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E_1934_Zeitung_Nr.038

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20 AUTOMOBIL-REVUE 193 4

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'., Gasthof z. Löwen an der Zürich - Bern - Strasse Vereins-Säli, Kegelbahn, Ia. Weine, lebende Forellen, Bauernschinken. Höfl. empfiehlt sich E. Qerber-Wüthrich. Telephon2. Unsere Ecke der Hausfrau: Kleine Winke — grosse Hilfe Augenschädigung durch Wimperfärbung mit Henna. Ein Mittel, das derartige Zustände verursacht, als harmlos zu bezeichnen, geht nicht an. Dabei ist es gleichgültig, ob die Hennafärbung im einzelnen Fall falsch ausgeführt wird oder ob sie bei richtiger Anwendung die Augen einer überempfindlichen Person gefährdet. Ob jemand dafür überempfindlich ist oder nicht, lässt sich erst nachher feststellen, wenn es zu spät ist. Die Beschwerdien setzen immer erst nach einiger Zeit ein, meist nach 12—24 Stunden. Bindehäute tmd Lider zeigen eine mehr oder minder heftige Reaktion. Am unangenehmsten für den Patienten sind die in den schweren Fällen sehr ausgeprägten subjektiven Beschwerden. Die anhaltenden Schmerzen führen zu längerer Schlaflosigkeit. Sie sind bedingt, wenigstens zum Teil, durch die Schwellungen und düe starke Auflockerung des Gewebes. Trotzdem stehen sie nicht im Verhältnis zu dem objektiven Befunde. Denn bekanntlich verlaufen selbst ausgedehnte Lidödeme und Bindehautentzündungen oftmals ganz ohne nennenswerte Beschwerdien. Der Reizzustand entspricht vielmehr einer allergischen Reaktion. Vorübergehende Besserungen wechseln mit Exazerbationen. Alle Massnahmen werden als lästig empfunden. Anästhetika (Kokain, Pantokain) in Tropfen- oder Salbenform beseitigen die Schmerzen nirr zum Tefl und wirken weit kürzer als sonst, und auch das nur in grösseren Dosen. Man ist aber in ihrer häufigen Anwendung beschränkt, weil sie die Homhautoberfläche gefährden können. Es bleibt also nichts übrig als Analgetika und! Schlafmittel zu verordnen. (< Praxis >.) Haare auf der Oberlippe kann man nach Prof. R. O. Stein mit emer 10—15prozentigen Pernatrol-Seife entfernen, wobei man den Seifenschaum 5 Minuten liegen lässt. Darauf streicht man mit einem feinkörnigen Bimsstein von der Mittellinie zu den Mundwinkeln. Gold gegen Gelenkrheumatismus. Ein französischer Arzt hat auf Grund fünfjähriger Versuche an etwa 500 Kranken festgestellt, dass Gelenkrheumatismus innerhalb der ersten zwei Jahre mit SOprozentiger Sicherheit durch Injektion von Goldverbindungen heilbar ist. Endlich eine < sichere » Sicherheitsnadel. Wie L. Mes mitteilt, gelang es, eine Sicherheitsnadel herzustellen, deren Spannung so gebaut ist, dass sich die Nadel nicht, wie bisher spreizt, sondern zu schliessen trachtet. Also eine gesicherte Sicherheitsnadel, deren immer nach innen gerichtete Spitze nie verletzen kann. Wie vererbt sich Körpergrösse? Kinder grosser Eltern sind ebenfalls immer sehr gross, dagegen haben kleine Eltern nicht Und damit nichts fehlt, um uns in das verlorene Paradies der Kindheit zurückzuversetzen, werden Reigenspiele ausgeführt. Man tanzt und führt alle Beweeuneen aus, die in den alten Kinderliedern vorgeschrieben sind, z. B. « Savez-vous planter les choux », wobei das Bücken eine grosse Rolle spielt. Wie man sieht, ist die Sache gar nicht schwer. Selbst ohne Anleitung wird es jedermann möglich sein, die Spiele und Bewegungen der Kindheit neu erstehen zu lassen. Laufen, hüpfen, auf den Fußspitzen gehen, auf allen Vieren kriechen — das sind 1 lauter ausgezeichnete Uebtmgen ,und wir haben sehr unrecht daran getan, sie so lange seit unserem dritten oder vierten Lebensjahr zu vernachlässigen. Blossfüsslg im Abendkleid! Bei einem der letzten Empfänge des Präsidenten der französischen Republik im Elvsee hatten die hohen Offiziere und Würdenträger einige unangenehme und peinliche Minuten durchzumachen. Einer von ihnen wurde plötzlich vom Obertürsteher zur Seite genommen, der ihm die überraschende und unerhörte Eröffnung machte, dass sich unter den anwesenden Damen eine befinde, die mit blossen Füssen erschienen sei. Mit blossen Füssen ? Wie ist es möglich, dass man sie in einem solchen Zustand überhaupt hineingelassen hat ? Es heisst, dass bei allen Bällen im ELvsee die Besucher, während sie ihre Einladungen vorweisen, von einigen Beamten einer diskreten, aber gründlichen Prüfung ihres Aeussern unterzogen werden und dass Herren, die nicht in tadellosem Frack oder in Galauniform erscheinen, sowie Damen, deren Dekollete als nicht genügend angesehen wird, höflich, aber mit Bestimmtheit immer kleine Kinder. Aus dieser Tatsache schliesst Goldschmidt, dass überdurchschnittliche Körpergrösse nicht durch eine besondere Erbanlage verursacht wird, sondern auf Fehlen von sogenannten Hemmungsfaktoren zurückzuführen ist. Menschen mit wenigen solcher Hemmungsfaktoren werden daher besonders gross und erzeugen immer wieder grosse Kinder. Sehr kleine Menschen dagegen besitzen neben Erbfaktoren für geringes Wachstum auch noch normale Anlagen und haben daher nicht nur kleine Nachkommen. Milchkaffee Ist gesünder als cschwarzer» Kaffee, denn nach neuen Erforschungen verbindet sich das Eiweiss der Milch mit der Kaffeegerbsäure, wodurch der Uebergang des schädlichen Koffeins ins Blut gehemmt wird. Wo soll das Thermometer hängen? Um genau die wahre Lufttemperatur messen zu können, muss man dafür sorgen, dass alle Einflüsse ausgeschaltet werden, die ungenaue Angaben verursachen können. Grundbedingung ist, dass das Thermometer völlig frei aufgehängt wird, damit es von der umgebenden Luft ständig unbehindert umftossen werden kann. Auch mittel- und unmittelbare Sonnenstrahlung ist zu vermeiden. Deshalb hängt man das Thermometer am basten auf der Nordseite des Hauses auf. Nehmen wir nun an, dass ganz plötzlich ein Temperatursturz eintritt. Unser Haus wirkt dann inmitten der frischen Kaltluft als Wärmeblock, weil sich die Steine nicht ebenso rasch abkühlen und ausserdem die Luft in den Innenräumen des Hauses noch wesentlich wärmer ist als die Aussenluft Es wird nur ein allmähliger Temperaturairsgleich erfolgen. Dies bedingt aber eine Erwärmung derjenigen Luftschicht, die unmittelbar mit der Hausmauer in Berührung kommt. Diese Schicht- ist zwar meist nur dünn; befestigen wir aber das Thermometer am Hause, so befindet es sich gerade in dieser wärmeren Mantelschicht. Man wird also Eweckmässig das Thermometer etwa 5—10 cm von der Mauer abrücken. Eine andere Störungsquelle Ist der Erdboden. Bei intensiver Sonnenstrahlung erwärmt sich der Erdboden viel schneller als die freie Atmosphäre. Durch Rückstrahlung vom Erdboden aus nimmt die Temperatur der untersten, dem Erdreich aufliegenden Luftschicht sehr bald beträchtlich zu. Anderseits kühlt sich in klaren Nächten der Boden und die unmittelbar darüber liegende Luftschicht sehr schnell, und zwar bedeutend tiefer ab als die darüber befindliche Luft. Beweis dessen sind die gefürchteten Bodenfröste im Frühjahr und Herbst. Man wird also das Thermometer in einer Höhe von mindestens 1V2 m über dem Erdboden befestigen müssen, um unverfälschte Angaben über die Lufttemperatur zu erhalten. Füssen ! Ein unerhörter Skandal! Die erregten Offiziere hatten bald die Schuldige in der Person einer entzückenden, kleinen Frau entdeckt. Sie trug ein weisses, langes Kleid, aus dem die kleinen Füsse, zart weiss schimmernd und mit roten Nägeln, gebettet tn Sandalen, hervorlugten. Der Fall war noch nie dagewesen und man beschloss. dem Ze- Temonienmeister Bericht zu erstatten. Man suchte ihn in einigen Sälen und endlich fand man ihn im Gespräch mit der Dame mit den blossen Füssen, ganz versunken in den Anblick ihrer schlanken Zehen. Die Offiziere zogen sich diskret zurück und niemand hatte etwas gesehen. BaMbesuch mit blossen Füssen: das ist die Mode von morgen. In 3 Min. 46 Sek. rings um die Welt. Ein in New York lebender Geschäftsmann hat seinem Geschäftsfreund, der einige hundert Meter weiter sein Bureau hat, ein Telegramm von 24 Worten gesandt, aber ausbedungen, dass es rund um die Erde laufen müsse. So lief das Telegramm, teils auf dem Telegraph, teils durch Kabel, von New York nach San Francisco, von dort nach Schanghai, von der grossen chinesischen Hafenstadt nach London, und zwar über Sibirien, Schweden und Dänemark, und von dort nach New York zurück. 3 Minuten und 46 Sekunden brauchte das Telegramm um diesen Weg zurückzulegen. Ein neuer Weltrekord! Der alte Rekord stand auf 4 Minuten 10 Sekunden.

N° 38 - 1934 AUTOMOBIL-REVUE 21 F E U I L L E T O N Die ewige Wahrheit. Roman von Oskar Sonnlechner. (Fortsetzung von Seite 1 des A.-F.) Heckmann überbot sich in Aufmerksamkeiten, besuchte sie, leistete ihr Gesellschaft, regte Besuche in Theatern und Konzerten an, aber immer betonte er, er erfülle nur das Versprechen, das er dem Herrn Professor gegeben, und hoffe, der gnädigen Frau niemals lästig zu fallen. In innerlicher Freude, aber klopfenden Herzens kam der Tag und die Stunde, an dem die beiden Verschworenen ihren sorgfältig vorbereiteten Plan durchführten. Die ersten Schneeflocken wirbelten durch die Strassen. Frau Enid hatte das Ehepaar zum Tee geladen. Zwangslos plaudernd ging die Zeit dahin, und die Besucher ahnten die Innere Unruhe nicht, die die Hausfrau verzehrte. Das Mädchen trat ein und überreichte ihr eine Karte. Mit einem Ausruf der Ueberraschung stand Frau Enid auf und schritt auf die Türe zu. Jul war eingetreten. Ein flüchtiger Handkuss der Hausfrau, einige verbindliche Worte, und mit raschen Schritten wandte er sich gegen Frau Dr. Heckmann, diese ebenfalls mit einem Handkuss begrüssend und ihrem Manne mit einem freundlichen, unbefangenen Lächeln die Hand reichend. Frau Enid und Jul hatten sich besprochen, dass es ihre Sache sei, während er sich dem Ehepaare zuwende, den Arzt zu beobachten. Unauffällig. Keine Miene regte sich an ihm. Aber die Ueberraschung, die Verblüffung, war in seinen Zügen zu lesen. Steif und eckig hatte er sich erhoben. Mit einer langsamen Bewegung nahm er die hingestreckte Hand des unerwarteten Besuchers. Ohne ein Wort der Begrüssung sank er wieder in seinen Stuhl. Enid und Jul fühlten unwillkürlich, was in ihm vorging. Durch die Lebhaftigkeit Juls war das allgemeine Gespräch rasch im Gange. Alles, wie vorbesprochen. Das Erstaunen der Hausfrau, dass er sich so lange nicht habe sehen lassen, seine langatmigen Entschuldigungen, dass er sich schuldig fühle, allein, wie immer, habe er die Sommermonate ausserhalb Wiens verbracht, er sei erst vor einigen Tagen zurückgekehrt, er erhoffte Verzeihung. Die gnädige Frau werde ihm sicherlich keine Unerzogenheit zumuten. Schon nach kurzer Zeit verabschiedete] sich Jul. Wie besprochen. Der Zweck war erfüllt. Mit verärgerter Miene erhob sich kurz darauf Dr. Heckmann zum Gehen, aber während seine Frau im Vorraum ihren Hut aufsetzte und den Kopf links und rechts drehte, wandte er sich an die Hausfrau. «... und wegen dieses Herrn Jul, oder wie er heisst, vergessen Sie nicht die War- Schule nung eines tieffühlenden Freundes.» Frau Enid nickte schweigend. Ihr genügte, was sie nicht überraschte, dass Dr. Heckmann aus der Rolle gefallen war, aber sie fühlte, dass es gut sei, eine Antwort zu geben. In Voraussicht auf die Zukunft. «Man kann leider nicht nur mit Menschen verkehren, Herr Doktor, die einem angenehm sind.» Der Arzt lächelte erfreut. Noch am selben Abend sahen sich Jul und Enid wieder, sie hatten sich verabredet, sie werde ihn des Abends zu einem Spaziergang abholen. Arm in Arm drückten sie sich durch schlecht beleuchtete, winkelige Gassen. Es war der letzte Weg der Heimlichkeit, auf dem sie in übermütiger Freude die Vorgänge des Nachmittags besprachen. Sie konnten sich nun offen zeigen, ohne eine Ueberraschung fürchten zu müssen. Sie mussten sich nicht zu einem letzten Abschiedskuss, wie ein kleines Ladenmädchen mit ihrem Liebhaber, in finstere Hausnischen ducken, er konnte frei und offen ihr Haus betreten, sie konnten wieder gemeinsam die ihnen teuren Wege der Kunst gehen, wie in ihrer Brautzeit. Wie sie es lachend nannten. Der letzte Rest von Heimlichkeit waren ihre Besuche bei Jul. Und um auch diese letzte Fessel abzustreifen, hatten sie sich besprochen, wenn der Schnee seinen Hermelinmantel über die Erde legen werde, dann... würden sie wieder hinaus in die ferne Welt wandern. Nur über eines sprachen sie sich nie aus. Was die Zukunft bringen werde? Eine undurchdringliche Wand türmte sich zwischen ihnen auf. Noch lagen Monate ungetrübten Glückes vor ihnen, aber sie schoben in zitternder Ahnung der Zukunft, aus Furcht vor der Wahrheit der Tatsachen, jeden Gedanken beiseite, der sich ihnen hier innerlich immer wieder in den Weg stellte. Vor allem ernüchterten Enid die Tage, an denen sie Briefe ihres Mannes erhielt. Nie sprach sie mit Jul darüber. Nie fragte er danach. Stets waren diese Briefe liebevoll abgestimmt. Fast zärtlich. Wie sie es ihm nie zugemutet hätte. ... er zählte die Tage, bis er sie wieder um sich habe, es sei das erstemal, dass sie voneinander getrennt seien, mehr denn je erkenne er, was sie ihm sei, was sie seinem Leben bedeute. Seine Worte marterten sie. Die Hände vor die Augen gepresst, rang sie mit sich und verzehrte sich in inneren Qewissenskämpfen. Doch wenn sie Jul wiedersah, schüttelte sie alles von sich ab. Der einzige Lichtblick in diesen Briefen war, als er ihrem Vorschlag zustimmte... er sehe ein, es sei zwecklos, sie zu dieser weiten Reise zu veranlassen, sie möge seine Rückkunft nach Europa abwarten, wo sie doch dann ständig blieben. Er könne den Tag nicht erwarten... So oft auch Enid und Jul beisammen waren, nie trafen sie auf ihren Wegen Dr. Heckmann und seine Frau. Aber in immer kürzeren Zeiträumen erschien der Arzt bei ihr. Er wurde immer fahler und gelber, wie wenn ihn eine innere Leidenschaft verzehre. Es gab Augenblicke, in denen sie ein leises Mitleid mit ihm fühlte, namentlich wenn sie sah, wie er in den Stunden, in denen er sich ihr allein zu nähern wusste, aufzuleben schien, wie wenn er Enttäuschungen der Gegenwart vergässe und abstreife, vielleicht aber auch auflebend in Erwartungen der Zukunft. Eine Atmosphäre der Hochspannung lag zwischen ihnen. Enid fühlte es in dem feinen Empfinden einer Frau. Der Mann suchte den Weg zu ihr mit Vorsicht und Beharrlichkeit. Vielleicht auch fehlte ihm der Mut, in der Befürchtung, eine zweite Abweisung durch Enid heraufzubeschwören, die seine Wünsche für immer vernichten müssten. Er zeigte den aufopfernden Freund und Beschützer, und das einzige, •wodurch er verriet, dass er weiter denke, war der nie fehlende Blumenstrauss, wenn er allein bei Enid erschien. Mit keinem Worte erwähnte er Jul. Vielleicht, weil es Enid klugerweise so einrichtete, dass sich beide bei ihr nicht mehr trafen. Monate waren dahingegangen. Enid und Jul hatten ihre ursprüngliche Absicht, in die Schweiz zu reisen, aufgegeben. Mit den ersten Strahlen der Frühlingssonne würden sie nach dem Süden flüchten, zu einer Zeit, von der sie wusste. dass ihren Mann sein Beruf, wie öfters, in das Innere des Landes führte. Ihr Briefwechsel an ihn Hess sich dadurch fast unauffällig unterbrechen. In der Voraussetzung, dass ihre Briefe ihren Mann gar nicht oder zumindest sehr verspätet erreichen würden. Denn dadurch, dass er auf seinen Reisen in das Innere seinen Aufenthalt fast von Tag zu Tag änderte, hatten sie vereinbart, sie werde die Briefe an ihn, nach wie vor, nach Parapatan senden. Für die ersten Märztage hatten Jul, und Enid ihre beabsichtigte Reise festgesetzt. Sie überlegten mit Bedacht, ob sie ihrem Manne davon Mitteilung machen solle, und es kamen beide zu dem Entschluss, sie werde es erst nach ihrer Rückkehr tun und werde Heckmann erst kurz vor ihrer Abreise verständigen, dass sie sich plötzlich entschlossen habe, dem Nachwinter zu entgehen und nach dem Süden zu fliehen. Einstweilen nach Oberitalien. Von der Riviera werde sie kein Wort sprechen, um jede Spur zu verwischen. Mit klopfendem Herzen hatten die Liebenden ihren Plan geschmiedet, und in verzehrender Ungeduld erwarteten sie die Tage, die ihnen die Vollendung ihres Glückes bringen sollten. Drei Tage vor ihrer Abreise war es, dass Jul und Enid noch einmal in ihrem Traumleben aufgeschreckt werden sollten. Sie sassen bei ihr zum Tee und besprachen mit flüsternder Stimme die letzten Vorbereitungen zu ihrer Reise. Im allgemeinen vermied es Jul aus Gründen der Vorsicht, sich zu häufig bei Enid im Hause zu zeigen. Auch wegen des Hausgesindes. Nichts ahnend sassen sie am Teetisch... ein flüchtiges Klopfen... Dr. Heckmann trat ein... Wie von einer unsichtbaren Faust festgehalten blieb er an der Türe stehen. Für die Spanne eines Augenblickes. Totenbleich. Die Erstarrung seines Blickes, der an Jul hing, sagte alles. Aber schon hatte er sich wieder in der Gewalt. Mit der ihm eigenen, ernsten Verbeugung verneigte er sich vor der Hausfrau, überreichte ihr mit einigen Begrüssungsworten einen Veilchenstrauss und bot mit einem fast freundlichen Lächeln Jul die Hand. Mit keiner Miene verrieten Jul und Enid ihre Ueberraschung. Der Ernst des Augenblickes hämmerte auf sie ein und gab ihnen die notwendige Selbstbeherrschung. Jeder las in dem flüchtigen, unauffälligen Blick des anderen, der zur Vorsicht mahnte, was in ihnen vorging. (Fortsetzung folgt.) Die Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz CHTourlng, Führer für Automobilfahrer, sind ersichtlich In O. offizielle Ausgabe de* Idealer Ferienaufenthalt. Grosser Park. Moderner Komfort. 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