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SPEZIAL UNIversalis-Zeitung Für Universität und Hochschulen in Freiburg ArtMedia Verlag Freiburg Sommer 2016 22. Ausgabe / 12. Jahrgang Der Künstler – ein Held? Historisch interessant und dabei hochaktuell: Die Neuerscheinung „Künstlerhelden?“ sommer im stahl restaurant und biergarten täglich 12 – 24 uhr geöffnet nachmittags salate, kuchen und eis an schönen sommerabenden grillstation im biergarten juni – august täglich durchgehend geöffnet 79104 FREIBURG · KARTÄUSERSTR. 99 T: 07 61.3 34 02 · WWW.ZUM-STAHL.DE Können Künstler Helden sein? Diese Frage drängt sich auf, wenn man das Buch „Künstlerhelden? Heroisierung und mediale Inszenierung von Malern, Bildhauern und Architekten“ (kürzlich erschienen bei ›ad picturam‹, Merzhauen) in den Händen hält – nicht zuletzt wegen des mit einem Fragezeichen garnierten Buchtitels. Genau das soll sie auch. Diese Frage ist Programm, versteht man doch gemeinhin unter Helden tapfere Krieger, die in Liedern und Sagen Anerkennung fanden. Oder zumindest uneigennützige Menschen, die ein vorbildhaftes Verhalten an den Tag legen und in schwierigen Situationen stets kühlen Kopf und andere vor Unglück bewahren. Aber der Künstler – ein Held? Wie Aus dem Inhalt: Lernradio PH 88,4 - erfolgreiches Konzept der PH 4 Aus alter Märchenzeit - ein Poet als Ameisensammler 5 Die verborgene Universität 7 Freiburger Musikhochschule feiert 70jähriges Jubiläum 8 Erinnerungen an Ernst Bloch Bloch 10 Spieglein, Spieglein in der Stadt 11 Absurditäten des Alltags - Emotionales Grundnahrungsmittel 12 Frauen in der Kunst des 20. 20. Jahrhunderts 13 Paul Valéry und seine Cahiers Cahiers 14 will er mit seiner Kunst andere oder gar die Welt retten? Hier kommt neben dem Topos des Helden auch der Kunstbegriff ins Spiel. Dass sich die Auffassung beider Kategorien mit dem Wandel der Zeiten stets veränderte, macht die Sache nicht leichter. Nun nahmen sich in einem Überblick und in methodisch reflektierter Weise erstmalig die Experten Sabine Feser, Anja Grebe, Ulrich Heinen, Andreas Henning, Hans W. Hubert, Angeli Janhsen, Henry Keazor, Barbara Lange, Doris H. Lehmann, Laura Rodrigues Nöhles und Andreas Thielemann dieser Frage an. Zur Sprache kommen herausragende Künstlerinnen und Künstler, die bereits Gegenstand einer Vortragsreihe waren, die 2013/14 an der Universität Freiburg in Zusammenhang mit dem Sonderforschungsbereich SFB 948 „Helden – Heroisierungen – Heroismen. Transformationen und Konjunkturen von der Antike bis zur Moderne“ veranstaltet wurde, ergänzt durch weitere neue Beiträge. Dabei werden die verschiedenen Medien, Ausdrucksformen und Topoi, die bei der Künstlerverehrung verwendet wurden, in den Fokus genommen. Zudem wird aufgezeigt, zu welchem Zweck die Künstler in den Olymp gehoben wurden; beziehungsweise welche kulturellen, gesellschaftlichen, politischen oder nationalen Interessen dahinterstanden. Und dies macht das Buch gerade auch für heute so spannend, da sich die Mechanismen gar nicht so sehr von denen noch vor Jahrhunderten unterscheiden. Dustin Weaver und Gerald Parel, Titelblatt der ersten Ausgabe des Marvel- Comics »S. H. I. E. L. D.«, Variant Edition, 2010 © MARVEL (Aufsatz Feser) Sind wir nicht alle Künstlerhelden? Wie aktuell dieses Buch ist, zeigt sich schon darin, dass uns Heutigen der Begriff „Künstlerhelden“ zunächst gar nicht so fragwürdig erscheint; – zumal in den „Social Media“ der Eigenpräsentation und Selbstinszenierung inflationär gefrönt wird, um möglichst viele Bewunderer (genannt Follower) hinter sich zu scharen. Denn: Sind wir nicht alle Künstler (gleichbedeutend mit Individuen)? Und sind wir nicht alle auch (durch Therapien bestärkte) Helden? Ob verehrt oder versehrt – die Palette der hier nachgezeichneten Künstlerhelden-Biografien ist groß, die Wege des Ruhms sind ja auch vielfältig. „Genau genommen gibt es die Kunst gar nicht. Es gibt nur Künstler“, begann schon Ernst Gombrich seine berühmte ›Geschichte der Kunst‹. So wird also auch Kunstgeschichte geschrieben: Nicht zuletzt aufgrund ihrer jahrhunderte- und jahrzehntelangen Heroisierung oder Selbstinszenierung dürften sämtliche Protagonisten der heutigen Allgemeinheit wohlbekannt sein – Andrea Mantegna, Leonardo da Vinci, Raffael, Michelangelo, Peter Paul Rubens, Albrecht Dürer, Nicolas Poussin, Hans Makart, Frida Kahlo, Joseph Beuys und Marina Abramovi. Es gibt nicht nur Künstler, es gibt auch Sponsoren. Diese verstehen es nicht erst seit heute, die Evolution der Kunst in ihrem Sinne zu beeinflussen. Ein erstes markantes Beispiel stammt mit Andrea Mantegna (von Andreas Thielemann) aus der frühen Neuzeit, am Ende des Quattrocento im Stadtstaat Mantua. Dieser erhielt von Ludovico Gonzaga, Sohn des Markgrafen Luigi III. Gonzaga und seit 1483 Bischof von Mantua, ein Grundstück. Das darauf erbaute Haus sollte die angemessene Repräsentation des Künstlers ermöglichen, in dessen Glanz stets der edle Spender mitaufschien. Zunächst nutzte Mantegna, auch genannt der „zweite Apelles“, das Gebäude als Bühne für seine Antikensammlung. Hohe Kunst aus alten Zeiten, deren Exponate bildeten raffiniert und wohlkalkuliert den Rahmen für das eigene Schaffen und legten so die Tradition nahe, an die der Künstler anknüpfte. Auch wenn Mantegnas Kunstleistungen für die Nachwelt unstrittig sind, lebt eine solche Blase nur durch diejenigen, die den Ruhm und Glanz des Verehrten auch zurückspiegeln. „Die Aufdeckung von Inszenierungen, Manipulationen und Herrschaftstechniken aller Art ist in Zeiten, die sich als progressiv und aufklärerisch verstehen, gleichsam ein forschungs-politischer Dauerauftrag“, begründet Thielemann sein Vorgehen, das durchaus zum Verständnis auch des heutigen Starkults beizutragen vermag. Auch Peter Paul Rubens (von Ulrich Heinen) hatte selbst Anteil an der Inszenierung seines Künstlerdaseins, indem er die mit ihm verbundenen Topoi durch die Darstellung antiker Bildthemen regelrecht nährte. Doch nutzte Rubens seinen Ruhm im Sinne einer politischen Einflussnahme als Kriegs- und Friedensdiplomat, weshalb er nicht nur im Sinne seiner künstlerischen Fähigkeiten, sondern als politischer Maler auch inhaltlich motiviert – und somit tatsächlich heldenhaft – agierte. Selbst- und Fremd heroisierung Schon immer spielte für den künstlerischen Erfolg eine große Rolle, wie gut sich jemand vermarkten konnte. Allein die Fotografie des Titelbilds, darauf der Wiener Maler-Star Hans Makart (von Doris H. Lehmann) im Festzugskostüm zu Pferde (1879), vermittelt anschaulich einige grundlegende Strategien, wie man sich werbewirksam in Szene setzt. Seine Selbstinszenierungen brachten ihm gleichermaßen Bewunderer wie Hasser ein. Immerhin wurde der „Malerfürst“ auf diese Weise zur Identifikationsfigur Wiens, deren Ruhm als „größter Colorist der Neuzeit“ posthum immer weiter anwuchs. Seine Totenmaske und der in Marmor nachgefertigte Gipsabdruck seiner Hand sollten später gar reliquienhafte Züge annehmen. Zentrales Medium für die Selbstheroisierung waren seit jeher das Selbstporträt sowie die Selbstdarstellung in historischen Kontexten. So durfte in diesem Reigen der Selbstinszenierung natürlich Albrecht Dürer nicht fehlen (von Anja Grebe), der bereits überaus zielgerichtete Imagebildung betrieb. Die Fremdheroisierung hingegen setzte häufig erst nach dem contomaxx.de Ableben des Künstlers ein. „Das Schwein und der Künstler werden erst nach ihrem Tode geschätzt“, lakonisierte einst der Komponist Max Reger. Dass manche Künstler oder Werke in den Fokus der kollektiven Betrachtung gerückt sind und andere nicht, verdankten sie häufig ihren Biographen, die deren Heroisierung initiierten. Ausgehend von Giorgio Vasari („Vite“, 1550/68) entwickelte sich seit der Renaissance die Künstlerbiographie zum Medium schlechthin, verblichene Künstlerseelen in den Götterhimmel zu befördern. Einige, etwa Leonardo da Vinci, wären natürlich ohnehin da oben angekommen. Seine Verehrung als heroische Figur ist überaus vielseitig, wie Sabine Feser darlegt, und als „uomo universale“ seinen vielen Schaffensbereichen als Maler, Zeichner, Forscher und Erfinder geschuldet. Vasaris Lebensbeschreibung glorifizierte ihn schon zu Lebzeiten. Fortan wurde er in jeder darauffolgenden Epoche anders interpretiert, Leonardo wurde zur Marke. Zuletzt als Action-Hero im gleichnamigen Hollywood-Streifen, in der Comic-Serie „S.H.I.E.L.D“ (2010) oder in Computerspielen, weiter auf Seite 3 Ein Konto für alles Mögliche. -mal besser vorbereitet mit . Dieses Giro- und Erlebniskonto hat in Ihrer Studien- und Azubizeit alles parat. 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