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profi-03-2018

Technik Systemvergleich

Technik Systemvergleich Vogelsang SwingUp Slide vs. SwingUp: Schuh oder Schlauch Vogelsang bietet seinen Kunden die Wahl: Schleppschuh oder Schleppschlauch. Wir haben beide Systeme verglichen und kommen bei unserem Einsatz im Grünland zu folgenden Ergebnissen. Tobias Bensing Als Käufer von bodennaher Ausbringtechnik stellt sich schnell die Frage nach dem System: Bodennah ja, aber reicht ein Schleppschlauch- oder soll es doch der teurere Schleppschuhverteiler sein? Zumindest bei Vogelsang bietet man beiden Kundengruppen bis zu 30 m Arbeitsbreite beides an: Schuh und Schlauch. Dabei unterscheiden sich die beiden Gestänge mehr als nur um die Ausläufe. Der SwingUp Slide-Verteiler mit den von Vogelsang entwickelten Schuhen ist schwerer gebaut, weil andere und mehr Kräfte auf das Gestänge wirken. Das schwerere Gestänge ist neben den Schuhen damit auch an den verstrebten Auslegern zu erkennen, dessen Drehpunkte am Hauptrahmen einen größeren Abstand zueinander aufweisen. Die Ausläufe im unteren Drittel des Gestänges unterscheiden sich hingegen deutlich: Während das SwingUp Slide Schleppschuhgestänge mit den von Vogelsang entwickelten „BaseRunner“- Schuhen versehen ist, wird die Gülle beim SwingUp-Gestänge durch einfache Schläuche auf den Boden geführt. Stichwort Boden: Wir haben beide Geräte nebeneinander im Grünland einsetzen können, um die Arbeitsqualität der Vogelsang-Verteiler miteinander zu vergleichen. Bei einer Ausbringmenge von 20 m³ Gärrest pro Hektar und einer Ausbringgeschwindigkeit von 6 km/h bringt das SwingUp Slide- Gestänge mit seinen Schuhen die Gülle geringfügig besser unter den Pflanzenbestand als der Schleppschlauchverteiler Der Schleppschlauchverteiler SwingUp (links) ist leichter gebaut als das Schleppschuhgestänge SwingUp-Slide (rechts). Deutlich zu erkennen ist der deutlich größere, verstrebte Auslegerrahmen. Vogelsang SwingUp Slide Richtige Anwendung: Wie unterschiedlich das Ablagebild eines Schleppschlauchgestänges sein kann, beweisen diese Bilder: links mit abgesenktem Gestänge, rechts mit angehobenem Verteiler. Weniger Oberfläche bedeutet weniger Ammoniak-Emissionen. Fotos: Bensing, Hante Gewicht 1 610 kg Zeit zum Ein-/Ausklappen 52 sec Anzahl Abgänge 60 bei 15 m Breite Preis ohne MwSt. 24 800 € ohne Anbau profi 3/2018 72 www.profi.de

online Video SwingUp. Bedingung ist der richtige Einsatz mit angepasster Arbeitshöhe des Schleppschlauchverteilers. Wird die Gülle aus 30 cm Höhe in den Bestand gerieselt, wird der Schleppschlauchverteiler zum „Hängeschlauchverteiler“. Werden die Schläuche aber etwa im Winkel von 30° schleppend durch den Grasbestand gezogen, ist nahezu das gleiche Ergebnis zu erzielen, wie mit dem SwingUp Slide Schleppschuhverteiler von Vogelsang. Wohlgemerkt bei dünner Gülle in stehendem Grasbestand. Wird der Schleppschlauchverteiler jedoch leger nach hinten drehen. Beim Schleppschuh sind die Gefahren hier größer, wenn gleich die mit Stahlstiften vorgespannten Schuhe nach hinten ausweichen könnten. Und wenn man es in der Theorie auch nicht wahrhaben will: Komm es ganz dicke und die Gülle ist kaum noch pumpfähig, sind Ausläufe des Schleppschlauchs größer und neigen so weniger zur Verstopfung als die Schuhe von Vogelsang. Wohl wissend, dass der „Brei“ erst einmal den Schneidverteiler passieren muss und danach oben auf der Grasnarbe liegen wird. ... lesen Sie diesen und viele weitere Artikel komplett in der aktuellen profi Ausgabe. Bestellen Sie jetzt Ihr kostenloses Probeheft oder ein Abo von profi kostenloses Probeheft bestellen Abonnement bestellen Vogelsang SwingUp Gewicht 1 100 kg (Herstellerangabe) Zeit zum Ein-/Ausklappen 25 sec Anzahl Abgänge 60 bei 15 m Breite Preis ohne MwSt. 18 900 € ohne Anbau Der Schleppschuh von Vogelsang durchstreift den Pflanzenbestand intensiver... Bedingung für gute Arbeit: der richtige Anstellwinkel der Schläuche im Bestand. zu flach eingestellt oder das Gelände ist nicht eben, biegen sich die Auslaufrohre nach hinten, und leiten die Gülle im schlechtesten Fall bogenförmig von oben über die Pflanzen in den Bestand — keine saubere Lösung. Entscheidend für die Ausbringqualität ist auch die Ausbringmenge pro Hektar: Die Form des Schleppschuhs mit einer lang gezogenen Tülle legt das Gülleband auch bei höheren Ausbringmengen schmaler ab. Vorteil des Schleppschlauchs: Fahrfehler, wie z. B. Rückwärtsfahrt mit abgesenktem Gestänge sind problemlos. Ebenso wenig wie Kurvenfahrten mit breiten Gestängen, bei denen sich die inneren Aus- ...als der Schleppschlauch. Die Folge: Hier kann mehr Gülle auf dem Pflanzenbestand liegen. Also ist der Schleppschuhverteiler das Mittel der Wahl? Nein: Ackerbaubetriebe, die keine bzw. nur wenig Gülle in dichten Grünlandbeständen ausbringen müssen, können auf das Mehrgewicht und die Mehrkosten verzichten. Hier kann ein Schleppschlauchgestänge mit der richtigen Einstellung gute Arbeit leisten. Auch die Düngung in stehenden Beständen ist mit einem Schleppschlauchsystem einfach möglich. Achten Sie aber auch hier darauf, dass der Schleppschlauch seinem Namen gerecht wird und nicht zum Hängeschlauchverteiler mutiert. Denn herabfallende Gülle verteilt sich großflächig auf die Oberfläche und bietet damit deutlich mehr Oberfläche für Stickstoffemissionen als eine in einem schmalen Band abgelegte Gülle. Fazit: Bei Vogelsang unterscheiden sich die beiden Ausbringmethoden Schuh oder Schlauch nur geringfügig. Das Schleppschuhgestänge SwingUp Slide ist schwerer und kostet immerhin 5 900 Euro mehr als das 500 kg leichtere Schleppschlauchgestänge SwingUp. Hinsichtlich der Gülleführung und Verteilung unterscheiden sich die Systeme nicht. Bei der Gülleablage im Grünland ist der Schleppschuh leicht im Vorteil, weil das Gülleband schmaler unter den Bestand gelegt wird. Bei dünner Gülle und richtigem Einsatz kann der Schleppschlauchverteiler fast ähnliche Ergebnisse liefern. profi 3/2018 73 www.profi.de