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Jahresbericht 2013

Dies ist der Jahresbericht des Jahres 2013

18 Das Jahr

18 Das Jahr 2013 A Frauen in Technik und Naturwissenschaft Women in science and technology Innovation? Only with us! MINT stands for “mathematics, informatics, natural sciences and engineering”, and the DF Board has made this area a set part of its agenda since 2008. That year the General Assembly approved an extensive position paper stating that “the Deutscher Frauenrat will take a greater part in public discussion of technology development, policy and research”. The paper formulates the DF’s aims of overcoming the reluctance on the part of women to enter technology fields, and of countering the notion that science is objective, unbiased and gender-neutral. The DF has been a partner in the national MINT pact since 2008. It seeks to raise the proportion of women in mathematics, informatics, natural sciences and engineering. The DF has also been active in parliament over recent years at numerous events on the topic of “Women and technology”, and is now invited by ministries when it comes to involving civil society in research and innovation. Board member Kira Stein represented the DF in 2013 as an expert at a workshop held by the Federal Ministry of Education and Research, and at the opening event in a series held by the Federal Ministry for Economic Affairs and Energy. The DF and its member organizations worked intensively on this topic in the lead-up to the UN Conference on Sustainable Development (Rio+20) in 2012. Like many women’s NGOs, the DF seeks a new and comprehensive strategy for sustainable economic policy which does away with the gender-specific division of labor and covers not only production and services but also unpaid care and voluntary work. “The assumption underlying economic policy that growth automatically brings prosperity, or for that matter greater justice, has proven to be false”, states a position paper by the DF from 2011. “Prosperity must be measured by means of parameters other than material possessions. Social justice must be recognized to a far greater extent as an essential factor; the Deutscher Frauenrat sees gender equality here as a decisive criterion.” Board member Kira Stein holds regular talks at the meccanica feminale, a networking conference of women in innovative technologies, and takes part in the WoMenPower conference in Hannover and the “Komm Mach MINT” networking meetings at the “Conference Center Technology – Diversity – Equal Chances”. The DF is thereby seeking to raise its profile in the field of technology and busi ness and to reach out to new clientele. Auch im Bundestag macht der DF immer wieder für das Thema »Frauen und Technik« mobil. So lud die Frauenlobby im Juni 2010 Bundestagabgeordnete zu einem parlamentarischen Frühstück ein und veranstaltete 2012 gemeinsam mit dem Bundestagsausschuss Bildung, Forschung, Technikfolgenabschätzung einen Workshop zum Thema – eine Premiere im Bundestag! So viel Engagement zahlt sich aus: Von den Ministerien wird die Frauenlobby mittlerweile eingeladen, wenn es um die Beteiligung von VertreterInnen der Zivilgesellschaft an Forschung und Innovation geht. So vertrat Vorstandsfrau Kira Stein den DF im vergangenen Jahr unter anderem als eine von fünfzig ExpertInnen bei einem Workshop des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und bei der Auftaktveranstaltung zur Veranstaltungsreihe »Technologieaufgeschlossenheit und Innovationsfreundlichkeit in Deutschland« des Bundeswirtschaftsministeriums. Für Stein, die als Pionierin seit Ende der Siebzigerjahre mit dem Thema »Frauen und Technik« befasst ist und 2009 für ihr jahrzehntelanges Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde, geht es dabei immer um beides: um Gleichstellung und die Beteiligung von Frauen genau so wie um eine gesellschaftliche Veränderung von Inhalten, Zielen und Zweck von Technik. Green Economy Ein Thema, bei dem dieser Zusammenhang besonders deutlich wird, ist die Grüne Ökonomie. Das Konzept hat den Deutschen Frauenrat und zahlreiche seiner Mitgliedsverbände im Vorfeld der UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung (Rio+20) im Juni 2012 intensiv beschäftigt, etwa im Projekt »Green Economy Gender_Gerecht«, das mit Unterstützung des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamtes mit genanet, dem Frauenpolitischen Rat Brandenburg, der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands und dem Verband Deutscher Unternehmerinnen durchgeführt wurde. Zur Green Economy existiert mittlerweile eine Vielzahl von Ansätzen. Meist wird darunter jedoch nur eine energie- und ressourceneffizientere Produktion verstanden – eine Art Begrünung der herrschenden Ökonomie also. Der Deutsche Frauenrat sowie viele internationale Frauen-NGOs zielen dagegen auf ein umfassendes Konzept nachhaltigen Wirtschaftens, in dem die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung aufgehoben wird und das neben Produktion und Dienstleistung auch unbezahlte Sorgearbeiten und ehrenamtliche Tätigkeiten einbezieht. »Die wirtschaftspolitische Grundannahme, dass Wachstum automatisch mehr Wohlstand oder sogar mehr Gerechtigkeit bringe, hat sich als falsch erwiesen«, heißt es dazu in einem Eckpunktepapier der Frauenlobby, das die Mitgliederversammlung 2011 verabschiedete. Und weiter: »Wohlstandsmessung muss künftig andere Dimensionen einbeziehen als den materiellen Besitz. Sie muss vielmehr Gerechtigkeit als entscheidenden Faktor erkennen; dabei ist für den Deutschen Frauenrat Geschlechtergerechtigkeit ein entscheidendes Kriterium.« Unter dem Titel »Green Economy ist mehr – warum eine zukunftsfähige Ökonomie geschlechtergerecht sein muss« brachte der Vorstand diese Position im Mai 2012 auch rund vierzig Bundestagsabgeordneten aller Fraktionen bei einem parlamentarischen Frühstück nahe. Viele der Auftritte, die Vorstandsfrau Kira Stein im vergangenen Jahr absolvierte, gehören heute fast schon zur jährlichen Routine, so der Besuch auf dem Fachkongress WoMenPower in Hannover oder die Netzwerktagung »Komm Mach MINT« beim Kompetenzzentrum Technik – Diversity – Chancengleichheit. Ziel dieser Aktivitäten ist es, den DF und seine Arbeit, speziell im Bereich Technik und Business, bekannter zu machen und der Frauenlobby so Zugang zu einer neuen Klientel zu eröffnen. So auch auf der diesjährigen meccanica feminale, einem Netzwerktreffen für Frauen im Bereich Innovation und Technik, das jedes Jahr in Baden-Württemberg stattfindet: Am 18. Februar hielt Stein, die seit 2008 Mitglied im Vorstand des DF ist, dort den zentralen Eröffnungsvortrag. Das Thema: »Ohne Frauen fehlt der Technik was – Lobbyarbeit des Deutschen Frauenrates auf bundespolitischer Ebene«.

Das Jahr 2013 A International 19 Das European Institute for Gender Equality Verlässliche Daten für Geschlechtergleichheit Die Idee zu einem Europäischen Institut für Geschlechtergleichheit entstand nach der vierten UN-Weltfrauenkonferenz in Peking. Dort hatten sich 189 Staaten zur Einrichtung einer gemeinsamen Aktionsplattform verpflichtet. Sie ist bis heute die wichtigste internationale Zielvereinbarung und wird von der UN kontinuierlich auf ihre Umsetzung hin überprüft. Der Europäische Rat bekannte sich noch im selben Jahr nachdrücklich als Grundlage seiner Frauenpolitik dazu. Für eine seriöse gemeinsame Politik braucht es aber verlässliche und vergleichbare Daten: Sie sollten, so die Idee, von einer unabhängigen Einrichtung systematisch gesammelt, ausgewertet und den europäischen Akteuren Parlament, Rat und Kommission sowie den Mitgliedstaaten zur Verfügung gestellt werden. Es folgten fünfzehn Jahre Hin und Her zwischen Versprechungen, Desinteresse, Resolutionen und Finanzierungsquerelen, bis das Europäische Institut für Geschlechtergleichheit 2010 im litauischen Vilnius seine Arbeit beginnen konnte. Zunächst hat das EIGE drei Themen der Pekinger Plattform bearbeitet: Umwelt, Gewalt und Medien. Es wurden Daten der nationalen statistischen Ämter und von Eurostat zusammengetragen, ExpertInnen-Panels befragt und Online-Diskussionen durchgeführt. Ganz entscheidend war die Entwicklung von Indikatoren, nach denen die oft sehr unterschiedlichen Erhebungen zugeordnet werden können. Solche »Messlatten« gab es bis dahin für die Umsetzung der Pekinger Zielvorgaben in europäische Gleichstellungspolitik nicht. Im Juni 2013 konnte das EIGE dann seine bisher wichtigste Arbeit veröffentlichen: den Gender-Equality-Index. Er bietet breit gefächert alle Fakten zu den Bereichen Arbeit, Einkommen, Wissen, Zeitbudget und Gesundheit sowie zu den politischen und wirtschaftlichen Einflussmöglichkeiten von Frauen und Männern in den 28 Mitgliedstaaten. Der Index ist ein bisher einmaliger Werkzeugkasten für Frauenund Geschlechterpolitik. Allerdings können Interessierte bislang nur auf die englische Fassung zugreifen. Die Bundesregierung hat bisher weder eine Übersetzung geleistet, noch gibt sie auf der BMFSFJ- Website einen Hinweis auf den Index. Der Deutsche Frauenrat hat daher Ende 2013 wichtige Informationen zum Gender-Equality-Index auf seiner Website zusammengefasst (bit.ly/1bDyAXt). Auch personell ist er bei EIGE beteiligt: DF-Vorstandsmitglied Brigitte Triems, frühere Präsidentin der European Women’s Lobby, vertritt im Sachverständigenbeirat des EIGE die Interessen zivilgesellschaftlicher Organisationen. The European Institute for Gender Equality Reliable data The idea of a European Institute for Gender Equality (EIGE) arose following the Fourth World Conference on Women convened by the UN in Beijing in 1995. After a long preparatory process it was opened in Vilnius in 2010, in order to provide the EU Parliament, Council and Commission as well as the EU member states with reliable data on gender policy. In June 2013 it published the Gender Equality Index: This is the first resource to offer comparative data for women and men in the 28 EU member states on the six core domains of work, money, knowledge, time, health and power. In late 2013 the Deutscher Frauenrat summarized the key facts and figures from the Index in its newsletter and on its Website and translated them into German. The DF also takes an active part in the actual work of the institute. Brigitte Triems, a DF board member and past President of the European Women’s Lobby, represents the interests of social NGOs in the EIGE’s Experts’ Forum. Brigitte Triems auf einem Treffen des EIGE-Sachverständigenbeirats Brigitte Triems at a meeting of the EIGE´s Experts’ Forum

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Der Jahresbericht 2007 als Download (568 KB) - Deutscher Frauenrat
Alstom in Deutschland: Jahresbericht 2012/2013 - Econsense
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