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E_1930_Zeitung_Nr.074

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22 ÄUTOMOBIL-REVUE

22 ÄUTOMOBIL-REVUE 1930 — N" 74 Kann Buster Keaton lachen ? Buster Keaton, der «Mann ohne Lachen», weilt jetzt in Europa, und natürlich war die erste Frage, die die Berichterstatter an den ernsthaften kleinen Komiker richteten, ob er lachen könne. Er beruhigte sie über ihren Zweifel, indem er sein Gesicht in freundliche Falten verzog und sagte: «Ich lache fast über alles und jedes. Aber im Film, da werden sie mich bei keinem Lachen ertappen. Ich nehme nämlich den Humor sehr ernst, und das tun auch andere Komiker. Deshalb sind viele von ihnen so melancholisch. Merkwürdig ist es, dass Menschen von kleiner Statur das Publikum am meisten zum Lachen bringen. Deshalb sind so viele Komiker klein. Charlie Chaplin, über den ich mehr lache als über irgend etwas anderes in der Welt, ist nur 2 l A Zentimeter grösser als ich; er ist 166 Zentimeter gross, und Harald Lloyd ist nur etwa 1 Zentimeter grösser als Charlie. Glauben Sie, dass Jannings, dieser grosse Schauspieler, die Leute zum Lachen bringen kann? Vielleicht in einzelnen Situationen, aber nicht durch sein ganzes Auftreten. Dazu ist er zu gross. Das Publikum würde denken: Der kann sich umdrehen und mir eine runterlangen, wenn ich über ihn lache. Aus allen Teilen der Welt bekomme ich Briefe, ob ich überhaupt lachen kann. Manche Basel Der Tagesfilm METBOPOLE HOTEL MONOPOLE GOLF LINKS Das Hans ersten Ranges, im Zentrum der Stadt, mit modernem Komfort — überall fl. Wasser — Privat-Bäder — feines Stadtrestanrant. Telephon S. 37.63, S. 48.49. Dir. U. A. Mislin. möchten wissen, ob ich vielleicht deswegen nicht lache, weil ich keine Zähne habe, oder ob meine Gesichtsmuskeln gelähmt sind. Wenn sie nur wüssten, wie oft wir ganze Stücke eines Films weglassen müssen, weil ich aus irgend einem Grund — meistens sind die Mädels dran schuld — plötzlich in ein schallendes Gelächter ausgebrochen bin...» Wie amerikanische Millionäre ihre Grabesruhe sichern. Die Pietätlosigkeit der Nachwelt hat nicht nur die ägyptischen Pharaonen allein bewogen, zur Sicherung ihrer Grabesruhe ausserordentliche Massnahmen zu ergreifen. Die Pharaonen von heute, die in der New Yorker Walstreet herrschen, sind in bezug auf ihre Wohnstätten nach dem Tode zu demselben Ergebnis gekommen wie die alten Pharaonen, dass sie nämlich gegen die Uebergriffe der Nachwelt zu sichern seien. Um eine solche Sicherung der Ruhe nach dem Tode zu erreichen, hat der kürzlich verstorbene Millionär Roman Ruchell in seinem Testament folgende Bestimmung aufgenommen. «Ich wünsche, dass ich in einem Stahlsarg beerdigt werde, der mit Patentschlössern zugeschlossen werden soll. Der Sarg soll in einem Grab aufgestellt werden, dessen Innenwände mit Stahlpanzern ausgelegt sein müssen. Der Sarg und das Grab sollen durch elektrische Leitungen mit dem Hause des Friedhofwärters verbunden werden, der im Falle eines Alarms verpflichtet ist, einzugreifen und die 'Ruhestörer zu entfernen.» Die Erben waren gezwungen, den letzten Wunsch des Millionärs zu erfüllen. Die Herstellung des Stalilgrabes nebst Stahlsarg stellte sich auf die runde Summe von 40,000 Dollars. Die grossen Füsse. Frau Dr. Helen Mayo, eine ausserordentlich erfolgreiche Londoner Zahnärztin, betonte neulich in einer Rede, die sie in einer Versammlung junger Studierender hielt, dass es besonders für weibliche Aspirantinnen des zahnärztlichen Studiums von Wichtigkeit sei, über grosse Füsse zu verfügen. Nur dadurch könne man den ausserordentlichen Anstrengungen, die das ständige Stehen bedingt, völlig gerecht werden. Ein neuer Klu-Klux-KIan. Mr. William Simson, der im Jahre 1919 die Klu-Klux-Klan-Bewegung in Amerika hervorgerufen hatte, in der Folgezeit sich aber nicht mehr um diese Bewegung gekümmert hatte, hat jetzt eine neue Organisation ins Leben gerufen, um die ursprünglich von dem Klu- Klux-Klan erstrebten Ziele zu verwirklichen. Bekanntlich ist die Klu-Klux-Klan-Bewegung in den letzten Jahren stark im Absterben begriffen. Kinderautos. Die englische Automobilfabrik « Austin Motor Company •» begann vor einigen Monaten in ihrem amerikanischen Werk in Pittsburg kleine Autos zu fabrizieren, die für Kinder von 10—15 Jahren konstruiert sind. Ein solches Baby-Car kostet in Amerika 400 Dollar. Vor kurzem wurden diese Babywagen auf einer Autoausstellung in New York gezeigt. Die kleinen Autos erlangten schnell in Amerika grosse Popularität. Im Monat Juli verkaufte die Fabrik 3000 solcher Kinderautos. Die grosse Nachfrage veranlasste die Werkleitung, die Produktion auf 5000 Wagen schiedsbrief: « Du wirst nicht mehr daran monatlich zu erhöhen. Die Fabrik ist mit Aufträgen überhäuft. Es liegen bereits 167,000 Bestellungen vor. In jedem Babyauto können drei Kinder Platz finden : eins am Steuer und zwei auf dem Hintersitz. Der Abschiedsbrief. Ein Buchhalter in Cette, der seine Militärzeit in einem Fliegerregiment absolviert hatte, schrieb an sein© Geliebte folgenden Abschiedsbrief : « Du wirst nicht mehr 1 daran zweifeln, dass ich Dich aufrichtig geliebt habe. Am Sonntag mittag, 100 Meter vom Stadtausgang entfernt, wirst Du meine furchtbar verstümmelte Leiche unter den Trümmern eines Flugzeuges finden.» Pünktlich zur festgesetzten Stunde traf der unglücklich© Liebhaber über der Stadt ein und stürzte sich aus 200 Meter Höhe ins Leere. Er wurde auf der Stell© getötet, während das steuerlose Flugzeug 100 Meter weiter am Boden zerschellte. Moderner Selbstmord! 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74 — 1930 AUTOMOBIL-REVUE Sommerlicher Herbst Es ist doch noch Sommer geworden. Regelrechter, warmer Sommer, wie man ihn sonst nur in den Hundstagen kennt und wie man ihn gerne vor einigen Wochen gehabt hätte. Was sonst die Junisonne im Gebirge zu tun pflegt, das muss nun die verspätete Sommersonne am Ende einer unerfreulichen Saison nachholen. Jetzt, anstatt im Juni und Juli, frisst sie den Schnee von den Bergen, der träge bis in die Voralpen hinunter auf Föhn und warme Höhensonne wartete, die beide einfach nicht kommen wollten. Ende gut, alles gut, ist ein lamentabler Trost! Was der unverständliche Wettergott den Ferienmenschen und Hoteliers verdorben hat, das kann ein schöner Herbst so leicht nicht gut machen. Aber wie manche Schlacht schien schon halb verloren, als doch noch die Wendung zum Besseren sich einstellte. Wahrlich, der Konflikt mit dem Wetter scheint auf gesunde Basis geleitet worden zu sein. Der Herbst, der kalen> darisch vor der Türe steht, wird sommerlich angehaucht sein und* dafür sorgen, dass unser grosses nationales Gewerbe doch noch zu sonnigen Tagen kommt und dass der Ruf der Berge und der Alpenstrasser^ obwohl er reichlich spät ertönt, ein allseitig dankbares Echo findet. Darum sei gegrüsst, sommerlicher Herbst! schm- Schattige Plätzchen Die Menschheit schwitzt! Wochenlang hat man über den Regen gebrummelt, jetzt brumtnelt man über die Hitze. Diese Hitze aber macht schlapp. Der Milchmann schüttet mehr Milch neben den Topf als hinein, der Sprengwagen hat samt Bedienung Hitzeferien (mit dem ersten Regen wird er wiederkommen), Maler streichen statt des Gartenzaunes dessen Zwischenräume an und vergebens suchen arme Redakteure nach einem letzten Geistesblitz. Und gar der arme Automobilist, der im Polster seiner Limousine Eier kochen könnte ! Der wartet die ganze Woche nur auf den Moment, wo er losfahren kann, irgend einem schattigen Plätzchen zu. So kühle, beschattete Eckchen gibts ja überall, man muss ,sie nur zu finden wissen. Ich werde Euch mal ein paar verraten. Eine ganze Reihe solcher Oertchen liegt einmal an der Strasse Solothurn-Basel. Sehen wir ab vom freundlichen Solothurn, in dessen Mauern manch kühles Plätzchen zu finden wäre, so liegt doch wenige Kilometer von seinen Toren mitten im Wald drin Bad Attis- Issok. Fahren wir weiter, dann finden wir auf der Höhe Langenbruck, tiefer unten Waidenburg und noch weiter taucht plötzlich an der Strasse eine grüne Insel auf: Bad Bubendorf. Auswahl hätten wir hier also genug. — Schlagen wir eine andere Richtung ein. Wie wäre es mit Ursenbach, mit Madiswü, Huttwil oder Willisau ? Und Thun ? Mit herrlichen Schattenplätzen am See; Interlaken mit seinem grandiosen Strandbad, oder — etwas ganz Feines — das Blauseeli inmitten dunkler Tannen. Seht Ihr, wie viele Möglichkeiten — Ihr braucht nur auszuwählen ! Allerdings, die Qual der Wahl, die überlasse ich gerne Euch, denn — ich schwitze so schon genug, eb. Zürich Habis-Royal am Hauptbahnhof Jedtn Komfort, Fliess. Wasser, Privatbader, Amtstelephon Parkplatz, Telephon Sein. 47.30 RESTAURANT He Tourismus Calderon's WELTTHEATER auf dem Klosterplatz EINSIEDELN Bis 20. September jeden Mittwoch und Samstag, abends 9 Uhr. P r e I s e i Fr. 6.50 bis 3.50. — Auskunft VERKEHRS-BUREAU, Telephon 102. yüHllüiy beim Bodensee HOTEL POST Beliebter Höhenluftkurort. Sehenswürdigkeit 1. Ranges. Schloss des Fürsten zu Fürstenberg. Beste Verpflegung bei massigen Preisen. Telephon 8. Erreichbar von Konstanz aus mit Fähre in 1 Stunde. Sehr gute Zufahrtsstrassen. F. BOCHELER. Ein herrlicher Augustmorgen geht über Pontresina auf. Noch liegt das Dorf im Schlaf. All die smarten Ladies und Gentlemen, die hornbebrillten Amerikanerinnen, die wohlfrisierten Deutschen sind noch nirgends sichtbar. Nur ein paar Frühaufsteher, ein paar Bergfexe, die wohl von Satnaden herkommen, schreiten mit weithinhallenden Tritten durch die menschenleeren Strassen. Die wollen wohl dem Piz Languard zu Leibe. Leise spielen die ersten Sonnenstrahlen über die Firnen der Bernina, lassen sie aufgleissen. Und nun steht die Sonne im Osten über den Hängen und Licht flutet über Berge und Täler, Licht fliesst über die Gletscher und Schrunde der Bernina und lässt das weisse Band der Strasse aufleuchten, das kühn zum Pass emporstrebt. Da hält es mich nicht mehr. Heraus mit dem Wagen und empor, immer weiter empor, so hoch die brave Strasse mich trägt. Spürt mein Wagen wohl auch die Gewalt und Herrlichkeit dieser Morgensymphonie? Summt nicht sein Motor ein Lied der Freude? Hört doch, wie er singt von einer herrlichen, weissen Strasse, von blauem Himmel und sieghafter Sonne, von einem märchenhaften Berg! Ich lausche, hingerissen, ich sauge die vorbeifliegende Natur in mich auf, ich bin trunken von Schönheit. Hier liegt der grösste Sieg der Technik: sie führt uns zurück zur Natur, lässt uns die Natur erleben wie wir sie nie sonst erleben könnten. Noch stehe ich unter dem Eindruck fcnes gewaltigen Ausblicks auf den Morteratschgletscher, über dessen Schrunde der Blick zwischen Arven und Lärchen durch schweifte, da durchfahre ich auch schon die Bernina-Häuser. Bald tauchen Lago Nero und Lago Bianco auf, die Bremsen kreischen, der Wagen hält vor dem Hospiz. Ein kurzer Aufenthalt nur und dann werden wir weiterfahren auf der herrlichen Strasse in den Hans. Bei Bonaduz scharf südwärts dem Tal des Hinterrheins folgend bis Thusis, dort der Schynstrasse entlang nach Tiefencastel. Ostwärts auf der Zügenstrasse nach Davos (155 km), wo Sie ja für 2 Tage Aufenthalt nehmen wollen. Am fünften Tag verlassen Sie Davos in der Richtung Flüelapass. Jenseits, desselben erreichen Sie bei Süs die Engadinerstrasse. Inn-aufwärts nach Zernez. Von hier auf der Ofenpassstrasse mitten durch den Nationalpark, jenseits der Passhöhe durchs Münstertal hinab, bei Santa Maria südwärts über den Umbrail, dann über das Stilfserjoch und hinab nach Traföi und Spondigna (Spondinig). herrlichen Tag, wir, mein Wagen und ich. Durch das Vintschgau der Etsch entlang nach Me- Wir werden hinaufziehen zur nahen Passhöhe, wir werden uns hinabschrauben durch die Kehren bei La Rosa, hinab nach Poschiavo werden wir uns sinken lassen und am lieblichen See in Le Prese werden wir ausruhen. Dann wollen wir zurückfahren, wieder über den Pass und hinab nach Pontresina, wollen die Berninastrasse noch einmal auskosten. Und wir werden beide träumen, lange nachher, von einer unvergesslichen Strasse, die wir zusammen erlebt haben, mein Wagen und ich. eb. T. A. 545, Korsika. Ein Besuch von Korsika darf heute zu den lohnendsten und interessantesten innerhalb Europas gezählt werden. Die Insel ist ungemein reich an landschaftlichen Schönheiten und grossartigen Bildern, die ihresgleichen suchen, und weist zudem den Vorteil auf, dass sie von der Riviera aus leicht erreichbar ist. Der Verlad des Wagens erfolgt am besten von Marseille nach Ajaccio durch die Gompagnie Fraissinet, die speziell dazu eingerichtete Dampfer in den Dienst gestellt hat. Die günstigste Zeit zum Reisen ist der Mai, Verlangen Sie überall Bernina Touren-Antworten Isolierflaschen PATENT-HARTGLASund Speisegefässe Spezial-Fabrikatefür Automobilisten lillllllll doch lässt es sich gerade im September in Korsika auch sehr gut reisen. An allen wichtigeren Orten bestehen gute Hotels, dagegen lassen oft die Gasthöfe der kleineren Orte sehr zu wünschen übrig. Die korsische Nahrung ist im allgemeinen sehr bekömmlich. Das Befahren des Landes ist gefahrlos; die Strassen sind teilweise gut, teilweise aber auch sehr schlecht. Es ist daher vorteilhaft, am jeweiligen Etappenort genaue Informationen einzuziehen. Nachstehend eine Zusammenstellung der wichtigsten Punkte und Sehenswürdigkeiten Korsikas: Ajaccio, die Geburtsstadt Napoleons, mit den vier Sanguinares-Inseln; Bastia, bekannter Ausgangspunkt für interessante Autotouren, worunter die Tour du Cap Gorse; Piana, mit den berühmten «Ballanches», deren rote Felswände und Wälder einen prächtigen Anblick bieten; Corte, eine der interessantesten alten Korsenstädte, ist Ausgangspunkt für Touren in die Gebiete des Monte Rotondo, der Scala Santa Regina etc.; Bonifacio und Sartene haben ihren pittoresken Charakter noch fast vollständig bewahrt und bilden mit ihren eigenartigen Gassen einen malerischen Anblick; Vizzanova ist Ausgangspunkt für den Besuch des wilden, schluchtenreichen Teils der Insel. Auf jeden Fall wird ein Besuch Korsikas für jeden Automobilisten einen reichen Genuss bedeuten, wozu die eigenartigen Sitten und Gebräuche und die Sonderart der Landschaft viel beitragen. Im Europa Touring ist der Abschnitt Korsika auf Grund letztjähriger Fahrten eingehend behandelt. n. T. A. 546, Wien. Wenn Sie die geplante Reise inklusive Aufenthalt in Davos und in Wien in 14 Tagen ausführen wollen, ergibt sich ungefähr folgende Einteilung: Am ersten Tag fahren Sie von Lyss nach Bern, Interlaken, Meiringen, Grimsel, Gletsch, Furka und Hospenthal, wo Sie vorteilhaft die ersfts Etappe beenden (175 km). Tags darauf nach Andermatt, über die Oberalp nach Disentis (Kloster besichtigen), dann dem Vorderrhein entlang zur cersten Stadt am Rhein>, ran und Bozen (Etappenziel, 181 km). Die Route von Süs dem Inn entlang bis Innsbruck und dort über den Brenner nach Bozen ist wegen Umbau der Brennerstrasse momentan nicht zu empfehlen. Von Bozen durch das Eggental zum Karersee, über den Karerpass (Costalunganass), durch das Val di Fassa nach Ganazei, über den Pordoipass, Arabba, Andraz, Falzarego-Pass nach Gortina d'Ampezzo. lieber den Passo Tre Croci, zwischen den Dreizinnen und dem Monte Cristallo durch nach JToblach (Dobbiaco), wo Sie den sechsten Tag beendigen (137 km). Diese Dolomiten-Route ist äusserst eindrucksvoll und charakteristisch. Die Pässe sind gut ausgebaut und bieten prachtvolle Ausblicke. Kurz naeh Toblaoh gelangen Sie wieder in österreichisches Gebiet. Sie folgen nun dem Lauf des Drau-Flusses über Lienz bis nach Spittal. ^Hier nordwärts über die Katschberghöhe nach Tamsweg und Murau (Etappe). In Murau finden Sie gute Unterkunft, während dies in der Umgebung schwierig ist. Nächster Tag: Sie folgen der Mur bis Brück, fahren dort in der gleichen Richtung weiter über den Semmering nach Wiener Neustadt und erreichen Ihr Reiseziel, Wien (253 km), am 8. Tage. Nach zwei Tagen Aufenthalt in Wien, die für die Besichtigung des Wichtigsten gerade genügen, schlagen Sie den direktesten Rückweg ein, der Sie über München nach Lyss zurückführt. Die Rückfahrt machen Sie in 4 Tagen auf folgender Route: St. Polten, Melk, Amstetten, Linz, Wels (217 km); Lambach, Ried, Braunau, Mühldorf, Haag, München (221 km); Von München über Landsberg, Kempten, Tsny, Bregenz nach St. Gallen (234 km); St. Gallen, Winterthur, Zürich, Bern, Lyss (231 km) Ṡie haben damit für die Reise genau 14 Tage MACHEN SIE EINE HEBBSTttHRI NACH DEM SCHÖNEN-HEiMEÜGEN N r%n*±& nriyvf! . •t*ik4. ««enoe*fl_ine AiinnAii Der schönste Ausflug ist Ins Wäggital, Neu-Imnertal Gasthaus Stausee Bekannt gute KOche. Neue moderne Lokalitäten, für Gesellschaften, Schulen und Anllsse bestens geeignet. Grosser Autoplatz. FAMILIE SPIESS Telephon 21 Mitglied des A. C. S. and T. C.S. Unterstützt die wohltätige Lotterie&Hezirksspital LOSE eto. in bar. Versand gegen Naohnahme durch die vonWerdtPassage Nr. 4 gebraucht, ohne dass übertriebene Tagesetappen notwendig wären. Karten: «Oesterceich, Tschechoslovakei und Ungarn» der Serie Europa Touring. 0. R. Wagners Dolomitenführer. R. V. in K. T. F. 546, San Bernardino. Ich gedenke, den St. Berhardin von Thusis, eventuell von Bellinzona aus, zu überfahren. Von welcher Seite ist die Fahrt genussreicher? Wie breit ist die Strasse? Ist Sie gut passierbar? Ich wäre für entsprechende Mitteilungen sehr dankbar. A. A. in P. T. F. 547, Treysa-Bodensee. Ich möchte von hier (Treysa, Bezirk Kassel, Hessen-Nassau) über Königsstein-Heidelberg durch den Schwarzwald nach, dem Bodensee fahren. Dann nach Oberstdorf-Garmisch und über München nach Hause. Ist dieses Projekt empfehlenswert? Ich möchte Romanshorn am Bodensee aufsuchen. Kann mir jemand eine gute Route empfehlen? Was für Papiere sind notwendig? F. K. in T. T. F. 548, Tirol. Ich gedenke, nächstens einige Tage ins Tirol zu fahren. Ich habe nun gehört, man könne im Tirol wie bei uns auf kürzere Zeit fahren, ohne dass ein Triptyk notwendig sei. Stimmt das? Kann ich von Töte (Bayern) direkt zum Achensee und dann nach Jenbach und Innsbruck fahren, oder ist jene Strasse für Autos gesperrt? K. B. in W. Der verhängnisvolle Kuss. Er hat diesmal nicht zur Ehe geführt. Er wird vielmehr zur Scheidung führen. Und ein indiskreter Streifen Film ist zum Verräter geworden. Der unglückliche Held der Geschichte, die gegenwärtig in allen amerikanischen Blättern die Runde macht, ist Mister Clair Alexander, ein Mitglied der berühmten Südpolexpedition Byrds. Bei ihrer Ankunft in New York wurden die populären Südpolarhelden ungezählte Male vor die Kamera gestellt und der Film lief dann in sämtlichen Kinos der Union. In Reading im Staate Pennsylvanien genoss u. a. auch eine gewisse Mrs. Dietrich die Wochenschau —• sie erkannte plötzlich, als das lächelnde Gesicht Mr. Alexanders auf der Leinwand erschien, in ihm ihren seit langem verschwundenen Gatten. Und ihr Erstaunen und ihre Empörung waren grenzenlos, als im nächsten Augenblick ein reizendes Girl in den Armen des ungetreuen Gemahls zu sehen war mit dem Titel: «Mr. Alexander küsst seine Braut, Miss Elinor MacDonald». Mrs. Dietrich wandte sich an die Behörden und musste zu ihrem Schrecken erfahren, dass das glückliche Brautpaar inzwischen geheiratet hatte. Worauf sie Klage wegen Bigamie einreichte. Mr. Alexander, der offenbar unter falschem Namen gelebt hat, lehnte es bis jetzt ab, sich zu dieser Beschuldigung zu äussern. Wenn sich seine erste Frau nicht getäuscht hat, kann er allerhand erleben. Jedenfalls sind ihm vorläufig die Flitterwochen gründlich verdorben und jedenfalls wird er sich in nächster Zeit kaum mehr filmen lassen. Etwas vom «Eptinger»-Mineralwasser. Die ältesten Aufzeichnungen über das bei uns am meisten verbreitete Mineralwasser, das «Eptinger», stammen aus dem Jahre 169!?. Am 3. Juni des genannten Jahres unterzog nämlich der gelehrte Professor Dr. Zwinger aus Basel das Wasser, das schon damals zur Heilung von vielerlei Krankheiten benützt wurde, einer eingehenden Untersuchung. Auf Grund deren Ergebnisse empfahl der geachtete Gelehrte Trinkkuren mit diesem Wasser zur Reinigung des Blutes und zur Heilung bei Erkankungen der Leber, Milz und Nieren. Viele Heilwirkungen schrieb er auch den damit gemachten Badekuren zu. Die vielen seither gesammelten Erfahrungen haben das Ergebnis dieser ersten bekannten Untersuchung bestätigt. Von Aerztsn wird «Eptinger» heute noch bei Magen-, Nieren- und Blasenleiden gerne und mit Erfolg angewandt. Auch als Tafelwasser ist es sehr beliebt; trotz der vielen in den letzten Jahren auf dem Markte erschienenen Wässer hat es sich sehr gut behauptet. 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