Aufrufe
vor 3 Monaten

E_1934_Zeitung_Nr.036

E_1934_Zeitung_Nr.036

18 "ÄUTÖMOBIL-REVUE

18 "ÄUTÖMOBIL-REVUE 1934 - N° 86 manische Lazzaronl; aber er bettelte diskret, und wenn sie hinsah, waren die Augen fort oder sie waren gleichgültig oder sogar unverfroren. Und dann, wenn sie wieder bettelten, ohne Hoffnung auf milde Qabe, sahen es die Mädchen nicht. Charlie, bestellte zwei Portionen Eis. « Kleine'oder ; grosse ?», fragte der Kellner von oben herab. Das; Mädchen lauerte. « Kleine», sagte Charlie trotzig, Hess sich nicht merken, wie schwer ihm die> zwei Silben fielen und trommelte auf den Tisch. Das Geld in seiner Tasche war schon ganz.feucht. Zum Abendbrot wird, er mir Würstchen anbieten, dachte die kleine Verkäuferin und machte ein Gesicht wie eine gekränkte Baronin. « Bitte,.unterlassen Sie das Trommeln.das macht mich ganz nervös >, sagte-das Fräulein. Charlie hatte soeben den grimmigen Gedanken auf die Tischplatte-getrommelt, wie einfach es sei, zu imponieren, wenn man, eine Flasche Wein aufmarschieren lässt Die Unterhaltung war unter diesen Umständen nicht sehr angeregt. Charlies Augen, zwei kleine dunkle. Betteljungen, suchten Gedanken, Worte, Chancen, Rettung. Langsam, das Lokal musternd, kam ein grosser, starker Herr vorüber; er trug weisse Gamaschen, das bemerkte Nussi gleich — ja, sie hiess Nussi, so einen feinen, vielversprechenden Namen hatte sie sich, ^zurechtgelegt. Der stattliche Herr, hatte einen feinen,, rosigen Nacken, der unvermittelt'vin eine Glatze überging; das bemerkte Charlie, sehr genau sogar, sein- Blick bohrte sich geradezu in diesen blanken, kugeligen ' Hinterkopf fest... Stattliche Herren waren ihm unsympathisch. In diesem Augen-i blick sagte Nussi ganz nebenbei und harmlos,'aber mit heimlicher Spitze in der Anerkennung: Pack «Männer stehen einem bloss im Weg», schimpfte Frau Sperling. Sie hatte es sich nämlich in dem so holterdipolter gebauten Nesf schön bequem machen wollen, dabei fiel ein Ei heraus, machte laut platsch und war kaputt. Nun musste sie doch zur Erleichterung ihres Grolls auf ihren Mann schelten* der zufällig in der Nähe gehockt hatte. Vater Sperling sagte nichts. Er war auf seine Art so ein Stück Philosoph und verstand sich auf Frauen. Recht umständlich kratzte er sich unter seinen schwarzen Kehlfedern. — dem Zeichen seiner edlen Männlichkeit — denn die Milben bissen mal wieder ganz gemein. Er musste es sich selbst eingestehen, sein Nest war überhaupt nicht nach seinem Geschmack. Es befand sich in einer Grossstadtj in einem Mauerloch des Häuptportals des Hauptbahnhofsi Aber Frau Spätzin hatte es so bestimmt. In diesem bröckelnden, eilig mit aufgelesenen Halmen ausgepolsterten Loch wollte die tapfere Mutter viermal .In diesem Jahr Junge grossziehen. Der Vater hatte Furcht vor den Menschen, die -dann und wann grosse Leitern anstellten und von schwankender Sprosse aus die Fenster des Hauptportals putzten. Doch die Frau hätte einen sicheren Instinkt. Sie wusste, diese rauhen, harten Hände können lind sein, sie tun einem kleinen Vogelleben umd einem winzigen. Vogelglück nichts zuleide. Der Spatzenmann liess seine Frau gewähren,; denn schliesslich war sie ja die Stammmutter neuer Spatzengeschlechter. Sie hatte im Grunde genommen recht, um die Art zu erhalten, musste man rauh mit den Jungen sein; Die durften nicht ludern auf weichem Lagern, die mussten frühzeitig schwer bekömmliche Speisen verdauen. Das goldene Zeitälter : der reichlichen Pferdeäpfel war vorüber, jetzt hiess es, sich umstellen. Es galt den Menschen zu belauern. Vielleicht ass mal ein Dienstmann ein Stückchen Brot, warf ein Chauffeur eine Wursthaut in den Rinnstein und zerkrümelte ein Kind in dem allgemeinen Gedränge nach Zugankunft ein Stückchen Kuchen. Man musste sich dem Tempo der Zeit anpassen, man musste schneller werden, oft zustossen wie ein Raubvogel und mitunter dummerweise Sachen mitschleppen, die sich später tatsächlich,, trotz aller Mühe, als unfressbar erwiesen. Man musste Loko- - motivqualm und Benzingestank schlucken « Ein stattlicher Herr >. Charlie zuckte zusammen. « Passen Sie auf >, sagte Charlie erregt und ergriff NussjiS'Hand. < Jetzt werde ich Ihnen mal zeigen, was ich vermag...» Seine flüsternde Stimme bekam einen geheimnisvollen Klang. < Sehen Sie den grossen starken Herrn dort drüben, den stattlichen, den mit der grassen Glatze — bitte, gucken Sie nicht so auffallend hin — aufgepasst: gleich wird er sich im Nacken kratzen, gleich — gleich — ich zähle bis zehn > — seine Stimme wurde beschwörend! — « ich befehle ihm» sich am Hinterkopf zu kratzen, ich prophezeie, dass er sich kratzen wird... er muss... er muss... > Und siehe da, höchst sonderbar, der stattliche Herr mit den weissen Gamaschen kratzte sich am Hinterkopf. «Wie haben Sie das bloss gemacht ?» fra,gte Nussi mit respektvollem Staunen und rückte näher zu Charlie. Für das Uebersinnliche hatte sie einen Schwärm, der ihre Nerven wohlig durchrieselte. Charlie verzog den Mund ttn

36 - 1934 AUTOMOBIL-REVUE BDBO» ÜDIE1DP Ensemblemoden. Die diesjährigen Ensembles sind dadurch charakterisiert, dass sie eigentlich kein Ensembles sind. Das Paradoxe dieser These wird vielleicht manche Leserin auf die Vermutung bringen, dass die Modeberichterstatterin einen leichten Irrsinnanfall, verursacht durch den Anblick zu vieler Kollektionen, erlitten hat. Aber die Sache stimmt auf ein Haar. Wenn es nämlich früher einmal strenges Gebot der Mode war, Mantel und Kleid aus demselben Stoff zu machen, so gilt es heute für chic, raffinierte Mischungen zu ersinnen, z. B. ein einfarbiges Gewebe mit einem karrierten zu kombinieren, einen dicken Stoff mit einem leichten und so mit Grazie weiter. Das ergibt zahlreiche Variationen und neue Effekte, von denen manche ausgesucht elegant sind. Wenn sich z. B. die dunklen Mäntel nach Pariser Mode über den pastellfarbenen Kleidern öffnen, so empfindet man unleugbar einen künstlerischen Eindruck. Dann hat die Sache den Vorteil, dass jede Frau von Geschmack eine wirkliche Originalität bekunden kann. Bei den Sportensembles finden wir Streifen, Carreaux und vor allem Schottisch, Schottisch und noch einmal Schottisch. Nichts Flotteres als ein Golf-, Reise- oder Autokostüm, das aus einem einfarbigen Kleid mit geteiltem oder durch zwei Hohlfalten erweitertem Rock und einem grosskarrierten oder schottischen Mantel besteht. Der karrierte Mantel über dem einfarbigen Kleid ist empfehlenswerter als die umgekehrte Zusammenstellung:. Wir bekämen letztere viel schneller satt, wenn auch andere behaupten, dass _ 4er einfarbige Mantel auf der Strasse disl\ f :eter wirkt. Ich überlasse es Ihnen, meine Damen, welches dieser beiden Argumente Sie sich zu eigen machen wollen ! karriertem Surak, die zu schwarzen oder blauen Röcken getragen werden, über Kleidern, von denen man nicht recht weiss, ob sie für grosse Nachmittage oder für kleine Abende gedacht sind. Quarillierter Surali — ich wähle absichtlich diese altvaterisch anmutende Bezeichnung — ist nach dreissig Jahren neu aufgetaucht und sämtliche CoutuTiers haben reichlich von ihm Gebrauch gemacht. Ich sah Dreivierteljacken mit bauschigen Aermeln aus diesem Material, die zu kleinen Taft- und Crepe de Chine-Kleidchen getragen werden, ferner schneidermässig gearbeitete, gerade Jacken, die dunkle Röcke und weisse Chemisetten begleiten. Das gibt reizend sommerliche Ensembles. Sehr viele Kleidungsstücke haben Ärmel aus abstechendem Stoff oder in abstechender Farbe. Eine sehr schicke Pariserin führt an der Riviera einen weissen Mantel mit dunkelblauen Ar" mein spazieren. Das macht schlanker als ganz weiss und wird deshalb Nachahmung" finden. Nun noch efn paar Worte über die Äbend'- Ensembles. Der kleine Mantel hat noch nicht sein letztes Wort gesprochen, aber das Cape Schwarzes Cr&pe-Kleid bürgert sich in überraschender Weise ein. mit weissem Hennelin- Kiagen und Aermelstreifen. Rückwärts ist es häufig sehr lang und hat dann vorne ein gekreuztes oder geknöpftes Gilet. Zu Imprime-Kleidern wird man häufig kurze Lame- oder Matelasse-Jäckchen tragen, Schiaparelli macht Boleros aus gezogener Spitze, also etwas ganz Neues, und es ist möglich, dass wir im Juni noch überraschendere Schöpfungen zu sehen bekommen werden. Wie pflege ich meinen Schmuck. Edelsteine sind zwar infolge ihrer Härte vor Abnützung geschützt, doch die Fassung muss von Zeit zu Zeit nachgesehen werden. Die Nachmittags-Ensembles bilden ein besonders reizvolles Kapitel der diesjährigen es sich überhaupt zur Regel machen, ihren einer Perle hängt von ihrer. Pflege und Auf- nicht zu sehr zur Transpiration neigen und Die Besitzer hochwertigen Schmucks sollten nachteilig beeinflussen. Die Lebensdauer Einschränkung, dass die Haut der Trägerin Frühlingsmode. Man sieht allerliebste kleine Schmuck alljährlich durch den Juwelier nachprüfen zu lassen. Es ist eine Selbstverständ- wa in einer feuchten Wohnung, kann der ist die Zahl der anempfohlenen Mittel, die bewahrung ab. Feuchte Aufbewahrung, et- nicht zu talgdrüsenreich sein darf. Legion Jacken aus bedruckter Peau d'Ange, aus gestreiftem T pinen. ans sretunftem Creoe, aus lichkeit, dass man die Hände nicht mit an-Perle ebenso schaden, wie der beständige erblindeten Perlen den ursprünglichen Schfrn- MAGENSCHMERZEN sind äusserst unangenehm. Dieselben Tersch winden aber nach kurzer Zeit beim Gebranch von „COLUMBA"-Magenpulver unschädliches Mittel fegen Verdauungistörtmgen. Gegen Appetitlosigkeit, Magenschmerzen, Magenkrampf, Debelkeit, Erbrechen, Magendrücken, Sodbrennen, Blähungen, Aufstoßen, fibelriechenden Atem. Preis pro Schachtel Fr. 3.—. Machen Sio einen Versuch und Sie werden Ton dessen Güte wie schon Hunderte anderer Kunden überzeugt sein. Einzig erhältlich bei Apotheke zur Taube, Schaffhausen arbeiten bei uns Hand in Hand und erreichen damit höchste Leistungsfähigkeit. HALLWAG&ERN Der Verein gute Schriften sucht überall, wo er noch keine Ablage hat, Wiederverkäufen unter Zusicherung von üblichem Rabatt, Zurücknahme der verbleibenden Ware und Vergütung bezüglicher Rücksendungskosten. Man wende sich an den Inhaber der Hauptablage, Fritz Mühlheim, Lehrer, in Bern, Distel weg 15. 0CBTBE Modische Skizzen n ir.HFFARR K Die Was man trägt Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich in O. R. Wagners CHTouring, Führer für Automobilfahrer, offizielle Ausgabe des T. C. S. Ia. Küche, ä la carte, vorzügliche Getränke, reduzierte Preiset Ks empfehlen sich bestens die neuen Inhaber: Farn. Stelner und E. u. D. Brand-Stolner. NB. Extra ver billigt c Mlfcigetun In der Qtutstuke. Ein Haus, wie Sie es suchen. Nähe Hauptbahnhot, am Fluss, in freier Lage. Fliessendes Wasser in allen Zimmern. Appartements mit Bad und W. C. Zimmer von Fr. 4.— an. Pension von Fr. 10.50 an. Weekend-Arrangement. Ia. franz. Küche. Grosse, schattige Terrasse. Garage. Telephon 761. Ed. Rltsohard, Bes. Am Eingang von Interlaken an der Hauptstrasse von Bern. Freistehendes Haus mit grossem, schattigem Garten und eigener Garage. Zimmer mit fliess. Wasser v. Fr. 4.— an. Tel. 760. Th. Häcki, Bes. Gewinnen Sie dieselben durch den Autler-Feierabend gesteckten Fingerringen wäscht. Abgesehen Aufenthalt in zu trockener Lrat, also etwa io davon, dass sich Seifen- und Schmutzrück- dampfgeheizten Zimmern. Auch zu intensive stände in den Ecken der Steinfassumgen fest- Sonnenbestrahlung schadet der Perle, da die setzen, können — wenn es sich um Perlen- in der Perle enthaltene organische Substanz ringe handelt — die Perlen durch die alka- (Konchm) austrocknet und die Perle rissig lischen Eigenschaften der Seife Schaden lei- wird. Oft hört man die Ansicht. Perlen müssden. Auch manche Hautcreme. Parfüm und ten stets oder häufig auf der blossen Haut Puder können die Perlen einer Halskette getragen werden. Das gilt zu Recht, mit der BLAUSEE eröffnet das beliebte Ausflugeziel der Automobilisten Telephon 12 Grosser Parkplatz INTERLAKEN Dürrenast Illterlakeil Hotel Central T.C.S. Interlaken Hotel simpion T.C.S. Automobilisten sind gute Kunden! /0S\H> Hotel - Restaurant BAHNHOF am Thunersee Hotel Sommerheim Schöne Lage b. neuen Thunerstrandbad. Zimmer m. f1. Wasser. Pension Fr. 6.50-8.-. Prosp. d. Farn. Glauier. Gr. Garten. Tennis. Bäder. Forellen. — Fritures du Lac. Fondue. Grosser Parkplatz. — Garage. Telephon 3. Faulensee Pension ADLER Direkt an der Strasse Thun-Interlaken. Ia. Küche und Keller. Bescheidene Preise. Prächtig. Garten direkt am See. Picknick-Platz für Automobilisten. Garage. Tel. 6619. E. Weber, Bes. AERO-SALON nächst beim Salon HOTEL MIRABEAU Rue de Candolle, 4 — GENF Gutgeführte Küche. - Zimmer m. allem Komfort werden I« fefShrlich. Beginnen Sie noch heute eine Kur mit Dr. Weinreichs Schlankheitstee LEOBAL. Aus erlesenen Kräutern zusammenlesteilt erneuert er das Blut, rejelt die Verdauung und ist voll» kommen unschädlich. KwrpMlwat fr, 8.-. % Korwckim» Fr. 4JS: Woc>>m»rot» Fr. 1.30. In int* A^MIWII** ed«r durch 41« Htntell.: Löwen-Apethtk«. Buel. wo luck Gratiiprsfc« bei Einte». *UM tfluci Irani« «rMlllUb IM, Ausländerinnen u. viele vermögende deutsche Damen wünsche/l glückliche Heirat. Stabrey, Berlin, Stolpischestr. 48. WiRKTI ZÜRiCN I HFWFNSTR.51 D IE KU H LU N G FÜR ALLE ZWECKE AUSSTELLUNG: URA N1A8TR. 16 TEL. 59.441 MESSALLÄ macht schlank! Ein ganz vortreffliches Mittel zur lokalen Entfettung ist Messalla-Cream. Bei einem'täglichen Zeitaufwand von nur 10 Min. schwinden Fettpolster an beliebigen Körperteilen in kurzer Zeit, ohne dass die Haut schlaff und runzlig wird. Sie erhält im Gegenteil schon nach der ersten Behandlung ein straffes, gesundes Aussehen. — Zu beziehen bei Wilma v. Travers, Zürich, Bahnhofstrasse 94. Telephon 57.451. Erstklassige Fusspflege, Gesichtspflege m. Hormonverfahren, Kosmetik.Höhensonne. Sitzung Fr. 2.—. Staatl. dipl. u. konzessioniert. AUTOFRIGOR FRIGOMATIC