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E_1929_Zeitung_Nr.053

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18 AUTOMOBIL-REVUE

18 AUTOMOBIL-REVUE 1929 — N° 53 Die Schönsten der Welt? In Amerika soll gegenwärtig die schönste Frau der Welt gewählt werden. Unser Bild zeigt die Vertreterinnen Deutschlands, Englands und Frankreichs. weise hielt sich der Ford auf seinen Rädern; aber etwas durchschüttelt war man natürlich, als man ihn endlich einige hundert Meter weiter auf dem Boden zum Stehen brachte. Nach diesem ziemlich unbehaglichen Intermezzo erreichten wir wohlbehalten Guaymas, an der kalifornischen Meeresbucht gelegen. Auch hier eollten Bilder aufgenommen werden. Es war meine Aufgabe, hauptsächlich die Geheimnisse des Tierlebens zu verewigen. Nach einem recht misslungenen Motorboot-Ausflug, den ich mit dem amerikanischen Konsul in Guaymas und drei Mexikanern nach einigen der kleinen Inseln in der kalifornischen Meeresbucht unternahm, kehrten wir zu unserem Ausgangspunkt wieder zurück, wo ich Escobado vorfand. Er hatte Neuigkeiten zu erzählen. Siebentausend Indianer waren auf dem Kriegspfade im Yagni- Tale zwischen Empalme und Navota. Wir einigten uns nun rasch darüber, dass es am klügsten sei, möglichst bald südwärts zu fahren, damit wir, so weit es zu machen sei, die Kriegszonen vermeiden könnten. Drei Stunden später waren wir mit unserem Track-Motor auf dem Weg, Mexikos Westküste entlang. Bald erreichten wir unsere erste Station, Empalme. Bei unserer Ankunft sahen wir, dass ein Personenzug vor dem Bahnhof hielt, der fahrplanmässig nicht dort sein sollte. Er erwies sich als ein Extrazug mit General Alvaro Obregon und seinem Stabe, der sich auf dem Wege nach den Kriegszonen befand, um Unterhandlungen mit den Führern der Indianer zu versuchen. Auf dem Perron sah ich den General, stellte mich ihm vor und eröffnete ihm, dass ich und mein Begleiter ebenfalls südwärts wollten mit unserem Track-Motor. «Dann sollten Sie sofort die Schienen benutzen und starten,» war seine Antwort. «Sie können es dann ermöglichen, von meinem Zuge frei zu werden, falls Sie gute Fahrt haben, und werden dann sicher vorwärtskommen; denn ich bin es ja, auf den die Aufständigen warten. Sie wissen nämlich, dass ich auf dem Wege bin und liegen ausschliesslich auf der Lauer, um meinen Zug zu überfallen, während sie sich den Teufel um Draisine, Track- Motors und ähnliches kümmern.» Wir folgten der Anordnung des Generals und starteten eiligst. Es war fürchterlich schwül und drückend und kaum hatten wir den Bahnhof verlassen, als es zu regnen und kurz nachher zu blitzen und zu donnern anfing; aber trotz des recht unsicheren Wetters fuhr Lemon mit einer Schnelligkeit von zirka sechzig Meilen in der Stunde. Wir schlugen daher das Verdeck in die Höhe, was sich später als besonders segensreich herausstellte, auch, in einer anderen Hinsicht, als uns bloss vor dem Unwetter zu schützen. In der Umgebung von Corral, wo die Bahn bergab führte und wo wir mit höchster Geschwindigkeit fuhren, wurden wir plötzlich von einem starken Krachen überrascht. Die Windscheibe unseres Fords zersplitterte und die Scherben fielen mir auf den Schoss. Zuerst glaubte ich, ein Blitz habe unsern Wagen getroffen oder wir seien auf ein Torpedo aufgelaufen, das man auf die Schienen gelegt hatte, aber bald kam es mir zum Bewusstsein, dass man uns angeschossen hatte. Eine Kugel pfiff dicht an meinem Gesicht vorbei und traf meinen Tropenhelm. Auf beiden Seiten der Bahn sahen wir jetzt auch Gewehrmündungen auf uns gerichtet und in nächster Sekunde rasselte es auch los. Escobado bekam im Nu sein Rifle heraus und im nächsten Augenblick rollte einer der Yaqui-Indianer, der seine Büchse gegen uns gerichtet hatte, in das Gebüsch hinunter. Währenddessen eass Lemon da und trat wie wahnsinnig auf die Pedale herum; und als er das richtige Tempo erreicht hatte, liess er den Wagen seine Bahn laufen. Er enrriff dann seine beiden Selbstlader und schoss aufs Geratewohl damit. Escobado war damit beschäftigt, seine Rifle frisch zu laden, als eine Kugel das Verdeck durchschlug und den Lauf seines Gewehres traf. Ich fühlte im selben Augenblick wie einen Schlag auf meine linke Backe und als ich die Hand darüber führte, wurde sie voll von Blut. Ich war nur von einem Streifschuss getroffen, und die Wunde war ganz ungefährlich. Es wurden noch einige Schüsse gewechselt, aber die Folge davon erfuhr ich nie. Der Ford hatte uns so weit fortgebracht, dass wir ausser Schussweite waren, so dass wir etwas freier atmen und den Schaden näher in Augenschein nehmen konnten, den uns die Bataille zugefügt hatte. Escobado und ich hatten uns gerade darüber geeinigt, dass eigentlich keiner von uns einen wesentlichen persönlichen Schaden gelitten hatte, als Lemon plötzlich den Kopf gegen die Brust fallen liess. Seine braune Haut wurde aschgrau, und er war gerade daran, vom Führersitz abzugleiten. Ich hielt sofort den Wagen an, und gemeinsam hoben Escobado und ich den kranken Mann hinunter. Als wir ihn untersucht hatten, fanden wir, dass er von einer Kugel im Oberschenkel verwundet war, und seine plötzliche Ohnmacht war durch den Blutverlust veranlasst. Während wir un3 so mit ihm beschäftigten, schlug er wieder die Augen auf und wurde bald so lebendig, dass er mit Interesse zuschauen konnte, wie wir ihn verbanden. Lange nahm uns jedoch diese Arbeit nicht in Anspruch; wir waren noch den Ya

IDEEiER Man streitet sich sehr viel in unserer Zeit über den Sinn der Ehe herum. Bücher, Zeitschriften und Magazine bringen spaltenlange Artikel über dieses ewigaktuelle Thema und machen damit die besten Geschäfte. Nun, an Interesse fehlt es hier wahrlich nicht. Die Leser teilen sich in die Lager der Befürwortenden und Verneinenden. Immunität findet sich selten, dazu ist das Thema allzu menschlich. Trotz des unabgegrenzten Interessenkreises rekrutieren sich aber die Wortund Schriftführer des Problems aus einer sehr bestimmten Schicht: Pädagogen, Philosophen, Dichter und Journalisten, die teils aus Liebe zur Sache, teils um zu leben, von dem unerschöpflichen Thema zehren. Heute ist aber die Heirat und damit die Einstellung dazu nicht mehr Sache der treubesorgten Eltern, heute will die junge Generation ihr Schicksal selbst bestimmen. Wie aber denkt sie über diesen Punkt ? Ein Wiener Blatt hat sich die Mühe kosten lassen, vier junge Mädchen aus vier verschiedenen gesellschaftlichen Kreisen darübeT zu interviewen. Das Resultat ist sicher höchst interessant. Wenn man es auch nicht ohne weiteres als Querschnitt durch die Einstellung der heutigen Mädchen nehmen kann, so enthüllt es doch Wahrheiten, an denen man nicht vorbeigehen darf. Wunschtranm und Erfüllung. Die schwarzhaarige Studentin, die ich als erste sprechen lassen will, schreibt der Interviewer, hat einen Kaufmann zum Vater, dessen Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Familie ein unbeschwertes Leben sichern, das zwar nicht besonders luxuriös, aber von bürgerlicher Behaglichkeit erfüllt ist. Gleichwohl gehört sie zum modernen Typus des «Werkstudenten», und neben dem Jusstudium, das sie betreibt, übt sie den Beruf einer Sekretärin in einem Verlagsgeschäft aus. Auf meine etwas unerwartet an sie gerichtete Frage, was sie über die Ehe denke und wie BF TTSE Vier junge Mädchen über die Ehe So spricht die heutige Generation... AUTOMOBIL-REVUE sie sich ihr Leben diesbezüglich einrichten möchte, erklärte sie freimütig: «Es ist bei mir zu unterscheiden zwischen dem Wunschtraum, von dem ich weiss, dass er nie in Erfüllung gehen wird, und einem Vorhaben, das von Erwägungen der Zweckmässigkeit geleitet und fixiert ist. Mein Traum gilt einem Manne mit einem feinen, bleichen Gesicht, schmalen Händen und Ianggliedrigen Fingern. Einer Künstlernatur, die ihr Künstlertum lebt. Ein arbeitsloses Leben, erfüllt von Reisen und Erleben, aber auch von grosser, befriedeter Ruhe. Natürlich ist das Ganze, mit praktischen Augen gesehen, lächerlich. Ich weiss es genau und werde wahrscheinlich einen Rechtsanwalt heiraten, der mir sympathisch ist und mit dem ich die Kanzlei gemeinsam führen werde. Denn mein Studium gebe ich für keinen Fall auf, weil ich wirtschaftlich vom Manne nicht abhängig sein will. Anderseits gilt es natürlich, in der Ehe zu trachten, den Reibungskoeffizienten auf ein Minimum zu reduzieren, und der (gleiche Beruf, hoffe ich, wird dieser Absicht entgegenkommen. Auf diese Weise glaube ich, dem Leben so viel Glück und Behaglichkeit abgewinnen zu können, als es irgendwie möglich ist. Aber meine Nerven — das weiss ich, werden immer dem Manne meines Wunschtraumes gehören, und daran wird sich — trotz Psychoanalyse — nichts ändern.» Ein schlechter Witz. Eine junge Dame, deren Leben bisher aus Spiel, Sport und Flirt bestand und die nun, flikten ausweicht. Dies ist zu erreichen, indem man sich immer vorhält, dass der Ehepartner ein vollwertiger Mensch ist, mit eigenen Ansichten und eigenem Geschmack. Aber gerade dieses Recht will man dem anderen in der Ehe streitig machen. In der immerwährenden Sucht nach gegenseitiger Angleichung entstehen die grössten Auseinandersetzungen und die tiefsten Klüfte. Ich werde von meinem Mann nicht mehr verlangen, als dass er ein gesunder Mensch sei und den Pflichten des Berufes und der Ehe obliege. Sympathie und Zufall werden bei meiner Wahl den Ausschlag geben. Denn ob man diesen oder jenen Mann liebt, ist meist ein Zufall. Wenn man nur keine übertriebenen Forderungen in die Ehe mitnimmt — es gibt auch seelische Forderungen, die den Vertragspartner zur Insolvenz treiben können — wird sie einen auch nicht enttäuschen. Ein alter Text. Eine kleine Beamtin, hübsch, blond und lebhaft, stellt andere Ansprüche: «Wenn ich das Bureauhocken und das Staubfressen nicht aufgeben kann, dann pfeif ich auf die ganze Ehe. Durch eine Heirat, sagt meine Mutter, soll man sich das Leben leichter und nicht schwerer machen. Und sie hat recht. Da ich kein Geld habe, muss er welches haben und mich erhalten können — das ist doch klar! Mein Eheproblem, wenn Sie es wissen wollen, besteht einzig in der Frage: Wo ist der Mann mit dieser Voraussetzung, den ich und der mich heiraten möchte? Fertig. Alles andere wird sich dann von selbst ergeben. Gleichgültig seine Haarfarbe und ob er das Kino dem Theater vorzieht oder umgekehrt. Nur muss er ein guter Kerl sein und mich liebhaben. In der Ehe selbst sehe ich keine Probleme. Wenn ? man das Seine tut, wird alles in Ordnung sein. Freilich gibt es auch Unglücksfälle. Aber gegen solche Unglücksfälle kann man. sich nicht versichern und Klügelei nutzt nichts. zwanzigjährig, an die Ehe denken soll, sieht Blick in die Tiefe. diese Frage von einem andern Gesichtspunkt. Aber das Tiefste liegt gewiss in der kurzen «Sie werden mich für verrückt halten,» Aeusserung jener Dame, die mir sagte: «Die sagte sie, « wenn ich meine, dass die Ehe ein Ehe ist nur für jenen der beiden ein Problem, Witz ist. Jawohl, ein schlechter Witz, oder, der die schwächeren Nerven hat. Und vielleicht liegt darin die Tragik des .Frauenle- besser gesagt, ein boshafter, den die Natur zu Komplikationszwecken ersonnen hat. Ge-bensgen diese Tatsache lässt sich natürlich nichts Mann vorziehen wird, der.stärker ist als sie, da die Frau für die Ehe immer einen machen, aber man kann der Natur ein hat sie nieist schon von Anbeginn verlorenes Schnippchen schlagen, wenn man den Kon-Spiel. r> Der Schuh für den Sport. Halbschuh aus weissem Leder mit Krokodillederfassung. Die Mode einer Königin. Die Königin von Italien gilt als die best-» angezogene, dabei aber auch einfachste Frau Europas auf einem Herrscherthron. In ihrer Jugend war sie in der italienischen Mode füh-* rend. Aber auch heute noch legt sie grössten Wert auf jede Kleinigkeit, die ihren Anzug 1 betrifft. Dabei hat sie einen stark persönlich gefärbten Geschmack und macht nicht alle Sonderheiten der Mode mit, wie z. B. die kniefreien Röcke und ähnliche besondere Kennzeichen unserer Zeit. Auf ihren Einfluss ist es auch zurückztN führen, dass Mussolini, der auch in Fragen der Mode für Italien ein Diktator ist, genaue Vorschriften erlassen hat, wie weit ein Kleid das Knie der Frau bedecken muss. Der Auf-; wand, den die Königin mit ihren Kleidern treibt, ist sehr gross. Sie trägt niemals fein Kleid mehr als zweimal. Die Königin z/ieht sich oft fünf- bis sechsmal am Tage um. Schwarz und rubinrot sind die Farben, die die Königin am meisten bevorzugt. Daiss der König ein, eifriger Bewunderer seiner Frau ist, das wissen alle diejenigen, die den Gang der Ereignisse kennen. Idie Oslschweiz Besütften Sie (fasrcfeende .üfylTisch gelegene Muotamat Wunderbar im Aroma. Belebend u. erfrischend. Gesundheitl. wertvoll. Fabrikanten : W. u. G. Weisflogjc Co^AItstcttcn^ZclK la. schwere Versilberungen von Hotelbestecken sowie Neulieferungen Billigste Berechnung. — Grösste Haltbarkeit. A. Keller, Dachsen a. Rh'f all Besteckfabrik und galvanische Anstalt. boferne