florentiner Zeit (Bild: Fondazione Centro Giacometti).

«Stampa. IV» von Augusto Giacometti, 1943, Öl auf Leinwand, Privatsammlung.

FLOATING OFFERS ERSTE KULTURANGEBOTE DES CENTRO

Vorerst konzentrieren sich die Angebote auf die Vermittlung

von Inhalten und Erlebnissen in der Landschaft entlang

von Wanderwegen. Bedeutende Fotografen, darunter Ernst

Scheidegger, Henri Cartier-Bresson und Loomis Dean, dokumentierten

Alberto Giacomettis letzte Aufenthalte in seinem

Heimatdorf Stampa. Diese einmalige Sammlung bildet

die Vorlage für den Fotoweg «Mit Giacometti unterwegs»:

Mittels des oben erwähnten Bildbands erhält der Wanderer

einen fotografischen Eindruck über die letzten Lebensjahre

des Künstlers und kann sich zugleich auf einem Spaziergang

zwischen Coltura und Borgonovo an die Originalorte begeben.

Die Konzeption der Publikation wird dem Anspruch

einer Künstlerdokumentation und gleichzeitig eines Wegführers

gerecht. Dank eines im Buch beigelegten Plans ist es

nämlich möglich, die exakten Fotostandorte zu finden. Sie

zeigen Alberto Giacometti als einen Menschen des Bergells,

der in Stampa zu Hause ist und am 15. Januar 1966 in diesem

Bündner Tal seine letzte Ruhe fand.

Bereits heute bietet das Centro Giacometti auch geführte

Wanderungen und Vorträge an. Diese bringen historische

Ereignisse von nationaler und internationaler Bedeutung näher,

die eng mit dem Werk der Künstler Giovanni, Augusto

und Alberto Giacometti verbunden sind. So wird zwischen

Borgonovo und Coltura die Evolution der modernen Kunst

in der Periode zwischen 1890 und 1966 erlebbar. Unter den

im Bergell entstandenen Werken sind klassisch und impressionistisch

gehaltene Szenen des täglichen Lebens und Landschaften

von Giovanni, ungegenständliche Farbkomposi tionen

Augustos sowie auf den Vordergrund fokussierte Gärten

Albertos. Die Künstler porträtierten aber auch Menschen

des Bergells: Familienmitglieder, Verwandte, Nachbarn oder

Personen, die mehr oder weniger zufällig irgendwann ihren

Lebensweg kreuzten. Das Herausragende am Bergeller Werk

der Giacomettis: die Köpfe, Porträts und Büsten, die Alberto

in seinen letzten fünf Lebensjahren im Atelier in Stampa

schuf.

Besucht werden also die Lebens- und Arbeitsorte der Künstler

in einer Landschaft, in welcher ihre Vorstellungswelt geboren

ist und welche sie ein Leben lang angezogen hat. Die

Wanderung verbindet eine Reihe von bedeutsamen Orten

wie etwa die Wohnstätten der Künstlerfamilien und die Ateliers,

die Spielorte der Kinder und die Schulhäuser, die Standorte

der Staffeleien von Hunderten von Werken, die Kirchen

San Giorgio und San Pietro mit den Werken Augustos und

der Friedhof, auf welchem alle Persönlichkeiten der Familie

Giacometti ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.

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«GIACOMETTI ART WALK», NEUARTIGER VIDEOGUIDE

FÜR SMARTPHONES«

Im Mai 2016 geht ein Kulturangebot des Centro Giacometti

in Betrieb, das neue Massstäbe in der Kulturvermittlung im

Freien setzen dürfte: «Giacometti Art Walk ». Entlang von

virtuellen Themenwegen können Wanderer ortsspezifische

Spielfilme anschauen und kunsthistorische Inhalte konsultieren.

Der als kostenlose App für Smartphones konzipierte

Videoguide setzt das Bergeller Werk der Giacometti-Künstler,

ihre Biografien und ihr Heimattal an den Originalstandorten

in Szene und schafft damit ein unvergessliches Erlebnis

für Kulturwanderer.

Gerade diese Verbindung aus Landschaft, Werk und Biografien

machten sich Andrea Fenoglio und Diego Mometti zunutze,

als sie ein neuartiges Informationsinstrument zum

Thema der Kunstvermittlung im Aussenraum entwickelten.

‹ Filmische Fiction › als Mittel für eine innovative App, die

ganz der Darstellung eines Gebirgstals und seiner Künstler

von Weltruhm gewidmet ist. Hierdurch erlangt ‹ Giacometti

Art Walk › Wiedererkennungswert im Rahmen der mit neuen

Kommunikationstechnologien arbeitenden touristisch-kulturellen

Angebote und bietet neue Entwicklungsmöglichkeiten

für die gesamte Region.» So charakterisieren die Dokumentarfilmer

ihr künstlerisches Projekt. Drei Jahre lang

haben sie mit Recherchearbeit verbracht und dabei noch unbekannte

Geschichten erfasst, die künftigen Besuchern, die

sich für die Künstler der Giacometti-Familie und deren Heimat

interessieren, erzählt werden. Dieser Schatz gehört dem

Bergell.

Die multimedialen Inhalte erzählen Geschichten, die Leben

und Werk der Künstler gewidmet sind, und Geschichten aus

dem Tal. Bei den besonderen Inhalten der App handelt es sich

um kurze Episoden, durch die Momente aus dem Leben der

Künstler so nacherlebt werden können, als würden sie sich

«Selbstbildnis im Schnee» von Giovanni Giacometti, 1899, Öl auf Leinwand, Musée d’Art et

d’Histoire de Genève.

«Annetta und Alberto» von Giovanni Giacometti, 1904, Öl auf Leinwand, Privatsammlung.

Giovanni Giacometti, um 1930 (Bild: Fondazione Centro Giacometti).

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Auf dem Set von «Giacometti Art Walk», in Soglio gedrehte Szene mit Giovanni Segantini und

Giovanni Giacomettis Vater, Alberto Giacometti senior (Bild: Fondazione Centro Giacometti).

Vorbereitung zur Aufnahme einer Szene mit singenden Mähern aus Bergamo, vor dem «Restaurant

Piz Duan» in Stampa (Bild: Fondazione Centro Giacometti).

vor den Augen der Zuschauer ereignen. Schauspieler stellen

die Künstler und andere Personen dar und führen die Besucher

zurück in die Vergangenheit des Bergells. Der Besucher

erlebt damit eine Zeitreise und tritt in das Leben der Künstler

ein. Auf seinem Spaziergang entlang der Wege des Bergells

trägt er an sein Smartphone angeschlossene Kopfhörer, mit

denen er voll und ganz in die Erzählung eintauchen kann.

Durch die Nutzung filmischer Fiktion, die an die kleinen

Bildschirme der Mobilgeräte angepasst ist, wird der innovative

Geist des Projekts auf einem noch weitgehend unerforschten

Gebiet hervorgehoben.

Im Gedenkjahr 2016, Alberto Giacomettis 50. Todesjahr,

werden fünf Themenrouten durch das gesamte Bergell vorge-

Der Geologe Guido Mazzoleni erläutert die Granitberge südlich von Borgonovo, die Giovanni Giacometti im Jahr 1901 malte, als die Malerfamilie dort wohnte und Alberto zur Welt kam (Bild: Fondazione Centro

Giacometti).

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Regisseur Andrea Fenoglio instruiert die Schauspieler Margherita Schoch und Federico Basso auf

dem Set von «Giacometti Art Walk» (Bild: Fondazione Centro Giacometti).

Anlässlich einer geführten Wanderung kommentiert Kunsthistorikerin Dora Lardelli ein Gemälde

Giovanni Giacomettis mit dem Piz dal Largh (Bild: Fondazione Centro Giacometti).

stellt, die von Chiavenna in Italien bis ins Oberengadin nach

Sils reichen. Die fünf Routen sind allesamt Wanderungen mit

geringem Schwierigkeitsgrad, für die jeweils zwei bis vier

Stunden benötigt werden. Sie sind untereinander verbunden.

Die Ausgangs- und Endpunkte sind leicht zugänglich und

mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.

CENTRO GIACOMETTI: VON DER VISION ZUR REALITÄT

«Giacometti Art Walk » ist der erste Mosaikstein für ein grösseres

multimediales Werk, das die gesamte Region umfassen

wird und damit neue Entwicklungsmöglichkeiten schafft.

Mit den im Tal geplanten musealen Räumen, die in einer

zweiten Umsetzungsphase des Centro Giacometti entstehen

sollen, werden die mit dem Videoguide vermittelten Inhalte

ergänzt und vertieft und ihr transmedialer Charakter erweitert

mit multimedialen, mechanischen und interaktiven Installationen.

Damit soll die Erzählung über die Künstler und

ihre Heimat vervollständigt werden.

Das Besucherzentrum, ein Neubau als modernes Dienstleistungszentrum,

soll in Stampa entstehen, wie die von Steiner

Sarnen Schweiz im Auftrag der Fondazione Centro Giacometti

formulierte «Vision Centro Giacometti 2020» zeigt.

Alles soll ganz auf die Gästebedürfnisse ausgerichtet sein.

Oberirdisch sind Empfang, Tourismusbüro, Kasse, Bistro

sowie Shop untergebracht. Im Untergeschoss befindet sich

das Bergeller Kunstmuseum mit Bibliothek, Vortrags- und

Filmsaal und der Zugang zu den Workshop-Räumen. Im Besucherzentrum

befindet sich ebenfalls der Ausgangspunkt

zu drei thematischen Rundgängen durch das Dorf und die

nähere Umgebung. An der zentralen Theke des Besucherzentrums

werden die Tickets für das Bergeller Kunstmuseum

verkauft. Hier ersteht der Gast seine lokalen Spezialitäten,

die gleich daneben verführerisch ausgestellt sind. Das Bistro

ist für das frisch zubereitete und aus regionalen Produkten

hergestellte kleine Verpflegungsangebot verantwortlich. Die

Bergeller begegnen in diesem neuen «In-Place» den Touristen.

Der Neubau soll auffallen, verblüffen, zum Anhalten anregen

und vor allem auch einladend wirken. Die vorbeifahrenden

Touristen sollen von der Strasse gelockt und zu einem

Aufenthalt im Bergell verführt werden. Die Fondazione Centro

Giacometti versucht nun, diesen Weg weiterzuverfolgen.

Wenn die Idee gut ist, wird sie sich auch realisieren lassen.

Weitere Informationen unter www.centrogiacometti.ch und

www.giacomettiartwalk.com

DER AUTOR

Marco Giacometti, Bergeller, geboren 1960, Studium der

Veterinärmedizin in Lausanne und Zürich, Habilita-

tion in Wildtiermedizin an der Universität Bern. Zahlreiche

Veröffentlichungen im Bereich der Wildtiermedizin und

-ökologie. Derzeit Lehrtätigkeit an der Bergeller Sekundarschule

in Stampa. Beschäftigt sich mit der Dokumentation

und Vermittlung der kulturellen und natürlichen Geschichte

des Tals. Seit 2013 Präsident der Fondazione Centro

Giacometti in Stampa. Mit Mitstreitern hat er sich zum Ziel

gesetzt, im Bergell ein «Centro Giacometti» zu reali -

sieren, das mit Bezug auf das Tal Leben und Werk der

Giacometti-Künstlerdynastie einem breiten Publikum

vorstellt. Marco Giacometti ist Mitherausgeber und -autor

des Buchs «Die Giacomettis. Eine Künstlerdynastie»

und der Fotodokumentation über Alberto Giacomettis letzte

Aufenthalte in Stampa «Ich verstehe weder das

Leben noch den Tod», beide im Salm Verlag erschienen.

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J U B I L Ä U M

DAS HOTEL «DA L’ÜJA»

MÄRCHENHAFTE GESCHICHTEN

Es war einmal ... Tauchen Sie ein in märchenhafte Grastronomiegeschichten, fabulösen

Gaumentanz und traditionelle Kreativitätsausbrüche aus dem Hause Hotel «Traube» in Scuol ...

Es war einmal ein Mann, dessen Grossmutter einen ganz besonderen Geist in die «Traube»

gebracht hat. Zusammen mit seiner ausgesprochen lieben Frau die beiden teilten sich viele

Aufgaben füllten sie ein ganzes Haus mit Leben. Das Haus wurde ihr Kind, als sie gingen,

war es schon an die 100 Jahre alt.

VON LISA SCHREIBER

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Zeichnung Druidomobil von Steivan L. Könz

Alte Mühle am Clozzabach

Sofia und Giacomin Ghilotti haben die Savoldellis von Anfang

an mit offenen Armen aufgenommen. Mit den 100

Jahren haben sie ihnen auch ihr Kind überlassen, die « Üja »

das Hotel «Traube», das kleine Hotel, entstanden aus der

Mühle am Clozzabach, zusammen mit dem Silberschatz,

unzähligen Messern, Gabeln und Kännchen, alles in Reih

und Glied, frisch versilbert und poliert. Bestimmt gab es

auch schon andere Hotelübergaben, wo das Silber wie von

Zauberhand fremde Wege gegangen war.

DRUIDE UND DRAGUN

An den Wänden unzählige Porträts mit fremdartigen Fabelwesen,

Drachen, Nixen und Figuren. Diese allerdings unter

Vorbehalt, denn die gehörten einem besonderen Mann aus

Guarda. Steivan Liun Könz hatte Bedenken, ob er seine Bilder

in der «Traube » lassen wollte. Da musste der Koch sich

schon etwas Besonderes einfallen lassen. Ein Geburtstagsessen

war die ideale Gelegenheit dazu. Durch Steivan Liuns

Mitwirken wurde das Fest zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Koch und Künstler wurden Freunde. Die Bilder

hängen bis zum heutigen Tag. Geblieben sind auch Reliefs,

bunte Spiegel, Keramik, Sgraffiti und unzählige Kleinigkeiten.

Steivan Liun lebt in der «Traube » wie eh und je.

Seine Einführung in das Zubereiten der wirklich wahren und

echten Feuerzangenbowle ist in lebhafter Erinnerung geblieben.

Die handbemalten Etiketten auf den Gewürzgläsern haben

nicht im Geringsten an Leuchtkraft verloren. Als hätte

sie der Drache soeben ausgespuckt.

Es war einmal ein Mann ist schon fast über 100 Jahre her ,

der war gross und stark wie eine Zypresse. Aber es herrschte

grosse Not im Lande. Ganze Heerscharen zogen weg, viele

gingen nach Amerika. Grossvater Pietro Savoldelli packte

seine Frau und einen Haufen Kinder auf einen Karren, und

das kleine Pferd zog die Familie den ganzen Weg von Bergamo

bis zum Passo dello Spluga. Am Zoll endete die Fahrt,

denn für das Pferd sollten fünfzig Franken bezahlt werden.

Der arme Einwanderer war verzweifelt und ohne Geld. Der

Wirt sah die grosse Sorge in Grossvaters Augen und gab ihm

das Geld mit den Worten: «Wenn du ein rechtschaffender

Mann bist, dann bringst du mir das Geld zurück, sobald

du es verdient hast.» Ein paar Tage später sollte er sein Geld

zurückbekommen. Weil sein Eindruck ihn nicht getäuscht

hatte, erliess er dem Schuldner einen rechten Teil. Vielleicht

war das ein erstes Zeichen einer wohlwollenden und guten

Schweizer Gastfreundschaft.

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Als der Grossvater starb, war Pader Alexander Lozza so über

den langen Trauerzug erstaunt, dass er folgendes schrieb:

« Ein Trauerzug so lange, man könnte meinen, ein Von Peterelli

sei gestorben, und nicht bloss ein italienischer Arbeiter,

der nur seine Familie im Dorf hat.» Pietro hatte es verstanden,

mit Schaufel, Pickel und Hammer seinen Namen in

die Herzen der Leute zu schreiben.

1904 erhielt Giuseppe Bernetta einen « Permiss d’ustaria »

für die Gaststube in der heutigen «Chasa da l’Üja ». Aus der

Mühle an der Clozza wurde eine Weinhandlung, ein Passantenhaus,

ein Gasthaus « Concordia » oder einfach die « Üja ».

In den Folgejahren sollte Giacomin das Kochen erlernen und

auch Vater Gion Savoldelli zog von Savognin ins Engadin,

wo er in der Hotellerie von St. Moritz sein Auskommen fand.

Aber die Familie war weit weg und in den Sechzigerjahren

entschied er sich, in Savognin, wo gerade der erste Skilift gebaut

wurde, ein Hotel zu gründen.

Die Geburtstage seiner drei Söhne zu denen auch Leonardo

Savoldelli gehört richten sich aber immer noch brav nach

dem Ende der Wintersaison in St. Moritz. Diesem Umstand

und dem Willen bei der Familie sein zu können, verdankt

wohl auch er seine Beziehung zur Gastronomie.

Leonardo durfte nicht Koch werden. Das waren schon seine

Brüder. Nach dem Handelsdiplom kam aber doch die Hotelfachschule

in Luzern und spätestens nach dem Praktikum bei

Roland Jöhre in Ftan war er schlussendlich doch in der Hotelküche

angekommen. Ideale Voraussetzungen, um dann in

Scuol Giacomins Silberschatz zu übernehmen.

DRUIDOMOBIL

So viel Kunst musste natürlich gepflegt werden. Steivan Liun

Könz weilte viele Stunden in der Küche am grossen blauen

Tisch. Viele Ideen wurden besprochen, Rezepte wurden ausprobiert

und es wurde Wein getrunken. Da wurde das Druidomobil

geboren. Ein Apparat mit Feuer und Flammen, ei-

Segelschiff am Stammtisch der «Üja»

nem Tank gefüllt mit Dinosaurierfurz. Zaubertrank für die

Seele oder guten Geister des Hauses. Das Ganze war schnell

zu Ende gedacht, die Skizze gezeichnet und der Erbauer erkürt.

Alesch Vital sollte dem Teil Leben einhauchen. Aus

Kultureisen, Rädern, Ketten und Blech entstand das Druidomobil.

Wird immer noch gepflegt und bei Bedarf strömen

tausend Düfte über die nächtliche Terrasse und der Zauber

ist wie neu geboren.

SCHEMBER MAMUT ENGIADINAIS

Not Bott aus Poschiavo wollte die «Traube » mit einer seiner

Skulpturen verschönern. Es musste lediglich ein Baum besorgt

werden. Nach Absprache mit dem Förster wurde dann

die grösste zum Fällen bestimmte Arve versprochen. Irgendwo

weit über Zernez lag sie dann. Leider etwas zu lang für

den Seilkran, der sie zu Tal bringen sollte. Durch die Luft

und per Lastwagen ging es bis nach Scuol und dann mit Spezialkran

auf die Sonnenterrasse der «Traube ». Am grossen

Tag erschien der Holzkünstler. Nach kurzer Begutachtung

Gion Savoldelli um 1958 am Bahnhof in St. Moritz

Kaffee- und Teekannen in Hotelsilber

64


des Baumes, einem etwas längeren Mittagessen und einem

ausgiebigen Mittagsschlaf hat er die Kettensäge ergriffen und

den Baum in zwei Teile halbiert.

KINDERMUND HAT GOLD IM MUND

Vor langer, langer Zeit war es wohl schon klar, dass es nicht

die Kinder sein würden. Während einer Familienwanderung

von Tarasp nach Scuol wussten Vater und Mutter nichts besse

res, als ausführliche Gespräche über Sorgen, Hotel und

Arbeit zu führen. Vorbeilaufend hat dann ein Kind gesprochen,

sie würden wohl niemals die « Nachschaffer in der

‹Traube ›» werden.

WOLF UND BÄRENSPUREN

Etwas « Berühmtheit » hat die «Traube » auch durch die legendären

Pferdeschlittenfahrten erlangt. Bärenspuren im

Schnee, reichlich Unkrautgrappa und waghalsige Köche als

Wolf oder Bär im Wald von San Jon versteckt, liessen unter

Wolfsgeheul den Gästen wohl manchen kalten Schauer über

den Rücken laufen. Ein paar Jahre später sind dann tatsächlich

wieder vereinzelt Bären aus Italien zu Besuch ins

Engadin gekommen. Leider wollten die Köche dann nicht

mehr den Bären spielen. Aber sie sind noch da und mit

ihnen die vielen treuen Seelen des Hauses und die Königin

des Nordens.

NORDWIND

. . . und viele neue kleine Dinge hat sie mitgebracht. Sie stehen

in Vasen, kleinen Gefässen oder krabbeln an den Wänden.

Schon ein paar Jahre ist es her, da kam Antje aus dem Norden

in den wärmeren Süden. Mittlerweile sind die Spuren nicht

zu übersehen. Die frische Brise tut gut und die Gäste freuen

sich über die herzliche Betreuung und sind froh, dass immer

jemand für sie da ist.

Über sieben Meere wird einmal ein Prinz in einer eisernen

Rüstung kommen, neue Ideen bringen und ruhmreiche Taten

planen der neue Wächter des Schatzes und der Geschichten.

Auf seinem Schild steht: « Habe keine Angst mehr,

keinen Zweifel, bin nicht mehr dauernd auf der Suche. Reise

nicht mehr aus Fernweh, sondern einfach, weil ich reisen will.

Will nicht sofort wieder weg, wenn ich irgendwo bin. Und

diese ewigen Fragen nach dem Ziel, nach dem Sinn von allem,

das ist vorbei. Der Sinn des Lebens ist, wenn sich die Frage

nicht mehr stellt. Dann beginnt das Leben.»

www.traube.ch

DIE AUTORIN

Lisa Schreiber ist freischaffende Journalistin und Autorin.

Sie lebt in Zürich und Berlin.

Haupteingang des Hotels «Traube» mit Koch von Peter Leisinger

65


N A T U R

PARC ADULA EIN

NATIONALPARK DER

NEUEN GENERATION

EIN PROJEKT, DAS IN DIE ZUKUNFT BLICKT

Das Projekt Parc Adula «setzt sich zum Ziel, eine Plattform für die viel fältigen

fünf Regionen zu sein und zum Motor für einen gemeinsamen dynamischen Entwicklungsprozess

zu werden. Im Parc Adula geht Naturschutz mit wirtschaft licher Entwicklung

und Erhalt des kulturellen und historischen Erbes der Regionen einher. Mit einer Kern- und

Umgebungszone unterscheidet sich der Parc Adula wesentlich vom bestehenden

Nationalpark im Engadin».

VON FABRIZIO KELLER, PRÄSIDENT DES VEREINS PARC ADULA

Cincia bigia (Bild: Athos Binda)

66


San Bernardino (Bild: Athos Binda) Fuchs in San Bernardino (Bild: Athos Binda)

S

echzehn Jahre sind vergangen, seit das Projekt Parc Adula

seinen vorsichtigen Anfang nahm. Seitdem haben die

Initiatoren es durch die Beteiligung breiter Kreise kontinuierlich

vorangetrieben. Zunächst wurden die Präsidenten

der Regionalverbände und einige Kommunalpolitiker involviert.

Nachdem ein erster Konsens gefunden war, wurde das

Projekt den Vorständen der beteiligten Regionen präsentiert.

Mit deren finanzieller Unterstützung konnte eine Machbarkeitsstudie

durchgeführt werden, die den Konsens der

Exekutiven untermauerte. Im nächsten Schritt wurden die

Gemeinden zuerst über ihre Präsidenten und dann über

die Vorstände aktiv beteiligt. Mit der Erarbeitung eines groben

Projektentwurfs war also die vom Gesetzgeber sogenannte

− Projektierungsphase erreicht. Möglich wurde dies

dank der Finanzierung durch das Regio-Plus-Programm des

Staatssekretariats für Wirtschaft Seco. Das Projekt nahm zunehmend

Gestalt an, und so wurde schliesslich der Verein

Parc Adula mit fünf Regionen und siebzehn beteiligten

Gemeinden als Mitglieder gegründet. Einige von ihnen hatten

bereits ihre Gemeinderäte involviert, um sich an der Errichtungsphase

(definitive Projektierung) des Projekts beteiligen

zu können.

NEUE GESETZESGRUNDLAGEN

Die Rahmenbedingungen für zukünftige Nationalpärke sind

gesetzlich geregelt. Im Jahr 2006 haben die beiden parlamentarischen

Kammern die Revision des Bundesgesetzes über

den Natur- und Heimatschutz verabschiedet und im Jahr

2007 hat der Bundesrat die Verordnung über die Pärke von

nationaler Bedeutung erlassen.

Das Projekt Parc Adula ist insofern ein « Nationalpark der

neuen Generation », als die Vorschriften des Natur- und Heimatschutzgesetzes

in Sachen Nationalpärke nur auf neue

Pärke anwendbar sind. Der Schweizerische Nationalpark im

Engadin untersteht weiterhin einem eigenen Gesetz ( Bundesgesetz

über den Schweizerischen Nationalpark im Kanton

Graubünden vom 19. Dezember 1980 ).

Das Natur- und Heimatschutzgesetz bezweckt keine « definitive

» Gründung eines Nationalparks, sondern einen Entwicklungsprozess.

Dies findet seinen Ausdruck darin, dass

die Gemeinden alle zehn Jahre ihre Zustimmung zum Nationalpark

bestätigen müssen. Bei Vertragsablauf besteht also

die Möglichkeit, die Situation auf der Grundlage der gewonnenen

Erfahrungen und unter Berücksichtigung der kommunalen

und regionalen Bedürfnisse neu zu bewerten und

im Rahmen von Bundesgesetz und -verordnung anzupassen.

Die Herausforderungen, denen sich der Verein Parc Adula

und alle beteiligten Gemeinden stellen müssen, sind vielfältig:

Vereinbarkeit von Naturschutz und nachhaltiger wirtschaftlicher

Entwicklung; Verbesserung und Ausbau touristischer

Infrastrukturen, gepaart mit Landschaftsschutz; Förderung

von Wirtschaftsaktivitäten, die zugleich umweltverträglich

sind und dem Marketing des Parks dienen. Dies erfordert

ein Qualitätshandwerk, das territoriale Ressourcen

nutzt, und ein touristisches Angebot, das der Bedeutung des

Umweltschutzes Rechnung trägt, aber auch eine Landwirtschaft,

die sich auf ihre Tradition zurückbesinnt, neu positioniert

und als Garant der Biodiversität und Landschaftsqualität

wirkt.

NUR MIT BREITER ZUSTIMMUNG REALISIERBAR

Von Beginn an ging es um ein « von unten » vorangetriebenes,

auf Konsens basierendes Projekt. Nur mit einer breiten Zustimmung

ist das Parklabel, die Anerkennung als Nationalpark,

erreichbar. Mit Beginn der Betriebsphase muss dieser

Konsens in der Bevölkerung, bei allen weiteren Akteuren

und Interessengruppen in den Regionen des Parks noch gefestigt

werden. Daraus muss der Wille der Menschen erwachsen,

die Region, in der sie leben, gemeinsam mit dem Verein

Parc Adula aufzuwerten. Dem Verein muss es bei der Nutzung

des Parklabels gelingen, die Menschen von der Notwendigkeit

von Produkten mit starkem regionalem Bezug

zu überzeugen; Produkte, die den Wunsch stärken, hierher

zurückzukommen. Das Parkgebiet hat eine Grösse von

1250,74 km 2 ; fünf Regionen und siebzehn Gemeinden sind

67


Greina (Bild: Parc Adula)

daran beteiligt. In der Betriebsphase wird es darum gehen,

die Besonderheiten jeder einzelnen Region zu erkennen, zu

nutzen und zu einem Anziehungspunkt zu machen. All jene,

die den Park besuchen egal, welches Tal sie zuerst erkunden

−, sollen davon überzeugt werden, dass sich auch ein

Besuch der anderen Gebiete des Parks lohnt. Denn jede der

beteiligten Regionen hat ihre ganz eigenen, authentischen

Werte, die es zu entdecken gilt. Der Park ist also eine kleine

Schweiz im Herzen der Alpen, in der Romanisch, Deutsch,

Italienisch sowie die Walser Tradition vereint sind. Die vielen

Facetten dieser Kulturen schaffen südlich und nördlich

der Alpen einen unvergleichlichen kulturellen Reichtum.

meiner Stimme zehn Betriebsjahre des Nationalparks Parc

Adula unterstützen? Die Antwort liegt in unseren Herzen,

die für die Berge schlagen und diesen herrlichen Flecken

Erde, den wir unsere Heimat nennen dürfen, schützen und

zur Geltung bringen möchten.

Fabrizio Keller, Präsident, und Luca Baggi, Vizepräsident des Vereins Parc Adula. Sie führen

das Projekt Parc Adula seit 15 Jahren. (Bild: Alessandra Rime)

Die Ziele des Projekts sind und bleiben ehrgeizig: Schaffung

einer Kern- und einer Umgebungszone, Entwicklung eines

Modells für eine nachhaltige Entwicklung, Gründung einer

Struktur zur Umwelt- und kulturellen Bildung sowie ein

professionelles Management, das die Wahrung der Werte gewährleistet,

die dem Projekt zugrunde liegen. Diese hochgesteckten

Ziele können nur mit der Zustimmung der beteiligten

Gemeinden erreicht werden. In einem Land, in dem

direkte Demokratie gelebt wird, muss Konsens bei allen Bewohnern

aller Gemeinden herrschen. Jeder Einzelne von uns

wird am Ende vor dieser Frage stehen: Warum soll ich mit

68


DIE JAGD: EIN BEISPIEL

DER KOOPERATION IN-

NERHALB DER AKTEURE

DES PARKS

VON DR. PETER MEILE, WILDTIERBIOLOGE

Wie ist man zum heutigen Stand der Jagd

in der Kernzone gekommen? Was für Schritte

hat der Verein Parc Adula gemacht?

Dr. Peter Meile hat das Thema seit 2012 in

erster Linie verfolgt.

Der künftige Umgang mit den Wildtieren innerhalb der

Kernzone und in der Umgebungszone ist für jeden Nationalpark

von grösstem Interesse: sowohl für die Wanderer auf der

Suche nach einem Wildtier-Erlebnis wie vor allem auch für

die lokale Jägerschaft. Mit dem Stichwort « Nationalpark »

stellt sich bei manchem Jäger die Befürchtung ein, seine Jagdmöglichkeiten

würden eingeschränkt, bestimmte Wildarten

würden unter Schutz gestellt, er müsste sein Jagdgebiet aufgeben

und jahrzehntealte Traditionen abbrechen. Wie für jedes

andere Sachgebiet und jede andere Nutzungsform ( wie

Strahlen, Weidewirtschaft, Wege und Routen, Hütten, Wald )

wurden auch zwei Arbeitsgruppen zum Thema Wildtiere

und Jagd gebildet. In der «nördlichen» Arbeitsgruppe waren

die Jäger und Wildhüter der Regionen Surselva und Rheinwald

vertreten, in der « südlichen » Arbeitsgruppe die Jäger

und Wildhüter der Regionen Mesolcina, Calancatal und Bleniotal

( Tessin ).

Diese Arbeitsgruppen erwiesen sich als sehr wertvoll. Es

wurde engagiert diskutiert und gearbeitet. Hier konnten die

Zweifel und Vorschläge eingebracht werden, hier wurden

auch die aktuellen Informationen so weit wie möglich weitergegeben.

In einem ersten Schritt und in Absprache mit dem Amt für

Jagd und Fischerei in Chur und dem Ufficio Caccia e Pesca

in Bellinzona wurde eine enge Zusammenarbeit mit der sehr

gut vorbereiteten Wildhut der beiden Kantone gesucht. Dabei

wurden die Qualität und Beliebtheit der Sommereinstände

der Rothirsche beurteilt. Aus den bisherigen Beobachtungen

und Erfahrungen lässt sich schon jetzt abschätzen,

wo sich grössere Rudel aufbauen können, die dann im Winter

in Tallagen ausserhalb der Kernzone zu einem Problem werden

könnten. Solche Gebiete mit potenzieller Wildkonzentration

wurden aus der Kernzone ausgeschieden.

In einem zweiten Schritt wurden diese Ergebnisse mit den

örtlichen Jägersektionen und mit der Arbeitsgruppe Jagd diskutiert.

Auch von dieser Seite wurden Vorschläge aufgenommen.

Ein Nationalpark kann nicht gegen die Bevölkerung durchgesetzt

werden, sondern braucht deren Unterstützung und

Identifikation mit dem Schutzziel.

In einem dritten Schritt wurden innerhalb der Kernzone jene

Flächen ausgeschieden, die einen integralen Schutz (entsprechend

der Einteilung der eidgenössischen Banngebiete) geniessen

und davon jene Flächen abgetrennt, die nur einen

partiellen Schutz erfahren, wo also bei nachgewiesener Notwendigkeit

auch noch Entnahmen durchgeführt werden

können.

Die Resultate dieser Verkleinerungen des vorgeschlagenen

Perimeters der Kernzone bestehen für die Jäger im Wesen t-

lichen im Erhalt bisheriger traditioneller Jagdgebiete in den

Gemeinden Medel ( Curaglia ), Sumvitg und Mesocco, in einer

wesentlichen Erweiterung der Jagdgebiete auf dem Gebiet

der Gemeinde Mesocco und im Calancatal ebenso wie

im Bleniotal, wo wichtige Einstandsgebiete und Wildlebensräume

aus forstlichen Gründen für die Jagd geöffnet und aus

dem Perimeter des eidgenössischen Banngebiets ausgeschlossen

würden, falls der Parc Adula in den Gemeindeabstimmungen

angenommen wird.

Dagegen gibt es eine ganz bescheidene Verkleinerung des

Jagdgebiets in den höchsten und felsigen Lagen der Val Malvaglia,

wo kaum Wild einsteht. Eine weitere Verkleinerung

der Jagdgebiete ergäbe sich in Vals in einem schmalen Streifen

am Osthang ungefähr von der Läntahütte bis zum

Rheinwaldhorn. Hier wurden bisher einzelne wenige Gämsen

erlegt. Die Steinwildregulierung bleibt hier gemäss Nutzungsreglement

der Kernzone aber weiterhin erlaubt.

Hirsche in Piandoss (Bild: Athos Binda)

69


EIN PARK, WO MENSCH

UND NATUR ZU-

SAMMENLEBEN KÖNNEN

Wiederaufbau, die Sanierung und die Erhaltung der Terrassenlandschaften,

der Trockenmauern sowie des alten Weilers

in einem Gebiet von hohem kulturhistorischem Wert. Zudem

bieten didaktische Aktivitäten in Zusammenarbeit mit

dem Museo del Moesano die Möglichkeit, das archäologische

Erbe der Region zu entdecken.

VON MARTIN HILFIKER, DIREKTOR PARC ADULA

Der Parc Adula arbeitet bereits heute für

die Zukunft der fünf Regionen: Hier

einige Beispiele der Projekte, die dank des

Parc Adula zustande gekommen sind.

BLENIO

Entbuschung auf der Alpe di Prou

Die Alpe di Prou in der Gemeinde Serravalle, die sich im Besitz

der Associazione Amici della Valle Malvaglia befindet,

ist in den letzten Jahren mehr und mehr dem sich ausbreitenden

Wald gewichen. Mit Unterstützung des Parc Adula haben

die Zivildienstleistenden von Naturnetz Graubünden

die Entbuschung des Gebiets vorgenommen und damit die

erneute Beweidung ermöglicht.

CALANCA

Aufwertung der Landschaft Calvari/Scatta

Das Projekt zur Aufwertung der Landschaft in Scatta (Rossa

) wird von der Gemeinde Rossa in Zusammenarbeit mit

dem Parc Adula und einer Arbeitsgruppe des Vernetzungsprojekts

des inneren Calancatals durchgeführt. Ziel ist der

Zivilisten an der Arbeit (Bild: Parc Adula)

MISOX

Informationsbroschüre «Tra castello e castagni

Sentiero Cultura e Natura »

«Tra castello e castagni », «Zwischen Kastell und Kastanienwald

» heisst eine Informationsbroschüre über den Lehrpfad

Kultur e Natur zwischen Mesocco und Soazza. Sie soll

dem Besucher die Informationen bieten, damit er den kulturellen

und natürlichen Wert der Region kennen und schätzen

lernen kann. Beschrieben sind das Castello Mesocco mit seiner

Kirche Santa Maria del Castello, der Eichenwald Motèla,

das didaktische Zentrum Nosáll-Rolétt, die wiedergewonnenen

Kastanienselven rund um Soazza und das Kulturzentrum

in Soazza. Der Parc Adula hat dieses Projekt koordiniert

und finanziert.

RHEINWALD

Tourismuszukunft Rheinwald

Das Ziel des Projekts « Tourismuszukunft Rheinwald Der

Weg zu einer attraktiven Tourismusregion » ist es, eine gemeinsame

Vision der Tourismusentwicklung im Rheinwald

zu erarbeiten. Anlässlich einer Zukunftswerkstatt im April

2014 haben über 70 Einwohnerinnen und Einwohner engagiert

Ideen erarbeitet, welche nun konkret umgesetzt werden

sollen. So stehen die Themenfelder als künftige Leuchttürme

im Rheinwald: Haus am Rhein, Inszenierung der Rheinquelle

in Hinterrhein, Aufwertung und Belebung des Sufnersees

oder die Rheinwaldner Dorfbrunnen als sprudelnde Geschichten

der Region. Der Parc Adula hat dieses Projekt finanziert.

Adula Rheinwaldhorn (Bild: Parc Adula)

SURSELVA

Trockenmauern der Alp Amperfreila, der Ifang Brand

Leis alp ( Vals ) und der Iert dallas olivas ( Sumvitg )

Seit Jahrhunderten sind die Trockenmauern ein typischer

und nicht wegzudenkender Bestandteil der Landschaft der

Surselva. Im Verlauf der Jahre sind an den Trockenmauern

der Alp Amperfreila und der Leisalp in der Gemeinde Vals

und an der Iert dallas olivas in der Gemeinde Sumvitg gros-

70


Disentis/Mustér

Trun

Einwohner — 14’394

5’591 Blenio

421 Calanca

1’612 Mesolcina

6’141 Surselva

629 Viamala

Sumvitg

Medel/Lucmagn

Blenio

Acquarossa

Vrin (Lumnezia)

Vals

Splügen

Nufenen

Hinterrhein

Fläche Total — 1251 km²

361 Blenio

104 Calanca

170 Mesolcina

497 Surselva

119 Viamala

Umgebungszone — 1106 km²

299 Blenio

94 Calanca

154 Mesolcina

450 Surselva

109 Viamala

Serravalle

Rossa

Calanca

Mesocco

Soazza

Kernzone — 145 km²

61 Blenio

10 Calanca

17 Mesolcina

47 Surselva

10 Viamala

Buseno

Reproduziert mit Bewilligung

von swisstopo (BA150229)

Quelle: Bundesamt für Landestopografie

DIE AUTOREN

Fabrizio Keller ist Präsident des Vereins Parc Adula

und seit Beginn (Jahr 2000) mit Luca Baggi, Vizepräsident,

dabei.

se Schäden entstanden. Der Parc Adula hat die Sanierungsarbeiten

dieser bedeutenden Zeugen der Geschichte finanziell

unterstützt.

EIN MODERNER PARK MIT EINER MODERNEN KOMMUNIKA-

TION, WO DIE BEVÖLKERUNG IM MITTELPUNKT STEHT

Der Parc Adula kommuniziert auf mehreren Ebenen: Podiums-

und Stammtischdiskussionen, öffentliche Anlässe,

« Parc Adula »-Zeitschrift, Artikel in regionalen und nationalen

Medien, Onlinekommunikation mit der Webseite, Facebook

und Twitter.

Peter Meile ist Wildtierbiologe und hat fürs Projekt

Parc Adula das «Konzept für minimale jagdliche Eingriffe

in der Kernzone des Parc Adula» geschrieben.

Martin Hilfiker ist seit August 2014 Direktor des Projekts

Parc Adula.

71


P O R T R Ä T

GEHEIMTIPP FÜR GENIESSER

Vor knapp fünf Monaten hat das legendäre

Hotel «The Alpina Mountain

Resort & Spa » im kleinen Bergdorf

Tschier tschen in Graubünden zehn

Kilometer von Chur nach der umfassenden

Restauration glanzvoll wiedereröffnet.

Das Haus aus dem Jahr 1897

mit 27 Zimmern und Suiten, zwei

Restaurants, einer stilvollen Bar und

einem exklusiven Spa wurde im Stil

der goldenen Zwanzigerjahre, in denen

das Hotel seinerzeit die Blütezeit erlebt

hatte, liebevoll restauriert. Die Innenräumlichkeiten

strahlen heute im

glanzvollen Ambiente von damals.

ZUFRIEDENE GÄSTE

Kenner der Branche bezeichnen das

Haus schon jetzt als neuen Stern am

Bündner Hotelhimmel. So sieht es

auch der renommierte « Connoisseur

Circle », der jährlich die besten Hotels

der Schweiz kürt. Das Hotel «The Alpina

Mountain Resort & Spa » erreichte

bereits Platz 7 in der Kategorie

Newcomer. Direktor Michael Gehring

meint dazu: « Besonders stolz sind wir

auf unser Team, das mit ihrem Einsatz

und der hohen Servicequalität massgeblich

zum Erfolg und zur Zufriedenheit

der Gäste beigetragen hat. Diese

Auszeichnung nur wenige Monaten

nach Eröffnung zu erhalten, zeigt uns,

dass wir auf dem richtigen Weg sind

und das Genusskonzept, sowohl kulinarisch

als auch im Bereich Wellness

und Natur, gepaart mit ehrlicher Gastfreundschaft,

den Wünschen unserer

Gäste entspricht.»

GOURMETKREATIONEN

UND REGIONALE PRODUKTE

Man geniesst die Gourmetkreationen

von 15 Punkten Haubenkoch Antoni-

72


no Messina und Slow-Food-Ambassador

Lukas Pfaff zaubern im Panoramarestaurant

mit herrlichem Blick auf die

Bergwelt oder im stilvollen Gourmetrestaurant

« La Belle Époque ». Basis ist

die traditionelle Schweizer Küche mit

ausgesuchten Produkten aus der Region,

die mit einem Hauch mediterraner

Lebensfreude verfeinert wird. Eine

Spezialität des Hauses ist neben aussergewöhnlichen

Dry-Aged-Fleischgerichten

auch das Angebot asiatischer

Gerichte.

SCHON DAS «GNUSSKÄSCHTLI»

PROBIERT ?

Ein echter kulinarischer Geheimtipp

ist das « Alpina Gnusskäschtli », gefüllt

mit regionalen Bündner Produkten

wie Bündnerfleisch, Salsiz, Bergkäse

und Aufstriche, schmeckt ganz besonders

gut nach einer Wanderung oder

einer Radtour durch die traumhafte

Bergwelt rund um Tschiertschen.

JEDE WOCHE KULTURGENUSS

UND MEHR

Auch das Veranstaltungsprogramm

kann sich sehen lassen. Jeden Mittwoch

um 17 Uhr gibt es im hauseigenen

Weinkeller eine Weindegustation,

die immer unter einem anderen Weinmotto

steht. Dazu passend werden

kleine Spezialitäten serviert. Auch findet

die erfolgreiche Serie Jazz & Dine

ihre Fortsetzung. Internationale Jazzgrössen

geben in stilvollem Rahmen

unvergessliche Konzerte, begleitet von

einem dreigängigen Genuss menü. Ein

echtes Highlight im Veranstal tungs -

kalender ist das Full Moon Dinner.

Immer zu Vollmond wird ein viergängiges

Menü mit Champagnerbegleitung

aus dem Hause Roederer zum

echten Erlebnis. Romantik pur ! An jedem

letzten Sonntag des Monats überrascht

die Küche mit einem Brunch,

den man auf der Sonnenterrasse des

Panoramarestaurants geniessen kann.

«ALPINA»-GENUSSTAG

Für jene, die sich für einen Tag eine

Auszeit nehmen möchten, ist der «Alpina

»-Genusstag genau das Richtige:

Zuerst das Frühstück auf der Sonnenterrasse

einnehmen, dann eine Massage

im Shan Spa geniessen und sich

im Anschluss einen ausgiebigen Lunch

mit feinen Gourmetspezialitäten gönnen.

THE ALPINA MOUNTAIN RESORT & SPA

CH-7064 Tschiertschen | www.the-alpina.com

Telefon + 41 81 868 80 88 | welcome @ the-alpina.com

73


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